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Gehirnaktivität verrät was ein Mensch denkt
fMRI-Scans machen unbewusste Gedanken sichtbar

26.04.2005 - Wissenschafter des University College London behaupten, dass sie mittels eines einfachen Gehirnscans die unbewussten Gedanken eines Menschen sichtbar machen können. Funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRI) Scans machen die Gehirnaktivität sichtbar. Die in Nature Neuroscience veröffentlichten Forschungsergebnisse sollen einen neuen Zugang zum Unbewussten eröffnen.

Für das Experiment maßen die Wissenschafter Geraint Rees und John-Dylan Haynes die Gehirnaktivität im visuellen Kortex während die Teilnehmer verschiedene Objekte am Computerschirm sahen. Dieser Teil des Gehirns bearbeitet die von den Augen gelieferten Informationen. Die Scans ermöglichten den Forschern bessere Aussagen über das Gezeigte als die Teilnehmer selbst liefern konnten. Wurden zwei Bilder rasch nacheinander gezeigt, sahen die Freiwilligen nur das zweite und konnten das erste nicht erkennen. Die Gehirnscans unterschieden jedoch die Muster der Gehirnaktivität bei beiden Bildern deutlich.

Eine Studie von japanischen Wissenschaftern, die im gleichen Fachmagazin publiziert wurde, lieferte laut BBC ähnliche Ergebnisse. Als den Teilnehmern Streifen gezeigt wurden, die in verschiedene Richtungen geneigt waren, zeigten sich die fMRI Scans ebenfalls subtile Unterschiede. Die Forscher entwickelten ein Computerprogramm zur Erkennung dieser verschiedenen Muster. Es zeigte sich, dass sie mit bemerkenswerter Genauigkeit voraussagen konnten, welche Art von Streifen gezeigt worden war. Wurde den Teilnehmern ein Plaidmuster gezeigt, dass aus zwei verschiedenen Streifensätzen bestand und wurden sie gebeten, auf nur eines zu achten, konnte das Programm erkennen, an welches Muster gedacht wurde. Laut Rees handelt es sich dabei um den ersten grundlegenden Schritt die Gedanken eines Menschen aufgrund seiner Gehirnaktivität zu lesen.

Quelle: University College London




Glück: Positive Auswirkung auf die Gesundheit
Gefühle wirken sich direkt auf Körperchemie aus

London - 19.04.2005 - Menschen, die in ihrem täglichen Leben glücklicher sind, verfügen bei entscheidenden Körperchemikalien wie dem Stresshormon Cortisol über bessere Werte als jene, die nur wenige positive Gefühle erleben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des University College London http://www.ucl.ac.uk gekommen. Das bedeutet, dass glücklichere Menschen gesündere Herzen und kardiovaskuläre Systeme haben könnten. Ein Umstand, der ihr Risiko für Krankheiten wie Diabetes verringern könnte. Frühere Studien haben gezeigt, dass Depressionen im Vergleich mit durchschnittlichen emotionalen Zuständen eher mit Gesundheitsproblemen zusammenhängen. Wenige Untersuchungen haben sich bisher mit den Auswirkungen positiver Stimmungen auf die Gesundheit auseinandergesetzt. Die Ergebnisse der aktuellen Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.


Bild: photoCase

Die Mitautorin Jane Wardle erklärte, dass das Ausmaß des alltäglichen Glücks wichtige Auswirkungen auf die Marker biologischer Funktionen habe. Diese Marker seien ihrerseits dafür bekannt, dass sie mit Krankheiten in Zusammenhang stünden. "Vielleicht ist Lachen die beste Medizin." Das Team untersuchte 216 Männer und Frauen mittleren Alters, die in London leben. Bei diesen Personen handelt es sich um Teilnehmer der derzeit laufenden Whitehall II Studie mit Tausenden Behördenbediensteten. Die aktuelle Untergruppe wurde an rund 33 Gelegenheiten ersucht zu beurteilen, wie glücklich sie sich in den letzten fünf Minuten während ihrer Arbeit oder an den freien Tagen gefühlt hatten. An diesen Kontrollpunkten wurden Herzfrequenz und Blutdruck der Teilnehmer automatisch gemessen. Für die Ermittlung der Cortisolwerte wurden zusätzlich während eines Arbeitstages und eines freien Tages acht Mal Speichelproben entnommen. Einmalig fand im Labor eine Messung der biologischen Reaktionen während der Lösung einer etwas stressigen Aufgabe statt. Die Wissenschafter berücksichtigten Faktoren wie sozioökonomische Position, Alter und Geschlecht.

Je glücklicher ein Teilnehmer war, desto geringer waren auch die Cortisolwerte während des Tages. Bei Männern sank dabei auch die durchschnittliche Herzfrequenz. Hohe Werte des Stresshormons Cortisol werden laut NewScientist mit Typ 2 Diabetes und Bluthochdruck in Verbindung gebracht. Eine niedrigere Herzfrequenz steht im Gegensatz dazu für eine gute Gesundheit im Herz- und Gefäßbereich. Jene Teilnehmer, die sich fast immer als glücklich bezeichneten, verfügten auch nach der stressigen Aufgabe über geringere Werte des Blutproteins Fibrinogen. Dieses Molekül macht das Blut "klebrig" und ist für die Blutgerinnung von entscheidender Bedeutung. Große Mengen dieses Proteins können aber auch auf zukünftige Herzprobleme wie einen Infarkt hinweisen.

Quelle: pressetext.austria



Einfache Diagnosemethode für Tuberkulose dringend gesucht

Genf/Wien (pte) - 22.03.2005 - Anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März fordert die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen http://www.aerzte-ohne-grenzen.at die Entwicklung einer einfachen und schnellen Diagnosemethode für Tuberkulose (TB). Die Erkrankung zählt immer noch zu den gefährlichsten weltweit. Fast neun Mio. Menschen erkranken jährlich daran, die große Mehrheit der Betroffenen lebt in Entwicklungs-ländern. Rund 99 Prozent aller Todesfälle weltweit sind dort zu beklagen.

In den ärmeren Ländern wird die Krankheit ohne einen geeigneten Test bei etwa der Hälfte der Patienten weiter nicht diagnostiziert werden können. Dies unterminiert die weltweiten Anstrengungen zur Eindämmung von Tuberkulose. In Entwicklungs-ländern leben auch 90 Prozent aller HIV/Aids-Patienten, die oft von Begleiterkrankungen wie TB betroffen sind. Die Hilfsorganisation bemängelt in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass diese Fakten bei der Entwicklung besserer TB-Tests aber kaum Berücksichtigung finden. Die Forschung konzentriert sich auf die finanziell lukrativeren westlichen Märkte.

Ärzteteams sind vielfach gezwungen auf Diagnosemethoden aus dem 19. Jahrhundert zu setzen. Dabei werden Sputumproben unter dem Mikroskop untersucht. Die Methode wurde vor mehr als 120 Jahren entwickelt und ist so ungenau, dass die Bakterien nur in 45 bis 60 Prozent der Fälle entdeckt werden. Noch weniger effektiv ist das Verfahren bei Menschen, die sowohl an HIV/Aids als auch an TB erkrankt sind. Dies sind 30 Prozent der weltweit rund 40 Mio. HIV/Aids-Kranken. Auch für Kinder ist diese Methode ungeeignet.

Benötigt wird eine Methode, die ähnlich dem Malariatest ist, einfach und vom jedem Helfer auch weit entfernt von Labors einsetzbar ist. "Wir befürchten aber, dass die gegenwärtige Linie in der Produktentwicklung nicht dazu führen wird, einen Test zu produzieren, der die Erkrankung bei allen Patienten feststellt. Dafür sind weitaus mehr Investitionen in die Grundlagenforschung für eine neuartige TB-Diagnostik notwendig", so Francine Matthys, Tuberkuloseexpertin der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen.




Kein Kaffee bei Antibiotika-Einnahme -
Herzflattern und Schwindel könnte die Folge sein

Baierbrunn - 22.03.2005 (ots) - Wer ein Antibiotikum einnehmen muss, soll in dieser Zeit koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Cola meiden, und keinesfalls das Medikament damit herunter spülen, rät das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.


Bild: photoCase

Manche Antibiotika verstärken die Koffeinwirkung so sehr, dass es zu Herzflattern, Kopfschmerzen und Schwindel kommen kann. Zum Herunterspülen eignet sich am besten Leitungs- oder Tafelwasser, nicht aber kalziumreiches Mineralwasser. Kalzium, auch reichlich in Milch vorhanden, bindet einige Antibiotika und macht sie unwirksam. Auch Säfte sind manchmal problematisch. So kann Grapefruitsaft im Zusammenspiel mit Antibiotika starken Durchfall verursachen.


Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau


Autoabgase schädigen die menschliche DNA

22.03.2005 - Wissenschafter des National Defence Medical Center http://www.ndmctsgh.edu.tw haben nachgewiesen, dass der Kontakt mit Verkehrsabgasen die menschliche DNA schädigen und das Krebsrisiko erhöhen kann. Das Team wies im Urin von Frauen, die die Autobahngebühr einhoben, erhöhte Werte der Chemikalie 8-OHdG nach. Eine Erhöhung dieser Werte sind Anzeichen für DNA Schäden, die durch freie Radikale verursacht werden. Große Mengen dieser Partikel bilden sich durch die Verschmutzung der Umwelt. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin
Occupational and Environmental Medicine http://oem.bmjjournals.com veröffentlicht.


Bild: photoCase

Die Forscher führten Tests mit 47 Frauen durch, die an einer besonders verkehrsreichen Straße im Süden Taipeis arbeiteten. Die Ergebnisse wurden mit den Daten von Büroangestellten verglichen, die keiner vergleichbaren Abgasbelastung ausgesetzt waren. Urinproben wurden auf die 8-OHdG Werte und einer zweiten Chemikalie, 1-OHPG, untersucht. 1-OHPG entsteht durch den Abbau von Schadstoffen, die in Abgasen vorkommen. Zusätzlich wurden Blutproben zur Ermittlung der Stickoxidmengen abgenommen. Die Teilnehmerinnen arbeiteten vier Tage lang jeweils acht Stunden und hatten dann einen Tag frei. Während der Schichten wurden nach einigen Stunden Pausen in der Länge von 30 bis 45 Minuten gemacht. In regelmäßigen Abständen wechselten die Frauen in einem Rotationssystem die Fahrspuren.

Die 8-OHdG Werte im Urin waren bei den nicht rauchenden Teilnehmerinnen durchschnittlich 90 Prozent höher als bei den Büroangestellten. Die Stickoxidwerte waren um durchschnittlich 30 Prozent erhöht. Die 1-OHPG Werte hingen laut BBC direkt mit den 8-OHdG Werten zusammen. Je höher der erste Wert war, desto höher war auch der zweite. Die Wissenschafter interpretieren diese Ergebnisse dahingehend, dass Abgase die Aktivität der freien Radikale erhöhen und so zu einer Schädigung der DNA führen. Sie fordern daher Maßnahmen zur Verringerung der Verkehrsabgase.

Quelle: pressetext.austria


Abnehmen ab 50

Eschborn (ots) - Ohne dass man mehr isst oder gar fauler wird, steigt das Gewicht innerhalb von zehn Jahren um mindestens drei Kilo. Denn mit zunehmendem Alter verändert sich die Körperzusammensetzung. Warum dem so ist, weshalb ein fester Essplatz in der Wohnung Kalorien sparen hilft und wie man seinen Körper auf mehr Kalorienverbrennen programmiert, beschreibt Professor Dr. Joachim Westenhöfer in der »Neue Apotheken Jllustrierte« vom 15. März 2005.

»Flexible Kontrolle« heißt das Zauberwort, mit dem Menschen jeden Alters einfach und gesund wieder schlank werden. Wer sich über Jahre antrainiert hat, beim Fernsehen zu essen, wird fortan immer Hunger verspüren, sobald die Glotze läuft. Wer beim Nachhausekommen grundsätzlich erst mal zum Kühlschrank läuft, dem wird auf Dauer schon mit dem Schlüssel in der Hand der Magen knurren. Westenhöfer nennt das antrainierten Hunger. Sein Rat gegen den dauernden Appetit: Nur an einem bestimmten Platz in der Wohnung essen. Auch den Apfel oder den Joghurt zwischendurch. Mit der Zeit verlernt der Körper die antrainierten Essreflexe. Außerdem sollte man möglichst immer nur wenige Lebensmittel pro Mahlzeit zu sich nehmen. Wer noch Platz lässt für den Nachtisch, nimmt automatisch mehr zu sich, denn neue Gaumenreize lösen neuen Hunger aus. Der Experte weiter: Wer etwa 500 Kalorien täglich spart gegenüber dem normalen Bedarf und zusätzlich etwa 2 000 Kalorien pro Woche mit Bewegung verbraucht, der nimmt knapp ein Kilo pro Woche ab. Ohne viel Hunger hält man diese Kalorienmenge ein, wenn man fettarme Mahlzeiten bevorzugt und mit den Lebensmitteln sparsam umgeht, die schnell Zucker freisetzen.

Quelle: Neue Apotheken Illustrierte



Milde Erziehungsmethoden schaden Kindern

New Orleans - 08.03.2005 - Viele Eltern sind bei der Erziehung ihrer Kinder zu nachsichtig und erziehen durch ein Übermaß an guten Absichten unreife Kinder zu sozial unverträglichen Erwachsenen heran. Zu diesem Ergebnis kommt Dan Kindlon von der Harvard School of Public Health http://www.hsph.harvard.edu in seiner Studie "Parenting Practices at the Millenium", berichtet der Branchendienst Science Daily http://www.sciencedaily.com . "Viele Eltern versuchen das Leben ihrer Kinder perfekt zu gestalten und sie vor allen Gefahren zu beschützen. Aber wenn Kinder nie eigene, schmerzhafte und frustrierende Erlebnisse machen werden sie nie die Erfahrungen für ein wertvolles Leben sammeln können", sagte Kindlon.


Bild: photoCase

Kindlon führte seine Studie an 700 Teenagern im Alter von vier bis 19 Jahren und 1.100 Elternpaaren durch. Dabei analysierte er den Besitz der Kinder, die vorherrschenden Regeln im Haushalt und deren Einstellung gegenüber Sex und Drogenkonsum. Sein Resümee: Je freizügiger und nachgiebiger die Eltern sind, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder Drogen und Alkohol konsumieren, Essstörungen entwickeln, unter Depressionen leiden, eine lockere Einstellung gegenüber Sex haben und gemein zu anderen sind. "Die Eltern dieser Kinder sind nicht streng, wenn es um`s Fluchen geht, welche Filme die Kinder sehen und welche Videospiele sie spielen. Ein weiteres Charakteristikum ist, dass die Familien nicht gemeinsam essen", erklärte Kindlon. Darüber hinaus sind Kinder in höherem Maße egozentrisch, wenn sie eine Erlaubnis bekommen, ohne etwas dafür zu leisten.

Nur 12 Prozent der untersuchten Kinder leben in Familien, in denen fixe Regeln, Limits und Disziplin herrschten. Diese Kinder nehmen keine Drogen, sind weder aggressiv, gemein, nachlässig oder faul, noch unruhig oder depressiv. Ein zentrales Ritual dieser Familien ist das gemeinsame Essen, des weiteren müssen die Kinder gemeinnützige Arbeiten erledigen und ihr Zimmer aufräumen. "Wenn Eltern auch nur bei einer einzigen Sache streng sind, hat das schon wesentliche Vorteile für das Kind", resümierte der Experte.

Die Gründe für die fehlende Strenge der Eltern sieht der Experte darin, dass meist beide Elternteile arbeiten und Schuldgefühle durch materielle Dinge kompensieren. Oft sind die Eltern auch einfach nur zu müde um Regeln durchzusetzen und Ordnungen aufzustellen. Darüber hinaus sehen die Eltern ihre Kinder oft als Inhalt ihres Lebens an. "Viele Eltern benutzen die Fröhlichkeit ihre Kinder, um selbst Freude zu empfinden, darum widerstrebt es ihnen, ihre Kinder in irgendeiner Weise gegen sich aufzubringen und ihren Beziehung zu ihnen auf`s Spiel zu setzten", erklärte Kindlon.

Quelle: pressetext.austria



Endometriose - Frauenkrankheit ohne Lobby

01.03.2005 - Im Rahmen der Europäischen Endometriose-Woche vom 07. bis 13. März 2005 findet am 08. März 2005, dem Internationalen Tag der Frau, auf Initiative des Europäischen Endometriose-Informations-Centrums (EEIC) und des Zentrums für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Wolfgang Goethe Universität eine Informationsveranstaltung zum Thema "Chronischer Unterbauchschmerz - Endometriose- Frauenkrankheit ohne Lobby" statt. Unter der Leitung verschiedener Experten erfahren Betroffene und Interessierte Hintergründe zu Symptomen, Diagnosemöglichkeiten, Therapieansätzen und Nachsorge bei Endometriose.


Bild: photoCase

In Deutschland erkranken jährlich etwa 40.000 Frauen in ihren fruchtbaren Jahren an Endometriose, einer gutartigen, aber häufig äußerst schmerzhaften Krankheit, die das Leben einer Frau in Partnerschaft, Familie und Beruf beeinflusst und oftmals überschattet. Bei der Endometriose breitet sich gebärmutterähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter aus, was zu Entzündungen, Absiedelungen und Zysten führen kann. Endometriose stellt eine häufige Ursache für die gestörte Fruchtbarkeit bei jungen Frauen dar. Bei Frauen mit Fertilitätsproblemen findet sich bei der zur Abklärung durchgeführten Bauchspiegelung in über 50 Prozent der Fälle eine Endometriose; Frauen mit nachgewiesener Endometriose haben in über 50 Prozent der Fälle Probleme mit der Fruchtbarkeit.

"Die Krankheit führt ein Schattendasein. Oftmals vergehen Jahre bis bei betroffenen Frauen eine sichere Diagnose gestellt wird und sie damit einer wirksamen Therapie zugeführt werden können. Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Patientinnen einen langen Weg mit chronischen Schmerzen, Erschöpfung und damit einhergehenden Schwierigkeiten bei der Bewältigung täglicher Aufgaben hinter sich", erklärt Dr. Stefan Kissler, Oberarzt der gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Universität Frankfurt.

Obwohl den Frauenärzten seit langem bekannt, haben sich erst in den letzten Jahren rasante Fortschritte auf dem Gebiet der Grundlagenforschung ergeben, die ein besseres Verständnis der Krankheit und damit neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. "Wir möchten im Rahmen der Europäischen Endometriose-Woche dazu beitragen, betroffene Frauen aufzuklären und ihr Schweigen zu brechen. Viele Frauen denken, Schmerzen vor und während der Menstruation sind naturgegeben - das muss nicht sein! Hier besteht leider noch ein klares Informationsdefizit, das wir mit einer Veranstaltung wie dieser gern beheben möchten", so Kissler. Die Veranstaltung, zu der Betroffene und Interessierte herzlich eingeladen sind, findet statt am:

Dienstag, 8. März 2005, um 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr
Paul-Ehrlich-Hörsaal (gegenüber dem Zentralgebäude Haus 23)
Klinikum der J.W. Goethe-Universität, Campus Niederrad
Theodor- Stern- Kai 7, 60596 Frankfurt am Main

Die Referenten: Prof. Dr. Anna Starzinski-Powitz (Universität Frankfurt, Humangenetik in der Biologie), Prof. Dr. med. H.-R. Tinneberg (Universitäts-Frauenklinik Giessen, Vorsitzender des Europäischen-Endometriose Informations-Centrums e.V.), Dr. Stefan Kissler, (Universitäts-Frauenklinik Frankfurt), Doreen Jackisch, (Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V., Leiterin der Beratungsstelle), Dr. med. Christiane Niehues (Median Klinik für Rehabilitation, Bad Salzuflen), Dr. Konstantin Manolopoulos (Universitäts-Frauenklinik Giessen), Dr. med. Hilde Kartes-Rohwer (Habichtswald-Klinik, Kassel-Wilhelmshöhe).

Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.



Neue Vorschrift bedroht die Rechte chronisch Kranker auf angemessene Ernährung

Amberg / Berlin 22.02.2005 (ots) - Das Recht von zigtausenden Menschen auf angemessene Ernährung wird mit Füßen getreten. Mit diesem Vorwurf hat die Interessenvertretung künstlich ernährter Menschen, der Verein Recht auf Essen und Leben, die Entscheidung von Krankenkassen und Ärztevertretern kritisiert, die Erstattung künstlicher Ernährung drastisch einzuschränken. Betroffen seien bis zu 100.000 Menschen, die zuhause oder in Heimen gepflegt werden. Die Interessenvertretung forderte daher das Bundesgesundheitsministerium auf, diese Schlechterstellung schwer Kranker zu unterbinden und die Änderung der entsprechenden Vorschriften abzulehnen.


Quelle: PhotoCase

"Kein Mensch lässt sich aus Spaß eine Sonde legen, die nicht ohne medizinische Risiken ist und niemals den sinnlichen mit dem Essen verbundenen Genuss ersetzen kann", betonte der Vorsitzende von Recht auf Essen und Leben, Armin Nentwig, heute (22.) in Amberg. Nentwig sprach damit einen entsprechenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses an, in dem Ärzte- und Krankenkassenvertreter festlegen, was die gesetzlichen Krankenkassen noch bezahlen dürfen.

So soll ein bisher sechszeiliger Passus des Abschnitts 21.1.i der Arzneimittelrichtlinien, der dem einzelnen Arzt generell die Verordnung von künstlicher Nahrung erlaubt, wenn er dies aus medizinischen Gründen für nötig hält, durch eine 40-seitige Neufassung mit vielen Detailregelungen für verschiedene Krankheiten ersetzt werden. Nentwig: "Leidtragende sind die Ärmsten der Armen, chronisch Kranke, die sowieso bereits gebeutelt sind."

Ethisch höchst bedenklich sei dabei die unterschiedliche Behandlung verschiedener Patientengruppen. Während es für Aids- und Krebskranke mit Mangelernährung einen Stufenplan der Ernährungstherapie geben soll, der von Ernährungsberatung über Trinknahrung bis zu Sondennahrung und parenteraler Ernährung reicht, gehen Mangelernährte, die an chronischen Leber-, Herz- oder Lungenerkrankungen leiden, künftig leer aus. "Dabei gilt es in der Ernährungsmedizin als erwiesen, dass Mangelernährung den Verlauf vieler chronischer Krankheiten verschlimmert und die Überlebenschancen drastisch verringert."

Auch Menschen, die aufgrund von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder verschiedener Muskelkrankheiten an Schluckstörungen leiden, seien von den Einschränkungen betroffen. Sie kommen nur bei hochgradigen Schluckstörungen in den Genuss einer Ernährungstherapie. Symptome von Mangelernährung, die nur schwer wieder rückgängig zu machen sind, treten jedoch bereits viel früher und auch bei anderen Erkrankungen auf.

Der Verein Recht auf Essen und Leben glaubt, dass die Ärzte mit der Handhabung der komplizierten Neuregelung überfordert sind. Sie werden zudem mit dem ethischen Dilemma konfrontiert, bestimmten Patientengruppen die Ernährungstherapie ganz zu versagen und andere Kranke erst auf einen bestimmten Schwellenwert (Body Mass Index unter 21) abmagern zu lassen, bevor sie eingreifen dürfen. Der Verein "Recht auf Essen und Leben" hofft deshalb auf die Hilfe des Bundesgesundheitsministeriums. Nentwig: "Das Ministerium hat bereits zwei Mal Angriffe der Krankenkassen auf diese unsere Patientengruppen abgewehrt. Wir appellieren an Ministerin Ulla Schmidt und ihren Staatssekretär Klaus Theo Schröder, erneut hart zu bleiben!" "Für das bisherige patientenfreundliche Verhalten des Gesundheitsministeriums bedanken wir uns ausdrücklich", unterstrich Nentwig.

Quelle: Verein Recht auf Essen und Leben


Wenn Ärzte mit Patienten "Hase und IGel" spielen: Qualität der Patienteninformation immer wichtiger

Berlin (pte) - 22.02.2005 - Der Ärztekammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz blickt mit Sorge auf den Markt der Individuellen Gesundheitsleistungen (IGel). "Man beobachte, dass sich dort sachlich begründete notwendige Maßnahmen wie zum Beispiel Grippeimpfungen oder die Verschreibung von Reisemedizin mit dem Angebot sehr umstrittener und dubioser medizinischer Maßnahmen vermische." http://www.aerztekammer-berlin.de/


Foto: PhotoCase

Unter IGel-Leistungen fallen zusätzliche Behandlungen, die über das medizinisch Notwendige hinaus gehen und nicht von der Krankenkasse übernommen werden und vom Patienten selbst bezahlt werden müssen. In einem Zeitungsinterview der Berliner Zeitung von vergangener Woche hatte die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Helga Kühn-Mengel darauf hingewiesen, dass manche Ärzte Leistungen privat in Rechnung stellen, die eigentlich von der Krankenkasse übernommen werden, oder deren Nutzen für den Patienten fragwürdig seien.

Bei privaten Abrechnungen können Ärzte ihre Leistungen deutlich höher abrechnen, da es für IGel Leistungen noch keine einheitlichen Preise in der Gebührenordnung für Ärzte gibt. Werden IGel Leistungen in Anspruch genommen, lohnt sich deshalb für Patienten bisweilen ein Preisvergleich. Wie gut man sich jedoch generell von einem Arzt helfen lassen kann, wenn man seinem Rat nicht mehr vertraut, ist für viele Patienten sicherlich ein noch viel größeres Problem.

Die Ärztekammern raten dennoch, Therapie- und Diagnosevorschläge sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls schwarze Schafe unter den Ärzten bei ihnen zu melden. Auf der Internetseite http://www.patienten-information.de des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) finden Patienten hilfreiche Hinweise und Informationen, wie sie sich im Internet zum einen über Krankheiten und deren Behandlungen informieren und die Qualität der gefundenen Informationen beurteilen können.

www.patienten-information.de ist ein Internet-Portal, das neben einer kommentierten Linksammlung rund 400 Informationen zu Untersuchungs- und Behandlungsalternativen bietet und zu mehr als 150 Begleitinformationen und 125 Fachgesellschaften/Organisationen verlinkt. Patienten können über ca. 200 Links Kontakt zu Selbsthilfe- und Beratungsstellen aufnehmen.
Noch sind nicht alle erfassten Behandlungsinformationen hinsichtlich ihrer Qualität bewertet worden (bisher ca. 250 von 360). Bis Ende Juni 2005 sollen jedoch alle erfassten Informationen zu Untersuchungs- und Behandlungsalternativen durch die Mitarbeiter des ÄZQ und die Mitglieder des Patientenforums (medizinische Laien) bewertet sein.


Quelle: pressetext.deutschland



Größere Babys verdienen später mehr Geld:
Zwei Zentimeter Größe stehen für 3,5 Prozent Mehr-Einkommen


Southampton/Helsinki (pte) - 22.02.2005 - Größere Babys werden später im Leben mehr Geld verdienen als kleinere. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die von der University of Southampton http://www.sotan.ac.uk gemeinsam mit dem finnischen National Public Health Institute durchgeführt wurde. Die Forscher haben mehr als 4.600 männliche Babys, die zwischen 1934 und 1944 geboren wurden, 1990 untersucht, berichten sie im Fachmagazin Archives of Disease in Childhood http://adc.bmjjournals.com.


Wenn ich groß bin, werd ich Millionäör...
Foto: PhotoCase


Männer im mittleren Alter, die an ihrem ersten Geburtstag mehr als 80 Zentimeter groß waren, verdienen demnach 50 Prozent mehr als jene, die nur 72 Zentimeter oder noch kleiner waren. Nach der Studie, die auch soziale Hintergründe untersuchte, entsprechen zwei Zentimeter Körpergröße 3,5 Prozent des Einkommens. Kleinere Babys waren tendenziell später häufiger manuelle Arbeiter. Die Studie umfasste deshalb nur Männer, da in dieser Generation viele Frauen zu Hause bei Kind und Familie blieben. Bisherige Untersuchungen hatten immer das Wachstum des Kindes mit dem Grad von Erfolg im späteren Berufsleben verglichen. Das Wissenschaftsteam dieser Studie hingegen sieht das Alter von einem Jahr als genauen Indikator für den zukünftigen Verdienst.

Zusätzlich stellte sich auch heraus, dass Kinder, die langsamer wuchsen, weniger häufig studierten. Die Forscher führen dies auf ein langsameres Hirnwachstum zurück, das Hand in Hand mit dem Größenwachstum ging, oder auf Mangelernährung, die eine sensorische Stimulation vermissen lässt. Dass die Studie auch heute noch Gültigkeit besitzt, davon geht Autor David Barker jedenfalls aus. Es sei immer noch häufig, dass Kinder unter Mangelernährung leiden. Dass die Größe eines Babys nicht gleichzusetzen ist mit der Intelligenz, davor warnen Kritiker. Dennoch ist es offensichtlich, dass körperliches und geistiges Wachstum Hand in Hand gehen.

Quelle: pressetext.austria




Grippe-Welle rollt über Deutschland


Grenzach-Wyhlen - 15.02.2005 (ots) - Die Grippe greift um sich. Nahezu ganz Deutschland ist betroffen. Die Anzahl der aktuellen Fälle deutet auf eine bei weitem größere Grippe-Aktivität als in der letzten Grippe-Saison hin.


Quelle: Hoffmann-La Roche AG
Die aktuelle Grippe-Karte vom 15. Februar 2005 zeigt für fast ganz Deutschland eine hohe Aktivität der Grippe-Viren. Farberklärung: Grün = geringe Aktivität, Orange = erhöhte Aktivität, Rot = hohe Aktivität.


Achtung: Mit einer Influenza ist nicht zu spaßen. Wer nicht geimpft ist, muss besonders auf die ersten typischen Anzeichen achten: Plötzliches Auftreten von Fieber, Frösteln, Schweißausbrüchen und Kopfschmerzen. "Gehen Sie mit solchen Symptomen sofort zum Arzt, denn jetzt ist eine schnelle Behandlung entscheidend", mahnt Dr. Otmar Carewicz, Hausarzt in Dossenheim. "Denn schmerzstillende und fiebersenkende Mittel könnten die richtige Diagnose verschleiern. Damit vergeht wertvolle Zeit, bis die Therapie mit der Grippe-Pille Tamiflu begonnen werden kann.

Rasches Handeln ist entscheidend." Ein Neuraminidase-Hemmer wie Tamiflu kann Leben retten, wenn er innerhalb von zwei Tagen nach Auftreten der ersten Symptome eingesetzt wird. Er stoppt die Vermehrung der Grippe-Viren im Körper, lindert so die Beschwerden und verkürzt die Krankheitsdauer. Außerdem werden schwerwiegende Folgeerkrankungen vermieden. Informationen über die Verbreitung des Virus sind lebenswichtig, da Neuraminidase-Hemmer so früh wie möglich verabreicht werden müssen.

Das Grippe-Frühwarnsystem RealFlu bietet diese Informationen täglich aktuell und regionalisiert. Die tagesaktuelle Grippekarte von ganz Deutschland kann unter www.grippe-online.de eingesehen werden.

Quelle: Hoffmann-La Roche AG



Studie: Rauchverbote retten Leben

Edinburgh (pte, 08. Feb 2005 09:15) - Eine Studie des Tobacco Control Resource Centre http://www.tobacco-control.org der British Medical Association (BMA) http://www.bma.org.uk geht davon aus, dass ein gänzliches Rauchverbot in der Öffentlichkeit Leben retten würde. Beschrieben werden die Auswirkungen derartiger Verbote in anderen Ländern. In Irland ist der Zigarettenverkauf zurückgegangen und Kalifornien hat weniger Lungenkrebserkrankungen gemeldet. Gegner eines Rauchverbots bezeichneten die vorgelegten Beweise für Todesfälle durch Passivrauchen als Mythen. In Großbritannien soll das Rauchen in geschlossenen öffentlichen Plätzen in Zukunft teilweise verboten werden.


Foto: pixelquelle.de

Laut der Californian Medical Association ist die Anzahl der Lungenkrebserkrankungen in Kalifornien sechs Mal rascher gesunken als in anderen Bundesstaaten, die nicht seit 1998 über eine entsprechende Gesetzgebung verfügen. In Irland ist der Zigarettenverkauf in den ersten sechs Monaten des Rauchverbots laut der Irish Medical Organisation um fast 16 Prozent zurückgegangen. Simon Clark von der Rauchervereinigung FOREST http://www.forestonline.org argumentierte laut BBC, dass die Vorstellung Hunderter oder Tausender Todesfälle durch Passivrauchen auf Schätzungen, Berechnungen und Statistiken beruhten, die ihrerseits auf wenig seriösen Forschungsergebnissen beruhten. "Die vorliegenden Beweise rechtfertigen ein totales Rauchverbot in der Öffentlichkeit nicht." Die meisten Menschen sprächen sich für ein rauchfreies Büro aus. Bei Pubs, Clubs und Bars sei jedoch eine klare Mehrheit für eine Wahlmöglichkeit zwischen Raucherbereichen und rauchfreien Zonen sowie eine bessere Belüftung.

Laut dem BMA-Vorsitzenden James Johnson nähren mächtige Interessen den Mythos, dass eine entsprechende Gesetzgebung unnotwendig sei. Behauptet würde, dass ein derartiges Verbot undurchführbar und unpopulär sei sowie zum wirtschaftlichen Ruin führe. "Solche Vorhersagen sind nicht mehr als eine Angstmache. Die Beweise zeigen, dass diese Gesetze Leben retten." Laut Johnson bedeutet ein Rauchverbot am Arbeitsplatz für die Zigarettenhersteller einen Verlust von 310 Mio. Pfund (451 Mio. Euro) jährlich.

Quelle: pressetext.austria



Forscher: Rauchen schadet dem Vermögen


08.02.2005 - Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Ersparten. Zu diesem Schluss kommt ein amerikanischer Ökonom im Fachblatt "Tobacco Control". Seiner Analyse zufolge scheinen Raucher ihr Laster mit Mitteln zu finanzieren, die sie ansonsten zurückgelegt hätten.

"Wir haben keinen direkten Beleg", beteuert Jay Zagorsky von der Ohio State University in Columbus. Die Studienresultate sprächen in Kombination mit Statistiken zum Tabakkonsum jedoch für diese Annahme. "Möglicherweise geben Raucher ebenso viel wie andere Menschen für Dies und Das aus, bezahlen ihr Rauchen jedoch mit potenziellen Rücklagen."

Zagorsky analysierte Daten über 8.900 Teilnehmer einer Langzeitstudie, die in den Jahren 1985, 1992, 1994 und 1998 zu ihren Lebensumständen - unter anderem zu ihrem Tabakkonsum und ihrer finanziellen Lage - befragt worden waren. Zum Zeitpunkt der letzten Interviews waren die Personen 33 bis 40 Jahre alt, ihr Vermögen in Form von PKW, Immobilien, Sparkonten und Wertpapieren belief sich auf durchschnittlich 50.000 US-Dollar. Bei starken Rauchern, die täglich mehr als ein Päckchen Zigaretten konsumierten, waren es im Schnitt 8.300 Dollar, bei leichten Rauchern etwa 2.000 Dollar weniger als bei Nichtrauchern.

Laut dem Forscher blieb dieser Unterschied selbst unter Berücksichtigung von sozioökonomischem Status, Ausbildung, ethnischer Herkunft und anderen Faktoren bestehen. Zudem gäben amerikanische Raucher pro Kopf und Jahr 715 Dollar für Tabakprodukte aus. Multipliziert mit der durchschnittlichen Rauchdauer der Studienteilnehmer von 7,5 Jahren ergebe sich ein Wert von 5.300 Dollar - entsprechend dem Mittelwert jener Summe, die starken und leichten Rauchern gegenüber Nichtrauchern gefehlt habe.

Forschung: Jay L. Zagorsky, Center for Human Resource Research, Ohio State Universiy, Columbus

Veröffentlicht in Tobacco Control, Vol. 13, pp 370-4


Quelle: Scienceticker


Dem Grippe-Virus keine Chance

01.02.2005 - Besonders jetzt in der kalten Jahreszeit schlagen sie wieder erbarmungslos zu. In überfüllten Bussen und anderen Orten, wo viele Menschen zusammenkommen, finden die gefährlichen und äußerst tückischen Erreger leicht ihre Opfer. Eine Ansteckung mit dem Grippe (Influenza)-Virus kann vor allem für ältere und abwehrgeschwächte Menschen fatale Folgen haben. Allein in Deutschland sind jedes Jahr Tausende von Todesfällen auf diese Erkrankung zurückzuführen, betont Prof. Dr. Stephan Ludwig. Der Naturwissenschaftler, der an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster zu Jahresbeginn den Lehrstuhl für Molekulare Virologie am Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE) übernommen hat, konzentriert sich in seinen Forschungsarbeiten unter anderem darauf, die Strategien, wie sich das Virus vermehrt, besser zu verstehen. Mit diesen Forschungen, bei denen er insbesondere das Wechselspiel zwischen Virus und Wirtszelle im Blick hat, liefert er gleichzeitig einen völlig neuen Ansatz für die Entwicklung effektiverer Grippemittel.

Nicht nur vor dem Hintergrund der großen Zahl von Menschen, die jährlich mit dem Grippe-Virus infiziert werden, stellt die Entwicklung wirksamer Präparate zur gezielten Bekämpfung der Erkrankung eine große Herausforderung dar. Große Sorge bereitet Experten vielmehr auch die mögliche Übertragung von Vogelviren auf den Menschen. So erinnert Ludwig daran, dass 1997 in Asien mehrere Millionen Hühner getötet wurden, um nach dem Auftreten von 18 schweren Erkrankungen bei Menschen weiteren Übertragungen von Tier auf Mensch vorzubeugen. Entsprechende Infektionen können jedoch grundsätzlich jederzeit erneut auftreten. Und dann womöglich eine echte Bedrohung darstellen. Da Grippe-Viren nämlich die tückische Eigenschaft haben, immer neue Varianten zu bilden, ist irgendwann auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des ursprünglichen Vogelvirus nicht mehr ausgeschlossen. Und dann könne es, wie Virologen befürchten, schnell zu einer Pandemie, das heißt einer weltweiten Verbreitung kommen - ähnlich der Grippe-Pandemie unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg, der rund 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Ohne ein Schreckensszenario an die Wand zu malen zu wollen, unterstreicht Ludwig doch nachdrücklich die Notwendigkeit gezielter und vor allem schnell wirksamer Strategien zum Schutz vor Grippe-Viren und ihre durch immer neue Mutationen entstehenden Varianten. Mit seinen Arbeiten im Bereich der Grundlagenforschung hat er bereits viel versprechende
Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Medikamente geliefert. Alles Weitere ist nicht sein Metier, sondern Sache der Pharmaindustrie. Die allerdings ist auf den Zug bislang noch nicht aufgesprungen. "Dort herrscht derzeit große Ernüchterung, weil sich die Erwartungen an die bisherigen Anti-Influenza-Medikamente in der klinischen Anwendung nicht ganz erfüllt haben", bedauert Ludwig. Mit großen Hoffnungen waren die Grippemittel Relanza und Tamiflu auf den Markt gebracht worden. Sie sollen das Oberflächenenzym Neuraminidase hemmen und dadurch einer Verbreitung des Virus im Wirtsorganismus einen Riegel vorschieben. Den erwarteten Durchbruch in der Grippetherapie haben jedoch weder das oral noch das als Spray verabreichte Präparat gebracht. Denn bei resistenten Varianten können die Mittel nichts mehr ausrichten.

Anders als die bisherigen Ansätze zur Entwicklung von Grippevirus-Killern setzt Prof. Ludwig nicht beim Virus selbst an, sondern richtet sein Augenmerk auf die Wirtszellen sprich auf die Lungenepithel-Zellen, wo die Viren ihr gefährliches Spiel beginnen. Denn ein Virus kann sich nicht aus eigener Kraft vermehren, sondern benötigt die Hilfe von Wirtszellen, in die es sich wie ein Parasit einnistet. Was liegt also näher, so die Idee Ludwigs, als eben diese Wirtszellen entsprechend zu beeinflussen. Im Rahmen seiner Forschungen über die Interaktionen zwischen Virus und Wirtszelle konnte er einen zellinternen Signalweg nachweisen, mit dessen Hilfe das Virus-Genom nach seiner Vermehrung aus dem Zellkern geschleust wird, um in neue Viruspartikel verpackt zu werden. Experimentell konnte der Wissenschafter bereits nachweisen, dass die Virusvermehrung tatsächlich blockiert wird, wenn dieser Signalweg in der Wirtszelle entsprechend beeinflusst wird. Gleichzeitig konnte er zeigen, dass die Bildung resistenter Varianten auf diese Weise eingeschränkt wird.

Sollte die Pharmaindustrie ihre bisherige Zurückhaltung auf diesem Gebiet überwinden und auf der Grundlage dieser Forschungsergebnisse doch in die Entwicklung entsprechender Medikamente einsteigen, könnte das eines Tages einen tatsächlichen Durchbruch in der Grippebekämpfung bedeuten. Denn der Handlungsbedarf ist groß. Ebenso wie die Behandlung ist nämlich auch die Vorbeugung gegen Grippe bislang noch nicht optimal. Zwar ist eine vorbeugende Impfung laut Ludwig insbesondere für Risikogruppen nach wie vor der "Goldstandard". Durch die Einschleppung immer neuer Varianten stößt sie jedoch auch an Grenzen, da sie nur gegen bekannte Erreger effizient wirkt. Im Fall einer von Asien ausgehenden Vogel-Virus-Pandemie oder der Ausbreitung eines anderen bislang unbekannten Grippe-Erregers kann jedoch nicht auf die Entwicklung eines neuen Impfstoffes gewartet werden. "Das dauert mindestens ein halbes Jahr", so Ludwig, "und so lange können wir nicht warten. Dann werden dringend antivirale Substanzen benötigt, die gegen unterschiedlichste Viren-Varianten wirken."

Quelle: Westfaelische Wilhelms-Universität Münster


Hormontherapien gegen Frühgeburten
US-Forscher: Jährlich 10.000 Fälle vermeidbar


New York – 01.02.2005  - Jährlich könnten 10.000 Frühgeburtsfälle verhindert werden, würden sich Frauen einer Hormontherapie unterziehen, zeigen sich Wissenschaftler der March of Dimes Birth Defects Foundation http://www.modimes.org in New York überzeugt. Derzeit ist jedes achte Kind, das in den USA zur Welt kommt, eine Frühgeburt. Die 10.000 zu verhindernden Fälle würden demnach nur etwa zwei Prozent der Gesamtzahl ausmachen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

Zwei Prozent wäre zwar ein kleiner Anteil, dennoch sind 10.000 Neugeborene eine stattliche Zahl, meint Joann Petrini, Direktorin für perinatale Daten bei der Foundation. Nancy Green, eine der für die Studie verantwortlichen Wissenschaftlerinnen, gibt zu bedenken, dass Frühgeburten eine Reihe von neurologischen Störungen und Behinderungen auslösen können. Die neuen Analysedaten basieren auf Untersuchungen aus dem Jahr 2003. Den Schwangeren wurde eine wöchentliche Injektion des künstlichen Hormons 17P (17 alpha-Hydroxyprogesteron Caproat) verabreicht. Bereits im Jahr 2003 hatte eine Studie von Paul Meis von der Wake Forest University in North Carolina ergeben, dass die Behandlung mit 17P zu einem signifikanten Erfolg, nämlich zu einer Reduktion der Frühgeburten um 30 Prozent bei Risikoschwangerschaften, führte. Das Hormon Progesteron ist für den Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich. Fällt der Hormonspiegel, wird die Geburt ausgelöst.

Bisher war die Umsetzung dieses simplen Zusammenhangs in der Praxis schwierig. Die Forscher wissen bis heute nicht, warum manche Frauen früher gebären. Unklar sei auch noch, welche Frauen positiv auf die Hormontherapie ansprechen. Die US-National Institutes of Health NIH untersuchen zurzeit, ob es bei Mehrfachschwangerschaften zu Komplikationen durch die Gabe von 17P kommen kann. Die FDA untersucht derzeit eventuelle Nebenwirkungen des künstlichen Hormons. "Obwohl das Präparat seit 30 Jahren bekannt ist, ist es bisher viel zu ungenau untersucht worden", meint Meis.

Quelle: pressetext.austria


Unfallversichert im Ehrenamt! /

Im Falle eines Falles lebenslange Leistungen ohne Begrenzung auf eine Versicherungssumme

Hamburg (ots) - 25.01.2005 - Alle gemeinnützigen Organisationen haben seit dem 01. Januar 2005 durch ein neues Gesetz die Möglichkeit, ihre gewählten Ehrenamtsträger, z.B. Vereinsvorstände, Kassen- oder Sportwarte, gegen die Folgen von Unfällen zu versichern. Dasselbe gilt auch für ehrenamtlich Engagierte in Gewerkschaften oder Arbeitgeberorganisationen. Diese Personenkreise können sich freiwillig bei der gesetzlichen Unfallversicherung Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) versichern.

Mit diesem Gesetz wird das gemeinwohlorientierte Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger gewürdigt und im Falle eines Unfalls unter umfassenden Schutz gestellt. So erhält ein verheirateter Durchschnittsverdiener (Alleinverdiener) mit zwei Kindern und einem monatlichen Bruttoverdienst von 2.500 Euro im Falle eines Unfalls im Ehrenamt neben umfassenden medizinischen Leistungen ein Verletztengeld von 60 Euro täglich als Lohnersatz.

Ziel der VBG ist es, mit den Verbänden Rahmenverträge abzuschließen, um den einzelnen Ehrenamtsträgern und gemeinnützigen Organisationen die Anmeldung zu vereinfachen.

Über die E-Mail ehrenamt@vbg.de können sich Verbände mit der VBG in Verbindung setzen, um einen solchen Rahmenvertrag abzuschließen.
Ab sofort haben einzelne Organisationen und ehrenamtlich Tätige außerdem die Möglichkeit, sich direkt auf der Webseite der VBG (www.vbg.de) zur Unfallversicherung anzumelden. Der Beitragssatz für die freiwillig Versicherten in gemeinnützigen Organisationen sowie im Bereich der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen beträgt 2,73 Euro je Ehrenamtsträger für das Jahr 2005. Versicherte der VBG profitieren davon, dass die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung nicht an vertraglich vereinbarte Höchstleistungsgrenzen gebunden sind.

Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Das Wichtigste nach Eintritt eines Versicherungsfalls ist die Wiederherstellung der Gesundheit und die Wiedereingliederung in Arbeit und Gesellschaft. Hierfür erbringt die VBG neben der medizinischen Rehabilitation folgende Leistungen:

- Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Eine frühzeitige und dauerhafte Wiedereingliederung in das Erwerbsleben nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit ist das Ziel der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz ist in manchen Fällen trotz optimaler medizinischer Rehabilitation jedoch nicht ohne weiteres möglich. In diesen Fällen ist es das wichtigste Ziel der VBG, zusammen mit dem Arbeitgeber den Arbeitsplatz zu erhalten. Kann der bisherige Beruf aufgrund der Unfallfolgen nicht mehr ausgeübt werden, gewährt die gesetzliche Unfallversicherung Leistungen zur beruflichen Anpassung und Weiterbildung.

- Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft

Mit der sozialen Rehabilitation ermöglicht die gesetzliche Unfallversicherung die Rückkehr in das tägliche Leben und in die soziale Gemeinschaft.

Das Leistungsangebot umfasst
- Wohnungshilfe (z.B. Umbau der sanitären Einrichtungen, Einbau von breiten Türen)
- Kraftfahrzeughilfen
- Kommunikationshilfen
- Finanzielle Hilfen

Die finanziellen Leistungen helfen dem Versicherten, die wirtschaftlichen Folgen eines Arbeitsunfalls bzw. einer Berufskrankheit abzumildern.

- Versicherte erhalten Verletztengeld, wenn infolge eines Versicherungsfalls Arbeitsunfähigkeit besteht oder aufgrund einer Heilbehandlungsmaßnahme eine ganztägige Erwerbstätigkeit zunächst nicht ausgeübt werden kann. Die Höhe des Verletztengeldes orientiert sich am bisherigen Einkommen.

- Sie erhalten Übergangsgeld zur Sicherung des Unterhalts, wenn sie an einer berufsfördernden Maßnahme teilnehmen.

- Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt eine Verletztenrente, wenn infolge eines Versicherungsfalls dauerhaft körperliche Beeinträchtigungen verbleiben, die die Erwerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt mindern. Bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20% und einem Jahresarbeitsverdienst von EUR 35.000,- ergäbe sich eine Verletztenrente von monatlich EUR 388.

- Ehegatten, eingetragene Lebenspartner bzw. Waisen eines verstorbenen Versicherten erhalten Witwer-/Witwen bzw. Waisenrente.

Weitere Informationen und eine Übersicht über den Versicherungsschutz im Ehrenamt stehen auch im Internet unter www.vbg.de/presse/bilder bereit.

Die VBG ist eine gesetzliche Unfallversicherung. Sie versichert mehr als 25 Millionen Personen: Arbeitnehmer, freiwillig versicherte Unternehmer, Patienten in stationärer Behandlung und Rehabilitanden, Lernende in berufsbildenden Einrichtungen und bürgerschaftlich Engagierte. Zu den über 500.000 Mitgliedsunternehmen zählen Dienstleistungsunternehmen aus über 100 Branchen, wie z.B. Banken und Versicherungen, Verwaltungen, Zeitarbeitsunternehmen, freie Berufe, Unternehmen der IT-Branche sowie Sportvereine.

Weitere Informationen zur VBG finden Sie unter www.vbg.de

Quelle: VBG

Ungemachte Betten vertreiben Hausstaubmilben
Störenfriede trocknen aus


London - 18. Jan 2005 - Ein ungemachtes Bett mag zwar schlampig aussehen, aber es kann der Gesundheit dienen. Forscher der Universität Kingston http://www.kingston.ac.uk haben herausgefunden, dass Hausstaubmilden ungemachte Betten nicht vertragen. Die Wanzen können in den warmen, trockenen Bedingungen, die in ungemachten Betten herrschen, nicht überleben, berichtet die BBC http://news.bbc.co.uk .

Ein Bett beheimatet durchschnittlich mehr als 1,5 Mio. Hausstaubmilben. Die nicht einmal einen Millimeter langen Wanzen ernähren sich von menschlichen Hautschuppen und produzieren Allergiestoffe, die der Mensch während des Schlafes inhaliert. Die warmen, feuchten Bedingungen eines belegten Bettes sind ideal für die Wanzen. Milben überleben, indem sie der Atmosphäre das Wasser entziehen. Dies geschieht über körpereigene Drüsen. Forscher Stephen Pretlove: "So etwas Simples wie das Bett tagsüber nicht zu machen baut die Feuchtigkeit in Laken und Matratzen ab. Die Milben verdörren und sterben schließlich."

Krankheiten, die durch Hausstaubmilden ausgelöst werden, verursachen in Großbritannien jährliche Kosten von 700 Mio. Pfund (ca. eine Mrd. Euro). Pretlove beweist mit seiner Studie auch, dass das Auftreten von Milben mit der Bauweise eines Hauses zu tun hat. Zum Beispiel isolieren einige Materialen bessere als andere. Seine Studie soll Architekten helfen, das Milbenrisiko zu senken. Andrew Wardlaw von der British Society for Allergy and Clinical Immunology meint: "Milben spielen bei Asthma und Allergien eine große Rolle. Es wäre gut, wenn Wege gefunden würden, wie ihre Konzentration verringert werden könnte."

Quelle: pressetext.austria



DNA-Chips spüren Krankheiten auf :
Neue Werkzeuge sollen maßgeschneiderte Therapie ermöglichen


18.01.2005 - Wissenschaftler des Max-Planck-Institut für molekulare Genetik http://www.molgen.mpg.de sind auf dem Weg Krankheiten bereits bei der Entstehung in der Zelle aufzuspüren, einen Schritt weiter gekommen. Mit Hilfe von DNA-Chips sollen die krankhaften Prozesse innerhalb der Zellen nachgewiesen werden. Die Chips liefern Einblick in die laufende "genetische Datenverarbeitung" von Zellen und erlauben Vergleiche zwischen normalen oder pathologischen Mustern der Gen-Aktivität. Damit sollen in der Zukunft Therapien maßgeschneidert auf die jeweilige Erkrankung werden, berichtet die Max-Planck-Forschungsgesellschaft http://www.mpg.de .

Bisher arbeitet jegliche medizinische Diagnostik und Therapie "oberflächlich", weil sie sich jeweils an Symptomen, klinischen Bildern und Messwerten orientiert, die sich erfahrungsgemäß als typisch für eine bestimmte Krankheit und deren Verlauf erwiesen haben. Hinter dem Symptom stecken allerdings, und das wissen die Forscher, auf der Ebene der Gene angesiedelte Fehlinformationen und Fehlsteuerungen. Das bedeutet, dass in Zukunft die Medizin in jene Bereiche vordringen muss, um wirklich gezielt in pathologische Prozesse eingreifen zu können.

Die Berliner Forscher haben bereits solche "molekularen Porträts" von angeborenen Herzfehlern gewonnen. Diese anatomischen Störungen betreffen allein in Deutschland jährlich 6.000 Neugeborene, die damit zur Welt kommen. Mithilfe von DNA-Chips ist es den Wissenschaftlern gelungen die genetischen Daten dieser durchaus bekannten Herzfehler zu finden. Die Wissenschaftler, unter anderem die Medizinerin Silke Sperling, haben dabei eine Reihe von Gen-Mustern gefunden, die jeweils für angeborene Herz-Defekte mit unterschiedlichen klinischen Bildern typisch sind. Diese veränderten Gene spielen aber auch nach der Embryonal-Entwicklung eine wichtige Rolle für die Herzfunktion - so etwa Gene, die an der Stress-Verarbeitung der Herzmuskelzellen mitwirken. Denn der ursprüngliche molekulare Defekt führt irgendwann sekundär zu pathologischen Veränderungen am Herzen. "Wir gewinnen jetzt erstmals eine Ahnung von den grundlegenden molekularen Abläufen im Rahmen der Entwicklung des Herzens", erklärt Sperling, die allerdings auch einräumt, dass dies erst der Beginn eines langen Forschungsweges sei, über den sich dieses komplexe Netzwerk entflechtet und in seinen Zusammenhängen verstehen lässt.

Die Chips, die diese Daten erfassen, messen etwa zwei mal fünf Zentimeter. Auf ihnen werden durch einen Roboter an vorbestimmten Punkten in Abständen von 130 tausendstel Millimetern jeweils bestimmte DNA-Sequenzen, also Gene, aufgebracht. Am Ende sitzen auf dem Chip dann 30.000 verschiedene, einzelnen Genen entsprechende Proben, die als Bindungspartner für komplementäre, fluoreszenz-markierte DNA-Stücke aus unterschiedlichen Geweben dienen. Mithilfe einer Farbskala, die vom Computer erfasst und in ein farbcodiertes Bild umgesetzt wird, lassen sich "Expressionsprofile" von Stammzellen erhalten, die sich gerade in einen reifen Zelltyp differenzieren. Diese Profile verraten, welche Gene in bestimmten Zellen zum Zeitpunkt der Probenahme aktiv oder "stumm" sind, deren Informationen also gerade abgelesen oder nicht gebraucht werden.

Quelle: pressetext.deutschland


Neues minimalinvasives, fusionsloses OP-Verfahren für Patienten mit Skoliose erstmals in Deutschland angewandt

Düsseldorf/Hamburg (ots) 11.01.2005
Besonders pädiatrische Patienten können von einer Therapie mit Medtronic SMA (Shape Memory Alloy) Staples profitieren.

Im Altonaer Kinderkrankenhaus wurde kürzlich ein neunjähriger Patient erstmals mit einem neuartigen Operationsverfahren bei Skoliose behandelt. Kernstück der neuen Therapie sind SMA (Shape Memory Alloy) Staples (Klammern) von Medtronic aus einer speziellen Titan-Nickel-Legierung, die die Wirbelzwischenräume stabilisieren, ohne die Wirbel zu versteifen.

Aufgrund des Alters des Patienten kam eine Versteifung der Wirbel noch nicht in Frage und durch eine Korsettversorgung hätte eine Korrektur der Krümmung nicht mehr erreicht werden können. PD Dr. Ralf Stücker, Leitender Arzt der Kinderorthopädischen Abteilung, erklärte: "Mit den SMA Staples kann nicht nur ein Fortschreiten der Skoliose verhindert werden, es kann auch eine Korrektur der Krümmung eintreten, weil das Wachstum der Konkavität durch die Klammern nicht behindert wird." Die SMA Staples werden in einem minimalinvasiven Verfahren in die Konvexität der verkrümmten Wirbelsäule eingebracht. Hierfür werden zunächst endoskopisch Pilotlöcher in die Wirbelkörper des zu stabilisierenden Bereichs gebohrt und danach die Staples in die Wirbelkörper eingesetzt.

In Deutschland sind Schätzungen zufolge 400.000 Menschen an Skoliose erkrankt. Die SMA Staples können bei Patienten ab 8 Jahren bis zu ca. einem Jahr vor Ende des Wachstums eingesetzt werden und erhalten die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Wirbelsäule. Durch das minimalinvasive Verfahren lassen sich Traumatisierungen vermeiden, die Patienten erholen sich nach dem Eingriff schneller und profitieren zudem in punkto Lebensqualität.

Quelle: Medtronic GmbH


Medizinische Versorgung muss barrierefrei werden

04.01.2005
* Menschen, die auf die Nutzung eines Rollstuhls angewiesen sind, finden immer noch kaum Praxen von Ärzten oder Heilmittelerbringern vor, in die sie problemlos hineingelangen können.

* Diagnose- und Therapiegeräte und Toiletten in Praxen können selten von Menschen mit Behinderungen genutzt werden.

* Gehörlose Menschen berichten, dass sie häufig nicht ausreichend mit den Ärzten kommunizieren können und so z.B. im Krankenhaus eingeliefert werden, ohne die Diagnose zu kennen.

Diese und ähnliche Erfahrungen berichteten Menschen mit Behinderungen in einem Fachgespräch "Barrierefreie Gesundheitsversor-gung" zu dem die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, und der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karl Hermann Haack, in der vergangenen Woche eingeladen hatten. Die Beauftragten wollten von behinderten Menschen, Vertretern der Krankenkassen und der Kassenärzte erfahren, inwieweit Barrierefreiheit in unserem Gesundheitssystem umgesetzt ist und was an konkreten Schritten zur Schaffung von Barrierefreiheit von allen Beteiligten unternommen werden kann.
Der Gesetzesgeber hat bereits wesentliche Rahmenbedingungen für eine barrierefrei medizinische Versorgung geschaffen: Seit nunmehr dreieinhalb Jahren sind alle Sozialleistungsträger, also auch die gesetzlichen Krankenkassen, gesetzlich verpflichtet, darauf hinzuwirken, dass Leistungen in barrierefreien Räumen erbracht werden (§ 17 Erstes Buch Sozialgesetzbuch - SGB I). Nach dem gleichen Paragraphen haben hörbehinderte Menschen das Recht, Gebärdensprachdolmetscher und andere Kommunikationshilfen zu verwenden; die Kosten dafür muss die Krankenkasse tragen.

Das Resümee des Fachgesprächs war eindeutig: Die bestehenden gesetzlichen Vorgaben werden nur unzureichend umgesetzt. Die anwesende Vertreterin des Ministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung unterstützte die Forderung nach mehr Barrierefreiheit. Sowohl die Vertreterin der Gesetzlichen Krankenkassen als auch die der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sagten eine Prüfung zu, wie barrierefreie Leistungserbringung möglichst schnell fester Bestandteil der Verträge werden kann, die zwischen den Kassen und den Leistungserbringern die Versorgung der Versicherten und die Vergütung regeln.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen begrüßten dies und boten ihre Mitarbeit bei der Erarbeitung von Standards und Kriterien für Barrierefreiheit an.

Karl Hermann Haack und Helga Kühn-Mengel kündigten an, die konstruktiven Ansätze in der Diskussion aufzugreifen und forderten die Verantwortlichen auf, das Machbare so schnell wie möglich umzusetzen: "Informationen, welche Praxen mit dem Rollstuhl erreichbar sind, ein Verzeichnis von unbürokratisch zu bestellenden Gebärdendolmetschern, wären erste Schritte. Alle Verantwortlichen sollten jedoch auch konkrete Ziele und Zeitrahmen vereinbaren, um sicherzustellen, dass medizinische Leistungen in naher Zukunft entsprechend den gesetzlichen Vorschriften barrierefrei erbracht werden. Der Gemeinsamen Bundesausschuss bietet seit Anfang diesen Jahres ein gutes Vorbild, wie die Verbände chronisch kranker und behinderter Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache in diese Überlegungen miteinbezogen werden können. Es gilt diese Kompetenz ernst zu nehmen und zu nutzen" appellieren die Beauftragten an die Krankenkassen und Ärzte
.

Quelle: BMGS

Armes Kind – krankes Kind - Kinder- und Jugendärzte fordern: Sozial schwache Kinder besser fördern

Baierbrunn (ots) 04.01.2004 - Kinder aus sozial schwachen Familien sind häufiger krank als wohlhabende und leiden deshalb unter vielfältigen Verzögerungen ihrer Entwicklung. Das beklagt der Präsident des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Wolfram Hartmann im Interview mit dem Apothekenmagazin "BABY und Familie". „Diese Kinder sind überdurchschnittlich häufig in ihrer Entwicklung verzögert, lernen später krabbeln, laufen, sprechen“, berichtet er. Schlechte Wohnverhältnisse führten zu mehr Pilzinfektionen, Durchfall und Atemwegserkrankungen. Dass eine bessere staatliche Förderung mehr Geld kostet, bestreitet er nicht. Er verweist aber darauf, dass auch Länder mit niedrigerem Bruttosozialprodukt als Deutschland mehr für Kindergesundheit ausgeben. „Wenn wir den Nachwuchs nicht optimal begleiten, schaffen wir Probleme, die wir später nicht mehr bewältigen können“, mahnt er.


Trösten, aber wie? 42 Prozent wissen nicht, wie es geht

Hamburg (ots) 04.01.2005 - Die Bilder nach der Natur-Katastrophe aus Thailand, Indien, von den Malediven machen uns sprachlos, fassungslos. Wir möchten helfen, auch Trost spenden, nur wie? Fast jeder zweite Deutsche kann Menschen in schwierigen Situationen keinen Trost spenden. Das ist das Ergebnis einer Exklusiv-Umfrage von der
Frauenzeitschrift Laura.

Der Grund: „Viele Menschen würden gerne helfen, haben aber Angst etwas falsch zu machen, und ziehen sich dann lieber zurück“, erklärt Expertin Christina Lütgen. Immerhin: 58 Prozent der Deutschen fällt es leicht, andere Menschen zu trösten. Die Expertin: „Allein der Wille zu helfen ist positiv. Jedem sollte aber klar sein, dass man
Schicksalsschläge, wie den Verlust eines Menschen, nicht einfach wegtrösten kann.“ Ihr Rat: „Was Trauernde am nötigsten brauchen sind
nicht konkrete Tipps, sondern jemanden, der ihre Trauer aushält. Der geduldig zuhört und verlässlich da ist.“

Im Rahmen der exklusiven Umfrage der Frauenzeitschrift Laura wurden 1.234 Frauen und Männer zwischen 25 und 60 Jahren befragt.


Quelle: Laura


Blutvergiftung: 162 Menschen sterben täglich – dritthäufigste Todesursache

21.12.04 - In Deutschland sterben jeden Tag durchschnittlich 162 Menschen an einer Blutvergiftung, deutlich mehr als bislang angenommen. Der Untersuchung des Kompetenznetzes Sepsis (SepNet) zufolge, ist die Blutvergiftung (Sepsis) die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Nach den neuen Daten sterben fast ebenso viele Menschen daran wie an einem akuten Herzinfarkt, dem plötzlichen Verschluss der Herzkranzgefäße. Das sagte Frank Martin Brunkhorst, Studienkoordinator des vom Bundesforschungsministerium geförderten SepNet am Montag in Jena. Häufigste Todesursache in Deutschland seien sonstige Folgen einer Verengung der Herzkranzgefäße. Bislang sei jährlich von 39 000 Fällen von Sepsis in Deutschland ausgegangen worden, von denen 6000 tödlich endeten. Nach der Studie des SepNet erkranken pro Jahr 154 000 Menschen an einer außer Kontrolle geratenen Infektion durch Bakterien oder anderen Mikroorganismen wie Pilzen. Davon würden rund 60 000 an der Sepsis sterben, sagte der Intensivmediziner. Die Sepsis fordere demnach deutlich mehr Todesopfer als Brust- oder Darmkrebs. Fachärzte des SepNet besuchten zwischen Januar 2003 und Januar 2004 an zufällig festgesetzten Stichtagen 454 Intensivstationen in deutschen Kliniken. Elf Prozent der dort behandelten 3800 Patienten litten an einer Blutvergiftung. Mehr als die Hälfte der erfassten Patienten sei an der Krankheit gestorben. Sepsis verursache auch enorme Kosten. Allein für die Behandlung der Patienten auf der Intensivstation werden den Angaben zufolge pro Jahr schätzungsweise 1,7 Milliarden Euro aufgewendet. Das entspreche etwa 32 Prozent der Gesamtkosten für deutsche Intensivstationen. Eine Blutvergiftung ergebe sich immer aus einer Infektionskrankheit. Häufigste Infektionsherde seien die Lunge gefolgt von Infektionen im Bauchraum, sagte Brunkhorst. Oft werde als Todesursache dann Lungenentzündung angegeben, tatsächlich sei es aber eine Sepsis, die sich aus der Lungenentzündung heraus entwickelt habe. Die Sepsis sei schwer voraussehbar. Oftmals werde die Diagnose zu spät erkannt. Frühe Anzeichen seien, wenn der Patient nicht auf Antibiotika anspreche, er weiter Fieber habe und verwirrt sei.


Praxisgebühr-freie Zone

21.12.04 - Seit Start des Hausarztprogramms in
Sachsen-Anhalt vor gut einem halben Jahr haben sich über 280.000 AOK-Versicherte eingeschrieben. Die Zahl steigt ständig, pro Tag kommen etwa immer noch 1.000 neue Versicherte dazu. 1.480 Ärzte, darunter auch 131 besonders spezialisierte Fachärzte, machen bereits mit. Der von der AOK Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem Hausärzteverband Sachsen-Anhalt (BDA) und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) im Juni 2004 geschlossene Vertrag war und ist nach wie vor das erste landesweite Hausarztprogramm im Bundesgebiet. Es gilt mittlerweile als Referenzmuster für weitere Initiativen flächendeckender Hausarztprogramme.

Das gemeinsame Ziel: bessere Strukturierung der medizinischen Versorgung, mehr Service und weniger Bürokratie mit der Praxisgebühr für die Patienten. Das Hausarztprogramm der AOK Sachsen-Anhalt offeriert sowohl Versicherten der AOK Sachsen-Anhalt als auch den beteiligten Arztpraxen eine sehr unbürokratische Lösung in Bezug auf die Praxisgebühr. Mit einer Gebühr von 20 EURO pro Jahr, die per Überweisung  für den Eintritt in das AOK-Hausarztprogramm geleistet wird, wird die gewählte Hausarztpraxis zur "Praxisgebühr-freien Zone", den Arzttermin beim Gynäkologen - auch über reine Vorsorgeuntersuchungen hinaus - eingeschlossen.

Für die AOK-Mitglieder hat die Teilnahme an der
hausarztzentrierten Versorgung neben der Qualitätssteigerung in der medizinischen Behandlung durch die Lotsenfunktion des Hausarztes auch Vorteile wie kürzere Wartezeiten in der Praxis sowie die Hilfe bei der Terminvereinbarung mit Fachärzten.

"Mit dem Hausarztprogramm haben wir in Sachsen-Anhalt gemeinsam mit unseren Vertragspartnern eine dermaßen hohe Akzeptanz bei unseren Versicherten erzeugt, dass wir selbst sehr zufrieden sind", erklärt Günter Kasten, Vorstandsvorsitzender der AOK Sachsen-Anhalt. "Dies werten wir nicht nur als Vertrauensbeweis, sondern vor allem als Auftrag, diese Idee konsequent weiterzuentwickeln" und damit mehr als jeder dritte Versicherte ab Vollendung des 18. Lebensjahres - sei bereits dabei.

Dies zeige auch, welch hohen Stellenwert die Versicherten einer Steuerung der ärztlichen Behandlung durch ihren Hausarzt beimessen. Dem Hausarzt kommt mit der hausarztzentrierten Versorgung - ermöglicht durch die Gesundheitsreform 2004 - mehr als bisher eine koordinierende Rolle im Gesundheitswesen zu. Er ist erster Ansprechpartner für den Patienten, steuert ihn durch das Gesundheitssystem, führt alle Befunde zusammen und bewertet sie. Im Bedarfsfall überweist er zum Spezialisten. Doppeluntersuchungen werden so verringert, negative Effekte einer eventuell nicht aufeinander abgestimmten Medikamenten-Verordnung vermieden. Das Hausarztmodell nehme damit auf, was früher allgemein üblich war und für den Patienten eine rasche, effiziente und kostengünstige medizinische Betreuung aufgrund eines oft langjährigen Vertrauensverhältnisses bedeutete.

Zufrieden zeigt sich auch der Vorsitzende der KV Sachsen-Anhalt, Dr. Burkhard John:  "Die Akzeptanz bei den Hausärzten ist extrem groß und die Entlastung der Praxis von bürokratischem Aufwand beim Kassieren der Praxisgebühr wird allgemein sehr begrüßt. So hat das Praxispersonal endlich wieder mehr Zeit, sich um die Probleme des Patienten zu kümmern."

Versicherte ab dem vollendeten 18. Lebensjahr können über eine Teilnahmeerklärung bei ihrem Hausarzt oder direkt bei der AOK Sachsen-Anhalt diese Form der Versorgung wählen. Die Versicherten erhalten nach Eingang der Teilnahmeerklärung bei der AOK Sachsen-Anhalt eine Aufforderung zur Überweisung der Aufnahmegebühr und nach erfolgter Zahlung eine spezielle Karte - die AOK-Hausarzt-Card, die sie als Teilnehmer am Hausarztprogramm ausweist. Die Teilnahme ist für Ärzte und Versicherte der AOK Sachsen-Anhalt freiwillig. Alle interessierten Hausärzte können ihre Teilnahme erklären.

Eingebunden in das Hausarztprogramm sind neben den Hausärzten auch besonders spezialisierte Fachärzte wie Radiologen, Kardiologen, Pneumologen, Nephrologen. Im Rahmen von Kooperationsverträgen verpflichten sie sich ebenso zur Einhaltung der vorgegebenen Qualitäts- und Servicestandards sowie zu einer intensiven Kooperation zwischen Haus- und Facharzt. "Ganz wichtig für den Patienten ist die enge Abstimmung zwischen Haus- und Facharzt.

Deshalb sind auch besonders spezialisierte Fachärzte, bei denen man erfahrungsgemäß nur schwer einen Termin bekommt, mit im Boot", so Kasten. Weiterer Vorteil für die Ärzte: Neben dem spürbaren Bürokratieabbau erhalten die Hausärzte zunächst für jeden eingeschriebenen Versicherten eine Koordinierungspauschale in Höhe von drei Euro pro Quartal. Nachgewiesene Einsparungen aufgrund einer besseren Steuerung und optimierten Behandlung werden zusätzlich an die Ärzte und teilnehmenden Versicherten ausgeschüttet. Die Vergütung der eingebundenen Fachärzte ist gesondert geregelt. Die AOK Sachsen-Anhalt plant zudem die Anbindung weiterer Vertragspartner wie etwa Anbieter der häuslichen Krankenpflege oder Sanitätshäuser.

Informationen zum Hausarztprogramm der AOK Sachsen-Anhalt gibt es beim AOK-Servicetelefon unter Tel. 0180/ 2 30 46 86 (6 Cent je Anruf; montags bis freitags von 8 Uhr bis 20 Uhr, samstags 8 Uhr bis 14 Uhr) bzw. im Internet unter www.aok.de/sa. Interessierte Ärzte können sich an die Vertragsabteilung der Kassenärztlichen Vereinigung wenden,
Tel. 0391/627-63 41.

Quelle: AOK Sachsen-Anhalt


Weltneuheit zur BAU 2005:
Beleuchteter Handlauf mit taktilen Elementen, DIN geprüft

07.12.2004 - Die Firma Flexo-Handlauf-Systeme zeigt auf der Baumesse in München, die vom 17. – 22. Januar 2005 stattfindet, eine Weltneuheit- den Handlauf, der an der richtigen Stelle leuchtet. FlexoLine ist das bekannte Produkt der Augsburger Handlauf-Spezialisten, der Handlauf entspricht den Wünschen und Anforderungen von allen Menschen, und berücksichtigt vor allem die Interesse und Notwendigkeiten von älteren Menschen, und Menschen mit Behinderung. Daher ist FlexoLine als Handlaufsystem auch „DIN geprüft barrierefrei“. Als Neuheit auf der Messe wird dieses Handlauf-System mit integrierter Beleuchtung vorgestellt. Mit dieser im Handlauf durchgehenden Beleuchtung wird das notwendige Licht vor allem dorthin geleitet, wo es eigentlich sein soll: auf den Verkehrswegen, auf Fluren, Rampen und Treppen. Nicht der Himmel wird beleuchtet, sondern gerade die Stellen, welchen besonders gefährlich sind. Auch kann sich das Auge viel besser orientieren, wie in Versuchen festgestellt wurde, da das Licht nicht blendet, sonder schattenfrei die gefährlichen Stellen zielgerichtet beleuchtet.


© Flexo Handlauf Systeme

Es gibt 2 grundlegende Systeme: mit LED Beleuchtung, die auch noch in verschiedenen Farben möglich ist, und sogar in Wechselweirkung dies erreichen kann. Somit auch ein Gestaltungselement für die Architekten und Planer. Aber auch als integrierte Stablampe, die mit einem bundesweit sehr bekannten Leuchtenhersteller entwickelt wurde. Für Siegfried Schmid, dem 1. Vorsitzenden des „Deutschen Institutes für Treppensicherheit e.V.“ schaut so die Zukunft der Handläufe aus: „Ein griffsicherer Handlauf, gerillt oder genoppt, oder mit entsprechender griffiger Oberflächenbehandlung, in den Eckverbindungen, sowie am Treppenanfang und –ende mit taktile Elemente in bunten Farben verbunden, und mit der integrierten Beleuchtung ist dies der Handlauf für alle öffentliche Gebäude, für Bahnhöfe und Flughäfen, für Parkhäuser und alle öffentlich zugänglichen Gebäude. Denn mit der Beleuchtung und den taktilen farbigen Verbindungen kann zusätzlich ein beleuchtetes Leitsystem geschaffen werden, das allen Menschen Sicherheit und zusätzlich Information gibt. Gerade blinde oder sehbehinderte Menschen, aber auch alle älteren Menschen begrüßen solch ein Handlauf-System.

Erstmals wird dies präsentiert auf der Baumesse 2005 in München, Halle 3 Stand 103 Stand der Firma Flexo-Handlauf-Systeme.


SoVD: Behinderte Frauen in der UN-Konvention sichtbar machen

23.11.2004 - Zum Start der Aktionskampagne mit dem „Netzwerk Artikel 3“ erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer: Die Vereinten Nationen erarbeiten derzeit eine Konvention zum Schutz der Rechte und der Würde von Menschen mit Behinderungen. Dieses Übereinkommen wird für die Vertragsstaaten bindend sein. Sie verpflichten sich damit zu Maßnahmen, die es behinderten Menschen ermöglichen, ihre Menschenrechte wahrzunehmen. Wir begrüßen, dass der Konventionsentwurf bereits dahingehend verändert wurde, dass nicht die Handicaps behinderter Menschen im Vordergrund stehen, sondern die Menschenrechtsperspektive. Wir halten es aber für unabdingbar, dass die Sichtbarkeit behinderter Frauen und die frauenspezifischen Aspekte von Behinderung stärker berücksichtigt werden. Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, dass der Widerstand gegen die stärkere Sichtbarkeit behinderter Frauen auch von EU-Seite kommt.

Dahinter steht die Befürchtung, dass dann einzelne Behindertengruppen ebenfalls explizit genannt werden wollen. Diese Bedenken sind unbegründet und können sicherlich ausgeräumt werden. Denn auch die EU hat sich im Amsterdamer Vertrag zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des „Gender mainstreaming“ verpflichtet. Um der Forderung nach Sichtbarkeit behinderter Frauen in der UN-Konvention Nachdruck zu verleihen, haben das „Netzwerk Artikel 3“ und der SoVD eine Kampagne zur Lobbyarbeit für das Anliegen gestartet. Dazu wurde auch die Aktionshomepage www.un-behindertefrauen.org ins Leben gerufen. Wir hoffen überdies, dass von der morgigen Fachtagung „Menschenrechte und Behinderung“ beim Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen wichtige Impulse für die weiteren Verhandlungen um den Text der UN-Konvention ausgehen. Den Entwurf der UN-Konvention finden Sie auf der Internet-Seite www.un-behindertefrauen.org und unter www.sovd.de

V.i.S.d.P.: Dorothee Winden

ots-Originaltext: SoVD Sozialverband Deutschland



Kakao gegen Husten

23.11.2004 - Ein Inhaltsstoff von Kakao ist wirksam gegen chronischen Husten. Wie britische Mediziner im "FASEB Journal" berichten, unterdrückt die Verbindung Theobromin den Hustenreiz effektiver als gängige Wirkstoffe, zeigt jedoch keine Nebenwirkungen.

"Die meisten Menschen leiden zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens unter Husten", so Peter Barnes vom Imperial College London, "bislang gibt es jedoch keine effektive Behandlung." Zwar sei chronischer Husten nicht unbedingt körperlich schädlich, vermindere jedoch die Lebensqualität der Betroffenen.

Barnes und seine Kollegen untersuchten die Wirkung von Theobromin, indem sie zehn Freiwilligen immer stärker konzentrierte Lösungen von Capsaicin - jener Substanz, der "feurige" Gewürze wie Paprika oder Chilischoten ihre Schärfe verdanken - in den Rachen sprühten. Nach Gabe von Theobromin waren zum Auslösen eines Hustenreizes ein Drittel höhere Konzentrationen nötig als nach Gabe von Codein, einem starken Hustenmittel.

Theobromin hat auf den Organismus eine leicht anregende Wirkung. Seine Wirkung auf den Hustenreiz entfalte es jedoch, indem es die Aktivität des Vagusnervs dämpfe, so Barnes und Kollegen. Bei den Versuchen habe Theobromin keine negativen Effekte auf Kreislauf- und Nervensystem gezeigt. "Daher könnte es möglicherweise in noch sehr viel höheren Dosen angewandt werden", so Barnes' Kollegin Maria Belvisi. Auf diese Weise ließen sich vielleicht auch hartnäckige Fälle von Reizhusten behandeln.

Forschung: Omar S. Usmani, Maria G. Belvisi und Peter J. Barnes, Department of Thoracic Medicine, Royal Brompton Hospital, Imperial College London; und andere

Online-Veröffentlichung FASEB Journal, DOI 10.1096/fj.04-1990fje

Quelle: Scienceticker


Algensubstanz hält die Lunge frei

16.11.04 - Giftige Algen könnten sich vielleicht als segensreich für Patienten mit Atemwegs-erkrankungen erweisen. Darauf deuten Versuche amerikanischer Mediziner und Meeresbiologen hin. Eine Substanz, mit der sich die Algen gegen ihre eigenen Toxine schützen, beschleunigt den Schleimtransport in den Atemwegen und damit deren Selbstreinigung. Daher könnte sie insbesondere Patienten mit Cystischer Fibrose helfen, bei denen zäher Schleim die Atmung behindert und als Nährboden für Bakterien dient.

Dabei wirkt die Verbindung namens Brevenal bereits in millionenfach geringerer Konzentration als herkömmliche Wirkstoffe, fanden die Forscher um William Abraham von der University of Miami und Daniel Baden von der University of North Carolina in Wilmington. Über ihre Versuche an Schafen berichten sie im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine".

Auf die erstaunliche Wirksamkeit stießen die Wissenschaftler, als sie den Dinoflagellaten Karenia brevis und die von ihm produzierten Brevetoxine untersuchten. Die einzellige Alge kann sich mitunter massenhaft vermehren und färbt das Wasser dann rot-braun - ein als "Red Tide" bezeichnetes Phänomen. Ihre Giftstoffe können Fischsterben auslösen, Muscheln ungenießbar machen und Hautreizungen sowie Atemwegsverengungen beim Menschen auslösen.


Bild: Eine durch Karenia breve ausgelöste 'Red Tide'.
Foto: Woods Hole Oceanographic Instititute/NOAA and NOAA/CHBR

Letzteres konnte die Gruppe auch bei Schafen beobachten. Das Zusammenziehen der Bronchien blieb allerdings aus, wenn die Tiere zuvor Brevenal oder das synthetische beta-Naphthoyl-Brevetoxin-3 verabreicht bekommen hatten. Damit nicht genug: Die beiden Anti-Toxine steigerten auch die Geschwindigkeit des Schleimtransports, wie er durch feine Wimpern auf den Zellen der Atemwegswandung bewerkstelligt wird. "Wir vermuten, dass dieser Effekt auf eine verstärkte Bewegung dieser Wimpern und eine Verdünnung des Schleims zurückgeht", erläutert Baden. Die beiden Verbindungen könnten daher als Ausgangspunkte für die Entwicklung neuer Medikamente dienen, sind der Forscher und seine Kollegen überzeugt.

Quelle: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine


"Pille" schützt vor Knieverletzungen

Sportlerinnen, die per Pille verhüten, können sich über einen positiven Nebeneffekt freuen. Kanadische Mediziner haben entdeckt, dass das Mittel die Festigkeit des Bindegewebes fördert. Auf diese Weise könnte es neben Schwangerschaften auch Gelenkverletzungen vermeiden helfen.

"Das Risiko für Knieverletzungen ist bei Frauen vier- bis achtmal größer als bei Männern", erläutert Paul Martineau, Orthopäde an der McGill University in Montréal. Frühere Studien hätten gezeigt, dass weibliche Geschlechtshormone die Zusammensetzung des Bindegewebes beeinflussten. "Daher machten wir uns daran, den Effekt oraler Kontrazeptiva auf die Bänder des Kniegelenks zu untersuchen."

Zu diesem Zweck baten Martineau und Kollegen 127 studentische Sportlerinnen in ihr Labor, ließen sie einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen, und testeten dann die Festigkeit des vorderen Kreuzbandes. Dabei wird gemessen, wie weit der Unterschenkel relativ zum Oberschenkel nach vorn bewegt werden kann. Das Resultat: Nahmen die Sportlerinnen die Pille, fiel diese "Schubladen-Verschiebung" deutlich geringer aus.

Wurde eine Kraft von 67 Newton auf den Unterschenkel ausgeübt, ließ er sich bei diesen Frauen um durchschnittlich 3,0 Millimeter nach vorn bewegen. Verhüteten die Sportlerinnen nicht oder auf andere Weise, betrug die Verschiebung im Schnitt 3,9 Millimeter. Die Einnahme der Pille geht also mit einer höheren Bänderfestigkeit einher, schließen Martineau und Kollegen. Sportlerinnen, die die Pille nehmen, hätten daher vielleicht seltener mit Bänderdehnungen oder sogar Bänderrissen zu kämpfen.

Quelle: Clinical Journal of Sports Medicine, Vol. 14(5), pp 281-6



Keine Kerbe – Tablette nicht teilen - Überzug schützt einige Pillen gegen Zerstörung im Magen

16.11.04 - Nicht jede Tablette darf man zerteilen, um sie leichter schlucken zu können oder in geringerer Dosis zu nehmen, warnt das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Manche Pillen besitzen Einkerbungen, um sie exakt brechen zu können. Eine glatte Tablette kann dagegen bedeuten, dass sie einen Schutzüberzug besitzt. „Es gibt auch Wirkstoffe, die durch Magensäure verändert oder zerstört werden“, schreibt der Apotheker Dr. Edgar Lenier. „In manchen Fällen reizt sie auch die Magenschleimhaut.“ Im Zweifelsfall sollte man lieber fachlichen Rat einholen.

Quelle: Senioren Ratgeber



Fettes Essen macht hungrig

16.11.2004 - Fettreiches Essen fördert das Hungergefühl. Verantwortlich dafür ist der Fettgehalt des Blutes (Triglyceride), wie die Zeitschrift VITAL berichtet. Amerikanische Wissenschaftler gehen nach jüngsten Untersuchungen davon aus, dass diese Triglyceride das Sättigungshormon Leptin behindern, welches im Gehirn das Signal "satt" auslöst. Dadurch bleibt der Körper hungrig und man isst mehr als nötig. Hinweis auf diesen Effekt geben Übergewichtige, denn sie haben meist zu hohe Blutfettwerte.

Eine Senkung der Fettwerte ist auch wichtig zur Vorbeugung gegen Arteriosklerose. Ernährungsexperten empfehlen daher, fettreiche Lebensmittel wie fette Wurst oder Käse zu meiden und sparsam mit Streich- und Bratfetten umzugehen. Zugleich sollte man fettarme Zubereitungsmethoden wie Dämpfen, Dünsten oder Garen in Folie nutzen und mehr kaltgepresste planzliche Fette verwenden.

Quelle: VITAL


Erste Erfolge im Kampf gegen resistente Erreger

Wissenschaftler des Kompetenznetzwerkes Baden-Württemberg stellen neue HIV-Schnelltests, Ergebnisse aus Bevölkerungsstudien und der Erforschung von Abwehrmechanismen vor

Exzellente Grundlagenforschung und umfangreiche Studien in der Bevölkerung bieten hervorragende Ansätze, um den Vormarsch resistenter Erreger, die gegen immer mehr Medikamente gefeit sind, zu stoppen.

Dies hat eine Internationale Tagung des Kompetenznetzwerk "Resistenzentwicklung humanpathogener Erreger" gezeigt, die am 12.-14. November 2004 in Heidelberg stattgefunden hat. Dort stellten Wissenschaftler der Universitäten Heidelberg, Ulm, Tübingen und Freiburg erste Ergebnisse ihrer Verbundforschung vor: u.a. neue Schnelltests auf resistente Aids-Erreger HIV, Bevölkerungsstudien, die zeigen, dass vielfach resistente Staphylokokken-Stämme keine weite Verbreitung in der Bevölkerung haben, und neue Ansatzpunkte, wie gefährliche Biofilme aus Erregern auf Kunststoff-Implantaten "geknackt" werden können.

Das Kompetenznetzwerk wird seit 2002 von der Landesstiftung Baden-Württemberg für drei Jahre mit ca. 3,5 Millionen Euro gefördert. Im Rahmen dieses Netzwerkes haben sich Forschungsgruppen aus vier Universitäten des Landes in 13 Teilprojekten zum Ziel gesetzt, die zugrunde liegenden Mechanismen von Medikamentenresistenz zu verstehen und diagnostische Methoden zum raschen, sicheren und kostengünstigen Nachweis der Resistenz zu entwickeln.

Einziger Forschungsverbund zur Resistenzentwicklung von Erregern in Deutschland

Sprecher und Koordinator des Netzwerkes ist Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich, Leiter der Abteilung Virologie und Geschäftsführender Direktor des Hygiene-Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg. "Dem Kompetenznetz kommt eine besondere Bedeutung zu," sagte er bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Tagung. Derzeit gebe es in Deutschland keinen Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und kein Programm des Bundesministerium für Forschung und Bildung, das sich mit dem außerordentlich wichtigen Thema der Resistenzentwicklung befasst.

Resistenzentwicklung zahlreicher Mikroorganismen ist ein dringendes Problem, das vor allem die Versorgung schwerstkranker Patienten in Universitätskliniken und Krankenhäusern der Maximalversorgung betrifft. In zunehmendem Umfang hat es Einfluss auf die tägliche Arbeit in Arztpraxen und anderen Einrichtungen der Krankenversorgung.

Problemkeim sind die vielfach resistenten Staphylokokken (MRSA)

Ein "Problemkeim" sind die Staphylokokken: Die weit verbreiteten bakteriellen Erreger besiedeln die Schleimhäute und verursachen gefährliche Infektionen, z.B. der Haut, bis hin zur Sepsis (Blutvergiftung). In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Erreger, die gegen herkömmliche Antibiotika unempfindlich sind, erheblich zugenommen, insbesondere in Krankenhäusern, wo gefürchtete Infektionen mit Staphylokokken vorkommen können, die gegen fast alle Antibiotika resistent sind (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, MRSA).

Dies ist vor allem das Resultat einer ungezielten und wenig konsequenten Antibiotika-Therapie der Bevölkerung: Werden die Erreger unnötig, mit den falschen Antibiotika oder nicht lange genug behandelt, entwickeln sich Veränderungen des Erbmaterials, die sie unempfindlich gegen die Therapie machen und ihr rasches Wachstum begünstigen.

MRSA sind in der Allgemeinbevölkerung kaum verbreitet

Verschiedene Studien im In- und Ausland haben gezeigt: Bis zu 20 Prozent der Staphylokokkenstämme in Kliniken sind gegen mehrere Antibiotika resistent. Staphylokokken, die gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent sind (MRSA), werden in der Allgemeinbevölkerung jedoch seltener angetroffen, als dies die Daten aus den Kliniken vermuten lassen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die im Rahmen des Kompetenznetzes Resistententwicklung an den Universitäten Ulm und Heidelberg durchgeführt wurde und erstmals wissenschaftlich fundierte Aussagen zur Verbreitung vom MRSA in der deutschen Bevölkerung zulässt. Die Studie wurde im August 2004 in der Zeitschrift "Epidemiology and Infection" veröffentlicht. Sie hat zudem gezeigt, dass in der Bevölkerung verbreitete Staphylokokken meist unempfindlich gegen das klassische Antibiotikum Penicillin G sind.

Federführende Autoren der Studie sind Professor Dr. Reinhard Marre, Ärztlicher Direktor der Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am Universitätsklinikum Ulm, und Professor Dr. Herrmann Brenner, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Deutschen Zentrum für Alternsforschung an der Universität Heidelberg.

Die Wissenschaftler untersuchten Abstriche der Nasenschleimhaut von insgesamt 627 zufällig ausgewählten Patienten über 40 Jahren, die wegen unterschiedlicher Beschwerden einen Hausarzt aufgesucht hatten. Mehr als ein Viertel der Patienten (152) waren Staphylokokkenträger; davon waren 68.3 Prozent resistent gegen Penicillin G, 8.3 Prozent gegen das Antibiotikum Erythromycin.

Hygiene im Krankenhaus und Screening von Risiko-Patienten empfohlen

Nur ein Patient war mit einem Stamm besiedelt, der gegen das Antibiotikum Oxacillin resistent war und zu der gefürchteten Gruppe der MRSA gehört. Es handelte sich dabei um einen 65jähirgen, der an Diabetes und chronischem Nierenversagen litt und längere Klinikaufenthalte hinter sich hatte. Die Studienergebnisse belegen zudem, dass frühere Antibiotika-Therapien und Krankenhausaufenthalte das Risiko erhöhen, Träger von resistenten Krankheitserregern zu werden. Auch in Altersheimen sind, wie eine frühere Heidelberger Studie gezeigt hat, etwa 1 Prozent der Bewohner MRSA-positiv.

"Krankenhäuser sollten vor allem durch strikte persönliche Hygiene des Personals dafür Sorge tragen, dass die multiresistenten Erreger nicht verbreitet werden", erklärte Professor Marre bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Tagung. Zusätzlich empfahl er, Risiko-Patienten für MRSA-Befall bei der Aufnahme ins Krankenhaus zu screenen.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg


Mobil und vital mit dem drahtlosen Kombi-Messgerät VitaSENS

15.11.04 - Eine miniaturisierte Elektronik des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS erfasst ein EKG-Signal, misst die Blutsauerstoff-sättigung und überträgt die Werte drahtlos weiter.

Es ist bequem am Körper zu tragen und arbeitet ohne lästige Kabelverbindungen, die vom Patienten wegführen und ermöglichen so größte Bewegungsfreiheit: das Kombi-Messgerät VitaSENS des Fraunhofer IIS erfasst Vitalparameter und schickt sie drahtlos weiter. Es eignet sich zur Betreuung von Risikopatienten und Senioren zu Hause und kann genauso gut in Kliniken bzw. Seniorenzentren sowie im Sport- und Wellness-Bereich eingesetzt werden.


Das Kombi-Messgerät VitaSENS misst die Blutsauerstoffsättigung, erfasst ein EKG-Signal und sendet die Werte drahtlos weiter.
© Fraunhofer IIS/Kurt Fuchs

Auf der Medica wird die erste Ausführung von VitaSENS vor­gestellt: sie besteht aus einem Ohrclip, drei EKG-Elektroden und einer kleinen Elektronik-Box von der aus die Messwerte drahtlos weitergesendet werden. Der Ohrclip-Sensor ermittelt die Blutsauerstoffsättigung SpO2, und die Elektroden erfassen ein EKG-Signal. Die Elektronik-Box kann direkt am Körper getragen oder in Kleidungsstücke bzw. ein Gurtband integriert werden.

Die so gewonnenen Patientendaten überträgt die Elektronik-Box drahtlos an eine zentrale Basisstation in der Nähe des Patienten. Diese analysiert die Messungen, erkennt medizinisch relevante Ereignisse und sendet sie - wenn erforderlich - zur Arztpraxis, in die Klinik oder in eine andere Betreuungseinrichtung. Dort kann das zuständige Personal notwendige Schritte zur Unterstützung des Patienten einleiten, z. B. Alarmierung des Notarztes oder eines Rettungswagens.

Eine andere Variante von VitaSENS überträgt die Daten an ein Mobiltelefon, das sie dann ebenfalls weitersendet. Damit ist maximale Mobilität möglich.

Der Nutzer kann VitaSENS einfach und bequem selbst am Körper anbringen. Mit geeignetem Gehäuse kann das Messgerät problemlos auch in der Freizeit, im Wellnessbereich sowie beim Sport eingesetzt werden.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS


Testosteron bremst das Immunsystem

09.11.2004 - Männliche Geschlechtshormone halten das Immunsystem im Zaum, haben amerikanische Mediziner bei Tierversuchen ermittelt. Ihrer Ansicht nach hilft dieses Resultat erklären, warum Frauen anfälliger für Autoimmunerkrankungen sind. Und nach einer Impfung oder bei immungeschwächten Patienten könnte vielleicht ein kurzzeitiger Testosteron-Entzug die Körperabwehr in Schwung bringen.

"Wir demonstrieren, dass Testosteron die Körperabwehr zu dämpfen scheint", erläutert Eugene Kwon von der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota. "Auf einen Testosteron-Entzug folgt jedoch eine verstärkte Immunantwort, erkennbar an steigenden Zahlen von Abwehrzellen." Kwon und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate demnächst im "Journal of Immunology".

Ihre Versuche führten die Forscher mit männlichen Mäusen durch. Nachdem sie den Tieren die Hoden entfernt hatten, stieg die Zahl der T-Lymphozyten, einer Klasse von Abwehrzellen, im Lymphgewebe deutlich an. Zudem reagierten diese Zellen deutlich vehementer auf eine unspezifische Stimulation und auch auf einzelne Antigene. Wurden die Mäuse einer Chemotherapie unterzogen, stellten sich bei kastrierten Tieren deutlich schneller wieder normale Konzentrationen von T- und B-Lymphozyten ein.

Bei Patienten mit Prostata-Krebs, bei denen mitunter das körpereigene Testosteron medikamentös neutralisiert wird, habe er bereits eine ähnliche Reaktion festgestellt, so Kwon. Nach Beginn der Therapie "werden die Immunzellen nervös, sehr reaktiv, und können in diesem Zustand eine starke Immunantwort bewirken", so der Urologe. "Und genau das ist es, was wir Mediziner erreichen wollen."


Forschung: Anja C. Roden und Eugene D. Kwon, Department of Urology, College of Medicine, Mayo Clinic, Rochester, Minnesota; und andere


Veröffentlichung in Journal of Immunology, Vol. 173(10), 15. November 2004, pp 6098-108

Quelle: Scienceticker


Gut gepflegt ist halb gewonnen
Mediaedge:cia untersucht Körperhygiene und -pflegeprodukte

26.10.2004 - In punkto Sauberkeit sind hierzulande Basics Trumpf: Seife (90 Prozent), Duschgel (88 Prozent) und Deo (81 Prozent) sind die meistverwendeten Produkte in der Körperpflege. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung der Düsseldorfer Agentur Mediaedge:cia. Dem Sensor zufolge sind Seife, Creme & Co. alles andere als Nebensache. Sie werden mit Bedacht ausgewählt und sind zahlreich in deutschen Haushalten vorhanden. Rund die Hälfte der Verbraucher sorgt zum Beispiel mit Bodylotion für samtig weiche Haut, wobei Frauen hier mit 70 Prozent die Nase vorn haben. Aber auch ein Drittel der Männer cremen ihre Haut nach dem Duschen mit Körpermilch ein. Knapp die Hälfte der Befragten greift zudem mehrmals die Woche zu Badezusätzen. Vor allem Frauen (52 Prozent), Ostdeutsche (68 Prozent) und Personen mit mittlerem Haushalt-Netto-Einkommen (51 Prozent) genießen häufiger ein Vollbad.

Beliebteste Marke in Sachen Körperpflege ist Nivea: 65 Prozent der Haushalte setzen auf die Produkte mit dem schneeweiß-blauen Logo. Aber auch Fa (29 Prozent), Dove (22 Prozent), duschdas (20 Prozent) und Axe (19 Prozent) sind gefragt. Die Handelsmarke Aldi/Caribic belegt mit sieben Prozent der ungestützten Nennungen Platz 10 bei der Markenbewertung. Bei den Sympathiewerten liegt Nivea mit 85 Prozent ebenfalls an der Spitze. Zwei Drittel der Konsumenten finden duschdas sympathisch, 63 Prozent Fa. Bei Kneipp-Produkten sind die Markenkenner dagegen eher geteilter Meinung: 40 Prozent finden Kneipp sympathisch - das gilt vor allem für Frauen, ältere Menschen und Befragte aus Zwei-Personen-Haushalten. Jeder Fünfte – insbesondere Männer und Verbraucher unter 30 Jahren - können mit der Marke weniger anfangen.

Spezielle "for men"-Produkte spalten die Bevölkerung in zwei Lager: 51 Prozent der Befragten finden Duschgels, Cremes und Deos für Männer prinzipiell gut. 49 Prozent können dem nicht zustimmen. Knapp die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass Produkte "for men" sinnvoll sind, da Frauen und Männer ganz unterschiedliche Hauteigenschaften haben. Für 44 Prozent sind sie der sichere Beweis dafür, dass die Herren der Schöpfung heute mehr Wert auf ihr Äußeres legen als früher. Immerhin: Ein Drittel der Männer nutzt "for men"-Produkte regelmäßig. Und jede vierte Frau kauft sie für ihre männlichen Familienmitglieder.

Doch egal, ob spezielle Produkte für die Männerhaut oder unisex-Pflege, beim Kauf heißt es für die Mehrheit der Konsumenten: Immer der Nase nach. Für 68 Prozent der Befragten spielt der Duft eines Körperpflegeprodukts die entscheidende Rolle. 64 Prozent achten zudem auf den Preis. Für mehr als die Hälfte ist Markentreue ein wesentliches Kaufargument. Vor allem Frauen, Singles und Personen, die älter als 50 Jahre sind, setzen auf bewährte Pflegemittel.

Allerdings kommt nicht alles auf die Haut, was gut duftet - 41 Prozent der Befragten werfen einen kritischen Blick auf die Inhaltsstoffe. Für knapp ein Viertel ist ein Allergie-Hinweis entscheidend. Überhaupt wünscht sich jeder Zehnte, dass die Hersteller bei der Produktbeschreibung stärker auf die Bedürfnisse von Allergikern eingehen.

Grundsätzlich ist Körperpflege für viele Verbraucher schon fast ein Ritual: Knapp ein Drittel der Befragten hat viele verschiedene Produkte zu Hause, die je nach Stimmung und Situation zum Einsatz kommen. Ein Viertel probiert auch gern neue Duschgels, Deos oder Cremes aus. Rund 30 Prozent beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Körperpflege. Dabei ist jede dritte Frau und jeder vierte Mann bereit, für die entsprechenden Produkte etwas mehr Geld auszugeben. Für viele ist hierbei Individualität angesagt. So hat gut ein Drittel der Befragten aus Zwei-Personen-Haushalten und fast jeder Zweite aus Familienhaushalten seine eigenen Lieblingsprodukte.  

Um das richtige Duschbad oder Deo zu finden, sind Drogeriemärkte für fast drei Viertel der Befragten erste Anlaufstelle. Im Supermarktgreift jeder Zweite regelmäßig ins Kosmetikregal. Jeder Dritte kauft seine Pflegeprodukte im Discounter. 26 Prozent suchen zu diesem Zweck Kaufhäuser auf und 18 Prozent Parfümerien. Apotheken und Reformhäuser gehören dagegen mit sieben bzw. sechs Prozent nicht zu den bevorzugten Einkaufsorten für Körperpflegeprodukte.

ots Originaltext: Mediaedge:cia


Senioren: Freunde halten fit - Gehirn profitiert von sozialen Kontakten

26.10.2004 - Dem alternden Gehirn nützt der regelmäßige Umgang mit Freunden und Bekannten mehr als das Lesen vieler kluger Bücher im stillen Kämmerlein, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Untersuchungen an der Universität von Kalifornien mit 1200 Männern und Frauen zwischen 75 und 79 Jahren ergaben zudem, dass der Kontakt zu Freunden effektiver ist, als der – oft wohl eher routinierte – Umgang mit dem Ehepartner.

Auch der Diplom-Psychologe Peter Sturm von der Gesellschaft für Gehirntraining im bayrischen Ebersberg weiß: „Das Gehirn ist in der Gruppe leistungsbereiter.“ Die Kombination von Geselligkeit und geistiger Betätigung tun den grauen Zellen gut. Egal ob Volkshochschulkurs oder gemeinsames Musizieren - die Gegenwart anderer Menschen erzeugt eine positive Alarmbereitschaft. Sie macht uns aufmerksamer, aufnahmebereiter und besser gelaunt.

ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau

Kurioser Hautausschlag durch Shiitake-Pilze - Rote Streifen wie nach Peitschenhieben

26.10.2004 - Der Genuss von Shiitake-Pilzen kann bei einigen Menschen zu einem Hautausschlag führen, der aussieht, als sei der Betroffene ausgepeitscht worden: An Armen, Beinen, Nacken und Körper bilden sich rote Streifen. Shiitake- oder Flagellanten-Dermatitis nennen Hautärzte den Ausschlag deshalb, berichtet das Apothekenmagazin "Gesundheit". Das Bundesinstitut für Risikobewertung(BfR) hat festgestellt, dass sich Empfindliche auch nicht schützen können, wenn sie die Pilze gründlich durchgaren. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand sei das Erkrankungsrisiko gering, lasse sich aber nicht genauer beziffern, weil die allergieähnliche Reaktion noch unerforscht sei. Das BfR rät Betroffenen, die geröteten Hautpartien vor Sonne zu schützen und einen Hautarzt aufzusuchen. Mediziner ruft das Institut auf, ihm die Erkrankungsfälle zu melden.

ots-Originaltext: Wort und Bild – Gesundheit


Deutsche Kliniken vor Zerreißprobe: Pfleger werden entlassen, Ärzte gesucht

28.09.2004 - Schlechte Nachrichten für die Krankenpfleger in deutschen Kliniken: Mehr als jeder zweite Krankenhausmanager ist sich sicher, im nächsten Jahr weniger Pflegepersonal zu benötigen – eine Entlassungswelle droht. Auf der anderen Seite fehlt es an qualifizierten Ärzten: 64 Prozent der Fach- und Führungskräfte befürchten, dass in den nächsten zwölf Monaten ärztliche Stellen wegen Bewerbermangel nicht besetzt werden können. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Krankenhaus Trend“ von Mummert Consulting und „KlinikManagement Aktuell“, dem Magazin für die Gesundheitswirtschaft.

Derzeit sind rund 5.000 Medizinerstellen an deutschen Kliniken unbesetzt. Das Problem: Nur noch 45 Prozent aller Medizinstudenten wollen nach ihrem Studium als Arzt arbeiten – bei Pharma- oder Beratungsunternehmen finden die jungen Akademiker oft attraktivere Arbeitsbedingungen vor. Die Klinikchefs halten nun Ausschau nach
neuen Ärzten, denn in den nächsten Jahren müssen nach Schätzungen rund 15.000 Stellen neu besetzt werden. Der Grund: Nach einem Urteil
des Europäischen Gerichtshofs werden die Bereitschaftsdienste der Klinikärzte auf deren Arbeitszeit angerechnet. Die Krankenhäuser
müssen nun zusätzliche Mediziner einstellen, um eine kontinuierliche Betreuung zu garantieren.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt zwingt die Klinikmanager zum Umdenken: Krankenhäuser suchen deshalb vermehrt Mediziner aus Osteuropa. So praktizierten Anfang 2004 bereits mehr als 400
tschechische Ärzte an deutschen Kliniken. In den neuen Bundesländern stieg die Zahl osteuropäischer Mediziner im letzten Jahr sogar um
mehr als 90 Prozent. Die Experten sind sich einig: Ohne den Zustrom ausländischer Fachkräfte können die Krankenhäuser keine adäquate
medizinische Versorgung mehr gewährleisten.

Die Klinikmanager wollen zunächst die vorhandenen ärztlichen Ressourcen besser nutzen: Rund 70 Prozent der Fach- und Führungskräfte drängen daher darauf, den Bereitschaftsdienst der
Ärzte flexibler zu gestalten. Bei 40 Prozent der Kliniken sind konkrete Arbeitszeitmodelle in Planung, rund 10 Prozent aller Einrichtungen haben diese bereits eingeführt. Anders sieht es beim
Pflegepersonal aus – hier zücken die Manager den Rotstift. Nur jeder zehnte Klinikmanager plant, im nächsten Jahr neue Pflegekräfte einzustellen.

Die aktuelle „Krankenhaus Trend“-Studie beruht auf den Ergebnissen einer Online-Befragung, die von Mummert Consulting in Kooperation mit der Fachzeitschrift „KlinikManagement Aktuell“ von April bis Juni 2004 durchgeführt wurde. Befragt wurden insgesamt 279 Fach- und Führungskräfte von Krankenhäusern der Maximal- und Regelversorgung
sowie Top-Entscheider von Klinikverbünden, Universitätskliniken und Rehabilitationskliniken.

ots-Originaltext: Mummert Consulting AG


Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe fordert: Menschen mit Behinderung brauchen einen verlässlichen Sozialstaat!

28.09.2004 - "Nur in dem wir uns mit allen Verantwortlichen an einen Tisch setzen und uns gemeinsam Lösungen überlegen, können wir einer fortschreitenden Entsolidarisierung mit den Armen und Schwachen in diesem Land entgegenwirken!", erklärt Klaus-Dieter Kottnik, erster Vorsitzender des Bundesverbands Evangelische Behindertenhilfe (BEB). Zu beobachten sei ein Wandel des Solidaritätsverständnisses in Deutschland, der dem BEB Sorgen mache, so Kottnik.

Auf seiner Mitgliederversammlung in den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld am 28./29. September will der BEB in der Diskussion mit Vertretern und Vertreterinnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik dazu beitragen, das Sozialverständnis in Deutschland neu zu justieren. Wo gibt es noch Berührungspunkte zwischen der Welt der Wirtschaft und des Sozialen? Was Politiker unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten beschließen, hat Auswirkungen auf behinderte und psychisch kranke Menschen. Doch hat die Politik die gesellschaftlichen Folgen noch im Blick? Wo stehen sozial schwache Menschen heute, wo werden sie morgen stehen?

Landesrätin Martina Hoffmann-Badache vom Landschaftsverband Rheinland, die Beauftragte der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für die Belange behinderter Menschen Regina Schmidt-Zadel sowie Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kirche diskutieren am 29. September in Bethel gemeinsam die Frage: Sind Menschen mit Behinderung in Deutschland noch Mitbürger oder lediglich ein Handicap für Kämmerer?

"Es darf nicht sein, dass Menschen mit Behinderung durch immer neue Gesetzesinitiativen verunsichert werden, in denen sie nur noch als Kostenfaktor gesehen werden! Unverantwortlich ist, dass sie Ängste bekommen, weil sie nicht mehr wissen, worauf sie sich verlassen können!", mahnt Kottnik.

Der Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe e.V. ist ein Fachverband im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche Deutschland. Seine rund 600 Mitgliedseinrichtungen halten Angebote für mehr als 100 000 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen aller Altersstufen bereit. Damit deckt der BEB bundesweit annähernd 50 Prozent der Angebote der Behindertenhilfe sowie wesentliche Teile der Sozialpsychiatrie ab.


ots Originaltext: Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe e.V.


- Berufskrankheitsverfahren werden bei der VBG innerhalb von vier Monaten entschieden
  
28.09.2004 - Die VBG, die gesetzliche Unfallversicherung für Dienstleistungsunternehmen aus weit über 100 weitere Branchen, hat die Verfahrensdauer zur Entscheidung über die Berufskrankheiten im letzten Jahr fast halbiert. 2003 dauerte die Entscheidung über Berufskrankheiten bei der größten gesetzlichen Unfallversicherung durchschnittlich 4,3 Monate, im Jahr davor waren es noch sieben Monate.
  
Welche Krankheitsbilder zu den Berufskrankheiten zählen, legt eine Liste der Bundesregierung in der Berufskrankheiten-Verordnung fest. Unfallversicherungsträger wie die VBG prüfen lediglich, ob eine Erkrankung vorliegt und ob diese Krankheit durch die berufliche Tätigkeit ausgelöst wurde. In der ersten Phase des Feststellungsverfahrens steht die sichere medizinische Diagnose im Zentrum. Im zweiten Schritt muss die Kausalität festgestellt werden:

War die Arbeit Auslöser für die Krankheit? Dabei geht es häufig um die Frage, ob die Intensität und Dauer der schädigenden Einwirkungen dafür stark bzw. lang genug war. Hat ein Arbeitnehmer den Arbeitgeber öfter gewechselt, erschwert dies die Prüfung. Je seltener eine Krankheit auftritt, um so aufwändiger ist auch die notwendige Prüfung, die häufig medizinisch-wissenschaftliche Gutachten erfordert.

Aber auch in diesem Bereich konnte die VBG das Verfahren in vielen Fällen durch Vereinfachungen bei der Erhebung und der Beurteilung sowie enge Kooperation mit Versicherten und Ärzten wesentlich verkürzen. Im vergangenen Jahr hat die VBG 2.069 Fälle aufgegriffen, in denen eine Berufskrankheit entstanden sein oder drohen konnte. Davon bestätigte sich in 493 Fällen der Berufskrankheiten-Verdacht. Am häufigsten melden Ärzte bzw. die Versicherten der VBG den Verdacht auf eine Berufskrankheit durch Lärmschäden, Schäden an der Lendenwirbelsäule oder Hauterkrankungen.
  
Die VBG bietet im Fall von Berufskrankheiten ein umfassendes Leistungsangebot, das auch Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation und Entschädigungsleistungen umfasst. "Durch die Verkürzung der Bearbeitungszeit erhalten die Betroffenen schnellstmöglich Sicherheit, ob die VBG statt der Krankenkasse  als Kostenträger einspringt", erklärt Prof. Dr. Ernst Haider, Vorsitzender der Geschäftsführung der VBG. "Durch die Straffung der Verfahren reduzieren wir die Verfahrenskosten, was letztendlich den Mitgliedsunternehmen, die die Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung aufbringen, zugute kommt."
  
Das Berufskrankheitsverfahren der VBG ist unbürokratisch und transparent für den Versicherten. Der Berufskrankheitsexperte der VBG steht in direktem Kontakt mit dem Versicherten und klärt so viel wie möglich im Gespräch, um Schriftwechsel zu minimieren. Außerdem erhält der Versicherte bis zur Anerkennung der Berufskrankheit bereits zahlreiche Hilfsangebote, vor allem um einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorzubeugen.
  
Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft ist eine gesetzliche Unfallversicherung. Sie versichert über 500.000 Unternehmen mit rund 6,6 Mio. Versicherten in Dienstleistungsunternehmen aus über 100 Branchen, wie z. B. Banken und Versicherungen, Verwaltungen, Zeitarbeits-unternehmen, freie Berufe, Unternehmen der IT-Branche sowie Sportvereine.
  
Weitere Informationen zur Verwaltungs Berufsgenossenschaft finden Sie unter www.vbg.de


ots Originaltext: Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)


Keine Zeit verlieren, denn Demenzfälle könnten sich bald verdoppeln

21.09.04 - Am heutigen Dienstag, den 21. September, werden sich von Alaska bis Australien  Tausende in den Ländern der ganzen Welt versammeln, um den Welt-Alzheimertag  zu begehen. Sie werden die Regierungen auffordern, der Demenz eine höhere  Priorität in der Gesundheitsfürsorge einzuräumen.

Die in diesem Jahr unter dem Motto "Keine Zeit verlieren" laufende Kampagne für den Welt-Alzheimertag wird von der Internationalen Alzheimer- Gesellschaft Alzheimer's Disease International (ADI) koordiniert und ist  eine Antwort auf die vor Kurzem veröffentlichten Ergebnisse der  gesamteuropäischen Umfrage zur Alzheimer-Krankheit, bei der 87% der Pfleger  und 71% der Ärzte die Ansicht vertreten, dass ihre Regierungen nicht  genügend in die Behandlung von Demenz investieren.

Martin Prince, Professor für epidemische Psychiatrie am Institut für  Psychiatrie des King's College in London, GB erläuterte, "Gegenwärtig leiden  schätzungsweise 18 Millionen Menschen weltweit an Demenz, davon vier  Millionen in Europa. Wir wissen, dass die Anzahl der an Demenz Erkrankten  sich voraussichtlich auf 34 Millionen bis 2025 verdoppeln wird. Auch wenn es  die grösste Zunahme in sich schnell entwickelnden und stark bevölkerten  Gebieten geben wird, verzeichnet man jedes Jahr etwa 600.000 neue Fälle von  Demenz in Europa."

ADI ruft die Regierungen zur Anerkennung der sich durch das Vergreisen  der Bevölkerung ergebenden Herausforderungen auf, in dem bessere Unterstützungsleistungen angeboten werden sollen.

Die hauptamtliche Geschäftsführerin von ADI Elizabeth Rimmer erklärte  "Demenz ist eine teure Krankheit deren direkte Kosten sich in GB auf 7,06  bis 14,93 Milliarden GBP pro Jahr belaufen. Diese Kosten sind bei Älteren  insgesamt höher als für Herzerkrankungen, Krebs und Schlaganfall zusammen.  Trotzdem entsprechen die Forschungsausgaben nur 10% der Forschungsausgaben  für Herzerkrankungen und 3% der Forschungsausgaben für Krebs. Wir haben die  Gesundheitsminister von 192 Ländern in Briefen über die enormen ökonomischen  Folgen gewarnt, da die Bevölkerung immer schneller vergreist. Wir stehen vor  einer Demenzepidemie, und angesichts dessen dürfen wir keine Zeit verlieren."

Im Mittelpunkt der Kampagne des diesjährigen Welt-Alzheimertages steht  die aktive Teilnahme von Demenzerkrankten. Lynn Jackson, Präsidentin der  Demenzpatienten-Interessenvertretung Dementia Advocacy Support Network  International: "Als mit Demenz diagnostizierte Patientin bin ich der festen  Überzeugung, dass keine Zeit zu verlieren ist. Gegenwärtig mag wohl nicht  genügend Zeit bleiben, um eine Heilung für meine Krankheit zu finden, aber  ich würde gern sehen, dass anderen Patienten geholfen werden kann, die
nach  mir erkranken."

Alzheimer-Gesellschaften der ganzen Welt werden versuchen, die Aufmerksamkeit ihrer Regierungen auf das Problem Demenz zu lenken. Menschen  mit Demenz, deren Pfleger, Verwandte, Mitglieder und Freiwillige von  Alzheimer-Gesellschaften, Gesundheitspersonal und Forscher werden an  landesweiten Gedächtnismärschen, Parlamentsdebatten, öffentlichen Foren und  Kampagnen mit Informationsblattverteilung teilnehmen. ADI wird einen "internationalen" Empfang im britischen House of Commons in London
ausrichten.

ots Originaltext: Alzheimer's Disease International


Keine Entspannung: Genetischer Risikofaktor für Atherosklerose

21.09.04 - Einen neuen Risikofaktor für Atherosklerose und Herzerkrankungen hat eine deutsch-britische Forschergruppe entdeckt. Der Austausch eines einzigen genetischen Buchstabens führt dazu, dass die Blutgefäße nicht mehr angemessen auf den Blutstrom reagieren. Die entsprechende Genvariante kommt bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit deutlich häufiger vor als bei gesunden Personen, berichten die Mediziner im Fachblatt "Circulation Research".

Als Atherosklerose bezeichnen Mediziner die Ablagerung von Fetten und die dadurch ausgelöste Entzündung in der Wand von Blutgefäßen. Zwar können die Gefäße die stärkere Strömung an der verengten Stelle registrieren und sich weiten. Reicht diese Reaktion jedoch nicht mehr aus, kommt es im Falle der Herzkranzgefäße zur Mangeldurchblutung des Herzmuskels und damit zur koronaren Herzkrankheit.

Die Forscher um Markus Hecker von der Universität Göttingen konzentrierten sich nun auf das Gen für die endotheliale Stickstoffmonoxid-Synthase (eNOS). Das Enzym produziert eben jenen Faktor, der die Entspannung der Gefäßmuskulatur und damit die Weitung bewirkt. Die Forscher fanden, dass der Austausch einer einzigen DNA-Base in der Kontrollregion des Gens die Produktion des eNOS-Proteins und damit die "Elastizität" der Blutgefäße reduziert. Die Untersuchung von über 1.000 Personen ergab, dass diese Genvariante bei 19 Prozent der Patienten mit koronarer Herzkrankheit vorkommt, jedoch nur bei 4,4 Prozent der nicht-betroffenen Studienteilnehmer.

Offenbar ist die veränderte Kontrollregion ein besseres Ziel für körpereigene Proteine, die das Ablesen des Gens hemmen, berichten Hecker und Kollegen. Durch Verabreichen kurzer DNA-Stränge mit der entsprechenden Sequenz, regelrechten "Ködern" für die Hemmproteine, konnten sie die eNOS-Bildung wieder normalisieren. Es sei jedoch zu früh, um über entsprechende Medikamente zu spekulieren, so die Forscher. "Zumindest eine Risikoreduktion durch Änderung ihres Lebensstils sollten die betroffenen Patienten jetzt in Erwägung ziehen."

Quelle: scienceticker


AOK im Dialog: Gesundheitserziehung muss gelebter Standard werden in Kindergarten und Schule

21.09.04 - "Gesundheitserziehung muss gelebter Standard werden in Kindergarten und Schule." Dies forderte Dr. Hans Jürgen Ahrens,
Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, zum Auftakt einer AOK im Dialog-Veranstaltung "Schwerer Start ins Leben - Übergewicht bei Kindern" in Berlin.

Erfolgversprechende Strategien gegen das Übergewicht, so Ahrens, müssten schon bei Kindern und Jugendlichen ansetzen. Übergewicht bei Kindern sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich die Politik auf allen Ebenen stellen müsse und die auch für die gesetzlichen Krankenkassen große Bedeutung habe. Ahrens forderte weiter, in den Schulen den Sportunterricht im Zuge von PISA nicht dem Deutsch- und Mathematikunterricht zu opfern, denn Konzentrationsfähigkeit und Lernerfolge würden durch vermehrte körperliche Aktivität steigen. Hier seien die Bundesländer gefordert.

Im Rahmen der Kultusministerkonferenz sollten sie auch Kernlehrpläne zu Ernährung und Gesundheit in Schulen verabschieden. Eine von der AOK initiierte Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Ärzte Deutschlands (WIAD) zeige, dass der Anteil der Mädchen und Jungen zwischen 11 und 15 Jahren mit mindestens drei Stunden Sportunterricht in der Woche seit 2001 um 35 % zurückgegangen sei. Nur noch jeder zweite Jugendliche zwischen 11 und 15 sei Mitglied in einem Sportverein, bei den Älteren seien es sogar nur 38 %. Die Folge sei ein messbarer Rückgang der Fitness in dieser Altersgruppe.

Ahrens: "Damit rollt eine Gesundheitskatastrophe auf Deutschland zu, wenn jetzt nicht auf allen Ebenen durch bundesweite Gesundheitserziehung für Bewegung und richtige Ernährung bei Kindern und Jugendlichen gesorgt wird!".

Die AOK setzte deshalb auf Angebote zur richtigen Ernährung und Bewegung von Anfang an. So biete die AOK mit über 600 Präventionsfachkräften Unterstützung in schulischen Gesundheitsprojekten, so z. B. Kurse für Eltern mit Klein- und Schulkindern. Ein besonderer Renner sei das AOK-Programm "Power Kids", ein videogestütztes Selbstlernprogramm für Kinder, unterstützt durch Begleitkurse.

Dringend notwendig sei es, gesellschaftlich das richtige Klima zu schaffen für mehr Bewegung und richtige Ernährung. So habe die AOK mit dem AOK-Familientag in 250 regionalen Veranstaltungen bundesweit gezeigt, wie viel Spaß es mache, wenn Eltern mit ihren Kindern gemeinsam aktiv seien.

Ahrens forderte die Bundesregierung auf, Forschungsmittel für Langfriststudien im Bereich der Grundlagen- und Versorgungsforschungen bereit zu stellen.

Die Wirksamkeit von heute angebotenen Behandlungsprogrammen für bereits übergewichtige Kinder sei nicht durch zuverlässige wissenschaftliche Studien belegt. Im Programm des Bundesforschungsministeriums zur Präventionsförderung oder im Gesundheitsressort sollten dazu Mittel zur Verfügung gestellt werden. Kritisch setzte sich Ahrens auch mit der Werbung für angeblich gesunde Kindernahrungsmittel auseinander. Derartige Werbung dürfe es nur geben, wenn der Gesundheitsnutzen tatsächlich bewiesen sei.

ots Originaltext: AOK-Bundesverband


Lungenentzündungen werden oft allzu stiefmütterlich behandelt

14.09.04 - In Deutschland werden Lungenentzündungen häufig zu spät erkannt und zu zögerlich behandelt. So die ersten Ergebnisse einer Studie, die am Wochenende an der Uni Würzburg vorgestellt wird. Hier hält die Süddeutsche Gesellschaft für Pneumologie eine Tagung ab.

An einer Lungenentzündung (Pneumonie) erkranken in Deutschland 800.000 Menschen pro Jahr. Bei vielen von ihnen ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nötig. Das Leiden wird von Bakterien ausgelöst und stellt zurzeit die sechsthäufigste Todesursache in der Bundesrepublik dar.

"Die Diagnose der Lungenentzündung ist nicht einfach", sagt Tagungspräsident Professor Michael Schmidt, Spezialist für Lungenkrankheiten am Würzburger Uniklinikum: Leidet der Patient nur an einer banalen Erkältung oder beginnt bei ihm gerade eine Lungenentzündung? Diese schwierige Frage wird offenbar nicht immer richtig geklärt. Zu diesem Schluss kommt die Studie, die Professor Berthold Jany von der Würzburger Missionsärztlichen Klinik bei der Tagung mit ersten Ergebnissen präsentieren wird.

Jany arbeitet im bundesweiten "Kompetenznetz Pneumonie" (CAPNETZ) mit, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Dabei erstellen Ärzte aus neun deutschen Kliniken und Facharztpraxen ein zentrales Register für Pneumonie-Fälle. Derzeit sind bereits 3.500 Patienten eingeschlossen, was diese Studie laut Jany zur bislang weltweit größten Untersuchung über die Lungenentzündung macht. Die Mediziner erfassen unter anderem die Diagnostik und den therapeutischen Erfolg. Daraus sollen dann Vorschläge zur Verbesserung der Behandlung erarbeitet werden.

Die Fortbildungstagung der Pneumologen findet am Freitag und Samstag, 17. und 18. September, im Philosophiegebäude der Uni Würzburg am Hubland statt. Sie richtet sich an Ärzte, Pflegepersonal und Physiotherapeuten. Die Veranstalter erwarten 300 Teilnehmer aus Bayern, Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Neben der Pneumonie geht es bei der Tagung unter anderem um Lungenkrankheiten bei Kindern und die Tuberkulosesituation in Süddeutschland. Weitere Themen sind die Chronisch Obstruktive Bronchitis (COPD) und der Lungenkrebs.

Quelle: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg


Kein Twist mit künstlicher Hüfte

14.09.04 -Wer eine Hüftprothese trägt, sollte die Beine beim Stehen, vor allem aber beim Sitzen, möglichst gerade und parallel nebeneinander halten; Überkreuzstellung bzw. Übereinanderschlagen sowie Ein- und Auswärtsdrehen sind „Gift“ (demnach z.B. im Tanzkurs lieber keinen Twist oder Rock'n Roll!). So Prof. Dr. med. D. Wessinghage und Dr. med. Isolde Leeb in ihrem neu aufgelegten Ärztlichen Ratgeber „Arthrose“ (214 S., € 17,80; empfohlen vom Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie e.V.; nur über Apotheken oder den Wort & Bild Verlag, Tel. 089-744 33 -270, zu beziehen).

Auch Bücken ohne „Abstützhilfe“ sei ungünstig, weil die Hüfte zu stark angewinkelt werde. Also, sich dabei besser mit einer Hand an einem stabilen Möbel oder Fixpunkt festhalten, um den Neigungswinkel zu vergrößern und das Bücken abzufedern.

ots-Originaltext: Wort und Bild Verlag


Trockene Alkoholabhängige: die Wahrscheinlichkeit von Rückfällen sichtbar machen

07.09.04 - Die Rückfallquote in den Alkoholkonsum ist bei Alkoholabhängigen, die einen Entzug hinter sich haben, immer noch erschreckend hoch. Warum die einen trocken bleiben, die anderen aber erneut trinken, hängt unter anderem mit anatomischen und funktionellen Veränderungen im Gehirn zusammen. Je intensiver die Veränderungen im Vergleich zu Nicht-Trinkern sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass trockene Alkoholabhängige rückfällig werden. Darauf lassen Untersuchen der interdisziplinären Arbeitsgruppe um Professor Dr. Andreas Heinz von der "Klinik für Psychiatrie" der Charité schließen (x) .

Der Abusus von Genussmitteln, also Sucht, aktiviert bestimmte Teile des Gehirns, die keine Verbindungen zur Großhirnrinde aufbauen und daher unbewusst bleiben. In diesen Bereichen ist der Stoffwechsel heftiger als in benachbarten, nicht-aktivierten Arealen. Der Alkohol führt zur Ausschüttung angenehm wirkender Botenstoffe wie dem Dopamin und körpereigenen morphinähnlichen Substanzen, den sog. Endorphinen.

Durch wiederholte Aktivierung der empfindlichen Areale bei Alkoholkonsum bildet sich eine Art Suchtgedächtnis aus, eine Erinnerung daran, dass Trinken mit angenehmen Gefühlen verbunden war, selbst wenn der aktuelle Konsum keine Freude mehr bereitet. Dieses Suchtgedächtnis wird mit der Zeit nicht erst beim direkten Kontakt mit Alkohol aktiviert, sondern bereits bei visuellen Reizen, die mit dem Alkoholumfeld zu tun haben, etwa beim Anblick von Alkoholreklame, Biergläsern, Flaschen oder Bierfässern.

Mit speziellen Verfahren der Bildgebung, der sogenannten funktionellen Magnetresonanz - Tomographie, lassen sich die aktivierten Areale im Bild darstellen: Das hat die Arbeitsgruppe um Professor Heinz genutzt und "trockene" Alkoholabhängige mit nicht süchtigen Personen verglichen und konnte zeigen, dass die visuellen, alkoholbezogenen Reize (Flaschen etc.) bei trockenen Alkoholabhängigen, aber nicht bei Gesunden bestimmte Gehirnbereiche im Stirnhirn und im sog. Corpus Striatum aktivierten. Die Aktivierung war vom Ausmaß der Veränderung im Dopamin-System abhängig und bei jenen Abhängigen besonders stark, bei denen es zu Rückfällen kam. Dabei war die Menge des im Rückfall konsumierten Alkohols direkt davon abhängig, wie hoch die Aktivität in den Gehirnarealen angestiegen war. Dagegen spielte die Länge der Alkoholsucht, bzw. die Zeit der Abstinenz, keine Rolle. (Online-Publikation : Grusser SM, Wrase J et al. "Psychopharmacology" [2004] (Berl.) May 1).

Auch wenn die Zahl der Untersuchten in dieser Studie eher klein ist, geben die Ergebnisse doch einen Hinweis darauf, dass es durch Messung der Gehirnaktivität in den Bereichen des Suchtgedächtnisses möglich ist, stärker gefährdete, trockene Süchtige von den weniger gefährdeten zu unterscheiden und den gefährdeten spezielle Therapien anzubieten, die es ihnen erleichtern, ihr Verlangen nach Alkohol zu kontrollieren.

Die Wahrscheinlichkeit von Rückfällen einzuschätzen, könnte auch medizinische Entscheidungen beeinflussen: Soll man etwa Patienten, die wegen alkoholbedingter Leberzerstörung ein Organtransplantat bräuchten, tatsächlich operieren, oder davon Abstand nehmen, weil das Risiko, dass auch die neue Leber durch Alkohol alsbald ruiniert würde, zu groß erschiene?

(x)"American Journal of Psychiatry" 1998, 155(8) 1023-8 und "Pharmacopsychiatry" 2003 Nov; Suppl 3: S 191-4). S. Schattenfroh (6.9.02)

Quelle: Charité Universitätsmedizin Berlin

 
 

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