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Die Inhaltsübersicht

- Künstlicher Hüftersatz mit hoher Stabilität
- Carbon bringt Fortschritt in die Ortopädie
-
Endoprothetik


Künstlicher Hüftersatz mit hoher Stabilität

Studie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg weist erstmals nach, dass Hüftprothesen bei jüngeren Patienten lange Zeit überdauern können


06.03.2006 - Erstmals haben Wissenschaftler der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg in einer klinischen Studie gezeigt, dass Hüftprothesen bei Patienten unter 55 Jahren bis zu 20 Jahre weitgehend problemlos überdauern können. Ihre Ergebnisse stellen sie im März 2006 auf dem Amerikanischen Orthopädenkongress (AAOS) in Chicago vor.



Die Titanprothese wird ohne Knochenzement im Oberschenkelknochen befestigt.
Bild: Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg


Wie lange halten künstliche Hüftgelenke? Da die allermeisten Prothesen erst nach dem 70. Lebensjahr eingesetzt werden, ließen sich sehr lange Überlebensdauern bislang nur unvollständig erfassen. Bei älteren Patienten geht man von einer durchschnittlichen Haltbarkeit von über 10 Jahren aus; etwa fünf Prozent der über 70jährigen Hüftprothesenträger müssen damit rechnen, dass sie sich einer erneuten Operation unterziehen werden.

"Die Zahl der Patienten, die schon in verhältnismäßig jungen Jahren ein neues Hüftgelenk benötigen, hat in den vergangenen Jahren zugenommen", erklärt Professor Dr. Volker Ewerbeck, Ärztlicher Direktor an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Ursache der oft schmerzhaften Hüftschäden sind meist angeborene Gelenkfehlstellungen, Durchblutungsstörungen und Unfallverletzungen. Bei jüngeren Patienten, die oft noch sportlich aktiv sein wollen, müssen höhere Ansprüche an die Belastbarkeit der Prothese gestellt werden.

Zementlose Prothesen wachsen fest in den Knochen ein

Zudem soll die künstliche Hüfte möglichst lange den Belastungen standhalten. Meist werden hier so genannte zementlose Prothesen eingesetzt: Der Schaft und Hüftkopf werden ohne eine zusätzliche Fixierung mit Knochenzement in den Oberschenkelknochen eingepasst. "Diese Prothesen haben den Vorteil, dass sie schonend implantiert werden können und länger haltbar sind, da sie fest in den Knochen einwachsen", erklärt Dr. Peter Aldinger, Facharzt und Wissenschaftler an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg.

In einer Langzeitstudie untersuchte er über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren hinweg insgesamt 141 Patienten im Alter von 23 bis 55 Jahren, denen eine zementlose Titanprothese mit einem Hüftkopf aus Keramik eingesetzt worden war. Rund 95 Prozent der Prothesen waren nach durchschnittlich 17 Jahren noch funktionsfähig. Untersuchungen und Befragungen der Patienten zeigten, dass über 90 Prozent mit dem Operationsergebnis auch nach über 15 Jahren noch sehr zufrieden waren. Röntgenbilder wiesen nach, dass sich in nur 3 Prozent der Fälle der Prothesenschaft gelockert hatte.

"Diese Studie hat gezeigt, dass auch junge Patienten mindestens 10, wahrscheinlich sogar mehr als 20 Jahre sehr gut mit ihrem Implantat zurecht kommen", sagt Dr. Aldinger. Damit das Risiko noch geringer wird, arbeiten Wissenschaftler - auch an Heidelberger Klinik - an neuen Oberflächen, kleineren Prothesen und an schonenden Operationstechniken.

Weitere Informationen: http://www.orthopaedie.uni-hd.de/

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

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Carbon bringt Fortschritt in die Orthopädie

Obfelden - 25.02.2005 - Mit den neuen orthopädischen Sohlenstützen aus Carbon zum Ausgleich von unterschiedlichen Beinlängen sowie den ultraleichten Carbon-Krücken hat die Vereinigung Formtune.ch weitere Leichtbau-Produkte entwickelt. Mit dieser Angebotserweiterung kann nun auch in der Orthopädie von der fortschrittlichen Leichtbau-Technik profitiert werden. Der Einsatz von Carbon bringt dabei neben erheblicher Gewichtsreduktion auch hohe Sicherheit durch Festigkeit und Belastungsresistenz.

Orthopädischer Schuh mit Sohlestütze aus Carbon

Erhöhter Komfort durch optimierte Leichtigkeit und Festigkeit
Die neue orthopädische Sohlenstütze aus Carbon weist vielerlei Vorteile auf und ist damit dem bisherigen Einsatz von Kork-Sohlenstützen zum Ausgleich unterschiedlicher Beinlängen deutlich überlegen. Gegenüber Kork bringt Carbon eine Gewichtsreduktion von ca. 44 Prozent. Durch das geringere Gewicht können zusätzliche Anstrengungen und Belastungen reduziert und der Tragkomfort deutlich erhöht werden. Nicht nur die Leichtigkeit und gleichzeitige Festigkeit des Carbons, sondern auch deren lange Haltbarkeit, bieten optimale Vorteile für den Einsatz als Sohlenstütze. So kann der Carbon-Kern aufgrund seiner grossen Belastbarkeit auch langfristig für weitere Schuh-Erneuerungen wieder verwendet werden.

Gewichtsreduktion auch bei Carbon-Krücken
Auch die Neuentwicklung der Carbon-Krücken kommt dem Bedürfnis nach gesteigertem Komfort nach: Gegenüber Aluminium-Krücken wird durch die Verwendung von Carbon das Gesamtgewicht der Krücken um ca. 50 Prozent reduziert, was beim chronischen Einsatz der Krücken eine beträchtliche Erleichterung bringt.
Sowohl die Leichtbau-Sohlenstützen als auch die ultraleichten Carbon-Krücken erweisen sich als lohnende Investition.

Sohlestütze aus Carbon

Carbon für hohe Festigkeit und Gewichtsreduktion

Durch die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Carbon konnte Formtune.ch bisher verschiedene hochwertige Produkte entwickeln. Nebst der Erfahrung bei der Herstellung von Carbon-Teilen im Rad- und Motorsport und von Carbon-Design-Handtaschen, spielen nun auch die neue Carbon-Sohlenstützen und die Carbon-Krücken bei den orthopädischen Hilfsmitteln eine wichtige Rolle.

Mehr Informationen erhalten Sie bei http://www.formtune.ch .

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Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von
Prof. Dr. R. Gradinger


Endoprothetik
Revisionsprothetik
Tumororthopädie
Kinderorthopädie
Gelenkerhaltene Orthopädie
Wirbelsäulenorthopädie
Fußorthopädie
Stoßwellenbehandlung


Endoprothetik


An nahezu allen Gelenken ist ein künstlicher Gelenkersatz (Endoprothetik) möglich und wird an unserer Klinik durchgeführt.
Wir verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Implantation und auch Entwicklung von verschiedenen Endoprothesen. Vor allem werden der natürlichen Anatomie nachempfundene Endoprothesenformen, beschichtet mit einer speziellen makroporösen Oberflächenstruktur zur Verbesserung des Einwachsverhaltens des Knochens verwendet.

Stellvertretend wird hier nun auf den Gelenkersatz des Hüftgelenkes eingegangen. Häufigste Indikation zur Hüft-Totalendoprothese stellt die Arthrose des Gelenkes, unabhängig von deren Ursache dar. Seltenere Indikationen sind entzündliche, rheumathische Veränderungen, die Hüftkopfnekrose oder tumoröse Veränderungen.

Abhängig vom Alter, Geschlecht, Zusatzerkrankungen, der Knochenqualität und dem Aktivitätslevel wird vor der Operation das individuelle ideale Implantat (Hüftpfanne, Femurstiel, Gelenk-Gleitpartner, z.B. Polyethylen, Keramik, Metall) und die geplante Verankerungsform (zementiert oder zementfrei) ausgewählt. Eine präoperative Planung der Operation mit Bestimmung der Größe der zu implantierenden Prothesenteile wird routinemäßig durchgeführt.

Die Operation selbst wird in unserem Reinluft-Operationssaal mit laminar-air-flow zur Reduzierung der Infektionsgefahr durchgeführt.

Diese umfassende klinische und wissenschaftliche Beschäftigung unserer Klinik mit dieser Thematik, von der Entwicklung der Prothesen, über die exakte präoperative Planung, bis zur optimalen Implantation, sichert uns auch langfristig erfolgreiche Konzepte für die Endoprothetik.

Röntgenbild nach Hybrid-H-TEP
Röntgenbild nach Hybrid-H-TEP (Pfanne zementlos mit makroporöser Oberfläche, Stiel zementiert, Gleitpartner Polyethylen-Keramik


Revisionsendprothetik

Bei ca. 100000 Implantationen von künstlichen Hüftgelenken und ca. 50000 Kniegelenken im Jahr in Deutschland erfährt die Revisionsendoprothetik eine zunehmende Bedeutung.

Röntgenbild einer aseptisch gelockerten Hüft-TEP
Röntgenbild einer aseptisch gelockerten Hüft-TEP

Unsere umfassenden Erkenntnisse aus der Primärimplantation von künstlichen Gelenken werden auch auf die Revisionsoperationen im Rahmen der Endoprothetik angewendet. Zusätzlich ist aber auch eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Problematik an unserer Klinik etabliert (Schadensanalyse), so daß frühzeitig Lockerungen erkannt werden können, und ein Prothesenwechsel möglichst vor einer ausgedehnten Zerstörung des Knochenlagers durchgeführt werden kann.

Auch diese Operationen erfordern eine individuelle Auswahl des Implantates für den einzelnen Patienten, wobei sich hier vor allem modulare Systeme wegen deren besserer intraoperativer Anpassung bewährt haben.

Revisionimpantat
modulares Revisionsimplantat für Hüft-TEP-Wechseloperationen bei ausgedehntem Knochendefekt am Femur.

Die exakte präoperative Planung, sowie die Durchführung der Operation im Reinluft-Operationssaal gehören zum Standard in unserer Klinik.

Röntgenbild nach Hüft-TEP-Wechsel
Röntgenbild nach Hüft-TEP-Wechsel und Versorgung mit einem speziellen Revisionsimplantat (Nagelstiel-Endoprothese).


Tumororthopädie

Bezüglich der gutartigen und bösartigen Knochentumoren stehen alle diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung incl. Kernspintomographie und Positronen-Emisionstomographie. Nach präoperativ diagnostischer Abklärung werden alle erforderlichen Gewebsentnahmen in einer 14-tägigen interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen und das gemeinsame Vorgehen bezüglich eines differenzierten Behandlungsplanes festgelegt. Es bestehen innerhalb der Klinik alle Möglichkeiten der neoadjuvanten und adjuvanten Therapieformen.

Nach Tumorresektion stehen alle rekonstruktiven Möglichkeiten zur Verfügung. Insbesondere sind hier zu nennen die endoprothetische Versorgung incl. Becken-, Hüft- und Kniegelenksspezialprothesen bzw. der komplette Ersatz eines Femurs, an der Wirbelsäule auch der Wirbelkörperersatz. Modifizierte Resektionsamputationen (Umkehrplastik) werden nach differenzierter Indikationsstellung ebenso durchgeführt wie Allografts und Autografts angewendet werden können. Die postoperativ notwendige differenzierte Nachbehandlung wird an der Klinik engmaschig durchgeführt und durch die hauseigene Orthopädiewerkstätte mit orthopädischen Hilfsmitteln optimal unterstützt. In regelmäßigem Abstand erfolgt eine Tumornachsorge im ambulanten Bereich.


Kinderorthopädie

Die Behandlung von Kindern mit orthopädischen Erkrankungen stellt einen wesentlichen Schwerpunkt unserer Klinik dar. Wir bieten dabei sowohl eine umfassende ambulante Betreuung als auch stationäre Behandlung mit einer Kinderstation inklusive Mutter-Kind Zimmern an.

Im Rahmen der regelmässigen ambulanten Kindersprechstunde steht neben dem einfachen Beratungsgespräch bis hin zur komplexen Krankheitsabklärung das gesamte Spektrum moderner Kinderorthopädie zur Verfuegung. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Anwendung moderner nichtinvasiver Verfahren wie Ultraschall und kernspintomographischer Untersuchungen gelegt, um den Einsatz von ionisierenden Strahlen bei Kindern möglichst zu minimieren.

Kernspintomogrphie einer kindlichen Hüftkopfnekrose
Kernspintomogrphie einer kindlichen Hüftkopfnekrose 2 Jahre nach operativer Behandlung
Abb. 1: Kernspintomographie a) einer kindlicher Hüftkopfnekrose (M. Perthes) und b) 2 Jahre nach operativer Behandlung mit vollständiger Knochenrevitalisierung

Als Universität besteht durch die enge Zusammenarbeit verschiedenster Spezialkliniken - von der Neurologie, Radiologie, Nuklearmedizin etc. - der zusätzliche Vorteil modernster Diagnosemöglichkeiten, wenn nötig, je nach Indikation einsetzen zu können wie z.B. nichtinvasiver magnetresonanztomographischer Angiographie bis hin zu neuesten Verfahren wie der Positronenemissionstomographie.

Besondere Schwerpunkte bestehen neben dem präventiven Neugeborenenscreening in der Diagnostik und konservativen wie operativen Behandlung angeborener Erkrankungen (Hüftdysplasien/luxationen, Klumpfussfehlstellungen etc.), sämtlicher aseptischer Knochennekrosen ( z.B. M. Perthes), angeborener bzw. posttraumatischer Extremitätenfehlstellungen, sämtlicher Knochen- und Weichteiltumoren und speziellen Sprechstunden für Skoliosen sowie Patienten mit Marfansyndrom.

Computergestützte pedographische Diagnostik zur Analyse von kindlichen Fussfehlbelastungen
Abb. 2: Computergestützte pedographische Diagnostik zur Analyse von kindlichen Fussfehlbelastungen

Ein weiteres Spezialgebiet stellt die Behandlung von erworbenen kindlichen Fussfehlstellungen dar. Bei der Abklärung dieser Fussdeformitäten mit entsprechenden pathologischen Belastungsmustern hat die Ganganalyse und eine moderne pedographische Diagnostik mit computerunterstützter Messung der dynamischen Druckverteilung an der Fusssohle besondere Bedeutung erlangt. Für eine optimale Therapie mit Evaluation möglicher Einlagenversorgung führen wir dieses Verfahren zusammen mit dem TÜV Bayern regelmässig durch.

Kernspintomographie mitbösartigem Tumor
Abb. 3: Kernspintomographie mit bösartigem Tumor im distalen Femur steht an zur Versorgung mit einer modularen Tumorspezialprothese um Amputation zu vermeiden


Gelenkerhaltene Orthopädie

Orthopädische Operationen stellen im Gegensatz zu denen in der Chirurgie für den einzelnen Patienten etwas sehr individuelles dar. Dies beruht darauf, daß diese Eingriffe bei Kindern als auch bei Erwachsenen das Ziel haben, präventiv, konstruktiv, rekonstruktiv oder rein palliativ zu sein. Bei den gelenkerhaltenden Eingriffen handelt es sich meist um präventive Maßnahmen. Hier liegt die große Schwierigkeit nicht nur in der sorgfältigen Planung der Operation. Es müssen vielmehr auch die besonderen biomechanischen Gesetze und die individuellen Gegebenheiten wie das Alter, Gewicht, mögliches Wachstum der Knochen, Bänder und Muskeln bei der Operationsplanung berücksichtigt werden. Schon das Nichtbeachten eines dieser Faktoren kann dazu führen, daß eine Operation, die ein gefährdetes Gelenk erhalten soll, zu einem schweren Mißerfolg wird.
Die gelenkerhaltenden Eingriffe werden unter dem Gesichtspunkt der Wachstumslenkung und der Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Gelenkform und Funktion zur Vermeidung von Spätschäden durchgeführt. Früher wurden Fehlformen von Knochen einfach durch das Brechen des Knochens, der dann mit einem Gips o.ä. ruhiggestellt wurde, behandelt. So wundert es nicht, daß hier die Ergebnisse zum Teil sehr schlecht und die Komplikationen, die im Extremfall zum Verlust einer Gliedmaße führen konnten, sehr hoch waren.

In unserer Klinik werden sämtliche Umstellungsoperationen unter Berücksichtigung neuester biomechanischer Erkenntnisse, unter Verwendung modernster Operationsmethoden und computerunterstützter Planung, an allen Gelenken durchgeführt.

Die größte Anzahl von gelenkerhaltenden Umstellungsoperationen werden bei uns am Hüft – und Kniegelenk durchgeführt. Typischerweise führen Belastungsschmerzen im Hüft – oder Kniegelenk zur Vorstellung in unserer Klinik. Oft zeigen dann bereits die Röntgenaufnahmen eine Fehlstellung der betroffenen Gelenke und leider oft auch schon einen deutlichen Verschleiß. Durch die exakte Planung kann oft auch dann noch der drohende Gelenkersatz durch eine Prothese vermieden werden.

Ein typischer Fall ist das schlecht geformte Hüftgelenk, die sogenannte Hüftdysplasie, eine Erkrankung, die heutzutage durch rechtzeitige Ultraschalluntersuchungen im Säuglingsalter gut erkannt und dann behandelt werden kann. Wird diese nicht erkannt, entwickelt sich ein schlecht geformtes Hüftgelenk und führt später zur Arthrose, dem Gelenkverschleiß.

Röntgenbild - Hüftgelenk

In diesem Fall ist die Hüftgelenkspfanne deutlich fehlgeformt, so daß durch eine Umstellungsoperation am Becken, eine Becken-dreifach-Osteotomie, versucht werden kann dem drohenden Verschleiß und damit dem künstlichen Hüftgelenk entgegenzuwirken.

Röntgenbild nach Eingriff am Hüftgelenk

Schon bei Säuglingen werden Eingriffe am Hüftgelenk durchgeführt, wie z.B. bei der schweren Hüftsysplasie. Durch die geeignete Technik und der optimalen Wahl des OP Zeitpunktes können selbst schwere Hüftgelenksschäden vermieden werden.

Hüftgelenksnahe Umstellungsoperationen werden aber auch bei anderen Erkrankungen durchgeführt. So wie im Fall der Hüftdysplasie, bei der auch der hüftgelenksnahe Oberschenkelknochen fehlgeformt ist, kann auch bei beginnender Arthrose oder einer Hüftkopfnekrose, dem teilweisen Absterben des Hüftkopfes, diese Operation durchgeführt werden.

Röntgenbild - Hüftgelenk vor der Operation Röntgenbild - Hüftgelenk nach der Operation

Der klassische Fall einer gelenkerhaltenden Operation ist die kniegelenksnahe Umstellung des Unterschenkels. Hier wird bei einer O-Bein-Stellung oder einem beginnenden Gelenkverschleiß auf der Knieinnenseite, die Tibia durchsägt und in neuer Stellung wieder zusammengebracht. Oft kann in solchen Fällen auch langfristig den Patienten geholfen und der weitere Gelenkverschleiß verhindert werden.

Röntgenbild - Kniegelenk vor der Operation Röntgenbild - Kniegelenk nach der Operation

Natürlich gibt es eine Reihe weiterer Indikationen zu Umstellungsoperationen, mit dem Ziel die betroffenen Gelenke zu erhalten. An den kleineren Gelenken werden z.B. an den Füßen auf diese Weise Zehenfehlstellungen korrigiert und auch hier dem drohenden Gelenkverschleiß entgegengewirkt. Fehlwachstum, welches im weiteren Leben die Gelenke überlastet, kann beseitigt werden. Selbst bei einer Hüftkopflösung ( Epiphysiolsysis capitis femoris), von der Kinder in der Pubertät betroffen sein können und dem sogenannten Morbus Perthes, der die kleineren Kinder treffen kann, ist die Umstellungsoperation oft die optimale Therapie um einer langfristigen Gelenkschädigung entgegenzuwirken.


Wirbelsäulenorthopädie

Rückenbeschwerden betreffen heute eine Vielzahl von Menschen. Bedingt durch die Entwicklung des Bewegungsverhalten, z.B. vielstündiges Arbeiten in sogenannten Zwangshaltungen (Arbeitsplätze, etc.) in unserer Gesellschaft treten häufiger Rückenprobleme auf. In der konservativen Orthopädie stellen Patienten mit Rückenbeschwerden den Löwenanteil dar. Die Ursachen der Beschwerden sind sehr vielfältig und bedürfen einer sehr individuellen Analyse und Therapie.
In unserer Klinik bieten wir daher ein individuelle Beratung bei Rückenproblemen an. Gleichzeitig überblicken wir die gesamte operative Wirbelsäulenorthopädie und arbeiten bei entsprechenden Erkrankungen eng mit der Neurochirurgischen Klinik (Direktorin: Frau Prof. Trappe) zusammen.

In Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern sowohl im Bereich Physiotherapie als auch auf dem Gebiet alternativer Behandlungsverfahren (Akkupunktur, Naturheilverfahren, etc.) können wir eine umfassende Betreuung unserer Patienten auch über den stationären Aufenthalt in unserer Klinik hinaus gewährleisten.

Leistungsspektrum

1. Diagnosen

  • Arthrose
  • Aufbaustörungen
       (z.B. Skoliose, M. Scheuermann)
  • Blockierungen
  • Entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule
  • Nervenwurzelirritationen
  • Osteoporose
  • Polyarthritis (Rheuma)
  • Rückenschmerzen
       (Lumbalgien, Lumboischialgien, HWS-Syndrom)
  • Schiefhals
  • Spinalstenose
  • TBC (Tuberkulose)
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthese)
  • Wirbelkörperersatz
  • Wirbelsäulenverkrümmung
       u.v.m.

    2. Op-Verfahren

  • Foraminotomien
  • Laminektomien
  • Skolioseoperationen
  • Spondylodesen
       PLAF, PLIF (Steffee-System)

    Röntgenbild -Wirbelsäule nach Eingriff


  • Tumorresektionen
  • Wirbelkörperersatz

    3. konservative Therapie

  • Chirotherapie
  • Infiltrationen
  • manuelle Therapie
  • Physiotherapie, Übungsbehandlung
  • Reizstrom (Tens)
  • Schmerztherapie
  • Ultraschallbehandlung



  • Fußorthopädie

    Es werden im Bereich des Vorfußes und der Zehen alle knöchernen Korrekturen und Weichteileingriffe durchgeführt. Im Bereich des 1. Strahls zur Therapie des Hallux-valgus steht nach differenzierter Diagnosestellung die basisnahe oder retrokapitale Korrekturosteotomie des Metatarsale I zusammen mit dem distalen Weichteileingriff zur Verfügung. Zur Therapie des Hallux rigidus werden indikationsabhängig die Resektionsarthroplastik nach Brandes, die dorsale Cheilektomie, die Grundphalanx-Osteotomie bzw. die Grundgelenksarthrodese durchgeführt. Bei sehr fortgeschrittenen Befunden und höherem Alter mit ausgeprägter Grundgelenksarthrose wird nach wie vor die Operation nach Keller-Brandes auch beim Hallux valgus eingesetzt.
    Zur Korrektur von Vorfußdeformitäten wie Hammer-, Krallenzehen und Clavi werden Resektionsarthroplastiken bzw. Weichteileingriffe an Sehnen- und Gelenkkapsel nach differenzierter Diagnose und Indikationsstellung, ebenso wie Metatarsaleosteotomien D I – D V durchgeführt.

    Postoperativ erfolgt eine differenzierte Nachbehandlung mit Spezialschuh und Einlagenversorgung.

    Im Bereich des Rückfußes können angeborene und erworbene Fußdeformitäten durch knöcherne und weichteilrekonstruktive Eingriffe korrigiert werden, wie die Klumpfuß und Knick-/Senkfußfehlstellung durch subtalare Korrekturarthrodesen. Posttraumatische Arthrosen können ebenfalls durch selektive Teilarthrodesen des Rückfußes therapiert werden. Die Arthrodese des oberen Sprunggelenkes bei therapieresistenter OSG-Arthrose kann ebenso durchgeführt werden wie der künstliche Ersatz dieses Gelenkes bei ausgewählten Indikationsstellungen.


    Stoßwellenbehandlung

    Seit der Entdeckung der Stoßwellenwirkung auf Nierensteine hat sich diese Behandlungsform in der Urologie durchgesetzt, die ESWT ( extrakorporale Stoßwellentherapie ) hat die Anzahl der notwendigen Operationen drastisch gesenkt. Seit ein paar Jahren erforschen auch Orthopäden die Wirkung der ESWT auf Knochen, Verkalkungen und Sehnenansatzschmerzen.
    Bei der Stoßwellentherapie werden Schallwellen mit sehr hoher Ernergie von einer Schallquelle ausgesendet, durch Linsen gebündelt und treffen dann im Körper auf die Stelle, die behandelt werden soll. Dabei wird so gut wie nie Gewebe wie z. B. die Haut verletzt, da die Schallwellen erst in der Tiefe ihre maximale Energie entwickeln. Sollten bei der Behandlung Schmerzen entstehen, so werden leichte Schmerzmedikamente während der Behandlung verabreicht.

    In unserer Klinik wird die ESWT sehr erfolgreich bei Verkalkungen an der Schulter, beim Fersensporn, beim Tennisellenbogen und bei nicht heilenden Knochenverletzungen angewendet.

    Verkalkungen an der Schulter können sehr schmerzhaft sein und die Behandlungen bei chronischen Fällen ist oftmals nicht erfolgreich, so daß diese Kalkdepots früher operativ entfernt werden mußten.

    Röntgenbild - Kalkablagerung

    In solchen Fällen kann mit der Stoßwellentherapie sehr oft ein erstaunlicher Erfolg erreicht werden. Wie in diesem Fall kann das Kalkdepot zur Auflösung gebracht werden, die Schmerzen sind innerhalb kurzer Zeit völlig beseitigt. Viele Patienten können nach der Behandlung wieder voll arbeiten oder auch wieder Sport ausüben.

    Der Fersensporn ist eine Verknöcherung der Sehnenansätze an der Fußsohle, genauer am Fersenbein.

    Röntgenbild - Fuß
    Röntgenbild - Fersensporn an der Fußsohle

    Durch die Stoßwellentherapie kann zwar der Fersensporn nicht beseitigt werden, wohl aber die Schmerzen und das mit gutem Erfolg. Nach 2 – 3 Behandlungen sind viele wieder schmerzfrei, die meisten deutlich gebessert.

    So wie beim Fersensporn können auch schmerzhafte Sehnenansätze am Arm erfolgreich behandelt werden. Mit der Diagnose Tennisarm werden in unserer Klinik seit 3 Jahren erfolgreich Patienten behandelt.

    Neben der Kalkschulter, dem Fersensporn und dem Tennisellenbogen werden ebenso sehr erfolgreich Knochenheilungsstörungen therapiert, ohne erneut operiert zu werden. Knochenheilungsstörungen sind gefürchtete Komplikationen nach Knochenoperationen und nach Knochenbrüchen. Mit der ESWT können diese in einem hohen Prozentsatz zur Ausheilung gebracht werden.

    Röntgenbild - vor der Therapie Röntgenbild - Ellenbogen nach der Therapie

    Nicht immer allerdings werden von den Krankenkassen die Kosten für eine solche Behandlung übernommen, so daß viele Patienten gezwungen sind, sich doch operieren zu lassen. Sollte dies der Fall sein, so kann jeder Patient an einer der von unserer Klinik durchgeführten Studien teilnehmen, so daß keine Behandlungskosten anfallen.

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    Quelle:
    Klinik für Orthopädie und Sportorthopädie (Direktor: Professor Dr. Reiner Gradinger)
    Ismaninger Straße 22, 81675 München,
    Tel: (0)89/4140-2271 - Fax: (0)89/4140-4849
    E-Mail: orthoinfo@lrz.tum.de
    Internet: www.ortho.med.tu-muenchen.de


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