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 Die Inhaltsübersicht

-
Psychotherapie stabilisiert medizinischen Behandlungserfolg bei Rückenschmerzen
-
TK-Gesundheitsreport: Fast jeder zehnte Fehltag geht auf Rückenbeschwerden zurück
- Rückenschmerzen effektiv vorbeugen und lindern
-
Deutsche Interventionsstudie radikulärer Kreuzschmerz (DISK)

 

Psychotherapie stabilisiert medizinischen Behandlungserfolg bei Rückenschmerzen

12.04.2006 - Psychotherapie kann Rückenschmerzen lindern und Kranke wieder fit machen: Bei zusätzlicher Anwendung zur medizinischen Standardbehandlung haben die Patienten weniger Schmerzen, sind beweglicher und arbeitsfähiger. Dies hat jetzt eine kontrollierte Studie der Orthopädischen und der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg unter Federführung von Professor Dr. Marcus Schiltenwolf, Leiter der Sektion Schmerztherapie an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, gezeigt.

Akute Rückenschmerzen sind weit verbreitet: Rund 30 Millionen, also mindestens jeder dritte Bundesbürger, klagen einmal im Jahr darüber. Vom akuten zum chronischen Leiden ist der Weg oft nicht weit. Der volkswirtschaftliche Ausfall liegt schätzungsweise bei 20 Milliarden Euro pro Jahr.

"Bei der Entwicklung chronischer Rückenschmerzen spielen psychische Aspekte, zum Beispiel eine Neigung zur Depression oder Angst vor Bewegung und körperlicher Aktivität eine wichtige Rolle. Darauf weisen wissenschaftliche Studien hin", erklärt Professor Schiltenwolf. "Patienten sollte deshalb eine Behandlung angeboten werden, die bereits frühzeitig auch psychologische Aspekte berücksichtigt." Psychotherapie gehört bislang jedoch nicht zu den von den Krankenkassen erstatteten Therapien bei Rückenschmerzen.

Gemeinsam mit Kollegen aus Heidelberg behandelte der Heidelberger Schmerztherapeut insgesamt 64 Patienten, die erstmals wegen starker Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule drei bis zwölf Wochen lang krank geschrieben waren, nach einem standardisierten Schema.

Die Teilnehmer der Studie wurden drei Wochen lang entweder mit medizinischer Standardtherapie - Krankengymnastik, Bewegungstherapie im Wasser, Muskeltraining, Rückenschule und Massagen - behandelt. Die Hälfte der Patienten erhielt statt Wassertherapie psychotherapeutische Behandlung, dreimal in der Woche, allein und in der Gruppe, und viermal in der Woche Entspannungsübungen. Beiden Gruppen wurden weder Medikamente noch Spritzen oder Chirotherapie verabreicht. Die Patienten wurden nach drei Wochen entlassen und weiter von ihrem Hausarzt oder Orthopäden betreut.

Weniger Schmerzen und seltenere Krankschreibung nach Psychotherapie

Die Schmerzintensität bei der Entlassung hatte in beiden Gruppen erheblich abgenommen. Bei einer zweiten Untersuchung nach sechs Monaten zeigte die mit Psychotherapie behandelte Gruppe noch weniger Schmerzen, während die konventionell behandelte wieder den Zustand vor der Behandlung zurückgefallen war. Auch die Beweglichkeit hatte sich nur bei der Psychotherapie-Gruppe langfristig verbessert; dies galt auch für die Neigung zur Depression. Besonders eindrucksvoll war der Unterschied bei der Krankschreibung innerhalb der folgenden zwei Jahre nach Therapieende: Während nur zwei der mit Standardtherapie behandelten Patienten nicht mehr krank geschrieben wurden, waren es in der Psychotherapie-Gruppe 13.

"Die Studie hat gezeigt, dass die konventionelle Therapie kurzfristig Erfolge bringt, die langfristig durch Psychotherapie stabilisiert werden können", sagt Professor Schiltenwolf. Dies gelte auch für erstmalige Erkrankungen, bei denen sich Schmerzmuster und Schmerzverhalten noch nicht verfestigt haben. Professor Schiltenwolf plädiert für weitere kontrollierte Studien, die Langzeiteffekte der Psychotherapie bei Rückenschmerzen untersuchen.

Literatur:
Schiltenwolf M, Buchner M, Heindl B, von Reumont J, Muller A, Eich W.: Comparison of a biopsychosocial therapy (BT) with a conventional biomedical therapy (MT) of subacute low back pain in the first episode of sick leave: a randomized controlled trial. Eur Spine J. 2005 Nov 26;:1-10

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg


TK-Gesundheitsreport: Fast jeder zehnte Fehltag geht auf Rückenbeschwerden zurück

Hamburg - 03.04.2006 (ots) - Zwei von drei Deutschen leiden einmal pro Jahr an Rückenschmerzen. Nach Angaben des aktuellen Gesundheitsreportes der Techniker Krankenkasse (TK) geht fast jeder zehnte Fehltag auf Rückenbeschwerden zurück. Die fast 2,6 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen, das sind Berufstätige und Arbeitslose, waren im letzten Jahr durchschnittlich 11,21 Tage krankgeschrieben, davon zwei Tage mit Rückenbeschwerden.

Rücken eines Mannes
Bild: Photocase

Gudrun Ahlers, Expertin für den TK-Gesundheitsreport: "Auffällig ist, dass Frauen aufgrund von Rückenbeschwerden mit 12,4 Tagen im Schnitt zwei Tage länger krankgeschrieben sind als Männer mit 10,4 Tagen. Von Rückenschmerzen sind Männer jedoch öfter betroffen. Während diese durchschnittlich 0,6 Tage arbeitsunfähig waren, sind es bei Frauen 0,5 Fehltage.

Insgesamt verursachten Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens im letzten Jahr bei der TK knapp drei Millionen Fehltage, die sich regional sehr unterschiedlich verteilen: Während Erwerbspersonen in Baden-Württemberg durchschnittlich 0,75 Tage arbeitsunfähig waren, liegt Berlin mit 1,33 Fehltagen im bundesweiten Vergleich an der Spitze. Auf Rückenschmerzen entfielen 130.000 Krankschreibungen mit über 1,5 Millionen Fehltagen.

Überträgt man diese Ergebnisse auf alle Erwerbspersonen in Deutschland, ergeben sich für 2005 über 30 Millionen Fehltage aufgrund von Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen, die Hälfte davon allein durch Rückenschmerzen. Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes: "Rückenschmerzen ist damit die am häufigsten gestellte Diagnose bei Rückenbeschwerden. Die Ursache dafür ist meistens Bewegungsmangel." Deshalb hat die TK gemeinsam mit Professor Dr. Dietrich Grönemeyer die Aktion "Rückhalt für Deutschland" ins Leben gerufen. Damit setzen sich die Initiatoren aktiv für die Prävention von Rückenbeschwerden ein.

In diesem Jahr finden in ganz Deutschland rund 80 Veranstaltungen wie Live-Talkrunden in WM-Stadien (3.4. Leipzig, 10.4. Berlin, 8.5. Dortmund), Vorträge (24.5. Wolfsburg, 26.5. Borken, 17.7. München, 18.9. Hamburg), ein Patiententag und Rücken-Check-Stationen statt. Informationen zu "Rückhalt für Deutschland" und den vollständigen Gesundheitsreport mit der Sonderauswertung "Rückenbeschwerden" gibt es unter www.tk-online.de.

Quelle: TK Techniker Krankenkasse


Rückenschmerzen effektiv vorbeugen und lindern!

Beiersdorf - 13.03.2006 (ots) - Im März findet zum vierten Mal der Tag der Rückengesundheit statt. Denn: Rückenleiden sind eine Volkskrankheit. Die CPM Methode bietet Betroffenen eine besonders wirksame Behandlungsmöglichkeit Schmerzen vorzubeugen und zu lindern.

Rücken eines Mannes
Bild: Photocase

Rückenschmerzen sind der zweithäufigste Grund zum Arzt zu gehen. Bei rund drei Millionen Bundesbürgern sind sie bereits chronisch. Grund genug für das Deutsche Grüne Kreuz e. V. am 15. März 2006 den Tag der Rückengesundheit zu veranstalten. Unter dem Motto "schmerzfrei - angstfrei - besser leben" wird die Bevölkerung aufgerufen, sich aktiv für einen gesunden Rücken zu engagieren. Neben der Vorbeugung liegt ein besonderes Augenmerk auf der Behandlung neu auftretender Beschwerden: Sie sind oft mit Angst vor Bewegung verbunden, die zu Fehlstellungen führt. Weitere Schmerzen sind die Folge. "Wichtig ist deshalb, durch eine Schmerztherapie die Beschwerden rechtzeitig zu lindern", sagt Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im DGK e. V.

Eine äußerst effektive und weit verbreitete Methode zur Verbeugung und Behandlung von Rückenschmerzen ist CPM. CPM steht für "Continuous Passive Movement", also kontinuierlich passive Bewegung. Dabei wird durch eine kreisende, Bewegung die Wirbelsäule leicht gedehnt und gestreckt. "Der Druck auf Wirbel, Wirbelgelenke und Bandscheiben nimmt ab, die Muskeln entspannen sich und der Hüftbogen wird ausgerichtet. Zudem werden Durchblutung, Stoffwechsel und Lymphfluss angeregt", sagt Alexander Römer, Leiter vom Wirbelsäulenzentrum München. "Auf diese Weise fördert die CPM Methode auch eine schnellere Heilung der betroffenen Bereiche." Das Ergebnis sind weniger Schmerzen, mehr Mobilität und Stabilität.

Während diese erfolgreiche Methode gewöhnlich von Physiotherapeuten ausgeführt wird, gibt es mit TergoVital nun erstmals auch ein Gerät, das die Behandlungsform zur Linderung von Rückenschmerzen einsetzt. Alles was der Patient tun muss ist, seine Beine auf das Gerät und seinen Rücken auf den Boden zu legen. TergoVital imitiert nun 1:1 die Bewegungsführung des Therapeuten durch sanfte, kreisende Bewegungen. Das klinisch getestete Gerät wurde speziell zur Selbstbehandlung konzipiert und schaltet sich nach der Behandlungsdauer von 12 Minuten automatisch ab. Seine hochtherapeutische Wirkung wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen. "Insbesondere Patienten mit chronischen Rückenleiden erhalten hiermit eine unvergleichlich intensive und komfortable Therapie," so der Leiter des Wirbelsäulenzentrums.

Quelle: Rodegang Medizintechnik


Deutsche Interventionsstudie radikulärer Kreuzschmerz (DISK).

Bei einem Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule mit Rücken-Bein-Schmerzen (sog. „Ischias“) gilt nach bisherigen Kenntnissen lediglich als gesichert, daß Patienten zunächst nicht operiert werden, sondern eine intensive mehrwöchige konservative Behandlung erhalten sollten. Nur bei ausgeprägter Schwäche der Beinmuskeln oder einer Blasen-/Mastdarm-lähmung muß eine Operation rasch durchgeführt werden. Bessern sich die Beschwerden unter konservativer Behandlung nicht, ist bisher wissenschaftlich nicht geklärt, wer weiter ausschließlich medizinisch-krankengymnastisch behandelt werden kann und welcher Patient operiert werden muß.

Als Teil des „Deutschen Forschungsverbundes Rückenschmerz“ (www.dfrs.de) wird in der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation Günzburg, der Klinik für Neurochirurgie der Universität Ulm und der Abteilung Medizinische Psychologie der Universität Ulm eine vergleichende Untersuchung bei Patienten mit Bandscheibenvorfall und gleichzeitig Rücken-Bein-Schmerzen durchgeführt. Obwohl Rückenschmerzen eine „Volkskrankheit“ darstellen, ist bisher erst eine derartige Studie vor über 20 Jahren zur Frage durchgeführt worden, welche Patienten operiert werden sollen. Diese entspricht zudem nicht mehr den heutigen Behandlungsstandards.

Im einzelnen wird untersucht, welche Patienten von einem medizinischen Vorgehen (d.h. Medikamente, Krankengymnastik, Training, Physikalische Therapie, Entspannungsverfahren) profitieren und bei welchen eine Operation notwendig ist. Anschließend wird das Behandlungsergebnis der beiden Gruppen verglichen.

In die Studie aufgenommen werden Patienten mit akuten Rücken-Bein-Schmerzen und einem Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule. Wenn Sie an der Studie teilnehmen, erhalten Sie zunächst eine zweiwöchige intensive Therapie in der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation des BKH Günzburg. Das medizinische Behandlungskonzept umfaßt Medikamente, Krankengymnastik, physikalische Therapie (Massage, Fango) und Entspannungsverfahren. Darüber hinaus findet ein Patientenseminar „Rückenschmerz“ statt. Falls nach der zweiwöchigen Behandlung eine ausreichende Besserung der Schmerzen und Beschwerden eingetreten ist, werden die Patienten entlassen. Im anderen Fall erfolgt eine zufällige Zuteilung zu einer weiteren medizinischen oder operativen Behandlung. Entweder erhalten sie für nochmals zwei Wochen eine stationäre medizinische Therapie oder es erfolgt in der Klinik für Neurochirurgie des BKH Günzburg eine Bandscheibenoperation durch einen erfahrenen Neurochirurgen.

Die Patienten werden innerhalb der Studie mehrfach und umfangreich untersucht. Neben körperlichen Untersuchungen und Zusatzuntersuchungen (Computer- bzw. Kernspintomographie, EMG (Muskeluntersuchung mit Nadelelektroden)) werden mit einer Reihe von Fragebögen die Schmerzen, soziale, berufliche und psychische Faktoren sowie die Lebensqualität erfaßt.; eine Nachuntersuchungen findet ambulant nach 6 und 12 Monaten statt.

Die medizinische Behandlung der Rücken-Beinschmerzen im Rahmen der Studie entspricht der üblichen Standardtherapie. Mit der dabei verwendeten medikamentösen Therapie ist eine gute bis sehr gute Schmerzkontrolle zu erreichen. Das Risiko medikamentös nicht beherrschbarer Schmerzen ist sehr gering (unter 1 %). Falls bei der stationären Aufnahme entsprechende Schmerzen vorliegen, kann dieser Patient nicht in die Studie eingeschlossen werden. Wenn während der medizinischen Therapie ausgeprägte, durch Schmerzmittel nicht zu beeinflussende Schmerzen auftreten, wird dieser Patient aus der weiteren Studienteilnahme ausgeschlossen und rasch operiert.

Bei leichtgradigen Muskelschwächen aufgrund des Bandscheibenvorfalls besteht nach Kenntnis aus wissenschaftlichen Untersuchungen kein Unterschied zwischen einer konservativen und einer operativen Behandlung: in beiden Fällen bilden sich die Lähmungen gut zurück. Falls während der Studienteilnahme ausgeprägte Muskelschwächen, eine Schädigung des Nervengeflechts im Wirbelkanal („Kauda-Syndrom“) oder eine Blasen-/Mastdarmstörung auftritt, wird der Patient ebenfalls rasch operiert.

Die Häufigkeit von sämtlichen Komplikationen, die bei einer Bandscheibenoperation auftreten können, liegt bei etwa 5-6% durch die chirurgischen Maßnahmen und bei zusätzlichen 1-2% aufgrund des allgemeinen Operations- und Narkoserisikos.

Im einzelnen können folgende Komplikationen auftreten:

• Häufig chronische Rücken- und Beinschmerzen nach erstmaliger Bandscheibenoperation (bis zu 11%).• Häufig ein erneuter Bandscheibenvorfall mit erforderlicher zweiter Operation der gleichen Bandscheibe (etwa 5%).

• Selten entzündliche Komplikationen (= Wundinfektionen; 2,1-4,5%).

• Selten Verletzungen der Rückenmarkshaut (0,3-6%).

• Selten Bandscheibenentzündungen (= Spondylodiszitiden; 0,2-3%).

• Sehr selten eine Verschlechterung einer vorbestehenden Muskelschwäche (0,5-1%); davon ein Querschnittssyndrom (= Kauda-Syndrom; 0,07-0,3%).

• Sehr selten eine Verletzung der Nervenwurzel (0,2-1%).• Sehr selten Nachblutungen im Bereich des Wirbelkanals (= epidurale Nachblutungen; 0,3-0,7%).

• Sehr selten Tod durch die chirurgischen Maßnahmen; z.B. „Blutvergiftung“ (= Sepsis bei Wundheilungsstörung), Hirnhautentzündung (= Meningitis), schwerer Blutung bei Gefäßverletzung (insgesamt 0,02-0,08 %).

• Sehr selten Tod durch Narkosezwischenfall (allgemeines Operationsrisiko; z.B. schwere Lungenembolie; insgesamt 0,01-0,3%).

Die Komplikationsrate bei der Operation innerhalb der Studie wird dadurch minimiert werden, daß die Patienten nur von einem besonders erfahrenen Neurochirurgen operiert werden.

Ansprechpartner:
Sollten Sie Interesse an deisem Forschungsprojekt habe, so können Sie folgende Ansprechpartner erreichen: Dr. Stephan A.L. Frisch (Projektleiter; Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation des BKH Günzburg) unter der Telefonnummer 08221 – 96-00. Den stellvertretenden Projektleiter (OA Dr. Klaus Mohr; Klinik für Neurochirurgie) erreichen Sie telefonisch ebenfalls unter der o.g. Nummer.

© by Dr. Frisch


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