Mechanisches "Insekt" für Darmuntersuchungen
29.09.2005 - Tiefe Einblicke in den Verdauungstrakt soll eine Kapsel ermöglichen, die eine italienische Forscherin und ihre Kollegen entwickelt haben. Mit sechs kleinen Laufbeinen ausgestattet, erinnert das Werkzeug eher an ein kleines Insekt. Und dank einer kleinen Klammer kann es sich sogar in der Darmwand verankern, berichtet das Magazin "New Scientist" in seiner neuen Ausgabe.
Seit einigen Jahren setzen Ärzte kleine Kapseln mit eingebauten Kameras ein, um den Magen-Darm-Trakt ihrer Patienten zu inspizieren. Die derzeitigen Modelle seien den Muskelbewegungen zum Transport des Darminhalts, der Darmperistaltik, jedoch hilflos ausgeliefert, erläutert Arianna Menciassi von der Scuola Superiore Sant'Anna in Pontedera. Ein Verweilen an einer auffälligen Stelle zwecks gründlicher Begutachtung sei daher nicht möglich.
Menciassi und Kollegen haben den Kamerakapseln nun Beine gemacht - im wahrsten Sinne des Wortes. Das von ihnen entwickelte Modell besitzt sechs Beinchen, die an ihren Enden feine Haken tragen. Diese Haken sorgten für den nötigen Griff auf dem Schleimfilm im Darm, so die Forscherin. Gleichzeitig seien sie jedoch zu klein, als dass sie die Darmwand beschädigen könnten. Per Funk gesteuert, soll die Kapsel auf ihren Beinen nach Belieben im Darm manövrieren.
Längere und ungestörte Aufenthalte an einer Stelle ermöglicht wiederum eine Greifzange, die die Gruppe jetzt im "Journal of Micromechanics and Microengineering" vorstellt. Die etwa fünf Millimeter lange Zange kann auf Kommando ausgefahren werden und die Darmwand genügend fest greifen, um zumindest kleineren Kontraktionswellen der Darmmuskulatur zu trotzen. Stärkere Schmerzen dürfte dies nicht verursachen, so Menciassi gegenüber dem Magazin. Nach Versuchen an Schweinegewebe sollen schon bald erste klinische Tests folgen.
Quelle: scienceticker
Erfolgreicher Minispion - Videokapsel liefert aussagekräftige Bilder aus dem Darm
Baierbrunn (ots) 18.10.2004 - Eine schluckbare Kleinstkamera hilft,
verborgene Krankheitsherde im Darminneren aufzuspüren. Wie das
Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" berichtet, konnten Internisten
der Bochumer Ruhr-Universität bei 42 Patienten damit die Ursache von
Blutungen im Verdauungstrakt nachweisen, die durch übliche
Untersuchungsverfahren nicht gefunden wurden. Besonders der Dünndarm
ist beim Spiegeln mit Schlauch-Endoskopen kaum einzusehen. Die
Minikamera mit Sender ist in einer kleinen Kapsel untergebracht, die
nach dem Verschlucken durch den Darm wandert, bis sie wieder
ausgeschieden wird. Sie sendet ihre Bilder an insgesamt acht Sensoren
an der Bauchdecke des Patienten. Der Minispion fand blutende
Geschwüre und Fehlbildungen von Gefäßen. Damit habe die vor drei
Jahren eingeführte Kapsel- Endoskopie ihre Bewährungsprobe bestanden,
ist der beteiligte Forscher, Dr. Christian Pox überzeugt.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Tests aus der Apotheke: Magengeschwüren keine Chance geben
28.09.2004 - Die Krankenkassen stöhnen unter den Ausgaben für
die Gesundheit und streichen immer mehr Leistungen. Die
Gesundheitsökonomen sind sich sicher: Die Menschen müssen
akzeptieren, dass sie für ihre Gesundheit selbst verantwortlich sind.
Nur so lassen sich Gesundheit und Krankenkassenfinanzen verbessern.
Vernünftige Ernährung, viel Bewegung, aber auch Krankheitsvorbeugung
und -früherkennung heißt ihr Rezept.
Beispiel Magen-Darm-Erkrankungen: Sie gehören zu den häufigsten
Beschwerden in Deutschland. Meist beginnen sie harmlos, sind es aber
oft nicht, betont der Info-Dienst "Vitest-Gesundheitsbarometer".
Entwickeln sich erst Magengeschwüre, Entzündungen der
Magenschleimhaut oder gar Magenkrebs explodieren die Kosten. Der Gesundheitsökonom Professor Peter Oberender hat ausgerechnet, dass
sich 1,5 bis zwei Milliarden Euro allein dadurch einsparen ließen, wenn die Hauptursache von Magenentzündungen rechtzeitig erkannt und gezielt bekämpft würde: Das Bakterium Helicobacter pylori.
Was Magenleiden die Allgemeinheit kosten, zeigt eine Zahl des
Statistischen Bundesamts: 380 Euro müssen für ihre Behandlung pro
Einwohner in Deutschland laut Statistischem Bundesamt im Jahr
ausgegeben werden. 1,3 Milliarden Euro wenden die Krankenkassen
jährlich für entsprechende Medikamente auf. Viel Geld und Schmerzen
ließen sich sparen, wenn die Chance zur Krankheitsfrüherkennung
genutzt würde.
Doch wer will schon gleich zum Arzt rennen, wenn es im Magen zwackt. Häufig probieren es die Betroffenen mit Hausmitteln oder Säure hemmenden Medikamenten, so genannten Antacida. Das bringt zwar kurzzeitige Linderung, bekämpft aber die Ursache nicht. Die Erkrankung wird verschleppt oder entsteht erst.
Wer unter Schmerzen, Sodbrennen oder Völlegefühl leidet und
unsicher ist, ob er die Beschwerden ernst nehmen muss, der kann sich
der Apotheke Gewissheit verschaffen. Der Test, den man selbst zuhause machen kann, spürt das Bakterium Helicobacter pylori auf, mit dem viele Menschen infiziert sind - meist, ohne es zu wissen.
Ein Tropfen Blut genügt, und wenige Minuten später zeigt ein
kleines Messgerät das Ergebnis an. Die Frage, ob er vielleicht doch
lieber zum Doktor geht, kann der Betroffene nun leicht beantworten -
ohne lange Wartezeiten plus zehn Euro Praxisgebühr in Kauf zu nehmen.
Ist das Ergebnis positiv, sollte bald ein Arzt aufgesucht und eine gezielte Behandlung eingeleitet werden, empfiehlt der Info-Dienst "Vitest-Gesundheitsbarometer". Denn ist die Ursache erst erkannt, dann lässt sich das Bakterium durch eine Kombinationstherapie aus Antibiotika und so genannten Protonenpumpen-Hemmern dauerhaft beseitigen.
Ist das Ergebnis negativ, dann kann der Betroffene zunächst ruhig
auf den Arztbesuch verzichten. Nur wenn die Beschwerden noch längere
Zeit anhalten, dann - so der Info-Dienst "Vitest-Gesundheitsbarometer" - sollte der Arzt sicherheitshalber konsultiert werden, egal wie der Schnelltest ausgegangen ist.
ots Originaltext: Vitest Gesundheitsbarometer