Berlin (ots) - 12.05.2005 - Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß: Krebsvorsorge ist für die Mehrheit der deutschen Männer kein Thema. Vor allem Männer unter 45 Jahre und Berufstätige halten sich offenbar für gefeit vor der zweithäufigsten Todesursache in Deutschland. Das belegt eine repräsentative Studie für das Internet-Männerlebensart- und Lifestyleportal www.epicure.tv. „Im Durchschnitt gehen nur gut 40 Prozent der deutschen Männer regelmäßig zu Krebsvorsorgeuntersuchungen“, sagt Sascha Rusch, www.epicure.tv - Chef und Männergesundheitsexperte.
Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für www.epicure.tv unter 1.000 deutschen Männern. Sie belegt, dass die Bereitschaft zur Krebsvorsorge erst mit dem Alter wächst: Von den Befragten zwischen 60 und 69 Jahren gehen drei von vier regelmäßig zu den Untersuchungen, während es in der Altersgruppe zwischen 31 und 44 Jahren nicht einmal jeder fünfte Mann ist.
Vor der Krebsvorsorge drückt sich der deutsche Mann offenbar ganz gezielt, denn mit 70 Prozent unterziehen sich laut ihren eigenen Angaben deutlich mehr Männer mindestens alle drei Jahre einem allgemeinen ärztlichen Gesundheitscheck. 59 Prozent lassen zudem regelmäßig ihr Herz-Kreislauf-System untersuchen, während das Thema Krebs bei der Mehrheit ausgeklammert bleibt., so das Ergebnis der auf www.epicure.tv im Internet veröffentlichten Studie. Auch Aids ist in Deutschland ein Tabu und spielt für Männer bei ihrer medizinischen Vorsorge nur eine marginale Rolle: Lediglich neun Prozent der Befragten lassen mindestens alle drei Jahre einen HIV-Test machen.
Im Detail schenken Männer, die kinderlos mit ihrer Partnerin zusammen leben, der eigenen Gesundheit mehr Aufmerksamkeit als Singles und Väter. Sie nehmen mehrheitlich an regelmäßigen Checks (79 Prozent), an Herz-Kreislauf-Untersuchungen (71 Prozent) und auch an Krebsvorsorgeuntersuchungen (58 Prozent) teil. Auch Männer, die sich durch Sport und Ernährung aktiv um ihre Gesundheit kümmern, gehen wesentlich häufiger zur Vorsorge als Männer, die sich ihrem allgemeinen körperlichen Wohlbefinden mit weniger Aufwand hingeben, so die Studie von www.epicure.tv.
Quelle: presseportal
Virusproteine als mögliche Krebsauslöser
01.02.2005 - Einige Virusinfektionen gehen mit einem erhöhten Krebsrisiko einher. Eine neue Erklärungsmöglichkeit für dieses Phänomen hat eine US-Forschergruppe entdeckt. Das Hüllprotein eines Mäusevirus enthält demnach einen Abschnitt, der das Wachstumsverhalten der Wirtzellen beeinflusst und somit die Entwicklung von Krebs begünstigen könnte.
Der Proteinabschnitt ähnelt in Struktur und Wirkung zellulären Signalgebern, berichten die Forscher um Elad Katz und John Monroe von der University of Pennsylvania im "Journal of Experimental Medicine". Anders als seine natürlichen Vorbilder, steht er jedoch nicht unter der strikten Kontrolle der Zelle. Daher gebe er vielleicht ein permanentes Wachstums- und Differenzierungssignal.
Katz und Kollegen fanden die kurze Aminosäure-Sequenz im Env-Protein eines Virus, das bei Mäusen Brustkrebs auslöst. Bezeichnet als ITAM (kurz für "immunoreceptor tyrosine-based activation motif"), findet sie sich normalerweise in Vorläufern von Immunzellen, die sich im Ernstfall rasch vermehren und eine schlagkräftige Abwehrtruppe aufbauen müssen. Versuchsweise brachten die Forscher menschliche und Mäusezellen dazu, das Virusprotein zu produzieren. Prompt legten die Zellen ein deutlich enthemmtes Wachstumsverhalten an den Tag.
Veränderten Katz und Kollegen die ITAM-Sequenz, blieb dieser Effekt aus. Laut den Forschern sprechen ihre Experimente für die Annahme, dass schon ein einzelnes Virusprotein die Basis für die Entartung von Zellen legen kann - auch ohne Einbau des Viruserbguts in das der Wirtszellen. Dieses Resultat sei umso bemerkenswerter, als ITAM-ähnliche Abschnitte einerseits in Proteinen mehrerer "Krebsviren", andererseits aber auch im Tumorgewebe vieler Brustkrebspatientinnen nachweisbar seien.
Forschung: Elad Katz und John G. Monroe, Department of Pathology and Laboratory Medicine, University of Pennsylvania, Philadelphia; und andere
Online-Veröffentlichung Journal of Experimental Medicine, 31. Januar 2005, DOI 10.1084/jem.20041471
Quelle: Scienceticker
Krebsversorgung: Präsident will die Politik stärker in die Verantwortung nehmen
Prof. Dr. med. Michael Bamberg neuer Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
15.07.2004 - "Es wird notwendig sein, die politisch Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass auch mit den neuen Gesundheitsstrukturen den Krebspatienten die notwendigen wirksamen Medikamente nicht vorenthalten werden dürfen. Wir müssen und werden in den zuständigen politischen Gremien und Ministerien präsent sein, um die Versorgung der uns anvertrauten Krebspatienten in Umfang und Qualität sicher zu stellen", erklärte Prof. Dr. Michael Bamberg nach seiner Wahl zum Präsidenten der Deutschen Krebsgesellschaft. Der Tübinger Klinikdirektor tritt damit die Nachfolge von Prof. Klaus Höffken (Jena) an und wird die kommenden zwei Jahre der Deutschen Krebsgesellschaft vorstehen.
Ziel des neuen Präsidenten ist es, mit noch mehr Nachdruck politischen Einfluss auszuüben. "Wir müssen dringend die bestehenden Versorgungslücken schließen, damit Krebspatienten flächendeckend in Deutschland eine optimale Behandlung erhalten", erklärt Bamberg und verweist dabei auf Therapien, die zum Teil ungenügend in den DRG´s (Fallpauschalen) abgebildet sind. Es dürfe nicht das ökonomische Risiko des Krankenhauses sein, auf neue Therapien mit innovativen Medikamenten zu bauen. "Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Zahl an Krebsneuerkrankungen, gilt es nun, die Weichen für die Zukunft zu stellen", ergänzt der Tübinger Strahlentherapeut.
Erst vor kurzem hat die Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister aktuelle Zahlen und Trends für Deutschland veröffentlicht: Mit knapp 400.000 Neuerkrankungen pro Jahr wurden im Jahr 2000 deutlich mehr Tumoren diagnostiziert als noch 1998, dem Jahr der letzten Schätzung. "Die Krankheit Krebs wird uns vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft zukünftig noch mehr beschäftigen, deshalb gilt es jetzt, die Hausaufgaben zu machen, damit wir auch im europäischen Maßstab bei der Versorgungsqualität mithalten können", so Bamberg.
Die Deutsche Krebsgesellschaft will sich deshalb noch stärker als bisher bei der Erarbeitung der notwendigen wissenschaftlichen Leitlinien und in der Aufklärungsarbeit im Kampf gegen den Krebs engagieren. "Im Mittelpunkt steht der Patient. Wir sind gefordert, seine optimale Versorgung sicherzustellen", so der neue Präsident.
Im März kommenden Jahres wird die Deutsche Krebsgesellschaft die 1. Offene Krebskonferenz veranstalten, die Patienten und Angehörigen, Ärzten und Interessierten die aktuellen Erkenntnisstandards in Sachen Krebsprävention und -therapie näher bringen soll. "Wir werden in Zukunft noch stärker den Dialog mit Patienten, deren Angehörigen aber auch Gesunden suchen. Denn Krebs geht uns alle an", so Bamberg.
Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) ist die größte und älteste interdisziplinäre wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft in Deutschland. Ihr gehören mehr als 5.000 Mitglieder an, die in der Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen tätig sind. Zu den Zielen der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. gehören die umfassende Information über das Thema Krebs, Gesundheitskampagnen zur Vorbeugung von Krebs, Unterstützung der onkologischen Forschung und die Erarbeitung von verbindlichen Standards für Diagnostik, Therapie und klinischen Studien.
Deshalb gehören der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. nicht nur Ärzte aller medizinischen Fachgruppen an, sondern auch Grundlagenforscher, Medizinisch-Technische Assistenten, Pflegekräfte, Psychologen sowie weitere Berufsgruppen, die am Thema Krebs arbeiten. Auch Unternehmen wie die forschende Pharmaindustrie, wissenschaftliche Buchverlage und Krankenkassen sind wichtige Partner bei der Bewältigung der gemeinsamen Aufgabe .
Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft e. V.