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Die Inhaltsübersicht

- Sinkende Sauerstoffsättigung bei Flugreisen
- Dritte Auflage eines Stadtführer in Friedrichshafen
- Grenzenlos beflügelt
- Naturnah erholen
- Urlaub - familienfreundlich
- Urlaub im Fränkischen Seenland
- Familienurlaub auch barrierefrei
- Naturelebnisse im Fläming

- Tipps für Florida-Freunde
- Finnland
- Frankreich

Sinkende Sauerstoffsättigung bei Flugreisen

26.04.2005 - In den Kabinen von Verkehrsflugzeugen herrscht meist ein geringerer Luftdruck als auf Höhe des Meeresspiegels. Als Folge kommt es bei vielen Passagieren zu einem deutlichen Sinken des Sauerstoffgehalts im Blut, haben britische Medizinerinnen ermittelt. Die Resultate ihrer Studie präsentieren sie jetzt im Fachblatt "Anaesthesia".


Bild: photoCase

Susan Humphreys von der Royal Group of Hospitals in Belfast und ihre Kolleginnen ermittelten die Sauerstoffsättigung bei 84 Flugpassagieren im Alter von einem bis 78 Jahren. Vor dem Flug waren im Schnitt 97 Prozent des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin mit Sauerstoff beladen. Nach Erreichen der Reiseflughöhe sank der Wert auf durchschnittlich 93 Prozent. Bei Werten unter 94 Prozent zögen es viele Krankenhausärzte in Betracht, ihren Patienten zusätzlichen Sauerstoff zu verabreichen, so Humphreys.

"Unserer Ansicht nach könnte dieses Absinken des Sauerstoffgehalts, zusammen mit anderen Faktoren wie Dehydration, Bewegungsmangel und niedriger Luftfeuchtigkeit, zu Erkrankungen während des Fluges und in der Zeit danach beitragen", erklärt die Anästhesistin. Entsprechende Untersuchungen seien umso wichtiger, als immer mehr Menschen per Flugzeug reisten und Verkehrsmaschinen immer größere Höhen erreichten.

Forschung: Susan Humphreys, Department of Anaesthetics, The Royal Group of Hospitals, Belfast; Rachel Deyermond, Department of Anaesthetics, Ulster Hospital, Belfast; und andere

Veröffentlicht in Anaesthesia, Vol. 60(5), Mai 2005, pp 458-60, DOI 10.1111/j.1365-2044.2005.04124.x

Quelle: Scienceticker



Dritte Auflage eines Stadtführer für Friedrichshafen

25.08.2004 - Wer als mobilitätseingeschränkter Reisender am Bodensee Urlaub macht, hat gewiss auch die Stadt Friedrichshafen besucht und konnte sich dort über das gute Angebot von Informationen für Besucher mit Behinderungen freuen. Die Ausgabe 2003 / 2004 der Broschüre "Mit dem Rollstuhl unterwegs in Friedrichshafen" ist die bereits dritte Auflage ihre Art. Auf rund 30 Seiten findet sich in der handlichen Broschüre alles was der körperbehinderte Besucher bei seinem Aufenthalt in Friedrichshafen an Grundinformation benötigt. Ein Plan der Innenstadt mit wichtigen Orientierungspunkten sowie einer Übersicht der Parkplätze und Toiletten für Menschen mit Behinderungen erleichtert dem ortsfremden Besucher die Orientierung. Diese Broschüre ist erhältlich bei:

Tourist - Information Friedrichshafen
Bahnhofsplatz 2 - 88045 Friedrichshafen
Tel. 07541 30 010 / Fax 07541 725 88 / E-Mail: tourist-info@friedrichshafen.de


Grenzenlos beflügelt

22.04.2004 - Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat Grenzenlos - das Fernsehreisemagazin für Menschen mit und ohne Handicap, mit dem "Beflügelten Koffer" ausgezeichnet. Anlass der Würdigung war das Ausstrahlen der 25.Folge dieser bekannten und beliebten Sendereihe. Alles zu den Sendungen, wichtige Hinweise, wertvolle Tipps und nützliche Kontaktadressen finden Interessenten auf der Website www.reisemagzin-grenzenlos.de sowie, neuerdings, auch unter der Anschrift www.grenzenlos.tv


Naturnah erholen

22.04.2004 -
Umfangreiche Information über die Möglichkeiten eines naturnahen Urlaub für aktive Leute, Familien und agile Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bietet die neue Ausgabe des Magazins "Verträglich Reisen". Für jeden, der sich gern naturnah erholt und so mobil ist, dass er / sie auf Reisen auch mit kleinen Mobilitätsbarrieren zurecht kommt, bietet dieses Heft interessante Anregungen zur Vorbereitung der nächsten Reise. Das Magazin kann bestellt werden bei:

Verträglich Reisen
Herzogstraße 105
80079 München
Tel. 089 308 81 28
E-Mail: info@vertraeglich-reisen.de


Urlaub - familienfreundlich

22.04.2004 - Unter dem Titel "Familienerholung in Deutschland" bietet die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung (BAG FE) einen "Katalog" mit Ferienstätten und Feriendörfer aller Mitgliedseinrichtungen des Evangelischen, Katholischen und Paritätischen Arbeitskreises für Familienerholung an. Im Katalog befinden sich auch Erholungsangebote, welche für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet sind. Weiteres dazu finden Sie auf der Website: www.familienerholung.com, auf der auch Bilder der jeweiligen Ferienstätten anzusehen sind. Die Einrichtungen liegen in ganz Deutschland von der Nordsee bis zum Allgäu, vom Rhein bis an die tschechische Grenze. Die Feriendörfer und individuell ausgestatteten Ferienstätten liegen in landschaftlich reizvoller Umgebung. Je nach Familieneinkommen wird der Erholungsaufenthalt sogar von den meisten Bundesländern gefördert.
Weiter Auskünfte und den Katalog gibt es auch beim derzeit federführenden Arbeitskreis der BAGFE unter der Anschrift:
Katholischer Arbeitskreis für Familienerholung
Kolpingplatz 5-11
50667 Köln
Tel.: 0221/20 70 11 70
Fax: 0221/20 70 12 10
E-Mail: info@kafe.de


Urlaub im Fränkischen Seenland

22.04.2004 - Das Fränkische Seenland ist als Urlaubsregion bekannt. Wer die romantischen Dörfer dieses Landstriches einmal erkunden, den Brombachsee umrunden oder ihn auf Europas größten (und noch dazu rollstuhlgerechten) Trimaran befahren möchte, findet in der behindertengerechten 4-Sterne Ferienwohnung "Endres" eine gute "Urlaubsbleibe". Die komfortabel eingerichtete Erdgeschoss - Wohnung ist mit unterfahrbarer Küche, einem elektrisch höhenver-stellbarem Bett, sowie einem großen behindertengerechten Bad ausgestattet. Auch ist der Behindertenparkplatz in der Tiefgarage steht zur Verfügung. Näheres findet sich dazu unter: www.bernhard-endres.de oder ist zu bekommen von:

Endres Bernhard
Gündesbach 8
91785 Pleinfeld
Tel.: 09144-93080
E-Mail: b.endres@wugnet.de


Familienurlaub auch barrierefrei

13.04.2004 - Die Broschüre mit den Ergebnissen des Bundeswettbewerb "Willkommen im Urlaub – Familienzeit ohne Barrieren" ist ab sofort kostenlos erhältlich.

Wie können Reisende mit und ohne Handicap gemeinsam einen herrlichen Urlaub verbringen? Welche Erwartungen haben Familien an ihre Ferien? Wie müssen Orte und Quartiere für Gehbehinderte oder Blinde, Hörgeschädigte oder Urlauber mit Lernbehinderungen beschaffen sein? Diese Fragen beantwortet die neue Broschüre „Familienurlaub auch barrierefrei“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Deutschen Tourismusverband (DTV), die jetzt auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin der Fachwelt vorgestellt wurde. Sie informiert über die Ergebnisse des Bundeswettbewerbs „Willkommen im Urlaub – Familienzeit ohne Barrieren“ und über die Preisträger der ausgezeichneten Betriebe.

Acht Prozent der Menschen in Deutschland leben mit einer schweren Behinderung. Nur die Hälfte aller mobilitäts- und aktivitätseingeschränkten Menschen fährt in Urlaub, während für drei Viertel aller Bürgerinnen und Bürger ohne Handicap reisen eine Selbstverständlichkeit ist. Im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003 haben das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und der DTV mit dem Bundeswettbewerb „Willkommen im Urlaub – Familienzeit ohne Barrieren“ daher gezeigt, dass es bereits attraktive Angebote für barrierefreien Urlaub gibt. Der Wettbewerb hat überdies die Potenziale erschlossen, die für Familien und für Tourismusanbieter gleichermaßen in barrierefreien Urlaubsangeboten liegen.

„Familienurlaub auch barrierefrei, das ist ein Stück mehr Lebensqualität für alle“, erklärte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, „denn davon profitieren Familien mit kleinen Kindern, ältere Reisende und in ihrer Mobilität und Bewegungsfreiheit eingeschränkte Reisende gleichermaßen.“

„Manche Gastgeber richten mit Herz und Engagement ihre Zimmer familiengerecht und barrierefrei her“, sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Staatssekretär Tilo Braune, „auf ihren Inspektionsreisen ist die Bundesbewertungskommission bemerkenswerten Initiativen begegnet.“ Insgesamt ist das Segment Familienurlaub in Deutschland viel professioneller und umfassender entwickelt als Angebote für barrierefreies Reisen. DTV-Präsident Braune: „Schmerzlich ist die Erkenntnis, dass Architekten bei Um- und Neubauten Bäder zwar nach DIN-Normen ausstatteten, aber keine Ahnung von den Bedürfnissen der Rollstuhlfahrer hatten und Elemente falsch anordneten.“

Im Bundeswettbewerb „Willkommen im Urlaub – Familienzeit ohne Barrieren“ wurden 38 vorbildliche Tourismusgemeinden und Beherbergungsbetriebe prämiert, die Urlaub für Familien mit behinderten Angehörigen anbieten und fördern. Es gab fünf Auszeichnungen in Gold, acht in Silber und 13 in Bronze sowie sechs „Würdigungen für besonderes Engagement“.

Teilnahmeberechtigt waren Beherbergungsbetriebe, die für jede Urlauberinnen und jeden Urlauber zugänglich sind. Sie mussten familienorientiert und zumindest für eine der in der Ausschreibung aufgeführten Gruppen von Menschen mit Behinderungen barrierefrei sein. Dazu zählen Angebote und Leistungen für Menschen mit Körperbehinderung, für Menschen mit Hörbehinderung/Gehörlosigkeit, mit Sehbehinderung/Blindheit sowie mit Lernschwierigkeiten/ geistiger Behinderung. Bei den Familien durfte der Schwerpunkt auf einer oder mehreren Hauptaltersgruppen der Kinder im Alter vom Baby bis zu Jugendlichen liegen. Die Bewerbungen konnten in vier Kategorien eingereicht werden: Tourismusgemeinden in Verbindung mit maximal vier Beherbergungsbetrieben, kommerzielle Unterkünfte vom Hotel bis zum Campingplatz, gemeinnützige Beherbergungsbetriebe und integrative tourismusfördernde Projekte. Der Bundeswettbewerb war auf Initiative des Deutschen Bundestages ins Leben gerufen worden.

166 Tourismusanbieter hatten sich 2003 um die Auszeichnung beworben. Die aussichtsreichsten 82 Bewerbungen wurden von einer Bundesbewertungs-kommission – ihr gehörten an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und neun weitere Verbände und Organisationen – vor Ort begutachtet. Zu gleichen Teilen wurden die Kriterien für Familienfreundlichkeit und Barrierefreiheit gewertet. Das Hauptaugenmerk lag auf der Integrationsfähigkeit der teilnehmenden Unterkünfte, Orte und Projekte: „Nur wer in den Ferien Urlaubsgäste mit und ohne Beeinträchtigungen zusammenbringt, konnte im Sinne des Bundeswettbewerbs ausgezeichnet werden“, unterstrich DTV-Präsident Tilo Braune auf der ITB.

Die Broschüre kann bei der Broschürenstelle des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kostenlos bestellt werden.

Telefon 0180 5329329 (0,12 Eur/Anruf)
oder Email: broschuerenstelle@bmfsfj.bund.de.

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung


Naturerlebnisse im Fläming

Ob bei Wanderungen durch die Burgwiesen bei Belzig, einem Besuch bei den Osterlämmern oder beim Herstellen von Gelee aus Wildblumen, beziehungsweise aus den Früchten des Sommers, das Naturparkzentrum im Naturpark Hoher Fläming in Raben bietet ein abwechslungsreiches Programm von Naturerlebnissen an deren Veranstaltungen Besucher  mit Mobilitätseinschränkung weitgehend teilnehmen können. Mehr zu den einzelnen Veranstaltungen findet sich im Internet unter www.flaeming.net oder ist zu bekommen von:

Naturparkzentrum Alte Brennerei Raben
Brennereiweg 45 – 14823 Rabenstein / OT Raben
Tel. 033848 60 004 / E-Mail: info@flaeming.net



Tipps für Florida - Freunde

Florida – Freunde sagen die Worte Lee Island Coast sicherlich viel – dieser Teil der Küste zwischen Naples und Tampa am Golf von Mexiko ist ein subtropisches Inselparadies mit 80 Kilometern unberührten weißen Stränden. Für dieses schöne Stück Amerika um Fort Myers herum gibt es mit dem Access Ability Guide eine zusätzliche Informationsbroschüre für mo­bilitätseingeschränkte Besucher mit Infor­mat­ion­en zum örtlichen Service, Unterkünften, den ständen der Umgebung sowie den Caravan- und Zeltplätzen. Diese Broschüre ist erhältlich von:

Lee Island Coast Visitor & Convention Bureau
Würzburger Straße 20 – 63739 Aschaffenburg Tel. / Fax 06021 32 53 03




Finnland

Reiseeindrücke aus Finnland und Norwegen – ein etwas anderer Urlaub
Ursel Schäfer


Die Fährenplätze sind gebucht, unser Auto, ein VW-Bus, ist umgebaut und gepackt. Statt der Rücksitze gibt es zwei Schlafplätze, ein kleiner Kocher ist eingebaut, mein Elektromobil ist verstaut, und das Boot liegt auf dem Autodach. Finnland lockt uns, das Land der Seen, der Moore und der unendlichen Wälder. Und natürlich lockt die Mitternachtssonne. Etwas bange wird mir aber nun doch. Rudolf, mein Mann, und ich haben zwar “wilden” Zigeunerurlaub früher schon oft gemacht, aber meine Gesundheit hat sich nicht gebessert. Werde ich durchhalten, wo ich doch bei fast jeder Krankheit “hier” rufe? Aber nun ist es zu spät, Angst vor der eigenen Courage zu haben. Und außerdem hatte ich mich schon so lange darauf gefreut. Schnell ist der erste Reisetag heran, und die Fähre bringt uns von Rostock nach Hanko in Südfinnland. Von dort führt uns der erste Teil der Route über Karelien an der russischen Grenze entlang bis nach Mittelfinnland. Wie schon öfter, ist auch dieses Mal der Weg das Ziel.

Tagsüber schauen wir Sehenswürdigkeiten an, gehen baden, lesen oder faulenzen in der Natur. Manchmal mache ich eine kleine Landschaftsskizze. Abends fahren wir weiter, in die weißen Nächte hinein, und wenn wir müde werden, suchen wir uns ein schönes, ruhiges Plätzchen, möglichst an einem See oder auf einer Anhöhe zum Übernachten. Das ist in Finnland nach dem “Jedermannsrecht” erlaubt. Wir fahren durch ganz stille Landschaften mit vielen wunderschönen Seen, geheimnisvollen Mooren und tiefen Wäldern. Karelien ist nur schwach besiedelt. Es gibt keine Dörfer in unserem Sinne. Die Niederlassungen sind so weit auseinander gezogen, dass man sie als solche oft gar nicht erkennt. Die wenigen Städte sind klein, überschaubar und beschaulich. Eine der schönsten ist Savonlinna. Sie ist auf mehreren Inseln errichtet. Im 19. Jahrhundert war hier die Sommerfrische des russischen Adels. Über den Saimakanal konnte man direkt mit dem Dampfer von Petersburg aus anreisen. Einzelne wunderschöne Holzvillen sind noch Zeugen aus der Zarenzeit. Auch Finnlands besterhaltene Burg “Olavinlinna”, im Mittelalter als Schutz gegen die Russen erbaut, steht hier. Aber nicht nur in Savonlinna, überall in Karelien finden wir Zeugen der wechselvollen Geschichte dieses geteilten Landes, dessen größter Teil während des 2. Weltkrieges an die Sowjetunion fiel.

Wir sind beide sehr naturinteressiert, und deshalb ist Karelien für uns ein El dorado. Blühende Wiesen voller Trollblumen, absolut naturbelassene Seen und Moore mit seltenen Pflanzen, wie Wollgras, Moltebeere, Sonnentau, Zwergbirke und vielen anderen, begeistern uns. In Deutschland sind solche Gebiete, zu Recht, streng geschützt und leider für Gehbehinderte kaum zugänglich. Hier kann ich sie fast vom Auto aus erreichen. Orchideen blühen in den Straßengräben! Ich genieße, fotografiere, skizziere, schreibe und schaue, schaue, schaue. Alles möchte ich festhalten und in mich aufnehmen. Hier könnte ich noch einige Zeit verbringen, “aber der Wagen, er rollt...”, denn uns locken die Mitternachtssonne, der Inarisee, der heilige See Lapplands mit seinen 3000 Inseln, und das Eismeer. Wir fahren weiter Richtung Nordwesten auf die Eismeerstraße und dann geradewegs nach Norden. Es ist die Gegend der Rentiere. Die streifen auf der ganzen Nordkalotte frei umher und werden erst im Herbst von ihren Besitzern zusammengetrieben. Straßen scheinen sie besonders zu mögen. Dort gibt es zwar nichts zu fressen, aber dafür weniger Fliegen und Mücken. Und so blockieren sie auch große Europastrassen und halten den ganzen Verkehr auf. Ein Bulle verrichtet sogar sein Geschäft auf der Fahrbahn vor unserem Auto und alle Räder stehen still. Die Situation erinnert ein wenig an die heiligen Kühe Indiens.



Fotos © by E. Thamm

Der Inari empfängt uns mit einem Gewitter und einem wunderschönen Doppelregenbogen. Das ist ein besonderer Willkommensgruß! Wir haben ein ganz romantisches und einsames Plätzchen zum Übernachten am Wasser gefunden.
Die Mitternachtssonne spiegelt sich im See und taucht die Landschaft in ein unwirkliches Licht. Es ist eine ganz eigene Stimmung. Vor uns am Ufer wuselt ein Fischotterjunges. Die Vögel rufen und füttern die ganze “Nacht” hindurch. Mit leisem Klickern kommt eine Gruppe Rentiere ans Wasser. Die Natur wirkt so friedlich. Außer den Geräuschen der Tiere, dem Säuseln des Windes und dem Plätschern des Wassers ist nichts zu hören. Wir wollen nicht schlafen, es ist zu schön. An einem Samenkiosk komme ich beim Fischkauf mit einem Finnen ins Gespräch. Nach einer kleinen Fachsimpelei über Fischarten lädt er uns spontan zu sich ein. Er und seine Frau leben hier in einem selbstgebauten Blockhaus auf ihrer Insel, und sie würden sich über unseren Besuch freuen. Um dieses Angebot abzulehnen, bin ich viel zu neugierig. Eine Übernachtungstasche ist schnell gepackt, das Auto wird untergestellt, und ab geht es mit dem Motorboot auf seine Insel. Wir tauchen ein in eine andere Welt, mit einem anderen Lebensgefühl.
Unsere Unterkunft, eine kleine Blockhütte, ist behaglich eingerichtet. Alles ist aus Holz, und das meiste selbst gefertigt. Große Fenster schauen nach Westen auf ein Moor. Ob wir wohl Elche sehen? Aber soviel Zeit bleibt uns nicht in unserem Quartier.

Tauno und Marita, unsere neuen Bekannten, zeigen uns ihr selbstgebautes Blockhaus und ihre Insel. Sie ist ein ca. 4000 m2 großer Granitfelsen, bewachsen mit Kiefern und ganz dichten Teppichen von Moorpflanzen. Wir taufen sie gleich in “Taunos Rock”. Dann fährt unser Gastgeber mit Rudolf auf den See, um Netze auszulegen. Er weiß, wie gern ich Fisch esse und möchte uns unbedingt selbstgefangene Maränen servieren. Anschließend wird Holz geholt und die Sauna angeheizt. Wir lassen es uns gut gehen. Das Saunafenster geht nach Norden, Richtung Mitternachtssonne. Schade, dass ich nicht zum Abkühlen in den See kann, aber der Weg ist so steil, dass ich verzichte. Mit Lachssuppe und anderen Spezialitäten werden wir zum Abendbrot verwöhnt. Zwischen uns herrscht eine Vertrautheit, als würden wir uns schon lange kennen. Die Gespräche sind für uns sehr interessant. Wir tauschen uns aus über die Tier- und Pflanzenwelt und erfahren an einem Abend mehr über Land und Leute, als wir uns in drei Reiseführern anlesen konnten. Unsere Gastgeber leben allein auf ihrer Insel. Im Sommer fahren sie mit dem Boot und dann mit dem Auto zum Einkaufen oder zum Arzt, im Winter mit dem Schneemobil. Im Frühjahr und im Herbst, wenn das Eis noch nicht genug trägt oder schon wieder brüchig ist, können sie die Insel nicht verlassen. Bei einem Notfall müsste der Hubschrauber kommen. Eine gute Vorratswirtschaft ist das A und O unter diesen Bedingungen. Jeden Tag fährt Tauno zum Fischen. Jeden Tag gehen sie in die Sauna. Das Holz wird im eigenen Wald geschlagen, auch das Bier braut er selbst. Hier gehen die Uhren anders. Das Leben verläuft ruhiger, naturbezogen und ohne unsere künstliche Hektik.

Der nächste Morgen bringt eine Überraschung. Ich kann das erste Mal in meinem Leben mit auf den See fahren, zum Netze einholen. Das ist für mich, die ich den größten Teil meines Arbeitslebens in der Binnengewässerforschung gearbeitet habe, etwas ganz Besonderes, und ich bin glücklich darüber. Beim Leeren der Netze muss ich aufpassen. Die Barsche mit ihren scharfen Stacheln können sehr verletzen, und die Maränen sind so zart, dass sie ganz schnell zerreißen. Eine halbe Kiste Fisch holen wir heraus. Tauno verarbeitet die Fische zu den verschiedensten Spezialitäten, und während der fünf Stunden, die das Barschbrot mit Schweinebauch im Backofen gar wird, fährt er mit Marita und uns an seinen Sandstrand. Schöner kann es an der Südsee nicht sein, tiefblauer Himmel, feiner Sand, blaues Wasser, durch das wir bis auf den Grund schauen können. So etwas haben wir in Lappland nicht vermutet und hätten es ohne Tauno auch nie gefunden. Am Lagerfeuer wird Kaffee gekocht, und Marita hat die Taschen voll mit Kuchen und allen möglichen Leckereien. Wir genießen die Sonne und die Ruhe. Zwei kleine Regenpfeifer sind emsig dabei, Futter für ihre Jungen zu suchen. Sie lassen sich durch uns nicht stören und kommen ganz nah heran. Über uns kreist ein Fischadler. Es ist paradiesisch, wir scheinen allein auf der Welt. Zurück auf der Insel werden wir mit den köstlichsten Fischspezialitäten bewirtet, geräucherte kleine Maräne, gebratener Hecht, Barsch in Brotteig, gebratenes Filet. Wir müssen uns richtig Mühe geben, alles durchzukosten. Dann verabschieden wir uns von unseren liebenswerten Gastgebern und lassen uns wieder an Land bringen. Wir sollen noch bleiben, aber die vielen Treppen und Bohlenwege auf der Insel schaffen meine Beine nicht länger.

Mit einem großen Paket Räucherfisch und vielen schönen Erinnerungen im Gepäck fahren wir weiter zum Nordinari und nach Norwegen zum Eismeer. Die Landschaft hat inzwischen ihren Charakter total verändert. Sie ist wild und ungebändigt geworden. Die bunten Farben Kareliens haben wir längst hinter uns gelassen, graugrün in vielen Schattierungen herrscht vor. Wollgras, Rentiermoos und alle möglichen niedrigen Sträucher bestimmen das Bild. Die Baumgrenze ist erreicht. Selbst die Moorbirken sind nur noch klein und verkrüppelt und erinnern mehr an Waldgeister als an Bäume. Gewaltige Granitblöcke hat die Eiszeit herantransportiert. Es sieht aus, als hätten Riesen gespielt und alles liegengelassen. Wir fühlen uns ganz klein. Aber auch hier leben Menschen und haben sich mit der Natur arrangiert. Ab und an sehen wir ein kleines Häuschen von Rentierzüchtern oder Fischern. Jetzt in der Wärme der Mitternachtssonne ist es hier spannend und interessant. Mit dem vielen Licht geht es auch mir gesundheitlich gut. Ich stecke voller Elan und habe nur wenig Schmerzen. Aber wie wäre das während des Winters, wenn mehrere Monate Nacht ist? Mich schaudert es bei dem Gedanken, obwohl mir Einheimische immer wieder versichern, der Winter wäre in Lappland eine wunderschöne Zeit, und durch Schnee, Sterne und Nordlichter wäre es gar nicht dunkel.

In Norwegen, über dem Varangerfjord, hängen drohende Wolken. Riesige glattgeschliffene Granitfelsen reichen bis in das Wasser. Ganz weit draußen auf dem Eismeer glitzert noch silbern ein Sonnenstreifen. Wir fahren an steilen Hängen aus ganz brüchigem und verwittertem Gneis entlang bis Vardø und übernachten dort auf einem kargen Fjell. Vor uns liegt das Eismeer in seiner unendlichen Weite. Kühl ist es hier, der Wind kommt vom Norden. Kleine Kriechweiden und –birken krallen sich in dem verwitterten Gestein fest, um sich vor dem rauen Klima zu schützen. Bei uns sind ihre engen Verwandten Bäume, aber die hier werden nicht höher als 20 cm. Ein Goldregenpfeifer, der Vogel des hohen Nordens, lässt uns nicht aus den Augen. Sein wehmütiges “pfüüüt, pfüüüt” begleitet uns in die helle Nacht. Der Ruf passt in diese karge Landschaft. Am nächsten Tag fahren wir entlang der Küste nach Südosten. Die Sonne scheint, und alles ist ganz hell und licht. Das Glitzern auf dem Wasser tut den Augen weh. Die Orte sind nicht groß, die Häuser bunt gestrichen. Davor stehen Gestelle, auf denen Fische zum Trocknen hängen. An geschützten Stellen blühen Kerbel und Sumpfdotterblumen. Auf einer kleinen Halbinsel steht ein Kirchlein umgeben von wunderschönen gusseisernen Grabkreuzen und einer halbzerfallenen Mauer. In herber Schönheit zeigt sich das Land.

In Kirkenes, 150 km im Landinneren, schauen wir uns das Grenzlandmuseum an. Wir werden sehr nachdenklich. Fast von Anbeginn der Geschichte an ist dieses Land geprägt von Krieg, Krieg und immer wieder Krieg. Diese Ecke Lapplands ist heute aufgeteilt zwischen Norwegen, Finnland und Russland und die Urbevölkerung, die Samen, sind in ihrer Tradition zerrissen. Grenzen zerschneiden ihren ursprünglichen Lebensraum. Das Eismeer ist strategisch wichtig. Der Golfstrom hält die Häfen eisfrei, und so ist der Zugang zu den Weltmeeren gesichert. Finnland hat seinen einzigen Eismeerhafen, Petsamo, mit dem 2. Weltkrieg an die Sowjetunion verloren. Er gehört jetzt zu Russland.

Unser Zeitplan zwingt uns langsam in Richtung Heimat. Am südöstlichen Ufer des Inari können wir noch einen Tag bei herrlichster Sonne segeln und uns die vielen kleinen Buchten ansehen. Noch einmal erleben wir die Mitternachtssonne, und dann fahren wir geradewegs nach Süden. Vier Übernachtungen haben wir für die Rückfahrt eingeplant. Ein Tag muss noch für Rovaniemie am Polarkreis und das Arctic Museum herausspringen. Pünktlich zum Abfahrtstermin unserer Fähre erreichen wir Hanko. Drei intensive Wochen liegen hinter uns. Während der 22 Stunden Rückfahrt bis Rostock lassen wir alles noch einmal Revue passieren. Die Reise mit ihren 5500 km ist ohne Panne zu Ende gegangen. Die Eindrücke werden uns noch lange beschäftigen.

© mit freundlicher Genehmigung von Frau Thamm




Frankreich
Paris

Die Landfläche Frankreichs bildet einen kompakten Block von etwa 1000 mal 1000 km in Nord- Süd und in West- Ost Richtung. Im Norden wird Frankreich durch den Ärmelkanal von Großbritannien getrennt und grenzt im Nordwesten und Westen an den Atlantischen Ozean, im Osten an Belgien, Luxemburg und an die Bundesrepublik Deutschland, im Südosten an Italien und die Schweiz und im Süden an das Mittelmeer und Spanien,
Fläche: 543 965 km2 (einschließlich 8680 km2 der Insel Korsika).

Bevölkerung: ca. 57,4 Millionen Einwohner.

Zeit: Mitteleuropäische Zeit (MEZ), ohne Zeitverschiebung zu Deutschland

Sprache: Französisch.

Städte:
Paris (Hauptstadt) 2,2 Millionen Einwohner, mit Vororten ca. 10,7 Mill. E.
Marseille ca. 1 Mill. E.
Lyon 422 500 E.,
Toulouse 366 000 E.
Nizza (Nice) 346 000 E.
Strasbourg 256 000 E.
Nantes 252 000 E.
Bordeaux 213 300 E.
Saint-Etienne 204 700 E.
Montpellier 211 000 E.
Ajaccio (Korsika) 55 300 E.

Feiertage:
1. Januar, Ostermontag, 1. Mai, 8. Mai, Himmelfahrt, Pfingstmontag, 14. Juli, 15. August, 1. und 11. November, 25. Dezember. Im Elsaß noch Karfreitag und 26. Dezember. Hauptferienzeit der Franzosen: Juli und August.


Klima:
Europäisches Klima. Das ganze Jahr über entlang der Mittelmeerküste sehr angenehm mit Durchschnittstemperaturen im Sommer um die 27 °C, im Winter bei 13,5°C.
Für Paris ist die beste Reisezeit das Frühjahr und Herbst sowie Winter, für die Mittelmeerküste Frühjahr bis Spätherbst.
Von Dezember bis April ist in den französischen Alpen und den Pyrenäen Skisaison

Kleidung:
Entsprechend der Jahreszeit übliche europäische Kleidung.

Meldebestimmungen:
Bei mehr als 3 Monaten Aufenthaltsdauer ist eine Aufenthaltsgenehmigung nötig. Arbeitnehmer aus EU- Staaten, die sich zwar nicht länger als 3 Monate in Frankreich aufhalten, aber in dieser Zeit arbeiten, müssen sich innerhalb einer Woche nach Ankunft bei der zuständigen Polizeidienststelle oder Gemeindeamt mit Personalausweis/Reisepaß und Bescheinigung des Arbeitgebers melden.

Verpflegung:
Preisbeispiele: Im Restaurant (und je nach Hotelklasse):
Frühstück ab 30 FF
Mittag- bzw. Abendessen je ab ca. 80 FF
Die Preise in guten Restaurants liegen allerdings sehr viel höher, ab ca. 200 FF. Touristenmenüs in Selbstbedienungsrestaurants und kleinen Restaurants ca. 60 FF u.m.

Bedienung/Trinkgeld:
Üblich sind 15 %Trinkgeld, falls es nicht bereits in der Hotel- oder Restaurantrechnung enthalten ist. In Frankreich ist Tip auch für Taxifahrer, Platzanweiserinnen in Kinos und Theatern gängig.

Stromspannung: 220 Volt Wechselstrom, 50 Hz.

Öffnungszeiten:
Banken:Mo bis Fr 9-12 und 14-16 Uhr
Büros:Mo bis Fr 9-12 und 14-18 Uhr
Regierungsstellen: Mo bis Fr 9-12 und 14-17 Uhr
Läden: werktags von 9-19 Uhr einmal wöchentlich auch länger (große Geschäfte), kleine Geschäfte öffnen meist schon um 7 Uhr, sind abends oft über 19 Uhr hinaus geöffnet und schließen in der Mittagszeit für 2 Stunden und an 1 bis 2 Tagen pro Woche.

Hinweis:
in Paris sind im Hauptferienmonat August viele Geschäfte geschlossen.

Museen:
In Paris ist in den Bahnhöfen, den größeren Metro-Stationen ist ein Museumspaß "Carte Musees et Monuments" erhältlich, welcher eine unbeschränkte Besichtigungen der meisten Museen während seiner Geltungsdauer erlaubt. (Sonderausstellungen kosten extra, außerdem ist der Zugang ohne Schlangestehen gewährleistet. Für 1 Tag kostet der Paß Carte Musees 70 FF, für 3 aufeinanderfolgende Tage 140 FF, für 5 aufeinanderfolgende Tage 200 FF. Jugendliche unter 18 Jahren können die meisten Museen kostenlos besuchen. Museen sind entweder montags (d'Orsay) oder dienstags (Louvre) geschlossen



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