Alzheimer: Gedächtnislücken erste Anzeichen einer Erkrankung
Chicago - 28.06.2006 - Altersbedingte Gedächtnislücken wie das Vergessen einer erst kürzlich geführten Unterhaltung, dürften Anzeichen jenes Vorganges sein, der zu einer Alzheimererkrankung führen kann. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Rush University Medical Center http://www.rush.edu gekommen. Das Team um David Bennett untersuchte die Gehirne von 134 älteren Menschen, die abgesehen von einer leichten Vergesslichkeit im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten zu sein schienen. Es zeigte sich, dass mehr als ein Drittel der untersuchten Gehirne jene Proteinansammlungen aufwiesen, die mit Alzheimer in Zusammenhang gebracht werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in Neurology http://www.neurology.org veröffentlicht.
Wissenschaftler versuchen den ersten Punkt in jenem Prozess zu identifizieren, der zu Alzheimer führt. Es wird davon ausgegangen, dass eine Behandlung im frühesten Stadium am wirksamsten sein kann. Die meisten Menschen hatten angenommen, dass kleine Anfälle von Vergesslichkeit nichts sind worüber man sich Sorgen machen muss. Die Forscher wiesen in den untersuchten Gehirnen ein Ausmaß an Schädigung nach, dass mit jener bei Patienten mit schwerem Alzheimer zu vergleichen ist. Bennett erklärte laut BBC, dass diese Ergebnisse nahe legten, dass manche Menschen diesen Schaden besser kompensieren könnten als andere. "Diese Menschen können viele Krankheitssymptome ohne offensichtliche Gedächtnisprobleme haben." Die Ursachen dafür müssten erforscht werden. Der Wissenschaftler nimmt an dass ein hohes Bildungsniveau helfen kann die Gehirnfunktionen zu erhalten, da mehr Verbindungen zwischen den Gehirnzellen angeregt werden.
Quelle: pte
Bildung schützt nicht vor Alzheimer -
Demenz tritt zwar später auf, nimmt dann aber rasch zu
Baierbrunn (ots) - 03.05.2006 - Die Alzheimer-Demenz tritt bei höher Gebildeten im Durchschnitt später auf. Dafür verfallen dann aber - entgegen bisherigen Annahmen - ihre grauen Zellen umso rascher. Dies berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" unter Berufung auf eine Studie von der Columbia-Universität, New York. Teilnehmer mit einem höheren Wissensstand widerstanden den Auswirkungen der Erkrankung vermutlich dank der besonders gut vernetzten Nervenbahnen ihres Gehirns anfangs besser. Später jedoch verschlechterte sich ihr Zustand schneller als bei den weniger gebildeten Probanden.
Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Soziale Kontakte mildern Alzheimer
24.04.2006 - Ein lebendiges soziales Umfeld mag zwar nicht vor dem Ausbruch der Alzheimerschen Krankheit schützen, scheint jedoch deren Auswirkungen abzupuffern. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Mediziner im Fachblatt "Lancet Neurology".
Viele ältere Menschen wiesen zwar die für die Krankheit typischen Proteinablagerungen im Gehirn auf, erführen jedoch keine verstärkte Beeinträchtigung ihrer geistigen Leistungsfähigkeit oder gar eine Demenz, erklärt David Bennett von der Rush University in Chicago. "Unsere Resultate lassen vermuten, dass soziale Netzwerke im Zusammenhang mit einer 'geistigen Reserve' stehen, die vor den klinischen Manifestationen der Krankheit schützt."
Bennett und seine Kollegen analysierten Daten von 89 Teilnehmern einer groß angelegten Seniorenstudie, deren geistige Leistungsfähigkeit regelmäßig getestet worden war und die detaillierte Angaben zu ihrem sozialen Umfeld gemacht hatten. Nach dem Tod der Personen ermittelten die Mediziner, ob und in welchem Ausmaß deren Gehirne die typischen Proteinplaques und -fibrillen aufwiesen.
Erwartungsgemäß variierten die Testergebnisse mit der Menge der Proteinablagerungen. Dies taten sie jedoch umso weniger stark, je mehr und je intensiveren Kontakt die Teilnehmer zu Verwandten und Freunden gehabt hatten. Besonders "schützend" schien sich das soziale Umfeld auf semantisches und Arbeitsgedächtnis auszuwirken, fanden die Forscher.
"Die Identifizierung von Faktoren, die mit der Toleranz gegenüber den pathologischen Veränderungen der Alzheimerschen Krankheit verknüpft sind, hat bedeutende Konsequenzen für die Vorbeugung", erläutert Bennett. Frühere Studien hätten bereits gezeigt, dass schulische bzw. berufliche Bildung einer dieser Faktoren sei. "Nun wissen wir, dass ersprießliche und häufige Treffen mit Freunden und Familie ebenfalls einen günstigen Einfluss haben."
Forschung: David A. Bennett und Robert S. Wilson, Rush Alzheimer's Disease Center, Department of Neurological Sciences und Department of Pathology, Rush University Medical Center, Chicago, Illinois; und andere
Veröffentlichung Lancet Neurology, Vol. 5(5), Mai 2006, pp 406-12, DOI 10.1016/S1474-4422(06)70417-3
Quelle: Scienceticker
Dem Alzheimer davonlaufen - Freizeitsportler senken ihr Risiko um fast ein Drittel
Baierbrunn - 21.04.2006 (ots) - Senioren können der Alzheimer-Demenz davonlaufen. Über 65-Jährige, die sich regelmäßig sportlich betätigen, erkranken zu rund 30 Prozent seltener daran als Bewegungsmuffel, berichtet das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". In einer sechsjährigen Studie hatten US-Forscher rund 1700 sportlich aktive und passive Senioren beobachtet. Die Messlatte für das Bewegungspensum hängten die Wissenschaftler niedrig: Schon dreimal wöchentlich je 15 Minuten Training reduzierte das Risiko statistisch bedeutsam. Es spielte keine Rolle, welche Sportart die Beteiligten betrieben. Eine Erklärung für den positiven Effekt steht aber noch aus.
Quelle: Wort und Bild - Senioren Ratgeber
Infobus zur Alzheimer-Früherkennung geht auf Tour durch Deutschland
Marburg - 21.04.2006 (ots) - Am 24. April 2006 startet der Alzheimer-Infobus des Deutschen Grünen Kreuzes und der Initiative Altern in Würde zu einer Tournée durch 45 Städte. Im Mittelpunkt dieser großen bundesweiten Aufklärungs-Aktion steht die Früherkennung der Alzheimer-Demenz, also dem fortschreitenden Gedächtnisschwund. Ausgangsort ist Frankfurt am Main, jene Stadt, in der der Nervenarzt Alois Alzheimer vor genau 100 Jahren die Krankheit erstmals bei einer seiner Patientinnen beschrieben hatte. Den vollständigen Tourplan findet man im Internet unter www.altern-in-wuerde.de
Heute leiden in Deutschland fast eine Million Menschen an Alzheimer-Demenz. Aufgrund des stetig wachsenden Anteils alter und hochbetagter Menschen, gehen Schätzungen von einer Verdopplung dieser Zahlen bis zum Jahr 2030 aus.
Frühzeitig erkannt ist wirksame Hilfe möglich
Je früher die Alzheimer-Krankheit erkannt wird, umso größer ist der Behandlungserfolg. Bei der Mehrzahl der Betroffenen wird die Krankheit jedoch zu spät entdeckt. Erste Warnzeichen wie ein nachlassendes Kurzzeitgedächtnis, ein vermindertes Orientierungsvermögen, depressive Verstimmungen oder auffällige Verhaltenweisen wie krankhafte Feinseligkeit und gesteigerte Aggressivität werden von den Patienten und ihren Angehörigen so lange wie möglich "übersehen" oder verheimlicht. Ein Arzt wird erst aufgesucht, wenn es gar nicht mehr anders geht.
Infobus bietet Tests an
Am Infobus werden die Besucher aufgeklärt, welche Symptome und Verhaltensweisen auf eine beginnende Erkrankung hindeuten können, sie erhalten Informationen, die für das Arztgespräch hilfreich sind. Außerdem können erste einfache Tests vorgenommen werden, mit denen sich ein Demenzverdacht erhärten oder widerlegen lässt. Spezielle Erfahrungsstationen, die am Infobus aufgebaut sind, sollen zudem gesunden Menschen verdeutlichen, welche Symptome ein Alzheimerkranker entwickelt und wie er seine Umwelt erlebt.
Die meisten Alzheimer-Patienten sind medizinisch nicht ausreichend versorgt
Heilen lässt sich die Alzheimer-Demenz noch nicht, wohl aber kann man ihren Verlauf mit den derzeit vorhandenen modernen Medikamenten verzögern und die Symptome wie Gedächtnisschwund, Orientierungslosigkeit und auffällige Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen erheblich bessern. Werden moderne Antidementiva, wie zum Beispiel der ursprünglich aus dem Schneeglöckchen gewonnene Wirkstoff Galantamin, rechtzeitig eingesetzt, können die geistigen Fähigkeiten und damit die Teilnahme am täglichen Leben für einige Zeit noch gut erhalten werden. Die häufig durch die Demenz verursachten Verhaltensstörungen wie Aggressionen oder Wahnideen und die damit verbundene Unruhe kann der Wirkstoff Risperidon wirkungsvoll mildern. Durch eine angemessene medikamentöse Therapie sowie begleitende nicht-medikamentöse Maßnahmen gewinnen die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen deutlich mehr Lebensqualität. Doch hier zeigt unser Gesundheitssystem dramatische Lücken. So offenbarte eine Untersuchung aus dem Jahr 2005, dass nur ca. 13 Prozent aller Alzheimer-Patienten tatsächlich mit einem der in den offiziellen Therapieleitlinien empfohlenen antidementiven Arzneimittel behandelt werden.
Angehörige sind durch die Demenz ebenfalls extrem belastet
Die Alzheimer-Demenz stellt nicht nur eine medizinische, sondern auch eine enorme gesellschaftspolitische Herausforderung dar. Alzheimer-Patienten benötigen eine umfassende Pflege und Betreuung, doch dafür stehen immer weniger Mittel zur Verfügung, denn die Pflegekassen sind jetzt schon überfordert. Deshalb lastet die schwere Bürde der Pflege heute noch größtenteils auf den Schultern der Angehörigen. Diese werden so oft zum zweiten Opfer der Krankheit.
Quelle:
Deutsches Grünes Kreuz
"Pflege muss sich am Menschen orientieren" 20.04.2006 - Der Wohnbereich für demenzkranke Menschen stand im Mittelpunkt des gestrigen Besuches der Bundestagsabgeordneten Elisabeth Scharfenberg, pflegepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, in der Alloheim Senioren-Residenz Bad Alexandersbad (Oberfranken), Mitgliedseinrichtung des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa). Scharfenberg, Mitglied im Bundestagsausschuss für Gesundheit, zeigte sich insbesondere beeindruckt von den freundlichen Wohn- und Gruppenräumen des Hauses, die auf die speziellen Bedürfnisse der demenzkranken Bewohnerinnen und Bewohner zugeschnitten sind.
In der Tat sei man hier "ganz gezielt auf die pflegebedürftigen Menschen zugegangen" und habe dabei viele neue Ideen einbringen können, bestätigte Jörg Schöffel, Alloheim Senioren-Residenz: "Durch gezielte Angebote werden die Gruppenräume zu zentralen Treffpunkten für die Bewohner, um ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Dazu gehört neben dem Basteln, Backen und weiteren Aktivitäten auch das gemeinsame Essen am Mittag und am Abend. Und das selbstverständlich von Montag bis Sonntag."
"Der Mensch ist Mittelpunkt" - so lautet die Philosophie der privaten Senioren-Residenz, die von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam getragen wird. Insgesamt kümmern sich 90 engagierte Mitarbeiter um das Wohl der 130 Bewohnerinnen und Bewohner, die auf fünf Wohnbereichen leben. Um den hohen, selbst gesteckten Anforderungen gerecht zu werden, wurden die hauseigenen Fachkräfte gezielt weitergebildet und zusätzlich neues, kreatives Personal eingestellt.
In der anschließenden Diskussionsrunde, an der sich auch Joachim Görtz, bpa-Landesbeauftragter in Bayern beteiligte, wurden wichtige aktuelle Themen in der Pflege angesprochen. "Die Politiker aller Parteien müssen sich dringend weitergehende Gedanken zum Thema Demenz machen", so Elisabeth Scharfenberg. Dabei dürften Menschen mit Behinderungen "nicht vergessen" werden. Ein großes Thema sei natürlich auch die Finanzreform der Pflegeversicherung, die in nächster Zeit ansteht. Allerdings müssten gleichwertig auch die Strukturen reformiert werden. Scharfenberg: "Wir Grünen wollen Pflege bedarfsgerecht und am Menschen orientiert gestalten. Dieses Haus, in dem sehr viel Wert auf eine warme, familiäre Atmosphäre gelegt wird, ist ein gutes Beispiel dafür."
Der bpa-Landesbeauftragte Joachim Görtz freute sich insbesondere über die Ankündigung von Elisabeth Scharfenberg, den bpa bei seinen Maßnahmen gegen die zunehmende Schwarzarbeit in der Pflege nach Kräften unterstützen zu wollen. Dies nicht nur von ihrem Berliner Abgeordnetenbüro aus, sondern auch in ihrem oberfränkischen Wahlkreis Hof. Elisabeth Scharfenberg: "Gern würde ich zum Beispiel einen 'Stammtisch' ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen begleiten, der sich vor Ort gegen die Schwarzarbeit engagiert."
Quelle:
bpa - priv. Anbieter sozialer Dienste
Mittelmeer-Diät verringert Risiko einer Alzheimererkrankung
New York - 18.04.2006 - Eine Mittelmeer-Diät kann das Risiko der Entstehung einer Alzheimererkrankung deutlich verringern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Columbia University Medical Center http://cpmcnet.columbia.edu gekommen. Die Wissenschafter untersuchten die Ernährungsgewohnheiten und die Gesundheit von 2.200 Personen über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren. Je strenger sich die Teilnehmer an die Mittelmeer-Diät hielten, desto geringer war das Alzheimerrisiko laut der in den Annals of Neurology http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/jhome/76507645 veröffentlichten Studie. Alzheimerexperten wie Clive Ballard von der Alzheimer's Society http://www.alzheimers.org.uk erklärten, dass diese Studie darauf hinweise, dass eine gesunde Ernährung einen schützenden Effekt habe.

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Die so genannte Mittelmeer-Diät ist reich an Früchten, Gemüse und Getreide. Etwas Fisch und Alkohol gehören ebenfalls dazu. Auf Milchprodukte und Fleisch wird jedoch fast ganz verzichtet. Es wird bereits seit einiger Zeit angenommen, dass sie allgemein gut für die Gesundheit ist. Die Wissenschafter stellten den neurologischen Gesundheitszustand der Teilnehmer fest und notierten ihre Ernährungsgewohnheiten. Ihr Nahrungsmittelkonsum wurde auf einer Mittelmeer-Diät-Skala zwischen eins und neun bewertet. Während der Laufzeit der Studie wurde bei 262 Teilnehmern Alzheimer diagnostiziert. Es zeigte sich, dass für jeden zusätzlichen Punkt auf der Mittelmeer-Diät-Skala das Alzheimerrisiko um fast zehn Prozent sank.
Im Vergleich mit jenem Drittel der Teilnehmer die bei der Skala am schlechtesten abschnitten, verfügten die im Mittelfeld gelegenen um ein zwischen 15 und 21 Prozent verringertes Risiko. Die Teilnehmer mit den besten Werten erreichten eine Risikoverringerung um 39 bis 40 Prozent. Dieser Zusammenhang blieb bestehen auch nachdem Faktoren wie Alter, Geschlecht, Ethnizität, Kalorienzufuhr, Gewicht, Rauchgewohnheiten und andere Gegebenheiten berücksichtigt worden waren. Die Wissenschafter räumen laut BBC ein, dass ihre Ergebnisse nicht unwesentlich darauf beruhen, an das Essen welcher Lebensmittel sich die Teilnehmer erinnerten. Für die Studie sei jedoch ein getestetes Verfahren zur Ermittlung der Ernährungsgewohnheiten eingesetzt worden.
Quelle: pte
Mit Kaninchen und Meerschweinchen gegen Demenzerkrankungen
Bremen - 05.04.2006 (ots) - Tierbesuchsdienste in Einrichtungen der Altenpflege können sich positiv auf das Orientierungsvermögen und die Gedächtnisleistungen von älteren Menschen u.a. von Demenzerkrankten auswirken und das allgemeine Wohlbefinden der Senioren verbessern. Sie wirken sich zudem entlastend auf das Pflegeheimpersonal aus. Das sind einige der Ergebnisse einer bundesweit einmaligen Studie zu "Kleintieren in Altenheimen", die heute von Bremens Sozialsenatorin und Schirmherrin Karin Röpke und Dr. Stefan Görres, Professor für Pflegeforschung und Gerontologie an der Universität Bemen, vorgestellt wurde.

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Kleintiere, wie Meerschweinchen und Kaninchen, haben außerdem eine "Türöffner"- oder "Eisbrecher"-Funktion und können so Isolation und Rückzug von Senioren verringern.
"Gerade alte Menschen leiden oft unter einem Mangel an Zuwendung und benötigen besondere Aufmerksamkeit. Es ist wichtig, neue Wege im Bereich der Altenpflege zu gehen. Darum hat dieses Forschungsprojekt meine volle Unterstützung erhalten. Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, weiter nach Möglichkeiten zu suchen, Tiere in Einrichtungen der Altenpflege einzubinden. Natürlich freue ich mich, dass Bremen hier eine Vorreiterrolle auf pflegewissenschaftlichem Gebiet einnimmt", so Sozialsenatorin Karin Röpke.
Im Rahmen des Bremer Forschungsprojektes bekamen die Bewohner des AWO-Pflegeheims Arbergen drei Monate lang zweimal wöchentlich Besuch eines Kleintierzoos. Unter der Betreuung der Therapeutin Cornelia Drees vom Institut für soziales Lernen mit Tieren konnten die Senioren die Meerschweinchen und Kaninchen füttern und streicheln. Der Leiter des Forschungsprojektes, Prof. Stefan Görres vom Bremer Institut für angewandte Pflegeforschung, übernahm die wissenschaftliche Begleitung. "Bereits in dieser Pilotstudie konnten wir erstaunliche Ergebnisse beobachten und haben eine gute Grundlage geschaffen, um weitere Studien zur Behandlung und Pflege von Demenzerkrankten auf den Weg zu bringen. Ich bin überzeugt, dass Tieren in diesem Bereich in Zukunft eine größere Bedeutung zukommen wird", so Görres heute.
Quelle:
Forschungskreis Heimtiere i. d. Gesell.
Alzheimer schreitet bei höher Gebildeten schneller voran
Kognitive Reserven helfen nur zu Beginn der Krankheit
New York - 16.02.2006 - Eine Alzheimererkrankung schreitet bei höher gebildeten Patienten rascher voran. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Columbia University http://www.columbia.edu gekommen. Bisher wurde angenommen, dass ein hohes Maß an Bildung helfen könnte die Krankheit abzuwehren, in dem das Gehirn schädigende Veränderungen besser tolerieren sollte. Die aktuelle Studie, an der 312 Alzheimerpatienten teilnahmen, ergab jedoch, dass der Verfall nach Erreichen eines kritischen Schadensausmaßes relativ rasch vor sich geht. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Neurology Neurosurgery and Psychiatry http://jnnp.bmjjournals.com veröffentlicht.
Die Wissenschafter beobachteten 312 Personen über 65 Jahren, bei denen seit fünf Jahren Alzheimer diagnostiziert wurde. Jeder Patient wurde für die Einschätzung der neurologischen Funktionen einer Reihe von Tests unterzogen. Allgemein sank die geistige Beweglichkeit bei den Patienten Jahr für Jahr. Jedes zusätzliche Jahr, das mit einer Ausbildung verbracht wurde, entsprach jedoch einer zusätzlichen Verschlechterung des Zustandes um 0,3 Prozent pro Jahr. Das Ausmaß dieses Abfalls war vor allem bei der Geschwindigkeit der Denkprozesse und dem Gedächtnis deutlich festzustellen. Dieser Vorgang war unabhängig vom Alter, den geistigen Fähigkeiten zum Zeitpunkt der Diagnose oder anderen Faktoren, die die Gehirnfunktion normalerweise beeinflussen wie Depressionen oder Erkrankungen der Gefäße.
Das Team sieht in der Theorie der kognitiven Reserven einen möglichen Erklärungsansatz. Dabei wird davon ausgegangen, dass höher gebildete Menschen entweder über eine größere Anzahl von Nervenverbindungen im Gehirn verfügen oder dass die vorhandenen Nervenverbindungen effizienter sind. Aus diesem Grund können diese Menschen den zerstörenden Auswirkungen der Krankheit anfangs besser widerstehen. Die folgenden Schädigungen dürften jedoch laut BBC aufgrund der größeren Dichte der Schädigungen stärkere Auswirkungen haben.
Quelle: pte
Alzheimerrisiko zu 80 Prozent genetisch bedingt
Genetische Faktoren beeinflussen auch Ausbruch der Krankheit
Los Angeles - 13.02.2006 - Bis zu 80 Prozent des Risikos einer Erkrankung an Alzheimer ist genetisch bedingt. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Southern California http://www.usc.edu gekommen. Die Wissenschafter untersuchten fast 400 ältere Zwillingspaare, bei denen zumindest ein Zwilling an Alzheimer litt. Zusätzlich zeigte sich, dass genetische Faktoren festzulegen scheinen, wann eine Person an Alzheimer erkrankte. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Archives of General Psychiatry http://archpsyc.ama-assn.org veröffentlicht.
Die Wissenschafter ermittelten mit Hilfe der Swedish Twin Registry http://www.mep.ki.se/twinreg/index_en.html 392 Zwillingspaare, die alle über 65 Jahre alt waren. Das Team untersuchte, wie häufig Alzheimer bei beiden eineiigen Zwillingen oder nur bei einem der beiden auftrat. Zusätzlich wurde diese Verteilung bei zweieiigen Zwillingen berücksichtigt. Es zeigte sich, dass bei eineiigen Zwillingen eher beide an Alzheimer erkrankten als bei zweieiigen. Eine statistische Analyse der Risiken der beiden Gruppen ermöglichte eine Einschätzung der Bedeutung der genetischen Faktoren. Die Wissenschafter gingen davon aus, dass die Erblichkeit bei Alzheimer zwischen 58 und 79 Prozent lag.
Waren beide Zwillinge erkrankt, kam es bei 25 eineiigen Zwillingspaaren beim Einsetzen Krankheit zu einem Altersunterschied von 3,66 Jahren. Bei 20 zweieiigen Zwillingspaaren lag der Unterschied bei 8,12 Jahren. Damit lag nahe, dass die Gene für den Zeitpunkt der Erkrankung eine Rolle spielten. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass mit der bisher größten Studie dieser Art nachgewiesen ist, dass die Erblichkeit von Alzheimer hoch ist und die gleichen genetischen Faktoren bei Frauen und Männern eine Rolle spielen. Jedoch spielten auch die nichtgenetischen Risikofaktoren eine wichtige Rolle und könnten der Fokus von Interventionen zur Verringerung des Erkrankungsrisikos oder zur Verzögerung des Einsetzens der Krankheit sein. Derzeit bestehe der zuverlässigste Rat für potenzielle Patienten darin, dass ein gesundes Herz auch mit einem gesunden Gehirn in Zusammenhang stehe.
Zwei Drittel der Patienten über 65 Jahren mit einer Demenz leiden laut BBC auch an Alzheimer. Es wird erwartet, dass die Anzahl der Erkrankungen mit dem Älterwerden der Bevölkerung ansteigt. Genmutationen, die das Erkrankungsrisiko beeinflussen könnten, wurden nachgewiesen. Sie scheinen jedoch nur bei einer geringen Anzahl der Erkrankungen eine Rolle zu spielen. Wissenschaftler führen häufig Studien mit Zwillingen durch, um festzustellen, ob genetische oder umweltbedingte Faktoren das Krankheitsrisiko beeinflussen. Eineiige Zwillinge verfügen über die gleiche genetische Ausstattung. Hat eine Krankheit eine starke genetische Ursache, ist es daher wahrscheinlich, dass beide Zwillinge oder keiner betroffen sind. Erkrankt nur ein Zwilling, sind umweltbedingte Faktoren wahrscheinlichere Auslöser.
Quelle: pte
Gehirnjogging senkt Demenzrisiko
26.01.2006 -
Ein gut trainiertes Gehirn gerät bei Problemen weniger leicht ins Stocken. Für diese Ansicht sprechen die Ergebnisse einer umfassenden Literaturstudie, die australische Psychiater durchgeführt haben. Geistige Beanspruchung in den unterschiedlichsten Lebensabschnitten geht demnach mit einem deutlich reduzierten Demenzrisiko einher.
"Bislang gab es widersprüchliche Befunde zur Rolle von Ausbildung, Beruf, Intelligenzquotient und geistig anregender Freizeitbeschäftigung bei der Vorbeugung des Rückgangs der kognitiven Fähigkeiten", so Michael Valenzuela vom Prince of Wales Hospital und der University of New South Wales in Sydney. Die neuen Resultate, basierend auf Daten von insgesamt 29.000 Studienteilnehmern, zeichneten ein sehr viel klareres Bild.
Valenzuela und sein Kollege Perminder Sachdev durchsuchten die Fachliteratur nach Studien, die im Zusammenhang mit dem Konzept der "geistigen Reserve" standen. Diesem Konzept zufolge, machen sich alters- oder krankheitsbedingte Gehirnveränderungen umso später bemerkbar, je stärker das Hirn zuvor beansprucht worden ist. Tatsächlich ergab die zusammenfassende Analyse von 22 Studien, dass das Risiko für eine Demenz um bis zu 46 Prozent sinkt, wenn das Gehirn zeitlebens auf Trab gehalten wird.
Wer erst im fortgeschrittenen Alter geistig stimulierende Hobbys für sich entdecke, erziele gleichwohl einen gewissen Schutzeffekt, betont Valenzuela. Offenbar sei die "geistige Reserve" nicht statisch, sondern könne ein Leben aufgefüllt werden. "Was wir jetzt brauchen, ist eine klinische Studie, die unser neurobiologisches Verständnis des Reserve-Effekts voranbringt", so der Forscher.
Forschung: Michael J. Valenzuela und Perminder Sachdev, The Neuropsychiatric Institute und The Black Dog Institute, Prince of Wales Hospital, und School of Psychiatry, University of New South Wales, Sydney
Quelle: Scienceticker
Alzheimer: Früherkennung am Auge? - Ein für die Krankheit typisches Eiweiß kommt auch in der Augenlinse vor
Baierbrunn (ots) - 24.01.2006 - Eine neue Möglichkeit, die Alzheimer-Demenz frühzeitig zu erkennen, haben amerikanische Forscher um Lee Goldstein an der Harvard Medical School (USA) gefunden, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". In der Augenlinse haben sie Amyloid-Beta-Moleküle nachgewiesen, eine Eiweißverbindung, die für die Alzheimer-Erkrankung typisch ist und massenweise im Gehirn auftritt. Dort ist sie aber erst spät nachweisbar.
Quelle: photocase
Mit einem speziellen Test können die Forscher die Substanz nun viel früher im Auge nachweisen. Die neue Untersuchungsmethode erfordert zwei Schritte. Der erste, ein Lasertest, befindet sich bereits in der klinischen Erprobung. Der zweite, eine Fluoreszenzmethode, wird zur Zeit noch an Tieren getestet. Bis heute besteht keine Möglichkeit, die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Das neue Verfahren könnte, so hoffen seine Erfinder, diesen Mangel beseitigen.
Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Drastischer Anstieg der Alzheimererkrankungen erwartet
Anzahl der Erkrankungen soll sich alle 20 Jahre verdoppeln
London - 16.12.2005 - Die Anzahl der weltweiten Demenzerkrankungen wird sich laut der Alzheimer's Disease International http://www.alz.co.uk alle 20 Jahre verdoppeln. Die Wissenschafter schreiben in The Lancet, http://www.thelancet.com dass alle sieben Sekunden eine neue Erkrankung stattfindet. Es wird geschätzt, dass derzeit rund 24,3 Millionen Menschen an Demenz leiden. Mit dem Älterwerden der Bevölkerung werden jährlich 4,6 Millionen neue Erkrankungen diagnostiziert. Bis 2040 soll die Anzahl der Alzheimerpatienten auf 81,1 Millionen ansteigen. Die aktuelle Studie geht davon aus, dass die meisten Menschen mit einer Demenz in der Dritten Welt leben. Allein in China leiden laut BBC fünf Millionen Menschen an Demenz. In Westeuropa sind 4,8 Millionen und in Nordamerika 3,4 Millionen Patienten betroffen.

Bild: Photocase
Die Studie hob zusätzlich hervor, dass der Anstieg der Anzahl der Erkrankungen in der Dritten Welt viel rascher vor sich geht als in reicheren Ländern. Dieser Anstieg soll in den Entwicklungsländern drei bis vier Mal höher sein. Bis zum Jahr 2040 werden so viele Chinesen an Demenz leiden, wie die gesamten Betroffenen der reicheren Länder zusammen. Orien Reid, die ADI Vorsitzende, erklärte, das man einer tickenden Zeitbombe gegenüberstünde. "Die Regierungen müssen beginnen eine Strategie zu planen, und für die Zukunft entsprechende Ressourcen in den Bereichen Gesundheit und Sozialhilfe zur Verfügung stellen." Ein weiterer Grund zur Besorgnis sei, dass Millionen Fälle von Demenz nicht diagnostiziert würden. Durch Ignoranz und Stigmatisierung erhielten die Menschen jene Versorgung nicht, die sie so dringend bräuchten." Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es Entscheidungsträgern, Krankenhausärzten und der Öffentlichkeit grundlegend an einem Bewusstsein für den Ernst der Lage fehle.
Quelle: pte
Neugier bremst geistigen Abbau - Wer ständig Neues probiert, ist besser geschützt Baierbrunn - 24.10.2005 (ots) - Helle Köpfe haben ein geringeres Alzheimer-Risiko, als Menschen, die geistig träge sind. Experten für Alzheimer-Demenz raten, sich möglichst schon in jungen Jahren ein „Schutzpolster“ gegen späteren geistigen Verfall aufzubauen. Ein Rezept dafür lautet: Wissbegierde. Dabei genüge es nicht, Gedichte auswendig zu lernen; es gelte, seinen Geist zu „quälen“, sagt der Psychogerontologe Prof. Wolf-Dieter Oswald im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.
Bild: Photocase
Nur wenn das Gehirn stetig mit neuen Eindrücken und Anforderungen konfrontiert wird, bleibt es bis ins hohe Alter leistungsfähig. Als ein im Alltag realisierbares Beispiel schlägt Oswald etwa vor, nach der Zeitungslektüre die Meldungen in eigenen Worten zusammenzufassen. Hirnforscher haben die wichtigste Handlungsanleitung für das Gedächtnis so formuliert: „Use it or lose it“ – Benutze es, oder du wirst es los.
Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Gedächtnisverlust und frühkindlicher Stress hängen zusammen
Kommunikation der Gehirnzellen wird beeinträchtigt
Irvine - 12.10.2005 - Früher psychologischer Stress kann in der Mitte des Lebens zu Gedächtnisverlust und geistigem Verfall führen. Eine Studie der University of California http://www.uci.edu wies bei Ratten nach, dass kindlicher Stress negative Auswirkungen auf die Kommunikation von Gehirnzellen untereinander hat. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass der Verlust eines Elternteils, Missbrauch oder Vernachlässigung zum Entstehen einer bestimmten Form von Gedächtnisverlust beitragen. Dabei handelt es sich um eine Art des Gedächtnisverlustes, die normalerweise nur bei älteren Menschen auftritt. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Neuroscience http://www.jneurosci.org veröffentlicht.

Die Forscher konzentrierten sich auf Schwierigkeiten in der Signalübertragung zwischen Zellen im Hippokampus. Diese Gehirnregion spielt in den Bereichen Lernen und Gedächtnis eine entscheidende Rolle. Die leitende Wissenschafterin Tallie Baram erklärte, dass der spätere Verlust kognitiver Funktionen wahrscheinlich auf genetische und umweltbedingt Faktoren zurückzuführen sei. "Derzeit ist es noch nicht möglich, den genetischen Hintergrund eines Menschen zu verändern. Aus diesem Grund erscheint es sinnvoll, die Einflüsse der Umgebung wie kindlichen Stress entsprechend zu beeinflussen." Das Team verursachte bei Ratten Stress in dem es das Materialangebot für den Nestbau bei weiblichen Ratten und ihren neugeborenen Jungen einschränkte. Die jungen Ratten schienen ihre frühen Stresserlebnisse zu überwinden. In der Mitte ihres Lebens begannen sie jedoch Anzeichen von Gedächtnislücken aufzuweisen. Diese Probleme verstärkten sich als diese Tiere älter wurden deutlich rascher als bei Ratten, die in den ersten Wochen ihres Lebens keine negativen Erfahrungen gemacht hatten. Die Analyse zeigte bei gestressten Tieren mittleren Alters Fehlfunktionen in der Kommunikation zwischen den Zellen des Hippokampus. Zusätzlich wies die anfänglich noch normale elektrische Aktivität in den Zellen in der Folge verstärkt Störungen auf.
Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte UNESCO Studie http://www.unesco.org ging davon aus, dass mehr als 50 Prozent aller Kinder unter stressreichen Bedingungen aufwachsen. Frühkindlicher Stress wurde laut BBC bereits in der Vergangenheit mit einer kognitiven Beeinträchtigung im späteren Leben in Zusammenhang gebracht. Bisher war es jedoch nicht möglich, diesen Zusammenhang bei Studien mit Menschen zu überprüfen.
Quelle: pte.austria
Zu viel Cholesterin begünstigt Alzheimer

Bild: photocase
Bonn (ots) - 10.10.2005 - Mit einem erhöhten Cholesterinspiegel steigt auch das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN). Sie deckten die molekularen Zusammenhänge zwischen einem gestörten Fettstoffwechsel und der Gehirnerkrankung auf.
Ein hoher Cholesterinspiegel im Gehirn kann dazu führen, dass das Protein Amyloid Beta (A beta) vermehrt gebildet wird. Winzige Scheren, die so genannten Gamma-Sekretasen, spalten dieses Eiweiß in zwei Teile. Je nach Schnittstelle entstehen dabei aus dem Protein A beta zwei verschiedene Amyloid-Formen: A beta 40 und A beta 42. Bei Alzheimer-Patienten sammeln sich große Mengen A beta 42 im Gehirn an und bilden so genannte amyloide Plaques. Diese Plaques schädigen die Nervenzellen. Bislang war den Forschern nicht bekannt, ob A beta auch eine natürliche Aufgabe im menschlichen Körper erfüllt. Die NGFN-Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass das Protein eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel spielt: A beta 40 verhindert, dass Cholesterin in den Zellen entsteht. Und A beta 42 sorgt dafür, dass ein weiteres häufig im Gehirn vorkommendes Fett, das so genannte Sphingomyelin, abgebaut wird.
Die Zusammensetzung dieser Fette in den Nervenzellen wiederum beeinflusst die Herstellung von A beta. Auf diese Weise entsteht ein geschlossener Regelkreis: Liegt viel Cholesterin in den Zellen vor, so entsteht vermehrt A beta. Dadurch wird in einem nächsten Schritt die Konzentration dieser beiden Fette reduziert - und so auch die Produktion an A beta wieder heruntergefahren. "Gerät dieser Regelkreis aus dem Gleichgewicht, kann zu viel A beta gebildet werden. Das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung könnte damit ansteigen", erklärt Tobias Hartmann, der die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie leitet.
Bereits vor vier Jahren zeigte Hartmanns Arbeitsgruppe, dass cholesterinsenkende Medikamente zur Therapie bei Alzheimer-Patienten eingesetzt werden können. Dieser Ansatz befindet sich zurzeit in der klinischen Versuchsphase. "Durch eine gezielte Veränderung des Fettstoffwechsels, zum Beispiel durch cholesterinsenkende Medikamente und durch eine Ernährungsumstellung, können wir in Zukunft vielleicht die übermäßige Produktion von A beta verringern und so das Absterben der Nervenzellen verhindern. Vielleicht lässt sich die Alzheimer-Erkrankung dadurch besiegen", hofft Hartmann.
Quelle: NGNF
Fehlender Fokus bei Alzheimerpatienten
20.09.2005 - Nicht nur ein Zuwenig, auch ein Zuviel an Gehirnaktivität könnte für einige Symptome der Alzheimerschen Krankheit verantwortlich sein. Entsprechende Resultate präsentiert eine deutsch-amerikanische Forschergruppe im Fachblatt "PLoS Medicine". Die Patienten scheinen die Fähigkeit eingebüßt zu haben, für eine Aufgabe irrelevante Gehirnareale zu deaktivieren und sich so zu konzentrieren.
"Es scheint, dass Alzheimerpatienten und Menschen, die kurz davor stehen, eine Alzheimerkrankheit zu entwickeln, nach und nach die Fähigkeit verlieren, unbedeutende Sinneseindrücke auszublenden", fasst Alexander Drzezga vom Klinikum der Technischen Universität München eines der Resultate zusammen. Damit könnten sich möglicherweise neue Wege in Früherkennung und Therapie der Erkrankung eröffnen.

Aktivierung (grün) und Deaktivierung (rot) in den drei Gruppen.
Bild: Drzezga et al
Drzezga und seine Kollegen aus München, Kiel und Washington untersuchten elf gesunde Personen, zehn mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung und elf Alzheimerpatienten. Während die Teilnehmer ein 3D-Computerspiel absolvierten, bei dem sie den Weg durch ein Labyrinth finden mussten, kartierten die Forscher ihre Gehirnaktivität mit Hilfe der Positronen-Emissionstomographie (PET).
Dabei zeigten sich erstaunliche Unterschiede im Hörzentrum: Bei den gesunden Teilnehmern war dieser Teil des Großhirns während der rein visuellen Aufgabe praktisch stummgeschaltet. Bei den übrigen Teilnehmern war diese Drosselung umso schwächer ausgeprägt, je stärker ihre kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt waren. "Wir waren erstaunt, wie deutlich die Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen waren", erläutert Drzezga.
Starke Aktivität zeigte sich bei den Gesunden vor allem in höheren Gehirnzentren, in denen Wahrnehmungen interpretiert und in Zusammenhang gebracht werden. Bei den übrigen Teilnehmern blieben diese Areale nahezu stumm - vielmehr nutzten sie hauptsächlich vorgeschaltete Zentren, die lediglich der Informationsverarbeitung dienen. Dies spiegle den Alltag der Alzheimerpatienten wieder, so Drzezga. Sie sähen zwar einen Menschen, könnten darin aber nicht mehr die eigene Tochter erkennen.
Forschung: Alexander Drzezga, Markus Schwaiger und Alexander Kurz, Nuklearmedizinische Klinik und Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München; und andere
Quelle: scienceticker
Weltalzheimertag am 21. September 2005 -
Neues Faltblatt der Alzheimer-Hilfe gibt Tipps für den Arztbesuch

Bild: obs/Alzheimer-Hilfe
Frankfurt am Main (ots) - 20.09.2005 - Die Alzheimer-Hilfe setzt ihre Reihe "Kleiner Ratgeber Alzheimer-Krankheit" fort. Zum Weltalzheimertag gibt sie das dritte Faltblatt mit dem Titel "Keine Angst vor dem Arztbesuch" heraus. Es zeigt, wie man sich richtig auf den Besuch beim Arzt vorbereiten kann.
Der Gang zum Arzt ist bei vielen Menschen mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden, besonders wenn es um Gedächtnisstörungen oder die Alzheimer-Krankheit geht. Was erwartet mich? Was kann die Ursache der Gedächtnisprobleme sein? Welche Untersuchungen kommen auf mich zu? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Das Faltblatt der Alzheimer-Hilfe soll die Angst vor dem Arztbesuch nehmen. Es erklärt, wie man sich mit Hilfe einer Checkliste auf das Gespräch mit dem Arzt vorbereitet und wie man durch gezielte Fragen die wichtigsten Informationen bekommt. Das Faltblatt informiert zudem über Behandlungsmöglichkeiten und gibt Tipps, was ein Angehöriger beachten sollte, der einen Alzheimer-Patienten begleitet.
Die Alzheimer-Krankheit ist derzeit noch nicht heilbar. Wenn frühzeitig behandelt wird, kann jedoch das Fortschreiten der Krankheitssymptome eine Zeit lang aufgehalten werden. Es ist daher wichtig, schon bei den ersten Anzeichen einen Arzt zu konsultieren. Die Hirnleistung, die Konzentration und die Aufmerksamkeit können sich durch die Medikamente (so genannte Cholinesterase-Hemmer) verbessern oder stabilisieren. Dadurch kann der Patient seinen Alltag besser bewältigen und sich seine Selbstständigkeit länger bewahren. Auch Angehörige profitieren von der Therapie, wenn sich der Pflegeaufwand verringert. Die Alzheimer-Hilfe ist eine Initiative der Pharmaunternehmen Eisai und Pfizer. Seit 1998 klärt sie aktiv über das Thema Alzheimer-Krankheit auf. Die Initiative bietet ein Servicetelefon, kostenloses Informationsmaterial, Adresslisten sowie einen Newsletter an und führt Informationsveranstaltungen zum Thema "Alzheimer-Krankheit" durch.
Der "Kleine Ratgeber Alzheimer-Krankheit, Heft 3 - Keine Angst vor dem Arztbesuch" kann kostenlos bestellt werden bei der:
Alzheimer-Hilfe
Postfach 70833,
60599 Frankfurt
Telefax 069/62 06 95;
Telefon 0180/33 666 33 (EUR 0,09/Minute),
montags bis freitags von 8.00 bis 20.00 Uhr
Internet: www.alois.de
Quelle: Alzheimer-Hilfe
Drogenabhängige Jugendliche haben Alzheimer-Gehirne -
Heroin und Methadon initiieren frühzeitig das Altern des Gehirns
Edinburgh (pte) - 23.06.2005 - Die Gehirne von jungen Drogenabhängigen weisen Schäden auf, die normalerweise nur bei viel älteren Personen oder bei Alzheimerpatienten im frühen Stadium auftreten. Zudem haben süchtige Jugendliche ein dreifach höheres Risiko einen Hirnschaden zu bekommen als cleane Teens. Das geben die Forscher der University of Edinburgh http://www.ed.ac.uk/ auf der Homepage von Neuropathology and Applied Neurobiology http://www.nan.org.uk/ bekannt.
"Unsere Untersuchung zeigt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Höhe des Gehirnschadens und dem Konsum von harten Drogen - wie Heroin oder Methadon - gibt", erklärte Studienleiterin Jeanne Bell. Das Forscherteam untersuchte posthum die Gehirne von 34 Drogentoten im Alter von 17 bis 26 Jahren, die sich regelmäßig intravenös Drogen gespritzt hatten. Diese verglichen sie mit den Gehirnen von 16 cleanen Jugendlichen. Dabei konnten sie feststellen, dass wichtige Nervenzellen in jenen Schlüsselregionen des Gehirns beschädigt waren, die für das Gedächtnis, das Lernen, die Erinnerungsfähigkeit und das Wohlbefinden zuständig sind.
Zudem konnten in den Gehirnen zwei Proteine ermittelt werden, die eine Schlüsselfunktion bei der Bildung von Gehirnschäden haben. Das Tau-Protein und das Amyloid-Percursor-Protein führen schwerwiegende Schädigungen von Nervenzellen herbei. "In einer vorangegangenen Studie konnten wir feststellen, dass der Drogenmissbrauch eine leichte Entzündung des Gehirns hervorruft. Zusammen mit den neuen Erkenntnissen können wir nun davon ausgehen, dass der intravenöse Drogenkonsum ein frühzeitiges Altern des Gehirns auslöst", resümierte Bell.
Quelle: pte
Entzündungen lösen Alzheimer aus -
Parodontose, Fieber und Tuberkulose tragen zur Entwicklung der Krankheit bei
Washington (pte) - 20.06.2005 - Entzündungen in frühen Lebensabschnitten vervierfachen das Risiko im Alter an Alzheimer zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des USC College of Letters, Arts and Science http://www.usc.edu/schools/college/, die heute, Montag, auf der International Conference on Prevention of Dementia in Washington vorgestellt wurde. "Die Entdeckung, dass Entzündungen Alzheimererkrankungen auslösen können, erweitert die kurze Liste der vermeidbaren Risikofaktoren von Alzheimer", erklärte Studienleiterin Margaret Gatz.
http://www.alz.org/preventionconference/pc2005/overview.asp
Gatz und ihre Kollegen analysierten gemeinsam mit den Forschern des Karolinska Institute http://www.ki.se/ in Stockholm Daten von 20.000 Zwillingspärchen aus der Swedish-Twin-Registry-Studie. Dabei stellten die Forscher fest, dass es 109 unstimmige Fälle gab, bei denen zwar ein Zwilling unter Demenz litt, der andere jedoch nicht. Bei der näheren Analyse des Bildungsstandes, der Aktivitäten und der gesundheitlichen Vorgeschichte entdeckten sie, dass der Auslöser der Demenz die schlechte Zahngesundheit der betroffenen Zwillinge war. "Chronische Zahnfleischerkrankungen, Parodontose und entzündungsbedingter Zahnverlust können ein Auslöser von Alzheimer sein. Die Schlussfolgerung daraus ist jedoch nicht, dass eine gute orale Gesundheit Alzheimer verhindern kann, sondern dass entzündliche Erkrankungen ein Auslöser für Demenzerkrankungen sind", erklärte Gatz.
Frühere Forschungsarbeiten der USC belegen, dass infektiöse Kinderkrankheiten, Grippe, rheumatisches Fieber und Tuberkulose ebenfalls Auswirkungen auf die Lebensspanne und eine mögliche Entwicklung von Demenzerkrankungen haben. Außerdem äußern die Experten Kritik an der gängigen Meinung, dass geistige Inaktivität und ein niedriger Bildungsstand das Risiko von Demenzerkrankungen erhöhen. Vielmehr sei eine Erkrankung genetisch vorbestimmt.
Quelle: pte
Genetischer Rasterplan soll Alzheimer entlarven -
Forscher ermitteln die umweltbedingten und genetischen Ursachen von Alzheimer
Marshfield, Wisconsin (pte) - 16.06.2005 - Ein ehrgeiziges Projekt haben die US-amerikanischen Wissenschafter der Marshfield Clinic Research Foundation (MCRF) http://research.marshfieldclinic.org/ geplant: Sie wollen in einer zweijährigen Studie die genetischen und umweltbedingten Einfußfaktoren für den Ausbruch der Alzheimerkrankheit ermitteln. "Diese Studie wird der erste Schritt zur Entwicklung von Diagnoseplänen sein, um die Erkrankung noch vor deren Ausbruch zu identifizieren", erklärte Studienleiter Nader Ghebranios vom MCRF.
Ghebranious greift für seine Studie auf anonymes DNA-Datenmaterial zurück, das seit mehr als einem Jahrzehnt für das Personalized Medicine Research Project (PMRP) gesammelt wurde. Die Datenbank der PMRP enthält die DNA-Proben und medizinischen Berichte von 18.000 Menschen, die sich an Marshfield-Kliniken behandeln ließen. Dieses Datenmaterial soll dazu verwendet werden, um jene Gene zu ermitteln, die für einen möglichen Ausbruch der Krankheit verantwortlich sind.
Die Forscher benötigen für ihre Studie rund 150 Alzheimer-Patienten und eine ebenso große Kontrollgruppe. Nach einer gründlichen Analyse der jeweiligen DNA-Strukturen wollen die Forscher ein Genmuster erstellen, das sie befähigt aus dem Datenpool des PMRP Alzheimer-gefährdete Patienten zu identifizieren.
Auf Grund der Komplexität der Alzheimer-Erkrankung vermuten die Forscher, dass verschiedene genetische und umweltbedingte Faktoren für den Ausbruch verantwortlich sind. Ghebranious will sich vor allem auf vier Gene konzentrieren, die in Zusammenhang mit der Krankheit gebracht werden. Es handelt sich dabei um die Gene APOE4, Cytochrome P 46, Oxidized LDL receptor 1 und Angiotensin 1.
Bei den umweltbedingten Faktoren wollen sich die Forscher vor allem auf das Rauchen und die Einnahme des Cholesterol-Senkers Statin konzentrieren. Denn bisher noch nicht verifizierte Studien haben diesen beiden Komponenten eine positive Wirkung gegen Alzheimer attestiert.
Quelle: pte
Neuer Schlachtplan gegen Alzheimer -
Fehler im Immunsystem birgt Ansatzpunkte bei der Bekämpfung der Erkrankung
Los Angeles (pte) - 13.06.2005 - Ein wesentlicher Durchbruch im Bereich der Alzheimerforschung ist einem US-amerikanischen Forscherteam gelungen: Die Wissenschafter konnten einen Immundefekt entdecken, der zum Fortschritt der Krankheit beiträgt. Wie das Forscherteam der UCLA http://www.ucla.edu/ in der heute, Freitag, erschienen Ausgabe des Journal of Alzheimer`s Disease http://www.pnpco.com/pn02000.html berichtet, könnte diese Entdeckung zu einer besseren Diagnostik und effizienteren Behandlungsmethoden führen. Erstmals konnten die Forscher in einer Studie die wichtige Bedeutung des angeborenen Immunsystems bei der Entwicklung der Alzheimererkrankung aufdecken.
Der menschliche Körper hat gegen das Altern des Gehirns seine eigenen Waffen: Mit Hilfe des angeborenen Immunsystems reinigt er sich selbst von Amyloid-beta Abfallprodukten. Doch genau dieser Reinigungsprozess wird bei manchen Alzheimerpatienten durch einen Immundefekt nicht ausgeführt. Dadurch kann es zu einer Übersättigung des Gehirns mit Amyloid-beta kommen und zur Entstehung von Amyloid-Plaquen, die ein wesentliches Kennzeichen der Alzheimererkrankung sind.
Anhand von Blutproben fanden die Forscher heraus, dass das Blut gesunder Personen Zellen enthält, die zum angeborenen Immunsystem gehören und das Amyloid-beta beseitigen. Diese Fresszellen (Makrophagen) konnten bei Alzheimerpatienten jedoch ihre Aufgabe nicht ausreichend erledigen. "Die Makrophagen sind die Hausmeister des Immunsystems, die im ganzen Körper den Müll beseitigen. Wenn sich in weiteren Studien bestätigt, dass sich dieser Defekt der Makrophagen-Funktion bei den meisten Alzheimerpatienten findet, so kann sich daraus ein ganz neuer Ansatz bei der Behandlung der Krankheit ergeben", erklärte Studienleiter Milan Fiala. Die Experten denken beispielsweise an die Entwicklung hormonaler und immunstärkender Therapien.
Die Experten weisen in ihrer Studie darauf hin, dass sich dieser Ansatz nicht mit der Amyloid-Beta-Immunisierungsmethode deckt. Diese greift nämlich auf einen anderen Teil des Immunsystems, das adaptive System, zurück.
Quelle: pte
Besorgnis über Alzheimermedikament -
Galantamin (Reminyl) führt möglicherweise zu einer höheren Sterblichkeitsrate
Rockville - 20.05.2005 - Die US-amerikanische Federal Drug Administration (FDA) www.fda.gov/ - das staatliche Kontrollorgan für pharmazeutische Produkte - überprüft derzeit die Sicherheit von Galantamin (Reminyl), einem Demenz- und Alzheimer-Präparat, nachdem in zwei voneinander unabhängigen Studien ein Anstieg der Patientensterblichkeitsrate durch das Produkt beobachtet wurde, berichtet die New York Times www.nytimes.com/ .
Auch in Europa wird das Medikament - ein Acetylcholinesterase-Hemmer - in verschiedenen Dosierungsstärken bei leichten und schweren Fällen von Demenzerkrankungen verschrieben.
Insgesamt nahmen 2.000 Patienten - die unter leichten kognitiven Leistungsschwächen und Gedächtnisverlust litten - an den klinischen Studien teil, die in 16 US-Staaten durchgeführt wurden. Während des zwei Jahre dauernden Versuchsverlaufs der Studie konnte festgestellt werden, dass 15 Patienten, die mit Galantamin behandelt wurden, an Schlaganfällen und Herzinfarkten verstarben. Während hingegen nur fünf Patienten verstarben, die mit einem Placebo behandelt wurden.
Quelle: pressetext.austria
Cholesterin als Risikofaktor für altersbedingte Krankheiten
Nicht nur Eiweiße finden sich in Ablagerungen bei Alzheimer und CJD
Jena - 26.04.2005 - Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Molekulare Biotechnologie (IMB) http://www.imb-jena.de haben festgestellt, dass Cholesterin auch einen Einfluss auf die Bildung von so genannten "Amyloid-Ablagerungen" ausübt. Diese Ablagerungen, die bei Erkrankungen wie Alzheimer- und Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder Typ II Diabetes auftreten, bestehen nicht nur aus Eiweiß-Verklumpungen, sondern enthalten auch Fette und Cholesterin. Damit erhöht sich das Einsatzgebiet für cholesterinsenkende Medikamente, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the Natural Academy of Sciences http://www.pnas.org .
Der fettähnliche körpereigene Stoff Cholesterin gilt seit langem als Risikofaktor für Arterienverkalkung und andere Herz-Kreislauferkrankungen. Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass Amyloid-Ablagerungen im Wesentlichen aus Eiweißen bestehen. Diese Eiweiße sind zwar ursprünglich körpereigene Stoffe, doch nehmen sie in den Amyloid-Ablagerungen eine abnormale, faserartige Gestalt an. Diese Ablagerungen kann man in der Aortenwand jedes Menschen ab dem sechsten Lebensjahrzehnt nachweisen. Sie können zu einer langsamen Zersetzung der Blutgefäßwand führen.
Die Forscher um Marcus Fändrich und Gerald Gellermann haben nun entdeckt, dass Amyloid-Ablagerungen nicht nur aus den bisher bekannten Eiweiß-Verklumpungen bestehen, sondern auch Fette und insbesondere Cholesterin enthalten. Dieser Befund bestätigte sich unabhängig davon, unter welcher Art von Amyloid-Erkrankung der betroffene Patient litt, oder dem Gewebe, in welchem die Amyloid-Ablagerungen gefunden wurden, berichtet die Leibniz-Gesellschaft. Offensichtlich handelt es sich bei Cholesterin um eine allgemeine Komponente der Amyloid-Ablagerungen. Aufgrund der Untersuchungen glauben die Forscher nun, dass es einen für verschiedene Krankheiten gemeinsamen zellulären Bildungsmechanismus dieser Ablagerungen gibt.
Die Erkenntnisse werfen außerdem die Frage auf, ob das Risiko von Amyloid-Erkrankungen individuell und ernährungsbedingt beeinflussbar ist, etwa durch eine cholesterinarme Diät.
Quelle: pressetext.deutschland
Neuer Ansatz zur Behandlung von Alzheimer erfolgreich
Gentechnisch verändertes Gewebe in Gehirne injiziert
San Diego - 25.04.2005 - Zwischen 2001 und 2002 haben Chirurgen der University of California http://www.ucsd.edu gentechnisch verändertes Gewebe in die Gehirne von acht Alzheimerpatienten implantiert. Dieses Gewebe soll die Menge eines natürlich vorkommenden Proteins erhöhen, das den Zelltod stoppt und die Zellfunktionen stimuliert. Heute zeigen laut Nature Medicine http://www.nature.com/nm sechs Patienten Anzeichen dafür, dass die Implantate den Verlauf ihrer Krankheit erfolgreich verlangsamt haben.

Bild: photoCase
Die Wissenschafter hatten sich für Versuche mit Menschen entschieden, nachdem Tests mit Primaten viel versprechend verlaufen waren. Die Behandlung ermöglichte bei den Tieren die Wiederherstellung der alten schrumpfenden Gehirnzellen auf fast ihre normale Größe und Menge sowie der für die Kommunikation zwischen den Zellen entscheidenden Verbindungen. Zu Beginn wurden die Eingriffe an wachen Patienten durchgeführt, denen nur leichte Beruhigungsmittel verabreicht wurden. Zwei der Patienten bewegten sich während des Eingriffes was in Folge zu Blutungen führte. Injiziert wurden Gewebe, das aus den Hautzellen der Patienten hergestellt worden war. Einer der beiden Patienten starb fünf Wochen später. Nach den beiden Zwischenfällen wurden alle weiteren Eingriffe unter Vollnarkose durchgeführt.
Der leitende Wissenschafter Mark Tuszynski erklärte, dass die letzten Untersuchungen der sechs Patienten nahe legten, dass dieser Behandlungsansatz funktioniere. Gedächtnistests ergaben, dass der geistige Verfall um 50 Prozent verlangsamt werden konnte. Gehirnscans zeigten, dass die Gehirne der Patienten aktiver als zuvor waren. Bei der Obduktion des verstorbenen Patienten wurde sichtbar, dass durch Alzheimer abgestorbenes Gehirngewebe begonnen hatte sich zu regenerieren. Diese Stellen lagen rund um jene Bereiche an denen die Injektionen verabreicht wurden. Laut Tuszynski stünde nach der Bestätigung dieser Ergebnisse der erste Behandlungsansatz zur Verhinderung des Zelltodes bei neurologischen Erkrankungen zur Verfügung. Bisher wurde die Sicherheit des eingesetzten Verfahrens untersucht. Weitere Studien sollen jetzt laut BBC den Grad der Effektivität ermitteln.
Quelle: pressetext austria
Alzheimer: Früherkennung und Behandlung ein Muss /
Infobus tourt durch Deutschland
Hamburg - 07.04.2005 (ots) - "Alzheimer früh erkennen und sinnvoll behandeln" - der Infobus der Initiative "Altern in Würde" beginnt seine deutschlandweite Aufklärungstour. Der Startschuss fällt am 11. April in Hamburg. Im Anschluss fährt der Infobus jeden Tag eine andere Stadt zwischen Kiel und Konstanz, Aachen und Dresden an. Bis Juni wird er 45 Städte besuchen.
Prominente Botschafterin der Initiative "Altern in Würde" ist Simone Rethel-Heesters, die bekannte Schauspielerin und Ehefrau des 101 Jahre alten Johannes Heesters. Sie macht sich für Früherkennung und Aufklärung von Alzheimer-Demenz und den damit einhergehenden Verhaltensstörungen stark. In Hamburg diskutierte sie mit Fachärzten und Angehörigen von Alzheimerpatienten über die Krankheit, deren Früherkennung und wirksame Behandlungsmöglichkeiten.
Aufklärung ist dringend nötig: Oft vergehen Jahre, bis die Krankheit erkannt wird. Und selbst bei den Patienten, bei denen die Diagnose Alzheimer-Demenz feststeht, bleiben fast 87 Prozent der Erkrankten unbehandelt oder erhalten keine wirksamen Medikamente.
Früherkennung ist das A und O
Ein bekanntes Symptom der Alzheimer-Erkrankung ist das Nachlassen des Gedächtnisses. Zu Beginn fehlt zunächst nur die Erinnerung an kurz zurück liegende Ereignisse. Immer öfter werden Dinge "verlegt" und nicht wieder gefunden oder Verabredungen "verschwitzt". Der Betroffene kann sich zunehmend schlechter konzentrieren und ist auch in Gesprächen nicht mehr der, der er einmal war. Immer öfter fällt ihm das richtige Wort beispielsweise für einen Gegenstand nicht mehr ein und die Fähigkeit zur Planung lässt nach. Was die wenigsten wissen: Neben dem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit treten in einem frühen Stadium oft auch Verhaltensauffälligkeiten und Wesensveränderungen auf. Die Betroffenen ziehen sich aus dem Freundeskreis zurück, sind unruhig, feindselig und aggressiv, unsicher und ängstlich. Dass dahinter die Krankheit Alzheimer-Demenz stecken kann, ist den Familienmitgliedern kaum bekannt.
Je früher aber eine Demenz durch einen Arzt festgestellt wird, desto eher kann eine sinnvolle Therapie eingeleitet werden. Sobald Angehörige die ersten Anzeichen einer Wesensänderung feststellen, sollten sie mit dem Betroffenen den Hausarzt aufsuchen, der mit effizienten Früherkennungstests Hinweise auf die Diagnose bekommen kann.
Oft gestaltet sich allerdings der Arztbesuch als schwierig, da die Betroffenen in der Regel nicht einsehen, dass sie krank sind. Umso wichtiger ist es, dass die Angehörigen den Arztbesuch durchsetzen und den Betroffenen auch begleiten. Schon im eigenen Interesse: Denn auch wenn es heute noch nicht möglich ist, eine Demenz zu heilen, so kann die Verschlimmerung der Erkrankung mit den richtigen Medikamenten und begleitenden Maßnahmen noch einige Zeit aufgehalten werden. Wesensveränderungen wie z.B. aggressives Verhalten können positiv beeinflusst werden. Der Betroffene kann länger am Alltag teilnehmen und wichtige Dinge noch selbst regeln. Das Miteinander in der Familien entspannt sich.
Das Fortschreiten der Krankheit kann verzögert werden
Als Hauptursache der nachlassenden geistigen Leistungsfähigkeit konnte in den letzten Jahren ein Mangel des Botenstoffes Acetylcholin im Gehirn nachgewiesen werden. "Dieses Defizit lässt sich medikamentös ausgleichen, indem man Antidementiva wie etwa Galantamin einsetzt, die den Abbau des Botenstoffes verlangsamen", so Dr. Klaus-Christian Steinwachs, Facharzt für Neurologie aus Nürnberg. Studien zeigen darüber hinaus, dass Galantamin auch nach vier Jahren noch einen positiven Einfluss auf die Gedächtnisleistung des Patienten haben kann. Durch die Behandlung mit diesem Medikament können Heimeinweisungen möglicherweise deutlich hinausgezögert werden. Die Alltagskompetenz der Patienten kann lange erhalten bleiben und Verhaltensstörungen können erst in späteren Stadien auftreten.
Kommt es zu aggressivem Verhalten oder sogar Wahnideen, wie etwa des Bestohlenwerdens, sollte der Arzt möglichst rechtzeitig auch für diese Symptome eine Therapie einleiten. Bei starker Aggressivität, Wahnvorstellungen oder Misstrauen kann eine medikamentöse Therapie erforderlich sein. Zur Behandlung dieser Symptome liegen für Risperidon viele Daten vor und es ist auch als einzige Substanz für diese Symptome zugelassen. Studien haben gezeigt, dass sich bei guter Verträglichkeit Krankheitszeichen wie Aggressivität oder Misstrauen deutlich verbessern.
Viel zu wenige Patienten erhalten wirksame Behandlung Betrachtet man die gesetzlich versicherten Alzheimerpatienten, so erhalten nur 13 Prozent solche Medikamente, die die Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften empfehlen. Damit steht die Alzheimer-Demenz an der Spitze der Erkrankungen, für die in Deutschland eine massive Unterversorgung zu beklagen ist. Simone Rethel-Heesters setzt sich als Botschafterin der Initiative "Altern in Würde" dafür ein, dass Alzheimerpatienten in Würde altern können. "Ich möchte Betroffenen und deren Angehörigen Mut machen, sich mit dieser Krankheit intensiv auseinander zu setzen. Die Betroffenen haben ein Recht auf Aufklärung und wirksame Behandlungsmöglichkeiten durch den Arzt", fordert die beliebte Schauspielerin, deren Mutter selbst an Alzheimer erkrankte.
Betroffene und ihre Angehörigen sowie alle Interessierten können sich am Infobus über Alzheimer-Demenz und Möglichkeiten der Früherkennung und Behandlung informieren. Experten vor Ort geben Tipps zur Früherkennung, führen erste Tests durch und beraten umfassend. An speziellen Erfahrungsstationen lernt der Besucher die Symptome der Erkrankung kennen und die Welt von Alzheimerpatienten verstehen. Informationen im Internet unter www.altern-in-wuerde.de .
Quelle:
Publicis Vital PR
Mediziner: Fischöl könnte Alzheimer aufhalten
30.03.2005 -
Eine vor allem in Fischöl und Algen enthaltene Fettsäure kann möglicherweise das Voranschreiten der Alzheimerschen Krankheit bremsen. Das berichtet eine amerikanische Forschergruppe im "Journal of Neuroscience". Bei ihren Tierversuchen entwickelten Mäuse deutlich weniger der für die Krankheit typischen Proteinablagerungen im Gehirn, wenn ihre Nahrung größere Mengen der Fettsäure Docosahexaensäure enthielt.
Sollten die Befunde durch klinische Studien bestätigt werden, könnte eine Nahrungsergänzung mit Docosahexaensäure (DHA) vielleicht auch Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium helfen, spekuliert Greg Cole von der University of California in Los Angeles. "DHA hat ein bemerkenswertes Sicherheitsprofil mit praktisch keinen Nebenwirkungen", so der Mediziner. Zudem ließen frühere Studien vermuten, dass die Omega-3-Fettsäure auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren könne.
Epidemiologische Daten hatten vermuten lassen, dass Menschen mit einer hohen Aufnahme von DHA mit der Nahrung seltener an Morbus Alzheimer erkranken. Um diese Vermutung zu testen, machten Cole und seine Kollegen die Probe aufs Exempel. Die Mediziner studierten einen Mäusestamm, der aufgrund einer genetischen Veränderung besonders anfällig für eine Erkrankung mit großer Ähnlichkeit zur Alzheimer-Krankheit ist. Zu Beginn der Studie im für Mäuse fortgeschrittenen Alter von 17 bis 19 Monaten, erhielten die Tiere in den nächsten drei Monaten Futter mit DHA-Gehalten von 0, 0,09 und 0,6 Prozent.
Im Gehirngewebe der Tiere aus der letzten Gruppe fanden sich schließlich 70 Prozent geringere Konzentrationen von Amyloid-beta-Peptiden, den Hauptbestandteilen der krankheitstypischen Proteinplaques, als bei den Kontrolltieren. Und auch die Zahl dieser Amyloidplaques selbst war um gut 40 Prozent vermindert. Nach Ansicht der Forscher beeinflusst DHA die Produktion des Amyloid-Vorläuferproteins APP und dessen Veränderung durch zelleigene Enzyme.
Forschung: Giselle P. Lim und Greg M. Cole, Department of Medicine, University of California, Los Angeles, und Veterans Affairs Greater Los Angeles Healthcare System, North Hills; und andere
Veröffentlicht in Journal of Neuroscience, Vol. 25(12), pp 3032-40, DOI 10.1523/JNEUROSCI.4225-04.2005
Quelle: Scienceticker
Alzheimer Plaquen erstmals bei lebenden Mäusen sichtbar
Wako (pte, 14. Mär 2005 09:15) - Wissenschafter des Riken Brain Science Institute http://www.brain.riken.go.jp haben die für Alzheimer charakteristischen Plaquen im Gehirn von lebenden Mäusen sichtbar gemacht. Das neue Verfahren beruht auf den Prinzipien der bildgebenden Kernspintomografie (MRI). Dieser neue Ansatz macht es denkbar, dass Menschen ohne offensichtliche Symptome eines Tages frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden können. Derzeit besteht die einzige Möglichkeit des Nachweises dieser Plaquen während einer Autopsie.
Das Team um Takaomi Saido hat einen neuen nicht giftigen Marker entwickelt, der sich selbst an die Amyloidplaquen anhängt und von herkömmlichen MRI Scannern erkannt wird. Der Marker besteht aus einer Fluorform, die vielfach dem Trinkwasser zugesetzt wird, und einer Wasserstoffverbindung, die sich bekanntermaßen an Amyloid anbindet. Die Wissenschafter scannten nach der Injektion mit dem Marker fünf normale Mäuse und acht gentechnisch veränderte Tiere, die über alzheimerähnliche Plaquen verfügten. Bereits geringe Mengen reichten aus, um die Amyloidplaquen in den Gehirnen der Genmäuse nachzuweisen. Die Wissenschafter konnten zusätzlich nachweisen, dass der Marker sich auch bei menschlichem Gehirngewebe an das Amyloid bindet. Ein Test an Gehirnen lebender Menschen wurde bisher laut NewScientist nicht durchgeführt.
Die Entwicklung des Markers hat für die Forschung unmittelbaren Nutzen. Bei gentechnisch veränderten Mäusen kann jetzt die Bildung der Plaquen beobachtet werden. Zusätzlich soll eine Einschätzung ermöglicht werden, wie verschiedene Alzheimerimpfstoffe den Verlauf der Krankheit beeinflussen. Mit einigen Veränderungen sollte laut den Wissenschaftern der Einsatz beim Menschen ebenfalls möglich sein. Derzeit ungeklärt bleibt laut Scott Small von der Columbia University, ob es sich bei den Plaquen um die Ursache der Erkrankung oder nur um ein Symptom handelt.
Quelle: pressetext.austria
Alzheimer trübt Geruchssinn - Als Test zuverlässig wie Gedächtnisprüfung
Baierbrunn - 04.03.2005 (ots) - Mit Hilfe eines Riechtests kann die Diagnose „Alzheimer“ offenbar schon sehr früh gestellt werden, berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Bild: photoCase
Mediziner der amerikanischen Columbia-Universität hatten fünf Jahre lang den Geruchssinn von mehr als 200 Probanden untersucht. Wer bestimmte, alltägliche Gerüche nicht mehr zuordnen konnte, so stellte sich dabei heraus, entwickelte später mit hoher Wahrscheinlichkeit die Demenzerkrankung Alzheimer. Die Wissenschaftler halten die Zuverlässigkeit dieses Tests für vergleichbar mit einer Hirnuntersuchung durch Kernspintomografie und Gedächtnistests.
Quelle:
Wort und Bild - Apotheken Umschau
Marihuanabestandteil gegen geistigen Verfall bei Alzheimer:
Cannabinoide verringern Entzündungen
Madrid (pte, 23. Feb 2005 09:10) - Ein aktiver Bestandteil von Marihuana kann den durch eine Alzheimererkrankung verursachten geistigen Verfall zum Stillstand bringen. Wissenschafter der Universidad Complutense de Madrid http://www.ucm.es/info/vicrint/UCM/index.htm haben nachgewiesen, dass eine synthetische Version des Wirkstoffes die Entzündungen verringert, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden. Das Team hofft, dass das Cannabinoid bei der Entwicklung neuer Medikamente zum Einsatz kommen kann. Die Ergebnisse der gemeinsam mit dem Instituto Cajal http://www.cajal.csic.es durchgeführten Studie wurden in dem Journal of Neuroscience http://www.jneurosci.org veröffentlicht.

Foto: photoCase
In einem ersten Schritt verglichen die Wissenschafter Gehirngewebe von Patienten, die an Alzheimer gestorben waren, mit Proben von gesunden Menschen, die zum Zeitpunkt ihres Todes ähnlich alt waren. Sie untersuchten jene Gehirnzellenrezeptoren, an die sich Cannabinoide anbinden und so eine Wirkung ermöglichen. Zusätzlich wurden die Microglia analysiert, die die Immunreaktion des Gehirns aktivieren. Microglia sammeln sich in der Nähe von Plaqueablagerungen an und verursachen in aktivem Zustand eine Entzündung. Das Team wies eine drastisch verringerte Funktion der Cannabinoidrezeptoren im Gehirngewebe der Alzheimerpatienten nach. Dieser Umstand wies darauf hin, dass die schützenden Eigenschaften des Cannabinoids nicht mehr genutzt werden konnten.
In der Folge wurde die Wirkung der Cannabinoide an Ratten gestestet, die Amyloidinjektionen erhalten hatten. Jene Tiere, die zusätzlich eine Dosis Cannabinoid erhielten, schnitten bei der Überprüfung ihrer mentalen Funktionen deutlich besser ab. Die Amyloidzellen aktivierten in den Gehirnen der Ratten die Immunzellen. Die Tiere der Cannabinoid-Gruppe wiesen laut BBC keine Anzeichen einer Aktivierung der Microglia auf. Mit Zellkulturen wiesen die Forscher nach, dass die Cannabinoide der Aktivierung der Microglia entgegenwirkten und daher die Entzündung verringerten.
Quelle: pressetext.austria
Seroquel beschleunigt bei Alzheimer geistigen Verfall:
Neue Bedenken gegen Psychopharmaka
London (pte, 18. Feb 2005 09:25) - Das Medikament Seroquel (Quetiapin), das in Pflegeheimen allgemein zur Behandlung von körperlicher Unruhe, einem häufigen Alzheimersymptom, eingesetzt wird, soll den Verlauf der Erkrankung beschleunigen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Institute of Psychiatry http://www.iop.kcl.ac.uk gekommen. Ein Sprecher des Herstellers AstraZeneca, http://www.astrazeneca.com erklärte das Medikament sei sicher und wirksam. Psychopharmaka wie Quetiapin werden laut BBC in bis zu 45 Prozent der Anstalten eingesetzt. Sie werden auch zur Behandlung von Schizophrenie verabreicht. Die Ergebnisse der Studie wurden im British Medical Journal http://bmj.bmjjournals.com veröffentlicht.
93 Patienten in Pflegeheimen im Nordosten Englands, die an Alzheimer, Demenz und deutlicher körperlicher Unruhe litten, wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten begleitet. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt täglich eine Dosis Quetiapin, eine weitere erhielt Rivastigmin und die die dritte ein Blindpräparat. In der Folge wurden ihre Unruhewerte und die kognitiven Fähigkeiten wie das Gedächtnis beurteilt. 46 Patienten absolvierten nach sechs Wochen entsprechende Tests. Jene 14 Personen, die Quetiapin erhalten hatten, zeigten durchschnittlich ein Absinken von 14 Punkten auf der Verfallskala. Bei den Patienten, die das Blindpräparat nahmen, zeigte sich fast keine Veränderung. Die Einnahme von Rivastigmin führte zu einer geringen oder keiner Verschlechterung des Zustandes. Allerdings zeigte sich im Vergleich mit der Placebogruppe auch keine Verbesserung der Symptome.
Bisher waren bereits Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der bei dieser Patientengruppe am häufigsten verschriebenen Medikamente Risperidon und Olanzapin geäußert worden. Befürchtet wurde ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Die Wissenschafter erklärten, dass Quetiapin nicht als Ersatz für andere Medikamente eingenommen werden sollte. Zusätzlich brachten sie ihre Besorgnis über den Langzeiteinsatz von Psychopharmaka bei Alzheimerpatienten zum Ausdruck. Der leitende Wissenschafter Clive Ballard erklärte, dass Verhaltensauffälligkeiten bei Menschen mit einer Demenz extrem belastend für die Patienten selbst und die Betreuer sein können. "Unsere Forschungen zeigen, dass Quetiapin bei körperlicher Unruhe nicht hilft und dass es den geistigen Verfall beschleunigt."
Quelle: pressetext.austria
Studie: Wie Intelligenz vor Demenz schützt
16.02.2005 - Mit Hilfe geballter Brainpower wollen britische Forscher die Grundlagen und das Wechselspiel von Intelligenz und Demenz ergründen. DNA-Proben von Mitgliedern einer Hochintelligenten-Vereinigung sollen helfen, mehr über die beteiligten Gene und deren Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit herauszufinden.
"Wissenschaftler interessieren sich für 'Intelligenzgene', da hohe Intelligenz vor Demenzerkrankungen wie der Alzheimerschen Krankheit schützt", erläutert Tony Payton von der University of Manchester. Bei der Suche nach solchen Genen müsse man mit allen Tricks arbeiten. "Indem wir Personen vom äußerten Ende der IQ-Spanne auswählen, erhöhen wir die Aussagekraft der statistischen Tests dramatisch: Beispielsweise entsprechen 200 Freiwillige mit einem IQ von 145 rund 100.000 nicht selektierten Freiwilligen."
Payton und Kollegen verfügen bereits über DNA-Proben von 2.500 Senioren samt zugehörigen Beobachtungsdaten aus einem Zeitraum von 20 Jahren. Bei der Analyse dieser Datensammlung hatten sie zwei Gene entdeckt, deren unterschiedliche Varianten mit unterschiedlichen geistigen Fähigkeiten einhergehen. Zehn weitere "Intelligenzgene" waren von anderen Arbeitsgruppen entdeckt worden. Diese Erkenntnisse wollen die Forscher nun durch Zusammenarbeit mit der Hochintelligenten-Vereinigung Mensa erweitern.
Die Zustimmung der örtlichen Ethik-Kommission vorausgesetzt, sollen der Mitgliederzeitschrift der britischen Mensa-Sektion demnächst 2.000 Sets für Mundschleimhautabstriche beigelegt werden. Payton und Kollegen rechnen damit, dass etwa 1.000 Hochintelligente Probenmaterial an die Universität zurückschicken werden. Das darin enthaltene Erbgut soll mit Genchips auf 100.000 Polymorphismen untersucht werden, minimalen Variationen in der Abfolge der DNA-Basen. Ganz besonders interessiert die Forscher, ob bestimmte Polymorphismen bei den Mensa-Mitgliedern häufiger auftreten als bei den Teilnehmern der Seniorenstudie.
Forschung: Tony Payton, Centre for Integrated Genomic Medical Research, University of Manchester; und andere
Quelle: Scienceticker
Cholesterinsenker gegen Alzheimer
31.01.2005 - Der Cholesterinstoffwechsel im Gehirn beeinflusst das Risiko für Alzheimer. Darauf machen Wissenschaftler der Universität Bonn aufmerksam. Sie wollen diesen Zusammenhang für eine zuverlässigere Diagnose der Hirnerkrankung und für eine Behandlung mit Hilfe cholesterinsenkender Arzneien nutzen. Die Bonner Forschungsarbeiten werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Cholesterinsenkende Medikamente - so genannte Statine - reduzieren das Risiko für Alzheimer. Diese Entdeckung sorgte vor einigen Jahren für großes Aufsehen. Wissenschaftler der Abteilung für Klinische Pharmakologie der Universität Bonn um den Privatdozenten Dr. Dr. Dieter Lütjohann sind der Erklärung für dieses Phänomen einen Schritt näher gekommen. Sie konnten beobachten, dass Cholesterinsenker die Konzentration von Beta-Amyloid in der Hirnflüssigkeit verringern. Dieses Protein hat für die Entstehung von Alzheimer entscheidende Bedeutung; bei betroffenen Patienten finden sich massenhaft krankhafte Ablagerungen von Beta-Amyloid im Gehirn.
Nach Statingabe geht zudem die Konzentration des so genannten 24-Hydroxycholesterins in der Hirnflüssigkeit zurück. Die Substanz entsteht beim Abbau von Cholesterin und ist eine Transportform durch die ansonsten undurchlässige Bluthirnschranke. "Wir vermuten, dass unter der Therapie mit Statinen im Gehirn weniger Cholesterin gebildet und dadurch auch weniger Cholesterin abgebaut wird", erklärt Lütjohann. Diese Wirkung der Medikamente war bislang unbekannt - zurzeit werden Statine in erster Linie eingesetzt, um die Cholesterinbildung in der Leber zu hemmen und so der Arteriosklerose vorzubeugen.
"Im gleichen Maße, in dem sich die Konzentration des Hydroxycholesterins verringert, nimmt auch der Beta-Amyloidgehalt in der Hirnflüssigkeit ab", erklärt Lütjohann. "Es spricht daher vieles dafür, dass der Cholesterinstoffwechsel und die Bildung von Beta-Amyloid eng zusammenhängen." Auf welche Weise die Arzneien auch im zentralen Nervensystem wirken können, sollen jetzt weitere Studien klären. "Schon jetzt gibt es aber viel versprechende Ergebnisse aus Untersuchungen der letzten Jahre", so der Biochemiker. "So kommt es bei Personen, die über längere Zeit cholesterinsenkende Mittel eingenommen haben, seltener zum Ausbruch der Alzheimer-Erkrankung."
Diagnose-Möglichkeiten verbessern
Auch für die Diagnose der Hirnerkrankung bieten sich neue Möglichkeiten. Bislang kann man erst nach dem Tod durch die Untersuchung von Hirngewebe zweifelsfrei feststellen, ob der Verstorbene unter Alzheimer litt. Man findet aber in der Hirnflüssigkeit von Alzheimer-Patienten schon im Anfangsstadium einen deutlich erhöhten Hydroxycholesterin-Spiegel. Die Entnahme von Hirnflüssigkeitsproben ist für Patienten vergleichsweise ungefährlich und gehört heute zum Routineprogramm einer Klinik. Lütjohann: "Die Untersuchung der Hirnflüssigkeit kann daher in Kombination mit anderen diagnostischen Verfahren helfen, Alzheimer frühzeitig zu erkennen und den Verlauf der Krankheit zu beurteilen."
Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Riechstörungen helfen bei Alzheimer-Diagnose
15.12.2004 - Patienten mit der Alzheimerschen Krankheit leiden häufig unter Riechstörungen. Dieses Phänomen lässt sich für eine frühe Diagnose nutzen, berichtet ein amerikanischer Psychiater jetzt auf einem Fachkongress. Das Unvermögen, Düfte wie Flieder oder Ananas wahrzunehmen, kann demnach auf eine beginnende Alzheimer-Erkrankung hindeuten.
"Bei der Alzheimerschen Krankheit ist eine frühe Diagnose für die Patienten und ihre Familien von entscheidender Bedeutung", so Devangere Devanand von der New Yorker Columbia University. Zwar sei die Krankheit derzeit nicht heilbar, ihr Voranschreiten könne jedoch gebremst werden. Und nicht zuletzt gebe ein zeitiges Erkennen den Betroffenen und ihren Verwandten mehr Zeit, sich auf das Kommende einzustellen.
Bis zu fünf Jahre lang verfolgten Devanand und seine Kollegen den Werdegang von 150 Senioren mit einer leichten Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten sowie 63 nicht betroffene Gleichaltrige. Indem sie in halbjährlichen bzw. jährlichen Abständen das Geruchsvermögen der Teilnehmer testeten, suchten sie Duftnoten mit einem möglichst großen Prognose-Potenzial zu ermitteln. Dazu gehören demnach Erdbeere, Rauch, Seife, Menthol, Gewürznelke, Ananas, Erdgas, Flieder, Zitrone und Leder.
Nach Ansicht Devanands kann ein Test auf diese zehn Gerüche aufwändigere Untersuchungsmethoden wie Magnetresonanztomographie oder Gedächtnistests ergänzen. Die Studienresultate stellte der Forscher auf der Jahrestagung des American College of Neuropsychopharmacology in San Juan, Puerto Rico, vor.
Forschung: Devangere P. Devanand, Department of Psychiatry, Columbia University, und Memory Disorders Center, New York State Psychiatric Institute, New York
Präsentation auf dem Annual Meeting of the American College of Neuropsychopharmacology, San Juan, Puerto Rico
Quelle: Scienceticker
Neue Forschungsergebnisse des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg
24.11.2004 -In einer aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung kommen die Forscher aus dem Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg zu dem Ergebnis, dass Quecksilber eine ursächliche Bedeutung bei der Alzheimer-Erkrankung zukommen kann. Die Forscher fanden in der von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Stiftung Umwelt und Gesundheit geförderten Arbeit heraus, dass es besondere Empfindlichkeiten gibt, die mit einer unterschiedlichen Quecksilberentgiftungskapazität zusammenhängen.
Die Freiburger Ärzte am Uni-Zentrum Naturheilkunde Freiburg können nun anhand einer Blutmessung einen der möglichen Risikofaktoren bestimmen. " Das bedeutet, dass besondere Risikogruppen Quecksilber, beispielsweise aus Amalgamfüllungen meiden sollten", so Dr. med. Johannes Naumann, Leiter des Uni-Zentrums Naturheilkunde Freiburg. In einer weiteren von der LBBW geförderten systematischen Arbeit werden nun über 1000 wissenschaftliche Veröffentlichungen zu diesem Thema genauer überprüft. Weitere Forschungen, welche den Einfluss von Quecksilber auch auf andere Erkrankungen untersuchen, sind geplant.
Von der Alzheimer-Erkrankung sind heute fast 50% der über 85-jährigen Personen in Industrieländern betroffen, bis 2050 wird insgesamt mit einer Vervierfachung gerechnet, was zu weiteren erheblichen Belastungen im Gesundheitssystem führen wird. Frühere Arbeiten hatten ergeben, dass nicht das Alter die Ursache der Erkrankung ist, sondern nur eine Bedingung. Das 2003 im Universitätsklinikum Freiburg neu gegründete Uni-Zentrum Naturheilkunde Freiburg, das sich auf verschiedene naturheilkundliche Therapien und Akupunktur spezialisiert hat, kann nun für alle Interessierten ein individuelles Risikoprofil erstellen.
Quelle: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
Langfristige Behandlung mit REMINYL(R) (Galantamin) kann das Risiko einer Pflegeheimeinweisung von dementen Patienten vermindern
10.11.2004 - Demente Patienten, die eine langfristige Behandlung mit REMINYL (mehr als 36 Monate) erhalten, könnten im Vergleich mit Patienten, die über einen kürzeren Zeitraum behandelt werden, in der Lage sein, länger zu Hause zu wohnen. Die Ergebnisse dieser retrospektiven Studie wurden auf einem jüngsten internationalen Kongress vorgestellt.(1)
Fünfhundertsechsundneunzig Patienten aus sieben Ländern (Kanada,
Dänemark, Finnland, Frankreich, Norwegen, Schweden und Vereinigtes Königreich) wurden in diese retrospektive Analyse (+) aufgenommen; sie enthält Daten von Patienten, die ursprünglich an einer der drei randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien von Galantamin und ihren nachfolgenden "open-label" Nachuntersuchungsstudien (3-4 Jahre) teilgenommen hatten (2,3,4). Diese Daten wurden mit retrospektiv gesammelten Daten früherer Studienpatienten im Jahre 2004 ergänzt. Bei Eintritt in die klinischen Studien lebten alle Patienten zu Hause, und einige der Patienten in dieser Studie wurden bis zu sieben Jahre nachuntersucht.
Drei Jahre nach Eintritt in die ursprüngliche klinische Studie lebten 92,5% der Patienten, die eine durchgehende Galantamin-Behandlung erhalten hatten, noch zu Hause, im Vergleich zu jeweils 65% der Patienten, die über 24 bis 36 Monate behandelt wurden, 48% der Patienten, die über 12 bis 24 Monate behandelt wurden und 54% der Patienten, die über 12 Monate oder weniger behandelt wurden.
Weitere statistische Analysen wurden durchgeführt, welche die Auswirkungen von Risikofaktoren für eine Pflegeheimeinweisung berücksichtigten, wie z.B. Schwere der Krankheit, Behinderung bei Aktivitäten des täglichen Lebens und Abwesenheit einer Pflegeperson, die im selben Haushalt wohnt. Die Ergebnisse dieser Analysen ergaben, dass eine langfristige Behandlung mit Galantamin mit einer 27%-igen Verminderung des relativen Risikos einer Heimeinweisung für jedes zusätzliche Jahr einer Galantamin-Behandlung verbunden ist.
Tuula Pirttilä, Prüfarzt und Professor für Neurologie am Universitätskrankenhaus, Abteilung für Neurologie, Kuopio (Finnland), kommentierte die Ergebnisse folgendermassen: "Für viele Patienten mit der Alzheimer-Krankheit und ihre Familien ist das möglichst lange Aufschieben einer Einweisung in ein Pflegeheim sehr wichtig. Die retrospektive Studie lässt vermuten, dass eine langfristige Behandlung mit Galantamin den Bedarf nach einem Pflegeheim oder einer ambulanten Pflegeversorgung zu Hause signifikant verzögert; dadurch wird die Zeitspanne der Unabhängigkeit verlängert sowie die Zeit, welche die Patienten zu Hause mit ihren Familienangehörigen verbringen können."
Anders als bei früheren pharmakoökonomischen Studien von Galantamin, die auf langfristigen Prognosen von Ergebnissen von kurzfristigen klinischen Studien beruhten, wurden für diese Analysen Daten aus langfristigen Studien verwendet. Die Ergebnisse dieser retrospektiven Studie stimmen mit einer ähnlichen Studie über Einweisungen ins Pflegeheim überein, die in den USA durchgeführt wurde und darauf hinweist, dass eine langfristige Behandlung mit Galantamin mit einem verminderten Risiko einer Pflegeheimeinweisung einhergeht.
Demenz, eine progressive Dysfunktion des Gehirns, führt zu einem allmählichen Verlust der Fähigkeit, tägliche Aufgaben zu verrichten. Die häufigste und bekannteste Art der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit, welche die kognitiven Funktionen (Fähgikeit zu denken, zu schlussfolgern und zu lernen), die Persönlichkeit und das Verhalten beeinträchtigt. Die Alzheimer-Krankheit ist die vierthäufigste Todesursache in westlichen Ländern, übertroffen nur vom Herzinfarkt, Krebs und Schlaganfall.(6)
Alzheimer-Patienten werden oft in ein Pflegeheim eingewiesen, wenn sie für die tägliche Routineversorgung vollständig von einer Pflegeperson, oft ein Familienmitglied, abhängig werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Versorgungslast so stark, dass die Pflegeperson mit dieser täglichen, emotional und physisch stark beanspruchenden Verpflichtung nicht länger fertig wird.
Experten glauben, dass die langfristige klinische Wirksamkeit von Galantamin durch den einzigartigen dualen Wirkmechanismus bedingt sein könnte: wie andere Medikamente gegen die Alzheimer-Krankheit erhöht Galantamin die Konzentrationen des Neurotransmitters Acetylcholin (ein chemischer 'Botenstoff', der für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen im Gehirn verantwortlich ist), der normalerweise bei der Alzheimer-Krankheit defizitär ist. Allerdings verfügt Galantamin, im Gegensatz zu anderen Medikamenten, über einen einzigartigen modulierenden Effekt auf die Nikotinrezeptoren im Gehirn, von dem angenommen wird, dass er ihre Wirksamkeit erhöht(7). Man vermutet, dass Nikotinrezeptoren für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen entscheidend sind.
Referenzen:
1. Pirttilä T, van Baelen B, Kavanagh S. Effect of galantamine on time to residential or nursing home admission. Poster präsentiert auf dem 17. Europäischen Kongress für Neuropsychopharmakologie, Stockholm (Schweden) 2004.
2. Wilcock GK, Lilienfeld S, Gaens E. Efficacy and safety of galantamine in patients with mild to moderate Alzheimer's disease: multi-centre randomised controlled trial. BMJ 2000; 321:1445-9.
3. Rockwood K, Mintzer J, Truyen L, Wessel T et al. Effects of a flexible galantamine dose in Alzheimer's disease: a randomised controlled trial. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2001; 71:589-95.
4. Erkinjuntti T et al. Efficacy of galantamine in probable vascular dementia and Alzheimer's disease combined with cerebrovascular disease: a randomised trial. Lancet 2002; 359:139-50.
5. Feldman H, van Baelen B, Kavanagh S. Admission to nursing home: Evidence from US studies of galatamine [Einweisung ins Pflegeheim: Hinweise aus US-Studien von Galatamin]. Poster präsentiert auf dem 8. Internationalen Montreal/Springfield Symposium on Advances in Alzheimer Therapy, Montreal, Kanada, April 2004.
6. Nilsson AK et al. C3 and factor B deficient mice as a tool to study the role of the complement system in the pathogenesis of AD [C3 und Faktor B defizitäre Mäuse als Mittel, um die Rolle des Komplement-Systems bei der Pathogenese von AD zu untersuchen]; Präsentiert auf dem Tag der Neurowissenschaften, Lund (Schweden).
http://www.formonline.se/nd2000/abstracts/abstr39.html .
7. Maelicke A et al. Allosteric sensitization of nicotinic receptors by galantamine, a new treatment strategy for Alzheimer's disease. Biol Psychiatr 2001;49 (3):279-88.
ots Originaltext: Johnson & Johnson Pharmaceutical Services
Alzheimer früh erkennen - Tests können Aufschluss geben
18.10.2004 - Telefonnummern kann man sich nicht mehr so gut merken wie früher. Man begegnet Menschen, erkennt die Gesichter, aber der dazugehörige Name will einem partout nicht mehr einfallen. Sind es bereits Anzeichen einer Alzheimer-Demenz, wenn man mit zunehmendem Lebensalter immer vergesslicher wird?
In den meisten Fällen ist diese Sorge sicherlich unbegründet. Dennoch wächst bei vielen Menschen die Angst vor der Alzheimer-Demenz, einer Erkrankung des Gehirns, die nicht nur das Gedächtnis schwinden lässt, sondern oft auch die Persönlichkeit auf dramatische Weise verändert. Mehr als eine Million Bundesbürger leiden schon heute an einer Demenz. Wie aber kann man sich Sicherheit verschaffen, ob bei einem selbst noch alles in Ordnung ist?
Die 3. Bundesweite Aktionswoche "In Würde altern" vom 25. bis 30. Oktober 2004 widmet sich deshalb ganz der Früherkennung der Alzheimer-Krankheit. Welche Symptome sind tatsächlich ernst zu nehmende Warnsignale für eine Alzheimer-Demenz? Wie merkt man selbst, dass etwas nicht mehr stimmt? Bei welchen auffällig veränderten Verhaltensweisen sollten Angehörige aufmerksam werden? Auf diese und weitere Fragen wollen die Initiative Altern in Würde und das Deutsche Grüne Kreuz e. V. im Rahmen ihrer Aktionswoche Antworten geben.
Dass eine Alzheimer-Demenz möglichst früh entdeckt wird, ist auch deshalb so wichtig, weil gerade im Anfangsstadium die vorhandenen Therapien am wirkungsvollsten helfen können. Viele Menschen wissen aber nicht, dass den Ärzten bewährte Testverfahren zur Verfügung stehen, mit denen relativ rasch beurteilt werden kann, wie es um die geistige Leistungsfähigkeit bestellt ist. Der erste Weg sollte daher immer zum Arzt führen, um mit ihm über möglicherweise vorhandene Verdachtsmomente zu sprechen.
Im Mittelpunkt der Aktivitäten zur Aktionswoche steht die Aufklärung über die Vielzahl der Symptome, die Möglichkeiten der früheren Diagnose und Therapie von Demenzerkrankungen. Gesundheitsämter, Seniorenbeiräte und zahlreiche Apotheken, die sich aktiv an der Aktion beteiligen, halten dazu Informationen bereit. Info-Broschüren zum Thema Alzheimer-Demenz können auch gegen Einsendung eines mit EURO 1,44 frankierten DIN A5-Rückumschlags bestellt werden bei
Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort: Aktionstag In Würde altern 2004
Postfach 1207
35002 Marburg
Weitere Informationen zum Thema gibt es auch unter
www.altern-in-wuerde.de .
ots Originaltext: Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Testosteron-Mangel könnte Alzheimer begünstigen
29.09.2004 - Nicht nur bei Frauen, auch bei Männern sinken mit dem Alter die Spiegel der Geschlechtshormone. Amerikanische Mediziner haben nun Hinweise darauf gefunden, dass mit dem Rückgang des Testosteronspiegels das Risiko für die Alzheimersche Krankheit steigen könnte.
Bei der Alzheimerschen Krankheit kommt es zum Nachlassen der geistigen Fähigkeiten und letztlich zur vollständigen Pflegebedürftigkeit. Die Ursachen der Krankheit sind unklar, auch kann sie derzeit nur gebremst, nicht jedoch geheilt werden. Frühere Studien hatten gezeigt, dass das Erkrankungsrisiko bei Frauen mit dem altersbedingten Sinken des Östrogenspiegels steigt.
Christian Pike und seine Kollegen von der University of Southern California in Los Angeles untersuchten nun die Gehirne von 45 Senioren binnen acht Stunden nach deren Tod. Das Hirngewebe enthielt umso weniger Testosteron, je älter die Männer geworden waren, berichtet die Gruppe im "Journal of the American Medical Association". Unabhängig davon waren die Spiegel bei jenen besonders niedrig, die erste Anzeichen oder klare Symptome der Alzheimerschen Erkrankung aufwiesen. Die Östradiolspiegel hingen dagegen weder vom Alter noch vom Auftreten von Krankheitssymptomen ab.
"Stand der Forschung ist, dass Testosteron im Gehirn zwei kritische Funktionen erfüllt, die mit Alzheimer in Verbindung stehen", so der Forscher. Einerseits schütze das Hormon die Nervenzellen vor Schäden, andererseits reduziere es offenbar die Spiegel des beta-Amyloid-Proteins, jenes Proteins, das als ein Hauptfaktor für den Untergang der Nervenzellen angesehen werde.
Forschung: Emily R. Rosario, Lilly Chang, Frank Z. Stanczyk und Christian J. Pike, Neuroscience Graduate Program, Department of Obstetrics and Gynecology und Andrus Gerontology Center, University of Southern California, Los Angeles
Veröffentlicht in JAMA, Vol. 202(12). pp 1431-2
Quelle: Scienceticker
Keine Zeit verlieren, denn Demenzfälle könnten sich bald verdoppeln
21.09.04 - Am heutigen Dienstag, den 21. September, werden sich von Alaska bis Australien Tausende in den Ländern der ganzen Welt versammeln, um den Welt-Alzheimertag zu begehen. Sie werden die Regierungen auffordern, der Demenz eine höhere Priorität in der Gesundheitsfürsorge einzuräumen.
Die in diesem Jahr unter dem Motto "Keine Zeit verlieren" laufende Kampagne für den Welt-Alzheimertag wird von der Internationalen Alzheimer- Gesellschaft Alzheimer's Disease International (ADI) koordiniert und ist eine Antwort auf die vor Kurzem veröffentlichten Ergebnisse der gesamteuropäischen Umfrage zur Alzheimer-Krankheit, bei der 87% der Pfleger und 71% der Ärzte die Ansicht vertreten, dass ihre Regierungen nicht genügend in die Behandlung von Demenz investieren.
Martin Prince, Professor für epidemische Psychiatrie am Institut für Psychiatrie des King's College in London, GB erläuterte, "Gegenwärtig leiden schätzungsweise 18 Millionen Menschen weltweit an Demenz, davon vier Millionen in Europa. Wir wissen, dass die Anzahl der an Demenz Erkrankten sich voraussichtlich auf 34 Millionen bis 2025 verdoppeln wird. Auch wenn es die grösste Zunahme in sich schnell entwickelnden und stark bevölkerten Gebieten geben wird, verzeichnet man jedes Jahr etwa 600.000 neue Fälle von Demenz in Europa."
ADI ruft die Regierungen zur Anerkennung der sich durch das Vergreisen der Bevölkerung ergebenden Herausforderungen auf, indem bessere Unterstützungsleistungen angeboten werden sollen.
Die hauptamtliche Geschäftsführerin von ADI Elizabeth Rimmer erklärte "Demenz ist eine teure Krankheit deren direkte Kosten sich in GB auf 7,06 bis 14,93 Milliarden GBP pro Jahr belaufen. Diese Kosten sind bei Älteren insgesamt höher als für Herzerkrankungen, Krebs und Schlaganfall zusammen. Trotzdem entsprechen die Forschungsausgaben nur 10% der Forschungsausgaben für Herzerkrankungen und 3% der Forschungsausgaben für Krebs. Wir haben die Gesundheitsminister von 192 Ländern in Briefen über die enormen ökonomischen Folgen gewarnt, da die Bevölkerung immer schneller vergreist. Wir stehen vor einer Demenzepidemie, und angesichts dessen dürfen wir keine Zeit verlieren."
Im Mittelpunkt der Kampagne des diesjährigen Welt-Alzheimertages steht die aktive Teilnahme von Demenzerkrankten. Lynn Jackson, Präsidentin der Demenzpatienten-Interessenvertretung Dementia Advocacy Support Network International: "Als mit Demenz diagnostizierte Patientin bin ich der festen Überzeugung, dass keine Zeit zu verlieren ist. Gegenwärtig mag wohl nicht genügend Zeit bleiben, um eine Heilung für meine Krankheit zu finden, aber ich würde gern sehen, dass anderen Patienten geholfen werden kann, die
nach mir erkranken."
Alzheimer-Gesellschaften der ganzen Welt werden versuchen, die Aufmerksamkeit ihrer Regierungen auf das Problem Demenz zu lenken. Menschen mit Demenz, deren Pfleger, Verwandte, Mitglieder und Freiwillige von Alzheimer-Gesellschaften, Gesundheitspersonal und Forscher werden an landesweiten Gedächtnismärschen, Parlamentsdebatten, öffentlichen Foren und Kampagnen mit Informationsblattverteilung teilnehmen. ADI wird einen "internationalen" Empfang im britischen House of Commons in London
ausrichten.
ots Originaltext: Alzheimer's Disease International
Geistig
fit? Gedächtnisprobleme? - Testen Sie sich mit
"Kopfsache interaktiv
Karlsruhe (ots) - Der Schlüssel
ist unauffindbar, der Name des Schulfreundes will einem
plötzlich nicht mehr einfallen - ist das eine ganz
normale Vergesslichkeit oder schon eine Krankheit? Seit
kurzem gibt es
einen Schnelltest für die "kleinen grauen
Zellen"... Stress, Hektik und wieder mal das Handy
vergessen! Und dann noch den Termin beim Arzt verschwitzt
- ist das eigentlich normal? Nicht nur Ältere klagen
über Konzentrationsschwäche und haben das
Gefühl, geistig nicht mehr mithalten zu können.
Wenn Sie wissen möchten, wie es um Ihre mentale
Leistungsfähigkeit bestellt ist, können Sie
Ihre "grauen Zellen" jetzt spielerisch auf
die Probe stellen.
Quelle: Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel
Seit kurzem gibt es eine wissenschaftlich
geprüfte Methode, mit der man ganz einfach seine
geistige Leistungsfähigkeit überprüfen
kann. Was man dazu braucht? Einen Computer, 10 Minuten
Zeit und Kopfsache interaktiv®, ein Programm, das
Sie direkt im Internet unter www.kopfsache-interaktiv.de
finden oder als CD-ROM kostenlos bei der Firma Dr. Willmar
Schwabe Arzneimittel GmbH & Co. KG, Postfach 41
09 25, 76209 Karlsruhe unter dem Stichwort Tebonin
Kopfsache interaktiv anfordern können.
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Auf spielerische Weise kann damit jeder seine Gedächtnis-
und Reaktionsleistung testen. Ergänzt durch Fragen
nach dem Allgemeinbefinden liefert das Programm anschließend
ein individuelles Gesamtergebnis. Bei allen spielerischen
Eigenschaften - "Kopfsache interaktiv(R)"
ist ein wissenschaftlich geprüftes Testprogramm.
Es kann beginnende Leistungsabweichungen klar erkennen.
Und wenn Sie das Programm regelmäßig durchlaufen,
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ob sich Veränderungen einstellen.
Und ganz nebenbei trainieren Sie auch noch Ihre "grauen
Zellen"! Interdisziplinär entwickelt Das von
acht Wissenschaftlern verschiedener Institute und Universitäten
interdisziplinär entwickelte Testprogramm liefert
einen repräsentativen Überblick über
klinisch relevante Merkmale im
Bereich Gedächtnis und Konzentration. Dadurch kann
eine Testperson erkennen, ob ihre geistige Leistungsfähigkeit
dem Alter entsprechend normal ist oder ob zur weiteren
Abklärung ein Arzt aufgesucht werden sollte.
Voraussetzung für eine ausreichend genaue und zuverlässige
Aussage
ist eine hinreichende Validierung, d. h. die Überprüfung
der
Testmethoden und Ergebnisse. Auf die Validierung wurde
daher bei
"Kopfsache interaktiv(R)" besondere Sorgfalt
angewendet, die
internationalen Gesichtspunkten der Testanalytik Rechnung
trägt. Zu
diesem Zweck führten die Wissenschaftler eine Untersuchung
an etwa
1200 gesunden Kontrollpersonen durch.
Wie Prof. Erzigkeit von der Universität Erlangen-Nürnberg
betont, "zeigen die Ergebnisse dieser Studie das
Potenzial des 'Kopfsache interaktiv(R)'-Programms und
ermutigen dazu, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen".
Das Testprogramm finden Sie unter www.kopfsache-interaktiv.de.
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können die CD-ROM auch bei der
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ots Originaltext: Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel
"Sie
helfen doch!"
Das Kompetenznetz Demenzen wehrt sich auf Pressekonferenz
gegen die einseitige Berichterstattung über die
Wirksamkeit der Alzheimer-Medikamente.
19.08.2004 - Eine Demenz ist heute leider noch nicht
heilbar: Doch wird die Krankheit rechtzeitig erkannt
und behandelt, kann deren Verlauf zumindest verzögert
und Aufmerksamkeit sowie Konzentration bei den Betroffenen
erhöht werden.
Prof. Dr. Dr. Fritz A. Henn, Sprecher des Kompetenznetzes
Demenzen, widerspricht der Berichterstattung der letzten
Tage, dass die neuen Antidementiva (Acetylcholinesterase-Hemmstoffe)
nicht wirksam seien. Wie wichtig die Alzheimer-Medikamente
für Betroffene und deren Angehörige sind,
erläuterte Prof. Henn auf der Pressekonferenz,
die heute Vormittag in Berlin stattfand.
Die
modernen Acetylcholinesterase-Hemmstoffe (Donepezil,
Galantamin, Rivastigmin) sind wirksame Medikamente
bei der Alzheimer Krankheit. Sie sind auf der Basis
von großen, methodisch vernünftigen Studien
über ein ordnungsgemäßes Zulassungsverfahren
nach den Regeln der Kunst u.a. in Deutschland und
den USA zugelassen worden. Das offizielle Zulassungsverfahren
ist stark reglementiert und statistisch einwandfrei
abgesichert. Die Wirkungen dieser Antidementiva sind
über objektive Messinstrumente nachweislich belegt.
Wichtiger und relevanter aber für den einzelnen
Patienten und dessen Angehörige sind die häufig
positiven Wirkungen, die diese Medikamente bei der
Bewältigung der Alltagsanforderungen haben. Seitdem
diese Substanzen zur Verfügung stehen, hat sich
die Behandlung der Alzheimer Krankheit eindeutig verbessert.
Wer dies verkennt, missachtet das Leiden der Patienten
und die Not der Angehörigen. Ohne Zweifel bedeuten
die derzeit verfügbaren Medikamente erst einen
kleinen Schritt vorwärts in der Behandlung der
Alzheimer Krankheit, heilen können diese Medikamente
die Erkrankung nicht. Sie können aber sehr wohl
die Lebensqualität für die Patienten und
deren Angehörige verbessern sowie die Geschwindigkeit,
mit der die Demenz fortschreitet, abbremsen. Damit
sind wir mit diesen Medikamenten noch weit von dem
Ziel entfernt, das man sich für das Wohl der
Patienten wünscht.
Die
Grundaussage, die in dem SPIEGEL-Artikel wiedergegeben
wird - "die teuren Pillen helfen den Patienten
nicht" - ist sachlich nicht richtig. Ebenso ist
die in dem Artikel zitierte Aussage, dass "...
der Einsatz von Donepezil, Rivastigmin und Galantamin
bei der vorhandenen Datenlage wissenschaftlich nicht
begründet ist...", sachlich falsch.
Das Kompetenznetz Demenzen teilt nicht die Ansichten,
die in dem SPIEGEL-Artikel transportiert werden, und
distanziert sich ausdrücklich von den Schlussfolgerungen
des Autors und der befragten Wissenschaftler.
Die
Studie der Hamburger Autoren, auf die sich der SPIEGEL-Artikel
bezieht, ist nicht veröffentlicht. Somit ist
es unklar, welche methodische Qualität die wissenschaftliche
Auseinandersetzung mit den bewerteten Studien hat.
In der Evidence Based Medicine ist allgemein anerkannt,
dass die zusammenfassende Analyse der veröffentlichten
methodisch abgesicherten Studien durch die Cochrane
Gruppe das Höchstmaß an möglicher
Evidenz liefert. Die Cochrane-Gruppe kommt zu der
eindeutigen Schlussfolgerung, dass die modernen Ace-tylcholinesterase-Hemmstoffe
wirksam sind.
Den
Schlussfolgerungen aus der zitierten Studie ("AD2000")
der britischen Medizinzeitschrift "Lancet",
mit der sich das Kompetenznetz Demenzen intensiv auseinandergesetzt
hat, kann ebenfalls nicht beigepflichtet werden, da
diese Studie erhebliche methodische Mängel aufweist.
(Eine Stellungnahme hierzu ist über die Homepage
des Kompetenznetzes www.kompetenznetz-demenzen.de
sowie über die Homepage des Zentralinstituts
für Seelische Gesundheit Mannheim www.zi-mannheim.de/index.php/688/0/
abrufbar.
Das
internationale Beratungsgremium des Kompetenznetz
Demenzen hat demzufolge zur Verwendung eines Acetylcholinesterase-Hemmstoffes
in den Therapie-Studien des Kompetenznetzes geraten.
Die Anwendung der Medikamente bei Alzheimer Kranken
ist sicher, und die Medikamente beinhalten nur vertretbare
Nebenwirkungen
Quelle:
Zentralinstitut
für seelische Gesundheit / Mannheim
Schützen
anspruchsvolle Jobs vor Alzheimer?
10.08.2004 - Eine Verbindung zwischen dem Berufsleben
und der Alzheimerschen Erkrankung haben amerikanische
Mediziner entdeckt. Von der neurodegenerativen Krankheit
betroffene Personen haben demnach in geistig relativ
anspruchslosen Berufen gearbeitet. Die Frage nach
Ursache und Wirkung ist jedoch offen.
"Es
könnte sein, dass sich die Krankheit sehr früh
auf die Fähigkeit eines Individuums auswirkt,
eine mental anspruchsvolle Karriere einzuschlagen",
erläutert Kathleen Smyth von der Case Western
Reserve University in Cleveland, Ohio. "Es ist
aber auch denkbar, dass eine höhere geistige
Beanspruchung zu einer erhöhten Aktivität
der Gehirnzellen führt und so das Anlegen einer
'Reserve' an Gehirnzellen erlaubt, die den Effekten
der Krankheit trotzen kann."
Smyth
und ihre Kollegen studierten die Biographie von 122
Alzheimer-Patienten und 235 nicht erkrankten Personen
jenseits des 60. Lebensjahrs. Vor allem interessierten
sie der berufliche Werdegang und die geistige, körperliche
oder soziale Beanspruchung auf der jeweiligen Stelle.
Ab dem 30. Lebensjahr zeigte sich ein Zusammenhang
zwischen geistiger Beanspruchung und dem Erkrankungsrisiko,
berichten die Forscher im Fachblatt "Neurology".
Die nicht erkrankten Personen hatten ab diesem Alter
eher komplexe, vielfältige und abwechslungsreiche
Tätigkeiten ausgeübt, die späteren
Patienten dagegen eher körperlich anspruchsvolle,
monotone Tätigkeiten.
Laut
Smyth gibt es eine dritte Erklärungsmöglichkeit
für die Resultate: "Anspruchsvollere Berufe
könnten just jene Fähigkeiten voraussetzen,
die zur Diagnose der Alzheimerschen Krankheit getestet
werden. Sollte das der Fall sein, könnte die
Krankheit bei diesen Personen längere Zeit unentdeckt
verlaufen und erst in einem weiter fortgeschrittenen
Stadium entdeckt werden." Frühere Studien
hatten bereits gezeigt, dass Hobbys wie Schach oder
Lesen ebenfalls mit einem geringeren Erkrankungsrisiko
einhergehen.
Forschung: Kathleen A. Smyth und Robert P. Friedland,
Department of Epidemiology and Biostatistics und Department
of Neurology, Case Western Reserve University School
of Medicine, Cleveland, Ohio; und andere
Veröffentlicht
in Neurology, Vol. 63, 10. August 2004, pp 498-503
Quelle: Scienceticker
Alzheimer:
Raus in die Sonne - Tageslicht hilft Dementen gegen
Schlafstörungen
Baierbrunn (ots) – 05.07.2004 - Tageslicht hilft
Alzheimer-Patienten bei
Schlafstörungen. Darauf weist Prof. Jürgen
Stadt vom
Vivantes-Klinikum Berlin im Apothekenmagazin "Senioren
Ratgeber" hin.
Bei der Alzheimer-Krankheit ist der Schlaf-Wach-Rhythmus
oft gestört.
Er kann wieder ins Lot kommen, wenn die Patienten regelmäßig,
am
besten täglich zu festgelegten Zeiten, ins Freie
kommen. Besonders
in Heimen sollte dieser Tatsache Rechnung getragen
werden. In den
Pflegezimmern herrscht oft nur eine Lichtstärke
von 50 Lux. Draußen
ist das Licht tausendmal so intensiv: 50.000 Lux.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Senioren Ratgeber
Grüne
Mamba gegen Alzheimer - Gift der gefährlichen
Schlange mit nützlichem Potential
08.06.2004 - Aus dem Toxin der Grünen Mamba,
einer der
gefährlichsten afrikanischen Giftschlangen, hoffen
Forscher einen
Wirkstoff zur Behandlung der Alzheimer-Erkrankung
entwickeln zu
können, berichtet das Apothekenmagazin "Gesundheit".
Der Mamba-Biss
löst schmerzhafte Muskelkrämpfe aus, die
zum Tod durch Atemlähmung
führen. Der zugrunde liegende biochemische Mechanismus
kann bei
dosierter Gabe des Wirkstoffes aber auch nützliche
Folgen haben –
etwa für die Behandlung der Alzheimer-Erkrankung.
Bei diesem Leiden
kommt es zu einem Mangel an dem Nervenbotenstoff Acetylcholin
(ACH).
Heutige Medikamente sorgen dafür, dass ACH nicht
so schnell abgebaut
wird. Das Gift der Grünen Mamba könnte aber
geeignet sein, die
Freisetzung von ACH zu verstärken. Dies wäre
ein völlig neuer Ansatz
zur Therapie des bisher unheilbaren Gedächtnisverlustes.
Die Forschung steht aber noch am Anfang. Bis zur anwendungsreifen
Medizin können noch Jahre vergehen.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Gesundheit
Neue Versorgungswege zum ökonomischen
Umgang mit Alterserkrankungen. EUROFORUM-Konferenz:
„Alzheimer Demenz und Morbus Parkinson –
Wege zur Versorgungsoptimierung“ 23./24. Juni
2004, Berlin.
03. Juni 2004 - Die zunehmende Alterung der Gesellschaft
geht mit einer ansteigenden Zahl von altersabhängigen
Erkrankungen wie Alzheimer Demenz oder Morbus Parkinson
einher. Schon heute sind 8 bis 13 Prozent der deutschen
Bevölkerung über 65 Jahre davon betroffen.
In der Altersgruppe der 80- bis 90jährigen liegt
die Zahl bei 40 Prozent. Da der Anteil der über
60jährigen bis 2050 auf 48, 8 Prozent und der der
über
80jährigen auf 12,1 Prozent ansteigen wird, stellt
die Versorgung,
Behandlung und Prävention von gerontologischen
Erkrankungen eine
große sozioökonomische Herausforderung dar.
Der gesamte
Gesundheitsmarkt muss sich auf die wachsende Nachfrage
nach
Arzneimitteln, Pflegeeinrichtungen und medizinischem
Know-how bei
sinkenden Beiträgen in die sozialen Sicherungssysteme
einstellen.
Auf der EUROFORUM-Konferenz „Alzheimer Demenz
und Morbus
Parkinson“ (23. und 24. Juni 2004, Berlin) greifen
Geriatrie-Experten
und Vertreter der Krankenkassen die Diskussion um die
gesundheitsökonomischen Folgen einer alternden
Gesellschaft auf und
zeigen Wege zu einer nachhaltigen Versorgungsoptimierung.
Aus
medizinischer Sicht spricht Prof. Dr. med. Ingo Füsgen
(Universität
Witten/Herdecke, Kliniken St. Antonius Wuppertal) über
den Umgang mit
chronischen Erkrankungen in einer alternden Bevölkerung
und schlägt
Verbesserung zur derzeitigen Situation vor.
Die Leitlinien und Aufgabenstellungen des neuen Gemeinsamen
Bundesausschusses der Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser
und
Krankenkassen für eine optimale Versorgung von
Chronikern stellt Dr.
Rainer Hess vor. Die Möglichkeiten durch die Integrierte
Versorgung,
die medizinische Betreuung der Erkrankten zu verbessern
und die
Kosten zu kontrollieren thematisiert die Konferenz ebenso
wie
Möglichkeiten von Disease Management Programmen
sowie den
ökonomischen und klinischen Nutzen neuer Therapieverfahren.
Die
Innovationsfähigkeit des Gesundheitsmarktes mit
den neuen
Voraussetzungen umzugehen, ist das Thema der Podiumsdiskussion.
Das vollständige Programm im Internet:
www.euroforum.de/p16496
Quelle: ots
Das Potenzial von Ginkgo: Der Schlüssel zur mentalen Leistungsfähigkeit
Karlsruhe - 15.03.2004 - Sie verwandelt Erwachsene in kleine Kinder, machte aus dem ehemals mächtigsten Mann der Welt, dem US-Präsidenten Ronald Reagan, einen hilflosen Menschen, der nicht mal seine eigene Frau erkennt. Alzheimer - tabuisiert und gefürchtet wie kaum eine andere Krankheit. Auf einem Expertentreffen in Westerland auf Sylt wurden jetzt neue Ergebnisse aus der Forschung zum Thema "Heute geistig fit - trotzdem Angst vor Alzheimer?" vorgestellt. Für alle, die ihre mentale Leistungsfähigkeit erhalten wollen, brachte es PD Dr. Anne Eckert, Biozentrum der J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main, auf den Punkt: "Wappnen Sie Ihr Gehirn gegen Alterungsprozesse: Ginkgo stärkt die Energielieferanten der Nervenzellen, die Mitochondrien (Kraftwerke der Zelle)."
Denn die Stärkung des Energiehaushalts der grauen Zellen soll nach aktuellen Studienergebnissen auch als Schutz gegen die schleichende Erkrankung des Gehirns wirken, die ins "Dunkel" führt, wenn immer mehr Nervenzellen untergehen. Eine Empfehlung, der sich auch Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Ralf Ihl, Rheinische Kliniken der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, anschließt. Er berichtete, dass bereits 50-Jährige über Vergesslichkeit und Konzentrationsprobleme klagen - und über Schwierigkeiten, mit den Jüngeren mitzuhalten. "In den meisten Fällen ist dies kein Hinweis auf eine beginnende Alzheimerkrankheit", so der Experte, die ist nämlich in diesem Lebensalter eine absolute Rarität, "Aber es lohnt sich in jedem Fall nach den Ursachen zu suchen". Und: "Immer wieder wird die Frage gestellt, ob Medikamente die kognitive Leistungsfähigkeit steigern können." Eindeutiges Fazit der Sylter Expertenrunde: Mit dem Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761(R) lassen sich mentale Leistungsfähigkeit, Konzentrationsvermögen und Stimmungslage nachhaltig verbessern. Schutz vor Zelltod - Chance auf "Good-Aging" Nicht umsonst gilt der Ginkgobaum - immerhin der letzte Vertreter einer 280 Millionen Jahre alten Pflanzensippe - als "lebendes Fossil" und Pflanze, die die Zeit besiegt. Die Phytotherapie räumt dem Pflanzenextrakt eine Schlüsselfunktion als hochwirksames Good-Aging-Präparat ein. Wie gut er wirklich hilft, belegen mehrere neue wissenschaftlich kontrollierte Studien. Die vorliegenden Daten bescheinigen, dass der Spezialextrakt EGb 761(R) (Tebonin(R), nur in der Apotheke) sowohl bei der Vorbeugung als auch bei der Therapie nützliche Wirkung entfaltet.
"Alle Untersuchungen bei Gesunden zeigen, dass bei älteren und sogar bei jüngeren gesunden Teilnehmern Förderungen der Gedächtnisleistung, der Konzentration, der Aufmerksamkeit, der emotionalen Ausgeglichenheit und der Koordination von Bewegungsabläufen erhoben werden konnten", erklärte Prof. Ihl. Im Klartext: Ginkgo steigert die mentale Leistungsfähigkeit, zu der man diese unterschiedlichen Faktoren unserer Gehirnfunktion zählt. Ginkgo biloba schützt die Zellen nicht nur vor den Angriffen freier Radikale. Selbst eine geschädigte Funktion der Mitochondrien, der Energielieferanten der Hirnzellen, kann nachweislich wieder hergestellt werden. Neue Studie bringt es auf den Punkt: Kann Ginkgo-Spezialextrakt noch mehr? Schützt der Extrakt auch vor dem Ausbruch von Alzheimer? Eine Nachricht aus Frankreich zu EGb 761(R) wirft jetzt diese Frage auf - und macht neuen Mut bei der Bekämpfung einer gefürchteten Krankheit: Das Ergebnis einer Fallkontrollstudie mit 1462 Teilnehmerinnen in Toulouse, die über einen Zeitraum von über vier bis sieben Jahren beobachtet wurden, hat gezeigt, dass Frauen, die EGb 761(R) einnahmen, seltener an Alzheimer erkrankten. Und auch dieses erstaunliche Ergebnis verstehen wir als Resultat der Stabilisierungswirkung des Extraktes auf den Energiehaushalt in den Nervenzellen des Gehirns. Denn: Nach neuesten neurobiologischen Erkenntnissen spielt eine Störung in der Mitochondrienfunktion eine wichtige Rolle für die Entstehung der Alzheimerkrankheit. Wie stark die Schutzleistung von EGb(R) 761 ist, werden weitere Studien zeigen. Im Moment spricht viel dafür, dass vom Baum, der die Zeit besiegt, noch einiges zu erwarten ist.
Originaltext: Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel
WG für Demenzkranke - Wohngemeinschaften als Alternative zum Heim Baierbrunn - 09.03.2004 - Seit 1995 in Berlin die erste Wohngemeinschaft für Demenzkranke gegründet wurde, sind deutschlandweit etwa 250 solcher Zusammenschlüsse entstanden. Sechs bis acht Pflegebedürftige leben in einer Wohnung. Das deutsche Heimgesetz würde solche Einrichtungen aber teuer und kompliziert machen, wenn die Initiatoren nicht phantasievoll vorgehen. Wie der Pionier dieser Betreuungsform, Klaus Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menscher e.V." im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" berichtet, mietet der Verein die Wohnung und jeder Pflegebedürftige vom Verein ein Zimmer. Ein Pflegedienst schließt Einzelverträge mit jedem Bewohner. Nicht nur die Demenzkranken profitieren von den im Vergleich zum Heim übersichtlichen und persönlichen Strukturen. Auch das Personal ist sehr zufrieden. Während Überforderung und Burn-out in Heimen ständige Probleme sind, sagt Klaus Pawletko über das WG- Personal: "Berufswechsel kommen praktisch nicht vor.
Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Winterschlaf: Parallelen zu Alzheimer
entdeckt
Leipzig
- Leipziger Forscher haben Parallelen zwischen der
Alzheimerschen Erkrankung und dem Winterschlaf bei
Tieren entdeckt. "Was wir immer für den
Schädling hielten und bekämpfen wollten,
ist im Tierreich ein bewusster Schutzmechanismus",
sagte der Leipziger Neurowissenschaftler Thomas Arendt
in einem dpa-Gespräch. Beim Tier wie beim Alzheimer-Kranken
würden Regionen des Gehirns still gelegt. Nur
sei beim Menschen "vermutlich irgendetwas schief
gelaufen und eine ernsthafte Erkrankung daraus geworden".
Das Herunterfahren der Energieversorgung schütze
die Tiere vor dem Zelltod. "Die Tiere können
die betroffenen Partien nach dem Aufwachen innerhalb
von Tagen reaktivieren. Sind beim Menschen einmal
bestimmte Gehirnpartien zerstört, sind die Schäden
irreparabel", erklärte der Experte des Paul-Flechsig-Instituts
für Hirnforschung der Universität Leipzig.
Ausschlaggebend dafür sei das Tau-Protein, welches
für den Molekültransport zwischen den Zellen
zuständig ist. Seit etwa 15 Jahren konzentriert
sich die Alzheimer-Forschung weltweit auf dieses Protein.
"Man hat erkannt, dass es durch die Anreicherung
von Phosphatresten zu pathologischen Veränderungen
kommt, die den Krankheitsverlauf prägen."
Zuerst wurde das Phänomen bei einer kleinen Nagerart
aus dem Mittelmeerraum, den European Ground Squirrels,
festgestellt. Jetzt müsse die Untersuchung auf
andere Tierarten ausgeweitet werden. Zunächst
arbeiten die Leipziger mit Forschern aus Alaska zusammen,
die den Winterschlaf bei Bären untersuchen. "Zwischen
dem Gehirn von Bären und Menschen gibt es mehrere
Übereinstimmungen. Wenn sich das Ergebnis erhärtet,
bedeutet das einen gänzlich neuen Ansatz bei
der Suche nach einer Heilung von Alzheimer."
Bislang kann die Krankheit nur hinausgezögert,
aber nicht geheilt werden. Etwa eine Million Menschen
sind laut Arendt derzeit in Deutschland an der Alzheimer
Demenz erkrankt, dem durch Eiweiß-Ablagerungen
im Gehirn fortschreitenden geistigen Verfall. Bis
zu drei Millionen könnten es im Jahr 2050 sein.
Die Krankheit ist nach dem deutschen Neurologen Alois
Alzheimer (1864-1915) benannt, der die Krankheit erstmals
im Jahre 1906 wissenschaftlich beschrieben hatte.
Starke Zunahme des Morbus Alzheimer
vorhergesagt
20.08.03
- CHICAGO. Die steigende Lebenserwartung der Menschen
wird zu einer dramatischen Zunahme der Morbus-Alzheimer-Prävalenz
führen. Eine US-Studie sagt in den Archives of
Neurology (2003; 60: 1119–1122) voraus, dass
es im Jahr 2050 fast dreimal so viele Patienten wie
heute geben wird.
Denis
Evans und Mitarbeiter des Rush-Presbyterian-St. Luke’s
Medical Center in Chicago haben die Ergebnisse einer
bevölkerungsbasierten Beobachtungsstudie zur
Alzheimer-Prävalenz mit den demographischen Vorhersagen
einer US-Behörde kombiniert.
Die
Studie hatte genaue Zahlen zur Prävalenz des
Morbus Alzheimer im Alter ermittelt: Danach erkrankt
im Alter von über 80 Jahren jeder fünfte
Amerikaner an der Altersdemenz. Heute erreichen nur
wenige Menschen dieses Alter. Entsprechend gering
sind die Erkrankungszahlen. Von den derzeit 4,5 Millionen
Alzheimer-Patienten in den USA sind 1,8 Millionen
85 Jahre oder älter. Mit der projizierten zunehmenden
Lebenserwartung wird die Zahl der Erkrankten bis 2050
jedoch auf acht Millionen steigen. Dann wird es insgesamt
13,2 Millionen Alzheimer-Patienten in den USA geben.
Die
Altersverteilung der Erkrankung verändert sich
radikal. Heute sind sieben Prozent der Patienten mit
Morbus Alzheimer 65 bis 74 Jahre alt, 53 Prozent sind
75 bis 84 Jahre alt, und nur 40 Prozent sind 85 Jahre
oder älter. Im Jahr 2050 werden nach den vorgelegten
Berechnungen jedoch 60 Prozent aller Alzheimerpatienten
85 Jahre oder älter sein.
Da
Alzheimer-Patienten besonders pflege- und damit kostenintensiv
sind, könnte die Zunahme der Prävalenz zu
einem starken Anstieg der Gesundheitskosten führen.
Die amerikanische Alzheimer-Gesellschaft geht in einer
Pressemitteilung so weit zu behaupten, dass die Erkrankung
das derzeitige Gesundheitssystem zerstören und
die staatlichen Krankenkassen Medicare und Medicaid
in den Bankrott treiben werde.
Diese
apokalyptischen Visionen verfolgen jedoch auch den
Zweck, in der Öffentlichkeit für mehr Forschungsgelder
zu werben. Britische Forscher gehen davon aus, dass
der Anstieg weniger stark ausfallen werde. Der Direktor
der Alzheimer’s Society rechnet mit einem Anstieg
der Prävalenz um 150 Prozent bis 2050.
Quelle:www.aerzteblatt.de
Ursachen der Alzheimer Krankheit
Es
wird heute davon ausgegangen, dass es nicht die eine
Ursache für die Alzheimer Krankheit gibt. Wahrscheinlich
gibt es viele Faktoren, deren Zusammenwirken eine Rolle
spielen kann. Entwarnung kann beim Kochen aus Aluminiumgeschirr
gegeben werden. Fest steht, dass sich hierdurch kein
besonderes Krankheitsrisiko ergibt. Ebenso kann die
Erkrankung nicht durch Ansteckung oder Infektion übertragen
werden.