dline-Hautpflege
Wichtigste Eigenschaften der Inhaltsstoffe:
Aloe Vera
Natürlicher Feuchthaltefaktor, beruhigt und entspannt die Haut
Bienenwachs
Stabilisator, rückfettend
Bisabolol
Stabilisator, rückfettend
Ceramid
Schlüsselmolekül, natürlicher Feuchtigkeitsspeicher der Haut (Hornschicht)
Glycerin
Feuchtigkeitskomponente, ähnlich wie Urea
Mandelöl
Sehr gut verträgliches Öl zur Hautrückfettung/Hautpflege
Panthenol
Fördert die Hautregenerierung
Rutin
Gewebe- und Haut-tonisierend Urea Feuchtigkeitsbindend, lindernd bei Juckreiz und Entzündungen der Haut
Vitamin A
Fördert die Hautregenerierung
Vitamin C
Radikalfänger – besonders effektiv in Verbindung mit Vitamin E. Unterstützt die Hautregenerierung
Vitamin E
Radikalfänger – besonders effektiv in Verbindung mit Vitamin C. Unterstützt die Hautregenerierung
Weisse Vaseline
Stabilisator, sehr gut verträgliche Salbengrundlage, sehr gut rückfettend
Zink
Tonisierend, adstringierend, kühlend, entzündungs- und juckreizmindernd, vor UV-Licht schützend
(je nach Konzentration)
Anwendungsbeispiel

vor der Behandlung |

nach 4 Wochen |
|
Ulcus cruris venosum bei 79 jährigem Patienten. Wundtherapie mit
Hydrofaser und dünnen Hydrokolloidverband auf die unmittelbare Wundregion
Hautpflege: am gesamten Unterschenkel mit dline-Nutcream
- 1x/Tag über 4 Wochen
Stabilisierung der Haut erreicht. |
|
Diabetes mellitus
Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung von Dr. Miller
Diabetesmellitus
Typ I
Diabetesmellitus
Typ II
Schwangerschaft
Diabetes mellitus
Die
Volkskrankheit in Deutschland schlechthin; etwa jeder 10.
Mitbürger leidet an dieser "Zuckerkrankheit".
Es handelt sich um einen Insulinmangel, relativ oder absolut.
Allerdings gibt es verschiedene Formen, die sich stark unterscheiden:
Nur
sehr Wenige haben diese Erkrankung seit ihrer Jugend, den
sog. Typ I-Diabetes.
Bei
der überwiegenden Zahl der Erkrankungen handelt es
sich um den Typ II,
eigentlich zunächst eine Fettstoffwechselstörung,
deshalb findet sich dieser Typ der Erkrankung auch eher
im fortgeschrittenen Alter. Er ist mit geeigneter Lebensführung
vermeidbar.
Eine
weitere sehr wichtige Form der Zuckerkrankheit ist der Gestationsdiabetes
als die Störung der Glukoseverwertung in der Schwangerschaft.
Wie
stellt man sie Diagnose "Diabetes mellitus"?
Ganz
einfach indem man den Blutzucker, besser die Blutglukose
misst. Die Angabe der Messwerte erfolgt entweder in mmol/l
(gebräuchlich in der ehemaligen DDR und in England,
modernerer Wert) oder in mg% (= mg/100ml = mg/dl, gebräuchlich
in Westdeutschland und den USA) - hier eine Umrechnungstabelle:
Ein Blutzucker von 200 mg% (11 mmol/l) oder mehr irgendwann
im Verlauf eines Tages gemessen oder ein Nüchternblutzucker
von 126 mg% (7 mmol/l) oder höher.
Meist wird beim Verdacht auf eine Zuckererkrankung ein Test
(oraler Glukose-Toleranz-Test [oGTT]) durchgeführt:
Nach einem Nüchternblutzucker wird ein Trunk mit 75
g Glukose genommen; danach erfolgen weitere Blutzuckerkontrollen
bis zu 3 Stunden.
Normal
sind Blutzuckerwerte im Tagesverlauf von 80 - 120 mg% bzw.
4,5 - 6,7 mmol/l. Meßwerte nach dem Essen (postprandial)
dürfen auch etwas höher liegen, ohne gleich als
krank eingestuft zu werden. Bei Schwangeren liegen diese
Werte insgesamt niedriger: 60 - 100 mg% bzw. 3,4 - 5,5 mmol/l,
sie sind hier aber auch nach einem Essen kaum höher
.
Gemessen
wird der Blutzucker mit Geräten, die kleiner sind als
ein Handy und die es mittlerweile - besonders für Kinder
- in jedem beliebigen Design gibt:

Damit kann jeder zu hause oder unterwegs sehr bequem seinen
Blutzucker messen.
Wie
lange ein Diabetes besteht, besser wie hoch die Blutzuckerwerte
der letzten 100 Tage (im Mittel) waren, gibt die Bestimmung
des HbA1c im Blut an. Jeder Diabetiker sollte einen Pass
haben, in dem alle wichtigen Werte vermerkt sind.
Diabetes
mellitus ist eine lebenslange Herausforderung, man muss
sie - leider - annehmen, eine Heilung ist derzeit nicht
(vielleicht am Horizont) erkennbar; aber die heute verfügbaren
Hilfen machen die Annahme wesentlich leichter, als noch
vor einigen Jahren.
Liegt
der Blutglukose-Spiegel im Tages- und Nachtverlauf unter
180 mg% (17 mmol/l) und nüchtern nicht höher als
110 mg% (13 mmol/l), können Sie sehr zufrieden sein.
Oberhalb dieser Werte stellen sich Komplikationen zügig
ein.
Diabetes mellitus Typ I
Kennzeichen:
Absoluter Mangel am Hormon Insulin
Der eigentliche Diabetes mellitus ist ein
absoluter Insulinmangel, bedingt durch eine verminderte
Produktion des Hormons Insulin in der Bauchspeicheldrüse
(Pankreas). Diese Form der Erkrankung wird vererbt, besser
die Veranlagung (Disposition) Diabetiker zu werden. Die
Erkrankung bricht meist schon im Kindesalter aus.
Ein Diabetiker mit diesem Typ muss Insulin
spritzen um damit den absoluten Mangel auszugleichen, ohne
Insulin kann weder Mensch noch Tier überleben.
Wer heute aber denkt, dass noch solche "Spritzen"
benutzt werden, der irrt; der moderne Diabetiker verwendet
in aller Regel einen Pen - es können auch 2 für
die verschiedenen Insulinsorten sein:
Hiermit ist die Insulinmenge leicht dosierbar,
der Pen selbst ist ziemlich unauffällig, es gibt viele
verschiedene Modelle.
Noch moderner und effektiver ist eine Pumpe.

Sie sollten Ihren behandelnden Diabetologen
fragen, ob das nicht auch etwas für Sie wäre.
Einem Diabetiker mit diesem Typ Informationen
geben zu wollen, hieße Eulen nach Athen tragen. Aber
Einiges gibt es natürlich doch, was Sie oder Er noch
nicht wissen.
Wussten Sie,
- dass Sie den Blutzucker an jeder beliebigen
Körperstelle messen können? Also z.B. irgendwo
am Arm, es muss keineswegs die Fingerbeere sein. Machen
Sie einige Doppelmessungen (Fingerbeere - andere Stelle)
um Erfahrung zu sammeln, inwieweit die an anderen Stellen
gemessenen Werte abweichen. Das können Sie dann leicht
berücksichtigen.
- dass ab einem Blutzuckerwert von 180 mg/dl
(10,0 mmol/l) vermehrt Zink (neben anderen Spurenelementen)
ausgeschieden wird? Diesen sollten Sie dann unbedingt ersetzen.
Zink ist in hohem Maße für die Infektionsabwehr
mit verantwortlich.
- dass es Glukogon-Spritzsets gibt, die
auch der Laie problemlos anwenden kann? Glukagon ist ein
Hormon, dass dem Insulin entgegenwirkt und damit bei einer
Hypo gespritzt werden sollte, wenn Sie selbst es nicht rechtzeitig
merken und selbst Zucker nehmen können.
In Zeiten der Insulinumstellung oder ungewohnter sportlicher
Betätigung empfielt es sich solch ein Set mitzuführen
und die Begleitpersonen darüber zu informieren. Insbesondere
für Schul-Kinder sollte ein solches Set zum Standard
zählen.
- dass Sie bei einer Flug-Reisen unbedingt
eine ärztliche Bescheinigung für das Mitführen
Ihrer Insulinspritzen (Pen, Pumpe) und Blutzuckermessgerät
und ggf. auch extra noch für die Medikamente brauchen?
Ihr Pen könnte sonst als "Waffe" und Ihre
Medikamente als "Drogen" eingestuft werden.
- dass Ihr Arzt Blutzuckermessgeräte
und Pen's von den Herstellern kostenlos in beliebiger Menge
bekommt? Die Firmen "verdienen" am Verkauf der
Teststreifen und desr Insulinpatronen so viel, dass dies
"drin ist". Fragen Sie also nach einem moderneren
Pen oder technisch verbessertem Messgerät.
- dass Ihre Pumpe, besser das Insulin darin,
keine Hitze vertägt? Besser Sie gehen damit nicht an
den Strand. Lassen sie sich für diese Urlaubszeit auf
Spritzen umstellen (vorher!).
- dass Sport heute kein Thema mehr ist?
Ein Typ I-Diabetiker (Arzt) ist Marathonläufer.
- dass Sie auch durch Ihre Kleidung spritzen
können? Also ein dünnes Hemd z.B. Allerdings sollten
Sie die Stelle unter der Kleidung gut kennen, damit Sie
nicht eine Warze, Muttermal, Narbe oder Ähnliches treffen.
Allerdings wird empfohlen die Kanülen danach besser
zu wechseln, um jedes Risiko auszuschließen.
-
dass die Schwierigkeiten im Gesundheitswesen, die Budgetprobleme,
auch Sie treffen werden? Noch ist das ganze nicht überschaubar.
Diabetes
mellitus Typ II
Kennzeichen:
Relativer Mangel am Hormon Insulin
Diese Form des Diabetes mellitus ist mehr
eine Erkrankung des fortgeschrittenen Lebensalters und ist
zunächst auch keine Zuckerkrankheit sondern beginnt
mit einer Störung des Fettstoffwechsels. Basis sind
Fehlernährung (Überernährung) und Bewegungsarmut.
Wir zählen in Deutschland zur Zeit etwa 6 bis 7 Millionen
Diabetiker vom Typ II, etwa jeder 10. Mitbürger ist
erkrankt; allerdings soll die Dunkelziffer (noch nicht entdeckte
Fälle) sehr hoch sein. Lassen Sie bei Ihrem Arzt mindestens
einmal jährlich den Blutzucker messen: Kleiner Pikser
in den Finger.
Am
Anfang der Krankheit steht deshalb meist die Gewichtszunahme
(Adipositas) und damit - wieder: meist - zusammenhängend
eine Blutdruckerhöhung (Hypertonie). Diese beiden Symptome
findet man fast immer: 85 % aller Typ II-Diabetiker sind
übergewichtig, der BMI liegt über 25.
Kennen Sie Ihren BMI? Wenn nicht, Sie können ihn leicht
ausrechnen:
Bedingt
durch die Zunahme an Fettgewebe werden die Zellen unempfindlicher
(resistent) gegen Insulin; prüfen Sie, ob Ihre Zeichen
auch auf Insulinresistenz stehen:

Vier Punkte oder mehr? Dann haben Sie schlechte Karten und
sollten Ihren Lebensstil umstellen, und zwar sehr schnell,
vielleicht ist es noch nicht zu spät, Sie wissen ja:
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben
Und das können Sie getrost wörtlich nehmen. Wer
"nur" 2 oder 3 Punkte hat sollte nicht vorschnell
frohlocken, er ist keineswegs aus dem Schneider, für
Ihn gilt das Folgende genauso.
Setzten Sie Ihre rosa Brille besser ab! Zweckoptimismus
hilft nicht, aber auch kein Pessimismus. Denn: Auf 1 Diabetiker
kommen 2 Bürger, die bereits eine Vorstufe haben, also
eine gestörte Glukosetoleranz. Lassen Sie bei Ihrem
Arzt ruhig mal einen Blutzuckerwert bestimmen, besser, unterziehen
Sie sich einem Toleranztest. Dabei müssen Sie 75 g
Glukose trinken und die Blutglukosewerte werden über
3 Stunden bestimmt. Leider müssen Sie diese Zeit im
Sprechzimmer Ihres Arztes verbringen, Bewegung würde
den getrunkenen Zucker zu schnell abbauen.
Was
können Sie noch tun?
Stellen Sie Ihre Ernährung um, weniger
Fette (NICHT Cholesterin), mehr Ballaststoffe, Früchte
besser frisch (Obst und Gemüse), als zu stark vergoren
(Alkohol).
Besser Bewegung an frischer Luft als Nikotindampf vor dem
Fernseher.
Treiben Sie Sport. Es muss nicht viel sein, 3 - 4 mal 30
min pro Woche (nicht im Jahr) reichen; also 15 min pro Tag,
das kann jeder schaffen, auch Sie:
Essen und Trimmen, beides muss stimmen!
Geben
Sie sich einen Ruck und fangen Sie an, nicht morgen, heute.
Jeder Tag zählt.
Denken Sie daran, dass Komplikationen drohen:

Durchblutungsstörungen z.B.: Alle 19 Minuten muss in
Deutschland einem Diabetiker ein Fuss (Bein) amputiert werden!
Gestationsdiabetes
Kennzeichen:
Relativer Mangel am Hormon Insulin
Jede 3. Schwangere, bei der ein Gestationsdiabetes
festgestellt wurde, entwickelt im laufe ihres Lebens einen
Diabetes Typ II. War der Glukosetoleranztest in der Schwangerschaft
dagegen negativ, kann eine Frau relativ sicher sein, später
nicht an Diabetes zu erkranken. Schon aus diesem Grunde
sollte jede Schwangere von ihrem Arzt einen oralen (Glukoseaufnahme
durch den Mund) Glukosetoleranztest (oGTT) fordern, der
allerdings nur mit 50g (bei Nichtschwangeren mit 75g ) Glukose
durchgeführt wird und auf 2 Std. (sonst 3) begrenzt
werden kann.
Dazu: Die erste Krankenkasse (DAK) übenimmt
seit dem 26.06.2003 die Kosten für einen oGTT; alle
Schwangeren erhalten einen Berechtigungsschein, der die
Kosten (€ 15) deckt.
Und
noch etwas unterscheidet diese Frauen: Wer einen positiven
(pathologischen) Test hatte, nimmt später doppelt so
viel an Gewicht zu: Nach 15 Jahren bringt sie 15 kg mehr
auf die Waage, die anderen Frauen nur 7,5 kg.
In der Schwangerschaft wird bei jeder 10. Schwangeren ein
auffälliger Test festgestellt.
Warum?
Ganz einfach. In der Schwangerschaft werden
die Zellen gegen Insulin durch ein Hormon der Plazenta (Mutterkuchen)
unempfindlich gemacht. Mit diesem Hormon (Humanes Placentares
Lactogen, HPL) kann die werdende Mutter die Glukoseaufnahme
in die Zelle steuern um den Blutglucosespiegel im Blut sehr
konstant zu halten. Damit wird das Kind vor einer zu starken
Überflutung mit Zucker und den daraus resultierenden
Gefahren, geschützt.
Da die Zellen aber unempfindlicher gegen
Insulin werden (wie beim Typ II Diabetes), muss mehr Insulin
produziert werden. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
jeder 10. Schwangeren schafft das nicht (wie beim Typ II
Diabetes).
Die Schwangere muss also für die Dauer der Schwangerschaft
Insulin zuführen (geht bislang nur mit Spritzen), damit
weder bei ihr noch bei ihrem werdenden Kind ein Schaden
entsteht.
Während man beim Typ II Diabetes wegen
der Lebensqualität evtl. mit Tabletten behandelt, geht
man in der Schwangerschaft kein Risiko ein und gleicht den
steigenden Insulinmangel konsequent aus. Der Insulinbedarf
steigt während der Schwangerschaft um 70 %, allerdings
ist dies abhängig vom Geschlecht des werdenden Kindes:
Wird es ein Mädchen, steigt der Bedarf sogar um 100
%, bei einem Jungen nur um 50 % .
Da die Notwendigkeit einer Insulintherapie
in aller Regel erst ab der 26./28. Schwangerschaftswoche
besteht, muss nur für die restlichen 12 bis 14 Wochen
der Schwangerschaft Insulin gespritzt werden, dies ist -
gemessen am Ziel: Gesundes Kind - auch sicher zumutbar.
Nach der Entbindung muss die Insulinbehandlung
normaler Weise nicht fortgesetzt werden. Die Insulinempfindlichkeit
der Zellen wird wieder „normal“ (Wegfall des
Hormons HPL) und die Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
schafft es nun auch wieder den „normalen“ Tagesbedarf
an Insulin zu produzieren.
Wird
eine Störung des Glukosestoffwechsels also rechtzeitig
erkannt (oGTT) und fachgerecht behandelt, ist das Ergebnis
ein gesundes Kind und eine gesunde Mutter. Die Mutter ist
aber gut beraten, wenn sie sich im weiteren Leben hinsichtlich
ihres Zuckerkonsums sehr bewusst zurück hält und
in lebenslanger ärztlicher Überwachung bleibt.
Quelle:www.dr-miller.com
Diabetologische Schwerpunktpraxis
Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung
von Dr. Hüning und Dr. Ingenstau vom Gemeinschaftspraxis
Nur durch eine exakte Diabeteseinstellung können
die zum Teil drastischen und lebensbedrohenden Komplikationen
der Zuckerkrankheit aufgehalten und dem Erkrankten eine
bessere Lebensqualität ermöglicht werden.
In
Deutschland sind mehr als 6 Millionen Menschen an Diabetes
erkrankt. Nach Schätzungen steigt die Anzahl der Zuckerkranken
in den nächsten 10 Jahren um das Doppelte. Ursache
der "Diabetes Explosion" ist eine Zunahme der
Übergewichtigen, weniger körperliche Bewegung
und eine genetische Veranlagung.
Diabetes
ist in unserer Gesellschaft eine ernstzunehmende und sich
ausweitende Bedrohung. Auf jeden Fall handelt es sich hier
um sehr viel mehr, als nur ein "bisschen zuviel Zucker".
Schon geringgradig erhöhte Blutzuckerwerte lassen das
Risiko für Diabetes Folgeerkrankungen wie Erblindung,
Nierenversagen, Amputationen, Impotenz, Schlaganfall oder
Herzinfarkt deutlich ansteigen.
Der
Diabetes bringt für die Betroffenen nicht nur eine
deutliche Einschränkung der Gesundheit und Lebensqualität
mit sich, für viele bedeutet er auch eine geringere
Lebenserwartung:
Die statistische Lebenserwartung sinkt bei Ausbruch der
Erkrankung um etwa ein Drittel!
Um
so wichtiger ist es, den Diabetes und das Nicht-Ansprechen
des Körpers auf das lebenswichtige Insulin (=Insulinresistenz)
frühzeitig zu erkennen und darauf einzugehen, d.h.
effektiv und kontinuierlich mit den zur Verfügung stehenden
Therapeutika zu behandeln.
Ein
weiterer wichtiger Baustein in der Behandlung des Diabetes
und seiner Folgen ist die Schulung des Diabetikers.
Ein geschulter und aufgeklärter und sich selbst kontrollierender
Diabetiker beherrscht seinen Diabetes besser, als ein ungeschulter,
wie viele Untersuchungen zeigen.
Auch ist es wichtig, dass der Patient die Sicherstellung des
Therapieerfolges durch Selbstkontrolle erlernt.
Anzeichen
Typ 1
Typ 2
Diabetes und Schwangerschaft
Sekundäre Diabetesformen
Anzeichen
Häufige allgemeine Anzeichen für Diabetes:
Müdigkeit,
Schlappheit
häufiges Wasserlassen
ständiges Durstgefühl
evtl. rapide Gewichtsabnahme
Sehstörungen, Juckreiz
Wundheilungsstörungen
Diese Symptome können auftreten.
Diabetes mellitus verursacht keine Schmerzen.
Typ
1
Der Körper produziert kein Insulin mehr, weil die produzierenden
Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört sind.
Der Typ 1 Diabetes, früher auch jugendlicher Diabetes
genannt, tritt meist vor dem 40. Lebensjahr auf.
Auch Kinder können daran erkranken, aber auch alte Menschen
können betroffen sein.
Der Typ 1 Diabetes mellitus wird mit einer Wahrscheinlichkeit
von ca. 3-5% von Mutter bzw. Vater auf die nachfolgende Generationen
vererbt. Da ein Fehlen von Eigeninsulin vorliegt, muß
sofort mit Insulin behandelt werden.
Typ
2
Diese Form des Diabetes kommt wesentlich häufiger vor
und tritt meist bei älteren übergewichtigen Menschen
auf.
Dabei verliert das Insulin seine Wirksamkeit und der Transport
des Zuckers in die Körperzellen wird behindert
Die Ursachen des Typ 2 sind vielfältig:
erbliche Veranlagung (Vererbungsrisiko 20-50%)
falsche Ernährung mit Übergewicht und Fettsucht
Bewegungsmangel
Streß (Infekte, Operationen)
Medikament (Kortison)
Die Wissenschaft geht davon aus, daß die Ursache des
Typ 2 Diabetes ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren sind.
Die Therapie bei den Typ 2 Diabetikern sieht zunächst
eine Gewichtsabnahme vor, damit ihr ausreichend vorhandenes
Insulin wieder richtig wirken kann.
Unterstützend
werden Medikamente, falls erforderlich auch Insulin eingesetzt.
Diabetes
und Schwangerschaft
ca. 4-5% der schwangeren Frauen haben eine Schwangerschaftsdiabetes.
Er wird der praediabetischen Phase des Typ 2 Diabetes zugeschrieben.
weitergehende
Informationen zu Diabetes und Schwangeschaft
Sekundäre
Diabetesformen
Sekundäre Diabetesformen enstehen auf der Grundlage
anderer primärer Erkrankungen z.B. bei chronischer
Pankreatitis, bei Cholelithiasis (Gallensteine), bei Alkoholmißbrauch,
bei Hormonstörungen (Nebennierenrindenhormon, Wachstumshormonen),
bei Vergiftungen usw.
Verglichen
mit der Häufigkeit des Typ 1 und Typ 2 Diabetes haben
diese Formen nur eine untergeordnete Bedeutung.
Bei 50% der Frauen mit Gestationsdiabetes
kommt
es im Laufe des weiteren Lebens zur Manifestation eines
Typ 2 Diabetes.
Suchteste
auf Diabetes mellitus sollten beim Frauenarzt bei allen
Schwangeren durchgeführt werden.
Beim Suchtest wird ein Trank mit 50g Glucose gegeben und
daraufhin darf der Blutzucker eine Stunde nach Gabe nicht
über 140 mg% liegen.
Ergibt
sich ein Verdacht auf Gestationsdiabetes ist die Diabetes
Schwerpunktpraxis zu konsultieren. Dort wird ein "oraler
Glucosetoleranztest" neben anderen weiterführenden
Untersuchungen durchgeführt.
Schwangerschaft bei Typ 1 Diabetikerinnen
Vererbung
auf das Kind
wenn Vater Typ 1 Diabetiker
bekommen 2-4% der Kinder einen Typ
1 Diabetes
wenn Mutter Typ 1 Diabetiker
bekommen 1-2% der Kinder einen Typ 1 Diabetes
wenn beide Eltern Typ 1 Diabetiker
sind 10-30% der Kinder mit Typ 1 Diabetes
zu erwarten
Schwangerschaftsplanung
bewusste Planung
Riskio diabetesbedingter Folgeerkrankungen (Niere, Augen)
sollte vorher festgestellt sein
Diabetes sollte zum Empfängniszeitpunkt gut eingestellt
sein
Schwangerschaftseinstellung
in
Frühschwangerschaft (1-3 Monat) ist eine sehr gute
Diabeteseinstellung besonders wichtig zur Minimierung des
Mißbildungsrisikos
-
nach der 24. Schwangerschaftswoche ist eine optimale Diabeteseinstellung
wichtig zur Verhinderung der sogenannten "diabetischen
Fetopathien":
Übergewicht des Kindes bei der Geburt
Unreife der Lunge bei der Geburt (Atemnotsyndrom)
Neigung zu Unterzuckerungen nach der Geburt beim Kind
-
ab der 26. Schwangerschaftswoche ist eine deutliche Steigung
des Insulinbedarfs zu erwarten. Neueinstellung des Insulins
ist erforderlich
- ideale
Blutzuckerwerte in Schwangerschaft
Blutzucker vor den Mahlzeiten unter 100 mg/dl
Blutzucker nach den Mahlzeiten
unter 120 mg/dl (maximal 140 mg/dl)
Blutzucker
nachts über 60 mg/dl
die ideale Therapie:
intensivierte Insulintherapie oder Insulinpumpentherapie.
Eine Behandlung mit blutzuckersenkenden Medikamenten ist nicht
möglich!!!
Bis zur Entbindung sollten die schwangeren Diabetikerinnen
engmaschig vom niedergelassenem Frauenarzt und dem Team
der Diabetes Schwerpunktpraxis betreut werden.
Wann sollten die Suchteste durchgeführt werden?
bei Risikopatientinnen (z.B. wenn Diabetes in der Familie
ist) in den ersten 12 Schwangerschaftswochen
in der Regel in der 24.-28. Schwangerschaftswoche
bei negativem Ausfall in der 32.-34. Schwangerschaftswoche
ideale Blutzuckerwerte siehe Typ 1 Diabetes und Schwangerschaft
Wie erfolgt die Behandlung?
Frauen
mit einem gesicherten Schwangerschafts-Diabetes benötigen
eine gemeinsame Betreuung durch ihren Frauenarzt und einen
Diabetologen in einer Schwerpunktpraxis. Bei normalem Verlauf
kann diese Betreuung ambulant erfolgen.
In der Diabetes-Schwerpunkteinrichtung erhalten Sie eine
spezielle Beratung zur Diabetes-Kost für Schwangere
und lernen Ihren Blutzucker selbst zu kontrollieren.
Hierzu sind individuelle Schulungen
erforderlich.
Die
meisten Frauen sind allein mit dieser Behandlung gut einstellbar.
Es sollten vor dem Essen Blutzuckerwerte unter 90, nach
dem Essen nicht mehr als 120 mg% erreicht werden.
Nur
etwa jede 5. Frau mit Schwangerschafts-Diabetes muss vorübergehend
-bis zur Geburt des Kindes- Insulin spritzen.
Danach kann diese Therapie fast immer beendet werden.
Die
Insulinbehandlung kann ebenfalls ambulant in einer Schwerpunktpraxis
erlernt werden.
Fast nie ist hierzu ein Krankenhausaufenthalt erforderlich.
Bis
zur Entbindung werden Sie also engmaschig gemeinsam vom
niedergelassenen Frauenarzt und
dem Team der Diabetes-Schwerpunktpraxis betreut.
Nur
so kann auch Frauen mit Schwangerschafts-Diabetes eine komplikationslose
Schwangerschaft und Entbindung ermöglicht werden.
Quelle:
www.diabetologe-duisburg.de
Merkblatt für Schwangerschaftsdiabetikerinnen
Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung
von Dr. Stephan A. Schreiber - Diabetologe
DDG
Bei
Ihnen wurde ein Schwangerschaftsdiabetes (=Gestationsdiabetes)
festgestellt. Das ist eine Zuckerkrankheit, die während
der Schwangerschaft auftritt. Diese Stoffwechselstörung
betrifft nach neueren Untersuchungen bis zu 8% aller Schwangeren.
Dabei ist der Zuckergehalt im Blut zu hoch.
Wie
kommt es zum Schwangerschaftsdiabetes?
Das
Hormon Insulin, das den Blutzucker (BZ) reguliert, muß
in der Schwangerschaft vermehrt gebildet werden, da seine
Wirkung durch die ansteigenden Schwangerschaftshormone abgeschwächt
wird. Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin
produzieren kann, kommt es zum Anstieg der Blutzuckerwerte
und damit zum Schwangerschaftsdiabetes. Besonders häufig
betroffen sind Schwangere, die älter als 30 Jahre sind,
übergewichtige Frauen und solche, deren engere Verwandte
an Diabetes erkrankt sind.
Warum
sind erhöhte Blutzuckerwerte unbedingt zu vermeiden?
Sind
die Blutzuckerwerte bei Schwangeren „längere
Zeit“ (siehe Zielwerte weiter unten) zu hoch, kann
es bei Mutter und Kind zu Komplikationen kommen.
Mutter: Harnwegsinfekte und Nierenbeckenentzündungen;
Fehlgeburt; vorzeitige Wehen; vermehrte Fruchtwasserproduktion;
Schwangerschaftsbluthochdruck; häufigere Notwendigkeit
von Kaiserschnittentbindungen.
Kind: Vermehrtes Wachstum ( führt u. a. evt. zu komplizierter
Geburt); verminderte Reife (Anpassungsschwierigkeiten nach
der Geburt; erhöhtes Risiko für Übergewicht
und spätere Zuckerkrankheit.
Wegen
dieser möglichen Komplikationen ist es unbedingt erforderlich,
den Blutzucker während der Schwangerschaft im Normbereich
zu halten, dadurch können die Risiken deutlich gesenkt
werden.
Wie
hoch darf der Blutzucker sein?
Der Blutzucker sollte in der Regel nüchtern und vor
den Mahlzeiten unter 90mg/dl, eine Stunde nach dem Essen
maximal 130 mg/dl (besser 120 mg/dl) und 2 Stunden nach
einer Mahlzeit höchstens 120 mg/dl betragen.
Wie
sind diese Blutzuckerwerte zu erreichen?
Die Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes erfolgt zunächst
(und meistens nur) mit einer Ernährungsumstellung,
die Kotrolle durch Blutzucker-Selbstbestimmungen.
Ernährungsumstellung:
Nahrungsbestandteile, die den Blutzucker erhöhen, heißen
Kohlenhydrate. Diese sind vor allem in Getreideprodukten
(Brot, Nudel, Stärke, Reis), Kartoffeln, Obst und Milch
enthalten und natürlich in Nahrungsmitteln mit reinem
Zucker (Süßwaren, Säfte, Limonade, Cola,
Kuchen). Die zuletzt genannten zuckerhaltigen Nahrungsmittel
sollten Sie verständlicherweise gar nicht mehr essen!
Um höhere Blutzuckeranstiege zu vermeiden sind die
übrigen kohlenhydratreichen Nahrungsmittel auf 5-6
kleinere Mahlzeiten zu verteilen, aber keinesfalls zu meiden.
Individuelle Ernährungsempfehlungen erhalten Sie in
der Anlage bzw. auf Nachfrage.
Blutzuckerkontrollen:
Der
aktuelle Blutzuckerwert kann von Ihnen mit einem Blutzuckermeßgerät,
das Sie von uns erhalten, selbst bestimmt werden. Zusätzliche
Laborkontrollen sind aber nötig und werden von uns
bei Ihnen durchgeführt. Die Häufigkeit der erforderlichen
Blutzuckerselbstkontrollen besprechen wir mit Ihnen.
Wer
muß Insulin spritzen?
Wenn
die Blutzuckerwerte unter der Ernährungsumstellung
zu hoch sind, ist eine Insulinbehandlung erforderlich, denn
blutzuckersenkende Tabletten dürfen in der Schwangerschaft
nicht eingenommen werden. Genauere Kenntnisse über
das Insulinspritzen, Insulinwirkung, Dosisanpassung und
das Risiko von Unterzuckerungen (Unterzuckerungen können
unter Diätbehandlung nicht auftreten!) werden Sie im
Rahmen einer Schulung bei uns erwerben. Eine Krankenhauseinweisung
ist meistens nicht erforderlich.
Welche
Kontrollen sind erforderlich?
Alle
2 Wochen sprechen wir über Ihre Blutzuckerwerte bzw.
die Insulindosis. Während der Einstellungsphase und
bei zu hohen Blutzuckerwerten ( nüchtern über
90mg/dl, 1 Stunde nach dem Essen über 130mg/dl) nehmen
Sie bitte auch früher Kontakt mit uns auf!
Ihr(-e) Frauenärztin/-arzt wird regelmäßige
Kontrollen mit Ultraschall und CTG (Aufzeichnung der kindlichen
Herztöne und der Wehen) durchführen.
Was
ist nach der Entbindung?
Meistens
ist der Blutzuckerstoffwechsel nach der Entbindung wieder
normal, d. h. es ist keine weitere Behandlung erforderlich.
Sie können sich also wieder normal ernähren. Messen
Sie unter normaler Kost ruhig 1-2 Tage noch Ihren Blutzucker
und überzeugen Sie sich selbst davon. Bei einer weiteren
Schwangerschaft werden Sie aber mit großer Wahrscheinlichkeit
wieder einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln. Lassen
Sie sich deshalb bei einer erneuten Schwangerschaft bereits
in den ersten Monaten darauf untersuchen!
Ingesamt aber gilt, daß Sie ein erhöhtes Risiko
haben an einem dauerhaften Diabetes zu erkranken. Daher
sollten Sie etwa 3 Monate nach der Entbindung und dann in
jährlichen Abständen Ihren Zuckerstoffwechsel
überprüfen lassen. Das Risiko an einem dauerhaften
Diabetes zu erkranken können Sie durch Normalisierung
des Körpergewichts und vermehrte körperliche Aktivität,
also Sport, vermindern.
Quelle: www.diabetes-hamburg.de
Kostplanbeispiel für Gestationsdiabetikerinnen
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung
von Dr. Stephan A. Schreiber - Diabetologe
DDG
1.
Frühstück
(7 Uhr)
3
BE
oder
|
50
g Vollkornbrot (auswiegen) = ca. 1 ½ BE
mit Margarine dünn bestrichen
1 Teelöffel Diätmarmelade = 10g =1/2 BE
magerer Käse oder Wurst
1 Apfel = 1 BE
Kaffee, Mineralwasser oder Diätsprudel frei
200 ml Joghurt pur
100 g Orange oder Apfel
15 g Haferflocken
|
|
2.Frühstück
(9 Uhr)
|
1
BE
1 Apfel oder 1 BE Diätjoghurt
|
|
Mittagessen
(13 Uhr) 4
BE
oder
|
180
g gekochter Vollkornreis (auswiegen) = 60g roh
oder 4 mittelgroße Kartoffeln = 4 BE
120 g Putenfleisch ( ca. 1 Scheibe)
1 Teelöffel Öl
Gemüse bis 200 g ohne Berechnung
180 g gekochte Nudeln = 4 BE
120 g Hackfleisch
1 Teelöffel Öl
200 g Paprika
(50 g Zwiebel)
Gewürze
|
|
Kaffee
(15Uhr)
1
BE
|
1-2
Scheiben Knäckebrot = 1 BE
mit Wurst oder Käse oder
Diätjoghurt
|
|
Abendessen
(19 Uhr)
4
BE
|
100
g Vollkornbrot (auswiegen) = 4 BE
mit Margarine dünn bestreichen
magerer Käse oder Wurst
Eisbergsalat
Essig und 1Teelöffel Öl
Gewürze
|
|
Spätmahlzeit
(21 Uhr)
1
BE
|
1
BE Diätjoghurt
|
|
Dieser Kostplan ist ernährungsphysiologisch ausgeglichen.
Es ist zu bedenken, daß Sie unbewußt noch eine
Reihe versteckter Kohlenhydrate bzw. Kalorien zu sich nehmen.
Es ist normal, wenn Sie unter dieser Kostumstellung zunächst
geringfügig abnehmen. Dies ist weder für Ihr Kind
noch für Sie selbst gesundheitsschädlich!
Sollten Sie am Beginn der Ernährungsumstellung die
Blutzuckerzielwerte nicht erreichen können –
nüchtern bis 90mg%, 1 Std. nach dem Essen bis max.
130mg%, nehmen Sie bitte unbedingt kurzfristig mit uns Kontakt
auf. Ist dies Ihnen nicht möglich, so können Sie
auch für 1-2 Tage die Menge der Kohlenhydrate (= BE)
etwas reduzieren, bis Sie uns wieder erreichen.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an eine unserer
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Quelle: www.diabetes-hamburg.de
Typ- 2 Diabetes, ein Krimi mit Fortsetzungen
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung
von Dr. Stephan A. Schreiber - Diabetologe
DDG
Das metabolische Syndrom – Hyperleptinresistenz als
treibende Kraft?
Zu
der Hypothese, daß die Insulinresistenz und die Hyperinsulinämie
die gemeinsamen ätiologischen Faktoren des metabolischen
Syndroms seien, tritt seit kurzem eine neue, daß möglicherweise
nicht die Hyperinsulinämie, sondern die Hyperleptinämie
eine der treibenden Kräfte des metabolischen Syndroms
seien.
So unterstützen Studien an der israelischen Sandratte,
Psammomys obesus, einem aus-gezeichneten Modell für
Adipositas, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes, Theorien,
daß peripheres Leptin entweder bei der Insulinresistenz
oder bei der Modulation der Insulinsensitivität eine
Rolle spielen könnte. In einer Studie, in der diese
Tiere soviel fressen durften, wie sie konnten, ging es ihnen
wie den Menschen: Sie wurden hyperglykämisch, hyperinsulinämisch,
wiesen höhere Triglycerid- und Cholesterinspiegel,
größere Fettspeicher und ein größeres
Körpergewicht auf. Ferner wiesen diese Tiere höhere
Leptinspiegel auf, die unabhängig
vom Körpergewicht der Tiere mit einer Insulinresistenz
einhergingen, ein Phänomen, das auch beim Menschen
beschrieben wurde. Diese Beobachtung unterstützt die
Hypothese, daß eine Hyperleptinämie
und Leptinresistenz bei der Ausbildung
des metabolischen Syndroms eine wesentliche Rolle spielen.
Diese
Leptinresistenz könnte auf der Ebene des zentralen
Nevensystems auf ein "Bevorratungs-Gen"
zurückzuführen sein, das einige Lebewesen für
eine Adipositas und einen Diabetes anfällig macht.
Im Kampf ums Überleben würde diese Leptinresistenz
einen entwicklungsgeschichtlichen Vorteil darstellen, da
damit große Mengen an Nahrung – wenn sie denn
vorhanden sind – aufgenommen werden können, ohne
daß der Appetit durch das Leptin unterdrückt
würde. Was aber zuvor ein evolutorischer Vorteil
war und das Überleben in Hungerzeiten ermöglichte,
führt nun in Zeiten des Überflusses zu Insulinresistenz.
Deshalb sind eine vernünftige Ernährung sowie
eine gesunde Bewegung logische Konsequenzen der Prophylaxe.
Wie
beim Tier kommt es wahrscheinlich auch beim Menschen beim
Übergang von Diabetes-Vorstadien in einen Typ-2-Diabetes
zu einer ähnlichen Abfolge wie bei der israelischen
Sandratte. Und hier bietet sich Metformin mit seiner Fähigkeit,
die Insulinresistenz zu verringern, dazu an, vor einem Übergang
einer pathologischen Glukosetoleranz zum manifesten Typ-2-Diabetes
zu schützen. In diesem Zusammenhang sei auch auf die
Gruppe der Glitazone, Insulinsensitiver; hingewiesen, deren
Bedeutung abschließend noch nicht beurteilt werden
kann.
Leptin
* - Hormon des Adipozyten
Es
ist als Genprodukt des obese-gene auf Chromosom 7q32 ein
16 kDa schweres adipozytenspezifisches Protein aus 146 Aminosäuren.
Der peripher meßbare Leptinspiegel korreliert in über
90% der Fälle streng positiv mit dem BMI sowie mit
der Körperfettmasse. Bei Frauen finden sich unabhängig
vom Körpergewicht höhere Leptispiegel als bei
Männern. Gewichtsreduktion senkt auch den Leptinspiegel.
Die Leptinsekretion unterliegt einem Kortisolähnlichen
zirkadianen Rhythmus (Sinha et al. 1996;
Saladin et al. 1995) mit einem Maximum in den frühen
Morgenstunden und einem Minimum mittags. Die Freisetzung
erfolgt pulsatil (Licinio et al. 1997).
Insulin, Glukokortikoide, ß-Agonisten und cAMP steigern
die Leptinsekretion, Kälteexposition und freie Fettsäuren
vermindern die Leptinsekretion.
Leptin
wird von den Adipozyten als Hormon in die
Blutbahn freigesetzt (Considine et al. 1996), bindet an
den Leptinrezeptor des Plexus choroideus
(Lynn et al. 1996) und inhibiert zentral sowohl die Synthese
von NPY (Neuropeptid Y) im Nucleus arcuatus
hypothalami als auch die Freisetzung von NPY im Nucleus
paraventricularis hypothalami (Dryden et al. 1995; Stephens
et al. 1995; Campfield et al. 1995; Schwartz et al. 1996).
NPY hemmt die Thermogenese und stellt den potentesten derzeit
bekannten Stimulator der Nahrungsaufnahme dar. Da Leptin
die NPY-Wirkung inhibiert, kommt es infolge der Leptinwirkung
also zu einer Hemmung der Nahrungsaufnahme
und zu einer Enthemmung der Thermogenese.
Weshalb aber bleiben adipöse hyperleptinämische
Individuen dennoch adipös? Möglicherweise weisen
hyperleptinämische adipöse Patienten einen Leptinrezeptordefekt
auf – eine Leptin-resistenz, wie
dies in einigen Tier-modellen, siehe oben, gezeigt wurde.
Diese in Tiermodellen gezeigten Leptin-Rezeptor-Mutationen
wurden jedoch beim Menschen bislang nicht gefunden (Considine
et al. 1995). Möglicherweise bestehen Beziehungen zwischen
Rezeptorpolymorphismen und der Adipositas
(Chagnon et al. 2000). Die Rolle des Leptins scheint jedenfalls
noch lange nicht umfassend geklärt zu sein, vermutlich
greift es nämlich noch in mehrere andere Regelkreisläufe,
wie z. B. das Fertilitäts-system (Chehab et al. 1996)
und das blutbildende System (Gainsford et al. 1996) ein.
*(griechisch: "leptos" = dünn)
Stephan
A. Schreiber
©Stephan A. Schreiber: Typ-2-Diabetes, ein Krimi mit
Fortsetzungen – Hyperleptinresistenz, 10/2000
Quelle: www.diabetes-hamburg.de
Insulinarten
Es
gibt vier verschiedene Insulinarten für die Injektion
unter die Haut:
-
Kurzwirkende Normalinsuline, früher auch als Altinsuline
bezeichnet
- Verzögerungsinsuline
- Langzeitinsuline
- Misch- und Kombinationsinsuline
- Analog-Insulin
- Depotinsulin
- Lyspro-Insulin
1. Normal- oder Altinsuline
Der
Begriff Normalinsulin hat sich gegenüber dem bisherigen
Begriff Altinsulin durchgesetzt. Im Englischen werden diese
Insuline als "regular insuline" bezeichnet.
Beim
Normalinsulin ist die Wirkungsdauer abhängig von der
gespritzten Dosis. Geringe Einheiten Normalinsulin wirken
kürzer als größere Einheiten.
-
Wirkungseintritt ca. 15 - 30 Minuten
- Wirkungsmaximum/Höhepunkt nach 2 Stunden
- Wirkungsdauer ca. 4 - 6 Stunden
- 20 Minuten nach einer Normalinsulininjektion sollte man
etwas essen.
- Normalinsulin wird als
- Humaninsulin
- Schweineinsulin
- Rinderinsulin hergestellt.
Die
pharmazeutische Industrie ist in der Lage, Humaninsuline
künstlich herzustellen und damit das Risiko einer Allergie,
wie sie gegen Schweine- und Rinderinsulin bestehen kann,
da es sich um artfremde Eiweiße handelt, sehr gering
zu halten.
2. Verzögerungsinsuline
Verzögerungsinsuline
geben den Wirkstoff langsam in die Blutgefäße
ab und haben ihre erste Wirkung nach 1 bis 2 Stunden. Die
stärkste Wirkung tritt meist erst nach 4 bis 6 Stunden
ein. Die Wirkdauer ist abhängig von der gespritzten
Dosis und beträgt 8 - 16 Stunden. Bei einer Injektion
von Verzögerungsinsulin sollte 30 bis 45 Minuten danach
gegessen werden.
3. Langzeitinsuline
Die
Wirkung der Langzeitinsuline tritt nach etwa 4 Stunden auf
und hält dann etwa 24 bis 28 Stunden. Im Gegensatz
zu den Altinsulinen und Verzögerungsinsulinen gibt
es keinen festen zeitlichen Abstand zwischen der Injektion
des Langzeitinsulins und der Notwendigkeit einer Nahrungsaufnahme.
4. Misch- und Kombinationsinsuline
Bei
den Misch- und Kombinationsinsulinen sind Alt- und Verzögerungsinsuline
miteinander gemischt. Diese Mischinsuline sind im Handel
erhältlich, so daß ein Mischen für den Diabetiker
in der Regel entfällt.
Analog-Insulin
Der
Begriff analog bedeutet im Griechischen gleichwertig oder ähnlich. So sind Analog-Insuline denen in der Natur
vorkommenden Insulinen chemisch nachgebaut, sie sind aber
nicht mit ihnen identisch. Im Handel befindet sich zur Zeit
nur ein Analog-Insulin: das Lyspro-Insulin.
Depotinsulin
Depotinsuline
sind mittellang wirkende Insuline mit Verzögerungssubstanzen,
die Surfen genannt werden. Wirkungseintritt 30 - 45 Minuten
Wirkungsmaximum nach 2 - 4 bzw. 6 Stunden Wirkungsdauer
ca. 14 - 18 Stunden.
Lyspro-Insulin
Das
Lyspro-Insulin ist ein Analog-Insulin, daß dem in
der Natur vorkommenden Insulin nachgebaut wurde, jedoch
nicht mit ihm voll identisch ist. Das normale menschliche
Insulin, ein Hormon, ist aus verschiedenen Eiweißbausteinen
aufgebaut, die wiederum aus Bausteinen der Eiweiße,
den Aminosäuren, bestehen. Die Reihenfolge der Aminosäuren
sind in einer festgelegten und bei jedem Menschen gleichen
Reihenfolge aneinander gefügt wie Perlen bei einer
zweireihigen Kette. Der Begriff Lyspro-Insulin kommt daher,
daß die beiden Aminosäuren Prolin und Lysin,
die an einer bestimmten Position einer der Ketten, der sogenannten
B-Kette, stehend vertauscht worden, so daß in dem
neu hergestellten Insulin an dieser Stelle die Eiweißreihenfolge
Lysin und Prolin lautet. Dies gab dem Wirkstoff Lyspro den
Namen.
Es
wirkt schneller und kürzer als Normalinsulin, unabhängig
von der gespritzen Dosis. Ein Spritz-Eßabstand entfällt.
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