Neuer Höchstleistungs-Laser gegen Tumore
Forscher optimieren Parameter für Protonenstrahl-Erzeugung
Jena - 09.03.2006 - Wissenschaftler am Institut für Optik und Quantenelektronik (IOQ) der Universität Jena http://www.physik.uni-jena.de/ bereiten den weltweit ersten vollständig diodengepumpten Festkörperlaser auf einen Einsatz im Kampf gegen Tumoren vor. In Zukunft könnte der Laser einen Protonenstrahl erzeugen, der Geschwüre zielgenau zerstört. Das ist besonders bei Gehirntumoren interessant, da diese in höchst empfindliches Gewebe eingebettet sind, für das jede kleinste Beschädigung fatal ist.
"Wir wollen zeigen, dass man mit diesem Laser so einen Protonenstrahl erzeugen kann", betont Malte Kaluza, Leiter der neuen Nachwuchsforschungsgruppe am IOQ, im pressetext-Interview. In Experimenten konnte das Forscherteam bereits nachweisen, dass der Aufbau eines solchen Lasersystems prinzipiell möglich ist. Um den Höchstleistungs-Laser mit Energie zu laden, wird einfarbiges Licht durch eine Diode in ein Verstärkermedium aus Glaskristallen gepumpt, das als Speicher dient. Dann werden Laserimpulse in einer Frequenz von zehn bis 30 Sekunden abgefeuert.
Die Leistung des Lasersystems der Ein-Petawatt-Klasse - ein Petawatt entspricht 1.000 Billionen Watt - soll Ende des Jahres bereits 0,1 Petawatt erreichen, so Kaluza. Damit lassen sich Laserimpulse erzeugen, die mit einer extremen Intensität auf ein Ziel gerichtet werden können: Es konzentrieren sich eine Trilliarde Watt auf eine Fläche von einem Quadratzentimeter. Nach seiner Fertigstellung wird das System eine extrem kurze Pulsdauer von 150 Femtosekunden mit einer Energie von 150 Joule haben. Noch ist das Erreichen dieser Parameter aber Zukunftsmusik.
Die Eigenschaften eines Protonenstrahls für die Tumortherapie müssten präzise eingestellt und kontrolliert werden. "Wir arbeiten Schritt für Schritt an der Optimierung der Parameter", sagt Malte Kaluza im Gespräch mit pressetext. Die klinische Anwendung des Höchstleistungs-Lasers bleibe noch fünf oder mehr Jahre eine Vision, auf welche die Wissenschaftler hinarbeiten. Für eine Verwendung in Krankenhäusern wäre das Laser-System auch kompakt genug, führt der Physiker aus. Es kann im Vergleich zu kilometergroßen Beschleunigeranlagen auf einem Raum von fünf mal zehn Metern untergebracht werden, so der Experte abschließend.
Quelle: pte
Infrarotlicht könnte bei Tumordiagnose helfen
28.09.2005 - Bösartige und gutartige Tumoren in der Brust lassen sich anhand ihrer Durchblutung unterscheiden. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Ingenieure und Mediziner im Fachblatt "Radiology". Gemessen mit einer Kombination von Ultraschall und optischer Tomographie, enthalten bösartige Geschwüre demnach deutlich mehr roten Blutfarbstoff als gutartige.
Diese Methode könne möglicherweise die Zahl von Gewebeentnahmen verringern, erläutert Quing Zhu von der University of Connecticut in Storrs. Nach einer auffälligen Mammographie müsse häufig eine Gewebeprobe entnommen werden, um mehr über die Art des Geschwürs zu erfahren. "Lediglich 10 bis 15 Prozent aller Frauen, bei denen eine Biopsie durchgeführt wird, haben tatsächlich einen bösartigen Tumor." Folge seien unnötige Angst und Unannehmlichkeiten.
Zhu und Kollegen testeten nun eine Diagnosetechnik, bei der während einer Ultraschalluntersuchung Pulse von Infrarotlicht in die Brust gesandt werden. Anhand des wieder austretenden Lichts und der Ultraschallbilder wird die lokale Konzentration des Blutfarbstoffs Hämoglobin im Gewebe ermittelt - ein Maß für dessen Durchblutung. Die Forscher wandten diese Methode bei 65 Patientinnen an, die sich später einer Biopsie unterzogen.
Acht der insgesamt 81 Geschwüre entpuppten sich bei der Gewebeuntersuchung als invasiv wachsende Karzinome im frühen Stadium. In diesen Tumoren lagen die maximal gemessenen Hämoglobin-Konzentrationen bei durchschnittlich 7,9 Gramm pro Liter, in den übrigen waren es etwa 3,6 Gramm pro Liter (122 bzw. 55 Mikromol pro Liter). Ausgehend von einem Grenzwert von 6,1 Gramm pro Liter, hätte das Verfahren 100 bzw. 96 Prozent aller bösartigen bzw. gutartigen Tumore als solche erkannt, berechnen Zhu und Kollegen. "Diese Resultate demonstrieren, dass unsere Technik großes Potenzial für die nicht-invasive Unterscheidung bösartiger und gutartiger Gewebemassen birgt".
Quelle: scienceticker
"Antikörper in der Krebstherapie: Wissenswertes für Patienten und Angehörige"
Neue Patientenbroschüre zum Anfordern: Wie können Antikörper den Krebs bekämpfen?

Quelle: obs/Merck Pharma
Darmstadt (ots) -
02.09.2005 - Antikörpertherapie? Klingt nach der Krebstherapie der Zukunft -
dabei wird diese Behandlung schon heute bei vielen Patienten
eingesetzt. Für alle, die mit diesem Thema konfrontiert werden, aber
nicht so recht wissen, was Antikörper eigentlich sind und können,
gibt es jetzt "Nachhilfe": Die aktuelle Broschüre "Neue Hoffnung
durch Antikörper in der Krebstherapie: Wissenswertes für Patienten
und Angehörige" übersetzt nicht nur die medizinischen Fachbegriffe
von A wie Antigene bis Z wie Zytostatika, sondern klärt auch
verständlich über die Antikörpertherapie bei Krebs auf. Interessierte
können die Broschüre kostenlos per E-Mail oder telefonisch anfordern.
Was fällt einem als Erstes ein, wenn man an Krebstherapien denkt?
Klar - die Chemotherapie. Eine Therapie, die meist als Infusion
gegeben wird, den gesamten Körper mit Zellgiften überschwemmt und
deswegen erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Aber bis
vor einigen Jahren war die Chemotherapie die einzige Hoffnung für
Krebspatienten. Doch in den letzten Jahren hat sich viel getan. So
gibt es zum Beispiel die Antikörpertherapie, ein Meisterwerk
biotechnologischer Forschung. Sie greift - im Gegensatz zur
Chemotherapie - zielgenau an Zellstrukturen der Tumoroberfläche an.
Die Broschüre "Neue Hoffnung durch Antikörper in der
Krebstherapie: Wissenswertes für Patienten und Angehörige" richtet
sich aber nicht nur an Krebspatienten und deren Angehörige, sondern
auch an Nicht-Betroffene, die einfach nur mehr über diese Revolution
innerhalb der Krebstherapie erfahren möchten. Es ist keine Broschüre,
die nur ein bestimmtes Medikament vorstellt, sondern die erste, die
einen Überblick über die verschiedenen Wirkstoffe und die
unterschiedlichen Indikationen einer gesamten neuen Therapieart, der
Antikörper, gibt.
Antikörper sind u.a. Cetuximab, Trastuzumab und Rituximab.
Cetuximab z.B. ist ein passgenau entwickelter Antikörper gegen den
Rezeptor für den so genannten epidermalen Wachstumsfaktor (auch EGFR
genannt, aus dem Englischen "epidermal growth factor receptor").
Solche EGF-Rezeptoren sind an der Entstehung und dem Fortschreiten
vieler häufiger Krebserkrankungen beteiligt. Eine erhöhte Anzahl
dieser Rezeptoren auf der Tumoroberfläche bedeutet, dass sich die
Tumorzellen übermäßig häufig teilen und der Tumor besonders schnell
und aggressiv wächst. Auch neigt der Krebs dann verstärkt dazu,
Absiedlungen (Metastasen) in anderen Körperbereichen zu bilden. Der
epidermale Wachstumsfaktor (EGF, aus dem Englischen "epidermal growth
factor") bindet an den zugehörigen EGF-Rezeptor und regt durch eine
Signalübertragung ins Zellinnere den Tumor zum Wachstum an. Cetuximab
aber besetzt den Rezeptor auf der Zelloberfläche und blockiert ihn.
Der Wachstumsfaktor kann nicht mehr andocken und seine Botschaft
übermitteln. Die Weiterleitung des Wachstumssignals wird verhindert,
Wachstum und die Bildung von Absiedelungen des Tumors werden
vermindert. Auch werden durch Cetuximab die Abwehrmechanismen des
körpereigenen Immunsystems angeregt.
Die Broschüre "Neue Hoffnung durch Antikörper in der
Krebstherapie: Wissenswertes für Patienten und Angehörige" kann ab
sofort unter der Telefonnumer 06151 72-0 oder per E-Mail an
onkologiepartner@merck-pharma.de kostenlos angefordert werden.
Darüber hinaus wird die Broschüre in ausgewählten onkologischen
Praxen zu erhalten sein.
Quelle: obs/Merck Pharma
Wissenschaftler entschlüsseln Stoff, der Tumorwachstum beschleunigt
Bremen - 11.04.2005 (ots) - Einem Team um Professor Jörn Bullerdiek am Zentrum für Humangenetik der Universität Bremen ist jetzt ein entscheidender Schritt bei der Suche nach den Ursachen für das Wachstum von Tumoren gelungen. In der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift American Journal of Pathology berichten die Wissenschaftler über einen Stoff mit dem Namen "High Mobility Group Protein B1", kurz HMGB1. Das Protein fungiert als Lockstoff für Gefäße, die notwendig sind, um einen Tumor zu versorgen und sein Größenwachstum zu beschleunigen.
Tumoren sind nicht eigenständig lebensfähig, sondern schmarotzen in ihrem Wirt, dem Menschen. Aber wie alle Zellen benötigen Tumorzellen für ihr Überleben und ihre Vermehrung Sauerstoff. Normalerweise bliebe ihre Größe auf einen Durchmesser von maximal 2 Millimetern beschränkt, weil nur bis zu dieser Grenze die Sauerstoffversorgung aus der unmittelbaren Umgebung sichergestellt ist. Offensichtlich haben Tumoren aber Strategien entwickelt, um auch darüber hinaus ihre Sauerstoffversorgung und ihr Wachstum abzusichern: Sie locken Gefäße an, über die Sauerstoff zum Tumor transportiert wird.
Einem besonders raffinierten Mechanismus sind Forscher um den Bremer Humangenetiker Jörn Bullerdiek auf die Spur gekommen. Hauptakteur ist das Protein HMGB1. Ausgangspunkt ist zunächst ein Zellsterben. Bricht die Sauerstoffversorgung des Tumors zusammen, kann es zu Nekrosen kommen, einem Absterben von Zellen. Das eigentlich im Zellkern lokalisierte HMGB1 wird nun freigesetzt und bewirkt in der Umgebung ein Auswachsen von Blutgefäßen. Damit dienen die toten Zellen dem weiteren Überleben und Wachstum des Tumors. Für die künftige Therapie von Tumoren ist die Entdeckung der Funktion von HMGB1 ein wichtiger Ansatzpunkt. Das Abfangen der Signale könnte Tumoren das Überleben deutlich erschweren.
Quelle:
Zentralinstitut Humangenetik Uni Bremen
Sauerstoffversorgung von Tumoren entdeckt
Abfangen von Wachstumssignalen als mögliche neue Therapie
Bremen (pte/04.04.2005/15:21) - Wissenschaftlern des Zentrums für Humangenetik der Universität Bremen http://www.humangenetik-bremen.de ist es erstmals gelungen, dem Mechanismus der Sauerstoffversorgung von Tumoren auf die Spur zu kommen. Damit könnte eine neue Therapie entwickelt werden, um die Tumoren am Wachsen zu hindern. Da Tumore nicht eigenständig lebensfähig sind, sondern in ihrem Wirt - in diesem Fall erkrankte Menschen - schmarotzen, ist diese Entdeckung viel versprechend.
Normalerweise würde die Größe von Tumoren auf einen Durchmesser von einem bis zwei Millimeter beschränkt bleiben, weil nur bis zu dieser Grenze die Sauerstoffversorgung des wachsenden Tumors aus der Umgebung sichergestellt ist. Um wachsen zu können, haben Tumoren aber Strategien entwickelt, um auch darüber hinaus ihre Sauerstoffversorgung und ihr Wachstum sicherzustellen. Sie locken aus ihrer Umgebung Gefäße an, über die dann Sauerstoff transportiert wird, hat das Team um den Humangenetiker Jörn Bullerdiek festgestellt. Dabei spielt ein Lockstoff namens "High Mobility Group Protein B1" (HMGB1) eine wesentliche Rolle.
Wenn die Sauerstoffversorgung des Tumors zusammenbricht, kann es zu Nekrosen - einem Absterben von Zellen - kommen. Das eigentlich im Zellkern lokalisierte HMGB1 wird nun freigesetzt und bewirkt in der Umgebung ein Auswachsen von Blutgefäßen. Damit dienen selbst die toten Zellen noch dem weiteren Überleben und Wachstum des Tumors. Nun wollen die Wissenschaftler versuchen, daraus eine neue Therapie zu entwickeln: Das Abfangen der Signale könnte nämlich den Tumoren eine für ihr Überleben wichtige Möglichkeit nehmen.
Quelle:
Wolfgang Weitlaner
/ pressetext.austria
Durchbruch in der Krebsbekämpfung: Tumore im Tiefschlaf
16.03.2005 - Wissenschaftern des Marie Curie Research Institutes http://www.mcri.ac.uk/default.html ist es gelungen, das Wachstum von Krebsgeschwulsten zu blockieren, indem sie die Tumorzellen in einen permanenten Tiefschlaf versetzen, berichtet die BBC. Dieser Durchbruch in der Krebsforschung besitzt das Potenzial für ganz neue Behandlungsmethoden, erklären die Experten. Die neue Methode basiert auf der Reaktivierung eines natürlichen Selbstverteidigungsmechanismus, der die Zellteilung von mutierten und schädlichen Zellen blockiert. Die Schlüsselrolle bei diesem Prozess nimmt das so genannte Tbx2-Gen ein, welches den Selbstschutz der Zellen sabotiert.
Bisherige Forschungsberichte nahmen an, dass dieser Schutzmechanismus bei bereits befallenen Zellen nicht mehr funktioniert und sich darum die kranken Zellen rasant ausbreiten. Doch die neue Studie, die sich mit einer tödlichen Form von Hautkrebs, dem so genannten bösartigen Melanom, beschäftigt, belegt, dass dies nicht der Fall ist. Denn den Forschern gelang es jenes Gen zu eruieren, das den Schutzmechanismus negativ beeinflusst und sich so auf das Wachstum des Tumors auswirkt. Durch das Ausschalten des Gens konnten die Forscher das Tumorwachstum stoppen, da die kranken Zellen die Fähigkeit verloren, sich weiter zu teilen. Bis jetzt ist jedoch noch nicht klar, ob dieses Gen bei allen Krebsformen für das Tumorwachstum verantwortlich ist oder nur bei dieser speziellen Erkrankung.
"Der Vorteil dieses natürlichen Mechanismus liegt darin, dass automatisch nur kranke Krebszellen und nicht gesunde Zellen angegriffen werden", erklärte Colin Goding, der Leiter der Studie. "Wenn es uns gelingt, Medikamente herzustellen, die diesen Prozess reaktivieren, so wäre dies ein immenser Durchbruch. Denn bisher haben wir nur geringe Therapiemöglichkeiten, wenn sich der Tumor bereits in andere Teilen des Körpers ausgebreitet hat", sagte der Experte. Die Forscher rechnen jedoch erst in den nächsten zehn Jahren mit der Entwicklung von wirksamen Medikamenten. Dennoch repräsentiert die Studie einen wichtigen Ansatz für die künftige Krebsbekämpfung. "Dieser schützende Selbstverteidigungsmechanismus liefert nicht nur die Basis für weitere Forschungsarbeiten im Bereich von Hautkrebs, sondern auch für andere schnell wachsende Krebserkrankungen wie Prostata-, Brust- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs, an denen jährlich allein in Großbritannien 30.000 Menschen sterben", erklärte Mark Matfield von der Association for International Cancer Research http://www.aicr.org.uk .
Quelle: pressetext.austria
Immunzellen werden zu Krebskillern
Forscher programmieren T-Zellen genetisch
Mainz - 26.01.2005 - Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz http://www.uni-mainz.de haben die Grundlage für die Entwicklung einer neuartigen Immuntherapie bösartiger Tumorerkrankungen beim Menschen geschaffen: Mithilfe von genetischer Programmierung werden Immunzellen zu wirksamen "Krebs-Killern". Über die Forschungsergebnisse berichten die Mediziner im Fachmagazin Immunity http://www.immunity.com.
Gesunde Zellen, die sich in Krebszellen umbilden, erzeugen bzw. präsentieren sich mit großen Mengen an Proteinen, die "Tumor- und Leukämie-assoziierte Antigene" (TAA) genannt werden. Obwohl die Immunzellen diese TAAs erkennen und identifizieren, war es bislang schwierig, auf der Basis dieses Prozesses Immuntherapien für Krebspatienten zu entwickeln. Denn viele gesunde Zellen produzieren ebenfalls kleine Mengen von TAAs, die der menschliche Körper zu einem gewissen Maß toleriert, was ihn insgesamt von einer heftigen Immunabwehr abhält.
Dem Team des Hämatologen und Onkologen Matthias Theobald ist es nun gelungen, die Immuntoleranz der TAAs im menschlichen Körper zu umgehen. Die Forscher haben sich insbesondere auf das "p53 tumor suppressor protein", das bei Tumorerkrankungen meist verändert ist, konzentriert. P53 wird aber im Körper deswegen toleriert, da auch normale Zellen geringe Mengen von natürlichem p53 erzeugen. Dem Forscherteam ist es gelungen, Mäuse zu züchten, die genetisch so verändert waren, dass deren gewöhnlichen CD8-T-Killerzellen die Fähigkeit zur Entwicklung einer Immuntoleranz gegenüber dem p53-Protein fehlte. Gleichzeitig erzeugten sie einen "Immunzell-Rezeptor (T-Zellrezeptor)", der speziell das p53 mit ungewöhnlich hoher Effizienz identifiziert. Die Gene für diesen Rezeptor wurden dann auf die menschlichen Immunzellen übertragen und führten zu neu ausgerichteten Immunzellen, die die Tumorzellen aggressiv angriffen.
Quelle: pressetext.deutschland
30 Prozent der Tumorschmerzpatienten leiden unnötig:
Initiative "Gemeinsam gegen den Tumorscherz" startet heute
20.01.2005 - Ein Drittel aller Patienten mit Tumorschmerz in Deutschland leiden unnötig: Falsche Ängste und Vorurteile sind die maßgeblichen Gründe dafür, dass vorhandene, nebenwirkungsarme Therapieoptionen, die in 95 Prozent der Fälle helfen würden, nicht angewandt werden. Die Initiative "Gemeinsam gegen den Tumorschmerz", die heute startet, hat sich zum Ziel gesetzt, diese Situation durch eine Informationsoffensive zu verbessern. In der Initiative haben sich die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS), die Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz, die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, der Krebsinformationsdienst (KID), das Deutsche Grüne Kreuz, die Deutsche Schmerzliga, die Krebshilfe, der Krebsinformationsdienst sowie die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) zusammengeschlossen.
Opioide: Keine Abhängigkeit, wenig Nebenwirkungen
Krebs ist eine der bedeutendsten Krankheiten in Deutschland: Jährlich erkranken ca. 390.000 Patienten neu. Mit über 200.000 Sterbefällen sind Tumorerkrankungen in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. Viele Krebspatienten leiden unter therapiebedürftigen Schmerzen, die ihre Lebensqualität stark einschränken. Dabei ist eine ausreichende Versorgung möglich. Mit modernen Schmerzmedikamenten können 95 Prozent aller Patienten effektiv behandelt werden. Dennoch sind auch heute noch viele Tumorpatienten unterversorgt. Diese Situation beruht vor allem auf fehlender Information der Patienten und Ärzte. Viele fürchten, starke Schmerzmittel (Opioide) könnten süchtig machen oder den Organismus schädigen. "Dabei trifft das überhaupt nicht zu: Opioide machen nicht abhängig und sind nebenwirkungsärmer als Aspirin", so Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der DGSS. Die einzig ernstzunehmende Nebenwirkung der Opioide sei - bei richtiger Therapie - die Verstopfung, die sich sehr gut behandeln lässt. Dieses Wissen will die Initiative bei der Öffentlichkeit, Patienten und Ärzten bekannt machen.
Forderungen der Initiative
Die Initiative "Gemeinsam gegen Tumorschmerz" fordert für Tumorschmerzpatienten eine frühzeitig einsetzende Schmerztherapie nach dem WHO-Stufenschema, die regelmäßig überprüft und angepasst werden muss. "Tumorpatienten haben ein Recht auf Schmerztherapie!" so Prof. Zenz. "Eine ausreichende Schmerztherapie ist Voraussetzung für einen weitgehend selbstbestimmten Alltag und sichert Lebensqualität." Eine verbesserte Schmerztherapie und Symptomkontrolle verkürzen das Leben nicht, sondern verlängern es.
Quelle:
Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)
Alkohol lässt Krebszellen wachsen - Studie: Tumoren wuchsen in Alkohol doppelt so stark
Baierbrunn (ots) 18.01.2005 - Tumoren, die im Labor in einer Alkohollösung am Leben gehalten wurden, wuchsen besonders kräftig, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Nach neun Tagen waren sie etwa doppelt so groß wie solche, die in einer dem Körpermilieu entsprechenden Kochsalzlösung schwammen. Die Beobachtung bestätigt Statistiken, aus denen bekannt ist, dass Trinker ein erhöhtes Krebsrisiko tragen, zum Beispiel für Speiseröhren- und Darmkrebs. US- Forscher, welche die Laboruntersuchungen durchführten, gehen davon aus, dass Alkohol vermehrt Wachstumsfaktoren freisetzt. Dies fördert die Entwicklung von Blutgefäßen im Tumor und damit ein schnelleres Wachstum.
Quelle:
Wort und Bild - Apotheken Umschau
Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals richtet Stiftungsprofessur an der Universität Mainz ein
21.12.04 - Stiftungsprofessur wird an der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik eingerichtet - Tumorforschung im Kopf-Hals-Bereich soll verstärkt werden
Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals richtet zu Ehren ihres Gründers Dieter Haupt am Fachbereich Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eine Stiftungsprofessur auf dem Gebiet der Tumoronkologie im Kopf-Hals-Bereich ein. Dieser Erfolg bestätigt eindrucksvoll die hervorragende Leistung der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik. Die Stiftungsprofessur wird für sechs Jahre ausgeschrieben und steht unter der Verantwortung von Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolf Mann, Direktor der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik. Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals finanziert dabei einen Förderzeitraum von fünf Jahren.
Gemeinsames Bestreben ist es, die klinische Forschung im Bereich der Onkologie zu stärken und gleichzeitig deren Anwendungsbezug bei Kopf-Hals-Tumoren zu fördern. "Plattenepithelkarzinome im Kopf-Hals-Bereich machen 80 Prozent aller bösartigen Tumoren in diesem Bereich aus", erklärt Prof. Wolf Mann zur Bedeutung der Erkrankungen, die in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg erfahren haben. Es handelt sich dabei um Haut- und Schleimhauttumoren, die vorwiegend an Gesicht, Kopf oder den oberen Luftwegen auftreten und über die Lymphbahnen in andere Körperregionen gelangen können. Als Ursachen nennt der Mediziner die bekannten Schädigungsmittel Alkohol und Rauchen. Aber auch virale Infektionen können der Auslöser sein.
An der Mainzer Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik sollen die Plattenepithelkarzinome künftig im Rahmen der Stiftungsprofessur auf molekularbiologischer Ebene noch intensiver untersucht werden. "Wir arbeiten dabei mit der Abteilung Strahlentherapie unserer Universität eng zusammen sowie mit den Universitäten in Münster, Lyon, Poznan und Prag", sagte Prof. Mann. Der Mainzer Beitrag konzentriert sich vor allem auf Untersuchungen auf Proteinebene, während andernorts stärker die genetischen Veränderungen erforscht werden.
Der Vertrag über die neue Stiftungsprofessur wurde am Montag in Anwesenheit von Vertretern der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unterzeichnet.
Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Qualität in der Krebsbehandlung sichern
Tumorregister München vernetzt Patienten-Daten
24.11.2004 - Die Deutsche Krebshilfe fördert am Tumorregister München die schnellere Nutzung der dort verfügbaren Patienten-Daten per Internet. Ihr Ziel: Die Versorgungsqualität von Krebs-Patienten zu verbessern. Eine vergleichbare Vernetzung und Präsentation von Informationen, wie sie jetzt am Münchener Tumorregister eingerichtet wird, gibt es in Deutschland bisher noch nicht. "Das Projekt übernimmt daher eine wichtige Vorreiterfunktion für die Krebsregister in Deutschland," konstatiert Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Die Organisation fördert das Projekt mit rund 200.000 Euro.
Das Münchener Tumorregister ist eine Einrichtung des Tumorzentrums München der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität, angesiedelt am Klinikum Großhadern. Hier werden die Daten von Krebs-Patienten aus einem Einzugsgebiet von rund vier Millionen Einwohnern erfasst - das ist fast ganz Oberbayern. Alle Krankenhäuser der Region und viele niedergelassene Ärzte arbeiten zusammen, indem sie die Befunde und Krankheitsverläufe ihrer Patienten im Tumorregister dokumentieren.
Das Ziel des Tumorregisters: Die Daten der einzelnen Krankenhaus-Abteilungen, die Krebs-Patienten operieren, bestrahlen, mit Medikamenten behandeln oder deren Gewebe untersuchen, in Statistiken aufzubereiten und die Ergebnisse miteinander zu vergleichen. Anhand von Leitlinien, in denen festgelegt ist, wie Krebs-Patienten behandelt werden sollen, werden die Daten vom Tumorregister auch beurteilt: Jede Krankenhausabteilung und jeder niedergelassene Arzt erhalten seine ausgewerteten Ergebnisse und können diese Daten mit anderen Abteilungen oder Kollegen vergleichen und besprechen. "Dies ist ein entscheidender Schritt hin zur Qualitätssicherung in der Krebsbehandlung", sagt Dr. Gabriele Schubert-Fritschle, Projektleiterin am Tumorregister München.
Die Auswertungen werden allen kooperierenden Kliniken und Ärzten per Internet zugänglich gemacht. So können sie die anonymisierten Patienten-Daten über einen Passwort-gesicherten Zugang schnell und kontinuierlich abrufen. Darüber hinaus ist geplant, auch individuelle Patienten-Daten dem behandelnden Arzt online zur Verfügung zu stellen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen muss sich der Arzt für den Zugriff auf konkrete Patienten-Daten über eine Passwort-geschützte Identifikationskarte ausweisen und den Namen, das Geburtsdatum und die zugehörige Identifikationsnummer des Patienten angeben. Darüber hinaus wird jede Anfrage vom Tumorregister protokolliert.
Vorteil des Internet-Angebots: Im Unterschied zu den bisherigen Patientenakten, die nur wenigen Ärzten zugänglich sind und häufig nur einen Teil des Krankheitsverlaufs beschreiben, können so viel mehr Ärzte und Kliniken auf die gesamte Krankengeschichte zugreifen. Dadurch wird ein intensiverer Informationsaustausch zwischen den kooperierenden Kliniken und Ärzten und dem Tumorregister ermöglicht.
"Die Versorgungsergebnisse werden für jede Krankenhausabteilung und für die verschiedenen medizinischen Fachgebiete auf diese Weise transparent", erläutert die Projektleiterin. "So können auch Schwachstellen im Bezug auf die Vollzähligkeit der Erfassung und die Datenqualität leichter überprüft sowie die leitliniengerechte Behandlung und mögliche Klinikunterschiede besser beurteilt werden. Durch diese Rückkopplung der Daten werden die Verantwortlichen - falls erforderlich - verpflichtet ihr Handeln zu optimieren."
Mit diesen Angeboten leistet das Tumorregister München einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Versorgung und zum Nachweis der Versorgungsqualität von Krebs-Patienten.
Info: Krebsregister
Bevölkerungsbezogene Krebsregister haben die Aufgabe, Art und Häufigkeit von Krebserkrankungen in einer festgelegten Region zu erheben und die resultierenden Statistiken den Ärzten, Gesundheitspolitikern und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Nach dem Bundeskrebsregistergesetz sind alle Bundesländer seit 1999 verpflichtet, bevölkerungsbezogene Krebsregister einzurichten. Da jedoch die Meldepflicht nicht generell eingeführt wurde und die Ausgestaltung unterschiedlich gehandhabt werden kann, ist die Umsetzung noch nicht in allen Bundesländern adäquat erfolgt. Die Deutsche Krebshilfe ruft alle Bundesländer dazu auf, der Krebsregistrierung eine hohe Priorität einzuräumen.
Weitere Informationen: http://www.krebshilfe.de
Erste deutsche Studie zur Wirksamkeit der Tanztherapie bei Krebspatientinnen
FREIBURG, den 30.09.2004 - Tanztherapie erleichtert den Zugang zur Erlebensfähigkeit und zu seelischen Verarbeitungsprozessen, trägt zur Verminderung von Angst und Depressivität bei und führt zu höherem Wohlbefinden und Selbstbewußtsein. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Pilotstudie, die mit Frauen in der onkologischen Rehabilitation an der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg durchgeführt wurde. Es handelt sich dabei um die erste deutsche Studie zur Wirksamkeit der Tanztherapie in der Onkologie.
Tanztherapie ist eine bewegungs- und körperorientierte Form der Psychotherapie, die von der Einheit von Körper, Geist und Seele des Menschen ausgeht. Ihr Ziel ist die authentische, selbstbestimmte Bewegung, über die Gefühle und Stimmungen ausgedrückt und bisher unbewußte Konflikte einer Bearbeitung zugänglich gemacht werden können. Dadurch kann der Patient/die Patientin das Vertrauen in sich Selbst wieder erlangen und diese Erfahrungen in das Selbstkonzept integrieren. Die Tanztherapie wurde 1996 im Rahmen der kunsttherapeutischen Angebote in der Klinik für Tumorbiologie eingeführt. Als körperorientierte Psychotherapieform soll sie Tumorpatienten und -patientinnen im Prozess der Krankheitsverarbeitung unterstützen. Übergeordnete Ziele sind die Verbesserung des Selbstwertgefühls und der Lebensqualität.
An der Pilotstudie haben 67 Frauen teilgenommen. Ziel war es, die Messinstrumente zu testen, um spezifische Hypothesen zu Wirkfaktoren im Prozessverlauf zu entwickeln, die im Rahmen der Hauptstudie mit 115 Frauen überprüft wurden. Die Ergebnisse der Hauptstudie liegen Ende 2004 vor.
* Der Titel des Forschungsprojektes lautet: "Tanztherapie als Interventionsmethode in der onkologischen Rehabilitation", eine Evaluation der tanztherapeutischen Wirkfaktoren und ihre Effektivität. Unterstützt wurde die Studie von der Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie Freiburg.
Quelle: Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
"Leben mit Krebs - Antworten auf neues Wissen"
Patiententag des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim informierte über aktuelle Therapiemöglichkeiten bei Krebserkrankungen

Zum Patiententag 2004 "Leben mit Krebs -
Antworten auf neues Wissen" des Tumorzentrums
Heidelberg/Mannheim kamen knapp 800 Teilnehmer.
(Foto: A. Dreher)
Quelle:
Universitätsklinikum Heidelberg
29.09.2004 - Unter dem Motto "Leben mit Krebs - Antworten auf neues Wissen" lud das Tumorzentrum Heidelberg/Mannheim am 25. September zum dritten Mal zu einem Patiententag ein. Die Informationsveranstaltung fand bei Krebspatienten, Angehörigen und interessierten Laien großen Zuspruch: Knapp 800 Teilnehmer informierten sich in Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Expertenrunden, Workshops und an zahlreichen Informationsständen über aktuelle und neue Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen sowie verbesserte Wege der Patientenversorgung.
"Dies ist eine Veranstaltung im Dienste der Patienten" sagte Professor Dr. Dr. Markus Büchler, Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim, in seiner Eröffnungsrede. Er verwies auf die hohe Bedeutung des Gesprächs zwischen Arzt und mündigem Patienten. Die Mitsprache und das Mitdenken gut informierter Patienten könnten entscheidend zu besseren Behandlungsergebnissen beitragen.
Der Patiententag machte deutlich, wie groß das Informationsbedürfnis bei Betroffenen ist. Experten aus Medizin und Wissenschaft gingen in ihren Vorträgen und Diskussionsrunden speziell auf Themen ein, die Patienten und Angehörige während der Erkrankung oder nach erfolgter Behandlung beschäftigen.
Zukunftsweisende Behandlungsmöglichkeiten im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen
So stellte Professor Büchler das neue Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg vor. Die Einrichtung wurde im Juli 2003 mit dem Ziel einer optimalen Versorgung von Krebspatienten gegründet. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums und der Thoraxklinik Heidelberg sowie Beratungsdiensten und Selbsthilfegruppen entsteht eine beispielhafte Verknüpfung von Forschung und Patientenversorgung, wobei der Patient immer im Mittelpunkt steht. Dies ermöglicht schnellere und gezielte Diagnosen sowie bessere Behandlungsmöglichkeiten zum Wohle des Patienten. Das NCT in Heidelberg übernimmt dabei eine Vorreiterrolle und soll bundesweit zur Einrichtung weiterer Tumorzentren beitragen.
Tumorschmerzen lassen sich erfolgreich mindern
Ein großes Problem vieler Krebspatienten stellen die durch die Erkrankung auftretenden Schmerzen dar. Dass die Betroffenen oft unnötig leiden, erläuterte Dr. Hans-Joachim Gebest vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Dabei sei die immer noch unzureichende Schmerzschulung der Ärzte sowie die Zurückhaltung der Patienten das Hauptproblem. Die Schmerzen könnten oft durch ein offenes Umgehen mit dem Schmerzempfinden und durch richtige Schmerztherapie gelindert werden.
Professor Dr. Hubert-Josef Bardenheuer, Leiter des Schmerzzentrums der Universitätsklinik für Anaesthesiologie Heidelberg, verwies zudem auf die Gefahr der chronischen Schmerzentstehung bei verzögerter Schmerzbehandlung. Er erklärte, dass auch eine ambulante Behandlung der Patienten durch bestimmte Einrichtungen möglich sei.
Beratung zu diesem Thema bietet ein speziell eingerichtetes Schmerztelefon Telefon: (06221) 42 20 00 und die Homepage des Informationsdienstes Krebsschmerz (KSID) des Deutschen Krebsforschungszentrums www.ksid.de.
Klinische Studien bringen mehr Sicherheit für Arzt und Patient und erhöhen langfristig die Heilungschancen
Wie und auf welche Weise ein Krebspatient vom Arzt behandelt wird, hängt entscheidend vom aktuellen Kenntnisstand und den Erfahrungswerten über bestimmte Therapiewege ab. Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg, erläuterte, dass dabei die Auswertung klinischer Studien für eine erfolgreiche Behandlung der einzelnen Krebsformen von entscheidender Bedeutung ist. Bis heute konnten durch klinische Studien, welche unter strengen ethischen Kriterien stattfinden, die Therapien bestimmter Tumorarten entscheidend verbessert werden. Eine große Anzahl von teilnehmenden Patienten bietet somit die Möglichkeit, verbesserte Behandlungswege zu ergründen und schonendere Therapieformen zum Wohle der Patienten durchzusetzen. Professor Debus appellierte an alle Beteiligten, die große Bedeutung klinischer Studien anzuerkennen und unbegründete Ängste und Hürden abzubauen.
In weiteren Vorträgen informierten Mediziner und Wissenschaftler darüber, wie Vererbung, Umwelt und Ernährung die Krebsentstehung beeinflussen und welche Bedeutung alternative Therapieformen in der Krebstherapie haben. In Expertenrunden konnten sich die Besucher eingehend über bestimmte Tumorarten informieren. Die rege Podiumsdiskussion "Antworten auf neues Wissen" rundete das vielfältige Angebot der Veranstaltung ab.
Seit über 26 Jahren engagiert sich das Tumorzentrum Heidelberg/Mannheim für verbesserte Früherkennung, Diagnostik und Therapien bei Krebserkrankungen. Ein großes Anliegen dabei ist die direkte Kommunikation mit Patienten und Betroffenen, wozu der Patiententag alle zwei Jahre die Möglichkeit bietet. Die Veranstaltung wird vom Krebsverband Baden-Württemberg unterstützt und steht unter der Schirmherrschaft der Heidelberger Oberbürgermeisterin Beate Weber.
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
Umdenken
in der Krebstherapie: Tumorbedingte Fatigue aktiv behandeln
Grenzach-Wyhlen (ots) 20.08.2004 - Totale Erschöpfung,
ständige Müdigkeit, Schwindelattacken - jede Bewegung
wird zu einem Kraftakt. Aber nicht immer ist eine akute
Infektion schuld. Diese Schwächezustände können
auch im Verlauf einer Krebserkrankung auftreten. Bis zu
90 Prozent
aller Krebspatienten leiden an einer chronischen Erschöpfung
- Fatigue genannt. Die Berliner Charité geht jetzt
einen neuen Weg in der Therapie: Körperliches Aufbautraining
statt Schonung.
Fatigue heißt Ermüdung, Mattigkeit. Die wesentliche
Ursache dieser chronischen Erschöpfung ist eine tumorbedingte
Blutarmut (Anämie), die sowohl durch den Krebs als
auch durch die Therapie entstehen kann. Das Fehlen der roten
Blutkörperchen führt zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung
mit der fatalen Folge, dass der Patient teilweise nicht
mal mehr einen Telefonhörer halten kann.
Körperliches
Aufbautraining statt Schonung
Bisher lautete der Rat der Ärzte, möglichst viele
Erholungspausen einzulegen. Die Berliner Charité
hingegen schlägt mit einem Trainingsprogramm an Laufbändern
und Kraftsportgeräten eine völlig
neue Richtung in der Fatigue-Behandlung ein. "Schonung
ist der falsche Weg", so Dr. Fernando Dimeo, Leiter
der sportmedizinischen Ambulanz der Charité, "Schon
nach zehn Tagen Aufbautraining spüren die Patienten
meist eine deutliche Besserung, nach zwanzig Tagen kommen
sie wieder mit alltäglichen Aktivitäten zurecht."
Hauptursache
Anämie bekämpfen
Doch das körperliche Training allein kann die Anämie
als Hauptursache nicht bekämpfen. Ein wichtiger Bestandteil
der Behandlung ist es, die Zahl der roten Blutkörperchen
dauerhaft zu
erhöhen, um die Sauerstoffversorgung des Körpers
wieder sicherzustellen. Eine nachhaltig wirksame Therapie
ist die Gabe des biotechnologisch hergestellten Hormons
Epoetin beta. Es ersetzt das körpereigene Hormon Erythropoietin,
das für die Reifung der roten Blutkörperchen verantwortlich
ist und bei Anämie-Patienten nicht ausreichend gebildet
wird. So kann die Anämie dauerhaft behoben
werden.
ots
Originaltext: Hoffmann-La Roche AG