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Die Inhaltsübersicht

- Schluss mit dem peinlichen Verhalten im Urlaub
- Mit Verhinderungspflege in den Urlaub
-
Reisebreicht Vietnam vom 02.01. - 18.01.2002

Schluss mit dem peinlichen Verhalten im Urlaub / travelchannel.de hat den Urlaubs-Knigge für stilbewusste Urlauber und solche, die es werden wollen

25.08.2004 - Gemeinhin kursiert das Bild der Deutschen als ordentlich und sauber, pünktlich und nett. Doch gilt das auch im Urlaub? Eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Online-Reisebüros travelchannel.de hatte vor kurzem ergeben, dass sich über die Hälfte der Deutschen im Urlaub schon einmal für ihre Landsleute geschämt hat.

"Das brachte uns auf die Idee, einen ausführlichen Urlaubs-Knigge zu erstellen," so Nathalie Thiede, Marketingleiterin bei travelchannel.de, "denn wenn man sich im Urlaub falsch verhält, so liegt es oft daran, dass man mit den Gepflogenheiten des Gastlandes nicht vertraut ist. So stolpert der ahnungslose Tourist von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen, ohne es überhaupt zu merken." Das Online-Reisebüro travelchannel.de fordert daher: Schluss mit dem schlechten Benehmen im Ausland! Ab jetzt kann jeder im Urlaubs-Knigge nachschlagen, wie man sich in den beliebtesten
Urlaubsregionen in Südeuropa, Asien, USA und Südamerika richtig benimmt. Wer weiß schon, dass man in Brasilien bei Tisch keine Zahnstocher benutzt und dass es in Japan eine Beleidigung ist, das Wechselgeld nachzuzählen. In Südafrika dagegen darf man seinen eigenen Wein ins Restaurant mitbringen. In China wird beim Essen munter geschmatzt und gerülpst - ein Fauxpas begeht jedoch der, der sich bei Tisch die Nase schnäuzt. Aber die Unterschiede in Sitten und Bräuchen fangen bereits an Deutschlands Grenzen an. Daher ist es besonders wichtig, sie zu kennen. Bei unseren Nachbarn ist es üblich, Rechnungen im Restaurant gemeinsam zu bezahlen. Bitten um Einzelrechnungen stoßen von Frankreich bis Griechenland nur auf Unverständnis. Bei privaten
Einladungen in Frankreich übergibt man die Blumen zum Beispiel noch im Papier eingewickelt - in Deutschland undenkbar. Die Pünktlichkeit - eine für uns Deutsche so wichtige Eigenschaft - wird zum Beispiel in Spanien nicht unbedingt als Höflichkeit ausgelegt. Zu privaten
Einladungen erscheint man dort eher eine halbe Stunde später, will man einen guten Eindruck machen. Es erwartet natürlich niemand, dass ein Tourist direkt nach der Landung im Gastland zum Franzosen, Japaner oder Inder wird - aber mit ein bisschen Vorbereitung in Bezug auf die landestypischen Sitten, Freundlichkeit und Höflichkeit macht man sich überall Freunde.


Quelle: www.travelchannel.de

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Mit Verhinderungspflege in den Urlaub

Personen mit anerkannter Schwerbehinderung, denen eine Pflegestufe zuerkannt wurde, haben die Möglichkeit die damit verbundenen finanziellen Leistungen auch für die Gestaltung eines Urlaubs einzusetzen. Nach § 39 des SGB XI besteht Anspruch auf „Verhinderungspflege“ wenn eine Pflegeperson wegen eigenen Urlaubs, Krankheit oder anderen Gründen nicht in der Lage ist, die Pflege einer Pflegeperson sicherzustellen - die Pflegekasse übernimmt sodann die Kosten für die Pflegevertretung. Voraussetzung für die Gewährung von Verhinderungspflege ist, dass die Pflegekasse für die Pflegeperson für die Dauer von 360 Kalendertagen Pflegegeld bewilligt hat. In dieser Vorpflege kann die Pflegetätigkeit von verschiedenen Personen ausgeführt worden sein. Die Pflege muss nicht ununterbrochen sein, eine Unterbrechungszeit von bis zu vier Wochen innerhalb des Jahres sind unschädlich.

Erfolgt die Verhinderungspflege durch einen Vertragspflegedienst dann werden bis zu 1.432 EURO dafür übernommen. Das trifft auch zu wenn die Verhinderungspflege durch eine selbstbeschaffte erwerbsmäßige Pflegehilfe, die nicht Vertragspartner der Pflegekasse sein muss, übernommen wird.

Wird die Verhinderungspflege von Privatpersonen übernommen dann wird das Pflegegeld anteilig von der Pflegekasse gezahlt. Zusätzlich kann auf Nachweis der Verdienstausfall der Pflegeperson sowie weitere Ausgaben (z.B. Fahrkosten) bis zu einem Gesamtzahlbetrag von 1.432 EURO erstattet werden.

Erfolgt die Pflege als Sachleistung und stellt der Pflegebedürftige die restliche Pflege durch unentgeltlich tätige Personen (Angehörige) sicher, so kommt auch hier bei Ausfall der ehrenamtlich tätigen Pflegeperson Verhinderungspflege zusätzlich zur Pflegesachleistung in Frage, d.h. der Betrag von maximal 1.432 EURO für die Verhinderungspflege wäre neben der Fortzahlung der Pflegesachleistung der jeweiligen Pflegestufe zu zahlen.

Die Verhinderungspflege ist grundsätzlich an die Verhinderung der Pflegeperson gebunden. Allerdings kann der Urlaub der Pflegeperson auch zu Hause erfolgen während der Pflegebedürftige eine Urlaubsreise durchführt (Sozialgericht Lübeck vom 02.07. 1996 Az: S 1 P 19/95). Ebenso kann die Pflegeperson gemeinsam mit dem Pflegebedürftigen in Urlaub fahren und dort die Pflege einer anderen Person überlassen.

W. Schuren

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Reisebericht: Vietnam vom 02.01. bis 18.01.2002

3.1.2002:

Das Gefühl ist einfach ziemlich klasse: Wir sind in Vietnam, in Saigon (oder, wie es nach der Befreiung durch den Norden heißt, Ho Chi Minh Stadt!). Allein die Reiseroute klingt fantastisch: Frankfurt-Paris-Bangkok-Saigon!

Wir, das sind zwei Reisebegleiter von Weitsprung, und drei Reisende mit unterschiedlichen Behinderungen.

Nach einem sehr langen Flug, einer ziemlich spannenden Fahrt vom Flughafen zum Hotel und eigentlich recht wenig Aufregung während des Fluges haben wir unseren ersten Ausflug an den Saigon-Fluss unternommen.

Es ist bereits gegen 20.00 Uhr Ortszeit, das heißt sechs Stunden weiter als in Deutschland, und das Gewusel in der Stadt ist unbeschreiblich. Zunächst brauchen wir etwa eine Dreiviertelstunde um aus dem Hotel herauszukommen. Sofort lernen wir Hotelpersonal kennen. Superfreundlich die Menschen. Dann unser erster Kontakt mit den Straßenhändlern, die alles Mögliche anzubieten haben, direkt nach fünf Metern aus dem Hotel.

Eine exotische Frucht wird uns angeboten. Man kann sie schälen, und Magda erinnert an die Weisheit zu einer gesunden Ernährung hier in Vietnam:
- peel it
- cook it
- or forget it

was soviel bedeutet wie:
- schäle es
- koche es
- oder vergesse es

Die Frucht ist so groß wie ein Apfel, man kann sie schälen (das ist gut so!!), und es kommt sehr saftiges, weißes Fruchtfleisch zum Vorschein. Die Frucht ist lecker, doch die anschließende Diskussion um die Bezahlung überfordert uns noch ein wenig, denn wir haben zwar Geld an der Rezeption umgewechselt, aber wir haben noch nicht die rechte Ahnung, was das Geld Wert ist.


4.1.2001:

Frühstück im Hotel und dann geht es ab in die City.

Zunächst gehen wir zur City-Hall, die ist in unmittelbarer Nähe unseres Hotels. Auf dem Weg dorthin begegnen wir einem Vietnamesen, der uns anspricht. Er bietet seine Dienste als Tourguide an. Wie sind etwas vorsichtig, wollen erst mal die Preise für diese Dienstleistung checken und verabreden uns an gleicher Stelle für Nachmittags mit dem Mann. Hoa ist sein Name, und es sei bereits hier vorweggenommen, er wird unser Guide für mehrere spannende Ausflüge werden. Dann geht es weiter zur katholischen Kirche Notre Dame. Weiter geht es Richtung Parlamentsgebäude, der Reunification-Hall. Ein kleines Café lädt zu einer Pause ein. Das Café hat leider keine Toiletten, deshalb gehen wir in ein anderes, nahegelegenes Restaurant.

Das Personal ist superfreundlich und stolz, uns eine beachtliche Sammlung an Echsen zu zeigen.

Alle leben so mehr oder weniger. Alle sind zum Verzehr bestimmt!!!!!

Wir gehen weiter, genießen in vollen Zügen das Schlendern in der vietnamesischen Metropole mit etwa fünf Millionen Einwohnern.

Nach der Stärkung geht es zum Parlamentsgebäude. Davor ist ein großer, schattiger Platz, auf dem unzählige Menschen ihre Mittagspause zu genießen scheinen.

Auf dem Gelände der Reunification-Hall ist ein schöner Garten mit allerlei exotischen Pflanzen, den schauen wir uns natürlich besonders genau an.

Dann geht es in das ehrwürdige Gebäude. Die Architektur ist zweckmäßig und nicht außergewöhnlich schön.

Spannend ist bei unserem Rundgang das Dach, welches als Hubschrauberlandeplatz dient und einen tollen Rundblick auf die Umgegend gestattet. Nicht zu vergessen ein Raum, der zur Entspannung dient, und in dem mehrere typisch vietnamesische Instrumente stehen und vorgeführt werden.

Auch wir dürfen mal musizieren, und ein Gefühl für den Klang der Instrumente entwickeln.

Danach machen wir noch einen Rundgang durch den schönen Blumengarten und schauen uns zwei Panzer an, die in diesem Garten stehen. Es sind die Panzer der Partisanen (der sogenannten Vietcong), die während des Vietnamkrieges das Tor des Parlamentsgebäudes durchbrachen und damit eindrucksvoll demonstrierten, dass sie bereits einen großen Teil der heiß umkämpften Region kontrollierten.

Wir gehen wieder Richtung Hotel, und lassen uns in einem Café nieder. Hier sitzt auf einem Baum ein angeketteter Affe und in einem Käfig liegen Hunde, und ein Adler schaut traurig aus seinen Gitterstäben

Sind die Hunde für den Verzehr gedacht? Na ja, wir werden hier nicht weiter nachforschen, auf jeden Fall geht man hier etwas anders mit Tieren um als bei uns. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig!

Straßenhändlerinnen und Straßenhändler versuchen uns ihre Ware zu verkaufen. Teilweise fühlen wir uns etwas unwohl, denn die Armut der auf der Straße lebenden Menschen hat hier ein für uns sehr unbekanntes Ausmaß.

Um einen Überblick über die aktuellen Preise für Tagesausflüge mit Tourguide zu bekommen, schauen wir bei Saigon-Tourist vorbei. Mit den Informationen gehen wir zu Hoa, dem Mann, der uns vormittags angesprochen hat, und uns seine Dienste als Tourguide anbot. Er steht tatsächlich am vereinbarten Ort, und wir treten in Verhandlungen ein.

Für den nächsten Tag vereinbaren wir einen Ausflug zum Tempel von Tai Ninh und den Höhlen von Cu Chi. Der Preis ist sehr fair, wir werden morgen früh gegen 8.30 Uhr starten und in einem klimatisierten Minibus fahren.

Den schönen „Januarabend“ bei lauen Temperaturen genießen wir auf der Dachterrasse des legendären Rex Hotels. Hier wurden während des Vietnamkrieges die Pressekonferenzen der Amerikaner abgehalten.

Die Aussicht ist sehr schön. Der von unten aufsteigende Lärm ist nichts wirklich neues mehr. Daran haben wir uns gewöhnt, es gehört einfach zu Saigons Straßenverkehr, dass man mit der Hupe kommuniziert.

Nach einem guten Abendessen und einigen Cocktails J gehen wir zurück ins Hotel und versuchen im Chatroom von Weitsprung interessierte Gesprächspartner zu erreichen. Wir haben uns für 15.00 Uhr MEZ angekündigt, das heißt 21.00 Uhr nach Saigoner Zeit. Leider schaffen wir es aufgrund technischer Probleme nicht, den Chatroom zu betreten. Schade!!

5.1.2002:

Wir beginnen den Tag mit einem tollen Frühstück im Hotel und werden um 8.45 Uhr von Hoa erwartet.

Die erste Station wird uns zur Tempelanlage von Tay Ninh führen. Hier steht ein großer, buddistischer Tempel, der sehr bunt und reichhaltig geschmückt ist.

Die Fahrt nach Tay Ninh ist erst einmal eine Art „Feuertaufe“ hinsichtlich der hiesigen Fahrgewohnheiten. Hauptunfallursache in Vietnam sind Frontalzusammenstöße mit überhöhter Geschwindigkeit. Nun wissen wir, wie das aus einem fahrenden Auto aussieht...

Die Fahrt ist aber auch landschaftlich sehr interessant. Es dauert sehr lange, bis wir das Gefühl haben an den Stadtrand zu gelangen. Die Straße ist gesäumt von Geschäften und Händlern. Als wir die ersten Reisefelder und Wasserbüffel sehen wird es ländlich.

Nach einer etwa zweistündigen Fahrt erreichen wir Tay Ninh. Wir kommen rechtzeitig zu einer Prozession, an der wir teilnehmen können. Es gibt eine Terrasse im Innnern des Tempels, von der wir das Geschehen unter uns beobachten und andächtig lauschen.

Im Anschluss an die Prozession besichtigen wir den schönen Tempelgarten. Hier sind schöne Blumenbeete angelegt und überall stehen kleine Gebetstürme.

Bereits nach kurzer Zeit werden wir begrüßt von drei kleinen Mädchen, die uns ganz interessiert mustern und versuchen mit uns zu sprechen.

Nach dem Aufenthalt in Tay Ninh geht es, durch Gummibaum-Wälder hindurch, weiter nach Cu Chi. Dieser Ort war während des Vietnamkrieges sehr bedeutend für den vietnamesischen Widerstand gegen die Amerikaner. In drei Etagen wurde ein Höhlensystem errichtet, welches in 20m Tiefe eine Gesamtlänge von über 200km erreicht, und von der Infrastruktur eine komplette Stadt ist. Es gab Schulen, Komandozentralen, Hospitäler und natürlich Wohnräume. Die Höhlen sind mittlerweile für Touristen zugänglich, und man bekommt einen guten Eindruck, unter welchen Umständen die Menschen hier jahrelang lebten.

Am Ende unserer Besichtigung eines Teils der Anlagen, es führte uns übrigens ein Soldat durch das Gelände, setzen wir uns mit Hoa an einen Tisch und reden noch ein wenig über unsere Eindrücke. Hoa hat uns etwas zu Essen besorgt. Es sind weiße Früchte, die von der Form und der Farbe her Bananen ähneln, und etwas nach Kartoffeln schmecken. Diese Frucht, eine Wurzel wie wir erfahren, war während des Vietnamkrieges gegen die Amerikaner Hauptnahrungsmittel, da die Reisfelder in dieser an sich sehr fruchtbaren Gegend zerstört wurden.

Am Ausgang der Anlage erwartet uns noch ein kleiner Schock: Wir werden vorbeigeführt an mehreren Käfigen, in denen Tiere zur Schau gestellt werden. Leider sind die Käfige sehr klein und die Ausstattung wirkt nicht sehr artgerecht. Wieder ein Hinweis darauf, dass man mit Tieren hier doch etwas anders umgeht, als wir es nachvollziehen können.

Auf der Rückfahrt nach Saigon wird es dunkel, und die von unserem Fahrer gewählte Abkürzung führt uns mitten durch einen belebten Straßenmarkt. Hätte nie gedacht, dass man hier mit einem Auto durchkommt!

Zum krönenden Abschluss dieses schönen Tages führt uns Hoa in ein typisch vietnamesisches Lokal, und gibt weitere Anregungen, was es an Leckereien zu entdecken gibt.

6.1.2002:

Es ist Sonntag, wir beschließen zum katholischen Gottesdienst in die Kirche Notre Dame zu gehen. Wir schauen uns die Kirche im Anschluss noch an und sind entzückt über die Weihnachtskrippe, die an einem Flügel aufgebaut ist. Sie ist sehr groß, und mit unzähligen bunten Lichtern geschmückt.

Vor der Kirche erwarten uns mehrere Menschen, die uns um ein Almosen bitten. Einigen von ihnen fehlen Gliedmaßen oder sie wirken sehr gebrechlich. Der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist sehr krass, und wird uns immer wieder begegnen und beschäftigen.

Neben der Kirche Notre Dame, sie ist übrigens nicht zu vergleichen mit ihrer Namensvetterin in Paris, steht ein weiteres gut erhaltenes Gebäude aus französischer Kolonialzeit, es ist das Postamt.

In diesem Gebäude halten wir uns sehr lange auf, denn es ist sehr schön und es gibt einen gut sortierten Souvenirshop.

Vorbei am Parlamentsgebäude, der Reunification Hall, gehen wir zum Ben Tanh Markt. Unser Weg führt uns entlang unzähliger spannender Geschäfte und toller Straßenszenen. Immer wieder bleiben wir fasziniert stehen, wenn zum Beispiel ein mit drei Wohnungstüren beladenes Fahrrad an uns vorbeifährt.

Der Ben Tanh Markt findet täglich in riesigen Markthallen statt. Hier gibt es alles zu kaufen was das Herz begehrt: Stoffe, Geschirr, Gebrauchsgüter, Essen und Trinken, Kleidung und Schmuck.

Nach über zwei Stunden Bummeln (und wir sind alle fündig geworden!!!), begeben wir uns auf die Suche nach dem legendären Sinh-Café. Wir überqueren eine Straße vor dem Markt, die selbst uns, die wir den Saigoner Straßenverkehr nun schon etwas gewöhnt sind, schwer beeindruckt. Der zu überquerende Platz ist sicherlich so groß wie ein Fußballfeld und voll von sich mehr oder weniger schnell und laut bewegenden zwei- drei und vierrädrigen Fahrzeugen.

Das Sinh-Café ist Lokal und Buchungszentrale zugleich. Hier findet man viele sogenannte „Backpacker“, die mit ihren Rucksäcken das Land erkunden. Da wir heute sehr viel gelaufen sind, beschließen wir, uns zu unserem Hotel zurückfahren zu lassen.

Gilda und Julia nehmen ein Taxi. Magda, Jürgen und Martin mieten sich ein Cyclo. Das ist ein Fahrrad mit einem Sitzplatz vorne. Das macht irre Spaß!!

Nach einer kurzen Erfrischungspause im Hotel, treffen wir Hoa in der Lounge des Hotels und besprechen unsere weiteren Ausflugspläne mit ihm. Morgen soll es ins Mekong-Delta gehen. Darauf freuen wir uns ganz besonders.

Vor dem Abendessen trinken wir noch einen Cocktail auf der Dachterrasse des Caravelle-Hotels, welches unweit unseres Hotels ist. Direkt am Theater ist es gelegen, hat fünf Sterne und bietet wieder einen fantastischen Blick auf die abendliche Stadt.


7.1.2002:

Wir werden von Hoa um 7.30 Uhr in unserem Hotel abgeholt. Wir quälen uns durch das bereits lange erwachte Saigon in Richtung Mekong-Delta. Die Provinzhauptstadt Can Tau ist unser Ziel. Es sind etwa 200 km dorthin, das bedeutet mindestens fünf Stunden reine Fahrzeit.

Wir fahren zunächst durch Chinatown (Cholon) und werden von Hoa aufgeklärt, dass die hier lebenden Menschen ganz anders seien als die Vietnamesen. „Die Chinesen seien immer beschäftigt“, erklärt er uns. Also viel beschäftigter als die Vietnamesen. Das können wir uns einfach nicht so recht vorstellen, wie das funktionieren soll, und wir nehmen diese Information etwas amüsiert zur Kenntnis. Vielleicht werden wir es besser verstehen, wenn wir diesen Stadtteil später selbst erkunden.

Bei Tan An machen wir unsere erste Pause in einem schönen Lokal an der Straße. Direkt neben dem Lokal ist ein frisch angelegtes Reisfeld, natürlich gehen wir auch mal in das bewässerte Feld, und wollen erleben, wie sich das anfühlt in dem wadentiefen Schlamm.

Unseren Durst löschen wir, in Hängematten liegend, mit frischen Kokosnüssen.

Wir sind außerhalb des Einzugsgebietes von Saigon, und die Landschaft wird immer traumhafter. Kleine Ortschaften liegen inmitten grüner Reisfelder wie Oasen und überall gibt es Palmen.

Das Land ist hier sehr fruchtbar, an mehreren Stellen reicht das Wasser bis an die Straße heran. In den Ortschaften herrscht geschäftiges Treiben. Die Straßen sind voll von Fahrrädern und Mopeds, an den Straßenrändern wird gearbeitet, gehandelt, transportiert und Ware angeboten. Über eine von Australiern gebaute Brücke überqueren wir den ersten größeren Seitenarm des Mekong. Er ist riesig und die Brücke entsprechend groß. Sie erinnert ein wenig an die Golden Gate Bridge in San Franzisko. Unsere nächste Station ist die Stadt My Tho. Am Ufer des einfach beeindruckenden Mekong kehren wir ein in ein Fischlokal und genießen das leckere Essen direkt am Wasser, völlig fasziniert von dem geschäftigen Treiben auf der riesigen Wasserfäche vor uns.

Das Wasser ist rotbraun. Es schwimmen Pflanzen auf der Wasseroberfläche, und die sichtbaren Ufer sind gesäumt von üppigem Pflanzenwuchs. Palmen ragen weit über das Wasser, laut knatternde Boote aller Größen tauchen von irgendwoher auf, und fahren in jede erdenkliche Richtung.

Den nächsten Mekongarm überqueren wir per Fähre. Beim Warten auf das Schiff werden wir von Straßenhändlern mit allerlei Leckerein versorgt. Wir können wählen zwischen gekühlten Getränken, Zuckerrohrstückchen auf Peddigrohrstäbchen frischen Ananas oder allerlei Kuchenstückchen.

Am anderen Ufer erwartet uns die Stadt Can Tho. Wir werden hier über Nacht bleiben, checken in einem kleinen Stadthotel ein und werden am späten Nachmittag von einem Fischer namens Han begrüßt. Wir werden bei dessen Familie auf einer Insel im Mekong zu Abend essen.

Am Ufer erwartet uns sein Boot, und der Einstieg wird sicherlich spannend, denn zwei aus unserer Gruppe sind blind und eine Frau ist auf den Rollstuhl angewiesen. Das Boot ist etwa 12m lang und 80cm breit. In der Mitte ist ein Dach angebracht, und der Fahrer steht hinten an einem laut dröhnenden Motor. Der Einstieg erfolgt über einen recht wackeligen Steg auf einen langen Ausleger vorne am Schiff. Das schafft ganz schön viel Aufmerksamkeit...

Mit Einbruch der Dämmerung haben wir Platz genommen in Han´s Garten und werden von den Nachbarn neugierig betrachtet und freundlich begrüßt. Die Kinder der Nachbarschaft belagern uns und versuchen uns tausend Dinge zu Fragen oder zu erzählen.

Das Essen ist köstlich und die gesamte Atmosphäre unbeschreiblich schön. Zwei Stunden später fahren wir in der Dunkelheit zurück nach Can Tho und bummeln in der Dunkelheit entlang des Mekong. Überall sitzen Menschen am Ufer und genießen die Abendstimmung. Auf dem Fluss fahren bunt geschmückte Ausflugsboote von denen Musik ans Ufer dringt.

Wir setzen uns noch ein wenig in einen kleinen Park, schlendern dann Richtung Hotel und bleiben immer wieder an kleinen Sraßenständen stehen. Das Obst und die Gewürze in den Auslagen sind einfach faszinierend.


8.1.2002:

Der heutige Tag beginnt bereits um 6.00 Uhr. Wir frühstücken in einem Staßencafé und werden dann wieder von Han abgeholt.

Er wird uns heute zu den schwimmenden Märkten fahren. Die schwimmenden Märkte muss man sich wie einen normalen Wochenmarkt vorstellen. Es herrscht ein dichtes Gedränge von Händlern, Produzenten und Käufern sowie ein tolles Angebot an Obst und Gemüse. Alles wie auf einem normalen Wochenmarkt, eben nur auf dem Wasser. Han fährt uns an ein Boot, an dem eine Ananas an einem langen Bambusstab hängt. Das heiß, das es hier Ananas zu kaufen gibt. Sie wird uns gleich kunstfertig zubereitet, und während wir warten, legen andere Kunden an und decken sich mit herrlich frischen Früchten ein. Ein junger Mann in einem kleinen Boot hält kurz neben uns an und bietet uns gekühlte Getränke zum Kauf an.

Die Bootstour führt uns weiter in immer kleiner werdende Seitenarme des Mekong. Stellenweise braucht man nur die Hand zu heben um die Palmwedel zu berühren. Unweigerlich kommt uns der Vietnamkrieg in Erinnerung. Das Mekong-Delta war immer wieder Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen zwischen Amerikanern und vietnamesischen Widerstandskämpfern. Dieses verzweigte Flussdelta bot nach kurzen Attacken immer wieder eine geeignete Rückzugsmöglichkeit für die ortskundigen Widerstandskämpfer.

Unsere nächste Station ist eine Blumen- und Obstinsel, inmitten dieses subtropischen Paradieses. Nach unserem Besuch zählen wir 20 Früchte, die wir probiert haben.

Unsere Fahrt führt uns am späten Nachmittag zurück in unser Hotel in Saigon. Wir genießen die schöne Landschaft und halten kurz vor Saigon noch mal um uns mit einer frischen gekühlten Kokosnussmilch zu stärken.

9.1.2002:

Am heutigen Tag trennen wir uns zunächst. Zwei Reisende haben Lust mal so richtig shoppen zu gehen. Dazu lädt eine Straße nahe dem Hotel ein.

Die anderen haben mehr Lust auf Kultur, und fahren ins Museum of Arts.

Am Mittag treffen wir uns auf dem Hoteldach und machen es uns in luftiger Höhe gemütlich mit allerlei Obst.

Nach dieser Pause beschließen wir zum Saigon-River zu gehen. Von dort aus fahren wir im Cyclo zum botanischen Garten. Hier sehen wir zwar tausende von Blumen und Bäumen, sind nach der phantastischen Pflanzenwelt im Mekong-Delta jedoch nicht mehr so richtig zu begeistern. Das hatten wir alles frei und wild wachsend gesehen!

Mitten im Berufsverkehr fahren wir im Cyclo zurück zum Hotel. Es ist wieder sehr abenteuerlich und spaßig.

Abends sind wir zum vegetarischen Essen von unserem Tourguide Hoa eingeladen. Er führt uns in ein Lokal in der Nähe des Saigon-Rivers. Es ist ein sehr einfaches und traditionelles Lokal und wie üblich ist es sehr laut. Der Eingang ist weit geöffnet und die vorbeifahrenden Autos veranstalten einen unbeschreiblichen Lärm. Das Essen ist streng vegetarisch und das Besondere ist die Art der Zubereitung. Die Speisen sehen aus wie zubereitete Hähnchenschenkel, kleine Fische oder sonstige nichtvegetarischen Gerichte. Wie wir mehrfach zugesichert bekommen ist jedoch alles rein pflanzlich. Es schmeckt gut, allerdings ist es schwer sich an den Lärm zu gewöhnen, und deshalb sind wir doch ganz froh als wir wieder in unserem ruhigen und komfortablen Hotelzimmer sind.

10.1.2002:

Heute werden wir einen Ausflug zu den heißen Quellen von Binh Chau unternehmen. Die Fahrt dorthin führt uns wieder durch wunderschöne Landschaften. Der Zustand der Straße lässt allerdings etwas zu wünschen übrig. Man ist bemüht längere Streckenabschnitte vor Einsetzen der Regenzeit zu erneuern. Das bedeutet, dass wir mehrere Baustellen durchfahren mit Schlaglöchern, die für viel Bewegung sorgen.

An den heißen Quellen angekommen machen wir zunächst einen Rundgang durch das Gelände. Es ist ein schön angelegter Garten mit mehreren Pavillons. An einer Stelle hängen wir einen Korb mit frischen Eiern in eine dampfende Quelle. Das Wasser ist über 80°C heiß und die Eier werden in etwa 20 Minuten gekocht sein. Wir mieten uns eine große Wanne, die ein Mitarbeiter uns mit frischem heißem Quellwasser füllt.

Die Wanne ist eingelassen in den Boden eines Pavillons, den wir ganz für uns alleine haben. Hoa versorgt uns mit frischem Obst, und erzählt uns die Geschichte wie die heißen Quellen entstanden sein sollen.

Der Sage nach hat sich ein frisch vermähltes Paar hier niedergelassen. Der Mann ging eines Morgens in den Wald zur Jagd, und bat seine Frau, am Abend heißes Wasser bereitzuhalten, um die Beute zuzubereiten. Der Mann kam allerdings nicht nach Hause, und so schüttete die Frau das Wasser vorm Schlafengehen weg, kochte jeden Tag neues Wasser und schüttete es wieder weg. So wartete die Frau leider vergebens auf die Rückkehr ihres Ehemannes, der nie wieder aus dem Wald zurückkehrte.

Nach dem sehr entspannenden Bad setzen wir unsere Fahrt fort in Richtung Meer. Wir fahren nach Long Hai. Dort ist am Strand ein romantischer Platz für uns hergerichtet. Wir essen frische Meeresfrüchte unter eigens für uns gespannten schattenspendenden Zeltplanen. Das Meer ist etwa 5 Meter vor uns gelegen und es gibt Liegestühle, in denen wir es uns gemütlich machen. Die zentrale Frage, die uns nun beschäftigt ist: Sollen wir zuerst ins Meer gehen oder erst etwas von dem köstlichen Essen probieren? Hoa nimmt uns die Entscheidung ab. Er schlägt uns vor zuerst etwas zu essen, dann etwas ins wasser zu gehen, dann vielleicht etwas zu trinken und später das gleiche von vorne. Guter Vorschlag!!

In unmittelbarer Nähe unserer Idylle versammeln sich immer mehr Menschen, die uns interessiert beim Essen zusehen und uns auch eigene Meeresfrüchte anbieten.

Am Abend im Hotel sind wir uns bei einem Cocktail darüber einig wieder einen sehr schönen Tag erlebt zu haben.

11.1.2002:

Unser heutiger Ausflug wird uns nach Chinatown in Saigon führen. Dieser Stadtteil ist sehr groß. Hoa bemerkt sofort, das die Chinesen ganz anders seien als die Vietnamesen. Die Chinesen seien „immer sehr beschäftigt“, erklärt er uns. Wir können uns das kaum vorstellen, „gerade hierbei kann es doch gar keine Steigerung des bislang erlebten geben“, denken wir uns. Nun, wir werden eines besseren belehrt.

Das erste Ziel, welches wir ansteuern, sind die Markthallen in Chinatown. Wie auf dem Ben Than Market gibt es einfach alles zu Kaufen. Die Gänge zwischen den Verkaufsständen sind etwas schmaler und alles ist wesentlich weniger touristisch als auf dem Ben Than Market. Es gefällt uns gut hier. Es gibt einen Innenhof, in dem ein Denkmal an den Gründer dieses Marktes steht. Er war Chinese, der als Sohn eines sehr armen Mannes zur Welt kam. Als jugendlicher fand er einen goldenen Ring im Müll der Stadt und gründete darauf sein Millionenvermögen.

Im Anschluss bummeln wir ein wenig durch die Straßen. Na ja, das was man als bummeln bezeichnen kann. Nun wissen wir, was Hoa meinte, als er sagte, dass die Chinesen „immer beschäftigt seien“. Wir gehen und stehen eigentlich überall im Weg herum. Nicht das es uns wirklich störte, denn wir haben gelernt unser eigenes Tempo in unsere Ausflüge zu bringen. Es ist nur witzig zu erleben, das es plötzlich von allen Seiten hupt, klingelt ruft oder sonst wie tönt und lärmt. Manchmal stehen wir eben im Weg, das wird bemerkt- halt meist etwas später als in der Innenstadt, und dann werden wir umgangen oder umfahren. Das schult den „Sinn für eine gewisse Lässigkeit“ im Umgang mit diesen Erlebnissen. Auf jeden Fall sind wir mitten drin im pulsierenden Leben. Dieses Pulsieren wird begreifbar mit allen Sinnen.

Ein Ort der absoluten Entspannung wird der vietnamesische Tempel in den wir später gehen. Hier erklärt uns Hoa einiges zu seiner Religion. Dabei strahlt er über das gesamte Gesicht. Ein Mönch begrüßt uns, und findet besonderen Gefallen an dem Gespräch mit Jürgen, einem Reisenden aus unserer Gruppe. Mit viel Freude erklärt er verschiedene Gegenstände, die in dem Tempel stehen. Dann läutet eine Glocke, und der Mönch verschwindet um zu Mittag zu essen. Wir sehen ihn an einem langen Tisch sitzen, in seinem orangefarbenen Gewand, mit fünf anderen Mönchen. Als wir an dem Tisch vorbeikommen, ist das Mahl gerade beendet, das Schlussgebet gesprochen und der Mönch schenkt Jürgen seinen Nachtisch, eine Orange.

Wir gehen weiter zur tempelinternen Schule, und danach geht es zur Gruft. Es handelt sich hier um einen großen Raum, in dem rundum Regale raumhoch angebracht sind. Glasscheiben schützen die in den Fächern stehenden Urnen.

Als wir herauskommen aus diesem Raum, werden wir von dem uns nun schon bestens bekannten Mönch zum Essen eingeladen. Das ist natürlich eine große Ehre für uns, und wir nehmen dankend an. Es ist ein sehr einfaches Mahl, natürlich vegetarisch und wir essen mit Stäbchen. Das haben wir mittlerweile gelernt.

Völlig entspannt und beeindruckt verlassen wir den Tempel, um einen chinesischen Tempel zu besuchen.

Dieser wirkt wesentlich offener und Hoa erklärt uns weitere Unterschiede zwischen den vietnamesischen und chinesischen Tempeln. Insbesondere die Duftspiralen, die an der Decke hängen, fallen uns sofort auf. Je nach Größe brenne diese einen Tag, eine Woche oder sogar einen Monat. Gegen eine kleine Spende wird uns eine Duftspirale angezündet, die eine Woche brennen wird. Das ist dann genau der Tag, an dem unsere Traumreise leider zu Ende sein wird. Aber bis dahin haben wir immer einen Punkt, und ein Ereignis, welches uns die kommenden Tage begleiten wird. Ein schöner Gedanke!

An die Duftspirale wird ein roter Zettel geheftet, auf dem unsere Namen stehen und ein Wunsch oder eine Bitte.

Wir decken uns im Tempelshop mit Räucherwaren und Kerzen ein und lassen uns dann am Nachmittag in unser Hotel fahren.

In der Hotelhalle nehmen wir Abschied von unserem vietnamesischen Begleiter Hoa, der sich schon irgendwie zur Gruppe gehörend fühlt. Er möchte ganz genau wissen, wie unsere weiteren Pläne aussehen. Wir haben für die letzten vier Tage Entspannung ohne viel Programm geplant, und wehren somit all seine Offerten ab, uns in unserem neuen Domizil zu besuchen. Es war sehr schön verschiedene Ausflüge mit seiner Hilfe durchzuführen, und nun ist es eben Zeit sich zu verabschieden. Wir werden seine Hilfe das nächste Mal sicherlich wieder gerne in Anspruch nehmen.

Am Abend gehen wir noch mal so richtig schön essen, packen unsere Koffer und freuen uns auf Morgen. Ein Fahrer wird uns nach Mui Ne, in die Nähe der Stadt Phan Thiet bringen.

12.1.2002:

Der erwartete Fahrer ist pünktlich. In einem Minibus verlassen wir die aufregende Stadt Saigon. Die Fahrt wird etwa vier Stunden dauern. Zweieinhalb Stunden brauchen wir allein um aus Saigon herauszukommen.

Das Einzugsgebiet von Phan Thiet ist sehr ländlich. Am Horizont sieht man Bergketten. Phan Thiet hat einen recht großen Fischereihafen.

Mui Ne ist ein sehr ruhiger Fischerort. Zwischen Mui Ne und Phan Thiet ist unsere Traumanlage: Ein so genanntes „Ressort“, ein traumhafter, paradiesischer Ort der Idylle und Ruhe mit einer phantastischen Architektur und einer wunderschönen Gartenanlage.

Die Zimmer sind einfach toll, alle haben Blick auf das südchinesische Meer. Man hört entweder das Meeresrauschen oder das rascheln der Palmblätter, die überall auf dem Gelände für Schatten sorgen. An den Palmen hängen Kokosnüsse. Vor dem Haupthaus gibt es einen Swimming-pool mit einer Poolbar. Liegestühle stehen unter Schatten spendenden Palmdächern.

Doch als allererstes werden wir einmal unsere Zimmer so schnell wie möglich beziehen um dann an den Strand zu kommen.

Leider fehlt auf dem feinen Sand ein Weg um sich mit dem Rollstuhl eigenständig bewegen zu können. Das sollte man hier noch mal bedenken. Ansonsten lässt das, was uns erwartet keine Wünsche offen: Wellen, feiner Sand, Wasser warm und alles sehr sauber.

Nach einem ausgiebigen Bad im Meer gehen wir zurück, um bald etwas zu essen.

Wir entscheiden uns heute für die Hotelküche, denn es ist dunkel geworden, und wir wollen einfach nicht mehr so weit gehen.

Das Restaurant ist ganz nett: Die Dekoration ist ein Sammelsurium verschiedener Einrichtungsstile und es läuft Musik von den Beatles.

Das Essen ist ganz in Ordnung, aber etwas anders, als wir es seit mehr als 12 Tagen gewohnt sind.

Die Nacht ist so wunderschön, es wird nicht kalt (das kennen wir ja bereits) und es ist einfach nur ruhig (das ist neu).

Wir freuen uns sehr auf das, was uns noch erwartet.

13.1.2002:

Wir frühstücken unter Palmen. Das Buffet steht auf einer Veranda, und ist wieder hervorragend.

Wir werden einen kleinen Spaziergang unternehmen, um die nähere Umgebung kennen zu lernen. Am Nachmittag wollen wir an den Strand.

Wir gehen an einer kleinen Straße entlang, und kommen immer wieder mit netten Menschen in Kontakt. Palmen und Bananen säumen den Weg. Wir machen Pause in einem netten Café, und lernen einen jungen Vietnamesen kennen. Er bringt uns auf die Idee Mopeds auszuleihen. Kurze Besprechung und dann ist klar: Wir entscheiden uns für einen Probetag mit „Freiheit und Abenteuer“ auf zwei Mopeds. Wir nehmen die Mopeds mit und gehen dann erstmal an den Strand.

Am Abend probieren wir das Essen in einem kleinen Lokal in der Nähe des Ressorts aus. Die Küche ist wesentlich traditioneller und wir fühlen uns sehr wohl. Nach dem Essen gehen wir an den Pool und bestellen uns leckere Cocktails in dieser herrlichen tropischen Nacht. Gegen Mitternacht ruft uns das Meer noch einmal zu sich. Wir kommen! Wieder ein Gefühl zwischen Traum und Wirklichkeit.

14.1.2002:

Auch heute nehmen wir uns viel Zeit für das Frühstück in dieser wunderschönen Atmosphäre. Wir bereiten uns „mental“ auf unseren Ausflug mit den Mopeds vor. Ziel sollen die Cham-Türme sein. Der Weg dorthin ist nicht weit, aber wir werden erst versuchen müssen, was in unserer Konstellation „nicht weit“ ist. Da wir zu fünft unterwegs sind und nur zwei Mopeds haben, müssen auf einem Moped drei Personen fahren. Das haben wir hier oft gesehen, das macht uns Mut. Die Vietnamesen haben aber einen wesentlich zierlicheren Körperbau als wir, das lässt uns zweifeln. Wir werden es probieren, das steht fest!

Auf dem Moped, auf dem wir zu dritt sitzen ist es natürlich alles andere als bequem, doch wir erreichen unser Ausflugsziel mit viel Spaß!

Die Überreste der Cham Kultur, die hier in Form der beiden Türme zu bewundern sind, sind sehr beeindruckend. Wenig touristisch erschlossen, mit einem hervorragenden Blick auf die Provinzhauptstadt Phan Thiet.

Nach kurzer Zeit haben uns Kinder entdeckt und fangen an mit uns zu spielen. Kurz darauf trauen sich ein paar Jugendliche dazu, und führen uns ihre neueste Musik mit ihrem mitgebrachten Kassettenrecorder vor.

Eigentlich hatten wir ein kleines Problem, denn uns war in einem der Mopeds der Sprit ausgegangen. „Eigentlich“, denn wenn wir dabei sind hier etwas zu lernen, dann ist es das, das sich manche Probleme einfach ganz von alleine lösen. Erst einmal keine Aufregung. Und so ist es dann auch, denn einer der Jugendlichen steigt bei Martin aufs Moped auf und zeigt ihm den Weg zur nächsten Tankstelle. Es wird viel geredet und gelacht und dann fahren wir zurück zum Ressort. Na ja, ein klitzekleines Problem gab es dann doch noch: Als wir vom Parkplatz des Ausflugszieles losfahren wollten, versperrte eine Schranke die Straße. Erst gegen eine Bezahlung wird uns die Schranke geöffnet. „Schlau“, denken wir uns, „freie Einfahrt und Ausfahrt nur gegen Bezahlung.“ Es ist jedoch ein sehr geringer Betrag und das Erlebnis eher amüsant.

Am Nachmittag treffen wir uns auf einem der Balkone um aus unseren schlauen Büchern einiges zu Kultur und Geschichte zu erfahren. Das Meer lockt danach mit besonders hohen Wellen.

Abends stoßen zwei Hotelgäste zu uns. Es sind Schweizer. Sandra und Mario. Sie schließen sich uns zum Abendessen an und haben allerlei spannende und sehr witzige Geschichten zu erzählen. Sandra hat drei Wochen lang Kambodscha bereist. Mario traf sie dann in Hanoi. Von dort sind sie seit zwei Wochen unterwegs und schwärmen.

Aber das wäre sicherlich einen eigenen Reisebericht wert.

15.1.2002:

Da das Mopedfahren gestern so gut geklappt hat, unternehmen wir auch heute einen Ausflug mit diesen hier sehr üblichen Fortbewegungsmitteln.

Unser Ziel werden die Dünen von Mui Ne sein. Eine an die Sahara erinnernde Dünenlandschaft mit feinstem Sand in verschiedenen Farben. Die Fahrt führt uns durch den kleinen und sehr schönen Fischerort Mui Ne. An der Küste liegen unzählige Fischerboote in allen Größen. Am Ende der Straße erwartet uns ein Campingplatz. Wunderschön gelegen, aber nicht unser Ziel. Wir hätten mitten im Ort abbiegen müssen. Kein Problem! Wir wenden und werden noch in ein nettes Gespräch mit einem Vietnamesen verwickelt. Der ist Fotograf und möchte uns einige seiner Bilder verkaufen. Er spricht einige Sätze deutsch, und das was er kann ist erstaunlich akzentfrei. Auch hier wird wieder viel miteinander gescherzt und gelacht.

Wir setzen unsere Fahrt fort, biegen an der besagten Stelle ab und machen kurz hinter Mui Ne Rast in einem kleinen Lokal. Kinder spielen Billard, und wir sitzen auf winzigen Plastikstühlen an ebenso kleinen Tischen.

Als wir wenig später weiterfahren, ist es nicht mehr weit. Wir landen am Ende einer Straße, nachdem wir herrliche Dünenlandschaften durchfahren haben.

Die Mopeds parken wir im Sand, der die Küste endlos säumt. Das Wasser ist natürlich angenehm warm. Der Strand in der Mittagssonne aber nicht für einen längeren Aufenthalt geeignet, denn es ist einfach nur heiß.

Magda wird es zu langweilig und sie wird ein paar Meter mit dem Moped fahren. Dass sie mit zwei Glasaugen nicht so richtig gut die Straße sieht stört sie nicht, es macht halt einfach nur Spaß. Schließlich kann man sich den Weg ja auch durch Zurufen weisen lassen…

Während der Rückfahrt stellen wir dann doch fest, dass es heute ein wenig viel Sonne war für unsere empfindliche Haut. Am Ressort angekommen ist das Strandbad denn auch nur noch möglich unter den hoteleigenen Schattenspendern.

16.1.2002:

Der letzte Tag, leider! Wir haben uns einen Minibus bestellt, der uns in die Provinzhauptstadt Phan Thiet bringen wird. Hier schlendern wir über einen Markt und decken uns mit Souvenirs ein. Immer wieder werden wir interessiert angeschaut, und freundlich angesprochen.

Als wir an einem Stand etwas länger stehen bleiben, bildet sich förmlich eine Menschentraube um uns herum. So muss sich Robbie Williams fühlen, wenn er eine Menschenmenge durchschreitet (hi, hi…)

Der Stadtrundgang führt uns weiter vorbei an einladenden kleinen Lokalen, den verschiedensten Geschäften und einem reichhaltig sortierten Gewürzhändler.

Am frühen Nachmittag kehren wir zurück und genießen noch ein wenig den traumhaften Strand und das Meer.

Zum Abendessen treffen wir uns mit Sandra und Mario aus der Schweiz und versuchen nicht an den nahenden Abschied zu denken.

Es wird ein wunderbarer Abend. Eine tropische Nacht verabschiedet sich von ihren europäischen Gästen.

17.1.2002:

Das Frühstück nehmen wir in aller Ruhe ein und können sogar noch einmal an das Meer. Unser Fahrer ist für 13.00 Uhr bestellt. Wir haben gelernt, dass Verabredungen hier pünktlich eingehalten werden und sind deshalb sehr entspannt das auch diesmal alles klappen wird.

Niemand kann natürlich ahnen, dass wir ausgerechnet am Rückreisetag in einem Auto sitzen, dessen Elektrik kurz vor Saigon anfängt sich zu verabschieden.

Wir hatten bereits vorher gemerkt, dass etwas nicht stimmt, denn die Klimaanlage versagte immer wieder mal.

Dann ging der Motor einfach aus. Irgendwo stehen wir auf einer belebten Straße und sind sehr gespannt auf das, was passieren wird. Merkwürdigerweise stellt sich keine richtige Beunruhigung ein, denn wir haben gelernt, dass Probleme sich hier irgendwie von alleine zu erledigen scheinen. Der Fahrer verschwindet kurz, und kehrt mit einem Mechaniker zurück. Dieser stellt fest, dass eine neue Batterie her muss. Diese bringt er, baut sie in Windeseile ein und verabschiedet sich, nachdem der Fahrer mit seiner Armbanduhr bezahlt hat.

Eine zweite Batterie wird kurz darauf an einer anderen Stelle mit dem Personalausweis des Fahrers als Pfand bezahlt. Diese wird bis zum Flughafen halten, und wir sind tatsächlich pünktlich. Wir danken unserem Fahrer herzlich, der uns trotz der Probleme gut und wohlbehalten ans Ziel gebracht hat, und begeben uns zum Check-in.

Der Rückflug verläuft ruhig. In Paris erleben wir leider noch eine etwas unangenehme Überraschung. Fünf Minuten vor dem Einstieg ins Flugzeug werden wir darüber informiert, dass unser Flug erst zwei Stunden später starten wird. Die französischen Fluglotsen streiken. Es ist nicht wirklich toll, aber Vietnam klingt einfach so schön in uns nach, dass wir auch dieses Problem lernen gelassen zu nehmen.


Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Weitsprung-Reisen. Autor: Martin S.

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