Für eine bessere Betreuung chronisch zuckerkranker Patienten
28.12.2004 - Das Universitätsklinikum Heidelberg nimmt am "Disease Management Programm" der AOK Baden-Württemberg teil Als erstes Universitätsklinikum in Baden-Württemberg nimmt das Universitätsklinikum Heidelberg mit der Diabetes-Ambulanz am Programm "Curaplan", dem "Disease Management Programm" der AOK für Diabetiker Typ II, teil. Das bedeutet: AOK-Versicherte mit dieser Diabetes können - nach Überweisung durch ihren eingeschriebenen Hausarzt - innerhalb des strukturierten Therapieprogramms auch in der Diabetes-Ambulanz des Heidelberger Klinikums behandelt werden.
In der Fußsprechstunde der Diabetesambulanz, Medizinische Universitätsklinik Heidelberg.
Foto: Medienzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg
"Dies hat vor allem Vorteile für Patienten, deren Diabetes schwer einzustellen ist oder die an Komplikationen, etwa Fußgeschwüren, leiden", erklärt Professor Dr. Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. "Durch die Einbeziehung des Klinikums schließen wir eine Lücke in der Versorgung der Diabetiker im Rhein-Neckar-Raum", sagt Bruno Krüger, Geschäftsführer der AOK Rhein-Neckar.
Bislang nehmen über 80 Prozent der niedergelassenen Hausärzte teil, inzwischen haben sich auch mehr als die Hälfte der bei der AOK-versicherten Diabetiker im Bereich der AOK Rhein-Neckar eingeschrieben. Die Teilnehmer profitieren nicht nur von dem hohen Standard des Therapieprogramms, sondern haben auch finanzielle Erleichterungen bei den Praxisgebühren und den Arzneimittelzuzahlungen.
Hausarzt und Patient schließen Pakt für langfristige, konsequente Behandlung
"Durch eine konsequente Behandlung des Diabetes können Spätschäden verhindert oder verzögert, schwere Komplikationen vermieden werden," sagt Professor Nawroth. Dafür bedarf es jedoch eines Paktes zwischen Arzt und Patient für eine langfristig konsequente Behandlung. Hier setzt das Therapieprogramm "Curaplan" an: Hausarzt und Patienten vereinbaren Therapieziele, zum Beispiel Blutdruck und konstante Blutzuckerwerte, die regelmäßig überprüft werden, insgesamt eine Behandlung, die sich am nationalen Standard der Diabetesbehandlung orientiert.
Der Hausarzt übernimmt die Funktion des Lotsen: Er überweist den Patienten, wenn erforderlich, an andere niedergelassene Fachärzte und Fachambulanzen. Durch die steuernde Funktion des Hausarztes können Doppeluntersuchungen vermieden werden, der Krankheitsverlauf wird nachvollziehbar. Auch der Patient erhält einen Ordner, in dem seine persönlichen Krankheitsdaten dokumentiert sind.
Patienten-Schulungen zur Insulintherapie und Ernährungsverhalten
"Wir hoffen, dass durch die Kooperation zwischen AOK und Klinikum mehr Diabetiker von einer konsequente Behandlung profitieren können", sagt Dr. Michael Morcos, Oberarzt der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel. Das Klinikum bietet das gesamte Spektrum der Versorgung an: Schwerkranke Diabetiker werden auf den Stationen versorgt. In der Diabetesambulanz, die rund 6.000 Besucher im Jahr zählt, werden die verschiedenen Formen der Therapie mit Insulin und anderen Medikamenten praktiziert. In Einzel- und Gruppenschulungsprogrammen lernen Patienten, mit ihren Medikamenten umzugehen und ihr Verhalten - mehr sportliche Betätigung, gesunde Ernährung - zu ändern.
Ein wichtiges Zusatzangebot ist die Fußambulanz der Medizinischen Universitätsklinik, denn jeder fünfte chronisch kranke Diabetiker leidet an Fußgeschwüren. Von verschiedenen Fachärzten werden Wunden versorgt, Durchblutungsstörungen abgeklärt, Infektionen behandelt und die notwendigen Eingriffe durchgeführt. Fußpfleger und orthopädische Schuhmacher sorgen dafür, dass Druckstellen und Verletzungen möglichst verhindert werden.
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
Kosten-Effektivität verschiedener Strategien zur Früherkennung des Typ 2 Diabetes 21.12.04 - Nach Studien der letzten Jahre in verschiedenen europäischen Ländern ist die Häufigkeit des Anzahl von Menschen mit unentdecktem Diabetes mellitus möglicherweise genauso groß wie die der bekannten an Diabetes Erkrankten. In einer großen, vom Institut für Biometrie und Epidemiologie des Deutschen Diabeteszentrums in Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der GSF in München durchgeführten Untersuchung wurde diese Beobachtung auch in der 55-74jährigen Bevölkerung in der Region Augsburg in Deutschland bestätigt: 8,4% der untersuchten Personen hatten einen bekannten Diabetes, und 8,2% hatten zwar einen Diabetes, wussten aber vor der Studie nichts davon.
Obwohl der Nutzen von Früherkennungsprogrammen (Screening) für den Typ 2 Diabetes und einer damit einhergehenden frühen Behandlung der Erkrankung noch nicht sicher belegt ist, wird das Diabetes-Screening von nationalen wie internationalen Fachgesellschaften gefordert, vor allem bei über 45jährigen Personen. Dabei werden unterschiedliche Screening-Strategien empfohlen: Blutzuckerbelastungstest (OGT), Nüchtern-Blutzuckerbestimmung oder die Bestimmung des HbA1c-Wertes; ferner sollen teilweise alle Personen untersucht werden, andere Empfehlungen zielen darauf ab, nur Menschen zu screenen, die bereits Herz-Kreislauf-Probleme, z.B. eine hohen Blutdruck haben. Wenig bekannt ist bisher über die ökonomischen Aspekte des Diabetes-Screenings. Nur wenige Studien haben sich dem Kosten-Nutzen-Verhältnis verschiedener Screening-Verfahren gewidmet, und vor allem wurde bisher nicht berücksichtigt, dass ein Screening-Angebot nicht von allen Menschen in Anspruch genommen wird (d.h. die Teilnahme unter 100% liegt). Daher führte das Institut für Biometrie und Epidemiologie des Deutschen Diabeteszentrums in Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der GSF in München eine Analyse zu Kosten und Nutzen verschiedener Typ 2 Diabetes-Screening-Verfahren durch (eine sogenannte Cost Effectiveness Analyse). Untersucht wurden Kosten, die Vollständigkeit der Aufdeckung von unbekannten Diabetesfällen, und die Kosten pro entdecktem Fall für den OGT-Test, die Nüchternblutzuckerbestimmung und die HbA1c-Messung (die beiden letzteren jeweils in Verbindung mit einem OGT-Test bei den Personen, die im Nüchtern- oder HbA1c-Test ein auffälliges Ergebnis hatten). Die Analyse ergab, dass der OGT und der Nüchternblutzuckertest aus Sicht der Krankenversicherung und der Sicht der Gesamtgesellschaft weniger Kosten verursachten als der HbA1c-Test. Jedoch war der HbA1c-Test effektiver: über 50% der Menschen mit unentdecktem Diabetes wurden entdeckt. Dieses Ergebnis ist damit zu erklären, dass am HbA1c-Test, der während eines „normalen“ Arztbesuches durchgeführt werden kann, fast alle Personen teilnehmen, während mit dem OGT und dem Nüchternblutzuckertest, zu denen ein separater Arztbesuch im Nüchternzustand erforderlich ist, nach den Ergebnissen internationaler Untersuchungen nur etwa ein Drittel der Menschen erreicht werden können. Eine Einschränkung der Analyse ist, dass der weitere Verlauf der Erkrankung mit Kosten und Nutzen, die aus einer frühzeitigen Entdeckung des Diabetes resultieren, nicht berücksichtigt werden konnten, weil hierzu keine Daten vorliegen. Ein großer Vorteil der Studie ist, dass sie eine „tatsächlich“ vorhandene Bevölkerung untersucht, während viele gesundheitsökonomische Untersuchungen auf „fiktiven“ Bevölkerungen beruhen. Für die Entscheidung, welche Screeningverfahren eingesetzt werden, müssen Kosten und Nutzen abgewogen werden. Erforderlich sind in jedem Fall weitere Untersuchungen, welche Screening-Verfahren am sinnvollsten sind. Wichtig ist ferner, dass die Akzeptanz von Screening-Untersuchungen erhöht wird, d.h. die Bevölkerung mehr an Vorsorgeuntersuchungen teilnimmt. Die Teilnahme an bisherigen Vorsorgeuntersuchungen ist gering, sie liegt beispielsweise in Deutschland beim „Check Up 35“ bei 20-25%. Am vordringlichsten jedoch sind Studien, die die Auswirkungen einer frühzeitigen Entdeckung und Behandlung des Typ 2 Diabetes prüfen. Damit könnte zum einen die Wirksamkeit gesichert werden, zum anderen stünden Daten für detailliertere Kosten-Nutzen-Analysen zur Verfügung. Andres Icks, Institut für Biometrie und Epidemiologie des Deutschen Diabeteszentrums in Düsseldorf
Icks A, Haastert B, Gandjour A, John J, Löwel H, Giani G, Rathmann W (2004): Cost-effectiveness analysis of different screening procedures for type 2 diabetes: The KORA Survey 2000. Diabetes Care 27, 2120-2128
Behandlung diabetischer Magenlähmung durch Botulinumtoxin-Injektion 21.12.04 - Bei der Magenlähmung (Gastroparese) handelt es sich um eine Magenentleerungsstörung, bei der es ohne mechanische Ursache zu einer Verzögerung des Weitertransports der aufgenommenen Nahrung kommt. Die Magenlähmung ist eine häufige Spätfolge bei über lange Zeit bestehendem Diabetes. Zu den häufigsten Symptome einer Magenlähmung zählen: frühes Sättigungsgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Magersucht, Gewichtsverlust sowie Magenschmerzen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind bisher sehr begrenzt. 
In einer kürzlich veröffentlichten Arbeit wird eine neue Behandlungsmethode für Patienten mit sehr ausgeprägter Magenlähmung untersucht. Grundlage der Studie ist die Beobachtung, dass bei Patienten mit diabetischer Magenlähmung ein länger anhaltender Verschluss des Magenausgangs (Pylorospasmus) beobachtet wird. Die Autoren versuchen durch Injektion des Muskel-/Nervengiftes Botulinumtoxin die Dauer des Verschlusses des Magenausganges zu verkürzen. In der Studie wurden bei 8 Patienten mit schwerer Magenlähmung mittels einer Magenspiegelung 200 Einheiten Botulinumtoxin in den „Magenausgangsmuskel“ injiziert. Vor und nach der Behandlung mit Botulinumtoxin wurde bei den Patienten die Magenentleerungszeit mittels einer Testmahlzeit mit einem nuklearmedizinisch nachweisbaren Marker bestimmt. Des Weiteren wurde mittels einer Magensonde eine Druckmessung an verschiedenen Punkten im Magen und Zwölffingerdarm vor und nach einer Mahlzeit durchgeführt. Jeder Patient musste vor sowie eine Woche, vier, sechs und acht Wochen nach der Botulinumtoxininjektion einen international anerkannten Fragebogen mit Fragen zu typischen Beschwerden einer Magenlähmung beantworten. Der Fragebogen enthielt 12 Fragen die je nach Schweregrad der Symptome mit 0 bis 3 Punkten zu beantworten waren. Durch die Behandlung mit Botulinumtoxin kam es bei allen teilnehmenden Patienten zu einer deutlichen Besserung der für eine Magenlähmung typischen Beschwerden (im Mittel sank die Punktzahl in dem Fragebogen von 27 auf 12). Bei der Untersuchung des Schließmuskeldruckes kam es bei allen Patienten sowohl zur Abnahme der Verschlusszeit als auch des Druckes des Magenausgangsmuskels und die Magenentleerungszeit verkürzte sich im Durchschnitt von 339 auf 227 Minuten. Bei der gesamten Studie traten keine behandlungsbedingten Komplikationen auf.
Die Ergebnisse dieser Studie sind sehr ermutigend! Vor einer allgemeinen Zulassung der Botulinumtoxininjektion zu Behandlung der diabetischen Magenlähmung muss jedoch die Untersuchung mit einer größeren Fallzahl in einer kontrollieren doppeltverblindeten Studie wiederholt werden.
Dr. med. Konrad Bode, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf, Deutsche Diabetes-Klinik
Quelle: The treatment of diabetic gastroparesis with botulinum toxin injection of the pylorus. Lacy BE, Crowell MD, Schettler-Duncan A, Mathis C, Pasricha PJ. Diabetes Care 2004 Oct; 27(10):2341-7.
Teilstationäre Behandlungsmöglichkeit bei Diabetes geschaffen 21.12.04 - Neue Tagesklinik und vergrößerte Poliklinik für Diabetologie am Uniklinikum Jena eröffnet
Eine neue Tagesklinik für Diabetologie und Stoffwechselerkrankungen ist jetzt am Universitätsklinikum Jena eröffnet worden. Mit dem neugeschaffenen teilstationären Angebot können die Diabetologen der Uniklinik jetzt ihren Patienten ein wichtiges Zusatzangebot zur ambulanten und stationären Behandlung anbieten. "Die Betreuung in einer Tagesklinik ist für die Patienten eine weitaus positivere Lösung als der Aufenthalt auf der Station", erklärt Prof. Dr. Ulrich Alfons Müller, Leiter des Funktionsbereiches Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen, die Vorteile des neuen Angebots. "Zudem haben wir den großen Vorteil, dass die Patienten hier von ihrem gewählten ,Arzt des Vertrauens', der ihnen aus der oft langjährigen Betreuung in unserer Poliklinik vertraut ist, weiterbehandelt werden." Bis zu neun Patienten täglich können von der tagesklinischen Behandlung profitieren, die sowohl Patienten mit Diabetes als auch mit Erkrankrungen der Hypophyse oder der Nebennieren zur Verfügung steht.
Das teilstationäre Angebot sei dabei vor allem für Diabetespatienten geeignet, die unter ambulant nicht lösbaren, aber auch nicht akut bedrohlichen Gesundheitsproblemen wie sehr stark schwankenden Blutzuckerwerten, häufigen Unterzuckerungen oder langfristig erhöhten Blutzuckerwerten leiden. Während der durchschnittlich fünf Tage dauernden tagesklinischen Behandlung werden hier mit einer ausgedehnten Diagnose die Ursachen für die Probleme und angepasste Behandlungsmöglichkeiten ermittelt. Dafür können die Ärzte auf die verbesserte Ausstattung der ebenfalls neu gestalteten Poliklinik zugreifen.
Diese hat sich mit dem Umzug aus den Kliniken für Innere Medizin in Lobeda in die Kliniken im Stadtzentrum Jenas räumlich und personell verbessert und präsentiert sich jetzt zur offiziellen Eröffnung mit neuen Räumen und einem erweiterten Angebot. "Verglichen mit der bisherigen Situation haben wir uns sehr verbessert", freut sich Prof. Müller. "Hier in der neuen Poliklinik in der Bachstraße haben wir nicht nur viel mehr Platz als in Lobeda, sondern unseren Patienten stehen auch statt bisher zwei Ärzten insgesamt fünf zur Verfügung."
Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena
Warum Diabetikern das Schmerzempfinden verloren geht 17.12.04 - Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg finden Schlüsselmolekül für Nervenschäden durch Zuckerkrankheit Langjährige Zuckerkrankheit lässt das Schmerzempfinden schwinden: Kleine Verletzungen werden nicht wahrgenommen und können zu Entzündungen und Hautgeschwüren führen. Die Heidelberger Wissenschaftler Dr. Angelika Bierhaus und Professor Dr. Peter Nawroth (Ärztlicher Direktor der Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, Medizinische Universitätsklinik) haben ein Schlüsselmolekül für die "diabetische Neuropathie" und damit einen neuen Ansatzpunkt für das weit verbreitete Leiden gefunden.
Gemeinsam mit Forscherteams aus Erlangen-Nürnberg, Tübingen, New York, Georgia, Dresden, dem Deutschen Krebsforschungszentrum sowie aus der Industrie konnten sie nachweisen, dass das Schlüsselprotein RAGE maßgeblich zur Entstehung der Nervenschäden beiträgt. Die herausragenden Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "The Journal of Clinical Investigation" veröffentlicht.
RAGE ist für die Heidelberger Wissenschaftler ein alter Bekannter, den sie bereits bei verschiedenen chronischen Entzündungs- und Alterungsprozessen, z.B. der Sepsis (Blutvergiftung), identifiziert haben. Bei dem Regulatormolekül handelt es sich um einen so genannten Rezeptor, der auf der Oberfläche von Zellen sitzt. Er erkennt und bindet bestimme Eiweißstoffe, vor allem "AGE" ("Advanced Glycation End products") - daher auch der Name RAGE. Unter Aktivierung des Moleküls NFkappaB werden Entzündungsprozesse in Gang gesetzt.
Schmerzempfinden kann im Tierversuch wieder hergestellt werden
"Wir konnten zeigen, dass die Menge an RAGE und an aktiviertem NFkappB in Nervenzellen von Diabetes-Patienten mit Neuropathie eindeutig erhöht ist", erklärt Dr. Angelika Bierhaus. Außerdem konnten die Forscher im Mausmodell die Entzündungs-Kaskade unterbrechen. Dazu behandelten sie genetisch veränderte Mäuse mit Diabetes mit einer löslichen Form von RAGE. Dieses sRAGE (soluble RAGE) fängt die Bindemoleküle AGE ab, bevor sie das in der Zellmembran verankerte RAGE erreichen. Dadurch vermindert sich auch die Aktivität von NFkappaB, die Mäuse zeigten ein deutlich verbessertes Schmerzempfinden.
Ein weiterer Hinweis auf den RAGE-Einfluss: Diabetischen Mäusen, die keine RAGE-Rezeptoren entwickeln, bleibt das Schmerzempfinden (trotz Diabetes) erhalten. "Bisher gibt es kaum Therapiemöglichkeiten für Patienten mit chronischer Nervenentzündung", sagt Professor Nawroth. "Das Schlüsselmolekül RAGE ist ein Ansatzpunkt für neue Behandlungsformen."
Quelle: Uni-Heidelberg
Übergewicht, Diabetes mellitus, das Gehirn und seine Eigensucht 16.12.04 - DFG bewilligt Klinische Forschergruppe in Lübeck Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat an der Universität zu Lübeck Anfang Dezember 2004 eine neue Klinische Forschergruppe ins Leben gerufen. Insgesamt vier Millionen Euro werden der Gruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren bereitgestellt. Für die Leitung dieser Klinischen Forschergruppe wird eigens eine neue Professur in Lübeck eingerichtet. Mit der Bewilligung der Gruppe werden zusätzlich fünf Ärztinnen/Arzt-Stellen und vier MTA-Stellen neu geschaffen.
Die Forschergruppe untersucht die Rolle des Gehirns bei der Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes mellitus (früher Alterszuckerkrankheit genannt). Die beteiligten Ärzte und Wissenschaftler verfolgen dabei einen neuartigen Ansatz, um diese beiden Volkskrankheiten zu erklären.
Prof. Dr. med. Achim Peters leitet die Forschergruppe und arbeitet an der Medizinischen Klinik I. Er hat im engen Austausch mit den Lübecker Kollegen und mit internationalen Experten eine Theorie ausgearbeitet, die auf folgendem Grundsatz beruht: Das Gehirn verfolgt zu allererst das Ziel, seinen eigenen Zucker-Gehalt konstant zu halten. Dabei verhält es sich durchaus "eigensüchtig". Das Gehirn konkurriert mit allen anderen Organen wie zum Beispiel der Muskulatur und dem Fettgewebe um Energie, und es ist dabei stets darauf bedacht, zuerst seine eigene Energieversorgung sicherzustellen. Nur wenn das Gehirn ausreichend mit Zucker versorgt ist, teilt es auch der Muskulatur und den Speichergeweben Energie zu. Genau diese Eigenschaften haben diesem Forschungsprojekt den Namen "Selfish Brain" ("Eigensüchtiges Gehirn") gegeben. Mit dieser Theorie erscheint die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes mellitus in einem völlig neuen Licht.
Prof. Dr. med. Horst Lorenz Fehm, der Direktor der Medizinischen Klinik I, legte vor mehr als 20 Jahren den Grundstein für die hier entstandene Klinische Forschergruppe. Er äußerte damals schon die Vermutung, dass wesentliche innere Erkrankungen wie das Übergewicht, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes Erkran-kungen des Gehirns seien.
Prof. Dr. med. Ulrich Schweiger, der stellvertretender Leiter der Forschergruppe, arbeitet an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Der Klinikdirektor Prof. Dr. med. Fritz Hohagen übernimmt die Funktion des Gruppen-Sprechers. Diese sehr enge Zusammenarbeit von Psychiatern und Internisten - wie hier in Lübeck - ist national und international etwas Besonderes und Einzigartiges. Die auf den ersten Blick "ungewöhnliche" medizinische Fächerkombination schlägt eine Brücke zwischen seelischen und körperlichen Vorgängen. Hierdurch wird es erst möglich, den neuen Denkansatz vom "Selfish Brain" mit Hilfe von klinischen und experimentellen Untersuchungen wissenschaftlich zu bearbeiten.
Darüber hinaus arbeiten in dieser Klinischen Forschergruppe Wissenschaftler aus den verschiedensten Gebieten der Medizin und Wissenschaften zusammen: der Neurologie, der Neuroendokrinologie, der Neuroradiologie, der klinischen und experimentellen Pharmakologie, der Physiologie und der Mathematik.
Prof. Dr. med. Wolfgang Jelkmann (Direktor des Instituts für Physiologie) untersucht einen körpereigenen Stoff, der an der Uni Lübeck als Hormon entdeckt worden ist und welcher den Transport von Zucker ins Gehirn verbessern kann. Der Neurologe Prof. Dr. med. Andreas Moser befasst sich mit natürlichen Energie-Messfühlern, also Sensoren, im Gehirn. Der Internist PD Dr. med. Bernd Schultes und der Dipl.-Psychologe Manfred Hallschmid (Institut für Neuroendokrinologie) untersuchen, wie Zucker und verwandte Energieträger für das Gehirn den Hunger und die Nahrungsaufnahme regulieren. Der Pharmakologe PD Dr. Olaf Jöhren untersucht die Funktionen der Stress-Reaktionen in der Energieversorgung des Gehirns und Frau Dr. med. Kerstin Oltmanns (Klinik für Psychiatrie) untersucht zusammen mit Prof. Dr. med. Dirk Petersen (Direktor des Instituts für Neuroradiologie) und dem Physiker Dr. rer. nat. Uwe Melchert den Gehirnstoffwechsel mit einer neuartigen unblutigen Messmethode. Eine besondere Rolle spielt in dieser Forschergruppe die Mathematik. Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Prestin (Direktor des Instituts für Mathematik) eröffnet durch die Anwendung der Mathematik in diesem medizinischen Zusammenhang einen neuen Raum für Erkenntnisse.
Wie entstehen Übergewicht und Typ-2-Diabetes mellitus?
Die Gehirnrinde fordert ständig Energie aus dem Körper ab. Diese angeforderte Energiemenge kann durchaus an die verschiedenen Belastungen im Leben angepasst werden. Es ist sogar möglich, dass das Gehirn im Laufe des Lebens eine optimale Energieabfrage für die jeweilige besondere Lebenssituation bereits gelernt hat. Es gibt spezielle Nervenzellenverbände in der Gehirnrinde, welche diese Lernaufgabe übernehmen (Lernzentren).
In diesen Nervenzellenverbänden kann es allerdings zu Beeinträchtigungen kommen, wofür folgende Ursachen in Frage kommen:
- genetische Veränderungen (was selten ist),
- vorgeburtliche Veränderungen (durch Erkrankungen im Mutterleib oder Stressbelastung der Mutter) oder
- erworbenen Veränderungen wie durch psychische Störungen (Trauma, Stressbelastung, Depression), durch einen schlechten körperlichen Trainingszustand, Infektions-Krankheiten, Medikamente oder durch Umwelt-einflüsse.
Sind diese Nervenzellenverbänden in der Gehirnrinde beeinträchtigt, so kann das Gehirn sich selbst nicht genug Zucker zuteilen und sichert stattdessen seine Versorgung auf eine andere Art und Weise: es steigert den Appetit und die Nahrungsaufnahme. Bei dieser Ausweichstrategie des Gehirns nimmt allerdings un-weigerlich die Körpermasse zu - Übergewicht entsteht.

Eine neue Klinische Forschergruppe in Lübeck untersucht das Gehirn und seine Eigensucht
Die Gehirnrinde fordert ständig Energie aus dem Körper ab
Sobald die Körpermasse aber eine kritische Größe überschreitet, springen im Gehirn untergeordnete Zentren im Zwischenhirn ein (ältere Hirnanteile in der Entwicklungsgeschichte des Menschen), die dann die Aufgabe übernehmen, dem Gehirn Zucker zuzuteilen: Die Blutzuckerspiegel steigen dabei an. Der Zucker wird über den Urin ausgeschieden und eine weitere Zunahme der Körpermasse wird somit verhindert. Dieser letztgenannte Zustand entspricht dem des Typ-2-Diabetes mellitus.
Wie kann man die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes mellitus verhindern oder vermeiden?
Es gibt dazu leider noch kein Patentrezept. Allerdings können Anstrengungen zur Vermeidung und Behandlung dieser Volkserkrankungen nur dann erfolgreich sein, wenn sie diese überragende Bedeutung des Gehirns berücksichtigen.
Quelle Rüdiger Labahn
Universität zu Lübeck
Diabetes: Inhalierbares Insulin kommt - Alternative zu täglich mehrfachem Spritzen
Baierbrunn (ots) 15.12.2004 - Inhalierbares Insulin als Alternative zu den mehrfachen täglichen Spritzen, die viele Diabetiker sich bisher geben müssen, rückt immer näher. Eine Arbeitsgemeinschaft der drei Pharmafirmen Sanofi- Aventis, Pfizer und Nektar hat für ihr Präparat die Zulassung bei der europäischen Arzneimittelbehörde beantragt, berichtet das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Zunächst könnten aber noch nicht alle Injektionen ersetzt werden. Viele Diabetiker spritzen sich gleichzeitig sowohl schnell, als auch langsam wirkendes Insulin. Inhalierbar ist bisher aber nur die schnell wirkende Form. Da dieses aber jeweils zu den Mahlzeiten gespritzt wird, würden etwa drei Injektionen täglich vermieden - für Zuckerkranke also eine große Erleichterung.
Quelle:
Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Barrieren der Insulintherapie
Unbegründete Ängste verhindern optimale Diabetes-Therapie
München (ots) 09.12.2004 - Viele Patienten mit Typ-2-Diabetes bekommen nicht die Therapie, die sie eigentlich brauchen. Oft sind Skepsis und Angst vor einer Insulin-Therapie daran schuld. Dabei bringt diese Therapieform viele Vorteile und kann die Lebensqualität deutlich steigern.
Doch in den Köpfen der Diabetes-Kranken herrschen vielfach völlig
andere Vorstellungen: Viele hätten ganz unrealistische Vorstellungen
über die Insulin-Therapie, so Professor Dr. Burkhard Göke, Leiter
Diabetes der Studie "Barrieren der Insulintherapie". Dies lässt auf
ein großes Wissensdefizit bei den Betroffenen schließen. Dieses zu
verringern hat sich die bundesweite Aufklärungskampagne "BESSER LEBEN
DANK INSULIN" auf die Fahne geschrieben. Wie positiv sich Insulin auf
das Leben mit Diabetes Typ 2 auswirkt, zeigt eine gleichnamige
Informationsbroschüre. Sie kann kostenlos auf der Website
www.besser-leben-dank-insulin.de oder per Post (Postfach 33 06 40,
80066 München) angefordert werden.
Hier erfährt man unter anderem, dass durch schlechte
Blutzuckereinstellungen in Deutschland alle 90 Minuten ein Mensch mit
Diabetes mellitus erblindet, alle 60 Minuten ein Diabetiker
dialysepflichtig wird, alle 12 Minuten ein Patient einen Schlaganfall
erleidet und alle 19 Minuten eine Amputation erfolgt.
Doch soweit muss es nicht kommen: Mit dem körpereigenen Botenstoff
Insulin bekommt man den Blutzucker gut in den Griff. Zudem fühlen
sich die Patienten im Alltag einfach wieder viel wohler.
Diese Erfahrung machte auch der 63-jährige Horst K., der seit 22
Jahren an Typ-2-Diabetes leidet. Er war nach der Mitteilung,
Tabletten würden nicht mehr ausreichen und er solle nun täglich
Insulin spritzen, sehr skeptisch. Heute freut er sich "an der neu
gewonnenen Freiheit und Flexibilität" dank der intensivierten
Insulintherapie (ICT). Mit Hilfe dieser Therapie bestimmt er nun über
seinen Diabetes, statt den Diabetes über sein Leben bestimmen zu
lassen.
Quelle: Pleon Healthcare
Das Weihnachtsgewürz Zimt ist gut für Diabetiker! Bad Aachen (ots) 09.12.2004 - In der Weihnachtszeit haben viele Diabetiker Angst vor erhöhten Blutzuckerwerten. Das muss nicht sein, denn Typ 2 Diabetiker profitieren vom Weihnachtsgewürz Zimt, das den
Blutzuckerspiegel und die Blutfettwerte deutlich senken kann.
In Deutschland leiden mindestens 5 Millionen Menschen unter Typ
2-Diabetes, erklärt Diabetesberater Sven-David Müller-Nothmann. Er
betont, dass die Einnahme von Zimt den Blutzucker um bis zu 30
Prozent senken kann (1). Doch deshalb in der Adventszeit massenweise
Zimtsterne zu naschen, ist nicht hilfreich, denn in den Zimtsternen
ist außer Zimt reichlich Fett und Zucker enthalten, die die Wirkung
des Zimtes wieder "verpuffen" lassen.
Übergewicht und Bewegungsmangel sind mitverantwortlich für eine Erkrankung an Diabetes mellitus Typ 2. Nach Schätzungen der Deutschen Diabetes Union (2) sind circa 90 Prozent der Typ 2 Diabetiker in Deutschland übergewichtig. Bei diesem Diabetestyp sind die Zellen im menschlichen Körper unempfindlich für Insulin geworden, welches normalerweise die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Zellen auslöst. Eine Verringerung des Gewichtes um wenige Kilogramm und reichlich Bewegung helfen, die Insulinunempfindlichkeit zu verringern.
Jetzt in der kalten Jahreszeit bieten Weihnachtsmärkte, Geschenkeinkäufe und winterliche Landschaften willkommene Anlässe zu Spaziergängen. Viel frisches Gemüse und Obst helfen beim Abnehmen. Zusätzlich kann das
Weihnachtsgewürz Zimt einen Beitrag zur Verbesserung der Blutzucker-
und Blutfettwerte leisten. Diabetesexperten empfehlen Typ 2 Diabetikern, täglich dauerhaft Zimt in die Diabetestherapie einzubeziehen. Aus Gründen der Verträglichkeit empfehlen Ernährungswissenschaftler und Diabetesberater, statt Zimtpulver besser wässrigen Zimtextrakt in Kapselform einzunehmen, denn so lassen sich mögliche Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen vermeiden. Im Rahmen einer angepassten Ernährungsweise mit reichlich körperlicher Bewegung kann Zimt nicht nur zur Weihnachtszeit als Therapieergänzung bei Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt werden.
(1), (2): Literatur beim Verfasser
Quelle:
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
Alarmierender Anstieg von Kindern mit Diabetes - so kann Forschung helfen
Hannover (ots) 06.12.2004 - Die Zahl von Kindern mit Diabetes steigt
alarmierend. In Deutschland gibt es immer mehr dicke Kinder und
Jugendliche, die als Folge falscher Ernährung an Altersdiabetes
erkranken. Aber auch der typische Jugenddiabetes breitet sich aus. So
hat sich in den letzten Jahren das Auftreten von Typ-1-Diabetes bei
Kindern unter 14 Jahren verdoppelt. Schon jetzt leiden in Deutschland
rund 20.000 Kinder und Jugendliche an Diabetes - Tendenz steigend.
Die Stiftung "Das zuckerkranke Kind", eine Tochterstiftung der
Deutschen Diabetes-Stiftung, fördert seit nunmehr 10 Jahren
Forschungsprojekte von Wissenschaftlern, die dazu beitragen, Diabetes
bei Kindern und Jugendlichen vorzubeugen, zu heilen und die
gefährlichen Diabetes-Folgeerkrankungen zu verhindern.
"Unser Ziel, Wege zur Vorbeugung und Heilung des Diabetes zu
finden, ist noch lange nicht erreicht. Die Situation in Deutschland",
so Prof. Dr. med. Thomas Danne, Vorsitzender der Stiftung und
Chefarzt an Deutschlands größtem Diabetes-Zentrum für Kinder in
Hannover, "ist derzeit sehr unbefriedigend, da die staatlichen
Institutionen gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten die
Diabetesforschung bei Kindern nur unzureichend unterstützen."
Zeitversetzt mit den Erfahrungen aus den USA ist auch in
Deutschland mit einer wachsenden Anzahl von Kindern mit Typ-2-Diabetes zu rechnen. Bei einer von Prof. Dr. med. Martin Wabitsch an der Universitätskinderklinik Ulm durchgeführten Untersuchung an 520 übergewichtigen Kindern und Jugendlichen zeigten sich bei mehr als einem Drittel krankhafte Stoffwechselveränderungen ("metabolisches Syndrom"). Knapp 7% litten unter einer Störung des Zuckerstoffwechsels. Bei 1,6% wurde sogar ein manifester Typ-2-Diabetes festgestellt.
Seit Bestehen der Stiftung konnten bereits rund 50 Forschungsanträge mit einem Finanzvolumen von über 700.000 Euro gefördert werden.
Die Förderung von Diabetesforschung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) muss damit gerechnet werden, dass bis zum Jahr 2025 weltweit 300 Millionen Menschen an Diabetes leiden werden.
Quelle: Stiftung "Das zuckerkranke Kind"
Neue klinische Studie zeigt: Walnüsse bieten Schutz für Menschen mit Typ 2-Diabetes
Frankfurt/Sacramento, USA (ots) 06.12.2004 - Patienten mit Typ 2-Diabetes, dem sogenannten Alterszucker, können mit einer Vollwertdiät, die auch Walnüsse einschließt, das "schlechte" LDL-Cholesterin im Blut um 10 % senken. Das hat eine Studie der Universität von Wollongong,
Australien ergeben. Die Ergebnisse dieser neuen Studie wurden in der
Dezemberausgabe der Zeitschrift Diabetes Care der American Diabetes
Association (ADA) veröffentlicht.*
Nach Angaben des Deutschen Diabetes-Forschungsinstituts
Düsseldorf
- leiden mehr als 5 Millionen Menschen in Deutschland an
Diabetes mellitus, davon haben über 90 % einen Typ 2-Diabetes
- beträgt die tatsächliche Zahl der Diabetiker in Deutschland
jedoch 7 bis 8 Millionen, da man von einer Dunkelziffer von 40-50 % unerkannter Diabetiker ausgehen muss
- stirbt jeder 2. Diabetiker einen vorzeitigen Herztod
- ist die Schlaganfallrate bei Diabetikern doppelt so hoch wie bei
Nicht-Diabetikern
- sind 40 % der Dialyse-Neuzugänge und
- 30 % aller Neuerblindeten Diabetiker
Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass weltweit
mindestens 171 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt sind, wobei
sich diese Zahl bis 2030 auf 366 Millionen mehr als verdoppeln
dürfte.
"Dies ist eine der ersten Studien, die untersucht hat, was
mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei Menschen mit Diabetes bewirken",
berichtet Studienleiterin Professor Linda Tapsell von der Universität
in Wollongong. "Durch Walnüsse kann man auf einfache und bequeme
Weise mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren in seine Ernährung
aufnehmen. Für Menschen mit Diabetes ist dies besonders wichtig, da
Walnüsse eine einfache Zwischenmahlzeit sind, die integraler
Bestandteil der Diabetes-Diät ist."
Das gute Fett der Walnüsse hilft Diabetespatienten
Menschen mit Typ 2-Diabetes wissen, dass sie mehr als "einen
Apfel am Tag" benötigen, um gesund zu bleiben. Eine Handvoll Walnüsse
könnte aber zu ihrer Gesundheit beitragen. Walnüsse sind reich an
mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren
und Vitaminen.
Forscher des Ernährungszentrums der Universität von Wollongong
veröffentlichten jetzt die Ergebnisse einer Studie, die zeigt, wie
die wertvollen Inhaltsstoffe von Walnüssen, insbesondere die "guten"
Fette, Patienten mit Typ 2- Diabetes mellitus im Anfangsstadium in
der Diätplanung unterstützen können. Die Untersuchung ergab, dass
durch eine Aufnahme von Walnüssen in die Diät der Anteil des "guten"
HDL-Cholesterins im Blut dieser Patienten erhöht werden konnte. Die
Forschungsergebnisse können in der Dezemberausgabe der in den USA
veröffentlichten internationalen Zeitschrift Diabetes Care
nachgelesen werden. Für die über 5 Millionen Deutschen mit
Alterszucker und die vielen Menschen mit einem erhöhten
Erkrankungsrisiko sind diese neuen Befunde eine gute Nachricht.
Laut Professor Linda Tapsell, der Leiterin des National Centre of
Excellence for Functional Foods, habe die Studie gezeigt, wie durch
Verzehr von acht bis zehn Walnüssen pro Tag im Rahmen einer
Diabetes-Diät, die richtigen Fette und Fettsäuren aufgenommen werden,
die dem Körper helfen können, mit der Insulinresistenz fertig zu
werden. Die Insulinresistenz ist ein Kernproblem beim frühen Typ
2-Diabetes. Sie behindert die Aufnahme von Blutzucker (Blutglukose)
aus dem Blut in die Körperzellen und führt damit zu einem Anstieg des
Blutzuckers im Blut. "Wir kennen den Zusammenhang zwischen
Insulinresistenz und Fettsäuren. Beim Blick auf die
Nährstoffzusammensetzung von Walnüssen kamen wir auf die Idee, dass
sie bei der Versorgung des Körpers mit den richtigen Fettsäuren
hilfreich sein könnten. Wir wussten, dass Walnüsse beträchtliche
Mengen dieser Fette enthalten, also bestand die Herausforderung darin
nachzuweisen, dass der Nutzen nicht nur in der Theorie, sondern auch
in Wirklichkeit besteht", so Professor Tapsell.
Ein Team von Ernährungsberatern des Smart Foods Centre und des
Illawarra Diabetes Service haben im Rahmen der sechsmonatigen Studie
individuell abgestimmte Diäten für rund 60 Patienten mit Typ
2-Diabetes entwickelt. Basis der Diäten waren die
Nahrungsmittelgruppen Getreideflocken und Brot, Obst und Gemüse,
mageres Fleisch, Fisch, Magermilchprodukte, Öle, Avocados,
Erdnussbutter und Nüsse. Jede Diät für Patienten der Prüfgruppe
enthielt 30 g Walnüsse (das entspricht etwa acht bis zehn Nüssen) pro
Tag, Die Diäten waren hinsichtlich der anderen Nährstoffe wie
Kohlehydraten, Proteinen, Kalorien und Fetten aus anderen
Lebensmitteln ausgewogen. Dadurch wurde gewährleistet, dass der
Nutzen eindeutig auf die Walnüsse zurückgeführt werden konnte.
"Durch die Walnüsse konnten wir sicher gehen, dass die
richtigen Fette in der Diät enthalten waren", so Frau Professor
Tapsell. "Also können sich Patienten mit einem Typ 2-Diabetes bei
Fragen zum Nutzen von Walnüssen für ihren Ernährungsplan an ihren
Arzt oder Ernährungsberater wenden." Nach Ansicht von Professor
Tapsell kommt der Studie eine enorme Bedeutung zu, da sie den in der
Theorie bekannten Nutzen bestimmter Lebensmittel bestätigt:
"Lebensmittelhersteller profitieren von solchen
Forschungsergebnissen, da sie damit den besonderen Wert bestimmter
Lebensmittel belegen können. Die Resultate dieser Studie kommen
außerdem Ärzten und Ernährungsberatern zugute, wenn sie Patienten
über die Zufuhr der richtigen Fettsäuren im Rahmen ihrer Ernährung
beraten."
Quelle:
California Walnut Commission
Neue Internetseite für Patienten mit Diabetes
Düsseldorf/Wien (ots) 02.12.2004 - 5,5 Millionen Patienten, Angehörige und Interessierte können sich auf www.diabeteskompass.de und
www.diabeteskompass.at umfangreich über Diabetes informieren.
Ca. 5 Millionen Menschen in Deutschland und 500.000 Menschen in
Österreich sind an Diabetes erkrankt. Auf der neuen Internetseite
finden sie umfassende Informationen zu Therapiemöglichkeiten und
weiteren Themen, die für Diabetespatienten von großem Interesse sind.
Der Start von www.diabeteskompass.de und www.diabeteskompass.at
erfolgt zeitgleich zur 32. Jahrestagung der Österreichischen
Diabtesgesellschaft, die mit rund 1000 Teilnehmern in dieser Woche in
Baden bei Wien stattfindet und auf der die neuesten Erkenntnisse aus
Forschung und klinischer Praxis erörtert werden.
Diabetes ist eine Erkrankung, die den Körper daran hindert,
Nahrung angemessen in Energie umzuwandeln. Sie tritt auf, wenn die
Bauchspeicheldrüse kein Insulin produziert oder das von der
Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin vom Körper nur unzureichend
aufgenommen wird. Wenn man über einen längeren Zeitraum Diabetes
nicht adäquat behandelt, kann dies zu Erblindung, Nierenversagen oder
Amputationen führen. Außerdem ist diese Krankheitsbild ein
entscheidender Faktor bei Herzgefäßerkrankungen und Impotenz.
Diabetes gehört zu den zehn häufigsten Todesursachen in den meisten
europäischen Ländern. Die durchschnittliche Lebenserwartung von
Typ-1-Diabetes-Patienten liegt 15 Jahre niedriger als die allgemeine
Lebenserwartung der Bevölkerung.
Die vorliegende neue Internetseite ist in 4 Sprachen verfügbar und
informiert über:
- Vorbeugung
- Diagnose
- Behandlung
- Nachbehandlung
www.diabeteskompass.at wurde von Medtronic entwickelt und enthält
darüber hinaus:
- Informationen zum täglichen Diabetes-Management
- Diabetes in der Schule
- Diabetes am Arbeitsplatz
- Diabetes in der Schwangerschaft
- Diabetes in der Kindheit
- Wenn Sie verreisen
- Patientenvereinigungen
- interessante Links
Quelle: Medtronic GmbH
Diabetes: Beim Spekulatius nicht spekulieren
Eschborn (ots) 29.11.2004 - Weihnachten rückt näher und damit ein
verlockendes Angebot an Lebkuchen, Printen, Spekulatius, Zimtsternen,
Spritzgebäck, Stollen und vielen anderen Leckereien. Auch Diabetiker
dürfen davon naschen, wenn sie sich an ein paar Regeln halten,
berichtet die »Neue Apotheken Jllustrierte/Gesundheit« in ihrer
aktuellen Ausgabe vom 1. Dezember.
Süße Leckerbissen sind auch für Diabetiker längst nicht mehr tabu,
sofern es in ihrem Ernährungsplan berücksichtigt ist. Voraussetzung
sind gute Kenntnisse über den Diabetes und darüber, wie das Naschwerk
berechnet werden muss. Ärzte gehen heute davon aus, dass kleine
Mengen an Haushaltszucker den Stoffwechsel nicht belasten. Allerdings
gilt die Regel: Nicht zu oft, kleine Mengen und nur im Rahmen des
persönlichen Ernährungsplans. Dann können die Broteinheiten der
Süßigkeiten mit Insulin oder Tabletten ausgeglichen oder gegen die
Zwischenmahlzeit ausgetauscht werden. Aber Vorsicht: Zucker
(Saccharose) hat viele Komplizen. Auch Glukose, Dextrose, Laktose,
Maltose und Invertzucker haben Kalorien und erhöhen den
Blutzuckerspiegel. Deshalb ist es für Diabetiker besonders wichtig,
immer auf die Zutatenliste der Verpackung zu schauen und in jedem
Fall häufiger den Blutzucker zu messen. Wichtig ist daher, sich vor
dem Fest ausreichend mit Teststäbchen einzudecken und zu
kontrollieren, ob noch genügend Insulin oder Tabletten vorhanden
sind. Auch die Batterien für das Messgerät gibt es während der
Feiertage nicht überall. Ersatzbatterien sollten ebenfalls bereit
liegen.
Außerdem lesen Sie in diesem Heft: Adventskalender für Ihr
Wohlbefinden +++ Erkältungen: nicht abwarten, sondern Tee trinken +++
Im Alter selbstbestimmt wohnen.
ots-Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte
Keine erforderliche Sondennahrung für Diabetiker
18.11.04 - Alten und schwerkranken Diabetikern wird künftig die erforderliche Sondennahrung vorenthalten. Darauf läuft hinaus, was der Gemeinsame Bundesausschuss, Krankenkassen und Ärzte derzeit vorbereiten. Spezielle Sondennahrung für Diabetiker soll aus der Erstattung gestrichen werden. "Damit werden unsere schlimmsten Befürchtungen wahr," klagte Armin Nentwig, der Vorsitzende des Vereins Recht auf Essen und Leben, der seit rund einem Jahr die Interessen sondenernährter Schwerkranker vertritt. "Erst wollten sie die mit Ballaststoffen und weiteren medizinisch erforderlichen Zusätzen angereicherte Sondennahrung aus der Verordnung streichen, nun ist Spezialnahrung für Diabetiker dran."
Hintergrund sind die Bestrebungen, die Erstattungsfähigkeit von Sondennahrung für alle Menschen einzuschränken, die zu Hause oder in Heimen gepflegt werden. Die entsprechende Änderung der Arzneimittelrichtlinien, deren Entwurf jetzt bekannt wurde, steht zur Entscheidung an. Die Beschlussvorlage stehe im Widerspruch zur Leitlinie der Fachgesellschaft Geriatrie/Diabetes, die eine Überlegenheit solcher Spezialnahrung gegenüber der Standardnahrung nachweist, betonte der Verein. Spezialsondennahrung für Diabetiker ermögliche eine bessere Blutzuckerkontrolle und spare Insulingaben. Damit sei diese Nahrung insbesondere für Patienten außerhalb der Klinik von großer Bedeutung. Sie konnten allein durch die richtige Nahrung gut eingestellt und therapiert werden.
Nicht betroffen von dieser Einschränkung sei die Versorgung mit Spezialnahrung in Kliniken. Dies sei aus zweierlei Gründen unzumutbar: Zum einen sei beim Übergang von stationärer zu ambulanter Versorgung mit erheblichen Umstellungsproblemen zu rechnen. Zum anderen bestrafe es die Familien, die ihre alten Kranken zu Hause pflegten. Ihnen werde die adäquate Versorgung verweigert.
Quelle: Verein Recht auf Essen und Leben
Volkskrankheit Diabetes - es gibt eine Lösung"
17.11.04 - Unter dem Motto "Volkskrankheit Diabetes - es gibt eine Lösung" initiiert die Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS) eine bundesweite Plakat-Aktion, um auf Präventionsmöglichkeiten zur Vermeidung von Diabetes aufmerksam zu machen. Sie ist Teil der seit drei Jahren laufenden Aufklärungs-Kampagne, mit der die Stiftung die Bevölkerung auf die - häufig unterschätzten - schweren Folgen von Diabetes aufmerksam macht.
Mit der Aktion sollen die drei Grundpfeiler der Diabetes-Prävention ins Bewusstsein gebracht werden:
- Überprüfung des eigenen Risikos, an Diabetes zu erkranken
- Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung
- Ausreichende und regelmäßige Bewegung
"Nur so kann ein Hauptrisiko für Diabetes - Übergewicht - verhindert werden", so Reinhart Hoffmann, Sprecher der DDS. Mittlerweile bringt jeder zweite Deutsche zu viele Kilos auf die Waage. Besonders bedenklich: Immer mehr Kinder und Jugendliche essen sich schon in jungen Jahren durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung ein Fettpolster an.
"Hier schafft das sogenannte SchwertfischKonzept von Professor Hans Immler Abhilfe. Denn damit kann die Energiebilanz wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Auch hierfür wollen wir mit unserer Aktion werben", erklärt Hoffmann. Bundesweit sollen in den kommenden Monaten 20.000 Plakate platziert werden. Gefördert wird die Aktion von dem Arzneimittelhersteller Sankyo und dem Fachverband Außenwerbung.
Den Startschuss für die Plakat-Aktion bildete eine Veranstaltung der DDS am Weltdiabetestag vergangenen Sonntag: An einem Stand der Stiftung im Münchner Hauptbahnhof konnten Passanten zwischen Äpfeln, Brezeln oder Schokoriegeln wählen - vorausgesetzt, sie strampelten die entsprechenden Kalorien auf einem Heimtrainer ab. Hoffmann: "Damit wollten wir zeigen, dass Energiezufuhr in Form von Nahrung und Energieverbrauch in Form von Bewegung im Gleichgewicht stehen müssen. Heutzutage aber essen viele Menschen viel zu viel und bewegen sich viel zu wenig."
Quelle:Deutsche Diabetes-Stiftung
Diabetische Makulopathie: Unscharfe Sicht
13.11.2004 - Augenschäden gehören wegen des Erblindungsrisikos zu den am meisten gefürchteten Diabetesfolgen. Trotzdem wird die Gefahr oft unterschätzt: Umso wichtiger, den Beginn der Erkrankung frühzeitig zu entdecken! Bei der diabetischen Makulopathie ist die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut betroffen. Ab dem 55. Lebensjahr sollten sowohl gesunde Menschen als auch Diabetiker regelmäßig den so genannten Amsler-Test machen. Zuckerkranke sollten altersunabhängig einmal im Jahr den Augenarzt für eine umfangreiche Kontrolluntersuchung aufsuchen, empfiehlt die »Neue Apotheken Jllustrierte/Gesundheit« in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. November.
Der zentrale Punkt der Netzhaut, mit dem wir lesen, heißt Makula (gelber Fleck), es ist der Punkt des schärfsten Sehens; ist speziell dieser auf Grund schlechter Blutzucker-Einstellung und/oder langer Diabetesdauer betroffen, spricht man von einer diabetischen Makulopathie. Wird der gelbe Fleck durch Wassereinlagerungen oder Blutungen geschädigt kommt es zu einer Quellung, einem so genannten Ödem. Die Folge: Patienten sehen Dinge zunächst grau und verzerrt. Das heißt, das scharfe Sehen ist reduziert. Was vielen Erkrankten besonders zu schaffen macht ist auch, dass sie keine Gesichter mehr erkennen können. Derzeit gibt es Behandlungsmöglichkeiten aber keine Heilung. Frühere Forschungen haben gezeigt, dass die Einnahme von antioxidanten Vitamin- und Mineralgaben gegen diese Krankheit schützen können. Zusätzlich wurde nachgewiesen, dass hohe Dosen von Vitamin C und E sowie Betacaroten und Zink ihr Fortschreiten verlangsamen können.
Neue Apotheken Illustrierte
Diabetiker müssen Zähne sorgfältiger pflegen - Gefährdung höher, Behandlung schwieriger
12.11.2004 - Diabetiker müssen bei der Zahnpflege noch sorgfältiger sein als Stoffwechselgesunde, mahnt der Zahnspezialist und Parodontologe Prof. Dr. med. Rainer Mausberg von der Universität Göttingen im Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Das Risiko, eine Zahnfleischentzündung (Parodontitis) zu bekommen, ist etwa dreimal so hoch wie das eines Nichtdiabetikers. Dazu kommt, dass eine Parodontitis sich ungünstig auf die Blutzuckereinstellung auswirken kann. Mausberg: „Das wiegt doppelt, denn mit einem schlecht eingestellten Blutzucker ist es wiederum schwerer, eine Parodontitis in den Griff zu bekommen.“
ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Diabetes wird zur Volkskrankheit
Welt-Diabetestag: Früherkennung verhindert schwere
Folgeerkrankungen
12.11.2004 - Diagnose: Diabetes. Diese Worte hören immer mehr Deutsche von ihrem Arzt. Mittlerweile gibt es knapp fünf Millionen Diabetiker in Deutschland, Tendenz steigend. Die Zahl der Erkrankten hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdoppelt. Besonders erschreckend ist, dass zunehmend Kinder und Jugendliche unter dem Typ-2-Diabetes leiden. Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) warnt anlässlich des Welt-Diabetestages am Sonntag (14.) außerdem vor schweren Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf- Erkrankungen oder Nieren- und Nervenschäden und fordert daher die verstärkte Nutzung der Früherkennungsmaßnahmen.
Diabetes lässt sich mit Blutuntersuchungen unkompliziert nachweisen: Der Blutzuckertest am frühen Morgen auf nüchternen Magen oder der orale Glucosetoleranztest ermöglichen eine genaue Diagnose. Der so genannte HbA1C-Test ermittelt den durchschnittlichen Blutzuckerwert über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten und dient der Verlaufskontrolle. Er wird vier mal im Jahr von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Außerdem helfen Teststreifen, den momentanen Blutzuckerspiegel in sekundenschnelle zu ermitteln und zu kontrollieren. Das ist besonders für Diabetiker wichtig, die Insulin spritzen müssen: Vom Blutzuckerwert hängt die Insulin-Dosis ab. Ist sie zu hoch, droht eine Unterzuckerung, die bis zum Koma führen kann. Bei schlecht eingestelltem Diabetes können auf lange Sicht schwere Erkrankungen entstehen.
Zu den häufigsten Folgeerkrankungen von Diabetes zählen Gefäßschädigungen und Nervenschäden. In der Folge können Augen- und Nierenschäden sowie Amputationen auftreten. Darüber hinaus gibt es ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Bei etwa 25 Prozent der Diabetiker sind die Nieren geschädigt, 30 Prozent leiden an Nervenschädigungen, die bis zur Amputation führen können. Jährlich erblinden in Deutschland knapp 1700 Menschen in Folge von Diabetes, das Herzinfarktrisiko ist vier- bis fünfmal so hoch wie bei gesunden Menschen. Mit rechtzeitigen Früherkennungsuntersuchungen und Testverfahren können diese schlimmen Folgen jedoch weitgehend verhindert werden. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen bei Diabetikern grundsätzlich Test, die der Früherkennung von Folgeerkrankungen dienen.
Wer jedoch ohne konkreten Verdacht auf Nummer sicher gehen will, muss die Tests aus eigener Tasche bezahlen.
Durch die Bestimmung des Eiweißes Albumin im Urin kann eine beginnende Niereninsuffizienz rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP) oder die Aminosäure Homocystein im Blut geben Aufschluss über das Herzinfarktrisiko.
Diabetes mellitus wird in zwei Typen unterteilt: Der Typ 1, der meistens noch vor dem 25. Lebensjahr ausbricht, zählt zu den Autoimmunerkrankungen und ist sowohl genetisch als auch durch Umwelteinflüsse bedingt. Dabei werden die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, es wird kein Insulin mehr produziert. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt und an zahlreichen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt ist.
Beim Typ-2-Diabetes, früher auch Altersdiabetes genannt, liegt eine Insulinresistenz vor, die einen gesteigerten Insulinbedarf hervorruft. Die Bauchspeicheldrüse muss immer mehr Insulin produzieren, um den gesamten Körper der oftmals übergewichtigen Patienten zu versorgen. Dadurch kommt es zu einer Überlastung der Bauchspeicheldrüse und schließlich zu einer Einstellung der Insulinproduktion. Hinzu kommt, dass das Insulin bei Diabetes-Patienten schlechter wirkt als bei Gesunden.
Wer regelmäßig seinen Blutzuckerwert kontrolliert und sich untersuchen lässt, kann schweren Gesundheitsschäden vorbeugen. Auch die Ernährung und die richtige Bewegung spielen eine große Rolle, um vor allem Kinder und Jugendliche vor dem Typ-2-Diabetes zu bewahren.
Eine Broschüre und gegenwärtig 31 Faltblätter zu weiteren Gesundheits- und Vorsorgethemen sind kostenlos beim IPF, Postfach 160434 in 60067 Frankfurt erhältlich. Die Texte von Broschüre und Faltblättern sind zudem auf Deutsch und Englisch über die IPF-Homepage abrufbar
(www.vorsorge-online.de).
Quelle: Infozentrum f. Prävention+Früherkennung
Diabetes: Das Auge leidet mit
11.11.2004 - Am 14. November 2004 ist Weltdiabetestag. Die Hauptveranstaltung in Deutschland findet dieses Jahr in Magdeburg statt. Doch der Kampf gegen die Zuckerkrankheit wird bundesweit und täglich ausgetragen. 44.000 Schlaganfälle, 28.000 Amputationen und 27.000 Herzinfarkte - das sind die jährlichen Folgen der Diabetes in Deutschland. Betroffen sind auch die Augen. Weltweit erblindet alle 90 Minuten ein Mensch aufgrund der diabetischen Netzhauterkrankung. Durch eine frühe Diagnose dieser Augenerkrankung steigt die Chance, das Augenlicht von Diabetes-Patienten zu retten. Blind durch Zuckerkrankheit
Vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Viele der Betroffenen wissen noch nicht einmal, dass sie Diabetes haben und dass Diabetes die Augen betreffen und im fortgeschrittenen Stadium zur Blindheit führen kann.
In den westlichen Industrienationen ist die diabetische Netzhauterkrankung, die songenannte diabetische Retinopathie, die häufigste Erblindungsursache der 18-65-jährigen. Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel kommt es unter anderem zu Veränderungen an den Gefäßwänden. Die Folge: Aus den Blutgefäßen der Netzhaut tritt Flüssigkeit aus.
Foto: Professor Lohmann, Klinikum rechts der Isar
Netzhautveränderungen beim Diabetes mellitus (Zuckererkrankung). Im zu spät erkanntem oder nicht behandeltem Stadium kommt es zu Lipidablagerungen (gelb-liche Veräderungen) oder zur Bildung von neuen Blutgefäßen.
Rote Punkte kündigen die Erblindung an
Nach 20 Jahren mit einem Diabetes Typ I leiden über 90% der Patienten an einer Schädigung der Netzhaut. Bei Typ II Diabetikern betrifft es 60%. Der Beginn der Netzhauterkrankung, der diabetischen Retinopathie, ist gekennzeichnet durch kleine rötliche Punkte auf der Netzhaut. Das sind Gefäßaussackungen (Mikroaneurysmen) oder Punktblutungen. In diesem Stadium ist das Sehvermögen meist nicht beeinträchtigt. Geht der Patient nicht zum Augenarzt, bleibt die Erkrankung unbemerkt. Im weiteren Verlauf kommt es zum Austritt von Blut und Flüssigkeiten, die später zu Fettablagerungen (harte Exsudate) führen. Das Endstadium ist eine Netzhautablösung, die dann zu einer mehr oder weniger irreparablen Beeinträchtigung des Sehens führt.
Laser als Chance
Je länger ein Patient zuckerkrank ist, umso wahrscheinlicher entwickelt er eine Retinopathie. Die beste Vorbeugung ist eine gute Einstellung des Blutzuckerwertes und des Blutdrucks. Leider gibt es bisher keine Medikamente, welche die diabetische Retinopathie gezielt bekämpfen. Doch durch eine Laserbehandlung kann Schlimmeres verhindert werden. Der Laser kommt dann zum Einsatz, wenn Veränderungen in der Makula (dem Punkt des schärfsten Sehens) auftreten oder wenn sich neue Blutgefäße im Auge bilden. Die Laserbehandlung kann abhängig vom Ausgangsbefund die bestehende Sehschärfe bei über 50% der Patienten erhalten.
Letzte Möglichkeit: Operation
Sollte die diabetische Retinopathie trotz der adäquat durchgeführten Laserbehandlung fortschreiten, so ist eine Operation angezeigt. Bei der so genannten Vitrektomie entfernt der Arzt die Glaskörperblutungen sowie neu entstandene Blutgefäße und legt die möglicherweise abgehobene Netzhaut wieder an. Gleichzeitig erfolgt eine Laserbehandlung. In vielen Fällen kann der Patient durch eine Operation ein gewisses Sehvermögen wiedererlangen.
Quelle: Klinkum rechts der Isar und Fakultät der Technischen Universität München
Ein Schokoriegel "kostet" 30 Minuten Radfahren
München (ots) 11.11.2004 - In der kommenden Woche startet die Deutsche Diabetes-Stiftung eine bundesweite Plakat-Aktion unter der
Überschrift "Volkskrankheit Diabetes - es gibt eine Lösung !". Den
Startschuss dafür bildet am kommenden Sonntag, dem Weltdiabetestag,
eine Veranstaltung im Münchener Hauptbahnhof: An einem Stand der
Stiftung in der Eingangshalle des Bahnhofes werden Passanten zwischen
Äpfeln, Brezeln und Schokoriegeln wählen können - vorausgesetzt, sie
strampeln die entsprechenden Kalorien auf einem Heimtrainer ab.
Der diesjährige Weltdiabetestag am 14. November steht unter dem
Motto "Übergewicht bekämpfen - Diabetes verhindern". Damit soll auf
die Problematik aufmerksam gemacht werden, dass immer mehr Menschen
in Deutschland deutlich übergewichtig und damit besonders gefährdet
sind, an Diabetes zu erkranken. Mittlerweile bringt schon jeder
zweite Deutsche zu viele Kilos auf die Waage.
"Unsere Veranstaltung am Weltdiabetestag soll den Menschen den
Zusammenhang zwischen Ernährung, Bewegung und Gesundheit
verdeutlichen", so Reinhart Hoffmann, Sprecher der Deutschen
Diabetes-Stiftung. "Energiezufuhr in Form von Nahrung und
Energieverbrauch in Form von Bewegung müssen im Gleichgewicht stehen.
Heutzutage aber essen viele Menschen viel zu viel und bewegen sich
viel zu wenig."
Mit der Aktion soll verdeutlicht werden, wie hoch der
Energiegehalt vieler Lebensmittel ist, und wie viel Bewegung
notwendig ist, um die aufgenommenen Kalorien wieder zu verbrauchen.
Beispielsweise muss man für einen Schokoriegel ca. eine halbe Stunde
auf dem Heimtrainer strampeln, für eine Brezel immerhin noch bis zu
15 Minuten. Ein Apfel "kostet" dagegen nur 7 Minuten.
Quelle:
DDS Deutsche Diabetes Stiftung
Weltdiabetestag: Bundesweite Aktionswoche in Apotheken
10.11.2004 - Vom 11. bis 17. November 2004 findet in Apotheken erneut eine Aktionswoche zum Weltdiabetestag am 14. November statt. Der Schwerpunkt liegt auf der Information zu Diabetes und Übergewicht.
Zusätzlich zu kostenlosen Informationsmaterialien bieten Apotheken gegen eine geringe Schutzgebühr Messungen von Blutzucker, Blutdruck und Body-Mass-Index (BMI) an. "Die Dunkelziffer ist bei Diabetes sehr hoch. Patienten mit auffälligen Blutzuckerwerten zu finden, ist der Sinn unserer bundesweiten Aufklärungsaktion. Diese werden dann dem Arzt zur Diagnose und Therapie zugewiesen", sagte Monika Koch, Bundesbeauftragte für Selbsthilfe und Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands des Deutschen Apothekerverbandes e.V.. "Schon seit langem engagieren sich die Apotheken bei der Gesundheitsvorsorge und -aufklärung. Dabei arbeiten wir mit anderen Einrichtungen des Gesundheitswesen, insbesondere auch mit Selbsthilfegruppen zusammen." Die Aktionswoche der Apotheken zum Weltdiabetestag erfolgt in Kooperation und mit Unterstützung des Deutschen Diabetiker Bundes e.V. (DDB) und der Firma Berlin Chemie AG.
Über fünf Millionen Menschen leiden an Typ-2-Diabetes, der lebensbedrohlich werden kann. Koch weiter: "80 Prozent der neu entdeckten Diabetiker sind übergewichtig. Dieses Übergewicht trägt, besonders zusammen mit mangelnder Bewegung und einer entsprechenden genetischen Veranlagung, zur weiteren Verschlechterung des Stoffwechsels bei." Deshalb ist es wichtig, das Übergewicht abzubauen. In der Regel verbessern sich dadurch die zu hohen Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte deutlich.
"Je früher ein Diabetes erkannt und unter Kontrolle gehalten wird, desto weniger Folgeprobleme haben die Betroffenen. Deshalb ist es wichtig, Erkrankte frühzeitig zu identifizieren. Dazu tragen die Apotheken mit dieser Aktion bei" betonte Koch.
Quelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
Blutdrucksenkung rettet mehr Diabetiker-Leben als Diätwahn
Diabetologen diskutieren auf internationaler Fortbildung in Jena die Vorteile einer Gewichtsreduktion kontra Blutdrucktherapie (Jena)
04.11.2004 - Überschüssige Pfunde gelten als sicherer Weg zur Volkskrankheit Nr. 1 - dem Diabetes. Entsprechend gilt auch Abnehmen in der aktuellen öffentlichen Debatte als beste Maßnahme zur Vorbeugung nicht nur der Zuckerkrankheit, sondern auch damit einhergehender Erkrankungen wie Herz- und Gefäßschädigungen, Schlaganfall und Augenschäden.
Doch immer mehr Diabetologen sehen den derzeit intensiv geführten Kampf gegen das Übergewicht eher skeptisch: Wesentlich effektiver für die langfristige Gesunderhaltung sei die Bekämpfung des Bluthochdrucks (Hypertonie) insbesondere auch bei Diabetespatienten. "Wir sollten unsere Energie in die Blutdrucktherapie stecken statt in Diätprogramme", ist Prof. Dr. Ulrich Alfons Müller, Experte für Diabetes am Universitätsklinikum Jena, überzeugt. Denn aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass bei Diabetespatienten eine Gewichtsreduktion das Sterberisiko nicht verringert. Im Gegenzug verhindert aber bereits eine Absenkung eines erhöhten Blutdrucks um 10 mm bei Zuckerkranken nicht nur die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle, sondern in 24 Prozent der Fälle auch frühzeitigen Tod. Ebenso könnten damit diabetestypische Folgeerkrankungen, wie Augen- und Nierenschäden effektiv verhindert werden. "Unsere Patienten können heute 50 bis 60 Jahre mit dem Diabetes leben", erklärt Prof. Müller, Leiter der Jenaer Arbeitsgruppe für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen. "Es geht für uns daher darum, langfristig das gesunde Überleben zu sichern - also nicht nur alt, sondern auch ohne Schlaganfall alt zu werden."
Langzeitstudien haben aber gezeigt, dass eine langfristige Übergewichtsreduktion eher selten ist und deren Wirkung auf die Gesundheit sich in Grenzen hält. "Zudem kann durch einen Gewichtsverlust zwar der Ausbruch des Typ 2 Diabetes um drei Jahre verzögert werden", führt Prof. Müller aus, "doch der Blutdruck kann dadurch nur minimal abgesenkt werden."
Diesem Effekt komme aber für die Gesundheit der Betroffenen eine entscheidende Bedeutung zu. Mit etwa 90 Prozent leiden fast alle Patienten mit Diabetes Typ 2 auch an einem erhöhten Blutdruck, also Werten über 140 mmHg. Die Hypertonie hat dabei lebensverkürzende Veränderungen des Herzens und der Gefäße zur Folge: Herzinfarkte, Aneurysmen und 70 Prozent der Schlaganfälle werden durch Bluthochdruck ausgelöst. Weitere Folge kann auch eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion sein.
"Anhand der aktuellen Forschungsergebnisse wird deutlich, dass auch bei Diabetespatienten die Blutdrucksenkung unsere wichtigste Aufgabe ist", so Müller. Diese Erkenntnis wird auch als eines der zentralen Themen der im November in Jena stattfindenden deutschlandweiten Fortbildung für Diabetologie-Experten sein. Zu dieser Veranstaltungen werden vom 12. bis 14. November über 150 Diabetologen aus ganz Europa am Universitätsklinikum Jena erwartet, das als das deutsche Fortbildungszentrum der Europäischen Diabetes-Gesellschaft (EASD) die jährliche Fortgeschrittenen-Tagung für Diabetes-Ärzte ausrichtet.
Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena
Berufskraftfahrer müssen Zuckerkrankheit angeben - Länderspezifische Regelungen bei Führerschein Klasse III
Baierbrunn (ots) 04.11.2004 - Diabetiker, die einen Führerschein erwerben
wollen, müssen nicht überall ihre Zuckerkrankheit angeben, berichtet
das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Die Erteilung der
Fahrerlaubnis ist Ländersache und entsprechend unterschiedlich
geregelt. Das Bundesverkehrsministerium sieht allerdings keine
Rechtsgrundlage für die Offenlegung der Zuckerkrankheit.
Bundeseinheitlich gilt, dass Berufskraftfahrer den Diabetes angeben
müssen und in der Regel ein Gutachten benötigen. Zuckerkranke haben
übrigens kein erhöhtes Unfallrisiko. Eine Befragung von 120
Diabetikern des Forschungsinstituts der Diabetes Akademie
Mergentheim, ergab, dass sie im Durchschnitt sogar sicherer fahren.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Zimt ist gut für Diabetiker!
27.10.2004 - Im Dezember 2003 veröffentlichten Wissenschaftler in der renommierten Fachzeitschrift Diabetes Care sensationelle Studienergebnisse, die eine deutliche Blutzuckersenkung durch Zimt bei Typ 2 Diabetikern zeigten. Die bei Diabetikern erhöhten Blutzuckerspiegel begünstigen die Entstehung von Folgeerkrankungen wie Erblindung, Nierenversagen, Gefäßerkrankungen und ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. Die Studie ergab, dass ein wasserlösliches Polyphenol(Methylhydroxy-Chalcone-Polymer = MHCP) aus Zimt den Blutzuckerspiegel senkt, da es eine ähnliche Wirkung wie Insulin entfalten kann. Es erhöht die Wirksamkeit des Insulins etwa um das 20fache und verbessert die Zuckeraufnahme in die Zellen. An der randomisierten placebokontrollierten doppelblinden Studie nahmen 60 Typ 2 Diabetiker teil. 30 Probanden erhielten 40 Tage lang ein, drei oder sechs Gramm Zimt in Kapselform, die anderen Studienteilnehmer erhielten ein Placebo.
Laut Studienergebnissen nahm die Blutzuckerkonzentration um 18 bis 29 Prozent ab. Nach Beendigung der Studie stiegen die Blutzuckerwerte wieder an. Da die Wissenschaftler positive Effekte von Zimt erst ab einer Menge von einem Gramm täglich (entspricht zirka einem Teelöffel) beobachteten, ist eine regelmäßige Zimt-Einnahme in dieser Größenordnung kaum durchführbar und macht die Einnahme von Zimtpräparaten sinnvoll. Außerdem weist Zimt je nach Herkunft und Art große Qualitätsunterschiede auf.
Ernährungswissenschaftler und Diabetologen empfehlen daher Typ 2 Diabetikern die Einnahme von Kapseln mit Zimtextrakt. Spezielle Zimtaufbereitungen eignen sich für eine jahrelange Therapie von Diabetes mellitus Typ 2 und garantieren eine gleichbleibende Qualität. Im Rahmen einer diabetesgerechten Lebensweise, die sich durch Kalorienreduktion, Fettmodifikation und reichlich Bewegung auszeichnet, kann Zimt einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Blutzuckerwerte von Typ 2 Diabetikern im Normalbereich zu halten, fasst Diabetesberater Sven-David Müller-Nothmann von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. zusammen. Literatur beim Verfasser.
ots Originaltext: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
Neuer Online-Club für Jugendliche mit Diabetes startet
26.10.2004 - Roche Diagnostics startet zum 2. November 2004 unter Accu-Chek einen neuen Internet-Club exklusiv für Jugendliche mit Diabetes: Generation D. Erfahrungsaustausch, aktuelle Informationen zum Thema und nützliche Services stehen im Vordergrund.
Schon früh lernen Kinder und Jugendliche mit Diabetes, ihr Leben
in die eigenen Hände zu nehmen. Eine positive Haltung zur
gesundheitlichen Situation? In den meisten Fällen für die Betroffenen selbst kein Problem. Schwieriger fällt das positive Denken dann, wenn das soziale Umfeld - Freunde und Mitschüler - mit Unverständnis reagieren. Umso wichtiger sind Erlebnisräume, in denen ein Leben mit Diabetes etwas Selbstverständliches ist. Ein Thema, das bisher kaum Beachtung fand.
Roche Diagnostics startet daher zum 2. November 2004 unter
Accu-Chek eine neue Internetplattform für Kinder und Jugendliche mit
Diabetes. Der Name: Generation D. Unter der Internetadresse
www.generation-d.de finden Jugendliche die Möglichkeit zum Austausch
mit Betroffenen gleichen Alters. Darüber hinaus bietet die Plattform
neben zahlreichen, aktuellen Informationen eine Reihe nützlicher
Services. Hierzu gehört ein Team von Experten, das für fachlichen Rat zur Verfügung steht - individuell und persönlich. Interaktive
Angebote wie zum Beispiel ein Rechner zur Ermittlung der
Kohlenhydratwerte von Fast-Food Gerichten sowie News aus den
Bereichen Musik, Mode und Unterhaltung runden das breite Angebot ab.
Begleitet wird das Internetangebot durch die clubeigene
Zeitschrift "Generation D". Das Magazin erscheint viermal jährlich
und vertieft besonders wichtige Schwerpunktthemen für Jugendliche mit Diabetes.
Bereits vor dem Start am 2. November 2004 ist die Registrierung
für eine Club-Teilnahme möglich. Unterlagen können auf postalischem
Weg angefordert werden unter der Adresse: Roche Diagnostics GmbH,
Abteilung VM-ME, Sandhofer Str. 116, 68305 Mannheim. Auch online ist
eine Registrierung unter www.generation-d.de möglich.
Weitere Informationen im Internet unter www.accu-chek.de oder beim Accu-Chek Kunden Service Center unter 0180 2000 165 (Montag bis
Freitag, 8 bis 18 Uhr, 6 Cent pro Gespräch).
ots Originaltext: Roche Diagnostics GmbH
Hohes Risiko für Diabetiker und Atemwegspatienten:
Lungenentzündung durch Pneumokokken
25.10.2004 - Erna V., Diabetikerin, und Klaus M., Asthmatiker kennen sich nicht, aber haben einiges gemeinsam: Beide hatten eine schwere Lungenentzündung durch Pneumokokken. Mit einer Impfung hätten sie diese verhüten können. Um Menschen mit höherem Risiko über die Gefahr einer Erkrankung zu informieren, startete im August eine bundesweite Aufklärungs- und Mitmachkampagne rund um die
Pneumokokken-Impfung.
An einer Lungenentzündung durch Pneumokokken sterben hierzulande
rund 12.000 Menschen jährlich. Besonders gefährdet sind Menschen mit
einer chronischen Krankheit, denn ihr Immunsystem funktioniert nicht
immer zu 100 Prozent. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission
(STIKO) Diabetikern sowie chronischen Atemwegspatienten die
Pneumokokken-Impfung, die sechs Jahre lang vor schweren
Pneumokokken-Erkrankungen schützt. Dennoch ist nur jeder Siebte gegen
Pneumokokken geimpft. Unter dem Motto "Ich verhüte
Pneumokokken-bedingte Lungenentzündung, weil ..." können
Risikopatienten im Rahmen einer bundesweiten Aufklärungs-Kampagne an
einem Gewinnspiel teilnehmen. Dazu nennen sie den Grund, warum sie
"verhüten" und lassen sich vom Arzt das Beratungsgespräch bestätigen.
Krankenkassen übernehmen für alle chronisch Kranken und alle über
60-Jährigen die Kosten für die Impfung. Die Praxisgebühr entfällt
ebenfalls. Heute haben Erna V. und Klaus M. wieder etwas gemeinsam:
Beide haben sich auf den Rat ihrer Ärzte hin impfen lassen und
verhüten so Pneumokokken-bedingte Lungenentzündung.
Teilnahmekarten zur Kampagne gibt es beim Arzt und beim Service
Impfen Aktuell unter www.impfen-aktuell.de . Einsendeschluss ist der
30. November 2004.
ots Originaltext: Service Impfen aktuell
Diabetes: Deutschland Spitze - Anzahl in den Niederlanden um zwei Drittel niedriger
22.10.2004 - Über acht Millionen Deutsche leiden nach Expertenschätzungen an der Zuckerkrankheit Diabetes. Mit einer Quote von 10,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung liegt Deutschland damit im europäischen Vergleich ganz vorn, berichtet das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Dass es sich beim Diabetes um eine Zivilisationskrankheit handelt, ist unbestritten. Andere Industrienationen aber schneiden deutlich besser ab als Deutschland. So liegt die Quote in Großbritannien und in den Niederlanden nur bei 3,9 beziehungsweise 3,7 Prozent. Wie es zu solch krassen Unterschieden kommen kann, wird sicher noch viele Forscher beschäftigen. Gesichert ist jedoch: „In rund 70 Prozent der Fälle ließe sich der Typ-2-Diabetes verhindern oder wenigstens verzögern, wenn gefährdete Menschen rechtzeitig auf einen gesunden Lebensstil achten“, sagt der Dresdner Stoffwechselexperte Dr. Peter Schwarz.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Neuer Service für Diabetiker: Arznei- UND Hilfsmittel auf dem praktischen Versandweg
19.10.2004 - Menschen mit der chronischen Stoffwechselerkrankung sind auf die kontinuierliche Versorgung mit Arznei- und Hilfsmitteln angewiesen. Beides können sich Diabetiker jetzt gemeinsam nach Hause liefern lassen, denn zwei starke Partner haben sich zusammengetan, um diesen praktischen Service anzubieten: Florian Müller "Der freundliche Versand für Diabetiker" und die Floriani Apotheke "Die Versand-Apotheke für Diabetiker" - mit gemeinsamem Sitz in Hamburg.
Die zeitsparende Nach-Hause-Lieferung können Diabetiker ganz einfach in Anspruch nehmen - sie senden lediglich ihr Rezept vom Arzt in einem portofreien Rückumschlag ein. Um alles andere kümmern sich die beiden Partner Florian Müller und Floriani Apotheke. Es fallen bei diesen Bestellungen auf Rezept keinerlei Kosten für Porto oder Verpackung an. Auch muss kein Kunde lange auf seine Ware warten: jeder eingehende Auftrag wird sofort bearbeitet, die Ware von Apothekern zusammengestellt sowie geprüft und in sicheren Verpackungen verschickt. So ist das Paket nach Rezepteingang innerhalb von 24-48 Stunden beim Kunden. Wohin geliefert werden soll, kann der Kunde frei bestimmen.
Doch Diabetiker profitieren bei diesem Service nicht nur von dem unkomplizierten Bestell- und dem praktischen Versandweg, sondern auch von umfassender Information über Diabetes und entsprechender Beratung. Diesen Part übernimmt Florian Müller "Der freundliche Versand für Diabetiker" mit seiner über 11-jährigen Erfahrung beim Versand von Diabetes-Hilfsmitteln und mit seinen kompetenten und ständig geschulten Mitarbeitern, die zum größten Teil selbst Diabetiker sind. Umfassende Informationen über die Erkrankung gibt es außerdem in der Kundenzeitschrift "Diabetes Welt", einem der vielen Treue-Vorteile für Florian Müller-Kunden. Natürlich kommt auch die Beratung zu Arzneimitteln, möglichen Wechsel- und Nebenwirkungen nicht zu kurz: jeder Neukunde erhält einen entsprechenden Gesundheitsfragebogen von der Floriani Apotheke und wird umfassend von dem pharmazeutischen Fachpersonal der "Versand-Apotheke für Diabetiker" beraten.
Weitere Informationen über diese neue und praktische Bezugsquelle für Arznei- und Diabetes-Hilfsmittel gibt es unverbindlich unter der Telefonnummer 01805 - 35 54 50 (bundesweit 0,12 Euro/Min) oder online unter www.floriani-apotheke.de .
ots Originaltext: Florian Müller GmbH
Hautpflege im Winter für Diabetiker doppelt wichtig
Eschborn (ots) 15.10.2004 - Kälte, Wind, trockene Heizungsluft und dicke Kleidung machen der Haut im Winter zu schaffen, besonders der ohnehin öfter durch hohe Blutzuckerwerte gestressten Haut von Diabetikern, schreibt die »Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit« in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Oktober.
Die Haut eines Diabetikers mit guter Stoffwechseleinstellung besitzt einen ebenso hohen Eigenschutz, wie die eines gesunden Menschen. Dennoch können Kleidung und Heizungsluft auch hier Tribut fordern, denn das Reiben der Textilfasern und der Verlust von Hautfeuchte in trockener Luft entziehen der Haut schützendes Fett und Feuchtigkeit. Um diese Prozesse nicht zu beschleunigen, sollte man in der kalten Jahreszeit rückfettende Reinigungsmittel verwenden, zum Beispiel ein Duschöl, nicht heiß, sondern nur warm duschen, die Dauer von Vollbädern auf maximal zehn Minuten beschränken, Cremes wählen, die Fett und Feuchtigkeit in der Haut speichern und Produkte möglichst ohne Parfum, Farb- und Konservierungsstoffe verwenden.
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte
Gerollt, nicht geschüttelt - Wie Diabetiker ihre Spritze richtig vorbereiten
Baierbrunn (ots) 12.10.2004 - Diabetiker sollen ihren Pen - das ist eine spezielle Insulin-Spritze - vor der Injektion rollen oder schwenken, aber auf keinen Fall schütteln. Das rät der Diabetes-Berater Bernd Kornmann-Hecker, Neubiberg, im Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Das Medikament muss gut durchmischt werden, darf aber nicht schäumen, was durch Schütteln passieren könnte. Das Mischen soll auch ausreichend lange geschehen. Mindestens 20-mal muss der Pen gerollt oder geschwenkt werden. "Nur zehnmal - wie früher häufig empfohlen - reicht nicht aus", sagt Kornmann-Hecker. Schnell wirkende Insuline und das lang wirkende "Glargin" müssen nicht aufgemischt werden.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Zimt senkt den Blutzuckerspiegel!
30.09.2004 - Im vergangenen Jahr veröffentlichten amerikanische und pakistanische Wissenschaftler im Diabetes Care sensationelle Studienergebnisse, die eine Blutzuckersenkung durch Zimt bei Typ 2 Diabetikern zeigten, berichtet Ernährungswissenschaftlerin Susanne Sonntag von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen. Mittlerweile gibt es rund 8 Millionen Typ 2 Diabetiker in Deutschland, die durch eine diätetische Ernährung ihre Blutzuckerwerte in den Griff bekommen können, weiß Gesellschaftssprecher Sven-David Müller. Den Studienergebnissen zufolge senkt ein in Zimt vorhandener sekundärer Pflanzenstoff den Blutzuckerspiegel. Dabei handelt es sich um eine wasserlösliche Polyphenol-Verbindung (Methylhydroxy-Chalcone-Polymer), die eine ähnliche Wirkung wie Insulin entfalten kann. An der Studie nahmen 60 Typ 2 Diabetiker teil, die in sechs Gruppen eingeteilt wurden. 30 Probanden erhielten 40 Tage lang ein, drei oder sechs Gramm Zimt in Kapselform, die anderen 30 Probanden erhielten ein Placebopräparat.
Laut Studienergebnissen nahm die Blutzuckerkonzentration um 18 bis 29 Prozent ab. Weiterhin konnten die Wissenschaftler günstige Auswirkungen auf die Blutfettwerte feststellen. Da positive Effekte von Zimt erst ab einer Menge von einem Gramm täglich (entspricht zirka einem Teelöffel) beobachtet wurden, ist eine regelmäßige Einnahme von Zimt in dieser Größenordnung kaum durchführbar. Außerdem weist Zimt je nach Herkunft und Art große Qualitätsunterschiede auf, so Sonntag. Ernährungswissenschaftler und Ernährungsmediziner empfehlen daher Typ 2 Diabetikern den Verzehr von Kapseln mit Zimtextrakt aus der Apotheke. Diese speziellen Zimtaufbereitungen eignen sich für eine jahrelange Therapie von Diabetes mellitus Typ 2 und garantieren eine gleichbleibende Qualität. Im Rahmen einer diabetesgerechten Ernährungsweise, die sich durch Kalorienreduktion und Fettmodifikation auszeichnet, sowie reichlich körperlicher Bewegung, kann Zimt einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Blutzuckerwerte von Typ 2 Diabetikern im Normalbereich zu halten, so Sonntag abschließend.
ots Originaltext: Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik
e.V.
Telemedizin bei Diabetes
29.09.2004 - Die Verbreitung der Volkskrankheit Diabetes mellitus nimmt dramatisch zu: Allein in Deutschland sind nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO 4,8 Millionen Menschen betroffen, und bis 2010 soll die Zahl bereits auf sechs Millionen gestiegen sein. Vor diesem Hintergrund stellt eine effizientere Betreuung und Behandlung der zuckerkranken und insulinpflichtigen Patienten eine immer größere Herausforderung dar. Eine völlig neue Perspektive bietet hier ein telemedizinisches Versorgungsangebot, das sich ideal in entsprechende Diabetes-Betreuungsprogramme der Krankenkassen für chronisch erkrankte Menschen (so genannte Disease Management Programme) integrieren lässt. Entwickelt wird das auch für ältere Patienten problemlos handhabbare "homecare.diabetes System" von der Diabetes-Ambulanz der von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Domschke geleiteten Medizinischen Klinik B des Universitätsklinikums Münster (UKM) in Kooperation mit dem Bremerhavener Unternehmen blande.consulting. Der Diabetiker selbst braucht sein Verhalten im Grunde überhaupt nicht umzustellen. Die einzige Veränderung besteht darin, dass insulinpflichtige Patienten, die daran gewöhnt sind, Tag für Tag ihre Blutzuckerwerte in ein Diabetes-Tagebuch einzutragen, dafür künftig einen besonderen Stift verwenden. Dieser digitale Stift, der sich rein äußerlich kaum von einem konventionellen Kugelschreiber unterscheidet, verfügt trotz seiner Leichtigkeit über ein ausgefeiltes High-Tech Innenleben. Neben einer Miene steckt in ihm eine winzige Digitalkamera, mit der sämtliche geschriebenen Daten aufgenommen, digitalisiert und gespeichert werden. Hat der Patient seine Eintragung beendet, legt er den Stift einfach neben ein Mobiltelefon, über das die Daten in ein Servicecenter übertragen werden. Ein solcher digitaler Stift selbst ist keine neue Erfindung, sondern wird beispielsweise seit längerem von Außendienstmitarbeitern genutzt, die auf diese Weise eingeholte Aufträge online an ihre Firmen übermitteln. Neu ist aber sein Einsatz in der Diabetesversorgung. Nahezu zeitgleich mit der Eintragung ins Diabetes-Tagebuch ist das Team der Diabetes-Ambulanz der Medizinischen Klinik B also künftig bereits darüber informiert, wie es um die Blutzucker-Werte der einzelnen Patienten gerade bestellt ist. Eine spezielle Software erstellt einen ausführlichen Bericht über den Verlauf der Blutzucker-Werte und Insulingaben und gibt dem Patienten und seinem Arzt somit jederzeit eine gute Handlungsgrundlage zur Optimierung der Diabetes Therapie. Die zeitaufwendige Auswertung des Diabetes-Tagebuches wird erheblich erleichtert und verbessert, da die entsprechenden Auswertungen jederzeit vorliegen. Durch die so optimierte Diabetes-Therapie können Folgeerkrankungen verhindert und die Lebensqualität der zuckerkranken Menschen gesteigert werden. Im ersten Schritt des von Dr. Reinhold Gellner, Lars-Hendrik Wassenaar und Christoph Jordecki entwickelten Pilotprojektes kommt die telemedizinische Betreuung von Diabetikern bei Patienten des Universitätsklinikums Münster selbst zum Einsatz. Bei immerhin jedem fünftem stationären Patienten in den unterschiedlichsten Kliniken des UKM wird - in der Regel als Nebendiagnose einer anderen Erkrankung - ein Diabetes festgestellt. Bislang wurden diese Patienten erst dann entlassen, wenn ihre Blutzuckerwerte wieder im Normalbereich lagen. Dies werden sich die Krankenhäuser aufgrund der DRG-Einführung - das heißt der Abrechnung stationärer Leistungen nicht mehr nach Krankenhaustagen, sondern nach diagnosebezogenen Fallpauschalen - nicht mehr leisten können. Die Verweildauer in den Krankenhäusern wird also deutlich zurückgehen. Durch die telemedizinische Betreuung kann ein Diabetiker jetzt gefahrlos entlassen werden, auch wenn seine Werte noch nicht ganz in Ordnung sind. Denn die Diabetes-Ambulanz ist dank "homecare.diabetes" permanent über den Zustand der Patienten auf dem Laufenden. Der Diabetiker ist so gut betreut und kann sich sicher fühlen. Anfang des nächsten Jahres soll dann gleichzeitig auch den ersten Hausärzten, niedergelassenen Fachmedizinern, Ärztenetzen und Krankenhäusern die Möglichkeit eröffnet werden, ihre zuckerkranken Patienten - auch - telemedizinisch zu versorgen. Den Hausärzten können dann regelmäßig einmal im Monat die digitalisierten Blutzuckerwerte ihrer Patienten in Form eines ausgewerteten Diabetes-Berichtes, zum Beispiel per Post, zur Verfügung gestellt werden. Auch die Bereitstellung des Diabetes-Berichtes auf einem geschütztem Internetportal ist möglich. Wenn der Patient dann wieder in die Praxis kommt, braucht der Arzt nicht mehr mühsam und langwierig die umfangreichen handschriftlichen Aufzeichnungen durchzublättern, um sich einen Eindruck zu verschaffen, sondern ist sozusagen auf einem Blick über den aktuellen Zustand seines Patienten informiert. Im Rahmen der Einführungs- und Evaluationsphase werden zunächst 200 Diabetiker über das homecare.diabetes System betreut. Die medizinische Studie unter Leitung der Medizinischen Klinik B wird vom Institut für Medizinische Informatik und Biomathematik des UKM begleitet. Die gesundheitsökonomischen Aspekte beleuchtet das Institut für Finanzwissenschaft II der Universität Münster. Technologischer Partner ist die Deutsche Telekom AG. Sollten sich die positiven Erwartungen bestätigen, steht anschließend einer Übernahme auf breiter Front, auch für andere Erkrankungen, nichts mehr im Wege.
Nicht zuletzt auch im Hinblick auf die vom Gesetzgeber geforderte integrierte Versorgung von Diabetikern und die Einführung entsprechender Disease Management Programme könnte dem "homecare.diabetes System" eine wichtige Rolle zukommen. Bei gleichzeitiger Kostensenkung könnte dadurch die Qualität und damit die Effizienz der Behandlung der vielen Millionen Zuckerkranken in Deutschland nachhaltig verbessert werden.
Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Stoffwechselkontrolle ergänzt Zahnpflege
23.09.04 - »Bei insulinpflichtigen Diabetikern finden sich rund dreimal so häufig Erkrankungen des Zahnhalteapparates wie bei gleichaltrigen stoffwechselgesunden Personen. Auch Karies bildet sich öfter«, sagt Professor Dr. med. dent. Brita Willershausen, Direktorin der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde in Mainz, im Interview der »Neue Apotheken Jllustrierte EXTRA Diabetes«.
Der Grund dafür liegt in der Minderdurchblutung der feingeäderten kleinen Blutgefäße des Zahnfleischs. Sie tritt in erster Linie auf, wenn der Blutzucker langfristig schlecht eingestellt war, und schwächt die Immunabwehr in der Mundhöhle. Das Zahnfleisch kann sich entzünden und ohne rechtzeitige zahnärztliche Behandlung schreitet dieses Geschehen zu einer Entzündung des Zahnhalteapparates fort.
Neben der täglichen Mundhygiene empfiehlt Willershausen allen Diabetikern, möglichst zweimal im Jahr den Zahnarzt aufzusuchen, damit bereits eine beginnende Erkrankung behandelt wird. Darüber hinaus ist natürlich eine gute Einstellung des Blutzuckers äußerst wichtig.
Außerdem lesen Sie in der »Neue Apotheken Jllustrierte EXTRA
Diabetes«: Acht kleine Tricks gegen das Cholesterin +++ Selbstbewusst ins Arbeitsleben +++ Kinder mit »Alterszucker«.
ots Originaltext: Neue Apotheken Jllustrierte
Verschiedene Insuline - unterschiedliche Wirkung
17.09.04 - Die Entwicklung der letzten Jahre hat zu einer Vielzahl von Insulinpräparaten geführt. Patienten sollten unbedingt die wichtigsten Merkmale ihres Insulinpräparates kennen und das Prinzip ihrer Insulineinstellung verstanden haben, schreibt die »Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit« in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. September.
Trotz der Fülle verschiedener Insulinpräparate lassen sich die folgenden Insulingruppen nach ihrer Wirkung unterscheiden:
Kurz wirksame Insuline: Die Wirkung hält, abhängig von der gespritzten Dosis, bis zu acht Stunden an und deckt den Insulinbedarf zu den Mahlzeiten.
Lang wirksame Insuline: Durch Zusatz verschiedener Substanzen lässt sich die Wirkungsdauer von Insulin verlängern. Lang wirksame Insuline decken vor allem den Grundbedarf an Insulin.
Mischinsuline: Sie bestehen aus einem kurz wirksamen und einem lang wirksamen Insulin und sind in verschiedenen Mischungsverhältnissen erhältlich. So lässt sich die Behandlung individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abstimmen.
Außerdem lesen Sie in diesem Heft: Testen Sie Ihre Gesundheit: Mit
Fragebögen und Vorsorgeplan +++ Mit Schwung aus dem Kreislauftief +++
Keine Furcht mehr vor der Darmspiegelung.
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte
Gesundheitshilfe ohne Medikamente: neue Forschung zur Hilfe für Diabetes-II-Kranke 13.09.04 - Im Institut für Community Medicine an der Universität Greifswald hat Anfang September unter der Leitung von Dr. Uwe Konerding ein neues Forschungsprojekt begonnen. Titel des Projektes ist "Determinanten des Gesundheitsverhaltens bei Typ-II-Diabetikern: Ansatzpunkte zur Verbesserung der nicht-medikamentösen Therapie". Das Projekt, Teil der Innovationsinitiative für die neuen Bundesländer "Unternehmen Region", wird zu 80% vom BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und im InnoRegio-Vorhaben DISCO (Disease Informations- und Service-Center Online) umgesetzt. Unter dem Dach von Disco bearbeiteten mehrere Institute der Universität sowie mehrere Unternehmen der freien Wirtschaft verschiedene Projekte zur Förderung von Gesundheit unter Nutzung telemedizinischer Dienstleistungen. Im Projekt "Determinanten des Gesundheitsverhaltens bei Typ-II-Diabetikern" soll untersucht werden, warum sich manche Diabetiker gesundheitsbewusst ernähren und bewegen, während andere dies nicht tun. Um dies herauszufinden, sollen mehrere umfassende Befragungen bei 800 Patienten in 40 Arztpraxen durchgeführt werden. Von den Ergebnissen des Projektes werden wichtige Hinweise erwartet, wie Typ-II-Diabetiker zu einer gesundheitsförderlichen Lebensweise bewegt werden könnten.
Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Schlüsselergebnisse einer Studie über Diabetes-
Augenerkrankung versprechen verbessertes Screening und Behandlungen für Menschen mit Diabetes
Die durch Diabetes bedingte Retinopathie ist die Hauptursache
von Blindheit weltweit
08.09.04 – Eli Lilly and Company (NYSE: LLY)veröffentlichte Schlüsselergebnisse von Analysen von Untersuchungsdaten, die das
Verständnis über den Verlust des Sehvermögens in Folge von durch Diabetes bedingter Retinopathie verbessern, eine diabetische mikrovaskuläre Komplikation, von der weltweit schätzungsweise 50 Millionen Menschen betroffen sind. Daten, die auf der 40. Jahresversammlung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) präsentiert wurden, deuten auf eine kritische Phase beim Fortschreiten eines durch Diabetes bedingten Ödems auf der Makula, eine Form von diabetischer Retinopathie, und führen zur Annahme, dass eine frühzeitigere Behandlung den Verlust des Sehvermögens bei Menschen mit Diabetes minimieren kann.
Diabetische Retinopathie ist neben diabetischer Neuropathie (Nervenerkrankung) und diabetischer Nephropathie (Nierenerkrankung), eine der drei diabetischen mikrovaskulären Komplikationen. [3a] Diabetische Retinopathie, einschließlich des Diabetes-Makula-Ödems, wird durch Schaden an den kleinen Blutgefäßen in den Augen verursacht. Diabetische Retinopathie ist die Hauptursache von Blindheit weltweit bei Menschen im erwerbsfähigen Alter und kann zu einem fortschreitenden Verlust des Sehvermögens lange vor der Blindheit führen.
"Mit dem anhaltend raschen Anstieg der Anzahl von Diabetes-Fällen auf globaler Ebene steigt auch die Verbreitung von Diabetes-Augenerkrankungen, einschließlich Diabetes-Makula-Ödemen. Trotz verbesserter Diabetes-Therapien erleiden etwa 10 Prozent von Patienten eine ernsthafte Sehschwäche innerhalb von 15 Jahren nach der Diagnose und 2 Prozent von Patienten werden blind", [1c] sagte Louis Vignati, M.D., Leiter des Bereichs Medizin, Eli Lilly and Company.
Durch Diabetes bedingtes Ödem auf der Makula
Das Diabetes-Makula-Ödem kann in jeder Phase von diabetischer Retinopathie auftreten. Es wird durch das Auslaufen von Flüssigkeit aus erkrankten Netzhautblutgefäßen verursacht. Die Makula befindet sich im mittleren Bereich der Netzhaut und ist für die Sehschärfe am Tag verantwortlich. Die Sehschärfe wird am meisten bei Schwellungen im Makulazentrum beeinträchtigt.
Die bei der EASD präsentierten Daten untersuchten die Sehschärfe
bei Menschen mit unterschiedlich fortgeschrittenen
Diabetes-Makula-Ödemen, um das Verständnis über den Abstand der Ausströmung vom Makulazentrum in Bezug auf den Verlust des Sehvermögens zu verbessern. Die Ergebnisse führten zu der Annahme, dass Patienten eher einem Verlust des Sehvermögens ausgesetzt sind, wenn sich das Diabetes-Makula-Ödem dem Makulazentrum nähert. Diese Angaben lassen darauf schließen, dass der Schlüssel zur Minimierung des Verlusts des Sehvermögens in einer frühzeitigeren Feststellung durch vermehrtes Screening liegt, sowie in der Entwicklung von Behandlungen, die das Fortschreiten auf das Makulazentrum hin hemmen.
Untersuchungsergebnisse
Die Analyse erstreckte sich auf 939 Patienten mit Diabetes-Makula-Ödem in verschiedenen Stadien, die an zwei klinischen Versuchen (PKC-DRS und PKC-DMES) für Ruboxistaurin von Lilly teilnahmen. Es handelt sich dabei um ein Präparat, dessen Eignung derzeit für die Behandlung von diabetischer Retinopathie und anderen diabetischen mikrovaskulären Komplikationen untersucht wird. Ruboxistaurin ist weder in Deutschland noch in Europa bzw. anderswo auf der Welt zugelassen.
Patienten im PKC-DRS Versuch litten an unterschiedlichen Stadien des Diabetes-Makula-Ödems, von keiner bis zur totalen Einbindung des Zentrums. Sechsundzwanzig Prozent litten an einer dauerhaften moderaten Sehschwäche. Eine Beeinträchtigung des Sehvermögens entstand erst als das Makulazentrum betroffen war.
Untersuchungsergebnisse aus dem PKC-DMES Versuch ergaben, dass sich bei 33 Prozent der Patienten mit einer Netzhautverdickung von mehr als 500 Mikron vom Makulazentrum im Laufe der Zeit eine Verdickung des Zentrums entwickelte. Vergleichsweise entwickelte sich bei 50 Prozent der Patienten mit einer Netzhautverdickung innerhalb 500 Mikron vom Zentrum ein Diabetes-Makula-Ödem, bei der das Makulazentrum betroffen war. Diese Daten lassen darauf schließen, dass je näher sich das Diabetes-Makula-Ödem am Makulazentrum befindet, desto eher ist das Zentrum betroffen und das Sehvermögen beeinträchtigt.
"Diese Ergebnisse führen uns dem Verständnis einen Schritt näher,
wie die Auswirkung von Diabetes-Makula-Ödemen minimiert werden kann.
Die Suche nach verbesserten Behandlungsmethoden und die Förderung von Screening und Früherkennung ist zur Verbesserung der Situation von
150 Millionen Menschen mit Diabetes lebenswichtig", sagte Dr. Pawel
Fludzinski, Teamleiter des Ruboxistaurin-Projekts bei Lilly. [1d]
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt regelmäßige
Augenuntersuchungen für Menschen mit Diabetes. Jedoch ergeben
Untersuchungen, dass sowohl in Industrie- als auch in
Entwicklungsländern Augenuntersuchungen vernachlässigt werden
aufgrund mangelnder Erkenntnis und beschränktem Zugang zu Tests. [1d]
Lillys Führungsposition bei Diabetes
Aufgrund seines langjährigen Engagements im Bereich Diabetesfürsorge stellt Lilly Patienten bahnbrechende Behandlungen zur Verfügung, die ihnen ein längeres, gesünderes und erfüllteres Leben ermöglichen. Seit 1923 ist Lilly bei der Entwicklung von Therapien in der Branche führend, um Healthcare Experten dabei zu unterstützen, die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes zu verbessern. Gleichzeitig wird die Forschung im Bereich innovativer Medikamente fortgesetzt, um die unerfüllten Bedürfnisse von Patienten zu adressieren.
ots Originaltext: Eli Lilly
Diabetes und Depression: Gefährliches Duo
Eschborn (ots) 31.08.2004 - Zuckerkranke sind doppelt so häufig depressiv wie Gesunde. Da die depressiven Phasen bei Diabetikern meist auch mit schlechterer Blutzuckereinstellung einhergehen, gibt es ein erhöhtes Risiko für Folgeschäden im Bereich der kleinen Gefäße, schreibt die »Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit« in ihrer aktuellen Ausgabe
vom 1. September.
Bislang werden Depressionen bei Diabetikern oft übersehen. Die
Betroffenen selbst scheuen sich, den Arzt auf ihre niedergedrückte
Stimmung anzusprechen, die Ärzte wiederum kümmern sich oft nur um den
Blutzucker. Damit bleibt die Depression unbehandelt, was erhebliche
Konsequenzen hat: Depressive Diabetiker haben ein 17-fach höheres
Risiko für diabetische Folgeerkrankungen wie etwa eine Netzhaut- oder
Nierenschädigung. Ebenso steigt das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Tritt eine Depression auf, so sollte sie konsequent behandelt werden, was durch psychotherapeutische Gespräche wie auch durch Medikamente möglich ist. Bei adäquater Behandlung bessert sich meist auch die Blutzuckereinstellung, und es sinkt das Risiko für Folgeerkrankungen. Die langfristigen Aussichten werden für
den Patienten besser, und auch seine Lebensqualität nimmt spürbar zu.
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte/ Gesundheit
Gefährlicher
Ost-West-Unterschied - Zweierlei Maßeinheiten
für Diabetiker teilweise heute noch üblich
Baierbrunn (ots) 19.08.2004 - Unterschiedliche Maßeinheiten
für Diabetiker aus der Zeit der deutschen Teilung führen noch
heute gelegentlich zu gefährlichen Situationen, berichtet das Gesundheitsmagazin
"Apotheken Umschau". Die DDR schloss sich in den siebziger
Jahren konsequent Empfehlungen der WHO an, der Westen hielt am Alten fest.
Ein guter Blutzuckerwert nach WHO-Standard liegt zwischen 3,9
und 6,2, bei dem im Westen üblichen Verfahren zwischen 70 und 110.
Hintergrund: Der Osten misst in Millimol pro Liter, der Westen in Milligramm
pro Deziliter. Da niemand im Alltag der Zahl die Maßeinheit
anfügt, ist es schon zu gefährlichen Verwechselungen gekommen.
Ein hoher Zahlenwert in Millimol ist zum Beispiel 25 und bedeutet
starken
Überzucker, 25 Milligramm pro Deziliter aber ist
ein gefährlich
niedriger Wert. Westdeutsche im Osten und Ostdeutsche
im Westen
sollten immer daran denken und gegebenenfalls auf ihre
Messmethode
hinweisen.
ots-Originaltext:
Wort und Bild - Apotheken Umschau
Diabetes
nun auch bei Haustieren häufiger - Katzen und Hunde
folgen dem Trend der Menschen
Baierbrunn (ots) 17.08.2004 - Schon cirka 30.000 Hunde
und 20.000 Katzen in Deutschland leiden an Diabetes
- Tendenz steigend, meldet das
Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Der
Verdacht auf Diabetes
beim Tier muss aufkommen, wenn es plötzlich sehr
viel trinkt und
uriniert und abnimmt, obwohl es reichlich frisst. Die
Ursachen
entsprechen denen beim Menschen: Insulinmangel (Typ
I) und eine
Störung der Insulinverwertung (Typ II). Allerdings
kommt der Typ I
bei den Haustieren häufiger vor. Beim Menschen
dominiert Typ II. Fast
immer muss den Tieren Insulin gespritzt werden. Hunde
erweisen sich
dabei als die einfacheren Patienten, weil sie regelmäßig
fressen und
danach ihre Spritze bekommen. Die eigenwilligen Katzen
machen oft
mehr Mühe. Werden beide aber von sorgfältigen
Haltern betreut, haben
sie eine normale Lebenserwartung.
ots-Originaltext:
Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Diabetes:
Grillspaß im Sommer
Eschborn (ots) 16.08.2004 - Es muss nicht immer Fleisch
sein. Vom Grill
schmecken auch Fisch, Gemüse und Obst köstlich
- Alternativen, die
besonders für Diabetiker zu empfehlen sind, schreibt
die »Neue
Apotheken Illustrierte/Gesundheit« in ihrer Ausgabe
vom 15. August.
Eingelegte Schweineschnitzel, Steaks und Koteletts, Bratwürstchen
und Rindersteaks legen die Deutschen einer Umfrage zufolge
am
liebsten auf den Rost. Aber auch Fisch, Gemüse und
Obst mausern sich
zunehmend zu Grillspezialitäten - und das nicht nur
bei Vegetariern.
Gesund sind diese Alternativen allemal. Denn Fisch liefert
im
Vergleich zu fetter Wurst und fettem Fleisch weniger gesättigte
Fettsäuren, die das schädliche LDL-Cholesterin
in die Höhe treiben.
Schleichend und unbemerkt setzt dieses "böse" Cholesterin
arteriosklerotische Prozesse in Gang, die eine Verengung
und
schließlich Verstopfung der Blutgefäße
bewirken. Gerade Diabetiker
haben im Vergleich zu Gesunden ein deutlich erhöhtes
Risiko für
Gefäßschäden, Arteriosklerose und in der
Folge Herzinfarkt und
Schlaganfall. Um diese Gefahr nicht noch weiter zu schüren,
sollten
sich Diabetiker bei gesättigten Fettsäuren zurückhalten
und eher
Lebensmittel essen, die einfach oder mehrfach ungesättigte
Fettsäuren
enthalten. Sie sind in der Lage, das LDL-Cholesterin zu
senken.
Einfach ungesättigte Fettsäuren stecken zum
Beispiel in Raps-,
Oliven-, Erdnuss- oder Haselnussöl. Doch auch Gänseschmalz,
Erdnussbutter, Mandeln, Avocados und Oliven sind in punkto
Fettsäuren
empfehlenswert.
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit
Diabetiker
essen zu viel Fleisch - Geringer Fleischkonsum
hilft Folgekrankheiten vermeiden
Baierbrunn (ots) 09.08.2004 - Die meisten Diabetiker
essen einfach zu
viel Fleisch und Wurst, sagt die leitende Ernährungsberaterin
am
Diabetes-Zentrum Mergentheim, Dr. Astrid Tombek im
Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Die
Zuckerkranken essen
nicht mehr Fleisch als der Durchschnitt, aber ganz allgemein,
so
Dr. Tombek, beträgt der Konsum von tierischem Fett
und Eiweiß in
Deutschland doppelt so viel wie medizinische Fachgesellschaften
empfehlen. Mehrere Studien, so weiß sie, haben
gezeigt, dass
Zuckerkranke dadurch eher Nierenschäden bekommen.
Einschränkungen
der Nierenfunktion gehören neben Herzkreislauf-Krankheiten,
Augen- und Nervenleiden zu den häufigen Folgeerkrankungen
des
Diabetes. Die Empfehlung für eine nierenschonende
Ernährung
stellt eingefleischte Braten- und Aufschnittliebhaber
vor eine
harte Bewährungsprobe: Zweimal 120 Gramm pro Woche
sind genug,
sagt die Ernährungsberaterin.Das
Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber" 8/2004
liegt in
vielen Apotheken aus und wird kostenlos an Kunden abgegeben.
ots-Originaltext:
Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Wellenbrecher
gegen Diabetes
Neuer Ansatz bei Diabetes Typ II? "Beta-Brecher" soll falsch gefaltete, zerstörerische Proteinstrukturen aufbrechen.
03.08.04 - Diabetes des Typs II, früher auch "Altersdiabetes" genannt, beginnt wahrhaft epidemische Ausmaße anzunehmen. Immer mehr junge Menschen erkranken heute an dieser Form der Zuckerkrankheit. Mittlerweile ist man sich weitgehend einig, dass dabei - ebenso wie bei der Alzheimerschen und der Parkinsonschen Krankheit sowie dem "Rinderwahn" BSE - die Wurzel allen Übels falsch gefaltete Proteine sind, die zu so genannten Amyloid-Fasern verklumpen, sich ablagern und so das Gewebe zerstören. Schlüsselschritt bei der Bildung der Amyloide ist die Umwandlung eines korrekt gefalteten Proteins in eine wellblechartige "ß-Faltblatt"-Struktur. So kam die Idee auf, Wirkstoffe zu entwickeln, die diese Art der Faltung verhindern und die ß-Faltblätter "aufbrechen" können. Israelische Wissenschaftler haben nun einen neuen Typus solcher "Beta-Brecher" entwickelt.
Das Konzept der Beta-Brecher geht von kurzen Peptidketten aus, die Segmenten aus den Amyloid-bildenden Proteinen entsprechen, und in die beta-brechende Bausteine eingebaut werden, etwa die Aminosäure Prolin. Sharon Gilead und Ehud Gazit haben nun eine wesentlich stärker beta-brechende Aminosäure ausgemacht: ±-Aminoisobuttersäure (Aib). Aib ist im Grunde nichts anderes als ein Molekül der natürlichen Aminosäure Alanin, das statt eines Wasserstoffatoms eine Methylgruppe (-CH3) am ±-Kohlenstoffatom trägt. Diese zusätzliche Methylgruppe schränkt die Beweglichkeit des Moleküls erheblich ein, so dass Aib nicht in der Lage ist, die für eine ß-Faltblatt-Struktur notwendige räumliche Anordnung einzunehmen.
Als Testobjekt wählte das Team das Peptid-Hormon Amylin aus, das zusammen mit Insulin in den Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse gespeichert wird. Es neigt dazu, in Form von Amyloid-Fasern zu aggregieren und so die Inselzellen zu zerstören: Diabetes Typ II tritt auf. Die Forscher bauten diejenige Sequenz des Peptids nach, die - wie sie zuvor erkannt hatten - für die intermolekulare Erkennung und die Aggregation der fehlgefalteten Peptide wichtig ist. Innerhalb dieser Sequenz tauschten sie zwei Aminosäuren gegen Aib-Bausteine aus - fertig war der Beta-Brecher. Da die Modifikation den Erkennungsprozess nicht weiter stört, lagern sich die Beta-Brecher mit an, wenn das Amylin in Versuchung kommt, zu Amyloid-Fasern zu aggregieren. Ein zehnfacher Überschuss des Beta-Brechers war in der Lage, die Bildung von Amyloid-Fasern drastisch zu reduzieren.
Nach dem selben Konzept könnten auch Beta-Brecher für andere zur Fehlfaltung neigende Proteine geschaffen werden. Und so hoffen die Forscher auf eine neue Wirkstoff-Generation gegen Amyloid-Erkrankungen.
Quelle: idw Informationsdienst Wissenschaft
Diabetes: Implantationskammer statt Spritzen Eine Innovation aus dem BMWA-Programm "Innovationskompetenz mittelständischer Unternehmen" (PRO INNO) 21.07.04 - Die meisten Patienten mit der chronischen Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus müssen ihren erhöhten Blutzuckerspiegel durch die Injektion von Insulin ausgleichen, in der Regel mehrfach täglich. Sonst drohen den allein in Deutschland rund sechs Millionen Diabetikern Schlaganfall, Nierenversagen, Nervenschädigungen und Erblinden. Die regelmäßige Blutzuckermessung und die ständigen darauf abzustimmenden Injektionen bedeuten für die Patienten eine große Belastung. Häufig verzögert die Angst vor Spritzen den Beginn einer notwendigen Insulintherapie und begünstigt die Entwicklung von Folgeschäden. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" entwickelt das Unternehmen In Vitro Systems & Services aus Göttingen in Kooperation mit der Firma KEK aus Bad Schmiedeberg Prototypen einer Implantationskammer für Insulin produzierende Zellen, die dem Patienten die Insulinspritze ersparen soll. Ursache der Erkrankung ist meist die Schädigung der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse, in denen das körpereigene Insulin gebildet wird. Als besonders geeignet für die Implantationskammer hat sich eine genetisch modifizierte Nicht-Beta-Zelllinie erwiesen, die in der Lage ist, Insulin freizusetzen. Die Kammer, die in den Bauchraum eingesetzt werden soll, verhindert, dass die Zellen in den Organismus des Patienten gelangen und schützt sie so vor Abwehrreaktionen des Immunsystems. Nährstoffe und Insulin können die Kammerbegrenzung jedoch passieren. Diese Passagefähigkeit bleibt nach den ersten Experimenten in vitro für mehrere Wochen erhalten. Die Aussichten auf eine Verlängerung dieser Frist sind viel versprechend.
Quelle: idw Informationsdienst Wissenschaft
Mit Eidechsenhormon gegen Diabetes
Eschborn (ots) - 15.07.2004 - Eine Substanz aus dem Speichel der Eidechse könnte in absehbarer Zukunft die Therapie des Diabetes vom Typ2 revolutionieren.
Das schreibt die "Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit" in ihrer Ausgabe vom 15. Juli.
Bereits seit einiger Zeit kennen Wissenschaftler ein menschliches Hormon aus dem Magen-Darm-Trakt, das die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse startet und außerdem für die Magenentleerung und die Hungergefühle verantwortlich zeichnet. Als Medikament allerdings taugt diese Substanz mit der Abkürzung GLP-1 nicht. Sie würde sofort verdaut und dadurch unwirksam. Im Speichel einer amerikanischen Echsenart wurde per Zufall ein sehr ähnlicher und stabilerer Stoff gefunden. Er heißt Exenatide und gelangt nach Injektion unter die Haut unversehrt an den Wirkort. Exenatide ahmt das menschliche Hormon GLP-1 nach. In ersten Studien verhalf es Diabetikern zu Blutzuckersenkungen ohne die Gefahr der Unterzuckerungen. Gleichzeitig nahmen die Testpersonen einige Kilo Gewicht ab. Das neue Arzneimittel dürfte in wenigen Jahren auf dem Markt sein, so die "Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit" mit Verweis auf den diesjährigen Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft.
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte
Keine Angst vor Insulin
Kassel (ots) – 13.07.2004 - "Wir sollten Sie auf Insulin umstellen." Vor diesem Satz fürchten sich viele der 5,3 Millionen Typ-2-Diabetiker in Deutschland. Eine aktuelle Studie der Universität München hat die Gründe für diese Furcht genauer analysiert. Das ernüchternde Ergebnis: Der
Wissensstand bei den Patienten über die Therapie mit dem körpereigenen Botenstoff ist extrem gering. Ein idealer Nährboden für unbegründete Ängste. Diabetiker fürchten zum Beispiel, Organschäden zu erleiden, wenn sie sich falsch spritzen. "Das ist natürlich völlig absurd", so Professor Dr. Burkhard Göke, Leiter Diabetes der Studie Barrieren der Insulintherapie.
Vor diesem Hintergrund unterstützt auch der Deutsche Diabetiker Bund e.V. die Informationskampagne "BESSER LEBEN - DANK INSULIN".
Die Kampagne hat das Ziel, den Wissenstand über die Insulintherapie zu verbessern. "Nur ein gut informierter Patient wird die Notwendigkeit einer Therapieumstellung verstehen und mittragen. Das Informationsangebot seitens der behandelnden Ärzte ist in vielen Fällen nicht ausreichend", begründet Volker Krempel, Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes, das Engagement der größten Selbsthilfeorganisation für Diabetiker in Deutschland.
Wie notwendig die Aufklärungsarbeit ist, zeigen die Daten der CODE-2(R)-Studie: Alle 90 Minuten erblindet ein Mensch mit Diabetes mellitus in Deutschland, alle 60 Minuten wird ein Diabetiker dialysepflichtig, alle 12 Minuten erleidet ein Patient einen Schlaganfall und alle 19 Minuten erfolgt eine Amputation. Auch zu einem Herzinfarkt kommt es alle 19 Minuten. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass die Umstellung auf Insulin oft zu lange
hinausgezögert wird. In dieser Zeit wird durch die schlechten Blutzuckerwerte der Weg für die Folgekrankheiten des Diabetes gebahnt.
Patienten können bei der Kampagne "BESSER LEBEN - DANK INSULIN",
Postfach 33 06 40, 80066 München, oder den Landesverbänden des
Deutschen Diabetiker Bundes eine Broschüre zum Thema Insulintherapie
anfordern. Weitere Informationen erhalten sie auch unter:
www.besser-leben-dank-insulin.de,
www.diabetikerbund.de,
www.diabetes-world.net
CODE-2(R)-Studie: Cost of Diabetes in Europe - Type-2
ots Originaltext: Deutscher Diabetiker Bund e.V.
Diabetes: Spritzen kann dick machen - Mit der Therapie
steigt der Appetit
Baierbrunn (ots) -05.07.2004 - Diabetiker, bei denen die Behandlung mit
Tabletten nicht mehr ausreicht und die deshalb Spritzen benötigen,
müssen Therapie, Bewegung und Ernährung besonders sorgfältig
aufeinander abstimmen. Sonst können mit den Insulin-Spritzen die
Pfunde steigen, mahnt das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Die
Gewichtszunahme kann mehrere Gründe haben: Der verbesserte
Blutzuckerspiegel steigert ganz allgemein den Appetit. Viele
Diabetiker wenden die moderne „intensivierte konventionelle Therapie“
an. Das erlaubt ihnen, so viel zu essen wie sie möchten – für Viele
eine zu große Versuchung. Ein weiterer Grund liegt in einer häufigen
Nebenwirkung der Übergangszeit. Durch falsche Dosierung kann es zur
Unterzuckerung kommen, gegen die der Diabetiker dann „anessen“ muss.
Die Umstellung der Medikamente verlangt dem Diabetiker deshalb mehr
Disziplin ab, denn mit dem Übergewicht steigen die Risken für
Folgeschäden.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Kranke Diabetiker-Nieren können sich erholen
02.07.04 - Eschborn (ots) - Die bei Diabetikern häufige Nierenschwäche kann sich wieder erholen, schreibt die »Neue Apotheken
Illustrierte/Gesundheit« in ihrer Ausgabe vom 1. Juli. Der beginnende
Nierenschaden zeigt sich durch Ausscheidungen des Eiweißes Albumin
mit dem Urin. Die »Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit« berichtet
nun von Studien, in denen die Albumin-Durchlässigkeit der Nieren bei
betroffenen Typ-1-Diabetikern wieder zurück ging.
Noch ließen sich aus den Ergebnissen keine allgemeinen
Empfehlungen ableiten, ebenso wenig sind sie auf Typ-2-Diabetiker
übertragbar. Fest steht: Die besten Chancen, das Ausmaß des
Nierenschadens zu verringern, hatten Diabetiker, deren Blutwerte
vergleichbar mit Gesunden wie folgt waren:
1. der HbA1c-Wert unter acht Prozent,
2. die Cholesterinwerte unter 198 mg/dl,
3. die Triglyzeridwerte unter 145 mg/dl und
4. der obere Blutdruck unter 115 mmHg.
Mediziner fordern wegen der Gefahr für das Herz-Kreislauf-System
heute allgemein einen HbA1c-Wert unter sieben, besser unter 6,5
Prozent.
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte/ Gesundheit
"Magnetische Glocke" misst Blutzucker
30.06.04 - Ein kaum fingernagelgroßer Sensor könnte Diabetikern eine berührungslose und damit schmerzfreie Messung des Blutzuckerspiegels ermöglichen. Das von amerikanischen Ingenieuren entwickelte Gerät wird unter die Haut beispielsweise der Hand oder des Unterarms verpflanzt und ändert seine magnetischen Eigenschaften je nach der Glucose-Konzentration in seiner Umgebung.
"Wann immer eine Messung nötig ist, hält die Person ihre Hand oder ihren Arm vor ein Lesegerät, das den Sensor automatisch erkennt", erläutert Craig Grimes von der Pennsylvania State University, University Park. Ein sechs Millimeter langer Sensor könne auf diese Weise aus einer Entfernung von bis zu 15 Zentimetern ausgelesen werden. Grimes und sein Team präsentieren ihre Entwicklung im Fachblatt "Analytical Chemistry".
Der Sensor enthält einen magnetischen Kern, der durch eine Magnetspule im Lesegerät in leichte Schwingungen versetzt wird. Beschichtet ist er mit einem Polymer, das je nach Säuregrad in der Umgebung unterschiedlich stark aufquillt und so die Schwingungen mehr oder weniger stark behindert. Der Polymermantel ist wiederum mit dem Enzym Glucoseoxidase gespickt, das den Blutzucker Glucose zu einer Säure umsetzt. Mehr Blutzucker bedeutet daher mehr Säure und damit ein deutlich verändertes Schwingungsverhalten.
Der zuckerabhängige Klang dieser "magnetischen Glocke" wird von dem Lesegerät aufgefangen und analysiert. Grimes schätzt, dass die Materialkosten für Sensor und Lesegerät unter 50 Euro liegen dürften. Zudem könne diese Technik, wie sie ähnlich auch in Boutiquen und Kaufhäusern als Diebstahlsicherung eingesetzt wird, zum Nachweise zahlreicher weiterer Agenzien eingesetzt werden, beispielsweise Giftstoffen oder Krankheitserregern.
Quelle: scienceticker
Hausärzte stellen den Blutzucker gut ein "Sinsheimer Diabetes-Studie" bescheinigt hohe Behandlungsqualität / Präventionspreis für Doktorarbeit der Sektion Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung21.06.2004 - Wie gut werden Diabetiker vom Hausarzt eingestellt? Für den badischen Kraichgau, das Gebiet um Sinsheim, hat eine Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg überwiegend positive Ergebnisse ermittelt - mit Abstrichen bei den langfristigen Komplikationen der zuckerkranken Patienten. Mit der "Sinsheimer Diabetes-Studie" hat der Ittlinger Allgemeinmediziner Dr. Til Uebel einen wichtigen Beitrag zur "Versorgungsforschung" geliefert, die sich mit der Umsetzung von wissenschaftlich begründeten Therapie-Leitlinien in die medizinische Praxis beschäftigt. Die Studie wurde als Doktorarbeit an der Sektion Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg erstellt (Leiter: Professor Dr. Joachim Szecsenyi) und beim diesjährigen Internistenkongress in Wiesbaden mit dem Preis für Prävention in der Inneren Medizin ausgezeichnet. Die Studie bescheinigt der hausärztlichen Versorgung eine deutlich bessere Qualität, als oft vermutet wird: Vom Hausarzt betreute zuckerkranke Patienten hatten günstigere durchschnittliche Stoffwechselwerte als in großen internationalen Studien. Dabei sind sie älter und kränker als die für Studien ausgewählten Teilnehmer. Defizite in der hausärztlichen Versorgung gibt es jedoch nach wie vor, vor allem bei der Diagnostik und Behandlung schwerer Komplikationen, etwa der koronaren Herzkrankheit oder des Nierenversagens durch Gefäßschäden, die langfristigen Folgen des entgleisten Zuckerstoffwechsels sind. 36 verschiedenen Hausarztpraxen nahmen an der Sinsheimer Diabetes-Studie teil; eine repräsentative Stichprobe von 518 Patienten wurde genauer untersucht. Ihr durchschnittlicher "HBA1 c- Wert", der das "Langzeitgedächtnis" des Blutzuckers kennzeichnet, lag nach sieben Jahren Behandlung bei 7,2 Prozent und durfte damit als zufriedenstellend bezeichnet werden. In Studien, die den Effekt einer besonders sorgfältigen und intensive Diabetesbehandlung überprüften, konnte lediglich ein um 0,2 Prozentpunkte besseres Ergebnis erzielt werden. Gute Diabetes-Einstellung schützt nicht immer vor Komplikationen "Die meisten Patienten waren über 65 Jahre, jeder zehnte Zuckerkranke musste gepflegt werden", berichtet Dr. Uebel. Die gute Einstellung hatte allerdings nicht den gewünschten Einfluss auf den Krankheitsverlauf: Viele Patienten litten an schweren Komplikationen durch Schäden an den Blutgefässen, etwa in der Netzhaut, an den Füssen oder am Herzen.
Dr. Uebel zieht daraus den Schluss, dass eine Verbesserung der Einstellung des Diabetes, nicht zwingend den gewünschten Effekt bringt, nämlich langfristig schwere Komplikationen zu vermeiden. "Dies kann nur erreicht werden, wenn zusätzlich mehr Augenmerk auf die Vermeidung von Komplikationen, z.B. durch gute Blutdruckeinstellung, gelegt wird", so das Fazit der Studie. Darauf sollte auch bei der Umsetzung der Disease-Management-Programme verstärkt geachtet werden.
Quelle: Universtätsklinikum Heidelberg
Diabetes: Zeigt her eure Füße
15.06.2004 - Der gestörte Stoffwechsel bei Diabetes hinterlässt häufig Spuren in Form von Nervenerkrankungen und Durchblutungsstörungen an den Füßen. Dadurch vermindert sich die Empfindung für Wärme und Schmerz - Druckstellen im Schuh oder Verletzungen am Fuß werden nicht rechtzeitig gespürt. Für Pilze ideal, für Diabetiker fatal, schreibt die "Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit" in ihrer Ausgabe vom 15. Juni 2004 und rät Zuckerkranken bei Anzeichen für Fußpilz einen Diabetologen oder die Fußambulanz eines Diabeteszentrums aufzusuchen.
Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist die Tatsache, dass wir unsere Füße nicht so oft anschauen wie zum Beispiel die Hände und deshalb kleinere Verletzungen manchmal gar nicht bemerken, in denen sich Infektionen bilden, wie die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer Ausgabe vom 15. Juni berichtet. Insbesondere sind die Füße von Diabetikern vielen Gefahren ausgesetzt. Besonders dann, wenn sich Nervenschäden und Durchblutungsstörungen entwickelt haben. Diese entstehen vor allem bei Diabetikern, deren Zucker über längere Zeit schlecht eingestellt oder jahrelang unentdeckt verlief. Neben einer guten Stoffwechseleinstellung ist auch die regelmäßige Fußpflege das ganze Jahr über wichtig, um den Gefahren einer Pilzinfektion aus dem Weg zu gehen. Zuckerkranke sollten deshalb täglich mehr als einen Blick auf die Unterseiten der Füße und die Zehenzwischenräume werfen und genau nach Symptomen für eine Pilzerkrankung und nach Verletzungen schauen.
Auf keinen Fall alleine herumdoktern.
01.06.2004 - Kaffeetrinker bekommen seltener Diabetes vom Typ 2, der in der Regel erst im höheren Lebensalter auftritt. Das berichtet das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Nach früheren amerikanischen und niederländischen Studien haben nun auch finnische Wissenschaftler den Effekt nachweisen können. Warum dieser Zusammenhang besteht, bleibt nach wie vor unklar. Die Forscher debattieren besondere Inhaltsstoffe des Kaffees, aber auch die bekannte munter machende Koffeinwirkung: Möglicherweise bewegen sich Kaffeetrinker einfach mehr. Als Vorbeugemaßnahme mögen die Forscher Kaffeekonsum aber noch nicht empfehlen. Zuerst wollen sie Genaueres über die Zusammenhänge wissen.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
24.05.2004 - BKK setzen auf Qualität bei Disease Management Programmen: Gute Betreuung erhöht die Lebensqualität und senkt die Kosten
Die BKK bauen sukzessive ihre Angebote an strukturierten Behandlungsprogrammen für chronisch kranke Versicherte aus: Nachdem sich BKK Versicherte bundesweit in DMP-Programme BKK MedPlus für Typ 2 Diabetiker einschreiben können, steht das DMP-Angebot für an Brustkrebs erkrankte Patientinnen bereits in sieben Bundesländern. In den übrigen Bundesländern wird an den Programmen für die Patientinnen gearbeitet.
Die DMP-Programme BKK MedPlus verbessern die Qualität der Patientenbetreuung umfassend durch wissenschaftliche Leitlinien, sorgfältige Dokumentation, Erinnerungssysteme für Ärzte und Patienten, Schulungsangebote auf Rat des Arztes und Intensivbetreuung der besonders betroffenen Patienten.
Allerdings wurde mit der Verknüpfung des komplizierten Finanzausgleiches zwischen den Krankenkassen (RSA, 14 Mrd. Euro Umverteilung/Jahr) und den Einschreibequoten für die DMP-Programme der falsche Weg eingeschlagen: DMP droht eine Subventionsmaschinerie für einzelne Krankenkassen zu werden, statt den Versicherten stets eine bessere Versorgungsqualität zu bieten. Eine Krankenkasse erhält für jeden Patienten, der sich in ein DMP-Programm eingeschrieben hat, Geld aus dem RSA - unabhängig davon, ob sie den Patienten durch Intensivbetreuung tatsächlich besser versorgt hat als vorher! Quantität statt Qualität darf nicht das Leitbild bei der Versorgung chronisch Kranker werden. Daher haben die BKK ihr DMP-Angebot für Patienten mit besonderem Verbesserungspotential um eine Intensivbetreuung ergänzt. Bessere Versorgung durch Telematik
Weil Qualität der Maßstab sein sollte, hat der BKK Bundesverband zusätzlich zu den für alle gesetzlichen Krankenkassen geltenden Standards für die Umsetzung von DMP-Programmen ein Telematik-Betreuungskonzept entwickelt. Das Einverständnis des Versicherten vorausgesetzt, werden die Gesundheitsprobleme von Experten auf Grundlage der medizinischen Leitlinien analysiert und Lösungsmöglichkeiten mit den Versicherten und ihren Ärzten besprochen. Die Konzepte, beispielsweise die intensiven Telefonkontakte zu den Versicherten und ergänzende Angebote für verschiedene Indikationen, erfolgt durch den ärztlich geleiteten Servicepartner der BKK, die MedicalContact AG. Der wissenschaftliche Beirat von MedicalContact besteht aus Patienten- und Verbrauchervertretern, Ärzten und Gesundheitswissenschaftlern.
Erhöhung der Lebensqualität für chronisch Kranke, 579 Euro Kosteneinsparungen für die BKK
Seit Juli 2001 werden Diabetiker, die eine telefonische Intensivbetreuung wünschten, regelmäßig zu ihrem Gesundheitszustand befragt, die laufende Behandlung mit ihnen besprochen und die Ergebnisse dokumentiert. Dabei sollen die medizinische Versorgung und das Wohlbefinden der Patienten verbessert und mit fachlicher Unterstützung zum Selbstmanagement der eigenen Erkrankung motiviert werden.
Um die Wirksamkeit dieser Aktivitäten prüfen zu können, wurden die
Betreuungsprogramme evaluiert. Die Auswertung zeigt, dass bereits
nach einem Jahr deutliche Verbesserungen des Gesundheitszustands der
Betreuten festzustellen sind: Die medizinischen Parameter im
Diabetiker-Pass haben sich im Zeitraum der Intensivberatung
statistisch signifikant gebessert. Dies dürfte auch auf die
individuelle Arzneimittelberatung zurückzuführen sein. Die Auswertung
der Arzneimittelverordnungen ergab eine Zunahme der Zahl der
betreuten Patienten mit Insulintherapie im Verhältnis zur
Vergleichsgruppe. Die Zahl der Versicherten, die in spezialisierten
Schwerpunktpraxen betreut wurden, verdoppelte sich im
Betreuungszeitraum. Der Betreuungsservice wurde ebenfalls
ausgewertet: Eine große Mehrheit schätzte die persönliche und
kompetente Beratung, die beim Umgang der Krankheit unterstützte.
Besonders positive Effekte zeigte die Beratung in Bezug auf die Krankenhausaufenthalte: Die betreuten Diabetiker waren deutlich seltener im Krankenhaus als die Vergleichsgruppe. Waren Krankenhausaufenthalte notwendig, so war die Zahl der Krankenhaustage bei Versicherten mit Beratung weitaus geringer.
Nach einem Jahr konnten bei den Leistungausgaben deutliche Einspareffekte festgestellt werden: Obwohl die Ausgaben für Arzneimittel anstiegen, ergibt sich durch den erheblichen Rückgang der Krankenhausaufenthalte und die Reduzierung der Krankenhaustage pro Versicherten eine Kosteneinsparung von 579 Euro.
In dem Team von MedicalContact arbeiten Mediziner, Diätassistentinnen, eine Diabetesberaterin, eine Oecotrophologin, Arzthelferinnen und Krankenschwestern. In zwei Teilprojekten werden seit Juli 2002 auch Versicherte mit Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) betreut.
ots Originaltext: BKK Bundesverband
Eschborn (ots) - 17.05.2004 - Bei frischem Sommerobst sollten Diabetiker zugreifen: Es steckt voller Vitamine, Mineralien und sekundärer Pflanzenstoffe - Substanzen, die helfen, gefährliche Folgeschäden zu meiden, schreibt die "Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit" in ihrer Ausgabe vom 15. Mai.
Ob Aprikosen, Melonen oder Kirschen: Für Diabetiker gibt es keinen Grund, sich diesen Genuss zu verkneifen. Zuckerkranke, die Insulin zu den Mahlzeiten spritzen, müssen die in den Früchten enthaltenen Kohlenhydrate als BE anrechnen. Für alle anderen Diabetiker gilt: "Nur so viel auf einmal essen wie in zwei eigene Hände passt", empfiehlt Dr. Astrid Tombek vom Diabetes-Zentrum in Bad Mergentheim. Diese pauschale Regel stimmt für alle Obstsorten, auch wenn sie sich im Traubenzuckergehalt unterscheiden: In den meisten Obstsorten steckt viel Fructose, der langsamer ins Blut geht, zudem Ballaststoffe, die den Anstieg des Blutzuckerspiegels bremsen. Obstsäfte enthalten übrigens keine Ballaststoffe mehr und erhöhen den Blutzuckerspiegel deshalb schneller als frisches Obst. Manche Säfte eignen sich daher auch bei Unterzucker: "Traubensaft wirkt wegen seines hohen Gehaltes an Traubenzucker am schnellsten. Auch Orangensaft eignet sich bei Unterzucker", so Tombek.
Außerdem lesen Sie in diesem Heft: Erholsamer Schlaf: mit
pflanzlichen Mitteln ruhig durch die Nacht +++ Stress mit der Blase
kann jeder haben +++ Alternative Heilmethoden: Anthroposophie -
Geist, Seele und Leib in Einklang bringen.
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit
23.04.2004 - Menschen mit Diabetes sollten sich abends mit Alkohol zurückhalten, rät das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Der Grund: Ist die Leber mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt, kann sie nicht genügend Zucker ins Blut ausschütten. Dadurch erhöht sich das Risiko für Unterzuckerung am nächsten Morgen. Kohlenhydrathaltige Getränke wie Bier und Likör erhöhen zunächst den Blutzucker. Wird dann „gegengespritzt“, kann es zu einer besonders starken Unterzuckerung kommen. Diabeter sind deshalb auch heute noch am besten beraten, Alkohol zu meiden oder nur selten zu genießen. Stark schwankende Blutzuckerspiegel erhöhen auch das Risiko für langfristige Komplikationen.
Das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber" 4/2004 liegt in vielen Apotheken aus und wird kostenlos an Kunden abgegeben.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
22.04.2004 - Nicht jeder Diabetiker gilt automatisch als chronisch krank. Diese Einstufung kann seit Anfang dieses Jahres erhebliche finanzielle Bedeutung besitzen. Chroniker brauchen Zuzahlungen zu Gesundheitskosten nur in Höhe von ein statt zwei Prozent des Brutto-Jahreseinkommens zu leisten. Fassungslos hatten Betroffene in den ersten Monaten des Jahres erfahren, dass das neue Gesetz gar keine Klarstellung enthielt. Jetzt haben nach Angaben des Apothekenmagazins Diabetiker Ratgeber" Ärzte und Kassen entschieden, dass alle Diabetiker als schwerwiegend krank gelten, die regelmäßig Tabletten einnehmen oder Insulin spritzen und regelmäßig zum Arzt gehen. Bei Typ-2-Diabetikern, die ihren Diabetes alleine durch Umstellung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens im Griff haben, liegt die Entscheidung beim behandelnden Arzt ob er den Patienten zum Chroniker erklärt oder nicht.
Das Apothekenheitsmagazin "Diabetiker Ratgeber" 4/2004 liegt in vielen Apotheken aus und wird kostenlos an Kunden abgegeben.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Eschborn (ots) 15.04.04 - Blutzuckerspitzen nach dem Essen sind nicht nur relevant für eine frühzeitige Diabetes-Diagnose. Aktuelle Studien zeigen: Zuckerspitzen, so sie unbehandelt bleiben, schädigen die Blutgefäße und erhöhen damit deutlich das Risiko für einen Herzinfarkt, berichtet die »Neue Apotheken Illustrierte/ Gesundheit« in ihrer Ausgabe vom 15. April. Deshalb werden neuen Behandlungsstrategien für Diabetiker immer wichtiger, die eine mahlzeitenbezogene Therapie ermöglichen.
Nach neuesten Erkenntnissen schädigen erhöhte Blutzuckerwerte (Zuckerspitzen) nach dem Essen die Gefäße nachhaltig, tragen zur Verkalkung der Arterien bei und führen so zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Deshalb ist es wichtig, die Blutzuckerwellen gezielt zu senken. Das Ergebnis der MERIA-Studie belegt, dass dies durch Antidiabetika-Tabletten mit dem Wirkstoff Acarbose gelingt. Sie sorgen - jeweils zu den Mahlzeiten eingenommen
- für einen kurzen, passgenauen Insulinschub, der die Blutzuckerspitzen schnell und effektiv kappt und damit die Rate an Herz-Kreislauf-Komplikationen deutlich senkt. Bislang wird bei der Therapie diese Seite des Diabetes allerdings noch viel zu selten berücksichtigt. Das heißt: Die Mehrzahl der Diabetiker erhält keine Medikamente zur gezielten Behandlung der Blutzuckerspitzen und hat dadurch ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko.
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte
Adiponectin: Körpereigenes Protein schützt vor Diabetes
Eschborn (ots) - 31.03.2004 - Adiponectin ein neu entdecktes Protein des Fettgewebes kann möglicherweise das Risiko einer Diabetes-Erkrankung senken, berichtet die »Neue Apotheken Illustrierte /Gesundheit« in ihrer Ausgabe vom 1. April 2004. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung haben herausgefunden, dass hohe Werte des in den Fettzellen produzierten Adiponectins ein niedrigeres Diabetes-Risiko bedeuten. Das Protein hemmt Entzündungen und reagiert empfindlich auf Insulin. Das für seine Produktion verantwortliche Gen befindet sich auf einem Chromosom, das mit der Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2 in Zusammenhang gebracht wird. In Zukunft könnte das Risiko eines Diabetes durch die Messung des Adiponectinspiegels - zusätzlich zu bekannten Faktoren wie Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel - genauer beurteilt werden. Welche Bedeutung neben Adiponectin auch andere in Fettzellen produzierte Botenstoffe für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion bei schon vorhandenem Typ-2-Diabetes oder bei der Gefahr, einen solchen zu entwickeln, haben, erfahren Sie in der »Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit« vom 1. April 2004.
Das Heft liegt in zahlreichen Apotheken zur Mitnahme aus. Außerdem lesen Sie in diesem Heft: Alternative Heilmethoden - Geheimnisse fernöstlicher Medizin +++ Trigeminusneuralgie: Schmerzattacken lindern +++ Dekubitus: Maßnahmen gegen das Wundliegen.
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte
Zehenzwischenräume nicht eincremen - Trockene Hornhaut ist für Feuchtigkeitscreme aber dankbar
Baierbrunn - 22.03.2004 - Wer an den Füßen unter trockener, leicht einreißender Haut leidet, kann ihnen mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme etwas Gutes tun. Das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber" empfiehlt aber, die Zehenzwischenräume nicht einzucremen. Das feuchtwarme Klima, das sonst zwischen den Zehen entstünde, bildet einen idealen Nährboden für Pilze. Besonders Zuckerkranke werden angehalten, die Füße sorgfältig zu pflegen. Eine häufige Folgeerkrankung ihres Stoffwechselleidens sind Schäden feiner Empfindungsnerven. Dadurch spüren Diabetiker entstehende Wunden kaum, so dass sie oft erst als bereits infizierte Geschwüre entdeckt werden. Bei acht von zehn Amputationen der Beine stand eine verschleppte Bagatellverletzung am Anfang. Das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber" 3/2004 liegt in vielen Apotheken aus und wird kostenlos an Kunden abgegeben.
Originaltext: Diabetiker Ratgeber
Hoher Kaffeekonsum, geringes Diabetesrisiko
Kaffeetrinker erkranken seltener an Diabetes vom Typ 2. Extrem hoher Kaffeekonsum steht sogar mit einem bis zu 79 Prozent geringeren Erkrankungsrisiko in Verbindung, berichten finnische Mediziner im "Journal of the American Medical Association". Die Art des Zusammenhangs ist jedoch rätselhaft.
Die Forscher um Jaakko Tuomilehto vom Finnischen Institut für öffentliche Gesundheit, Helsinki, verfolgten den Werdegang von über 14.000 Männern und Frauen, die zu Beginn der Untersuchung weder Gefäßerkrankungen noch Diabetes aufwiesen. Im Laufe von durchschnittlich 12 Jahren wurde bei 381 Teilnehmern Diabetes vom Typ 2 diagnostiziert. Dabei reagiert der Körper nicht mehr genügend empfindlich auf das Hormon Insulin. Der erhöhte Blutzuckerspiegel kann auf Dauer etwa zu Durchblutungsstörungen, Nierenschäden oder Erblindung führen.
Verglichen mit Nicht-Kaffeetrinkern, wiesen Frauen und Männer, die täglich drei bis vier Tassen Kaffee tranken, ein 29 bzw. 27 Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko auf. Bei einem Kaffeekonsum von täglich zehn oder mehr Tassen war das Risiko um 79 bzw. 55 Prozent reduziert, berichten Tuomilehto und Kollegen. "Die Mechanismen oder Prozesse, durch die Inhaltsstoffe des Kaffees einen günstigen Effekt hinsichtlich Diabetes mellitus ausüben könnten, sind jedoch unklar", betonen sie.
Erst kürzlich hatte eine amerikanische Studie ähnliche Resultate erbracht. Dabei war auch ein Zusammenhang zwischen entkoffeiniertem Kaffee und einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes gefunden worden. Die Stoffwechselkrankheit wurde einst als Altersdiabetes bezeichnet, im Rahmen einer regelrechten Epidemie tritt sie jedoch immer häufiger auch bei jungen Menschen auf. Als wichtigste Risikofaktoren gelten Bewegungsmangel, Übergewicht und falsche Ernährung.
Forschung: Jaako Tuomilehto, Department of Epidemiology and Health Promotion, National Public Health Institute, Helsinki; Pekka Juosilahti, Department of Public Health, University of Helsinki; und andere
Veröffentlicht in JAMA, Vol. 291(10), 10. März 2004, pp 1213-9
Quelle: Scienceticker
Diabetes-Ampel: "Bibel" für jeden Diabetiker!
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Glückliche Diabetiker dank Diabetes-Ampel!
Bad Aachen 09.03.2004 - Das neue Buch "Diabetes-Ampel" gehört in jeden Diabetiker-Haushalt, denn hier ist es gelungen, über 2.600 Lebensmittel und Speisen mit dem Ampelsystems nach Eignung für Diabetiker zu bewerten, freut sich heute Sven-David Müller, Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Aachen. Allein in Deutschland sind fünf Millionen Menschen von Diabetes mellitus betroffen, mehr als 90 Prozent von ihnen sind - meist übergewichtige - Typ 2 Diabetiker. Diabetiker weisen auch in nüchternem Zustand erhöhte Blutzuckerspiegel auf, da die körpereigene Produktion des blutzuckerspiegelsenkenden Hormons Insulin nicht ausreicht, erklärt Müller, der selbst Typ 1 Diabetiker ist.
Diabetiker dürfen vor allem die gefährlichen Folgeerkrankungen nicht unterschätzen: Diabetes kann Ursache für Herzinfarkte, Nierenversagen und Dialysepflicht, Amputationen der unteren Extremitäten oder Erblinden sein. Von Typ 2 - Diabetes Betroffene können ihren Blutzuckerspiegel durch eine angepasste Ernährungsweise und reichlich Bewegung auf Dauer senken, viele sogar gesunden. Doch auch Typ 1 - Diabetiker profitieren von einer angepassten Kostform: Die Regulation des Blutzuckerspiegels durch die Ernährung, in Kombination mit der optimalen Insulineinstellung ist Grundlage für ein langes und aktives Leben mit der Krankheit. Allen Diabetikern kann die Diabetes-Ampel wertvolle Hilfestellung sein, und lässt sich aufgrund der Handlichkeit gut als ständiger Begleiter in den Alltag integrieren. Das Ampel-System zeigt auf den ersten Blick, welche Lebensmittel und Gerichte für Diabetiker besonders gut (grün), mäßig (gelb) oder wenig (rot) geeignet sind. Komplizierte Berechnungen gehören mit diesem Ratgeber der Vergangenheit an. Einzigartig ist die Angabe des glykämischen Index von 2.600 Lebensmitteln.
Diabetes-Ampel, Knaur Verlag, ISBN 3-426-66816-5, 8,90 EUR.