Zur Startseite
Zu den News
Behinderungen A-Z
Onlineshop für Behinderte
wir über uns
Behindertensport-Wettbewerbe-Termine
Unser Gästebuch
Zur Rechtsabteilung
Technische Besonderheiten
lexikon
Reisetipps für Behinderte
Zu Reisen B
Zu Reisen C
Zu Reisen D
Zu Reisen E
Zu Reisen F
Zu Reisen G
Zu Reisen H
Zu Reisen I
Zu Reisen J
Zu Reisen K
Zu Reisen L
Zu Reisen M
Zu Reisen A
Zu Reisen N
Zu Reisen O
Zu Reisen P
Zu Reisen Q
Zu Reisen R
Zu Reisen S
Zu Reisen T
Zu Reisen U
Zu Reisen V
Zu Reisen W
Zu Reisen X
Zu Reisen Y
Zu Reisen Z
 
Reisen

 
N
 
Norwegen vom 11.8. bis 26.8.2001


Samstag, 11.8.2001:
Wir starten um 22.25 Uhr MEZ zum Flug nach Kiruna. Zum Glück hat der Pilot noch kurz vor dem Flug die Karte studiert, und weiß wo es langgeht- das versichert uns zumindest eine Flugbegleiterin bei ihrer Begrüßung...

Als wir Hamburg überqueren, wird gerade ein tolles Feuerwerk abgebrannt. Das ist ein tolles Spektakel von oben!

Wir überqueren Schweden. Der Mond ist unser Reisebegleiter, und er taucht die unter uns liegende Landschaft immer wieder in glitzerndes Licht.  Es sind unzählige kleine und große Seen, die das Mondlicht reflektieren und gelegentlich unterbrechen Wolken das Bild. Leider werden diese Unterbrechungen Richtung Norden immer häufiger.

Gegen 1.30 Uhr landen wir in Kiruna. Es regnet. Wir verbringen die erste Nacht in  Kiruna.

Sonntag, 12.8.2001: Nach einer etwas unruhigen Nacht und einem guten Frühstück beginnen wir die Weiterfahrt. Etwa 400 km liegen vor uns. Allerschönste schwedische Landschaft werden wir auf unserem Weg nach Norwegen sehen und dabei an einem riesigen Nationalpark vorbeifahren. Die Kameras kommen bereits mehrfach zum Einsatz!

Mittags legen wir eine Picknick-Pause ein, und decken uns dafür, wie es hier üblich ist, im Supermarkt mit Leckereien ein.

Tja, richtig gewundert: es ist zwar Sonntag, doch der Laden hat geöffnet.

Keine Besonderheit, wie wir später mehrfach feststellen.

Als wir am frühen Abend in Andenes ankommen, und unser Haus beziehen, sind wir sehr positiv überrascht wie gemütlich und sauber es hier ist. Auch die Lage ist sehr schön: Das Haus liegt direkt im alten Hafen von Andenes, und wir haben einen riesigen Balkon mit Blick auf den Hafen und das unendlich scheinende Meer. Wenige Meter von hier entfernt ist das Walforschungszentrum von Andenes. Von hier aus werden die berühmten Walsafaris organisiert. Da wir nun mehrere Tage hier verbringen werden, haben wir beschlossen, so lange zu warten mit unserer Walsafari, bis uns das Wetter am geeignetsten erscheint. Ein wunderbarer Luxus!

Montag, 13.8.2001: Da wir gestern sehr viel mit dem Auto gefahren sind, steht der heutige Vormitag zur freien Verfügung. Die Zeit nutzen wir zum Einkauf, zum Besuch der örtlichen Bank, zum Einholen von Informationen und natürlich einfach zum Kennenlernen des Ortes und seines kleinen Hafens.

Mittags starten wir zu einem kleinen Ausflug mit dem Auto. Die Fahrt zum etwa 20 km entfernten Ort Staves führt uns vorbei an der hübschen Ortschaft Bleik und der Raketensbschußstation von Andenes. Hier wird das Polarlicht wissenschaftlich erforscht.

Vor dem Ort Bleik liegt die unter Vogelforschern bekannte Insel Bleikskoya. Hier nisten tausende von Vögeln und es gibt zahlreiche seltene Arten (Basstölpel, Papageienentaucher, Seeadler, usw.)

Von der winzigen Ortschaft Staves aus kann man sich mit einem Schlauchboot  zu einer der größten Seehundkolonien Norwegens fahren lassen.

Wir gehen etwas an dem herrlichen Sandstrand spazieren. Hier kann man sogar seinen Namen in übergroßen Buchstaben in den Sand schreiben.

Am Fuße der den Strand begrenzenden Berge begleitet uns das fordernde Blöken der weidenden Schafe.

Am Ortsrand von Staves ist ein kleiner Campingplatz, der wegen seiner süßen Leckereien und den netten Besitzern unbedingt erwähnt werden sollte. Hier bekommt man auch bereitwillig Auskunft zu verschiedenen touristischen Angeboten.

Dienstag, 14.8.2001: Der Tagesausflug führt uns heute in die "Geisterstadt" Nyksund.

In diesem ehemaligen Fischerort lebten zeitweise 900 Menschen. Als sich der Fischfang für die Bewohner nicht mehr lohnte,wanderten sie nach und nach alle ab. Der Ort wurde dem Verfall preisgegeben.

Ein Berliner Pädagoge initiierte den Wiederaufbau auf freiwilliger Basis. Mithilfe der Unterstützung der UNESCO entstand ein Projekt für Menschen, die, aus allen Teilen der Welt kommend, im Rahmen ihrer Möglichkeiten am Wiederaufbau beteiligt sind.

Das Wetter ist etwas wechselhaft, aber wer erwartet schon täglich Sonne, wenn er sich nördlich des Polarkreises aufhält.

Auf dem Weg nach Nyksund machen wir an unzähligen Stellen halt, um zu fotografieren.

Als wir die Sortlandbrücke überqueren haben wir Glück: Im Hafen liegt ein Schiff der Hurtigrouten. Natürlich werden wir auch hier einen kleinen Stop einlagen, um dem ablegenden Schiff, oder besser gesagt seinen Menschen zuzuwinken.

Mittwoch, 15.8.2001:  Am heutigen Tag werden einige Reisende mit dem Schlauchboot zu den bereits erwähnten Seehundbänken und einigen Vogelkolonien fahren. Diese Erlebnisfahrt nennt sich "Seehundsafari", und startet in dem kleinen Ort Staves.

Der Fahrer erklärt uns einiges zu Basstölpeln, Seehunden, Seeadlern und verschiedenen anderen Tieren, die zu sehen sein werden.

Als wir in Andenes aufbrechen, um an den Ableger für die geplante Seehundsafari zu fahren, ist der Himmel über uns blau und es sind nur wenige Wolken zu sehen. Die Wolken, die wir über Andenes nicht zu sehen bekamen, sind wohl alle über Staves hängen geblieben. Staves ist nur wenige Kilometer von Andenes entfernt, und wir hätten natürlich einen solchen Unterschied im Wetter nicht vermutet.

Da wir nun aber einfach zu gespannt auf die Fahrt mit dem Schlauchboot sind, beschließen wir die Fahrt trotzdem anzutreten.

Ein Einheimischer ermuntert uns in unserer Entscheidung. Er argumentiert damit, daß es sowieso nötig sei, einen wasserfesten Overall anzuziehen und es doch schließlich egal sei, ob man ein paar Tropfen Meer- oder Regenwasser abbekommt. Recht hat er, denken wir. Nach einer gelungenen Ausfahrt wissen wir, daß dies die richtige Entscheidung war. Als wir auf hoher See sind, klart der Himmel auf, und wir haben großartiges Licht zum Fotografieren der verschiedensten Tierarten.

Die Seeluft hat hungrig und müde gemacht. Nach einem etwa zweistündigen Schiffsausflug fahren wir, noch still genießend, zurück nach Andenes.

Am Abend machen wir uns ein leckeres Nudelgericht mit Lachs-Sahne Sauce. Wieder neigt sich ein wunderschöner Tag seinem Ende entgegen.

Wenn das Wetter morgen noch genauso gut sein wird, werden wir die Walsafari starten. Die Spannung steigt!!

Donnerstag, 16.8.2001: Tja, es kommt natürlich immer so, wie es kommen muß: das Wetter ist sehr schlecht. Tief hängende Wolken und ein feiner Nieselregen.

Walsafari wird also verschoben!

Stattdessen werden wir den Ort Sortland erkunden. Es ist der größte Ort hier auf der Vesteralen-Insel Andoya, und hat richtig städtischen Charakter. Für jemanden, der noch nie auf den Lofoten und Vesteralen war, mag es merkwürdig klingen, das  ich eine Stadt ob ihrers "städtischen Charakters" hier hervorhebe.

Normalerweise wirken die auf Karten als Städte eingetragenen Orte eher wie Dörfer. Wenig gemeinschaftliche Infrastruktur. Das ist hier in Sortland, mit seinen ca. 9000 Einwohnern anders. Es gibt Geschäfte zum Bummeln, einen Marktplatz mit einigen Marktständen, verschiedene kulturelle Angebote und einige Cafés, Schnellimbisse und Restaurants. Sortland hat zudem einen Hafen, welcher von den legendären Hurtigrouten täglich angefahren wird. Alleine hier kann man allerlei spannendes entdecken. z.B. welche Vielfalt an Waren mit diesem immer noch sehr populären Verkehrsmittel bewegt wird.

Im Anschluß an den Stadtbummel besuchen wir den alten Handelsplatz Jennstedt. Hier bekommen wir eine exclusive Führung durch die Handelsstätte, in der bis zum Jahre 1984 gearbeitet wurde.

Heute ist es ein Museum, ein sehr empfehlenswertes!

Als wir wieder in Andenes zurück sind, erwartet uns ein aufklarender Himmel.

Der sich anschließende Sonnenuntergang ist einfach unbeschreiblich schön.

Hoffnung auf  eine Walsafari, sonst wird die Unruhe einfach zu groß!

Eine kleine Überraschung hat unser Vermieter am Abend für uns bereit: Er war angeln und hat offenbar einen guten Fang gemacht. Zumindest hat er uns eine riesige Portion frischen Fisch geschenkt. Bereits fertig gesäubert und zerlegt. Sollten die Norweger doch nicht nur ultrakühl sein?!?

Freitag, 17.8.2001:  Tja, heute werden wir es Petrus beweisen, daß wir auch bei Dauerregen nicht unsere Freude an diesem schönen Land verlieren werden. Uns hat "das Fieber einfach gepackt"!! Natürlich werden wir nicht zur Walsafari aufbrechen. Dafür erkunden wir die wilde und einsame Westküste der Vesteraleninsel  Andoy. Weite Sandstrände, Moorseen in allen Größen und vereinzelte kleine Ortschaften. Die kleinen bunten Holzhäuser stehen zumeist direkt am Meer. Endlos erscheint einem das Meer beim Blick gen Horizont.

Ziel ist eine Fundstätte, die belegt, das diese Region bereits mehr als 1000 Jahre vor Christi Geburt von Menschen besiedelt war. Wahrscheinlich haben auch schon vor dieser Zeit Fischer in dieser Gegend zur Fangsaison gelebt. Dafür gibt es aber keine Belege.

Wir durchstreifen weite Moorwiesen und gehen durch einen Nadelwald. Überall findet man Zeugnisse der vergangenen Besiedelung.

Es handelte sich um drei bis vier Gehöfte. Die Punkte,  an denen Gebäude gestanden haben, erkennt man gut an den leichten Vertiefungen im bewachsenen Boden. Einzelne Steinhaufen sind ehemalige Einfriedungen. Auch Gräber sind vorhanden. Mit ein wenig Phantasie kann man sich das Leben und Wirken an diesem Ort vorstellen.

Fast vergessen ist das schlechte Wetter. Als wir ziemlich durchnäßt am Auto ankommen, wird uns bewußt, welch Luxus uns nun in unserem Haus in Andenes erwartet. In früheren Zeiten hätten wir in einem Holzhaus in Form eines Indianerzeltes einen mehr oder weniger konfortablen Schutz vor der Witterung gefunden. Wie ein solches Haus ausgesehen haben könnte wird eindrucksvoll auf dem Parkplatz, auf dem unser Auto steht, gezeigt. Es ist eine solche Hütte aufgebaut und man kann sie betreten. Es ist niemand in der Hütte, aber mehrere Gebrauchsgegenstände sind in dem Bauwerk. Es wirkt bewohnt. Eine Feuerstelle in der Mitte, Baumstämme rund um die Feuerstelle, die zum Sitzen einladen und mehrere Felle, die über einer Stange hängen. Ob dies "Bettdecken" waren?

Wir sind am frühen Nachmittag wieder zurück, und nutzen die freie Zeit entweder zum Ruhen, um Besorgungen zu erledigen, oder einfach um einmal zu schauen, welches Spektakel auf der Hauptstraße aufgebaut wurde.

Autoreifen markieren einen Parcours auf dem man mit einem Cart-Auto fahren kann. Eine Wahlkampfveranstaltung, wie sich heraustellt.

Wir beschließen für den Abend, den Fisch, den wir geschenkt bekamen, nahe dem Ort Bleik zu grillen. Es gibt dort einen überdachten Grill. Der Platz ist idyllisch direkt am Meer gelegen. Nun ist uns das Wetter wirklich herzlich egal. Es ist so gemütlich, und der Fisch schmeckt einfach vorzüglich!

Wenn es morgen regnet, könnten wir doch einfach wieder grillen!!

Klasse, auf welche Ideen man kommt!! Es macht einfach Spaß und jeder kann zum Gelingen des Abend beitragen, ohne das man viel konsumieren muß. Wir fühlen uns spitze!

Samstag, 18.8.2001:  Früh aufstehen ist angesagt, denn wir haben uns vorgenommen, ins Wikingermuseum nach Borge zu fahren. Die Fahrtstrecke beträgt von Andenes ca.200 km, für die man allerdings etwa vier Stunden Fahrtzeit einkalkulieren sollte.

Die wunderschöne Landschaft, durch die wir fahren, läßt die Zeit schnell vergehen. Je südlicher wir kommen, desto bergiger wird die Umgebung. Um von Melbu nach Fiskebol zu gelangen, überqueren wir den Fjord mit einer Fähre.

An unzähligen Stellen ergeben sich Fotomotive. Die Landschaft ist einfach traumhaft; aber ich glaube, das hatte ich bereits erwähnt....

In Borge angekommen, können wir an einer deutschsprachigen Führung teilnehmen. Die Hauptatraktion, der sogenannte Häuptlingssitz,  ist rollstuhlzugänglich.

Hier hat man nach archäologischen Funden ein Wikingerhaus nachgebaut; so  wie es ausgesehen haben könnte. Über 80m ist das Bauwerk lang und es ähnelt einem umgedrehten Schiff. In dem Haus wurde regiert, gelebt und gearbeitet. Die Führung ist sehr interessant. Da nur wenige Touristen unterwegs sind, bekommen wir sogar eine exclusive Führung.

Zu dem Museum gehört auch ein originagetreu nachgebautes Wikingerschiff. Zu bestimmten Zeiten kann man hier mitrudern. Wir bestaunen die tolle Verarbeitung unter Verwendung spezieller Handwerkstechniken und Werkstoffe. Unschwer können wir uns um hunderte von Jahren zurückversetzen, als hier tatsächlich ein Schiff vor Anker gelegen haben muß.

Auf dem Rückweg machen wir Stopp in dem Ort Svolvaer. Der Ort hat einen schönen Hafen und mehrere Geschäfte zum Bummeln. Mehrere Künstler haben sich am Rande der Ortschaft niedergelassen.

Gegen 20.30 Uhr sind wir zurück in Andenes. Erfüllt vom Erlebten, aber auch erschöpft wegen der langen Zeit, die wir unterwegs waren, genießen wir noch ein leckeres Abendessen und liegen dann bald in den Zimmern.

Sonntag, 19.8.2001:  Dieser Sonntag würde zum Gammeln geradezu einladen, denn es stürmt und beim Frühstücken beginnt es stark zu regnen.

Die Ruhe gar nichts zu tun, haben wir nicht, und beschließen eine Fahrradtour zu unternehmen bzw. spazieren zu gehen.

Wieder eine goldrichtige Entscheidung, wie sich im Nachinein herausstellt.

Als wir beim Fahrradentleiher ankommen, hat es dort bereits aufgehört zu regnen und der Himmel klart auf. Es ist etwas windig, aber das schreckt drei gute Radfahrer wenig.

Als die Radfahrer und die Spaziergänger sich zum verabredeten Zeitpunkt treffen, fängt es gerade wieder an zu regnen.

Wir sehen uns noch die Stabkirche Dverberg an, und fahren dann zurück nach Andenes, wo eine warme Dusche auf uns wartet.

Montag, 20.8.2001: Walsafari findet bei strahlend blauem Himmel und prima Sicht statt. Wir haben Glück gehabt; das Warten auf den besten Tag, für einen der Höhepunkte unserer Reise, hat sich gelohnt. Die Vormittagstour ist bereits morgens um 8.15 Uhr ausgebucht (der Verkaufsschalter öffnete erst um 8.00 Uhr!!), sodass wir eine Passage auf dem Schiff um 16.30 Uhr buchen.

Die Fahrt ist super. Zwar ist es nicht ganz so unproblematisch für uns "Landratten", wenn die Wellen immer höher werden, aber wir wollen schließlich zu den Walen, und die sind eben weit draußen im Meer. Nirgends kommen die Pottwale in Europa näher an die Küste, als hier vor der norwegischen Küste. Das liegt daran, daß diese riesigen Meeressäuger ihre Nahrung in mehr als 1000 m Tiefe finden. Hier, vor der norwegischen Küste fällt das Meer, nur wenige Kilometer vor der Küste entfernt, von etwa 400m auf plötzlich über 1000m Tiefe ab. Erst in dieser Tiefe findet der Pottwal seine Lieblingsspeise  -Tintenfische und Kraken- in ausreichender Größe und Menge.

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn das Schiff die Motoren stoppt, sich nahe an den ruhenden Wal heranmanövriert und neben dem riesigen Tier entlangschaukelt. Wenn der Wal genug Luft geholt hat, für einen bis zu zweistündigen Tauchgang, senkt er seinen Kopf in die Tiefe und lässt sich vom Gewicht seines Kopfes hinunterziehen. In diesem Moment schaut die Schwanzflosse ("die Fluke", wie wir auf dem Schiff durch das fachkundige Begleitpersonal erfahren haben) kurz aus dem Wasser. Die Fotoapparate klicken und der Wal verschwindet im Meer.

Trotz des schönen Wetters sind wir am Ende des Ausflugs müde und durchgefroren. Da tut die deftige Linsensuppe sehr gut.

Dienstag, 21.8.2001: Wander- und Fotografiertag zwischen Sto und Nyksund. Hier verläuft ein wunderschöner Rundweg. Die eine Hälfte des Weges führt direkt am Meer entlang und wird dann in der zweiten Hälfte zu einem richtigen Gebirgsweg. Wir werden nur eine Strecke laufen, denn insgesamt hat dieser Rundweg 15 km Länge, also wirklich nur etwas für trainierte Wanderer.

Einge laufen dabei lieber den eher bequemen Weg am Meer entlang, die Anderen wagen die Wanderung durch die Berge. Am Endpunkt der Wanderung (dem Ort Nyksund) verabreden wir uns, um dann mit dem Auto zurückzufahren.

Während der Spaziergang am Meer schön und ohne Probleme verläuft, wird die Bergwanderung wider Erwarten zu einer richtigen Abenteuertour; doch der Reihe nach:

Wir besteigen bei Sto einen Berg und sind nach etwa ½ Stunde oben. Hier führt uns ein Höhenweg in Sichelform um mehrere Seen, die weit unter uns liegen. Von hier beziehen die Orte Sto und Nyksund ihr Trinkwasser. Die Natur ist unwahrscheinlich schön, und der Weg führt uns, mal gemächlich, mal an spannenden Stellen vorbei von einem Aussichtspunkt zum nächsten.

Die Sicht ist hervorragend, und wir können sogar den Felsen Bleikskoya sehen. Dieser ist der Stadt Bleik vorgelagert, und Bleik liegt nur wenige Kilometer von Andenes, unserem Wohnort, entfernt.

Nach etwa der halben Strecke sehen wir ein wunderschönes Naturschauspiel: dicke weiße Wolken, die sich über eine nun unter uns liegende Anhöhe quälen, und direkt hinter der Anhöhe den Berg hinunterfließen. Leider wird uns auch gleichzeitig bewußt, daß wir genau zu der beschriebenen Anhöhe laufen müssen und Wolken eben auch Wasser bedeuten. "Das könnte rutschig werden", denken wir uns, und versuchen uns ein wneig zu beeilen.

Tja, in der folgenden halben Stunde werden wir Zeugen, wir schnell sich das Wetter in den Bergen ändern kann, und dann wird es abenteuerlich:

Nach wenigen Minuten sind wir eingehüllt in dicke Wolken. Feiner Nieselregen benäßt uns und ein starker Wind setzt ein. Die Steine werden rutschig! Wenn der Boden einmal nicht steinig ist, ist er naß und durchgeweicht. Die Markierungen, die unsere einzigen Wegweiser sind, sind oft nur nach kurzem Suchen zu finden, und alles das kostet immer mehr Zeit.

Von der Stelle, wo das Wetter uns überraschte, sind es bei schönem Wetter noch etwa eine ¾ Stunde zu laufen. Daraus werden nun über zwei Stunden! Nach etwa 30 Minuten sind wir durchnäßt bis auf die Unterwäsche und uns wird es kalt. Wir wissen, es gibt nur noch den Weg nach vorne, "einfach durch"! Zum Glück haben wir ein Handy dabei, so daß wir die auf uns Wartenden informieren können, damit sie sich keine Sorgen machen.

Tja, bei allem Abenteuer ist es dann doch toll gewesen, wie uns diese Extremsituation neue Kräfte verlieh, und wir uns gegenseitig immer wieder Mut machten oder gar scherzten. Natürlich hatte jeder ein mulmiges Gefühl, aber es nütze ja nichts, einfach nicht mehr weiter zu gehen. Was hätte dann geschehen sollen. Hier hätte man unmöglich ein Taxi hinbestellen können.

Als wir endlich den Berg hinabgestiegen waren, schrien wir uns unsere Gefühle aus dem Bauch. Das Echo der gegenüberliegenden Berge schien uns zu verspotten, doch das war uns nun egal. Wir hatten es geschafft, und nur das zählte!

Völlig durchnäßt aber tief befriedigt kehrten wir spät zurück nach Andenes. Um die Kleidung, die durchnäßt, und natürlich völlig verdreckt im Badezimmer lag, würden wir uns heute nicht mehr kümmern.

In einem waren wir uns jedoch einig: es war ein toller "Trip", und wir waren richtig froh über das, was wir aus eigener Kraft geschafft hatten.

Mittwoch, 22.8.2001:  Die Fahrt mit dem Schiff "Richard With", einem der großen Schiffe der legendären Hurtigroute, steht heute auf dem Programm.

Wir wählen für den Tagesausflug die Route von Risoham nach Svolvaer. Auf dieser Route durchfährt das Schiff die Risoham-, die Sortland und die Stokmarknes-Brücke. All diese Brücken sind wichtige Verkehrsadern, die die unterschiedlichen Inseln und Inselteile miteinander verbinden.

In Stokmarknes hat das Schiff über eine Stunde Aufenthalt. Zeit genug, sich das Hurtig-Routen Museum anzusehen.

Das Wetter könnte für diesen wunderschönen Ausflug nicht schöner sein. Die Sicht ist sehr gut. Die Sonne glitzert im Wasser des Fjords gold und silbern.

Einer der Höhepunkte dieses Ausflugs ist die Einfahrt in den bekannten Trollfjord. Dieser ist sehr schmal und außerdem ist er eine "Sackgasse".

Am Ende des Trollfjords dreht das Schiff mehr oder weniger auf der Stelle und fährt wieder aus dem Fjord hinaus. Das Wasser ist hier stellenweise über 400m tief. Kaum zu glauben, denn dann müssen die Felsen des Fjords fast senkrecht ins Meer abfallen.

Das Schiff ist sehr groß und luxuriös. Es gibt Bar, Restaurant, Schnellimbiss, Lounge, Sauna, Fitnessraum, und, und, und...

Die riesigen Panoramafenster überall gestatten Blicke auf die vorbeiziehenden einzigartig schönen Felsen der Berge.

Immer wieder ist es beeindruckend, wie genau die Mannschaft das riesige Schiff in die Häfen manövriert. Alles geht mit Ruhe und Bedacht vor sich, jeder weiß genau was er zu tun hat.

In den Häfen geht es dann sehr geschäftig zu: Autos erscheinen aus dem Schiffsrumpf oder verschwinden darin (die Richard With hat Platz für etwa 50 PKW), große Paletten werden aus- und eingeladen. Menschen steigen ein und aus.

Die Hurtig-Rute ist noch immer eines der wichtigsten Verkehrsmittel in Norwegen. Täglich fahren die Schiffe die Häfen zweimal an, einmal in nördliche- einmal in südliche Richtung.

Wir treffen auf dem Schiff viele Urlauber, die sich den Traum erfüllen, einmal mit einem Hurtigruten-Schiff entlang der norwegischen Küste von Bergen nach Kirkkenes zu fahren.

Als wir am späten Abend zurück ins Haus kommen, beschließen wir, das Frühstück am kommenden Tag von 9.10 Uhr auf 10.00 Uhr zu verlegen. Einfach ´mal ausschlafen! Danach erkunden wir ein wenig den Ort  Andenes, denn der kam bislang noch ein wenig kurz, obwohl er einiges zu bieten hat.

Donnerstag, 23.8.2001:  "Lang schlafen", danach steht vielen heute der Sinn. Kein Problem!

Wir frühstücken gegen 10.00 Uhr und gestalten dann den Tag, jeder für sich, in Andenes und Umgebung.

Man kann hier herrlich spazieren gehen, einen Kaffee im Wal-Centrer trinken, eine leckere norwegische Mahlzeit genießen (Lachs, Elchragout, und und und) oder einfach im Fernsehen die Vorbereitungen zur Hochzeit des norwegischen Kronprinzen am Samstag verfolgen.

Freitag, 24.8.2001: Das Wetter ist traumhaft und lädt zur Fotosafari ein. Wir werden in die Gemeinde Bo fahren und versuchen, diesen wundervollen Tag mit unseren Kameras und in unserer Erinnerung festzuhalten. Immer wieder halten wir an, steigen aus und sind verzaubert von den Ausblicken die sich uns bieten.

Eigentlich wollten wir noch nach Souvenirs schauen, aber dafür ist uns der Tag dann doch zu schade. In Straumesjoen besorgen wir uns ein Picknick, und stärken uns unter freiem Himmel. Das ist hier üblich und es gibt so viele schöne Stellen, daß man  gar nicht genug Hunger haben kann.

Am Abend essen wir ein letztes Mal Nudel in Lachs-Sahne Sauce und packen dann unsere Koffer.

Ein letztes Mal wird es für uns nicht richtig Nacht werden. Der Abendhimmel wird gegen 23.30 Uhr orangefarben am Horizont und taucht das Land in eine unendlich scheinende Stille.

Morgen wird es dann losgehen, leider!!

Samstag, 25.8.2001: Wir starten gegen 10.00 Uhr unseren Rückweg. Wir machen Zwischenstop in Narvik. Zwei Stunden haben wir Aufenthalt in dieser schönen, norwegischen Hafenstadt.

Norwegen verabschiedet uns mit strahlendem Sonnenschein und macht uns den Abschied wahrhaftig nicht leicht.

Sonntag, 26.8.2001: Gegen 5.00 Uhr morgens landen wir in Frankfurt. Es war ein ruhiger Flug, und hier in Deutschland erwarten uns Tageshöchsttemperaturen von über 30°C. Darauf sind wir ja nun alle gespannt, nachdem wir uns an die klare, kalte Luft in Norwegen gewöhnt haben.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Weitsprung-Reisen. Autor: Wolfgang R.


home / news / handicap a-z / shop / sport / über uns /gaestebuch /
jobboerse
/ recht / technik / glossar / reisen / sexualität /
mobilität / terminkalender / archiv / impressum / linkliste


Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesen Themen? Dann wenden Sie sich an uns:
Fragen und Anmerkungen für den Webmaster:
redaktion@online-und-service.de
 © 2002 - 2005 by online & service GmbH

 




 


Die Jobbörse-Angebote-Gesuche

Internet handicap-network.de