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 Die Inhaltsübersicht


- Pestizidanwendung fördert Parkinson
Studie belegt 70 Prozent erhöhtes Risiko
- Gehirnimplantate gegen Parkinson rücken näher -
Augenzellen erfolgreich ins Gehirn implantiert
- Pigment spielt wichtige Rolle bei Parkinson-Krankheit -
Neuromelanin beeinflusst Steuerung des Dopaminsystems
- Hoffnung auf frühzeitigere Diagnostik bei Parkinson-Krankheit
- Erste Tests eines Impfstoffes gegen Parkinson viel versprechend - Mäuse bilden Antikörper gegen
abnorme Proteine
- Sport schützt vor Parkinson -
Effekt bei Männern ausgeprägter als bei Frauen
- Parkinson: Gefahr am Steuer - Studie: Nur jeder vierte war fahrtüchtig
- Mausadapter filtert Zitterbewegungen
- Brillen geben Parkinsonpatienten Bewegungsfreiheit zurück
- Aktivität senkt Parkinson-Risiko:
These gilt nur für Männer
- Genmutation ist für Parkinson verantwortlich
- Das Ausmaß des Tremors sicher bestimmen: RUB-Mediziner entwickeln einfache Messmethode
- Neue Hoffnung für die Behandlung von Parkinson-Patienten
- Wichtiges Gen für Erforschung der
Parkinson-Krankheit gefunden
- Besserung der bilateralen Funktion bei M. Parkinson durch einseitige Hirnstimulation
- Erstmals in Thüringen "Hirnschrittmacher" eingesetzt
- Bessere Parkinson-Diagnose - Probanden gesucht!
- Internationales Netzwerk im Kampf gegen Parkinson
- Depression bei Parkinson: Benchmarking-Projekt will Behandlungsabläufe verbessern
- Parkinson: Dopamin stimuliert Stammzellen - Auch beim Menschen nachgewiesen
-
Placebo-Effekt bei einzelnen Gehirnzellen beobachtet
- Scheinoperation hilft Parkinson-Patienten
- Kosten der Parkinson-Krankheit
- Hirnschrittmacher für Zwangserkrankte - Parkinsontherapie auf neuen Wegen
- Tiefenhirnstimulation hilft Parkinsonpatienten
- Ursachen der Parkinson Krankheit

 

Pestizidanwendung fördert Parkinson
Studie belegt 70 Prozent erhöhtes Risiko

Boston - 27.06.2006 - Ein Forscherteam der Bostoner Harvard School of Public Health http://www.hsph.harvard.edu hat in einer Studie festgestellt, dass die Anwendung von Pestiziden das Risiko an Parkinson zu erkranken um 70 Prozent erhöht. Sie stellten fest, dass es dabei irrelevant ist, ob die Pestizide beruflich zur Schädlingsbekämpfung oder privat zu Hause im Garten genutzt werden, denn die gesundheitsgefährdenden Folgen sind ähnlich. Die Forschungsergebnisse werden in der Juli-Ausgabe des Magazins Annals of Neurology veröffentlicht.

In der 1982 begonnenen Studie wurden 143.000 Männer und Frauen über einen umfangreichen Fragebogen zu ihrem Lebensstil, ihrer Berufstätigkeit und der Anwendung von potenziell riskanten Materialien befragt. Alle Probanden waren zu dieser Zeit ohne Symptome von jeglichen Krankheiten. 2001 erfolgte dann eine Nachbereitung der Studie durch weitere Fragebögen. Sie ermittelten daraufhin 413 Parkinsonerkrankte.

Die Forscher untersuchten ebenfalls die Verbindung von Parkinson und anderen Umweltfremdstoffen wie Asbest, Kohlenstaub, Abgase, Formaldehyde und radioaktivem Material, fanden aber keinen Zusammenhang zwischen der Krankheit Parkinson und den Materialien. Zukünftig wollen sie untersuchen wie Häufigkeit, Dauer oder Intensität von Pestiziden die Erkrankung an Parkinson beeinflussen und welche Chemikalien besonders gefährdend sind.

Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie betrifft bestimmte Gebiete des Gehirns, die an der Kontrolle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegung beteiligt sind. "Die Ursachen von Parkinson sind noch bisher nicht geklärt",erklärt Sonja Franke, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit vom Kompetenznetz Parkinson http://www.kompetenznetz-parkinson.de, im Gespräch mit pressetext. Es seien multifaktorielle Ursachen wie Pestizide oder Drogen als Giftstoffe oder auch genetisch bedingte Ursachen. Seit langer Zeit vermutet man, dass Umwelteinflüsse eine große Rolle spielen, denn Tierforschungen haben bewiesen, dass chemische Zusammensetzungen wie beispielsweise Pestizide, eine Entartung von Dopamin produzierenden Neuronen verursachen. Bei Patienten mit Parkinson herrscht ein Mangel an Dopamin, dadurch entstehen die typischen Krankheitssymptome wie Muskelzucken und -steifheit, Bewegungsarmut sowie Gang- oder Gleichgewichtsstörungen.

Vorwiegend erkranken Personen in einem Alter zwischen 50 und 60 Jahren, Männer sind häufiger von der Krankheit betroffen. "In Deutschland sind zurzeit 250.000 an Parkinson erkrankt. Eine weit höhere Dunkelziffer wird vermutet, da die Krankheit sehr spät erkannt und die Bewegungsarmut meistens erst durch einen Hausarzt behandelt wird", so Franke. Es gibt rund 100 Patienten pro 100.000 bis 200.0000 Einwohner. Bei einem Alter von 65 erhöht sich diese Zahl auf 1.800 pro 100.000 Einwohner. Ein an Parkinson erkrankter Patient könne aber genauso lange leben wie ein Nichterkrankter, erläutert Franke abschließend.

Quelle: pte


Gehirnimplantate gegen Parkinson rücken näher -
Augenzellen erfolgreich ins Gehirn implantiert

Birmingham - 13.12.2005 - Wissenschafter der University of Alabama http://main.uab.edu ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung von Gehirnimplantaten für Parkinsonpatienten gelungen. Parkinson wird meistens mit dem Medikament Levodopa behandelt, das zu einer größeren Anfälligkeit für unwillkürliche Bewegungen wie Zuckungen führen kann. Bei Tests mit sechs Patienten wiesen die Forscher nach, dass Augenzellen, die Levodopa produzieren, sicher und ohne Nebenwirkungen implantiert werden können. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Archives of Neurology http://archneur.ama-assn.org veröffentlicht. Das Team und britische Experten wie Kieran Breen von der Parkinson's Disease Society erklärten, dass jetzt der Zeitpunkt für groß angelegte Studien zu diesem Forschungsansatz gekommen sei.

Sechs Patienten mit einer fortgeschrittenen Parkinsonerkrankung wurden Implantate eingesetzt. Für die Dauer von zwei Jahren wurden Beurteilungen des Zustands der Teilnehmer durchgeführt. Derzeit finden sie jährlich statt. Die Wissenschafter erklärten, dass die Implantate gut vertragen werden und halfen die Bewegung um bis zu 48 Prozent zu verbessern, ohne dass es zu unfreiwilligen Zuckungen kam. Die leitende Wissenschafterin Natividad Stover betonte, dass sich auch bei der Bewältigung des Alltages, der Lebensqualität und den motorischen Schwankungen Verbesserungen einstellten. Derzeit sei eine randomisierte Doppelblindstudie in Vorbereitung.

Levodopa wird für die Behandlung einiger der am häufigsten verbreiteten Symptome wie Zittern und Krämpfe eingesetzt. Normalerweise wird das Medikament einige Jahre nach der Diagnose bei einer Verschlimmerung der Symptome eingenommen. Tierversuche haben laut BBC gezeigt, dass die Zellimplantate sicher bei der Behandlung der Parkinsonsymptome eingesetzt werden können. Die aktuelle Studie hat nachgewiesen, dass dieses Verfahren auch beim Menschen angewendet werden kann.

Quelle: pte


Pigment spielt wichtige Rolle bei Parkinson-Krankheit -
Neuromelanin beeinflusst Steuerung des Dopaminsystems

Bochum (pte) - 21.07.2005 - Forschern der Ruhr-Universität Bochum RUB http://www.rub.de ist es gelungen, wesentliche Mechanismen bei der Entstehung der Parkinson-Krankheit zu entschlüsseln. Demnach beeinflusst das Pigment Neuromelanin die Steuerung des Dopaminsystems - und dieses ist bei Parkinson-Patienten gestört. Dem Forscherteam um Katrin Marcus ist es nun erstmals gelungen, Neuromelanin-Granula aus menschlicher Hirnmasse zu isolieren und ihre Proteine zu analysieren, berichten sie in "Molecular and Cellular Proteomics" http://www.mcponline.org .

Das Pigment Melanin, das beim Menschen im Haar, der Haut, dem Innenohr und der Iris vorkommt, kommt als Neuromelanin auch im Gehirn vor. Unter anderem findet man es in der schwarz pigmentierten Region des Mittelhirns, der so genannten Substantia nigra. Bei Parkinson sterben die Dopaminnervenzellen mit fortschreitender Erkrankung allmählich ab und verschwinden schließlich ganz. Da das Dopaminsystem aber eine wichtige Rolle bei der Bewegungsabstimmung spielt, treten nach dem Absterben der Nervenzellen die typischen Parkinson-Symptome auf.

Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, wobei die Häufigkeit der Neuerkrankungen mit dem Alter zunimmt. So leiden von den 55-jährigen bereits 1,4 Prozent, von den 75-jährigen 3,4 Prozent an Symptomen. Bis heute sind die zellulären und molekularen Mechanismen noch nicht vollständig bekannt. "Die systematische Auftrennung, Identifizierung und Charakterisierung von Proteinen im Nervensystem und in humanen Körperflüssigkeiten bieten einen vielversprechenden Ansatzpunkt", so Marcus. Das Projekt wird unter anderem auch von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, dem BrainNet Europe, der deutschen Parkinson Vereinigung und dem Human Brain Proteom Project BMBF gefördert.

Quelle: pte


Hoffnung auf frühzeitigere Diagnostik bei Parkinson-Krankheit

05.07.2005 - Ultraschallbilder aus dem Gehirn geben Aufschluss über Erkrankung: Die Parkinson-Krankheit gehört zu den neurologischen Erkrankungen, die der Wissenschaft noch viele Rätsel aufgeben. Die Ursache für diese Erkrankung ist der Untergang einer speziellen Gruppe von Nervenzellen. Wie es allerdings dazu kommt, ist weitgehend unbekannt. Auch von der Möglichkeit der Heilung ist die Forschung noch weit entfernt. Die Krankheit verläuft langsam fortschreitend. Wesentliche Fortschritte konnten allerdings in den vergangenen Jahren in der Behandlung erzielt werden und dies umso erfolgreicher, je frühzeitiger Parkinson beim Betroffenen erkannt wird. Hilfe hierbei verspricht ein spezielles Diagnoseverfahren, die Hirnparenchymsonographie, das Ärzte an der Klinik für Neurologie II der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg anwenden.

Die Krankheit kann in der Regel klinisch erst diagnostiziert werden, wenn bereits über 50 Prozent der Nervenzellen untergegangen sind. Die Magdeburger Ärzte wenden mit Erfolg ein spezielles Ultraschallverfahren - die Hirnparenchymsonographie - an, mit dem die Erkrankung bereits wesentlich frühzeitiger diagnostiziert werden kann. Das Besondere hierbei ist die risikolose Untersuchung des Gehirns durch den Schädelknochen hindurch. Bei der Hirnparenchymsonographie können ohne Röntgenstrahlen die Kerngebiete aufgezeigt werden, deren krankhafte Veränderungen mit verantwortlich für die Parkinsonsymptome sind. Voraussetzung dafür sind allerdings neben einem speziellen Ultraschallgerät auch umfassende Erfahrungen seitens des Arztes bei der Auswertung dieser Daten.

In der Bundesrepublik kommt dieses Verfahren zur Frühdiagnostik bei Parkinson erst in sechs Zentren zur Anwendung, in Sachsen-Anhalt bisher nur an der Klinik für Neurologie II der Otto-von-Guericke-Universität. Für ihre Untersuchungen auf diesem Gebiet wurden die Arbeitsgruppen von Dr. Walter aus Rostock und Dr. Niehaus, der im vergangenen Jahr von der Berliner Charité an das Universitätsklinikum Magdeburg gewechselt ist, mit dem Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin ausgezeichnet.

Die Magdeburger Forscher sind zuversichtlich, dass diese Möglichkeit der verbesserten Diagnosestellung u.a. in Kombination mit der Kernspintomographie auch neue Einblicke in die Grundlagen dieser Erkrankung erwarten lässt. Diese vielversprechende Methode erweitert das Spektrum der am neurowissenschaftlichen Forschungsstandort Magdeburg vorhandenen hervorragenden Möglichkeiten der Bildgebung des Gehirns, beispielsweise auch unter zukünftiger Einbeziehung des 7-Tesla-Kernspintomographen.

Quelle: Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg


Erste Tests eines Impfstoffes gegen Parkinson viel versprechend - Mäuse bilden Antikörper gegen abnorme Proteine

San Diego (pte) - 16.06.2005 - Wissenschafter der University of California http://www.ucsd.edu haben erste Tests eines neuen Impfstoffes gegen Parkinson erfolgreich abgeschlossen. Der Impfstoff zielt auf die abnormen Proteine ab, die sich in den Nervenzellen von Parkinsonpatienten ansammeln. Mäuse, denen der Impfstoff verabreicht wurde, bildeten Antikörper gegen diese Proteine. Das Team um Eliezer Masliah erklärte gegenüber dem Fachmagazin Neuron, http://www.neuron.org dass es denkbar sei, diese Antikörper Patienten zu injizieren. Mit diesem Verfahren wäre eine sofortige Immunität gewährleistet. Die Forscher gehen davon aus, dass damit mehr Sicherheit bestünde und mögliche Nebenwirkungen verhindert würden.

Masliah erklärte laut der BBC, dass Menschen auf diese Art und Weise nicht aktiv immunisiert werden sollen. Durch das Auslösen einer Antikörperbildung bestehe eine ernsthafte Entzündungsgefahr. Menschen, die an Parkinson, Alzheimer oder Demenz mit Lewy-Körperchen leiden, verfügen in ihrem Gehirn über abnorme Ansammlungen des Proteins Alpha-Synuclein. Eine Anhäufung dieses normal im Gehirn vorkommenden Proteins kann zu einer Blockade der Signalübertragung zwischen den Gehirnzellen führen. Die Wissenschafter untersuchten, ob die Ansammlung von Alpha-Synuclein bei Mäusen mit Parkinson rückgängig gemacht werden kann. Es zeigte sich, dass die von den geimpften Tieren hergestellten Antikörper nur die abnormen Formen des Proteins erkannten und reduzierten. Das normale Alpha-Synuclein befinde sich im Inneren der Zellen, wo es von den Antikörpern nicht erreicht werden könne.

Quelle: pte


Sport schützt vor Parkinson -
Effekt bei Männern ausgeprägter als bei Frauen

Baierbrunn (ots) - 07.06.2005 - Männer, die viel Sport treiben, erkranken im Alter seltener an Parkinson, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“. Die Erkenntnis gewannen Forscher der Harvard-Universität (USA) bei der Auswertung der Daten von 48.000 Männern und 77.000 Frauen. Männer, die zu Studienbeginn sportlich aktiv waren, erkrankten halb so oft an Parkinson wie sportlich inaktive Geschlechtsgenossen. Auch bei Frauen wurde ein schützender Effekt gefunden, der aber nicht so eindeutig war. Der genaue Zusammenhang ist unklar.

Quelle: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber


Parkinson: Gefahr am Steuer - Studie: Nur jeder Vierte war fahrtüchtig

Baierbrunn (ots) - 08.04.2005 - Wer an der Parkinsonschen Krankheit (Schüttellähmung) leidet, sollte seine Fahrtüchtigkeit kritisch prüfen, rät der Neurologe Dr. Gerd Fuchs von der Parkinsonklinik in Wolfach im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Er untersuchte 67 Betroffene, die sich noch selbst hinters Steuer setzten. „Nach den Maßstäben des TÜV war aber nur jeder Vierte von ihnen tatsächlich in der Lage, ein Fahrzeug sicher zu lenken“, stellte Fuchs fest. Vor allem nachlassendes Reaktionsvermögen und Konzentrationsschwäche – beides typische Parkinson-Folgen – gefährden die Patienten im Verkehr. Das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ 4/2005 liegt in vielen Apotheken aus und wird kostenlos an Kunden abgegeben.

Quelle: Wort und Bild - Seniorenratgeber


Mausadapter filtert Zitterbewegungen

Stuttgart (pte) 14.03.2005 - IBM Deutschland http://www.ibm.com/de hat einen Adapter vorgestellt, der Menschen mit Parkinson oder starkem Händezittern (Essential Tremor, ET) die Nutzung einer Computermaus vereinfacht. Der Adapter wird einfach zwischen die Maus und den Computer geschaltet und filtert Zitterbewegungen der Hand nach dem Prinzip der Stabilisierung von Filmaufnahmen heraus. Da der Adapter eine normale Maus imitiert, wird für den Computer keine weitere Software benötigt. Der Adapter kann mit jeder beliebigen Maus und jedem Betriebssystem verwendet werden.


Bild: photoCase

Für Menschen, die unter ET oder Parkinson leiden, ist die Arbeit mit einer Maus schwierig oder gar unmöglich. Der Adapter filtert nun unbeabsichtigte Mausklicks heraus und vereinfacht die Durchführung von Doppelklicks. In einer vorangegangenen Studie wurde der Mausadapter bereits von ET-Patienten getestet. Die meisten Probanden berichteten nach dem Test von mäßigen bis beträchtlichen Verbesserungen bei der Handhabung einer Maus.

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) http://www.who.int gibt es weltweit mehr als 750 Millionen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Zusätzlich wächst bedingt durch das steigende Durchschnittsalter die Zahl der älteren Computernutzer. Es besteht also ein großer Bedarf an Geräten, mit denen körperlich beeinträchtigten und älteren Menschen der Umgang mit dem Computer vereinfacht werden kann.

Quelle: pressetext.austria



Brillen geben Parkinsonpatienten Bewegungsfreiheit zurück


Oxford - 01.03.2005 - Brillen, die virtuelle Bilder liefern, sollen Parkinsonpatienten bei Gehschwierigkeiten helfen. Die Vorrichtung setzt Licht ein, um für den Nutzer Bilder zu projizieren. Diese Projektionen ermöglichen es den Patienten sich zu konzentrieren und ihre Bewegungen zu kontrollieren. Forscher der Oxford Computer Consultants http://www.oxfordcc.co.uk bereiten das Headset derzeit für klinische Studien vor. Zahlreiche Parkinsonpatienten leiden unter Mobilitätsproblemen. Laut BBC wird jedoch nur einer von 20 Betroffenen das neue Gerät nutzen können.


Bild: photoCase

Eine Gruppe von Patienten leidet darunter, dass sie "einfrieren" sobald sie aufhören sich zu bewegen. Die neue Brille, die rund 1.400 Pfund (2.030 Euro) kosten soll, basiert auf visuellen Hilfestellungen. Diese Vorgehensweise wird zur Bekämpfung des "Einfrierens" bereits erfolgreich eingesetzt. Parkinsonpatienten können beispielsweise weitergehen, wenn ihnen Hindernisse in den Weg gestellt werden, denen sie ausweichen müssen. Die Beleuchtung des Headsets lässt einen Tunneleffekt entstehen, der den Nutzern in ersten Tests ermöglichte, sich auf die projizierten Bilder zu konzentrieren und sich freier zu bewegen. Der Projektleiter Reynold Greenlaw erklärte, dass damit ein großer Fortschritt gelungen sei. Vor allem, wenn man bedenke, dass Stürze die zweithäufigste Todesursache bei Parkinsonpatienten seien.

Quelle: pressetext.austria



Aktivität senkt Parkinson-Risiko:
These gilt nur für Männer

Boston (pte) 22.02. 2005 - Durch körperliche Aktivität wird das Risiko einer Parkinson-Erkrankung reduziert, so das Ergebnis einer Studie der Harvard School of Public Health http://www.hsph.harvard.edu. Bewegen sich Männer in ihrem frühen Erwachsenenalter regelmäßig und energisch haben sie größere Chancen, nicht an dem Nervenleiden zu erkranken, berichtet BBC http://news.bbc.co.uk.

Die 14 Jahre dauernde Studie ergab, dass Männer, die physisch aktiv sind, mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht an Parkinson erkranken. Der Effekt wird noch verstärkt, wenn sich die Männer körperlich sehr anstrengen. Männer, die regelmäßig ins Schwitzen geraten, haben ein 60-prozentiges kleineres Risiko an Parkinson zu erkranken, als solche, die sich nicht körperlich ertüchtigen. Bei Frauen gilt diese Regelung nicht. Es sei nur ein kleiner Effekt zu erkennen gewesen. "Dies sind faszinierende und verheißungsvolle Ergebnisse. Sie weisen darauf hin, dass physische Aktivität zur Prävention von Parkinson beitragen kann", so Alberto Ascherio, Leiter der Untersuchung.

Für die Studie wurden 48.000 Männer und 77.000 Frauen untersucht. In den 14 Jahren der Studie waren 387 Testpersonen (252 Männer und 135 Frauen) an Parkinson erkrankt. Die Probanden mussten angeben, ob sie Spaziergänge machen, Wandern, Joggen, Schwimmen oder andere Sportarten ausüben. Außerdem wollten die Wissenschaftler wissen, wie viele Treppenstufen sie jeden Tag hinaufsteigen.

Im vergangenen Jahr hatte die Universität Pittsburgh eine Studie veröffentlich, die Parkinson im Zusammenhang mit Mäusen betrachtete. Dabei wurde festgestellt, dass Turnen bei einem Parkinsonpatienten vor dem krankheitsüblichen Verfall der Nervenzellen schützt. Diese Zellen produzieren Dopamin - eine Chemikalie, die eine wichtige Rolle bei der Bewegung spielt.

Quelle: pressetext.austria



Genmutation ist für Parkinson verantwortlich:
PARK8 in einem von 25 Fällen entscheidend


18.01.2005 - Wissenschafter haben eine Genmutation entdeckt, die für eine von 25 Parkinsonerkrankungen verantwortlich sein kann. Es wird erwartet, dass diese Forschungsergebnisse zu einer früheren Erkennung und der Entwicklung neuer Medikamente führen werden. Drei Studien aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden wurden in The Lancet veröffentlicht. Jede der drei Studien untersuchte die genetischen Defekte des Gens LRRK2. Dieses Gen kontrolliert die Aktivität des Proteins Dardarin. Die genaue Funktion dieses Proteins ist derzeit noch nicht erforscht. Die Mutation des Gens, die in einer Region des Chromosoms 12 gefunden wurde, trägt die Bezeichnung PARK8. Sie wurde in einer Studie mit fünf Familien identifiziert, die in der baskischen Region Nordspaniens und in England leben.

An der US-amerikanischen Studie der Indiana University und des Cincinnati Children's Hospital http://www.cincinnatichildrens.org nahmen 767 Parkinsonpatienten aus 358 Familien aus ganz Amerika teil. Es zeigte sich, dass mit 34 Personen weniger als fünf Prozent der Patienten über die gleiche Genmutation verfügten. An der Studie des Institute of Neurology http://www.ion.ucl.ac.uk nahmen 482 Personen, ebenfalls aus Familien mit einer entsprechenden Krankheitsgeschichte teil. Acht Patienten verfügten über die gleiche Genmutation. In der des Erasmus MC http://www.erasmusmc.nl konnte die Genmutation bei vier von 61 Familien nachgewiesen werden.

Aus den Ergebnissen dieser drei Studien kamen die Wissenschafter zu dem Schluss, dass diese Mutation für bis zu fünf Prozent der Parkinsonerkrankungen in vorbelasteten Familien verantwortlich zu sein scheint. In nicht belasteten Familien liegt dieser Wert bei bis zu zwei Prozent. William Nichols vom Cincinnati Children's Hospital ging laut BBC davon aus, dass ein entsprechender Test bald Teil der standardmäßig eingesetzten Untersuchungen zur Feststellung einer Erkrankung sein könnte.

Quelle: pressetext.austria



Das Ausmaß des Tremors sicher bestimmen: RUB-Mediziner entwickeln einfache Messmethode

17.12.04 - Eines der Hauptsymptome der Parkinson-Krankheit ist Zittern (Tremor): Patienten können die Hände nicht ruhig halten, sie zittern unwillkürlich. Das Ausmaß eines solchen Tremors sicher, schnell und einfach zu bestimmen und somit auch die Wirkung von Medikamenten exakt zu prüfen, hilft eine neue, standardisierte Messmethode, die Mediziner der RUB-Klinik für Neurologie im St. Josef Hospital mit Unterstützung der Firma Boehringer-Ingelheim entwickelt haben: Der Patient zeichnet eine Spirale, der Arzt schickt sie an den Bochumer Fax-Server, und binnen drei Minuten ist das objektive Ergebnis per Fax in der Praxis des Arztes.

Wenn durch Parkinson die Hände zittern
Graphimetrie bestimmt das Ausmaß des Tremors
Mediziner der Ruhr-Universität entwickeln neue Messmethode

Eines der Hauptsymptome der Parkinson-Krankheit ist Zittern (Tremor): Patienten können die Hände nicht ruhig halten, sie zittern unwillkürlich. Das Ausmaß eines solchen Tremors sicher, schnell und einfach zu bestimmen und somit auch die Wirkung von Medikamenten exakt zu prüfen, hilft eine neue, standardisierte Messmethode, die Mediziner der RUB-Klinik für Neurologie im St. Josef Hospital mit Unterstützung der Firma Boehringer-Ingelheim entwickelt haben: Der Patient zeichnet eine Spirale, der Arzt schickt sie an den Bochumer Fax-Server, und binnen drei Minuten ist das objektive Ergebnis per Fax in der Praxis des Arztes.

Zurück zu den Wurzeln

Nachdem sich zahlreiche aufwändige und komplizierte Methoden zur Analyse von Bewegungsstörungen in den letzten Jahren als untauglich für die tägliche Routine erwiesen haben, gingen die Bochumer Mediziner zurück zu den Wurzeln: Sie entdeckten die Graphimetrie neu, bei der eine einfache Zeichnung auf Papier Aufschluss über den Zustand des Patienten gibt. In einfachster Form wurde diese Methode schon im letzten Jahrhundert angewandt, sie hatte aber einige Tücken. "Üblicherweise wurden diese Zeichnungen vom Untersucher nach bestimmten subjektiven Kriterien befundet", erläutert Dr. Peter H. Kraus. "Bis vor einem Jahr verglich der Arzt das Ergebnis mit einem Satz aus mehreren Standardspiralzeichnungen mit unterschiedlicher Tremorausprägung und ordnete den Tremor seines Patienten dann in die Stufen 0 bis 10."

Objektive automatische Bewertung

Neben der Subjektivität der Ergebnisse war ein weiterer Nachteil der Methode, dass dem bewertenden Arzt die Behandlung bekannt ist - wenn er z.B. durch ein verabreichtes Medikament eine Besserung des Tremors erwartet, könnte er zu Fehleinschätzungen neigen. Da es sich in einer großen Feldstudie zeigte, dass auch andere Skalen, die den klinischen Eindruck ähnlich wie in einem Schulnotensystem bewerteten, nicht ausreichten, um die therapeutische Wirkung eines Medikaments zu beurteilen, entstand die Idee, die Spiralzeichnungen dieser Studie genauer und standardisierter auszuwerten. Die Forscher entwickelten einen Algorithmus, mit dem sich aus eingescannten Zeichnungen die Tremoramplitude bestimmen ließ (Spiralometrie). Ein Vergleich der Methoden "Rating-Skalen" und Spiralometrie zeigte eine deutliche Überlegenheit der objektiven automatischen Auswertung.

In drei Minuten zum Ergebnis

Nach der ersten Bewährungsprobe arbeiten die Spezialisten nun an der Alltagstauglichkeit des Verfahrens. In einer großen bundesweiten Feldstudie der Firma Boehringer Ingelheim mit ca. 1.000 Patienten und etwa 600 Ärzten zeichnen die Patienten alle drei Monate eine Spirale auf einem Formblatt. Das Blatt wird unmittelbar danach an den Fax-Server des St. Josef Hospitals geschickt, der dann automatisch die Tremoramplitude ermittelt und per Fax an den Arzt zurückschickt. "In der Regel dauert dieser Gesamtvorgang ca. drei Minuten", so Dr. Kraus. "Damit ist es erstmals möglich, vor Ort eine unkomplizierte Erfassung mit einer komplexen Auswertung zu verbinden und das Ergebnis zu erhalten, wenn der Patient noch in der Praxis ist." So könne der Arzt das Ergebnis unmittelbar in therapeutische Entscheidungen einbeziehen.

Einfach, billig, schnell

Inzwischen wurde die Technik auf weitere Erkrankungen ausgedehnt. So gibt es z.B. ein Set von Untersuchungsbögen für Überbeweglichkeit (Hyperkinesien), das u. a.. die Kontrolle der Huntington'schen Erkrankung ermöglicht. Weiterhin ist ein standardisierter Schreibtest mit automatischer Auswertung kurz vor der Fertigstellung. Zusätzlich verbessern die Forscher die Analyse der Zeichnungen, um zukünftig nicht nur Werte für Amplituden, sondern auch Formparameter zu erhalten. Diese verbesserte diagnostische Bewertung kann in Zukunft dann auch der Frühdiagnose (z. B. als Screening-Test) dienen. "In einer Zeit, in der die Mittel für Neuerungen in der Medizin knapp sind und deshalb die rasante Entwicklung im Bereich der Technik und ihr Einsatz in der praktischen Medizin zunehmend weiter auseinander klaffen, ist eine so einfache Methode wie die Graphimetrie ein Weg, der fast allen Bedürfnissen entgegenkommt", unterstreicht Dr. Kraus. "Die Methode kostet wenig, liefert viel Information, ist unkompliziert und schnell." Das inzwischen patentgeschützte Verfahren könne auch die Liegezeiten im Krankenhaus verkürzen, da die Patienten zu Hause standardisiert weiterkontrolliert werden können. Außerdem kann eine frühzeitige Erkennung von Erkrankungen kostenaufwendigere Spätfolgen verringere.
Sprialzeichnung eines Tremorpatienten mit gering ausgeprägtem Zittern.
Sprialzeichnung eines Tremorpatienten
mit gering ausgeprägtem Zittern
Ruhr-Universität BochumSpiralzeichnung eines Tremorpatienten mit stark ausgeprägtem Zittern.

Spiralzeichnung eines Tremorpatienten mit stark ausgeprägtem Zittern.

Ruhr-Universität Bochum


Neue Hoffnung für die Behandlung von Parkinson-Patienten

16.12.04 - Eine präzise elektrische Stimulation des Gehirns könnte Parkinson-Patienten heilen. Diese Krankheit ist mit 100.000 Fällen (allein in Frankreich) nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit in Europa. Schätzungsweise leiden 1,6% der Europäer über 65 Jahren an dieser Erkrankung, die von einer Fehlfunktion der Zellen, die einen bestimmten Botenstoff (Dopamin) erzeugen sollen, verursacht wird. Auftretende Symptome sind zunächst Zittern und eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit, später auch Zittern im Ruhezustand, Muskelversteifungen und Geh- bzw. Gleichgewichtsstörungen.

Bis jetzt hat man versucht, mit Hilfe von Tabletten Substanzen ins Blut einzuführen, die im Gehirn Rezeptoren stimulieren können. Das Problem dabei ist, dass diese Behandlung nach einigen Jahren uneffizient wird. Forscher des Frédéric-Joliot-Krankenhauses (Zentrum für Atomenergie) und der Universität Paris-XII haben jetzt anhand von Experimenten an Pavianen gezeigt, dass man auch eine externe Region des Gehirns, den Kortex, stimulieren kann. Seit Ende der Achtziger Jahre versuchen Forscher aus Grenoble (unter der Leitung von Prof. Benabid) mit elektrischer Stimulation zumindest die auftretenden Symptome im Alltag zu lindern. Diese Stimulation erfolgte am Thalamus, was sehr komplizierte Eingriffe bedeutete. Von 4.000 Patienten, für die in Frankreich ein solcher Eingriff relevant gewesen wäre, konnten aufgrund fehlender Mittel nur 400 behandelt werden.

Dr. Palfi und seine Kollegen zeigten an Pavianen, dass eine neue Form eines Eingriffs in den Kortex Bereich genau so effizient sein könnte. Nach einer 30minütigen elektrischen Stimulation waren viele Symptome verschwunden oder stark reduziert. Eine klinische Studie an Patienten ist bereits ab Januar 2005 geplant.

Quelle: Drouot, X et al., Functional Recovery in a Primate Model of Parkinson's Disease following Motor Cortex Stimulation. Neuron.


Wichtiges Gen für Erforschung der Parkinson-Krankheit gefunden

18.11.04 - Ein internationales Team aus Wissenschaftlern hat ein Gen entdeckt, das im Fall einer Mutation eine erbliche Form der Parkinson-Krankheit verursacht. Obwohl die Parkinson-Krankheit in der Mehrzahl der Fälle nicht erblich ist, könnte diese Entdeckung zu neuen Möglichkeiten der Therapie oder zur Verhütung der Erkrankung führen. Beteiligt an der Erforschung sind das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung am Universitätsklinikum Tübingen, das GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg und die Mayo-Clinic in Jacksonville, Florida.

Parkinson ist eine der häufigsten degenerativen Krankheiten. Die Betroffenen erkranken meist in fortgeschrittenem Alter, leiden unter zunehmender Störung der Motorik und werden häufig zu Pflegefällen. Direkte Ursache der Symptome ist ein Mangel des Nervenüberträgerstoffs Dopamin im Gehirn. Dieser kann durch Medikamente eine Zeit lang ausgeglichen werden, eine Therapie gegen das unaufhaltsame Fortschreiten der Erkrankung und der damit einhergehenden Behinderung ist bis jetzt jedoch nicht möglich. Mit der Entdeckung der molekularen Grundlagen der relativ seltenen erblichen Formen der Parkinson-Krankheit hoffen die Wissenschaftler nun einen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Behandlungsformen zu finden.

Das auf Chromosom 12 gelegene, neu entdeckte Gen enthält den "Bauplan" für das Protein LRRK2 (Leucin Rich Repeat Kinase 2). Bemerkenswert ist, dass Erkrankte mit LRRK2-Mutationen alle klinischen Symptome der Parkinson-Krankheit aufweisen, aber im Gehirn der Mutationsträger Veränderungen gefunden wurden, die bislang verschiedenen Unterformen des Parkinson-Syndroms* zugeordnet waren. Das bedeutet, dass die Mutation dieses Gens offenbar verschiedene neurodegenerative Prozesse auslösen kann. Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass unterschiedliche Veränderungen im Gehirn auch unterschiedliche Ursachen haben.
Mit der Entdeckung des Gens hat sich nun gezeigt, dass eine Ursache mehrere Ver-änderungen im Gehirn auslösen kann. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass das Protein eine zentrale Bedeutung bei der Entstehung von diversen neurodegenerativen Erkrankungen haben könnte.
Mutationen wurden bislang bei sechs von 32 untersuchten Familien mit dominantem Erbgang gefunden. Diese Mutationen scheinen also eine relativ häufige Ursache des dominant-erblichen Parkinson-Syndroms zu sein. Zum Vergleich: Im 1998 entdeckten Gen für a-Synuclein wurden in den letzten Jahren weltweit nur drei verschiedene Mutationen gefunden. Dieses Gen ist ebenfalls für eine dominant-erbliche Form der Parkinson-Krankheit verantwortlich.

In der Zukunft wird es Aufgabe der Wissenschaft sein, die Funktion von LRRK2 und die Konsequenzen der Mutationen auf den Zellstoffwechsel zu untersuchen, um neue therapeutische Möglichkeiten zu entwickeln.

Die Wissenschaftler wurden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des "Nationalen Genomforschungnetzes (NGFN)" unterstützt. Im NGFN fahnden über 600 Wissenschaftler mit beachtlichem Erfolg nach den Ursachen weit verbreiteter Krankheiten.

Quelle: Universitätsklinikum Tübingen



Besserung der bilateralen Funktion bei M. Parkinson durch einseitige Hirnstimulation

05.11.2004 - NEW YORK (Reuters Health) – Einseitige tiefe Hirnstimulation führt zu lang anhaltenden bilateralen Verbesserungen von Bradykinesie, Tremor, Rigidität und Kraftkontrolle bei Patienten mit fortgeschrittenem M. Parkinson, wie in einer neuen Studie gezeigt wird. Es scheint, dass die Elektrodenimplantation im internen Segment des Globus pallidus zu einer ebenso großen Verbesserung führt wie im Nucleus subthalamicus.
„Wenn man einen ansehnlichen Nutzen mit einseitiger tiefer Hirnstimulation erreichen kann, warum sollte man es dann nicht so machen und das Risiko minimieren“, das mit ausgedehnteren chirurgischen Maßnahmen einhergeht, sagte Erstautor Dr. Jay L. Alberts in einem Interview mit Reuter's Health. Wenn die Krankheit dann fortschreite, teilte er mit, sei die Gegenseite immer noch für die Implantation einer zweiten tiefen Hirnstimulationselektrode verfügbar.

Derzeit führen die meisten Chirurgen bilaterale Verfahren durch. Dabei wird der Nucleus subthalamicus als optimaler Platz für die Stimulationselektrode betrachtet, erklärt Dr. Alberts.

Dr. Alberts untersuchte mit dem Atlanta VA Rehabilitation and Research Center und seinen Kollegen die bimanuale motorische Leistung bei Patienten mit fortgeschrittenem M. Parkinson mittels unilateralen Elektroden zur tiefen Hirnstimulation, die entweder im Nucleus subthalamicus oder im Globus pallidus (je fünf in jeder Gruppe) platziert wurden. Die Elektroden lagen kontralateral zur dominanten Hand und waren dort elf bis 55 Monate platziert. Die Ergebnisse sind in der Oktoberausgabe der Zeitschrift Motor Control veröffentlicht worden.

Die Teilnehmer wiesen Verbesserungen bei den Werten auf der Unified Parkinson's Disease Rating Scale auf, wobei diese 30 Prozent bei den Globus-pallidus-Patienten und 33 Prozent in der Nucleus-subthalamicus-Gruppe betrug, wenn die Elektroden eingeschaltet waren. Bei den Patienten zeigten sich eine bessere Zielfähigkeit, Kraft beim Greifen und bimanuelle Geschicklichkeit sowie niedrigere Bewegungszeiten.

Im Hinblick auf die Verbesserung der motorischen Funktion gab es keine Daten, die zeigten, dass eine Implantationsstelle effektiver als die andere war.

Das sei wichtig, berichtet Dr. Alberts, da in manchen Fällen die Implantation in den Nucleus subthalamicus kontraindiziert sei.

„Die Daten liefern Hinweise darauf, dass der Nucleus subthalamicus möglicherweise bestimmte neuropsychologische Probleme verstärkt, wie Depression und Schwäche des Arbeitsgedächtnisses“, fährt er fort. Daher sollte die Implantation in diesem Bereich bei Patienten mit Depression oder leichtgradiger kognitiver Beeinträchtigung vermieden werden.

“Wir hoffen, dass diese Studie die Möglichkeit der tiefen Hirnstimulation im Globus pallidus anderen Patienten eröffnet, die normalerweise nicht für die Stimulation des Nucleus subthalamicus in Frage kommen.“

Quelle: Motor Control 2004;8:484-499 (tep)



Erstmals in Thüringen "Hirnschrittmacher" eingesetzt

Neues Operationsverfahren bei Parkinson am Universitätsklinikum Jena erfolgreich angewendet

17.08.2004 - Neue Hoffnung für Thüringer Parkinson-Patienten: Neurologen und Neurochirurgen des Universitätsklinikums Jena haben gemeinsam erstmals in Thüringen einen "Hirnschrittmacher" zur Linderung der Parkinson'schen Erkrankung erfolgreich eingesetzt. Bei diesem auch als "Tiefenhirnstimulation" bezeichneten Verfahren wurden einem 70-jährigen Parkinson-Patienten zwei Elektroden in die Tiefe beider Großhirnhälften eingesetzt, über die ein Neurostimulator ständig hochfrequente schwache Stromimpulse abgibt. Diese stimulieren eine nur wenige Millimeter im Durchmesser große Ansammlung von Nervenzellen, einen so genannten "Kern" (subthalamischer Kern oder Nucleus subthalamicus), und lindern dadurch die Hauptsymptome der Parkinson'schen Krankheit wie das Zittern und die Einschränkung der Beweglichkeit. Nach der erfolgreichen "Hirnschrittmacher"-Operation zeigt auch der Jenaer Patient eine erfreuliche Besserung seiner Beweglichkeit, erklärten die behandelnden Oberärzte Dr. Günther Heide (Klinik für Neurologie, Direktor: Prof. Witte) und Dr. Rupert Reichart (Klinik für Neurochirurgie, Direktor: Prof. Kalff). Der Patient konnte bereits nach Hause entlassen werden. Der bei dem Eingriff gleichzeitig mit den Hirnelektroden eingesetzte Neurostimulator ähnelt einem Herzschrittmacher, ist etwas größer als eine Streichholzschachtel und wird unter dem Schlüsselbein eingesetzt. "Die Stromimpulse sind für den Patienten völlig schmerzfrei und werden nur an der Besserung seiner Beschwerden bemerkt", erläutert der Neurochirurg Rupert Reichart die Funktionsweise. Um bei dem aufwändigen Eingriff das Kerngebiet von der Kopfoberfläche mit den Elektroden zielsicher anzusteuern, ist ein spezielles Operationsverfahren notwendig (die so genannte Stereotaxie), mit dem die Lokalisation eines Zielpunktes im Gehirn auf Bruchteile von Millimetern genau erfolgen kann. Hierfür sind umfangreiche Untersuchungen mit dem Kernspin- und Computertomographen und eine computergestützte Bildbearbeitung notwendig. Die korrekte Lage der Elektroden wird während der Operation durch Ableitungen der Nervenzellsignale aus der Tiefe des Gehirns überprüft und vor Beendigung des Eingriffs über einen Computertomographen direkt im Operationssaal gesichert."Mit der in Frankreich entwickelten ,Tiefenhirnstimulation' steht uns jetzt eine neue Methode zur Verfügung, mit der die Behandlung der fortgeschrittenen Stadien einer Parkinson'schen Krankheit revolutioniert wird", ist Oberarzt Heide überzeugt. In Deutschland sind schätzungsweise 250.000 Menschen von der Parkinson'schen Krankheit betroffen. Bisher kommt es einige Jahre nach Beginn der medikamentösen Therapie der Erkrankung häufig zu einem zunehmend schlechteren Ansprechen auf die Tabletten. Die Patienten leiden unter unvorhersehbar auftretenden, immer länger werdenden Phasen, in denen Bewegungen trotz größter Willensanstrengung kaum mehr möglich sind. Durch die "Tiefenhirnstimulation" werden diese für den Patienten sehr quälenden Zustände entscheidend verringert und damit die Lebensqualität nachhaltig verbessert. Zudem ist meist eine deutliche Reduktion der Medikamentendosis möglich.

Mit der Einführung des "Hirnschrittmachers" am Universitätsklinikum Jena steht nun auch in Thüringen ein Zentrum zur Verfügung, in dem das innovative Verfahren durchgeführt werden kann, nachdem bisher die Patienten aus der Region zum Teil in weit entfernten Kliniken behandelt werden mussten.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena


Bessere Parkinson-Diagnose - Probanden gesucht!16.08.2004 - Parkinson-Forscher der Universität Bonn suchen für eine Studie nach gesunden Personen zwischen 50 und 65 Jahren. Die Wissenschaftler wollen die Diagnose verschiedener Parkinson-Formen verbessern, um so schneller die geeignete Therapie wählen zu können. Dazu vergleichen sie kernspintomografische Hirn-Aufnahmen von Gesunden und Kranken, die unter unterschiedlichen Parkinson-Formen leiden. Die Untersuchung ist vollkommen ungefährlich. Neben der häufigen Parkinson-Krankheit gibt es seltenere atypische Parkinson-Erkrankungen. Ein Beispiel ist die Multisystematrophie (MSA). Sie ähnelt anfangs von ihren Symptomen zwar der Parkinson-Krankheit, verläuft aber schwerer. Zudem spricht sie nicht auf die üblichen Medikamente an, sondern erfordert eine andere Behandlung.

Vor allem zu Beginn der Erkrankung ist die Unterscheidung zwischen Parksinon-Krankheit und MSA schwierig. Den Neurologen der Universität Bonn ist es gelungen, in der Kernspintomografie Strukturveränderungen nachzuweisen, mit denen sich diese Krankheiten voneinander abgrenzen lassen. Zur weiteren Differenzierung suchen die Forscher nun gesunde Kontrollpersonen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren, die sich kernspintomografisch untersuchen lassen. Interessenten können sich im Sekretariat von Professor Dr. Thomas Klockgether (Telefon: 0228/287-5736) melden. Den Teilnehmern winkt eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn


Internationales Netzwerk im Kampf gegen Parkinson
Pharmazeuten der Freien Universität Berlin beteiligen sich an Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten
04.08.04 - Im Kampf um neue Wirkstoffe gegen Parkinson, Migräne und andere Krankheiten des Nervensystems beteiligen sich Pharmazeuten der Freien Universität Berlin an einem internationalen Netzwerk. Das Team um Prof. Dr. Heinz Pertz kooperiert dabei eng mit dem Berliner Unternehmen NeuroBiotec GmbH und dem tschechischen Unternehmen Alfarma s.r.o., Prag. Für die kommenden drei Jahre hat das Förderinstitut des Landes Berlin, die Investitionsbank Berlin (IBB), seine Unterstützung zugesagt. Mit 360.000 Euro fördert das Land Berlin - kofinanziert mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) - das Projekt. Ziel des internationalen Forschungsprojekts ist die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten aus natürlich vorkommenden Wirkstoffen zur Behandlung neurodegenerativer Krankheiten. Die drei beteiligten Einrichtungen werden in enger Zusammenarbeit neue Wirkstoffe identifizieren und zur klinischen Anwendung bringen.

Das Projekt verbindet das Know-how und die bewährte Labortechnik der Pharmazeuten der Freien Universität Berlin (FU) mit der traditionell hohen Qualität der Prager Chemiker: Das tschechische Team liefert zunächst Partialsynthetika, die sich strukturell von Alkaloiden des Mutterkorns ableiten. Die FU-Pharmazeuten testen die Stoffe auf ihre Wirkung, damit NeuroBiotec anschließend die Wirksamkeit bewerten und daraus neue Präparate entwickeln kann. Diese Medikamente sollen niedriger dosierbar sein und dennoch gezielter wirken als bisherige Präparate.

Quelle: Freie Universität Berlin



Depression bei Parkinson: Benchmarking-Projekt will Behandlungsabläufe verbessern

29.07.04 - Rund 40 Prozent aller Parkinson-Patienten entwickeln nach Schätzungen zusätzlich eine Depression; manche Experten halten es sogar für möglich, dass die Erkrankungen gemeinsame Ursachen haben. Dennoch wird die Depression bei Parkinson häufig zu spät diagnostiziert und behandelt. Eine Studie an der Universität Bonn soll die Behandlungsabläufe verbessern helfen: Zusammen mit Medizinern der RWTH Aachen wollen die Forscher zehn Kliniken für Parkinson-Syndrome miteinander vergleichen und so herausfinden, wo es hakt. Zusätzlich werden auch Praxen und Hausärzte in die Untersuchung einbezogen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMGS) fördert das Projekt mit rund 260.000 Euro; das Universitätsklinikum Bonn steuert selbst noch 130.000 Euro bei. Das Zauberwort heißt "Benchmarking", die Idee stammt aus den USA: "Wir untersuchen, wie die Behandlung in den verschiedenen Kliniken abläuft, um bestimmte diagnostische und therapeutische Schritte zu verbessern. Dabei soll nicht allein eine Optimierung der Strukturen allein im Vordergrund stehen, sondern Ziel des Projektes ist es, die Folgen für den Patienten direkt zu messen", erklärt der Projektleiter Dr. Richard Dodel, Privatdozent an der Neurologischen Klinik in Bonn. "Von diesen Lösungen können dann wiederum die anderen Teilnehmer profitieren." Alle beteiligten Kliniken sind Mitglieder im Kompetenznetz Parkinsonsyndrome, einem mit Bundesgeldern geförderten Verbundprojekt, das das Know-how auf diesem Gebiet bündeln und erweitern soll. Zum Abschluss des auf drei Jahre angelegten Benchmarking-Projekts sollen dann detaillierte Empfehlungen stehen - "Also etwa: In diesem Punkt sind wir schlechter als die anderen, hier sollten wir nach Vorbild der Klinik xy nachbessern", erläutert Dodel. Bei der Durchführung kooperieren die Bonner mit Medizinern der RWTH Aachen, die in einem Benchmarking-Projekt zur Schizophrenie bereits umfassende Erfahrungen mit dem Verfahren sammeln konnten. Die Bonner Studie hat als eines von zunächst zehn geförderten Benchmarking-Projekten Modellcharakter. Internationale Erfahrungen zeigen, dass das Prinzip "Lernen vom Besten" funktioniert und wechselseitiger Austausch von guten Ideen und Lösungen tatsächlich zu deutlichen Verbesserungen führen kann.

Quelle: Universität Bonn


Parkinson: Dopamin stimuliert Stammzellen - Auch beim Menschen nachgewiesen 15.06.2004 - In einer Advance Online Publication des Fachmagazins Nature Neuroscience beschreiben Marburger Forscher, wie die Teilung von Stammzellen im Gehirn durch den Botenstoff Dopamin beeinflusst wird. Bei der Parkinson-Krankheit ist eben dieser Botenstoff in unzureichender Menge im Gehirn der Patienten vorhanden. Die Entdeckung ist ein Schritt auf dem Weg, dem Nervenzellverlust bei Gehirnerkrankungen wie Parkinson eines Tages begegnen zu können, indem man das Gehirn so stimuliert, dass es verstärkt neue Nervenzellen produziert. Erst seit wenigen Jahren weiß man, dass in bestimmten Gebieten des erwachsenen Gehirns ständig neue Nervenzellen gebildet werden, um alte zu ersetzen. Auf diese Weise scheint sich das Gehirn bis ins hohe Alter eine gewisse Plastizität zu erhalten. Die Arbeitsgruppe von Dr. Günter U. Höglinger und Prof. Dr. Wolfgang H. Oertel an der Klinik für Neurologie der Philipps-Universität Marburg hat, in Zusammenarbeit mit der Gruppe von Dr. Etienne Hirsch am Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (INSERM) in Paris, nun herausgefunden, dass der Botenstoff Dopamin eine wesentliche Rolle bei der Teilung von Stammzellen im Gehirn spielt. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil bei der Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) eben dieser Botenstoff im Gehirn der Patienten in unzureichender Menge vorhanden ist. Die Ergebnisse erschienen am gestrigen Sonntag, dem 13. Juni 2004, als Advance Online Publication auf der Homepage der Fachzeitschrift Nature Neuroscience (Originaltitel: "Dopamine depletion impairs precursor cell proliferation in Parkinson disease"). Bei erwachsenen Säugetieren einschließlich des Menschen liegt in der so genannten Subventrikulären Zone (SVZ) im Zwischenhirn ein großes Reservoir an Stammzellen. Diese Zellen haben auch beim Menschen das Potential, neue Nervenzellen zu bilden. Höglinger und Mitarbeiter konnten nun zeigen, dass die so genannten C-Zellen in der SVZ so genannte Rezeptoren (Andockstellen) für Dopamin besitzen und von Dopaminfasern kontaktiert werden. C-Zellen sind Vorläufer von Nervenzellen; ihre Aufgabe ist es sich, sich häufig zu teilen, um so für Nachschub an frischen Zellen zu sorgen. Wurden die Dopaminfasern bei Mäusen experimentell geschädigt, bildeten sich weniger neue Nervenzellen. Dieses Defizit konnte ausgeglichen werden, wenn den Tieren bestimmte Dopamin-artige Medikamente gegeben wurden. Derselbe Zusammenhang zwischen Dopamin und Zellbildung wurde von den Autoren auch im Hippocampus nachgewiesen, einer Hirnregion, die wesentlich an Gedächtnisfunktionen beteiligt ist. Höglinger und Mitarbeiter untersuchten die Regulation von Stammzellenteilung durch Dopamin auch beim Menschen. Sie konnten nachweisen, dass auch hier Stammzellen von Dopaminfasern kontaktiert werden und dass sich Stammzellen im Gehirn von Parkinson-Patienten seltener vermehren. Dies gilt sowohl für die SVZ als auch für den Hippocampus. Häufig kommt es bei der Parkinson-Krankheit neben motorischen Symptomen wie dem charakteristischen Zittern auch zu nicht-motorischen Symptomen, die Ersteren um Jahre vorausgehen können. Dazu gehören die Verschlechterung des Geruchssinns und die Verringerung von Gedächtnisleistungen. Im Tierexperiment konnten Wissenschaftler solche nicht-motorischen Symptome durch eine Unterdrückung von Stammzellteilung im Gehirn reproduzieren. Störungen von Gedächtnis und Geruchssinn lassen sich bei Parkinson also möglicherweise ebenfalls durch die verminderte Stammzellteilung erklären: Bleibt der Nachschub an neuen Zellen aus, scheint die Funktionalität des Hippocampus und des Riechhirns zu leiden. Die Forscher gehen nun davon aus, dass die frühe Erkennung und Behandlung der Parkinson-Krankheit dem langfristigen Mangel an neuen Zellen vorbeugen kann. Weiterhin legen Höglinger und Oertel zum ersten Mal Untersuchungen beim Menschen vor, die vermuten lassen, dass die Produktion von neuen Nervenzellen im Gehirn durch seit langem bekannte Botenstoffe wie Dopamin stimuliert werden kann. Die Wirkung solcher Botenstoffe lässt sich mittlerweile relativ leicht mit Medikamenten beeinflussen. Viele Stammzellforscher hoffen daher, eines Tages dem Nervenzellverlust bei Gehirnerkrankungen wie Parkinson, Alzheimer oder Huntington begegnen zu können, indem sie das Gehirn so stimulieren, dass es verstärkt neue Nervenzellen produziert und den Verlust ausgleicht. Die Ergebnisse der Arbeit von Höglinger, Oertel und Mitarbeitern am menschlichen Gehirn sind eine große Ermutigung, die Forschung in diese Richtung weiter zu verfolgen. Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. In Deutschland sind davon zwischen 200.000 und 250.000 Menschen betroffen. Zu ihren motorischen Symptomen gehören Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit und ein charakteristisches Zittern. Ursache der Symptome ist, dass - aus noch ungeklärtem Grund - Dopamin-produzierende Nervenzellen in der Substantia Nigra absterben. Diese Gehirnregion ist der wichtigste Produktionsort von Dopamin, von dem aus der Botenstoff über Nervenfasern im Gehirn verteilt wird. Gehen hier Nervenzellen zu Grunde, kommt es zum Dopaminmangel im Gehirn. Die motorischen Symptome der Krankheit werden heute therapiert, indem mit Hilfe Dopamin-artiger Medikamente (L-DOPA, Dopamin-Agonisten) der Dopaminmangel ausgeglichen wird. Dr. Günter U. Höglinger führte einen Teil seiner Forschung als Postdoc am Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (INSERM) in Paris durch und ist seit 2004 Leiter der Arbeitsgruppe für Experimentelle Neurologie an der Klinik für Neurologie der Philipps-Universität Marburg. Prof. Dr. Wolfgang H. Oertel ist Direktor der Klinik für Neurologie der Philipps-Universität Marburg sowie Sprecher des Kompetenznetzes Parkinson.

Das Kompetenznetz Parkinson ist ein seit 1999 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes medizinisches Netzwerk. Seine Zentrale befindet sich in Marburg, die Mitglieder stammen aus der gesamten Bundesrepublik. Die Organisationsstruktur umfasst ein Forschungs- und ein Versorgungsnetz. Im Bereich Forschung sind Projekte aus den Bereichen Grundlagenforschung, Diagnostik und Praxis eingebettet. Das Versorgungsnetz umfasst Universitätskliniken, Städtische Kliniken, Parkinson-Fachkliniken, Rehabilitationseinrichtungen, Fachärzte, Allgemeinärzte und kooperiert mit der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. (dPV).

Quelle: Kompetenznetz Parkinson


Placebo-Effekt bei einzelnen Gehirnzellen beobachtet

17.05.2004 - Scheinbehandlungen können mitunter verblüffend wirksam sein. Bei Parkinson-Patienten haben italienische Neurologen diesen Placebo-Effekt nun erstmals auf der Ebene einzelner Gehirnzellen beobachten können. Die Aktivität der Nervenzellen normalisierte sich, indem nach Injektion einer Kochsalzlösung die Armbeweglichkeit zunahm.

Nicht nur die Frequenz der Nervenimpulse ging zurück, berichten die Forscher um Fabrizio Benedetti von der Universität Turin im Fachblatt "Nature Neuroscience". Auch die Häufigkeit regelrechter Aktivitätsaus-brüche sank bei jenen Patienten, die auf die Scheinbehandlung ansprachen.

An der Studie nahmen Parkinson-Patienten teil, denen zur Linderung ihrer Krankheitssymptome feine Elektroden in den Nucleus subthalamicus gesetzt wurden. Diese Gehirnregion ist an der Ausführung von Bewegungsabläufen beteiligt und entwickelt bei den Betroffenen eine übermäßige und sprunghafte Aktivität. Laut Benedetti und Kollegen bestätigen ihre Beobachtungen die Annahme, dass diese anormale Aktivität zur Muskelsteifigkeit führt. Als Ursache gilt die sinkende Konzentration des Botenstoffs Dopamin in einer benachbarten Gehirnregion, dem Striatum

In den Tagen vor der Operation erhielten die Patienten ein Medikament, das die Wirkung von Dopamin nachahmt. Während des Eingriffs, bei dem die Patienten bei Bewusstsein sind, bekamen elf von ihnen eine Kochsalzlösung injiziert. Wie beiläufig erwähnten die Ärzte, dass sich nun die Beweglichkeit des Arms bessern könne. Tatsächlich stellte sich dieser Effekt bei sechs Patienten ein, während bei den übrigen fünf sowohl die Muskelsteifigkeit als auch die Nervenaktivität unverändert blieben.


Forschung: Fabrizio Benedetti und Luana Colloca, Dipartimento di Neuroscienze, Università degli Studie di Torino; und andere

Online-Veröffentlichung Nature Neuroscience, 16. Mai 2004, DOI 10.1038/nn1250


Quelle: Scienceticker


Scheinoperation hilft Parkinson-Patienten

08.04.2204 - Einen starken Placebo-Effekt bei Patienten mit der Parkinsonschen Krankheit haben amerikanische Psychologen und Mediziner beobachtet. Waren die Patienten überzeugt, Nervenzellen eingepflanzt bekommen zu haben, bewerteten sie ihre Lebensqualität auch ein Jahr nach dem vermuteten Eingriff deutlich höher als solche, die von einer Scheinoperation ausgingen.

Zudem war der Effekt nicht auf die Patienten beschränkt, berichten die Forscher um Cynthia McRae von der University of Denver, Colorado, im Fachblatt "Archives of General Psychiatry". Auch die Einschätzung des medizinischen Personals schien eher von der Überzeugung des jeweiligen Patienten abzuhängen denn von der tatsächlichen Art des Eingriffs. Dieser ungewöhnlich starke Placebo-Effekt müsse bei Studien zu neuen Behandlungsmethoden berücksichtig werden, so die Forscher.

McRae und ihre Kollegen verfolgten den Werdegang von Parkinson-Patienten, die an einer Studie zur Verpflanzung embryonaler Nervenzellen teilgenommen hatten. Von 30 Patienten hatten 12 tatsächlich das Transplantat erhalten, bei 18 war dagegen nur eine Scheinoperation durchgeführt worden. Erst nach zwölf Monaten erfuhren Patienten, Betreuer und Forscher, wem tatsächlich Nervenzellen ins Gehirn gepflanzt worden waren.

Unabhängig von der Art der Intervention verbesserte sich der objektiv und subjektiv ermittelte Zustand der Patienten, wenn sich diese als Empfänger von Nervenzellen wähnten. Als Beispiel nennen die Forscher eine Patientin, die nach der vermeintlichen Operation wieder Sport zu treiben begann. Nach einem Jahr musste sie jedoch verblüfft feststellen, dass sie nur zum Schein operiert worden war. Zwar seien derartige Studien nicht unumstritten, räumt McRae ein. Die Resultate machten jedoch deutlich, dass man tatsächlichen und wahrgenommenen Nutzen einer Behandlung stets sorgfältig voneinander trennen müsse.


Forschung: Cynthia McRae, Eva Cherin und T. Gayle Yamazaki, College of Education, University of Denver, Colorado; Curt R. Freed, Division of Clinical Pharmacology, Department of Medicine, University of Colorado Health Sciences Center, Denver; und andere

Veröffentlicht in Archives of General Psychiatry, Vol. 61(4), pp 412-20


Quelle: Scienceticker


Kosten der Parkinson-Krankheit
Medikamente drehen an der Preisschraube, verringern aber die Pflegebedürftigkeit
Studie der Europa Fachhochschule Fresenius und der Deutschen Klinik für Diagnostik
Idstein, März 2004 - Parkinson - die Erkrankung des Nervensystems ist für gut 250.000 Menschen eine schwere Belastung - und die Behandlung mit neuen Therapiemethoden eine kostspielige Angelegenheit. Bisher lagen nur grobe Schätzungen zu den direkten Kosten vor. In einer Studie haben die Europa Fachhochschule Fresenius (Idstein) und der Fachbereich Neurologie der Deutschen Klinik für Diagnostik DKD (Wiesbaden) neue Daten zu den direkten Kosten der Parkinson-Therapie erhoben. Ergebnis: "Vor allem die Medikamente drehen an der Preisschraube", so das Fazit von Professor Dr. Jens Jessen, Lehrstuhlinhaber für Gesundheitsökonomie an der Europa Fachhochschule Fresenius (EFF) in Idstein. Die Studie erfasste zehn Monate lang die direkt anfallenden "Krankheitskosten" von 77 Patienten in ambulanter Behandlung: für Diagnostik, Medikamente, Therapie bei Neben- und Wechselwirkungen, ärztliche Betreuung (Arztbesuche), Überweisungen zu anderen Institutionen, stationäre Behandlung, Operationen und Pflegekosten oder Kosten, die durch vorzeitigen Therapieabbruch entstehen. Hinzu kommen Aufwendungen für besondere Unterstützungen wie z.B. durch eine Haushaltshilfe. Als wichtigstes Ergebnis der Studie zeigt sich, dass die Medikamentenkosten unter den direkten Kosten den weitaus größten Teil ausmachen. Im Frühstadium der Krankheit belaufen sich die durchschnittlichen monatlichen Kosten für die medikamentöse Therapie auf 397,67 Euro. Mit zunehmender Krankheitsausprägung wachsen die Aufwendungen bis auf 645,77 Euro monatlich. Im Vergleich dazu belasten Heilmittel die Kostenträger durchschnittlich mit 25,46 Euro. Die ärztlichen Leistungen schlagen mit 15,73 Euro pro Monat zu Buche. 18,74 Euro müssen im Schnitt für medizinisch-technische Diagnoseuntersuchungen aufgebracht werden. "Ein Aufwand, der sich lohnt!", so Jessen: "Eine differenzierte Therapie führt zwar zu einer deutlichen Steigerung der Medikamentenkosten, die Kosten für die stationäre Behandlung verringern sich jedoch und die Pflegebedürftigkeit wird zeitlich hinausgezögert."

Die Langzeitstudie wird fortgesetzt. Im nächsten Schritt werden an der Europa Fachhochschule Fresenius die indirekten Kosten (zum Beispiel Kosten durch Arbeitsunfähigkeit) erfasst.

Quelle: http://www.fh-fresenius.de


Hirnschrittmacher für Zwangserkrankte - Parkinsontherapie auf neuen Wegen

Baierbrunn - 17.02.2004 - Der in der Behandlung des Morbus Parkinson
(„Schüttellähmung“) erfolgreich eingesetzte Hirnschrittmacher wird
nun auch für die Therapie von besonders schweren Zwangserkrankungen
erprobt, berichtet das Apothekenmagazin "Gesundheit". Professor
Volker Sturm, klinischer Direktor der Klinik für Stereotaxie und
funktionelle Neurochirurgie der Universität Köln, hat bisher acht
Patienten so behandelt. „Von den fünf Angst- und Zwangspatienten, die
längere Zeit therapiert wurden, sind drei so gut wie geheilt“,
berichtet er. Die anderen befänden sich auf dem Weg der Besserung.
Menschen mit Zwangsstörungen wiederholen bestimmte, selbst als
unsinnig erkannte Handlungen, manchmal bis zur Erschöpfung. Sie
waschen sich, bis die Haut blutet, oder finden etwa keinen Schlaf,
weil sie immer wieder das Haus kontrollieren. Zwar ist vielen
Betroffenen heute mit speziellen Psychotherapien besser als früher zu
helfen, bei etwa 20 Prozent bleiben diese Behandlungen aber
erfolglos.

Das Apothekenmagazin "Gesundheit" liegt in vielen Apotheken aus und
wird kostenlos an Kunden abgegeben.

Originaltext: Wort und Bild - Gesundheit


Tiefenhirnstimulation hilft Parkinsonpatienten

Das New England Journal of Medicine berichtet über die erhebliche Verbesserung der motorischen Funktionen und Lebensqualität von Parkinson-Patienten durch TiefenhirnstimulationIn einem richtungsweisenden Artikel des New England Journal of Medicine vom 13. November (Band 349) wird berichtet, dass bei Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit eine "deutliche Verbesserung" der motorischen Funktionen und Mobilität unter beidseitiger Tiefenhirnstimulation ("Deep Brain Stimulation" - DBS) während einem Zeitraum von fünf Jahren eintrat. Hierbei handelt es sich um die erste Langzeitstudie zur Untersuchung der Auswirkung der Tiefenhirnstimulation auf Patienten mit Morbus Parkinson und ihrer Lebensqualität.

In dem Artikel wird über die Erfahrungen von 49 Patienten mit Morbus Parkinson in einem fortgeschrittenen Stadium berichtet. Die Parkinson-Krankheit ist weltweit die häufigste neurologische Bewegungsstörung und betrifft etwa 250.000 Menschen in Deutschland und 2,5 Millionen Menschen weltweit. Alleine in Deutschland erkranken jedes Jahr 15.000 Menschen neu. Zu den Symptomen zählen Tremor, Rigor, Bewegungsarmut und Gleichgewichtsstörungen. Medtronic, Inc. (NYSE: MDT) ist der einzige Hersteller der Technologie für die Tiefenhirnstimulation ("Hirnschrittmacher"), der so genannten Activa(R) Therapie.
"Die nachhaltigen Verbesserungen gegenüber den Ausgangswerten sind auch fünf Jahre nach der Operation gegeben.

Nach einem Jahr zeigte sich eine wesentliche Verbesserung bei Tremor und Rigor, die auch nach fünf Jahren anhält", fassen die Autoren zusammen. In dem Artikel heißt es: "Fünf Jahre nach der Operation waren die meisten Patienten bei der Verrichtung ihrer Alltagsaktivitäten unabhängig und benötigten keine Medikamente." Die Selbstständigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens stellen einen Indikator für die Lebensqualität der Patienten dar.
Im Vergleich zu den Ausgangswerten waren nach fünf Jahren die Punktwerte für die motorische Funktion (ohne Medikamente) um 54 Prozent und die Punktwerte für die Aktivitäten des täglichen Lebens um 49 Prozent verbessert.

Die Autoren berichteten außerdem über eine "Reduzierung der dopaminergen Medikamente im ersten Jahr, die anschließend beibehalten wurde".
Dr. Anthony Lang, ein Experte für Bewegungsstörungen der Universität Toronto, nannte die Tiefenhirnstimulation "ganz klar einen wesentlichen Fortschritt bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit" und schrieb in einem Leitartikel (NEJM, gleiche Ausgabe):

"Die Stimulationstherapie leistet durch die deutliche und anhaltende Wirkung auf die durch Levodopa induzierten motorischen Komplikationen einen einzigartigen Beitrag".
Dyskinesien, unwillkürliche und unkontrollierbare Bewegungen, die häufig als Nebenwirkung der üblichen medikamentösen Behandlung auftreten und sehr hinderlich sein können, wurden ebenfalls "erheblich gebessert und häufig ausgeschaltet", so Lang.

Die Studie wurde an der Joseph Fourier Universität in Grenoble (Frankreich) durchgeführt. An ihr nahmen Patienten mit klinisch diagnostizierter Parkinson-Krankheit teil, die trotz optimaler Einstellung der Anti-Parkinson-Medikamente unter schweren Levodopa-induzierten motorischen Komplikationen litten.
"Das Ärzteteam der Universität Grenoble spielt eine führende Rolle bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Activa(R) Therapie, und diese neue Studie zeigt deren bahnbrechende Arbeit für Parkinson-Patienten. Die Studie liefert einen wichtigen Beleg für den langfristigen und anhaltenden Nutzen der Activa(R) Therapie für Parkinson-Patienten", meint Jon Tremmel, Vorstand von Medtronic Neurological.

In dieser Studie wurden die an den motorischen Funktionen beteiligten Hirnstrukturen, die bei der Parkinson-Krankheit hyperaktiv sind, beidseitig und kontinuierlich stimuliert; das Zielgebiet war der Nucleus subthalamicus.
Die Tiefenhirnstimulation reduziert offensichtlich die motorische Symptomatik der Parkinson-Krankheit durch Unterbrechung oder Unterdrückung der fehlerhaften neuronalen Aktivität des Gehirns, die durch den Untergang von dopaminbildenden Zellen verursacht wird. Dopamin ist eine körpereigene chemische Substanz und dient der Bewegungssteuerung.

Zur Behandlung mit der Tiefenhirnstimulation wird ein herzschrittmacherähnliches Gerät implantiert und mittels Elektroden werden elektrische Impulse an exakt lokalisierte, an der Motorik beteiligte Hirnareale abgegeben Wenn auch keine Heilung möglich ist, so zeigt diese Studie, dass mit der ACTIVA Therapie Patienten mitfortgeschrittener Parkinson-Krankheit eine langfristige und erhebliche Linderung erfahren.

Der Hirnschrittmacher ist individuell auf die Bedürfnisse des Patienten einstellbar, und ermöglicht Ärzten, den maximalen therapeutischen Nutzen bei minimalsten Nebenwirkungen zu erreichen. Die Therapie ist reversibel, wodurch dem Patienten zukünftige Behandlungsmöglichkeiten weiter offen stehen.
Zu den unerwünschten Wirkungen der Studie zählten eine Hirnblutung bei einem Patienten, sowie ein Myokardinfarkt 11 Monate nach der Operation. Gerätekomplikationen traten selten auf.

In Europa ist die Tiefenhirnstimulation als Parkinsontherapie seit 1998 und in den USA seit 2002 verfügbar. Die Activa(R) Therapie ist für die Behandlung der zwei häufigsten Bewegungsstörungen (Essentieller Tremor und Morbus Parkinson) FDA- und CE zugelassen.
Diese bewährte Therapie wurde weltweit bei mehr als 25.000 Patienten angewendet. Die Kostenübernahme der Activa(R) Therapie ist über die laufenden DRG-Verhandlungen und die Finanzierungsverhandlungen (Zusatzentgelte) in den Krankenkassen möglich.

Medtronic Inc. (NYSE:MDT) mit Firmensitz in Minneapolis ist das weltweit führende Unternehmen auf dem Gebiet der Medizintechnik und entwickelt Langzeitlösungen für Patienten mit chronischen Erkrankungen. Medtronic GmbH in Deutschland hat ihren Sitz in Düsseldorf, Medtronic GmbH in Österreich hat ihren Sitz in Wien. Der europäische Hauptsitz von Medtronic ist in Tolochenaz (VD), in der Schweiz, angesiedelt. Sie finden Medtronic im Internet unter www.medtronic.de, www.medtronic.at, sowie www.medtronic.ch.

Quelle: Medtronic GmbH
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Mobil ++49 (0) 172 809 11 21
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eMail: sabine.meyer@medtronic.com

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PR Coordinator EMEA
Tel: ++41 21 802 70 41
Fax: ++41 21 802 79 37
EMail: marija.sepic.fraefel@medtronic.com

Ursachen der Parkinson Krankheit

Die Ursache der Erkrankung ist bis heute noch nicht bekannt. Bedingt ist die Krankheit durch das Absterben dopaminproduzierender Zellen in der Substanzia nigra im Mittelhirn. Parkinson wird auch als Dopamin-Mangelsyndrom bezeichnet. Dopamin ist ein Überträgerstoff, der Nervenreize zwischen zwei Nerven oder zwischen Nerv und Organ übermittelt.

Differenzierung

Ein Mangel an Dopamin verursacht muskuläre Ausfälle. Grundlage aller Parkinson Erkrankungen ist der Mangel an Dopamin. Dopamin ist ein sogenannter Botenstoff oder Neurotransmitter. Vereinfacht dargestellt übermittelt er Befehle des Nervensystems an die Muskulatur. Das größte Vorkommen dieses Stoffes findet sich in einer Nervenzellenansammlung im Hirnstamm, der Substantia nigra (schwarze Substanz). Bei Parkinsonerkrankten ist diese Hirnregion erheblich blasser. Gegenüber einem gesunden Menschen ist die Konzentration von Dopamin um 90 Prozent gesunken.

Beim idiopathischen Parkinson- Syndrom ist keine Ursache erkennbar. Die Parkinson Krankheit tritt in 80 bis 90 Prozent aller Fälle ohne erkennbare Ursache auf. Diese Form der Erkrankung wird auch idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS) genannt. Zwar weisen Familienuntersuchungen darauf hin, dass die Anlage für das idiopathische Parkinson-Syndrom möglicherweise vererbt wird. Das bedeutet aber nicht, dass Familienmitglieder, die diese Erbanlagen in sich tragen, auch notwendigerweise erkranken müssen. Ein eindeutiger Nachweis konnte bisher nicht erbracht werden.

Sekundäre Syndrome treten nicht so häufig auf. Die restlichen 10 bis 20 Prozent der Erkrankungen sind sekundäre Parkinson-Syndrome, bei denen Ursachen bzw. auslösenden Faktoren nachgewiesen werden können.

Sekundäre Parkinson-Syndrome

Schädigungen in bestimmten Bereichen des ZNS rufen ein Parkinson- Syndrom hervor.
Spondylogene cervikale Myelopathie bei Parkinson
  MedizInfo® Parkinson- Datenbank:
Sekundäre Parkinson-Syndrome
Eine Gruppe von ursächlichen Erkrankungen sind die Multisystematrophien. Multisystematrophien (MSA) werden auch als Multisystemdegeneration bezeichnet. Es sind Krankheitsbilder, bei denen sich verschiedene Strukturen und Systeme des Zentralen Nervensystems ZNS gleichzeitig zurückbilden. Dabei entsteht das Parkinson Krankheitsbild. Zu diesen Erkrankungen gehören:
- striatonigrale Degeneration
- Shy-Drager-Syndrom
- Kombination der amyotrophischen Lateralsklerose mit Demenz und Parkinson-Syndrom
- Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom
- olivopontozerebellare Atrophie


Medikamente

können vorübergehend eine Parkinson- Symptomatik auslösen. Zu diesen Medikamenten gehören z. B. Neuroleptika zur Behandlung von Psychosen oder Calziumantagonisten zur Behandlung von Hypertonie. Diese Form wird auch oft als Parkinsonoid oder medikamentöses Parkinson-Syndrom bezeichnet. Die Medikamente blockieren die Angriffspunkte des Dopamins. Die Dopamin produzierenden Zellen werden aber nicht zerstört. Deshalb klingt die Parkinson-Symptomatik nach dem Absetzen der Medikamente schnell und vollständig ab. Die Parkinson-Symptomatik ist nur eine mögliche Nebenwirkung dieser Medikamente. Sie muss nicht zwangsläufig auftreten. Betroffene, die diese Medikamente verordnet bekommen, sollten bei entsprechenden Nebenwirkungen ihren Arzt informieren und mit ihm möglicherweise erforderliche Veränderungen in der Medikation überlegen. Ein eigenmächtiges Absetzen von Medikamenten ist nicht ratsam.

Verletzungen, Drogen, Vergiftungen, Tumore, Schlaganfall, Entzündungen

Das sekundäre Parkinson- Syndrom kann die unterschiedlichsten Ursachen haben.
Der große TRIAS- Ratgeber zur Parkinson- Krankheit.
Zur Gruppe der sekundären Parkinson-Syndrome (PS) gehören ebenfalls:

PS nach einem Trauma, z. B. Unfall

Als Folge von Kopf- und Hirnverletzungen kann eine Parkinson Schädigungen auftreten. Das ist besonders dann der Fall, wenn die Verletzungen, die als Mikro-Infarkte bezeichnet werden, im extrapyramidalen System des Gehirns liegen. In diesem System wird das Dopamin als Überträgerstoff tätig. Eine einmalige Verletzung tritt aber nicht so oft als Ursache auf, wie die wiederholten kleinen Hirnverletzungen, die z. B. bei Boxern vorkommen können. Sie können, wie z.B. bei Muhammed Ali, eine Parkinsonerkrankung verursachen.

PS nach Schlaganfall
PS durch Vergiftungen, z. B. Kohlenmonoxid oder Mangan
PS nach Drogenkonsum.

Injektionen von Pethidin-analogen Substanzen verursachen eine Verunreinigung mit MPTP (1-Methyl-4-phenyl-1,2,3,6-tetrahydropyridin), die einen Untergang der Neuronen in der Substantia nigra verursachen. Seitdem dieser Nachweis erbracht worden ist, wird auch die Bedeutung von Umweltgiften für die Entstehung von sekundären Parkinson Erkrankungen diskutiert.
PS durch Tumore:
Hirntumoren und andere raumfordernde Prozesse im Gehirn, wie z. B. Subduralhämatome (Folge einer Hirnblutung) begünstigen, wenn die für Parkinson verantwortliche Hirnregion (Substantia nigra) betroffen ist, die Entwicklung einer Parkinson-Symptomatik. Nach einer möglichen operativer Entfernung der Tumoren bessert sich diese Symptomatik aber teilweise oder sie verschwindet sogar ganz.

PS durch Entzündungen


Zu diesen Parkinsonerkrankungen gehören diejenigen Erkrankungen, die als Folge einer durch Viren hervorgerufenen Hirnhautentzündung (Meningitis) auftreten. Dieser Form trat gehäuft in den Jahren von 1917 bis 1927 auch bei jüngere Menschen auf. In jüngster Zeit sind keine Parkinson Erkrankungen nach Hirnentzündung mehr bekannt geworden.

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