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Dammschnitt:
Obwohl der Dammschnitt chirurgisch gesehen ein kleiner Eingriff ist, sind die Folgen oft noch Monate nach der Geburt zu spüren: Schmerzen beim Sitzen und beim Intimverkehr und unangenehmes Brennen beim Wasserlassen. Um das zu verhindern, empfiehlt der Frauenarzt und erfahrene Geburtshelfer Dr.Manfred Steiner aus Ihringen allen Frauen mit Dammschnitt schon im Wochenbett warme Sitzbäder mit Gerbstoff.
Der Gerbstoff beschleunigt die Reparaturprozesse des Gewebes und hemmt Entzündungen. Zudem betäubt er die Schmerzen. Dr.Steiner rät werdenden Müttern, einige Beutel Gerbstoffpulver (rezeptfrei in Apotheken) in den Krankenhauskoffer zu packen. Sollte dann ein Dammschnitt nötig werden, sind die Frauen damit meist schon nach fünf Tagen beschwerdefrei.

Dawn-Phänomen:
(engl. dawn = Morgendämmerung) Blutzuckeranstieg an den frühen Morgenstunden. Dawn-Phänomene sind dadurch gekennzeichnet, dass der Blutzucker gegen Mitternacht gut liegt, in den frühen Morgenstunden (etwa ab 4 Uhr) jedoch sehr schnell ansteigt. Es resultiert folglich ein hoher Nüchternblutzucker. Die Ursache des Dawn-Phänomens ist unter anderem eine verstärkte Ausschüttung von verschiedenen Hormonen in der Nacht sowie am frühen Morgen, die sowohl die Zuckerfreisetzung aus der Leber erhöhen als auch die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin herabsetzen. Dawn-Phänomene sind nicht die einzigen Ursachen für hohe Nüchternblutzuckerwerte. Diese können ebenso durch einen Insulinmangel bei zu niedriger Abenddosis bzw. zu kurzer Wirkdauer des abendlichen Insulins oder auch durch Gegenregulation nach Unterzuckerung (Somogyi-Effekt) bedingt sein. Die Blutzuckereinstellung kann beim Dawn-Phänomen schwierig sein. Gelegentlich hilft die spätabendliche Injektion von Verzögerungs-insulin in den Oberschenkel als bed-time-dosis. In manchen Fällen lassen sich nur mit einer Insulinpumpe gute Nüchternblut- zuckerwerte erreichen.

Dehydratation:
Austrocknung infolge Wassermangel. Dehydratation bei Diabetikern entsteht durch einen übermäßigen Wasserverlus infolge vermehrter Harnausscheidung. Das erhöhte Harnvolumen kommt zustande durch eine verstärkte Zuckerausscheidung bei hohen Blutzuckerwerten. Wird der Wasserverlust nicht durch Trinen ausgeglichen (z. B. bei Erbrechen), so kommt es zur Austrocknung. Dieser Zustand ist für den Diabetiker nicht ungefährlich, da bei Dehydratation auch die Insulinwirkung nachlässt (eine "ausgetrocknete Zelle" wird insulinunempfindlich!").

Dekompensation
(dekompensieren = nicht ausgleichen) Dieser Begriff wird dann gebraucht, wenn das Leiden am Tinnitus nicht mehr ausreichend verarbeitet werden kann, und es zu einer fortschreitenden Einschränkung der Lebens- und Arbeitsfähigkeit kommt.

Demographischer Wandel:
Was haben demographischer Wandel und Behindertenpolitik miteinander zu tun?Man hört allerorten: Das Durchschnittsalter der Deutschen steigt und der Anteil alter Menschen nimmt proportional immer mehr zu. Wenn dem so sein sollte, wären umfassende Konsequenzen unausweichlich. Eine 1992 ins Leben gerufene Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Dingen auf den Grund zu gehen. Politiker und Sachverständige legten im Herbst 1998 die bisher aussagefähigste Analyse zum demographischen Wandel und seinen Folgen vor.

Interessenten können das mehr als 880seitige Dokument beim Referat Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Bundestages, Charles-de-Gaulle-Straße 6, 53113 Bonn, bestellen.

Ein kurzer Auszug aus dem 98er Bericht, der sich speziell mit behinderten Menschen befaßt, ist angefügt.

Die Tragweite dieser Bevölkerungsentwicklung läßt sich schon ein wenig aus der genauen Bezeichnung der Enquete-Kommission erahnen: "Demographischer Wandel - Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft an den einzelnen und die Politik".

Da viele Erkrankungen und Behinderungen in zunehmendem Alter häufiger auftreten (rund zwei Drittel der Blinden z.B. sind im Rentenalter), wird trotz einiger medizinischer Fortschritte die Zahl der behinderten Menschen proportional in etwa der Altersentwicklung der Bevölkerung folgen.

Der Ruf nach einer behindertenfreundlichen oder gar behindertengerechten Umwelt bliebe somit weiter aktuell oder würde gar noch lauter erschallen müssen, wenn, ja, wenn man nicht noch viel globaler an die Lösung dieser Probleme herangehen muß. Die Probleme älterer Menschen und die vieler Behinderter unterscheiden sich gar nicht so sehr. Mancherlei Erleichterung für den einen wird auch zur Hilfe für den anderen.

An der Schwelle eines neuen Jahrtausends sei es gestattet zu sagen: Was wir in der Zukunft brauchen, ist nicht eine behindertengerechte, sondern eine menschengerechte Umwelt; eine Umwelt, in der die allgemeinen und die spezifischen Bedürfnisse der verschiedenen Bevölkerungsgruppen Berücksichtigung finden. Gesonderte Behindertenpolitik könnte sich in dem Maße erübrigen, indem die gesellschaftliche Integration behinderter Menschen in allen Lebensbereichen selbstverständlicher Alltag würde.

Auszug aus dem Bericht "Demographischer Wandel" der Enquete-Kommission

1.3.4 Familien mit behinderten Mitgliedern

Eine Situationsanalyse der Familien, in denen Menschen mit Behinderungen leben, muß sich zunächst der offiziellen Statistik zuwenden, um einen Überblick über die Anzahl und die Altersstruktur der Menschen mit Behinderungen sowie über die verschiedenen Arten der Behinderung zu erhalten. Seit 1985 werden nur noch Behinderungen mit einem Grad von 50 v.H. oder mehr als Schwerbehinderung statistisch erfaßt. Am 31.12.1997 weist die Statistik folgenden Stand amtlich anerkannter Menschen mit schweren Behinderungen mit gültigem Ausweis aus:

6,6 Mio amtlich anerkannte Menschen mit schweren Behinderungen entsprechen etwa 8 v.H. der Bevölkerung. Die Altersverteilung zeigt eine starke "Alterslastigkeit": Drei Viertel waren 55 Jahre oder älter, der Anteil der unter 25jährigen war mit 3,8 v.H. (etwa 253.000 Personen) relativ gering. Bei den Behinderungsarten steht die Beeinträchtigung der Funktion innerer Organe oder Organsysteme bei nahezu einem Drittel aller Fälle (31,1 v.H.) an erster Stelle. Jeweils ein knappes Sechstel aller schweren Behinderungen bestehen in Funktionseinschränkungen von Gliedmaßen (15,3 v.H.) und der Wirbelsäule und des Rumpfes sowie einer Deformierung des Brustkorbes (15,6 v.H.). Eine Querschnittlähmung, zerebrale Störungen, geistig-seelische Behinderungen oder Suchtkrankheit betraf 14 v.H. aller Fälle. Das restliche Viertel verteilt sich auf verschiedene Behinderungsarten.

Eine Situationsanalyse muß aber auch davon ausgehen, daß eine tatsächliche Chancengleichheit von Behinderten und Nichtbehinderten immer noch nicht erreicht ist und sich behinderte Menschen von einer neuen Behindertenfeindlichkeit und von einer Verwertungs- und Brauchbarkeitsdiskussion offen bedroht fühlen.

Die Anzahl der Familien, die Kinder mit Behinderungen betreuen, wird im Fünften Familienbericht auf 350.000 allein in den alten Bundesländern geschätzt. Dabei sind sowohl behinderte als auch entwicklungsverzögerte Kinder in der Schätzung berücksichtigt. In der Regel stellt das Aufwachsen in der Familie die beste Entwicklungsperspektive für Kinder mit Behinderungen dar, und dies wird auch von der großen Mehrzahl der Familien erwartet und geleistet. Die emotionalen, zeitlichen und kognitiven Beanspruchungen und auch die ökonomischen Belastungen durch Verzicht auf höheres Einkommen, die den Familien und hier insbesondere den Müttern dadurch entstehen, sind enorm und machen das System der Familie unter Umständen krisenanfälliger. Bei der praktischen Bewältigung der Problemlagen, denen Familien mit behinderten Kindern ausgesetzt sind, lassen sich bislang überraschenderweise keine eindeutigen Hinweise darauf finden, daß diese Familien deutlich gestörter, dysfunktionaler oder gefährdeter sind als andere Familien. Auch scheinen die Herausforderungen und ihre Bewältigung den familialen Zusammenhalt eher zu stärken und gegen Krisen widerstandsfähiger werden zu lassen. Allerdings sind die familialen Netze häufig kleiner und werden dafür intensiver genutzt als bei Familien mit Kindern ohne Behinderungen. Auf dem Hintergrund sich wandelnder Familienformen (u.a. durch die Zunahme der Scheidungen und der Zahl Alleinerziehender sowie durch kleiner werdende Familien) und der Veränderung der Rollenerwartungen an die Familienmitglieder (z.B. durch die Kindzentrierung) sind bei gleichzeitiger Orientierung am Leitbild der "Normalfamilie" möglicherweise zukünftig Familien mit Kindern mit einer Behinderung verstärkt gefährdet, sofern dies nicht durch adäquate Hilfesysteme und soziale Dienstleistungen abgefedert wird.

Behinderung im familialen Kontext läßt sich keineswegs auf die Kinder und Jugendlichen beschränken. Erwachsene mit Behinderungen stellen die große Mehrheit, da Behinderungen vielfach erst im Lebenslauf - vorwiegend krankheits- bzw. unfallbedingt - entstehen und die Frage der Betreuung und Versorgung innerhalb der Familie sich in diesen Fällen erst zu einem später gegebenen Zeitpunkt stellt. Da nicht jede Behinderung mit einem Pflege- oder Hilfebedarf verbunden ist, führen Erwachsene mit Behinderungen häufig ein selbständiges Leben im eigenen Haushalt. Sobald allerdings Hilfe- und Pflegebedarf besteht, unterscheidet sich der Anteil der alleinlebenden Menschen mit Behinderungen (etwa 7 v.H. aller Behindertenhaushalte) deutlich von dem der Gesamtbevölkerung (etwa 34 v.H. aller Haushalte). Hingegen leben Menschen mit Behinderungen in den neuen Bundesländern überproportional häufig in Zweipersonenhaushalten (33 v.H.) und in den alten Bundesländern in Vierpersonenhaushalten (30,8 v.H.). Dies ist Ausdruck unterschiedlich ausgeprägter Familienstrukturen.

So lassen sich in den neuen Bundesländern bei den Zweipersonenhaushalten vor allem Ehepaare finden, bei denen ein Partner hilfe- und pflegebedürftig ist, gefolgt von den alleinlebenden Elternteilen mit behindertem Kind und den alleinlebenden Söhnen oder Töchtern mit behindertem Elternteil. In den alten Bundesländern sind bei den Vierpersonenhaushalten vor allem die Eltern-Kind-Gemeinschaften mit entweder behindertem Kind oder mit hilfe- und pflegebedürftigem Elternteil hervorzuheben. Der höhere Anteil unvollständiger Familien in den neuen Bundesländern ist also auch bei den Familien mit behinderten Mitgliedern nachweisbar.

Besonderes Augenmerk verdienen Erwachsene mit Behinderungen, die bereits in ihrer Kindheit oder Jugend behindert waren und dadurch auf dauerhafte Betreuung und Versorgung in der Ursprungsfamilie angewiesen sind. Die Folgen einer in diesen Familien nur erschwert möglichen Ablösung der Kinder mit Behinderungen von ihren sie pflegenden Eltern sind mit den Begriffen "permanente Elternschaft" und "chronische Sorge" umschrieben worden und führen häufig in die Zwickmühle zwischen einer permanenten Isolation des Betroffenen als Ausdruck des Verbleibs im Elternhaus und dem Verdacht auf mangelnde Fürsorge in den Fällen, in denen sich Eltern und Kind voneinander zu trennen beabsichtigen. Wenn dann früher oder später für die Betroffenen der Wechsel in eine andere Wohnform ansteht, sind sie häufig psychisch-physisch und alltagspraktisch nicht darauf vorbereitet. Andererseits gibt es für die möglicherweise zukünftig wachsende Gruppe der jungen Menschen mit Behinderungen, die sich selbstbewußt vom eigenen Elternhaus ablösen wollen, um ein selbständiges Leben zu führen, bislang kaum Angebote und Erziehungshilfen für die Betroffenen und ihre Familien, um diesen Prozeß zu unterstützen.

Ein besonderes Problem entsteht aufgrund der sich wandelnden Altersstruktur der Menschen mit Behinderungen. Parallel zur allgemeinen Alterungsdynamik im demographischen Wandel und im Zusammenhang der gestiegenen Lebenserwartung der Behinderten wird sich vermutlich auch die Gruppe der körperlich und geistig schwerbehinderten Menschen in ihrem Altersaufbau dem der übrigen Gesellschaft annähern. Wenn die wachsende Zahl der älteren und alten Frühbehinderten sich in der Nachfrage nach Wohnheimplätzen niederschlägt, weil deren Eltern möglicherweise selbst hilfebedürftig bzw. verstorben sind, werden die Konsequenzen hinsichtlich der dann nur noch eingeschränkt vorhandenen privaten Pflegepotentiale - etwa durch Geschwister oder andere Verwandte - in ihrer vollen Tragweite hervortreten. Dieser Problembereich ist bislang im Zusammenhang des demographischen Wandels nur ansatzweise beleuchtet worden.

Die Situation der Familien mit pflegebedürftigen älteren Familienmitgliedern - in der Regel einem oder mehrere Elternteil(e) - wird an anderer Stelle vertiefend dargestellt (vgl. 2.1.4).

Familien mit behinderten Mitgliedern sind auf vielfältige Unterstützungsleistungen angewiesen und erhalten diese im Rahmen der gesetzlichen Sozialversicherung (Gesetzliche Krankenversicherung und Pflegeversicherung) und der Sozialhilfe sowie als soziale Dienstleistungen, z.B. der staatlichen und freigemeinnützigen Behindertenhilfe (sonderpädagogische Einrichtungen, familienentlastende Dienste, Heime).

Daneben existieren steuerrechtliche Regelungen wie der Behindertenpauschbetrag, KFZ-Steuerbefreiung /-ermäßigung oder die Möglichkeit für die Eltern von Kindern mit Behinderungen, Aufwendungen für eine Haushaltshilfe steuerlich abzusetzen. Die Leistungen zur geriatrischen Rehabilitation sowie die Infrastruktur der sozialen Dienste und ihre Weiterentwicklung im Prozeß des demographischen Wandels sind an anderer Stelle in diesem Bericht dargestellt (vgl. IV "Gesundheit und Pflege"; vgl. VI "Soziale Dienste").


Depotinsulin:
Längerwirkendes Insulin, das im Gegensatz zum kurzwirkenden Insulin Zusätze enthält, die die Aufnahme des Insulin aus dem Unterhautfettgewebe in die Blutbahn verzögern. Hierdurch entsteht ein "Depoteffekt". Der Begriff Depotinsulin ist in letzter Zeit mehr und mehr durch den Begriff Verzögerungsinsulin verdrängt worden.

Deprivation
= gehabter und erlebter Mangel

Dermatologie:
Lehre von den Erkrankungen der Haut

Desinfektion:
Abtöten von Keimen durch physikalische (Hitze) oder chemische Verfahren (Seife, Alkohol usw,)

Dextrose:
=Traubenzucker (Glucose).

Diabetes:
(griech.: "Hindurchgehenlassen"). Bezeichnung für Krankheiten, die durch eine übermäßige, krankhafte Urinausscheidung gekennzeichnet sind.

Diabetes Insipidus:
(griech.: "Wasserharnuhr", Durchfluss). Zwanghafte Steigerung der Urinausscheidung mit Harnmengen von bis zu 15 Litern pro Tag. Ursache ist eine Störung im Hinterlappen  der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) oder eines übergeordneten Hirnzentrums. In seltenen Fällen findet sich als Ursache ein Nichtansprechen der Niere auf das wassersparende Hormon (ADH, Diabetes insipidus renalis).

Diabetes mellitus
 : (griech «honigsüßer Durchfluss »). Chronische Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Charakteristische Merkmale sind Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie) und das Auftreten von Harnzucker (Glucosurie). Die Harnzuckerausscheidung hat dem Krankheitsbild den Namen gegeben. Zucker bindet Wasser und somit führt das Vorkommen von Zucker im Harn zwangsläufig auch zur vermehrten Ausscheidung von Wasser. Krankheitsbilder mit großem Harnvolumen heißen Diabetes. Der Zusatz "mellitus" erklärt sich durch den infolge Zuckergehaltes süßen Geschmack des Urins. Diese merkwürdige Namensgebung entstammt einer Zeit, als man weder Blutzucker noch Urinzucker messen konnte und sich allein au die Beurteilung durch die menschlichen Sinne wie Schmecken, Riechen usw. beschränken musste. Diabetes mellitus ist kein einheitliches Krankheitsbild. Gemeinsam ist allen Formen die Unfähigkeit, bzw. Einschränkung der Fähigkeit Traubenzucker (Glucose) zu verstoffwechseln. Die Ursachen sind vielfältig. In der Regel besteht ein Insulinmangel, in manchen Fällen ist die Wirksamkeit des an sich in ausreichender Menge gebildeten Insulins vermindert (Insulinresistenz). Gelegentlich führt die vermehrte Bildung von blutzuckersteigernden Hormonen (z. B. Cortison) zu Diabetes. Um die verschiedenen Diabetesformen etwas überschaubarer zu machen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1980 eine Einteilung vorgeschlagen, die mittlerweile weitgehend anerkannt wird. Die neue Einteilung hat die früher gängigen Begriffe wie jugendlicher Diabetes oder Altersdiabetes verdrängt. Es wird folgendermaßen unterschieden:

Klassifikation des Diabetes mellitus:

Diabetes mellitus Typ 1
        
(
Beta-Zell-Zerstörung, die zum absoluten Insulinmangel führt)
        
A. Immunologisch bedingt
        
B. Idiopathisch

- Diabetes mellitus Typ 2
(reicht vom Vorwiegen der Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel bis zum Vorwiegen des Sekretionsdefekts mit Insulinresistenz)

Diabetisches Fußsyndrom:
Es wird oft nur kurz "Diabetischer Fuß" genannt. Ein Syndrom bezeichnet einen Symptomkomplex, eine Gruppe von gleichzeitig auftretenden Krankheitszeichen. Das Diabetische Fußsyndrom ist der Ausdruck diabetesbedingte Spätschäden am Fuß. Die ursächlichen Faktoren sind die diabetische Nervenschädigung (Polyneuropathie), die Durchblutungsstörung (Makro- angiopathie) und die Infektion. Es gibt unterschiedliche Schweregrade des Diabetischen Fußsyndroms. Auch variiert das Bild, je nach- dem, welche Ursache vorliegt oder im Vordergrund steht. Der Nervenschaden kann zu einem Ausfall des Schmerzempfindens führen (Wunden können so leichter entstehen), zu einem Ausfall der Schweißsekretion (die Haut ist weniger geschmeidig) und zu Verformung der Füße (es entstehen Druckstellen und Schwielen). Die Durchblutungsstörung lässt entstandene Wunden weniger gut heilen und kann im fortgeschrittenen Stadium selbst zu Nekrosen (örtlichem Gewebstod), meist an den Zehen oder der Ferse führen. Die Infektion kann oberflächliche Gewebsschichten, aber auch Gelenke und Knochen betreffen. Es ist für den Arzt wichtig, vor der Behandlung eines diabe-tischen Fußes entsprechende Untersuchungen (neurologische Untersuchung, Wundabstrich, Untersuchung der Durchblutung, Röntgen- aufnahme des Fußes) durchzuführen, um dann gezielt behandeln zu können. In Schulungsprogrammen für Diabetiker wird vermittelt, wie das Diabetische Fußsyndrom vermieden werden kann: durch richtige Fußpflege, Verhaltensregeln bei Gefühlsverlust der Füße, Verhütung von Verletzungen, adäquates Schuhwerk und allgemeine Maßnahmen (z. B. Bewegung, nicht Rauchen).

Diagnose:
(griech.: "Erkenntnis") Nachweis bzw. Benennen einer Erkrankung.

Diagnostik:
Aufwand, der betrieben wird ( z. B. Blutuntersuchung, Röntgen, EKG usw.) um eine Krankheit zu erkennen, d.h eine Diagnose zu stellen. Es gibt unterschiedliche Richtungen und Sichtweisen in der Diagnostik. Häufig ist Diagnostik heute noch defizitorientiert. Dann wird hauptsächlich nach Abweichungen von einer altersentsprechenden Entwicklung gesucht. Ziel ist die Normalisierung der Entwicklung mit Training von Schwächen und Verringerung der Abweichungen in der Entwicklung. Die Defizitorientierung erweist sich gerade in der Arbeit mit behinderten Kindern zunehmend als problematisch. Die starke Fremdbestimmung der Kinder in der Förderung, die mit dieser Ausrichtung verbunden ist, wird nicht selten selbst zu Entwicklungshindernis für die Kinder. Daher wird heute zunehmend häufiger mit einem anderen Schwerpunkt gearbeitet. Die Diagnostik orientiert sich dann mehr am Können (an den Kompetenzen) eines Kindes und unterstützt die ihm mögliche Entwicklung. Verstehen spielt in der kompetenzorientierten Diagnostik eine große Rolle.

Dialyse:
(gr. = "Trennung") Physikalisches Verfahren zur Trennung verschiedener Substanzen. In der Medizin steht der Begriff Dialyse gleichbedeutend für die Behandlung mit der "künstlichen Niere". Das Verfahren wird angewandt bei Menschen mit unzureichender Nieren- funktion (Niereninsuffizienz). Beim Dialysieren wird das Blut über ein Schlauchsystem durch einen Filter geleitet, wobei die giftigen Stoffwechselabbauprodukte entfernt werden. Solche Behandlungen mit der künstlichen Niere werden an 2-3 Tagen der Woche über mehrere Stunden durchgeführt. Nach besonderer Anlernung kann man eine Dialyse auch zu Hause unter Mithilfe der Angehörigen durchführen (Heimdialyse).


Diarrhoe:
(gr. - "Durchfluss") Durchfallerkrankung. Absetzen von dünnem ungeformten Stuhl mehrfach am Tage. Diarrhoen treten meist plötzlich (akut) auf und verschwinden auch rasch wieder. In der Regel sind virale oder bakterielle Infektionen die Ursache (e. B. Sommer- oder Reisediarrhoe). Längergehende (chronische) Durchfallerkrankungen können dagegen auf ernstere Gesundheitsstörungen hin- deuten: Störung der Funktion von Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase, Nahrungsmittelunverträglichkeit, entzündliche Darmerkrankungengelegentlich auch Darmtumoren. Länger anhaltender Durchfall bei Diabetikern ist gelegentlich durch eine Beeinträchtigung des vege- tativen Nervensystems (autonome Neuropathie) bedingt. Dies betrifft vor allem Diabetiker mit langjährigem Diabetes und unzureichender Langzeitbehandlung.

Diät:
Besondere Kost und Ernährungsform, die je nach Zielrichtung verschiedenen Gesundheitsstörungen Rechnung tragen will. Es gibt vielfältige Diätformen. Durch die Diabetesdiät wird die Kohlenhydrataufnahme geregelt. Reduktionsdiät ist kalorienvermindert und soll helfen Gewicht zu reduzieren. Fettarme Diät wird bei Fettstoffwechselstörungen verordnet.

Differentialdiagnose:
Erörterung bzw. Abgrenzung der verschiedenen Krankheiten, die als Ursache für eine Gesundheitsstörung, bzw. vorliegende Krankheitszeichen (Symptome) in Frage kommen. Beispiel: als Symptom werden Schmerzen in der Magengegend ange- geben. Als Ursache kommen mehrere Störungen in Betracht: Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, Magenschleimhautentzündung, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse usw. Die Aufzählung und Erörterung dieser verschiedenen Krankheiten, die alle das Symptom "Schmerzen in der Magengegend" machen könnten, nennt man Differentialdiagnose.

Digestivum:
Die Verdauung anregendes Mittel.

Diplegie:
= doppelseitige Lähmung des oberen oder unteren Körperabschnitts (s.a. Monoplegie, Hemiplegie, Tetraplegie).

Diuretikum:
(plural: Diuretika) Harntreibendes Medikament zum Ausschwemmen von unerwünschten Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), z. B. bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Aufgrund ihrer Fähigkeit zur verstärkten Ausscheidung von Natrium werden Diuretika auch zur Blutdrucksenkung verordnet.

DNS - (Desoxyribonukleinsäure)
Alle Formen des Lebens sind durch ein spezielles "Programm" bestimmt und gesteuert. Es ist in der Erbsubstanz oder DNS der Lebewesen verschlüsselt und wird bei der Fortpflanzung von Generation zu Generation weitervererbt. So vielfältig die Erscheinungsformen des Lebens - ob Mensch oder Tier, - Bakterie oder Schlüsselblume - sein mögen, das Prinzip der Erbinformationen ist überall gleich: Die kleinste, vollständige Einheit des Lebens ist die Zelle. In ihrem Kern gibt es eine Struktur, worin alle typischen Eigenschaften programmiert sind. Dieses Programm heißt "genetischer Code", eingebaut ist er in die DNS: ein fadenförmiger Strang, nur bei vieltausendfacher Vergrößerung sichtbar.
Da nun grundsätzlich Beschaffenheit u. Funktion der Erbsubstanz immer gleich ist, wird es auch möglich, Teile der DNS aus einem Organismus zu entnehmen und in die Erbsubstanz eines anderen einzubauen. Dies ist das Prinzip der Gen-Chirurgie, wodurch, - wie in unserem Beispiel, - die Produktion von Humaninsulin möglich wird.

DNA/RNA: (Nukleinsäuren)
Nukleinsäuren kommen in Zellen aller Lebewesen vor. Sie sind Träger der genetischen Information. Man unterscheidet DNA (Desoxyribonukleinsäure) und RNA (Ribonukleinsäure. In ihnen sind Informationen verschlüsselt, die den komplizierten Aufbau von Eiweißen und Erbgut festlegen und letztlich alle biologischen Eigenschaften eines Lebewesens bestimmen. Bei Retroviren ist RNA (entsprechend der DNA bei allen anderen Lebewesen) der Träger der genetischen Information.
Retroviren: Wenn sich Retroviren wie HIV in menschliche Zellen einschleichen, schreiben sie ihr Erbgut mit Hilfe eines Enzyms in DNA um. Erst dann können die Viren ihre genetische Information nicht mehr unterscheidbar in die Wirts-DNA einbauen und sich vermehren.
HIV: Human Immunodeficiency Virus. Zählt zu den Etrovieren und gilt als Erreger der Immunschwäche AIDS. Wichtige Übertragungswege: ungeschützter Geschlechtsverkehr, gemeinsamer Nadelgebrauch. Auch durch Bluttransfusionen, Gerinnungspräparate, Organtransplantationen, künstliche Befruchtung, Nadelstichverletzungen möglich sowie während der Schwangerschaft, Geburt und über die Muttermilch von der Mutter aufs Kind.
AIDS: Das Acquired Immune Deficiency Sandrome wird durch HI-Viren verursacht. HIV-infiziert bedeutet nicht aidskrank. Von der erworbenen Abwehrschwäche spricht man erst, wenn die Krankheit ausgebrochen ist und sich Symptome zeigen.

Doppelentleerung:
Gemeint ist die Doppelentleerung der Harnblase. Gelegentlich bereitet es Schwierigkeiten, hohe Nüchternblutzuckerwerte bezüglich ihrer Ursache exakt zu beurteilen. Morgendlich hohe Blutzuckerwerte können sowohl Folge eines Insulinmangels während der Nacht sein, aber auch reaktiv nach durchgemachter Unterzuckerung im Rahmen der sogenannten Gegenregulation entstehen. Die Unterscheidung beider Ursachen ist aber für die weitere Behandlung sehr wichtig, da in dem einen Fall die abendliche Insulindosierung erhöht, nach Unterzuckerung aber reduziert werden müsste. Für den Fall, dass die Symptome nicht eindeutig auf Unterzuckerung hindeuten, bietet die Doppelentleerung der Blase zusätzliche Entscheidungshilfe. Sie wird folgendermaßen durchgeführt. Im Abstand von 60 Min. wird die Harnblase entleert und eine Harnzuckerkontrolle durchgeführt. Liegt ein Insulinmangel vor, so ist meist der Harnzuckergehalt der ersten Urinproben genau so hoch wie der, der zweiten. Im Falle einer vorausgegangenen Unterzuckerung, enthält die erste Harnportion in der Regel meist deutlich weniger Zucker als die zweite.


Dusk-Phänomen:
(engl. dusk = Abenddämmerung) Blutzuckeranstieg am späten Nachmittag. Die Ursachen für das Dusk-Phänomen entsprechen denen für das Dawn-Phänomen: eine verstärkte Ausschüttung von blutzuckersteigernden Hormonen sowie eine Verringerung der Insulinempfindlichkeit des Körpers. Im Unterschied zum Blutzuckeranstieg in den Morgenstunden ist das nach- mittägliche Dusk-Phänomen nicht so stark ausgeprägt.

Drug-Monitoring:
Überwachung einer Medikamentengabe, v.a. im Hinblick auf Neben-wirkungen

Dysarthrie:
=Sprechstörung in Form einer Beeinträchtigung der Lautbildung.

Dysgrammatismus:
= Sprachstörung, bei der die Regeln der Wort- und Satzlehre nicht richtig gebraucht werden.

Dyskinesien: (lat.: "fehlerhafter Bewegungsablauf"):
Zu diesen Störungen des Bewegungsablaufes gehören auch die unterschiedlichen Formen der Athetose. Diese Bewegungsstörungen sind gekennzeichnet durch unwillkürliche Bewegungen, die langsam, wurmförmig oder auch ausfahrend und ruckartig sein können.

Dyslalie
= Stammeln.

Dysmelie:
= Fehlbildung der Gliedmaßen; z. B. Amelie, Phokomelie.

Dysphasie:
= zentrale Sprachstörung in Form eines erschwerten Sprechenkönnens.

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