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Die Ursachen

 
 

Internet handicap-network.de


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von
Alois Schäuble

Wenn ein junger Mensch zwischen 20 und 30...

• ständig heftige tiefsitzende Kreuzschmerzen ertragen muß, die sich im   Liegen verstärken und bei Bewegung bessern ...

• eine Kniegelenkschwellung, Fersenschmerzen oder eine   Regenbogenhautentzündung des Auges - ohne erkennbaren Grund - zu   erdulden hat ...

• beim Luftholen, Husten oder Niesen oft ein Engegefühl verspürt, als lege   sich ein schmerzhafter Panzer um die Brust ...

• sich allgemein krank, müde und elend fühlt und an Gewicht verliert ...

• ohne Diagnose von Arzt zu Arzt laufen muß, Schmerzmittel im Übermaß   konsumiert und Cortison mit all seinen verheerenden Nebenwirkungen   schluckt ...

• wegen seiner Jugend und seiner wechselnden Schmerzprobleme vom Arzt nicht selten als Simulant angesehen wird .....

dann kann er , wie ca. eine halbe Million Menschen in Deutschland vor ihm, am Frühstadium eines Morbus Bechterew erkrankt sein.

7 Jahre bis zur Diagnose
Auch heute vergehen im Durchschnitt noch 6 bis 7 Jahre, bis eine klare, durch das Röntgenbild nachgewiesene Diagnose, gestellt wird. Das bedeutet für den einzelnen Erkrankten: Jahre der Ungewißheit, Jahre des schmerzhaften Leidens, ohne die Ursache zu kennen.

Was ist Morbus Bechterew
Die Bechterewsche Krankheit (lat. Spondylitis ankylosans) ist eine Erkrankung des gesamten Organismus, die sich vorwiegend an der Wirbelsäule manifestiert, dort schmerzhafte Entzündungen der Wirbelgelenke hervorruft und schließlich zur Versteifung, Verknöcherung und Brustkorbstarre in nach vorne geneigter Haltung führt. Bei einem Drittel der Erkrankten treten Komplikationen auf, wie die Entzündung und Versteifung von Hüft- und Schultergelenken sowie weiterer Gliedmaßen. Bei hoher Krankheitsaktivität sind Fieber, Müdigkeit, Gewichtsverlust, blaßfahles Aussehen und Blutarmut zu beobachten. Seltener ist eine Organbeteiligung von Herz, Lunge, Niere und Leber festzustellen.

Funktionseinschränkungen
Je nach Stadium der Erkrankung ist besonders die Funktion der gesamten Wirbelsäule und die Brustkorbatmung eingeschränkt. Meist ist auch die Fortbewegungs- und Gehfähigkeit schmerzhaft behindert. In schweren Fällen kann der Kranke infolge der starken Wirbelsäulenverkrümmung seinem Gesprächspartner nicht mehr in die Augen sehen.

Die Ursache der Erkrankungen
ist bisher nicht bekannt. Man weiß, daß das Leiden bis zu einem gewissen Grad anlagebedingt ist und vermutet als Auslöser eine Infektion durch bestimmte Darmbakterien, die das Immunsystem (körpereigene Abwehr) schwächen.

Die Behandlung der Krankheit
Eine ursächliche Behandlung des chronischen Leidens und damit eine Heilung ist nicht möglich. Medizinische Maßnahmen sind daher darauf ausgerichtet, die Restbeweglichkeit zu erhalten und zu verbessern.
Neben der Therapie mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten sind vor allem physikalische Maßnahmen das A und O der modernen Morbus Bechterew-Therapie. Der Patient erlernt spezielle Morbus Bechterew-Krankengymnastik-Techniken, die er täglich mindestens zweimal zuhause und zweimal wöchentlich unter Mithilfe einer(s) Krankengymnastin(en) durchführen muß. Auch der Krankengymnastik im Warmwasser-Bewegungsbad und der Teilnahme am ambulanten Behindertensport kommt eine wichtige therapeutische Bedeutung zu.


zum Bild: Der typische Verlauf eines Normalfalles von Morbus Bechterew.
Stärkere Verkrümmungen sind heute bei konsequenter Therapie
glücklicherweise selten geworden (Zeichnung: C. Spinelli)


Berufsausübung oder Frührente
In vielen Fällen ist die Fortführung des erlernten Berufs möglich. Ideal ist eine Tätigkeit, die langandauernde einseitige Belastungen vermeidet und Sitzen, Stehen und Umhergehen bewältigt werden kann. Auch eine Anpassung des Arbeitsplatzes an die vorhandenen Funktionseinschränkungen ist möglich. Gegebenenfalls muß eine innerbetriebliche Umsetzung oder eine berufsfördernde Maßnahme in Betracht gezogen werden. Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente ist die Ultima ratio.

Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V.
wurde 1980 in Schweinfurt aus dem Wissen heraus gegründet, daß die Bechterewsche Erkrankung als chronisches Leiden die Betroffenen lebenslänglich mit Problemen konfrontiert, die hilfreich nur in der Gemeinschaft einer Selbsthilfeorganisation zu lösen sind. Wie notwendig der Zusammenschluß war, verdeutlichen die jährlichen Zuwachsraten des Mitgliederbestandes (2001 ca. 17.500 Mitglieder).
Der Zusammenhalt unter dem Motto: „Bechterewler brauchen Bewegung, Beratung und Betreuung" wird sowohl bundesweit, als auch auf der Ebene von Landesverbänden, organisiert und gliedert sich derzeit in annähernd.

über 400 örtliche und regionale Therapiegruppen,
die unsere spezielle Morbus Bechterew Krankengymnastik in vielfältiger Form kostensparend als gemeinsame Gruppentherapie anbieten. Entsprechend unserer Satzung...
• ...vermitteln sie freundschaftliche Beziehungen und Erfahrungsaustausch unter den   Mitgliedern
• ...tragen sie zur Verbesserung der körperlichen und seelischen Gesundheit, der Arbeits-   und Erwerbsfähigkeit und der Lebenstüchtigkeit der Patienten bei
• ...vertreten sie die Interessen der Bechterewkranken gegenüber der Gesellschaft, dem   Gesetzgeber und der Verwaltung. Auch gemeinsam mit anderen   Selbsthilfeorganisationen und Behindertenverbänden
• ...pflegen sie die Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten, Vereinigungen mit ähnlicher   Zielsetzung, sowie den Organisationen des Sozial- und Gesundheitswesens.

Die Forderung führender Rheumatologen: „Jeder Morbus Bechterew-Patient muß ein Spezialist seiner eigenen Erkrankung werden" wird durch das vierteljährlich erscheinende Mitteilungsblatt

"Bechterew-Brief"
erfüllt. Medizinische, psychologische und sozialrechtliche Informationen werden dort, speziell auf die Erkrankung bezogen, in populärwissenschaftlich verständlicher Form dargeboten. Gerne übersenden wir Ihnen ein kostenloses Probeexemplar.

Sozialrechtliche Beratung
Sowohl die allgemeine, als auch die individuelle Beratung in allen sozialrechtlichen Fragen, die Hilfe bei der Anerkennung und Durchsetzung der Schwerbehinderteneigenschaft ist unseren juristisch geschulten Mitarbeitern ein echtes Anliegen.

Nähere Auskünfte erteilt:

Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V
Selbsthilfeorganisation der
Morbus Bechterew-Patienten
Metzgergasse 16, Postfach 43 29
97421 Schweinfurt
Telefon: 0 97 21/ 2 20 33
Telefax: 0 97 21/2 29 55
e-mail: dvmb @ talknet.de
Internet: http://www.bechterew.de

Spendenkonten
Commerzbank Schweinfurt
Kto.-Nr. 654 90 00 01 BLZ 793 400 54


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