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Die Inhaltsübersicht

- Bauchfelldialyse bietet mehr Lebensqualität für Nierenkranke - Kostengünstige Alternative zur
Entgiftung durch Blutwäsche
-
Mit jeder Zigarettenlänge einen Schritt in Richtung Dialyse
Rauchen: Ein Risikofaktor für Nierenerkrankunge

-
Können Fadenwürmer nierenkranken Patienten helfen?
-
Forscher warnen vor Extrem-Anstieg von Nierenerkrankungen
Britische und deutsche Wissenschaftler fordern jährlichen Testcheck

-
Langzeitstudie über Sirolimus steigert Hoffnung für Nierentransplantationspatienten

Bauchfelldialyse bietet mehr Lebensqualität für Nierenkranke -
Kostengünstige Alternative zur Entgiftung durch Blutwäsche

Wien - 01.02.2006 - Verglichen mit der Blutwäsche ist die Bauchfelldialyse eine schonende und bequeme Alternative für Nierenkranke. Das haben Mediziner der österreichischen Uni-Kliniken heute, Mittwoch, anlässlich der Eröffnung einer Ambulanz für Bauchfelldialyse im Wiener Hanusch-Krankenhaus betont. Studien zeigen, dass die Bauchfelldialyse im Vergleich zur Blutwäsche unter anderem die restliche Nierenfunktion besser erhält. Diese Methode der Nierenersatz-Therapie soll Patienten den Umgang mit der Krankheit erleichtern.

Während bei der Blutwäsche die Giftstoffe aus dem Blut außerhalb des Körpers maschinell herausgefiltert werden, geschieht die Entgiftung bei der Bauchfelldialyse in der Bauchhöhle und kommt deshalb der natürlichen Nierentätigkeit näher. "Das Bauchfell mit seiner etwa zwei Quadratmeter großen Oberfläche dient hier als Filter", erläutert Walter Kotzmann, Leiter des Departments für Nephrologie am Hanusch-Krankenhaus im Gespräch mit pressetext. Über einen fest eingepflanzten Katheter leitet der Patient etwa zwei Liter Dialyse-Flüssigkeit in seine Bauchhöhle. Dort nimmt die Dialyse-Lösung giftige Stoffwechselprodukte auf. "Nach etwa vier Stunden lässt der Patient das Dialysat wieder ab und ersetzt es durch frisches", so Kotzmann.

Die Bauchfelldialyse ist zwar im Gegensatz zur Blutwäsche eine Dauertherapieform, aber laut Kotzmann eine sehr flexible, die zu Hause durchgeführt werden kann. Dadurch verbessere sich die Lebensqualität, da die Betroffenen mobil seien, Sport treiben könnten und ohne Unterbrechung durch Blutwäsche ihrem Beruf nachgehen könnten. Besonders für Menschen, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, ist diese Methode schonend, da die Flüssigkeit gleichmäßig entzogen wird. Überdies zeigen Zahlen des Instituts für Gesundheitsökonomik http://ifg-muenchen.com, dass Bauchfelldialyse kostengünstiger als Blutwäsche ist. "Das liegt mitunter daran, dass der Patient nur einmal im Monat ins Krankenhaus muss", sagt Kotzmann.

Ab sofort bietet das Wiener Hanusch-Krankenhaus für Nierenkranke neben Blutwäscheplätzen auch eine Ambulanz für Bauchfelldialyse an. Damit kommen die österreichischen Uni-Kliniken dem steigenden Bedarf an Nierenersatz-Therapie nach. 2004 mussten 3.300 Menschen in ganz Österreich zur Blutwäsche. Gerade in Wien ist der Zuwachs an Dialyse-Patienten überdurchschnittlich. Bisher konnten im Hanusch-Krankenhaus 120 Patienten mit Blutwäsche behandelt werden. "Jetzt können wir mit der neuen Ambulanz den Mehrbedarf in Wien decken", führt Kotzmann im Gespräch mit pressetext aus.

In skandinavischen Ländern werden bereits etwa 30 Prozent der Nierenkranken mit Bauchfelldialyse behandelt, während es in Österreich etwa acht Prozent sind. Die Mediziner der Uni-Kliniken möchten diesen Prozentsatz auf ungefähr 20 Prozent steigern. Hier gehe es nicht um die Frage, ob die Blutwäsche oder die Bauchfelldialyse das bessere Verfahren sei, sondern darum, dass es ein umfassendes, integratives Behandlungsangebot zur optimalen Versorgung gibt, so Andreas Vychytil, Abteilung für Nephrologie und Dialyse vom Allgemeinen Krankenhaus Wien http://www.meduniwien.ac.at.

Quelle: pte


Mit jeder Zigarettenlänge einen Schritt in Richtung Dialyse
Rauchen: Ein Risikofaktor für Nierenerkrankungen

28.10.2005 - Die gesundheitlichen Folgeschäden des Rauchens sind enorm und betreffen den gesamten menschlichen Organismus. Dennoch werden sie in der Bevölkerung lediglich auf ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko reduziert. Selbst die in der Fachwelt seit langem bekannten Herz-Kreislauf Schäden, die der Nikotingenuss verursacht, werden selten thematisiert. Aber kaum ein Raucher würde je vermuten, dass er mit seinem Laster auch die Funktion seiner Nieren aufs Spiel setzt.


Bild: Photocase

Neueste Studien belegen jedoch, dass das Rauchen auch ein signifikanter Risikofaktor für Nierenerkrankungen ist:

Foley et al. (1) analysierten retrospektiv die Daten der zwischen 1988 und 1995 erhobenen NHANES III-Studie (= Third National Health and Nutrition Examination Survey) hinsichtlich der Beziehung zwischen reduzierter Nierenleistung und den "typischen" Herz-Kreislauf Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhtem Cholesterinspiegel und natürlich auch dem Rauchen. Als Ergebnis zeigten die Autoren eine Korrelation zwischen Anzahl der Risikofaktoren und Status der Nierenleistung auf - je schlechter die Nierenfunktion, desto mehr Risikofaktoren lagen vor. Dieses deutete bereits auf einen Zusammenhang zwischen schlechter Nierenfunktion und dem Rauchen als einem dieser aufgeführten Risikofaktoren. Darüber hinaus zeigten Haroun et al. (2) in ihrer prospektiven Studie mit über 23.500 Teilnehmern bereits 2003, dass 31% der chronischen Nierenerkrankungen in der Allgemeinbevölkerung nur auf das Rauchen zurückzuführen sind.

In zwei Studien von 2005 wurden die negativen Auswirkungen des Rauchens auf die Nierenfunktion genauer beleuchtet.

Warmoth et al. (3) zeigten, dass die Nierenleistung bei rauchenden Nierenpatienten rasanter abnimmt als bei Nichtrauchern (Abnahme der "glomerulären Filtrationsrate" GFR: -0,231 +/- 0,023 versus -0,102 +/- 0,008 mL/min/Monat). Die beschleunigte Reduktion der Nierenleistung konnte bei allen rauchenden Patienten nachgewiesen werden, sie war aber besonders stark bei Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung mit einem Urin-Albumin/Kreatinin-Quotienten von über 200 mg/g zu beobachten. Je schwächer die Nierenfunktion bereits war, desto schwerer war also der negative Einfluss des Tabakkonsums. Seit längerem ist bekannt, dass Patienten mit Nierenerkrankung ein sehr viel höheres kardiovaskuläres Risiko haben als Normalpatienten, und die verminderte Nierenfunktion somit per se schon ein Risikofaktor für die kardiovaskuläre Mortalität darstellt. Mit dem Rauchen forciert ein Nierenkranker die Abnahme seiner Nierenfunktion deutlich, und steigert damit sein ohnehin schon massiv erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.

Die Studie von Orth et al. (4) befasste sich mit den Auswirkungen des Rauchens auf die Nierenfunktion von Diabetespatienten. Innerhalb dieser Studie wurden 185 Patienten im Mittel über fünf Jahre beobachtet. Während die mittlere GFR bei den Nichtrauchern im Verlauf der Studie konstant bei 106±31 ml/min blieb, fiel sie bei den Rauchern signifikant auf 83±22 ml/min ab - und dass, obwohl die Gruppe der Raucher im Durchschnitt jünger war und daher zu Studienbeginn einer bessere mittlere GFR hatte als die Nichtrauchergruppe. Diese drastische Verschlechterung der GFR demonstriert die direkten negativen Auswirkungen des Nikotins auf die Nierenfunktion. Und es zeigte sich, dass die Nierengefährdung vor allem Patienten mit hohem renalen Risiko wie Diabetiker betrifft.

Prof. Ritz, Co-Autor der Studie von Orth et al., kommentiert die Ergebnisse der Untersuchungen folgendermaßen: "Alle Studien, die sich mit der Thematik Rauchen und Nierenerkrankungen befassen, haben einen direkten negativen Effekt des Rauchens auf die Nierenfunktion nachgewiesen. Jeder Raucher muss sich daher auch dieser Gefahr seines Lasters bewusst sein. Für "Niereninsuffizienz-Hochrisikopatienten" wie Diabetiker oder Patienten mit Nierenerkrankungen im Anfangsstadium muss der Tabakkonsum ein absolutes Tabu sein - diese Patienten kommen mit jeder gerauchten Zigarette der Dialysepflicht einen Schritt näher. Und Dialysepatienten potenzieren durch das Rauchen ihr bereits ohnehin erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und schmälern mit jeder Zigarette ihre eigene Überlebensprognose."

Literaturangaben:
(1) Foley RN, Wang C, Collins AJ. Cardiovascular Risk Factor Profiles and Kidney Function Stage in the US General Population: The NHANES III Study. Mayo Clin Proc 2005; 80 (10): 1270-1277.

(2) Haroun MK, Jaar BG, Hoffman SC, Comstock GW, Klag MJ, Coresh J. Risk factors for chronic kidney disease: a prospective study of 23,534 men and women in Washington County, Maryland. J Am Soc Nephrol. 2003 Nov;14(11):2934-41.

(3)Warmoth L, Regalado MM, Simoni J, Harrist RB, Wesson DE. Cigarette Smoking Enhances Increased Urine Albumin Excretion as a Risk Factor for Glomerular Filtration Rate Decline in Primary Hypertension. Am J Med Sci 2005; 330 (3): 111-119.

(4)Orth SR, Schroeder T, Ritz E, Ferarri P. Effects of Smoking on Renal Function in Patients with Type 1 and 2 Diabetes Mellitus. Nephrol. Dial. Transplant 2005; 20: 2414-2419.

Quelle: Gesellschaft für Nephrologie e. V.


Können Fadenwürmer nierenkranken Patienten helfen?

03.02.2005 - Fadenwürmer sollen die Forscher der Medizinischen Klinik IV, die sich unter der Leitung von Professor Dr. Gerd Walz der Nephrologie, den Erkrankungen der Niere widmet, in einem gemeinsamen Forschungs-vorhaben mit Biologen und der Physikern unterstützen. Bei dem neuen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt, sollen auf genetischer Ebene Faktoren identifiziert werden, die bei nierenkranken Patienten schon nach kurzer Zeit der Dialyse Herzerkrankungen hervorrufen, die sonst typisch für ältere Menschen sind.

Die Wissenschaftler wenden dabei die modernen Verfahren der so genannten Mikrochip-Analysen an, durch die das gesamte Genom mehrerer hundert Dialysepatienten nach so genannten Kandidatengenen durchforstet wird. "Wir rechnen damit, auf diese Weise über 1.000 Gene zu identifizieren, von denen jedoch nur ein geringer Teil tatsächlich in den Prozess der Krankheitsentstehung involviert ist", schätzt Professor Walz.

Hier kommt der Fadenwurm ins Spiel. Der Biologe, Professor Dr. Ralf Baumeister, Spezialist in der Erforschung von degenerativen Erkrankungen, wird gemeinsam mit seinem Forscherteam untersuchen, welche dieser Kandidatengene bei Fadenwürmern vergleichbare Probleme wie beim Menschen verursachen. Das Untersuchungsobjekt Fadenwurm hat sich bei ähnlichen Fragestellungen in Bezug auf Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson bereits bewährt. Ergebnisse, die bei dem einfachen Organismus gewonnen werden, lassen sich gut auf den komplexen Organismus des Menschen übertragen. "Wir hoffen, dass uns der Fadenwurm hilft, die für den Menschen relevanten Gene aus dem weiten menschlichen Genom herauszufischen", so Professor Baumeister.

Doch auch für den Funktionstest beim Fadenwurm ist eine Zahl von über 1.000 Genen nicht praktikabel. Der Physiker PD Dr. Jens Timmer, Spezialist in der Datenanalyse, wird daher die statistisch aussichtsreichsten Kandidaten der in der Mikrochip-Analyse identifizierten Gene vorsortieren und somit die Zahl der Analysen im Fadenwurm deutlich reduzieren.

Das Forschungsprojekt wird vom BMBF im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN-2) mit knapp einer Million Euro über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. In dieser Zeit will das Team aus den drei Fakultäten Medizin, Biologie und Physik zu Ergebnissen kommen, die in die klinische Praxis einfließen können und damit den Patienten direkt zugute kommen.

Mit dem Projektantrag hat das Freiburger Forscherteam eine von 16 Projektförderungen des BMBF erhalten und sich damit unter rund 120 Bewerbern durchgesetzt.

Quelle: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau


Forscher warnen vor Extrem-Anstieg von Nierenerkrankungen
Britische und deutsche Wissenschaftler fordern jährlichen Testcheck


Weimar - 03.02.2005 - Wissenschaftler aus Deutschland und Großbritannien warnen vor einem rasanten Anstieg von Nierenerkrankungen in den kommenden zehn Jahren. Die Gründe für diese Tatsache liegen einerseits in einer "Vergreisung der Bevölkerung", andererseits im Anstieg der Volkskrankheiten wie Diabetes und Hochdruck, die in unmittelbaren Wechselbeziehungen zu Nierenerkrankungen stehen, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie http://www.gfn-online.com. Wie die britischen Forscher bemerkten, hat sich die Rate der Nierenerkrankungen in der vergangenen Dekade verdoppelt.

Erst kürzlich hatten Forscher in der Fachzeitschrift The Lancet vor einer Zunahme der Nierenerkrankungen im epidemischen Ausmaß gewarnt. Die Gesellschaft für Nephrologie teilt die Sorge der britischen Wissenschaftler und sieht sich in ihren Bemühungen, den Urintest als Standard in den hausärztlichen Jahrescheckup zu integrieren, bestärkt. Die deutschen Experten verweisen auf die Notwendigkeit einer verbesserten Prävention und Früherkennung. Der Hauptgrund für terminale Niereninsuffizienz, einem Schaden, der nicht mehr zu beheben ist, liegt darin, dass die Niere ein "leises Organ" ist und sich Verschlechterungen der Organfunktion nicht gleich durch Schmerzen oder andere auffällige Symptome bemerkbar machen.

Eine besondere Risikogruppe stellen die weltweit 154 Mio. Diabetiker dar. Nach globalen Statistiken wird sich diese Zahl in den nächsten 20 Jahren verdoppeln. Damit wird sich auch die Zahl der Fälle, bei denen ein terminales Nierenversagen eine Folge des Diabetes ist, verdoppeln. Schon heute sind etwa die Hälfte aller dialysepflichtigen Patienten Diabetiker. Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen Nierenerkrankungen und kardiovaskulären Erkrankungen: Beide beeinflussen sich gegenseitig und haben die gleichen Risikofaktoren: Rauchen, Übergewicht, Hochdruck.

Für die Experten gewinnt durch diese Zahlen die Früherkennung an Bedeutung. So weist ein erhöhter Eiweißwert im Urin auf Nierenschädigungen hin. Darüber hinaus ist dies auch ein Marker für Herz-Kreislauferkrankungen. Bisher ist der Test nur im Vorsorgekatalog für Diabetiker enthalten, doch angesichts der dramatisch steigenden Zahlen sei es ratsam, den Urintest in den jährlichen "Jahrescheck" zu integrieren. Eine Früherkennung bedeutet nicht nur bessere Heilungschancen für die Patienten, sondern auch eine erhebliche Kostenersparnis, denn Nierenersatztherapien sind sehr kostenintensiv.

Quelle: pressetext.deutschland


Langzeitstudie über Sirolimus steigert Hoffnung für Nierentransplantationspatienten

Wien – 01.02.2005 (ots/PRNewswire) - Die neuen Langzeitergebnisse der Rapamune Maintenance Regimen Studie (RMR), die heute im Magazin Transplant International veröffentlicht wurden, festigen die Annahme, dass die Empfänger von Nierentransplantaten die Organe länger behalten können sowie dass die Notwendigkeit für weitere Transplantationen oder eine Rückkehr zur Dialyse reduziert wird. Die Daten, die während vier Jahren gewonnen wurden, zeigen, dass zusätzlich zu einer verbesserten Nierenfunktion, die Lebensdauer des Transplantates signifikant gesteigert wird ohne jegliche Reduktion der immunosuppressiven Wirkung bei Transplantatempfängern, die Cyclosporin absetzen und weiterhin Sirolimus einnehmen (Rapamycin, Rapamune(R)).(1)     

Es stellte sich heraus, dass die Nierenfunktion die genauesten Hinweise zur Vorherbestimmung des Risikos eines Langzeitnierenversagens bei Nierentransplantatempfängern liefert.(2) Dass sich die Nierenfunktion nach einer Transplantation verschlechtert, ist ein verbreitetes Problem aufgrund der toxischen Wirkung von immunosuppressiven Calicneurin-Medikamenten, speziell Cyclosporin, die zur Vorbeugung einer Abstossung eingesetzt werden.(3) Diese Toxizität führt häufig zu einer strukturellen Schädigung der transplantierten Niere, beeinträchtigter Nierenfunktion und schliesslich zu einem Transplantatversagen.(4,5) Sirolimus (Rapamycin, Rapamune(R)) ist ein Immunosuppressivum mit keinerlei nephrotoxischen Eigenschaften.     

Die Resultate zeigen Sirolimus ganz klar als bedeutenden Fortschritt bei der Immunosuppression. Die Ergebnisse bestätigen, dass durch eine kontinuierliche Behandlung mit Sirolimus und Absetzen von Cyclosporin nach 3 Monaten eine rapide und lang anhaltende Verbesserung der Nierenfunktion erzielt wird und dadurch wesentlich bessere Überlebenschancen des Nierentransplantates.     

Die Studienprobanden zeigten auch eine bedeutende und anhaltende Verbesserung des Blutdrucks nach der Absetzung von Cyclosporin.(1) Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine häufige Todesursache bei Transplantatpatienten und darüber hinaus wird das Nierenversagen mit einem zunehmenden kardiovaskulären Risiko in Verbindung gebracht. Daher bietet der kontinuierlich verbesserte Blutdruck bei dieser Behandlungsmethode zusätzliche Vorteile bei der Reduktion dieses Risikos.     
An der RMR Studie nahmen insgesamt 525 Nierentransplantatempfänger aus 57 Zentren in Europa, Australien und Kanada teil. Die Probanden wurden mit Sirolimus, Cyclosporin und Kortikosteroiden behandelt. Nach 3 Monaten, plus oder minus 2 Wochen, wurden 430 qualifizierte Probanden randomisiert (1:1) und setzten entweder die Behandlung mit Sirolimus, Cyclosporin Mikroemulsion und Kortikosteroiden fort oder die Behandlung mit Cyclosporin wurde schrittweise über einen Zeitraum von 4-6 Wochen abgesetzt während einer fortgesetzten Behandlung mit Sirolimus (Sirolimus und Kortikosteroide).     

Patientenüberleben     
Nach 4 Jahren konnte in beiden Gruppen eine ausgezeichnete Überlebenschance bei den Patienten festgestellt werden (92,1% bei der Probandengruppe Cyclosporin und Sirolimus verglichen mit 95,3% bei der Probandengruppe Sirolimus mit abgesetztem Cyclosporin. P = 0,232).(1)     
Transplantatüberleben     

4 Jahre nach der Transplantation zeigten die Patienten in Sirolimus-Behandlung, bei denen Cyclosporin abgesetzt wurde, eine signifikant bessere Überlebensrate des Nierentransplantates verglichen mit den Patienten in fortgesetzter Behandlung mit Cyclosporin und Sirolimus. Die Zeitperiode bis zur Abstossung (inklusive Todesfälle mit funktionierendem Transplantat, exklusive verunmöglichten Nachuntersuchungen infolge Probandenverlust) innerhalb von 48 Monaten war bedeutend besser in der Gruppe mit abgesetztem Cyclosporin (91,5%), als in der Gruppe mit fortgesetzter Cyclosporin-Behandlung (84,2%, P = 0,024). Nach der Elimination von Todesfällen mit funktionierendem Transplantat und verunmöglichten Nachuntersuchungen aufgrund Probandenverlust blieb die Differenz statistisch bedeutsam zugunsten der Gruppe mit abgesetztem Cyclosporin (96,1% gegenüber 90,6%, P = 0,026).(1)     

Akute Abstossung     

4 Jahre nach der Transplantation war die Differenz des Gesamtindexes der durch Biopsie bewiesenen akuten Abstossungen unbedeutend (15,8% bei der Cyclosporin-Gruppe verglichen mit 20,5% bei der Gruppe mit abgesetztem Cyclosporin, P = 0,260). Die Inzidenz von durch Biopsie bewiesenen akuten Abstossungen nach der Randomisierung war bei beiden Gruppen nach 48 Monaten ähnlich hoch mit einem leicht tieferen Resultat bei der Cyclosporin-Gruppe (6,5% gegenüber 10,2%, P = 0,223).(1)     

Nierenfunktion     

Eine rapide (innerhalb eines Monats), signifikante und kontinuierliche Verbesserung der Nierenfunktion konnte nach der Absetzung von Cyclosporin festgestellt werden (P < 0,001).(5)     

48 Monate nach der Transplantation zeigte sich eine fortgesetzte Verbesserung der Nierenfunktion (gemessen am kalkulierten GFR) bei den Probanden, die Cyclosporin absetzten (58,3 gegenüber 43,8 ml/min. P < 0,001).(1)     

Die Konzentrationen des Serumkreatinins der Probanden, die Cyclosporin absetzten, waren kontinuierlich signifikant tiefer nach 48 Monaten als bei den Probanden, die eine Cyclosporin-Behandlung fortsetzten (121,6 umol/L gegenüber 165,5 umol/L, P < 0,001).(1)     

Im Auftrag von Rainer Oberbauer, Allgemeines Krankenhaus Wien, Wien, Österreich. Giuseppe Segoloni, Azienda Ospedaliera Molinette, Turin, Italien. Josep M. Campistol, Hospital Clinic i Provincial, Barcelona, Spanien. Henri Kreis, Hopital Necker; Alfredo Mota, Hospitais da Universidade de Coimbra, Coimbra, Portugal. Joseph Lawen, Queen Elizabeth II Health Science Centre, Nova Scotia, Kanada. Graeme Russ, The Queen Elizabeth Hospital, Woodville South, Australien. Josep M. Grinyo, Hospital de Bellvitge, Barcelona, Spanien. Giovanni Stallone, University of Bari, Bari, Italien. Anders Hartmann, Rikshospitalet Nyreseksjonen, Oslo, Norwegen. Jose R. Pinto, Hospital Curry Cabral, Lissabon, Portugal. Jeremy Chapman, Westmead, Australien. James T. Burke, Wyeth Research, Paris, Frankreich. Yves Brault, Wyeth Research, Paris, Frankreich. John F. Neylan, Wyeth Research, Collegeville, Pennsylvania, USA im Auftrag der Rapamune Maintenance Regimen Study Group.     

Referenzen     

(1) Oberbauer R. Segolini G, Campistol J et al. Early cyclosporine withdrawal from a sirolimus-based regimen results in better renal function at 48 months after transplantation. Transplant International. Ausgabe 2005.     
(2) Hariharan S, McBride MA, Cherikh WS et al. Post-transplant renal function in the first year predicts long-term kidney transplant survival. Kidney Int. 2002;62:311-318.     
(3) Ojo AO, Held PJ, Port FK et al. Chronic renal failure after transplantation of a non-renal organ. N Engl J Med 2003;349(10):931-940.     
(4) Opelz G., for the Collaborative Transplant Study: Influence of treatment of cyclosporine, azathioprine and steroids on chronic allograft failure. Kidney Int 48 (suppl 52), S89-S92, 1995.     
(5) Johnson RWG, The clinical impact of nephrotoxicity in renal transplantation. Transplantation. 2000; 69, 12 SS14-SS17.   ots Originaltext: Medizinische Universitat Wien




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