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 Die Inhaltsübersicht

- zurück zu den aktuellen Nachrichten -
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- Prostatkrebs: "Wunderheilmittel" aus dem Versand - Verbraucherzentralen und Urologen
nehmen den Kampf dagegen auf

- Lungenkrebsrisiko durch Radon in Innenräumen
- Krebs: Kein Aufschub für Feiertage
- Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals richtet Stiftungsprofessur an der Universität Mainz ein
- Darm-Check am Arbeitsplatz
Verstärkte Prävention im Darmkrebsmonat März 2005

- Genfamilie führt auf eine neue Spur zur Entstehung von Krebs
- Revolutionäres Verfahren zur Brustkrebs-Früherkennung
- Krebs bei Kindern wird häufiger
- Europameister im Wurstessen - Essverhalten deutscher Männer fördert Darmkrebsrisiko
- Gemeinsam gegen den Krebs: Krebsgesellschaft initiiert Informationsoffensive
- Junge Forscher suchen neue Therapien gegen Krebs und Infektionen
- Viele Gene führen zu familiärem Krebs
- Forschungserfolg bei Krebsmedikament Foscan(R) bestätigt enormes Potential in neuen Anwendungsbereichen - Starke Nachfrage nach Beteiligungsfonds Foscan(R)
- Keine Zunahme von Hirntumoren seit Einführung des Mobilfunks
- Valproinsäure als Krebsmedikament - Fritz-Acker-Preis 2004 an Professor Dr. Jindrich Cinatl verliehen
-
Qualität in der Krebsbehandlung sichern
Tumorregister München vernetzt Patienten-Daten

- Studie untersucht medikamentöse Prävention von Brustkrebs
- Krebsgefahr durch importierte Steinkohlenbriketts
Billig-Briketts aus Belgien weisen hohe Schadstoffkonzentrationen auf
- ASCO Experten-Kommission empfiehlt Anti-Aromatase-Wirkstoffe für die
adjuvante Brustkrebs-Therapie
- Eierstockkrebs
- Zeitschrift einblick-3-04 jetzt erschienen - Schwerpunkt 40 Jahre DKFZ
- Aromatasehemmer lösen Goldstandard Tamoxifen ab
- Schäden an der Niere als Nebenwirkung der Chemotherapie
- Weltneuheit "Jenaer Harnblase" hilft Blasenkrebspatienten
- FDA erteilt Zulassung für superDimension/Bronchus-System
-
Ultraschall zerstört den Prostatakrebs
-
Neue Strategien gegen Hirntumoren
-
Warum Krebszellen manchmal trotz Chemotherapie weiterleben und was Tumoren gegen eine Behandlung resistent machen kann
- Neue Krebsrichtlinien der EORTC heben die Behandlung von Anämie hervor
- Neue Brustkrebstherapie: Erweiterte adjuvante Anti-Hormon-Behandlung mit Letrozol erhält Zulassung in den USA
- Brustkrebs: Risiko Übergewicht - Lebensführung hat großen Einfluss auf Krebsentstehung
- DER SPIEGEL verunsichert Krebspatienten durch Halbwahrheiten
Chemotherapie ist keine "Giftkur ohne Nutzen"
-
Testosteron-Entzug macht Männer vergesslich
-
Nebennierenkrebs: Nachsorge allzu oft vernachlässigt
-
Ich habe Krebs, aber mein Leben geht weiter!
- Europäische Woche gegen Krebs 2004: Passivrauchen macht krank
-
Blasenkrebs am Urin-Geruch identifizierbar?
- Die Behandlung von gerade diagnostizierter akuter promyelozytischer Leukämie mit Arsentrioxid könnte den Bedarf an Anthrazyklin-Chemotherapien beseitigen
- Bessere Überlebenschancen bei Eierstockkrebs durch Behandlung in Studienkliniken
- Darmkrebssuche erleichtert - Neuer Stuhltest findet spezielle Enzyme von Tumoren
- Auch Männer können Brustkrebs bekommen - Forscher erwarten steigende Zahlen
- Erste deutsche Studie zur Wirksamkeit der Tanztherapie bei Krebspatientinnen
- "Leben mit Krebs - Antworten auf neues Wissen"
-
Hunde können Blasenkrebs riechen
-
Brustkrebsmonat Oktober: Kostenlose Informationen und Expertenberatung zum Thema "Knochenmetastasen bei Brustkrebs"
- Viel Obst, weniger Lungenkrebs - Studie: Fleißige Obstesser verringerten Risiko um 40 Prozent
- Callisto lizenziert Annamycin, ein Medikament in Phase II klinischer Prüfung gegen Leukämie
-
Sehr, sehr schnell - einzigartiger Computertomograph in München
- Nierentumor: Neues Verfahren gibt Sicherheit bei Operation - Urologen können Organ häufiger erhalten
- Umdenken in der Krebstherapie: Tumorbedingte Fatigue aktiv behandeln
- Brustkrebs-Früherkennung: Neuer Selbsttest ermittelt persönliches Brustkrebs-Risiko
- Fahndung nach Lymphom-Risiken
- Zu wenig Männer nutzen Potenzial der Krebs-Früherkennung
-
Klinischer Test einer neuen Therapie des Nierenzellkarzinoms
-
Hohe Heilungsrate mit einer gern gesehenen Nebenwirkung
- Neuer Stuhltest zum Screening von Darmkrebs
- Neue Broschüre und Website informieren über Darmkrebs
- Hormone in der Sojabohne - Phytoöstrogene; wirksam gegen Brustkrebs und Wechseljahresbeschwerden?
- Neue Daten für Brustkrebspatientinnen
- Krebsversorgung: Präsident will die Politik stärker in die Verantwortung nehmen
- Früherkennung ist wichtig
- RUBIN 1/04: Auch mit Darmkrebs gut leben
-
Patienten mit Lungenkrebs fühlen sich stigmatisiert.
Umwelt macht Betroffene für ihre Krankheit verantwortlich

-
Das Rauchen löst genetische Veränderungen aus.
Genetische Muster sollen Krebsrisiko vorhersagbar machen

- Hoher Obstverzehr schützt vor Lungenkrebs
- Naturheilkundliche Krebsambulanz am Uniklinikum Jena im erstem Jahr mit Riesenresonanz
- "Setzen Sie ein Handzeichen gegen Krebs!"
- Fahrradfahren reduziert das Brustkrebsrisiko erheblich

- Fortschritte bei der Behandlung von Krebs im Kindesalter
- "Schutz vor Krebs" - eine Informationsbroschüre zur Krebsprävention
- Informationskampagne: "Setzen Sie ein Handzeichen gegen Krebs !"
- Statistisches Bundesamt: Lungenkrebs ist fünfthäufigste Todesursache
-
Soja könnte vor Gebärmutterkrebs schützen
-
Große soziale Unterschiede im Rauchverhalten und bei der tabakbedingten Frühsterblichkeit
- Das Medikament Suramin wirkt gegen akutes Leberversagen
- Tumor im Fadenkreuz
- Bei Krebspatienten leidet die Seele mit
- Neuauflage der Broschüre "Krebs in Deutschland"
- Deutsche Krebshilfe fördert bundesweites Forschungsprojekt
- Viel Testosteron, hohes Risiko für Prostatakrebs
- Urintest für Nierenkrebs
- Nachsorge im Taschenformat
-
Die Rolle von Epstein-Barr-Viren bei der Krebsentstehung
- Darmkrebsmonat März: Folgeerkrankungen zu wenig im Focus
- Darmspiegelung: Kleiner Aufwand, großer Nutzen
- Krebszellen dezimieren ihre Jäger
- Extreme Länderunterschiede bei Brustkrebs-Operationen
- Ein Wegweiser durchs medizinische Labyrinth
- Hoffnung auf neuen Behandlungsansatz bei Querschnittslähmungen
- Krebs der Eierstöcke - Überlebenszeiten wesentlich verbessert
- Kommentar zur Diskussion um Krebs durch Röntgendiagnostik
- Impfstoff bremst Rückkehr von Nierenkrebs
- An der Heidelberger Universitäts-Kinderklinik wurde eine Tagesklinik für
krebskranke Kinder eröffnet / Chemotherapie hat heute weniger Risiken
- Über 500.000 Arbeitnehmer nutzten im vergangenen Jahr den Darmcheck am Arbeitsplatz
- Experten berichten über Früherkennung von Darmkrebs
- Frühere Haarfärbemittel steigerten Krebs-Risiko
- Darmkrebsmonat März 2004: Apotheker engagieren sich bei Darmkrebs- Früherkennung
- Warum Krebszellen der Therapie trotzen - Bestrahlung und Chemotherapie verändern Gencode
- Lebensqualität trotz Krebs
- Wenn Krebs in der Familie liegt
- Leukämie: Der Weg zur maßgeschneiderten Therapie
- Heilungschancen erhöht - Spätfolgen reduziert
- Brustkrebs: Krebsgesellschaft warnt vor Paraben-haltigen Deodorants
- Nierenkrebs: Früh erkannt ist er heilbar
- Prostatakrebs: Rahmenbedingungen verbessern
- Blauer Ratgeber - Krebs: Wer ist gefährdet?
- Doppeltes Krebsrisiko: Zuviel Salz im Essen


 
Die Neuigkeiten

Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals richtet Stiftungsprofessur an der Universität Mainz ein

21.12.04 - Stiftungsprofessur wird an der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik eingerichtet - Tumorforschung im Kopf-Hals-Bereich soll verstärkt werden. Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals richtet zu Ehren ihres Gründers Dieter Haupt am Fachbereich Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eine Stiftungsprofessur auf dem Gebiet der Tumoronkologie im Kopf-Hals-Bereich ein. Dieser Erfolg bestätigt eindrucksvoll die hervorragende Leistung der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik. Die Stiftungsprofessur wird für sechs Jahre ausgeschrieben und steht unter der Verantwortung von Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolf Mann, Direktor der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik und Poliklinik. Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals finanziert dabei einen Förderzeitraum von fünf Jahren. mehr...

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Darm-Check am Arbeitsplatz
Verstärkte Prävention im Darmkrebsmonat März 2005

20.12.04 - Bei der Betriebliche Vorsorgeuntersuchung zur Darmkrebs-Früherkennung im Darmkrebsmonat März 2005 zeichnet sich eine massive Beteiligung ab. Nach mehr als 100.000 erfolgten Darmkrebstests 2004 wird für März des kommenden Jahres erwartet, dass diese Zahl sich mindestens verdoppelt. mehr...

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Genfamilie führt auf eine neue Spur zur Entstehung von Krebs

17.12.04 - So winzig Zellen sind, besitzen sie doch ein eigenes Recyclingsystem, mit dem Eiweiße und ganze Zellorgane abgebaut werden können. Autophagie nennen Forscher diesen Prozess. Die Tübinger Zellbiologin Dr. Tassula Proikas-Cezanne hat eine neue Genfamilie, welche die Bauanleitungen von Autophagie-Werkzeugen enthält, untersucht und dabei eine Spur zur Entstehung von Krebstumoren gefunden.

Fehlreguliertes Recyclingsystem im Verdacht - Warum Zellen sich selbst verdauen

Das Erbgut des Menschen wird bald vollständig entziffert sein. Doch viel spannender als die bloße Auflistung der endlosen Reihen der Genbausteine ist der nächste Schritt: die Erforschung der Funktion der einzelnen Gene. Gene dienen der Zelle als Baupläne, nach deren Anleitung sie Eiweiße zusammenbaut. Die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Tassula Proikas-Cezanne hat nun gezeigt, dass eine neue Gruppe strukturell verwandter Eiweiße mit dem Namen WIPI beim Menschen eine wichtige Rolle im Prozess der Autophagie spielt. Durch Autophagie, wörtlich das "Selbstfressen", verdaut die Zelle Eiweiße oder auch funktionsunfähige Zellorgane, um die Einzelteile als Baustoffe wiederzuverwenden. Die Tübinger Wissenschaftlerin hat außerdem deutliche Hinweise dafür gefunden, dass eine fehlregulierte Autophagie an der Entstehung von Krebstumoren beteiligt sein könnte. Ihre Forschungsergebnisse werden mit Kollegen vom Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen, Anja Gaugel und Prof. Alfred Nordheim, und vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tancred Frickey und Prof. Andrei Lupas, jetzt in der neuesten Ausgabe des internationalen Fachjournals ONCOGENE veröffentlicht (ONCOGENE 16.12.04, Ausgabe 23, Nummer 58).

Trotz der irreführenden Bezeichnung ist die Autophagie kein krankhafter Prozess - im Gegenteil, er muss in allen gesunden Zellen des Körpers ablaufen, um Eiweiße oder Organellen, die winzigen Zellorgane, aus dem Verkehr zu ziehen und zu recyceln. "Die Autophagie wird auch gezielt eingeschaltet, wenn die Zelle wenig Nährstoffe zur Verfügung hat. Sie kann Bausteine und Energie dann für die überlebensnotwendigen Vorgänge gebrauchen", erklärt Alfred Nordheim. Forscher schätzen, dass 99 Prozent aller Eiweiße, die meist als biochemische Werkzeuge in der Zelle fungieren, durch Autophagie abgebaut werden. Durch Abbau kann die Zelle auch die Arbeitszeit der Eiweiß-Werkzeuge regulieren. Wenn zum Beispiel die Mitochondrien, Organellen, die auch als Kraftwerke der Zelle bezeichnet werden, geschädigt sind, können sie gefährliche Radikale freisetzen. Diese können Veränderungen in den Genen verursachen. "Wenn die Autophagie richtig funktioniert, werden die beschädigten Mitochondrien in eine Membran eingeschlossen und darin von speziellen Eiweiß-Werkzeugen auseinander genommen, die Zelle überlebt", sagt Nordheim. Ist die Zelle stark geschädigt, kann die Autophagie dazu beitragen, sie ganz abzubauen. Die Zelle begeht dann sozusagen einen geregelten Selbstmord. Hier sehen die Forscher eine wahrscheinliche Verbindung zur Entstehung von Krebs: Wenn die Prozesse der Autophagie gestört sind, werden geschädigte, aber noch teilungsfähige Zellen nicht beseitigt und könnten zu Tumoren auswachsen.

Tatsächlich hat Tassula Proikas-Cezanne beim Vergleich normaler Zellen von Krebspatienten mit Zellen aus den Tumoren festgestellt, dass die WIPI-Gene bei manchen Krebsarten fehlreguliert waren. Der Name WIPI dieser Genfamilie leitet sich aus der englischen Bezeichnung der zugehörigen Eiweiße ab, die charakteristischerweise mit Phospholipiden interagieren können (WD-repeat protein interacting with phospholipidinoside - WIPI). "Eine Gruppe der WIPI-Gene wurde in den Tumorzellen bei Haut- und Gebärmutterkrebs deutlich häufiger abgelesen. Das Ablesen der anderen WIPI-Gengruppe erscheint in Tumorzellen des Bauchspeicheldrüsen- und Nierenkrebses unterdrückt. Diese Beobachtungen müssen nun genauer untersucht werden, aber interessant ist der Zusammenhang mit der Autophagie: Mindestens eines der WIPI-Eiweiße ist an Autophagie-Prozessen in menschlichen Zellen beteiligt", fasst Proikas-Cezanne ihre Beobachtungen zusammen. Die Tübinger Forscher gehen davon aus, dass die Prozesse der Autophagie die Tumorbildung erst unterdrücken und dann begünstigen können. Andere Wissenschaftlerteams haben mit dem Beclin-Gen ebenfalls eine Verbindung zwischen Autophagie und Tumorbildung gefunden. Darüber hinaus scheint auch eine Verbindung zwischen Fehlern in der Regulation der Autophagie und neurodegenerativen Erkrankungen, bei denen Nervenzellen zerstört werden, wie zum Beispiel Chorea Huntington (Veitstanz) oder Alzheimer, zu bestehen.

Wie sich bei ganzen Lebewesen aus den Abstammungslinien zum Beispiel vom Ein- zum Vielzeller oder vom Affen zum Menschen Stammbäume zeichnen lassen, kann man auch einzelne Gene nach Abstammungslinien ordnen. Einen solchen Stammbaum haben Tassula Proikas-Cezanne und Alfred Nordheim in Zusammenarbeit mit Tancred Frickey und Andrei Lupas für die WIPI-Gene erstellt. Unterschiedliche Gene, die sich im Laufe der Zeit aus einem gemeinsamen Vorläufer-Gen entwickelt haben, können die Forscher an ähnlichen oder übereinstimmenden Sequenzbereichen als Verwandte identifizieren. "Auch Würmer und Pflanzen haben WIPI-Gene und nutzen den Prozess der Autophagie. Der Recyclingmechanismus ist sehr früh in der Evolution entstanden und ist in der Hefe gut untersucht", sagt Proikas-Cezanne. Die WIPI-Gene kommen in allen Organismen von der einzelligen Hefe über Pilze und Fruchtfliege bis hin zu Wirbeltieren vor. "Zum Beispiel kann der Wurm Caenorhabditis elegans, ein genetisch gut erforschtes Tier, sich in Hungerzeiten zurück in eine Art Dauerlarve verwandeln und so längere Zeit überleben. Der Dauerzustand wird ebenfalls durch Autophagie eingeleitet", erklärt Nordheim. Auch die dreidimensionale Struktur der WIPI-Eiweiße hat sich über extrem lange Zeiträume der Evolution erhalten, sie erinnert an einen Propeller mit sieben Rotorblättern. "Wenn Gene beziehungsweise die durch sie codierten Eiweiße in ihrer Struktur so lange überdauern, deutet das prinzipiell auf eine schwer entbehrliche Funktion hin", sagt der Wissenschaftler.

Die Tübinger Zellbiologen wollen nun vor allem der heißen Spur des Zusammenhangs zwischen der Regulierung der WIPI-Gene und der Tumorbildung nachgehen. Denn möglicherweise hätte man damit einen neuen Ansatzpunkt, um Einfluss auf die Entstehung und Entwicklung von Krebs zu nehmen. Die Universität, berichten die Forscher, hat über die WIPI-Gene ein Patent beim deutschen Patentamt in München angemeldet, um die mögliche Nutzung der Erkenntnisse in der Biotechnologie und pharmazeutischen Industrie verwerten zu können. (6196 Zeichen)

Quelle: Uni-Tuebingen

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Qualität in der Krebsbehandlung sichern
Tumorregister München vernetzt Patienten-Daten


24.11.2004 - Die Deutsche Krebshilfe fördert am Tumorregister München die schnellere Nutzung der dort verfügbaren Patienten-Daten per Internet. Ihr Ziel: Die Versorgungsqualität von Krebs-Patienten zu verbessern. Eine vergleichbare Vernetzung und Präsentation von Informationen, wie sie jetzt am Münchener Tumorregister eingerichtet wird, gibt es in Deutschland bisher noch nicht.
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Studie untersucht medikamentöse Prävention von Brustkrebs
23.11.2004 - Weltweit startete im Januar 2003 die International Breast Cancer Intervention Study zur Brustkrebs-Prophylaxe mit Anastrozol (IBIS II Programm). Die Studie untersucht in zwei komplementären Studienarmen den präventiven Effekt von Anastrozol (Arimidex(R)) bezüglich der Entwicklung von Brustkrebs.
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Krebsgefahr durch importierte Steinkohlenbriketts
Billig-Briketts aus Belgien weisen hohe Schadstoffkonzentrationen auf

22.11 2004 - Aus dem benachbarten Belgien importierte Steinkohlenbriketts weisen zum Teil gefährlich hohe Konzentrationen von Schadstoffen auf, die nach deutschem Recht verboten sind. Das geht aus einem unabhängigen Prüfbericht hervor, den die Rheinbraun Brennstoff GmbH, Köln, in Auftrag gegeben hat. mehr...

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ASCO Experten-Kommission empfiehlt Anti-Aromatase-Wirkstoffe für die adjuvante Brustkrebs-Therapie
22.11.2004 - Die Amerikanische Gesellschaft für Klinische Onkologie (ASCO) empfiehlt den Einsatz von Anti-Aromatase-Wirkstoffen in der adjuvanten Therapie für postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs. Mit dieser Empfehlung tragen die US-Experten den Ergebnissen dreier großer randomisierter Studien Rechnung, in denen Anti-Aromatase-Wirkstoffe das Risiko eines Rezidivs im Vergleich zu Tamoxifen (IES-Studie/ATAC) bzw. Plazebo (MA.17) signifikant gesenkt haben.
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Eierstockkrebs
19.11.04 - Das Koordinierungszentrum für Klinische Studien an der Charité (KKS-Charité), organisiert im Moment eine Veranstaltungsreihe zu aktuellen klinischen Studien. Auftakt war eine Veranstaltung über Klinische Studien im Allgemeinen und ihrer Bedeutung für Patienten und mögliche Studienteilnehmer. Termin zur Präsentation der aktuellen Studien ist jeweils der ersten Mittwoch im Monat. mehr...

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Zeitschrift einblick-3-04 jetzt erschienen - Schwerpunkt 40 Jahre DKFZ

18.11.04 - Der 40-jährige Geburtstag des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) steht im Vordergrund der neuen Ausgabe der Zeitschrift "einblick". Professor Gustav Wagner, erster gewählter Direktoriumsvorsitzender, erinnert sich an die Anfänge des Hauses in den 60er und 70er Jahren. Über die Veränderungen des Zentrums von den 80ern bis zur Gegenwart berichtet der frühere Vorstandsvorsitzende Professor Harald zur Hausen. Einen "Blick von außen" wirft der Wissenschaftsjournalist Dr. Rainer Flöhl auf das DKFZ.

Wie sich das Thema Krebs in der öffentlichen Wahrnehmung gewandelt hat, erzählt Hilke Stamatiadis-Smidt, langjährige Leiterin der Pressestelle und Gründerin des Krebsinformationsdienstes. Dr. Josef Puchta, Administrativ-kaufmännischer Vorstand, gewährt einen Einblick in seinen Berufsalltag und zeigt, was Management mit seinem Hobby Bergsteigen zu tun hat. Der DKFZ-Vorstandsvorsitzende Professor Otmar D. Wiestler erklärt, warum der Aufbau des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg durch DKFZ, Universitätsklinikum Heidelberg und Thoraxklinik Heidelberg-Rohrbach, die Versorgung von Krebspatienten durch die enge Verflechtung von Forschung und Klinik verbessern wird.

Weiterhin porträtiert die neue Ausgabe die Abteilung Theoretische Bioinformatik von Professor Roland Eils. Ein Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe liegt in der Computer gestützten Onkologie, die Daten aus der Krebsforschung auswertet. So wird z. B. im Projekt "MitoCheck" die Zellteilung durch ein Mikroskop beobachtet und aufgezeichnet, denn Fehler bei der Mitose können zu Krebs führen. Die Projektpartner können die Daten dann abrufen und die Filme fast in Echtzeit anschauen.

Wissenschaftler dachten, mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und seiner Übersetzung ins Proteom den "Bauplan des Lebens" gefunden zu haben. Allerdings scheinen auch Zuckermoleküle eine wichtige Rolle zu spielen. Die Erforschung der Zuckerstrukturen im menschlichen Körper, der "Glycomics", rückt nun in den Vordergrund, da Zuckermoleküle an Krankheiten wie z. B. Krebs beteiligt sein können.

Außerdem in "einblick": Chronik des DKFZ / "Die Sprache der Wissenschaft": Wie redet ein Wissenschaftler? / "Arbeitswelt Forschung" beleuchtet den Einfluss der Tarif- und Arbeitsmarktpolitik auf das Zentrum / Die Gründung eines Alumni-Vereins macht das DKFZ zum "Global Player der Krebsforschung".

"einblick" ist die Zeitschrift des Deutschen Krebsforschungszentrums. Sie richtet sich an wissenschaftlich interessierte Laien, Patienten und Angehörige, und kann kostenlos über einblick@dkfz.de oder per Fax: 06221- 42-2253 abonniert werden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

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Aromatasehemmer lösen Goldstandard Tamoxifen ab
17.11.04 - Die American Scociety of Clinical Oncology (ASCO) empfiehlt, Aromatasehemmer wie z.B. Anastrozol (Arimidex(R)) in der adjuvanten Therapie des frühen Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen einzusetzen, um das Rezidivrisiko zu reduzieren. Damit ist ein Paradigmenwechsel in der hormonellen Brustkrebstherapie vollzogen: Aromatasehemmer lösen den seit Jahrzehnten geltenden Goldstandard Tamoxifen ab. mehr...

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Schäden an der Niere als Nebenwirkung der Chemotherapie
16.11.04 - Bei krebskranken Kindern werden zur Behandlung von Knochen- und Muskeltumoren die Medikamente Cyclophosphamid und Ifosfamid eingesetzt. Die Heilungsrate bei dieser Chemotherapie ist hoch, bis zu 70 Prozent. Allerdings sind Nebenwirkungen möglich - unter anderem Nierenschäden, die sich zum Teil erst Jahre nach der Behandlung bemerkbar machen. Wie es dazu kommt, wird an der Uni Würzburg erforscht. mehr...

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Weltneuheit "Jenaer Harnblase" hilft Blasenkrebspatienten
15.11.04 - Urologen der Universität Jena präsentieren neuartiges Operationsverfahren zur Behandlung von Blasentumoren
Urologen des Jenaer Universitätsklinikums haben ein neuartiges Operationsverfahren zur Behandlung von Tumoren der Harnblase entwickelt. Die weltweit einzigartige "Jenaer Harnblase" präsentierten die Thüringer Mediziner aktuell am Universitätsklinikum Jena auf dem diesjährigen Symposium zu Harnblasenkarzinomen. mehr...

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FDA erteilt Zulassung für superDimension/Bronchus-System
15.11.04 - Es wird erwartet, dass das erste von der FDA zugelassene Produkt für die "live"-Navigation bronchoskopischer Werkzeuge der Schlüssel für den Erfolg bei der Diagnose und Behandlung von Lungenkrankheiten sein wird.
superDimension, Ltd, ein junges, führendes Unternehmen auf dem Gebiet der geführten Bronchoskopie, hat heute bekannt gegeben, dass die US-amerikanische Food and Drug Administration sein superDimension/Bronchus (TM) -System für  den Verkauf und Vertrieb in den Vereinigten Staaten zugelassen hat. mehr...

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Ultraschall zerstört den Prostatakrebs
12.11.2004 - Ein neues Ultraschallgerät in der HELIOS Klinik Borna erweitert die Therapiemöglichkeiten bei Prostatakrebs. Für manche Betroffene bietet die Zerstörung des Tumors mit hoch intensivem, fokussiertem Ultraschall (HIFU) eine Alternative zur Operation. mehr...

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Neue Strategien gegen Hirntumoren

Deutsche Krebshilfe fördert bundesweites Verbundprojekt

Tübingen 10.11.2004 - Jährlich erkranken in Deutschland etwa 5.000 Menschen neu an einem bösartigen Hirntumor. Bei der Behandlung dieser Krankheit stehen die Ärzte auch heute noch oft mit dem Rücken zur Wand. Die Heilungschancen haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verbessert. Die Deutsche Krebshilfe hat daher einen Forschungsverbund initiiert, um diese Situation zu ändern: Seit dem 1. Oktober 2004 forschen Wissenschaftler an neun universitären Standorten in Deutschland daran, neue Behandlungsstrategien gegen diese tückische Krankheit zu finden. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Verbundprojekt zunächst für drei Jahre mit rund vier Millionen Euro. mehr...

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Warum Krebszellen manchmal trotz Chemotherapie weiterleben und was Tumoren gegen eine Behandlung resistent machen kann, zeigt der Krebsinformationsdienst KID in seinem neuen "Aktuellen Thema" unter www.krebsinformation.de auf.

08.11.2004 - Die Chemotherapie bleibt trotz aller Weiterentwicklungen in der molekularen Medizin neben "Stahl und Strahl", Operation und Bestrahlung, eine der wichtigsten Behandlungsmethoden gegen Krebs. Doch ihr eilt der Ruf voraus, nicht immer wirksam zu sein. Zu häufig werde sie auch dann noch eingesetzt, wenn eine Behandlung gar keinen Sinn mehr macht, bemängeln Kritiker.

Wirkt eine Chemotherapie nicht, liegt das nicht selten daran, dass die Zellen eines Tumors die Fähigkeit zum programmierten Zelltod, zur so genannten Apoptose, verloren haben. Trotz der vergleichsweise kurzen Zeit, in der dieses Thema im Blickfeld der Forschung steht, konnten bereits viele Details der Apoptose auf molekularer Ebene geklärt werden. Allerdings haben diese Erkenntnisse erst in geringem Umfang zur Entwicklung gezielter Medikamente geführt. Patienten profitieren trotzdem von den Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung, denn das erweiterte Wissen trägt auch dazu bei, die klassische Chemotherapie durch neue Kombinationen und neue Substanzen zu verbessern.

Der Krebsinformationsdienst zeigt in seinem Text auf, warum es derzeit kaum Sinn macht, mögliche Resistenzen außerhalb klinischer Studien für jeden Patienten einzeln auszutesten: Noch gehen Fachleute von zu vielen Lücken im Wissen aus, um Betroffenen, die vielleicht eine Chance durch eine Chemotherapie haben können, die Behandlung allein aufgrund eines Reagenzglastests zu verweigern.

Das Aktuelle Thema des Krebsinformationsdienstes unter www.krebsinformation.de lautet "Wenn Zellen immer weiter leben - Resistenz gegen Chemotherapie bei Krebs".
KID ist telefonisch von Montag bis Freitag von 8.00 bis 20.00 Uhr unter 06221/41 01 21 zu erreichen, im Internet unter www.krebsinformation.de und per E-Mail unter krebsinformation@dkfz.de.

Weitere Informationen:

http://www.krebsinformation.de

http://www.dkfz.de

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Neue Krebsrichtlinien der EORTC heben die Behandlung von Anämie hervor

08.11.2004 - Patienten empfinden Erschöpfung belastender als Krebsschmerzen.(1)

Die neuen Richtlinien(2) der EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) wollen durch Hinweise zum richtigen Einsatz von EPO (Erythropoietin), Ärzten helfen, die Anämie ihrer Krebspatienten wirkungsvoller zu behandeln. Eine solche Behandlung kann bei einer Vielzahl von Anzeichen und Symptomen der Anämie Erleichterung verschaffen, u.a. bei schwerer Erschöpfung, die das Leben von Krebspatienten zusätzlich belastet.

Diese neuen, durch Studien belegten und in der Oktoberausgabe des European Journal of Cancer' veröffentlichten Richtlinien stellen fest, dass Anämie, eine anormale Verringerung der roten Blutkörperchen, eine häufige Komplikation bei Krebspatienten darstellt. Ca. 60 % aller Krebspatienten sind von dieser Komplikation betroffen und Forschungen haben gezeigt, dass, je nach Krebsart(3), bis zu 87 % der Patienten im Laufe ihrer Chemotherapie eine Anämie entwickeln. EPO stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen und verringert somit die mit Anämie einhergehende Erschöpfung und gibt den Patienten die notwendige Energie um ihr gewohntes Leben weiterzuführen.

Die wichtigsten Empfehlungen aus den neuen EORTC Richtlinien, die es Ärzten ermöglichen sollen, Anämie wirkungsvoller zu behandeln, sind u.a.:

   - Beseitigung zusätzlicher Anämieursachen (wie z.B. Eisenmangel, Blutungen, Mangelernährung oder Hämolyse) vor Beginn der EPO Therapie.

   - Die Verabreichung von EPO bei Krebspatienten mit Anämie verbessert die Lebensqualität und reduziert die Notwendigkeit von Bluttransfusionen, die letztlich nur zu einer vorrübergehenden Verbesserung der Symptome führen  und eine Reihe von Risiken aufweisen. (2,4,5)

   - Die Behandlung der Anämie mit EPO sollte früh, bei einem Hämoglobinspiegel von 9 - 11 g/dl einsetzen und sollte solange fortgesetzt werden, wie der Hb-Spiegel unter 12-13 g/dl liegt und der Patient eine Verbesserung der Symptome verspürt.

   - Eine geringere Dosierung von EPO als dreimal in der Woche ist bei der Behandlung einer durch Chemotherapie induzierten Anämie oder als Vorbeugung einer Krebsanämie sinnvoll.

Dr. Matti Aapro, Genolier (Schweiz), führender europäischer Onkologe und Koautor der Richtlinien erklärte zu ihrer Notwendigkeit: "Wir müssen die Behandlung von Anämie bei Krebs sehr Ernst nehmen, weil sie einschneidende Auswirkungen auf fast das gesamte Organsystem des Körpers hat. Patienten leiden unter einer ganzen Reihe von Symptomen, u.a. unter einer sehr beeinträchtigende Erschöpfung, die sich störend auf grundlegende Aktivitäten wie Nahrungszubereitung, Sozial- und Sexualleben und die Konzentration auswirkt und somit eine tiefgreifende Verschlechterung der Lebensqualität mit sich bringt". Er fuhr fort: "Vielen Ärzten ist nicht bewusst, dass, weil wir heutzutage Schmerzen viel besser bekämpfen können, Erschöpfung das wichtigste Symptom ist, das Patienten von ihrem Arzt behandelt wissen wollen".

Begriffsdefiniton Anämie:

Anämie bei Krebspatienten hat unterschiedliche Ursachen und kann sowohl durch die Krebsbehandlung als auch durch den Krebs selbst hervorgerufen werden (Letzteres wird häufig als Anämie bei chronischer Krankheit bezeichnet).

Quellenhinweise:

   (1) Vogelzang NJ, Breitbart W, Cella D, et al. Patient, caregiver, and oncologist perceptions of cancer-related fatigue: results of a tripart assessment survey. The Fatigue Coalition. Semin Hematol 1997; 34 (Suppl 2): 4-12.

   (2) Bokemeyer C, Aapro MS, Courdi A, Foubert J, Link H, Osterborg A, Repetto L, Soubeyran P. EORTC guidelines for the use of erythropoietic proteins in anaemic patients with cancer. Eur J Cancer. 2004 Oct; 40(15):2201-16.

   (3) Groopman JE, Itri LM. Chemotherapy-induced anemia in adults: incidence and treatment.J Natl Cancer Inst. 1999;91(19):1616-34.

   (4) Dietrich KA, Conrad SA, Hebert CA, Levy GL, Romero MD. Cardiovascular and metabolic response to red blood cell transfusion in critically ill volume-resuscitated nonsurgical patients Crit Care Med. 1990; 18: 940-944.

   (5) Casutt M, Seifert B, Pasch T, Schmid ER, Turina MI, Spahn DR. Factors in fluencing the individual effects of blood transfusions on oxygen delivery and oxygen consumption. Crit Care Med. 1999; 27: 2194-220.

ots Originaltext: EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer)

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Brustkrebs: Risiko Übergewicht - Lebensführung hat großen Einfluss auf Krebsentstehung
02.11.2004 - Übergewicht erhöht das Risiko für Brustkrebs ungewöhnlich stark. Normalerweise müssen von tausend Frauen heute statistisch gesehen 27 damit rechnen, Brustkrebs zu bekommen. „Zwanzig Kilo Übergewicht lässt pro tausend Frauen 45 mehr erkranken“, sagt Dr. Manfred Steiner, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau".
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DER SPIEGEL verunsichert Krebspatienten durch Halbwahrheiten
Chemotherapie ist keine "Giftkur ohne Nutzen"

28.10.2004 - Die Chemotherapie fortgeschrittener Karzinome von Brust, Lunge, Darm und Prostata sei völlig nutzlos, die Überlebenszeit habe sich in den vergangenen 26 Jahren durch diese Medikamente nicht erhöhen lassen. mehr...

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Testosteron-Entzug macht Männer vergesslich

27.10.2004 - Bei Patienten mit Prostatakrebs wird mitunter die Produktion von Testosteron unterdrückt, um das Tumorwachstum zu bremsen. Amerikanische Neurowissenschaftler haben nun einen verblüffenden Nebeneffekt dieser Therapie beobachtet.
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Nebennierenkrebs: Nachsorge allzu oft vernachlässigt
27.10.2004 - Die Betreuung von Patienten mit Nebennierenkarzinomen ist verbesserungsbedürftig. Um auf diesem Gebiet Fortschritte zu erzielen, haben das Tumorzentrum und die Medizinische Klinik der Uni Würzburg gemeinsam ein bundesweites Register zur Erfassung dieser Tumoren eingerichtet. mehr...

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Ich habe Krebs, aber mein Leben geht weiter!
27.10.2004 - Neue interaktive CD-Rom hilft Kindern und Jugendlichen, mit der Krankheit und ihren Folgen umzugehen / Verständliches Fachwissen, Experten auf Video und Spiele „Was passiert bei einer Chemotherapie?" "Was sage ich meinen Freunden, wenn die Haare ausfallen?" mehr...

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Blasenkrebs am Urin-Geruch identifizierbar?
04.10.2004 - (NAM) Hunde können am Urin-Geruch eines Menschen erkennen, ob dieser an Blasenkrebs leidet. Das ergab eine Studie, die jetzt im British Medical Journal erschienen ist, einer der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften weltweit. Allerdings gelang es den Tieren trotz eines intensiven Trainingsprogramms nur, weniger als die Hälfte der Tumorpatienten zu entdecken. mehr...

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Die Behandlung von gerade diagnostizierter akuter promyelozytischer Leukämie mit Arsentrioxid könnte den Bedarf an Anthrazyklin-Chemotherapien beseitigen
04.10.2004 -  Eine iranische Forschungsstudie über den Einzelwirkstoff Arsentrioxid zur Behandlung von akuter promyelozytischer Leukämie (APL) wurde am 29. September auf der 16. Jahrestagung der "European Organization for Research and Treatment of Cancers", "National Cancer Institute" und "American Association for Cancer Research" (EORTC-NCI-AACR) präsentiert. mehr...

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Bessere Überlebenschancen bei Eierstockkrebs durch Behandlung in Studienkliniken: www.eierstock-krebs.de jetzt mit aktueller Klinikliste
04.10.2004 - Welcher Parameter bietet einer Frau mit Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) die größtmögliche Chance auf optimale Behandlung? mehr...

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Darmkrebssuche erleichtert - Neuer Stuhltest findet spezielle Enzyme von Tumoren
01.10.2004 - Ein neuer Stuhltest erweitert die Möglichkeiten, Darmkrebs frühzeitig zu erkennen, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau".
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Auch Männer können Brustkrebs bekommen - Forscher erwarten steigende Zahlen

30.09.2004 - Brustkrebs ist keineswegs ausschließlich eine Gefahr für Frauen. Auch Männer erkranken daran. Zwar ist ihre Zahl in Deutschland mit etwa 400 Fällen im Jahr nicht sehr groß – bei Frauen sind es zirka 43.000. Da Männer die Frauenkrankheit aber nicht wahrhaben wollen, sind ihre Überlebenschancen besonders gering, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Vermutlich nimmt Brustkrebs bei Männern in Zukunft sogar zu. US-Forscher beobachten bereits eine ansteigende Zahl. Eine Ursache dafür könnte die zunehmende Fettleibigkeit sein: Fettzellen produzieren Östrogene. Das sind Hormone, die bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen. mehr...

ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau

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Erste deutsche Studie zur Wirksamkeit der Tanztherapie bei Krebspatientinnen 30.09.2004 - Tanztherapie erleichtert den Zugang zur Erlebensfähigkeit und zu seelischen Verarbeitungsprozessen, trägt zur Verminderung von Angst und Depressivität bei und führt zu höherem Wohlbefinden und Selbstbewußtsein. mehr...
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"Leben mit Krebs - Antworten auf neues Wissen"
29.09.2004 - Patiententag des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim informierte über aktuelle Therapiemöglichkeiten bei Krebserkrankungen mehr...

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Hunde können Blasenkrebs riechen
28.09.2004 - Hunde können Personen mit Blasenkrebs am Geruch ihres Urins erkennen. Das haben britische Medizinerinnen ermittelt. Die Studie liefere die ersten Belege dafür, dass die empfindliche Hundenase auf Tumoren zurückgehende, flüchtige Substanzen wahrnehmen könne, schreiben die Forscherinnen im "British Medical Journal".
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Neue Ziele in der Leukämieforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum 27.09.2004 - Gleich vier Wissenschaftlerteams am Deutschen Krebsforschungszentrum beginnen derzeit viel versprechende Forschungsprojekte, mit denen sie die Therapiemöglichkeiten bei Leukämie und verwandten Blutkrankheiten verbessern wollen. mehr...
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Brustkrebsmonat Oktober: Kostenlose Informationen und Expertenberatung zum Thema "Knochenmetastasen bei Brustkrebs"
27.09.2004 - Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober ist beim Krebsinformationsdienst KID des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg an zwei Tagen eine telefonische Hotline zum Thema "Knochenmetastasen bei Brustkrebs" geschaltet. mehr...

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Viel Obst, weniger Lungenkrebs - Studie: Fleißige Obstesser verringerten Risiko um 40 Prozent
20.09.04 - Wer häufig eine Zwischenmahlzeit mit Obst einlegt, verringert sein Risiko, Lungenkrebs zu bekommen, ganz erheblich
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Callisto lizenziert Annamycin, ein Medikament in Phase II klinischer Prüfung gegen Leukämie
08.09.04 - Callisto Pharmaceuticals, Inc. (OTCBB: CLSP, Börsen Berlin und Frankfurt: CA4, WKN 479303) ein Biopharmazie-Unternehmen, das sich vornehmlich auf die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Krebs und osteolytischen Knochenkrankheiten konzentriert. mehr...

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Sehr, sehr schnell - einzigartiger Computertomograph in München08.09.04 - In Großhadern wurde jetzt eine neue Generation von Computertomographen erstmals in einer Klinik installiert. Mit dem Produkt der Firma Siemens können gleichzeitig 64 Einzelschichten untersucht werden. Dazu wurde die Umlaufzeit der Röhre auf 330 Millisekunden verkürzt. mehr...

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Nierentumor: Neues Verfahren gibt Sicherheit bei Operation - Urologen können Organ häufiger erhalten
24.08.200 - Zur Therapie von Nierenkrebs ist in vielen Fällen heute keine radikale Entfernung des Organs notwendig. Nach den Erfahrungen von Privatdozent Dr. med. Gralf Popken, dem Chefarzt der Urologischen Klinik des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, kann bei 30 bis 50 Prozent der betroffenen Patienten die Niere erhalten werden. mehr...

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Klinischer Test einer neuen Therapie des Nierenzellkarzinoms
03.08.04 - Zwei Kliniken der Universität Erlangen-Nürnberg und ein Unternehmen, das neuartige Ansätze zur Krebstherapie entwickelt, mehr...

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Hohe Heilungsrate mit einer gern gesehenen Nebenwirkung
03.08.04 - Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 100.000 Menschen neu an Hautkrebs. Wie kaum eine andere Krebsart ist Hautkrebs frühzeitig erkenn-
und therapierbar. mehr...

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Neuer Stuhltest zum Screening von Darmkrebs
03.08.04 - Veröffentlichung über Nachweis von Krebszellen anhand des Enzyms "Tumor M2-PK" im renommierten "British Journal of Cancer" mehr...

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Neue Broschüre und Website informieren über Darmkrebs
02.08.04 - In den letzten Jahren hat sich in Deutschland der Darmkrebs bei Erwachsenen zur zweithäufigsten Tumorart entwickelt - Tendenz steigend mehr...

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Hormone in der Sojabohne - „Phytoöstrogene“ wirksam gegen Brustkrebs und Wechseljahresbeschwerden?
28.07.04 - In Ländern, deren Menschen ihr Leben lang Sojabohnen-Produkte essen, gibt es weniger Knochenschwund, Brustkrebs und Wechseljahresbeschwerden. mehr...

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Neue Daten für Brustkrebspatientinnen: Früher Einsatz des Anti-Aromatase-Wirkstoffs Exemestan ist gut für Heilung und Knochen
23.07.04 - Frühzeitige Umstellung auf Exemestan kann die Heilungsrate erhöhen und bestätigt die positiven Erwartungen im Hinblick auf die Knochen.  
Der Anti-Aromatase-Wirkstoff Exemestan, der bei Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs nach der Menopause eingesetzt wird, führt nicht zu einem erhöhten Osteoporoserisiko. mehr...

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Krebsversorgung: Präsident will die Politik stärker in die Verantwortung nehmen
 
Prof. Dr. med. Michael Bamberg neuer Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
15.07.2004 - "Es wird notwendig sein, die politisch Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass auch mit den neuen Gesundheitsstrukturen den Krebspatienten die notwendigen wirksamen Medikamente nicht vorenthalten werden dürfen. mehr...

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Früherkennung ist wichtigNeue Broschüre informiert die Patienten über Vorsorgeuntersuchungen und deren Kosten
14.07.2004 - Früherkennung kann Leben retten. Zusätzlich spart sie den Krankenkassen auf lange Sicht Geld. mehr...

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RUBIN 1/04: Auch mit Darmkrebs gut leben
Hormon eröffnet Alternativen zur Chemotherapie
RUBIN 1/2004 ist erschienen
12.07.2004 - Wenn der Darmkrebs sich für den Patienten bemerkbar macht, ist es häufig zu spät für eine Heilung. mehr...
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Patienten mit Lungenkrebs fühlen sich stigmatisiert
Umwelt macht Betroffene für ihre Krankheit verantwortlich
22. Jun 2004 - Das mit Lungenkrebs einhergehende Stigma kann für die Patienten weit reichende Folgen haben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Oxford http://www.ox.ac.uk gekommen. Viele der Betroffenen haben das Gefühl, dass sie von ihrer Umwelt für ihre Krankheit verantwortlich werden, da sie eng mit dem Rauchen in Verbindung gebracht wird. Antiraucherkampagnen verstärkten die bestehenden Vorurteile weiter, was laut BBC zu gestörten Beziehungen mit der Familie, Freunden und Ärzten führte. Die Studie, an der 45 Patienten teilnahmen, wurde im British Medical Journal http://bmj.bmjjournals.com veröffentlicht.

Viele der Patienten, vor allem jene, die vor Jahren aufgehört hatten zu rauchen oder nie geraucht hatten, fühlten sich zu Unrecht für ihre Erkrankung verantwortlich gemacht. Ein Patient erklärte: "Die Menschen glauben automatisch, dass man selbst Schuld ist und das ist eine Form von Stigmatisierung." Einige der Teilnehmer berichteten, dass die Schuldzuweisung so weit ging, dass Menschen die Straßenseite wechselten, nur um ihnen nicht zu begegnen. Bei manchen gab es seit der Diagnose keinen Kontakt mehr mit der Familie oder Freunden. Zusätzlich wurde vom Verschweigen der Symptome berichtet sowie, dass die Angst vor der Stigmatisierung verhinderte, dass die notwendige Hilfe in Anspruch genommen wurde.

Es bestehen Befürchtungen, dass die Behandlung und Erforschung von Lungenkrebs durch die Stigmatisierung der Erkrankung und von Rauchern negativ beeinflusst werden könnten. Laut den Wissenschaftlern ist es entscheidend, die Menschen dazu zu motivieren mit dem Rauchen aufzuhören. Sie warnen jedoch, dass Kampagnen mit Bildern von dunkel verfärbten Lungen Patienten mit entsprechenden Erkrankungen aufregen können.

Quelle: Michaela Monschein
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Das Rauchen löst genetische Veränderungen aus
Genetische Muster sollen Krebsrisiko vorhersagbar machen
22. Jun 2004 - Das Rauchen verändert die Gene von Lungenzellen. Ein Team der Boston University http://www.bu.edu hat erstmals nachgewiesen, dass Raucher andere genetische Muster in ihren Lungenzellen aufweisen als Nichtraucher oder jene, die aufgehört haben. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Muster für die Vorhersage eines Lungenkrebsrisikos eingesetzt werden können, da sie auch innerhalb der Raucher unterschiedlich sind. Einige dieser Muster weisen laut BBC auf eine größere Bedrohung hin als andere. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.

Die neuen Forschungsergebnisse erklären, warum nur zehn bis 15 Prozent aller Raucher an Lungenkrebs erkranken und gleichzeitig das Rauchen für 90 Prozent dieser Erkrankungen verantwortlich ist. Das Team um Avrum Spira untersuchte Proben der Lungenzellen von 75 Freiwilligen. 23 hatten nie geraucht, 34 rauchten während des Untersuchungszeitraumes und 18 Teilnehmer hatten aufgehört. Es zeigte sich, dass die bei Rauchern nachgewiesenen Veränderungen bei Nichtrauchern nicht vorhanden waren. Bei den Rauchern waren einige Gene aktiviert, die eine Krebserkrankung begünstigen können. Andere, die gegen Krebs schützen, waren hingegen nicht aktiv.

Die genetischen Muster innerhalb der Raucher waren ebenfalls unterschiedlich. Eine Gruppe der Raucher exprimierte einige Gene anders als die meisten anderen Raucher. Einer der Betroffenen erkrankte innerhalb von sechs Monaten an Lungenkrebs. Die genetischen Veränderungen scheinen zusätzlich mit der Dauer des Rauchens in Zusammenhang zu stehen. Nach zwei Jahren begannen die genetischen Muster ehemaliger Raucher wieder jenen der Nichtraucher ähnlich zu werden. Einige der Veränderungen blieben jedoch bestehen. Dieser Umstand könnte erklären, warum das Krebsrisiko bei diesem Personenkreis erhöht bleibt.

Quelle: Michaela Monschein
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Hoher Obstverzehr schützt vor Lungenkrebs
21.06.2004 - Neues aus der EPIC-Studie: Wer viele Früchte isst, verringert damit offenbar sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Obstkonsum und Neuerkrankungen an Lungenkrebs zeigen aktuelle Daten aus EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), der größten europäischen Studie zur Rolle von Ernährung, Lebensweise, Stoffwechsel und Erbfaktoren bei der Entstehung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen.

In der EPIC-Studie werden seit 1992 rund 500.000 Menschen in 10 europäischen Ländern nach ihren Lebensgewohnheiten befragt und ihre Gesundheitsentwicklung beobachtet. Darüber hinaus stehen von allen Probanden Blutproben und Messwerte für weitere Analysen zur Verfügung. Die Studie wird koordiniert von Professor Elio Riboli, Leiter der Nutrition and Cancer Unit bei der International Agency for Research on Cancer (IARC) in Lyon. Für die vorliegende Auswertung wurden Daten zur Nachbeobachtung bis 1998 berücksichtigt, für einige Zentren sogar bis 2002. Während dieser Zeit entwickelten 1074 Studienteilnehmer einen Lungenkrebs, von denen 860 für eine ausreichend detaillierte Analyse zur Verfügung standen.

Ein europäisches Wissenschaftlerteam unter Federführung des ehemaligen Leiters der Abteilung für Klinische Epidemiologie im Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Professor Anthony B. Miller, nahm den Einfluss des Obst- und Gemüseverzehrs auf die Neuerkrankungsrate an Lungenkrebs gezielt in den Blick. Bei der Gewichtung der Ergebnisse legten die Experten besonderen Wert auf die Berücksichtigung des Rauchverhaltens, um Verzerrungen zu vermeiden. Je nach Höhe des Obst- und Gemüseverzehrs wurden die Probanden in fünf gleich große Gruppen (Quintilen) aufgeteilt. Probanden aus der Quintile mit dem höchsten Obstverzehr (ca. 500 Gramm pro Tag) zeigten im Vergleich zu Probanden mit dem niedrigsten Obstkonsum (weniger als 70 Gramm pro Tag) ein um 40 Prozent geringeres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken (relatives Risiko 0,60). Der umgekehrte Zusammenhang zwischen Obstverzehr und Lungenkrebs wurde am stärksten deutlich bei Nordeuropäern und bei Menschen, die zum Zeitpunkt der Erstbefragung Raucher waren. In der gesamten Studiengruppe konnten die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Gemüse oder von bestimmten Gemüsesorten und Lungenkrebs nachweisen. Für die Gruppe der Raucher zeigt sich jedoch ebenfalls ein inverser Zusammenhang, also ein sinkendes Lungenkrebsrisiko mit steigendem Gemüseverzehr.

Bisher ist nicht bekannt, welche Nährstoffe in Obst und Gemüse für den Schutzeffekt verantwortlich sind. "Wir vermuten, dass insbesondere die Kombination verschiedener Inhaltsstoffe, wie Antioxidanzien einschließlich der Vitamine C und E oder sekundäre Pflanzenstoffe eine Rolle spielen", erklärt Privatdozent Dr. Dr. Jakob Linseisen vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Die EPIC-Daten unterstreichen die Empfehlungen an die Bevölkerung, möglichst viel frisches Obst und Gemüse zu essen. Dies soll jedoch insbesondere bei Rauchern nicht eine falsche Sicherheit vortäuschen: Die Wirkung des Obstverzehrs ist klein im Vergleich dazu, was man bewirkt, wenn man mit dem Rauchen aufhört!

Anthony B. Miller et al.: Fruits and Vegetables and Lung Cancer: Findings from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition, Int. J. Cancer: 108, 269-276 (2004).

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

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Naturheilkundliche Krebsambulanz am Uniklinikum Jena im erstem Jahr mit Riesenresonanz
21.06.2004 - Das erste Jahr des Bestehens der naturheilkundlichen Tumorambulanz am Jenaer Uniklinikum hat eines überzeugend gezeigt: Eine Integration der Naturmedizin in die Krebstherapie ist notwendiger denn je. Seit der Eröffnung der ersten Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie an einem Universitätsklinikum meldeten sich hunderte von Krebskranken aus ganz Deutschland in der Jenaer Klinik. "Der Zuspruch der Patienten ist überwältigend", zieht Dr. Katja Zulkowski, Leiterin der onkologischen Fachambulanz für Naturheilkunde, nach dem ersten Jahr Bilanz. Ein Beleg dafür, dass das Jenaer Klinikum mit seinem Angebot in eine Versorgungslücke vorgestoßen ist.

Dabei zeigte sich in den zurückliegenden Monaten, dass die Krebspatienten nur selten eine Alternative zur schulmedizinischen Therapie ihrer Erkrankung erwarten. Vielmehr suchen die meisten in der Naturmedizin eine Ergänzung, um die Begleiterscheinungen einer Strahlen- oder Chemotherapie zu lindern. Oder sie möchten mit den Methoden der sanften Medizin einem Rückfall nach erfolgreicher Behandlung vorbeugen.

Kombination von Schul- und Naturmedizin statt "Entweder-Oder"

Diese Beobachtung hat die Jenaer Onkologen darin bestärkt, mit ihrem Angebot auf dem richtigen Weg zu sein. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass Patienten sich nicht strikt für schulmedizinische oder alternative Therapien entscheiden", erläutert Katja Zulkowski. "Dass <Entweder-Oder> entschieden wird, ist ein Vorurteil. Die Patienten wollen lieber beides kombinieren."

Das Bedürfnis der Kranken nach Unterstützung im Kampf gegen Krebs durch die Heilkräfte der Natur ist groß. Fast 80 Prozent wenden bereits parallel zur Schulmedizin komplementäre Heilmethoden an. Einer der Gründe, die Ambulanz am Uniklinikum Jena trotz mancher Zweifel und Vorbehalte gegenüber der alternativen Heilkunst zu etablieren. Ein richtiger Schritt, wie sich zeigt. "Wir haben recht behalten mit unserer Auffassung, dass wir das Bedürfnis unserer Patienten nach einer Integration der Naturheilkunde nicht ignorieren dürfen", schätzt Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Jena und Direktor der onkologischen Klinik, rückblickend ein. "Unsere Fachambulanz ist eine Erfolgsgeschichte geworden".

Angebot erweitern und auf die Stationen im Klinikum ausdehnen

Noch ist es viel zu früh, um über Heilerfolge oder fundierte Ergebnisse sprechen zu können. Bereits eingestellt haben sich hingegen erste Erfolgserlebnisse. So hat sich im ersten Jahr seit Bestehen der Ambulanz das Gesundheitstraining zu einer festen Größe etabliert. Hier lernen die Teilnehmer jeweils zehn Wochen lang, Bewegung, Ernährung und Entspannungstechniken zu einer gesunden Lebensweise zu verbinden und die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken. Bewährt hat sich auch Akupunktur als Mittel zur Linderung der Folgeerscheinungen konventioneller Krebstherapien.

Nach diesen Erfahrungen soll das naturheilkundliche Angebot der Ambulanz künftig ausgedehnt werden - beispielsweise durch die Erweiterung des Therapieangebots um eine Behandlung von Gelenkschmerzen, die oft bei Tumorerkrankungen begleitend auftreten. "Wir planen auch eine engere Zusammenarbeit mit unseren Physiotherapeuten", so Katja Zulkowski. Bei all den Projekten steht aber unverändert ein Ziel der Ambulanz im Vordergrund: Die Untersuchung der Wirksamkeit der angewandten Therapien in wissenschaftlichen Studien.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena

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"Setzen Sie ein Handzeichen gegen Krebs!" -
Informationskampagne startet am 21.06.2004
21.06.2004 (ots) - Heute startet die Informationskampagne
"Setzen Sie ein Handzeichen gegen Krebs!": Anlässlich der "Europäischen Woche gegen Leukämien und Lymphome" vom 21. - 28. Juni können sich Menschen in München, Hamburg, Köln, Erfurt, Homburg/Saar und Münster über die häufige, aber wenig bekannte Krebsart "Lymphom"
(Lymphdrüsenkrebs) informieren und als Zeichen ihrer Solidarität mit Krebspatienten ihr farbiges Handzeichen auf eine Leinwand setzen. Die sechs teilnehmenden Städte sind die Zentren der deutschen Lymphom-Forschung.
  
Lymphom - noch nie gehört! So geht es ca. 90 Prozent der Deutschen. Dabei gehören maligne (bösartige) Lymphome, der Fachausdruck für Lymphdrüsenkrebs, in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten Krebsarten. Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 15.000 Menschen daran - Tendenz steigend. Lymphome sind auf dem Vormarsch: Nach Haut- und Lungenkrebs sind sie die Krebsart mit der schnellsten Wachstumsrate weltweit. Der heutige Sommerbeginn ist dieses Jahr daher nicht nur der Start in "sonnige Tage", sondern soll auch zum Nachdenken über die Situation von Krebspatientenanregen.
  
Begleitend zu den lokalen Informationsveranstaltungen in den sechs Städten können Patienten und Interessierte ihre Fragen auch direkt an die führenden Lymphom-Experten in Deutschland stellen. Prof. Norbert Schmitz, Hamburg, und Privatdozent Dr. Martin Dreyling, München, sind
vom 21. bis 23. Juni unter der Telefonnummer 0800/11 84 122, der Lymphom-Hotline des Krebsinformationsdienstes KID im Deutschen Krebsforschungszentrum, erreichbar.
  
Am 24. Juni wird Prof. Michael G. Pfreundschuh in der n-tv-Sendung "Gesundheit live" um
14.30 Uhr unter 0190/ 515 504 und im Chat auf www.n-tv.de Zuschauerfragen beantworten.
  
 Politiker und Prominente unterstützen Aktion
  
Politiker wie der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma und der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude unterstützen die Aktion "Handzeichen gegen Krebs!". Auch zahlreiche Prominente zeigen sich solidarisch mit Krebspatienten und werden ihr Handzeichen gegen Krebs setzen: In München und Köln Schauspieler Michael Lesch, der selbst an einem Lymphom erkrankt war, in Hamburg Schauspielerin Eva Habermann, in Münster Schauspieler Leonard Lansink, in Erfurt Sängerin Ute Freudenberg und in Homburg/Saar Ex-Radprofi und Olympiasieger Andreas
Walzer.
  
In den letzten fünf Jahren konnten, insbesondere durch den Einsatz von neuartigen Substanzen wie monoklonalen Antikörpern, große Fortschritte in der Behandlung von Lymphomen erzielt werden. So konnten Ansprech-, Überlebens- und Heilungsraten bei vielen Lymphomarten dramatisch verbessert werden. Es bleibt aber viel zu tun, sowohl um allen Patienten den Zugang zu den neuen Therapien zu ermöglichen, als auch um die Therapieergebnisse noch weiter zu
verbessern.
  
Deutschland steht dabei als Forschungsplatz für Lymphome weltweit in einer Spitzenposition. Deshalb haben die Patienten hier gute Chancen auf eine optimale Behandlung. Durch die Vernetzung der in diesem Bereich führenden Forschungs- und Versorgungseinrichtungen im
Kompetenznetz Maligne Lymphome gelingt es, die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse direkt in die Behandlung der Patienten zu übertragen. Gleichzeitig finden Patienten in der bundesweit
tätigen Selbsthilfeorganisation Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe e. V. (DLH) einen starken Partner, der sie in allen Aspekten ihrer Erkrankung unterstützt.
  
 Handzeichen auf Leinwand symbolisieren "helfende Hände"
  
Dieses Geflecht aus "helfenden Händen" wird sich in den Handabdrücken auf den Leinwänden wiederfinden und ist ein Zeichen für die Solidarität jedes Einzelnen mit den Patienten. Die Leinwand wird am 15. September anlässlich des "World Lymphoma Awareness Day" zu
Gunsten der DLH und des Forschungsverbundes Kompetenznetz Maligne Lymphome versteigert.
  
Die Aktion wird von der Hoffmann-La Roche AG, dem weltweit führenden Unternehmen in der Krebstherapie und Diagnostik, unterstützt.

ots Originaltext: Hoffmann-La Roche AG

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Fahrradfahren reduziert das Brustkrebsrisiko erheblich /
Gene nur selten verantwortlich für eine Erkrankung

14.06.2004 - Radfahren schützt vor Brustkrebs - besser als
Joggen oder Schwimmen. Mehr als drei Stunden pro Woche senken das
Risiko um 34 Prozent. Das meldet die Zeitschrift FÜR SIE (EVT: 15.
Juni) und bezieht sich dabei auf eine Studie des
Krebsforschungszentrums Heidelberg. Auch die Ansicht vieler Ärzte,
dass Vererbung eine große Rolle spielt, ist offenbar falsch: Nur bei
fünf Prozent der Erkrankungen spielen die Gene mit, so das Ergebnis
der Studie.
  
Neues gibt es auch in punkto Behandlungsmethoden. Sie sind heute
wesentlich sanfter und wirksamer. Und die Erfahrung zeigt: Je besser
die Frauen selbst darüber Bescheid wissen, umso größer die
Heilungschance. Prof. Dr. Diethelm Wallwiener, Vorsitzender der
Deutschen Gesellschaft für Senologie (Brustkrankheiten) und Direktor
der Uni-Frauenklinik Tübingen, bringt sie in FÜR SIE auf den
aktuellen Stand der Medizin.
  
Einer der wichtigsten Therapie-Fortschritte: die operative
Beschränkung auf den so genannten Wächterlymphknoten, in dem zuerst
gestreute Tumorzellen festgestellt werden. So lässt sich der Eingriff
auf ein Minimum reduzieren. "Erkundigen Sie sich, ob die Klinik
Erfahrung damit hat" rät Wallwiener. Zudem kritisiert der Experte:
"In Deutschland existieren noch viel zu wenig Brustzentren, in denen
sich Gynäkologen, Radiologen, Pathologen und andere Spezialisten
gemeinsam um die Patientin kümmern. Doch nur ein Netzwerk kann sie
optimal betreuen."
     
ots Originaltext: FÜR SIE

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Fortschritte bei der Behandlung von Krebs im Kindesalter
11.06.2004 - In Deutschland erhalten pro Jahr etwa 800 krebskranke Kinder eine Strahlen-therapie. Diese Behandlung ist bei den meisten kindlichen Tumoren unverzichtbar. Das belegen neue Studien, die Strahlentherapeuten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für für Radioonkologie, Medizinische Physik und Strahlenbiologie in Erfurt präsentieren.

Bei der Behandlung von Krebs im Kindesalter hat die Medizin in den letzten 20 Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. Etwa 75 Prozent der betroffenen Kinder werden mittlerweile geheilt. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass sich Ärzte der verschiedenen Fachgruppen in der pädiatrischen Onkologie schon sehr früh auf gemeinsame interdisziplinäre Konzepte verständigt und diese konsequent in Studien umgesetzt haben. Die Kinder werden mit einer aufeinander abgestimmten Kombination von Strahlen- und Chemotherapie mit oder ohne zusätzliche oder vorangehende Operation behandelt.

Im Rahmen der DEGRO werden diese Studien durch spezialisierte Ärzte der Arbeitsgruppe pädiatrische Radioonkologie (APRO) betreut. Denn es geht mittlerweile nicht mehr ausschließlich darum, das betroffene Kind zu heilen, sondern auch Langzeit-Nebenwirkungen zu vermeiden, welche die spätere Lebensqualität beeinträchtigen.

Lymphdrüsenkrebs bis zu 95 Prozent heilbar
Besonders gut sind die Heilungschancen bei Kindern mit einer bestimmten Form von Lymphdrüsenkrebs, dem sogenannten Morbus Hodgkin. Insgesamt werden 95 Prozent der behandelten Patienten wieder vollständig gesund. Aufgrund dieser hoffnungsvollen Ergebnisse versuchten Ärzte in einer Studie, Kinder mit diesem Krebsleiden ausschließlich mit Chemotherapie zu behandeln. Sie verzichteten auf die Bestrahlung, um die Nebenwirkungen der Behandlung möglichst gering zu halten. Es zeigte sich jedoch, dass bei den Kindern, die keine Strahlentherapie erhalten hatten, die Rückfallquote deutlich anstieg. Darum ist neuerdings bei den meisten kleinen Patienten mit Morbus Hodgkin die Strahlentherapie wieder fester Bestandteil der Behandlung.

Knochenkrebs: Selbst bei Metastasen noch Hoffnung
Fortschritte haben die Mediziner auch in der Behandlung des aggressiven Ewing Sarkoms erzielt, dem zweithäufigsten Knochentumor im Kindesalter. Ungefähr die Hälfte der kleinen Patienten kann inzwischen durch eine Kombination von Operation, Chemo- und Strahlentherapie geheilt werden, wenn der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnosestellung noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) abgesiedelt hat. Doch selbst wenn bereits Lungenmetastasen vorhanden sind, leben nach 10 Jahren noch 30 Prozent der Kinder. Durch eine Bestrahlung der ganzen Lunge mit einer niedrigen Dosis konnte die Rate der erneut auftretenden Lungenmetastasen nach deren Erstbehandlung um 24 Prozent gesenkt werden. In Erfurt stellen Strahlentherapeuten die Ergebnisse einer großen Analyse der Behandlung bei 1058 Patienten mit Ewing Sarkom vor. Kinder, deren Tumor nur knapp im Gesunden operiert werden konnte, profitierten von einer Nachbestrahlung. Sie erlitten weniger Rückfälle, ebenso jene Patienten, die auf eine Chemotherapie schlecht ansprachen.

Weichteiltumore: Strahlentherapie unverzichtbar
Ungefähr sieben Prozent aller kindlichen Krebserkrankungen sind sogenannte Weichteilsarkome, die vom Binde- und Stützgewebe ausgehen. Hiervon ist die häufigste Untergruppe das Rhabdomyosarkom, das bei Kindern und Jugendlichen in Österreich und Deutschland nach einem einheitlichen Konzept im Rahmen einer großen Therapiestudie behandelt wird. Auch hier können die Ärzte Erfreuliches berichten: Mittlerweile überleben ca. 70 Prozent der Kinder dank einer Kombination aus Operation, Chemo- und Strahlentherapie. In einer Studie haben Wissenschaftler untersucht, ob auf eine Strahlentherapie auch verzichtet werden kann. Bei 203 Patienten wurden die Behandlungsergebnisse mit und ohne Bestrahlung verglichen. Dabei zeigte sich, dass nach 5 Jahren 76 Prozent der bestrahlten Kinder krankheitsfrei waren, hingegen nur 58 Prozent in der Gruppe ohne Strahlentherapie.

Keimzelltumoren des Gehirns: fast alle Kinder werden gesund
Bei manchen Kindern "verirren" sich Keimzellen (beispielsweise des Hodens oder der Eierstöcke) ins Gehirn und entarten dort zu sogenannten Keimzelltumoren. Sie sitzen meist in der Zirbeldrüse, manchmal jedoch auch oberhalb der Hirnanhangsdrüse oder in den Hirnkammern. Diese stehen wiederum mit dem Rückenmarkskanal in Verbindung. Darum entdecken die Ärzte dort bei der Hälfte der kleinen Patienten Absiedelungen der Tumorzellen.
Man unterscheidet zwei Gruppen von Keimzelltumoren: solche, die eine tumortypische Substanz (Tumormarker) ins Blut abgeben, und solche, bei denen dies nicht der Fall ist. Diese reinen "Germinome" haben etwas bessere Heilungsaussichten. Die Gruppe der Markerproduzierenden Tumore wird mit einer Kombination aus Chemotherapie, Operation und Bestrahlung behandelt, während man sich bei den "inaktiven" Tumoren auf eine alleinige Strahlentherapie beschränken kann. Forscher haben nun herausgefunden, dass die Kinder davon profitieren, wenn die Ärzte nicht nur den Tumor selbst oder das Gehirn, sondern zusätzlich den gesamten Rückenmarkskanal bestrahlen. In mehreren überregionalen Studien haben Strahlentherapeuten in kleinen Schritten die Bestrahlungsdosis verringert, um die kleinstmögliche, zur Heilung noch ausreichende Dosis herauszufinden. Die Experten präsentieren in Erfurt nun die Untersuchungsergebnisse von über 100 Kindern: Nach 10 Jahren lebten über 95 Prozent der Kinder rückfallfrei und können als geheilt betrachtet werden.

Erstes Register zur Erfassung von Nebenwirkungen der Strahlentherapie bei Kindern
Unter der Abkürzung RISK wurde 2004 mit Unterstützung der Deutschen Kinderkrebsstiftung an der strahlentherapeutischen Universitätsklinik Münster eine Zentralstelle zur Dokumentation von Therapiefolgen nach Bestrahlung im Kindesalter eingerichtet. Hier werden einerseits die technischen und medizinischen Einzelheiten der Bestrahlung und andererseits eventuell später auftretende Nebenwirkungen erfasst. In diesem weltweit ersten Register seiner Art sind bislang 186 Kinder erfasst worden. Die Strahlentherapeuten erhoffen sich von dieser Langzeitdokumentation Erkenntnisse darüber, wie die Strahlentherapie bei Krebserkrankungen im Kindesalter künftig noch effizienter und schonender gestaltet werden kann.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften


"Schutz vor Krebs" - eine Informationsbroschüre zur Krebsprävention
08.06.2004 - Soeben ist die Broschüre "Schutz vor Krebs" des Deutschen Krebsforschungszentrums in kompletter Neubearbeitung erschienen. Die Botschaften: Vorbeugen ist besser, auch im Hinblick auf Krebserkrankungen, und Vorbeugen ist jedem Einzelnen möglich. Nach Expertenschätzungen ließe sich die Zahl auftretender Krebserkrankungen - in Deutschland jährlich etwa 395 000 - durch Vermeidung bekannter Risikofaktoren, allen voran das Rauchen und falsche Ernährung, um mindestens 40 Prozent senken. Dies gewinnt umso mehr Bedeutung durch die Tatsache, dass trotz aller wissenschaftlichen medizinischen Fortschritte derzeit insgesamt nur etwa die Hälfte der Krebspatienten langfristig geheilt werden kann.

Krebsprävention, das heißt die Vorbeugung der Krebsentstehung wie auch die Früherkennung und Behandlung heilbarer Krebsvorstufen und -frühformen, gilt zunehmend als eine der schlagkräftigsten Waffen im Kampf gegen Krebs. Prävention entwickelt sich zu einer nationalen Aufgabe. Über Möglichkeiten der Krebsprävention weiß man dank intensiver Forschungsarbeiten zu Ursachen und Risikofaktoren der Krebsentstehung mittlerweile so viel, dass konkrete Empfehlungen gegeben werden können.

Die Broschüre "Schutz vor Krebs" stellt diese Möglichkeiten ausführlich dar und orientiert sich dabei an den Empfehlungen des Europäischen Kodex gegen Krebs der Europäischen Union, der 2003 von einer Expertenkommission in einer aktualisierten und erweiterten Fassung veröffentlicht wurde. Der Kodex spricht die Vermeidung von Risikofaktoren ebenso an wie die Möglichkeiten, durch aktive Veränderung des persönlichen Lebensstils das Erkrankungsrisiko zu senken. Er ruft zur Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen auf, wo diese zur Verfügung stehen. Alle Empfehlungen des Kodex sind durch harte wissenschaftliche Daten untermauert.
Auf 42 Seiten vermittelt die Broschüre "Schutz vor Krebs" die elf Empfehlungen der Experten - die "Regeln gegen Krebs" - und ihre Begründungen in verständlicher Form und räumt mit manchen falschen Vorstellungen auf. Erklärungen, praktische Tipps und Hinweise auf besondere Angebote und Regelungen in Deutschland machen das Wissen und die Empfehlungen individuell anwendbar. Wer versucht, die "Regeln gegen Krebs" für sich umzusetzen, trägt viel zur Senkung seines persönlichen Krebsrisikos bei - und lebt generell gesünder.

Die Herausgabe der Broschüre wurde ermöglicht mit Unterstützung durch die Friedrich und Maria Meyenburg-Stiftung. Der Text ist auch im Internet auf der Website des Krebsinformationsdienstes (KID) abrufbar: www.krebsinformation.de.
Informationen zu Krebsrisikofaktoren, Krebsvorbeugung und Krebsfrüherkennung bietet der Krebsinformationsdienst auch telefonisch (06221/410121, montags bis freitags, 8 bis 20 Uhr) oder per E-mail (krebsinformation@dkfz.de).

"Schutz vor Krebs - eine Informationsbroschüre zur Krebsprävention"
Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum, 2004
Die Broschüre kann beim Sekretariat des Krebsinformationsdienstes
kostenlos angefordert werden,
Tel. 06221 42 2890,
E-mail: sekretariat-kid@dkfz.de.
Die englische Originalfassung des Kodex ist im Internet unter www.cancercode.org abrufbar.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum


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Informationskampagne "Setzen Sie ein Handzeichen gegen Krebs!" startet zum Sommerbeginn am 21. Juni 2004
07.06.2004 - Der Sommerbeginn am 21. Juni ist dieses Jahr nicht nur der Start in "sonnige Tage", er soll auch zum Nachdenken über die Situation von Krebspatienten anregen. Anlässlich der Europäischen Woche gegen Leukämien und Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) von 21. bis 28. Juni 2004 können sich Menschen in den sechs Zentren der deutschen Lymphom-Forschung (München, Hamburg, Köln, Erfurt, Homburg und Münster) über Lymphome informieren und als Zeichen ihrer Solidarität mit Krebspatienten ihr farbiges Handzeichen auf eine Leinwand setzen. So entsteht ein Kunstwerk, das sich jeden Tag verändert. Die Leinwand wird am 15. September anlässlich des "World Lymphoma Awareness Day" zu Gunsten der Deutschen Leukämie und Lymphom-Hilfe e.V. (DLH) und des Forschungsverbundes Kompetenznetz Maligne Lymphome versteigert.
Die Aktion dient der Information und Aufklärung über diese häufige, aber wenig bekannte Krebsart. Auch zahlreiche Politiker und Prominente wie der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma, Schauspielerin Eva Habermann und der Schauspieler Michael Lesch, der selbst an einem Lymphom erkrankt war, zeigen sich solidarisch und werden ebenfalls ihr Handzeichen gegen Krebs setzen.
 
Programm:
  
   - Vorstellung der Aktion "Handzeichen gegen Krebs"
  
   - Bösartige Lymphdrüsenkrebserkrankungen: Eine zunehmende Gefahr
     in den Industrieländern
  
   - Lymphom-Erkrankungen aus Patientensicht: Jeder Patient hat ein
     Recht auf die bestmögliche Versorgung
  

Antworten auf Patientenfragen
  
Begleitend zu den lokalen Informationsveranstaltungen beantworten Prof. Norbert Schmitz, Hamburg, und Privatdozent Dr. Martin Dreyling, München, vom 21. bis 23. Juni an der Hotline des
Krebsinformationsdienstes KID im Deutschen Krebsforschungszentrum Patientenfragen rund um das Thema Lymphome unter der Telefonnummer
0800 / 11 84 122.
  
Am 24. Juni wird Prof. Michael G. Pfreundschuh in der n-tv-Sendung "Gesundheit live" um 14.30 Uhr unter 0190 / 515 504 und im Chat auf www.n-tv.de Zuschauerfragen zum Thema Lymphome beantworten.
  
Forschungsstandort Deutschland - Spitze bei Lymphomen
  
Deutschland steht als Forschungsplatz für Lymphome weltweit in einer Spitzenposition. Deshalb haben die Patienten hier gute Chancen auf eine optimale Behandlung. Durch die Vernetzung der in diesem Bereich führenden Forschungs- und Versorgungseinrichtungen im Kompetenznetz "Maligne Lymphome" gelingt es, die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse direkt in die Behandlung der Patienten zu übertragen. Die sechs Städte, in denen die Aktion "Handzeichen
gegen Krebs" stattfindet, sind die Studienzentralen des Kompetenznetzes. Gleichzeitig finden Patienten in der bundesweit tätigen Selbsthilfeorganisation DLH einen starken Partner, der sie in
allen Aspekten ihrer Erkrankung unterstützt. Dieses Geflecht aus "helfenden Händen" soll sich in den Handabdrücken auf den Leinwänden wiederfinden und zudem als Zeichen für die Solidarität jedes Einzelnen mit den Patienten stehen.
  
Was sind Lymphome?
  
Maligne (bösartige) Lymphome gehören in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten Krebsarten, allein in Deutschland erkranken jährlich rund 15.000 Menschen an Lymphomen - Tendenz steigend. Seit den siebziger Jahren haben vor allem Non-Hodgkin-Lymphome, die häufigste Art von Lymphomen, weltweit um 80 Prozent zugenommen. Die Ursachen der Krankheit sind unklar, als mögliche Risikofaktoren diskutieren Experten Chemikalien, Pestizide
und Lösungsmittel wie in Haarfärbemittel oder Haarspray. Durch innovative Behandlungsmethoden wie der Antikörpertherapie können mittlerweile viele Lymphom-Patienten geheilt werden.

ots Originaltext: Hoffmann-La Roche AG
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Statistisches Bundesamt: Lungenkrebs ist fünfthäufigste Todesursache
07.06.2004 - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, starben
im Jahr 2002 in Deutschland 40 715 Personen an Erkrankungen, die in
Zusammenhang mit dem Konsum von Tabakprodukten gebracht werden
können. Neben Lungenkrebs (39 105 Sterbefälle) werden auch Kehlkopfkrebs (1 583 Sterbefälle) und Luftröhrenkrebs (27 Sterbefälle) zu den Folgeerkrankungen des Rauchens gezählt. An den genannten Todesursachen starben dreimal mehr Männer als Frauen.
Insgesamt waren im Jahr 2002 4,8% aller Sterbefälle auf eine für Raucher symptomatische Erkrankung zurückzuführen.

Allein der Lungenkrebs stellt in Deutschland die fünfthäufigste Todesursache dar; bei den Männern war er sogar - wie bereits im Jahr 2001- die dritthäufigste Todesursache. War Lungenkrebs im Jahr 2001 noch die neunthäufigste Todesursache bei Frauen, so rangiert er im Jahr 2002 auf Platz 10. Das durchschnittliche Alter der an Lungen-, Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs Gestorbenen lag 2002 bei 68,9 Jahren.

Auch unter den im Krankenhaus im Jahr 2001 auf Grund bösartiger Neubildungen der Lunge, des Kehlkopfes und der Luftröhre stationär behandelten Fällen (179 950) dominierten die Männer mit 75,2%.

Bösartige Neubildungen der zuvor genannten Art waren der vierthäufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt von Männern, bei Frauen war nur jeder 53. Krankenhausaufenthalt darauf
zurückzuführen.

Quelle: Statisches Bundesamt
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Soja könnte vor Gebärmutterkrebs schützen
28.05.2004- Ein hoher Sojakonsum geht mit einem geringeren Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut einher. Das berichtet eine chinesisch-amerikanische Medizinergruppe im "British Medical Journal".

Frauen in asiatischen Ländern verzehren sehr viel mehr Soja und Sojaprodukte als Frauen in westlichen Ländern, gleichzeitig erkranken sie deutlich seltener am Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Die Gruppe um Xiao Ou Shu von der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, wollte nun mehr über diesen Zusammenhang erfahren. Dazu befragten sie 832 Einwohnerinnen Shanghais, bei denen ein Endometriumkarzinom diagnostiziert worden war, sowie 846 nicht betroffene Frauen zu ihren Ernährungsgewohnheiten.

Zwar unterschieden sich die zwei Gruppen nicht wesentlich in ihrem Sojakonsum, stellten die Mediziner fest. Unter Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren fanden sie jedoch einen deutlichen Trend: Je höher die täglich verzehrte Sojamenge, desto seltener war das Endometriumkarzinom. Jene Frauen, die täglich mehr als 16 Gramm Sojaprotein zu sich nahmen, schienen demnach ein gut 30 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko aufzuweisen.

Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang bei Studienteilnehmerinnen mit Übergewicht, berichten die Mediziner. Ihrer Ansicht nach könnte der Effekt zumindest teilweise auf Soja-Inhaltsstoffe zurückgehen. Verbindungen aus der Klasse der Isoflavone, aber auch die reichlich enthaltenen Ballaststoffe, beeinflussten Konzentration und Wirkung des Geschlechtshormons Östrogen. Dauerhaft hohe Östrogenspiegel gelten wiederum als Risikofaktor für das Endometriumkarzinom.


Forschung: Wang Hong Xu, Department of Epidemiology, Shanghai Cancer Institute; Xiao Ou Shu, Department of Medicine, Vanderbilt University, Nashville, Tennessee; und andere

Veröffentlichung in British Medical Journal, Vol. 328, 29. Mai 2004, pp 1285-8

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Große soziale Unterschiede im Rauchverhalten und bei der tabakbedingten Frühsterblichkeit. Das Deutsche Krebsforschungszentrum stellt zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2004 seine neueste Publikation zum Motto „Rauchen und Armut“ vor.

27.05.204 Wie in anderen Industrienationen besteht auch in Deutschland eine stark ausgeprägte soziale Polarisierung des Rauchverhaltens: Vor allem Personen mit geringerer Bildung, geringem Einkommen und niedrigerem beruflichen Status wie Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger weisen hohe Raucheranteile auf. In einer neuen Publikation des Deutschen Krebsforschungszentrums wird deutlich, dass der Raucheranteil unter den 18- bis 19-Jährigen mit 64 Prozent bei den Hauptschülern um 25 Prozent höher liegt als bei gleichaltrigen Gymnasiasten.

Große Unterschiede sind auch beim Rauchverhalten zwischen den verschiedenen Berufsgruppen erkennbar: Männer in einfachen manuellen Berufen und Frauen in einfachen Dienstleistungsberufen rauchen im Vergleich zu Personen in anderen Berufsgruppen am häufigsten (bis zu 50 Prozent), dagegen rauchen Gymnasial- und Hochschullehrer sowie Ärztinnen am seltensten (ca. 15 Prozent).

Ein ähnlich deutliches Bild zeigt sich in Bezug auf das durchschnittlich verfügbare Haushaltseinkommen: Während 43 Prozent aller Männer mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von unter 730 Euro pro Monat rauchen, sind dies nur 23 Prozent aller Männer in der höchsten Einkommensgruppe mit 3350 Euro und mehr. Mehr als die Hälfte der Unterschiede in den Sterberaten zwischen niedrigster und höchster sozialer Schicht bei Männern in Industrieländern wird durch das Rauchen verursacht.

Der Tabakkonsum ist nicht nur verantwortlich für eine Vielzahl weit verbreiteter chronischer Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislaufkrankheiten und chronisch obstruktive Bronchitis, sondern auch für beträchtliche Aufwendungen der Privathaus­halte. Durchschnittlich 5,5 Prozent des Einkommens wird in deutschen Privathaushalten für Tabakwaren ausgegeben. In einkommensschwachen Gruppen und vor allem bei Alleinerziehenden kann dieser Ausgabenanteil bis zu 20 Prozent betragen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum fordert deshalb die Politik auf, Tabakkontrollmaßnahmen stärker als bisher gezielt auf Personengruppen mit niedrigem Einkommen und geringerer Bildung auszurichten. Die bereits vollzogenen und geplanten Tabaksteuererhöhungen sind geeignet, die sozialen Unterschiede im Tabakkonsum zu verringern, da ärmere Bevölkerungsschichten sensibler als andere auf Preiserhöhungen reagieren. Eine zehnprozentige Steuererhöhung bewirkt einen Rückgang des Konsumverhaltens bei Personen mit Niedrigeinkommen um bis zu 13 Prozent im Vergleich zu 4 Prozent bei der Gesamtbevölkerung. Neben dieser wichtigsten Maßnahme der Personensteuerung sollten sich jedoch auch Beratungs- und Behandlungsmaßnahmen zur Tabak­entwöhnung und massenmediale Kommunikationsstrategien stärker als bisher an sozial benachteiligte Bevölkerungsschichten wenden. Ferner ist dringend ein umfassendes Tabakwerbeverbot umzusetzen, da Werbung und Marketing für Tabakprodukte einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtnachfrage nach Tabakwaren, insbesondere auch für sozial benachteiligte Personen mit Niedrigeinkommen, haben.

Die Publikation „Rauchen und soziale Ungleichheit – Konsequenzen für die Tabakkontrollpolitik“ ist im Deutschen Krebsforschungszentrum direkt zu beziehen unter who-cc@dkfz.de oder einzusehen unter www.tabakkontrolle.de.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

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Das Medikament Suramin wirkt gegen akutes Leberversagen
17.05.2004 - Das Medikament Suramin brachte in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts den Durchbruch im Kampf gegen die Schlafkrankheit. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigten nun, dass die Substanz auch gegen akutes Leberversagen wirksam ist.

Dr. Sören Eichhorn, Dr. Andreas Krüger und Kollegen aus der Abteilung von Professor Peter Krammer beschreiben in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Medicine* einen vielversprechenden neuen Einsatzbereich für das altbewährte Medikament. Sie entdeckten, dass Suramin in Leberzellen den programmierten Zelltod, Apoptose, hemmt. Dieser Effekt ist leberspezifisch: In Zellen anderer Gewebe fördert die Substanz sogar teilweise den Zelltod.
Akutes fulminantes Leberversagen kann als Folge von Medikamenten- oder Pilzvergiftungen oder von Infektionen mit dem Hepaptitis-B-Virus auftreten. Dabei geht der Großteil der Leberzellen durch Apoptose zugrunde, ein Vorgang, gegen den es bislang keine medikamentöse Therapie gibt. Die Wissenschaftler zeigten nun, dass Mäuse, bei denen Leberversagen experimentell ausgelöst wurde, nach sofortiger Suramin-Gabe deutlich länger überlebten als unbehandelte Artgenossen.
Auch beim Menschen verläuft ein akutes Leberversagen in der Mehrzahl der Fälle tödlich. Klinische Prüfungen sollen nun zeigen, ob die Schutzwirkung von Suramin die Überlebenschancen der Betroffenen verbessern kann.
Mit dem Medikament, das bereits 1916 von der Farbenfabrik Bayer AG entwickelt und unter dem Namen Germanin auf den Markt gebracht wurde, verfügten die Mediziner erstmals über ein wirksames Mittel gegen die Schlafkrankheit, die in weiten Teilen Afrikas mit verheerenden Epidemien grassierte. Später wurde Suramin erfolgreich gegen die Flussblindheit, eine verbreitete tropische Wurmerkrankung, eingesetzt und wurde gegen das Aids-Virus erprobt. Heute wird die Substanz als Therapeutikum bei verschiedenen Tumorerkrankungen getestet.

*Suramin inhibits death receptor induced apoptosis in vitro and fulminant apoptotic liver damage in mice. Sören T. Eichhorst, Andreas Krueger, Susanne Müerköster, Stefanie C. Fas, Alexander Golks, Uwe Gruetzner, Louise Schuber, Christine Opelz, Manfred Bilzer, Alexander L. Gerbes and Peter H. Krammer Nature Medicine Juni 2004

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

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Tumor im Fadenkreuz
 
17.05.2004 - Gegen inoperable Krebsgeschwüre wird eine neue Waffe geschmiedet. Mit der Behandlungsmethode der so genannten Partikeltherapie können Ärzte bisher unheilbare Krebsarten schnell, präzise und schonend zu Leibe rücken. Siemens entwickelt auf Basis von Patenten der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) standardisierte Anlagen für Spezialkliniken, wie das Siemens-Forschungsmagazin Pictures of the Future berichtet.

Bei der Methode „beschießt“ eine Ionenquelle den vorher exakt vermessenen Tumor mit Protonen oder Kohlenstoff-Ionen. Die winzigen Partikel werden dabei in einer Beschleunigeranlage auf halbe Lichtgeschwindigkeit gebracht und mit Magnetfeldern direkt in die Geschwulst gelenkt. Dort setzen sie ihre Energie frei und zerstören damit die bösartigen Zellen. Das umliegende gesunde Gewebe wird kaum in Mitleidenschaft gezogen, da die Zerstörungskraft der Ionen erst ab einer bestimmten Eindringtiefe einsetzt, um dann schnell wieder abzufallen. Außer Hautrötungen und leichten Schleimhautschwellungen treten kaum Nebenwirkungen auf. Gerade für Tumoren, die sehr dicht an sensiblen Organen wie Sehnerv oder Hirnstamm liegen und somit keine Operation zulassen, ist die neue Methode geeignet. Der Arzt kann mit einer drehbaren Strahlzuführung die winzigen Krebskiller präzise wie ein Skalpell in das kranke Gewebe steuern und benachbarte Organe umgehen. Nach GSI-Studien klettern so die Heilungschancen auf über 90 Prozent. Auch die Behandlungsdauer ist viel kürzer als bei herkömmlichen Bestrahlungen – maximal 30 Minuten Partikelbestrahlung über 20 Tage hinweg genügen, um einen deutlichen Tumorrückgang zu erzielen und ein erneutes Wachstum zu verhindern. Die Therapie ist so schonend, dass Patienten weiter zur Arbeit gehen können.

Die GSI baut derzeit eine Pilotanlage für das Uni-Klinikum Heidelberg. Ab 2006 soll es drei Bestrahlungsplätze für jährlich rund 1.000 Patienten geben. Siemens konstruiert Partikeltherapie-Anlagen für den klinischen Routinebetrieb. Die zukünftigen Bestrahlungseinrichtungen werden modular und standardisiert sein, was Planung, Zulassung und Betrieb vereinfacht. (IN 2004.05.5) 

Quelle: Siemens

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Bei Krebspatienten leidet die Seele mitDeutsche Krebshilfe fördert psycho-onkologische Betreuung
12.05.2004Krebs bedeutet für viele Patienten eine große körperliche Belastung. Aber auch die Seele leidet: Viele Betroffene bleiben mit ihren psychischen Problemen sich selbst überlassen. Denn die wenigsten Krebs-Zentren bieten eine psycho-onkologische Betreuung an. „Unser Anliegen ist es, den kranken Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen, als Einheit von Körper und Seele“, erläutert Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. Daher fördert die Organisation jetzt ein Projekt mit über 200.000 Euro im Clinical Cancer Center der Technischen Universität München, das die Psycho-Onkologie in die Behandlung krebskranker Menschen integriert.

Wieso habe gerade ich Krebs bekommen? Werde ich wieder gesund? Was geschieht mit meiner Familie, so lange ich nicht zu Hause sein kann? Solche Fragen stellen sich sicher viele Krebspatienten. „Um zu verhindern, dass Gefühle wie Angst und Depressionen die Genesung verschlechtern, müssen die psycho-sozialen Beschwerden frühzeitig erkannt und behandelt werden“, erklärt die Projektleiterin Professor Dr. Almuth Sellschopp. „Denn die Lebensqualität und damit auch der Heilungsprozess des Betroffenen hängt entscheidend davon ab, wie es ihm gelingt, sich in der belastenden Situation zu orientieren,“ betont die Leiterin der Arbeitsgruppe Psycho-Onkologie am Tumortherapie-Zentrum des Klinikum rechts der Isar.

Die rechtzeitige Beachtung von psychischen Symptomen bei Krebspatienten ist bislang jedoch ein Stiefkind geblieben. Auch am Münchener Clinical Cancer Center war die Psycho-Onkologie bisher nicht in die Abläufe integriert. Dieses Tumortherapie-Zentrum wurde bereits 1999 durch die Unterstützung der Deutschen Krebshilfe am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München initiiert. Das Ziel des innovativen Clinical Cancer Centers ist es, durch interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Krebstherapie die Qualität der medizinischen Behandlung zu steigern und die Patientenversorgung zu verbessern.

Um die Krebspatienten auch psychologisch betreuen zu können, wird an dem Zentrum jetzt ein neues Screening-Verfahren eingesetzt: Es soll dem Arzt ermöglichen, psycho-soziale Risikopatienten zu erkennen, um ihnen frühzeitig eine psycho-onkologische Behandlung anbieten zu können. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein Kurz-Fragebogen, den der Arzt nach der Patienten-Anamnese ausfüllt. „Primäres Ziel dieser Befragung ist es, psycho-sozial besonders belastete Risiko-Patienten zuverlässig identifizieren zu können“, erklärt die Projektleiterin. Zusätzlich geben die Patienten in Selbstauskunfts-Fragebögen an, welche körperlichen und psychischen Belastungen und Einschränkungen sie erleben und wie sie ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensqualität selbst einstufen. Stellt sich für einen Patienten ein hohes psycho-soziales Belastungsprofil dar, so wird ein Psycho-Onkologe hinzugezogen, um weitergehende diagnostische Gespräche zu führen und einen Behandlungsplan auszuarbeiten.

Nach seiner Entlassung erhält der Patient einen weiteren Fragebogen. Dieser soll klären, ob sich die Berücksichtigung seiner psycho-sozialen Situation positiv ausgewirkt hat auf sein psychisches Befinden, seine Lebensqualität und auf seine Zufriedenheit mit dem Krankenhausaufenthalt während der onkologischen Behandlung.

„Durch die Einbindung der Psycho-Onkologie in das Clinical Cancer Center in München soll die seit langem bestehende Zusammenarbeit von Onkologen und Psycho-Onkologen am Klinikum rechts der Isar weiter ausgebaut und die ganzheitliche Versorgung der Patienten verbessert werden“, erläutert Frau Professor Sellschopp.


Info: Psycho-Onkologie
Psycho-Onkologen kümmern sich sowohl um die psychischen Folgen der Krankheit Krebs als auch um jene, die mit der Therapie einhergehen. Dies betrifft nicht nur die Patienten selbst, sondern auch ihre Angehörigen sowie die behandelnden Ärzte und Schwestern. Wichtigstes Ziel der Psycho-Onkologie ist es, den Betroffenen bei der Bewältigung ihrer seelischen Belastungen zu helfen. Psycho-Onkologie wird von Psychologen, Soziologen und Ärzten praktiziert. Für ihre Verdienste um die Psycho-Onkologie wurde Frau Professor Dr. Almuth Sellschopp mit dem Deutsche Krebshilfe Preis 2002 ausgezeichnet.


Quelle: Deutsche Krebshilfe

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Neuauflage der Broschüre "Krebs in Deutschland"



12.05.2004 - Im Jahr 2000 wurden in Deutschland bei Männern ca. 200.000, bei Frauen ca. 195.000 Krebserkrankungen festgestellt. Davon erkrankten rund 183.000 Männer und 175.000 Frauen erstmalig an einer Krebskrankheit. Nach der neuen Schätzung der Dachdokumentation Krebs im RKI hat die Zahl der pro Jahr erkrankenden Frauen gegenüber der letzten Schätzung für 1998 um 1,7 Prozent abgenommen, die Zahl der erkrankten Männer dagegen um 7,4 Prozent zugenommen. Diese und weitere Ergebnisse der bevölkerungsbezogenen Krebsregistrierung in Deutschland liegen jetzt in der vollständig überarbeiteten 4. Ausgabe der Broschüre "Krebs in Deutschland" vor.

"Krebs in Deutschland" wird herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft bevölkerungsbezogener Krebsregister in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut und unterstützt vom Gesamtprogramm zur Krebsbekämpfung im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung. "Es ist sehr wichtig, dass inzwischen zunehmend mehr Krebsregister mit ihren Daten zur Schätzung beitragen", betont Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung. "Krebsregister sind unverzichtbar, um Informationen über die Verbreitung von Krebs zu gewinnen und Basisdaten u.a. für die Suche nach Ursachen von Krebs oder für die Bewertung von Versorgungsmaßnahmen wie zum Beispiel für die Mammographie zu erhalten."

Das RKI geht bei seiner Schätzung schrittweise vor: Zunächst wird aus saarländischen Daten und dann aus Daten weiterer vollzählig erfassender Krebsregister die Zahl aller jährlich auftretenden Krebserkrankungen geschätzt. Zu den wichtigsten Krebslokalisationen liegen Erkrankungszahlen für jedes Einzeljahr zwischen 1990 und 2000 altersgegliedert vor. An Stelle der Zahl aller erstmals an Krebs erkrankten Personen wurde in der neuen Schätzung die Zahl aller jährlich aufgetretenen Krebserkrankungen angegeben. Die Zahl der Erkrankungen ist stets größer als die Zahl erstmals Erkrankter, da dieselbe Person von einer 2. oder 3. Krebskrankheit betroffen sein kann. Ein direkter Vergleich mit vorangegangenen Schätzungen ist daher nicht ohne weiteres möglich.

Beinahe die Hälfte der Zunahme erstmals an Krebs erkrankter Männer ist auf die steigende Zahl entdeckter Prostatakrebserkrankungen (40.650) zurückzuführen, die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Mit 47.500 Erkrankungen im Jahr 2000 bleibt der Brustkrebs die häufigste Krebskrankheit der Frauen. Beim Prostatakrebs und beim malignen Melanom der Haut dürfte die Zunahme der Erkrankungen vorrangig auf verstärkten Anstrengungen bei der Früherkennung und (beim malignen Melanom) auch auf der vollzähliger werdenden Erfassung in weiteren Krebsregistern beruhen.

Neben bundesweiten Daten sind auch die Ergebnisse der Krebsregistrierung in den Bundesländern und des Kinderkrebsregisters aufgeführt. Für 21 Krebserkrankungen sind auf circa 100 Seiten Erkrankungsraten, Alters- und Geschlechtsverteilung, Überlebensraten und Risikofaktoren dargestellt. "Krebs in Deutschland" kann über die Krebsregister der Bundesländer und in Einzelexemplaren über das BMGS bezogen werden. Die Veröffentlichung als PDF-Datei und die Adressen der Krebsregister sind auf den RKI-Internetseiten zum Thema Krebs ( www/KRE.rki.deBS) verfügbar.

Zum Thema Krebsregisterierung erscheinen in der Mai-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts mehrere Beiträge.
www.bundesgesundheitsblatt.de)

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung und des Robert Koch-Instituts

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Deutsche Krebshilfe fördert bundesweites Forschungsprojekt
11.05.2004 - Die Deutsche Krebshilfe hat ein neues Verbundprojekt ins Leben gerufen, um die Diagnose und Therapie bösartiger Lymphome weiter zu verbessern. Bösartige Erkrankungen des Lymphsystems treten in zahlreichen unterschiedlichen Formen auf und haben in den letzten Jahrzehnten in Deutschland ständig zugenommen. Bei vielen bösartigen Lymphomen, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, sind die Heilungschancen immer noch schlecht. Der Grund: Es fehlen diagnostische Kriterien, mit denen die Behandlung gezielt geplant werden kann. Das mit vier Millionen Euro geförderte Verbundprojekt soll die molekularen Mechanismen maligner Lymphome weiter aufklären.

"Die Behandlung maligner Lymphome findet in Deutschland auf international anerkannt hohem Niveau statt", sagte Professor Dr. Lorenz Trümper, Sprecher des Verbundprojektes und Direktor der Abteilung Hämatologie und Onkologie am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen, am 11. Mai 2004 bei einer Pressekonferenz. So können Patienten mit Morbus Hodgkin, einer bösartigen Lymph-Erkrankung, in fast allen Fällen erfolgreich behandelt werden. Das ist in erster Linie den Therapieoptimierungsstudien zu verdanken, die zu einem großen Teil von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden.

"Für viele Lymphome sind die molekularen Mechanismen allerdings noch nicht entschlüsselt", betonte der Verbundsprecher. "Dies ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung, um die Therapie gezielt einsetzen zu können." Das Ziel des neu gegründeten Verbundprojektes "Molekulare Mechanismen bei malignen Lymphomen" ist es daher, das Verständnis für bösartige Lymphome zu erweitern und dadurch die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. In dem bundesweiten Verbundprojekt forschen Ärzte und Wissenschaftler aus 15 verschiedenen Institutionen gemeinsam. "Durch die enge Verzahnung unterschiedlicher wissenschaftlicher Ansätze aus Klinik und Forschung entsteht ein Mehrwert, der von keiner Arbeitsgruppe allein erreichbar wäre", betonte Professor Trümper.

"Wir wollen neue Gene identifizieren und so wirkungsvollere Diagnose- und Therapieansätze erarbeiten", erklärte der Mediziner. Dazu werden aktuelle molekularbiologische Forschungsergebnisse über Lymphomzellen eng mit klinischen und pathologischen Patientendaten aus Therapiestudien verknüpft. Die Ergebnisse sollen in einer umfangreichen Verbunddatenbank zusammengefasst werden, die in ihrer Komplexität einmalig ist und auch international für die Behandlung maligner Lymphome eine wichtige Grundlage bilden wird.

Dieses Verbundprojekt ist das jüngste Beispiel aus einer Reihe von multizentrischen Forschungsvorhaben, welche die Deutsche Krebshilfe ins Leben gerufen hat und finanziert. Weitere Verbundprojekte befassen sich mit dem erblichen Brust- und Darmkrebs, dem Bauchspeicheldrüsenkrebs, dem Barrett-Karzinom, einer bösartigen Erkrankung der Speiseröhre, sowie mit der Immuntherapie von Krebserkrankungen. "Ein wesentlicher Vorteil dieser interdisziplinären Verbundprojekte liegt darin, dass wir einen deutlich größeren Erkenntnisgewinn im Vergleich zu Einzelprojekten erhalten", erklärte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.
Interviewpartner auf Anfrage!


Info: Maligne Lymphome
Maligne Lymphome sind eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems, die eine sehr heterogene Gruppe darstellen. Grund hierfür ist die große Anzahl verschiedener Lymph- und Abwehrzellen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Entwicklung entarten und zu einer Krebserkrankung führen können. Durch feingewebliche Untersuchungen von Lymphknoten und Lymphgeweben lassen sich die verschiedenen Krankheitsbilder aus dem Kreis der bösartigen Lymphome identifizieren und den Untergruppen "Morbus Hodgkin" oder "Non-Hodgkin-Lymphom" zuordnen. Jährlich erkranken rund 15.000 Menschen an einem bösartigen Lymphom. Während nahezu 90 Prozent der Patienten mit Morbus Hodgkin geheilt werden können, liegen die Heilungschancen bei vielen Non-Hodgkin-Lymphomen immer noch bei nur rund 50 Prozent.

Projekt-Nr.: 70-3173

Quelle: Deutsche Krebshilfe

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Nachsorge im TaschenformatPer Minicomputer kommunizieren krebskranke Jugendliche und Eltern mit ihrer Klinik und untereinander / Projekt "OnkoConnect" im Test
 
Der tragbare Minicomputer (XDA) verwaltet die wichtigsten Krankheitsdaten, die zeitsparend zwischen Arzt und Patient online ausgetauscht werden können. / Foto: Universitäts-Kinderklinik Heidelberg.   

Wenn Jochen Rudolf unterwegs ist, hat er seine Krankheitsdaten in der Tasche: einen Minicomputer mit integriertem Handy und Kamera (XDA), der seine wichtigsten Krankheitsdaten enthält und den Kontakt mit seiner Klinik und anderen krebskranken Jugendlichen ermöglicht. Vor einigen Jahren erkrankte der Auszubildende an Krebs und hat nun erfolgreich seinen zweiten Therapiezyklus überstanden.

Die mobile Kommunikation als ein neuer Weg der Nachsorge und Selbstorganisation wird derzeit erstmals für drei Monate auf ihre Praxistauglichkeit mit insgesamt 24 an Krebs und Mukoviszidose erkrankten Jugendlichen, Eltern und Mitarbeitern der Kinderklinik getestet. Ziel ist die effektive Kommunikation zwischen Patient und Klinik/Arzt, aber auch unter den Betroffenen selbst. Das Projekt OnkoConnect wird neben der Heidelberger Universitäts-Kinderklinik Abteilung für Hämatologie und Onkologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Andreas Kulozik) maßgeblich von der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik (Professor Dr. Helmut Krcmar) finanziert und durchgeführt. Unterstützt wird das Projekt von der Aktion für krebskranke Kinder Heidelberg und dem Projekt Onko-Kids-online der Heidelberger Kinderklinik und dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt COSMOS (Community Online Services and Mobile Solutions).

Mehrmals am Tag piept es bei Jochen Rudolf. Der XDA, nicht größer als eine Geldbörse, erinnert ihn an seine Medikamente. Sämtliche wichtigen Werte und Befunde, z.B. Blutwerte und ein selbst geführtes Schmerztagebuch, sind auf der Datenbank des Computers gespeichert und stets verfügbar. "Die vielen Daten sind jetzt immer griffbereit", sagt Jochen begeistert. Mit dem Computer kann der häufig wechselnde Terminplan einfach verwaltet werden, was die Nachsorge für das Pflegepersonal wesentlich erleichtert.

Elektronischer Kontakt zu Betroffenen durchbricht die Isolation

Da Blutwerte direkt von der Klinik auf einen XDA geschickt werden können, entfallen lange Wartezeiten. Über die Datenschnittstelle Bluetooth können Ärzte und Patienten ihre Termine einfach und schnell abgleichen. Und mit der Kamerafunktion des XDA ist es möglich, auffällige Hautbefunde direkt an den Arzt zu schicken, der dann entscheiden kann, ob ein Besuch in der Klinik notwendig ist. Medikamenteneinnahme und Arzttermine können eigenverantwortlich verwaltet werden. Das Gerät kann nicht nur von Jugendlichen, sondern auch von Eltern genutzt werden, deren Kind an Krebs erkrankt ist.

Bei seiner ersten Therapie verbrachte Jochen noch mehrere Wochen in der Klinik, danach stapelten sich die Terminzettel. Inzwischen sind die stationären Aufenthalte kürzer geworden, die lange Isolation in der Klinik entfällt, allerdings auch die psychologische Betreuung, die von der Klinik angeboten wird, und der enge Kontakt mit anderen Patienten seines Alters. Einen großen Teil der Verantwortung für Therapie und Nachsorge trägt Jochen selbst. Um diese zusätzliche Belastung ein wenig zu mildern, wurde OnkoConnect ins Leben gerufen. Mit dem XDA werden Kontakte zu anderen Betroffenen geschaffen und die Isolation der Krankheit aufgebrochen.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

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Die Rolle von Epstein-Barr-Viren bei der Krebsentstehung
Neue Abteilung im Deutschen Krebsforschungszentrum gegründet
14.04.2004 - Epstein-Barr-Viren (EBV) stehen in Zusammenhang mit bestimmten Tumoren. Professor Dr. Henri-Jacques Delecluse, Leiter der neu gegründeten Abteilung Pathologie infektionsbedingter Tumoren, will herausfinden, welche molekularen Prozesse bei der Entartung von infizierten Zellen ablaufen.

Über 95 Prozent der Bevölkerung tragen Epstein-Barr-Viren. Diese Tumorviren stehen in Zusammenhang mit Lymphomen, Magenkrebs und Tumoren im Nasen-Rachen-Raum. Dennoch entsteht nur bei einem geringen Teil der Infizierten Krebs. Einen Zusammenhang zwischen der Infektion mit EBV und Krebs gibt es auch bei Morbus Hodgkin: In 50 Prozent der Fälle sind die Viren mit der Krankheit assoziiert. Ein erhöhtes Risiko, an EBV-bedingten Tumoren zu erkranken, haben Empfänger einer Organspende, da ihr Immunsystem unterdrückt ist und damit nicht den natürlichen Schutz vor dem Virus bietet.

Epstein-Barr-Viren findet man bei gesunden Menschen ausschließlich in B-Lymphozyten, einem bestimmten Zelltyp des Immunsystems. In deutlichem Gegensatz dazu steht die Beobachtung, dass EBV-assoziierte Tumoren nicht aus diesen B-Zellen, sondern stattdessen häufig aus anderen Immunzellen, den so genannten T-Lymphozyten, oder aus Epithelzellen (Zellen der Haut und der Schleimhäute) entstehen. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass die Infektion anderer Zelltypen als B-Lymphozyten mit einem hohen Krebsrisiko verbunden ist. Delecluse geht der Frage nach, wie die Viren in Zellen gelangen und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit diese Zellen entarten. Die Analyse des Erbguts verschiedener Virusstämme soll Aufschluss darüber geben, welche Auswirkungen bestimmte Mutationen auf den Infektionszyklus haben. Darüber hinaus hat der Pathologe Virusproteine charakterisiert, die bei der Infektion von Epithelzellen eine wichtige Rolle spielen. Parallel dazu untersucht er an menschlichen Tumoren, die mit EBV infiziert sind, wie sich die entarteten von gesunden Zellen unterscheiden.

Professor Henri-Jacques Delecluse studierte in Lille, Frankreich, Biologie und Medizin und legte in Lyon die Prüfung zum Facharzt für Pathologie ab. Danach arbeitete der Wissenschaftler am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Benjamin Franklin in Berlin, wo er sich mit der Pathologie von Lymphomen und Leukämien beschäftigte. Eine wichtige Etappe in seiner Forscherkarriere verbrachte der Mediziner am GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München: Im Institut für Klinische Molekularbiologie und Tumorgenetik entwickelte er ein experimentelles Verfahren, das die Einführung von beliebigen Mutationen in das Erbgut des Epstein-Barr-Virus ermöglicht. Zuletzt arbeitete Delecluse am Institute for Cancer Studies der Universität Birmingham in England.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

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Darmkrebsmonat März: Folgeerkrankungen zu wenig im Focus

31.03.2004 - Heute geht der offizielle Darmkrebsmonat März, der erstmals 2002 von der Felix-Burda-Stiftung ins Leben gerufen wurde, zu Ende. Auch in diesem Jahr informierten zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen über die Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten des Darmkrebses. Kaum im Focus standen jedoch die Folgeerkrankungen, die durch den Krebs entstehen - aber diese sind für Patienten oftmals belastender als der Krebs selbst.

Eine der häufigsten Folgeerkrankungen bei Krebs ist die Fatigue, ein chronischer Erschöpfungszustand. Je nach Krebsart leiden bis zu 90 % der Patienten an dieser Form der Müdigkeit. Die Hauptursache der Fatigue ist ein Mangel an roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich sind. Dieser Mangel, tumorbedingte Anämie genannt, kann bei Krebspatienten sowohl durch den Krebs als auch durch die Behandlung entstehen: Beide können dazu führen, dass der Körper das Hormon Erythropoietin, das die Reifung der roten Blutkörperchen bewirkt, nicht ausreichend bildet. Die Betroffenen sind durch die Sauerstoffunterversorgung dauerhaft müde und fühlen sich benommen. Sie können einfachste alltägliche Arbeiten nur mit größter Anstrengung bewältigen.


Neben dieser massiven Einschränkung der Lebensqualität leidet auch der Erfolg der Krebstherapie: Anämische Patienten haben eine höhere Rückfallrate und können eher an der Krebserkrankung versterben. Ziel der Anämie-Therapie ist es daher, die Zahl der roten Blutkörperchen dauerhaft zu erhöhen, um die Sauerstoffversorgung des Körpers wieder sicherzustellen. Eine nachhaltig wirksame Therapie ist die Gabe des biotechnologisch hergestellten Hormons Epoetin beta, das das körpereigene Erythropoietin ersetzt und die Anämie behebt. Eine Arbeitsgruppe um den niederländischen Krebsspezialisten Professor Marc Boogaerts untersuchte die Wirkung der Anämie-Behandlung mit Epoetin beta: Die Fatigue-Symptomatik der anämischen Krebspatienten und damit ihre Lebensqualität wurden durch die Therapie mit Epoetin beta bedeutend verbessert.

Originaltext: Hoffmann-La Roche AG

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Darmspiegelung: kleiner Aufwand, großer Nutzen
Appell von KBV und Deutscher Krebshilfe

30.03.2004 - „Immer mehr Versicherte nutzen die Möglichkeit der Darmspiegelung zur Krebsvorsorge: Rund 350.000 Menschen haben sich seit Einführung der Koloskopie als gesetzliche Vorsorgeleistung im Oktober 2002 einer präventiven Darmspiegelung unterzogen. Das ist ein Erfolg, auf dem wir aufbauen können“, erklärte Dr. Manfred Richter-Reichhelm, der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin. Gemeinsam zogen KBV und Deutsche Krebshilfe eine erste Bilanz zum Früherkennungsprogramm der Ärzte und Krankenkassen. „Als wir die Darmspiegelung im vierten Quartal 2002 als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung einführten, nahmen circa 25.000 Patienten eine präventive Koloskopie in Anspruch. Im zweiten Quartal 2003 waren es bereits 150.000“, berichtete Richter- Reichhelm. „Es ist gut, dass viele Menschen die Chancen der Krebsfrüherkennung nutzen. Dazu hat sicherlich auch die konzertierte Öffentlichkeitsarbeit im Darmkrebsmonat März beigetragen. Doch wir wollen noch mehr erreichen“, unterstrich Dr. Eva Kalbheim.

Die Sprecherin der Deutschen Krebshilfe erklärte: „Jedes Jahr sterben etwa 30.000 Menschen an Darmkrebs. Die Hälfte von Ihnen könnte gerettet werden, denn Darmkrebs gehört zu den Tumorerkrankungen mit guten Heilungschancen – wenn er rechtzeitig erkannt wird.“ Hintergrund: Die gesetzlich Krankenversicherten können seit Oktober 2002 zwischen dem 50. und dem 55. Lebensjahr einmal jährlich einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl machen lassen. Eine Darmspiegelung ist ab dem 56. Lebensjahr möglich und kann nach zehn Jahren wiederholt werden. „Wer die Darmspiegelung nicht in Anspruch nehmen möchte, kann ebenfalls ab dem 56. Lebensjahr seinen Stuhl alle zwei Jahre auf Blut untersuchen lassen“, erläuterte Richter- Reichhelm.

Diese Untersuchung sei allerdings nicht so genau wie eine Darmspiegelung. Deren Risiken schätzte der KBV-Vorsitzende als minimal ein und wies auf die strengen Qualitätsvorgeben hin: „Zugelassen für Darmspiegelungen sind nur Experten wie Gastroenterologen oder Internisten, die mindestens 200 Koloskopien und 50 Polyp-Entfernungen vorgenommen und dokumentiert haben.“ Die Deutsche Krebshilfe hat sich das Ziel gesetzt, die Sterberate in den nächsten fünf Jahren deutlich zu senken. „Wir wollen die Versicherten dazu motivieren, regelmäßig an der Darmkrebs- Früherkennung teilzunehmen. Angesprochen sind vor allem Menschen ab 50 Jahren. Diese Altersgruppe ist von der Krankheit besonders häufig betroffen“, erläuterte Kalbheim. „Die Möglichkeit, eine Darmspiegelung als gesetzliche Krebsvorsorgeleistung in Anspruch zu nehmen, ist weltweit einmalig. Hier sind wir mit unserem Konzept wirklich an der Spitze“, resümierte Richter-Reichhelm. Er appellierte jedoch auch an die Eigeninitiative der Patienten: „Die meisten Bürger machen die Vorsorgeuntersuchung, weil der Hausarzt, Gynäkologe, Urologe oder ein anderer Arzt ihnen dazu geraten und sie an den entsprechenden Spezialisten überwiesen hat. Noch besser wäre es, wenn die Darmspiegelung den Patienten selbst ein Anliegen würde.“ Die Sprecherin der Deutschen Krebshilfe ergänzte: „Wir müssen den Patienten die Angst vor der Untersuchung nehmen. Das ist nur mit einer soliden Aufklärung zu erreichen.“

Originaltext: Kassenärztliche Bundesvereinigung

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Krebszellen dezimieren ihre Jäger

Tumorzellen setzen einen Botenstoff des Immunsystems ein, um sich Abwehrzellen vom Leibe zu halten. Mit Hilfe des Proteins Galectin-1 blockieren sie die Vermehrung von Lymphozyten und treiben sie in den Selbstmord, berichten argentinische Forscher im Fachblatt "Cancer Cell". Eine gezielte Unterdrückung dieses Mechanismus könnte möglicherweise die Selbstheilungskräfte von Krebspatienten fördern.

Auch wenn sie die Aufmerksamkeit des Immunsystems erregt haben, können Krebsgeschwüre häufig rasch wachsen. Auf welche Weise sich die Tumorzellen ihrer Jäger erwehren, sei jedoch unklar, schreiben Gabriel Rabinovich von der Universität Buenos Aires und seine Kollegen. Die Forscher untersuchten nun die Rolle des Proteins Galectin-1. Der Botenstoff wird nicht nur von einigen Körperorganen produziert, sondern auch von aggressiv wachsenden Tumoren.

Hautkrebszellen von Menschen und Mäusen bilden ebenfalls Galectin-1 und geben es an die Umgebung ab, berichten die Wissenschaftler. Versuchsweise isolierten sie einen Typ von Tumorzellen und bremsten dessen Produktion von Galectin-1. Erhielten Mäuse diese veränderten Zellen gespritzt, zeigten sich erstaunliche Effekte: Je weniger Galectin-1 die Zellen produzierten, desto besser wurden sie vom Immunsystem der Mäuse bekämpft. Entsprechende Tumoren entwickelten sich deutlich langsamer oder überhaupt nicht.

Galectin-1 verhindert offenbar, dass der Körper eine schlagkräftige Truppe aus T-Lymphozyten aufbaut, fanden die Forscher. Hatten die Mäuse nach Kontakt mit veränderten, "zahnlosen" Tumorzellen jedoch erst einmal eine solche Abwehrfront errichtet, waren sie auch gegen normale, Galectin-1 produzierende Tumorzellen gefeit. Die Resultate hätten "gewichtige Konsequenzen für Immuntherapie von Krebs", sind Rabinovich und seine Kollegen überzeugt.


Forschung: Natalia Rubinstein und Gabriel A. Rabinovich, Division of Immunogenetics Hospital de Clínicas José de San Martín, und Department of Microbiology, Faculty of Medicine, University of Buenos Aires; und andere

Veröffentlicht in Cancer Cell, Vol. 5(3), März 2004, pp 241-52


Quelle: Scienceticker

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Extreme Länderunterschiede bei Brustkrebs-Operationen
23.03.2004 - Frauen mit Brustkrebs wird in einigen Ländern eher selten die gesamte Brust amputiert, in einigen Ländern dagegen fast immer. Das berichtet ein polnischer Mediziner auf der Europäischen Brustkrebskonferenz in Hamburg.

Am seltensten entfernten französische Mediziner die gesamte Brust, so Jacek Jassem von der Medizinischen Universität Danzig. Dort werde in 72 Prozent der Fälle eine brusterhaltende Operation durchgeführt. In Deutschland werde in 57 Prozent der Fälle, in Polen dagegen nur in 2 Prozent der Fälle schonend operiert. Eine mögliche Erklärung sei, dass die Tumoren in einzelnen Ländern unterschiedlich früh entdeckt würden.

Je kleiner ein Tumor in der Brust bei der Diagnose ist, desto eher kann brusterhaltend operiert werden. Bestrahlung oder Medikamente verbessern zudem die Heilungschancen, so dass oft nur ein kleiner Teil des Brustgewebes entfernt werden muss. Dennoch werde die radikale Mastektomie immer noch sehr häufig durchgeführt, so Jassem. "Das ist schon überraschend", sagte der Mediziner, "und ich würde darin sowohl ein medizinisches wie auch ein soziologisches Phänomen sehen."

Jassems Zahlen stammen aus einer Studie mit 4.700 Teilnehmerinnen in 37 Ländern. Dabei ging es um die Anwendung des Wirkstoffs Exemestan zur Vermeidung von Rückfällen nach einer Brustkrebsoperation. Bereits bei einer früheren Studie habe er ähnliche Beobachtungen gemacht, so der Mediziner. Daher glaubt er, dass die Resultate die allgemeine Lage gut widerspiegeln.


Forschung: Jacek Jassem, Department of Oncology and Radiotherapy, Medical University of Gdansk

Quelle: Scienceticker



Ein Wegweiser durchs medizinische Labyrinth
 
10.03.2004 - Pünktlich zu Beginn des Darmkrebsmonat März erscheint im TRIAS Verlag das Fachbuch "Hilfe bei Darmkrebs". Ab dem 10. März ist die Publikation zum Preis von 17,95 Euro im Buchhandel erhältlich. Was bislang nur online im Informationsportal www.darmkrebs.de der Felix Burda Stiftung zu lesen war, ist ab 10. März druckfrisch im Buchhandel erhältlich. Zusammen mit dem TRIAS Verlag, Stuttgart, hat die Stiftung einen Ratgeber zum Thema Darmkrebs herausgegeben.

Das Fachbuch "Hilfe bei Darmkrebs" bietet klar strukturierte Informationen zu Früherkennung, Diagnose, Therapie sowie der Nachsorge und ist speziell für Patienten und deren Angehörige konzipiert. "Wir haben viele Anfragen bekommen, warum es die medizinischen Informationen unserer Website www.darmkrebs.de nicht auch in Form eines Buches gibt. Mit dem Trias Verlag haben wir einen Partner gefunden, mit dem wir dieses Projekt pünktlich zum Darmkrebsmonat März umsetzen konnten", erläutert Dr. Christa Maar, Präsidentin der Felix Burda Stiftung und Herausgeberin des Fachbuches. "Hilfe bei Darmkrebs" ist bereits das zweite Buch, das von der Felix Burda Stiftung zu diesem Themenbereich herausgegeben wird. Bereits im letzten Jahr erschien ebenfalls im Monat März der Wellness - Ratgeber "Gesundheit aus dem Darm" (ZS Zabert Sandmann Verlag, 2003).

Dieses Buch beschäftigt sich vor allem mit den Funktionen des wichtigen Organs Darm und dessen oftmals vernachlässigtem Stellenwert in der westlichen Kultur. Dabei steht die Gesundheit und die Gesunderhaltung des Darmes im Vordergrund. Mit wunderbaren Bildern und mit einem hohen Nutzwert für den Leser vermittelt dieser Ratgeber alles, was man zum Thema gesunde Ernährung, Bewegung und Prävention wissen sollte. "Hilfe bei Darmkrebs ist die logische Weiterführung von Gesundheit aus dem Darm", erklärt Dr. Christa Maar den Sachverhalt. "Gesundheit aus dem Darm richtet sich an gesunde Menschen, die gesund bleiben wollen und Hilfe bei Darmkrebs ist das Fachbuch für alle, die leider bereits von der Krankheit betroffen sind und spezifisch medizinische Infos und Ratschläge benötigen." "Das tückische an Darmkrebs ist, dass er oft jahrelang wächst, ohne Symptome zu verursachen. Es ist erwiesen, dass die Vorstufen eines Tumors vor seiner Entdeckung zehn bis 15 Jahre unbemerkt gewachsen sind", so die Autoren des Buches, Prof. Dr. Hans-Dieter Allescher, Dr. Astrid C. Kors, Dr. Verena Drebing. Diese Aussage verdeutlicht, wie lange der Zeitraum ist, innerhalb dessen Früherkennungsmaßnahmen bei Darmkrebs Erfolg versprechend sind.

Quelle: Felix Burda Stiftung
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Hoffnung auf neuen Behandlungsansatz bei Querschnittslähmungen Im Deutschen Krebsforschungszentrum konnten Wissenschaftler kürzlich an Mäusen zeigen, dass eine Querschnittslähmung durch Blockade des programmierten Zelltods rückgängig gemacht werden kann.

08.03.2004 - Querschnittslähmungen sind meist die Folge von Verletzungen des Rückenmarks bei Unfällen, können aber auch durch Tumorerkrankungen hervorgerufen werden. Ist das Rückenmark durchtrennt, werden Informationen vom Gehirn nicht mehr an die Gliedmaßen weitergeleitet. Nach der eigentlichen Verletzung der Nervenbahnen laufen biologische Prozesse ab - wie z. B. der programmierte Zelltod (Apoptose) - die das verletzte Gewebe noch weiter zerstören und dadurch zur dauerhaften Lähmung führen.

Dr. Ana Martin-Villalba und Mitarbeiter aus der Abteilung Immungenetik unter der Leitung von Professor Dr. Peter Krammer beschreiben in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Medicine*, dass die Blockade eines Schlüsselmoleküls der Apoptose die Fähigkeit zur koordinierten Bewegung der gelähmten Extremitäten wieder herstellt. Mit spezifischen Antikörpern blockierten die Wissenschaftler das Protein CD95 L, das in Zellen, die das spezifische Rezeptorprotein CD95 tragen, die Selbstmordkaskade auslöst.
Nach gezielter Verletzung des Rückenmarks schnitten die antikörperbehandelten Mäuse bei speziellen Geschicklichkeitstests deutlich besser ab als die Kontrolltiere. Im Gewebeschnitt ließen sich bei den behandelten Tieren außerdem wieder auswachsende Nervenfasern jenseits der Stelle der Verletzung nachweisen. Die Antikörperbehandlung verhinderte auch das Absterben der Oligodendrozyten, die die kabelartigen Nervenfasern elektrisch isolieren und so die Signalübertragung erst ermöglichen.

Bei unter 40jährigen sind Hirn- und Rückenmarksverletzungen die Hauptursache für Tod und Schwerbehinderung. Die gezielte Blockade der Apoptose könnte in Zukunft eine Möglichkeit darstellen, verletzte Nerven vor weiterer Zerstörung zu schützen und so einer lebenslangen Lähmung vorzubeugen.
*Deana Demjen, Stefan Klussmann et al.: Neutralization of CD95 ligand promotes regeneration and functional recovery after spinal cord injury. Nature Medicine, April 2004

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

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Krebs der Eierstöcke - Überlebenszeiten wesentlich verbessert
02.03.2004 - Der Krebs der Eierstöcke (Ovarialkarzinom) verursacht einer Frau erst dann Beschwerden, wenn sich im Spätstadium die Tumorzellen über den ganzen Bauchraum ausgebreitet haben. Denn dann sind diese so zahlreich geworden, dass das aus ihnen austretende Gewebewasser, das sich im Bauch ansammelt, zu einer Zunahme des Bauchumfangs und des Körpergewichts geführt hat (genannt "Aszites"). Die durchschnittliche Überlebenszeit nach der Erstdiagnose lag noch vor wenigen Jahren bei 18 Monaten.

Ist ein Eierstockskrebs diagnostiziert, so müssen in einer oft viele Stunden dauernden Operation die Eierstöcke, die Gebärmutter und alle weiteren Tumornester im Bauchraum entfernt werden. Häufig gelingt das nicht vollständig. Aber es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass das durchschnittliche Überleben auf 38 Monate verbessert werden kann, wenn es gelingt, diese Tumoren bis auf Tumorreste von weniger als ein bis zwei Zentimeter Durchmesser zu reduzieren. Da diese Tumorabsiedlungen oft in der Wand des Darmes oder der Blase liegen, ist im Sinne der Interdisziplinarität die Zuziehung eines Darmchirurgen (zur eventuellen Entfernung von Darmabschnitten) oder eines Urologen in diesen Fällen notwendig.

Anschließend bekommt die Patientin eine Chemotherapie, wobei die Überlebenszeit bei einer guten Lebensqualität durch den Einsatz von Platinderivaten und von modernen Taxanen auf drei bis fünf Jahre angehoben werden kann. Selbst im Falle der erneuten Wiederkehr der Erkrankung hat der Einsatz von Gemcitabine in Kombination mit Carboplatin Überlebenszeitverlängerungen bewirkt.

Notwendig für diese guten Erfolge ist es, dass eine Frau mit einem Eierstockskrebs in einer Klinik der Maximalversorgung behandelt wird, in der ein multidisziplinäres Therapiekonzept auf hohem Niveau gewährleistet ist. Bis heute werden erst 20% aller Frauen in derartigen Kliniken - zumeist Universitätsklinika oder Akademische Lehrkrankenhäuser - behandelt. Studien haben gezeigt, dass die Überlebenszeit und die Lebensqualität außerhalb von derartigen Zentren zu schlechteren Ergebnissen führt als bei einer Behandlung in einem großen Haus.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.

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Kommentar zur Diskussion um Krebs durch Röntgendiagnostik

26.02.2004- Kürzlich kam eine sorgfältige wissenschaftliche Studie aus Oxford zu dem Ergebnis, dass in Großbritannien etwa 0.5% der Krebsmortalität durch Röntgendiagnostik hervorgerufen werde, in Deutschland dagegen 1.5%, wegen der häufigeren Röntgendiagnostik.

DER SPIEGEL ONLINE vom 2.2.2004 titelte seinen Bericht "Tausende verstrahlt - weil Arztpraxen ums Überleben kämpfen". Das Problem ist zwar vielschichtiger, aber die medizinische Strahlenexposition zu reduzieren, ohne dabei die nötige diagnostische Information aufzugeben, ist ein wichtiges Anliegen. Dosisreduktion in der Medizin, verbesserte Dosimetrie und Risikobestimmung sind seit langem auch Forschungsthemen des GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg.

Viele Röntgenuntersuchungen verlangen heute weit geringere Strahlendosen als früher. Andererseits haben sich ganz neue Anwendungsmöglichkeiten, z.B. durch Computertomographie, durchgesetzt. Insgesamt hat sich deshalb die mittlere Exposition der Bevölkerung durch Röntgendiagnostik nicht verringert. Dosisreduktion in der radiologischen Diagnostik bleibt somit eine bedeutsame Aufgabe; jedoch sind angesichts der durch die jüngste Studie ausgelösten Besorgnisse einige Erläuterungen angebracht:

Die Studie aus Oxford besagt, dass in Deutschland jährlich etwa 2 000 Krebserkrankungen bei Menschen im Alter bis zu 75 Jahren durch die medizinische Strahlenexposition verursacht sein können. Die entsprechende Zahl der Krebstodesfälle könnte etwa 1000 sein. Dazu müsste allerdings auch die Gegenrechnung aufgemacht werden. Wieviel der etwa 320 000 jährlichen Neuerkrankungen an Krebs in Deutschland werden geheilt, weil Röntgendiagnostik frühere Erkennung und bessere Behandlung ermöglicht? Dabei dient nur ein geringer Teil der Röntgenuntersuchungen der Krebsdiagnostik. Der Gesamtnutzen ist schwer zu beziffern, überwiegt aber bei weitem das Risiko.

Die neue Studie ist keine neue erschreckende Nachricht. Seit Jahren werden weit höhere Zahlen propagiert, denen zwar die wissenschaftliche Basis fehlte, aber keineswegs die öffentliche Resonanz, z.B.:
"Deutschlands Ärzte sind Weltmeister im Röntgen. Sie belasten ihre Patienten mehr als doppelt so hoch und so häufig mit Röntgenstrahlen wie ihre Kollegen in England, Belgien oder den USA. Mehr als 20.000 Menschen sterben deshalb jedes Jahr in Deutschland zusätzlich an Krebs." (Schmitz-Feuerhake, Lengfelder: 100 Jahre Röntgen: Medizinische Strahlenbelastung - Bewertung des Risikos, 1997). Diese Zahl ließe sich auf ein Zehntel reduzieren, wenn die Ärzte wirklich nur dann röntgen würden, wenn es notwendig ist." (Ärztliche Praxis Nr.14, S.4, 18.2.97).
So gesehen, wäre nach der Oxford-Studie das oben als Idealziel genannten Zehntel bereits erreicht. Tatsächlich zeigt das Beispiel der mehr als 20 000 Röntgentoten allerdings nur, wie leichtfertig Risikoschätzungen mit Phantasiezahlen übertrieben und instrumentalisiert werden.
Übrigens ergab schon im vergangenen Jahr eine Bewertung durch GSF und das Institut für Strahlenhygiene des BfS nahezu dieselbe Schätzung wie nunmehr die Studie aus Oxford.

Die Tatsache, dass in Deutschland deutlich mehr Röntgenaufnahmen gemacht werden als in England, ist sicherlich kritisch zu sehen, ist aber zum Teil systembedingt. Im staatlich zentralisierten, weit weniger aufwendigen Gesundheitssystem Englands gibt es wenig teure Geräte, beispielsweise für Computer-Tomographie, die Patienten akzeptieren dort beträchtlich längere Wartezeiten und geben sich häufiger mit Diagnosen ohne moderne Verfahren zufrieden. Wegen des Mangels an CT-Geräten bezahlen die englischen Kassen neuerdings auch Untersuchungen im Ausland.

Noch problematischer ist der Vergleich der deutschen und europäischen Praxis der Röntgendiagnostik mit den Verhältnissen in den USA. Die über die Bevölkerung gemittelte Dosis durch Röntgendiagnostik liegt dort unter dem deutschen Wert. Der Grund allerdings ist, dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung keine Krankenversicherung hat und deshalb wenig oder gar keine Röntgendiagnostik erhält. Andererseits werden für diejenigen, die es sich leisten können, kommerziell CT-Ganzkörperuntersuchungen ohne Indikation, d.h. als reine Screening-Maßnahme angeboten. In Deutschland und anderen europäischen Ländern wäre eine solche Praxis völlig illegal.

Die Zahlen zur Häufigkeit der Röntgenuntersuchungen und zur durchschnittlichen Dosis in den verschiedenen Ländern sind schwer zu vergleichen, da es kein einheitliches System zur statistischen Erfassung und zur dosimetrischen Abschätzung der medizinischen Strahlenexposition gibt. Beispielsweise sind in der Schweiz und in Deutschland Praxis und Technik der Röntgendiagnostik weitgehend gleich, dennoch werden für die Schweiz deutlich geringere Dosiswerte angegeben. Ein einheitliches internationales Erfassungssystem wird gegenwärtig vorbereitet.

Die Studie aus Oxford verwendet anerkannte Methoden zur Risikobestimmung, die allerdings sehr indirekter Natur sind. Da die Risiken der geringen Strahlendosen durch Röntgendiagnostik im statistischen Rauschen untergehen, d.h. viel zu gering sind, um unmittelbar beobachtet zu werden, müssen sie aus ganz anderen Beobachtungen erschlossen werden, nämlich aus den Erhöhungen der Krebsraten bei den hoch bestrahlten Atombombenüberlebenden. Trotz ihrer indirekten Natur sind die Schätzungen jedoch realistisch. Sie tragen auch der Tatsache Rechnung, dass ein großer Teil der Röntgenuntersuchungen an älteren Patienten durchgeführt wird, für die das Strahlenrisiko wegen der langen Latenzzeiten bis zum möglichen Auftreten strahlenbedingter Krebserkrankungen deutlich reduziert ist. Nicht berücksichtigt wurde allerdings der zusätzliche Faktor, dass die Lebenserwartung und somit auch das Strahlenrisiko bei ernsthaft erkrankten Patienten geringer ist als bei gesunden Personen gleichen Alters. Insofern sind die angegebenen 2000 Krebsfälle eine gewisse Überschätzung.

Bei kleinen Dosen könnte Röntgenstrahlung etwas wirksamer sein, als es die zum Vergleich herangezogene energiereiche Gamma-Strahlung der Bomben war. Andererseits enthielt die Strahlung der Atombomben einen Anteil der biologisch besonders wirksamen schnellen Neutronen. Forscher der beiden Universitäten Münchens und der GSF haben wesentlich dazu beigetragen, dass im vergangenen Jahr in höchst komplizierten Messungen an Kupferproben aus Hiroshima die bisher unbekannte Neutronendosis retrospektiv bestimmt werden konnte. Demnach dürfte die Erhöhung der Krebsraten der Atombombenüberlebenden aus Hiroshima zu etwa einem Drittel durch die Neutronen bedingt sein. Für oberflächennahe Organe wie die Brust könnte sich bei Berücksichtigung der Neutronen die Risikoschätzung für die Gamma-Strahlung sogar auf etwa die Hälfte verringern. Da in Bezug auf das Mammografie-Screening das Brustkrebsrisiko besonders kritisch diskutiert wird, ist diese Verringerung der Risikoschätzung von besonderem Interesse.

Quelle: Prof. Dr. A. M. Kellerer - GSF-Institut für Strahlenbiologie und LMU München

Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit

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Impfstoff bremst Rückkehr von Nierenkrebs

20.2.2004 - Eine Impfung mit abgetöteten Tumorzellen kann das Wiederauftreten von Nierenzellkrebs bei einigen Patienten deutlich verzögern. Entsprechende Resultate einer groß angelegten Studie präsentiert eine deutsche Forschergruppe im Fachblatt "The Lancet".

Allein in Deutschland wird jährlich bei rund 14.000 Menschen Nierenkrebs festgestellt - Tendenz steigend. Nach der Entfernung des Tumors treten bei etwa jedem zweiten Patienten erneut Geschwüre auf, die mittlere Überlebenszeit beträgt dann nur 12 bis 18 Monate. Dieter Jocham von der Universität zu Lübeck und seine Kollegen testeten nun, wie gut sich diese Rückfälle durch gezielte Aktivierung der Körperabwehr vermeiden lassen.

Für die Aktivierung des Immunsystems nutzten die Forscher patienteneigene Tumorzellen, die sie zur Bildung von Erkennungssignalen angeregt und dann abgetötet hatten. Von ursprünglich 558 Patienten mit Nierenzellkarzinomen erhielten 177 nach der Operation diesen Impfstoff, 202 erhielten keine zusätzliche Behandlung. Gut 77 Prozent aller geimpften Patienten waren fünf Jahre nach der Operation noch tumorfrei, verglichen mit 68 Prozent aller nicht-geimpften. Bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Primärtumoren war der Effekt mit 68 bzw. 50 Prozent sogar noch ausgeprägter.

Mayer Fishman und Scott Antonia von der University of South Florida in Tampa bezeichnen dieses Resultat als "immunologischen Durchbruch". Zwar müssten noch weitere sorgfältige Studien durchgeführt werden. Nichtsdestoweniger könne die Studie den Weg ebnen zur "adjuvanten Behandlung von Nierenkrebs als routinemäßiger und effektiver Intervention".

Forschung: Dieter Jocham, Klinik für Urologie, Medizinische Fakultät, Universität zu Lübeck; und andere

Veröffentlicht in The Lancet, Vol. 363, 21. Februar 2004, pp 594-9

WWW: Krebsinformationsdienst des DKFZ, Heidelberg- Nierenzellkrebs

Quelle: Scienceticker

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An der Heidelberger Universitäts-Kinderklinik wurde eine Tagesklinik für krebskranke Kinder eröffnet / Chemotherapie hat heute weniger Risiken

Früher mussten sie viele Wochen in der Kinderklinik verbringen, heute kommen sie am Morgen und gehen spätestens abends wieder nach Hause: Krebskranke Kinder und ihre Eltern können seit Oktober 2003 in der neuen onkologischen Tagesklinik der Universitäts-Kinderklinik Heidelberg betreut werden, die Anfang Februar 2004 offiziell eröffnet wurde.

"Wir können etwa drei Viertel der krebskranken Kinder in der Tagesklinik behandeln", erklärt Prof. Dr. Dr. Andreas Kulozik, Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Immunologie an der Heidelberger Kinderklinik. Zuvor war die tagesklinische Behandlung in einem einzigen Zimmer der Heidelberger Klinik untergebracht. Die Kinder wurden in der Regel stationär aufgenommen und mussten wiederholt für mehrere Wochen auf ihr Zuhause verzichten. Für die Eltern, die oft bei ihren kranken Kindern in der Klinik blieben, sowie die Geschwister war dies stets eine schwere Zeit.

"Heute nehmen wir die Kinder stationär nur noch bei besonders komplizierten Chemotherapien oder bei Komplikationen auf", sagt Professor Kulozik. Auch sei für manche Familien die tägliche An- und Abreise zu weit, so dass diese Kinder ebenfalls für die Dauer der Chemo- und Strahlentherapie in der Klinik blieben. Heute hätte man mehr Erfahrung mit der Chemotherapie und ihren Nebenwirkungen und könne deshalb in vielen Fällen auf eine ständige stationäre Überwachung verzichten.

Die neue Tagesklinik bietet fünf Behandlungsplätze an und dient mit zusätzlichen Untersuchungsräumen gleichzeitig als Ambulanz. Sie ist wochentags von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Drei Krankenschwestern und vier Ärzte kümmern sich um die jungen Patienten. Die hellen, freundlich gestalteten Räumen sind im Erdgeschoss eines Nebengebäudes der Kinderklinik angesiedelt und bieten Ausblick und Auslauf ins Grüne. In einem Nebenraum bereiten die Schwestern die Behandlung, meist Chemotherapeutika oder Blutpräparate vor, und haben durch ein Fenster ihre Patienten im Blick.

Von den Eltern und Kindern wird die neue Einrichtung begrüßt. Auch wenn man nur am Vormittag kommt, wird ein Mittagessen angeboten, Getränke stehen immer zur Verfügung, Schwestern und Ärzte nehmen sich Zeit für die jungen Patienten und ihre Bedürfnisse. Wie auf der Station werden sie hier von der Klinikschule und den Beschäftigungstherapeuten betreut. Anklang findet auch die separate Unterbringung von Tagesklinik und Ambulanz, da nun der eventuelle Kontakt mit ansteckenden Kindern in der Eingangshalle und gemeinsamen Wartebereichen nicht mehr befürchtet werden muss.

Weitere Information im Internet:
http://www.med.uni-heidelberg.de/kinder/onko-haemo-immuno-3.html

Quelle: Uni Heidelberg

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Über 500.000 Arbeitnehmer nutzten im vergangenen Jahr den Darmcheck am Arbeitsplatz

München - 18.02.2004 - Betriebliche Vorsorgeuntersuchung für Darmkrebsfrüherkennung etabliert sich: 517.360 Menschen haben im Jahr 2003 die Möglichkeit der betrieblichen Darmkrebsvorsorge genutzt. Eines der wichtigsten Projekte der Felix Burda Stiftung ist es, möglichst viele Unternehmen in Deutschland für dieses Projekt zu begeistern. Bislang haben sich 40 Unternehmen angeschlossen.

Ebenso wie die Allianz, einem Kooperationspartner der ersten Stunde, bietet die Hubert Burda Media GmbH die Darmkrebsvorsorge in Form von Stuhltests seit zwei Jahren ihren Mitarbeitern
standortübergreifend einmal jährlich an. Die Aktion, die bei Hubert Burda Media eine Rücklaufquote von 39% hatte, wurden von der Stiftung dokumentiert. Inklusive ausführlichem Bild- und Textmaterial wurde diese in einer Mailing-Aktion bereits 2002 über zweihundert großen
Unternehmen kostenlos angeboten, mit der Bitte, diese Aktion ebenfalls durchzuführen und als festen Bestandteil in den betrieblichen Vorsorgekatalog zu integrieren. Mehrere Firmen haben
die Aktion auf Anfrage der Stiftung noch im gleichen Jahr adaptiert - u. a. wie bereits erwähnt die Allianz mit 45.000 Mitarbeitern sowie Henkel Deutschland, BMW und die Firma Sixt.

"Die Integration der Darmkrebsvorsorge in die betrieblichen Programme erschien uns von Anfang an der geeignete Weg, möglichst viele Menschen zu erreichen und wir sind glücklich, so viele
Befürworter und Unterstützer für dieses Projekt auf Unternehmensseite gefunden zu haben", so Dr. Christa Maar, Präsidentin der Felix Burda Stiftung. Die nächste Mailing-Aktion ist bereits in Planung, denn das Ziel der Stiftung, möglichst viele Firmen für die betriebliche Darmkrebsvorsorge zu begeistern, ist noch lange nicht erreicht.

Quelle: Felix Burda Stiftung

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"Nicht nachlassen in Sachen Aufklärung!"
Experten berichten über Früherkennung von Darmkrebs


17.02.2004 - Die öffentliche Aufmerksamkeit für die Bedeutung einer effizienten Früherkennung von Darmkrebs ist in den letzten beiden Jahren merklich gestiegen. Doch um nachhaltige Erfolge in der Vermeidung der Krebserkrankung zu erzielen, sind weitere Anstrengungen notwendig. Dies war das Fazit einer Pressekonferenz zum Darmkrebsmonat März, die am 17.02.2004 in München stattfand.

"Gemeinsam mit einem wachsenden Kreis prominenter Unterstützer arbeiten wir daran, möglichst alle Menschen in Deutschland über die Chancen einer rechtzeitigen Diagnose dieser heimtückischen Erkrankung zu informieren. Die ersten Schritte sind getan aber von unserem Ziel der Halbierung der Sterblichkeitsrate sind wir immer noch weit entfernt", erklärte eingangs Dr. Christa Maar, Präsidentin der Felix Burda Stiftung. Als einen der wichtigsten Erfolge bislang bezeichnete sie die Einführung der Dickdarmspiegelung (Koloskopie) als Früherkennungsmaßnahme vor knapp anderthalb Jahren. Allein in Bayern wurden im ersten Jahr der neuen bundesweit gültigen Regelung über 47.000 präventive Koloskopien durchgeführt -Tendenz stetig steigend.

Die Ergebnisse stellte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), Dr. Axel Munte, vor. So blieben mehr als zwei Drittel aller Untersuchungen ohne Befund, bei knapp einem Viertel aller präventiven Koloskopien wurden Polypen im Darm festgestellt, die in der Regel während der Untersuchung abgetragen werden können. In knapp acht Prozent der Fälle wurden
gutartige Geschwulste, so genannte Adenome, und in 0,5 Prozent bösartige Tumore, so genannte Karzinome, diagnostiziert. "Die Heilungschancen bei einer rechtzeitigen Erkennung sind sehr hoch.
Deshalb kann ich nur an meine Kolleginnen und Kollegen appellieren, die Patienten umfassend über die Möglichkeiten der Darmkrebsprävention aufzuklären. Außer bei den Frauenärzten, die sehr
intensiv mit ihren Patientinnen über dieses Thema sprechen, gibt es in allen Fachgruppen noch erheblichen Nachholbedarf," so Dr. Munte.

Zusätzlich zu den präventiven Koloskopien kamen zwischen Anfang Oktober 2002 und Ende September 2003 über 200.000 kurative Koloskopien, also beispielsweise zur Abklärung bei konkreten
Verdachtsfällen. 600 Ärzte in Bayern können solche kurativen Koloskopien abrechnen, zwei Drittel davon erfüllen die hohen Qualifikationsanforderungen, die Voraussetzung für die Früherkennungs-untersuchungen sind. "Allein diese Zahlen zeigen, dass es wichtig ist, sich möglichst frühzeitig um einen Termin für die Untersuchung zu kümmern", so der Gastroenterologe Dr. Berndt Birkner. Er teilte mit, dass Bayern Vorreiter in Sachen Hygiene in der Endoskopie sei. Das entsprechende Programm, das von der KVB initiiert wurde, stoße auch international auf große Beachtung. Die anfänglich vorhandenen Defizite in der Hygiene, die im Rahmen der Studie festgestellt wurden, seien inzwischen weitestgehend behoben.

Dr. Christoph Straub, Vorstandsmitglied der Techniker Krankenkasse, wies darauf hin, dass der hohe Stellenwert der Prävention auch im Rahmen der Gesundheitsreform erhalten werde: "Bei der Früherkennung von Darmkrebs fällt wie auch bei anderen Vorsorgemaßnahmen keine Praxisgebühr an. Wir können unsere Versicherten, die das entsprechende Alter haben, nur dazu auffordern, diese Möglichkeiten zu nutzen." Außerdem stellte er dar, dass die Krankenkassen in Zukunft wesentlich mehr Spielraum hätten, um gesundheitsbewusstes Verhalten zu fördern: "Bonusprogramme sind alles
andere als ein 'Werbegag', sie werden die Angebotspalette der Krankenkassen positiv ergänzen."

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen, aber bei rechtzeitiger Erkennung heilbar. Jährlich erkranken in Deutschland 57.000 Menschen an Darmkrebs, 30.000 von ihnen sterben daran. Seit 1. Oktober letzten Jahres sind neue Richtlinien für die Früherkennung von Darmkrebs in Kraft: Ab dem 50. Lebensjahr steht allen gesetzlich Krankenversicherten die Möglichkeit frei, regelmäßig den Stuhl auf verstecktes Blut testen zu lassen. Ab dem 55. Lebensjahr besteht Anspruch auf eine Dickdarmspiegelung.

Originaltext: Felix Burda Stiftung - Gemeinsame Presseinformation der Felix Burda Stiftung, der Techniker Krankenkasse und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns

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Frühere Haarfärbemittel steigerten Krebs-Risiko

Wer sich schon vor den 1980er Jahren dauerhaft die Haare färbte, muss heute mit einem erhöhten Krebs-Risiko leben. Das berichten Forscher der Yale University. Sie konnten eine Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln und dem so genannten Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) nachweisen.

Bei NHL handelt es sich um eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems, welches von zentraler Bedeutung für die Immunabwehr des Körpers ist.

Ein erhöhtes NHL-Risiko betreffe jene Frauen, die schon vor 1980 mit dem Haarefärben begonnen haben, erklärt Forschungsleiter Tongzhang Zheng, Epidemiologe an der Yale School of Medicine. Am höchsten sei das Risiko für Personen, die sich ihr Haar über 25 Jahre regelmäßig schwarz gefärbt hätten.

Die Forscher berufen sich auf eine sechs Jahre dauernde Studie im Bundesstaat Connecticut, an der sich 601 NHL-Patientinnen zwischen 21 und 84 Jahren beteiligten. Die Betroffenen sowie eine Kontrollgruppe von 717 gesunden Frauen waren unter anderem ausführlich über den Gebrauch von Haartönungen befragt worden.

In einem Beitrag für das Fachblatt "American Journal of Epidemiology" geben Zheng und seine Kollegen gleichzeitig Entwarnung: In Tönungen, die heutzutage im Handel seien, lasse sich kein erhöhtes NHL-Risiko nachweisen. "Haarfärbe-Produkte haben in den letzten zwanzig Jahren einen gewaltigen Wandel durchlaufen", erläutert Zheng; "seit 1980 wurden zahlreiche krebserregende Stoffe aus den Rezepturen verbannt."

Forschung: Tongzhang Zheng, Yawei Zhang, Theodore R. Holford, Brian Leaderer, Stuart Flynn, Geovanni Tallini, Patricia Owens, Yale University; Sheila Hoar Zahm, National Cancer Institute; Peter Boyle, Europe Institute of Oncology, Milan, Italy; in "American Journal of Epidemiology", Vol. 159, Issue 2, 15.1.2004, pp 148-154 
Quelle:  Abstract im "American Journal of Epidemiology"

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Darmkrebsmonat März 2004: Apotheker engagieren sich bei Darmkrebs- Früherkennung

Berlin - 16.02.2004 - Ab 1. März sind bundesweit in den Apotheken kostenlose Informations-broschüren zum Thema Darmkrebs erhältlich. In den leicht verständlich geschriebenen Broschüren werden die verschiedenen Möglichkeiten der Früherkennung einer Darmkrebserkrankung angesprochen. In Apotheken gibt es rezeptfreie Tests, mit deren Hilfe verstecktes Blut - ein wichtiges Warnsymptom für Darmkrebs - oder krebsspezifische Eiweiße erkannt werden können.
"Diese Tests geben einen ersten Hinweis auf eine Darmkrebserkrankung. Einen Arztbesuch ersetzen können sie aber nicht", warnte Johannes M. Metzger, Präsident der Bundesapothekerkammer.

Metzger weiter: "Mit 3,5 bis 4 Millionen Kundenkontakten pro Tag sind die Apotheken die erste Anlaufstelle in Gesundheitsfragen. Wir möchten dazu beitragen, dass Darmkrebs-Früherkennung
selbstverständlich wird." Die Vorsorgeuntersuchungen nutzen in Deutschland bisher nur jede dritte Frau und jeder sechste Mann. Früh genug entdeckt können neun von zehn Fällen geheilt werden.
Gegenwärtig erkranken 57.000 Menschen jährlich neu an Darmkrebs, etwa 30.000 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen von Darmkrebs.

Die Broschüren wurden von der Felix Burda Stiftung erstellt, der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels, PHAGRO e.V., und der Hessische Apothekerverband e.V. unterstützen die Auslieferung an die Apotheken. Insgesamt werden 1,65 Millionen Broschüren über die Apotheken verteilt. "Dies zeigt, wie viel bei guter Zusammenarbeit möglich ist", würdigte Metzger die Kooperation.

Originaltext: ABDA

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Warum Krebszellen der Therapie trotzen - Bestrahlung und Chemotherapie verändern Gencode

Baierbrunn - 16.02.2004 - Nach mehreren Krebs-Behandlungszyklen mit Strahlen und Chemotherapie nimmt die Wirksamkeit meist ab. Nun glauben Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberger zu wissen warum: Die Therapie, die auf Zerstörung der Krebszellen setzt, schaltet auch deren „Selbstmordprogramm“ aus, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Geschädigte Zellen leiten mit einem genetisch vorgegebenen Mechanismus selbst ihren endgültigen
Untergang ein. Da die Therapie auf Schädigung des genetischen Zellkerns zielt, werden die Befehlsketten des Selbstmordprogramms ebenfalls getroffen, so dass es nur noch eingeschränkt funktioniert. Nun überlegen die Heidelberger, ob sie als Gegenmittel intakte Selbstmord-Gene in den Tumor schleusen können. Studienleiterin Dr. Ingrid Herr: „Bis das gelingt, wird es sicher noch einige Jahre dauern.“

Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau

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Lebensqualität trotz Krebs?

10.02.2004 - Am Klinikum der Universität München verfolgt ein psychoonkologisches Forschungsprojekt das Ziel herauszufinden, wie Betroffenen bei der Bewältigung von Belastungen durch die Krebserkrankung geholfen werden kann.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 350.000 bis 400.000 Menschen an Krebs. Zwischen drei bis fünf Millionen Betroffene befinden sich in Behandlung oder im Anschluss an eine Therapie in der Nachsorge. Die Konfrontation mit einer lebensbedrohenden Erkrankung stellt meist eine schwerwiegende Belastung für den Patienten dar; aber auch das soziale Umfeld ist betroffen. Die Krankheit rückt schlagartig in den Vordergrund aller Lebensbereiche und viele Patienten berichten von Ängsten, Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen, Depressionen, Kontroll- und Orientierungsverlust. Zusätzliche Belastungen bringen Therapien mit Nebenwirkungen und längere Krankenhausaufenthalte mit sich. Auch ein finanzieller Verlust durch die Erkrankung kann schwerwiegende Folgen haben.

Am Klinikum der Universität München verfolgt ein psychoonkologisches Forschungsprojekt das Ziel herauszufinden, wie Betroffenen bei der Bewältigung von Belastungen durch die Krebserkrankung geholfen werden kann. Die Forschungsmethoden sind in der Regel Interviews (Gespräche) und verschiedene Fragebogen, die sich mit dem Ausmaß der seelischen Belastung, den Bewältigungsstrategien, Beschwerden oder Schmerzen befassen. Die Auswertung ermöglicht, die Lebensqualität der Patienten in allen Phasen der Erkrankung zu erfassen: zum Zeitpunkt der Diagnosestellung, bei der Planung von Therapien, während der Krankenhausaufenthalte sowie in der Zeit nach der Entlassung.

PATIENTEN NACH BLUTSTAMMZELLTRANSPLANTATION
Das Forschungsteam aus zwei Fachärzten, drei Psychologen und einer Fachkrankenschwester am Standort Innenstadt begleitet derzeit etwa 50 Patienten, die an einer bösartigen Erkrankung des lymphatischen oder blutbildenden Systems leiden, und untersucht, ob eine Psychotherapie die Lebensqualität während und nach der Stammzelltransplantation verbessert. "Bei diesen Erkrankungen ist durch den medizinischen Fortschritt in Chemo- und Radiotherapie die Diagnose und Therapie sehr klar umrissen und ermöglicht mittlerweile eine Bandbreite von einer deutlich längeren therapiefreien Zeit bis hin zu realen Heilungschancen", so Dr.Irmgard Bumeder, Onkologin in der Medizinischen Klinik, Ziemssenstraße. Die Ergebnisse der Untersuchungen können auf alle Krebspatienten übertragen werden.

Die psychoonkologischen Basistechniken reichen von Gesprächstherapien über Entspan-nungsverfahren und kreative Therapien wie Musik- und Kunsttherapie bis hin zur Krisenintervention und Angehörigenberatung. Der therapeutische Ansatz ist tiefenpsychologisch und sieht das aktuelle Verhalten des Patienten sowie sein Handeln in der Familie und seinem Umfeld. "Dabei geht es im Unterschied zur Behandlung beispielweise von Neurosen nicht um unbewusste Konflikte oder die Persönlichkeitsstruktur, sondern ausschließlich um die Verarbeitung der mit der schweren körperlichen Erkrankung und deren Behandlung eingehenden Belastungen," hält Dr. Eckhard Frick, Psychiater und Psychoanalytiker am Klinikum, fest.

Erste Ergebnisse zeigen, dass psychologische Unterstützung, kreative Therapien und Beratungsgespräche nicht nur zu einer subjektiven Entlastung, sondern auch zu einer objektiven Verbesserung des Lebensgefühls führen. "Unser Ziel ist es, für die Patienten Versorgungswege zu finden, die allen Bedürfnissen gerecht werden", so Frick. "Ein entsprechendes Netzwerk besteht zwischen den beiden Universitätskliniken und den vier städtischen Krankenhäusern in München. Wir hoffen auf eine Verzahnung medizinisch und psychologischer Hilfe, egal ob ambulant oder stationär".

Originaltext: Klinikum Uni München

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Wenn Krebs in der Familie liegt

Die meisten Krebserkrankungen treten sporadisch auf. Genetisch bedingte Tumoren machen dagegen nur 5,5% aller Tumorerkrankungen aus. In der Regel fallen sie dadurch auf, dass Verwandte ersten Grades an den gleichen Tumoren erkranken. Bisher ging man davon aus, dass es solche familiären Formen nur bei wenigen Tumorarten gibt. Professor Kari Hemminki, Abteilung Molekulargenetische Epidemiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum, fand jedoch bei fast allen Tumoren familiäre Erkrankungsformen. In den betroffenen Familien besteht sowohl für Nachkommen als auch für Geschwister von Betroffenen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Schweden bietet aufgrund seiner umfassenden Bevölkerungsstatistik einzigartige Möglichkeiten zum Studium genetischer Risiken von Krebserkrankungen. Alle Kinder, die nach 1932 in Schweden geboren wurden, sind mitsamt ihren Eltern in einem "Familienregister" dokumentiert, das mehr als 10 Millionen Individuen enthält. Außerdem erfasst das Schwedische Krebsregister fast 100 % der Krebserkrankungen der Bevölkerung. Durch Zusammenführung beider Datenbanken, die auch am Deutschen Krebsforschungszentrum genutzt werden, konnten Hemminki und Mitarbeiter mehr als 3 Millionen Familien analysieren. Er identifizierte fast 5000 Familien, in denen jeweils mehrere gleichartige Tumorerkrankungen aufgetreten waren - ein Hinweis für das Vorliegen einer familiären Krebserkrankung. Aufgrund dieser Daten konnte der Epidemiologe die familiären Risiken für jede einzelne Tumorart mit bisher nicht erreichter Genauigkeit berechnen.
Bei 24 von 25 Tumorarten fand Hemminki familiäre Erkrankungsformen. Am häufigsten waren solche familiären Tumoren bei Prostatakrebs mit rund 15 % der Erkrankungen, gefolgt von Darmkrebs (10 %) und Brustkrebs (8,5 %). Am seltensten waren familiäre Krebserkrankungen bei Bindegewebstumoren (0,4 %) und Hodentumoren (0,5 %).
Betrachtet man den Grad der Erblichkeit, zeigen sich ebenfalls erhebliche Unterschiede von Krebsart zu Krebsart. Das höchste genetische Risiko wiesen Familien mit Hodenkrebs auf. Söhne von erkrankten Vätern hatten im Vergleich zu Söhnen aus Familien ohne Hodenkrebs ein vierfach erhöhtes Risiko, Brüder von Betroffenen sogar ein neunfach erhöhtes Risiko, selbst an einem Hodenkrebs zu erkranken.
Im Gegensatz zu Hodenkrebs waren familiäre Erkrankungen beim Morbus Hodgkin, einer Art von Lymphdrüsenkrebs, bisher nicht bekannt. Auch bei dieser Tumorart wies Hemminki familiäre Erkrankungen nach, die sich ebenfalls durch eine starke Vererblichkeit auszeichneten: Das Risiko bei Kindern von Betroffenen war fast fünffach erhöht, bei Geschwistern sogar sechsfach. Eine starke genetische Komponente zeigte sich auch in Familien mit nicht-medullärem Schilddrüsenkrebs, Speiseröhrenkrebs und einer bestimmten Art von Knochenkrebs (multiples Myelom).
Auch bei verbreiteten Krebsarten wie Prostata-, Nieren-, Haut-, Magen- und Lungenkrebs, Leukämien und endokrinen Tumoren kommen familiäre Erkrankungen vor, und zwar häufiger als bisher angenommen. Ein besonders hohes Erkrankungsrisiko beobachtete Hemminki in Familien mit mehr als zwei Erkrankungsfällen bei Verwandten ersten Grades und/oder niedrigem Erkrankungsalter. Beides lässt auf eine durchschlagende genetische Disposition für die jeweilige Krebserkrankung schließen und sollte eventuell Anlass für eine genetische Beratung geben. Überhaupt machen Hemminkis Befunde deutlich, dass die bisherige Praxis der genetischen Beratung nur einen Bruchteil der familiären Krebserkrankungen berücksichtigt.
Das Argument, die beobachtete familiäre Häufung von Krebserkrankungen könne ebenso durch geteilte Umweltfaktoren bedingt sein, schließt Hemminki aus: In früheren Studien an Ehepaaren hatte er gezeigt, dass die Krebsrisiken nur bei streng umweltbedingten Tumoren (z. B. Lungen- oder Genitalkrebs) parallel anstiegen. Allerdings bleibt das Risiko in der Regel weit unter dem genetisch bedingter Tumoren.

*Kari Hemminki, Xinjun Li, Kamila Czene: Familial risk of cancer: Data for clinical counselling and cancer genetics; International Journal of Cancer, Volume 108, Issue 1, 109-114

Quelle: Dr. Julia Rautenstrauch
http://www.dkfz.de

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Leukämie: Der Weg zur maßgeschneiderten Therapie

Genanalysen per Chip dienen als Entscheidungshilfe
Bei Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie vom B-Zell-Typ (B-CLL) unterscheidet sich der Krankheitsverlauf oft erheblich. Für den behandelnden Arzt ist die Verlaufsprognose ein wichtiges Kriterium für die Therapieentscheidung. Typische genetische Veränderungen in den Tumorzellen geben Hinweise auf die Prognose. In der Klinik ist es daher sinnvoll, routinemäßig nach entsprechenden Chromosomendefekten zu fahnden. Eine wertvolle Hilfe bei der Suche bietet ein Chip, der im Deutschen Krebsforschungszentrum in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universitäten Heidelberg und Ulm entwickelt wurde. Das Forscherteam um Dr. Carsten Schwänen und Prof. Peter Lichter beschreibt in der kürzlich erschienenen Ausgabe der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS)*, wie sich typische Fehler im Erbgut von Leukämiezellen mit Hilfe des Chip-Werkzeugs identifizieren lassen.

Leukämien – wie auch andere bösartige Tumoren – weisen häufig typische Veränderungen des Genoms auf. Chromosomenbruchstücke gehen verloren oder werden vervielfältigt. Mehrere typische Gendefekte der B-CLL-Krebszellen sind bereits bekannt. Die Gruppe von Prof. Hartmut Döhner, Universität Ulm, hatte bereits gezeigt, dass Verluste von Erbsubstanz in den Chromosomen 11 und 17 mit einer schlechten Prognose einhergehen. Auf der Basis dieser Kenntnisse entwickelten Carsten Schwänen und Kollegen einen Chip, der den Vergleich des Erbguts, der DNS, von Leukämiezellen mit dem von gesunden Zellen in großem Maßstab ermöglicht. Bei diesem Matrix-CGH genannten Verfahren lassen sich in einem einzigen Testdurchgang gleichzeitig mehrere tausend verschiedenen DNS-Verluste oder -Zugewinne im Genom einer Tumorzelle identifizieren. Das besondere daran: Das Testsystem ist sehr empfindlich für die typischen Chromosomenveränderungen und weist diese mit großer Zuverlässigkeit nach. Zugleich lässt sich die Analyse rasch und ohne großen Aufwand durchführen – ideale Voraussetzungen für den klinischen Einsatz.

Die Aussagekraft des neu entwickelten Chips überprüften die Wissenschaftler mit Hilfe einer verwandten, aber aufwändigeren Methode, der Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung (FISH), mit der sich Chromosomenveränderungen in der intakten Zelle nachweisen lassen. Die Ergebnisse sprechen für sich: Die Erbgutverluste bzw. -zugewinne stimmten zu 100 Prozent bei beiden Analysemethoden überein. Und noch einen Erfolg konnten die Genomforscher verbuchen: Sie entdeckten zwei weitere Erbgutveränderungen, die typisch für eine B-CLL zu sein scheinen: eine Vervielfältigung des Krebsgens MYCN und eine Verdreifachung des Chromosoms 19. Letztere ist offenbar mit einem günstigeren Krankheitsverlauf verbunden.

Die große Zuverlässigkeit bei der Charakterisierung von Leukämiezellen und die unkomplizierte Handhabung machen den Chip zu einer aussichtsreichen Entscheidungshilfe für die Therapieplanung. Den praktischen Eignungstest muss der Chip noch bestehen: Er soll in klinischen Studien zum Einsatz kommen, in denen überprüft wird, ob ein Patient bei einer B-CLL mit einer bestimmten Chromosomenveränderung mit einer milderen Chemotherapie auskommt oder ob alternativ eine Stammzelltransplantation in Erwägung zu ziehen ist, die zwar höhere Heilungschancen, aber auch bedeutend höhere Risiken birgt.


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*Carsten Schwänen et. al., PNAS, January 27, 2004, vol. 101, no. 4, 1039-1044

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

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Heilungschancen erhöht - Spätfolgen reduziert
Weichteilsarkom-Therapie bei Kindern erfolgreich optimiert

Stuttgart (nh) - 03.02.2004 - Heute können fast 80 Prozent der Kinder mit einem Weichteilsarkom geheilt werden. Diese bösartigen Tumoren sind die vierthäufigste Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Weichteilsarkome entstehen aus entarteten Zellen des Muskel- und Bindegewebes. Häufig betroffen sind der Kopf und der Hals, der Bereich um die Blase sowie die Geschlechtsorgane und die Gliedmaßen. Durch die Förderung der Deutschen Krebshilfe ist es gelungen, die Therapie-Intensität bei den meist kleinen Patienten zu reduzieren und die Spätfolgen dadurch zu verringern - ohne die Heilungschancen zu verschlechtern. Dies ist das Ergebnis der so genannten kooperativen Weichteilsarkom-Therapiestudie CWS-96, die von der Deutschen Krebshilfe mit rund 725.000 Euro am Olgahospital Stuttgart unterstützt wurde.

"Die CWS-96 Studie hat für die Behandlung von bösartigen Weichteiltumoren bei Kindern einen Meilenstein gesetzt", sagt Professor Dr. Jörn Treuner, Studienleiter und Ärztlicher Direktor am Olgahospital in Stuttgart. "Vor 20 Jahren haben nur etwa 30 Prozent der kleinen Patienten mit einem Weichteilsarkom überlebt. Heute können fast 80 Prozent der Betroffenen geheilt werden."

An der mulitzentrischen CWS-96 Studie, die von 1995 bis 2002 durchgeführt wurde, sind neben Deutschland auch Österreich, Polen, Schweden, Ungarn und die Schweiz beteiligt. Die Studie wird von der kooperativen Weichteilsarkom-Studiengruppe koordiniert. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt diese Studiengruppe bereits seit 17 Jahren mit rund 1,8 Millionen Euro. Vorrangige Ziele: Kinder und Jugendliche auf höchstem Niveau zu behandeln, die Intensität und Dauer der Chemo- und Strahlentherapie dem individuellen Risiko des Patienten anzupassen sowie die Überlebenschancen insbesondere für Kinder mit schlechter Prognose zu verbessern.

Seit Gründung der Weichteilsarkom-Studiengruppe 1981 sind über 2.800 Patienten mit dieser Krebsart nach standardisierten Protokollen behandelt worden. Zur Standardtherapie gehört die möglichst vollständige Entfernung des Tumors mit zusätzlicher Bestrahlung und anschließender Chemotherapie.

Die jeweilige Behandlungsmethode und Therapie-Intensität richtet sich nach der Risikogruppe, in die der Betroffene eingeteilt wird: in die Gruppe "Niedrigrisiko", "Standardrisiko" oder "Hochrisiko". "Die Einteilung hängt ab von der Lage, dem Ausbreitungsgrad und der Gewebeart des Tumors. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass auch das Patientenalter und die Tumorgröße eine entscheidende Rolle für die Prognose spielen", erläutert Professor Treuner. Mit Hilfe dieser detaillierten Risikogruppen-Einteilung lässt sich die erforderliche Intensität der Therapie heute individuell an die Bedürfnisse der kleinen Patienten anpassen.

"Die Auswertung unterschiedlicher Therapieprotokolle hat ergeben, dass bei der Niedrigrisikogruppe und bei einigen Betroffenen der Standardrisikogruppe auf bestimmte Chemotherapeutika verzichtet und die Strahlentherapie reduziert werden kann, ohne das Rückfallrisiko zu erhöhen", erklärt der Studienleiter. "Dadurch leiden die Betroffenen nach Abschluss der Therapie deutlich weniger unter belastenden Spätfolgen." Bei der Hochrisikogruppe treten die meisten Rückfälle und Metastasen innerhalb des ersten Jahres nach Therapie-Ende auf. Um die Überlebenschancen für diese Patienten zu verbessern, wird im Rahmen der Studie in Zukunft eine Erhaltungstherapie eingeführt.

"Therapiestudien sind ein wichtigstes Instrument in der Krebsbekämpfung", betont Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. "Die Unterstützung dieser Studien stellt daher einen wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit dar." So werden fast alle derzeit in Deutschland laufenden Therapie-Optimierungsstudien in der Pädiatrischen Onkologie von der Deutschen Krebshilfe finanziert. "Es sind vor allem diese Studien, die dazu beigetragen haben, dass viele Kinder mit einerKrebserkrankung heute geheilt werden können."

Die Broschüre "Klinische Studien" kann kostenfrei bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, per Fax: 0228/72990-11 oder E-Mail: deutsche@krebshilfe.de bestellt und im Internet unter www.krebshilfe.de abgerufen werden.

Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.

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Brustkrebs: Krebsgesellschaft warnt vor Paraben-haltigen Deodorants

30.01.2004 -
Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. rät: Verzichten Sie auf Deodorants und Kosmetika, die den Bestandteil Paraben enthalten!

Rückstände dieses Konservierungsmittels, das in Deodorants, Körpersprays, Kosmetika, und
Arzneimitteln verwendet wird, konnten kürzlich in Krebstumoren nachgewiesen werden. Einer
britischen Studie zufolge, veröffentlicht im "Journal of Applied Toxicology", könnte es einen
Zusammenhang zwischen Paraben-haltigen Deodorants und Brustkrebs geben. Britische
Wissenschaftler haben in 18 von 20 Brustkrebsproben Paraben nachweisen können. Weitere
Untersuchungen sind angekündigt.
Paraben hat eine dem weiblichen Hormon Östrogen ähnliche Aktivität. Östrogen wiederum gilt als
Wachstumsfaktor für Brustkrebs. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Paraben und Brustkrebs
kann durch die bisherigen Untersuchungen jedoch nicht bewiesen werden aber eben auch nicht
ausgeschlossen werden.
Aus wissenschaftlicher Sicht zeigt die Studie nur, dass im Brustkrebsgewebe von Frauen die
Deodorants benutzen, Paraben nachweisbar ist. Die krebsauslösende Wirkung ist damit noch nicht
belegt und muss in weiteren Analysen abgeklärt werden. Bis zur endgültigen Klärung empfiehlt die
Deutsche Krebsgesellschaft auf Paraben-haltige Deodorants zu verzichten und gegebenenfalls das
Produkt zu wechseln. Das in den Tumoren nachgewiesene Konservierungsmittel ist nur in wenigen
Deodorants enthalten.
Die neuesten Erkenntnisse widersprechen einer Untersuchung aus dem Jahr 2000 aus den USA. Hier
konnte kein Zusammenhang zwischen Antiperspiranzien oder Deodorants und einem erhöhtem
Brustkrebsrisiko aufgezeigt werden. Insofern kann die aktuelle Studie nur Anlass zu weiteren
wissenschaftlichen Nachforschungen sein.
Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. weist darauf hin, dass es aufgrund der vorliegenden Daten zum
jetzigen Zeitpunkt keinen Grund für die Annahme gibt, dass Frauen, die Paraben-haltige
Körperpflegemittel benutzt haben, eine über das Maß hinaus gehende Wahrscheinlichkeit einer
Brustkrebserkrankung haben. Es ist zudem unwahrscheinlich, dass Paraben an anderer Stelle als im
brustnahen Bereich der Achselhöhle aufgenommen (z. B. andere Hautpartien oder der Magen-Darm-
Trakt) zu einem Brustkrebs führen kann. Die Substanz wird im Körper abgebaut und kann somit nicht
über das Blut in das Brustdrüsengewebe gelangen.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft e. V.

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Blauer Ratgeber - Krebs - Wer ist gefährdet?

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der deutschen Krebshilfe

Hier können Sie den blauen Ratgeber - "Krebs - Wer ist gefährdet" hier downloaden:

Krebs - Wer ist gefährdet?.pdf

Quelle: www.krebshilfe.de

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Zu viel Salz im Essen: Doppeltes Krebsrisiko

London - 08.01.2004 - Sehr salzhaltige Ernährung kann das Magenkrebsrisiko verdoppeln. Davor hat das britische Zentrum für Krebsforschung mit Verweis auf eine japanische Studie gewarnt. Gefährdet sind demnach Menschen, die überdurchschnittlich viel Salz, 12 bis 15 Gramm am Tag, mit ihrer Nahrung aufnehmen. Im Durchschnitt essen Erwachsene in Deutschland knapp 8 Gramm Salz. Seit längerem nahmen Krebsforscher an, dass zu salzhaltiges Essen und Magenkrebs in Zusammenhang stehen. Als weiteren Beleg dafür führen sie eine nun in der aktuellen Ausgabe des «British Journal of Cancer» veröffentlichte Studie des nationalen Krebsforschungsinstituts in Kashiwa bei Tokio an. Ein Team um Shoichiro Tsugane hatte die Ernährungsgewohnheiten von 40 000 Erwachsenen in Japan über elf Jahre hinweg beobachtet. Während in Japan durchschnittlich nur jeder tausendste Mann und jede zweitausendste Frau an Magenkrebs erkrankt, waren es bei sehr hohem Salzkonsum schon einer von 500 Männern und eine von 1300 Frauen - das Krebsrisiko verdoppelte sich also. Magenkrebs ist die am vierthäufigsten auftretende Krebsart weltweit, rund 770 000 Menschen sterben jährlich daran. Die britische Regierung hat Lebensmittelkonzerne dazu aufgefordert, den Salzgehalt in ihren Produkten deutlich zu verringern. Sollte das nicht schnell geschehen, drohe eine gesetzliche Kennzeichungspflicht für besonders mit Salz angereicherte Lebensmittel wie Chips, Schinken oder geräucherten Fisch. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung genügen 6 Gramm Salz pro Tag. Das entspreche gut einem Teelöffel. Das meiste aufgenommene Salz komme aus Brot, Wurst, Käse, Fertiggerichten und Snacks. Daher sollten täglich nur 1 bis 2 Gramm Salz auf die Speisen gestreut werden.

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DEUTSCHE KREBSGESELLSCHAFT e.V.

Anteil und Bedeutung der Ernährung in der Prävention und Therapie von Krebserkrankungen

H. K Biesalski

Sowohl Imigrantenstudien als auch epidemiologische Studien haben gezeigt, dass sich bestimmte Ernährungsweisen und Inhaltsstoffe auf die Entwicklung von Krebserkrankungen auswirken. So treten im Süden Italiens, Portugals oder Frankreichs bestimmte Krebsarten; zum Beispiel Lungen- und Brustkrebs, deutlich seltener auf als in nördlichen Regionen Europas wie Schottland oder Finnland.

Obgleich solche Bevölkerungsstudien, die entweder auf Ernährungserhebungen oder aber auch auf der Beurteilung von Plasmaspiegeln (prospektive Studien) basieren, nur Hinweise gehen können, zeigt sich bei näherer Analyse der Daten ein Einfluss bestimmter Nahrungsbestandteile auf die Kanzerogenese. In prospektiven und Fallkontrollstudien, in denen die untersuchten Kollektive sehr genau hinsichtlich zusätzlicher Risikofaktoren eingeteilt wurden; zeigte sich ein deutlicher Trend: Der reichliche Verzehr von Gemüse, vor allem karotinoidreicher Gemüsesorten, führte zu einer Reduzierung der Lungenkrebsmorbidität und -mortalität bei Rauchern, aber auch bei Nichtrauchern. Wie bei den Karotinoiden konnte auch hinsichtlich des Verzehrs von Fett und Ballasstoffen ein deutlicher Zusammenhang zur Entwicklung des Kolonkarzinoms beschrieben werden. Da epidemiologische Studien allerdings nur eine Richtung aufweisen können und kaum beweisenden Charakter haben, ist es immer wieder zu kontroversen Diskussionen um die Bedeutung der sogenannten mediterranen Kost gekommen.

Die Diskussion um den Stellenwert der mediterranen Kost hat sich an verschiedenen Punkten entzündet:

- an der exakten Definition der mediterranen Kost,
- an der Definition spezifisch präventiver Inhaltsstoffe,
- an der Höhe der Zufuhr dieser Inhaltsstoffe,
-an der Frage, ob die Zufuhr durch Ernährung auch außerhalb Italiens gewährleistet werden kann.

Die Grundlagenforschung hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass die Annahme, eine gemüse- und ballaststoffreiche Ernährung enthalte Komponenten, die in verschiedenen Stadien der Tumorentwicklung chemopräventiven Charakter, aufweisen, berechtigt ist.

So wurde in verschiedenen Untersuchungen gezeigt, dass Betakarotin, aber auch andere Nicht-Provitamin A Karotinoide die Aktivierung von Karzinogenen wie Benz(a)pyren verhindern können oder sogar das Wachstum initiierter Tumorzellen hemmen. Dabei war nicht nur die für Karotinoide typische Eigenschaft des Singulett-Sauerstoff Quenchings eine wesentliche Ursache, sondern auch die experimentell nachgewiesene Stimulierung des Immunsystems. Bei Ballaststoffen beobachtet man eine „antikarzinogene Wirkung der Abbauprodukte“ (Buttersäure) sowohl in vitro als auch in entsprechenden Humanstudien (in vivo). Letztlich zeigen sich ebenso Zusammenhänge zwischen Vitamin C-Konsum und Magenkarzinom (Hemmung der Nitrosaminbildung) als auch zwischen Fettverzehr und Aufnahme von antioxidativen Vitaminen und Brustkrebs.

Die Grundlagenforschung hat zur Vertiefung des Verständnisses über die Wirkungsweise einiger präventiver Substanzen geführt. Allerdings werden die verwendeten Methoden und ihre Aussagen in der Wissenschaft noch immer kontrovers diskutiert. Hier muß ganz besonders erörtert werden, inwieweit sich in vitro-Ergebnisse auf in vivo-Systeme übertragen lassen und ob Substanzen, die in isolierter Form in Laborversuchen präventive Effekte zeigen, dies tatsächlich auch als Einzelsubstanz in vivo tun. Eine solche Diskussion muss vor allem der Frage nachgehen, inwieweit die gesteigerte Zufuhr einer dieser Einzelsubstanzen (z.B. Antioxidantien, spezifische Ballaststoffe, Spurenelemente) dazu beitragen kann, das Risiko für bestimmte Erkrankungen zu verringern.

Ein weiteres bedeutendes Ziel muss es sein, Parameter festzulegen, die jedem Menschen seine individuelle Versorgung mit präventiv wirksamen Substanzen der Nahrung anzeigen. Wie im Hohenheimer Konsensus-Meeting angesprochen, stehen zum jetzigen Zeitpunkt hierfür nur Plasmawerte zur Verfügung, die jedoch in ihrer Aussage umstritten ist.

Ziel soll es daher sein, die verfügbaren biochemischen und molekularbiologischen Indikatoren zu diskutieren und auf ihren Stellenwert hin zu überprüfen, damit auf diese Weise entweder ein entsprechender Forschungsbedarf deutlich gemacht werden kann oder aber Einigung auf bestimmte Parameter erzielt werden kann, die dann zur Evaluierung von Risikogruppen verwendet werden können.

Die ersten abgeschlossenen Interventionsstudien zur Chemoprävention mit Betakarotin bei Lungenkrebs, Kolonkarzinom oder Polyposis erbrachten negative Ergebnisse. Das Design dieser Studien war allerdings kaum geeignet, um einen primär präventiven Effekt der gewählten Substanzen auf die Karzinogenese zu prüfen. Zu berücksichtigen ist ebenfalls, dass die sogenannten antioxidativen Vitamine, denen chemopräventive Wirkung nachgesagt werden, ein Teil der anti-pro-oxidativen Balance biologischer Organismen sind. Neben den endogenen antioxidativen Systemen sind diese exogenen durch die Nahrungszufuhr zu beeinflussen. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass eine einseitige Steigerung der antioxidativen Balance eine „dejustierte pro-oxidative Balance“ durch Rauchen, Alkohol oder Umweltgifte kompensiert. Hinzu kommt; dass von den mehr als 100 bisher bekannten antioxidativen Bestandteilen der Nahrung die Supplementierung mit einer einzelnen dieser Substanzen sicherlich nicht geeignet ist, die Bedeutung der Ernährung und ihrer Bestandteile in der Chemoprävention zu prüfen.

Ziel einer sinnvollen Prävention von Krebserkrankungen kann es demnach nur sein, die verschiedenen Komponenten der Ernährung auf ihren chemopräventiven Effekt hin zu prüfen und durch entsprechende Ernährungsempfehlungen die Zufuhr dieser Komponenten durch die Ernährung oder eine Ernährungsumstellung zu sichern. Nur so kann die gesamte Breite der mediterranen Kost als karzinopräventive Ernährung eingesetzt und dem Verbraucher verständlich gemacht werden.

Es müssen klare Vorgaben für spezielle Risikogruppen erarbeitet und vor allem die Frage möglicher Interventionsstudien dahingehend erörtert werden, wie und auch unter welchen Umständen eine gezielte Chemoprävention mit Einzelsubstanzen möglich ist. Die Diskussion der derzeit laufenden und abgeschlossenen Präventionsstudien sollte dabei auch berücksichtigen, inwieweit eine Monotherapie mit „chemopräventiven“ Nahrungsbestandteilen nicht auch Risiken enthält. Solche Risiken könnten zum Beispiel darin bestehen, dass es durch einseitige Erhöhung
des antioxidativen Status zu einer Imbulanz kommt, die andere endogene, aber auch exogene antioxidative Systeme nie in ihrer Wirksamkeit reduziert.

Im Fall der Therapie von etablierten Krebserkrankungen werden immer wieder bestimmte Nahrungsregime diskutiert, denen entweder eine wachstumshemmende oder aber „krebsheilende“ Wirkung nachgewiesen wird. Hier ist die Datenanlage weitaus unsicherer als bei den präventiven Effekten der Ernährung. Wenn überhaupt Ernährung in der Therapie von Krebserkrankungen eine Rolle spielt, dann nur in dem Maße wie sie zu einer Stabilisierung des Immunsystems und zu einer Reduzierung von therapiebedingten Nebenwirkungen beiträgt. Andererseits ist es durchaus sinnvoll zu überprüfen, ob eine entsprechende Ernährungsweise die Versorgungslage des Patienten verbessern und dadurch die mit vielen Krebserkrankungen einhergehenden Ernährungsdefizite verringern kann. Diese Defizite können letztlich, wie das Beispiel Vitamin A zeigt, dazu führen, dass der bereits geschwächte Organismus noch anfälliger gegenüber Infektionskrankheiten wird. Auch hier erscheint es wichtig, wie im Falle der primären Prävention, die Datenlage zu sichten und klare Empfehlungen bezüglich der Ernährung auszusprechen, nach denen sich sowohl Ernährungsmediziner als auch Allgemeinärzte in der Therapie von Krebserkrankungen richten können. Hierzu gehört auch, dass dubiose oder auch schädliche Therapiemaßnahmen als solche erkenntlich gemacht werden.

Grundsätzlich kann gelten, dass eine Ernährungsweise; die für Primärprävention geeignet ist, auch bei bestehender Krebserkrankung empfohlen werden kann.

Anschrift des Verfassers.

Prof Dr. Hans K Biesalski
Institut für biologische Chemie und Ernährungswissenschaft Universität Hohenheim
70593 Stuttgart

FORUM DKG (12) 1997

Ouelle: Tumorzentrum Freiburg / KID Krebsinformationsdienst / Deutsche Krebsgesellschaft /
Deutsche Krebshilfe

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Otmar Wiestler will stärkere Impulse für Krebsforschung setzen

Neuropathologe am 1. Januar 2004 neuer DKFZ-Leiter

HEIDELBERG -10.12.03 - Der künftige wissenschaftliche Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, Professor Otmar D. Wiestler aus Bonn, will das DKFZ "zu einem Motor für die Überführung von Forschungsergebnissen in Diagnostik und Therapie entwickeln und stärkere Impulse in der Gestaltung der Krebsforschung in Deutschland setzen."

Dies hat der Neuropathologe gestern bei seiner Vorstellung als neuer DKFZ-Chef in Heidelberg erklärt. In dem Zentrum könne er auf eine exzellente Grundlagenforschung aufbauen, die auch fortgeführt werden solle. Jedoch erwarte die Öffentlichkeit, "daß wir in stärkerem Maße an klinische Anwendungen denken", betonte Wiestler.

Er tritt sein Amt am 1. Januar 2004 an. In diesem Sinne wolle er auch die Realisierung des geplanten interdisziplinären Tumorzentrums des DKFZ und der Heidelberger Uniklinik forcieren. Ferner strebt er eine weitere Öffnung und stärkere Partnerschaft des DKFZ mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen sowie industriellen Partnern an. Sein besonderes Augenmerk gilt weiterhin der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Schließlich soll am DKFZ unter Wiestlers Führung ein neuer Forschungsschwerpunkt zu Krebs-Stammzellen aufgebaut werden. Stammzellen und Krebszellen hätten viele Eigenschaften gemeinsam. Deren Erforschung könne neue Erkenntnisse über die Merkmale von Tumorzellen liefern.

Der Nutzung embryonaler Stammzellen in der Krebsforschung erteilte Wiestler eine klare Absage. Er hatte in der Stammzelldebatte vor zwei Jahren im Fokus des medialen Interesses gestanden. Wiestler will nicht nur als Forschungsmanager tätig sein, sondern auch seinen Wissenschaftsbereich - die Erforschung der molekularen Ursachen von Gehirntumoren - in das DKFZ einbringen. Er gilt als einer der renommiertesten Hirntumorforscher in Deutschland.

Der 47jährige Forscher und Vater von sechs Kindern hat die Herausforderung, von Bonn, wo er das Institut für Neuropathologie zehn Jahre geleitet hat, an das DKFZ zu wechseln, gerne angenommen, wie er sagte. "Das ist unser Mann", erklärten der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Walter Kröll, und der Kuratoriumsvorsitzende des DKFZ im Bundesbildungsministerium, Dr. Peter Lange, übereinstimmend.

Quelle: Ärztezeitung

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Die Rolle des Pathologen in der „Schlacht“ gegen den Tod
durch den Krebs im Dick- und Enddarm

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. med. M. Stolte, Bayreuth

„Jeder von Ihnen, der eines Tages an einem fortgeschrittenen Krebs im Dick- und Enddarm erkrankt, sollte sich heute schon schämen!“

So beginne ich häufig meine Vorträge auf Ärzte-Kongressen und dies gilt nicht nur für Ärzte, sondern auch für alle Menschen in Deutschland. Denn: Wenn es einen Krebs gibt, den man verhindern kann, ist es insbesondere dieser Krebs, der in den Krebs-Todesursachen-Statistiken bei Männern und Frauen leider immer noch an zweiter Stelle steht. Ca. 30.000 bis 50.000 Todesfälle pro Jahr gehen auf das Konto dieses „Killers“.

Als Pathologe untersuche ich pro Jahr viele Operationspräparate mit fortgeschrittenen Krebsen im Dick- und Enddarm und frage mich dabei immer wieder: wäre dieses Schicksal nicht zu verhindern gewesen?

Die Antwort ist ein eindeutiges „ja“!

Denn: Dieser Krebs entsteht zumeist aus gutartigen Polypen, die sich durch konsequente Vorsorgeuntersuchungen erkennen und endoskopisch ohne große Operation beseitigen lassen. Da dieser Krebs überwiegend nach dem 50. Lebensjahr entsteht, habe ich mich im Alter von 58 Jahren ohne jegliche vorherige Beschwerden prophylaktisch koloskopieren lassen. Das Ergebnis: 3 kleine Polypen von bis zu 6 mm Durchmesser, die „im Gesunden“ abgetragen wurden. Die feingewebliche Untersuchung zeigte, dass es sich um gutartige Polypen handelte, die aber Vorstufen des Krebses sind. Da wir durch eine langfristige Untersuchung wissen, dass der Nachweis derartiger gutartiger Polypen ein Alarmsignal für die neue Entstehung von Polypen oder Krebsen an anderer Stelle ist, habe ich mich nach drei Jahren erneut endoskopieren lassen. Das Ergebnis: keine neuentstandenen Polypen, kein Krebs. Die Konsequenz: in 3 - 5 Jahren lasse ich mich wieder koloskopieren. Die Koloskopie war in keiner Weise für mich belastend. Die Vorbereitung zur Reinigung des Darms war völlig harmlos ohne jegliche Beschwerden und die Koloskopie habe ich mit einer „Spritze“ überhaupt nicht bemerkt.

Mit dieser „Strategie“ bin ich sicher, dass ich nicht am Krebs im Dick- und Enddarm sterben werde. Selbst wenn bei der nächsten Untersuchung ein Krebs entdeckt werden sollte, dürfte dies dann ein Krebs im Frühstadium sein, der durch endoskopische Abtragung ohne große Operation geheilt werden kann. Denn: Wir wissen, dass der Krebs im Dick- und Enddarm zumeist aus Vorstufen entsteht und dann nur sehr langsam wächst. Mit den Vorsorgeuntersuchungen kommen wir also nicht zu spät.

Grundsätzliche Rolle des Pathologen als „Aufklärer“

Aus dieser persönlichen Schilderung wird klar, welche Rolle der Pathologe als „Aufklärer“ im Kampf gegen den Tod durch den kolorektalen Krebs hat. Es waren Pathologen wie Professor Dr. K. Elster und Professor Dr. B. Morson, die erstmals in den 50-er und 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts gezeigt haben, dass der Krebs zumeist aus primär gutartigen Vorläufern - den Adenomen - entsteht. Damit wird klar, dass die Entfernung dieser Vorläufer des Krebses den Krebs verhindern können. Die endoskopische Abtragung dieser Vorstufen des Krebses wurde erstmals im Jahr 1973 in Erlangen durchgeführt. Dass diese Polypektomie die Rate der kolorektalen Karzinome um 70 - 90% senken kann, ist dann in den 90-er Jahren in einer großen amerikanischen Studie eindeutig gezeigt worden.

So gesehen, waren es Pathologen, die den Weg für die heute mögliche Krebsprophylaxe durch koloskopische Vorsorgeuntersuchungen geebnet haben. Deshalb ist es heute immer noch die Aufgabe der Pathologen in „vorderster Front“ für die Krebsprophylaxe zu kämpfen. Wir tun dies durch ständige Fortbildung von Ärzten und Laien auf diesem Gebiet.

Der Pathologe stellt die Weichen in der Diagnostik

Lange Zeit glaubte man, dass die Krebse im Dick- und Enddarm nur in großen Polypen entstehen und kleine Polypen harmlos sind. Durch Forschungen in Japan ist aber schon Ende der 80-er Jahre klar geworden, dass es auch gefährliche kleine Neubildungen in der Schleimhaut des Dick- und Enddarms gibt. Wir Pathologen haben diese neuen Erkenntnisse „missionarisch“ in Deutschland verbreitet. Das Ergebnis: Auch in Deutschland werden diese sog. mini de novo-Karzinome heute häufig erkannt und erfolgreich endoskopisch behandelt. Allerdings: Es besteht noch ein erheblicher Nachholbedarf in der Diagnostik dieser mini de novo-Karzinome. Die Rate dieser frühen Karzinome beträgt bei uns zur Zeit nur 15% unter allen Frühkarzinomen, während sie in Japan bei ca. 30% liegt.

Der Pathologe als Lotse für die weitere Diagnostik und Therapie

Jeder Polyp, ob gestielt, breitbasig oder flach, wird von einem Pathologen untersucht. Er entscheidet, ob es sich um einen gutartigen Polypen, um einen Polypen mit Vorstufen für ein Karzinom oder schon um ein Karzinom handelt. Seine Diagnose entscheidet über das weitere Vorgehen: wird nur ein gutartiges Adenom diagnostiziert, ist es ausreichend, die nächste Kontrollkoloskopie in 3 Jahren durchzuführen. Werden aber im Adenom schon Krebsvorstufen (hochgradige intraepitheliale Neoplasien) entdeckt, muss die nächste Kontrolle spätestens in 1 Jahr erfolgen. Findet der Pathologe im Adenom schon ein Frühkarzinom (Infiltration der Schicht unter der Schleimhaut) entscheidet die histologische Aufarbeitung über die Frage: Operation oder nicht Operation. Wenn ein Frühkarzinom mit geringgradigem Risiko einer möglichen Metastasierung in die umgebenden Lymphknoten vorliegt (Infiltration bis in die obere und mittlere Schicht der Submukosa, keine Einbrüche in Lymphgefäße, Malignitätsgrad 1 oder 2 und Abtragung im Gesunden), kann auf die „große Operation“ verzichtet werden, denn dann beträgt die Gefahr der lymphogenen Metastasierung nur 2%. Wenn aber histologisch ein erhöhtes Risiko einer derartigen Absiedlung von Portageschwülsten in die umgebenden regionalen Lymphknoten vorliegt (Malignitätsgrad 3 oder 4, Tiefeninfiltration bis in die unterste Schicht der Submukosa, Lymphgefäßeinbrüche) besteht, muss die operative Therapie folgen, denn dann besteht ein Risiko von 17 bis 27% der lymphogenen Metastasierung.

Die Rolle des Pathologen bei der Untersuchung des Operationspräparates

Wenn ein fortgeschrittenes Karzinom vorliegt, ist das Ergebnis der Untersuchung des Pathologen dieses Präparates für das weitere Schicksal des Patienten und seiner Therapie ganz entscheidend. Dazu muss der Pathologe nicht nur den Tumor, sondern auch sämtliche Lymphknoten am Operationspräparat untersuchen. Bei dieser Untersuchung des Operationspräparates ist der Pathologe der entscheidende „Qualitätskontrolleur“ des Chirurgen. So hat z.B. eine Untersuchung unseres Instituts gezeigt, dass die Prognose der Patienten ganz entscheidend vom Operateur abhängig ist. Ein Chirurg, der nur den Tumor ohne alle umgebenden Lymphknoten entfernt, hat sehr viel schlechtere Ergebnisse als ein Chirurg, der sich an die Regeln der onkologischen Chirurgie hält (s. beil. Sonderdruck). So hat z.B. eine Studie in unserem Institut dazu geführt, dass diese Karzinome nur noch in Zentren mit sehr guten Ergebnissen operiert werden.

Der Pathologe ist auch der Lotse für die Therapie nach der Karzinomchirurgie. Nur wenn er das Operationspräparat optimal aufarbeitet und nach Einbrüchen in Lymph- und Blutgefäße fahndet und sämtliche Lymphknoten am Operationspräparat untersucht, lässt sich das Stadium des Tumors exakt bestimmen. Denn dies ist dann die Basis für die Entscheidungen über die weitere Therapie (zusätzliche Chemotherapie ja oder nein).

Zusammenfassung:

1. Durch wissenschaftliche Untersuchungen von Pathologen in den 50er und 60er Jahren ist klar geworden, dass die meisten Krebse im Dick- und Enddarm aus gutartigen Vorläufern dieser Krebse - Adenome - entstehen.

2. Diese Erkenntnis war die Basis für die koloskopische Krebsvorsorgeuntersuchung und die endoskopische Abtragung von Polypen im End- und Dickdarm. Diese Untersuchungen haben eindeutig gezeigt, dass so die Rate der Krebse im Dick- und Enddarm um 70 bis 90% gesenkt werden kann.

3. Daraus ergibt sich die grundsätzliche Aufgabe des Pathologen als „Aufklärer“ für Ärzte und Patienten. Das Wissen der Pathologen muss umgesetzt werden in die konsequente koloskopische Vorsorgeuntersuchung und nach Fahndung nach und Abtragung von Krebsvorläufern zur Prävention des Krebses.

4. Die Erkenntnis, dass es auch sehr frühe Krebse in kleinen flachen polypoiden Veränderungen der Kolon- und Rektumschleimhaut gibt, muss noch mehr „in die Köpfe“ der endoskopierenden Ärzte transportiert werden. Auch dies ist eine wichtige Aufklärungsarbeit der Pathologen.

5. Die Untersuchung eines endoskopischen Polypektomiepräparates durch den Pathologen ist entscheidend für die weitere therapeutische Weichenstellung. Findet sich nur ein Frühkarzinom in einem Adenom mit einem geringen Risiko einer Metastasierung in die umgebenden regionalen Lymphknoten, so ist eine weitergehende große chirurgische Therapie nicht erforderlich. Nur bei Nachweis eines hohen Risikos ergibt sich aus der histologischen Begutachtung des Pathologen die Indikation für eine große chirurgische Therapie.

6. Der Pathologe ist „Qualitätskontrolleur“ des Chirurgen. Schlechte Chirurgie bedeutet schlechte Ergebnisse bezüglich der lokalen regionalen Rezidive des Krebses und der Überlebenszeit. Die Qualität des Chirurgen ist durch die Untersuchung des Operationspräparates gut abzulesen.

7. Der Pathologe stellt auch die Weichen für die weitere Diagnostik und Therapie nach der Operation eines kolorektalen Krebses. Dazu muss er das Operationspräparat subtil aufarbeiten und entscheiden, um welches Tumorstadium es sich handelt. Sein Gutachten entscheidet darüber, ob eine postoperative Chemotherapie erforderlich ist.

Quelle: www.klinikum-bayreuth.de

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Kaffee bringt Spermien auf Trab


Was Wisschenschaftler über das Getränk herausgefunden haben

Augsburger Allgemeine Zeitung
Von Margit Mertens

"Trinken Sie mehr Kaffee", riet Torsten Linker, Professor für Organistische Chemie an der Uni Potsdam, seinen erstaunten Zuhörern schon vor drei Jahren bei seiner Antrittsvorlesung. Denn seit einiger Zeit mehren sich die Hinweis, dass Kaffee gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzt und sogar vor Krebs schützt.

Jümgste Studien von Veronika Somoza von der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie in Garching erhärten diese vermutung. Wie das Team um Somoza in der Oktober-Ausgabe des Journal of Andricultural and Fodd Chemistry berichtet, enthält Kaffee eine Substanz, die möglicherweise vor Darmkrebs schützt. Zumindest im Tierversuch konnte sie nachweisen, dass Kaffee die Aktivität der so genannten Phase-II-Enzyme im Blut der Tiere um bis zu 40 Prozent ankurbelt. Diese Gruppe von Enzymen machen Fremd-, Gift- und Krebs erregende Stoffe unschädlich.

Substanz entsteht beim Rösten

Für diesen Effekt verantwortlich ist der Inhaltsstoff Methylpyridinium, stellten die Lebensmittelchemiker fest. Die Enzyme im Blut wurden sowohl beim Verfüttern von Kaffee-Extrakt als auch von reinem Methylpyridinium aktiviert. Die Substanz entsteht erst beim Rösten der Kaffeebohnen, findet sich aber auch in entkoffeiniertem und löslichem Kaffee.
Der von den Forschern nun identifizierte Stoff gehört zu den so genannten Antioxidantien, von denen im Kaffee viele enthalten sind. Diese Verbindungen entgiften aggressive Sauerstoffmoleküle, auch freie Radikale genannt, die die Zellmembranen und die Erbsubstanz schädigen und Krebs auslösen können. Wegen seines hohen Gehaltes an Antioxidantien vermuten Wissenschaftler schon länger; dass das Getränk vor Krebs schützen könnte. Allerdings müssten erst Studien am Menschen durchgeführt werden, um sagen zu können, wie viel Kaffeegenuss vor Dickdarmkrebs schützt, geben die Chemiker zu bedenken. Sie erwarten, dass vor allem starker Kaffee diesen Effekt hat, da Espresso zum Beispiel zwei bis drei Mal so viel der Substanz enthält wie normaler KAffee.

Muskelschmerzen verhindert

Ein anderer Stoff im Kaffee, das Koffein, verhindert Muskelschmerzen bei körperlicher Anstrengung, berichten Forscher der University of Georgina in der Septemberausgabe des Journal of Pain. Sie ließen junge Nichtraucher mehrfach jeweils eine halbe Stunde intensiv Fahrradfahren und verabreichten ihnen eine Stunde vor dem Sport entweder Koffein-Tablette oder Placebo.Wer die Anstrengung mit einem Placebo bewältigen musste, klagte hinterher über deutlich stärkere Muskelschmerzen. Nun wollen Patrick O´Connor und seine Kollegen herausfinden, warum Koffein überhaupt Schmerzen lindert und ob der Schmerz im Muskel selbst oder im Gehirn blockiert wird.
Gute Nachricht für Männer: Kaffee bringt die Spermien auf Trab. Beim Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin Mitte Oktober in Texa berichteten brasilianische Wissenschaftler, dass viel Kaffee trinkende Männer beweglichere Spermien hätten. Sie untersuchten an der Universitätsklinik von Sao Paulo die Spermien von 750 Männern und befragten sie auch nach ihrem Kaffeekonsum.

Test bei Unfruchrbarkeit

Dabei stellte sich heraus, dass diejenigen, die täglich sech oder mehr Tassen Kaffee trinken, deutlich beweglichere Spermien besitzen. Das waren rund ein Viertel der Männer. Jedoch sind weder ihr Hormonspiegel noch die Zahl der Spermien durch den starken Kaffeekonsum beeinflusst. Die Forscher wollen nun testen, ob Koffein-Präparate bei männlicher Unfruchtbarkeit helfen, wenn diese auf der eingeschränkten Beweglichkeit der Spermien beruht.
Einen Zusammenhang zwischen Gallensteinen und Kaffeegenuss hat die „Nurses Health Study" festgestellt, die schon seit mehr als 20 Jahren die gesundheitliche Entwicklung von rund 90 000 Frauen begleitet. Je höher der Kaffeekonsum, umso geringer scheint das Risiko für Gallenleiden zu sein. Bei Frauen, die täglich vier und mehr Tassen Kaffee trinken, sinkt das Risiko um 25 Prozent. Studienleiter Michael Leitzmann vom National Cancer Institute hat in einer anderen Untersuchung nachgewiesen, dass Kaffeekonsum bei Männern vergleichbare Wirkung zeigt. Auch hierfür ist das Koffein verantwortlich, denn entkoffeinierter Kaffee zeigt keine Effekte. Der Forscher vermutet, dass Koffein die Gallenblase anregt, sich öfter zusammenzuziehen. "Diese Kontraktionen wiederum führen dazu, dasss sich die Gallenblase besser entleert. Das hält sie gesünder", erklärt Leitzmann.

Auf das Gewicht achten

Aber: "Wir raten jetzt nicht den Leuten, mit dem Kaffeetrinken anzufangen, nur weil sie Gallensteinen vorbeugen wollen", betont Leitzmann. Es gebe nur einen Grund weniger, damit aufzuhören. "Menschen, die Leiden an der Gallenblase vorbeugen wollen, sollten auf ihr Gewicht achten", sagt der Wissenschaftler. "Übergewichtige Menschen haben ein besonders hohes Risiko für Gallenleiden."


Quelle: www.dfal.de

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Brustkrebs: Neue Verfahren können kosmetische Ergebnisse einer Bestrahlung verbessern

04.11.03 - Statistisch gesehen erkrankt jede achte bis zehnte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Früher bedeutete diese Diagnose für die Patientinnen in der Regel den Verlust ihrer Brust durch Amputation mit allen daraus resultierenden psychischen Belastungen. Zwischenzeitlich ist die brusterhaltende Therapie in ungefähr 70 Prozent der Fälle - Dank besserer Früherkennung - möglich. Da bei dieser Operation vereinzelte Tumorzellen zurückbleiben und Monate bis Jahre später erneut zu einem Tumor heranwachsen können, ist eine Nachbestrahlung unbedingt erforderlich. Neue Behandlungstechniken berücksichtigen dabei zunehmend auch kosmetische Aspekte.

So haben Experten Computersysteme entwickelt, mit deren Hilfe die Bestrahlung zunächst virtuell geplant werden kann. Dazu werden die Daten einer CT-Aufnahme des Brustkorbes der Patientin auf einen Rechner überspielt, der die Informationen in ein exaktes dreidimensionales Bild umwandelt. An diesem Modell kann der Arzt nun die Anordnung der Bestrahlungsfelder planen. Ein weiteres Programm ermöglicht es dann, die Verteilung der Strahlendosis darzustellen und zu dokumentieren. Während bei herkömmlichen Bestrahlungstechniken oft in kleineren Bereichen der Brust Überdosierungen auftraten, die zu Verhärtungen und damit einem kosmetisch unbefriedigendem Ergebnis führten, können diese mit der drei-dimensionalen Bestrahlungsplanung vermieden werden.

Die so genannte Spickung ist ein weiteres Verfahren, das die Brust bei einer Strahlentherapie schonen kann. Bei dieser Methode sticht der Arzt unter einer kurzzeitigen Vollnarkose an mehreren Stellen feine Katheter in die Brust. So wird die Tumorregion optimal erfasst. Anschließend folgt eine CT-Untersuchung. Nun berechnet der Arzt mit Hilfe des Computers die Verteilung der Strahlendosis. Danach fahren die Strahlenquellen automatisch in die Katheter ein und erhalten entsprechend der Berechnungen vom Computer das Kommando, wie lange sie an jedem einzelnen Punkt verweilen müssen. Damit kann eine maßgeschneiderte Dosis im "Tumorbett " deponiert werden.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw)

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Patienten bewerten Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung überwiegend als nicht belastend

04.11.03 - Viel zu wenige Bundesbürger nehmen die Möglichkeit einer kostenlosen Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs in Anspruch. Darauf weist die Deutsche Krebshilfe hin. Die Organisation hat nun fast 1.300 Bürger über ihre Erfahrungen befragt. 99 Prozent von ihnen würden die Darmspiegelung (Koloskopie) weiter empfehlen.

Analysen aus den USA zeigen, dass die Sterblichkeit an Darmkrebs durch die flächendeckende Darmspiegelung halbiert werden kann. Bislang wird dieses Angebot in Deutschland jedoch erst von weniger als zehn Prozent der Berechtigten in Anspruch genommen. "Wir wollen alle Menschen dazu motivieren, die Chance der Krebs-Früherkennung wahrzunehmen", so die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Frau Professor Dr. Dagmar Schipanski. "Früh erkannt ist Darmkrebs heilbar!"

Dass die Koloskopie als wenig belastend empfunden wird, beweist die Auswertung einer aktuellen Untersuchung. Über das Internet und in gastroenterologischen Schwerpunktpraxen verteilte die Deutsche Krebshilfe einen Fragebogen zum Thema Patientenzufriedenheit. Die Auswertung ergab: 97 Prozent der knapp 1.300 Befragten erlebten die Darmspiegelung als "überhaupt nicht schmerzhaft" oder "mäßig schmerzhaft", und die notwendigen Abführmaßnahmen fanden 82 Prozent "erträglich". Die überwiegende Mehrheit der Patienten (über 87 Prozent) fühlte sich durch den Arzt gut aufgeklärt. Rund zwei Drittel erhielten beruhigende Begleitmedikamente, welche die Untersuchung besser verträglich machen.

"In der Hand eines erfahrenen Arztes ist die Darmspiegelung eine sichere und schmerzfreie Maßnahme", so Professor Dr. Wolff Schmiegel vom Medizinischen Beirat der Deutschen Krebshilfe. Die Beteiligungsrate müsse nun jedoch weiter verbessert werden. "Voraussetzung dafür sind Richtlinien zur Qualitätssicherung und regelmäßige Hygienekontrollen", sagte Schmiegel. Die Menschen, die zur Krebsfrüherkennung gingen, seien schließlich gesund, wollten sich dies vom Arzt bestätigen lassen und sich keinen zusätzlichen Risiken aussetzen.

Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V.

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Informative Zeitung für Krebspatienten

04.11.03 - Aktuelle Informationen zu den verschiedensten Themen finden Sie in der Zeitung "Mensch & Krebs". Sie wird von der Bundesorganisation Selbsthilfe Krebs e.V. herausgegeben, erscheint vier Mal im Jahr und kann zu einem Preis von 12 EUR abonniert werden. Nähere Informationen finden Sie unter www.Selbsthilfekrebs.de.

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Wie Humor hilft, mit Krebs zu leben: Tagebuch einer Krankheit
Kobel: "Wer Tränen lacht, braucht sie nicht zu weinen"

"Gestern ist mir zum ersten Mal passiert, daß ich ohne Haare nicht erkannt wurde., Machst du jetzt auch auf Hipp-Hopp, Mann? Du lässt sogar mit 50 nichts aus!"

Ein witziges Buch über Krebs? Doch, gibt es: "Wer Tränen lacht, braucht sie nicht zu weinen" des Schweizers Richard Kobel, der seine Krankengeschichte in einem Tagebuch aufgeschrieben hat.

Lungenkrebs - für Kobel und seine Familie begann ein neues, anderes Leben. Doch er ging positiv mit seiner Krankheit um, sein Humor half ihm dabei. Detlef Höwing, selbst krebskrank, entdeckte Kobels Texte und animierte ihn, sie zu veröffentlichen.In Kobels Buch ist auch ein Bericht seiner Frau Christine über ihre Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit ihres Mannes. Höwing ergänzt um Patienteninformationen zum Thema Lungenkrebs. Passende Illustration sind die Comics von Peter Butschkow. Ein Buch, das Ansporn gibt. (ag)

Richard und Christine Kobel, Detlef Höwing: "Wer Tränen lacht, braucht sie nicht zu weinen. Lungenkrebs." Geest-Verlag, Vechta-Langfördern. Euro 10. ISBN 3-936389-67-5.

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Krebs: NeueTherapien

Tumorpatienten können beim Kampf gegen ihre Leiden auf neue, schmerzmindernde Behandlungsmethoden hoffen. In Ergänzung zu klassischen Ansätzen könnten so genannte minimal-invasive Tumortherapien Schmerzen verringern und auch heilend wirken, berichtete am Dienstag Maximilian Reiser, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie am Klinikum der Universität München. «Tumorgewebe kann vollständig zerstört werden», sagte der Professor im Vorfeld eines am Mittwoch beginnenden viertägigen Kongresses in der bayerischen Landeshauptstadt.

Seit etwa 20 Jahren sei etwa die Methode der Chemoembolisation bekannt. Dabei werde die Blutversorgung von Tumoren durch verschließende Mittel gestoppt. Dadurch könnten Beschwerden der Patienten gemindert werden, betonte der Münchner Oberarzt Thomas Helmberger. Jahr für Jahr gibt es in Deutschland nach Angaben der Experten rund 450 000 neue Tumor-Erkrankungen. Vor allem bei meist bösartigen Knochenmetastasen diene so genanntes Knochenzement der Stabilisierung und der Schmerzlinderung.

Bei dieser so genannten Vertebroplastie werde nach Punktion des betroffenen Knochens «eine Art Zwei-Komponenten-Kleber» eingespritzt, berichtete Helmberger. In fast 90 Prozent der Fälle sei bei den Patienten sofortige Schmerzfreiheit erreicht worden. Über Sonden könnten zudem Hochfrequenzenergie oder Lichtenergie in Tumorgewebe eingebracht werden. Durch die Hitzeentwicklung auf bis zu 100 Grad werde das Tumorgewebe - vor allem bei Leber-Metastasen - mit Hilfe dieser so genannten Thermoablation attackiert.

Quelle: www.netdoktor.de

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Die Auswirkungen

Die Auswirkungen in den von Krebs betroffenen Organen sind je nach Stadium des Tumors einzuordnen. Mit fortschreitender Größe eines Tumors sind die Auswirkungen auf die betroffenen Organe stärker und führen in vielen Fällen zum Ausfall der Organfunktion, wenn keine entsprechenden Behandlungen durchgeführt werden. Bei Tumoren, die bereits Metastasen in anderen, entfernten Organen gebildet haben, ist eine Behandlung dieser Tochtergeschwülste in Abhängigkeit der Ausdehnung nur noch ausnahmsweise mit operativen Verfahren möglich. Die Behandlung erstreckt sich dann meist auf die Linderung von Schmerzen und auf die Einschränkung eines weiteren Wachstums.

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AIDS und Krebs

Warum bekommen viele AIDS-Patienten auch Krebs?

AIDS ist eine Erkrankung des Immunsystems. Dieses wird durch eine Infektion mit HI-Viren (Humanes Immundefizienz-Virus) sehr geschwächt. Dadurch stehen viele körpereigene Abwehrmechanismen nicht mehr zur Verfügung, die normalerweise vor einer Krebserkrankung schützen. Allerdings sind viele dieser Vorgänge noch nicht vollständig geklärt worden, so daß nur für einzelne Krebsarten, z.B. solche, die durch Viren verursacht werden, der Zusammenhang vollständig erklärt werden kann.

Welche Krebsarten treten bei AIDS-Patienten auf?

AIDS-Patienten leiden häufig unter dem Kaposi-Sarkom, bei dem bösartig veränderte Zellen unter der Haut und Schleimhaut und in anderen Organen auftreten. Auch die verschiedenen Lymphome sind bei ihnen häufiger. Für einige andere Krebsarten wäre zwar ein erhöhtes Risiko bei AIDS-Patienten zu erwarten gewesen, dies hat sich in der Praxis jedoch bislang nicht bestätigt.

Die Behandlung einer Krebserkrankung paßt sich bei AIDS-Patienten an den individuellen Gesundheitszustand durch ein bei Bedarf sanfteres Vorgehen an. Die Methoden an sich, beispielsweise eine Operation oder Chemotherapie, bleiben meist gleich.
Ausführliche  Informationen für betroffene AIDS-Patienten bietet im Internet beispielsweise ein Leitfaden des HIV-Arbeitskreises Rhein-Main-Neckar und der Deutschen AIDS-Hilfe unter http://www.hivinfo.de/

Hat man andererseits als Krebspatient  auch ein erhöhtes AIDS-Risiko?

AIDS ist eine Infektionserkrankung. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist für Krebspatienten genauso hoch oder niedrig wie für andere Menschen auch. Eine gemeinsame Ursache für die beiden Erkrankungen, wie manchmal behauptet wird, gibt es nicht.

Die Wahrscheinlichkeit, durch oder während einer Krebstherapie mit dem HI-Virus angesteckt zu werden, ist heute durch die engmaschige Kontrolle aller Blutprodukte und durch die allgemeinen Hygienevorschriften im Gesundheitswesen extrem gering.

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Alkohol und Krebs

Alkohol ist selbst nur bedingt krebserregend. Trotzdem können Wein, Bier oder Spirituosen das Krebsrisiko steigern.

Welche Krebsarten können durch zu viel Alkohol verursacht werden?

Ein Gläschen "in Ehren" schadet sicher nicht, zumindest nicht nachweisbar. Wer mehr trinkt oder nicht bei Bier oder Wein bleibt, geht allerdings ein meßbares Risiko ein: Bei Alkoholikern ist der Speiseröhrenkrebs weit häufiger als in der Normalbevölkerung - wer mehr als zwei Liter Bier oder vier Gläser Wein pro Tag konsumiert, hat das 18fache Risiko, an diesem Krebs zu erkranken. Man findet bei Alkoholikern außerdem vermehrt Krebsbildungen in der Mundhöhle, im Rachenraum und im Kehlkopf.

Alkohol selbst ist zwar nach derzeitigem Wissensstand nur bedingt direkt krebserregend. Er fördert jedoch die Empfindlichkeit für andere Risikofaktoren. Und häufig bleibt es nicht bei einem Genußgift: Zum Wein, zum Bier oder zu härteren Getränken gehört für viele Menschen auch die Zigarette (Rauchen und Passivrauchen). So ist es im Einzelfall schwer, die krebserzeugende Wirkung für Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf dem Alkohol oder dem Tabak zuzuordnen. Auch geht man davon aus, daß die einzelnen Risiken sich möglicherweise nicht einfach addieren, sondern gegenseitig noch verstärken. Gleichwohl ist aber auch bei "Nur-Alkoholikern", die sonst sehr gesund lebten, ein erhöhtes Risiko festgestellt worden.

Wie sieht es mit dem Krebsrisiko durch Leberschäden aus?

Exzessiver Alkoholkonsum schädigt die Leber auf jeden Fall. Es kommt im Lauf der Jahre häufig zu einer Leberschrumpfung, der Zirrhose, aus der Leberkrebs entstehen kann. In den Industrienationen werden die meisten Leberkrebsfälle auf diese Weise ausgelöst.

In den letzten Jahren haben sich darüber hinaus die Hinweise gehäuft, daß Alkohol auch bei der Entstehung von Darm- und Brustkrebs eine größere Rolle spielen könnte, als lange Zeit angenommen. In einer Studie der amerikanischen Harvard-Universität konnte gezeigt werden, daß ältere Frauen, die regelmäßig Alkohol konsumierten, erhöhte Werte eines Östrogens im Blut aufwiesen. Am auffälligsten war dieser Anstieg nach den Wechseljahren bei übergewichtigen Frauen. Für Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse ist Alkoholkonsum zumindest ein schwacher Risikofaktor.

Gibt es Empfehlungen, wie viel man gefahrlos trinken darf?

Wer regelmäßig geringe Mengen trinkt, kommt dabei keineswegs besser weg, als jemand, der gelegentlich zuviel Alkohol konsumiert. Die Grenze zwischen Genuß und Gefahr beim Alkoholkonsum ziehen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) heute wegen der allgemein schädlichen Auswirkung auf die Gesundheit bei 20 Gramm Alkohol pro Tag für Männer. Das entspricht knapp einem halben Liter Bier oder einem Glas Wein pro Tag. Frauen rät die DGE, maximal 10 Gramm Alkohol pro Tag zu konsumieren. Die Gesellschaft weist ausdrücklich darauf hin, daß bei diesen Referenzwerten die möglicherweise herzschützende Wirkung von Alkohol schon berücksichtigt ist (Ernährung in der Prävention).

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Arbeitsplatz und Krebsrisiko

Die Frage nach den Ursachen der eigenen Krebserkrankung bleibt für die meisten Patienten unbeantwortet: Was genau die erste Zelle zur Krebszelle gemacht hat, läßt sich sehr häufig nur auf einen genetischen "Unfall" zurückführen. Gelegentlich kann die Ursache jedoch im Beruf des Patienten gesucht werden.

Wie viele Krebserkrankungen sind beruflich bedingt?

Die Schätzungen, wie viele Krebserkrankungen heute durch Risiken am Arbeitsplatz verursacht werden, gehen weit auseinander. In Deutschland gab es lange Zeit zu diesem Thema wegen des Fehlens eines Krebsregisters in den alten Bundesländern und der mangelnden Aussagekraft des Krebsregisters der ehemaligen DDR nur die Zahlen der Berufsgenossenschaften. Nach Darstellung des Hauptverbandes der Berufsgenossenschaften war bei knapp der Hälfte der 1994 an den Folgen einer Berufskrankheit verstorbenen Versicherten Krebs die Todesursache. Der Anteil der Krebserkrankungen an den insgesamt anerkannten Fällen von Berufskrankheiten lag von 1978 bis 1994 aber nur bei 4,2%. Das sind je nach Krebsart und vermuteten Auslöser 5-100% der gemeldeten Verdachtsfälle. Der steile Anstieg dieser Zahlen ist auf eine nachträgliche Anerkennung Betroffener aus den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung zurückzuführen, nicht auf eine Veränderung der Zahl der Betroffenen an sich.

Als Berufskrankheit im gesetzlichen Sinn wird eine Erkrankung definiert, die "durch gesundheits-schädigende Einwirkungen hervorgerufen wurde, denen die Betroffenen in höherem Maß ausgesetzt sind als die gesamte Bevölkerung". Diese Definition ist die Hürde, an der eine klare Aussage zur Abschätzung der beruflich bedingten Belastungen scheitert. In manchen Verdachtsfällen muß ein Zusammenhang erst mühsam recherchiert werden. Es werden Gutachter benötigt, das Privatleben bzw. die persönlichen Risiken des Antragstellers müssen miteinbezogen werden.

Welche Berufe sind laut der offiziellen Statistik besonders belastend?

Die derzeit anerkannten Krebserkrankungen bzw. vergleichbare Anerkennungsfälle treffen Angehörige verschiedener Berufsgruppen. Da die wenigsten Arbeitsplätze, außer im Bergbau, wirklich vergleichbar sind, geht die Registrierung von belastenden Situationen und nicht vom Beruf aus. Als Berufserkrankung wird ein entsprechend typisches Krankheitsbild bei einem Arbeitnehmer ohne große Umstände anerkannt, wenn er mit einer der folgenden Substanzen ungeschützten Kontakt hatte: Chrom, Cadmium, Arsen, aromatische Amine, Halogenkohlenwasserstoffe wie Vinylchlorid, Benzol, Dioxine, Nickel, Kokereirohgase, Eichen- und Buchenholzstäube, Ruße und Teere bei Hautkontakt sowie - zahlenmäßig am bedeutsamsten - Asbest und ionisierende Strahlung im Bergbau.

Rein theoretisch können sehr viele Arbeitnehmer diesen Substanzen ausgesetzt sein. In der Regel besonders betroffen sind jedoch Chemieberufe, Schlosser, Bau-, Metall- und Holzberufe, Bergleute, Elektriker, Installateure, Textilberufe, Lager- und Transportberufe, Isolierer, Mineralaufbereiter, Maler und Lackierer, Glas- und Keramikberufe sowie KFZ-Mechaniker. Dies wird sich jedoch mit der Veränderung von Berufsbildern, zunehmendem Kenntnisstand über Krebsrisikofaktoren und der Aufdeckung mangelnder Sicherheitsbedingungen stetig wandeln. Wegen der in der Regel langen Latenzzeit (Zeitraum zwischen dem Einwirken eines Risikofaktors und dem Auftreten einer Erkrankung) spiegeln sich in den anerkannten Fällen Arbeitsplatzbelastungen der letzten 30 Jahre wider.

Es gibt aber doch noch viel mehr Stoffe, deren Gefährlichkeit diskutiert wird oder schon feststeht?

Hatte ein erkrankter Arbeitnehmer nachweislich mit gefährlichen Stoffen Kontakt, wird die zuständige Berufsgenossenschaft seinen Fall sorgfältig prüfen und gegebenenfalls anerkennen, auch wenn diese Anerkennung dann noch nicht als Präzedenzfall gilt. Ist die entsprechende Datenlage jedoch eindeutig, wird auch eine generelle Anerkennung des jeweiligen Stoffes überprüft. So wurden beispielsweise erkrankte ehemalige Bergleute der SDAG Wismut, die im Uranbergbau der DDR hohen Konzentrationen von Radon (Radioaktivität und Röntgenstrahlen) ausgesetzt waren, sehr schnell in die Anerkennungsverfahren integriert; entsprechende Erkrankungen werden heute im vereinfachten Verfahren als Berufskrankheit anerkannt.

Welche gesetzlichen Regelungen schützen die Arbeitnehmer heute?

Der Schutz der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz geht in Deutschland auf die Sozialgesetzgebung Otto von Bismarcks Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Seitdem sind Arbeitgeber verpflichtet, ihre Arbeitnehmer gemäß den gesetzlichen Bestimmungen und dem derzeitigem Kenntnisstand vor Schaden zu schützen und ihnen im Schadensfall finanzielle Unterstützung zu gewährleisten. Hauptansprechpartner für die Umsetzung sind die Berufsgenossenschaften (BG).

Eine große Anzahl gesetzlicher Regelungen sorgt dafür, daß ein Berufstätiger am Arbeitsplatz nicht gefährdet wird. Technischer Schutz (Maschinensicherheit, Vermeiden von Entweichen gefährlicher Substanzen etc.) hat dabei Vorrang vor organisatorischem Schutz (Begrenzung von Arbeitszeiten und persönlichen Maßnahmen (Schutzkleidung etc.)). Die Sicherheitsbestimmungen werden gesetzlich durch die Gefahrstoffverordnung und im gewerblichen Bereich auch durch Richtlinien der Berufsgenossenschaften definiert. Die Richtlinen haben dabei rechtlich den Rang einer Verordnung, weil sie in der Regel gesetzliche Bestimmungen für die einzelnen Branchen umsetzen. In zunehmendem Maß gelten auch Bestimmungen der Europäischen Union (EU).

Die Vorschriften enthalten neben den Pflichten für den Arbeitgeber Verhaltenspflichten für den Arbeitnehmer, d.h. ein Berufstätiger ist auch zur Einhaltung von Sicherheitsvorschriften verpflichtet.

Wer ist gegen berufliche Belastungen versichert, und wer zahlt diesen Schutz?

Die Versicherungpflicht gegen Arbeits- und Wegeunfälle, Berufskrankheiten sowie die volle Finanzierung liegt allein beim Arbeitgeber. Jeder Arbeitnehmer, auch bei nur kurzfristiger Beschäftigung, ist automatisch versichert. Das gilt sogar, wenn der Arbeitgeber noch keine Anmeldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft vorgenommen hat. Die Arbeitnehmer aus der ehemaligen DDR, auch wenn sie in der Zwischenzeit nicht mehr berufstätig sind, wurden rückwirkend in vollem Umfang in diese Maßnahmen integriert.

In anderen Bereichen, z.B. einem Teil des Öffentlichen Dienstes, regeln sogenannte Bundesausführungsbehörden in Zusammenarbeit mit den Versorgungsämtern Schadensfälle und Ansprüche. Auch andere Personengruppen sind in vergleichbarer Weise versichert.

Wie sieht die konkrete Vorgehensweise aus, wenn der Verdacht auf eine beruflich bedingte Erkrankung besteht?

Melden kann den Verdacht auf eine beruflich bedinge Erkrankung jeder. In der Regel meldet der behandelnde Arzt an die zuständige Berufsgenossenschaft oder das jeweilige Versorgungsamt, wenn keine gewerbliche Tätigkeit vorlag (z.B. Öffentlicher Dienst, Bundeswehr). Ist diese nicht bekannt, kann auch an den Hauptverband der Berufgenossenschaften gemeldet werden. Die Berufsgenossenschaften veranlassen dann alles weitere.

Es ist kaum möglich, die Dauer eines Anerkennungsverfahrens vorauszusagen. Lehnt die Berufsgenossenschaft beispielsweise im ersten Verfahren die Anerkennung ab, kann Widerspruch eingelegt werden. Dann liegt in der Regel die Beweispflicht beim Antragsteller. Er muß zumindest mit der Vorlage von Kosten rechnen, z.B. für Gutachten oder Anwaltshonorare. Wird positiv entschieden, übernehmen die Berufsgenossenschaften auch diese Kosten. Die Anerkennungsverfahren können sich jedoch unter Umständen über Jahre hinziehen

Was leistet die Versicherung?

Die Leistungen der Berufsgenossenschaften umfassen medizinische Betreuung, Rehabilitation, Medikamente, Heilmittel etc., Pflege bei Hilflosigkeit und Entschädigungen sowie die Rente, auch für Angehörige. Es gilt der Grundsatz Rehabilitation vor Rente, d.h. einem Antragsteller wird eher eine Kur oder sogar eine Umrüstung seines Arbeitsplatzes als eine Rente bezahlt.

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Krebsrisiko Asbest

Wo findet sich heute noch Asbest?

Das mineralische faserartige Material wurde in der Vergangenheit fast universell eingesetzt. Bis wirklich alle Quellen einer möglichen Gesundheitsgefährdung beseitigt sind, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Da das Mineral nicht brennt, erst bei über 1000°C schmilzt, unempfindlich gegen viele Laugen und Säuren ist und Wärme und Schall schlecht leitet, wurde es vielfach zur Isolierung von Rohren, Heizungen und Elektrogeräten, als Asbestpappe und -einsatz bei Drahtnetzen, Filtern, Dichtungsringen, Gasmasken, Kupplungs- und Bremsbelägen, in feuerfesten Geweben und v.a. als Asbestzement in sehr vielen Gebäuden verwendet.

Heute ist die Verwendung von Asbest in der Bundesrepublik stark eingeschränkt. Probleme bereitet jetzt der berufliche Kontakt im Rahmen von Sanierungen und die unbemerkte Aufnahme von Fasern durch die Verwitterung von Asbest. Auch im Haushalt gibt es eine Reihe von Asbestquellen. Das Mineral findet sich in Isolierungen, Dämmplatten und der Rückseite von alten Fußböden aus PVC, in manchen alten Haushaltsgeräten als Elektro- und Wärmeisolierung (Fön, Toaster) sowie in alten Nachtspeicherheizungen.

Warum ist das Mineral so gefährlich?

Asbest kommt in verschiedenen Mineralisationsformen vor. Diese spalten bei Verwitterung Fasern ab, die staubfein sind und eingeatmet werden können. Personen, die mit Asbest in Kontakt kamen, haben nach rund zehn Jahren ein ansteigendes Risiko, an einer Asbestose zu erkranken, einer chronischen Lungenkrankheit, die das elastische Lungengewebe als Reaktion auf den Reiz der Fasern und den daraus resultierenden Entzündungen verhärten läßt. Durch diese bindegeweblichen, narbigen Verdickungen und Verkalkungen wird die Atmung auf Dauer beeinträchtigt und die Gefahr einer zusätzlichen Lungenentzündung erhöht. Das Leitsymptom der Asbestose ist ein kurzer, angestrengter Atem. Die Diagnose wird durch ein Röntgenbild und eine Faseruntersuchung gesichert; ständige ärztliche Betreuung ist bei einer Erkrankung meist notwendig. Die Asbestose wird als Berufskrankheit (Arbeitsplatz und Krebsrisiko) anerkannt.

Wenn Fasern eingeatmet werden, v.a. solche, die länger als 5 und dünner als 1 Mikrometer sind, verursachen sie nach 15 bis 30 Jahren, eventuell auch noch später, Krebs der Atemwege, der Lunge und/oder des Brustfells, ein sogenanntes Pleuramesotheliom. Für das individuelle Risiko ist außerdem noch die Zahl der Fasern, die Gewebe-, besonders die Lungengängigkeit der Fasern und ihre Beständigkeit im biologischen Milieu entscheidend. Rauchen ist der stärkste bekannte Kofaktor, der eine Krebsentstehung födert. Auch Krebs durch einen nachgewiesenen Asbestkontakt am Arbeitsplatz steht auf der der Liste der anerkannten Berufserkrankungen; Betroffene werden von der jeweils zuständigen Berufsgenossenschaft betreut.

Wie kann eine Asbestschädigung festgestellt werden?

Beginnender Lungenkrebs oder ein Mesotheliom im Frühstadium machen meist nur unspezifische Beschwerden (Husten, Schleim, eventuell mit Blut, unerklärliche Brustschmerzen), die leicht fehlgedeutet werden, v.a. wenn die Asbestexposition unbekannt ist. Neben der Anamnese ist in der Diagnostik die Anwendung bildgebender Verfahren und einer Biopsie mit Fasernachweis durchzuführen. Eine zuverlässige Früherkennung gibt es leider nicht. Ehemalige Asbestarbeiter und Arbeitnehmer in der Asbestsanierung werden deshalb besonders konsequent betriebsärztlich überwacht.

Wie sehen Vorsichtsmaßnahmen gegen einen Asbestkontakt aus?

Jeglicher Kontakt soll ausgeschlossen sein! Für Asbestarbeiter, die heute mit dem Material hauptsächlich bei Renovierungs- und Sanierungsarbeiten in Kontakt kommen, ist vorgeschrieben, alle Schutzausrüstungen zu benutzen und alle Arbeitsvorgänge unter den Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen, wie sie die Berufsgenossenschaften vorsehen. Dazu gehören Schutzkleidung, Atemschutz, Absaugvorrichtungen etc. Wichtig ist auch die fachgerechte Entsorgung der Asbestprodukte sowie verunreinigter Gegenstände als Sondermüll unter den entsprechenden Sicherheitsvorschriften.

Eine wichtige private Maßnahme und der wichtigste Schutz vor Lungenkrebs überhaupt ist der Verzicht auf das Rauchen! Rauchen erhöht nach Asbestkontakt das Krebsrisiko noch einmal um das Hundertfache.

Jeglichen Anzeichen von Atemwegserkrankungen sollte nach Asbestkontakt besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Gegebenenfalls muß ein Arzt aufgesucht werden, der über die Asbestexposition informiert wird, damit er dies bei der Diagnosestellung berücksichtigen und das beste Vorgehen wählen kann.

Kann man Asbest im Haushalt selbst entfernen?

Mieter und Eigentümer einer möglicherweise asbestbelasteten Wohnung sollten zunächst klären, wie hoch das tatsächliche Risiko ist. Das kann z.B. durch eine Messung der Faserzahl in der Raumluft geschehen (über Kosten und Möglichkeiten beraten unter anderem die Baubehörden oder Umweltberatungsstellen der Gemeinden, der TÜV oder die Verbraucherzentralen). Ist die Entfernung einer möglichen Asbestquelle voraussichtlich billiger als die Messung, beispielsweise durch den Austausch eines älteren Haushaltsgerätes, sollte dieses Vorgehen natürlich bevorzugt werden. Für viele ältere Haushaltsgeräte haben die Hersteller, die Verbraucherzentralen oder die Energieversorger der jeweiligen Gemeinden Listen, in denen nachgesehen werden kann, ob überhaupt noch Asbest enthalten ist.

Vorsichtig sollten Heimwerker bei der Sanierung in Eigeninitiative sein: Beim unsachgemäßen Öffnen und Entfernen einer alten Nachtspeicherheizung oder beim Herausreißen eines PVC-Bodens gelangen Fasern überhaupt erst in die Raumluft. Alle größeren Maßnahmen sollten daher Spezialfirmen überlassen bleiben, auch wenn der finanzielle Aufwand dadurch größer ist.

Stimmt es, daß auch im Trinkwasser Asbestfasern nachgewiesen wurden?

In den 80er Jahren sind einige Studien (aus den USA, Kanada und Österreich) zur Frage der Krebsrisikoerhöhung durch Asbestfasern im Trinkwasser publiziert worden. Zum Teil handelt es sich um eine natürliche Asbestbelastung aus mineralischen Quellen, zum Teil um eine künstliche Belastung aus Leitungsrohren oder Filtern, in denen Asbest verarbeitet wurde.

Die Ergebnisse zeigen fast durchgängig keinen Zusammenhang zwischen der Asbestaufnahme und Tumoren des Verdauungstraktes. In Deutschland wurden zwar ebenfalls Asbestfasern im Trinkwasser mancher Gemeinden gefunden, allerdings in sehr geringen Konzentrationen, die kein Gesundheitsrisiko darstellen. Die Gesundheitsbehörden weisen jedoch darauf hin, daß das Trinkwasser nicht zu sauer sein darf, damit keine Fasern aus noch vorhandenen Asbestleitungen gelöst werden.

Wie steht es mit der Gefährdung durch andere Fasern, die als Ersatz für Asbest verwendet werden?

Steinwolle und andere Mineralfasern sowie Glaswolle galten lange als völlig ungefährlich. Inzwischen deuten die Beobachtungen dahin, daß es weniger auf das Material selbst als auf die Fasergröße ankommt. Fasern, die in Länge und Dicke den Asbestfasern entsprechen, vergrößern unter Umständen auch das Krebsrisiko. Daher empfehlen die Berufsgenossenschaften und andere offizielle Organisationen den weitgehenden Verzicht auf Fasern dieses Größenbereiches oder das Ausweichen auf Ersatzprodukte. Eines von beiden ist meist ohne Einschränkung möglich. Die Hersteller haben einer denkbaren Gesundheitsgefahr durch veränderte Produkte bereits weitgehend Rechnung getragen. Wichtig bleiben Vorsichtsmaßnahmen bei der Verarbeitung, z.B. Staubschutzmasken, bedeckende Kleidung und Handschuhe. Risiken treten bei Glas- und Steinwolle vermutlich nur bei der Verarbeitung auf und nicht mehr danach, solange nicht durch Verwitterung Fasern freigesetzt werden.

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