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Die Inhaltsübersicht

- Weltpoliotag 2005 - Impfungen: Die wirksamste Waffe im Kampf gegen Kinderlähmung und Co.
- Einladung ins Polio-Forum
- Indonesien startet Blitzimpfungsaktion gegen Polio

- Charmin unterstützt UNICEF im Kampf gegen Polio/ Ausrottung des Virus rückt in greifbare Nähe
- Kinderlähmung - noch nicht gebannt - Ansteckungsgefahr in Afrika und Asien
- Viele Erwachsene nicht ausreichend gegen Kinderlähmung (Polio) geschützt
- Schmerzbehandlung bei Post-Polio-Syndrom mit naturheilkundlichen Mitteln
- Schmerzen und Funktionsstörungen bei PPS mit einem orthopädischen Therapiekonzept behandeln
- Stress - Allgemeine Einführung
- Post-Polio-Syndrom und Stress


Weltpoliotag 2005 - Impfungen: Die wirksamste Waffe im Kampf gegen Kinderlähmung und Co.

München - 27.10.2005 (ots) - Die Polioimpfung ist eine Erfolgsgeschichte, deren endgültiges Ziel - die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung - allerdings noch nicht erreicht ist. Denn in einigen Ländern Afrikas und Asiens kommt das Virus auch heute noch vor. Hieran erinnert der Weltpoliotag, der seit 1998 alljährlich am 28. Oktober begangen wird. Gewidmet ist er dem amerikanischen Bakteriologen Jonas Salk, der vor rund 50 Jahren den ersten Polioimpfstoff entwickelte.

Der Weltpoliotag soll auch auf all jene aufmerksam machen, die mit den Folgen der Erkrankung leben müssen. So gibt es in Deutschland noch etwa 60.000 Menschen, die vor Einführung der Impfung an Kinderlähmung erkrankten. Etwa 20-40% von ihnen leidet heute an einem so genannten Post-Polio-Syndrom, das Jahrzehnte nach überstandener Infektion auftreten und sich z.B. durch starke Müdigkeit oder neu einsetzende Lähmungserscheinungen äußern kann.

Bei der Kinderlähmung sagt bereits der Name, wie gefährlich die Erkrankung ist. Weniger bekannt dagegen ist, dass auch scheinbar harmlose Kinderkrankheiten schwere Komplikationen nach sich ziehen können. Masern z.B. verursachen bei einem von 1000 erkrankten Kindern eine Gehirnentzündung (Enzephalitis), die in 10-20 % der Fälle tödlich endet. Weitere 20-30 % der Betroffenen tragen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin bleibende Schäden davon.

Gefahren durch Masern und andere Infektionskrankheiten wie Mumps, Diphtherie, Tetanus, Pertussis sowie Hepatitis A und B lassen sich heute durch verträgliche Impfstoffe abwenden. Dabei reduzieren Kombinationsimpfstoffe die Zahl der Injektionen, die die Kleinen über sich ergehen lassen müssen. Nach vollständiger Impfung könnten sich Eltern deshalb darüber freuen, ihr Kind geschützt zu wissen. Ein erheblicher Teil der Eltern ist aber offensichtlich nicht uneingeschränkt vom Nutzen der Impfstoffe überzeugt. Dies ergab die "My Generation"-Studie, bei der 6.600 Eltern aus 14 Ländern in Europa, Asien und Amerika zu Themen wie Erziehung, Impfungen und allgemeiner Gesundheit des Kindes befragt wurden.

Wie sich zeigte, erachteten 19% aller Befragten Impfungen nicht als absolut notwendig. In Deutschland fiel der Anteil mit 24% sogar noch etwas höher aus, obwohl deutsche Eltern überdurchschnittlich häufig besorgt um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Kinder waren. Besonders verbreitet ist in Deutschland die Angst der Eltern, ihr Kind könne durch Krankheiten oder Infektionen gefährdet werden. Dies gilt jedoch auch für die Sorge vor möglichen Nebenwirkungen durch Impfstoffe, die in anderen Ländern eine geringere Rolle spielt. Die Folge: Gegen bestimmte Krankheiten wie Masern und Hepatitis sind in Deutschland deutlich weniger Kinder geimpft als im Durchschnitt der "My Generation"-Studie.

Dabei sollten Eltern bedenken, dass sie mit einer Impfung nicht nur ihr eigenes Kind schützen. Sie verhindern auch die Ansteckung von Kindern und Erwachsenen im näheren Umfeld - denn wer gegen den Erreger gewappnet ist, kann ihn nicht auf andere übertragen. Dies bezeichnet man als so genannten "Herdeneffekt", der die Ausbreitung einer Infektion verhindert. Voraussetzung sind ausreichend hohe Durchimpfungsraten, die in Deutschland bei vielen vermeidbaren Erkrankungen bei weitem nicht erreicht werden.

Die Einführung von weltweiten Impfungen durch die WHO ist als Meilenstein in der Geschichte der Menschheit zu werten, dessen Bedeutung heute vielerorts unterschätzt wird. Die Vorstellung, dass es bis heute keine wirksame Impfung gegen Kinderlähmung und andere Krankheiten gäbe, ist schlicht ein Schreckenszenario.

Quelle: GlaxoSmithKline

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Einladung ins Polio-Forum

27.09.2005 - Seit Juni 2005 gibt es im Internet ein deutschsprachiges Forum für Polio- und PPS-Betroffene, zu erreichen unter
www.polio-forum.de

Diese Diskussionsplattform versteht sich als zusätzliches Angebot zu den
bereits vorhandenen Hilfestellungen. Dort werden Informationen, Meinungen und alles rund ums Thema "Kinderlähmungsfolgen" ausgetauscht.

Begründer und Moderator des Forums ist Lothar Epe, der im Übrigen gerade dabei ist, in Aachen eine neue Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen.

Das Polio-Forum ist selbstverständlich offen für alle Betroffenen und
Interessierten, unabhängig von einer Zugehörigkeit zu Verbänden oder
Gruppierungen.

Auch Gäste sind natürlich herzlich willkommen und können uneingeschränkt auf alle Informationen des Forums zugreifen.
Schauen Sie sich doch einfach mal dort um!

Quelle: Polio-Forum

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Indonesien startet Blitzimpfungsaktion gegen Polio

Jakarta - 31.05.2005 - Die Regierung von Indonesien hat eine Kampagne gestartet, im Rahmen derer innerhalb von zwei Tagen 6,4 Mio. Kinder gegen Polio geimpft werden sollen. Polio ist in Indonesien erstmals seit fast zehn Jahren wieder ausgebrochen. Laut BBC wurden bisher 16 Erkrankungen gemeldet. Polio wird über verunreinigtes Wasser verbreitet. Eine Möglichkeit zur Heilung besteht nicht. Eine Erkrankung führt zu Lähmungen und fallweise zum Tod des Patienten. Offizielle Stellen gingen davon aus, dass der Ausbruch nach Nigeria zurückverfolgt werden kann, wo die Impfungen 2003 eingestellt wurden. Radikale Geistliche hatten behauptet, es handle sich dabei um eine amerikanische Verschwörung. DNA-Tests an einer Virusprobe eines infizierten Kindes ergaben, dass die Krankheit über Saudi-Arabien nach Indonesien gelangt ist.

Indonesische Beamte erklärten, dass das Virus durch einen Pilger auf dem Weg nach Mekka oder einen Wanderarbeiter eingeschleppt worden sei. Der erste Poliofall wurde im vergangenen Monat in der West Java Provinz 120 Kilometer östlich von Jakarta entdeckt. Die Kinder in den Dörfern dieser Region wurden bereits geimpft. Die Impfungsrate im gesamten Land liegt bei rund 90 Prozent. In der zuerst betroffenen Provinz lag sie nur bei zirka 55 Prozent. Der Impfstoff wird in flüssiger Form verabreicht. Zwei Tropfen werden jedem Kind direkt in den Mund verabreicht. Muhammad Nadirin, ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, kündigte an, dass im nächsten Monat eine zweite Impfaktion durchgeführt werden wird. Polio tritt heute noch in Afghanistan, Ägypten, Indien, Nigeria, Niger und Pakistan epidemisch auf. Die Vereinten Nationen http://www.who.int/en haben eine Kampagne zur Vernichtung von Polio bis Ende 2005 gestartet.

Quelle: pte

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Charmin unterstützt UNICEF im Kampf gegen Polio / Ausrottung des Virus rückt in greifbare Nähe

Comicbild - Bär mit 2 Kindern

Schwalbach a. T. 29.03.2005 (ots) - 50 Jahre nach Einführung des ersten Impfstoffes gegen Kinderlähmung ist das hoch-ansteckende Polio-Virus nur noch in wenigen Ländern der Erde heimisch. Doch aktuell gibt es Rückschläge im Kampf für die vollständige Ausrottung der Kinderlähmung. Von Nigeria aus, das heute 63% aller Polio-Fälle verzeichnet, wurde das Virus erneut in zwölf afrikanische Länder eingeschleppt. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, unterstützt jetzt auch Charmin UNICEF im Kampf gegen diese Krankheit. Für jede zwischen April und Juni 2005 in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkaufte Packung Charmin geht ein Betrag an das Polio Projekt von UNICEF in Nigeria.

"Wir haben eine Verpflichtung, uns um diejenigen zu kümmern, die unsere Hilfe benötigen," so Cornelia Bartl von Charmin. "Schliesslich ist die Ausrottung von Polio von lebenswichtiger Bedeutung. Denn solange das Virus nur einen einzigen Menschen als Wirt findet, kann es sich noch weiter ausbreiten und auch die westlichen Industrienationen erneut in Gefahr bringen" Die Mittel aus der Charmin-Aktion helfen UNICEF, die lebensrettenden Impfstoffe zur Verfügung zu stellen.

"Der Kampf gegen die Kinderlähmung ist in einer entscheidenden Phase", erklärt Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. Es ist notwendig, alle Kinder auch in ländlichen Regionen der Entwicklungsländer sowie in Kriegs- und Krisengebieten zu impfen, um so dem Virus den "Wirt" zu entziehen. "Wir haben jetzt die einmalige Chance, die Kinderlähmung für immer von der Erde zu verbannen", bekräftigt auch UNICEF Repräsentant und "heute"-Nachrichtenmoderator Steffen Seibert das große Ziel der Polio-Kampagne.

Quelle: Procter & Gamble Service GmbH

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Kinderlähmung - noch nicht gebannt - Ansteckungsgefahr in Afrika und Asien

Baierbrunn (ots) 11.11.2004 - Wer in bestimmte Länder Asiens und Afrikas
reist, etwa Indien, Pakistan, Ägypten oder Nigeria, sollte unbedingt
einen Impfschutz gegen die Kinderlähmung (Poliomyelitis)
besitzen, rät das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Dort kommt
die gefährliche Viruserkrankung immer noch vor. In den
Industrieländern ist Kinderlähmung fast ausgerottet. Viele
Fernreisenden unterschätzen deshalb die Ansteckungsmöglichkeit in den
genannten Entwicklungsländern. Die Polioinfektion kann bleibende
Lähmungen verursachen, aber auch tödlich verlaufen. Eine
Auffrischungsimpfung schützt für 10 Jahre.


ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau

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Viele Erwachsene nicht ausreichend gegen Kinderlähmung (Polio) geschützt: Impfvorsorge leicht gemacht - Vierfach-Impfstoff für Erwachsene

Mühltal (ots) 19.10.2004 - "Schluckimpfung ist süß - Kinderlähmung ist
grausam". Die große Aufklärungskampagne führte in den 70er Jahren zu
einer enormen Impfbereitschaft. Experten warnen aber davor, jetzt
leichtsinnig die konsequente Polio-Impfung zu vernachlässigen.
Hintergrund sind Meldungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO),
wonach in Afrika bereits 12 ehemals poliofreie Länder wieder
Erkrankungsfälle registrieren mussten. Damit Kinderlähmung in
Deutschland nicht wieder Einzug hält, sollte jeder Erwachsene über
vier Polio-Impfungen verfügen.

"Davon sind wir weit entfernt", so Professor Christel Hülße,
Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
in Berlin. "Die meisten Jugendlichen und Erwachsenen sind allenfalls
dreimal gegen Kinderlähmung geimpft und verfügen daher über keinen
vollständigen Impfschutz." Deshalb: Impfpass checken und den
notwendigen Impfschutz vom Hausarzt vervollständigen lassen.

Erwachsene sollten aber nicht nur die Kinderlähmung im Auge
behalten. Ebenso wichtig ist es, gegen Diphtherie und Tetanus
geschützt zu sein. Zusätzlich wird Keuchhusten für Jugendliche und
Erwachsene immer bedeutsamer. Schwere Hustenattacken verbunden mit
Erbrechen schränken sie oftmals über Wochen erheblich ein. Wer sich
vor diesen vier Krankheiten schützen möchte, kann dies einfach und
bequem mit einem Kombinationsimpfstoff erledigen. Mit Repevax genügt
eine einzige Spritze, um den Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus,
Kinderlähmung und Keuchhusten aufzufrischen.

Wer mehr über Impfungen und Infektionskrankheiten erfahren möchte,
kann sich unter www.impfen-aktuell.de informieren. Zusätzlich
beantwortet eine erfahrene Impfärztin individuelle Fragen per E-Mail
( info@impfen-aktuell.de ) und am Beratungstelefon unter 0 61 51 / 1 36
99 25 montags von 14 bis 17 Uhr.

ots Originaltext: Service Impfen aktuell

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Schmerzbehandlung beim Post-Polio-Syndrom

Schmerzbehandlung beim Post-Polio-Syndrom mit naturheilkundlichen Mitteln
Priv.-Doz. Dr. Rainer Brenke

(Vollständige Fassung des in den Polio-Nachrichten Nr. 1/2003 auszugsweise wiedergegebenen Artikels)

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Dr. Rainer Brenke

Herr Dr. Brenke ist Chefarzt der Akut-Abteilung für Naturheilverfahren in der Hufeland-Klinik in Bad Ems und externer Hochschullehrer an der Charité (Berlin).

Anmerkung: Die Hauptüberschriften sind mit Verweisen versehen, die zum jeweiligen Kapitelanfang führen.

Inhalt
1. Was ist Schmerz?
2. Chronische Schmerzen beim Post-Polio-Syndrom
3. Naturheilverfahren - warum?
4. Einteilung der Naturheilverfahren
4.1. Klassische Naturheilverfahren
      (allgemein anerkannt, an den Universitäten gelehrt)
4.2. Physikalische Verfahren, Balneologie, Klimatologie
4.3. Verfahren, für die bisher nur wenige Studien vorliegen,
      die aber weitgehend akzeptiert sind
4.4. Verfahren mit einem eigenen Medizin-System (Sonderstellung)
4.5. Wissenschaftlich nicht anerkannte Verfahren, über deren       Wirksamkeit und Wirkungsweise gestritten wird (Beispiele)
4.6. Paramedizin (Verfahren, die mit einer wissenschaftlichen Medizin
      nichts zu tun haben)
5. Wirkungsebenen von Physiotherapie und Naturheilverfahren
    allgemein

6. Physikalische Therapie und Krankengymnastik
6.1. Massagen
6.2. Lymphdrainage beim Post-Polio-Syndrom
6.3. Krankengymnastik
6.4. Manuelle Therapie
6.5. Hydro-Thermotherapie
6.5.1. Wärme beim Post-Polio-Syndrom
6.5.2. Oberflächliche Wärme
6.5.3. Verfahren, die Wärme direkt in die Tiefe der Gewebe einbringen
6.5.4. Kälteanwendungen
6.6. Galvanisation und niederfrequente Reizstromtherapie
6.7. Mittelfrequente Reizstromtherapie
6.8. Therapie mit Magnetfeldern
7. Weitere Naturheilverfahren
7.1. Schmerztherapie mit Hautreizen
7.1.1. Therapie mit Nadelreizen
7.1.2. Schröpfen
7.1.3. Baunscheidtieren (umstrittenes Verfahren!)
7.1.4. Cantharidenpflaster
7.2. Akupunktur
7.3. Phytotherapie (Einsatz pflanzlicher Mittel zur Schmerzlinderung)
7.4. Homöopathie
8. Psychologische Techniken
9. Ernährung und Schmerz beim Post-Polio-Syndrom
10. Schlussfolgerungen

1. Was ist Schmerz?

Schmerzen sind etwas Subjektives, schwer Objektivierbares. Dem trägt auch die moderne Definition Rechnung: "Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird."

Mindestens 3 Ebenen sind für die Empfindung von Schmerz entscheidend. Zunächst einmal spielt die organische Schmerz-Ursache im Sinne eines "Reiz-Reaktions-Ablaufes" eine entscheidende Rolle. Für das Erleben eines Schmerzes ist aber auch die psychische Schmerzverarbeitung ("Persönlichkeit" des Patienten) immens wichtig. Folgende Beispiele illustrieren die Bedeutung der Psyche für das "Komplexe Schmerzerlebnis":

• Die Erziehung und allgemeine gesellschaftliche Konventionen können   dazu führen, dass bei gleicher Schmerzursache die Schmerzempfindung   sehr unterschiedlich sein kann ("Indianer empfinden keinen Schmerz")

• In Extremsituationen wird Schmerz u.U. überhaupt nicht verspürt. So   soll es vorgekommen sein, dass Soldaten beim Sturmangriff den Verlust   eines Beines erst durch das Hinstürzen beim Versuch, loszulaufen,   bemerken.

• Bei depressiver Verstimmung oder Traurigkeit können leichte   Schmerzreize als unerträglich wahrgenommen werden.

• Hypnose kann gegen Schmerzen unempfindlich machen.
  Yogis können sich mit Nadeln u.ä. durchbohren, ohne Schmerzen zu   verspüren.

Schließlich kann das vegetative Nervensystem das Schmerzerleben verstärken oder abschwächen. Das vegetative Nervensystem ist aber beim Schmerz noch in anderer Sicht von Bedeutung. Oft gibt es beim Schmerz vegetativ vermittelte Begleit-Reaktionen - wie z. B. Schweißausbruch oder Ohnmacht.

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2. Chronische Schmerzen beim Post-Polio-Syndrom

Chronische Schmerzen können beim Post-Polio-Syndrom auf verschiedene Art und Weise entstehen:

Zum einen kann ein reiner Muskelschmerz vorliegen, der relativ stark ist und sich durch zusätzliche Krämpfe und Faszikulationen (feine Zuckungen) bemerkbar macht. Passive Maßnahmen wie Wärme, Reizstrom oder auch die unten beschriebene Reizmatte oder Akupunktur von Seiten der nichtmedikamentösen Verfahren wird man hier bevorzugt anwenden.

Die zweite, häufigere Schmerzart kommt vermutlich durch Überbeanspruchung zustande, betrifft aber nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Ansätze von Sehnen. Dieser Schmerz scheint dem Weichteilrheuma (der Fibromyalgie) verwandt zu sein. Allerdings bestehen oftmals erhöhte Muskelenzyme (die sog. Kreatinkinase), was man bei der Fibromyalgie nicht findet. Auch dieser Schmerz spricht auf Wärme (z. B. Infrarot A-Hyperthermie, Sauna) gut an, zusätzlich sind oftmals Entspannungsverfahren und Gespräche hilfreich.

Der dritte und häufigste Schmerztyp hat seine Ursache in überbeanspruchten Gelenken oder einer fehlbelasteten Wirbelsäule. Eine muskulär bedingte Instabilität und Übergewicht tragen mit dazu bei. Hier bieten sich eine gezielte Krankengymnastik und Ernährungstherapie an. Bei allen aktiven Krankengymnastik-Formen sollte zuvor die Laktatschwelle bestimmt werden, um eine Überbeanspruchung durch ein zu forciertes Training zu vermeiden.

Bei spezielleren Überlegungen zur Therapie von Schmerzen allgemein muss man sich zunächst vergegenwärtigen, dass zumindest der akute Schmerz in der Regel etwas Sinnvolles ist, denn er stellt ein Warnsignal dar, das uns zu entsprechenden Verhaltensweisen veranlasst. Der akute Schmerz sollte daher nach Möglichkeit auch ursächlich angegangen werden und nicht einfach nur unterdrückt werden. Anders sieht es beim chronischen Schmerz aus, der seinen Sinn als Warnsignal verloren hat und lediglich dazu angetan ist, die Lebensqualität des Betroffenen einzuschränken. Gerade hier ist aber die Suche nach nichtmedikamentösen Therapiestrategien von besonderer Wichtigkeit, da bei der notwendigen langfristigen Einnahme das Risiko von Medikamenten-Nebenwirkungen ansteigt. Hier sind also u. a. in besonderem Maße Naturheilverfahren gefragt.

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3. Naturheilverfahren - warum?

Allgemein ist der Trend zu Naturheilverfahren in der Bevölkerung und auch bei einem Teil der Ärzteschaft nicht zu übersehen. So befürworten über 70 % der Bevölkerung und 2/3 der Ärzte komplementärmedizinische Verfahren (Allensbach-Umfrage 2002). Dabei werden an den Universitäten die sog. "klassischen Naturheilverfahren" (siehe unten) bevorzugt, die Bevölkerung tendiert zusätzlich zu Methoden wie Akupunktur und Homöopathie. Nicht verschwiegen werden darf, dass ein großes Defizit zwischen der weiten Verbreitung der Naturheilverfahren und gesichertem Wissen besteht.

Was ist nun das besondere an Naturheilverfahren allgemein? Unter diesem Begriff tummeln sich Tausende verschiedener Verfahren, und es leuchtet ein, dass darunter auch fragwürdige sein werden und nicht allen eine gleichartige Wirkungsweise innewohnen kann. Dennoch gibt es etwas Gemeinsames, das zumindest die seriösen Naturheilverfahren verbindet. Während sich die klassische Medizin an der "Pathogenese" - also dem "Krankmachenden" orientiert und ihre Konzepte logischerweise auf das Ausschalten dieser Faktoren richtet, postuliert die Naturheilkunde die Existenz einer "Salutogenese" - also die Fähigkeit, gesundmachende Prozesse im Körper anzuregen.

Theoretisch könnte man denken, dass sich beide Konzepte optimal zum Wohle des Patienten miteinander kombinieren lassen könnten. Bis dieser Gedanke jedoch Realität wird, müssen noch viele Vorurteile insbesondere innerhalb der Ärzteschaft überwunden werden.

Ein weiterer aktueller Gesichtspunkt kann die Verbreitung von Naturheilverfahren zumindest im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen behindern: Können wir denn die Erstattung von Naturheilverfahren angesichts leerer Kassen überhaupt mit gutem Gewissen fordern? Sind dies nicht Methoden, die jeder für sich zu Hause bei leichteren Gesundheitsstörungen anwenden kann, mit denen er aber die Krankenkassen nicht behelligen sollte? Der Trend zu Naturheilverfahren ist - wie gezeigt - unverkennbar. Die Ursachen dafür mögen vielgestaltig sein. So ist es auf der einen Seite unverkennbar, dass die moderne Medizin immense Fortschritte bei akuten Erkrankungen aufweisen kann. Probleme gibt es dagegen bei chronischen Erkrankungen. Vereinzelt gibt es zwar positive Beispiele wie Schwerpunktpraxen und vergleichbare Einrichtungen, alles in allem kann das Konzept der Therapie chronischer Krankheiten aber noch nicht befriedigen. Gerade diese Patienten tragen zum Drehtüreffekt in Akutkrankenhäusern durch wiederholte Exacerbationen bei. Letztlich befindet sich unsere Medizin hier in einer "Falle", denn je mehr Patienten eben durch eine gute Akutmedizin die akuten Krankheiten überstehen, um so mehr chronisch Kranke gibt es zwangsläufig.

Eine Entchronifizierung durch einfache, zu Hause anwendbare Methoden und vor allem durch Verhaltensänderung (Ernährung, Gebrauch von Genussmitteln, sportliche Aktivität, Stressbewältigung usw.) stellen das Wesen einer richtig verstandenen Naturheilkunde dar. Auch eine gestiegene Lebenserwartung führt zu mehr langzeit- und chronisch kranken Menschen, für die die konventionellen Angebote nicht greifen, wodurch oft Heilung und Linderung bei zweifelhaften (und teuren) Therapeuten gesucht wird.

Zunehmend mehr Patienten stellen zudem die klassischen Methoden der Schulmedizin in Frage und weichen auf alternative Methoden aus. Für diese Gruppen von Patienten gilt es neue und seriöse Behandlungsmöglichkeiten zu erschließen.

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4. Einteilung der Naturheilverfahren

Ehe die Möglichkeiten der Naturheilverfahren beim chronischen Schmerz im einzelnen besprochen werden, soll ein kurzer Überblick und eine - sicher subjektiv gefärbte - Klassifizierung gegeben werden. Dabei muss man berücksichtigen, dass bei der Vielzahl der Verfahren Vollständigkeit auch nicht im Ansatz angestrebt werden kann. Aus diesem Grunde tauchen hier auch einige "kleinere" Verfahren, die später im Rahmen der Schmerztherapie beschrieben werden, nicht auf.

4.1. Klassische Naturheilverfahren
(allgemein anerkannt, an den Universitäten gelehrt)

Die "klassischen" Naturheilverfahren sind identisch mit dem Begriff der "Kneipp-Therapie". Hierzu zählen:

• Hydrotherapie- und Thermotherapie (Wasseranwendungen, Therapie mit   Wärme und Kälte)
• Phytotherapie (Pflanzliche Mittel)
• Bewegungstherapie (einschließlich Krankengymnastik)
• Diätetik
• Ordnungstherapie (z. B. Entspannungsverfahren, "Life Style    Management")

4.2. Physikalische Verfahren, Balneologie, Klimatologie

Was leider oft vergessen wird ist, dass der gebräuchliche Begriff der "Physiotherapie" eigentlich nur eine Übersetzung von "Naturheilverfahren" ist (von "Physis" = Natur). "Physiotherapeuten" wenden also Naturheilverfahren an! Dementsprechend kann man alle Methoden der Physikalischen Medizin wie Massagen, Elektrotherapie usw. zu den Naturheilverfahren zählen.

4.3. Verfahren, für die bisher nur wenige Studien vorliegen,
die aber weitgehend akzeptiert sind


• Neuraltherapie (Ausschalten von "Störimpulsen" durch Spritzen von    örtlichen Betäubungsmitteln)
• Mikrobiologische Therapie (Wiederherstellung der normalen Besiedlung   des Darmes durch nützliche Bakterien)

4.4. Verfahren mit einem eigenen Medizin-System
(Sonderstellung)


• Homöopathie
• Trad. Chines. Medizin (z. B. Akupunktur, chinesische Kräutertherapie,    chinesische Diätetik, Tuina-Massage, Entspannungsverfahren)

4.5. Wissenschaftlich nicht anerkannte Verfahren, über deren
Wirksamkeit und Wirkungsweise gestritten wird
(Beispiele)


• Therapie mit statischen Magnetfeldern
• Bachblüten
• Bioresonanztherapie
• Verschiedene Sauerstofftherapien
• Biochemie nach Schüssler
• Frischzelltherapie
• Elektroakupunktur nach Voll

4.6. Paramedizin (Verfahren, die mit einer wissenschaftlichen
Medizin nichts zu tun haben)


• Wünschelrute
• Pendeln
• Astromedizin

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5. Wirkungsebenen von Physiotherapie und
Naturheilverfahren allgemein


Jedes Physiotherapiemittel und fast jedes naturheilkundliche Mittel hat wenigstens drei Wirkungsebenen:

• Unmittelbare physiologische Wirkung (wissenschaftlich und physiologisch   überprüfbar)
• Psychosomatischer Wirkungseffekt (Wirkung durch Zuwendung durch   den Behandler, Empathie)
• Placebo-Effekt (Wirkungen, die durch den Glauben an die Wirkung des   Mittels durch den Behandler und/oder den Therapeuten zustande   kommen) Physiotherapie und damit auch viele Naturheilverfahren werden   in vielen Fällen wirksamer sein als eine reine medikamentöse Therapie, da   bei letzterer stets der Aspekt der Zuwendung bzw. der   psychosomatische Wirkungseffekt fehlt.

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6. Physikalische Therapie und Krankengymnastik

6.1. Massagen

Massagen werden heute wegen ihres "passiven" Charakters oft zu Unrecht diffamiert. Dabei bilden sie oftmals erst die Voraussetzung für den gezielten Einsatz einer Krankengymnastik. Sie können Muskeln lockern, durch die von ihnen ausgelöste Durchblutungssteigerung für einen schnelleren Abtransport von schmerzauslösenden Substanzen sorgen und schmerzauslösende Verklebungen beseitigen - alles nur Beispiele für die vielfältigen und gut dokumentierten Massagewirkungen. Eine gute Kombination gerade mit der "klassischen" Massage ist die vorherige Anwendung von Wärme, nach einer Massage kann man in optimaler Weise eine befundorientierte Krankengymnastik einsetzen.

6.2. Lymphdrainage beim Post-Polio-Syndrom

Die Lymphdrainage ist eine spezielle Massageart, die zur Behandlung von Lymphödemen entwickelt wurde und die Lymphgefäße anregt. Dadurch werden bestimmte Wasseransammlungen im Gewebe beseitigt und auch entzündungs- oder schmerzauslösende Substanzen im Gewebe schneller abtransportiert. Beim Post-Polio-Syndrom findet man oftmals mit Spannungsgefühl einhergehende Ödeme z. B. an den Unterschenkeln, die Lymphödemen ähneln und vermutlich neben der erzwungenen Inaktivität durch eine sympathische Neuropathie - also eine Schädigung des vegetativen Nervensystems - bedingt sind. Hier ist der Einsatz der Lymphdrainage sinnvoll, ggf. kombiniert mit einer milden Kompression, worüber im Einzelfall entschieden werden muss. Ob es zusätzliche schmerzstillende Effekte speziell beim Post-Polio-Syndrom z. B. durch den Abtransport schmerzauslösender Substanzen gibt, kann vermutet werden, ist bisher aber nicht untersucht worden.

6.3. Krankengymnastik

Die Krankengymnastik ist so umfassend, dass hier nicht einmal im Überblick eingegangen werden kann. Hierzu kann man sowohl die trainierenden Verfahren z. B. mit Geräten zählen, die bei Post-Polio-Syndrom vorsichtig dosiert und unter Beachtung der Laktatschwelle eingesetzt werden sollten, als auch die stabilisierenden, muskeldehnenden oder detonisierenden Verfahren, wie sie z. B. bei Störungen der Gelenkfunktionen und begleitenden Muskelfunktionsstörungen angewendet werden. Auch eine einfache Gelenkmobilisation z. B. bei Gelenkkontrakturen zählt hierzu. Eine Krankengymnastik kann man sinnvoll nicht ausschließlich nach der Diagnose verordnen, sondern man muss sie "befundgerecht" einsetzen. In optimaler Weise sollte Physiotherapeut und Arzt eng zusammen arbeiten und sich über die zum Einsatz kommenden Verfahren verständigen.

6.4. Manuelle Therapie

Bei der Manuellen Therapie handelt es sich um ein Lösen funktioneller Blockierungen in Gelenken - seien es Extremitätengelenke oder die kleinen Wirbelgelenke. Vereinfacht kann man sich eine Blockierung eines Gelenkes wie eine klemmende Schreibtischschublade vorstellen - das "Gelenkspiel" ist aufgehoben, obwohl viele Bewegungen im Gelenk noch möglich sind. Die Diagnose einer Blockierung kann man nur durch die subtile körperliche Untersuchung des Patienten sichern, nicht jedoch durch die übliche Röntgen-Diagnostik. Beim Post-Polio-Patienten kann man Blockierungen als eine zusätzliche Schmerzursache vermuten, die z. B. durch eine Fehlhaltung bei schon bestehendem Schmerz oder Schwäche zustande kommt. Blockierungen sind also keineswegs spezifisch für das Post-Polio-Syndrom.

Es gibt verschiedene Schulen der "Manuellen Medizin" - so z. B. die Chirotherapie oder die Osteopathie. Sie alle setzen eine langjährige ärztliche Ausbildung voraus. Sog. "weiche Techniken" können auch von Physiotherapeuten erlernt werden. Die Beseitigung einer Blockierung kann schlagartig die durch sie unterhaltenen akuten oder chronischen Schmerzen beseitigen. Langfristig ist diese Therapie jedoch keine Lösung, sondern muss durch eine gezielte Krankengymnastik ergänzt werden, die einem Rezidiv vorbeugt, indem sie z. B. eine Fehlhaltung ausgleicht, abgeschwächte Muskeln stärkt oder verkürzte Muskeln dehnt. Dazu gehört auch das Erlernen eines zweckdienlichen Verhaltens für die Wirbelsäule durch die sog. "Rückenschule", die auch von vielen Krankenkassen angeboten wird.

Häufig wiederholte manualtherapeutische Eingriffe können eine örtliche Überbeweglichkeit des betroffenen Gelenkes erzeugen und eben auf diese Weise die Rezidivneigung fördern. Ein verantwortungsvoller Manualtherapeut wird daher insbesondere die "harten" Techniken besonders gezielt einsetzen, auf den "Notfall" beschränken und sorgfältig Nutzen und Risiko abwägen. Dies betrifft insbesondere Patienten mit einer konstitutionell bedingten Überbeweglichkeit. Die Suche nach immer neueren und besseren physikalischen Therapien, immer besser ausgebildeten Krankengymnasten oder nach immer besseren Manualtherapeuten führt hier in die falsche Richtung!

6.5. Hydro-Thermotherapie

Hierunter kann man allgemein die Therapie mit Wasseranwendungen bzw. Wärme und Kälte verstehen.

6.5.1. Wärme beim Post-Polio-Syndrom

Oft haben Post-Polio-Patienten ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Wärme. Diese typische Kälteintoleranz hat eine mögliche Ursache in einer gestörten Regulation des vegetativen Nervensystems, wodurch eine sonst vorhandene Engstellung der Hautgefäße bei kalter Umgebung ausbleibt. Folge ist eine vermehrte Blutansammlung besonders in den oberflächlichen Venen und damit ein erhöhter Wärmeverlust.

Als Wärmewirkungen können allgemein genannt werden:

• Eine bessere Durchblutung je nach angewandtem Verfahren auch in der   Tiefe, wodurch schon alleine eine Schmerzlinderung hervorgerufen   werden kann, da den Schmerz auslösende Substanzen schneller aus der   geschädigten Region abtransportiert werden.
• Wärme führt auch zu einer Muskelentspannung.
• Bänderstrukturen und Gelenkkapseln sind in der Wärme besser dehnbar   und verursachen daher bei Bewegung weniger Schmerz.

In der Praxis kommen folgende Verfahren zur Anwendung:

6.5.2. Oberflächliche Wärme

• Heiße Auflagen:
  z. B. feuchtes Tuch mit einer Temperatur von 42 bis 45 °C, die Wärme   kann durch eine zusätzliche Wärmeflasche gehalten werden. Eine   derartige Auflage bleibt 20 bis 30 Minuten liegen.

• Ähnlich: Kartoffelbrei-Auflage:
  Hier hat man anfänglich eine hohe Reizwirkung (gute Wärmeleitung durch   das Wasser), jedoch kommt es meist zum raschen Temperaturabfall,   weshalb die Tiefenwirkung nur gering ist.

• Dampfkompressen und heiße Rolle:
  Dabei kommt Wasser mit einer Temperatur von oft über 80 °C zum   Einsatz (Vorsicht!). Die Reflexwirkung ist sehr stark ausgeprägt, der   Schmerz wird durch andere Nervenimpulse "verdrängt".

• Moor- und Paraffin-Packungen:
  Meist werden sie mit einer Temperatur von 45 °C zubereitet, flüssiges   Paraffin ist noch heißer (50 bis 70 °C). Die Auflagen bleiben 30 bis 60   Minuten liegen und haben eine gute Tiefenwirkung.

• Örtliche Dampfstrahlbehandlungen:
  Wasserdampf wird mit Überdruck auf die Haut geleitet. Diese Therapie ist   an spezielle Einrichtungen gebunden, sie hat intensive reflektorische und   Tiefenwirkungen.

• Rotlichtbehandlungen:
  Ca. 30 Minuten dauernde Behandlungen mit hoher Reizwirkung und relativ   geringe Tiefenwirkung.

• Temperaturansteigende Bäder:
  Diese können sowohl als Teilbäder (Arm-, Fuß- oder Sitzbäder) als auch   als Vollbäder ausgeführt werden. Man beginnt mit einer Temperatur von   34 bis 36 °C und erhöht die Temperatur durch Nachgießen oder   Nachlaufenlassen von heißem Wasser innerhalb von 20 bis 30 Minuten   auf 40 bis 42 °C. Hier nutzt man besonders die Fernwirkung (z. B.   Durchblutungssteigerung) an inneren Organen, die man nicht bei   sofortiger Anwendung eines Heißreizes hätte.

• Sauna:
  Die Sauna-Anwendung stellt einen thermischen Wechselreiz dar, der eine  vielfältige Wirkung besitzt. Die Sauna kann sowohl akut zur  Schmerzlinderung eingesetzt werden, sie besitzt aber auch langfristig  Wirkungen (z. B. vegetative Umstimmung).

• CO2-Bäder:
  Diese besitzen eine geringere Kreislaufbelastung als gleich warm  empfundene Wasserbäder. Die Ursache liegt u. a. an einer Hemmung der  Kaltrezeptoren und einer Reizung der Warmrezeptoren (Kälte- bzw.  Wärmemelder in der Haut).

6.5.3. Verfahren, die Wärme direkt in die Tiefe der Gewebe einbringen

• Hierzu zählen die sog. Diathermieverfahren aus dem Bereich der   Elektrotherapie. Speziell können Kurzwelle, Dezimeterwelle, Mikrowelle   und auch Ultraschall genannt werden. Während die ersten Verfahren wie   die Mikrowelle zu Hause funktionieren und elektromagnetische Wellen in   der Tiefe des Gewebes in Wärme umgewandelt werden, werden die   Ultraschallwellen an sog. Grenzflächen reflektiert (z. B. Gelenkkapsel   oder Knochenhaut) und erwärmen in erster Linie diese Strukturen. Allen   diesen Verfahren ist gemeinsam, dass die Wärme nicht über die   Oberfläche zugeführt wird, sondern unmittelbar in der Tiefe entsteht.   Kurzwelle, Dezimeterwelle und Mikrowelle dürfen im Bereich von Metallen   im Körper oder bei Herzschrittmachern nicht angewandt werden.

• Ganzkörper-Infarot A-Hyperthermie: Dieses Verfahren besitzt folgende   Vorteile: Durch die liegende Position des Patienten kommt es zu einer   geringeren Venenfüllung. Gleichzeitig ist die Hautbelastung geringer als z.   B. bei Sauna oder Bädern. Außerdem kommt es zu einer weniger   ausgeprägten Kreislaufbelastung.

6.5.4. Kälteanwendungen

Wegen der schon beschriebenen, oftmals vorhandenen Kälteintoleranz gestaltet sich die Anwendung von Kälte beim Post-Polio-Syndrom oft problematisch. Am ehesten kann Kälte daher bei örtlich umschriebenen Schmerzen versucht werden. Die folgende Übersicht listet die gebräuchlichsten Verfahren auf:

• Kaltwasserbehandlung
• Eiswassertauchbad
• Massagen und Abreibungen mit Eiswürfeln
• Kältepackungen mit speziellen Kompressen (Silikat-Gel), die auch bei -20   °C noch gut verformbar sind
• Einfacher Behelf: Frottierhandtücher, die in Salzwasser getaucht werden
• Therapie mit örtlicher Kaltluft
• Ganzkörperkältetherapie bei -110 °C

6.6. Galvanisation und niederfrequente Reizstromtherapie

Eine Schmerzlinderung kann auf verschiedene Art und Weise erreicht werden. Bei der Gleichstromtherapie (Galvanisation) wird der Spannungsunterschied zwischen dem Inneren der Zellen und der Außenseite durch den Strom erhöht, dadurch wird eine Reizung durch schmerzauslösende Substanzen erschwert. Zur Schmerzlinderung kommt es unter dem Pluspol.

Zur Reizstromtherapie im engeren Sinne (Impulsstromtherapie) zählt man z. B. den Träbert'schen Reizstrom ("Ultrareizstrom", "Reizstrommassage"), den Bernard'schen Strom (wirkt milder) oder auch die für die Heimanwendung geeigneten "TENS"-Geräte (="Transkutane elektrische Nervenstimulation"). Anders als der galvanische Strom kann die Wirkung des Träbert'schen Reizstroms und anderer Impulsstromverfahren mit der sogenannten Gate-control-Theorie erklärt werden. Es werden andere Nervenfasern als die schmerzauslösenden gereizt, wodurch es zu einer Schmerzhemmung auf Rückenmarksebene kommt. Auch andere Mechanismen zur Schmerzbeeinflussung durch die Impulsstromtherapie werden diskutiert (z. B. die sog. "Hyperstimulation").

Gegenanzeigen für diese Form der Elektrotherapie sind eine eingeschränkte oder aufgehobene Sensibilität, Herzschrittmacher sowie Metallimplantate im Behandlungsbereich.

6.7. Mittelfrequente Reizstromtherapie

Hier kommt es im allgemeinen nicht zu einer sensiblen Reizung der Haut unter den Elektroden. Besonders verbreitet ist das sog. Interferenzstromverfahren, bei dem sich zwei mittelfrequente Ströme überlagern und in ihrem Kreuzungspunkt eine "Schwebung" erzeugen. 4 Elektroden werden um den zu behandelnden Herd platziert - das eigentliche Schmerz- oder Erkrankungsfeld liegt im Kreuzungspunkt.

6.8. Therapie mit Magnetfeldern

Die Therapie mit Magnetfeldern erfreut sich zunehmender Beliebtheit, obwohl es hierfür nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen gibt. Man unterscheidet eine Therapie mit statischen Magnetfeldern (kleine Permanent-Magnete, Magnetfolien, Armreifen und ähnliches) von einer Therapie mit gepulsten Magnetfeldern. Hier stellt man sich vor, dass es zu einer Resonanzauslösung besonders durch pathologisch veränderte Zellen und damit zu einem verbesserten Einstrom von Substraten in die Zelle kommt. Kritiker werfen der Methode vor, dass sie schon alleine wegen ihrer meist nur geringen Intensität keine Effekte hervorrufen kann. Die Untersuchungen sind auf diesem Gebiet noch nicht abgeschlossen, außer bei Herzschrittmachern gibt es aber kaum Gegenanzeigen.

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7. Weitere Naturheilverfahren

7.1. Schmerztherapie mit Hautreizen

Hautreize werden bei Schmerzen nicht nur in der Medizin angewandt, sondern auch "instinktiv". Man denke z. B. an das Pusten oder Streicheln einer Mutter bei einer kleinen Verletzung ihres Kindes oder das Reiben des Ellenbogens nach einem Stoß. In der Medizin kommen Massagen zum Einsatz, die jedoch nicht nur die Haut, sondern auch tiefere Schichten betrifft. Im weiteren kann man auch die niederfrequente Elektrotherapie zu den Behandlungen mit Hautreizen zählen, wenngleich hier spezifische Effekte und auch eine Durchblutungssteigerung hinzu kommen.

In der Volksmedizin bzw. Naturheilkunde gibt es eine ganze Reihe von Verfahren, von denen einige vorgestellt werden sollen:

7.1.1. Therapie mit Nadelreizen

Die Behandlung mit Nadelreizen hat eine lange Geschichte und umfasst bei weitem nicht nur die Akupunktur, an die man wohl zuerst denken wird. Die von uns vorgestellte "Nadelreizmatte" hat ihren Ursprung in den Volksmedizin-Systemen Ayurveda und Traditionelle Chinesische Medizin. Der genaue Ursprung ist trotz vieler überlieferter Schriften heute nicht mehr genau zu verifizieren, da es zwischen 1.000 und 700 v. Chr. durch Wandermönche zu intensiven Kontakten zwischen beiden Medizinsystemen kam.

In beiden Ethnomedizinsystemen spielten Nadeln seit jeher eine große Rolle: in der Traditionellen Chinesischen Medizin durch die Akupunktur, im Ayurveda durch die sog. "Fakirmatte".

Das von uns verwendete Medizinprodukt ist eine individuell zusammenstellbare Matte, die bei voller Bestückung insgesamt 1140 jeweils 4 mm hohe Nadeln aus Plastik enthält. Der Patient legt sich für 10 bis 45 Minuten mit dem schmerzhaften Körperteil auf diese Nadelreizmatte bzw. behandelt das entsprechende Hautareal. Die Anwendung der Nadelreizmatte stellt in der Klinik stets nur ein adjuvantes Verfahren und keine ausschließliche Therapie dar. Dagegen kann sie zu Hause durchaus einmal den Griff zur Schmerztablette ersetzen. Vorsicht ist lediglich bei Hautveränderungen im Behandlungsbereich (Entzündungen, Muttermale) geboten.

Genaue Untersuchungen zur Wirkungsweise der Nadelreizmatte sind uns nicht bekannt. Folgende Vorstellungen können diskutiert werden:

Zunächst einmal wird die Nadelreizmatte nicht nur bei Schmerzen, sondern auch bei einer Reihe weiterer Indikationen empfohlen. Theoretisch kann man sich viele verschiedene Wirkungen vorstellen, die von der offensichtlichen Steigerung der Hautdurchblutung bis hin zum Setzen eines unspezifischen leichten Stressreizes reichen, wobei es dann durch Gegenregulationen zu Entspannung und Stressabbau kommen kann. Am häufigsten wird eine Nadelreizmatte jedoch zur Schmerzlinderung bei vom Bewegungsapparat ausgehenden Schmerzen eingesetzt. Hier sind folgende Mechanismen denkbar:

• Durch eine Reizung schnell leitender Nervenfasern durch die   Nadelreizmatte kann im Sinne der "Gate control Theorie" eine Hemmung   von anderen Schmerzimpulsen auf Rückenmarksebene bewirkt werden.

• Eine "Hyperstimulation" kann zu einer "Verdeckung" des Schmerzes   beitragen.

• Starke Afferenzen (Impulseinströme im Nervensystem) können eine   Ausschüttung endogener Opiate und von Endorphinen (schmerzlindernde   und stimmungsaufhellende Substanzen) veranlassen.

• Reflektorisch kann es zu einer Muskelentspannung und Mehrdurchblutung   kommen, wodurch die Ursachen der Schmerzentstehung beeinflusst   würden.

7.1.2. Schröpfen

Das Schröpfen ist ein uraltes Hausmittel. Man kann wenigstens drei Arten unterscheiden:

• Das "trockene" Schröpfen, bei denen sich Glasglocken durch Unterdruck   an der Haut festsaugen. Der Unterdruck kann entweder durch Hitze   (Flamme) oder durch eine Pumpe bzw. einen Gummiball erzeugt werden.   Speziell auf den Schmerz bezogen kann man die Wirkung des trockenen   Schröpfens z. B. über einen "Gegenreiz" oder eine massageähnliche   Wirkung erklären.

• Das "blutige Schröpfen", bei dem zusätzlich die Haut geritzt wird und   sich ein Teil des Schröpfkopfes mit Blut füllt. Dieses Verfahren ist im   übertragenen Sinne bei "Energiefülle" und z. B. Hautverquellungen   angezeigt. Zusätzlich sollen die Fließeigenschaften des Blutes verbessert   werden.

• Schröpfkopfmassage: Hier wird ein großer Schröpfkopf langsam über die   gut eingeölte Haut geführt - Verquellungen können so von der Unterlage   gelöst werden.

7.1.3. Baunscheidtieren (umstrittenes Verfahren!)

Ein umstrittenes Verfahren stellt das sog. "Baunscheidtieren" dar, wenngleich ihm von seinen Befürwortern eine hohe Wirksamkeit zugeschrieben wird. Entwickelt wurde die Methode von dem Mechaniker Carl Baunscheidt (1809 - 1873). Es gilt als ein typisches hautausleitendes Verfahren. Allgemein wird es "zur Entgiftung" des Körpers und zur "Entlastung" innerer Organe empfohlen. Als spezielle Indikationen werden rheumatische Erkrankungen, Neuralgien, Neuritiden, allgemein Schmerzzustände, Arthrosen und Lumboischialgien genannt.

In der Praxis wird zunächst die Haut mit einem speziellen Instrument, dem sog. "Lebenswecker" ("Stichler"), verletzt. Dabei sollte es nach Möglichkeit zu keinem Blutaustritt kommen. Anschließend wird die verletzte Haut zum Erzeugen einer Entzündung mit einem speziellen Öl (" Baunscheidt-Öl") eingerieben. Ursprünglich handelte es sich dabei um ein modifiziertes simples Mechaniker-Öl. Oft entstehen bei der Behandlung eitrige Pusteln. Vorbestehende entzündliche Hautveränderungen gelten als Gegenanzeigen. Das Baunscheidtieren ist nicht harmlos und die Anwendung sollte erst nach kritischer Abwägung und nach Ausschöpfen anderer Therapiemaßnahmen erfolgen.

7.1.4. Cantharidenpflaster

Ein eher seltenes Verfahren, das den "ausleitenden Therapien" zugerechnet wird und ebenfalls kontrovers diskutiert wird, ist die Behandlung mit einem speziellen Pflaster, das mit Cantharidin (getrocknete und verriebene spanische Fliege) beschichtet ist 10 bis 16 Stunden nach Aufbringen des Pflasters bildet sich eine Blase, die einer Blase bei Verbrennung ähnelt. Diese Therapie ist seit dem Mittelalter bekannt und wird teilweise Paracelsus zugeschrieben: "Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, dort will sie schädliche Stoffe anhäufen und ausleeren. Wo sie dies nicht selbst fertig bringt, dort mache man ein Loch in die Haut und lasse diese heraus." Als Indikationen gelten bei Verfechtern dieser Therapie auch heute noch z. B. rheumatische und degenerative Gelenkerkrankungen. Man vermutet auch, dass das Cantharidin auf das Lymphsystem einwirkt und spricht vom "weißen Aderlass" im Gegensatz zum "roten Aderlass" des Schröpfens (hier Wirkung auf die Blutgefäße).

Das Verfahren ist nicht unkritisch und seine Anwendung sollte sorgsam überlegt werden. So sind allergische Reaktionen und eine Schädigung innerer Organe möglich. Nieren- und Blasenerkrankungen gelten als Gegenanzeigen.

7.2. Akupunktur

Die Akupunktur gehört zur traditionellen chinesischen Medizin. Hier werden durch Nadeln bestimmte Akupunkturpunkte gereizt, ein normaler Fluss des "Chi" (schlecht übersetzt: "Energie") soll so wiederhergestellt werden. Die Akupunktur hat einen festen Platz in der Schmerztherapie, sollte aber gezielt in ein Behandlungskonzept eingebaut und nicht monoman eingesetzt werden.

7.3. Phytotherapie
(Einsatz pflanzlicher Mittel zur Schmerzlinderung)

Das häufigste Schmerzmittel aus dem Bereich der Heilpflanzen ist die Teufelskralle. Wegen der gegenüber synthetisch hergestellten Arzneimitteln geringeren Nebenwirkungsrate sind Teufelskrallenpräparate daher bei allen leichten bis mittelstarken Schmerzzuständen uneingeschränkt zu empfehlen. Ob für Weidenrindenpräparate oder Weihrauchmittel, die sich durch eine antientzündliche Wirkung auszeichnen und daher bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz kommen, eine Indikation beim Post-Polio-Syndrom zu sehen ist, hat man noch nicht genauer untersucht.

7.4. Homöopathie

Im Gegensatz zur Phytotherapie arbeitet die Homöopathie oftmals nicht mehr im Bereich stofflich nachweisbarer Substanzen, sondern mit sog. "Potenzen", also speziell hergestellten Verdünnungen, die wirksamer sein sollen als die eigentliche Substanz. Man kann sich vorstellen, dass durch die milden Reize der Homöopathie Selbstheilungskräfte im Körper angeregt werden. Es gibt verschiedene Richtungen der Homöopathie - bei der "klassischen" Homöopathie wird dasjenige Mittel in potenzierter Form eingesetzt, das beim Gesunden in niedriger Verdünnung diejenigen Symptome hervorruft, die der Krankheit entsprechen. Auf diese Weise kann die Homöopathie bei sehr vielen verschiedenen Erkrankungen - so auch beim Post-Polio-Syndrom und damit verbundenen Schmerzen eingesetzt werden, ist aber eine sehr individuelle Art der Medizin. Trotz umfangreicher Forschungen und trotz der weiten Verbreitung dieses Verfahrens wird über ihre Wirksamkeit innerhalb der Ärzteschaft nach wie vor gestritten.

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8. Psychologische Techniken

Die am Anfang beschriebene enge Verflechtung von Schmerzerlebnis und Psyche macht verständlich, dass insbesondere bei chronischen Schmerzzuständen einer Mitbehandlung der Psyche ein hoher Stellenwert zukommt. Dies betrifft besonders chronische Schmerzzustände, bei denen der Schmerz seinen Sinn als Warnsignal verloren hat und es zu einer Verselbständigung, also einer Schmerzkrankheit gekommen ist. Dem ganzheitlichen Anspruch der Naturheilkunde entsprechend werden daher ganz selbstverständlich psychologische Ansätze in ein Behandlungsprogramm integriert.

Es gibt eine Fülle psychologischer Techniken, die bei der Behandlung chronischer Schmerzen empfohlen werden. Bei uns haben sich folgende Methoden bewährt:

• Progressive Muskelrelaxation nach Jakobson:
  Diese Technik ist besonders leicht zu erlernen und lässt sich schon nach   wenigen Anleitungen selbständig einsetzen.

• Autogenes Training:
  Das autogene Training ist anspruchsvoller und benötigt eine längere Zeit   der Anleitung und des Übens.

• Atemfeedback:
  Das Atemfeedback ist eine apparative Methode, die akustisch und/oder   optisch über einen PC Rückmeldungen über die Atmung gibt. Eine   Beruhigung der Atmung geht mit einer allgemeinen Entspannung einher,   was oft auch Schmerzen lindert.

• Hypnose:
  Die Hypnose ist immer noch ein umstrittenes Verfahren, was nur gezielt   im Einzelfall angewandt wird. Die Indikationsstellung dafür sollte man dem   Psychologen oder Psychosomatiker überlassen.

• Einzel- oder Gruppengespräche:
  Viele chronische Erkrankungen, so auch der chronische Schmerz, können   im Zusammenhang mit ihrer Verselbständigung innerhalb der Familie oder   der Arbeitsumwelt unbewusst eine "Funktion" ausüben und dadurch an   ihrem Verschwinden gehindert werden. Derartige Zusammenhänge   aufzudecken, ist die Aufgabe psychologischer Einzelgespräche. In vielen   Fällen können diese durch Gruppentherapien ergänzt werden.

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9. Ernährung und Schmerz beim Post-Polio-Syndrom

Hinsichtlich der spezifischen Wirkung einer naturheilkundlich geprägten Diätetik (z. B. vegetarische Kost) bestehen für das Post-Polio-Syndrom keine gesicherten Erkenntnisse. In jedem Fall ist bei Übergewicht eine Kalorienreduktion angezeigt, da eine Gewichtsnormalisierung weniger Belastung für Gelenke und Muskulatur bedeutet und damit indirekt zur Schmerzlinderung beitragen kann. Trotz der genannten Einschränkungen kann sicher aber auch eine vegetarisch geprägte Vollwerternährung empfohlen werden, da sie neben ihrer antientzündlichen Wirkung positiv auf Risikofaktoren des Herz-Kreislaufsystem wirkt (z. B. Senkung erhöhter Blutfettwerte). Dies ist für Post-Polio-Patienten besonders wichtig, da durch den oft erzwungenen Bewegungsmangel ein weiterer Risikofaktor hinzukommt.

10. Schlussfolgerungen

Naturheilverfahren sind auch beim Post-Polio-Syndrom keine "alternativen" Therapieverfahren sondern integraler Bestandteil eines abgestimmten Therapiekonzeptes. Man sollte sie unvoreingenommen einsetzen und nach rationalen Gesichtspunkten auswählen und dabei nicht ideologischer Engstirnigkeit frönen.

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Quelle: www.polio.sh

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Schmerzen und Funktionsstörungen

Schmerzen und Funktionsstörungen bei PPS
mit einem orthopädischen Therapiekonzept behandeln

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Dr. med. Axel Ruetz

Herr Dr. Ruetz ist Chefarzt der Abt. Orthopädie und Leiter der Spezialambulanz für Polio-Betroffene der Hufeland-Klinik in Bad Ems.

Einleitung

Das Post-Polio-Syndrom als Entität mit verschiedensten Symptomen ist wie viele neuroorthopädische Erkrankungen häufig im Alltag behindernd wegen der Schmerzen, die es auslöst. Die subjektive Schmerzempfindung wird aber nach der heutigen Wissenschaftslage wesentlich beeinflusst durch die damit verbundene Funktionsbehinderung im Alltag. Schmerzreduzierung ohne Verbesserung der täglichen Lebensaktivität wird also nur beschränkte Aussicht auf Erfolg für Patienten nach einer Polioerkrankung haben.

Die Diagnostik und Behandlung des vielfältig in seiner Ausprägung vorkommenden Post-Polio-Syndroms ist mit ca. 70.000 Patienten zwar nicht gerade eine Rarität, trotzdem beschäftigen sich nur wenige medizinische Einrichtungen praktisch und theoretisch mit den notwendigen Grundsätzen einer Schmerz- und funktionellen Therapie.

So muss ein neuroorthopädisch therapeutisches Konzept sich, wie hier geschehen, mit weltweit abzufragenden Konzepten anderer Poliozentren auseinandersetzen und zur Implementierung therapeutischer Strategien eine verwendbare Einteilung und Übersicht geben.

Beginnen möchte ich mit einigen aktuellen Zahlen (Pongratz 2002), die belegen, dass es nötig ist, sich mit dem Problem Schmerz zu beschäftigen. Von Patienten mit Zustand nach einer Polio-Erkrankung leiden
- 80 % an Muskelschmerzen,
- 75 % an Gelenkschmerzen,
- 50 % an Kälteintoleranz.

Definition des Post-Polio-Syndroms

Um die Art der Schmerzen einordnen zu können, muss ich auf die Definition des Post-Polio-Syndroms eingehen. Wir unterscheiden zwischen einem so genannten stabilen Zustand nach Polio und dem instabilen Post-Polio-Syndrom.

Kriterien für das Vorliegen eines
instabilen Post-Polio-Syndroms
(Consensus of the Post-Polio Task Force)

- Zustand nach Polio
- 15 Jahre Rekonvaleszenz
- unnatürliche Muskelschwäche, Müdigkeit
- Ausschluss degenerativer und anderer orthopädischer Ursachen

Spätfolgen / Symptome / Schmerzen

Stabiler Zustand nach Polio:
- Arthrosen großer Gelenke und der Wirbelsäule
- Wirbelsäulenskoliosen
- Bänder-, Kapsel- und Sehnenentzündungen
- Folgen von Stürzen
- Folgen der Osteoporose
- Teigige Extremitätenschwellung

Instabiles Post-Polio-Syndrom:
- Muskelschmerzen bei Belastung und in Ruhe
- Neue Instabilität großer und kleiner Gelenke
- Klassische Zeichen einer sekundären Erkrankung (Schwäche,   Müdigkeit)
- Kälteintoleranz mit Ödemen

Es liegt in der Natur der Erkrankung, dass die aufgezählten Spätfolgen eines stabilen Zustandes nach Polio auch beim instabilen Post-Polio-Syndrom auftreten.

Schmerzarten

Übersicht typischer Schmerzen beim PPS
(P. Peach, Palmyra Post-Polio Clinic, Lincolnshire)

  • Überlastungsschmerz von Muskeln, Bändern und Gelenken
  • Muskelschmerz mit Krämpfen und Kribbeln
  • Tendinitis der langen Bizepssehne und Supraspinatussyndrom    (Anmerkung: Überlastung der Muskeldrehmanschette durch    langjährigen Krückengebrauch)
  • Genu recurvatum mit Kniekehlenschmerz
  • Schmerzen im unteren Rücken (Low back pain) bei abnormer    Sitzposition (Skoliose)

    Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die akkurate Diagnose der Schmerzursache. Leider muss aber deutlich gesagt werden, dass trotz aller Sorgfalt bei Diagnose und Behandlung ein bleibender Restschmerz nicht ungewöhnlich ist.

    Schmerzklassifizierung bei Polio-Betroffenen
    (A. Gawne/L. Halstead)

    Typ I
    beschreibt den typischen Post-Polio-Muskelschmerz. Er erinnert viele Patienten an den Muskelschmerz, den sie in der Akutphase ihrer Erkrankung erlebt haben. Er ist charakterisiert durch Krämpfe, durch Faszikulationen (Eigenerregungen im Muskel), durch Kribbelparästhesien (Missempfindungen). Dieser Schmerz tritt häufig beim Ausruhen, vor allem nachts, auf.

    Typ II
    ist der Überlastungsschmerz. Überlastung führt zu Verletzungen des Muskels, die man unter dem Mikroskop nachweisen kann. Dieser Schmerz betrifft nicht nur den Muskel selbst, sondern auch bindegewebige Strukturen (Bänder, Sehnen, Schleimbeutel). Außerdem finden sich, ähnlich wie bei der Fibromyalgie, Triggerpunkte.

    Typ III
    ist der bio-mechanische Schmerz. Hierbei handelt es sich um einen degenerativen Gelenkschmerz, häufig im Sinne eines tief sitzenden Rückenschmerzes. Ursache sind oft die überlasteten kleinen Wirbelgelenke der Wirbelsäule. Eine nach meiner Erfahrung nicht ganz so häufige Ursache sind Nervenkompressions-Syndrome (z. B. Karpaltunnel-Syndrom).

    Medikamentöse Regime bei Schmerzen nach Polio

    Vielfach beruht die Verordnung von Medikamenten gegen Schmerzen beim Polio-Patienten auf der Erfahrung des Arztes. Es fehlen große, wissenschaftliche Untersuchungen. Wir dürfen aber nur noch solche Medikamente verordnen, die auch für die entsprechende Indikation zugelassen sind (Off-Lable-Use). Dieses Problem wird sich zukünftig eher noch verschärfen.

    Typ I (Post-Polio-Muskelschmerz):
    Cytidin-/Uridinphosphate (i. m. oder p. o.), Gabapentin, ggf. L-Carnitin

    Hier gibt es seit längerer Zeit ein Medikament, das den Nervenstoffwechsel verbessert (Cytidin-/Uridinphosphate). Es kann bei Bedarf (hohe Dosierung) gespritzt werden. Eine ambulante Behandlung ist möglich.

    Die Behandlung mit Gabapentin sollte stationär durchgeführt werden, da sich in der Aufsättigungsphase Nebenwirkungen gezeigt haben. Es handelt sich um ein Medikament aus der Behandlung der Epilepsie, das die Zulassung zur Behandlung eines neuropathischen Schmerzes seit 6/02 besitzt. Es empfindet die Wirkung eines physiologischen Hormons im Nervenstoffwechsel nach. Nicht nur in Einzelstudien wurde die hervorragende Wirksamkeit bestätigt.

    Typ II (Überlastungsschmerz):
    Amitriptylin, Paracetamol
    Triggerpoint-Lokalanästhesie (Procain, Mepivacain)
    Hier haben sich althergebrachte Medikamente als durchaus sinnvoll erwiesen.

    Typ III (bio-mechanischer Schmerz):
    NSAR, langfristig insbesondere Refocoxibe (COX II-Hemmer), lokal i. a.,
    ligamentär Injektionen (Mepivacain, Glycerol, Steroide)

    Polio-Patienten sind chronisch kranke Patienten. Ich gehe davon aus, dass es Schmerzen gibt, die trotz aller Maßnahmen im orthetischen Bereich oder im Rahmen der Physiotherapie nicht ohne Medikamente beherrschbar sind. Gerade hier müssen wir Medikamente verordnen, die mit möglichst wenig Nebenwirkungen verbunden sind.

    Ich komme noch einmal auf eine invasive Methode, die wir hier in der Klinik durchführen: Injektionen an den Bändern. Wir erreichen damit eine Härtung der Bänder, eine Umscheidung der Schmerzfasern mit einer Narbe, die zum Rückgang der Schmerzempfindung führt.

    Die Facetten-Infiltration bringt nachgewiesenermaßen eine rasche und recht dauerhafte Entlastung.

    Langfristige Schmerzkonzepte

    Zu einem langfristigen Schmerzkonzept gehört natürlich mehr als eine medikamentöse Behandlung. Es gilt, das Befinden des Patienten zu verbessern, nicht nur den Befund. Zur Überprüfung des Therapieerfolgs arbeiten wir mit der visuellen Analogskala (VAS). Der Patient wird aufgefordert, sein Befinden auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 10 (sehr schlecht) einzuordnen. Dieser Wert sollte sich am Ende der Behandlung deutlich verbessert haben, damit eine Behandlung auch gegenüber dem Kostenträger als erfolgreich gelten kann.

    Typ I (Post-Polio-Muskelschmerz):
  • TENS
  • niederfrequente elektrische Reizstromtherapie zur Verbesserung des    mitochondrealen Stoffwechsels; Behandlung des geschwächten    Muskels, ohne den Nerv zu schädigen
  • passive physikalische Maßnahmen; keine neurophysiologischen    Techniken (Gefahr der Überanstrengung)
  • vermehrte Therapie für Typ-I-Fasern, wegen Typ-II-
  • Faser-Überforderung
  • klinische Psychologie
  • Rollstuhl zeitweise zur Entlastung
  • stationärer Aufenthalt bei sehr starkem, auch durch Medikamente    nicht einzuschränkendem Muskelschmerz
  • wichtig bei Post-Polio-Muskelatrophie-Syndrom: Schlaflabor-    Screening,
  • ggf. nicht-invasive Beatmung

    Typ II (Überlastungsschmerz):

  • TENS
  • niederfrequente elektrische Reizstromtherapie lokal schwacher    Muskeln
  • isokinetisches, aerober Fahrrad-Ergometer-Training unter    Kreatininkinase-Kontrolle nach Ergometrie mit Laktatmessung (z. B.    Rollstuhl-Ergometer mit RMV, Fahrrad-Ergometer mit Pulskontrolle)
  • Physiotherapie: Myofasciale Release-Techniken (Cranio-Sacrale    Integration, Osteopathie, manuelle Therapie) keine lokale    Überforderung!
       Schmerzverarbeitung (z. B. Progressive Muskelrelaxation nach    Jacobson)
  • kalt/nass-Wickel, Eis lokal, Ultraschall, MLD, Hitze (Hyperthermie?),    Fango, Sauna, vorsichtige Massage

    Bedeutung der Isokinetik:
    Typisch für eine Polio ist das Auftreten asymmetrischer Lähmungen. Ein Bein ist z. B. stärker als das andere. Mit einem Bein kann man kräftig in die Pedale treten, mit dem anderen fast gar nicht. Durch eine Restmuskelverstärkung sorgt das Gerät nun dafür, dass trotz der unterschiedlich aufgewandten Kraft immer derselbe Bewegungsweg durchgeführt wird.

    Typ III (bio-mechanischer Schmerz):

  • Lebensstil-Änderung (Gewichtsreduktion, Belastungen zurückführen,    Stress-Abbau)
  • Physiotherapie: Propriozeptive neuromuskuläre Faszilitation (PNF)    inklusive isotonischem Bio-Feedback im Tergumed nach Testung der    Range Motion
  • keine lokale Überforderung bei aktiver KG!
  • Ergotherapie zum Training der täglichen Aktivitäten, Ausdauer-    Leistungs-Training, Gelenkschutztraining, Stärkung der Restfunktion,    ggf. isokinetisches Training (Kraftgrad I bis V nach Janda)
  • Orthesen: UTX/neu: Freewalk, Lumbalorthesen, Thönnissen Support,    Gebrauchsschulung (wichtig!)
  • Hilfsmittel: Selbstfahrer-Rollstuhl, E-Motion (zuschaltbare Restkraft),    Scooter, Badewannenlifter
  • Psychologische Betreuung (Autogenes Training / Progressive    Muskelrelaxation)
  • Leistungsdiagnostik
  • Reha-Sport: langfristig, an den Möglichkeiten des Patienten    orientiert, nicht schädigend, die Behinderung berücksichtigend!

    Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung aller genannten Maßnahmen ist eine weitgehende Schmerzfreiheit. Hierzu können nötig sein:

  • Lokale Injektionen: Kortikoid in Gelenke, Glycerol an Bänder oder    Nerven
  • Operationen:
       - gelenkerhaltend (Knie/Schulter)
       - gelenkersetzend (Hüfte/Knie)
       - Nervenenge-Syndrome
  • Mitbehandlung einer Osteoporose (Bisphosphonate, Kalzium, Vitamin    D3)

    Schlussbemerkungen

    In ein langfristiges Konzept muss der Patient immer als Partner eingebunden sein. Er muss es verstehen, und er muss es wollen. Er sollte so viel Hilfe und so viel Medikamente wie nötig erhalten, um so viel Aktivität wie möglich entfalten zu können. Rehabilitationssport kann ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und der Lebensfreude sein.

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    Diagnose des PPS /
    Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen

    Beim Post-Polio-Syndrom handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen. Es ist ebenso schwierig wie notwendig, es von anderen Erkrankungen abzugrenzen.

    Ähnliche Störungen wie bei PPS
    (Trojan, Cashman, Montreal Neurological Institute and Hospital, Uni Montreal, Canada; 1997)

  • Erwachsenenform der spinalen Muskelatrophie
  • Multiple Sklerose
  • Druckschäden des "Rückenmarkschwanzes" (Cauda-equina-Syndrom)
  • HWS-Knochenanbauten
  • chronisch entzündlich entmarkende
  • Nervenerkrankungen(Polyneuropathie)
  • Diabetische Nervenversorgungsstörung
  • Erworbene Neuropathien
  • Schwermetallvergiftungen
  • Erkrankungen herdförmiger Motorikfortleitungsstörungen
  • Myasthenia gravis (Erkrankungen der Nervensynapsen)
  • Morbus Parkinson (Schüttellähmung)
  • Periphere Polyneuropathie
  • Nervenwurzelerkrankung und -bedrängungen (z. B. bei degenerativen    WS-Veränderungen)
  • Rückenmarkstumor
  • Rückenmarkskanalenge

    Quelle: www.polio.sh

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    Stress
    Stress - Allgemeine Einführung

    Dr. Ingeborg Buchholz
    Dr. Ingeborg Buchholz

    Die Natur in und um uns ist durch sich ständig wiederholende Rhythmen in unterschiedlichen Abständen und unterschiedlicher Dauer gekennzeichnet. Besteht völlige Übereinstimmung zwischen einem Organismus, sei es ein menschlicher, tierischer oder auch pflanzlicher Organismus, und seiner Umwelt (seinem Umfeld), sprich einem gesunden Organismus, so befindet sich dieser Organismus in einem geregelten System.

    So ein geregeltes System liegt vor, wenn der Organismus in der Lage ist, diesen Zustand gegen ständig geänderte Bedingungen von außen durch fein aufeinander abgestimmte Regulationsmechanismen innerhalb enger Grenzen konstant zu erhalten. Sobald diese Optimalbedingungen nicht mehr gewährleistet werden, treten Störungen im Ablauf des Stoffwechsels ein. Durch Anpassung versucht der Organismus, Belastungen sowohl von außen (exogen) als auch von innen (endogen) auszugleichen.

    Stress ist das Schlagwort für Belastung bzw. eine belastende Situation und hat die Organismus-Umwelt-Wechselwirkung zur Grundlage. Demzufolge ist das Kriterium einer Stressreaktion auf Umweltreize, gleich welcher Art, zu reagieren. Dabei steht immer die Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichtes des Organismus (der Homöostase oder auch des „milieu interieur“) im Vordergrund der Antwortreaktionen.

    Entwicklung der Stressforschung

    Das Stresskonzept basiert auf Untersuchungen von Selye (1936). Nach ihm werden unspezifisch wirkende exogene Faktoren als Stressoren und die daraufhin eintretenden unspezifischen Reaktionen als Stress bezeichnet. Selye (1907-1982) gilt als der Vater der Stressreaktionen. Der eigentliche Stressbegriff geht auf ihn zurück und besagt, dass bestimmte Noxen (Belastungen) immer wieder ein Krankheitsbild mit gleichen Symptomen erzeugen. So konnte er im Tierversuch an Ratten durch unterschiedliche Belastungssituationen immer die gleichen Symptome, nämlich eine Vergrößerung der Nebenniere, insbesondere der Nebennierenrinde und eine Verkleinerung des Thymus und des gesamten lymphatischen Systems erzielen. Hinzu kamen das Auftreten von Magen- und Darmgeschwüren und eine Verminderung der Anzahl bestimmter weißer Blutzellen (Lymphozyten und eosinophile Granulozyten). Durch dieses regelmäßig wiederkehrende Reaktionsbild entwickelte Selye daraus das Allgemeine Adaptations-Syndrom (AAS = allgemeines Stresssyndrom).

    Im zeitlichen Ablauf des AAS folgen drei Stadien aufeinander:

    1. Alarmreaktion (Alarmphase)
    2. Anpassungsreaktion (Widerstandsphase)
    3. Erschöpfungsreaktion (Niederbruchs- oder Erschöpfungsphase)

    Bei der Alarmreaktion handelt es sich um Reaktionen, die der Organismus ohne Probleme bewältigt. In der zweiten Phase handelt es sich um Reaktionen, die bei Stress (also Belastung) eine Anpassung (Adaptation) zur Folge haben im Sinne der Stress-(Belastungs-)Bewältigung. Bei anhaltender intensiver Belastung (Überbelastung) oder bei geschwächten Organismen kommt es zu keiner Bewältigung der Belastungssituation mehr. Die Folge ist das Auslösen von Krankheiten (Phase 3).

    Bild-Schema-Stressoren

    Als Stressoren kommen die vielfältigsten Auslöser in Frage, z. B. psychosoziale Faktoren, endogene Faktoren (u. a. Infektionen) ernährungsbedingte Faktoren (Mangelernährung, Hunger, Durst, u. a.), klimatische Faktoren und viele andere (Abbildung 1; aus Döcke, F.: Vet. Med. Endokrinologie, 3. Aufl. 1994).

    Die Wirkung auf einen Stressor ist nicht immer einheitlich. Der Stress hat nämlich zwei Gesichter: Die Stressart, die sich über einen längeren Zeitraum auf den Gesamtorganismus negativ auswirkt, wird als Distress bezeichnet. Eustress nennt man die Stressart, die sich in jeder Hinsicht physiologisch positiv auf den Organismus auswirkt, d. h. die Leistungsfähigkeit, die Immunresistenz und das Wohlbefinden steigert.
    In der Medizin liegt das Interesse zum einen in der Untersuchung der Alarmreaktion, zum anderen in der Bewältigung von Erkrankungen durch Stress. Emotionale psychische Stressoren haben die größte Bedeutung und zwar stets im negativen Sinne.

    Die Alarmreaktion setzt bereits einige Stunden nach Einwirkung des Stressors ein und dauert ein bis zwei Tage an. Die Abgabe von Kortisol, einem Hormon, steht hierbei im Vordergrund. Des weiteren kommt es, nerval gesteuert, zur Ausschüttung der Stresshormone Noradrenalin und Adrenalin durch die Nebenniere (Nebennierenmark). In dieser Alarmphase kommt es aufgrund der angeführten Reaktionen zu einer Abnahme der immunologischen Abwehrkräfte (Immunsuppression).

    Das zweite Stadium der Stressreaktion stellt die Anpassung des Organismus an eine länger dauernde Wirkung der Stressoren dar, und es kommt zu einer erhöhten allgemeinen Widerstandskraft des Organismus.
    In der dritten Phase der Erschöpfung bricht die Anpassung zusammen und kann im weiteren Verlauf sogar tödlich enden.

    Grundsätzlich reagiert der Körper auf Stress mit fein differenzierten, komplexen Antworten, ausgelöst durch das Zusammenspiel der Nerven (neurogener Stress) und Hormone (systemischer Stress), die die Informationen im Körper verteilen. Hier rufen sie, je nach den verschiedenen Zelltypen deren spezifische Reaktionen hervor. Dabei kann das gleiche Hormon ein Organ aktivieren und ein anderes hemmen.
    Die Abbildung 2 gibt einen Überblick zur Wirkung der Stressoren.


    Bild-Schema-Stressoren

    Stressreaktionen aus heutiger Sicht

    Die Folgen von Dauerstress zeichnen sich wie folgt ab (GEO 03/2002):
    • Nervenzellen
    Das Gehirn leidet bei chronischem Stress. Bestimmte Zytokine (Botenstoffe) zerstören Nervenzellen. Zu viel Kortisol hemmt die Funktion des Hippocampus – des Hüters der Gedächtniszellen. Langfristig kann er dadurch schrumpfen.

    • Bauchspeicheldrüse
    Kortisol verringert die Wirkung von Insulin auf die Körperzellen. Eine chronische Erhöhung interpretiert der Körper als Insulinmangel. Folge: Die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse produzieren immer mehr Insulin, bis sie erschöpft sind. So entsteht tatsächlich ein Insulinmangel – und folglich ein Diabetesrisiko.

    • Blutgefäße
    Ein chronisch erhöhter Blutdruck beschädigt die Gefäße. Weiße Blutkörperchen haften verstärkt an den Innenwänden – bis sie sich entzünden. Fett, Zucker und verklumpende Blutplättchen verstopfen die Blutbahn, es kann zu Arteriosklerose, Infarkten in Herz, Lunge oder Gehirn kommen.

    • Muskeln
    Auch Muskelzellen sprechen auf weniger Insulin an und schleusen weniger Zucker in das Zellinnere. Stattdessen verbrennen sie Fettsäuren. Zudem wird Muskeleiweiß verbraucht – die Leber verwandelt es in Zucker, die Muskeln schrumpfen. Die Nackenmuskulatur wird durch psychische Belastung dauerhaft aktiviert, was zu Verspannungen führt.

    • Magen
    Noradrenalin verengt die Blutgefäße der Verdauungsorgane. Durch die geringere Durchblutung gelangen nur wenige Immunzellen in den Magen, und, so eine Theorie, der Erreger der Magenschleimhautentzündung kann sich ungestört vermehren. Zudem reagiert der Magen bei Stress womöglich überempfindlich auf Magensäure. Dehnt sich die Magenwand nach dem Essen, entstehen Schmerzen und Übelkeit.

    • Geschlechtsorgane
    Kortisol im Blut hemmt indirekt die Testosteron-Synthese. Die Libido sinkt, die Hoden produzieren weniger Spermien, Impotenz kann die folge sein. Bei Frauen ist der Menstruationszyklus gestört.

    • Immunsystem
    Bei chronischem Stress ist häufig zu viel Kortisol im Blut. Dies bremst die Zytokin-Synthese und blockiert damit weitere Schritte der Körperabwehr. Kortisol hemmt zudem direkt das lymphatische System. Manchmal entsteht auch ein Kortisolmangel, und das Immunsystem ist überaktiv.   Dies registriert der Hirnstamm und bewirkt Veränderungen von Verhalten und Gemütslage: Mattheit, sozialer Rückzug, Depressionen sind die Folge.


    Abschließend sei angeführt, dass die gesundheitsschädigenden Konsequenzen bei Nichtbeachtung anhaltender Stressoren die organische als auch die psychische Balance im Organismus stören und das geregelte System nicht mehr vorhanden ist.

    Quelle: Polio-Nachrichten Nr. 3/2003 vom 15.08.2003 - Zeitschrift des Bundesverbandes Poliomyelitis e. V.
    - Informationen zu Polio (Kinderlähmung) und Post-Polio-Syndrom; Internet: www.polio.sh
    E-Mail: bundesverband@polio.sh

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    Stress

    Post-Polio-Syndrom und Stress

    Dr. med. Peter Brauer
    Dr. med. Peter Bauer

    Das Post-Polio-Syndrom (PPS) zwingt den krankheitsbewusst lebenden Patienten zur Gratwanderung zwischen einer ausreichenden, die Mobilität wie allgemeine Befindlichkeit erhaltenden und einer überfordernden, die Mobilität wie allgemeine Befindlichkeit zunehmend einschränkenden Belastung. Das System des körperlichen wie seelischen Halte- und Bewegungsapparates unterliegt einer niedriger als beim Gesunden anzusetzenden Toleranzschwelle gegenüber Störeinflüssen.

    Daraus ergibt sich die Frage, inwieweit PPS-Symptome Ursache und/oder Ergebnis von Stress sind, wenn darunter die Umschaltung des Organismus von sogenannter normaler auf erhöhte bis höchste Leistungsbereitschaft als Reaktion auf eine über das durchschnittliche Maß hinausgehende körperliche sowie seelische Belastung zu verstehen ist. Dieser Vorgang beinhaltet eine neurohormonal gesteuerte Energieverschiebung von der Erholungs- auf die Leistungsseite. (4) Nach WITTIG-GOETZ und RUNDNAGEL wirken die Stressoren über die mentale, die emotional-soziale und die physische Ebene und sind überwiegend psychische Stressoren. (5)

    Leben ist an ein trainierendes Minimum von Stress gebunden, das der Existenzerhaltung in Form von Entwicklung und Erhaltung eines ausreichenden Reaktions- und Bewältigungsvermögens bezüglich Belastung dient. Dieser Zustand betrifft den gesamten Organismus in allen seinen Leistungen. Stress ist Anspannung, ist Leben auf einem energetisch höheren Niveau und bedarf zu seiner Erhaltung entsprechender Entspannungsphasen, des Stressabbaues. Dauerstress führt zu Verschleiß von Struktur und Funktion und macht krank.

    In Bezug auf das Post-Polio-Syndrom ist vom Distress die Rede, dem Stress, der das individuelle Bewältigungsvermögen überschreitet, nicht harmonisch aufgelöst werden kann und damit zu gesundheitlichen Folgeschäden führt. Die Grenze zwischen Eustress und Distress ist fließend. Für Post-Polio-Patienten kann Eustress nicht selten schon Distress sein.

    Betrachten wir unter diesem Aspekt die Entwicklung des Polio-Patienten über den Post-Polio-Patienten zum Post-Polio-Syndrom-Patienten. Im Sinne der vorgenannten Stressdefinition ist die Polio-Erkrankung wie jede andere Erkrankung als Stressor (Stress 1) anzusehen. Der Gesundungsprozess geht mit einen verzögerten Stressabbau einher, begleitet von einem weiteren Stressor (Stress 2), dem in der Vergangenheit mangels besseren Wissens üblichen rehabilitativen physischen wie psychischen Gewalttraining. Der Stressabbau (Stress 1) gelingt je nach Restitutionsmöglichkeit entsprechend dem gesetzten Schaden teilweise bis mehr oder weniger vollkommen erst in einem größeren Zeitraum. Nun beginnt gleichzeitig die Auseinandersetzung mit den restierenden Folgeschäden und den damit verbundenen körperlichen, seelischen und sozialen Defiziten als neuem Stressor (Stress 3). Sie führt je nach Verdrängungsvermögen zu einem graduell unterschiedlichen Stressabbau (Stress 3). Bei größeren Folgeschäden gelingt das im Einzelfall nicht. Letzteres mündet in einen Dauerstress. 5 bis 50 Jahre später tritt, oft kaum merklich, ein weiterer Stressor (Stress 4) in Form des Post-Polio-Syndroms auf.

    Verdrängungsreaktionen können zur Stressminderung (Stress 4) führen, in der Regel wegen Fortbestehens mit Problemausweitung und Akzeptanzmangel, jedoch nicht zum Stressabbau. Hinzu kommen im engeren sozialen Umfeld Unkenntnis und Inakzeptanz bezüglich PPS als zusätzlicher Stressor (Stress 5). Dieser Stress wird selten abgebaut. Erschwerend wirkt sich aus, dass der Patient aus eigenem Antrieb im Einklang mit den, wie wir heute wissen, falschen Forderungen des Umfeldes in Unkenntnis der kausalen Problematik zur Verstärkung dieser Entwicklung beiträgt. Der PPS-Patient weist hierbei noch eine entscheidende Besonderheit gegenüber Gesunden auf: Er agiert nach Überstehen der Polioerkrankung im körperlichen und nicht selten auch im seelischen Bereich zeit seines Lebens gleich einem Leistungssportler immer an der Grenze seiner Kraftreserven. Er wird somit sein eigener Stressor in einer selbstverständlichen Reaktion auf das Ersthandicap Polio, in Fehlanwendung auf das Zweithandicap PPS. Der Abbau von Stress 5 scheitert wesentlich an den aufwändigen diagnostischen und den eingeschränkten therapeutischen Möglichkeiten.

    Verstärkt wird diese Tendenz durch ein mangelhaftes bis völlig unzureichendes Sozialverhalten des erweiterten sozialen Umfeldes von Therapeuten, Behörden und Arbeitgebern bzw. Arbeitskollegen als Stress 6. Das Repertoire reicht von Ignoranz über Diskreditierung bis hin zum Mobbing. Erstaunlich ist, wie normal sachlich im Vergleich zum sozialen Umfeld dabei der PPS-Patient überwiegend bleibt. Er stößt erneut an seine Grenzen, hat meistens keine Erklärung dafür, soll sein Unvermögen jedoch anderen plausibel machen.

    Im Stadium des Post-Polio-Syndroms ballt sich die poliobezogene Stressbelastung zusammen. Die meistens über Jahrzehnte eingeübte Stresskompensation verhindert anscheinend weitgehend eine stressbedingte Dekompensation, stellt aber einen nicht zu unterschätzenden Kraftakt dar, der neben der durchschnittlichen Stressverarbeitung eines Gesunden vollbracht wird.
    Diese Betrachtung geht mit der Aussage von BRUNO konform, dass es zwei Quellen für den Stress von Post-Polio-Patienten zu geben scheint:

    1. die durchgemachte Polioerkrankung,
    2. das Post-Polio-Syndrom.

    Er stellt fest, emotionaler Stress ist die zweithäufigste Ursache für PPS-Symptome. Damit betrachtet er ihn als behandelbaren Auslöser von PPS. Psychischer Stress als Ursache von PPS basiert nach seiner Meinung häufig auf dem Verlust funktioneller Fähigkeiten in den Bereichen von Arbeit und Sozialisation einschließlich Familienleben und auf dem wirklichen oder vermeintlichen Verlust der Kontrolle über das PPS-Geschehen. (1)
    BRUNO und FRICK diskutieren die Möglichkeit, dass stressinduzierte Immunsuppression bei Typ-A-Verhalten zu höherer Polioinfektionsanfälligkeit führt oder das Typ-A-Verhalten eine erworbene Durchsetzungsstrategie, d. h. auch bei der effektiven Stressverarbeitung in einer Welt voller Hemmnisse, Vorurteile und Inakzeptanz ist. (2) In einer jüngeren Arbeit favorisiert BRUNO die zweite Version. (1)

    Stress als Verursacher von PPS wird von drei Säulen getragen:

    1. Die Anzahl der allgemeinen Stressoren ist um die poliobezogenen Stressoren vermehrt und überschreitet damit eher die Kompensationskapazität.
    2. Die allgemeinen und poliobezogenen Stressoren treffen auf eine vorgeschädigte Übermittlungs- und Zielstruktur (Funktionskomplex aus Nerven, Muskeln und Hormondrüsen) mit einem ungleich höheren Dekompensationsrisiko als ohne Vorschaden.
    3. PPS wird zum Selbststressor.

    Nach BODIAN sind alle Poliomyelitisfälle enzephalitisch, auch die nichtparalytischen. (3) Neurohistopathologisch und radiografisch (MRT) wurden Läsionen im Zwischenhirn, Mittelhirn, Hinterhirn, Nachhirn und den motorischen und prämotorischen Arealen des Großhirns gefunden. (3) Damit ist das stressregelnde System von Hypothalamus, Hypophysenvorderlappen und Nebennierenrinde empfindlich getroffen. Durch die Polioerkrankung außerdem zahlenmäßig stark reduzierte und zum Teil stark vorgeschädigte Motoneuronen sind weitere Wegbereiter einer stressbedingten PPS-Entwicklung. Der Stress kann zudem kräftiger durchschlagen, weil auch das Stressbremssystem (ACTH) von der Hirnschädigung betroffen ist. (1)

    Post-Polio-Patienten verfügen trotz der erheblichen physischen Vorschäden über ein erstaunliches Stressbewältigungsvermögen. Bei der Empfehlung einer psychologisch-psychotherapeutischen Begleitung erscheint deshalb eine besondere Zurückhaltung angebracht. Nach neueren Erkenntnissen birgt sie durch Problemerhellung ein verstärktes Stressrisiko im Sinne einer Retraumatisierung. Bei einer Erkrankung wie Poliomyelitis, die massiv in das Nervensystem eingreift, ist aufgrund der zentralen Stellung dieses Regulationsorgans mit seinen vielschichtigen Angriffs- und Vernetzungspunkten auch mit einer multiplen Symptomatik zu rechnen. Wir wissen immer noch viel zu wenig über seine Funktionsstruktur, um leichtfertig kausale Denkansätze zur Erklärung des PPS in Frage zu stellen. Es gibt eine Vielzahl von Daten über das Gesamtbild der Poliomyelitis bis hin zum Post-Polio-Syndrom, die vielerorts, auch in Deutschland, noch keinen Eingang in medizinisches Denken und Handeln gefunden haben. Interessierten wird empfohlen, die Originalliteratur zu lesen, da in diesem Rahmen nur ein schlaglichtartiger Kurzabriss möglich war. Festzuhalten bleibt: PPS ist Stressfolge und Stressursache zugleich. Das wichtigste Fazit für das Post-Polio-Syndrom ist eine Vermeidung von Stress!

    Literatur:
    (1) Bruno, R. L.: Emotional Stress in Polio Survivors and Post-Polio Sequelae, Internet 03/2003; Post-Polio Sequelae Monograph Series, Vol. 9 (2), Hackensack: Harvest Press, 1999
    (2) Bruno, R. L. and N. M. Frick: Stress and „Type A“ Behaviour as Precipitants of Post-Polio Sequelae, Internet 03/2003; Harvest Centers Post-Polio Library
    (3) Bruno, R. L., N. M. Frick and J. Cohan: Polioencephalitis, Stress and the Ethiology of Post-Polio Sequelae; Orthopedics, 1991; 14 (11); 1269-1276
    (4) Mayer, K. C.: Was passiert biologisch bei einer Angstattacke oder auch allgemein im Stress? Internet 04/2003; www.neuro24.de
    (5) Wittig-Goetz, U. und R. Rundnagel: Psychische Belastungen und Stress; Internet 04/2003; www.sozialnetz-hessen.de

    Quelle: Polio-Nachrichten Nr. 3/2003 vom 15.08.2003 - Zeitschrift des Bundesverbandes Poliomyelitis e. V.

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