Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals richtet Stiftungsprofessur an der Universität Mainz ein
21.12.04 - Stiftungsprofessur wird an der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik eingerichtet - Tumorforschung im Kopf-Hals-Bereich soll verstärkt werden. Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals richtet zu Ehren ihres Gründers Dieter Haupt am Fachbereich Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eine Stiftungsprofessur auf dem Gebiet der Tumoronkologie im Kopf-Hals-Bereich ein. Dieser Erfolg bestätigt eindrucksvoll die hervorragende Leistung der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik. Die Stiftungsprofessur wird für sechs Jahre ausgeschrieben und steht unter der Verantwortung von Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolf Mann, Direktor der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik. Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals finanziert dabei einen Förderzeitraum von fünf Jahren. mehr...
Darm-Check am Arbeitsplatz
Verstärkte Prävention im Darmkrebsmonat März 2005
20.12.04 - Bei der Betriebliche Vorsorgeuntersuchung zur Darmkrebs-Früherkennung im Darmkrebsmonat März 2005 zeichnet sich eine massive Beteiligung ab. Nach mehr als 100.000 erfolgten Darmkrebstests 2004 wird für März des kommenden Jahres erwartet, dass diese Zahl sich mindestens verdoppelt. mehr...
Genfamilie führt auf eine neue Spur zur Entstehung von Krebs
17.12.04 - So winzig Zellen sind, besitzen sie doch ein eigenes Recyclingsystem, mit dem Eiweiße und ganze Zellorgane abgebaut werden können. Autophagie nennen Forscher diesen Prozess. Die Tübinger Zellbiologin Dr. Tassula Proikas-Cezanne hat eine neue Genfamilie, welche die Bauanleitungen von Autophagie-Werkzeugen enthält, untersucht und dabei eine Spur zur Entstehung von Krebstumoren gefunden.
Fehlreguliertes Recyclingsystem im Verdacht - Warum Zellen sich selbst verdauen
Das Erbgut des Menschen wird bald vollständig entziffert sein. Doch viel spannender als die bloße Auflistung der endlosen Reihen der Genbausteine ist der nächste Schritt: die Erforschung der Funktion der einzelnen Gene. Gene dienen der Zelle als Baupläne, nach deren Anleitung sie Eiweiße zusammenbaut. Die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Tassula Proikas-Cezanne hat nun gezeigt, dass eine neue Gruppe strukturell verwandter Eiweiße mit dem Namen WIPI beim Menschen eine wichtige Rolle im Prozess der Autophagie spielt. Durch Autophagie, wörtlich das "Selbstfressen", verdaut die Zelle Eiweiße oder auch funktionsunfähige Zellorgane, um die Einzelteile als Baustoffe wiederzuverwenden. Die Tübinger Wissenschaftlerin hat außerdem deutliche Hinweise dafür gefunden, dass eine fehlregulierte Autophagie an der Entstehung von Krebstumoren beteiligt sein könnte. Ihre Forschungsergebnisse werden mit Kollegen vom Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen, Anja Gaugel und Prof. Alfred Nordheim, und vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tancred Frickey und Prof. Andrei Lupas, jetzt in der neuesten Ausgabe des internationalen Fachjournals ONCOGENE veröffentlicht (ONCOGENE 16.12.04, Ausgabe 23, Nummer 58).
Trotz der irreführenden Bezeichnung ist die Autophagie kein krankhafter Prozess - im Gegenteil, er muss in allen gesunden Zellen des Körpers ablaufen, um Eiweiße oder Organellen, die winzigen Zellorgane, aus dem Verkehr zu ziehen und zu recyceln. "Die Autophagie wird auch gezielt eingeschaltet, wenn die Zelle wenig Nährstoffe zur Verfügung hat. Sie kann Bausteine und Energie dann für die überlebensnotwendigen Vorgänge gebrauchen", erklärt Alfred Nordheim. Forscher schätzen, dass 99 Prozent aller Eiweiße, die meist als biochemische Werkzeuge in der Zelle fungieren, durch Autophagie abgebaut werden. Durch Abbau kann die Zelle auch die Arbeitszeit der Eiweiß-Werkzeuge regulieren. Wenn zum Beispiel die Mitochondrien, Organellen, die auch als Kraftwerke der Zelle bezeichnet werden, geschädigt sind, können sie gefährliche Radikale freisetzen. Diese können Veränderungen in den Genen verursachen. "Wenn die Autophagie richtig funktioniert, werden die beschädigten Mitochondrien in eine Membran eingeschlossen und darin von speziellen Eiweiß-Werkzeugen auseinander genommen, die Zelle überlebt", sagt Nordheim. Ist die Zelle stark geschädigt, kann die Autophagie dazu beitragen, sie ganz abzubauen. Die Zelle begeht dann sozusagen einen geregelten Selbstmord. Hier sehen die Forscher eine wahrscheinliche Verbindung zur Entstehung von Krebs: Wenn die Prozesse der Autophagie gestört sind, werden geschädigte, aber noch teilungsfähige Zellen nicht beseitigt und könnten zu Tumoren auswachsen.
Tatsächlich hat Tassula Proikas-Cezanne beim Vergleich normaler Zellen von Krebspatienten mit Zellen aus den Tumoren festgestellt, dass die WIPI-Gene bei manchen Krebsarten fehlreguliert waren. Der Name WIPI dieser Genfamilie leitet sich aus der englischen Bezeichnung der zugehörigen Eiweiße ab, die charakteristischerweise mit Phospholipiden interagieren können (WD-repeat protein interacting with phospholipidinoside - WIPI). "Eine Gruppe der WIPI-Gene wurde in den Tumorzellen bei Haut- und Gebärmutterkrebs deutlich häufiger abgelesen. Das Ablesen der anderen WIPI-Gengruppe erscheint in Tumorzellen des Bauchspeicheldrüsen- und Nierenkrebses unterdrückt. Diese Beobachtungen müssen nun genauer untersucht werden, aber interessant ist der Zusammenhang mit der Autophagie: Mindestens eines der WIPI-Eiweiße ist an Autophagie-Prozessen in menschlichen Zellen beteiligt", fasst Proikas-Cezanne ihre Beobachtungen zusammen. Die Tübinger Forscher gehen davon aus, dass die Prozesse der Autophagie die Tumorbildung erst unterdrücken und dann begünstigen können. Andere Wissenschaftlerteams haben mit dem Beclin-Gen ebenfalls eine Verbindung zwischen Autophagie und Tumorbildung gefunden. Darüber hinaus scheint auch eine Verbindung zwischen Fehlern in der Regulation der Autophagie und neurodegenerativen Erkrankungen, bei denen Nervenzellen zerstört werden, wie zum Beispiel Chorea Huntington (Veitstanz) oder Alzheimer, zu bestehen.
Wie sich bei ganzen Lebewesen aus den Abstammungslinien zum Beispiel vom Ein- zum Vielzeller oder vom Affen zum Menschen Stammbäume zeichnen lassen, kann man auch einzelne Gene nach Abstammungslinien ordnen. Einen solchen Stammbaum haben Tassula Proikas-Cezanne und Alfred Nordheim in Zusammenarbeit mit Tancred Frickey und Andrei Lupas für die WIPI-Gene erstellt. Unterschiedliche Gene, die sich im Laufe der Zeit aus einem gemeinsamen Vorläufer-Gen entwickelt haben, können die Forscher an ähnlichen oder übereinstimmenden Sequenzbereichen als Verwandte identifizieren. "Auch Würmer und Pflanzen haben WIPI-Gene und nutzen den Prozess der Autophagie. Der Recyclingmechanismus ist sehr früh in der Evolution entstanden und ist in der Hefe gut untersucht", sagt Proikas-Cezanne. Die WIPI-Gene kommen in allen Organismen von der einzelligen Hefe über Pilze und Fruchtfliege bis hin zu Wirbeltieren vor. "Zum Beispiel kann der Wurm Caenorhabditis elegans, ein genetisch gut erforschtes Tier, sich in Hungerzeiten zurück in eine Art Dauerlarve verwandeln und so längere Zeit überleben. Der Dauerzustand wird ebenfalls durch Autophagie eingeleitet", erklärt Nordheim. Auch die dreidimensionale Struktur der WIPI-Eiweiße hat sich über extrem lange Zeiträume der Evolution erhalten, sie erinnert an einen Propeller mit sieben Rotorblättern. "Wenn Gene beziehungsweise die durch sie codierten Eiweiße in ihrer Struktur so lange überdauern, deutet das prinzipiell auf eine schwer entbehrliche Funktion hin", sagt der Wissenschaftler.
Die Tübinger Zellbiologen wollen nun vor allem der heißen Spur des Zusammenhangs zwischen der Regulierung der WIPI-Gene und der Tumorbildung nachgehen. Denn möglicherweise hätte man damit einen neuen Ansatzpunkt, um Einfluss auf die Entstehung und Entwicklung von Krebs zu nehmen. Die Universität, berichten die Forscher, hat über die WIPI-Gene ein Patent beim deutschen Patentamt in München angemeldet, um die mögliche Nutzung der Erkenntnisse in der Biotechnologie und pharmazeutischen Industrie verwerten zu können. (6196 Zeichen)
Quelle:
Uni-Tuebingen
Qualität in der Krebsbehandlung sichern
Tumorregister München vernetzt Patienten-Daten
24.11.2004 - Die Deutsche Krebshilfe fördert am Tumorregister München die schnellere Nutzung der dort verfügbaren Patienten-Daten per Internet. Ihr Ziel: Die Versorgungsqualität von Krebs-Patienten zu verbessern. Eine vergleichbare Vernetzung und Präsentation von Informationen, wie sie jetzt am Münchener Tumorregister eingerichtet wird, gibt es in Deutschland bisher noch nicht. mehr...
Studie untersucht medikamentöse Prävention von Brustkrebs
23.11.2004 - Weltweit startete im Januar 2003 die International Breast Cancer Intervention Study zur Brustkrebs-Prophylaxe mit Anastrozol (IBIS II Programm). Die Studie untersucht in zwei komplementären Studienarmen den präventiven Effekt von Anastrozol (Arimidex(R)) bezüglich der Entwicklung von Brustkrebs.
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Krebsgefahr durch importierte Steinkohlenbriketts
Billig-Briketts aus Belgien weisen hohe Schadstoffkonzentrationen auf
22.11 2004 - Aus dem benachbarten Belgien importierte Steinkohlenbriketts weisen zum Teil gefährlich hohe Konzentrationen von Schadstoffen auf, die nach deutschem Recht verboten sind. Das geht aus einem unabhängigen Prüfbericht hervor, den die Rheinbraun Brennstoff GmbH, Köln, in Auftrag gegeben hat. mehr...
ASCO Experten-Kommission empfiehlt Anti-Aromatase-Wirkstoffe für die adjuvante Brustkrebs-Therapie
22.11.2004 - Die Amerikanische Gesellschaft für Klinische Onkologie (ASCO) empfiehlt den Einsatz von Anti-Aromatase-Wirkstoffen in der adjuvanten Therapie für postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs. Mit dieser Empfehlung tragen die US-Experten den Ergebnissen dreier großer randomisierter Studien Rechnung, in denen Anti-Aromatase-Wirkstoffe das Risiko eines Rezidivs im Vergleich zu Tamoxifen (IES-Studie/ATAC) bzw. Plazebo (MA.17) signifikant gesenkt haben. mehr...
Eierstockkrebs
19.11.04 - Das Koordinierungszentrum für Klinische Studien an der Charité (KKS-Charité), organisiert im Moment eine Veranstaltungsreihe zu aktuellen klinischen Studien. Auftakt war eine Veranstaltung über Klinische Studien im Allgemeinen und ihrer Bedeutung für Patienten und mögliche Studienteilnehmer. Termin zur Präsentation der aktuellen Studien ist jeweils der ersten Mittwoch im Monat. mehr...
Zeitschrift einblick-3-04 jetzt erschienen - Schwerpunkt 40 Jahre DKFZ
18.11.04 - Der 40-jährige Geburtstag des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) steht im Vordergrund der neuen Ausgabe der Zeitschrift "einblick". Professor Gustav Wagner, erster gewählter Direktoriumsvorsitzender, erinnert sich an die Anfänge des Hauses in den 60er und 70er Jahren. Über die Veränderungen des Zentrums von den 80ern bis zur Gegenwart berichtet der frühere Vorstandsvorsitzende Professor Harald zur Hausen. Einen "Blick von außen" wirft der Wissenschaftsjournalist Dr. Rainer Flöhl auf das DKFZ.
Wie sich das Thema Krebs in der öffentlichen Wahrnehmung gewandelt hat, erzählt Hilke Stamatiadis-Smidt, langjährige Leiterin der Pressestelle und Gründerin des Krebsinformationsdienstes. Dr. Josef Puchta, Administrativ-kaufmännischer Vorstand, gewährt einen Einblick in seinen Berufsalltag und zeigt, was Management mit seinem Hobby Bergsteigen zu tun hat. Der DKFZ-Vorstandsvorsitzende Professor Otmar D. Wiestler erklärt, warum der Aufbau des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg durch DKFZ, Universitätsklinikum Heidelberg und Thoraxklinik Heidelberg-Rohrbach, die Versorgung von Krebspatienten durch die enge Verflechtung von Forschung und Klinik verbessern wird.
Weiterhin porträtiert die neue Ausgabe die Abteilung Theoretische Bioinformatik von Professor Roland Eils. Ein Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe liegt in der Computer gestützten Onkologie, die Daten aus der Krebsforschung auswertet. So wird z. B. im Projekt "MitoCheck" die Zellteilung durch ein Mikroskop beobachtet und aufgezeichnet, denn Fehler bei der Mitose können zu Krebs führen. Die Projektpartner können die Daten dann abrufen und die Filme fast in Echtzeit anschauen.
Wissenschaftler dachten, mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und seiner Übersetzung ins Proteom den "Bauplan des Lebens" gefunden zu haben. Allerdings scheinen auch Zuckermoleküle eine wichtige Rolle zu spielen. Die Erforschung der Zuckerstrukturen im menschlichen Körper, der "Glycomics", rückt nun in den Vordergrund, da Zuckermoleküle an Krankheiten wie z. B. Krebs beteiligt sein können.
Außerdem in "einblick": Chronik des DKFZ / "Die Sprache der Wissenschaft": Wie redet ein Wissenschaftler? / "Arbeitswelt Forschung" beleuchtet den Einfluss der Tarif- und Arbeitsmarktpolitik auf das Zentrum / Die Gründung eines Alumni-Vereins macht das DKFZ zum "Global Player der Krebsforschung".
"einblick" ist die Zeitschrift des Deutschen Krebsforschungszentrums. Sie richtet sich an wissenschaftlich interessierte Laien, Patienten und Angehörige, und kann kostenlos über einblick@dkfz.de oder per Fax: 06221- 42-2253 abonniert werden.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum
Aromatasehemmer lösen Goldstandard Tamoxifen ab
17.11.04 - Die American Scociety of Clinical Oncology (ASCO) empfiehlt, Aromatasehemmer wie z.B. Anastrozol (Arimidex(R)) in der adjuvanten Therapie des frühen Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen einzusetzen, um das Rezidivrisiko zu reduzieren. Damit ist ein Paradigmenwechsel in der hormonellen Brustkrebstherapie vollzogen: Aromatasehemmer lösen den seit Jahrzehnten geltenden Goldstandard Tamoxifen ab. mehr...
Schäden an der Niere als Nebenwirkung der Chemotherapie
16.11.04 - Bei krebskranken Kindern werden zur Behandlung von Knochen- und Muskeltumoren die Medikamente Cyclophosphamid und Ifosfamid eingesetzt. Die Heilungsrate bei dieser Chemotherapie ist hoch, bis zu 70 Prozent. Allerdings sind Nebenwirkungen möglich - unter anderem Nierenschäden, die sich zum Teil erst Jahre nach der Behandlung bemerkbar machen. Wie es dazu kommt, wird an der Uni Würzburg erforscht. mehr...
Weltneuheit "Jenaer Harnblase" hilft Blasenkrebspatienten
15.11.04 - Urologen der Universität Jena präsentieren neuartiges Operationsverfahren zur Behandlung von Blasentumoren
Urologen des Jenaer Universitätsklinikums haben ein neuartiges Operationsverfahren zur Behandlung von Tumoren der Harnblase entwickelt. Die weltweit einzigartige "Jenaer Harnblase" präsentierten die Thüringer Mediziner aktuell am Universitätsklinikum Jena auf dem diesjährigen Symposium zu Harnblasenkarzinomen. mehr...
FDA erteilt Zulassung für superDimension/Bronchus-System
15.11.04 - Es wird erwartet, dass das erste von der FDA zugelassene Produkt für die "live"-Navigation bronchoskopischer Werkzeuge der Schlüssel für den Erfolg bei der Diagnose und Behandlung von Lungenkrankheiten sein wird.
superDimension, Ltd, ein junges, führendes Unternehmen auf dem Gebiet der geführten Bronchoskopie, hat heute bekannt gegeben, dass die US-amerikanische Food and Drug Administration sein superDimension/Bronchus (TM) -System für den Verkauf und Vertrieb in den Vereinigten Staaten zugelassen hat. mehr...
Ultraschall zerstört den Prostatakrebs
12.11.2004 - Ein neues Ultraschallgerät in der HELIOS Klinik Borna erweitert die Therapiemöglichkeiten bei Prostatakrebs. Für manche Betroffene bietet die Zerstörung des Tumors mit hoch intensivem, fokussiertem Ultraschall (HIFU) eine Alternative zur Operation. mehr...
Neue Strategien gegen Hirntumoren
Deutsche Krebshilfe fördert bundesweites Verbundprojekt
Tübingen 10.11.2004 - Jährlich erkranken in Deutschland etwa 5.000 Menschen neu an einem bösartigen Hirntumor. Bei der Behandlung dieser Krankheit stehen die Ärzte auch heute noch oft mit dem Rücken zur Wand. Die Heilungschancen haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verbessert. Die Deutsche Krebshilfe hat daher einen Forschungsverbund initiiert, um diese Situation zu ändern: Seit dem 1. Oktober 2004 forschen Wissenschaftler an neun universitären Standorten in Deutschland daran, neue Behandlungsstrategien gegen diese tückische Krankheit zu finden. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Verbundprojekt zunächst für drei Jahre mit rund vier Millionen Euro. mehr...
Warum Krebszellen manchmal trotz Chemotherapie weiterleben und was Tumoren gegen eine Behandlung resistent machen kann, zeigt der Krebsinformationsdienst KID in seinem neuen "Aktuellen Thema" unter www.krebsinformation.de auf.
08.11.2004 - Die Chemotherapie bleibt trotz aller Weiterentwicklungen in der molekularen Medizin neben "Stahl und Strahl", Operation und Bestrahlung, eine der wichtigsten Behandlungsmethoden gegen Krebs. Doch ihr eilt der Ruf voraus, nicht immer wirksam zu sein. Zu häufig werde sie auch dann noch eingesetzt, wenn eine Behandlung gar keinen Sinn mehr macht, bemängeln Kritiker.
Wirkt eine Chemotherapie nicht, liegt das nicht selten daran, dass die Zellen eines Tumors die Fähigkeit zum programmierten Zelltod, zur so genannten Apoptose, verloren haben. Trotz der vergleichsweise kurzen Zeit, in der dieses Thema im Blickfeld der Forschung steht, konnten bereits viele Details der Apoptose auf molekularer Ebene geklärt werden. Allerdings haben diese Erkenntnisse erst in geringem Umfang zur Entwicklung gezielter Medikamente geführt. Patienten profitieren trotzdem von den Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung, denn das erweiterte Wissen trägt auch dazu bei, die klassische Chemotherapie durch neue Kombinationen und neue Substanzen zu verbessern.
Der Krebsinformationsdienst zeigt in seinem Text auf, warum es derzeit kaum Sinn macht, mögliche Resistenzen außerhalb klinischer Studien für jeden Patienten einzeln auszutesten: Noch gehen Fachleute von zu vielen Lücken im Wissen aus, um Betroffenen, die vielleicht eine Chance durch eine Chemotherapie haben können, die Behandlung allein aufgrund eines Reagenzglastests zu verweigern.
Das Aktuelle Thema des Krebsinformationsdienstes unter www.krebsinformation.de lautet "Wenn Zellen immer weiter leben - Resistenz gegen Chemotherapie bei Krebs".
KID ist telefonisch von Montag bis Freitag von 8.00 bis 20.00 Uhr unter 06221/41 01 21 zu erreichen, im Internet unter www.krebsinformation.de und per E-Mail unter krebsinformation@dkfz.de.
Weitere Informationen:
http://www.krebsinformation.de
http://www.dkfz.de
Neue Krebsrichtlinien der EORTC heben die Behandlung von Anämie hervor
08.11.2004 - Patienten empfinden Erschöpfung belastender als Krebsschmerzen.(1)
Die neuen Richtlinien(2) der EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) wollen durch Hinweise zum richtigen Einsatz von EPO (Erythropoietin), Ärzten helfen, die Anämie ihrer Krebspatienten wirkungsvoller zu behandeln. Eine solche Behandlung kann bei einer Vielzahl von Anzeichen und Symptomen der Anämie Erleichterung verschaffen, u.a. bei schwerer Erschöpfung, die das Leben von Krebspatienten zusätzlich belastet.
Diese neuen, durch Studien belegten und in der Oktoberausgabe des European Journal of Cancer' veröffentlichten Richtlinien stellen fest, dass Anämie, eine anormale Verringerung der roten Blutkörperchen, eine häufige Komplikation bei Krebspatienten darstellt. Ca. 60 % aller Krebspatienten sind von dieser Komplikation betroffen und Forschungen haben gezeigt, dass, je nach Krebsart(3), bis zu 87 % der Patienten im Laufe ihrer Chemotherapie eine Anämie entwickeln. EPO stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen und verringert somit die mit Anämie einhergehende Erschöpfung und gibt den Patienten die notwendige Energie um ihr gewohntes Leben weiterzuführen.
Die wichtigsten Empfehlungen aus den neuen EORTC Richtlinien, die es Ärzten ermöglichen sollen, Anämie wirkungsvoller zu behandeln, sind u.a.:
- Beseitigung zusätzlicher Anämieursachen (wie z.B. Eisenmangel, Blutungen, Mangelernährung oder Hämolyse) vor Beginn der EPO Therapie.
- Die Verabreichung von EPO bei Krebspatienten mit Anämie verbessert die Lebensqualität und reduziert die Notwendigkeit von Bluttransfusionen, die letztlich nur zu einer vorrübergehenden Verbesserung der Symptome führen und eine Reihe von Risiken aufweisen. (2,4,5)
- Die Behandlung der Anämie mit EPO sollte früh, bei einem Hämoglobinspiegel von 9 - 11 g/dl einsetzen und sollte solange fortgesetzt werden, wie der Hb-Spiegel unter 12-13 g/dl liegt und der Patient eine Verbesserung der Symptome verspürt.
- Eine geringere Dosierung von EPO als dreimal in der Woche ist bei der Behandlung einer durch Chemotherapie induzierten Anämie oder als Vorbeugung einer Krebsanämie sinnvoll.
Dr. Matti Aapro, Genolier (Schweiz), führender europäischer Onkologe und Koautor der Richtlinien erklärte zu ihrer Notwendigkeit: "Wir müssen die Behandlung von Anämie bei Krebs sehr Ernst nehmen, weil sie einschneidende Auswirkungen auf fast das gesamte Organsystem des Körpers hat. Patienten leiden unter einer ganzen Reihe von Symptomen, u.a. unter einer sehr beeinträchtigende Erschöpfung, die sich störend auf grundlegende Aktivitäten wie Nahrungszubereitung, Sozial- und Sexualleben und die Konzentration auswirkt und somit eine tiefgreifende Verschlechterung der Lebensqualität mit sich bringt". Er fuhr fort: "Vielen Ärzten ist nicht bewusst, dass, weil wir heutzutage Schmerzen viel besser bekämpfen können, Erschöpfung das wichtigste Symptom ist, das Patienten von ihrem Arzt behandelt wissen wollen".
Begriffsdefiniton Anämie:
Anämie bei Krebspatienten hat unterschiedliche Ursachen und kann sowohl durch die Krebsbehandlung als auch durch den Krebs selbst hervorgerufen werden (Letzteres wird häufig als Anämie bei chronischer Krankheit bezeichnet).
Quellenhinweise:
(1) Vogelzang NJ, Breitbart W, Cella D, et al. Patient, caregiver, and oncologist perceptions of cancer-related fatigue: results of a tripart assessment survey. The Fatigue Coalition. Semin Hematol 1997; 34 (Suppl 2): 4-12.
(2) Bokemeyer C, Aapro MS, Courdi A, Foubert J, Link H, Osterborg A, Repetto L, Soubeyran P. EORTC guidelines for the use of erythropoietic proteins in anaemic patients with cancer. Eur J Cancer. 2004 Oct; 40(15):2201-16.
(3) Groopman JE, Itri LM. Chemotherapy-induced anemia in adults: incidence and treatment.J Natl Cancer Inst. 1999;91(19):1616-34.
(4) Dietrich KA, Conrad SA, Hebert CA, Levy GL, Romero MD. Cardiovascular and metabolic response to red blood cell transfusion in critically ill volume-resuscitated nonsurgical patients Crit Care Med. 1990; 18: 940-944.
(5) Casutt M, Seifert B, Pasch T, Schmid ER, Turina MI, Spahn DR. Factors in fluencing the individual effects of blood transfusions on oxygen delivery and oxygen consumption. Crit Care Med. 1999; 27: 2194-220.
ots Originaltext: EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer)
Brustkrebs: Risiko Übergewicht - Lebensführung hat großen Einfluss auf Krebsentstehung
02.11.2004 - Übergewicht erhöht das Risiko für Brustkrebs ungewöhnlich stark. Normalerweise müssen von tausend Frauen heute statistisch gesehen 27 damit rechnen, Brustkrebs zu bekommen. „Zwanzig Kilo Übergewicht lässt pro tausend Frauen 45 mehr erkranken“, sagt Dr. Manfred Steiner, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". mehr...
DER SPIEGEL verunsichert Krebspatienten durch Halbwahrheiten
Chemotherapie ist keine "Giftkur ohne Nutzen"
28.10.2004 - Die Chemotherapie fortgeschrittener Karzinome von Brust, Lunge, Darm und Prostata sei völlig nutzlos, die Überlebenszeit habe sich in den vergangenen 26 Jahren durch diese Medikamente nicht erhöhen lassen. mehr...
Testosteron-Entzug macht Männer vergesslich
27.10.2004 - Bei Patienten mit Prostatakrebs wird mitunter die Produktion von Testosteron unterdrückt, um das Tumorwachstum zu bremsen. Amerikanische Neurowissenschaftler haben nun einen verblüffenden Nebeneffekt dieser Therapie beobachtet. mehr...
Nebennierenkrebs: Nachsorge allzu oft vernachlässigt
27.10.2004 - Die Betreuung von Patienten mit Nebennierenkarzinomen ist verbesserungsbedürftig. Um auf diesem Gebiet Fortschritte zu erzielen, haben das Tumorzentrum und die Medizinische Klinik der Uni Würzburg gemeinsam ein bundesweites Register zur Erfassung dieser Tumoren eingerichtet. mehr...
Ich habe Krebs, aber mein Leben geht weiter!
27.10.2004 - Neue interaktive CD-Rom hilft Kindern und Jugendlichen, mit der Krankheit und ihren Folgen umzugehen / Verständliches Fachwissen, Experten auf Video und Spiele „Was passiert bei einer Chemotherapie?" "Was sage ich meinen Freunden, wenn die Haare ausfallen?" mehr...
Blasenkrebs am Urin-Geruch identifizierbar?
04.10.2004 - (NAM) Hunde können am Urin-Geruch eines Menschen erkennen, ob dieser an Blasenkrebs leidet. Das ergab eine Studie, die jetzt im British Medical Journal erschienen ist, einer der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften weltweit. Allerdings gelang es den Tieren trotz eines intensiven Trainingsprogramms nur, weniger als die Hälfte der Tumorpatienten zu entdecken. mehr...
Die Behandlung von gerade diagnostizierter akuter promyelozytischer Leukämie mit Arsentrioxid könnte den Bedarf an Anthrazyklin-Chemotherapien beseitigen
04.10.2004 - Eine iranische Forschungsstudie über den Einzelwirkstoff Arsentrioxid zur Behandlung von akuter promyelozytischer Leukämie (APL) wurde am 29. September auf der 16. Jahrestagung der "European Organization for Research and Treatment of Cancers", "National Cancer Institute" und "American Association for Cancer Research" (EORTC-NCI-AACR) präsentiert. mehr...
Bessere Überlebenschancen bei Eierstockkrebs durch Behandlung in Studienkliniken: www.eierstock-krebs.de jetzt mit aktueller Klinikliste
04.10.2004 - Welcher Parameter bietet einer Frau mit Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) die größtmögliche Chance auf optimale Behandlung? mehr...
Darmkrebssuche erleichtert - Neuer Stuhltest findet spezielle Enzyme von Tumoren
01.10.2004 - Ein neuer Stuhltest erweitert die Möglichkeiten, Darmkrebs frühzeitig zu erkennen, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". mehr...
Auch Männer können Brustkrebs bekommen - Forscher erwarten steigende Zahlen
30.09.2004 - Brustkrebs ist keineswegs ausschließlich eine Gefahr für Frauen. Auch Männer erkranken daran. Zwar ist ihre Zahl in Deutschland mit etwa 400 Fällen im Jahr nicht sehr groß – bei Frauen sind es zirka 43.000. Da Männer die Frauenkrankheit aber nicht wahrhaben wollen, sind ihre Überlebenschancen besonders gering, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Vermutlich nimmt Brustkrebs bei Männern in Zukunft sogar zu. US-Forscher beobachten bereits eine ansteigende Zahl. Eine Ursache dafür könnte die zunehmende Fettleibigkeit sein: Fettzellen produzieren Östrogene. Das sind Hormone, die bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen. mehr...
ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Erste deutsche Studie zur Wirksamkeit der Tanztherapie bei Krebspatientinnen 30.09.2004 - Tanztherapie erleichtert den Zugang zur Erlebensfähigkeit und zu seelischen Verarbeitungsprozessen, trägt zur Verminderung von Angst und Depressivität bei und führt zu höherem Wohlbefinden und Selbstbewußtsein. mehr...
"Leben mit Krebs - Antworten auf neues Wissen"
29.09.2004 - Patiententag des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim informierte über aktuelle Therapiemöglichkeiten bei Krebserkrankungen mehr...
Hunde können Blasenkrebs riechen
28.09.2004 - Hunde können Personen mit Blasenkrebs am Geruch ihres Urins erkennen. Das haben britische Medizinerinnen ermittelt. Die Studie liefere die ersten Belege dafür, dass die empfindliche Hundenase auf Tumoren zurückgehende, flüchtige Substanzen wahrnehmen könne, schreiben die Forscherinnen im "British Medical Journal".
mehr...
Neue Ziele in der Leukämieforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum 27.09.2004 - Gleich vier Wissenschaftlerteams am Deutschen Krebsforschungszentrum beginnen derzeit viel versprechende Forschungsprojekte, mit denen sie die Therapiemöglichkeiten bei Leukämie und verwandten Blutkrankheiten verbessern wollen. mehr...
Brustkrebsmonat Oktober: Kostenlose Informationen und Expertenberatung zum Thema "Knochenmetastasen bei Brustkrebs"
27.09.2004 - Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober ist beim Krebsinformationsdienst KID des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg an zwei Tagen eine telefonische Hotline zum Thema "Knochenmetastasen bei Brustkrebs" geschaltet. mehr...
Viel Obst, weniger Lungenkrebs - Studie: Fleißige Obstesser verringerten Risiko um 40 Prozent
20.09.04 - Wer häufig eine Zwischenmahlzeit mit Obst einlegt, verringert sein Risiko, Lungenkrebs zu bekommen, ganz erheblich mehr...
Callisto lizenziert Annamycin, ein Medikament in Phase II klinischer Prüfung gegen Leukämie
08.09.04 - Callisto Pharmaceuticals, Inc. (OTCBB: CLSP, Börsen Berlin und Frankfurt: CA4, WKN 479303) ein Biopharmazie-Unternehmen, das sich vornehmlich auf die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Krebs und osteolytischen Knochenkrankheiten konzentriert. mehr...
Sehr, sehr schnell - einzigartiger Computertomograph in München08.09.04 - In Großhadern wurde jetzt eine neue Generation von Computertomographen erstmals in einer Klinik installiert. Mit dem Produkt der Firma Siemens können gleichzeitig 64 Einzelschichten untersucht werden. Dazu wurde die Umlaufzeit der Röhre auf 330 Millisekunden verkürzt. mehr...
Nierentumor:
Neues Verfahren gibt Sicherheit bei Operation - Urologen
können Organ häufiger erhalten
24.08.200 - Zur Therapie von Nierenkrebs ist in vielen Fällen
heute keine radikale Entfernung des Organs notwendig. Nach
den Erfahrungen von Privatdozent Dr. med. Gralf Popken,
dem Chefarzt der Urologischen Klinik des HELIOS Klinikums
Berlin-Buch, kann bei 30 bis 50 Prozent der betroffenen
Patienten die Niere erhalten werden. mehr...
Klinischer Test einer neuen Therapie des
Nierenzellkarzinoms
03.08.04
- Zwei Kliniken der Universität Erlangen-Nürnberg
und ein Unternehmen, das neuartige Ansätze zur Krebstherapie
entwickelt, mehr...
Hohe Heilungsrate mit einer gern gesehenen Nebenwirkung
03.08.04 - Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 100.000 Menschen neu an Hautkrebs. Wie kaum eine andere Krebsart ist Hautkrebs frühzeitig erkenn-
und therapierbar. mehr...
Neuer Stuhltest zum Screening von Darmkrebs
03.08.04 - Veröffentlichung über Nachweis von Krebszellen anhand des Enzyms "Tumor M2-PK" im renommierten "British Journal of Cancer" mehr...
Neue Broschüre und Website informieren über Darmkrebs
02.08.04 - In den letzten Jahren hat sich in Deutschland der Darmkrebs bei Erwachsenen zur zweithäufigsten Tumorart entwickelt - Tendenz steigend mehr...
Hormone in der Sojabohne - „Phytoöstrogene“ wirksam gegen Brustkrebs und Wechseljahresbeschwerden?
28.07.04 - In Ländern, deren Menschen ihr Leben lang Sojabohnen-Produkte essen, gibt es weniger Knochenschwund, Brustkrebs und Wechseljahresbeschwerden. mehr...
Neue Daten für Brustkrebspatientinnen: Früher Einsatz des Anti-Aromatase-Wirkstoffs Exemestan ist gut für Heilung und Knochen
23.07.04 - Frühzeitige Umstellung auf Exemestan kann die Heilungsrate erhöhen und bestätigt die positiven Erwartungen im Hinblick auf die Knochen.
Der Anti-Aromatase-Wirkstoff Exemestan, der bei Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs nach der Menopause eingesetzt wird, führt nicht zu einem erhöhten Osteoporoserisiko. mehr...
Krebsversorgung: Präsident will die Politik stärker in die Verantwortung nehmen
Prof. Dr. med. Michael Bamberg neuer Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
15.07.2004 - "Es wird notwendig sein, die politisch Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass auch mit den neuen Gesundheitsstrukturen den Krebspatienten die notwendigen wirksamen Medikamente nicht vorenthalten werden dürfen. mehr...
Früherkennung ist wichtigNeue Broschüre informiert die Patienten über Vorsorgeuntersuchungen und deren Kosten
14.07.2004 - Früherkennung kann Leben retten. Zusätzlich spart sie den Krankenkassen auf lange Sicht Geld. mehr...
RUBIN 1/04: Auch mit Darmkrebs gut leben
Hormon eröffnet Alternativen zur Chemotherapie
RUBIN 1/2004 ist erschienen
12.07.2004 - Wenn der Darmkrebs sich für den Patienten bemerkbar macht, ist es häufig zu spät für eine Heilung. mehr...
Patienten mit Lungenkrebs fühlen sich stigmatisiert
Umwelt macht Betroffene für ihre Krankheit verantwortlich
22. Jun 2004 - Das mit Lungenkrebs einhergehende Stigma kann für die Patienten weit reichende Folgen haben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Oxford http://www.ox.ac.uk gekommen. Viele der Betroffenen haben das Gefühl, dass sie von ihrer Umwelt für ihre Krankheit verantwortlich werden, da sie eng mit dem Rauchen in Verbindung gebracht wird. Antiraucherkampagnen verstärkten die bestehenden Vorurteile weiter, was laut BBC zu gestörten Beziehungen mit der Familie, Freunden und Ärzten führte. Die Studie, an der 45 Patienten teilnahmen, wurde im British Medical Journal http://bmj.bmjjournals.com veröffentlicht.
Viele der Patienten, vor allem jene, die vor Jahren aufgehört hatten zu rauchen oder nie geraucht hatten, fühlten sich zu Unrecht für ihre Erkrankung verantwortlich gemacht. Ein Patient erklärte: "Die Menschen glauben automatisch, dass man selbst Schuld ist und das ist eine Form von Stigmatisierung." Einige der Teilnehmer berichteten, dass die Schuldzuweisung so weit ging, dass Menschen die Straßenseite wechselten, nur um ihnen nicht zu begegnen. Bei manchen gab es seit der Diagnose keinen Kontakt mehr mit der Familie oder Freunden. Zusätzlich wurde vom Verschweigen der Symptome berichtet sowie, dass die Angst vor der Stigmatisierung verhinderte, dass die notwendige Hilfe in Anspruch genommen wurde.
Es bestehen Befürchtungen, dass die Behandlung und Erforschung von Lungenkrebs durch die Stigmatisierung der Erkrankung und von Rauchern negativ beeinflusst werden könnten. Laut den Wissenschaftlern ist es entscheidend, die Menschen dazu zu motivieren mit dem Rauchen aufzuhören. Sie warnen jedoch, dass Kampagnen mit Bildern von dunkel verfärbten Lungen Patienten mit entsprechenden Erkrankungen aufregen können.
Quelle: Michaela Monschein
Das Rauchen löst genetische Veränderungen aus
Genetische Muster sollen Krebsrisiko vorhersagbar machen
22. Jun 2004 - Das Rauchen verändert die Gene von Lungenzellen. Ein Team der Boston University http://www.bu.edu hat erstmals nachgewiesen, dass Raucher andere genetische Muster in ihren Lungenzellen aufweisen als Nichtraucher oder jene, die aufgehört haben. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Muster für die Vorhersage eines Lungenkrebsrisikos eingesetzt werden können, da sie auch innerhalb der Raucher unterschiedlich sind. Einige dieser Muster weisen laut BBC auf eine größere Bedrohung hin als andere. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.
Die neuen Forschungsergebnisse erklären, warum nur zehn bis 15 Prozent aller Raucher an Lungenkrebs erkranken und gleichzeitig das Rauchen für 90 Prozent dieser Erkrankungen verantwortlich ist. Das Team um Avrum Spira untersuchte Proben der Lungenzellen von 75 Freiwilligen. 23 hatten nie geraucht, 34 rauchten während des Untersuchungszeitraumes und 18 Teilnehmer hatten aufgehört. Es zeigte sich, dass die bei Rauchern nachgewiesenen Veränderungen bei Nichtrauchern nicht vorhanden waren. Bei den Rauchern waren einige Gene aktiviert, die eine Krebserkrankung begünstigen können. Andere, die gegen Krebs schützen, waren hingegen nicht aktiv.
Die genetischen Muster innerhalb der Raucher waren ebenfalls unterschiedlich. Eine Gruppe der Raucher exprimierte einige Gene anders als die meisten anderen Raucher. Einer der Betroffenen erkrankte innerhalb von sechs Monaten an Lungenkrebs. Die genetischen Veränderungen scheinen zusätzlich mit der Dauer des Rauchens in Zusammenhang zu stehen. Nach zwei Jahren begannen die genetischen Muster ehemaliger Raucher wieder jenen der Nichtraucher ähnlich zu werden. Einige der Veränderungen blieben jedoch bestehen. Dieser Umstand könnte erklären, warum das Krebsrisiko bei diesem Personenkreis erhöht bleibt.
Quelle: Michaela Monschein
Hoher Obstverzehr schützt vor Lungenkrebs
21.06.2004 - Neues aus der EPIC-Studie: Wer viele Früchte isst, verringert damit offenbar sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Obstkonsum und Neuerkrankungen an Lungenkrebs zeigen aktuelle Daten aus EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), der größten europäischen Studie zur Rolle von Ernährung, Lebensweise, Stoffwechsel und Erbfaktoren bei der Entstehung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen.
In der EPIC-Studie werden seit 1992 rund 500.000 Menschen in 10 europäischen Ländern nach ihren Lebensgewohnheiten befragt und ihre Gesundheitsentwicklung beobachtet. Darüber hinaus stehen von allen Probanden Blutproben und Messwerte für weitere Analysen zur Verfügung. Die Studie wird koordiniert von Professor Elio Riboli, Leiter der Nutrition and Cancer Unit bei der International Agency for Research on Cancer (IARC) in Lyon. Für die vorliegende Auswertung wurden Daten zur Nachbeobachtung bis 1998 berücksichtigt, für einige Zentren sogar bis 2002. Während dieser Zeit entwickelten 1074 Studienteilnehmer einen Lungenkrebs, von denen 860 für eine ausreichend detaillierte Analyse zur Verfügung standen.
Ein europäisches Wissenschaftlerteam unter Federführung des ehemaligen Leiters der Abteilung für Klinische Epidemiologie im Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Professor Anthony B. Miller, nahm den Einfluss des Obst- und Gemüseverzehrs auf die Neuerkrankungsrate an Lungenkrebs gezielt in den Blick. Bei der Gewichtung der Ergebnisse legten die Experten besonderen Wert auf die Berücksichtigung des Rauchverhaltens, um Verzerrungen zu vermeiden. Je nach Höhe des Obst- und Gemüseverzehrs wurden die Probanden in fünf gleich große Gruppen (Quintilen) aufgeteilt. Probanden aus der Quintile mit dem höchsten Obstverzehr (ca. 500 Gramm pro Tag) zeigten im Vergleich zu Probanden mit dem niedrigsten Obstkonsum (weniger als 70 Gramm pro Tag) ein um 40 Prozent geringeres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken (relatives Risiko 0,60). Der umgekehrte Zusammenhang zwischen Obstverzehr und Lungenkrebs wurde am stärksten deutlich bei Nordeuropäern und bei Menschen, die zum Zeitpunkt der Erstbefragung Raucher waren. In der gesamten Studiengruppe konnten die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Gemüse oder von bestimmten Gemüsesorten und Lungenkrebs nachweisen. Für die Gruppe der Raucher zeigt sich jedoch ebenfalls ein inverser Zusammenhang, also ein sinkendes Lungenkrebsrisiko mit steigendem Gemüseverzehr.
Bisher ist nicht bekannt, welche Nährstoffe in Obst und Gemüse für den Schutzeffekt verantwortlich sind. "Wir vermuten, dass insbesondere die Kombination verschiedener Inhaltsstoffe, wie Antioxidanzien einschließlich der Vitamine C und E oder sekundäre Pflanzenstoffe eine Rolle spielen", erklärt Privatdozent Dr. Dr. Jakob Linseisen vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Die EPIC-Daten unterstreichen die Empfehlungen an die Bevölkerung, möglichst viel frisches Obst und Gemüse zu essen. Dies soll jedoch insbesondere bei Rauchern nicht eine falsche Sicherheit vortäuschen: Die Wirkung des Obstverzehrs ist klein im Vergleich dazu, was man bewirkt, wenn man mit dem Rauchen aufhört!
Anthony B. Miller et al.: Fruits and Vegetables and Lung Cancer: Findings from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition, Int. J. Cancer: 108, 269-276 (2004).
Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum
Naturheilkundliche Krebsambulanz am Uniklinikum Jena im erstem Jahr mit Riesenresonanz
21.06.2004 - Das erste Jahr des Bestehens der naturheilkundlichen Tumorambulanz am Jenaer Uniklinikum hat eines überzeugend gezeigt: Eine Integration der Naturmedizin in die Krebstherapie ist notwendiger denn je. Seit der Eröffnung der ersten Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie an einem Universitätsklinikum meldeten sich hunderte von Krebskranken aus ganz Deutschland in der Jenaer Klinik. "Der Zuspruch der Patienten ist überwältigend", zieht Dr. Katja Zulkowski, Leiterin der onkologischen Fachambulanz für Naturheilkunde, nach dem ersten Jahr Bilanz. Ein Beleg dafür, dass das Jenaer Klinikum mit seinem Angebot in eine Versorgungslücke vorgestoßen ist.
Dabei zeigte sich in den zurückliegenden Monaten, dass die Krebspatienten nur selten eine Alternative zur schulmedizinischen Therapie ihrer Erkrankung erwarten. Vielmehr suchen die meisten in der Naturmedizin eine Ergänzung, um die Begleiterscheinungen einer Strahlen- oder Chemotherapie zu lindern. Oder sie möchten mit den Methoden der sanften Medizin einem Rückfall nach erfolgreicher Behandlung vorbeugen.
Kombination von Schul- und Naturmedizin statt "Entweder-Oder"
Diese Beobachtung hat die Jenaer Onkologen darin bestärkt, mit ihrem Angebot auf dem richtigen Weg zu sein. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass Patienten sich nicht strikt für schulmedizinische oder alternative Therapien entscheiden", erläutert Katja Zulkowski. "Dass <Entweder-Oder> entschieden wird, ist ein Vorurteil. Die Patienten wollen lieber beides kombinieren."
Das Bedürfnis der Kranken nach Unterstützung im Kampf gegen Krebs durch die Heilkräfte der Natur ist groß. Fast 80 Prozent wenden bereits parallel zur Schulmedizin komplementäre Heilmethoden an. Einer der Gründe, die Ambulanz am Uniklinikum Jena trotz mancher Zweifel und Vorbehalte gegenüber der alternativen Heilkunst zu etablieren. Ein richtiger Schritt, wie sich zeigt. "Wir haben recht behalten mit unserer Auffassung, dass wir das Bedürfnis unserer Patienten nach einer Integration der Naturheilkunde nicht ignorieren dürfen", schätzt Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Jena und Direktor der onkologischen Klinik, rückblickend ein. "Unsere Fachambulanz ist eine Erfolgsgeschichte geworden".
Angebot erweitern und auf die Stationen im Klinikum ausdehnen
Noch ist es viel zu früh, um über Heilerfolge oder fundierte Ergebnisse sprechen zu können. Bereits eingestellt haben sich hingegen erste Erfolgserlebnisse. So hat sich im ersten Jahr seit Bestehen der Ambulanz das Gesundheitstraining zu einer festen Größe etabliert. Hier lernen die Teilnehmer jeweils zehn Wochen lang, Bewegung, Ernährung und Entspannungstechniken zu einer gesunden Lebensweise zu verbinden und die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken. Bewährt hat sich auch Akupunktur als Mittel zur Linderung der Folgeerscheinungen konventioneller Krebstherapien.
Nach diesen Erfahrungen soll das naturheilkundliche Angebot der Ambulanz künftig ausgedehnt werden - beispielsweise durch die Erweiterung des Therapieangebots um eine Behandlung von Gelenkschmerzen, die oft bei Tumorerkrankungen begleitend auftreten. "Wir planen auch eine engere Zusammenarbeit mit unseren Physiotherapeuten", so Katja Zulkowski. Bei all den Projekten steht aber unverändert ein Ziel der Ambulanz im Vordergrund: Die Untersuchung der Wirksamkeit der angewandten Therapien in wissenschaftlichen Studien.
Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena
21.06.2004 (ots) - Heute startet die Informationskampagne
"Setzen Sie ein Handzeichen gegen Krebs!": Anlässlich der "Europäischen Woche gegen Leukämien und Lymphome" vom 21. - 28. Juni können sich Menschen in München, Hamburg, Köln, Erfurt, Homburg/Saar und Münster über die häufige, aber wenig bekannte Krebsart "Lymphom"
(Lymphdrüsenkrebs) informieren und als Zeichen ihrer Solidarität mit Krebspatienten ihr farbiges Handzeichen auf eine Leinwand setzen. Die sechs teilnehmenden Städte sind die Zentren der deutschen Lymphom-Forschung.
Lymphom - noch nie gehört! So geht es ca. 90 Prozent der Deutschen. Dabei gehören maligne (bösartige) Lymphome, der Fachausdruck für Lymphdrüsenkrebs, in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten Krebsarten. Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 15.000 Menschen daran - Tendenz steigend. Lymphome sind auf dem Vormarsch: Nach Haut- und Lungenkrebs sind sie die Krebsart mit der schnellsten Wachstumsrate weltweit. Der heutige Sommerbeginn ist dieses Jahr daher nicht nur der Start in "sonnige Tage", sondern soll auch zum Nachdenken über die Situation von Krebspatientenanregen.
Begleitend zu den lokalen Informationsveranstaltungen in den sechs Städten können Patienten und Interessierte ihre Fragen auch direkt an die führenden Lymphom-Experten in Deutschland stellen. Prof. Norbert Schmitz, Hamburg, und Privatdozent Dr. Martin Dreyling, München, sind
vom 21. bis 23. Juni unter der Telefonnummer 0800/11 84 122, der Lymphom-Hotline des Krebsinformationsdienstes KID im Deutschen Krebsforschungszentrum, erreichbar.
Am 24. Juni wird Prof. Michael G. Pfreundschuh in der n-tv-Sendung "Gesundheit live" um
14.30 Uhr unter 0190/ 515 504 und im Chat auf www.n-tv.de Zuschauerfragen beantworten.
Politiker und Prominente unterstützen Aktion
Politiker wie der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma und der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude unterstützen die Aktion "Handzeichen gegen Krebs!". Auch zahlreiche Prominente zeigen sich solidarisch mit Krebspatienten und werden ihr Handzeichen gegen Krebs setzen: In München und Köln Schauspieler Michael Lesch, der selbst an einem Lymphom erkrankt war, in Hamburg Schauspielerin Eva Habermann, in Münster Schauspieler Leonard Lansink, in Erfurt Sängerin Ute Freudenberg und in Homburg/Saar Ex-Radprofi und Olympiasieger Andreas
Walzer.
In den letzten fünf Jahren konnten, insbesondere durch den Einsatz von neuartigen Substanzen wie monoklonalen Antikörpern, große Fortschritte in der Behandlung von Lymphomen erzielt werden. So konnten Ansprech-, Überlebens- und Heilungsraten bei vielen Lymphomarten dramatisch verbessert werden. Es bleibt aber viel zu tun, sowohl um allen Patienten den Zugang zu den neuen Therapien zu ermöglichen, als auch um die Therapieergebnisse noch weiter zu
verbessern.
Deutschland steht dabei als Forschungsplatz für Lymphome weltweit in einer Spitzenposition. Deshalb haben die Patienten hier gute Chancen auf eine optimale Behandlung. Durch die Vernetzung der in diesem Bereich führenden Forschungs- und Versorgungseinrichtungen im
Kompetenznetz Maligne Lymphome gelingt es, die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse direkt in die Behandlung der Patienten zu übertragen. Gleichzeitig finden Patienten in der bundesweit
tätigen Selbsthilfeorganisation Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe e. V. (DLH) einen starken Partner, der sie in allen Aspekten ihrer Erkrankung unterstützt.
Handzeichen auf Leinwand symbolisieren "helfende Hände"
Dieses Geflecht aus "helfenden Händen" wird sich in den Handabdrücken auf den Leinwänden wiederfinden und ist ein Zeichen für die Solidarität jedes Einzelnen mit den Patienten. Die Leinwand wird am 15. September anlässlich des "World Lymphoma Awareness Day" zu
Gunsten der DLH und des Forschungsverbundes Kompetenznetz Maligne Lymphome versteigert.
Die Aktion wird von der Hoffmann-La Roche AG, dem weltweit führenden Unternehmen in der Krebstherapie und Diagnostik, unterstützt.
ots Originaltext: Hoffmann-La Roche AG
Fahrradfahren reduziert das Brustkrebsrisiko erheblich /
Gene nur selten verantwortlich für eine Erkrankung
14.06.2004 - Radfahren schützt vor Brustkrebs - besser als
Joggen oder Schwimmen. Mehr als drei Stunden pro Woche senken das
Risiko um 34 Prozent. Das meldet die Zeitschrift FÜR SIE (EVT: 15.
Juni) und bezieht sich dabei auf eine Studie des
Krebsforschungszentrums Heidelberg. Auch die Ansicht vieler Ärzte,
dass Vererbung eine große Rolle spielt, ist offenbar falsch: Nur bei
fünf Prozent der Erkrankungen spielen die Gene mit, so das Ergebnis
der Studie.
Neues gibt es auch in punkto Behandlungsmethoden. Sie sind heute
wesentlich sanfter und wirksamer. Und die Erfahrung zeigt: Je besser
die Frauen selbst darüber Bescheid wissen, umso größer die
Heilungschance. Prof. Dr. Diethelm Wallwiener, Vorsitzender der
Deutschen Gesellschaft für Senologie (Brustkrankheiten) und Direktor
der Uni-Frauenklinik Tübingen, bringt sie in FÜR SIE auf den
aktuellen Stand der Medizin.
Einer der wichtigsten Therapie-Fortschritte: die operative
Beschränkung auf den so genannten Wächterlymphknoten, in dem zuerst
gestreute Tumorzellen festgestellt werden. So lässt sich der Eingriff
auf ein Minimum reduzieren. "Erkundigen Sie sich, ob die Klinik
Erfahrung damit hat" rät Wallwiener. Zudem kritisiert der Experte:
"In Deutschland existieren noch viel zu wenig Brustzentren, in denen
sich Gynäkologen, Radiologen, Pathologen und andere Spezialisten
gemeinsam um die Patientin kümmern. Doch nur ein Netzwerk kann sie
optimal betreuen."
ots Originaltext: FÜR SIE
Fortschritte bei der Behandlung von Krebs im Kindesalter
11.06.2004 - In Deutschland erhalten pro Jahr etwa 800 krebskranke Kinder eine Strahlen-therapie. Diese Behandlung ist bei den meisten kindlichen Tumoren unverzichtbar. Das belegen neue Studien, die Strahlentherapeuten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für für Radioonkologie, Medizinische Physik und Strahlenbiologie in Erfurt präsentieren.
Bei der Behandlung von Krebs im Kindesalter hat die Medizin in den letzten 20 Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. Etwa 75 Prozent der betroffenen Kinder werden mittlerweile geheilt. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass sich Ärzte der verschiedenen Fachgruppen in der pädiatrischen Onkologie schon sehr früh auf gemeinsame interdisziplinäre Konzepte verständigt und diese konsequent in Studien umgesetzt haben. Die Kinder werden mit einer aufeinander abgestimmten Kombination von Strahlen- und Chemotherapie mit oder ohne zusätzliche oder vorangehende Operation behandelt.
Im Rahmen der DEGRO werden diese Studien durch spezialisierte Ärzte der Arbeitsgruppe pädiatrische Radioonkologie (APRO) betreut. Denn es geht mittlerweile nicht mehr ausschließlich darum, das betroffene Kind zu heilen, sondern auch Langzeit-Nebenwirkungen zu vermeiden, welche die spätere Lebensqualität beeinträchtigen.
Lymphdrüsenkrebs bis zu 95 Prozent heilbar
Besonders gut sind die Heilungschancen bei Kindern mit einer bestimmten Form von Lymphdrüsenkrebs, dem sogenannten Morbus Hodgkin. Insgesamt werden 95 Prozent der behandelten Patienten wieder vollständig gesund. Aufgrund dieser hoffnungsvollen Ergebnisse versuchten Ärzte in einer Studie, Kinder mit diesem Krebsleiden ausschließlich mit Chemotherapie zu behandeln. Sie verzichteten auf die Bestrahlung, um die Nebenwirkungen der Behandlung möglichst gering zu halten. Es zeigte sich jedoch, dass bei den Kindern, die keine Strahlentherapie erhalten hatten, die Rückfallquote deutlich anstieg. Darum ist neuerdings bei den meisten kleinen Patienten mit Morbus Hodgkin die Strahlentherapie wieder fester Bestandteil der Behandlung.
Knochenkrebs: Selbst bei Metastasen noch Hoffnung
Fortschritte haben die Mediziner auch in der Behandlung des aggressiven Ewing Sarkoms erzielt, dem zweithäufigsten Knochentumor im Kindesalter. Ungefähr die Hälfte der kleinen Patienten kann inzwischen durch eine Kombination von Operation, Chemo- und Strahlentherapie geheilt werden, wenn der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnosestellung noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) abgesiedelt hat. Doch selbst wenn bereits Lungenmetastasen vorhanden sind, leben nach 10 Jahren noch 30 Prozent der Kinder. Durch eine Bestrahlung der ganzen Lunge mit einer niedrigen Dosis konnte die Rate der erneut auftretenden Lungenmetastasen nach deren Erstbehandlung um 24 Prozent gesenkt werden. In Erfurt stellen Strahlentherapeuten die Ergebnisse einer großen Analyse der Behandlung bei 1058 Patienten mit Ewing Sarkom vor. Kinder, deren Tumor nur knapp im Gesunden operiert werden konnte, profitierten von einer Nachbestrahlung. Sie erlitten weniger Rückfälle, ebenso jene Patienten, die auf eine Chemotherapie schlecht ansprachen.
Weichteiltumore: Strahlentherapie unverzichtbar
Ungefähr sieben Prozent aller kindlichen Krebserkrankungen sind sogenannte Weichteilsarkome, die vom Binde- und Stützgewebe ausgehen. Hiervon ist die häufigste Untergruppe das Rhabdomyosarkom, das bei Kindern und Jugendlichen in Österreich und Deutschland nach einem einheitlichen Konzept im Rahmen einer großen Therapiestudie behandelt wird. Auch hier können die Ärzte Erfreuliches berichten: Mittlerweile überleben ca. 70 Prozent der Kinder dank einer Kombination aus Operation, Chemo- und Strahlentherapie. In einer Studie haben Wissenschaftler untersucht, ob auf eine Strahlentherapie auch verzichtet werden kann. Bei 203 Patienten wurden die Behandlungsergebnisse mit und ohne Bestrahlung verglichen. Dabei zeigte sich, dass nach 5 Jahren 76 Prozent der bestrahlten Kinder krankheitsfrei waren, hingegen nur 58 Prozent in der Gruppe ohne Strahlentherapie.
Keimzelltumoren des Gehirns: fast alle Kinder werden gesund
Bei manchen Kindern "verirren" sich Keimzellen (beispielsweise des Hodens oder der Eierstöcke) ins Gehirn und entarten dort zu sogenannten Keimzelltumoren. Sie sitzen meist in der Zirbeldrüse, manchmal jedoch auch oberhalb der Hirnanhangsdrüse oder in den Hirnkammern. Diese stehen wiederum mit dem Rückenmarkskanal in Verbindung. Darum entdecken die Ärzte dort bei der Hälfte der kleinen Patienten Absiedelungen der Tumorzellen.
Man unterscheidet zwei Gruppen von Keimzelltumoren: solche, die eine tumortypische Substanz (Tumormarker) ins Blut abgeben, und solche, bei denen dies nicht der Fall ist. Diese reinen "Germinome" haben etwas bessere Heilungsaussichten. Die Gruppe der Markerproduzierenden Tumore wird mit einer Kombination aus Chemotherapie, Operation und Bestrahlung behandelt, während man sich bei den "inaktiven" Tumoren auf eine alleinige Strahlentherapie beschränken kann. Forscher haben nun herausgefunden, dass die Kinder davon profitieren, wenn die Ärzte nicht nur den Tumor selbst oder das Gehirn, sondern zusätzlich den gesamten Rückenmarkskanal bestrahlen. In mehreren überregionalen Studien haben Strahlentherapeuten in kleinen Schritten die Bestrahlungsdosis verringert, um die kleinstmögliche, zur Heilung noch ausreichende Dosis herauszufinden. Die Experten präsentieren in Erfurt nun die Untersuchungsergebnisse von über 100 Kindern: Nach 10 Jahren lebten über 95 Prozent der Kinder rückfallfrei und können als geheilt betrachtet werden.
Erstes Register zur Erfassung von Nebenwirkungen der Strahlentherapie bei Kindern
Unter der Abkürzung RISK wurde 2004 mit Unterstützung der Deutschen Kinderkrebsstiftung an der strahlentherapeutischen Universitätsklinik Münster eine Zentralstelle zur Dokumentation von Therapiefolgen nach Bestrahlung im Kindesalter eingerichtet. Hier werden einerseits die technischen und medizinischen Einzelheiten der Bestrahlung und andererseits eventuell später auftretende Nebenwirkungen erfasst. In diesem weltweit ersten Register seiner Art sind bislang 186 Kinder erfasst worden. Die Strahlentherapeuten erhoffen sich von dieser Langzeitdokumentation Erkenntnisse darüber, wie die Strahlentherapie bei Krebserkrankungen im Kindesalter künftig noch effizienter und schonender gestaltet werden kann.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
"Schutz vor Krebs" - eine Informationsbroschüre zur Krebsprävention
08.06.2004 - Soeben ist die Broschüre "Schutz vor Krebs" des Deutschen Krebsforschungszentrums in kompletter Neubearbeitung erschienen. Die Botschaften: Vorbeugen ist besser, auch im Hinblick auf Krebserkrankungen, und Vorbeugen ist jedem Einzelnen möglich. Nach Expertenschätzungen ließe sich die Zahl auftretender Krebserkrankungen - in Deutschland jährlich etwa 395 000 - durch Vermeidung bekannter Risikofaktoren, allen voran das Rauchen und falsche Ernährung, um mindestens 40 Prozent senken. Dies gewinnt umso mehr Bedeutung durch die Tatsache, dass trotz aller wissenschaftlichen medizinischen Fortschritte derzeit insgesamt nur etwa die Hälfte der Krebspatienten langfristig geheilt werden kann.
Krebsprävention, das heißt die Vorbeugung der Krebsentstehung wie auch die Früherkennung und Behandlung heilbarer Krebsvorstufen und -frühformen, gilt zunehmend als eine der schlagkräftigsten Waffen im Kampf gegen Krebs. Prävention entwickelt sich zu einer nationalen Aufgabe. Über Möglichkeiten der Krebsprävention weiß man dank intensiver Forschungsarbeiten zu Ursachen und Risikofaktoren der Krebsentstehung mittlerweile so viel, dass konkrete Empfehlungen gegeben werden können.
Die Broschüre "Schutz vor Krebs" stellt diese Möglichkeiten ausführlich dar und orientiert sich dabei an den Empfehlungen des Europäischen Kodex gegen Krebs der Europäischen Union, der 2003 von einer Expertenkommission in einer aktualisierten und erweiterten Fassung veröffentlicht wurde. Der Kodex spricht die Vermeidung von Risikofaktoren ebenso an wie die Möglichkeiten, durch aktive Veränderung des persönlichen Lebensstils das Erkrankungsrisiko zu senken. Er ruft zur Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen auf, wo diese zur Verfügung stehen. Alle Empfehlungen des Kodex sind durch harte wissenschaftliche Daten untermauert.
Auf 42 Seiten vermittelt die Broschüre "Schutz vor Krebs" die elf Empfehlungen der Experten - die "Regeln gegen Krebs" - und ihre Begründungen in verständlicher Form und räumt mit manchen falschen Vorstellungen auf. Erklärungen, praktische Tipps und Hinweise auf besondere Angebote und Regelungen in Deutschland machen das Wissen und die Empfehlungen individuell anwendbar. Wer versucht, die "Regeln gegen Krebs" für sich umzusetzen, trägt viel zur Senkung seines persönlichen Krebsrisikos bei - und lebt generell gesünder.
Die Herausgabe der Broschüre wurde ermöglicht mit Unterstützung durch die Friedrich und Maria Meyenburg-Stiftung. Der Text ist auch im Internet auf der Website des Krebsinformationsdienstes (KID) abrufbar: www.krebsinformation.de.
Informationen zu Krebsrisikofaktoren, Krebsvorbeugung und Krebsfrüherkennung bietet der Krebsinformationsdienst auch telefonisch (06221/410121, montags bis freitags, 8 bis 20 Uhr) oder per E-mail (krebsinformation@dkfz.de).
"Schutz vor Krebs - eine Informationsbroschüre zur Krebsprävention"
Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum, 2004
Die Broschüre kann beim Sekretariat des Krebsinformationsdienstes
kostenlos angefordert werden,
Tel. 06221 42 2890,
E-mail: sekretariat-kid@dkfz.de.
Die englische Originalfassung des Kodex ist im Internet unter www.cancercode.org abrufbar.
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum
07.06.2004 - Der Sommerbeginn am 21. Juni ist dieses Jahr nicht nur der Start in "sonnige Tage", er soll auch zum Nachdenken über die Situation von Krebspatienten anregen. Anlässlich der Europäischen Woche gegen Leukämien und Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) von 21. bis 28. Juni 2004 können sich Menschen in den sechs Zentren der deutschen Lymphom-Forschung (München, Hamburg, Köln, Erfurt, Homburg und Münster) über Lymphome informieren und als Zeichen ihrer Solidarität mit Krebspatienten ihr farbiges Handzeichen auf eine Leinwand setzen. So entsteht ein Kunstwerk, das sich jeden Tag verändert. Die Leinwand wird am 15. September anlässlich des "World Lymphoma Awareness Day" zu Gunsten der Deutschen Leukämie und Lymphom-Hilfe e.V. (DLH) und des Forschungsverbundes Kompetenznetz Maligne Lymphome versteigert.
Die Aktion dient der Information und Aufklärung über diese häufige, aber wenig bekannte Krebsart. Auch zahlreiche Politiker und Prominente wie der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma, Schauspielerin Eva Habermann und der Schauspieler Michael Lesch, der selbst an einem Lymphom erkrankt war, zeigen sich solidarisch und werden ebenfalls ihr Handzeichen gegen Krebs setzen.
Programm:
- Vorstellung der Aktion "Handzeichen gegen Krebs"
- Bösartige Lymphdrüsenkrebserkrankungen: Eine zunehmende Gefahr
in den Industrieländern
- Lymphom-Erkrankungen aus Patientensicht: Jeder Patient hat ein
Recht auf die bestmögliche Versorgung
Antworten auf Patientenfragen
Begleitend zu den lokalen Informationsveranstaltungen beantworten Prof. Norbert Schmitz, Hamburg, und Privatdozent Dr. Martin Dreyling, München, vom 21. bis 23. Juni an der Hotline des
Krebsinformationsdienstes KID im Deutschen Krebsforschungszentrum Patientenfragen rund um das Thema Lymphome unter der Telefonnummer
0800 / 11 84 122.
Am 24. Juni wird Prof. Michael G. Pfreundschuh in der n-tv-Sendung "Gesundheit live" um 14.30 Uhr unter 0190 / 515 504 und im Chat auf www.n-tv.de Zuschauerfragen zum Thema Lymphome beantworten.
Forschungsstandort Deutschland - Spitze bei Lymphomen
Deutschland steht als Forschungsplatz für Lymphome weltweit in einer Spitzenposition. Deshalb haben die Patienten hier gute Chancen auf eine optimale Behandlung. Durch die Vernetzung der in diesem Bereich führenden Forschungs- und Versorgungseinrichtungen im Kompetenznetz "Maligne Lymphome" gelingt es, die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse direkt in die Behandlung der Patienten zu übertragen. Die sechs Städte, in denen die Aktion "Handzeichen
gegen Krebs" stattfindet, sind die Studienzentralen des Kompetenznetzes. Gleichzeitig finden Patienten in der bundesweit tätigen Selbsthilfeorganisation DLH einen starken Partner, der sie in
allen Aspekten ihrer Erkrankung unterstützt. Dieses Geflecht aus "helfenden Händen" soll sich in den Handabdrücken auf den Leinwänden wiederfinden und zudem als Zeichen für die Solidarität jedes Einzelnen mit den Patienten stehen.
Was sind Lymphome?
Maligne (bösartige) Lymphome gehören in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten Krebsarten, allein in Deutschland erkranken jährlich rund 15.000 Menschen an Lymphomen - Tendenz steigend. Seit den siebziger Jahren haben vor allem Non-Hodgkin-Lymphome, die häufigste Art von Lymphomen, weltweit um 80 Prozent zugenommen. Die Ursachen der Krankheit sind unklar, als mögliche Risikofaktoren diskutieren Experten Chemikalien, Pestizide
und Lösungsmittel wie in Haarfärbemittel oder Haarspray. Durch innovative Behandlungsmethoden wie der Antikörpertherapie können mittlerweile viele Lymphom-Patienten geheilt werden.
ots Originaltext: Hoffmann-La Roche AG
Statistisches Bundesamt: Lungenkrebs ist fünfthäufigste Todesursache
07.06.2004 - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, starben
im Jahr 2002 in Deutschland 40 715 Personen an Erkrankungen, die in
Zusammenhang mit dem Konsum von Tabakprodukten gebracht werden
können. Neben Lungenkrebs (39 105 Sterbefälle) werden auch Kehlkopfkrebs (1 583 Sterbefälle) und Luftröhrenkrebs (27 Sterbefälle) zu den Folgeerkrankungen des Rauchens gezählt. An den genannten Todesursachen starben dreimal mehr Männer als Frauen.
Insgesamt waren im Jahr 2002 4,8% aller Sterbefälle auf eine für Raucher symptomatische Erkrankung zurückzuführen.
Allein der Lungenkrebs stellt in Deutschland die fünfthäufigste Todesursache dar; bei den Männern war er sogar - wie bereits im Jahr 2001- die dritthäufigste Todesursache. War Lungenkrebs im Jahr 2001 noch die neunthäufigste Todesursache bei Frauen, so rangiert er im Jahr 2002 auf Platz 10. Das durchschnittliche Alter der an Lungen-, Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs Gestorbenen lag 2002 bei 68,9 Jahren.
Auch unter den im Krankenhaus im Jahr 2001 auf Grund bösartiger Neubildungen der Lunge, des Kehlkopfes und der Luftröhre stationär behandelten Fällen (179 950) dominierten die Männer mit 75,2%.
Bösartige Neubildungen der zuvor genannten Art waren der vierthäufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt von Männern, bei Frauen war nur jeder 53. Krankenhausaufenthalt darauf
zurückzuführen.
Quelle: Statisches Bundesamt
Soja könnte vor Gebärmutterkrebs schützen
28.05.2004- Ein hoher Sojakonsum geht mit einem geringeren Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut einher. Das berichtet eine chinesisch-amerikanische Medizinergruppe im "British Medical Journal".
Frauen in asiatischen Ländern verzehren sehr viel mehr Soja und Sojaprodukte als Frauen in westlichen Ländern, gleichzeitig erkranken sie deutlich seltener am Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Die Gruppe um Xiao Ou Shu von der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, wollte nun mehr über diesen Zusammenhang erfahren. Dazu befragten sie 832 Einwohnerinnen Shanghais, bei denen ein Endometriumkarzinom diagnostiziert worden war, sowie 846 nicht betroffene Frauen zu ihren Ernährungsgewohnheiten.
Zwar unterschieden sich die zwei Gruppen nicht wesentlich in ihrem Sojakonsum, stellten die Mediziner fest. Unter Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren fanden sie jedoch einen deutlichen Trend: Je höher die täglich verzehrte Sojamenge, desto seltener war das Endometriumkarzinom. Jene Frauen, die täglich mehr als 16 Gramm Sojaprotein zu sich nahmen, schienen demnach ein gut 30 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko aufzuweisen.
Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang bei Studienteilnehmerinnen mit Übergewicht, berichten die Mediziner. Ihrer Ansicht nach könnte der Effekt zumindest teilweise auf Soja-Inhaltsstoffe zurückgehen. Verbindungen aus der Klasse der Isoflavone, aber auch die reichlich enthaltenen Ballaststoffe, beeinflussten Konzentration und Wirkung des Geschlechtshormons Östrogen. Dauerhaft hohe Östrogenspiegel gelten wiederum als Risikofaktor für das Endometriumkarzinom.
Forschung: Wang Hong Xu, Department of Epidemiology, Shanghai Cancer Institute; Xiao Ou Shu, Department of Medicine, Vanderbilt University, Nashville, Tennessee; und andere
Veröffentlichung in British Medical Journal, Vol. 328, 29. Mai 2004, pp 1285-8
Große soziale Unterschiede im Rauchverhalten und bei der tabakbedingten Frühsterblichkeit. Das Deutsche Krebsforschungszentrum stellt zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2004 seine neueste Publikation zum Motto „Rauchen und Armut“ vor.
27.05.204 Wie in anderen Industrienationen besteht auch in Deutschland eine stark ausgeprägte soziale Polarisierung des Rauchverhaltens: Vor allem Personen mit geringerer Bildung, geringem Einkommen und niedrigerem beruflichen Status wie Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger weisen hohe Raucheranteile auf. In einer neuen Publikation des Deutschen Krebsforschungszentrums wird deutlich, dass der Raucheranteil unter den 18- bis 19-Jährigen mit 64 Prozent bei den Hauptschülern um 25 Prozent höher liegt als bei gleichaltrigen Gymnasiasten.
Große Unterschiede sind auch beim Rauchverhalten zwischen den verschiedenen Berufsgruppen erkennbar: Männer in einfachen manuellen Berufen und Frauen in einfachen Dienstleistungsberufen rauchen im Vergleich zu Personen in anderen Berufsgruppen am häufigsten (bis zu 50 Prozent), dagegen rauchen Gymnasial- und Hochschullehrer sowie Ärztinnen am seltensten (ca. 15 Prozent).
Ein ähnlich deutliches Bild zeigt sich in Bezug auf das durchschnittlich verfügbare Haushaltseinkommen: Während 43 Prozent aller Männer mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von unter 730 Euro pro Monat rauchen, sind dies nur 23 Prozent aller Männer in der höchsten Einkommensgruppe mit 3350 Euro und mehr. Mehr als die Hälfte der Unterschiede in den Sterberaten zwischen niedrigster und höchster sozialer Schicht bei Männern in Industrieländern wird durch das Rauchen verursacht.
Der Tabakkonsum ist nicht nur verantwortlich für eine Vielzahl weit verbreiteter chronischer Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislaufkrankheiten und chronisch obstruktive Bronchitis, sondern auch für beträchtliche Aufwendungen der Privathaushalte. Durchschnittlich 5,5 Prozent des Einkommens wird in deutschen Privathaushalten für Tabakwaren ausgegeben. In einkommensschwachen Gruppen und vor allem bei Alleinerziehenden kann dieser Ausgabenanteil bis zu 20 Prozent betragen.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum fordert deshalb die Politik auf, Tabakkontrollmaßnahmen stärker als bisher gezielt auf Personengruppen mit niedrigem Einkommen und geringerer Bildung auszurichten. Die bereits vollzogenen und geplanten Tabaksteuererhöhungen sind geeignet, die sozialen Unterschiede im Tabakkonsum zu verringern, da ärmere Bevölkerungsschichten sensibler als andere auf Preiserhöhungen reagieren. Eine zehnprozentige Steuererhöhung bewirkt einen Rückgang des Konsumverhaltens bei Personen mit Niedrigeinkommen um bis zu 13 Prozent im Vergleich zu 4 Prozent bei der Gesamtbevölkerung. Neben dieser wichtigsten Maßnahme der Personensteuerung sollten sich jedoch auch Beratungs- und Behandlungsmaßnahmen zur Tabakentwöhnung und massenmediale Kommunikationsstrategien stärker als bisher an sozial benachteiligte Bevölkerungsschichten wenden. Ferner ist dringend ein umfassendes Tabakwerbeverbot umzusetzen, da Werbung und Marketing für Tabakprodukte einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtnachfrage nach Tabakwaren, insbesondere auch für sozial benachteiligte Personen mit Niedrigeinkommen, haben.
Die Publikation „Rauchen und soziale Ungleichheit – Konsequenzen für die Tabakkontrollpolitik“ ist im Deutschen Krebsforschungszentrum direkt zu beziehen unter who-cc@dkfz.de oder einzusehen unter www.tabakkontrolle.de.
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum
Das Medikament Suramin wirkt gegen akutes Leberversagen
17.05.2004 - Das Medikament Suramin brachte in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts den Durchbruch im Kampf gegen die Schlafkrankheit. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigten nun, dass die Substanz auch gegen akutes Leberversagen wirksam ist.
Dr. Sören Eichhorn, Dr. Andreas Krüger und Kollegen aus der Abteilung von Professor Peter Krammer beschreiben in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Medicine* einen vielversprechenden neuen Einsatzbereich für das altbewährte Medikament. Sie entdeckten, dass Suramin in Leberzellen den programmierten Zelltod, Apoptose, hemmt. Dieser Effekt ist leberspezifisch: In Zellen anderer Gewebe fördert die Substanz sogar teilweise den Zelltod.
Akutes fulminantes Leberversagen kann als Folge von Medikamenten- oder Pilzvergiftungen oder von Infektionen mit dem Hepaptitis-B-Virus auftreten. Dabei geht der Großteil der Leberzellen durch Apoptose zugrunde, ein Vorgang, gegen den es bislang keine medikamentöse Therapie gibt. Die Wissenschaftler zeigten nun, dass Mäuse, bei denen Leberversagen experimentell ausgelöst wurde, nach sofortiger Suramin-Gabe deutlich länger überlebten als unbehandelte Artgenossen.
Auch beim Menschen verläuft ein akutes Leberversagen in der Mehrzahl der Fälle tödlich. Klinische Prüfungen sollen nun zeigen, ob die Schutzwirkung von Suramin die Überlebenschancen der Betroffenen verbessern kann.
Mit dem Medikament, das bereits 1916 von der Farbenfabrik Bayer AG entwickelt und unter dem Namen Germanin auf den Markt gebracht wurde, verfügten die Mediziner erstmals über ein wirksames Mittel gegen die Schlafkrankheit, die in weiten Teilen Afrikas mit verheerenden Epidemien grassierte. Später wurde Suramin erfolgreich gegen die Flussblindheit, eine verbreitete tropische Wurmerkrankung, eingesetzt und wurde gegen das Aids-Virus erprobt. Heute wird die Substanz als Therapeutikum bei verschiedenen Tumorerkrankungen getestet.
*Suramin inhibits death receptor induced apoptosis in vitro and fulminant apoptotic liver damage in mice. Sören T. Eichhorst, Andreas Krueger, Susanne Müerköster, Stefanie C. Fas, Alexander Golks, Uwe Gruetzner, Louise Schuber, Christine Opelz, Manfred Bilzer, Alexander L. Gerbes and Peter H. Krammer Nature Medicine Juni 2004
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum
Tumor im Fadenkreuz
17.05.2004 - Gegen inoperable Krebsgeschwüre wird eine neue Waffe geschmiedet. Mit der Behandlungsmethode der so genannten Partikeltherapie können Ärzte bisher unheilbare Krebsarten schnell, präzise und schonend zu Leibe rücken. Siemens entwickelt auf Basis von Patenten der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) standardisierte Anlagen für Spezialkliniken, wie das Siemens-Forschungsmagazin Pictures of the Future berichtet.
Bei der Methode „beschießt“ eine Ionenquelle den vorher exakt vermessenen Tumor mit Protonen oder Kohlenstoff-Ionen. Die winzigen Partikel werden dabei in einer Beschleunigeranlage auf halbe Lichtgeschwindigkeit gebracht und mit Magnetfeldern direkt in die Geschwulst gelenkt. Dort setzen sie ihre Energie frei und zerstören damit die bösartigen Zellen. Das umliegende gesunde Gewebe wird kaum in Mitleidenschaft gezogen, da die Zerstörungskraft der Ionen erst ab einer bestimmten Eindringtiefe einsetzt, um dann schnell wieder abzufallen. Außer Hautrötungen und leichten Schleimhautschwellungen treten kaum Nebenwirkungen auf. Gerade für Tumoren, die sehr dicht an sensiblen Organen wie Sehnerv oder Hirnstamm liegen und somit keine Operation zulassen, ist die neue Methode geeignet. Der Arzt kann mit einer drehbaren Strahlzuführung die winzigen Krebskiller präzise wie ein Skalpell in das kranke Gewebe steuern und benachbarte Organe umgehen. Nach GSI-Studien klettern so die Heilungschancen auf über 90 Prozent. Auch die Behandlungsdauer ist viel kürzer als bei herkömmlichen Bestrahlungen – maximal 30 Minuten Partikelbestrahlung über 20 Tage hinweg genügen, um einen deutlichen Tumorrückgang zu erzielen und ein erneutes Wachstum zu verhindern. Die Therapie ist so schonend, dass Patienten weiter zur Arbeit gehen können.
Die GSI baut derzeit eine Pilotanlage für das Uni-Klinikum Heidelberg. Ab 2006 soll es drei Bestrahlungsplätze für jährlich rund 1.000 Patienten geben. Siemens konstruiert Partikeltherapie-Anlagen für den klinischen Routinebetrieb. Die zukünftigen Bestrahlungseinrichtungen werden modular und standardisiert sein, was Planung, Zulassung und Betrieb vereinfacht. (IN 2004.05.5)
Quelle: Siemens
Bei Krebspatienten leidet die Seele mitDeutsche Krebshilfe fördert psycho-onkologische Betreuung
12.05.2004 – Krebs bedeutet für viele Patienten eine große körperliche Belastung. Aber auch die Seele leidet: Viele Betroffene bleiben mit ihren psychischen Problemen sich selbst überlassen. Denn die wenigsten Krebs-Zentren bieten eine psycho-onkologische Betreuung an. „Unser Anliegen ist es, den kranken Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen, als Einheit von Körper und Seele“, erläutert Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. Daher fördert die Organisation jetzt ein Projekt mit über 200.000 Euro im Clinical Cancer Center der Technischen Universität München, das die Psycho-Onkologie in die Behandlung krebskranker Menschen integriert.
Wieso habe gerade ich Krebs bekommen? Werde ich wieder gesund? Was geschieht mit meiner Familie, so lange ich nicht zu Hause sein kann? Solche Fragen stellen sich sicher viele Krebspatienten. „Um zu verhindern, dass Gefühle wie Angst und Depressionen die Genesung verschlechtern, müssen die psycho-sozialen Beschwerden frühzeitig erkannt und behandelt werden“, erklärt die Projektleiterin Professor Dr. Almuth Sellschopp. „Denn die Lebensqualität und damit auch der Heilungsprozess des Betroffenen hängt entscheidend davon ab, wie es ihm gelingt, sich in der belastenden Situation zu orientieren,“ betont die Leiterin der Arbeitsgruppe Psycho-Onkologie am Tumortherapie-Zentrum des Klinikum rechts der Isar.
Die rechtzeitige Beachtung von psychischen Symptomen bei Krebspatienten ist bislang jedoch ein Stiefkind geblieben. Auch am Münchener Clinical Cancer Center war die Psycho-Onkologie bisher nicht in die Abläufe integriert. Dieses Tumortherapie-Zentrum wurde bereits 1999 durch die Unterstützung der Deutschen Krebshilfe am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München initiiert. Das Ziel des innovativen Clinical Cancer Centers ist es, durch interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Krebstherapie die Qualität der medizinischen Behandlung zu steigern und die Patientenversorgung zu verbessern.
Um die Krebspatienten auch psychologisch betreuen zu können, wird an dem Zentrum jetzt ein neues Screening-Verfahren eingesetzt: Es soll dem Arzt ermöglichen, psycho-soziale Risikopatienten zu erkennen, um ihnen frühzeitig eine psycho-onkologische Behandlung anbieten zu können. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein Kurz-Fragebogen, den der Arzt nach der Patienten-Anamnese ausfüllt. „Primäres Ziel dieser Befragung ist es, psycho-sozial besonders belastete Risiko-Patienten zuverlässig identifizieren zu können“, erklärt die Projektleiterin. Zusätzlich geben die Patienten in Selbstauskunfts-Fragebögen an, welche körperlichen und psychischen Belastungen und Einschränkungen sie erleben und wie sie ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensqualität selbst einstufen. Stellt sich für einen Patienten ein hohes psycho-soziales Belastungsprofil dar, so wird ein Psycho-Onkologe hinzugezogen, um weitergehende diagnostische Gespräche zu führen und einen Behandlungsplan auszuarbeiten.
Nach seiner Entlassung erhält der Patient einen weiteren Fragebogen. Dieser soll klären, ob sich die Berücksichtigung seiner psycho-sozialen Situation positiv ausgewirkt hat auf sein psychisches Befinden, seine Lebensqualität und auf seine Zufriedenheit mit dem Krankenhausaufenthalt während der onkologischen Behandlung.
„Durch die Einbindung der Psycho-Onkologie in das Clinical Cancer Center in München soll die seit langem bestehende Zusammenarbeit von Onkologen und Psycho-Onkologen am Klinikum rechts der Isar weiter ausgebaut und die ganzheitliche Versorgung der Patienten verbessert werden“, erläutert Frau Professor Sellschopp.
Info: Psycho-Onkologie
Psycho-Onkologen kümmern sich sowohl um die psychischen Folgen der Krankheit Krebs als auch um jene, die mit der Therapie einhergehen. Dies betrifft nicht nur die Patienten selbst, sondern auch ihre Angehörigen sowie die behandelnden Ärzte und Schwestern. Wichtigstes Ziel der Psycho-Onkologie ist es, den Betroffenen bei der Bewältigung ihrer seelischen Belastungen zu helfen. Psycho-Onkologie wird von Psychologen, Soziologen und Ärzten praktiziert. Für ihre Verdienste um die Psycho-Onkologie wurde Frau Professor Dr. Almuth Sellschopp mit dem Deutsche Krebshilfe Preis 2002 ausgezeichnet.
Quelle: Deutsche Krebshilfe
Neuauflage der Broschüre "Krebs in Deutschland"

12.05.2004 - Im Jahr 2000 wurden in Deutschland bei Männern ca. 200.000, bei Frauen ca. 195.000 Krebserkrankungen festgestellt. Davon erkrankten rund 183.000 Männer und 175.000 Frauen erstmalig an einer Krebskrankheit. Nach der neuen Schätzung der Dachdokumentation Krebs im RKI hat die Zahl der pro Jahr erkrankenden Frauen gegenüber der letzten Schätzung für 1998 um 1,7 Prozent abgenommen, die Zahl der erkrankten Männer dagegen um 7,4 Prozent zugenommen. Diese und weitere Ergebnisse der bevölkerungsbezogenen Krebsregistrierung in Deutschland liegen jetzt in der vollständig überarbeiteten 4. Ausgabe der Broschüre "Krebs in Deutschland" vor.
"Krebs in Deutschland" wird herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft bevölkerungsbezogener Krebsregister in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut und unterstützt vom Gesamtprogramm zur Krebsbekämpfung im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung. "Es ist sehr wichtig, dass inzwischen zunehmend mehr Krebsregister mit ihren Daten zur Schätzung beitragen", betont Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung. "Krebsregister sind unverzichtbar, um Informationen über die Verbreitung von Krebs zu gewinnen und Basisdaten u.a. für die Suche nach Ursachen von Krebs oder für die Bewertung von Versorgungsmaßnahmen wie zum Beispiel für die Mammographie zu erhalten."
Das RKI geht bei seiner Schätzung schrittweise vor: Zunächst wird aus saarländischen Daten und dann aus Daten weiterer vollzählig erfassender Krebsregister die Zahl aller jährlich auftretenden Krebserkrankungen geschätzt. Zu den wichtigsten Krebslokalisationen liegen Erkrankungszahlen für jedes Einzeljahr zwischen 1990 und 2000 altersgegliedert vor. An Stelle der Zahl aller erstmals an Krebs erkrankten Personen wurde in der neuen Schätzung die Zahl aller jährlich aufgetretenen Krebserkrankungen angegeben. Die Zahl der Erkrankungen ist stets größer als die Zahl erstmals Erkrankter, da dieselbe Person von einer 2. oder 3. Krebskrankheit betroffen sein kann. Ein direkter Vergleich mit vorangegangenen Schätzungen ist daher nicht ohne weiteres möglich.
Beinahe die Hälfte der Zunahme erstmals an Krebs erkrankter Männer ist auf die steigende Zahl entdeckter Prostatakrebserkrankungen (40.650) zurückzuführen, die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Mit 47.500 Erkrankungen im Jahr 2000 bleibt der Brustkrebs die häufigste Krebskrankheit der Frauen. Beim Prostatakrebs und beim malignen Melanom der Haut dürfte die Zunahme der Erkrankungen vorrangig auf verstärkten Anstrengungen bei der Früherkennung und (beim malignen Melanom) auch auf der vollzähliger werdenden Erfassung in weiteren Krebsregistern beruhen.
Neben bundesweiten Daten sind auch die Ergebnisse der Krebsregistrierung in den Bundesländern und des Kinderkrebsregisters aufgeführt. Für 21 Krebserkrankungen sind auf circa 100 Seiten Erkrankungsraten, Alters- und Geschlechtsverteilung, Überlebensraten und Risikofaktoren dargestellt. "Krebs in Deutschland" kann über die Krebsregister der Bundesländer und in Einzelexemplaren über das BMGS bezogen werden. Die Veröffentlichung als PDF-Datei und die Adressen der Krebsregister sind auf den RKI-Internetseiten zum Thema Krebs ( www/KRE.rki.deBS) verfügbar.
Zum Thema Krebsregisterierung erscheinen in der Mai-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts mehrere Beiträge.
( www.bundesgesundheitsblatt.de)
Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung und des Robert Koch-Instituts
Deutsche Krebshilfe fördert bundesweites Forschungsprojekt
11.05.2004 - Die Deutsche Krebshilfe hat ein neues Verbundprojekt ins Leben gerufen, um die Diagnose und Therapie bösartiger Lymphome weiter zu verbessern. Bösartige Erkrankungen des Lymphsystems treten in zahlreichen unterschiedlichen Formen auf und haben in den letzten Jahrzehnten in Deutschland ständig zugenommen. Bei vielen bösartigen Lymphomen, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, sind die Heilungschancen immer noch schlecht. Der Grund: Es fehlen diagnostische Kriterien, mit denen die Behandlung gezielt geplant werden kann. Das mit vier Millionen Euro geförderte Verbundprojekt soll die molekularen Mechanismen maligner Lymphome weiter aufklären.
"Die Behandlung maligner Lymphome findet in Deutschland auf international anerkannt hohem Niveau statt", sagte Professor Dr. Lorenz Trümper, Sprecher des Verbundprojektes und Direktor der Abteilung Hämatologie und Onkologie am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen, am 11. Mai 2004 bei einer Pressekonferenz. So können Patienten mit Morbus Hodgkin, einer bösartigen Lymph-Erkrankung, in fast allen Fällen erfolgreich behandelt werden. Das ist in erster Linie den Therapieoptimierungsstudien zu verdanken, die zu einem großen Teil von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden.
"Für viele Lymphome sind die molekularen Mechanismen allerdings noch nicht entschlüsselt", betonte der Verbundsprecher. "Dies ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung, um die Therapie gezielt einsetzen zu können." Das Ziel des neu gegründeten Verbundprojektes "Molekulare Mechanismen bei malignen Lymphomen" ist es daher, das Verständnis für bösartige Lymphome zu erweitern und dadurch die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. In dem bundesweiten Verbundprojekt forschen Ärzte und Wissenschaftler aus 15 verschiedenen Institutionen gemeinsam. "Durch die enge Verzahnung unterschiedlicher wissenschaftlicher Ansätze aus Klinik und Forschung entsteht ein Mehrwert, der von keiner Arbeitsgruppe allein erreichbar wäre", betonte Professor Trümper.
"Wir wollen neue Gene identifizieren und so wirkungsvollere Diagnose- und Therapieansätze erarbeiten", erklärte der Mediziner. Dazu werden aktuelle molekularbiologische Forschungsergebnisse über Lymphomzellen eng mit klinischen und pathologischen Patientendaten aus Therapiestudien verknüpft. Die Ergebnisse sollen in einer umfangreichen Verbunddatenbank zusammengefasst werden, die in ihrer Komplexität einmalig ist und auch international für die Behandlung maligner Lymphome eine wichtige Grundlage bilden wird.
Dieses Verbundprojekt ist das jüngste Beispiel aus einer Reihe von multizentrischen Forschungsvorhaben, welche die Deutsche Krebshilfe ins Leben gerufen hat und finanziert. Weitere Verbundprojekte befassen sich mit dem erblichen Brust- und Darmkrebs, dem Bauchspeicheldrüsenkrebs, dem Barrett-Karzinom, einer bösartigen Erkrankung der Speiseröhre, sowie mit der Immuntherapie von Krebserkrankungen. "Ein wesentlicher Vorteil dieser interdisziplinären Verbundprojekte liegt darin, dass wir einen deutlich größeren Erkenntnisgewinn im Vergleich zu Einzelprojekten erhalten", erklärte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.
Interviewpartner auf Anfrage!
Info: Maligne Lymphome
Maligne Lymphome sind eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems, die eine sehr heterogene Gruppe darstellen. Grund hierfür ist die große Anzahl verschiedener Lymph- und Abwehrzellen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Entwicklung entarten und zu einer Krebserkrankung führen können. Durch feingewebliche Untersuchungen von Lymphknoten und Lymphgeweben lassen sich die verschiedenen Krankheitsbilder aus dem Kreis der bösartigen Lymphome identifizieren und den Untergruppen "Morbus Hodgkin" oder "Non-Hodgkin-Lymphom" zuordnen. Jährlich erkranken rund 15.000 Menschen an einem bösartigen Lymphom. Während nahezu 90 Prozent der Patienten mit Morbus Hodgkin geheilt werden können, liegen die Heilungschancen bei vielen Non-Hodgkin-Lymphomen immer noch bei nur rund 50 Prozent.
Projekt-Nr.: 70-3173
Quelle: Deutsche Krebshilfe
Nachsorge im TaschenformatPer Minicomputer kommunizieren krebskranke Jugendliche und Eltern mit ihrer Klinik und untereinander / Projekt "OnkoConnect" im Test
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| Der tragbare Minicomputer (XDA) verwaltet die wichtigsten Krankheitsdaten, die zeitsparend zwischen Arzt und Patient online ausgetauscht werden können. / Foto: Universitäts-Kinderklinik Heidelberg. |
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Wenn Jochen Rudolf unterwegs ist, hat er seine Krankheitsdaten in der Tasche: einen Minicomputer mit integriertem Handy und Kamera (XDA), der seine wichtigsten Krankheitsdaten enthält und den Kontakt mit seiner Klinik und anderen krebskranken Jugendlichen ermöglicht. Vor einigen Jahren erkrankte der Auszubildende an Krebs und hat nun erfolgreich seinen zweiten Therapiezyklus überstanden.
Die mobile Kommunikation als ein neuer Weg der Nachsorge und Selbstorganisation wird derzeit erstmals für drei Monate auf ihre Praxistauglichkeit mit insgesamt 24 an Krebs und Mukoviszidose erkrankten Jugendlichen, Eltern und Mitarbeitern der Kinderklinik getestet. Ziel ist die effektive Kommunikation zwischen Patient und Klinik/Arzt, aber auch unter den Betroffenen selbst. Das Projekt OnkoConnect wird neben der Heidelberger Universitäts-Kinderklinik Abteilung für Hämatologie und Onkologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Andreas Kulozik) maßgeblich von der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik (Professor Dr. Helmut Krcmar) finanziert und durchgeführt. Unterstützt wird das Projekt von der Aktion für krebskranke Kinder Heidelberg und dem Projekt Onko-Kids-online der Heidelberger Kinderklinik und dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt COSMOS (Community Online Services and Mobile Solutions).
Mehrmals am Tag piept es bei Jochen Rudolf. Der XDA, nicht größer als eine Geldbörse, erinnert ihn an seine Medikamente. Sämtliche wichtigen Werte und Befunde, z.B. Blutwerte und ein selbst geführtes Schmerztagebuch, sind auf der Datenbank des Computers gespeichert und stets verfügbar. "Die vielen Daten sind jetzt immer griffbereit", sagt Jochen begeistert. Mit dem Computer kann der häufig wechselnde Terminplan einfach verwaltet werden, was die Nachsorge für das Pflegepersonal wesentlich erleichtert.
Elektronischer Kontakt zu Betroffenen durchbricht die Isolation
Da Blutwerte direkt von der Klinik auf einen XDA geschickt werden können, entfallen lange Wartezeiten. Über die Datenschnittstelle Bluetooth können Ärzte und Patienten ihre Termine einfach und schnell abgleichen. Und mit der Kamerafunktion des XDA ist es möglich, auffällige Hautbefunde direkt an den Arzt zu schicken, der dann entscheiden kann, ob ein Besuch in der Klinik notwendig ist. Medikamenteneinnahme und Arzttermine können eigenverantwortlich verwaltet werden. Das Gerät kann nicht nur von Jugendlichen, sondern auch von Eltern genutzt werden, deren Kind an Krebs erkrankt ist.
Bei seiner ersten Therapie verbrachte Jochen noch mehrere Wochen in der Klinik, danach stapelten sich die Terminzettel. Inzwischen sind die stationären Aufenthalte kürzer geworden, die lange Isolation in der Klinik entfällt, allerdings auch die psychologische Betreuung, die von der Klinik angeboten wird, und der enge Kontakt mit anderen Patienten seines Alters. Einen großen Teil der Verantwortung für Therapie und Nachsorge trägt Jochen selbst. Um diese zusätzliche Belastung ein wenig zu mildern, wurde OnkoConnect ins Leben gerufen. Mit dem XDA werden Kontakte zu anderen Betroffenen geschaffen und die Isolation der Krankheit aufgebrochen.
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
Die Rolle von Epstein-Barr-Viren bei der Krebsentstehung
Neue Abteilung im Deutschen Krebsforschungszentrum gegründet
14.04.2004 - Epstein-Barr-Viren (EBV) stehen in Zusammenhang mit bestimmten Tumoren. Professor Dr. Henri-Jacques Delecluse, Leiter der neu gegründeten Abteilung Pathologie infektionsbedingter Tumoren, will herausfinden, welche molekularen Prozesse bei der Entartung von infizierten Zellen ablaufen.
Über 95 Prozent der Bevölkerung tragen Epstein-Barr-Viren. Diese Tumorviren stehen in Zusammenhang mit Lymphomen, Magenkrebs und Tumoren im Nasen-Rachen-Raum. Dennoch entsteht nur bei einem geringen Teil der Infizierten Krebs. Einen Zusammenhang zwischen der Infektion mit EBV und Krebs gibt es auch bei Morbus Hodgkin: In 50 Prozent der Fälle sind die Viren mit der Krankheit assoziiert. Ein erhöhtes Risiko, an EBV-bedingten Tumoren zu erkranken, haben Empfänger einer Organspende, da ihr Immunsystem unterdrückt ist und damit nicht den natürlichen Schutz vor dem Virus bietet.
Epstein-Barr-Viren findet man bei gesunden Menschen ausschließlich in B-Lymphozyten, einem bestimmten Zelltyp des Immunsystems. In deutlichem Gegensatz dazu steht die Beobachtung, dass EBV-assoziierte Tumoren nicht aus diesen B-Zellen, sondern stattdessen häufig aus anderen Immunzellen, den so genannten T-Lymphozyten, oder aus Epithelzellen (Zellen der Haut und der Schleimhäute) entstehen. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass die Infektion anderer Zelltypen als B-Lymphozyten mit einem hohen Krebsrisiko verbunden ist. Delecluse geht der Frage nach, wie die Viren in Zellen gelangen und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit diese Zellen entarten. Die Analyse des Erbguts verschiedener Virusstämme soll Aufschluss darüber geben, welche Auswirkungen bestimmte Mutationen auf den Infektionszyklus haben. Darüber hinaus hat der Pathologe Virusproteine charakterisiert, die bei der Infektion von Epithelzellen eine wichtige Rolle spielen. Parallel dazu untersucht er an menschlichen Tumoren, die mit EBV infiziert sind, wie sich die entarteten von gesunden Zellen unterscheiden.
Professor Henri-Jacques Delecluse studierte in Lille, Frankreich, Biologie und Medizin und legte in Lyon die Prüfung zum Facharzt für Pathologie ab. Danach arbeitete der Wissenschaftler am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Benjamin Franklin in Berlin, wo er sich mit der Pathologie von Lymphomen und Leukämien beschäftigte. Eine wichtige Etappe in seiner Forscherkarriere verbrachte der Mediziner am GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München: Im Institut für Klinische Molekularbiologie und Tumorgenetik entwickelte er ein experimentelles Verfahren, das die Einführung von beliebigen Mutationen in das Erbgut des Epstein-Barr-Virus ermöglicht. Zuletzt arbeitete Delecluse am Institute for Cancer Studies der Universität Birmingham in England.
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum
Darmkrebsmonat März: Folgeerkrankungen zu wenig im Focus
31.03.2004 - Heute geht der offizielle Darmkrebsmonat März, der erstmals 2002 von der Felix-Burda-Stiftung ins Leben gerufen wurde, zu Ende. Auch in diesem Jahr informierten zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen über die Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten des Darmkrebses. Kaum im Focus standen jedoch die Folgeerkrankungen, die durch den Krebs entstehen - aber diese sind für Patienten oftmals belastender als der Krebs selbst.
Eine der häufigsten Folgeerkrankungen bei Krebs ist die Fatigue, ein chronischer Erschöpfungszustand. Je nach Krebsart leiden bis zu 90 % der Patienten an dieser Form der Müdigkeit. Die Hauptursache der Fatigue ist ein Mangel an roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich sind. Dieser Mangel, tumorbedingte Anämie genannt, kann bei Krebspatienten sowohl durch den Krebs als auch durch die Behandlung entstehen: Beide können dazu führen, dass der Körper das Hormon Erythropoietin, das die Reifung der roten Blutkörperchen bewirkt, nicht ausreichend bildet. Die Betroffenen sind durch die Sauerstoffunterversorgung dauerhaft müde und fühlen sich benommen. Sie können einfachste alltägliche Arbeiten nur mit größter Anstrengung bewältigen.
Neben dieser massiven Einschränkung der Lebensqualität leidet auch der Erfolg der Krebstherapie: Anämische Patienten haben eine höhere Rückfallrate und können eher an der Krebserkrankung versterben. Ziel der Anämie-Therapie ist es daher, die Zahl der roten Blutkörperchen dauerhaft zu erhöhen, um die Sauerstoffversorgung des Körpers wieder sicherzustellen. Eine nachhaltig wirksame Therapie ist die Gabe des biotechnologisch hergestellten Hormons Epoetin beta, das das körpereigene Erythropoietin ersetzt und die Anämie behebt. Eine Arbeitsgruppe um den niederländischen Krebsspezialisten Professor Marc Boogaerts untersuchte die Wirkung der Anämie-Behandlung mit Epoetin beta: Die Fatigue-Symptomatik der anämischen Krebspatienten und damit ihre Lebensqualität wurden durch die Therapie mit Epoetin beta bedeutend verbessert.
Originaltext: Hoffmann-La Roche AG
Darmspiegelung: kleiner Aufwand, großer Nutzen
Appell von KBV und Deutscher Krebshilfe
30.03.2004 - „Immer mehr Versicherte nutzen die Möglichkeit der Darmspiegelung zur Krebsvorsorge: Rund 350.000 Menschen haben sich seit Einführung der Koloskopie als gesetzliche Vorsorgeleistung im Oktober 2002 einer präventiven Darmspiegelung unterzogen. Das ist ein Erfolg, auf dem wir aufbauen können“, erklärte Dr. Manfred Richter-Reichhelm, der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin. Gemeinsam zogen KBV und Deutsche Krebshilfe eine erste Bilanz zum Früherkennungsprogramm der Ärzte und Krankenkassen. „Als wir die Darmspiegelung im vierten Quartal 2002 als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung einführten, nahmen circa 25.000 Patienten eine präventive Koloskopie in Anspruch. Im zweiten Quartal 2003 waren es bereits 150.000“, berichtete Richter- Reichhelm. „Es ist gut, dass viele Menschen die Chancen der Krebsfrüherkennung nutzen. Dazu hat sicherlich auch die konzertierte Öffentlichkeitsarbeit im Darmkrebsmonat März beigetragen. Doch wir wollen noch mehr erreichen“, unterstrich Dr. Eva Kalbheim.
Die Sprecherin der Deutschen Krebshilfe erklärte: „Jedes Jahr sterben etwa 30.000 Menschen an Darmkrebs. Die Hälfte von Ihnen könnte gerettet werden, denn Darmkrebs gehört zu den Tumorerkrankungen mit guten Heilungschancen – wenn er rechtzeitig erkannt wird.“ Hintergrund: Die gesetzlich Krankenversicherten können seit Oktober 2002 zwischen dem 50. und dem 55. Lebensjahr einmal jährlich einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl machen lassen. Eine Darmspiegelung ist ab dem 56. Lebensjahr möglich und kann nach zehn Jahren wiederholt werden. „Wer die Darmspiegelung nicht in Anspruch nehmen möchte, kann ebenfalls ab dem 56. Lebensjahr seinen Stuhl alle zwei Jahre auf Blut untersuchen lassen“, erläuterte Richter- Reichhelm.
Diese Untersuchung sei allerdings nicht so genau wie eine Darmspiegelung. Deren Risiken schätzte der KBV-Vorsitzende als minimal ein und wies auf die strengen Qualitätsvorgeben hin: „Zugelassen für Darmspiegelungen sind nur Experten wie Gastroenterologen oder Internisten, die mindestens 200 Koloskopien und 50 Polyp-Entfernungen vorgenommen und dokumentiert haben.“ Die Deutsche Krebshilfe hat sich das Ziel gesetzt, die Sterberate in den nächsten fünf Jahren deutlich zu senken. „Wir wollen die Versicherten dazu motivieren, regelmäßig an der Darmkrebs- Früherkennung teilzunehmen. Angesprochen sind vor allem Menschen ab 50 Jahren. Diese Altersgruppe ist von der Krankheit besonders häufig betroffen“, erläuterte Kalbheim. „Die Möglichkeit, eine Darmspiegelung als gesetzliche Krebsvorsorgeleistung in Anspruch zu nehmen, ist weltweit einmalig. Hier sind wir mit unserem Konzept wirklich an der Spitze“, resümierte Richter-Reichhelm. Er appellierte jedoch auch an die Eigeninitiative der Patienten: „Die meisten Bürger machen die Vorsorgeuntersuchung, weil der Hausarzt, Gynäkologe, Urologe oder ein anderer Arzt ihnen dazu geraten und sie an den entsprechenden Spezialisten überwiesen hat. Noch besser wäre es, wenn die Darmspiegelung den Patienten selbst ein Anliegen würde.“ Die Sprecherin der Deutschen Krebshilfe ergänzte: „Wir müssen den Patienten die Angst vor der Untersuchung nehmen. Das ist nur mit einer soliden Aufklärung zu erreichen.“
Originaltext: Kassenärztliche Bundesvereinigung
Krebszellen dezimieren ihre Jäger
Tumorzellen setzen einen Botenstoff des Immunsystems ein, um sich Abwehrzellen vom Leibe zu halten. Mit Hilfe des Proteins Galectin-1 blockieren sie die Vermehrung von Lymphozyten und treiben sie in den Selbstmord, berichten argentinische Forscher im Fachblatt "Cancer Cell". Eine gezielte Unterdrückung dieses Mechanismus könnte möglicherweise die Selbstheilungskräfte von Krebspatienten fördern.
Auch wenn sie die Aufmerksamkeit des Immunsystems erregt haben, können Krebsgeschwüre häufig rasch wachsen. Auf welche Weise sich die Tumorzellen ihrer Jäger erwehren, sei jedoch unklar, schreiben Gabriel Rabinovich von der Universität Buenos Aires und seine Kollegen. Die Forscher untersuchten nun die Rolle des Proteins Galectin-1. Der Botenstoff wird nicht nur von einigen Körperorganen produziert, sondern auch von aggressiv wachsenden Tumoren.
Hautkrebszellen von Menschen und Mäusen bilden ebenfalls Galectin-1 und geben es an die Umgebung ab, berichten die Wissenschaftler. Versuchsweise isolierten sie einen Typ von Tumorzellen und bremsten dessen Produktion von Galectin-1. Erhielten Mäuse diese veränderten Zellen gespritzt, zeigten sich erstaunliche Effekte: Je weniger Galectin-1 die Zellen produzierten, desto besser wurden sie vom Immunsystem der Mäuse bekämpft. Entsprechende Tumoren entwickelten sich deutlich langsamer oder überhaupt nicht.
Galectin-1 verhindert offenbar, dass der Körper eine schlagkräftige Truppe aus T-Lymphozyten aufbaut, fanden die Forscher. Hatten die Mäuse nach Kontakt mit veränderten, "zahnlosen" Tumorzellen jedoch erst einmal eine solche Abwehrfront errichtet, waren sie auch gegen normale, Galectin-1 produzierende Tumorzellen gefeit. Die Resultate hätten "gewichtige Konsequenzen für Immuntherapie von Krebs", sind Rabinovich und seine Kollegen überzeugt.
Forschung: Natalia Rubinstein und Gabriel A. Rabinovich, Division of Immunogenetics Hospital de Clínicas José de San Martín, und Department of Microbiology, Faculty of Medicine, University of Buenos Aires; und andere
Veröffentlicht in Cancer Cell, Vol. 5(3), März 2004, pp 241-52
Quelle: Scienceticker
Extreme Länderunterschiede bei Brustkrebs-Operationen
23.03.2004 - Frauen mit Brustkrebs wird in einigen Ländern eher selten die gesamte Brust amputiert, in einigen Ländern dagegen fast immer. Das berichtet ein polnischer Mediziner auf der Europäischen Brustkrebskonferenz in Hamburg.
Am seltensten entfernten französische Mediziner die gesamte Brust, so Jacek Jassem von der Medizinischen Universität Danzig. Dort werde in 72 Prozent der Fälle eine brusterhaltende Operation durchgeführt. In Deutschland werde in 57 Prozent der Fälle, in Polen dagegen nur in 2 Prozent der Fälle schonend operiert. Eine mögliche Erklärung sei, dass die Tumoren in einzelnen Ländern unterschiedlich früh entdeckt würden.
Je kleiner ein Tumor in der Brust bei der Diagnose ist, desto eher kann brusterhaltend operiert werden. Bestrahlung oder Medikamente verbessern zudem die Heilungschancen, so dass oft nur ein kleiner Teil des Brustgewebes entfernt werden muss. Dennoch werde die radikale Mastektomie immer noch sehr häufig durchgeführt, so Jassem. "Das ist schon überraschend", sagte der Mediziner, "und ich würde darin sowohl ein medizinisches wie auch ein soziologisches Phänomen sehen."
Jassems Zahlen stammen aus einer Studie mit 4.700 Teilnehmerinnen in 37 Ländern. Dabei ging es um die Anwendung des Wirkstoffs Exemestan zur Vermeidung von Rückfällen nach einer Brustkrebsoperation. Bereits bei einer früheren Studie habe er ähnliche Beobachtungen gemacht, so der Mediziner. Daher glaubt er, dass die Resultate die allgemeine Lage gut widerspiegeln.
Forschung: Jacek Jassem, Department of Oncology and Radiotherapy, Medical University of Gdansk
Quelle: Scienceticker
| Ein Wegweiser durchs medizinische Labyrinth |
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10.03.2004 - Pünktlich zu Beginn des Darmkrebsmonat März erscheint im TRIAS Verlag das Fachbuch "Hilfe bei Darmkrebs". Ab dem 10. März ist die Publikation zum Preis von 17,95 Euro im Buchhandel erhältlich. Was bislang nur online im Informationsportal www.darmkrebs.de der Felix Burda Stiftung zu lesen war, ist ab 10. März druckfrisch im Buchhandel erhältlich. Zusammen mit dem TRIAS Verlag, Stuttgart, hat die Stiftung einen Ratgeber zum Thema Darmkrebs herausgegeben.
Das Fachbuch "Hilfe bei Darmkrebs" bietet klar strukturierte Informationen zu Früherkennung, Diagnose, Therapie sowie der Nachsorge und ist speziell für Patienten und deren Angehörige konzipiert. "Wir haben viele Anfragen bekommen, warum es die medizinischen Informationen unserer Website www.darmkrebs.de nicht auch in Form eines Buches gibt. Mit dem Trias Verlag haben wir einen Partner gefunden, mit dem wir dieses Projekt pünktlich zum Darmkrebsmonat März umsetzen konnten", erläutert Dr. Christa Maar, Präsidentin der Felix Burda Stiftung und Herausgeberin des Fachbuches. "Hilfe bei Darmkrebs" ist bereits das zweite Buch, das von der Felix Burda Stiftung zu diesem Themenbereich herausgegeben wird. Bereits im letzten Jahr erschien ebenfalls im Monat März der Wellness - Ratgeber "Gesundheit aus dem Darm" (ZS Zabert Sandmann Verlag, 2003).
Dieses Buch beschäftigt sich vor allem mit den Funktionen des wichtigen Organs Darm und dessen oftmals vernachlässigtem Stellenwert in der westlichen Kultur. Dabei steht die Gesundheit und die Gesunderhaltung des Darmes im Vordergrund. Mit wunderbaren Bildern und mit einem hohen Nutzwert für den Leser vermittelt dieser Ratgeber alles, was man zum Thema gesunde Ernährung, Bewegung und Prävention wissen sollte. "Hilfe bei Darmkrebs ist die logische Weiterführung von Gesundheit aus dem Darm", erklärt Dr. Christa Maar den Sachverhalt. "Gesundheit aus dem Darm richtet sich an gesunde Menschen, die gesund bleiben wollen und Hilfe bei Darmkrebs ist das Fachbuch für alle, die leider bereits von der Krankheit betroffen sind und spezifisch medizinische Infos und Ratschläge benötigen." "Das tückische an Darmkrebs ist, dass er oft jahrelang wächst, ohne Symptome zu verursachen. Es ist erwiesen, dass die Vorstufen eines Tumors vor seiner Entdeckung zehn bis 15 Jahre unbemerkt gewachsen sind", so die Autoren des Buches, Prof. Dr. Hans-Dieter Allescher, Dr. Astrid C. Kors, Dr. Verena Drebing. Diese Aussage verdeutlicht, wie lange der Zeitraum ist, innerhalb dessen Früherkennungsmaßnahmen bei Darmkrebs Erfolg versprechend sind.
Quelle: Felix Burda Stiftung |
Hoffnung auf neuen Behandlungsansatz bei Querschnittslähmungen Im Deutschen Krebsforschungszentrum konnten Wissenschaftler kürzlich an Mäusen zeigen, dass eine Querschnittslähmung durch Blockade des programmierten Zelltods rückgängig gemacht werden kann.
08.03.2004 - Querschnittslähmungen sind meist die Folge von Verletzungen des Rückenmarks bei Unfällen, können aber auch durch Tumorerkrankungen hervorgerufen werden. Ist das Rückenmark durchtrennt, werden Informationen vom Gehirn nicht mehr an die Gliedmaßen weitergeleitet. Nach der eigentlichen Verletzung der Nervenbahnen laufen biologische Prozesse ab - wie z. B. der programmierte Zelltod (Apoptose) - die das verletzte Gewebe noch weiter zerstören und dadurch zur dauerhaften Lähmung führen.
Dr. Ana Martin-Villalba und Mitarbeiter aus der Abteilung Immungenetik unter der Leitung von Professor Dr. Peter Krammer beschreiben in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Medicine*, dass die Blockade eines Schlüsselmoleküls der Apoptose die Fähigkeit zur koordinierten Bewegung der gelähmten Extremitäten wieder herstellt. Mit spezifischen Antikörpern blockierten die Wissenschaftler das Protein CD95 L, das in Zellen, die das spezifische Rezeptorprotein CD95 tragen, die Selbstmordkaskade auslöst.
Nach gezielter Verletzung des Rückenmarks schnitten die antikörperbehandelten Mäuse bei speziellen Geschicklichkeitstests deutlich besser ab als die Kontrolltiere. Im Gewebeschnitt ließen sich bei den behandelten Tieren außerdem wieder auswachsende Nervenfasern jenseits der Stelle der Verletzung nachweisen. Die Antikörperbehandlung verhinderte auch das Absterben der Oligodendrozyten, die die kabelartigen Nervenfasern elektrisch isolieren und so die Signalübertragung erst ermöglichen.
Bei unter 40jährigen sind Hirn- und Rückenmarksverletzungen die Hauptursache für Tod und Schwerbehinderung. Die gezielte Blockade der Apoptose könnte in Zukunft eine Möglichkeit darstellen, verletzte Nerven vor weiterer Zerstörung zu schützen und so einer lebenslangen Lähmung vorzubeugen.
*Deana Demjen, Stefan Klussmann et al.: Neutralization of CD95 ligand promotes regeneration and functional recovery after spinal cord injury. Nature Medicine, April 2004
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum
Krebs
der Eierstöcke - Überlebenszeiten wesentlich verbessert
02.03.2004
- Der Krebs der Eierstöcke (Ovarialkarzinom) verursacht
einer Frau erst dann Beschwerden, wenn sich im Spätstadium
die Tumorzellen über den ganzen Bauchraum ausgebreitet
haben. Denn dann sind diese so zahlreich geworden, dass
das aus ihnen austretende Gewebewasser, das sich im Bauch
ansammelt, zu einer Zunahme des Bauchumfangs und des Körpergewichts
geführt hat (genannt "Aszites"). Die durchschnittliche
Überlebenszeit nach der Erstdiagnose lag noch vor wenigen
Jahren bei 18 Monaten.
Ist
ein Eierstockskrebs diagnostiziert, so müssen in einer
oft viele Stunden dauernden Operation die Eierstöcke,
die Gebärmutter und alle weiteren Tumornester im Bauchraum
entfernt werden. Häufig gelingt das nicht vollständig.
Aber es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass das
durchschnittliche Überleben auf 38 Monate verbessert
werden kann, wenn es gelingt, diese Tumoren bis auf Tumorreste
von weniger als ein bis zwei Zentimeter Durchmesser zu reduzieren.
Da diese Tumorabsiedlungen oft in der Wand des Darmes oder
der Blase liegen, ist im Sinne der Interdisziplinarität
die Zuziehung eines Darmchirurgen (zur eventuellen Entfernung
von Darmabschnitten) oder eines Urologen in diesen Fällen
notwendig.
Anschließend
bekommt die Patientin eine Chemotherapie, wobei die Überlebenszeit
bei einer guten Lebensqualität durch den Einsatz von
Platinderivaten und von modernen Taxanen auf drei bis fünf
Jahre angehoben werden kann. Selbst im Falle der erneuten
Wiederkehr der Erkrankung hat der Einsatz von Gemcitabine
in Kombination mit Carboplatin Überlebenszeitverlängerungen
bewirkt.
Notwendig
für diese guten Erfolge ist es, dass eine Frau mit
einem Eierstockskrebs in einer Klinik der Maximalversorgung
behandelt wird, in der ein multidisziplinäres Therapiekonzept
auf hohem Niveau gewährleistet ist. Bis heute werden
erst 20% aller Frauen in derartigen Kliniken - zumeist Universitätsklinika
oder Akademische Lehrkrankenhäuser - behandelt. Studien
haben gezeigt, dass die Überlebenszeit und die Lebensqualität
außerhalb von derartigen Zentren zu schlechteren Ergebnissen
führt als bei einer Behandlung in einem großen
Haus.
Quelle: Deutsche
Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
e. V.
Kommentar
zur Diskussion um Krebs durch Röntgendiagnostik
26.02.2004- Kürzlich kam eine sorgfältige
wissenschaftliche Studie aus Oxford zu dem Ergebnis, dass
in Großbritannien etwa 0.5% der Krebsmortalität
durch Röntgendiagnostik hervorgerufen werde, in Deutschland
dagegen 1.5%, wegen der häufigeren Röntgendiagnostik.
DER
SPIEGEL ONLINE vom 2.2.2004 titelte seinen Bericht "Tausende
verstrahlt - weil Arztpraxen ums Überleben kämpfen".
Das Problem ist zwar vielschichtiger, aber die medizinische
Strahlenexposition zu reduzieren, ohne dabei die nötige
diagnostische Information aufzugeben, ist ein wichtiges
Anliegen. Dosisreduktion in der Medizin, verbesserte Dosimetrie
und Risikobestimmung sind seit langem auch Forschungsthemen
des GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit,
Neuherberg.
Viele Röntgenuntersuchungen verlangen
heute weit geringere Strahlendosen als früher. Andererseits
haben sich ganz neue Anwendungsmöglichkeiten, z.B.
durch Computertomographie, durchgesetzt. Insgesamt hat sich
deshalb die mittlere Exposition der Bevölkerung durch
Röntgendiagnostik nicht verringert. Dosisreduktion
in der radiologischen Diagnostik bleibt somit eine bedeutsame
Aufgabe; jedoch sind angesichts der durch die jüngste
Studie ausgelösten Besorgnisse einige Erläuterungen
angebracht:
Die
Studie aus Oxford besagt, dass in Deutschland jährlich
etwa 2 000 Krebserkrankungen bei Menschen im Alter bis zu
75 Jahren durch die medizinische Strahlenexposition verursacht
sein können. Die entsprechende Zahl der Krebstodesfälle
könnte etwa 1000 sein. Dazu müsste allerdings auch
die Gegenrechnung aufgemacht werden. Wieviel der etwa 320
000 jährlichen Neuerkrankungen an Krebs in Deutschland
werden geheilt, weil Röntgendiagnostik frühere Erkennung
und bessere Behandlung ermöglicht? Dabei dient nur ein
geringer Teil der Röntgenuntersuchungen der Krebsdiagnostik.
Der Gesamtnutzen ist schwer zu beziffern, überwiegt aber
bei weitem das Risiko.
Die
neue Studie ist keine neue erschreckende Nachricht. Seit
Jahren werden weit höhere Zahlen propagiert, denen
zwar die wissenschaftliche Basis fehlte, aber keineswegs
die öffentliche Resonanz, z.B.:
"Deutschlands Ärzte sind Weltmeister im Röntgen.
Sie belasten ihre Patienten mehr als doppelt so hoch und
so häufig mit Röntgenstrahlen wie ihre Kollegen
in England, Belgien oder den USA. Mehr als 20.000 Menschen
sterben deshalb jedes Jahr in Deutschland zusätzlich
an Krebs." (Schmitz-Feuerhake, Lengfelder: 100 Jahre
Röntgen: Medizinische Strahlenbelastung - Bewertung
des Risikos, 1997). Diese Zahl ließe sich auf ein
Zehntel reduzieren, wenn die Ärzte wirklich nur dann
röntgen würden, wenn es notwendig ist." (Ärztliche
Praxis Nr.14, S.4, 18.2.97).
So gesehen, wäre nach der Oxford-Studie das oben als
Idealziel genannten Zehntel bereits erreicht. Tatsächlich
zeigt das Beispiel der mehr als 20 000 Röntgentoten
allerdings nur, wie leichtfertig Risikoschätzungen
mit Phantasiezahlen übertrieben und instrumentalisiert
werden.
Übrigens ergab schon im vergangenen Jahr eine Bewertung
durch GSF und das Institut für Strahlenhygiene des
BfS nahezu dieselbe Schätzung wie nunmehr die Studie
aus Oxford.
Die
Tatsache, dass in Deutschland deutlich mehr Röntgenaufnahmen
gemacht werden als in England, ist sicherlich kritisch zu
sehen, ist aber zum Teil systembedingt. Im staatlich zentralisierten,
weit weniger aufwendigen Gesundheitssystem Englands gibt
es wenig teure Geräte, beispielsweise für Computer-Tomographie,
die Patienten akzeptieren dort beträchtlich längere
Wartezeiten und geben sich häufiger mit Diagnosen ohne
moderne Verfahren zufrieden. Wegen des Mangels an CT-Geräten
bezahlen die englischen Kassen neuerdings auch Untersuchungen
im Ausland.
Noch
problematischer ist der Vergleich der deutschen und europäischen
Praxis der Röntgendiagnostik mit den Verhältnissen
in den USA. Die über die Bevölkerung gemittelte
Dosis durch Röntgendiagnostik liegt dort unter dem
deutschen Wert. Der Grund allerdings ist, dass ein beträchtlicher
Teil der Bevölkerung keine Krankenversicherung hat
und deshalb wenig oder gar keine Röntgendiagnostik
erhält. Andererseits werden für diejenigen, die
es sich leisten können, kommerziell CT-Ganzkörperuntersuchungen
ohne Indikation, d.h. als reine Screening-Maßnahme
angeboten. In Deutschland und anderen europäischen
Ländern wäre eine solche Praxis völlig illegal.
Die
Zahlen zur Häufigkeit der Röntgenuntersuchungen
und zur durchschnittlichen Dosis in den verschiedenen Ländern
sind schwer zu vergleichen, da es kein einheitliches System
zur statistischen Erfassung und zur dosimetrischen Abschätzung
der medizinischen Strahlenexposition gibt. Beispielsweise
sind in der Schweiz und in Deutschland Praxis und Technik
der Röntgendiagnostik weitgehend gleich, dennoch werden
für die Schweiz deutlich geringere Dosiswerte angegeben.
Ein einheitliches internationales Erfassungssystem wird
gegenwärtig vorbereitet.
Die
Studie aus Oxford verwendet anerkannte Methoden zur Risikobestimmung,
die allerdings sehr indirekter Natur sind. Da die Risiken
der geringen Strahlendosen durch Röntgendiagnostik
im statistischen Rauschen untergehen, d.h. viel zu gering
sind, um unmittelbar beobachtet zu werden, müssen sie
aus ganz anderen Beobachtungen erschlossen werden, nämlich
aus den Erhöhungen der Krebsraten bei den hoch bestrahlten
Atombombenüberlebenden. Trotz ihrer indirekten Natur
sind die Schätzungen jedoch realistisch. Sie tragen
auch der Tatsache Rechnung, dass ein großer Teil der
Röntgenuntersuchungen an älteren Patienten durchgeführt
wird, für die das Strahlenrisiko wegen der langen Latenzzeiten
bis zum möglichen Auftreten strahlenbedingter Krebserkrankungen
deutlich reduziert ist. Nicht berücksichtigt wurde
allerdings der zusätzliche Faktor, dass die Lebenserwartung
und somit auch das Strahlenrisiko bei ernsthaft erkrankten
Patienten geringer ist als bei gesunden Personen gleichen
Alters. Insofern sind die angegebenen 2000 Krebsfälle
eine gewisse Überschätzung.
Bei
kleinen Dosen könnte Röntgenstrahlung etwas wirksamer
sein, als es die zum Vergleich herangezogene energiereiche
Gamma-Strahlung der Bomben war. Andererseits enthielt die
Strahlung der Atombomben einen Anteil der biologisch besonders
wirksamen schnellen Neutronen. Forscher der beiden Universitäten
Münchens und der GSF haben wesentlich dazu beigetragen,
dass im vergangenen Jahr in höchst komplizierten Messungen
an Kupferproben aus Hiroshima die bisher unbekannte Neutronendosis
retrospektiv bestimmt werden konnte. Demnach dürfte
die Erhöhung der Krebsraten der Atombombenüberlebenden
aus Hiroshima zu etwa einem Drittel durch die Neutronen
bedingt sein. Für oberflächennahe Organe wie die
Brust könnte sich bei Berücksichtigung der Neutronen
die Risikoschätzung für die Gamma-Strahlung sogar
auf etwa die Hälfte verringern. Da in Bezug auf das
Mammografie-Screening das Brustkrebsrisiko besonders kritisch
diskutiert wird, ist diese Verringerung der Risikoschätzung
von besonderem Interesse.
Quelle: Prof. Dr. A. M. Kellerer - GSF-Institut für
Strahlenbiologie und LMU München
Forschungszentrum
für Umwelt und Gesundheit
Impfstoff
bremst Rückkehr von Nierenkrebs
20.2.2004
- Eine Impfung mit abgetöteten Tumorzellen kann das
Wiederauftreten von Nierenzellkrebs bei einigen Patienten
deutlich verzögern. Entsprechende Resultate einer groß
angelegten Studie präsentiert eine deutsche Forschergruppe
im Fachblatt "The Lancet".
Allein in Deutschland wird jährlich
bei rund 14.000 Menschen Nierenkrebs festgestellt - Tendenz
steigend. Nach der Entfernung des Tumors treten bei etwa
jedem zweiten Patienten erneut Geschwüre auf, die mittlere
Überlebenszeit beträgt dann nur 12 bis 18 Monate.
Dieter Jocham von der Universität zu Lübeck und
seine Kollegen testeten nun, wie gut sich diese Rückfälle
durch gezielte Aktivierung der Körperabwehr vermeiden
lassen.
Für die Aktivierung des Immunsystems
nutzten die Forscher patienteneigene Tumorzellen, die sie
zur Bildung von Erkennungssignalen angeregt und dann abgetötet
hatten. Von ursprünglich 558 Patienten mit Nierenzellkarzinomen
erhielten 177 nach der Operation diesen Impfstoff, 202 erhielten
keine zusätzliche Behandlung. Gut 77 Prozent aller
geimpften Patienten waren fünf Jahre nach der Operation
noch tumorfrei, verglichen mit 68 Prozent aller nicht-geimpften.
Bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Primärtumoren
war der Effekt mit 68 bzw. 50 Prozent sogar noch ausgeprägter.
Mayer
Fishman und Scott Antonia von der University of South Florida
in Tampa bezeichnen dieses Resultat als "immunologischen
Durchbruch". Zwar müssten noch weitere sorgfältige
Studien durchgeführt werden. Nichtsdestoweniger könne
die Studie den Weg ebnen zur "adjuvanten Behandlung
von Nierenkrebs als routinemäßiger und effektiver
Intervention".
Forschung: Dieter Jocham, Klinik für
Urologie, Medizinische Fakultät, Universität zu
Lübeck; und andere
Veröffentlicht in The Lancet, Vol.
363, 21. Februar 2004, pp 594-9
WWW:
Krebsinformationsdienst
des DKFZ, Heidelberg- Nierenzellkrebs
Quelle: Scienceticker
An
der Heidelberger Universitäts-Kinderklinik wurde eine
Tagesklinik für krebskranke Kinder eröffnet /
Chemotherapie hat heute weniger Risiken
Früher mussten sie viele Wochen in der Kinderklinik
verbringen, heute kommen sie am Morgen und gehen spätestens
abends wieder nach Hause: Krebskranke Kinder und ihre Eltern
können seit Oktober 2003 in der neuen onkologischen
Tagesklinik der Universitäts-Kinderklinik Heidelberg
betreut werden, die Anfang Februar 2004 offiziell eröffnet
wurde.
"Wir
können etwa drei Viertel der krebskranken Kinder in
der Tagesklinik behandeln", erklärt Prof. Dr.
Dr. Andreas Kulozik, Ärztlicher Direktor der Abteilung
Hämatologie, Onkologie und Immunologie an der Heidelberger
Kinderklinik. Zuvor war die tagesklinische Behandlung in
einem einzigen Zimmer der Heidelberger Klinik untergebracht.
Die Kinder wurden in der Regel stationär aufgenommen
und mussten wiederholt für mehrere Wochen auf ihr Zuhause
verzichten. Für die Eltern, die oft bei ihren kranken
Kindern in der Klinik blieben, sowie die Geschwister war
dies stets eine schwere Zeit.
"Heute
nehmen wir die Kinder stationär nur noch bei besonders
komplizierten Chemotherapien oder bei Komplikationen auf",
sagt Professor Kulozik. Auch sei für manche Familien
die tägliche An- und Abreise zu weit, so dass diese
Kinder ebenfalls für die Dauer der Chemo- und Strahlentherapie
in der Klinik blieben. Heute hätte man mehr Erfahrung
mit der Chemotherapie und ihren Nebenwirkungen und könne
deshalb in vielen Fällen auf eine ständige stationäre
Überwachung verzichten.
Die
neue Tagesklinik bietet fünf Behandlungsplätze
an und dient mit zusätzlichen Untersuchungsräumen
gleichzeitig als Ambulanz. Sie ist wochentags von 8 bis
16 Uhr geöffnet. Drei Krankenschwestern und vier Ärzte
kümmern sich um die jungen Patienten. Die hellen, freundlich
gestalteten Räumen sind im Erdgeschoss eines Nebengebäudes
der Kinderklinik angesiedelt und bieten Ausblick und Auslauf
ins Grüne. In einem Nebenraum bereiten die Schwestern
die Behandlung, meist Chemotherapeutika oder Blutpräparate
vor, und haben durch ein Fenster ihre Patienten im Blick.
Von
den Eltern und Kindern wird die neue Einrichtung begrüßt.
Auch wenn man nur am Vormittag kommt, wird ein Mittagessen
angeboten, Getränke stehen immer zur Verfügung,
Schwestern und Ärzte nehmen sich Zeit für die
jungen Patienten und ihre Bedürfnisse. Wie auf der
Station werden sie hier von der Klinikschule und den Beschäftigungstherapeuten
betreut. Anklang findet auch die separate Unterbringung
von Tagesklinik und Ambulanz, da nun der eventuelle Kontakt
mit ansteckenden Kindern in der Eingangshalle und gemeinsamen
Wartebereichen nicht mehr befürchtet werden muss.
Weitere
Information im Internet:
http://www.med.uni-heidelberg.de/kinder/onko-haemo-immuno-3.html
Quelle: Uni
Heidelberg
Über
500.000 Arbeitnehmer nutzten im vergangenen Jahr den Darmcheck
am Arbeitsplatz
München - 18.02.2004 - Betriebliche Vorsorgeuntersuchung
für Darmkrebsfrüherkennung etabliert sich: 517.360
Menschen haben im Jahr 2003 die Möglichkeit der betrieblichen
Darmkrebsvorsorge genutzt. Eines der wichtigsten Projekte
der Felix Burda Stiftung ist es, möglichst viele Unternehmen
in Deutschland für dieses Projekt zu begeistern. Bislang
haben sich 40 Unternehmen angeschlossen.
Ebenso wie die Allianz, einem Kooperationspartner der ersten
Stunde, bietet die Hubert Burda Media GmbH die Darmkrebsvorsorge
in Form von Stuhltests seit zwei Jahren ihren Mitarbeitern
standortübergreifend einmal jährlich an. Die Aktion,
die bei Hubert Burda Media eine Rücklaufquote von 39%
hatte, wurden von der Stiftung dokumentiert. Inklusive ausführlichem
Bild- und Textmaterial wurde diese in einer Mailing-Aktion
bereits 2002 über zweihundert großen
Unternehmen kostenlos angeboten, mit der Bitte, diese Aktion
ebenfalls durchzuführen und als festen Bestandteil
in den betrieblichen Vorsorgekatalog zu integrieren. Mehrere
Firmen haben
die Aktion auf Anfrage der Stiftung noch im gleichen Jahr
adaptiert - u. a. wie bereits erwähnt die Allianz mit
45.000 Mitarbeitern sowie Henkel Deutschland, BMW und die
Firma Sixt.
"Die
Integration der Darmkrebsvorsorge in die betrieblichen Programme
erschien uns von Anfang an der geeignete Weg, möglichst
viele Menschen zu erreichen und wir sind glücklich,
so viele
Befürworter und Unterstützer für dieses Projekt
auf Unternehmensseite gefunden zu haben", so Dr. Christa
Maar, Präsidentin der Felix Burda Stiftung. Die nächste
Mailing-Aktion ist bereits in Planung, denn das Ziel der
Stiftung, möglichst viele Firmen für die betriebliche
Darmkrebsvorsorge zu begeistern, ist noch lange nicht erreicht.
Quelle:
Felix Burda Stiftung
"Nicht
nachlassen in Sachen Aufklärung!"
Experten berichten über Früherkennung von Darmkrebs
17.02.2004
- Die öffentliche Aufmerksamkeit für die Bedeutung
einer effizienten Früherkennung von Darmkrebs ist in
den letzten beiden Jahren merklich gestiegen. Doch um nachhaltige
Erfolge in der Vermeidung der Krebserkrankung zu erzielen,
sind weitere Anstrengungen notwendig. Dies war das Fazit einer
Pressekonferenz zum Darmkrebsmonat März, die am 17.02.2004
in München stattfand.
"Gemeinsam
mit einem wachsenden Kreis prominenter Unterstützer
arbeiten wir daran, möglichst alle Menschen in Deutschland
über die Chancen einer rechtzeitigen Diagnose dieser
heimtückischen Erkrankung zu informieren. Die ersten
Schritte sind getan aber von unserem Ziel der Halbierung
der Sterblichkeitsrate sind wir immer noch weit entfernt",
erklärte eingangs Dr. Christa Maar, Präsidentin
der Felix Burda Stiftung. Als einen der wichtigsten Erfolge
bislang bezeichnete sie die Einführung der Dickdarmspiegelung
(Koloskopie) als Früherkennungsmaßnahme vor knapp
anderthalb Jahren. Allein in Bayern wurden im ersten Jahr
der neuen bundesweit gültigen Regelung über 47.000
präventive Koloskopien durchgeführt -Tendenz stetig
steigend.
Die Ergebnisse stellte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen
Vereinigung Bayerns (KVB), Dr. Axel Munte, vor. So blieben
mehr als zwei Drittel aller Untersuchungen ohne Befund,
bei knapp einem Viertel aller präventiven Koloskopien
wurden Polypen im Darm festgestellt, die in der Regel während
der Untersuchung abgetragen werden können. In knapp
acht Prozent der Fälle wurden
gutartige Geschwulste, so genannte Adenome, und in 0,5 Prozent
bösartige Tumore, so genannte Karzinome, diagnostiziert.
"Die Heilungschancen bei einer rechtzeitigen Erkennung
sind sehr hoch.
Deshalb kann ich nur an meine Kolleginnen und Kollegen appellieren,
die Patienten umfassend über die Möglichkeiten
der Darmkrebsprävention aufzuklären. Außer
bei den Frauenärzten, die sehr
intensiv mit ihren Patientinnen über dieses Thema sprechen,
gibt es in allen Fachgruppen noch erheblichen Nachholbedarf,"
so Dr. Munte.
Zusätzlich zu den präventiven Koloskopien kamen
zwischen Anfang Oktober 2002 und Ende September 2003 über
200.000 kurative Koloskopien, also beispielsweise zur Abklärung
bei konkreten
Verdachtsfällen. 600 Ärzte in Bayern können
solche kurativen Koloskopien abrechnen, zwei Drittel davon
erfüllen die hohen Qualifikationsanforderungen, die
Voraussetzung für die Früherkennungs-untersuchungen
sind. "Allein diese Zahlen zeigen, dass es wichtig
ist, sich möglichst frühzeitig um einen Termin
für die Untersuchung zu kümmern", so der
Gastroenterologe Dr. Berndt Birkner. Er teilte mit, dass
Bayern Vorreiter in Sachen Hygiene in der Endoskopie sei.
Das entsprechende Programm, das von der KVB initiiert wurde,
stoße auch international auf große Beachtung.
Die anfänglich vorhandenen Defizite in der Hygiene,
die im Rahmen der Studie festgestellt wurden, seien inzwischen
weitestgehend behoben.
Dr. Christoph Straub, Vorstandsmitglied der Techniker Krankenkasse,
wies darauf hin, dass der hohe Stellenwert der Prävention
auch im Rahmen der Gesundheitsreform erhalten werde: "Bei
der Früherkennung von Darmkrebs fällt wie auch
bei anderen Vorsorgemaßnahmen keine Praxisgebühr
an. Wir können unsere Versicherten, die das entsprechende
Alter haben, nur dazu auffordern, diese Möglichkeiten
zu nutzen." Außerdem stellte er dar, dass die
Krankenkassen in Zukunft wesentlich mehr Spielraum hätten,
um gesundheitsbewusstes Verhalten zu fördern: "Bonusprogramme
sind alles
andere als ein 'Werbegag', sie werden die Angebotspalette
der Krankenkassen positiv ergänzen."
Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen,
aber bei rechtzeitiger Erkennung heilbar. Jährlich
erkranken in Deutschland 57.000 Menschen an Darmkrebs, 30.000
von ihnen sterben daran. Seit 1. Oktober letzten Jahres
sind neue Richtlinien für die Früherkennung von
Darmkrebs in Kraft: Ab dem 50. Lebensjahr steht allen gesetzlich
Krankenversicherten die Möglichkeit frei, regelmäßig
den Stuhl auf verstecktes Blut testen zu lassen. Ab dem
55. Lebensjahr besteht Anspruch auf eine Dickdarmspiegelung.
Originaltext:
Felix Burda Stiftung - Gemeinsame Presseinformation der
Felix Burda Stiftung, der Techniker Krankenkasse und der
Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns
Frühere
Haarfärbemittel steigerten Krebs-Risiko
Wer sich schon vor den 1980er Jahren dauerhaft
die Haare färbte, muss heute mit einem erhöhten
Krebs-Risiko leben. Das berichten Forscher der Yale University.
Sie konnten eine Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln
und dem so genannten Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) nachweisen.
Bei NHL handelt es sich um eine Krebserkrankung
des lymphatischen Systems, welches von zentraler Bedeutung
für die Immunabwehr des Körpers ist.
Ein erhöhtes NHL-Risiko betreffe jene
Frauen, die schon vor 1980 mit dem Haarefärben begonnen
haben, erklärt Forschungsleiter Tongzhang Zheng, Epidemiologe
an der Yale School of Medicine. Am höchsten sei das
Risiko für Personen, die sich ihr Haar über 25
Jahre regelmäßig schwarz gefärbt hätten.
Die Forscher berufen sich auf eine sechs
Jahre dauernde Studie im Bundesstaat Connecticut, an der
sich 601 NHL-Patientinnen zwischen 21 und 84 Jahren beteiligten.
Die Betroffenen sowie eine Kontrollgruppe von 717 gesunden
Frauen waren unter anderem ausführlich über den
Gebrauch von Haartönungen befragt worden.
In einem Beitrag für das Fachblatt
"American Journal of Epidemiology" geben Zheng
und seine Kollegen gleichzeitig Entwarnung: In Tönungen,
die heutzutage im Handel seien, lasse sich kein erhöhtes
NHL-Risiko nachweisen. "Haarfärbe-Produkte haben
in den letzten zwanzig Jahren einen gewaltigen Wandel durchlaufen",
erläutert Zheng; "seit 1980 wurden zahlreiche
krebserregende Stoffe aus den Rezepturen verbannt."
Forschung:
Tongzhang Zheng, Yawei Zhang, Theodore R. Holford, Brian
Leaderer, Stuart Flynn, Geovanni Tallini, Patricia Owens,
Yale University; Sheila Hoar Zahm, National Cancer Institute;
Peter Boyle, Europe Institute of Oncology, Milan, Italy;
in "American Journal of Epidemiology", Vol. 159,
Issue 2, 15.1.2004, pp 148-154
Quelle: Abstract
im "American Journal of Epidemiology"
Darmkrebsmonat
März 2004: Apotheker engagieren sich bei Darmkrebs- Früherkennung
Berlin - 16.02.2004 - Ab 1. März sind bundesweit in den
Apotheken kostenlose Informations-broschüren zum Thema
Darmkrebs erhältlich. In den leicht verständlich
geschriebenen Broschüren werden die verschiedenen Möglichkeiten
der Früherkennung einer Darmkrebserkrankung angesprochen.
In Apotheken gibt es rezeptfreie Tests, mit deren Hilfe verstecktes
Blut - ein wichtiges Warnsymptom für Darmkrebs - oder
krebsspezifische Eiweiße erkannt werden können.
"Diese Tests geben einen ersten Hinweis auf eine Darmkrebserkrankung.
Einen Arztbesuch ersetzen können sie aber nicht",
warnte Johannes M. Metzger, Präsident der Bundesapothekerkammer.
Metzger weiter: "Mit 3,5 bis 4 Millionen Kundenkontakten
pro Tag sind die Apotheken die erste Anlaufstelle in Gesundheitsfragen.
Wir möchten dazu beitragen, dass Darmkrebs-Früherkennung
selbstverständlich wird." Die Vorsorgeuntersuchungen
nutzen in Deutschland bisher nur jede dritte Frau und jeder
sechste Mann. Früh genug entdeckt können neun
von zehn Fällen geheilt werden.
Gegenwärtig erkranken 57.000 Menschen jährlich
neu an Darmkrebs, etwa 30.000 Menschen sterben pro Jahr
an den Folgen von Darmkrebs.
Die Broschüren wurden von der Felix Burda Stiftung
erstellt, der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels,
PHAGRO e.V., und der Hessische Apothekerverband e.V. unterstützen
die Auslieferung an die Apotheken. Insgesamt werden 1,65
Millionen Broschüren über die Apotheken verteilt.
"Dies zeigt, wie viel bei guter Zusammenarbeit möglich
ist", würdigte Metzger die Kooperation.
Originaltext:
ABDA
Warum
Krebszellen der Therapie trotzen - Bestrahlung und Chemotherapie
verändern Gencode
Baierbrunn - 16.02.2004 - Nach mehreren Krebs-Behandlungszyklen
mit Strahlen und Chemotherapie nimmt die Wirksamkeit meist
ab. Nun glauben Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums
Heidelberger zu wissen warum: Die Therapie, die auf Zerstörung
der Krebszellen setzt, schaltet auch deren „Selbstmordprogramm“
aus, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau".
Geschädigte Zellen leiten mit einem genetisch vorgegebenen
Mechanismus selbst ihren endgültigen
Untergang ein. Da die Therapie auf Schädigung des genetischen
Zellkerns zielt, werden die Befehlsketten des Selbstmordprogramms
ebenfalls getroffen, so dass es nur noch eingeschränkt
funktioniert. Nun überlegen die Heidelberger, ob sie
als Gegenmittel intakte Selbstmord-Gene in den Tumor schleusen
können. Studienleiterin Dr. Ingrid Herr: „Bis das
gelingt, wird es sicher noch einige Jahre dauern.“
Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Lebensqualität
trotz Krebs?
10.02.2004
- Am Klinikum der Universität München verfolgt ein
psychoonkologisches Forschungsprojekt das Ziel herauszufinden,
wie Betroffenen bei der Bewältigung von Belastungen durch
die Krebserkrankung geholfen werden kann.
Jährlich
erkranken in Deutschland etwa 350.000 bis 400.000 Menschen
an Krebs. Zwischen drei bis fünf Millionen Betroffene
befinden sich in Behandlung oder im Anschluss an eine Therapie
in der Nachsorge. Die Konfrontation mit einer lebensbedrohenden
Erkrankung stellt meist eine schwerwiegende Belastung für
den Patienten dar; aber auch das soziale Umfeld ist betroffen.
Die Krankheit rückt schlagartig in den Vordergrund
aller Lebensbereiche und viele Patienten berichten von Ängsten,
Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen, Depressionen,
Kontroll- und Orientierungsverlust. Zusätzliche Belastungen
bringen Therapien mit Nebenwirkungen und längere Krankenhausaufenthalte
mit sich. Auch ein finanzieller Verlust durch die Erkrankung
kann schwerwiegende Folgen haben.
Am
Klinikum der Universität München verfolgt ein
psychoonkologisches Forschungsprojekt das Ziel herauszufinden,
wie Betroffenen bei der Bewältigung von Belastungen
durch die Krebserkrankung geholfen werden kann. Die Forschungsmethoden
sind in der Regel Interviews (Gespräche) und verschiedene
Fragebogen, die sich mit dem Ausmaß der seelischen
Belastung, den Bewältigungsstrategien, Beschwerden
oder Schmerzen befassen. Die Auswertung ermöglicht,
die Lebensqualität der Patienten in allen Phasen der
Erkrankung zu erfassen: zum Zeitpunkt der Diagnosestellung,
bei der Planung von Therapien, während der Krankenhausaufenthalte
sowie in der Zeit nach der Entlassung.
PATIENTEN
NACH BLUTSTAMMZELLTRANSPLANTATION
Das Forschungsteam aus zwei Fachärzten, drei Psychologen
und einer Fachkrankenschwester am Standort Innenstadt begleitet
derzeit etwa 50 Patienten, die an einer bösartigen
Erkrankung des lymphatischen oder blutbildenden Systems
leiden, und untersucht, ob eine Psychotherapie die Lebensqualität
während und nach der Stammzelltransplantation verbessert.
"Bei diesen Erkrankungen ist durch den medizinischen
Fortschritt in Chemo- und Radiotherapie die Diagnose und
Therapie sehr klar umrissen und ermöglicht mittlerweile
eine Bandbreite von einer deutlich längeren therapiefreien
Zeit bis hin zu realen Heilungschancen", so Dr.Irmgard
Bumeder, Onkologin in der Medizinischen Klinik, Ziemssenstraße.
Die Ergebnisse der Untersuchungen können auf alle Krebspatienten
übertragen werden.
Die
psychoonkologischen Basistechniken reichen von Gesprächstherapien
über Entspan-nungsverfahren und kreative Therapien
wie Musik- und Kunsttherapie bis hin zur Krisenintervention
und Angehörigenberatung. Der therapeutische Ansatz
ist tiefenpsychologisch und sieht das aktuelle Verhalten
des Patienten sowie sein Handeln in der Familie und seinem
Umfeld. "Dabei geht es im Unterschied zur Behandlung
beispielweise von Neurosen nicht um unbewusste Konflikte
oder die Persönlichkeitsstruktur, sondern ausschließlich
um die Verarbeitung der mit der schweren körperlichen
Erkrankung und deren Behandlung eingehenden Belastungen,"
hält Dr. Eckhard Frick, Psychiater und Psychoanalytiker
am Klinikum, fest.
Erste
Ergebnisse zeigen, dass psychologische Unterstützung,
kreative Therapien und Beratungsgespräche nicht nur
zu einer subjektiven Entlastung, sondern auch zu einer objektiven
Verbesserung des Lebensgefühls führen. "Unser
Ziel ist es, für die Patienten Versorgungswege zu finden,
die allen Bedürfnissen gerecht werden", so Frick.
"Ein entsprechendes Netzwerk besteht zwischen den beiden
Universitätskliniken und den vier städtischen
Krankenhäusern in München. Wir hoffen auf eine
Verzahnung medizinisch und psychologischer Hilfe, egal ob
ambulant oder stationär".
Originaltext:
Klinikum
Uni München
Wenn
Krebs in der Familie liegt
Die
meisten Krebserkrankungen treten sporadisch auf. Genetisch
bedingte Tumoren machen dagegen nur 5,5% aller Tumorerkrankungen
aus. In der Regel fallen sie dadurch auf, dass Verwandte ersten
Grades an den gleichen Tumoren erkranken. Bisher ging man
davon aus, dass es solche familiären Formen nur bei wenigen
Tumorarten gibt. Professor Kari Hemminki, Abteilung Molekulargenetische
Epidemiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum, fand jedoch
bei fast allen Tumoren familiäre Erkrankungsformen. In
den betroffenen Familien besteht sowohl für Nachkommen
als auch für Geschwister von Betroffenen ein erhöhtes
Erkrankungsrisiko.
Schweden bietet aufgrund seiner umfassenden
Bevölkerungsstatistik einzigartige Möglichkeiten
zum Studium genetischer Risiken von Krebserkrankungen. Alle
Kinder, die nach 1932 in Schweden geboren wurden, sind mitsamt
ihren Eltern in einem "Familienregister" dokumentiert,
das mehr als 10 Millionen Individuen enthält. Außerdem
erfasst das Schwedische Krebsregister fast 100 % der Krebserkrankungen
der Bevölkerung. Durch Zusammenführung beider
Datenbanken, die auch am Deutschen Krebsforschungszentrum
genutzt werden, konnten Hemminki und Mitarbeiter mehr als
3 Millionen Familien analysieren. Er identifizierte fast
5000 Familien, in denen jeweils mehrere gleichartige Tumorerkrankungen
aufgetreten waren - ein Hinweis für das Vorliegen einer
familiären Krebserkrankung. Aufgrund dieser Daten konnte
der Epidemiologe die familiären Risiken für jede
einzelne Tumorart mit bisher nicht erreichter Genauigkeit
berechnen.
Bei 24 von 25 Tumorarten fand Hemminki familiäre Erkrankungsformen.
Am häufigsten waren solche familiären Tumoren
bei Prostatakrebs mit rund 15 % der Erkrankungen, gefolgt
von Darmkrebs (10 %) und Brustkrebs (8,5 %). Am seltensten
waren familiäre Krebserkrankungen bei Bindegewebstumoren
(0,4 %) und Hodentumoren (0,5 %).
Betrachtet man den Grad der Erblichkeit, zeigen sich ebenfalls
erhebliche Unterschiede von Krebsart zu Krebsart. Das höchste
genetische Risiko wiesen Familien mit Hodenkrebs auf. Söhne
von erkrankten Vätern hatten im Vergleich zu Söhnen
aus Familien ohne Hodenkrebs ein vierfach erhöhtes
Risiko, Brüder von Betroffenen sogar ein neunfach erhöhtes
Risiko, selbst an einem Hodenkrebs zu erkranken.
Im Gegensatz zu Hodenkrebs waren familiäre Erkrankungen
beim Morbus Hodgkin, einer Art von Lymphdrüsenkrebs,
bisher nicht bekannt. Auch bei dieser Tumorart wies Hemminki
familiäre Erkrankungen nach, die sich ebenfalls durch
eine starke Vererblichkeit auszeichneten: Das Risiko bei
Kindern von Betroffenen war fast fünffach erhöht,
bei Geschwistern sogar sechsfach. Eine starke genetische
Komponente zeigte sich auch in Familien mit nicht-medullärem
Schilddrüsenkrebs, Speiseröhrenkrebs und einer
bestimmten Art von Knochenkrebs (multiples Myelom).
Auch bei verbreiteten Krebsarten wie Prostata-, Nieren-,
Haut-, Magen- und Lungenkrebs, Leukämien und endokrinen
Tumoren kommen familiäre Erkrankungen vor, und zwar
häufiger als bisher angenommen. Ein besonders hohes
Erkrankungsrisiko beobachtete Hemminki in Familien mit mehr
als zwei Erkrankungsfällen bei Verwandten ersten Grades
und/oder niedrigem Erkrankungsalter. Beides lässt auf
eine durchschlagende genetische Disposition für die
jeweilige Krebserkrankung schließen und sollte eventuell
Anlass für eine genetische Beratung geben. Überhaupt
machen Hemminkis Befunde deutlich, dass die bisherige Praxis
der genetischen Beratung nur einen Bruchteil der familiären
Krebserkrankungen berücksichtigt.
Das Argument, die beobachtete familiäre Häufung
von Krebserkrankungen könne ebenso durch geteilte Umweltfaktoren
bedingt sein, schließt Hemminki aus: In früheren
Studien an Ehepaaren hatte er gezeigt, dass die Krebsrisiken
nur bei streng umweltbedingten Tumoren (z. B. Lungen- oder
Genitalkrebs) parallel anstiegen. Allerdings bleibt das
Risiko in der Regel weit unter dem genetisch bedingter Tumoren.
*Kari
Hemminki, Xinjun Li, Kamila Czene: Familial risk of cancer:
Data for clinical counselling and cancer genetics; International
Journal of Cancer, Volume 108, Issue 1, 109-114
Quelle:
Dr. Julia Rautenstrauch
http://www.dkfz.de
Leukämie:
Der Weg zur maßgeschneiderten Therapie
Genanalysen
per Chip dienen als Entscheidungshilfe
Bei Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie
vom B-Zell-Typ (B-CLL) unterscheidet sich der Krankheitsverlauf
oft erheblich. Für den behandelnden Arzt ist die Verlaufsprognose
ein wichtiges Kriterium für die Therapieentscheidung.
Typische genetische Veränderungen in den Tumorzellen
geben Hinweise auf die Prognose. In der Klinik ist es daher
sinnvoll, routinemäßig nach entsprechenden Chromosomendefekten
zu fahnden. Eine wertvolle Hilfe bei der Suche bietet ein
Chip, der im Deutschen Krebsforschungszentrum in Zusammenarbeit
mit Wissenschaftlern der Universitäten Heidelberg und
Ulm entwickelt wurde. Das Forscherteam um Dr. Carsten Schwänen
und Prof. Peter Lichter beschreibt in der kürzlich
erschienenen Ausgabe der Fachzeitschrift „Proceedings
of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS)*,
wie sich typische Fehler im Erbgut von Leukämiezellen
mit Hilfe des Chip-Werkzeugs identifizieren lassen.
Leukämien
– wie auch andere bösartige Tumoren – weisen
häufig typische Veränderungen des Genoms auf.
Chromosomenbruchstücke gehen verloren oder werden vervielfältigt.
Mehrere typische Gendefekte der B-CLL-Krebszellen sind bereits
bekannt. Die Gruppe von Prof. Hartmut Döhner, Universität
Ulm, hatte bereits gezeigt, dass Verluste von Erbsubstanz
in den Chromosomen 11 und 17 mit einer schlechten Prognose
einhergehen. Auf der Basis dieser Kenntnisse entwickelten
Carsten Schwänen und Kollegen einen Chip, der den Vergleich
des Erbguts, der DNS, von Leukämiezellen mit dem von
gesunden Zellen in großem Maßstab ermöglicht.
Bei diesem Matrix-CGH genannten Verfahren lassen sich in
einem einzigen Testdurchgang gleichzeitig mehrere tausend
verschiedenen DNS-Verluste oder -Zugewinne im Genom einer
Tumorzelle identifizieren. Das besondere daran: Das Testsystem
ist sehr empfindlich für die typischen Chromosomenveränderungen
und weist diese mit großer Zuverlässigkeit nach.
Zugleich lässt sich die Analyse rasch und ohne großen
Aufwand durchführen – ideale Voraussetzungen
für den klinischen Einsatz.
Die
Aussagekraft des neu entwickelten Chips überprüften
die Wissenschaftler mit Hilfe einer verwandten, aber aufwändigeren
Methode, der Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung (FISH),
mit der sich Chromosomenveränderungen in der intakten
Zelle nachweisen lassen. Die Ergebnisse sprechen für
sich: Die Erbgutverluste bzw. -zugewinne stimmten zu 100
Prozent bei beiden Analysemethoden überein. Und noch
einen Erfolg konnten die Genomforscher verbuchen: Sie entdeckten
zwei weitere Erbgutveränderungen, die typisch für
eine B-CLL zu sein scheinen: eine Vervielfältigung
des Krebsgens MYCN und eine Verdreifachung des Chromosoms
19. Letztere ist offenbar mit einem günstigeren Krankheitsverlauf
verbunden.
Die
große Zuverlässigkeit bei der Charakterisierung
von Leukämiezellen und die unkomplizierte Handhabung
machen den Chip zu einer aussichtsreichen Entscheidungshilfe
für die Therapieplanung. Den praktischen Eignungstest
muss der Chip noch bestehen: Er soll in klinischen Studien
zum Einsatz kommen, in denen überprüft wird, ob
ein Patient bei einer B-CLL mit einer bestimmten Chromosomenveränderung
mit einer milderen Chemotherapie auskommt oder ob alternativ
eine Stammzelltransplantation in Erwägung zu ziehen
ist, die zwar höhere Heilungschancen, aber auch bedeutend
höhere Risiken birgt.
--------------------------------------------------------------------------------
*Carsten
Schwänen et. al., PNAS, January 27, 2004, vol. 101,
no. 4, 1039-1044
Quelle: Deutsches
Krebsforschungszentrum
Heilungschancen
erhöht - Spätfolgen reduziert
Weichteilsarkom-Therapie
bei Kindern erfolgreich optimiert
Stuttgart
(nh) - 03.02.2004 - Heute können fast 80 Prozent der
Kinder mit einem Weichteilsarkom geheilt werden. Diese bösartigen
Tumoren sind die vierthäufigste Krebserkrankung bei
Kindern und Jugendlichen. Weichteilsarkome entstehen aus
entarteten Zellen des Muskel- und Bindegewebes. Häufig
betroffen sind der Kopf und der Hals, der Bereich um die
Blase sowie die Geschlechtsorgane und die Gliedmaßen.
Durch die Förderung der Deutschen Krebshilfe ist es
gelungen, die Therapie-Intensität bei den meist kleinen
Patienten zu reduzieren und die Spätfolgen dadurch
zu verringern - ohne die Heilungschancen zu verschlechtern.
Dies ist das Ergebnis der so genannten kooperativen Weichteilsarkom-Therapiestudie
CWS-96, die von der Deutschen Krebshilfe mit rund 725.000
Euro am Olgahospital Stuttgart unterstützt wurde.
"Die CWS-96 Studie hat für die
Behandlung von bösartigen Weichteiltumoren bei Kindern
einen Meilenstein gesetzt", sagt Professor Dr. Jörn
Treuner, Studienleiter und Ärztlicher Direktor am Olgahospital
in Stuttgart. "Vor 20 Jahren haben nur etwa 30 Prozent
der kleinen Patienten mit einem Weichteilsarkom überlebt.
Heute können fast 80 Prozent der Betroffenen geheilt
werden."
An
der mulitzentrischen CWS-96 Studie, die von 1995 bis 2002
durchgeführt wurde, sind neben Deutschland auch Österreich,
Polen, Schweden, Ungarn und die Schweiz beteiligt. Die Studie
wird von der kooperativen Weichteilsarkom-Studiengruppe
koordiniert. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt diese
Studiengruppe bereits seit 17 Jahren mit rund 1,8 Millionen
Euro. Vorrangige Ziele: Kinder und Jugendliche auf höchstem
Niveau zu behandeln, die Intensität und Dauer der Chemo-
und Strahlentherapie dem individuellen Risiko des Patienten
anzupassen sowie die Überlebenschancen insbesondere
für Kinder mit schlechter Prognose zu verbessern.
Seit
Gründung der Weichteilsarkom-Studiengruppe 1981 sind
über 2.800 Patienten mit dieser Krebsart nach standardisierten
Protokollen behandelt worden. Zur Standardtherapie gehört
die möglichst vollständige Entfernung des Tumors
mit zusätzlicher Bestrahlung und anschließender
Chemotherapie.
Die
jeweilige Behandlungsmethode und Therapie-Intensität
richtet sich nach der Risikogruppe, in die der Betroffene
eingeteilt wird: in die Gruppe "Niedrigrisiko",
"Standardrisiko" oder "Hochrisiko".
"Die Einteilung hängt ab von der Lage, dem Ausbreitungsgrad
und der Gewebeart des Tumors. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch,
dass auch das Patientenalter und die Tumorgröße
eine entscheidende Rolle für die Prognose spielen",
erläutert Professor Treuner. Mit Hilfe dieser detaillierten
Risikogruppen-Einteilung lässt sich die erforderliche
Intensität der Therapie heute individuell an die Bedürfnisse
der kleinen Patienten anpassen.
"Die
Auswertung unterschiedlicher Therapieprotokolle hat ergeben,
dass bei der Niedrigrisikogruppe und bei einigen Betroffenen
der Standardrisikogruppe auf bestimmte Chemotherapeutika
verzichtet und die Strahlentherapie reduziert werden kann,
ohne das Rückfallrisiko zu erhöhen", erklärt
der Studienleiter. "Dadurch leiden die Betroffenen
nach Abschluss der Therapie deutlich weniger unter belastenden
Spätfolgen." Bei der Hochrisikogruppe treten die
meisten Rückfälle und Metastasen innerhalb des
ersten Jahres nach Therapie-Ende auf. Um die Überlebenschancen
für diese Patienten zu verbessern, wird im Rahmen der
Studie in Zukunft eine Erhaltungstherapie eingeführt.
"Therapiestudien
sind ein wichtigstes Instrument in der Krebsbekämpfung",
betont Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen
Krebshilfe. "Die Unterstützung dieser Studien
stellt daher einen wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit
dar." So werden fast alle derzeit in Deutschland laufenden
Therapie-Optimierungsstudien in der Pädiatrischen Onkologie
von der Deutschen Krebshilfe finanziert. "Es sind vor
allem diese Studien, die dazu beigetragen haben, dass viele
Kinder mit einerKrebserkrankung heute geheilt werden können."
Die
Broschüre "Klinische Studien" kann kostenfrei
bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn,
per Fax: 0228/72990-11 oder E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
bestellt und im Internet unter www.krebshilfe.de
abgerufen werden.
Quelle:
Deutsche Krebshilfe e.
V.
Brustkrebs:
Krebsgesellschaft warnt vor Paraben-haltigen Deodorants
30.01.2004 - Die
Deutsche Krebsgesellschaft e.V. rät: Verzichten Sie
auf Deodorants und Kosmetika, die den Bestandteil Paraben
enthalten!
Rückstände
dieses Konservierungsmittels, das in Deodorants, Körpersprays,
Kosmetika, und
Arzneimitteln verwendet wird, konnten kürzlich in Krebstumoren
nachgewiesen werden. Einer
britischen Studie zufolge, veröffentlicht im "Journal
of Applied Toxicology", könnte es einen
Zusammenhang zwischen Paraben-haltigen Deodorants und Brustkrebs
geben. Britische
Wissenschaftler haben in 18 von 20 Brustkrebsproben Paraben
nachweisen können. Weitere
Untersuchungen sind angekündigt.
Paraben hat eine dem weiblichen Hormon Östrogen ähnliche
Aktivität. Östrogen wiederum gilt als
Wachstumsfaktor für Brustkrebs. Ein ursächlicher
Zusammenhang zwischen Paraben und Brustkrebs
kann durch die bisherigen Untersuchungen jedoch nicht bewiesen
werden aber eben auch nicht
ausgeschlossen werden.
Aus wissenschaftlicher Sicht zeigt die Studie nur, dass
im Brustkrebsgewebe von Frauen die
Deodorants benutzen, Paraben nachweisbar ist. Die krebsauslösende
Wirkung ist damit noch nicht
belegt und muss in weiteren Analysen abgeklärt werden.
Bis zur endgültigen Klärung empfiehlt die
Deutsche Krebsgesellschaft auf Paraben-haltige Deodorants
zu verzichten und gegebenenfalls das
Produkt zu wechseln. Das in den Tumoren nachgewiesene Konservierungsmittel
ist nur in wenigen
Deodorants enthalten.
Die neuesten Erkenntnisse widersprechen einer Untersuchung
aus dem Jahr 2000 aus den USA. Hier
konnte kein Zusammenhang zwischen Antiperspiranzien oder
Deodorants und einem erhöhtem
Brustkrebsrisiko aufgezeigt werden. Insofern kann die aktuelle
Studie nur Anlass zu weiteren
wissenschaftlichen Nachforschungen sein.
Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. weist darauf hin, dass
es aufgrund der vorliegenden Daten zum
jetzigen Zeitpunkt keinen Grund für die Annahme gibt,
dass Frauen, die Paraben-haltige
Körperpflegemittel benutzt haben, eine über das
Maß hinaus gehende Wahrscheinlichkeit einer
Brustkrebserkrankung haben. Es ist zudem unwahrscheinlich,
dass Paraben an anderer Stelle als im
brustnahen Bereich der Achselhöhle aufgenommen (z.
B. andere Hautpartien oder der Magen-Darm-
Trakt) zu einem Brustkrebs führen kann. Die Substanz
wird im Körper abgebaut und kann somit nicht
über das Blut in das Brustdrüsengewebe gelangen.
Quelle: Deutsche
Krebsgesellschaft e. V.
Blauer
Ratgeber - Krebs - Wer ist gefährdet?
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der deutschen
Krebshilfe
Hier können Sie den blauen Ratgeber - "Krebs -
Wer ist gefährdet" hier downloaden:
Krebs - Wer ist
gefährdet?.pdf
Quelle: www.krebshilfe.de
Zu viel Salz im Essen: Doppeltes
Krebsrisiko
London
- 08.01.2004 - Sehr salzhaltige Ernährung kann das
Magenkrebsrisiko verdoppeln. Davor hat das britische Zentrum
für Krebsforschung mit Verweis auf eine japanische
Studie gewarnt. Gefährdet sind demnach Menschen, die
überdurchschnittlich viel Salz, 12 bis 15 Gramm am
Tag, mit ihrer Nahrung aufnehmen. Im Durchschnitt essen
Erwachsene in Deutschland knapp 8 Gramm Salz. Seit längerem
nahmen Krebsforscher an, dass zu salzhaltiges Essen und
Magenkrebs in Zusammenhang stehen. Als weiteren Beleg dafür
führen sie eine nun in der aktuellen Ausgabe des «British
Journal of Cancer» veröffentlichte Studie des
nationalen Krebsforschungsinstituts in Kashiwa bei Tokio
an. Ein Team um Shoichiro Tsugane hatte die Ernährungsgewohnheiten
von 40 000 Erwachsenen in Japan über elf Jahre hinweg
beobachtet. Während in Japan durchschnittlich nur jeder
tausendste Mann und jede zweitausendste Frau an Magenkrebs
erkrankt, waren es bei sehr hohem Salzkonsum schon einer
von 500 Männern und eine von 1300 Frauen - das Krebsrisiko
verdoppelte sich also. Magenkrebs ist die am vierthäufigsten
auftretende Krebsart weltweit, rund 770 000 Menschen sterben
jährlich daran. Die britische Regierung hat Lebensmittelkonzerne
dazu aufgefordert, den Salzgehalt in ihren Produkten deutlich
zu verringern. Sollte das nicht schnell geschehen, drohe
eine gesetzliche Kennzeichungspflicht für besonders
mit Salz angereicherte Lebensmittel wie Chips, Schinken
oder geräucherten Fisch. Nach Angaben der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung genügen 6 Gramm
Salz pro Tag. Das entspreche gut einem Teelöffel. Das
meiste aufgenommene Salz komme aus Brot, Wurst, Käse,
Fertiggerichten und Snacks. Daher sollten täglich nur
1 bis 2 Gramm Salz auf die Speisen gestreut werden.
DEUTSCHE
KREBSGESELLSCHAFT e.V.
Anteil
und Bedeutung der Ernährung in der Prävention
und Therapie von Krebserkrankungen
H. K
Biesalski
Sowohl
Imigrantenstudien als auch epidemiologische Studien haben
gezeigt, dass sich bestimmte Ernährungsweisen und Inhaltsstoffe
auf die Entwicklung von Krebserkrankungen auswirken. So
treten im Süden Italiens, Portugals oder Frankreichs
bestimmte Krebsarten; zum Beispiel Lungen- und Brustkrebs,
deutlich seltener auf als in nördlichen Regionen Europas
wie Schottland oder Finnland.
Obgleich
solche Bevölkerungsstudien, die entweder auf Ernährungserhebungen
oder aber auch auf der Beurteilung von Plasmaspiegeln (prospektive
Studien) basieren, nur Hinweise gehen können, zeigt
sich bei näherer Analyse der Daten ein Einfluss bestimmter
Nahrungsbestandteile auf die Kanzerogenese. In prospektiven
und Fallkontrollstudien, in denen die untersuchten Kollektive
sehr genau hinsichtlich zusätzlicher Risikofaktoren
eingeteilt wurden; zeigte sich ein deutlicher Trend: Der
reichliche Verzehr von Gemüse, vor allem karotinoidreicher
Gemüsesorten, führte zu einer Reduzierung der
Lungenkrebsmorbidität und -mortalität bei Rauchern,
aber auch bei Nichtrauchern. Wie bei den Karotinoiden konnte
auch hinsichtlich des Verzehrs von Fett und Ballasstoffen
ein deutlicher Zusammenhang zur Entwicklung des Kolonkarzinoms
beschrieben werden. Da epidemiologische Studien allerdings
nur eine Richtung aufweisen können und kaum beweisenden
Charakter haben, ist es immer wieder zu kontroversen Diskussionen
um die Bedeutung der sogenannten mediterranen Kost gekommen.
Die
Diskussion um den Stellenwert der mediterranen Kost hat
sich an verschiedenen Punkten entzündet:
- an
der exakten Definition der mediterranen Kost,
- an der Definition spezifisch präventiver Inhaltsstoffe,
- an der Höhe der Zufuhr dieser Inhaltsstoffe,
-an der Frage, ob die Zufuhr durch Ernährung auch außerhalb
Italiens gewährleistet werden kann.
Die
Grundlagenforschung hat in den letzten Jahren dazu beigetragen,
dass die Annahme, eine gemüse- und ballaststoffreiche
Ernährung enthalte Komponenten, die in verschiedenen
Stadien der Tumorentwicklung chemopräventiven Charakter,
aufweisen, berechtigt ist.
So wurde
in verschiedenen Untersuchungen gezeigt, dass Betakarotin,
aber auch andere Nicht-Provitamin A Karotinoide die Aktivierung
von Karzinogenen wie Benz(a)pyren verhindern können
oder sogar das Wachstum initiierter Tumorzellen hemmen.
Dabei war nicht nur die für Karotinoide typische Eigenschaft
des Singulett-Sauerstoff Quenchings eine wesentliche Ursache,
sondern auch die experimentell nachgewiesene Stimulierung
des Immunsystems. Bei Ballaststoffen beobachtet man eine
„antikarzinogene Wirkung der Abbauprodukte“
(Buttersäure) sowohl in vitro als auch in entsprechenden
Humanstudien (in vivo). Letztlich zeigen sich ebenso Zusammenhänge
zwischen Vitamin C-Konsum und Magenkarzinom (Hemmung der
Nitrosaminbildung) als auch zwischen Fettverzehr und Aufnahme
von antioxidativen Vitaminen und Brustkrebs.
Die
Grundlagenforschung hat zur Vertiefung des Verständnisses
über die Wirkungsweise einiger präventiver Substanzen
geführt. Allerdings werden die verwendeten Methoden
und ihre Aussagen in der Wissenschaft noch immer kontrovers
diskutiert. Hier muß ganz besonders erörtert
werden, inwieweit sich in vitro-Ergebnisse auf in vivo-Systeme
übertragen lassen und ob Substanzen, die in isolierter
Form in Laborversuchen präventive Effekte zeigen, dies
tatsächlich auch als Einzelsubstanz in vivo tun. Eine
solche Diskussion muss vor allem der Frage nachgehen, inwieweit
die gesteigerte Zufuhr einer dieser Einzelsubstanzen (z.B.
Antioxidantien, spezifische Ballaststoffe, Spurenelemente)
dazu beitragen kann, das Risiko für bestimmte Erkrankungen
zu verringern.
Ein
weiteres bedeutendes Ziel muss es sein, Parameter festzulegen,
die jedem Menschen seine individuelle Versorgung mit präventiv
wirksamen Substanzen der Nahrung anzeigen. Wie im Hohenheimer
Konsensus-Meeting angesprochen, stehen zum jetzigen Zeitpunkt
hierfür nur Plasmawerte zur Verfügung, die jedoch
in ihrer Aussage umstritten ist.
Ziel
soll es daher sein, die verfügbaren biochemischen und
molekularbiologischen Indikatoren zu diskutieren und auf
ihren Stellenwert hin zu überprüfen, damit auf
diese Weise entweder ein entsprechender Forschungsbedarf
deutlich gemacht werden kann oder aber Einigung auf bestimmte
Parameter erzielt werden kann, die dann zur Evaluierung
von Risikogruppen verwendet werden können.
Die
ersten abgeschlossenen Interventionsstudien zur Chemoprävention
mit Betakarotin bei Lungenkrebs, Kolonkarzinom oder Polyposis
erbrachten negative Ergebnisse. Das Design dieser Studien
war allerdings kaum geeignet, um einen primär präventiven
Effekt der gewählten Substanzen auf die Karzinogenese
zu prüfen. Zu berücksichtigen ist ebenfalls, dass
die sogenannten antioxidativen Vitamine, denen chemopräventive
Wirkung nachgesagt werden, ein Teil der anti-pro-oxidativen
Balance biologischer Organismen sind. Neben den endogenen
antioxidativen Systemen sind diese exogenen durch die Nahrungszufuhr
zu beeinflussen. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass eine
einseitige Steigerung der antioxidativen Balance eine „dejustierte
pro-oxidative Balance“ durch Rauchen, Alkohol oder
Umweltgifte kompensiert. Hinzu kommt; dass von den mehr
als 100 bisher bekannten antioxidativen Bestandteilen der
Nahrung die Supplementierung mit einer einzelnen dieser
Substanzen sicherlich nicht geeignet ist, die Bedeutung
der Ernährung und ihrer Bestandteile in der Chemoprävention
zu prüfen.
Ziel
einer sinnvollen Prävention von Krebserkrankungen kann
es demnach nur sein, die verschiedenen Komponenten der Ernährung
auf ihren chemopräventiven Effekt hin zu prüfen
und durch entsprechende Ernährungsempfehlungen die
Zufuhr dieser Komponenten durch die Ernährung oder
eine Ernährungsumstellung zu sichern. Nur so kann die
gesamte Breite der mediterranen Kost als karzinopräventive
Ernährung eingesetzt und dem Verbraucher verständlich
gemacht werden.
Es müssen
klare Vorgaben für spezielle Risikogruppen erarbeitet
und vor allem die Frage möglicher Interventionsstudien
dahingehend erörtert werden, wie und auch unter welchen
Umständen eine gezielte Chemoprävention mit Einzelsubstanzen
möglich ist. Die Diskussion der derzeit laufenden und
abgeschlossenen Präventionsstudien sollte dabei auch
berücksichtigen, inwieweit eine Monotherapie mit „chemopräventiven“
Nahrungsbestandteilen nicht auch Risiken enthält. Solche
Risiken könnten zum Beispiel darin bestehen, dass es
durch einseitige Erhöhung
des antioxidativen Status zu einer Imbulanz kommt, die andere
endogene, aber auch exogene antioxidative Systeme nie in
ihrer Wirksamkeit reduziert.
Im Fall
der Therapie von etablierten Krebserkrankungen werden immer
wieder bestimmte Nahrungsregime diskutiert, denen entweder
eine wachstumshemmende oder aber „krebsheilende“
Wirkung nachgewiesen wird. Hier ist die Datenanlage weitaus
unsicherer als bei den präventiven Effekten der Ernährung.
Wenn überhaupt Ernährung in der Therapie von Krebserkrankungen
eine Rolle spielt, dann nur in dem Maße wie sie zu
einer Stabilisierung des Immunsystems und zu einer Reduzierung
von therapiebedingten Nebenwirkungen beiträgt. Andererseits
ist es durchaus sinnvoll zu überprüfen, ob eine
entsprechende Ernährungsweise die Versorgungslage des
Patienten verbessern und dadurch die mit vielen Krebserkrankungen
einhergehenden Ernährungsdefizite verringern kann.
Diese Defizite können letztlich, wie das Beispiel Vitamin
A zeigt, dazu führen, dass der bereits geschwächte
Organismus noch anfälliger gegenüber Infektionskrankheiten
wird. Auch hier erscheint es wichtig, wie im Falle der primären
Prävention, die Datenlage zu sichten und klare Empfehlungen
bezüglich der Ernährung auszusprechen, nach denen
sich sowohl Ernährungsmediziner als auch Allgemeinärzte
in der Therapie von Krebserkrankungen richten können.
Hierzu gehört auch, dass dubiose oder auch schädliche
Therapiemaßnahmen als solche erkenntlich gemacht werden.
Grundsätzlich
kann gelten, dass eine Ernährungsweise; die für
Primärprävention geeignet ist, auch bei bestehender
Krebserkrankung empfohlen werden kann.
Anschrift
des Verfassers.
Prof
Dr. Hans K Biesalski
Institut für biologische Chemie und Ernährungswissenschaft
Universität Hohenheim
70593 Stuttgart
FORUM
DKG (12) 1997
Ouelle: Tumorzentrum
Freiburg / KID
Krebsinformationsdienst / Deutsche
Krebsgesellschaft /
Deutsche
Krebshilfe
Otmar Wiestler will stärkere
Impulse für Krebsforschung setzen
Neuropathologe am 1. Januar 2004 neuer DKFZ-Leiter
HEIDELBERG -10.12.03 - Der künftige wissenschaftliche
Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg,
Professor Otmar D. Wiestler aus Bonn, will das DKFZ "zu
einem Motor für die Überführung von Forschungsergebnissen
in Diagnostik und Therapie entwickeln und stärkere Impulse
in der Gestaltung der Krebsforschung in Deutschland setzen."
Dies
hat der Neuropathologe gestern bei seiner Vorstellung als
neuer DKFZ-Chef in Heidelberg erklärt. In dem Zentrum
könne er auf eine exzellente Grundlagenforschung aufbauen,
die auch fortgeführt werden solle. Jedoch erwarte die
Öffentlichkeit, "daß wir in stärkerem
Maße an klinische Anwendungen denken", betonte
Wiestler.
Er tritt
sein Amt am 1. Januar 2004 an. In diesem Sinne wolle er
auch die Realisierung des geplanten interdisziplinären
Tumorzentrums des DKFZ und der Heidelberger Uniklinik forcieren.
Ferner strebt er eine weitere Öffnung und stärkere
Partnerschaft des DKFZ mit Universitäten und anderen
Forschungseinrichtungen sowie industriellen Partnern an.
Sein besonderes Augenmerk gilt weiterhin der Förderung
des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Schließlich
soll am DKFZ unter Wiestlers Führung ein neuer Forschungsschwerpunkt
zu Krebs-Stammzellen aufgebaut werden. Stammzellen und Krebszellen
hätten viele Eigenschaften gemeinsam. Deren Erforschung
könne neue Erkenntnisse über die Merkmale von
Tumorzellen liefern.
Der
Nutzung embryonaler Stammzellen in der Krebsforschung erteilte
Wiestler eine klare Absage. Er hatte in der Stammzelldebatte
vor zwei Jahren im Fokus des medialen Interesses gestanden.
Wiestler will nicht nur als Forschungsmanager tätig
sein, sondern auch seinen Wissenschaftsbereich - die Erforschung
der molekularen Ursachen von Gehirntumoren - in das DKFZ
einbringen. Er gilt als einer der renommiertesten Hirntumorforscher
in Deutschland.
Der
47jährige Forscher und Vater von sechs Kindern hat
die Herausforderung, von Bonn, wo er das Institut für
Neuropathologie zehn Jahre geleitet hat, an das DKFZ zu
wechseln, gerne angenommen, wie er sagte. "Das ist
unser Mann", erklärten der Präsident der
Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Walter Kröll, und
der Kuratoriumsvorsitzende des DKFZ im Bundesbildungsministerium,
Dr. Peter Lange, übereinstimmend.
Quelle:
Ärztezeitung
Die
Rolle des Pathologen in der „Schlacht“ gegen den
Tod
durch den Krebs im Dick- und Enddarm
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung
von Prof. Dr. med. M. Stolte, Bayreuth
„Jeder
von Ihnen, der eines Tages an einem fortgeschrittenen Krebs
im Dick- und Enddarm erkrankt, sollte sich heute schon schämen!“
So beginne ich häufig meine Vorträge
auf Ärzte-Kongressen und dies gilt nicht nur für
Ärzte, sondern auch für alle Menschen in Deutschland.
Denn: Wenn es einen Krebs gibt, den man verhindern kann,
ist es insbesondere dieser Krebs, der in den Krebs-Todesursachen-Statistiken
bei Männern und Frauen leider immer noch an zweiter
Stelle steht. Ca. 30.000 bis 50.000 Todesfälle pro
Jahr gehen auf das Konto dieses „Killers“.
Als Pathologe untersuche ich pro Jahr viele
Operationspräparate mit fortgeschrittenen Krebsen im
Dick- und Enddarm und frage mich dabei immer wieder: wäre
dieses Schicksal nicht zu verhindern gewesen?
Die Antwort ist ein eindeutiges „ja“!
Denn: Dieser Krebs entsteht zumeist aus
gutartigen Polypen, die sich durch konsequente Vorsorgeuntersuchungen
erkennen und endoskopisch ohne große Operation beseitigen
lassen. Da dieser Krebs überwiegend nach dem 50. Lebensjahr
entsteht, habe ich mich im Alter von 58 Jahren ohne jegliche
vorherige Beschwerden prophylaktisch koloskopieren lassen.
Das Ergebnis: 3 kleine Polypen von bis zu 6 mm Durchmesser,
die „im Gesunden“ abgetragen wurden. Die feingewebliche
Untersuchung zeigte, dass es sich um gutartige Polypen handelte,
die aber Vorstufen des Krebses sind. Da wir durch eine langfristige
Untersuchung wissen, dass der Nachweis derartiger gutartiger
Polypen ein Alarmsignal für die neue Entstehung von
Polypen oder Krebsen an anderer Stelle ist, habe ich mich
nach drei Jahren erneut endoskopieren lassen. Das Ergebnis:
keine neuentstandenen Polypen, kein Krebs. Die Konsequenz:
in 3 - 5 Jahren lasse ich mich wieder koloskopieren. Die
Koloskopie war in keiner Weise für mich belastend.
Die Vorbereitung zur Reinigung des Darms war völlig
harmlos ohne jegliche Beschwerden und die Koloskopie habe
ich mit einer „Spritze“ überhaupt nicht
bemerkt.
Mit dieser „Strategie“ bin ich
sicher, dass ich nicht am Krebs im Dick- und Enddarm sterben
werde. Selbst wenn bei der nächsten Untersuchung ein
Krebs entdeckt werden sollte, dürfte dies dann ein
Krebs im Frühstadium sein, der durch endoskopische
Abtragung ohne große Operation geheilt werden kann.
Denn: Wir wissen, dass der Krebs im Dick- und Enddarm zumeist
aus Vorstufen entsteht und dann nur sehr langsam wächst.
Mit den Vorsorgeuntersuchungen kommen wir also nicht zu
spät.
Grundsätzliche
Rolle des Pathologen als „Aufklärer“
Aus dieser persönlichen Schilderung
wird klar, welche Rolle der Pathologe als „Aufklärer“
im Kampf gegen den Tod durch den kolorektalen Krebs hat.
Es waren Pathologen wie Professor Dr. K. Elster und Professor
Dr. B. Morson, die erstmals in den 50-er und 60-er Jahren
des letzten Jahrhunderts gezeigt haben, dass der Krebs zumeist
aus primär gutartigen Vorläufern - den Adenomen
- entsteht. Damit wird klar, dass die Entfernung dieser
Vorläufer des Krebses den Krebs verhindern können.
Die endoskopische Abtragung dieser Vorstufen des Krebses
wurde erstmals im Jahr 1973 in Erlangen durchgeführt.
Dass diese Polypektomie die Rate der kolorektalen Karzinome
um 70 - 90% senken kann, ist dann in den 90-er Jahren in
einer großen amerikanischen Studie eindeutig gezeigt
worden.
So gesehen, waren es Pathologen, die den
Weg für die heute mögliche Krebsprophylaxe durch
koloskopische Vorsorgeuntersuchungen geebnet haben. Deshalb
ist es heute immer noch die Aufgabe der Pathologen in „vorderster
Front“ für die Krebsprophylaxe zu kämpfen.
Wir tun dies durch ständige Fortbildung von Ärzten
und Laien auf diesem Gebiet.
Der
Pathologe stellt die Weichen in der Diagnostik
Lange Zeit glaubte man, dass die Krebse
im Dick- und Enddarm nur in großen Polypen entstehen
und kleine Polypen harmlos sind. Durch Forschungen in Japan
ist aber schon Ende der 80-er Jahre klar geworden, dass
es auch gefährliche kleine Neubildungen in der Schleimhaut
des Dick- und Enddarms gibt. Wir Pathologen haben diese
neuen Erkenntnisse „missionarisch“ in Deutschland
verbreitet. Das Ergebnis: Auch in Deutschland werden diese
sog. mini de novo-Karzinome heute häufig erkannt und
erfolgreich endoskopisch behandelt. Allerdings: Es besteht
noch ein erheblicher Nachholbedarf in der Diagnostik dieser
mini de novo-Karzinome. Die Rate dieser frühen Karzinome
beträgt bei uns zur Zeit nur 15% unter allen Frühkarzinomen,
während sie in Japan bei ca. 30% liegt.
Der
Pathologe als Lotse für die weitere Diagnostik und
Therapie
Jeder Polyp, ob gestielt, breitbasig oder
flach, wird von einem Pathologen untersucht. Er entscheidet,
ob es sich um einen gutartigen Polypen, um einen Polypen
mit Vorstufen für ein Karzinom oder schon um ein Karzinom
handelt. Seine Diagnose entscheidet über das weitere
Vorgehen: wird nur ein gutartiges Adenom diagnostiziert,
ist es ausreichend, die nächste Kontrollkoloskopie
in 3 Jahren durchzuführen. Werden aber im Adenom schon
Krebsvorstufen (hochgradige intraepitheliale Neoplasien)
entdeckt, muss die nächste Kontrolle spätestens
in 1 Jahr erfolgen. Findet der Pathologe im Adenom schon
ein Frühkarzinom (Infiltration der Schicht unter der
Schleimhaut) entscheidet die histologische Aufarbeitung
über die Frage: Operation oder nicht Operation. Wenn
ein Frühkarzinom mit geringgradigem Risiko einer möglichen
Metastasierung in die umgebenden Lymphknoten vorliegt (Infiltration
bis in die obere und mittlere Schicht der Submukosa, keine
Einbrüche in Lymphgefäße, Malignitätsgrad
1 oder 2 und Abtragung im Gesunden), kann auf die „große
Operation“ verzichtet werden, denn dann beträgt
die Gefahr der lymphogenen Metastasierung nur 2%. Wenn aber
histologisch ein erhöhtes Risiko einer derartigen Absiedlung
von Portageschwülsten in die umgebenden regionalen
Lymphknoten vorliegt (Malignitätsgrad 3 oder 4, Tiefeninfiltration
bis in die unterste Schicht der Submukosa, Lymphgefäßeinbrüche)
besteht, muss die operative Therapie folgen, denn dann besteht
ein Risiko von 17 bis 27% der lymphogenen Metastasierung.
Die
Rolle des Pathologen bei der Untersuchung des Operationspräparates
Wenn ein fortgeschrittenes Karzinom vorliegt,
ist das Ergebnis der Untersuchung des Pathologen dieses
Präparates für das weitere Schicksal des Patienten
und seiner Therapie ganz entscheidend. Dazu muss der Pathologe
nicht nur den Tumor, sondern auch sämtliche Lymphknoten
am Operationspräparat untersuchen. Bei dieser Untersuchung
des Operationspräparates ist der Pathologe der entscheidende
„Qualitätskontrolleur“ des Chirurgen. So
hat z.B. eine Untersuchung unseres Instituts gezeigt, dass
die Prognose der Patienten ganz entscheidend vom Operateur
abhängig ist. Ein Chirurg, der nur den Tumor ohne alle
umgebenden Lymphknoten entfernt, hat sehr viel schlechtere
Ergebnisse als ein Chirurg, der sich an die Regeln der onkologischen
Chirurgie hält (s. beil. Sonderdruck). So hat z.B.
eine Studie in unserem Institut dazu geführt, dass
diese Karzinome nur noch in Zentren mit sehr guten Ergebnissen
operiert werden.
Der Pathologe ist auch der Lotse für
die Therapie nach der Karzinomchirurgie. Nur wenn er das
Operationspräparat optimal aufarbeitet und nach Einbrüchen
in Lymph- und Blutgefäße fahndet und sämtliche
Lymphknoten am Operationspräparat untersucht, lässt
sich das Stadium des Tumors exakt bestimmen. Denn dies ist
dann die Basis für die Entscheidungen über die
weitere Therapie (zusätzliche Chemotherapie ja oder
nein).
Zusammenfassung:
1. Durch wissenschaftliche Untersuchungen
von Pathologen in den 50er und 60er Jahren ist klar geworden,
dass die meisten Krebse im Dick- und Enddarm aus gutartigen
Vorläufern dieser Krebse - Adenome - entstehen.
2. Diese Erkenntnis war die Basis für
die koloskopische Krebsvorsorgeuntersuchung und die endoskopische
Abtragung von Polypen im End- und Dickdarm. Diese Untersuchungen
haben eindeutig gezeigt, dass so die Rate der Krebse im
Dick- und Enddarm um 70 bis 90% gesenkt werden kann.
3. Daraus ergibt sich die grundsätzliche
Aufgabe des Pathologen als „Aufklärer“
für Ärzte und Patienten. Das Wissen der Pathologen
muss umgesetzt werden in die konsequente koloskopische Vorsorgeuntersuchung
und nach Fahndung nach und Abtragung von Krebsvorläufern
zur Prävention des Krebses.
4. Die Erkenntnis, dass es auch sehr frühe
Krebse in kleinen flachen polypoiden Veränderungen
der Kolon- und Rektumschleimhaut gibt, muss noch mehr „in
die Köpfe“ der endoskopierenden Ärzte transportiert
werden. Auch dies ist eine wichtige Aufklärungsarbeit
der Pathologen.
5. Die Untersuchung eines endoskopischen
Polypektomiepräparates durch den Pathologen ist entscheidend
für die weitere therapeutische Weichenstellung. Findet
sich nur ein Frühkarzinom in einem Adenom mit einem
geringen Risiko einer Metastasierung in die umgebenden regionalen
Lymphknoten, so ist eine weitergehende große chirurgische
Therapie nicht erforderlich. Nur bei Nachweis eines hohen
Risikos ergibt sich aus der histologischen Begutachtung
des Pathologen die Indikation für eine große
chirurgische Therapie.
6. Der Pathologe ist „Qualitätskontrolleur“
des Chirurgen. Schlechte Chirurgie bedeutet schlechte Ergebnisse
bezüglich der lokalen regionalen Rezidive des Krebses
und der Überlebenszeit. Die Qualität des Chirurgen
ist durch die Untersuchung des Operationspräparates
gut abzulesen.
7.
Der Pathologe stellt auch die Weichen für die weitere
Diagnostik und Therapie nach der Operation eines kolorektalen
Krebses. Dazu muss er das Operationspräparat subtil
aufarbeiten und entscheiden, um welches Tumorstadium es
sich handelt. Sein Gutachten entscheidet darüber, ob
eine postoperative Chemotherapie erforderlich ist.
Quelle: www.klinikum-bayreuth.de
Kaffee bringt Spermien auf Trab
Was Wisschenschaftler über das Getränk herausgefunden
haben
Augsburger Allgemeine Zeitung
Von Margit Mertens
"Trinken Sie mehr Kaffee", riet Torsten Linker,
Professor für Organistische Chemie an der Uni Potsdam,
seinen erstaunten Zuhörern schon vor drei Jahren bei
seiner Antrittsvorlesung. Denn seit einiger Zeit mehren
sich die Hinweis, dass Kaffee gesundheitsfördernde
Eigenschaften besitzt und sogar vor Krebs schützt.
Jümgste Studien von Veronika Somoza von der Deutschen
Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie in Garching
erhärten diese vermutung. Wie das Team um Somoza in
der Oktober-Ausgabe des Journal of Andricultural and Fodd
Chemistry berichtet, enthält Kaffee eine Substanz,
die möglicherweise vor Darmkrebs schützt. Zumindest
im Tierversuch konnte sie nachweisen, dass Kaffee die Aktivität
der so genannten Phase-II-Enzyme im Blut der Tiere um bis
zu 40 Prozent ankurbelt. Diese Gruppe von Enzymen machen
Fremd-, Gift- und Krebs erregende Stoffe unschädlich.
Substanz entsteht beim Rösten
Für diesen Effekt verantwortlich ist der Inhaltsstoff
Methylpyridinium, stellten die Lebensmittelchemiker fest.
Die Enzyme im Blut wurden sowohl beim Verfüttern von
Kaffee-Extrakt als auch von reinem Methylpyridinium aktiviert.
Die Substanz entsteht erst beim Rösten der Kaffeebohnen,
findet sich aber auch in entkoffeiniertem und löslichem
Kaffee.
Der von den Forschern nun identifizierte Stoff gehört
zu den so genannten Antioxidantien, von denen im Kaffee
viele enthalten sind. Diese Verbindungen entgiften aggressive
Sauerstoffmoleküle, auch freie Radikale genannt, die
die Zellmembranen und die Erbsubstanz schädigen und
Krebs auslösen können. Wegen seines hohen Gehaltes
an Antioxidantien vermuten Wissenschaftler schon länger;
dass das Getränk vor Krebs schützen könnte.
Allerdings müssten erst Studien am Menschen durchgeführt
werden, um sagen zu können, wie viel Kaffeegenuss vor
Dickdarmkrebs schützt, geben die Chemiker zu bedenken.
Sie erwarten, dass vor allem starker Kaffee diesen Effekt
hat, da Espresso zum Beispiel zwei bis drei Mal so viel
der Substanz enthält wie normaler KAffee.
Muskelschmerzen verhindert
Ein anderer Stoff im Kaffee, das Koffein, verhindert Muskelschmerzen
bei körperlicher Anstrengung, berichten Forscher der
University of Georgina in der Septemberausgabe des Journal
of Pain. Sie ließen junge Nichtraucher mehrfach jeweils
eine halbe Stunde intensiv Fahrradfahren und verabreichten
ihnen eine Stunde vor dem Sport entweder Koffein-Tablette
oder Placebo.Wer die Anstrengung mit einem Placebo bewältigen
musste, klagte hinterher über deutlich stärkere
Muskelschmerzen. Nun wollen Patrick O´Connor und seine
Kollegen herausfinden, warum Koffein überhaupt Schmerzen
lindert und ob der Schmerz im Muskel selbst oder im Gehirn
blockiert wird.
Gute Nachricht für Männer: Kaffee bringt die Spermien
auf Trab. Beim Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft
für Reproduktionsmedizin Mitte Oktober in Texa berichteten
brasilianische Wissenschaftler, dass viel Kaffee trinkende
Männer beweglichere Spermien hätten. Sie untersuchten
an der Universitätsklinik von Sao Paulo die Spermien
von 750 Männern und befragten sie auch nach ihrem Kaffeekonsum.
Test bei Unfruchrbarkeit
Dabei stellte sich heraus, dass diejenigen, die täglich
sech oder mehr Tassen Kaffee trinken, deutlich beweglichere
Spermien besitzen. Das waren rund ein Viertel der Männer.
Jedoch sind weder ihr Hormonspiegel noch die Zahl der Spermien
durch den starken Kaffeekonsum beeinflusst. Die Forscher
wollen nun testen, ob Koffein-Präparate bei männlicher
Unfruchtbarkeit helfen, wenn diese auf der eingeschränkten
Beweglichkeit der Spermien beruht.
Einen Zusammenhang zwischen Gallensteinen und Kaffeegenuss
hat die „Nurses Health Study" festgestellt, die
schon seit mehr als 20 Jahren die gesundheitliche Entwicklung
von rund 90 000 Frauen begleitet. Je höher der Kaffeekonsum,
umso geringer scheint das Risiko für Gallenleiden zu
sein. Bei Frauen, die täglich vier und mehr Tassen
Kaffee trinken, sinkt das Risiko um 25 Prozent. Studienleiter
Michael Leitzmann vom National Cancer Institute hat in einer
anderen Untersuchung nachgewiesen, dass Kaffeekonsum bei
Männern vergleichbare Wirkung zeigt. Auch hierfür
ist das Koffein verantwortlich, denn entkoffeinierter Kaffee
zeigt keine Effekte. Der Forscher vermutet, dass Koffein
die Gallenblase anregt, sich öfter zusammenzuziehen.
"Diese Kontraktionen wiederum führen dazu, dasss
sich die Gallenblase besser entleert. Das hält sie
gesünder", erklärt Leitzmann.
Auf das Gewicht achten
Aber: "Wir raten jetzt nicht den Leuten, mit dem Kaffeetrinken
anzufangen, nur weil sie Gallensteinen vorbeugen wollen",
betont Leitzmann. Es gebe nur einen Grund weniger, damit
aufzuhören. "Menschen, die Leiden an der Gallenblase
vorbeugen wollen, sollten auf ihr Gewicht achten",
sagt der Wissenschaftler. "Übergewichtige Menschen
haben ein besonders hohes Risiko für Gallenleiden."
Quelle: www.dfal.de
Brustkrebs:
Neue Verfahren können kosmetische Ergebnisse einer Bestrahlung
verbessern
04.11.03 - Statistisch gesehen erkrankt jede achte bis zehnte
Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Früher bedeutete
diese Diagnose für die Patientinnen in der Regel den
Verlust ihrer Brust durch Amputation mit allen daraus resultierenden
psychischen Belastungen. Zwischenzeitlich ist die brusterhaltende
Therapie in ungefähr 70 Prozent der Fälle - Dank
besserer Früherkennung - möglich. Da bei dieser
Operation vereinzelte Tumorzellen zurückbleiben und
Monate bis Jahre später erneut zu einem Tumor heranwachsen
können, ist eine Nachbestrahlung unbedingt erforderlich.
Neue Behandlungstechniken berücksichtigen dabei zunehmend
auch kosmetische Aspekte.
So haben Experten Computersysteme entwickelt,
mit deren Hilfe die Bestrahlung zunächst virtuell geplant
werden kann. Dazu werden die Daten einer CT-Aufnahme des
Brustkorbes der Patientin auf einen Rechner überspielt,
der die Informationen in ein exaktes dreidimensionales Bild
umwandelt. An diesem Modell kann der Arzt nun die Anordnung
der Bestrahlungsfelder planen. Ein weiteres Programm ermöglicht
es dann, die Verteilung der Strahlendosis darzustellen und
zu dokumentieren. Während bei herkömmlichen Bestrahlungstechniken
oft in kleineren Bereichen der Brust Überdosierungen
auftraten, die zu Verhärtungen und damit einem kosmetisch
unbefriedigendem Ergebnis führten, können diese
mit der drei-dimensionalen Bestrahlungsplanung vermieden
werden.
Die
so genannte Spickung ist ein weiteres Verfahren, das die
Brust bei einer Strahlentherapie schonen kann. Bei dieser
Methode sticht der Arzt unter einer kurzzeitigen Vollnarkose
an mehreren Stellen feine Katheter in die Brust. So wird
die Tumorregion optimal erfasst. Anschließend folgt
eine CT-Untersuchung. Nun berechnet der Arzt mit Hilfe des
Computers die Verteilung der Strahlendosis. Danach fahren
die Strahlenquellen automatisch in die Katheter ein und
erhalten entsprechend der Berechnungen vom Computer das
Kommando, wie lange sie an jedem einzelnen Punkt verweilen
müssen. Damit kann eine maßgeschneiderte Dosis
im "Tumorbett " deponiert werden.
Quelle: Informationsdienst
Wissenschaft (idw)
Patienten
bewerten Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung überwiegend
als nicht belastend
04.11.03 - Viel zu wenige Bundesbürger nehmen die Möglichkeit
einer kostenlosen Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung
von Darmkrebs in Anspruch. Darauf weist die Deutsche Krebshilfe
hin. Die Organisation hat nun fast 1.300 Bürger über
ihre Erfahrungen befragt. 99 Prozent von ihnen würden
die Darmspiegelung (Koloskopie) weiter empfehlen.
Analysen
aus den USA zeigen, dass die Sterblichkeit an Darmkrebs
durch die flächendeckende Darmspiegelung halbiert werden
kann. Bislang wird dieses Angebot in Deutschland jedoch
erst von weniger als zehn Prozent der Berechtigten in Anspruch
genommen. "Wir wollen alle Menschen dazu motivieren,
die Chance der Krebs-Früherkennung wahrzunehmen",
so die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Frau Professor
Dr. Dagmar Schipanski. "Früh erkannt ist Darmkrebs
heilbar!"
Dass
die Koloskopie als wenig belastend empfunden wird, beweist
die Auswertung einer aktuellen Untersuchung. Über das
Internet und in gastroenterologischen Schwerpunktpraxen
verteilte die Deutsche Krebshilfe einen Fragebogen zum Thema
Patientenzufriedenheit. Die Auswertung ergab: 97 Prozent
der knapp 1.300 Befragten erlebten die Darmspiegelung als
"überhaupt nicht schmerzhaft" oder "mäßig
schmerzhaft", und die notwendigen Abführmaßnahmen
fanden 82 Prozent "erträglich". Die überwiegende
Mehrheit der Patienten (über 87 Prozent) fühlte
sich durch den Arzt gut aufgeklärt. Rund zwei Drittel
erhielten beruhigende Begleitmedikamente, welche die Untersuchung
besser verträglich machen.
"In
der Hand eines erfahrenen Arztes ist die Darmspiegelung
eine sichere und schmerzfreie Maßnahme", so Professor
Dr. Wolff Schmiegel vom Medizinischen Beirat der Deutschen
Krebshilfe. Die Beteiligungsrate müsse nun jedoch weiter
verbessert werden. "Voraussetzung dafür sind Richtlinien
zur Qualitätssicherung und regelmäßige Hygienekontrollen",
sagte Schmiegel. Die Menschen, die zur Krebsfrüherkennung
gingen, seien schließlich gesund, wollten sich dies
vom Arzt bestätigen lassen und sich keinen zusätzlichen
Risiken aussetzen.
Quelle:
Deutsche
Krebshilfe e.V.
Informative
Zeitung für Krebspatienten
04.11.03 - Aktuelle Informationen zu den verschiedensten
Themen finden Sie in der Zeitung "Mensch & Krebs".
Sie wird von der Bundesorganisation Selbsthilfe Krebs e.V.
herausgegeben, erscheint vier Mal im Jahr und kann zu einem
Preis von 12 EUR abonniert werden. Nähere Informationen
finden Sie unter www.Selbsthilfekrebs.de.
Wie
Humor hilft, mit Krebs zu leben: Tagebuch einer Krankheit
Kobel: "Wer Tränen lacht, braucht sie nicht zu
weinen"
"Gestern ist mir zum ersten Mal passiert, daß
ich ohne Haare nicht erkannt wurde., Machst du jetzt auch
auf Hipp-Hopp, Mann? Du lässt sogar mit 50 nichts aus!"
Ein witziges Buch über Krebs? Doch, gibt es: "Wer
Tränen lacht, braucht sie nicht zu weinen" des
Schweizers Richard Kobel, der seine Krankengeschichte in
einem Tagebuch aufgeschrieben hat.
Lungenkrebs
- für Kobel und seine Familie begann ein neues, anderes
Leben. Doch er ging positiv mit seiner Krankheit um, sein
Humor half ihm dabei. Detlef Höwing, selbst krebskrank,
entdeckte Kobels Texte und animierte ihn, sie zu veröffentlichen.In
Kobels Buch ist auch ein Bericht seiner Frau Christine über
ihre Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit ihres Mannes.
Höwing ergänzt um Patienteninformationen zum Thema
Lungenkrebs. Passende Illustration sind die Comics von Peter
Butschkow. Ein Buch, das Ansporn gibt. (ag)
Richard
und Christine Kobel, Detlef Höwing: "Wer Tränen
lacht, braucht sie nicht zu weinen. Lungenkrebs." Geest-Verlag,
Vechta-Langfördern. Euro 10. ISBN 3-936389-67-5.
Krebs:
NeueTherapien
Tumorpatienten können beim Kampf gegen ihre Leiden
auf neue, schmerzmindernde Behandlungsmethoden hoffen. In
Ergänzung zu klassischen Ansätzen könnten
so genannte minimal-invasive Tumortherapien Schmerzen verringern
und auch heilend wirken, berichtete am Dienstag Maximilian
Reiser, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie
am Klinikum der Universität München. «Tumorgewebe
kann vollständig zerstört werden», sagte
der Professor im Vorfeld eines am Mittwoch beginnenden viertägigen
Kongresses in der bayerischen Landeshauptstadt.
Seit etwa 20 Jahren sei etwa die Methode der Chemoembolisation
bekannt. Dabei werde die Blutversorgung von Tumoren durch
verschließende Mittel gestoppt. Dadurch könnten
Beschwerden der Patienten gemindert werden, betonte der
Münchner Oberarzt Thomas Helmberger. Jahr für
Jahr gibt es in Deutschland nach Angaben der Experten rund
450 000 neue Tumor-Erkrankungen. Vor allem bei meist bösartigen
Knochenmetastasen diene so genanntes Knochenzement der Stabilisierung
und der Schmerzlinderung.
Bei dieser so genannten Vertebroplastie werde nach Punktion
des betroffenen Knochens «eine Art Zwei-Komponenten-Kleber»
eingespritzt, berichtete Helmberger. In fast 90 Prozent
der Fälle sei bei den Patienten sofortige Schmerzfreiheit
erreicht worden. Über Sonden könnten zudem Hochfrequenzenergie
oder Lichtenergie in Tumorgewebe eingebracht werden. Durch
die Hitzeentwicklung auf bis zu 100 Grad werde das Tumorgewebe
- vor allem bei Leber-Metastasen - mit Hilfe dieser so genannten
Thermoablation attackiert.
Quelle:
www.netdoktor.de