Was tun, wenn Ihr Kind nicht richtig wächst?
Germering - 23.05.2006 (ots) - Untersuchungen zeigen, dass Wachstumsstörungen häufig zu spät erkannt oder nicht ernst genommen werden. Wenn Ihr Kind nicht richtig wächst, kann das ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Deshalb muss die Ursache einer Wachstumsstörung so schnell wie möglich gefunden werden. Sie sollten alle Vorsorgeuntersuchungen nutzen und falls Ihnen ein gestörtes Wachstum Ihres Kindes auffällt, so bald wie möglich Ihren Kinderarzt konsultieren. Wird eine Krankheit, wie zum Beispiel ein Wachstumshormonmangel rechtzeitig erkannt, können Spezialisten Ihrem Kind helfen. Bei einem Wachstumshormonmangel kann der fehlende körpereigene Stoff ersetzt werden. Wichtig ist die frühe Diagnose einer Wachstumsstörung, damit gegebenenfalls rechtzeitig mit einer Therapie begonnen werden kann. Denn im Verlauf der Pubertät schließen sich die knorpeligen Wachstumsfugen und ein Aufholwachstum bis zur altersgerechten Größe ist dann nicht mehr möglich. Informationen erhalten Sie bei "Forum Wachsen": Telefon 089-89 45 78 40 oder auf der Internetseite www.forumwachsen.de.
Quelle: Forum Wachsen
Wachstumshormonmangel - Therapie ist möglich Germering - 04.04.2006 (ots) - Sophia ist sieben Jahre alt. Sie besucht die Grundschule, die nur fünf Minuten von zu Hause entfernt liegt. Jeden Morgen geht sie zusammen mit ihrer kleinen Schwester aus dem Haus und kommt am Mittag wieder vom Unterricht zurück. Die Mutter der beiden Mädchen wartet dann schon mit dem Essen. Sie fragt Ihre Töchter, was los war, betreut die Hausaufgaben und bespricht mit ihren Kindern die Erlebnisse des Tages.
Es ist nicht immer einfach, die Stimmungen der Mädchen aufzufangen, aber langsam wird auch Sophia etwas ausgeglichener. Sophia ist viel zu klein für ihr Alter und das bereitet ihr große Probleme. Ihre ein Jahr jüngere Schwester ist größer als sie. Obwohl Sophia schon die zweite Klasse besucht, wird sie häufig wie ein Kleinkind behandelt und das macht sie richtig wütend.
Vor einem Jahr wurde bei Sophia ein stark ausgeprägter Mangel an Wachstumshormon festgestellt. Durch diesen Mangel wurden wichtige Stoffwechselvorgänge gestört. Die verlangsamte körperliche Entwicklung bereitete dem Kind große Schwierigkeiten. Seit zehn Monaten erhält Sophia nun jeden Abend eine Injektion mit Wachstumshormon unter die Haut. Der fehlende körpereigene Stoff muss täglich ersetzt werden. Anfangs war dieses Ritual ein bisschen schwierig, aber weh tut es eigentlich nicht - und der Erfolg spricht für sich: Sophia hat aufgeholt. Im letzten halben Jahr ist sie neun Zentimeter gewachsen!
Die Mutter merkt, wie es Sophia langsam besser geht. Das Kind fährt nicht mehr so leicht aus der Haut und kann sich viel besser konzentrieren. Die Eltern sind froh, dass sie auf eine Überweisung zum Facharzt bestanden haben und so die Diagnose rechtzeitig gestellt werden konnte. Bald wird Sophia ihre altersgerechte Größe erreicht haben und muss sich nicht mehr davor fürchten, wie ein Baby behandelt zu werden.
Weitere Informationen zum Thema Wachstumsstörungen und Wachstumshormonmangel erhalten Sie über das „Forum Wachsen“ unter www.forumwachsen.de.
Kleinwuchs: Chance durch Therapie mit Wachstumshormon Germering - 08.03.2006 (ots) - Experten vermuten, dass eine große Zahl von Kindern, die an Wachstumshormonmangel leiden, nicht - oder nicht frühzeitig erkannt werden. "Kleinwuchs muss als ernstzunehmende Entwicklungsstörung wahrgenommen werden, damit rechtzeitig diagnostische Maßnahmen eingeleitet werden können und gegebenenfalls die Entscheidung über eine Therapie getroffen werden kann. Die Überweisung zum Spezialisten darf nicht zu lange hinausgezögert werden." Sagt Hannes Schmeil, der Sprecher von 'Forum Wachsen'.
Denn im Verlauf der Pubertät schließen sich die Epiphysenfugen und ein Aufholwachstum bis zur altersgerechten Größe ist dann nicht mehr möglich. Deshalb sind regelmäßige und gewissenhafte Gewichts- und Längenmessungen bei den Vorsorgeuntersuchungen entscheidend. Wachstumsverläufe außerhalb der Norm, das heißt, Längenmessungen, die unterhalb der 3. Perzentile liegen, müssen erkannt werden, damit diagnostische Schritte in Spezialzentren eingeleitet werden können. Erst dann kann über eine mögliche Therapie mit Wachstumshormon oder eine weitere Beobachtungszeit mit regelmäßiger Kontrolle entschieden werden.
Die Therapie mit Wachstumshormon ist seit vielen Jahren bewährt und hervorragend durch Daten aus langjährigen internationalen Anwendungsbeobachtungen dokumentiert. Sie kann aus heutiger Sicht als effektiv und gut verträglich bezeichnet werden. Weitere Informationen erhalten Sie bei "Forum Wachsen": Telefon 089-89 45 78 40 oder unter www.forumwachsen.de.
Quelle: Forum Wachsen
Rezeptormutation
für Kleinwuchs entdeckt
Wissenschaftler
der Universitätskinderklinik Leipzig wiesen jetzt erstmals
eine Mutation des IGF-I-Rezeptors als eine Ursache für
Kleinwüchsigkeit nach. Die im New English Journal of
Medicine veröffentlichte Entdeckung könnte der
Schlüssel für die weitere Erforschung von noch
nicht bekannten Ursachen der Kleinwüchsigkeit sein.
Etwa 10 % der Kinder, die bereits im Mutterleib Wachstumsstörungen
haben, bleiben auch später zu klein. In vielen Fällen
ist die Ursache des Kleinwuchses unklar, so dass die Therapie
häufig erfolglos bleibt. Wenn man weiß, dass
diesen Kindern daraus gesundheitliche und soziale Probleme
erwachsen können, scheint Handlung geboten.
An der Medizinischen Fakultät der Universität
Leipzig beschäftigt man sich unter den verschiedensten
Aspekten mit dem Problem der Kleinwüchsigkeit. Das
von Prof. Eberhard Keller an der Klinik und Poliklinik für
Kinder und Jugendliche entwickelte Crescnet bietet auf Grund
der anonymen Erfassung eines umfangreichen Datenmaterials
von Kindern beste Voraussetzungen für gezielte Untersuchungen
auch im Hinblick auf Kleinwüchsigkeit. Das Team um
Klinikchef Prof. Wieland Kiess konnte so erfolgreich der
Hypothese nachgehen, dass Mutationen im Gen für den
Insulin- ähnlichen Wachstumsfaktor I-Rezeptor (IGF-IR),
eine Ursache für vor- und nachgeburtliche Wachstumsstörungen
sein könnten.
Ausgangspunkt für die Hypothese ist
das Wissen um Hormone als Botenstoffe, die das Signal für
das Wachstum geben. Ob das funktioniert oder nicht, könnte
wiederum an den Rezeptoren liegen, die gewissermaßen
das Schloss für die Schlüsselhormone bilden. Wenn
man also nachweisen könnte, dass einer der Rezeptoren
so verändert ist, dass das Schloss-Schlüssel-Prinzip
nicht funktioniert, kann natürlich auch die entsprechende
Botschaft nicht weitergetragen werden. Genau diesen Nachweis
haben die Leipziger Forscher erbracht.
Sie
untersuchten zwei Gruppen von 42 bzw. 50+9 Kindern mit Wachstumsstörungen
unklarer Herkunft gezielt auf Abnormalitäten im IGF-IR
Gen. Als Kontrollgruppe unterzog man 43 Kinder mit normalem
Geburtsgewicht den gleichen Untersuchungen. In dieser Kontrollgruppe
konnten keine Veränderungen des IGF-IR Faktors festgestellt
werden, wohingegen in der ersten Gruppe ein Mädchen mit
IGF-I-Rezeptor-Mutation auffiel und in der zweiten ein Junge.
Damit war erstmals der Nachweis für eine Wachstumsstörung
erbracht, die zurückzuführen ist auf eine Rezeptoranomalität.Wie
wichtig diese Entdeckung für die wissenschaftliche Welt
und letztendlich für die betroffenen Kinder ist, zeigen
die Veröffentlichung in einem der renommiertesten Wissenschaftsjournale
auf dem Gebiet der Medizin, dem New English Journal of Medicine,
und die Anfragen aus aller Welt. Die Wissenschaftler wollen
jetzt aber noch einen Schritt weitergehen. Sie wollen jetzt
die Eiweißstrukturen untersuchen, die mit dem Rezeptor
verbunden sind, denn, so Prof. Kiess, "es könnte
ja der Rezeptor in Ordnung sein, nicht aber die Verbindungswege".
weitere
Informationen:
Prof. Dr. Wieland Kiess
Telefon: 0341 - 97 26 000
E-Mail: kiw@medizin.uni-leipzig.de
Weitere Informationen finden Sie im WWW:
http://www.uni-leipzig.de/~kikli
Quelle: Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien e.V. (BKMF)
Was ist Kleinwuchs aus medizinischer Sicht bekannt?
Die
weit verbreitete Annahme, Kleinwüchsige seien Zwerge oder
stellten als "Liliputaner" eine eigene Menschenrasse
dar, ist Unsinn. Zwerge sind Märchenwesen und Liliputaner
sind eine Erfindung von Jonathan Swift in seinem Buch "Gullivers
Reisen". Kleinwuchs ist eine Wachstumsstörung, deren
Ursachen nur teilweise bekannt sind. Darum sind auch Behandlungen
weitgehend aussichtslos. Manche Kleinwuchsformen sind erblich,
die Erkenntnis darüber ist aber noch ungenau. Um die Frage
der Erblichkeit zu klären, muß im Einzelfall eine genaue
Diagnose eingeholt werden. Kleinwuchs wird in vielen Fällen
"verdeckt" weitervererbt, das heißt, den normalgroßen
Eltern ist nicht anzusehen, daß sie die Anlage besitzen,
ein kleinwüchsiges Kind (neben normalgroßen Geschwistern)
zu bekommen.
Über
die Anzahl der Kleinwüchsigen in der Bundesrepublik Deutschland
schwanken die Schätzungen zwischen 40.000 und 60.000 Personen.