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Deutsche Kinderkrebsstiftung fordert: So viel Therapie wie nötig - so schonend wie möglich
Bonn - 11.04.2006 (ots) - In Deutschland leben inzwischen über 28.000 junge Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend wegen einer Krebserkrankung erfolgreich behandelt wurden, und ihre Zahl nimmt aufgrund der gestiegenen Heilungschancen weiter zu. Krankheits- und therapiebedingt bleiben nicht selten körperliche Schäden zurück oder treten Jahre später in Erscheinung, beispielsweise neurologische und hormonelle Störungen, unerfüllter Kinderwunsch, Herzbeschwerden und andere Organschäden, in seltenen Fällen auch eine zweite Krebserkrankung. Das Risiko dieser Langzeitfolgen, so die Deutsche Kinderkrebsstiftung, gilt es stärker zu berücksichtigen. Die Erfahrungen mit Spätfolgen im Erwachsenenalter müssen auf die ursprüngliche Behandlungsmethode bezogen werden und in die Risikoabschätzung mit einfließen. Aufgrund fehlender Daten der dem Kindesalter entwachsenen Patienten sei diese Rückkopplung aber nicht immer möglich. Daher fordert der Vorsitzende der Deutschen Kinderkrebsstiftung, Ulrich Ropertz: "Wir brauchen neue Strukturen zwischen der Erwachsenenmedizin und den kinderonkologischen Studienzentralen, die die Therapien fortentwickeln. Für die Behandlung unserer Kinder muss gelten: So viel Therapie wie nötig - so schonend wie möglich."
Die Forderungen der Deutschen Kinderkrebsstiftung umfassen:
- Erhalt der vorbildlichen psychosozialen Versorgung der betroffenen Familien
- Rehabilitation und Nachsorge dürfen nicht vernachlässigt werden.
- Hilfen bei Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche sind gefragt.
- Keine Diskriminierungen beim Abschluss von Kranken-, Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen
- Aufbau eines Netzwerks zwischen Erwachsenen- und kinderonkologischen Ärzten, damit die Erfahrungen mit Spätfolgen der Krankheit und ihrer belastenden Therapie für die Behandlung zukünftiger Patienten nicht verloren gehen.
Quelle: Deutsche Kinderkrebsstiftung
Deutsche Kinderkrebsstiftung hilft Chancen für Kinder mit Hirntumoren zu verbessern
Bonn - 07.04.2006 (ots) - Hirntumoren stellen nach den Leukämien die zweitgrößte Gruppe von Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen dar. Dies entspricht in Deutschland etwa 400 Neuerkrankungen pro Jahr. Diagnostik, Behandlung und Nachsorge werden kontinuierlich verbessert durch die Zusammenarbeit von Therapiestudien und Referenzzentren im bundesweiten Behandlungsnetzwerk HIT, das die Deutsche Kinderkrebsstiftung mit jährlich 900.000 Euro fördert. Die Diagnose "Hirntumor" wird bei zwei Dritteln der Kinder um mehr als 4 Wochen, bei langsam wachsenden Tumoren zum Teil um Jahre verzögert gestellt, da die häufigsten Symptome nicht rechtzeitig als Leitsymptome eines Hirntumors erkannt werden. Dies trägt zu immer noch vergleichsweise niedrigen Heilungsquoten bei, die bei bestimmten Hirntumorarten unter 50 % liegen und damit weit unter der durchschnittlichen Heilungsrate aller Krebserkrankungen bei Kindern. Problematisch ist auch die Häufigkeit, mit der die Kinder tief greifende Beeinträchtigungen und Behinderungen zurückbehalten. Um die Chancen und die Lebensqualität von Kindern mit Hirntumoren zu verbessern, hat die Fachgesellschaft der Kinderkrebsärzte GPOH mit Unterstützung der Deutschen Kinderkrebsstiftung das Behandlungsnetzwerk HIT aufgebaut, ein interdisziplinäres Verbundforschungsprojekt, in dem sieben überregionale Therapieoptimierungsstudien und fünf Referenzzentren kooperieren. Dadurch wird eine Sicherung und Verbesserung der Behandlungsqualität erreicht, die bundesweit allen hirntumorkranken Kindern und Jugendlichen zugute kommt.
Auch nach erfolgreicher Behandlung stehen viele Familien vor großen Problemen. Die Kinder müssen oft lebenslang mit den Folgen der Hirntumorerkrankung oder auch der Behandlung kämpfen. Die Deutsche Kinderkrebsstiftung setzt sich für eine umfassende Rehabilitation und Nachteilsausgleich ein, um den Betroffenen ein weitgehend normales weiteres Leben zu ermöglichen.
Quelle:
Deutsche Kinderkrebsstiftung
Krebs bei Kindern - Überlebensquote 75 Prozent
Bonn - 03.04.2006 (ots) - Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 2000 Kinder und Jugendliche an Krebs. Obwohl die Heilungschancen in den letzten 30 Jahren drastisch gestiegen sind, ist Krebs bei Kindern und Jugendlichen auch heute noch die zweithäufigste Todesursache. Für die Verbesserung der Heilungsaussichten und der Lebensqualität der Betroffenen tritt die Deutsche Kinderkrebsstiftung ein. Diese ist eine Tochterorganisation der Deutschen Leukämie-Forschungshilfe, des Dachverbands der über 70 lokalen Elterngruppen und Fördervereine zugunsten krebskranker Kinder.
An deutschen Kinderkrebszentren werden zurzeit rund 7000 Kinder wegen einer Krebserkrankung betreut, ein Schicksal, das etwa jedes 470. Kind bis zu seinem 15. Geburtstag trifft. Die vielfältigen Krankheitsarten unterscheiden sich von den bösartigen Erkrankungen des Erwachsenenalters in ihrer Ausprägung und ihrer Entstehung, bei der die persönliche Lebensweise keine Rolle spielt. Rund ein Drittel aller Erkrankungen sind Akute Leukämien und ein Fünftel Tumoren des Zentralen Nervensystems.
Anders als noch vor 30 Jahren überleben heute drei von vier Patienten dank kontinuierlicher Verbesserung der Therapiemöglichkeiten. Dazu beigetragen hat die Forschungsförderung der Deutschen Kinderkrebsstiftung und des Dachverbands, die kliniknahe, patientenorientierte Forschung mit jährlich rund 2 Millionen Euro unterstützen. Allein das bundesweite Behandlungsnetzwerk Hirntumoren wird jährlich mit 900.000 Euro gefördert.
Familien, die aufgrund der Krebserkrankung ihres Kindes in finanzielle Not geraten sind, werden vom Dachverband unterstützt. Im letzten Jahr wurden mehr als 550.000 EUR als Direkthilfe ausgezahlt. Um den jungen Patienten den Wiedereinstieg ins "normale" Leben zu erleichtern, hat die Deutsche Kinderkrebsstiftung im Sommer 2003 das Waldpiraten-Camp nahe Heidelberg eröffnet, das erste dieser Art in Deutschland. Hier können die Kinder und Jugendlichen in speziell für sie entwickelten, erlebnispädagogisch begleiteten Freizeiten wieder Lebensmut und Selbstvertrauen erlangen. Die laufenden Kosten betragen jährlich rund 750.000 Euro.
Alle Ausgaben der Deutschen Kinderkrebsstiftung und des Dachverbands werden aus Spenden finanziert.
Quelle: Deutsche Kinderkrebsstiftung
Erfolgreiche Krebsmedizin in Jena - 30 Jahre Deutsche Krebshilfe
(Jena) 11.01.2005 - Am 25. September 1974 gründete Dr. Mildred Scheel die Deutsche Krebshilfe. In den 30 Jahren ihres Bestehens hat die größte Bürgerinitiative gegen den Krebs viel erreicht: Sie hat dazu beigetragen, die Versorgung krebskranker Menschen in Deutschland erheblich zu verbessern und die Krebsforschung voran zu treiben - auch in Jena. "Wir freuen uns, dass das Universitätsklinikum Jena anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Deutschen Krebshilfe dokumentiert, wie erfolgreich unsere Förderpolitik ist. Damit tragen wir maßgeblich dazu bei, krebskranke Menschen besser zu versorgen", sagte Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, anlässlich einer Pressekonferenz am 10. Januar 2005 in Jena.
Die Deutsche Krebshilfe hat die Gründung von Tumorzentren unterstützt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Krebs-Medizin in Gang gebracht. Dank der Initiative und der finanziellen Unterstützung durch die Deutsche Krebshilfe gibt es in Deutschland eine gut funktionierende Knochenmarkspender-Dateien und keine Engpässe mehr auf Knochenmarktransplantations-Stationen. Mit der Förderung fast aller Therapiestudien in der Kinderkrebs-Medizin sowie mit dem Auf- und Ausbau von Kinderkrebs-Stationen und -Zentren hat die Deutsche Krebshilfe erheblich dazu beigetragen, dass heute drei von vier krebskranken Kindern geheilt werden können. Die Deutsche Krebshilfe hat die Krebsforschung voran gebracht und sie hat dafür gesorgt, dass die Krebs-Selbsthilfe heute gut etabliert und ein integraler Bestandteil der psychosozialen Krankenbetreuung geworden ist. "Alle Aktivitäten der Deutschen Krebshilfe sind nur möglich, weil die Menschen uns vertrauen und uns mit ihren Spenden, Aktionserlösen und Vermächtnissen unterstützen", so Professor Schipanski.
Die Deutsche Krebshilfe informiert auch über die vielfältigen Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge. "Seit Beginn unserer Arbeit vor 30 Jahren gehört die Aufklärung über krebsfördernde Risiken zu unseren wichtigsten Aufgaben", so die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. "Besser als Krebserkrankungen zu behandeln, ist immer sie zu vermeiden. Zum einen vermitteln wir allen gesellschaftlichen Multiplikatoren - Eltern, Lehrern, Ärzten -, wie wichtig ein gesunder Lebensstil ist. Zum anderen motivieren wir die Bevölkerung, regelmäßig an den kostenlosen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen teilzunehmen."
Am Universitätsklinikum in Jena hat die Deutsche Krebshilfe bereits unmittelbar nach der Wende begonnen, Modellprojekte zu fördern und Strukturen zur besseren Versorgung krebskranker Menschen aufzubauen. Dazu gehören auch die Dr. Mildred Scheel Station für Knochenmarktransplantation und das aktuelle Großforschungsprojekt "Geriatrische Onkologie". "Wir danken der Deutschen Krebshilfe im Namen der von uns betreuten Patienten für diese substanziellen Förderungen. Die Organisation hat uns geholfen und hilft auch weiterhin, Defizite zu beseitigen, die in der Versorgung von Patienten in dieser Region bestehen", sagte Professor Dr. Klaus Höffken, Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Jena.
"Durch den Aufbau der Knochenmarktransplantations-Einrichtung konnte für viele leukämie- und krebskranke Bürgerinnen und Bürger des Freistaates Thüringen eine hochspezialisierte Behandlung etabliert werden", so Höffken. Seit Fertigstellung der Station seien mehr als 500 Knochenmarktransplantationen durchgeführt worden. Die Einrichtung der klinischen Forschergruppe "Geriatrische Onkologie" habe erheblich dazu beigetragen, die Wissensdefizite bei der Betreuung älterer Patienten mit Krebserkrankungen abzubauen. "Es ist die erste und einzige interdisziplinäre Arbeitsgruppe in Deutschland, die sich mit der Versorgung älterer und alter Krebspatienten beschäftigt - ein Thema, das aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und dem damit häufigeren Auftreten von Krebserkrankungen von immer größerer Bedeutung wird", konstatiert Höffken.
Weitere Informationen zur Deutschen Krebshilfe und zum Thema Krebs gibt es unter Telefon 0228/72990-0 und im Internet unter www.krebshilfe.de. Spendenkonto: 90 90 93 bei der Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00).
Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena
Krebs bei Kindern wird häufiger
13.12.2004 - Bei europäischen Kindern und Heranwachsenden ist im Laufe der letzten drei Jahrzehnte immer häufiger Krebs festgestellt worden. Eine entsprechende Analyse präsentiert eine internationale Forschergruppe im Fachblatt "The Lancet". Im Zeitraum 1970 bis 1999 ist die Zahl der Erkrankungen demnach pro Jahr um 1 bzw. 1,5 Prozent gestiegen.
Die Forscher um Eva Steliarova-Foucher von der International Agency for Research on Cancer, Lyon, werteten Daten aus 19 europäischen Ländern aus - darunter auch Daten des Deutschen Kinderkrebsregisters an der Universität Mainz. Insgesamt analysierte die Gruppe 113.000 Fälle von Krebs bei Kindern bis zu einem Alter von 15 Jahren und 18.000 Erkrankungen bei bis zu 19 Jahre alten Heranwachsenden.
Über den Gesamtzeitraum belegten die Zahlen "einen klaren Anstieg der Krebsinzidenz und eine Beschleunigung dieses Trends", schreiben die Forscher. Pro Jahrzehnt sei es zu 11 zusätzlichen Erkrankungsfällen pro einer Million Kinder bzw. 23 zusätzlichen Fällen pro Million Heranwachsender gekommen. In den 90er-Jahren betrug die Inzidenzrate schließlich 140 bzw. 157 Neuerkrankungen pro Million Kinder bzw. Jugendliche.
Dieses Phänomen betraf bei Kindern praktisch alle Krebsarten, in der Gruppe der Heranwachsenden vorrangig bestimmte Krebsarten wie Lymphome oder Tumoren des Zentralnervensystems. Nach Ansicht von Steliarova-Foucher und ihren Kollegen kann daher kein einzelner Faktor für den Anstieg verantwortlich gemacht werden. Gleichzeitig stellten sie insgesamt eine deutliche Verbesserung der Überlebensrate fest, dabei zeigten sich wiederum deutliche Unterschiede zwischen Staaten im Westen und Osten Europas.
Forschung: Eva Steliarova-Foucher und D. Max Parkin, International Agency for Research on Cancer, Lyon; Peter Kaatsch, Deutsches Kinderkrebsregister, Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universität Mainz; und andere
Veröffentlicht in The Lancet, Vol. 364, 11. Dezember 2004, pp 2097-105
WWW:
International Agency for Research on Cancer
- ACCIS
Deutsches Kinderkrebsregister
Krebsinformationsdienst, DKFZ Heidelberg
Quelle: Scienceticker
Ich habe Krebs, aber mein Leben geht weiter!
27.10.2004 - Neue interaktive CD-Rom hilft Kindern und Jugendlichen, mit der Krankheit und ihren Folgen umzugehen / Verständliches Fachwissen, Experten auf Video und Spiele
„Was passiert bei einer Chemotherapie?" "Was sage ich meinen Freunden, wenn die Haare ausfallen?" "Was ist eine Knochenmarkspunktion?" Diese und andere Fragen werden auf kindgerechte Weise in einem bundesweit einzigartigem Projekt beantwortet: Die Abteilung Pädiatrische Onkologie der Universitäts-Kinderklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Andreas Kulozik) hat in Zusammenarbeit mit dem Elternverband krebskranker Kinder die CD Rom "Ich bin ein Onkokid" entwickelt. Unterstützt wird das Projekt von der Firma Medac-Schering Onkologie.
Quelle: Universitäts-Kinderklinik.
"Die CD 'Ich bin ein Onkokid' ist eine interaktive Patienteninformation speziell für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sowie für ihre Eltern und Freunde", erklärt Renate Sedlak, die Projektleiterin in der Heidelberger Kinderklinik. Neben Informationen über die verschiedenen Krankheitsbilder, Untersuchungsmethoden und die Behandlung wird auch Grundlagenwissen über die Entstehung von Tumoren vermittelt. Wichtige Fragen beantworten Experten - Ärzte, Psychologen, aber auch betroffene Jugendliche - in Videos. Krankheitsbezogene Spiele und ein Quiz machen nicht nur Spaß, sondern leisten echte Lebenshilfe.
Das neue Projekt stößt bei den jungen Patienten in der Kinderklinik auf hohe Resonanz: "Diese CD war schon lange nötig" meint Cordelia Schieck, die den virtuellen Besucher auf vielen Videosequenzen durch das Programm begleitet. "Ich hätte mir gewünscht, als ich an Krebs erkrankte, so eine CD gehabt zu haben", sagt die heute 16 Jährige, "Meine Eltern und ich hätten sicherlich mehr verstanden."
Die neue CD-Rom ergänzt eine Fülle von Medien, die in der Heidelberger Kinderklinik für krebskranke Kinder und Jugendliche entwickelt wurden: die CD-Rom "Onko-Ocean" für Kinder, das Internet-Programm und www.onkokids.de und die mobile Nachsorge über Taschencomputer Onko-Connect.
Die CD-Rom ist kostenlos erhältlich für alle Jugendliche mit Krebserkrankungen. Sie ist auch in Englisch und Französisch verfügbar.
Quelle: Uni Heidelberg
Blauer
Ratgeber - Krebs im Kindesalter |
Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung der deutschen Krebshilfe
Hier können Sie den blauen Ratgeber - "Krebs im
Kindesalter " hier downloaden:
Krebs im Kindesalter.pdf
- 490 kb
Quelle: www.krebshilfe.de
Hier können Sie den Acrobat Reader kostenlos downloaden,
um die .pdf Dateien anzeigen und drucken zu können:
Kehlkopfkrebs - ein Tumor mit Tücke
22.06.2004 - Am Samstag, 26. Juni, feiert der Bezirksverein der Kehlkopflosen sein 30-jähriges Bestehen. Der Verein ist eine Selbsthilfegruppe, die in Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und der Eifel aktiv ist. Auch an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Bonn betreut und berät er Betroffene.
In Deutschland erkranken jährlich rund 3.300 Männer an Kehlkopfkrebs. Auch die Zahl der betroffenen Frauen nimmt zu, da diese immer mehr zur Zigarette greifen. Oft betrifft diese Krebsart die Region der Stimmbänder und macht sich schon bald bemerkbar. "Dauert eine Heiserkeit länger als sechs Wochen an, sollte der Betroffene einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Denn je früher ein Kehlkopfkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen", sagt Professor Dr. Friedrich Bootz, Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik. Doch in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit muss häufig der gesamte Kehlkopf entfernt werden. Da dann eine Atmung durch Mund und Nase nicht mehr möglich ist, legt der Arzt eine Öffnung der Luftröhre im vorderen Teil des Halses künstlich an. Auch verliert der Patient seine Stimme. Durch Stimmtraining kann der Betroffene jedoch eine andere Sprechtechnik erlernen.
Die Selbsthilfegruppe wurde 1974 gegründet und zählt heute 138 Mitglieder, unter ihnen Professor Bootz als ärztlicher Beirat. Der Verein steht mit Rat und Tat potentiell Betroffenen und bereits kehlkopflosen Menschen bei. Seminare zur Stimmverbesserung und die Anwendung von Wassertherapiegeräten, mit denen die so genannten "Halsatmer" dem Schwimmsport frönen können, sind Beispiele für die vielfältige Hilfe und Unterstützung. Die Selbsthilfegruppe hilft unter anderem auch Betroffenen, ihre Ansprüche gegenüber Versorgungsträgern durchzusetzen. "Wir profitieren sehr von Aktivitäten des Vereins hier an unserer Klinik. Er gibt den Patienten Mut und Kraft, auch nach der Entfernung des Kehlkopfes, ein weitgehend normales Leben zu führen", sagt Professor Bootz.
Quelle: Rheinische Friedrichs-Wilhelms-Universität Bonn
Fortschritte bei der Behandlung von Krebs im Kindesalter
11.06.2004 - In Deutschland erhalten pro Jahr etwa 800 krebskranke Kinder eine Strahlen-therapie. Diese Behandlung ist bei den meisten kindlichen Tumoren unverzichtbar. Das belegen neue Studien, die Strahlentherapeuten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für für Radioonkologie, Medizinische Physik und Strahlenbiologie in Erfurt präsentieren.
Bei der Behandlung von Krebs im Kindesalter hat die Medizin in den letzten 20 Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. Etwa 75 Prozent der betroffenen Kinder werden mittlerweile geheilt. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass sich Ärzte der verschiedenen Fachgruppen in der pädiatrischen Onkologie schon sehr früh auf gemeinsame interdisziplinäre Konzepte verständigt und diese konsequent in Studien umgesetzt haben. Die Kinder werden mit einer aufeinander abgestimmten Kombination von Strahlen- und Chemotherapie mit oder ohne zusätzliche oder vorangehende Operation behandelt.
Im Rahmen der DEGRO werden diese Studien durch spezialisierte Ärzte der Arbeitsgruppe pädiatrische Radioonkologie (APRO) betreut. Denn es geht mittlerweile nicht mehr ausschließlich darum, das betroffene Kind zu heilen, sondern auch Langzeit-Nebenwirkungen zu vermeiden, welche die spätere Lebensqualität beeinträchtigen.
Lymphdrüsenkrebs bis zu 95 Prozent heilbar
Besonders gut sind die Heilungschancen bei Kindern mit einer bestimmten Form von Lymphdrüsenkrebs, dem sogenannten Morbus Hodgkin. Insgesamt werden 95 Prozent der behandelten Patienten wieder vollständig gesund. Aufgrund dieser hoffnungsvollen Ergebnisse versuchten Ärzte in einer Studie, Kinder mit diesem Krebsleiden ausschließlich mit Chemotherapie zu behandeln. Sie verzichteten auf die Bestrahlung, um die Nebenwirkungen der Behandlung möglichst gering zu halten. Es zeigte sich jedoch, dass bei den Kindern, die keine Strahlentherapie erhalten hatten, die Rückfallquote deutlich anstieg. Darum ist neuerdings bei den meisten kleinen Patienten mit Morbus Hodgkin die Strahlentherapie wieder fester Bestandteil der Behandlung.
Knochenkrebs: Selbst bei Metastasen noch Hoffnung
Fortschritte haben die Mediziner auch in der Behandlung des aggressiven Ewing Sarkoms erzielt, dem zweithäufigsten Knochentumor im Kindesalter. Ungefähr die Hälfte der kleinen Patienten kann inzwischen durch eine Kombination von Operation, Chemo- und Strahlentherapie geheilt werden, wenn der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnosestellung noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) abgesiedelt hat. Doch selbst wenn bereits Lungenmetastasen vorhanden sind, leben nach 10 Jahren noch 30 Prozent der Kinder. Durch eine Bestrahlung der ganzen Lunge mit einer niedrigen Dosis konnte die Rate der erneut auftretenden Lungenmetastasen nach deren Erstbehandlung um 24 Prozent gesenkt werden. In Erfurt stellen Strahlentherapeuten die Ergebnisse einer großen Analyse der Behandlung bei 1058 Patienten mit Ewing Sarkom vor. Kinder, deren Tumor nur knapp im Gesunden operiert werden konnte, profitierten von einer Nachbestrahlung. Sie erlitten weniger Rückfälle, ebenso jene Patienten, die auf eine Chemotherapie schlecht ansprachen.
Weichteiltumore: Strahlentherapie unverzichtbar
Ungefähr sieben Prozent aller kindlichen Krebserkrankungen sind sogenannte Weichteilsarkome, die vom Binde- und Stützgewebe ausgehen. Hiervon ist die häufigste Untergruppe das Rhabdomyosarkom, das bei Kindern und Jugendlichen in Österreich und Deutschland nach einem einheitlichen Konzept im Rahmen einer großen Therapiestudie behandelt wird. Auch hier können die Ärzte Erfreuliches berichten: Mittlerweile überleben ca. 70 Prozent der Kinder dank einer Kombination aus Operation, Chemo- und Strahlentherapie. In einer Studie haben Wissenschaftler untersucht, ob auf eine Strahlentherapie auch verzichtet werden kann. Bei 203 Patienten wurden die Behandlungsergebnisse mit und ohne Bestrahlung verglichen. Dabei zeigte sich, dass nach 5 Jahren 76 Prozent der bestrahlten Kinder krankheitsfrei waren, hingegen nur 58 Prozent in der Gruppe ohne Strahlentherapie.
Keimzelltumoren des Gehirns: fast alle Kinder werden gesund
Bei manchen Kindern "verirren" sich Keimzellen (beispielsweise des Hodens oder der Eierstöcke) ins Gehirn und entarten dort zu sogenannten Keimzelltumoren. Sie sitzen meist in der Zirbeldrüse, manchmal jedoch auch oberhalb der Hirnanhangsdrüse oder in den Hirnkammern. Diese stehen wiederum mit dem Rückenmarkskanal in Verbindung. Darum entdecken die Ärzte dort bei der Hälfte der kleinen Patienten Absiedelungen der Tumorzellen.
Man unterscheidet zwei Gruppen von Keimzelltumoren: solche, die eine tumortypische Substanz (Tumormarker) ins Blut abgeben, und solche, bei denen dies nicht der Fall ist. Diese reinen "Germinome" haben etwas bessere Heilungsaussichten. Die Gruppe der Markerproduzierenden Tumore wird mit einer Kombination aus Chemotherapie, Operation und Bestrahlung behandelt, während man sich bei den "inaktiven" Tumoren auf eine alleinige Strahlentherapie beschränken kann. Forscher haben nun herausgefunden, dass die Kinder davon profitieren, wenn die Ärzte nicht nur den Tumor selbst oder das Gehirn, sondern zusätzlich den gesamten Rückenmarkskanal bestrahlen. In mehreren überregionalen Studien haben Strahlentherapeuten in kleinen Schritten die Bestrahlungsdosis verringert, um die kleinstmögliche, zur Heilung noch ausreichende Dosis herauszufinden. Die Experten präsentieren in Erfurt nun die Untersuchungsergebnisse von über 100 Kindern: Nach 10 Jahren lebten über 95 Prozent der Kinder rückfallfrei und können als geheilt betrachtet werden.
Erstes Register zur Erfassung von Nebenwirkungen der Strahlentherapie bei Kindern
Unter der Abkürzung RISK wurde 2004 mit Unterstützung der Deutschen Kinderkrebsstiftung an der strahlentherapeutischen Universitätsklinik Münster eine Zentralstelle zur Dokumentation von Therapiefolgen nach Bestrahlung im Kindesalter eingerichtet. Hier werden einerseits die technischen und medizinischen Einzelheiten der Bestrahlung und andererseits eventuell später auftretende Nebenwirkungen erfasst. In diesem weltweit ersten Register seiner Art sind bislang 186 Kinder erfasst worden. Die Strahlentherapeuten erhoffen sich von dieser Langzeitdokumentation Erkenntnisse darüber, wie die Strahlentherapie bei Krebserkrankungen im Kindesalter künftig noch effizienter und schonender gestaltet werden kann.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
Verein
zur Unterstützung von krebs-, schwerst- und chronisch
kranker Kinder und deren Familien |
Die
Gründung
Gegründet
haben den Verein Eltern und Angehörige krebskranker
Kinder. Ihre Absicht ist es, schnelle und unbürokratische
Hilfe zu leisten. Hilfe in Form von Gesprächen, Beratung,
Erfahren
Sie mehr über diesen Verein unter:
http://www.gluehwuermchen-ev.de

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