Narkolepsie im Kindesalter
Entgegen
früheren Erkenntnissen können auch Kinder unter
12 Jahren von Narkolepsie betroffen sein. Die Symptome sind
die gleichen, wie unter "Krankheitsbild" beschrieben.
Es kommt vor, dass im Frühstadium nur vereinzelte Symptome
erkennbar sind, beziehungsweise diagnostiziert werden.
Nach
einer 1994 veröffentlichten Studie (Callemel MJ.et
al Sleep 17 517-20) gaben 34% von 215 befragten erwachsenen
Narkolepsie-Betroffenen an, dass sie bereits vor ihrem 15.Lebensjahr
die ersten Symptome gehabt haben.
Nach
einer Studie der Hamburger Universität leidet jedes
5.Kind in Deutschland an einer Schlafkrankheit, Schlafstörung
oder ist durch Folgen von einem falschen Schlafverhalten
(was nicht immer mit zu langem Fernsehn am Abend, zusammen
hängen muss), seelisch belastet (WDR4 07.01).
Die
neuesten Studien besagen, dass 50 bis 60 pro 100.000 Menschen
in Deutschland von Narkolepsie betroffen sind. Gehen wir
davon aus, dass die Dunkelziffer mit 90% mit nicht, - oder
falsch - diagnostizierter Patienten, ungewöhnlich hoch
ist (Mayer,Nark.2000), leben in der Bundesrepublik bei 34%
Anteil, ungefähr 15.000 Kinder mit Narkolepsie. Wir
gehen davon aus, dass bisher nicht mehr als 1 - 2 % aller
Fälle bekannt, beziehungsweise richtig diagnostiziert
wurden.
Am häufigsten tritt zunächst eine Hypersomnie
(Tagesschläfrigkeit) auf.
Diese
Kinder werden in der Regel als hyperkinetisch bezeichnet.
Aufmerksamkeitsstörungen und motorische Hyperaktivität
führen in der Regel zu Entwicklungsbeeinträchtigungen,
sowie zu sozialen Auffälligkeiten in Familie, Schule
und bei Gleichaltrigen.
Erst
nach der Pubertät, manches Mal auch später, entwickeln
sich alle Symptome zur kompletten Narkolepsie.
Äusserst
selten verschwinden im Alter ab ca. 30 Jahren alle Symptome.
Man spricht dann vom "Kleine-Levin-Syndrom".
Symptome
- Tagesschläfrigkeit:
Entweder in Form von Schlafattacken kürzerer Dauer oder einer ständigen Müdigkeit.
- Kataplektische Attacken (Kataplexien):
Anfälle von Muskelschwäche, die zu einem äußerlich kaum wahrnehmbaren Erschlaffen der Gesichtsmuskeln, Weichwerden in den Knien oder sogar zum vollständigen Hinstürzen führen können. Man spricht von einem affektiven Tonusverlust, weil diese Anfälle fast immer durch Lachen und Affekte wie Freude, Ärger oder Enttäuschung ausgelöst werden. Das Bewusstsein des Betroffenen ist während der Kataplexien nicht gestört oder nur geringfügig beeinträchtigt.
- Schlaflähmung:
Beim Schlafen oder Erwachen auftretender Verlust des Muskeltonus mit vollständiger Bewegungsunfähigkeit.
- Hypnagoge Halluzinationen:
Lebhafte, oft übertrieben wirklichkeitsnahe, angstvolle Traumwahrnehmungen ("Horrorträume") beim Einschlafen
- Störung des Nachtschlafs:
Zerhackter Schlaf und häufiges Erwachen aus dem Schlaf mit z.T.stundenlangem Wachliegen.
- Automatisches Verhalten:
Unkontrollierte, im "Halbschlaf" ausgeführte fehlerhafte und unsinnige Handlungen.
- Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen:
Aufgrund von Tagesschläfrigkeit. Besonders störend wirkt sich dies beim Lesen längerer Texte aus.
- Andere Krankheiten mit Tagesschläfrigkeit:
Ausgeprägte Tagesschläfrigkeit oder Schlafanfälle können auch auftreten, ohne dass eine Narkolepsie vorliegt. In diesen Fällen sollte abgeklärt werden, ob eine Störung der Muskelaktivität im Schlaf oder eine andere organische Ursache vorliegt, die den Nachtschlaf beeinträchtigt. Am zweckmäßigsten erfolgt die Untersuchung in einem dafür ausgerüstetem schlafmedizinischen Zentrum. Obwohl die Folgen solcher Störungen der Schlaf-Wach-Regelung auf die Leistungsfähigkeit am Tage ähnlich sind wie bei der Narkolepsie, sind häufig andere Arten der Behandlung erforderlich.