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Die Inhaltsübersicht

- Forscher aus Queensland entdecken Schizophrenie-Gen
- Schizophrenie steigt mit Alter des Vaters
- Schizophrenie verstehen lernen

Forscher aus Queensland entdecken Schizophrenie-Gen

31.01.2005 - Ein Forscherteam der im australischen Brisbane gelegenen Queensland University of Technology (QUT) hat zusammen mit Wissenschaftlern des Royal Brisbane and Women's Hospital ein Gen entdeckt, welches mit der Entwicklung von Schizophrenie in Zusammenhang gebracht wird.

Schizophrenie ist eine weit verbreitete, schwerwiegende psychische Störung, von der circa ein Prozent der Weltbevölkerung betroffen ist. Es ist bekannt, dass Schizophrenie erblich ist, jedoch hat die Wissenschaft bisher nur wenig über die genetische Basis dieser Krankheit herausfinden können. Laut Prof. Phillip Morris vom Institute of Health and Biomedical Innovation an der QUT hatten Wissenschaftler zwar bereits die Vermutung, dass mehrere Gene an der Entstehung von Schizophrenie beteiligt sein könnten, aber niemand konnte bisher ein entscheidendes Gen bestimmen. Dem Forscherteam um Prof. Morris ist es nun gelungen, eines dieser Gene zu identifizieren.

Bei dem Gen handelt es sich um eine bestimmte Art eines Dopamin-Rezeptor-Gens. Das Vorhandensein dieses Gens äußert sich durch eine übergroße Anzahl besonderer Gehirnzellen, den so genannten D2 Dopamin-Rezeptoren. Die Überaktivität dieser Zellen wurde bereits zuvor als wichtiger Faktor bei der Entwicklung von Schizophrenie erkannt. "Die neuen Erkenntnisse sind sehr bedeutend, da alle Medikamente, die derzeit zur Behandlung von Schizophrenie angewendet werden, die Aktivität der D2 Rezeptoren blockieren oder vermindern. Dies wiederum legt nahe, dass dem D2 Rezeptor eine Schlüsselfunktion bei der Erkenntnisgewinnung über Schizophrenie zukommt", so der Psychiater Dr. Lawford, ein führendes Mitglied des Forschungsteams. "Menschen, die besonders gefährdet sind, Schizophrenie zu entwickeln, könnten mithilfe eines genetischen Tests diagnostiziert werden, der das Vorhandensein der überaktiven Form des Dopamin-Rezeptor-Gens überprüft."

Würde eine Person aufgrund des genetischen Tests als besonders Schizophrenie-gefährdet diagnostiziert werden, so ließe sich der Krankheitsausbruch durch die Einleitung verschiedener vorbeugender Maßnahmen unter Umständen verhindern. So ist es wichtig, dass Menschen der Gefahrengruppe ganz besonders vor Umwelteinflüssen geschützt werden, die dafür bekannt sind, Schizophrenie auszulösen. Hierzu zählen Stress, aber auch Drogenmissbrauch. Eine regelmäßige psychologische Betreuung ist für diese Personen unerlässlich, damit sie lernen, besser mit potenziell schädigenden Umwelteinflüssen umzugehen.

Die Forschungsergebnisse werden in der Februar-Ausgabe der internationalen Zeitschrift "Schizophrenia Research" veröffentlicht.

Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann


Schizophrenie-Risiko steigt mit Alter des Vaters

27.10.2004 - Je älter der Vater bei der Zeugung, desto höher ist das Risiko des Nachwuchses, an Schizophrenie zu erkranken. Das gilt allerdings nur für Familien, in denen die Krankheit nicht schon einmal aufgetreten ist, berichtet eine britisch-schwedische Forschergruppe im "British Medical Journal".

Der Befund spreche für die Annahme, dass die mit dem väterlichen Alter immer zahlreicheren Mutationen im Erbgut der Spermien zum Erkrankungsrisiko beitragen, schreiben die Forscher um Attila Sipos und David Gunnell in einem online veröffentlichten Artikel. Für ihre Analyse betrachteten sie den Werdegang von rund 700.000 Schweden, die in den Jahren 1973 bis 1980 geboren worden waren.

Anhand Krankenhausakten ermittelten die Mediziner, dass 639 dieser Personen im Alter von 16 bis 25 Jahren wegen Schizophrenie in klinischer Behandlung gewesen waren. Die Daten dieser Personen verknüpften sie mit denen aus dem nationalen Geburtenregister und aus einer Volkszählung, um mehr über den familiären Hintergrund zu erfahren. Mit jedem Lebensjahrzehnt des Vaters steigt das Schizophrenie-Risiko für den Nachwuchs demnach um rund 60 Prozent, schließen die Forscher. Das Alter der Mutter scheint dagegen keine Rolle zu spielen.

War schon ein Familienmitglied der Patienten an Schizophrenie erkrankt, zeigte sich dagegen kein Zusammenhang zwischen dem Alter des Vaters und dem Erkrankungsrisiko. Dieses Resultat "liefert neue Belege dafür, dass die Ansammlung neuer Mutationen im Sperma des Vaters zum gesamten Erkrankungsrisiko beiträgt", schließen die Mediziner.

Forschung: Attila Sipos und David Gunnell, Academic Unit of Psychiatry und Department of Social Medicine, University of Bristol; Finn Rasmussen, Department of Public Health Sciences, Koralinska Institute, Stockholm; und andere

Online-Veröffentlichung British Medical Journal, DOI 10.1136/bmj.38243.672396.55

Quelle: Scienceticker


Schizophrenie verstehen lernen

Was bedeutet für Sie die Diagnose Schizophrenie?

Der Arzt hat bei Ihnen eine Schizophrenie festgestellt. Diese Krankheit ist der Grund dafür, dass viele Dinge in Ihrem Leben anders sind als früher.

Es mag schwieriger für Sie sein, sich auf Ihre Arbeit zu konzentrieren. Möglicherweise macht es Sie unruhig und nervös, wenn Sie unter Menschen sind. Es kann sein, daß Sie rascher müde werden. Es kann auch sein, dass Sie Stimmen und Bilder wahrnehmen, die für Sie in Wirklichkeit existieren - die jedoch andere Menschen nicht erkennen.

Es ist verständlich, dass dies Sie verunsichert. Möglicherweise möchten Sie sich daher häufiger als früher von anderen Menschen zurückziehen. Unter Umständen haben Sie auch das unbestimmte Gefühl, bedroht zu werden.

  Diese Information soll Ihnen helfen, zu verstehen, warum Sie diese Gefühle und Eindrücke haben. Und sie will Ihnen auch vermitteln, wie Sie mit medizinischer Hilfe die Symptome überwinden oder zumindest abmildern können.

  Viele Ihrer Empfindungen und Eindrücke sind Symptome der Krankheit Schizophrenie. Ursache ist, dass die Art, wie Ihr Gehirn Informationen aufnimmt und verarbeitet, beeinträchtigt ist.

Quelle: Kompetenznetz Schizophrenie



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