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 Die Inhaltsübersicht

- zurück zu den aktuellen Nachrichten
-----------------------------
-
Herztod durch asymmetrische Gehirnaktivität?
- Wie Spaziergänge das Herz schützen
- Kälteeinbruch: Herz in Gefahr
-
Gentherapie gegen schwache Herzen
-
Deutsche Hochdruckliga bietet spezifische Ausbildung für Ärzte auf dem Gebiet der Hypertonie
- Für seine Projekte zur Erforschung des Herzinfarktes zeichnet die Novartis-Stiftung Dr. Christian Pott mit einem Graduierten-Stipendium aus
- Gesunde Frauen - kranke Männer!?!
Der große kleine Unterschied oder Warum nicht jede Behandlung jedem hilft
- Weltneuheit für Herz-Patienten: Vitaphone Loop-Rekorder 3300 BT ermöglicht revolutionäre Diagnostik mit 3-Kanal-EKG-Ableitung und EKG-Datenübertragung mittels Bluetooth und Mobiltelefon
- www.herzberatung.de - Neue Internetseite für Ärzte und Patienten
- Was den Herzinfarkt wahrscheinlicher macht - Rauchen ist der Top- Killer, mäßiger Alkoholgenuss schützt
-
Feinstaub verengt Arterien
- Techniker Krankenkasse (TK): Auch bei Frauen an Herzinfarkt denken!
- Studie:Sirolimus bietet bei Verabreichung ab dem Zeitpunkt einer Herztransplantation nachhaltigen Schutz gegen kardiale Allotransplantat-Vaskulopathie
- Infarktschmerzen bei Frauen oft anders
- Neuer Test misst Herzfunktionen und Stress für jeden Pulsschlag
- Deutscher Schmerzkongress 2004: Wenn das Herz dauernd schmerzt
- Innovative Omega-3-Kombination für gesunde und elastische Gefäße
- Herztod: Öffentliche Schocker wirksam - US-Studie bestätigt Nutzen von Defibrillatoren für Laienhelfer
- Arbeitslose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
besonders betroffen
-
Statistisches Bundesamt: Erkrankungen des Kreislaufsystems sind Haupttodesursache
- Rechtzeitige Vorsorge für das Herz
Welt-Herztag: Neues Faltblatt klärt über Krankheitsfrüherkennung auf

- Weltherztag: Ungesunder Lebensstil bedroht Kinderherzen
-
Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz
-
Stammzellen verbessern Herzleistung nach Infarkt
-
Bypass-Operation ohne Herz-Lungen-Maschine bei alten Menschen

- Neue Wege zur Verhinderung
der Arterienverengung

- Neue Website für Patienten mit Herzinsuffizienz
- Lebensstil bedingt Risiko für Herzinfarkt
- Europäischer Kardiologenkongress 2004: Liebe tut dem Herzen gut
-
Europäischer Kardiologenkongress 2004: Herzinfarkt-Symptome werden oft unterschätzt
- Europäischer Kardiologenkongress 2004: Körperliche Kondition beugt Herzkrankheiten vor
- Wechselwirkungskontrolle kann Leben retten
- "Wasserstandsmelder" hilft Herzpatienten
- Warum der Herzinfarkt morgens kommt
- Herz in Gefahr? Neue BMBF- Broschüre informiert über Herzkreislauf-Forschung
- Ein Schrittmacher aus Stammzellen
- Sichere Herz-Diagnose mit schonender Magnetresonanz
- Star mit Stent: David Bowie

- Herz-Alarm bei Sommerhitze
- Gegen den Plötzlichen Herztod
- Herzinfarkt: Stammzellen verbessern die Herzleistung
- Herzinsuffizienz: Welche Rolle das Immunsystem spielt
-
Deutsche Herzstiftung weist auf weiterhin hohen Forschungsbedarf hin und unterstützt Augsburger Wissenschaftler mit 100.000 Euro
-
Studie: Eine gute Partnerschaft hält das Frauenherz gesund
-
Wenn das Herz ausrastet
-
Bessere Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten
-
Wie Nikotin zur Schädigung des Herzens beiträgt
- Lärm macht krank
- Trotz Herzschwäche trainieren - Patienten mit chronischer Herzschwäche nützt Sport
- Blutgefäße sind "Morgenmuffel"
- Gefahr für Frauenherzen - Hohes Infarktrisiko bei Hektik und Streit
- Infarktgefahr im Urlaub: Belastungsumstellungen erlebt der Körper als Stress
- Kreislaufbeschwerden ohne organische Ursache in Deutschland weit verbreitet
-
Frauenherzen schlagen anders
-
Herzinfarkt häufigste Todesursache bei Frauen
-
Eltern vererben Herz-Kreislaufrisiko
- Risikofaktor Lieblosigkeit / Zu wenig Liebe ist Gift für die Herzkranzgefäße
- Sport trotz schwachem Herzen/ Ärzte haben Einstellung zur Belastbarkeit geändert
- Kompetenznetz Angeborene Herzfehler entwickelt Leitlinien für die Versorgung
-
Verkalkung der Herzklappen genetisch bestimmt
- Herzinfarkt durch Süßigkeiten
- Chronischer Verkehrslärm erhöht das Herzinfarktrisiko
- Buch klärt Herzpatienten auf
- Zwei Drittel aller koronaren Herzerkrankungen allein durch Prävention zu verhindern
- Ein Wettlauf gegen die Zeit: Herzinfarkt
- Substanz erhöht Lebensqualität nach Transplantation
- "Léon Dumont Preis" geht an Göttinger Herzspezialisten
- Erkrankungen der Herzklappen
-
Länger und gesünder leben in Augsburg
„Blauer Dunst und Couchpotatoes….“
Übergewicht und Bewegungsmangel



 

Herztod durch asymmetrische Gehirnaktivität?

27.12.2004 - Herzrhythmusstörungen scheinen bei einigen Personen mit einer asymmetrischen Gehirnaktivität in Verbindung zu stehen. Das berichten britische Mediziner im Fachblatt "Brain". Ihrer Ansicht nach könnte dieser Befund erklären, warum starke Emotionen oder Stress mitunter ein plötzliches Herzversagen auslösen.

Etwa ein Drittel aller Fälle von plötzlichem Herztod geht auf Blutgerinnsel in den Herzkranzgefäßen zurück, ein weiteres Fünftel auf Herzrhythmusstörungen infolge mentalen Stresses. Die Verbindung zwischen Stress und Herzrhythmus sei bislang jedoch rätselhaft, erläutert Peter Taggart vom University College London. Zudem sei es nicht gelungen, die fatalen Stressfolgen durch im Herz wirkende Medikamente zu verhindern. Vielleicht seien im Gehirn ansetzende Wirkstoffe effektiver.

Taggart und seine Kollegen studierten zehn Patienten mit bekannten Herzproblemen. Während Herz- und Gehirnaktivität der Teilnehmer per Elektrokardiographie (EKG) und Positronen-Emissionstomographie (PET) überwacht wurden, mussten sie strapaziöse Denkaufgaben bewältigen. Dabei zeigte sich, dass eine unregelmäßige Erregungsausbreitung im Herzmuskel mit einer asymmetrischen Aktivität im Hirnstamm einherging.

Der Hirnstamm kontrolliere über die beiderseits des Rückenmarks verlaufenden Stränge des sympathischen Nervensystem den Herzschlag, erläutert Taggarts Kollege Hugo Critchley. "Gefühle und Stress aktivieren offenbar vor allem die rechte Großhirnhemisphäre. Im Gehirnstamm wird dies jedoch wieder ausgeglichen - möglicherweise durch einen Mechanismus, der wie ein Schutzrelais arbeitet." Vielleicht werde dieses System bei intensivem Stress überlastet, sodass es zu Herzrhythmusstörungen bei scheinbar gesunden Menschen kommt.


Forschung: Hugo D. Critchley, Peter Taggart und Raymond J. Dolan, Wellcome Department of Imaging Neuroscience, Institute of Neurology, und Department of Cardiology and Cardiothoracic Surgery, Hatter Institute for Cardiovascular Studies, University College, London; und andere

Veröffentlicht in Brain, Vol. 128(1), Januar 2005, pp 75-85, DOI 10.1093/brain/awh324

Quelle: Scienceticker


Wie Spaziergänge das Herz schützen

22.12.2004 - Nach dem Festtagsschmaus kann ein Verdauungsspazier-gang wahre Wunder bewirken. Sehr viel nützlicher ist jedoch ein ausführlicher Spaziergang am Vortag, haben britische Mediziner ermittelt. Ein 90-minütiger Marsch dämpft demnach den Anstieg der Blutfettwerte und hilft dem Gefäßsystem, für eine geregelte Durchblutung zu sorgen.

"Die Unterschiede [...] nach einem einzigen Training sind absolut bemerkenswert", erläutert Jason Gill von der University of Glasgow, "und das umso mehr, als sie für mindestens 24 Stunden anhielten." Nach Ansicht des Mediziners liefern die Resultate Hinweise auf einen jener Mechanismen, die den günstigen Effekt körperlicher Betätigung auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewirken.

Gill und seine Kollegen studierten zwanzig schlanke und beleibte Männer mittleren Alters. Bei zwei Gelegenheiten verspeisten die Teilnehmer im Dienste der Forschung ein Mahl mit 80 Gramm Fett und 70 Gramm Kohlenhydraten. Am Nachmittag vor einem der Termine hatten sie einen 90-minütigen Marsch auf einem Laufband absolviert. Wie die Forscher im "Journal of the American College of Cardiology" berichten, hatte diese moderate körperliche Betätigung einen erstaunlichen Effekt.

Unabhängig vom Gewicht der Teilnehmer, bewirkte die Mahlzeit einen 25 Prozent geringeren Anstieg der Blutfettwerte (Triglyzeride), wenn die Männer tags zuvor das Laufbandtraining absolviert hatten. Auch die Funktion der inneren Auskleidung der Blutgefäße, des an der Regulation von Blutdruck und Blutgerinnung beteiligten Endothels, wurde durch die Nährstoffschwemme 25 Prozent weniger beeinträchtigt.


Forschung: Jason M.R. Gill und Muriel J. Caslake, Department of Vascular Biochemistry, University of Glasgow, Glasgow Royal Infirmary; und andere

Veröffentlicht in Journal of the American College of Cardiology, Vol. 44(12), pp 2375-82, DOI 10.1016/j.jacc.2004.09.035

Quelle: Scieneticker


Kälteeinbruch: Herz in Gefahr - Mehr Infarkte bei Wetterkapriolen

Baierbrunn (ots) 22.12.2004 - Bei plötzlich hereinbrechenden niedrigen
Temperaturen steigt das Risiko für Herzinfarkte. Das fanden laut
einem Bericht des Apothekenmagazins "Diabetiker Ratgeber"
französische Forscher der Universität Dijon bei der Untersuchung von
750 Infarktpatienten heraus. Sanken die Temperaturen rasch unter 4
Grad Celsius, traten deutlich mehr Herzinfarkte auf. Am meisten
betroffen waren Menschen, die bereits an Bluthochdruck litten.

Quelle: Wort und Bild / Diabetiker Ratgeber


Gentherapie gegen schwache Herzen 16.12.04 - Information für muskelstärkendes Protein in Rattenherzen eingeschleust / Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg mehrfach ausgezeichnet

Heidelberger Wissenschaftlern unter der Leitung von Dr. Patrick Most ist es gelungen, eine wirksame Gentherapie gegen Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) im Tiermodell zu entwickeln. Ihre wegweisenden Ergebnisse wurden in der aktuellen Dezemberausgabe der renommierten Fachzeitschrift "The Journal of Clinical Investigation" veröffentlicht.

Die Forscher benutzten ein Virus, um die genetische Information für das muskelstärkende Protein S100A1 über die Blutgefäße des Herzens erfolgreich in die geschwächten Herzmuskelzellen einzuschleusen. Der insuffiziente Herzmuskel bildet zu wenig S100A1 und durch die verminderte Pumpleistung ist das Organ nicht mehr in der Lage, den Organismus herzkranker Menschen und Tiere ausreichend mit Blut und somit Sauerstoff zu versorgen. Nach dem Gentransfer bildeten die Herzmuskelzellen der Tiere jedoch das muskelstärkende Protein S100A1 wieder in ausreichender Menge und die Schlagkraft der geschwächten Herzen normalisierte sich.

Die Herzmuskelschwäche gehört zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. So sind in Deutschland etwa drei Prozent der Bevölkerung betroffen, bei den über 70-Jähringen sind es zehn Prozent. Ohne Behandlung führt Herzinsuffizienz zum Tod. Etwa 50 Prozent der Patienten erleiden einen plötzlichen Herztod ausgelöst durch Herzrhythmusstörungen.

Dr. Patrick Most - wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pulmologie der Medizinischen Universitätsklinik (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Hugo A. Katus) - leitet das Labor für kardiale Stammzell- und Gentherapie am Otto-Meyerhof Zentrum des Universitätsklinikums Heidelberg. Für seine wegweisende Studie wurde er in diesem Jahr bereits mehrfach mit national und international renommierten Preisen ausgezeichnet. "Hervorzuheben", so sagt Dr. Most, "ist die ausgezeichnete Arbeit von Herrn cand. med. Mirko Völkers, der im Rahmen seiner Dissertation maßgeblich zum Gelingen dieser Studie beigetragen hat."

So erhielt das Forscherteam den Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen, den Wilhelm P. Winterstein Förderpreis der Deutschen Herzstiftung sowie den Young Investigator Award der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Darüber hinaus wurden die Wissenschaftler für ihre Arbeit mit weiteren renommierten Preisen der European Society of Cardiology und der American Heart Association ausgezeichnet.

Bei Herzmuskelschwäche zu wenig "Kraftstoff" / Protein S100A1 stärkt Herzmuskel durch Normalisierung des gestörten Kalziumstoffwechsels

Im Mittelpunkt der Arbeit steht der universelle "Herzmuskeltreibstoff": Das Protein S100A1 erhöht die Schlagkraft und somit die Pumpleistung des Herzens. Das "Kraftprotein" und seine Funktion untersuchten die Forscher sowohl im Herz- als auch im Skelettmuskel. Sie fanden heraus, dass es die Kalziumströme steigert, die notwendig sind, damit der Muskel sich zusammenziehen kann. Die Wissenschaftler entdeckten, dass selbst größere Mengen von S100A1 in Mäuseherzen keine schädlichen Auswirkungen auf den Herzmuskel und das Überleben der Tiere haben. Im Gegenteil: Eine deutliche Leistungssteigerung in der Schlagkraft ihrer Herzen ist die Folge.

Dagegen findet sich in insuffizienten Herzen von Menschen und Tieren zu wenig von diesem "Kraftstoff". Deshalb versuchten die Forscher den Mangel an S100A1 im geschwächten Herzmuskel zu beheben. Hierfür "verpackten" sie das menschliche Gen für S100A1 in ein genetisch verändertes Virus und verabreichten dieses über einen Katheter in den Herzmuskel von Ratten, die nach einem Herzinfarkt eine Herzmuskelschwäche entwickelten.

Bereits eine Woche nach dem Gentransfer normalisierte sich die Funktion des Herzmuskels wieder. "Dies ist eine der ersten Studien, die die therapeutische Wirkung eines Gentransfers in ein insuffizientes Herz erprobt", sagt Dr. Most. "Die meisten Studien waren präventiv angelegt und untersuchten lediglich, ob ein bestimmtes Gen die Ausbildung einer Herzinsuffizienz abschwächen kann. Unsere Studie belegt jedoch zum ersten Mal, dass S100A1 in der Lage ist, wirksam das Vollbild der Herzmuskelschwäche in einem klinisch relevanten Tiermodell zu behandeln."

Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, einen bisher einzigartig therapeutisch wirksamen Faktor gefunden zu haben. An isolierten Herzmuskelzellen konnten sie zeigen, dass der therapeutische Effekt von S100A1 hauptsächlich auf einer Wiederherstellung der gestörten Kalziumströme im insuffizienten Herzmuskel beruht. Die Identifikation Zielproteine von S100A1 innerhalb der Zelle belege, dass S100A1 an verschiedenen Stellen gleichzeitig regulatorisch eingreift. Durch seine vielseitige Wirkung stellt es die empfindliche Balance des Kalziumgehaltes im Herzen wieder her.

S100A1 stabilisiert zusätzlich den gestörten Natriumhaushalt sowie die defekte Energieproduktion des insuffizienten Herzmuskels

Zusätzlich wird der gestörte Natriumhaushaltes durch S100A1 wieder ausgeglichen. Beide Defekte werden ursächlich mit tödlichen Herzrhythmusstörungen in Verbindung gebracht wird. Neben der kraftsteigernden Wirkung wird deshalb auch vermutet, dass das Molekül den Herzrhythmus stabilisieren kann. "Zusätzlich konnten wir beobachten, dass die verminderte Konzentration der Energieträger im insuffizienten Herzmuskel durch einen S100A1 Gentransfer normalisiert wurde. Da wir S100A1 auch an den Mitochondrien - den Kraftwerken der Herzmuskelzellen - gefunden haben, scheint sich seine Wirkung auch in die Regulation des Energiehaushaltes auszudehnen", sagt Dr. Most. Zur Zeit analysiert das Heidelberger Team gemeinsam mit Frau Dr. Melanie Börries vom Biozentrum der Universität Basel die Bedeutung dieser aktuellen Daten.

Wirkstoff und Gentherapie für Herzinsuffizienz-Patienten in Vorbereitung

Aufgrund ihrer Studie setzen die Wissenschaftler nun große Hoffnungen auf das muskelstärkende S100A1. Sie verfolgen dabei vorrangig zwei Therapiestrategien: Einerseits fließen Erkenntnisse über wichtige Struktur- und Funktionsmerkmale des Proteins in die Entwicklung eines pharmakologischen Wirkstoffs. Er soll die Pumpleistung bei Herzschwäche-Patienten steigern. Andererseits arbeiten die Forscher mit Hochdruck an der Entwicklung eines für Menschen geeigneten S100A1-Gentransfers in den Herzmuskel.

Bevor eine klinische Erprobung der Gentherapie anlaufen kann, müssen die Wissenschaftler die Gentransfer-Strategien noch optimieren. So wirken die bisher verwendeten Adenoviren nur zeitlich begrenzt, da sie vom Immunsystem erkannt und ausgeschaltet werden können. So genannte adeno-assoziierte Viren hingegen können ihre genetische Information dauerhaft in die Zielzelle integrieren. Diese Virus-Boten könnten in naher Zukunft über einen Herzkatheter die genetische Information für den "Herzmuskeltreibstoff" übertragen. Die Forscher hoffen, so die Herzleistung von Herzinsuffizienz-Patienten nachhaltig zu verbessern und eine neuartige und innovative klinische Therapieform anbieten zu können.

Literatur:
Most et al. (2004): Cardiac adenoviral S100A1 gene delivery rescues failing myocardium. The Journal of Clinical Investigation, 114; 1550-63

Quelle: Uni-Heidelberg


Deutsche Hochdruckliga bietet spezifische Ausbildung für Ärzte auf dem Gebiet der Hypertonie

16.12.04- Der "Hypertensiologe DHL®" der Deutschen Hochdruckliga ist nicht allein für die Senkung des Bluthochdrucks zuständig. Vielmehr soll diese ärztliche Weiterbildung zur Lösung diagnostischer Probleme befähigen sowie zur Auswahl angemessener Therapien von primären und sekundären Hochdruckformen. Das Spektrum der Behandlungsprobleme reicht von der akut bedrohlichen hypertensiven Krise bis zu Complianceproblemen bei essentieller Hypertonie mit nur leichtem Bluthochdruck. Die Verbandsprüfungsordnung für die neue Qualifikation wurde auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Hochdruckliga - Deutsche Hypertonie Gesellschaft am 26. November 2004 in Hannover mit überwältigender Mehrheit verabschiedet.
Das Recht zum Tragen der Zusatzbezeichnung wird erst durch eine umfangreiche Weiterbildung erlangt. Diese umfasst einen praktischen Teil mit mindestens fünfzig Behandlungsfällen und eine zweiwöchige Tätigkeit in einer von der Deutschen Hochdruckliga anerkannten und empfohlenen Einrichtung wie zum Beispiel eine Kooperationsklinik der Liga. Hinzu kommt ein theoretischer Teil sowie eine schriftliche Prüfung. Die Geschäftsstelle der Hochdruckliga in Heidelberg wird künftig ein Verzeichnis der Hypertensiologen DHL® führen, um die zahlreichen Anfragen Betroffener am Herz-Kreislauf-Telefon und in der Bundesgeschäftsstelle beantworten zu können. Die Verbandsprüfungsordnung tritt ab 1. Januar 2005 in Kraft. Anträge auf Teilnahme an der Weiterbildung zum Erwerb des Hypertensiologen DHL® nimmt die Deutsche Hochdruckliga e.V. - Deutsche Hypertonie Gesellschaft ab sofort entgegen: Deutsche Hochdruckliga, Berliner Str. 46, 69120 Heidelberg.

Quelle: Hochdruckliga



Für seine Projekte zur Erforschung des Herzinfarktes zeichnet die Novartis-Stiftung Dr. Christian Pott mit einem Graduierten-Stipendium aus

9. Dezember 2004 - Das Herz rast, die beklemmende Enge im Brustkorb wächst bedrohlich, der linke Oberkörper schmerzt bis in den Arm hinein, der kalte Schweiß rinnt über die Stirn, die Übelkeit lässt einen schwindeln und erbleichen, schließlich durchdringt die Todesangst die Seele: Allein in Deutschland trifft der akute Herzinfarkt Jahr für Jahr etwa 300.000 Menschen. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 170.000 - das sind 465 Patienten täglich! Doch noch immer gibt das akute Infarktgeschehen große Rätsel auf. Dr. Christian Pott von der Universität Köln beleuchtet die Rolle des so genannten Natrium-Kalzium-Austauschers, kurz NCX genannt, im gesunden Herzen und bei Herzinfarkt sowie bei Herzrhythmusstörungen. Seine Leistungen würdigt die Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung jetzt mit einem Graduierten-Stipendium.

Beim Infarkt ist eine der Herzkranzarterien verstopft - diese Adern versorgen den Pumpmuskel mit lebensnotwendigem Sauerstoff. Durch die komplette Verstopfung sterben die Zellen des betroffenen Gewebes ab. Deshalb zählt jede Minute im Kampf ums Überleben. "Wir vermuten seit längerem, dass der Natrium-Kalzium-Austauscher an den komplexen Prozessen beim Infarkt beteiligt ist", erklärt der Stiftungs-Stipendiat.
Dieses Protein hockt in der äußeren Schicht, der "Membran", der Herzmuskelzellen. Zieht sich das Herz zusammen, um Blut in den Kreislauf zu pumpen, strömt massenweise Kalzium in die Zellen ein. Der immense Kalzium-Gehalt würde die Leistungsfähigkeit der Zellen rasch zerstören. "Im Austausch gegen Natrium", erklärt Pott, "schaufelt der NCX das Kalzium deshalb aus der Zelle heraus." Allerdings mehren sich die Hinweise, dass das Protein auf noch mysteriöse Weise die Herzmuskelzellen mit dem unerwünschten Kalzium regelrecht zumüllt. Dieser "NCX-Umkehrstrom" kann vermutlich Herzinfarkt und -rhythmusstörungen begünstigen.
Erstmals ist es US-Forschern mit so genannten Knock-out-Mäusen ohne NCX gelungen, einem Modellorganismus für die optimale Erforschung des Proteins am gesunden und kranken Herzen zu etablieren. "Überraschenderweise sind diese Tiere lebensfähig", sagt der Kölner Arzt - wahrscheinlich, weil sie weniger Kalzium in die Herzmuskelzellen einschleusen. Allerdings, so Pott, "sind diese Mäuse nicht gesund." Nach jüngsten Studien verändert sich erstens ihr Herzrhythmus; und zweitens reagieren sie extrem empfindlich gegen Stress.

Mit ihren neuen, von der Novartis-Stiftung geförderten Projekten wollen die Kölner Mediziner die molekularen Prozesse um den Natrium-Kalzium-Austauscher detailliert beleuchten. Ziel: ein besseres Verständnis und zumindest langfristig neue Angriffspunkte für dringend benötigte neue Therapien gegen Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen zu finden - sozusagen gegen den Umkehrstrom.

Die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung in Nürnberg gehört zu den ältesten und größten Unternehmensstiftungen in Deutschland. Ihr Stiftungsvolumen umfasst jährlich etwa 650.000 Euro.

Quelle: Novartis Stiftung für therapeutische Forschung


Gesunde Frauen - kranke Männer!?!
Der große kleine Unterschied oder Warum nicht jede Behandlung jedem hilft

25.11.2004 - Die koronare Herzkrankheit ist die häufigste
Todesursache bei Frauen und Männern in Deutschland. 393.778 Personen
sind nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes im Jahre 2002 an
Krankheiten des Herzkreislaufsystems verstorben. Der prozentuale
Anteil von Herzkreislaufkrankheiten an der Gesamt-Sterblichkeit ist
mit 49,2 % dabei bei Frauen deutlich größer als bei Männern (38,1%)
(Statistisches Bundesamt 2004: Sterbefälle je 100.000 Einwohner.
Fortschreibung des Bevölkerungsstandes und Todesursachenstatistik;
vom 04.02.2004). Obwohl die erheblichen Geschlechtsunterschiede seit
Jahren bekannt sind, gibt es bisher keine spezifischen
Behandlungsstrategien für Männer und Frauen. Diagnostiziert und
behandelt wird in der Regel auf der Basis von Erfahrungswerten sowie
evidenzbasierten Leitlinien, die auf Studien beruhen, die am
"30-jährigen weißen Mann" orientiert sind. Jedoch: "Frauen sind
anders krank", bestätigte Prof. Dr. Herbert Schuster, INFOGEN
Institut für Gesundheitsforschung und Gesundheitsmanagement,
anlässlich der Pressekonferenz "Gesunde Frauen - kranke Männer!?! -
Der große kleine Unterschied oder Warum nicht jede Behandlung jedem
hilft", zu der Roche Diagnostics GmbH im Rahmen der MEDICA am 24.
November 2004 eingeladen hatte. Damit fasste er das Dilemma in der
Gesundheitsversorgung in einem Satz zusammen. So nimmt die
medizinische Unterversorgung von Frauen bedrohliche Ausmaße an. Nach
einer Studie der Berliner Ärztekammer sterben noch im Krankenhaus 18%
der Frauen an den Folgen eines Herzinfarkts, während dies nur für 9%
der Männer zutrifft. Die Gründe sind vielfältig und noch immer nicht
vollständig erkannt. "Deshalb muss das individuelle Profil der
Patienten - Männer und Frauen - stärker berücksichtigt werden. Und
das nicht nur im Rahmen der medizinischen Behandlung, sondern auch
bei der Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen für das
Gesundheitswesen und bei regulatorischen Verfahren, wie z.B. dem
geplanten Präventionsgesetz", forderte Schuster und ergänzte: "Nur so
kann sicher gestellt werden, dass Behandlungsstrategien optimal
greifen."

   Doch nicht nur die geschlechtsspezifische Therapie ist ein
Desiderat an die Gesundheitsversorgung von morgen. Darüber hinaus
gilt es, die individuellen Unterschiede zu berücksichtigen, mit denen
Menschen auf medikamentöse Behandlungsstrategien ansprechen.
Genetische Faktoren spielen dabei eine große Rolle. Neue biologische
Testverfahren - wie der weltweit erste pharmakogenomische Genchip für
die klinische Routinediagnostik - tragen dazu bei, den Einsatz von
bestimmten Medikamenten sicherer und effektiver zu bestimmen. Dieses
Wissen ist die Basis für eine auf das Individuum zugeschnittene
Medizin - die Medizin der Zukunft. Experten aus den Bereichen
Psychologie, Innere Medizin und Klinische Pharmakologie stellten
anlässlich der Pressekonferenz neue Entwicklungskonzepte der
Gesundheitsversorgung vor. Das Zeitalter der personalisierten Medizin
hat begonnen.

   "Personalisiert" bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass jede
Patientin und jeder Patient eine eigene Therapie erhalten wird. Eher
wird es in Zukunft ein weitaus größeres Spektrum an Diagnose- und
Therapieangeboten geben, aus dem die Ärzte die für ihre Patienten
individuell am besten geeigneten Maßnahmen auswählen. Dadurch werden
die Zielgruppen, für die Medikamente entwickelt werden, kleiner und
spezifischer. Das ist Neuland für die Pharmazie, ermöglicht durch
Innovationen der molekularen Diagnostik. Neu ist ebenfalls eine
differenzierte Betrachtung von Gesundheit und Krankheit. Die alten
Konzepte der Pathogenese haben als vorherrschende Modelle ausgedient.
Zunehmend gewinnen salutogenetische Modelle an Bedeutung: Demzufolge
sind Menschen nicht entweder gesund oder krank, sondern befinden sich
auf einem Punkt eines Kontinuums und bewegen sich dabei in die eine
oder andere Richtung. Gesundheit ist kein statischer Zustand, sondern
wird Tag für Tag durch unterschiedlichste Faktoren beeinflusst. Dies
erfordert fortdauernd Anpassungsleistungen und aktive Bewältigung.
"Wir bleiben nicht automatisch in einem gesunden Gleichgewicht,
sondern wir müssen den Stressoren, die uns ständig attackieren, aktiv
begegnen, um unsere Gesundheit aufrecht zu erhalten", erklärt Prof.
Dr. Alexa Franke, Rehabilitationswissenschaftlerin, Klinische
Psychologin und Psychotherapeutin, Universität Dortmund.

   Der individuelle Unterschied im Umgang mit Krankheit ist darüber
hinaus auch geschlechtsspezifisch. So hat die Analyse des Berliner
Herzinfarktregisters ergeben, dass nur die Hälfte aller Frauen eine
Herzkathetertherapie erhalten. Bei den Männern sind dies immerhin
zwei Drittel. Eine schlechtere Behandlung erfahren die Frauen jedoch
nicht etwa, weil sie Frauen sind, sondern weil sie nicht in den
richtigen, für die Therapie gut ausgerüsteten Kliniken versorgt
werden oder zumindest erst sehr zeitverzögert dorthin gelangen. "Das
verwundert nicht", so Prof. Dr. Herbert Schuster, "denn Frauen zeigen
bei einem Herzinfarkt oft eine andere Symptomatik als Männer. Auch
weisen Frauen mehr Risikofaktoren und Vorerkrankungen auf. Sie leiden
häufiger an einem hohen Blutdruck, Übergewicht und Diabetes mellitus,
was die Infarktwahrscheinlichkeit erhöht und die Prognose
verschlechtert. Zu den ersten Anzeichen eines Herzinfarkt bei einem
Mann gehört in der Regel Engegefühl im Brustbereich mit
Ausstrahlungsschmerzen in den linken Arm. Dahingegen spüren Frauen
zunächst Oberbauchbeschwerden und Übelkeit." Das führt dazu, dass bei
Frauen adäquate diagnostische und therapeutische Maßnahmen häufig
verspätet eingesetzt werden. Weibliche Patienten rufen auch später
den Notdienst als männliche.

   Frauen werden jedoch nicht nur anders therapiert; vielmehr wirken
viele Arzneimittel bei ihnen auch anders. Dies hat mehrere Gründe:
Zum einen haben Frauen ein meist geringeres Körpergewicht, ein
anderes Verhältnis aus Fett- und Muskelmasse. Die Konzentration an
Sexualhormonen im Körper beeinflusst zudem die Pharmakokinetik von
Medikamenten. Für die Verstoffwechslung vieler Wirkstoffe ist ein
körpereigenes Enzymsystem verantwortlich: das in der Leber
lokalisierte Cytochrom P 450 (CYP 450). Die zu diesem Enzymsystem
gehörenden Gene Cytochrom P450 2D6 und 2C19 sind an der
Metabolisierung von rund 25 Prozent aller Arzneimittel beteiligt. Das
Gen CYP2D6 kodiert Enzyme, die Antidepressiva, Psychopharmaka,
Antiarrhythmika (Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen),
Schmerzmittel, Antiemetika (Medikamente gegen Erbrechen) und
Betablocker (Arzneimittel, die die Neurotransmnitter Adrenalin und
Noradrenalin hemmen) metabolisieren; das Gen CYP2C19 kodiert Enzyme,
die Antikonvulsiva (Pharmaka, die die neuronale Aktivität vermindern
und dadurch epileptische Anfälle verhindern oder unterdrücken
können), Protonenpumpenhemmer (Substanzen, die die Sekretion der
Magensäure hemmen), Antikoagulanzien (Hemmstoffe der Blutgerinnung),
Benzodiazepine (Psychopharmaka mit sedativer Wirkung) und
Malariamittel verstoffwechseln.

   Hier setzt der AmpliChip CYP450-Test an, der weltweit erste
pharmakogenomische Genchip mit CE-IVD-Kennzeichnung. Er analysiert
die genetische Variation der beiden Gene und ermittelt aus den
gewonnenen Erkenntnissen, ob ein Patient einen Wirkstoff langsam,
mittel, schnell oder ultraschnell - und im Extremfall überhaupt nicht
- verstoffwechselt. Mit der Einführung des Tests in der klinischen
Routinediagnostik ab Dezember 2004 wird erstmals die Wirksamkeit und
Verträglichkeit bestimmter Medikamente messbar werden. Die dadurch
gewonnenen Informationen können dem Arzt bei der Medikamentenwahl und
Festsetzung der Dosis von Arzneimitteln helfen, die für eine optimale
Wirkstoffkonzentration im Blut nötig ist. "Dies kann dazu beitragen,
die Therapie individuell sicherer und effizienter zu gestalten",
sagte Prof. Dr. Ivar Roots, Leiter des Instituts für Klinische
Pharmakologie an der Charité, Berlin. "Angesichts der hohen Zahl von
unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAWs) - rund 6 Prozent aller
Krankenhauseinweisungen sind darauf zurück zu führen - spielt die
Berücksichtigung der Pharmakogenetik in der medizinischen Praxis eine
immer wichtigere Rolle. Deswegen sollten die aktuellen Entwicklungen
gerade im pharmakogenetischen Bereich Eingang in die klinische
Routine finden", forderte Roots.

   Die Entwicklung in der personalisierten Medizin geht weiter. So
werden DNA-Chips aufgrund ihrer Fähigkeit, verschiedene Varianten von
Genen gleichzeitig zu bestimmen, zu einem bedeutenden Instrument für
die Erforschung, Diagnose und Therapie auch von anderen Krankheiten,
darunter Krebs. Mit ihrer Hilfe werden möglicherweise die
Überlebenschancen von Tumorpatienten stark verbessert werden können,
weil die Therapie so präziser ausge-richtet werden kann. Dazu ist es
wichtig, die der Krankheit zugrunde liegenden genetischen
Veränderungen zu kennen. Ein entsprechender DNA-Chip ist bei Roche
Diagnostics in der Entwicklung. Darüber hinaus soll Ende des Jahres
2005 ein weiterer Gen-Chip zur Differenzialdiagnose der Leukämie
eingeführt werden.

   "Diese zukunftsweisende Technologie wird Roche ebenso wie die
PCR-Technologie, an deren Entwicklung unser Unternehmen maßgeblich
beteiligt war, weiter vorantreiben", betonte Dr. Manfred Baier,
Geschäftsführer und Leiter des Vertriebs Deutschland, Roche
Diagnostics GmbH. Mit seinen Kernkompetenzen Pharma und Diagnostik
ist Roche führend in der Forschung und Entwicklung neuer
medizinischer Lösungen, besonders in den Bereichen Biotechnologie,
Genetik, Genomik und Proteomik sowie in Krankheitsfeldern wie z.B.
Infektiologie, Diabetes und Onkologie. Die aktive Rolle an der
Entwicklung umfassender Lösungen für die Gesundheit führt zu
Veränderungen. Veränderungen im Gesundheitswesen bedeuten aber
keineswegs "Revolution", sondern eine evolutionäre, konsequente
Fortentwicklung hin zu aussagekräftigeren Untersuchungen und
besseren, sicheren Medikamenten.

Quelle: Roche Diagnostics GmbH



Weltneuheit für Herz-Patienten: Vitaphone Loop-Rekorder 3300 BT ermöglicht revolutionäre Diagnostik mit 3-Kanal-EKG-Ableitung und EKG-Datenübertragung mittels Bluetooth und Mobiltelefon

24.11.2004 - Klein, leicht, ausdauernd und hoch innovativ: Mit
dem Vitaphone Loop-Rekorder 3300 BT stellt die Vitaphone GmbH,
führender Anbieter telemedizinischer Tools und Dienstleistungen, zur
MEDICA 2004 in Düsseldorf erneut eine echte Weltneuheit zur
Diagnostik und Überwachung von Herz-Patienten vor. Erstmals ist ein
Event-Rekording mit 3-Kanal-EKG-Ableitung sowie die
EKG-Datenübertragung mittels Bluetooth und Mobiltelefon möglich.
Herz-Patienten bleiben mobil, können ihren Alltag völlig normal und
ohne Beeinträchtigung erleben und werden dennoch kontinuierlich und
lückenlos überwacht. Und das alles ohne invasiven Eingriff.

Erstmals zeichnet ein Loop-Rekorder kontinuierlich ein 3-Kanal-EKG
von Herz-Patienten unter Alltagsbedingungen auf. Kommt es zu
pathologischen Abweichungen, z. B. zu Herz-Rhythmusstörungen, so
werden diese dokumentiert und von der intelligenten Software
automatisch erkannt. Auch das ist neu! Der Speicher des Vitaphone
Loop-Rekorders 3300 BT ist so dimensioniert, dass insgesamt ca. 40
Minuten 3-Kanal-EKG kontinuierlich aufgezeichnet werden können. Ist
der Speicher gefüllt, beginnt die Aufzeichnung von vorn. Die ältesten
EKG-Daten werden dabei überschrieben (Loop-Funktion).

Unmittelbar nach Ablauf des vorab definierten Zeitintervalls nach
Auftreten der automatisch erkannten EKG-Abweichungen, sendet die
Software mittels einer Bluetooth-Funk-Verbindung das EKG ohne Zutun
des Patienten an ein bluetoothfähiges Mobiltelefon. Dank dieser
Funkübertragung können Rekorder und Handy bis zu 10 Meter weit
voneinander entfernt sein. Das Mobiltelefon überträgt das EGK digital
und vollautomatisch an das 24 Stunden rund um die Uhr mit Ärzten
besetzte Vitaphone Service Center. Das wiederum leitet dann das EKG
an die behandelnden Ärzte in Klinik oder Praxis weiter.

Bei Risiko-Patienten, die einer kontinuierlichen Überwachung
bedürfen, kann das medizinische Service Center auch das
Notfall-Management übernehmen. Die Patienten werden gut betreut und
haben rund um die Uhr einen ärztlichen Ansprechpartner.

Ärzten eröffnet der Einsatz des Vitaphone Loop-Rekorders 3300 BT
völlig neue Perspektiven bei der Diagnostik und Therapie von
Herz-Patienten. Durch die 3-Kanal-EKG-Ableitung werden
asymptomatische Herz-Rhythmusstörungen, die häufig zu kurzzeitiger
Bewusstlosigkeit (Synkopen) führen und deren Ursache schwer zu
ermitteln sind, sicher diagnostiziert. Zudem können Patienten mit
nicht lebensbedrohlichen Arrhythmien, z. B. Vorhofflimmern, überwacht
werden. Ebenso ist die Diagnostik von Durchblutungsstörungen des
Herzens, den ersten Anzeichen eines möglicherweise drohenden
Herzinfarktes, möglich. Durch die Spike-Erkennung ist Vitaphone
Loop-Rekorder 3300 BT auch ideal zur Überwachung von Patienten mit
Herzschrittmacher geeignet.

Der Vitaphone Loop-Rekorder 3300 BT wiegt gerade mal 85 Gramm. Er
kann daher vom Patienten problemlos an einem Umhängeband auf der
Brust getragen werden. Die handelsüblichen Batterien ermöglichen
einen 14tägigen Dauerbetrieb.


   Weitere Informationen:
   Vitaphone GmbH auf der MEDICA:
   Halle 9, Stand-Nummer C 54

Quelle: Vitaphone


www.herzberatung.de - Neue Internetseite für Ärzte und Patienten

24.11.2004 - Interaktive Internetseite zur Herzgesundheit bietet  
Fachinformationen für Ärzte und verständliche Hintergrundinformationen für Patienten.

Erkrankungen des Herzens sind vielfältig und zählen insgesamt zu
den häufigsten Diagnosen in Deutschland. Entsprechend groß ist der
Informationsbedarf zu diesen Erkrankungen sowie zu Diagnose,
Therapieoptionen und Präventionsmaßnahmen. Die Internetseite
www.herzberatung.de bietet sowohl laienverständliche Darstellungen
für Betroffene als auch Fachinformationen für Ärzte.

Nutzen für den Patienten:

Patienten und ihre Angehörigen können sich auf der Webseite über
Probleme rund um das Thema Herz informieren. Durch das interaktive
Konzept der Webseite haben sie die Möglichkeit, sich in den
Patientenforen mit individuellen Fragen an das Expertenteam zu
wenden. www.herzberatung.de ersetzt dem Patienten dabei nicht den
Besuch beim Arzt, aber versetzt ihn in die Lage, sich auf das
Gespräch mit dem behandelnden Arzt vorzubereiten oder
Verständnisfragen, z. B. nach der Sprechstunde zu stellen.

Nutzen für den Arzt:

 Ärzte können in speziellen Foren den Rat des Expertenteams von
www.herzberatung.de einholen oder sich mit Kollegen zu medizinischen
Fragen austauschen. Hierbei finden Fragen zur aktuellen Studienlage
ebenso Beantwortung wie Fragen zur Medizintechnik. Zuweisende Ärzte
erhalten Hinweise auf geeignete Spezialisten. Ärzte und
Gesundheits-beauftragte haben Gelegenheit zum kommunikativen
Austausch. Dem behandelnden Arzt erleichtert www.herzberatung.de
außerdem die Zusammenarbeit mit informierten Patienten.

Das Expertenteam der www.herzberatung.de besteht aus Fachärzten,
Chefärzten und Professoren der Kardiologie, Herzchirurgie, Innere
Medizin, Diagnostik und der interventionellen Radiologie.

www.herzberatung.de ist in folgende Bereiche gegliedert:
   -  Herzerkrankungen
   -  Diagnostik und Therapie
   -  Interaktive Features
   -  Eingang für Ärzte
   -  Fragen an den Arzt
   -  Expertenforen

www.herzberatung.de ist ein kostenfreies Internetportal und wird
von Qualimedic.com AG in Kooperation mit Medtronic GmbH betrieben.



Was den Herzinfarkt wahrscheinlicher macht - Rauchen ist der Top- Killer, mäßiger Alkoholgenuss schützt

23.11.2004 - Neun von zehn Herzinfarkten sind mit Hilfe von
neun leicht messbaren Faktoren vorhersagbar, so das Ergebnis einer
internationalen Studie, über die das Apothekenmagazin "Diabetiker
Ratgeber" berichtet. Als die Top-Killer hat Prof. Salim Yusuf, Mc
Master University im Hamilton, Kanada, das Zigarettenrauchen
und ein ungünstiges Verhältnis von nützlichen und schädlichen
Blutfetten ausgemacht. Allein mit diesen beiden  Faktoren könnten
zwei von drei Infarkten vorausgesagt werden. Weitere Risikofaktoren:
Bluthochdruck, Diabetes, Bauchfett, Stress, fehlender täglicher
Konsum von Obst und Gemüse, zu wenig Bewegung. Regelmäßiger,
geringer Alkoholgenuss zeigte in der Studie ein gewisse
Schutzwirkung.

ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber


Feinstaub verengt Arterien

08.11.2004 - Feine Staubpartikel in der Luft lösen langfristig eine Verengung der Arterien aus oder beschleunigen sie zumindest. Das berichtet eine amerikanische Medizinergruppe auf einem Fachkongress in New Orleans. Ihre Resultate könnten die Häufung von Herzinfarkten und Schlaganfällen in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung erklären.

"Unsere Untersuchung zeigt, dass Luftverschmutzung in einem sehr frühen Stadium zu Herz-Kreislauf-Problemen beiträgt", erläutert Nino Künzli von der University of Southern California in Los Angeles. "Ähnlich wie Rauchen, fördert sie die Atherosklerose, den eigentlichen Krankheitsprozess bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen."

Künzli und Kollegen werteten Daten zweier Studien aus, an denen fast 800, mindestens 40 Jahre alte Personen im Großraum Los Angeles teilgenommen hatten. Dabei war unter anderem die Dicke der inneren Arterienwandung in den Halsschlagadern gemessen worden - ein Indikator für eine beginnende "Arterienverkalkung". Diese Werte verknüpften die Mediziner mit den Feinstaub-Konzentrationen, denen die Teilnehmer an ihrem Wohnort typischerweise ausgesetzt waren. Derartige Partikel mit Durchmessern unter 2,5 Mikrometern (PM2,5) werden bei der Verbrennung fossiler Treibstoffe und bei der Metallverarbeitung freigesetzt.

Wie die Forscher auf einer Tagung der American Heart Association berichten, fanden sie einen deutlichen Zusammenhang zwischen Atherosklerose und Feinstaub. Je zusätzlichen 10 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft stieg die Dicke der Arterienwandung um 3,9 bis 4,3 Prozent. Bei Frauen jenseits des 60. Lebensjahrs betrug die Verdickung sogar 15,7 Prozent. Künzli und Kollegen vermuten, dass das Einatmen des Feinstaubs eine chronische Entzündung auslöst und so die Ablagerung oxidierter Fette in der Arterienwand beschleunigt.


Forschung: Nino Künzli und John Peters, Department of Preventive Medicine, Keck School of Medicine, University of Southern California, Los Angeles; und andere

Präsentation auf den American Heart Association Scientific Sessions 2004, New Orleans


Techniker Krankenkasse (TK): Auch bei Frauen an Herzinfarkt denken!

08.11.2004 - Noch immer herrscht ein stereotypes Bild des
klassischen Herzinfarktpatienten vor: männlich, gestresst und die
Hand am Herzen. Bekommt eine Frau einen Herzinfarkt, dauert es
oftmals länger, bis die Beschwerden richtig gedeutet werden, da
Frauen häufiger über untypische Symptome klagen - zum Beispiel
Bauchschmerzen und Übelkeit. Die Chance, den Herzinfarkt zu
überleben, ist für Frauen niedriger. Das liegt auch daran, dass
Frauen im Schnitt älter sind, wenn sie einen Infarkt erleiden.

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine der häufigsten
Herzerkrankungen in Deutschland. Sie ist die Auswirkung der
Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) am Herzen und führt durch die
Verkalkung der Herzkranzgefäße schlimmstenfalls zum Herzinfarkt.

Für Männer und Frauen gibt es bestimmte Risiken, die eine KHK
wahrscheinlicher machen. Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht sind
inzwischen relativ bekannt. Außerdem gilt bei Männern ein Alter ab 45
Jahren und bei Frauen ab 55 Jahren als Risikofaktor. Man vermutet,
dass der "Östrogenschutz" der Frauen für diesen Unterschied von
immerhin gut zehn Jahren verantwortlich ist.

Quelle: Techniker Krankenkasse



26.10.2004 - Eine in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlichte Studie zeigt, dass Sirolimus bei Verabreichung ab dem Zeitpunkt einer
Herztransplantation nachhaltigen Schutz gegen kardiale
Allotransplantat-Vaskulopathie bietet und zugleich bei dieser
Patientengruppe die akute Organabstossung um die Hälfte verringert.

Bei kardialer Allotransplantat-Vaskulopathie, einer aggressiven
Erkrankung der Koronararterien, verengen sich die Koronararterien z.
T. bis hin zur Blockierung. Diese Erkrankung tritt bei 50 Prozent(1)
und mehr der Herztransplantatpatienten in den ersten fünf Jahren nach
einer Transplantation auf. Sie ist bei dieser Patientengruppe die
häufigste Todesursache, und ihre Bedeutung nimmt parallel mit der
Zeitspanne nach einer Transplantation zu. Akute Abstossung ist für
frühzeitige Todesfälle innerhalb des ersten Jahrs nach einer
Herztransplantation verantwortlich, während kardiale
Allotransplantat-Vaskulopathie 17 Prozent aller Todesfälle nach dem
Ablauf von drei Jahren verursacht.(2)

Associate Professor Anne Keogh vom St. Vincent's Hospital in
Sydney kommentierte die Forschungsresultate mit folgenden Worten:
"Die kardiale Allotransplantat-Vaskulopathie stellt bei
Herztransplantatpatienten die wichtigste Herausforderung dar. Die
Behandlungsmöglichkeiten für diese unaufhaltsam fortschreitende
Komplikation sind bisher enttäuschend geblieben. Cholesterinsenkende
Arzneimittel und Kalziumkanal-Blocker bieten eine gewisse
Schutzwirkung, eliminieren das Problem aber nicht. Dieses
faszinierende Arzneimittel, der mTOR-Blocker Sirolimus, verhindert
die Entwicklung dieser Erkrankung bei Herztransplantatpatienten
tatsächlich beträchtlich. Dies entspricht stark den Wirkungen des
Mittels bei allgemeinen Erkrankungen der Koronararterien, bei denen
es In-Stent-Restenosen verhindern hilft. Dieser Effekt ist
mittlerweile seit einigen Jahren bekannt."

Fünf Herztransplantatzentren in Australien und Neuseeland gewannen
für diese Open-Label-Studie 136 Herzempfänger. Nach der
Herztransplantation wurden Patienten randomisiert entweder einem
Behandlungszweig mit Sirolimus oder Azathioprin in Kombination mit
Cyclosporin und Steroiden zugeteilt. Von den 136 Patienten erhielten
34 3 mg Sirolimus, 57 5 mg Sirolimus und 43 Azathioprin. Nur zwei
Patienten (je einer im Azathioprin- und im 5 mg-Sirolimus-Zweig)
erhielten im Rahmen der Studie keinerlei Medikation. Von diesen 136
Patienten wurden 41 Prozent auf Anforderung der Forscher nach zwei
Jahren per intrakoronarem Ultraschall untersucht um festzustellen, ob
die positiven Auswirkungen auf die Vaskulopathie nachhaltig waren.

Intrakoronare Ultraschalluntersuchungen und koronare Angiographien
wurden nach sechs Wochen, sechs Monaten und zwei Jahren vorgenommen
und zwischen den beiden Gruppen verglichen. Nach zwei Jahren waren
bei den Azathioprin-Patienten alle Parameter der kardialen
Allotransplantat-Vaskulopathie deutlich fortgeschritten. Im Gegensatz
hierzu wurde bei den mit Sirolimus behandelten Patienten keine
Entwicklung der Vaskulopathie beobachtet. Diese Resultate bestätigen,
dass Sirolimus bei Verabreichung vom Zeitpunkt der Transplantation ab
mit einem deutlichen Schutz gegen kardiale
Allotransplantat-Vaskulopathie in Verbindung steht.

Intrakoronare Ultraschallmessungen nach zwei Jahren
AZA
SRL
p-Wert
(SRL / AZA)
Maximale Dicke der Intima
     und Media (mm)
0,9 +/- 0,4
0,5 +/- 0,3
0,0865
Mittlere Dicke der Intima
     und Media (mm)
0,32 +/- 0,19
0,22 +/- 0,16
0,0048
 Mittlere Oberfläche der
     Intima und Media (mm2)
3,8 +/- 2,2
2,8 +/- 2,0
 0,0397
 Mittlerer Lumen-
     durchmesser (mm)
3,4 +/- 0,7
3,8 +/- 0,6
0,0042
 Mittlere Lumen-
     oberfläche (mm2)
9,4 +/- 3,8
11,7 +/- 3,7
0,0047
Mittlere Gefäss-
     oberfläche (mm2)
13,3 +/- 4,4
14,6 +/- 4,5
0,1600
 Ablagerungs-
     oberfläche (mm2)
7,1 +/- 4,7
5,7 +/- 4,1
0,1105
Ablagerungsbelastung (%)28,7 +/-
15,3
18,3 +/- 11,3
0,0002


"Die Resultate dieser Studie sind faszinierend und sehr aufregend.
Die Prävention der Transplantat-Vaskulopathie - nicht nur nach sechs
Monaten, sondern auch nach zwei Jahren - legt nahe, dass die Wahl der
anfänglich verabreichten immunsuppressiven Therapie die langfristigen
Resultate von Herztransplantatpatienten bezüglich Erkrankungen der
Koronararterien beeinflussen kann. Wir konnten für diese Studie mehr
als 90 Prozent aller Empfänger von Herztransplantaten in Australien
und Neuseeland während des gesamten Zeitraums gewinnen, was bedeutet,
dass Sirolimus in der Mehrheit aller Fälle von praktischem Nutzen
ist", so Associate Professor Keogh.

   Weitere Resultate der Studie:

Akute Abstoßung während der ersten sechs Monate war fast um die
Hälfte geringer, wenn statt Azathioprin Sirolimus verabreicht wurde.
Dieser Rückgang wurde beachtenswerterweise ohne einen Anstieg bei
Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Cholesterinwerten und mit
vergleichbaren Überlebensraten erzielt. Tatsächlich waren sowohl
Malignitäten als auch Cytomegalovirus-Infektionen tendenziell
seltener. Es wird erwartet, dass die bezüglich Malignität
beobachteten Vorteile über längere Zeiträume noch zunehmen.

    Akute Abstoßung
     - Nach sechs Monaten trat bei 32,4 Prozent der mit 3 mg Sirolimus
       behandelten Patienten (p=0,027) und 32,8 Prozent der mit 5 mg
       Sirolimus behandelten Patienten (p=0,013) akute Abstossung ein,
       verglichen mit 56,8 Prozent der Patienten in der Azathioprin-Gruppe.
    Überlebensrate
     - Die Überlebensraten nach 12 Monaten unterschieden sich nicht
       signifikant (85,3 Prozent für 3 mg Sirolimus, 86,2 Prozent für 5 mg
       Sirolimus, 90,0 Prozent für Azathioprin, Log-Rank p=0,746).

 Darüber hinaus entsprechen die Resultate der Studie aktiv
denjenigen von mit Sirolimus beschichteten Stents der
Koronararterien, die für allgemeine Erkrankungen der Koronararterien
verwendet werden und dort Okklusionsraten auf ein Minimum reduzieren.
Daher besteht nach dieser Art Stent grosse Nachfrage.

    Literaturhinweise:
    (1) Avery RK. Cardiac-Allograft Vasculopathy. NEJM. 2003 349:829-830.
    (2) Taylor DO et al. The registry of the International Society for Heart
        and Lung Transplantation: twentieth official adult heart transplant
        report - 2003. J Heart Lung Transplant. 2003;22;6:616-624.

ots Originaltext: St Vincent's Hospital, Sydney


Infarktschmerzen bei Frauen oft anders - Bauchschmerzen statt Brustenge verzögern richtige Diagnose

Baierbrunn (ots) 20.10.2004 - Wenn Frauen einen Herzinfarkt erleiden,
empfinden sie oft Schmerzen und Beschwerden, die vom Herzen als
ursächliches Organ ablenken. Häufig stehen bei ihnen Luftnot,
Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch und Erbrechen im Vordergrund,
berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Die in
Lehrbüchern als typisch beschriebenen Beschwerden – starker,
anhaltender Schmerz mit Engegefühl in der Brust – sind bei ihnen
seltener als bei Männern. Da auch immer noch das Vorurteil herrscht,
Herzinfarkt sei ein Risiko älterer Männer, werden viele
Frauen-Infarkte sehr spät erkannt.

ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau


Neuer Test misst Herzfunktionen und Stress für jeden Pulsschlag

Friedberg bei Augsburg (ots) 18.10.2004 -
- Hochpräzise Erfassung von Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Unterstützung für Diagnose und Therapie
- schmerzfreie ambulante Untersuchung binnen weniger Minuten statt schwerer Eingriff

MedX5 stellt zur Medica (24.-27.11.2004, Düsseldorf) am Stand von
CNSystems (Halle 9, Stand B05) einen neuartigen medizinischen
Herz-Kreislauf-Test vor, den MedX5 Check-Up. Mit der ursprünglich für
die NASA und die internationale Raumstation ISS entwickelten Technik
lassen sich fünf wichtige Biovitalwerte erstmals unkompliziert,
völlig schmerzfrei und ohne Eingriff erfassen und in Echtzeit
auswerten. Bei diesem biodynamischen Schnell-Screening wird der
Blutdruck erstmals über einen Zeitraum von wenigen Minuten für jeden
einzelnen Herzschlag pro Minute nicht-invasiv gemessen. Damit erhält
das medizinische Personal in kürzester Zeit ein Vielfaches der bisher
messbaren Werte in bislang nicht erreichter Präzision. Darüber hinaus
erfasst der Test die Funktionen des Nervensystems, die auf Stress
reagieren und für die Blutdruckregulation und damit letztlich für die
Entstehung von Bluthochdruck verantwortlich sind. Insbesondere für
die Messung des Blutdrucks und des Schlagvolumens für jeden einzelnen
Herzschlag pro Minute war es bisher notwendig gewesen, entweder eine
Arteriennadel oder einen Herzkatheter zu legen.

Jeder Herzschlag erzählt eine Geschichte

Mit spontaner Herz-Kreislauf-Schwäche werden Jahr für Jahr
Hunderttausende Patienten in Krankenhäuser eingeliefert. Da bisher
standardmäßig der Blutdruck lediglich für einen Herzschlag gemessen
wird, lassen sich einige wichtige Krankheitsursachen wie zum Beispiel
Blutdruckschwankungen nicht erfassen. Ein Großteil der Fälle erhält
nicht die notwendige Versorgung, weil Arteriennadeln oder
diagnostische Herzkatheter zu aufwändig, zu teuer und zu
risikobehaftet wären. Bisher gab es zum Beispiel kein unkompliziertes
Verfahren, mit dem man herausfinden konnte, ob mit jedem Herzschlag
ausreichend Blut in den Kreislauf gepumpt wird. Ist das nicht der
Fall, führen diese Aussetzer im Kreislaufsystem, die so genannten
Synkopen, zu plötzlichem Schwindel, spontaner Bewusstlosigkeit oder
sogar zum plötzlichen Herztod. Alleine daran sterben jährlich in
Deutschland etwa 175.000 Menschen - unabhängig davon, in welcher
körperlichen Verfassung sie sich befinden: auch sonst völlig Gesunde
oder sogar Leistungssportler sind betroffen. Der neue MedX5 Check-Up
misst für jeden Herzschlag den Blutdruck und die Fähigkeit des
Körpers, Puls und Blutdruck zu regulieren. Dies liefert wertvolle
Informationen für eine richtige Diagnose von Herz-Kreislauf-Risiken
und unterstützt Ärzte bei der Therapie von Herzfehlern. Sogar während
der Behandlung kann mit dem MedX5 Check-Up festgestellt werden, ob
sie anschlägt.

Stress wird objektiv messbar

Das autonome Nervensystem steuert den Kreislauf. Aus den
Blutdruckschwankungen von Herzschlag zu Herzschlag können
Rückschlüsse auf die Stressbelastung getroffen werden. Mit dem MedX5
Check-Up können erstmals die Auswirkungen von Stress auf den
Kreislauf exakt bestimmt werden. Das ist ein wichtiger Aspekt bei der
Vorsorge gegen Bluthochdruck. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt
werden die Belastungen und damit verbundenen Risiken erkannt. Der
regelmäßige MedX5 Check-Up erlaubt auch während der Therapie die
Kontrolle, ob veränderte Lebensumstände oder eine veränderte
Lebensweise die Stressbelastung und damit das Bluthochdruckrisiko
verringern.

Wann ist ein Bluthochdruck ein Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Dennoch erfolgt hier die
Diagnose vergleichsweise unscharf. Ausgehend von der Messung nur
eines Herzschlags werden Diagnosen erstellt und Medikamente
verabreicht. Selbst die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks oder die
so genannte 24-Stunden-Messung ändert nichts Prinzipielles: die
Auswahl des jeweils einen Herzschlags bei der Messung bleibt
willkürlich, aussagekräftige Blutdruckschwankungen können nicht
erfasst werden. Mit einer echten kontinuierlichen Blutdruckmessung
wie bei dem MedX5 Check-Up lässt sich ein Bluthochdruck viel genauer
diagnostizieren. Darüber hinaus gestattet der Test auch, die Wirkung
der verschriebenen Medikamente zu überprüfen.

ots Originaltext: MedX5

Deutscher Schmerzkongress 2004: Wenn das Herz dauernd schmerzt

07.10.2004 - Überraschend viele Patienten, deren Herzkranzgefäßverengung erfolgreich behandelt wurde, leiden trotzdem weiterhin unter ständigen Herzschmerz- und Angstattacken, die vermeintlich nicht therapierbar sind. Es gibt jedoch wirksame, zumeist einfache Mittel dagegen: In den BG-Kliniken Bergmannsheil, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, kooperieren ärztliche und psychologische Spezialisten der interdisziplinären Abteilung für Schmerztherapie (Ärztlicher Leiter: Prof. Dr. Maier) mit der Klinik für Kardiologie (Direktor: Prof. Dr. Andreas Mügge) und beraten, diagnostizieren und behandeln Patienten mit chronischer Angina pectoris. Über ihre Behandlungsmethoden und -erfolge berichteten sie beim Deutschen Schmerzkongress 2004 der DGSS in Leipzig.
Leipzig, Deutscher Schmerzkongress, 6. bis 10. Oktober 2004 Wenn das Herz weiter schmerzt
Therapiemöglichkeiten gegen chronische Angina Pectoris
Überraschend viele Patienten, deren Herzkranzgefäßverengung erfolgreich behandelt wurde, leiden trotzdem weiterhin unter ständigen Herzschmerz- und Angstattacken, die vermeintlich nicht therapierbar sind. Es gibt jedoch wirksame, zumeist einfache Mittel dagegen: In den BG-Kliniken Bergmannsheil, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, kooperieren ärztliche und psychologische Spezialisten der interdisziplinären Abteilung für Schmerztherapie (Ärztlicher Leiter: Prof. Dr. Maier) mit der Klinik für Kardiologie (Direktor: Prof. Dr. Andreas Mügge) und beraten, diagnostizieren und behandeln Patienten mit chronischer Angina pectoris. Über ihre Behandlungsmethoden und -erfolge berichteten sie beim Deutschen Schmerzkongress 2004 der DGSS in Leipzig. Wie bleibender, "unbehandelbarer" Herzschmerz entsteht Bei Erkrankung der kleinen und großen Herzgefäße (Koronargefäße), selten auch bei anderen Herzerkrankungen, kommt es zu einem kritischen Sauerstoffmangel im Herzen, der dann zu den quälenden, oft mit Todesangst verbundenen typischen Brustschmerzen führen kann. Die moderne Medizin verfügt über ein reichhaltiges Arsenal zur Behandlung der Gefäßverengung: "Neben hoch wirksamen Medikamenten spielen die Erweiterung der Herzkranzgefäße durch geeignete Katheter, der Einbau von bestimmten Röhren (Stents) zur dauerhaften Aufrechterhaltung der Erweiterung der Gefäße und bei einem Teil der Patienten auch die chirurgische Wiederherstellung einer guten Blutversorgung durch entsprechende Bypassoperationen eine Rolle", so Prof. Maier. Diese Maßnahmen führen bei der Mehrzahl der Patienten zu einem weitgehenden Verschwinden der Symptomatik. Allerdings hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass trotz dieser Maßnahmen mehr als 5% der Betroffenen dauerhaft an Angina pectoris leiden. In einer eigenen Untersuchung in der Bochumer Klinik hatten 50% der Patienten noch nach einem Jahr Herzschmerzen. 15% von diesen Patienten hatten sogar starke, ihre Lebensqualität deutlich einschränkende und durch viele Arztbesuche auch entsprechende kostenverursachende, quälende Herzschmerzen. "Hierzu zählen Patienten, bei denen die genannten Therapien nicht möglich sind, aber auch solche, bei denen die Krankheit von vornherein die kleinen Gefäße betroffen hat", erläuterte Prof. Maier. "Insgesamt sprechen die Bochumer Zahlen dafür, dass in Deutschland mehr als 50.000 Patienten jährlich von diesem Problem betroffen sind." Schmerzmatrix im Gehirn Die moderne Forschung hat jetzt gezeigt, dass neben dem Zustand des Herzens auch Gehirnreaktionen der sog. Schmerzmatrix für die Beibehaltung der Schmerzen verantwortlich sind: Bestimmte Hirnregionen, die durch wiederholte heftige Schmerzen aktiviert werden und auch dann stets mit Schmerzen reagieren, wenn die eigentliche Krankheit bereits abgeklungen ist. "Man spricht dann von einer Chronifizierung der Schmerzen, die auch z.B. bei Phantomschmerzen auftritt", so Prof. Maier. Neue Therapiemöglichkeiten Dieser Zusammenhang von Gehirnsensibilisierung und Herzerkrankung eröffnet jedoch auch neue Therapiemöglichkeiten. Im Bergmannsheil Bochum wurden bislang 25 Patienten mit verschiedenen Therapieverfahren erfolgreich behandelt. Beim Deutschen Schmerzkongress konnten die Ärzte der Schmerzabteilung zeigen, dass 80% der an chronischem Herzschmerz leidenden Patienten zum Teil durch sehr einfache Maßnahmen hoch effektiv behandelt werden können. So sank die Zahl der täglichen Angina pectoris Attacken von im Durchschnitt acht auf zwei pro Tag und die Intensität der Schmerzen fiel auf 2/3. Dementsprechend stieg die Lebensqualität. Neben begleitenden verhaltenstherapeutischen Maßnahmen profitieren die Patienten z.B. von Verfahren der transkutanen Nervenstimulation (TENS). "Das ist ein einfaches, billiges und ungefährliches Verfahren, bei dem der Patient durch äußere Klebeelektroden, die er selbst steuern kann, die Herzschmerzen sofort unterdrücken kann. In schwereren Fällen legen wir einen speziellen, elektrisch stimulierbaren Katheter in die Nähe des Rückenmarkes, durch den diese Schmerzen noch effektiver unterdrückt werden", so Prof. Maier. "Unbehandelbarer Herzschmerz bedeutet eben nicht, dass eine Schmerzlinderung und eine Steigerung der Lebensqualität unmöglich sein müssen." Bei einem Patientenseminar am 19. Oktober werden die Herz- und Schmerzspezialisten des Bergmannsheils in Bochum Betroffene über die heutigen Erkenntnisse zur Entstehung chronischer Herzschmerzen und seine Behandelbarkeit informieren.

Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V. (DGSS)


Innovative Omega-3-Kombination für gesunde und elastische Gefäße
Neu: Zweifacher Gefäßschutz durch pflanzliches Omega-3 + Rote Trauben-Extrakt

05.10.2004 - Die Arteriosklerose ist eigentlich ein normaler Alterungsprozess, der aber durch einen ungesunden Lebensstil krankhaft beschleunigt werden kann. Jeder dritte Deutsche über vierzig hat "verkalkte" Gefäße. 80 Prozent haben erhöhte Cholesterinwerte. Jeweils 50 Prozent leiden unter erhöhtem Blutdruck und Übergewicht. Kommen mehrere Faktoren zusammen, steigt die Gefahr fürs Herz-Kreislauf-System dramatisch an. Denn: Risikofaktoren addieren sich nicht, sie multiplizieren sich. Auch wenn äußerlich am "Tatort Gefäß" alles vollkommen ruhig erscheint - innen schlummert ein Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann.



Quelle: Dr. Willmar Schwabe LifeScience
Pflanzliches Omega-3 und die Inhaltsstoffe von Roten Trauben - als Schutzfaktoren für gesunde Gefäße haben sich beide einzeln längst bewährt. Jetzt endlich gibt es sie in innovativer Kombination, und vereint laufen sie zur Bestform auf. TUIM(r) arteria zur diätetischen Behandlung von Arteriosklerose, auch bei erhöhtem Blutdruck (Schwabe LifeScience, neu seit 1.10. nur in der Apotheke), bietet Arteriosklerose-Patienten eine Hilfestellung. Das neue TUIM(R) arteria ist mehr als nur Omega-3 - eine herzgesunde Kombination mit zweifachem Gefäßschutz

Der Mensch ist so alt (oder jung) wie seine Gefäße

Gesunde Arterien sind frei von Ablagerungen, flexibel und
elastisch. Durch Fettablagerungen am Endothel (Zelltapete der
innersten Gefäßwand) werden sie enger und verhärten. Allmählich
verlieren sie ihre Elastizität und können den Blutstrom nicht mehr
optimal regulieren - Mediziner sprechen von "Endothelialer
Dysfunktion". Das Herz muss kräftiger pumpen, damit der Blutfluss
trotz "Fahrbahnverengung" alle Körperzellen erreicht und versorgen
kann. Der "Druck" erhöht sich - die Schäden an der Gefäßwand nehmen
immer massivere Formen an. Aber, und das ist die gute Nachricht, man
kann etwas dagegen tun: mit einem gesünderen Lebensstil, also mehr
Bewegung und einer ausreichenden Versorgung mit bioaktiven, sprich
gesundheitsfördernden Nährstoffen. Im Frühstadium lässt sich die
"Einbahnstraße" des arteriosklerotischen Prozesses oft noch umkehren.

Zweifach-Gefäßschutz bietet den Risikofaktoren Paroli

Pflanzliches Omega-3 und die Inhaltsstoffe von Roten Trauben - als
Schutzfaktoren für gesunde Gefäße haben sie sich einzeln längst
bewährt. In den Mittelmeerländern, wo viel Pflanzenöl verwendet,
öfter mal Fisch gegessen wird und das tägliche Gläschen Rotwein
fester Bestandteil der Esskultur ist, tritt Arteriosklerose seltener
auf als bei uns. Aber trotz vieler guter Vorsätze schaffen es nur
wenige Deutsche, sich dauerhaft ausreichend "mediterran" zu ernähren.
Denn Essen ist Bestandteil des Alltags, und nur selten lässt sich der
Einkauf marktfrischer Zutaten mit einer engagierten Zubereitung im
Alltag verbinden. Jetzt kann jeder, der auf die Gesundheit seiner
Gefäße achten sollte, etwas tun, auch ohne fetten Fisch, viel Wein
und großen Aufwand. Zwei gefäßgesunde Nährstoffe wie in der
mediterranen Ernährung werden erstmals in Deutschland als ergänzende
bilanzierte Diät kombiniert: Pflanzliches Omega-3 aus Perilla-Öl und
Rote Trauben-Extrakt (Rotwein-Phenole). Und vereint laufen sie zur
Bestform auf um den Bedarf an Schutzfaktoren für die Gefäße
sicherzustellen: TUIM(r) arteria zur diätetischen Behandlung von
Arteriosklerose, auch bei erhöhtem Blutdruck (von Schwabe
LifeScience, neu ab 1.10. nur  in der Apotheke).

Weitere Informationen finden Sie unter www.tuim-arteria.de.


Herztod: Öffentliche Schocker wirksam - US-Studie bestätigt Nutzen von Defibrillatoren für Laienhelfer

04.10.2004 - In Gemeinden mit öffentlich zugänglichen
Elektroschock-Geräten für die Wiederbelebung bei Herzstillstand ist
die Überlebensrate Betroffener rund doppelt so hoch wie in Orten, wo
nur die herkömmliche Ersthilfe, etwa mit Herzmassage, möglich ist.
Der Wert von „externen automatischen Defibrillatoren“ (AED), mit
denen beim lebensbedrohlichen Herzanfall ein Stromstoß das Herz
wieder regelmäßig schlagen lässt, war bisher umstritten. Wie das
Apothekenmagazin " Gesundheit" berichtet, konnten nun amerikanische
Forscher den Nutzen in einer Studie mit 19.000 freiwilligen Helfern
in 993 Gemeinden nachweisen. „Die AEDs bringen eindeutig Vorteile“,
kommentiert Professor Dietrich Andresen, Chefarzt am Berliner
Vivantes-Klinikum am Urban/Friedrichshain. „Hierzulande müssen die
Geräte für ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis aber noch gezielter
platziert werden.“

ots-Originaltext: Wort und Bild – Gesundheit


KKH legt erstes Weißbuch Prävention vor
Arbeitslose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders betroffen

29.09.2004 - Im bundesdeutschen Gesundheitswesen könnten Jahr für Jahr
Milliarden Euro eingespart werden: durch Prävention und Vorbeugung.
Der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im
Gesundheitswesen hat im Jahr 2000 sogar von einem langfristigen
Sparpotential von rund 25 bis 30 Prozent der Gesamtkosten gesprochen.
Doch Prävention und Vorbeugung sind noch immer Stiefkinder unserer
Gesundheitsversorgung. Zum ersten Mal legt die Kaufmännische
Krankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule
Hannover (MHH) bundesweite Zahlen zur Volkskrankheit Nummer 1, den
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vor.

Gemeinsam mit Horst Seehofer, dem stellvertretenden Vorsitzenden
der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, präsentierte Ingo
Kailuweit, der Vorstandsvorsitzende der KKH, das erste "Weißbuch
Prävention" der Öffentlichkeit in Berlin.
"Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen die vergleichsweise höchsten
Ausgaben und nehmen in Deutschland die ersten drei Plätze der zehn
häufigsten Todesursachen ein", sagte der Chef der viertgrößten
Ersatzkasse Deutschlands. "Das Weißbuch Prävention der KKH bietet",
so Horst Seehofer, "eine umfassende Bestandsaufnahme dieser
Krankheitsgruppe und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur
aktuellen Diskussion über die Finanzierung und die Zukunft unseres
Gesundheitswesens." Denn internationalen Studien zufolge sind rund 80
Prozent der koronaren Herzerkrankungen auf potentiell veränderbare
Verhaltensweisen zurückzuführen. Hier gelte es, die
Eigenverantwortung der Menschen zu stärken.

Krankheitsrisiken sind ungleich verteilt

Die KKH hat in ihrem Weißbuch Prävention als erste Krankenkasse
die anonymisierten Routinedaten ihrer Versicherten für die Jahre 2000
bis 2002 im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bundesweit
ausgewertet. Hierbei ergaben sich auffallende Unterschiede in der
Häufigkeit von Diagnosen nach Regionen, Berufsgruppen, Alter und
Geschlecht.

   - Während beispielsweise in den neuen Ländern die Krankheitsgruppe
     "Hypertonie" (Bluthochdruck) dominiert, sind die Diagnosen
     "chronische ischämische Herzkrankheit" und "akuter  
     Myocard-Infarkt" (Herzinfarkt) in den alten Bundesländern am  
     stärksten ausgeprägt.

   - Zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen zum Teil große
     Unterschiede hinsichtlich der Häufigkeit von Diagnosegruppen und
     den damit verbundenen Ausgaben. So differieren zum Beispiel die
     anteiligen Kosten für die Diagnose "chronische ischämische
     Herzkrankheit" zwischen den höchsten (Saarland) und den  
     geringsten Ausgaben (Bremen) um den Faktor 3,63.

   - Eine differenzierte Betrachtung einzelner Versichertengruppen  
     zeigt eine deutliche Zunahme der ischämischen Herzkrankheit und
     weiterer Krankheiten des Kreislaufsystems im mittleren
     Lebensalter (zwischen 40 und 60 Jahren) und insbesondere ab dem
     60. Lebensjahr. Damit verbunden ist ein Anstieg der Ausgaben mit
     zunehmendem Alter, der sowohl auf vermehrte Ausgaben für
     Krankenhausaufenthalte als auch Medikamentenverordnungen und  
     Krankengeldbezug zurückzuführen ist.

   - Herzinfarkt wird bei Männern drei- bis viermal häufiger
     diagnostiziert als bei Frauen.

   - Bei den weiblichen Versicherten der KKH sind insbesondere die
     Berufsgruppen "Bürofach-/-Hilfskräfte" und "Warenkaufleute" von
     Herzerkrankungen betroffen. Hinzu kommen Gesundheitsberufe wie
     Krankenpflegerinnen, Arzthelferinnen, aber auch  
     sozialpflegerische Berufe und Berufe der Datenverarbeitung.

   - Bei den männlichen Versicherten gilt dies insbesondere für
     "Berufskraftfahrer", "Lagerarbeiter" sowie für "Manager und
     Organisatoren".

   - Arbeitslosigkeit macht krank

Arbeitslose Frauen und Männer sind am häufigsten von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Sie verursachen die höchsten
kassenseitigen Ausgaben.

 "Die steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland ist so gesehen
nicht nur ein Problem für die Bundesagentur für Arbeit, sondern mit
einem deutlich erhöhten Krankheitsrisiko für den einzelnen
Betroffenen und mit weit überdurchschnittlichen Gesundheitskosten für
die gesetzliche Krankenversicherung verbunden", so Kailuweit.

Zielgruppenorientierte Präventionsangebote und neue Zugangswege
Die Analyse-Ergebnisse der KKH-Daten verdeutlichen die hohe Relevanz
der Prävention gerade im Bereich der Herzerkrankungen. Zugleich
zeigen sie die Notwendigkeit eines zielgruppenorientierten Vorgehens
auf. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die Personengruppen, die
bislang kaum an präventiven Interventionen teilgenommen haben. Hierzu
zählen vor allem Arbeitslose, aber auch Männer im Allgemeinen. Um
diese Menschen für eine stärkere Teilnahme an Präventionsmaßnahmen zu
gewinnen, sind neue Zugangswege mit aktiver Ansprache erforderlich.
Zugleich müssen die präventiven Inhalte und die Vermittlungsformen
dem jeweiligen Lebensumfeld angepasst werden. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass Berufsgruppen mit Schichtarbeit oder hoher
Mobilität mit dem traditionellen und starren Kursprogramm nicht
erreicht werden können. Hier sind ebenfalls neue organisatorische
Konzepte erforderlich.

   Die im Weißbuch Prävention zusammengetragenen Studienergebnisse
bestätigen erneut, wie wichtig und notwendig die von den Kassen
finanzierten verhaltensbezogenen Präventionsangebote sind, um die
Versicherten zu einem gesundheitsgerechten Verhalten (ausgewogene
Ernährung, mehr Bewegung, Verzicht auf Zigaretten und bessere
Stressbewältigung)zu befähigen. Hier gilt es anzuknüpfen und durch
eine verbesserte Zielgenauigkeit von Maßnahmen (verstärkte
Risikoorientierung) die Wirksamkeit und Effizienz primärpräventiver
Interventionen zu steigern. Und schließlich muss der Staat zu einem
stärkeren inhaltlichen Engagement im Bereich Prävention bereit sein.
Daher fordert die KKH u. a. eine stärkere Förderung des Schulsports
und der Gesundheitserziehung.

Die Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit sowie
die Einflussmöglichkeiten der Krankenkassen im Hinblick auf einen
gesundheitsgerechten Lebensstil ihrer Versicherten stoßen dort an
Grenzen, wo es um krankmachende Strukturen, um gesundheitsschädigende Arbeits- und Umweltbedingungen geht. Hier sind der Aufbau und die Stärkung gesundheitsdienlicher Ressourcen, z. B. Bildung, Einkommen, soziale Sicherheit, angesprochen. Die im § 20 SGB V den Krankenkassen gestellte Aufgabe, für einen Ausgleich sozial bedingter ungleicher Gesundheitschancen zu sorgen, kann nur bei einem unterstützenden Engagement des Staates erfolgreich bewältigt werden.

Dem Versuch, den Kassen über eine "Präventionsstiftung" Finanzen
und Kompetenzen zu entziehen, erteilte Kailuweit eine Absage: "Die
Krankenkassen müssen auch weiterhin eigenverantwortlich entscheiden
können, in welche Maßnahmen der Prävention sie die Gelder ihrer
Versicherten investieren." Die KKH hat frühzeitig qualifizierte
Bonusprogramme für ihre Versicherten eingeführt. "Die Ergebnisse des
Weißbuches Prävention bestätigen, dass die KKH mit ihrem
Pro-Boni-Programm zu Recht auf Qualität setzt", sagte Seehofer.

ots Originaltext: Kaufmännische Krankenkasse – KKH


Statistisches Bundesamt: Erkrankungen des Kreislaufsystems sind Haupttodesursache

27.09.2004 - Wie das Statistische Bundesamt zum Weltherztag am 26.09.2004 mitteilt, wurde im Jahr 2002 bei nahezu jedem zweiten Verstorbenen (160 629 Männer und 233 149 Frauen) der Tod durch eine Erkrankung des Kreislaufsystems ausgelöst. Da Frauen im Durchschnitt
älter werden als Männer, sterben sie entsprechend häufiger an Kreislauferkrankungen. Insbesondere ältere Menschen sind von Erkrankungen des Kreislaufsystems betroffen, rund 90% der
Verstorbenen waren 65 Jahre und älter. Das durchschnittliche Sterbealter für Krankheiten des Kreislaufsystems lag bei Frauen mit 83,9 Jahren um
8,2 Jahre höher als bei Männern (75,7 Jahre).

Die chronisch ischämischen Herzkrankheiten stellten im Jahr 2002 mit 94 166 Verstorbenen die häufigste Todesursache in Deutschland dar; sowohl bei Männern (38 637 Verstorbene) als auch bei Frauen
(55 529 Verstorbene). Dies entspricht einem Anteil von 11,2% an allen
Todesursachen (9,9% bei Männern und 12,3% bei Frauen).

2,8 Mill. Patienten wurden im Jahr 2002 wegen Krankheiten des
Kreislaufsystems vollstationär behandelt. Mit rund 857 000
Behandlungsfällen waren hierbei die chronisch ischämischen
Herzkrankheiten die häufigste Hauptdiagnose. Durch Herz-Kreislauf-
Erkrankungen entstanden dem deutschen Gesundheitswesen im Jahr 2002
Kosten in Höhe von 35,4 Mrd. Euro. Dies sind 15,8% der gesamten
Krankheitskosten in Deutschland oder je Einwohner gerechnet
durchschnittlich 430 Euro. Auf die 65-Jährigen und Älteren entfielen
66,4% der Kosten bei Erkrankungen des Kreislaufsystems. Rund zwei
Fünftel (43,9%) der Kosten für Kreislauferkrankungen entstanden in
den stationären und teilstationären Einrichtungen desGesundheitswesens.

Diese und viele weitere gesundheitsbezogene Daten finden sich auch
unter der Adresse http://www.gbe-bund.de.

ots-Originaltext
Statistisches Bundesamt


Rechtzeitige Vorsorge für das Herz
Welt-Herztag: Neues Faltblatt klärt über Krankheitsfrüherkennung auf


27.09.2004 - In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache Nummer eins: Etwa 220.000 Männer und Frauen sterben jedes Jahr daran. Dabei könnten viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch rechtzeitige Vorsorgemaßnahmen vermieden werden. Wie, das steht in einem neuen kostenlosen Faltblatt des Infozentrums für Prävention und Früherkennung (IPF), das zum diesjährigen Welt-Herztag am 26. September veröffentlicht wurde. Das Faltblatt "Herz-Kreislauf-Krankheiten frühzeitig entdecken" listet neben den Früherkennungs- maßnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung auch moderne Labortests auf, die nicht zu den Krankenkassenleistungen zählen.  

Besonders Menschen, die Risikogruppen angehören, sollten
Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Dazu gehört, wer raucht,
sich einseitig und fetthaltig ernährt, viel Stress hat, unter Bluthochdruck, Übergewicht, einem erhöhten Cholesterinwert oder Diabetes mellitus leidet. Die gesetzliche Krankenversicherung bietet dazu Männern und Frauen ab dem 36. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Gesundheitsuntersuchung an, die besonders Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen frühzeitig aufdecken soll.

Wer sich jedoch nicht ausschließlich auf diese Diagnosen verlassen möchte, der kann vom Arzt weitere Laboruntersuchungen durchführen lassen, mit denen sich unter anderem das persönliche Herzinfarktrisiko feststellen lässt. Diese Labortests, für die ein wenig Blut ausreicht, müssen - falls der Arzt keinen Anfangsverdacht hat - allerdings aus eigener Tasche bezahlt werden. Wie teuer solche Tests und die damit verbundenen ärztlichen Leistungen kommen, das steht ebenfalls in dem IPF-Faltblatt.

Eine Vielzahl von Faltblättern zu weiteren Gesundheits- und Vorsorgethemen ist ebenfalls kostenlos beim IPF erhältlich. Die Texte von Broschüren und Faltblättern sind zudem auf Deutsch und Englisch
über die IPF-Homepage abrufbar ( www.vorsorge-online.de).

Das Faltblatt "Herz-Kreislauf-Krankheiten frühzeitig entdecken" kann kostenlos beim Infozentrum für Prävention und Früherkennung IPF,
Postfach 160434 in 60067 Frankfurt bezogen werden.

ots Originaltext: Infozentrum f. Prävention+Früherkennung


Weltherztag: Ungesunder Lebensstil bedroht Kinderherzen Weltherztag thematisiert die Gefahren von Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel für Kinder und Jugendliche 24.09.04 -Jedes fünfte Kind in Deutschland ist zu dick. Anlässlich des Weltherztages am 26. September 2004 warnt das Kompetenznetz Angeborene Herzfehler vor den Folgen eines ungesunden Lebensstils. Übergewicht, falsche Ernährung, wenig Bewegung und Rauchen führen langfristig zu Herzerkrankungen. Drei bis fünf Mal höher ist das Risiko übergewichtiger Kinder, bis zum 65. Lebensjahr einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. "Patienten mit schweren Gefäßveränderungen werden immer jünger," so Prof. Dr. Dr. h.c. Roland Hetzer, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin und Mitglied im Kompetenznetz. Aus diesem Grund ist der diesjährige Weltherztag dem Thema 'Kinder, Jugendliche und Herzerkrankungen' gewidmet. Weltweit finden in rund 100 Ländern Events zu diesem Thema statt. Ausgerufen wird der Tag von der World Heart Federation in Kooperation mit der WHO und der UNESCO, die so auf die Gefahren von Herzerkrankungen und Schlaganfall hinweisen wollen. Alarmierender Anstieg von Übergewicht und frühem Tabakkonsum Laut der World Heart Federation ist ein bedrohlicher Anstieg von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen. Fast Food und Süßigkeiten ersetzen im Alltag oft Obst, Gemüse und vollwertige Mahlzeiten. Fernsehen und Computer vermindern sportliche Aktivitäten in der Freizeit. "Durch Übergewicht und Bewegungsmangel wird das Herz-Kreislaufsystem nicht ausreichend trainiert - als Folge entstehen Herzerkrankungen und Bluthochdruck," so Prof. Dr. Peter E. Lange, Sprecher des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler: "Körperliches Training ist nicht nur für gesunde Kinderherzen wichtig, sondern auch für herzkranke Kinder." Bei Herzerkrankungen spielt neben dem Übergewicht auch der Tabakkonsum eine bedeutende Rolle. Je früher ein Mensch aktiv oder passiv raucht, desto größer ist die Gefahr, am Herzen zu erkranken. Weltweit beginnen viele Raucher mit dem Tabakkonsum vor dem zehnten Lebensjahr. Fast die Hälfte aller Kinder sind durch ihre Eltern den entsprechenden Schadstoffen ausgesetzt. Mit Bewegung Herzerkrankungen vorbeugen

Eine wirksame Vorbeugung von Herzerkrankungen gelingt durch regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und Verzicht auf Rauchen. "Vor allem körperliche Aktivität muss in der Gesellschaft populär gemacht werden. Dazu gehört besonders die Förderung des Schul- und Freizeitsportes," sagt Dr. Ulrike Bauer, Geschäftsführerin des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler: "Ungesund zu leben bedeutet langfristig Krankheit und schlechte Lebensqualität. Jeder hat die Chance, Herzerkrankungen aktiv vorzubeugen."

Quelle: Kompetenznetz Angeborene Herzfehler


Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz

23.09.04 - Im Gegensatz zu der Situation bei anderen schweren chronischen Erkrankungen gibt es derzeit hierzulande kaum wissenschaftlich evaluierte Managementprogramme für die Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz. An der Universität Würzburg wird jetzt der Nutzen eines interdisziplinären Betreuungs-Programms erforscht, das, sollte es sich bewähren, Modellcharakter für eine Umsetzung in die Routineversorgung habe. Das jedenfalls meinen die Professoren Christiane Angermann und Georg Ertl vom Universitätsklinikum Würzburg, die das Projekt leiten. Nach einer kürzlich publizierten amerikanischen Meta-Analyse von Studien zu multidisziplinärem Krankheitsmanagement bei Herzinsuffizienz verbessern diese Programme die Versorgungsqualität und mindern die Zahl der Krankenhausaufenthalte. In einigen Studien wurde auch die Sterblichkeit gesenkt. Und dies, ohne dass die Kosten explodierten, sagt Prof. Angermann. Erprobt würden dabei verschiedene Versorgungsmodelle, etwa an Krankenhäuser assoziierte Spezialprogramme, durch Krankenschwestern betriebene Ambulanzen, Telefon- oder Tele-Monitoring. Die Frage der optimalen Vorgehensweise sei jedoch offen und werde vom Schweregrad der Herzinsuffizienz sowie den Gegebenheiten des jeweiligen Gesundheitssystems bestimmt. Mit dem Würzburger Projekt sollen nun auch hierzulande entsprechende Daten erhoben werden. Dabei wird zunächst in einer Querschnittsuntersuchung eine konsekutiv rekrutierte Stichprobe von herzinsuffizienten Patienten systematisch erfasst. Einschlußkriterien sind die Einweisungsdiagnose Herzinsuffizienz sowie eine eingeschränkte linksventrikuläre Pumpfunktion und klinische Symptome der Herzinsuffizienz. Diese Querschnittsuntersuchung soll es ermöglichen, für den Raum Würzburg/Unterfranken modellhaft ein aussagekräftiges Profil der Krankheitsmanifestation unter den aktuellen Versorgungsbedingungen zu erhalten - mit Daten etwa zu Fragen nach Geschlechter- und Altersverteilung, Schweregrad, Ätiologien, edukativ beeinflussbaren Risikofaktoren, Umsetzung leitliniengerechter Therapie und Prävalenz psychischer Komorbidität. Auch der Verbrauch medizinischer Ressourcen und die dabei entstehenden Kosten werden analysiert. An den Daten sollen sich Bedarfsplanungen orientieren können, so Angermann, die schätzt, dass in die Studie innerhalb eines Jahres etwa 600 - 700 Patienten eingeschlossen werden können. Alle Patienten werden in einer prospektiven randomisierten und kontrollierten Interventionsstudie weiterverfolgt, durch die der Nutzen des umfassenden, interdiziplinären Betreuungsprogramms erforscht wird. Dabei wird die Hälfte der Patienten weiter so versorgt wie bisher ("Usual Care"). Die andere Hälfte der Patienten erhält die sogenannte "Netzwerk-Care". Deren wichtigste Säulen sind - außer der internistisch-kardiologischen Betreuung - zum einen die "Hilfe zur Selbsthilfe" und zum anderen ein bedarfsorientiertes Telefonmonitoring. Die "Hilfe zur Selbsthilfe" wird als individuelle telefonische Schulung angeboten und umfasst Information über Krankheit und Behandlung, Training von Fertigkeiten zur Selbstdiagnostik und -behandlung, Anleitung zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil, Übung von Stressbewältigung und eine psychologische Unterstützung zum Abbau von Angst und Depression. Mit Hilfe des bedarfsangepassten telefonischen Monitoring werden der Gesundheitszustand überwacht sowie der Lebensstil und die Medikamentencompliance überprüft. Es wird durch speziell geschulte Schwestern durchgeführt. Der kombinierte primäre Endpunkt ist der Tod und die Hospitalisierung aus allen Gründen. Auch Lebensqualität, Inzidenz von Depression und gesundheitsökonomische Aspekte werden in beiden Gruppen verglichen. Nachuntersuchungen erfolgen in 6-monatigen Abständen

Selbstverständlich erfordert die Qualität der Versorgung des Würzburger Management Programms eine entsprechende Infrastruktur. Diese wird durch das Würzburger Interdisziplinäre Netzwerk Herzinsuffizienz (INH) gewährleistet, in dem universitäre Einrichtungen, nicht akademische Krankenhäuser der Region und niedergelassene Ärzte seit mehreren Jahren zusammenarbeiten und von dem Versorgungs- und Grundlagenforschung gleichermaßen profitieren. Dabei wechseln die Patienten entsprechend dem Bedarf innerhalb des INH die Versorgungsebene; die Kooperation der Netzwerkpartner funktioniere immer besser, berichtet Angermann, für die die integrierte Netzwerke Betreuungsstrukturen der Zukunft sind. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen gemeinsam gefördert. Es wurden bereits über 200 Patienten in das Behandlungsprogramm eingeschlossen. In zwei Jahren sollen die Ergebnisse der Studie vorliegen.

Quelle: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg


Stammzellen verbessern Herzleistung nach Infarkt
Rostocker Forscher präsentieren neueste Erkenntnisse auf Europäischem Herzkongress

14.09.04 - Die Injektion von Stammzellen kann die Herzleistung nach einem Herzinfarkt deutlich steigern. Das hat eine Arbeitsgruppe des Steinbeis-Transferzentrum für Herz-Kreislaufforschung der Universität Rostock in mehreren Studien nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden heute erstmals in mehreren Vorträgen auf dem Jahreskongress der Europäischen Herzchirurgen in Leipzig vorgestellt.

In einer Phase II Studie haben die Rostocker Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Gustav Steinhoff Patienten gleichzeitig mit einer Bypass-Operation körpereigene Stammzellen injiziert. Die aus dem eigenen Knochenmark gewonnenen Stammzellen wurden direkt in das Grenzgebiet des Infarkts gegeben. Ein Jahr nach dem Eingriff zeigte sich, dass Patienten, die einen Bypass mit begleitender Stammzellinjektion erhalten hatten, eine deutlich bessere Herzleistung hatten, als Bypass-Patienten ohne Stammzellbehandlung.

Prof. Steinhoff, Leiter des Steinbeis-Transferzentrum für Herz-Kreislaufforschung, ist zuversichtlich: "Unsere Ergebnisse belegen, dass die Stammzellinjektion sicher ist. Vor allem bei Patienten mit geringer Herzleistung ist sie effektiver als die reine Bypass-Operation."

In weiteren Studien haben die Rostocker Wissenschaftler gemeinsam mit dem Leipziger Biotechnologie-Unternehmen VITA 34 AG die Verwendung von Nabelschnurblut-Stammzellen in der Herzchirurgie untersucht. Im Tiermodell zeigte sich, dass Nabelschnurblut-Stammzellen die Gefäßneubildung nach einem Infarkt unterstützen und die Größe des Infarktgebietes verringern. In den Blutgefäßen des Grenzgebiets zum Infarkt konnten neue Zellen nachgewiesen werden, die sich aus Nabelschnurblut-Stammzellen entwickelt hatten. Außerdem wurde beobachtet, dass diese Zellen im Nervengewebe des Gehirns Nervenzellen gebildet hatten. Das Forschungsprojekt wurde mit Mitteln des Sächsischen
Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit finanziert.

Dr. Eberhard Lampeter, Ärztlicher Leiter von VITA 34, sagt: "Die Ergebnisse des Rostocker Teams decken sich mit unseren Erfahrungen bei anderen Forschungsprojekten. Nabelschnurblut-Stammzellen besitzen aufgrund ihres geringen Alters ein enormes regeneratives Potenzial."

Nabelschnurblut-Stammzellen werden zum Zeitpunkt der Geburt aus dem Restblut von Nabelschnur und Plazenta gewonnen - normalerweise ein Abfallprodukt. Genau wie Knochenmark-Stammzellen ist ihre Entnahme und Verwendung ethisch unbedenklich.

ots Originaltext: VITA 34 AG


Bypass-Operation ohne Herz-Lungen-Maschine bei alten Menschen 09.09.04 - Hallesche Ärzte favorisieren bei alten Patienten Bypass-Operation ohne Herz-Lungen-Maschine
Individuelle Operationsstrategie für eine älter werdende Bevölkerung
Zur aktuellen Diskussion um die Häufigkeit der Verwendung der Herz-Lungen-Maschine bei einer Bypass-Operation melden sich die Ärzte der Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu Wort. Sie arbeiten schon seit zwei Jahren an einer Studie, die Operationsergebnisse mit und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine vergleicht. Das Zwischenergebnis hat gezeigt, dass insbesondere Hochrisikopatienten - und das sind oft alte Menschen - von der sogenannten Off-pump-Operation, also der Operation ohne Herz-Lungen-Maschine, profitieren. "Die Herz-Lungen-Maschine ist ein wichtiges und gutes Gerät für unsere Arbeit", stellt Prof. Dr. Rolf-Edgar Silber gleich zu Anfang klar. "Viele Operationen sind ohne diese Maschine nicht möglich. Aber wir sind überzeugt, dass es oftmals nicht notwendig ist, das Herz still zu stellen. Im Gegenteil: der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine bringt viele Nebenwirkungen und Risiken mit sich." Zahlreiche Operationen innerhalb der Herzkammern, an den Herzklappen und an den großen Gefäßen sind nur bei nichtschlagendem Herzen durchführbar. Für diese Eingriffe werden das Herz und die Lungen aus dem normalen Kreislauf ausgeschaltet und stillgelegt. Ihre Funktion übernimmt eine externe Herz-Lungen-Maschine. Das gesamte Blut des Patienten wird während der Operation durch diese Maschine gepumpt und das birgt viele Risikofaktoren: beispielsweise muss das Blut verflüssigt werden, es gibt Oberflächenreaktionen mit dem Schlauchsystem, der Blutfluss folgt keinem Pulsschlag, sondern erfolgt gleichmäßig und die Körpertemperatur des Patienten sinkt in der Regel. "Das operative Trauma bei so einem Eingriff ist groß", bekräftigt Privatdozent Dr. Ivar Friedrich, stellvertretender Klinikleiter. "Ein Standardpatient - wenn es so etwas überhaupt gibt - wird damit keine Probleme haben, aber gerade alte Menschen verkraften die vielen Nebenwirkungen nicht so leicht."
In Halle werden besonders viele alte Patienten - das sind Patienten über 75 Jahre - am Herzen operiert. Im Jahr 2003 waren es 315, was genau einem Drittel der operierten Bypass-Patienten entsprach. Die Herzchirurgen haben sich besonders dieser Zielgruppe gewidmet und ihre Operationstechniken ständig verfeinert. "Noch 1973 war das Gros der herzchirurgischen Patienten in Deutschland zwischen 40 und 50 Jahre alt. Heute sind 41 Prozent zwischen 60 und 70 Jahre alt und 38 Prozent zwischen 70 und 80 Jahre alt", erläutert Friedrich. "Selbstverständlich entwickeln wir für jeden Patienten eine individuelle Behandlungs- und Operationsstrategie, aber es lässt sich doch statistisch nachweisen, dass die Beziehung zwischen dem Risikofaktor Alter und der Sterblichkeit exponentiell wächst."
Bei der Off-pump-Operation wird das Herz mechanisch stabilisiert. Hierbei bleibt die geometrische Form des Herzens erhalten, es kann weiter schlagen und seine Funktion als "Blutpumpe" erfüllen. Kritiker der Methode glauben nicht, dass die Bypass-Anlage am schlagenden Herzen genauso exakt wie am stillgelegten Herzen erfolgen kann. Hierzu erklärt Oberarzt Dr. Jochen Börgermann: "Sicherlich ist die Bypass-Anlage am schlagenden Herzen für den Operateur technisch anspruchsvoller. Es gibt jedoch mehrere gute Studien, die beweisen, dass das Operationsergebnis qualitativ nicht beeinflusst wird und dass sich Bypässe nach einer Off-pump-Operation nicht schneller verschließen. Nachweisbar ist dagegen der Einfluss des Einsatzes der Herz-Lungen-Maschine auf das Immun- und Gerinnungssystem sowie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Schlaganfällen." Generell muss man feststellen: die Komplikationsrate nach herzchirurgischen Eingriffen ist relativ gering. Auch bei Patienten, die bereits über 80 Jahre alt sind, können zu 90 Prozent gute Ergebnisse erzielt werden. Die Schlaganfallrate bei Operationen mit Herz-Lungen-Maschine beträgt ca. 4 % und nimmt mit dem Alter zu. Ein Schlaganfall verursacht Folgekosten von 10000 bis 15000 Euro pro Patient. Bei Off-pump-Operationen wird die Schlaganfallrate mit etwa 2 % angegeben. Das heißt, die Anwendung der Off-pump-Technik könnte bei 70000 koronarchirurgischen Eingriffen im Jahr zu einer Kostenentlastung des Gesundheitswesens von bis zu 20 Millionen Euro führen. "Nach unserer Erfahrung profitieren alle von der Reduktion der chirurgischen Invasivität: die Gesellschaft, die Patienten und insbesondere die älteren Patienten, von denen wir hier in Halle besonders viele haben", konstatiert Prof. Dr. Silber. Sein Team wird weiter an der großangelegten Off-pump-Studie arbeiten. Schon jetzt liegen die Daten von 300 Patienten vor und die Auswertung läuft. Da die Studie auf 600 Patienten ausgelegt ist, rechnen die Herzchirurgen mit einer abschließenden wissenschaftlichen Auswertung im Jahr 2005.

Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


Neue Wege zur Verhinderung der Arterienverengung -
Forscher der Saar-Uni und der Charité in Berlin untersuchen neues Verfahren zur Behandlung von Verengungen der Herzkranzarterien


03.09.2004 - Forscher der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum des Saarlandes haben in einer Forschungskooperation mit der Berliner Charité (Experimentelle Radiologie) ein neues Verfahren zur Behandlung verengter oder verschlossener Arterien entwickelt.
Gefäßverengungen (Stenosen) der Herzkranzgefäße sind Ursache der 'Volkskrankheit Nummer 1', der koronaren Herzkrankheit. Typische Symptome sind die Angina pectoris, die Herzschwäche oder der Herz-infarkt. Aber auch im Gefäßsystem außerhalb des Herzens sind Verengungen und Verschlüsse verantwortlich für gefährliche Erkrankungen; das "Raucherbein" ist hier das bekannteste Krankheitsbild. Neben der medikamentösen Behandlung und der Bypass-Operation stellt die Erweiterung von Gefäßverengungen mit Katheterverfahren heutzutage die Standard-Behandlung dar. Der Einsatz von Stents (flexible Geflechte aus Edelstahl) seit den 90iger Jahren führte zu einer deutlichen Erweiterung der Möglichkeiten und verbesserten Ergebnissen in der interventionellen Kardiologie. Das Problem der Wiederverengung (Restenose), welches in den Herzkranzarterien bei bis zu 50% aller Patienten auftritt, konnte durch die Einführung medikamenten-beschichteter Stents reduziert aber nicht vollständig gelöst werden. Unter Leitung von Dr. Bruno Scheller aus Homburg/Saar und Prof. Ulrich Speck von der Berliner Charité wurde ein spezielles Verfahren entwickelt, um einen Ballonkatheter mit dem aus der Onkologie bekannten Medikament Paclitaxel zu beschichten oder das Medikament im Röntgen-Kontrastmittel zu verabreichen. Ein Ballonkatheter ist zur Erweiterung verengter Arterien ohnehin erforderlich. Im Rahmen der Erweiterung des Gefäßes wird der auf der Ballon-Oberfläche befindliche Wirkstoff in die Gefäßwand abgegeben. In umfangreichen vorklinischen Untersuchungen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass dieser mit Paclitaxel beschichtete Ballonkatheter zu einer ausgeprägten Hemmung der unerwünschten Restenosebildung (Wiederverengung) führt. Erste Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der international renommierten Fachzeitschrift Circulation von den Arbeitsgruppen veröffentlicht (Circulation 2004; 110: 810-814). Derzeit wird das neuartige Verfahren in mehreren klinischen Studien am Menschen auf seine Wirksamkeit untersucht. Auf Initiative der Inneren Medizin III wird in Homburg, Berlin, Freiburg und Mannheim die Methode in Herzkranzarterien getestet. In Tübingen, Berlin, Bad Krozingen und Greifswald wird der beschichtete Ballon an verengten Beinarterien geprüft. Das Forschungsvorhaben wird durch öffentliche Mittel und durch Unternehmen aus der Medizintechnik und Pharmaindustrie gefördert. Die bisherigen Forschungsergebnisse haben in nationalen und internationalen Patentanmeldungen Eingang gefunden.

Quelle: Universität des Saarlandes


Neue Website für Patienten mit Herzinsuffizienz

Düsseldorf (ots) 31.08.2004 - www.diagnose-herzinsuffizienz.de bietet Betroffenen Informationen zu Diagnose- und Therapiemöglichkeiten sowie Hinweise zum bewussten Umgang mit der Erkrankung.


Quelle: Medtronic GmbH
Neue Website für Patienten mit Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz kann das Leben der Betroffenen erheblich
beeinträchtigen. Es wird geschätzt, dass 50 Prozent der Patienten
innerhalb von fünf Jahren nach Diagnosestellung versterben. Allein in
Deutschland sind ca. 1,3 Millionen Menschen von dieser Herzerkrankung
betroffen. Weltweit sind es mehr als 22 Millionen.

Trotz dieser Zahlen wissen die meisten Betroffenen häufig relativ
wenig über ihre Erkrankung. Auf www.diagnose-herzinsuffizienz.de ,
einer neuen Internetseite, die von Medtronic entwickelt wurde,
erhalten Patienten und ihre Angehörigen fundierte, gut verständliche
Informationen zur Erkrankung. In den entsprechenden Rubriken können
sie sich über die Erkrankung, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten
informieren.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, eine ärztliche Beratung zu
ersetzen. Ziel ist vielmehr, den Betroffenen möglichst viele
Informationen an die Hand zu geben. Auf diese Weise soll erreicht
werden, dass die Patienten ihren Arzt optimal vorbereitet aufsuchen
und die Zeit möglichst effektiv nutzen, indem sie die richtigen
Fragen stellen und auf wichtige Symptome hinweisen. Ärzte können
ihren Patienten die Website als verlässliche Informationsquelle
weiterempfehlen.

Neben aktuellen Informationen gibt die Website auch praktische
Hinweise zum bewussteren Umgang mit der Erkrankung. Die Rubriken
"Freunde und Pflegende" und "Leben mit Herzinsuffizienz" bieten
Anregungen und Hilfestellungen, wie man bestimmte Lebensgewohnheiten
(z.B. die Ernährung) leichter auf die Erkrankung abstimmen kann und
der enormen Belastung, die die Pflege eines an Herzinsuffizienz
erkrankten Angehörigen bedeutet, begegnen kann.

Besonders Mut macht der Erfahrungsbericht von Silke Tamburini: Sie
litt über Jahre unter schwerer Herzinsuffizienz, selbst einfachste
Tätigkeiten wie Aufstehen, Duschen und Fahrradfahren fielen ihr
schwer. Manchmal hatte sie sogar Probleme beim Sprechen. Silke
Tamburini konnte durch die kardiale Resynchronisationstherapie
geholfen werden. Im Juni 2001 bekam sie einen InSync(TM) ICD von
Medtronic. Dieser Herzschrittmacher zur kardialen Resynchronisation
mit zusätzlicher Defibrillatorfunktion, sorgt seitdem dafür, dass ihr
Herz wieder im richtigen Takt schlägt. So sind die alltäglichen Dinge
des Lebens für Frau Tamburini wieder zu einer Selbstverständlichkeit
geworden und sogar kleinere Radtouren stellen kein Problem mehr dar.

ots Originaltext: Medtronic GmbH



Lebensstil bedingt Risiko für Herzinfarkt


30.08.2004 - Bis zu 90 Prozent des Herzinfarkt-Risikos lassen sich mit Hilfe von neun leicht messbaren Faktoren vorhersagen. Das geht aus der internationalen Studie "Interheart" hervor, die sich auf Daten von 30.000 Teilnehmern stützt. Wer seinen ungesunden Lebensstil ändert, kann demnach sein Herzinfarkt-Risiko um 80 Prozent verringern.

Am gefährlichsten sind laut Studie Zigarettenrauchen und ein ungünstiges Verhältnis bestimmter Blutfette. Dies gelte für praktisch alle Regionen der Welt, für alle ethnischen Gruppen und in gleicher Weise für Frauen und Männern, so die Forscher. Zusätzliche Risikofaktoren seien hoher Blutdruck, Diabetes, Bauchfett, Stress, fehlender täglicher Konsum von Obst und Gemüse, und fehlende tägliche Bewegung. Der regelmäßige Konsum geringer Alkoholmengen habe eine gewisse Schutzwirkung.

Die Studie berücksichtigt Daten von 15.152 Herzinfarkt-Patienten sowie 14.820 Personen ohne Herzleiden. Die Teilnehmer kamen aus 52 Ländern - darunter 7000 aus Europa, 2000 aus Lateinamerika, 6000 aus China, 4000 aus Südasien und 1400 aus Afrika.

Erste Ergebnisse wurden am Wochenende auf dem Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) in München vorgestellt. Die komplette Studie soll am 11. September im Fachjournal "The Lancet" veröffentlicht werden. Sie wurde vom Kanadischen Institut für Gesundheitsforschung, der Heart and Stroke Foundation in Ontario und weiteren 37 Geldgebern - darunter mehreren pharmazeutische Unternehmen - unterstützt.

"Die Studie zeigt, dass die beiden wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt Zigarettenrauchen und eine abnormes Verhältnis von Blutfetten - Apolipoprotein B zu Apolipoprotein A-1 - sind, die zusammen die Prognose von zwei Drittel aller Herzinfarkten ermöglichen" erklärte Studienkoordinator Salim Yusuf von der kanadischen McMaster University auf dem Münchner Kongress. Die Studie zeige nachdrücklich, dass das Risiko, dass durch Tabakgenuss verursacht werde, unabhängig von der Anwendungsart (Zigaretten, Pfeife, Zigarren, Kautabak) bei Jüngeren noch höher sei als bei Älteren - und zwar bei Männern ebenso wie bei Frauen.


Forschung: Salim Yusuf, McMaster University; Heart and Stroke Foundation of Ontario, u.a.; Veröffentlichung geplant in "The Lancet", Ausgabe vom 11.9.2004

Quelle: Scienceticker



Europäischer Kardiologenkongress 2004: Liebe tut dem Herzen gut

Zwei neue Studien über Sozialkontakte und Herzgesundheit

München, Montag, 30. August 2004 - Liebe, Partnerschaft und befriedigende soziale Beziehungen sind offenbar gut für das Herz - auch im medizinischen Sinn. Schweizer Wissenschafter haben erstmals Paarbeziehungen im Fall der Herzerkrankung eines Partners unter die Lupe genommen. Fazit: Liebe und Unterstützung haben positive Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf. Dänische Forscher berichteten auf dem Europäischen Kardiologenkongress, dass allein Lebende ein mindestens vierfach erhöhtes Risiko haben, einen plötzlichen Herztod zu erleiden.

"Als Single zu leben bringt ein mindestens viermal erhöhtes Risiko mit sich, einen plötzlichen Herztod zu erleiden", berichtete die dänische Medizinerin Dr. Kirsten Melgaard Nielsen vom Aarhus Universitätsspital, "auch ohne ein Kind im Haushalt zu leben ist ein Risikofaktor." Das hatte eine Analyse der Lebensumstände von Personen im Alter zwischen 30 und 69 Jahren ergeben, die in der dänischen Stadt Aarhus lebten und an einem plötzlichen Herztod - dem Tod innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Auftreten von Symptomen, ohne andere offensichtliche Krankheitsursachen - verstorben waren. Bei insgesamt 14,9 Prozent der untersuchten Personengruppe war diese Todesursache festgestellt worden.

"Von allen untersuchten sozialen Faktoren war allein leben jener, der am stärksten mit dem plötzlichen Herztod in einem Zusammenhang stand", betonte Dr. Nielsen den offensichtlich sehr hohen Stellenwert sozialer Beziehungen in ihren Studienergebnissen. Menschen, die allein leben, wiesen ausserdem häufiger Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und Übergewicht auf, erklärt die daenische Medizinerin. Außerdem gehen Singles seltener zum Arzt und sind mitunter in Notfällen nicht in der Lage, Hilfe zu holen.

Liebe und Unterstützung haben positive Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf

Auch eine Schweizer Studie befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und befriedigenden Sozialbeziehungen. Untersucht wurden dabei Paarbeziehungen, in denen ein Partner von einer Herzkrankheit betroffen war. "Das Funktionieren einer Beziehung und ein soziales Netz sind ganz wichtige Faktoren für das Wohlbefinden von Menschen, die an einer Herzerkrankung leiden", fasste Romy Mahrer-Imhof vom Institut für Pflegewissenschaften an der Universität Basel (Schweiz) auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München die Ergebnise zusammen.

"Wie auch immer die individuelle Strategie der Problembewältigung aussieht, eines war bei allen untersuchten Paaren gleich: Gibt es Liebe und gegenseitige Unterstützung, dann hat das auch positive Auswirkungen auf den Umgang mit der Krankheit und oft sogar auf den Krankheitsverlauf", berichtete die Schweizer Expertin. Ein liebevoller, zugewandter Partner spiele nicht nur eine entscheidende Rolle dabei, den Kranken bei der Umsetzung von Therapien und Lebensstiländerungen zu unterstützen, sondern sei auch sensibel für Anzeichen von Verschlechterungen oder Rückfällen.

Angstfreiheit als wichtiger Genesungsfaktor

Dazu käme eine zusätzliche psychische Komponente, führte Mahrer-Imhof aus: Wer in einer guten Partnerschaft lebt, findet darin die Unterstützung und Hoffnung, die vor Ängsten schützen kann. Und Angstfreiheit ist mit ein wichtiger Genesungsfaktor.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.


Europäischer Kardiologenkongress 2004: Herzinfarkt-Symptome werden oft unterschätzt

Infarktpatienten suchen zu spät Hilfe, zeigt eine aktuelle Studie

München, Montag, 30. August 2004 - Wer einen Herzinfarkt erleidet, wartet oft viel zu lang zu, bis ärztliche Hilfe gerufen wird, warnten Mediziner heute auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München. Selbst Patienten, die bereits einen Infarkt hinter sich haben, sind nicht vorsichtiger als andere. Mit dramatischen Folgen, denn die ersten Stunden nach dem Infarkt entscheiden oft über Leben und Tod. In Deutschland, warnen Kardiologen, verlängerte sich in den vergangenen Jahrzehnt die durchschnittliche Prähospitalzeit - also der Zeitabschnitt zwischen Infarkt und Behandlungsbeginn in einem Spital - von 166 auf 190 Minuten. Sie fordern eine länderübergreifende einheitliche Regelung.

"Nur 38 Prozent der Infarkt-Patienten suchen innerhalb der ersten Stunde nach der Attacke ärztliche Hilfe", berichtete Dr. Nicolas Bett von der australischen "National Heart Foundation" auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München über eine aktuelle Studie. Besonders beunruhigend aus medizinischer Sicht: Auch jene Betroffenen, die bereits einmal einen Herzinfarkt erlitten oder eine Angioplastie oder Bypass-Operation hinter sich haben, nehmen offenbar die Infarkt-Symptome nicht ernster als "unerfahrene" Infarkt-Opfer, und kommen genauso spät in die Behandlung.

Die Herzinfarkt-Behandlung ist ein Wettlauf mit der Zeit: Denn entscheidend ist, möglichst rasch die blockierte Herzarterie wieder zu öffnen, um die Schädigung des Herzens nach Möglichkeit gering zu halten und die potenziell tödliche Folgen vermeiden zu können. Die meisten Todesfälle gibt es innerhalb der ersten Stunden nach dem Infarkt, und das vor allem, weil viele Betroffene zu spät zum Arzt oder in die Notaufnahme kommen, sagten heute Experten beim Kongress der Europäischen Kardiologenvereinigung (ESC), an dem in München derzeit 25.000 Herzspezialisten aus aller Welt teilnehmen.

DKG-Präsident Prof. Meinertz: Ungünstige Entwicklung in Deutschland

"Dass in der lebensbedrohliche Situation eines Herzinfarktes rasch und gezielt gehandelt wird, ist leider derzeit auch in Deutschland häufig nicht der Fall", sagte Prof. Dr. Thomas Meinertz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Besonders bedenklich sei, dass Berechnungen zufolge die durchschnittliche Prähospitalzeit - also der Zeitabschnitt zwischen dem Infarkt und dem Behandlungsbeginn in einem Krankenhaus - in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich zugenommen hat. Entsprechend der Studienergebnisse, vorgetragen von Prof. Jochen Senges aus Ludwigshafen, betrug sie 1995/96 noch 166 Minuten und verlängerte sich bis zu den Jahren 2001/02 auf 190 Minuten. Prof. Meinertz "Das erscheint besonders paradox, da gerade bei uns die Versorgung herzkranker Patienten sowohl im ambulanten als auch stationären Bereich gut und - theoretisch - eine nahezu flächendeckende Notfallversorgung zur Verfügung steht."

Länderübergreifende einheitliche Regelung gefordert

Ziel einer Initiative der DGK in Zusammenarbeit mit der Deutschen Herzstiftung ist es nun, die Überlebenschancen von Herzinfarkt-Patienten zu verbessern. Prof. Meinertz: "Bei einer entsprechenden Optimierung der prästationären und stationären Behandlung von Herzinfarkt-Patienten lässt sich die Sterblichkeit nachweislich senken und auch das Langzeitüberleben verbessern. Dies ohne großen finanziellen Mehraufwand. Erfolgreich ist allerdings eine länderübergreifende einheitliche Regelung und ein vereinfachtes Meldesystem, zum Beispiel eine einheitliche Telefonnummer."

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.



Europäischer Kardiologenkongress 2004: Körperliche Kondition beugt Herzkrankheiten vor

Deutsche Studie: Raucher schützt auch Fitness nicht vor Herzinfarkt

München, Montag, 30. August 2004 - Körperliche Fitness ist ein entscheidender Faktor in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zeigt eine aktuelle deutsche Untersuchung von mehr als 6.700 Anwärtern für eine militärische Flugausbildung, die beim Europäischen Kardiologenkongress in München präsentiert wurde. Wer es allerdings nicht schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, den schützt auch Fitness nicht vor den häufigsten Todesursachen in Europa.

Nicht nur ältere Menschen und so genannte Risikogruppen sollten auf ihre körperliche Fitness achten und auf die Zigarette verzichten. Auch junge, gesunde Menschen können so Herzerkrankungen wirksam vorbeugen. Das zeigt eine aktuelle deutsche Unterersuchung an mehr als 6.700 jungen Männern zwischen 18 und 21 Jahren, die heute beim Jahreskongress der Europäischen Kardiologenvereinigung (ESC) in München präsentiert wurde.

Dr. Jens Metrikat vom Institut für Flugmedizin der Deutschen Luftwehr in Fürstenfeldbruck und Dr. Jan Ortlepp von der Universität Aachen hatten eine Gruppe von Anwärtern für eine militärische Flugausbildung untersucht. Die Probanden wurden mit einem Fahrradergometer auf ihre körperliche Fitness getestet, und nach ihren sportlichen Aktivitäten und Ausdauertrainings sowie ihren Trink- und Rauchgewohnheiten befragt. Außerdem wurden klassische Herz-Risikofaktoren wie Blutdruck oder die Blutfettwerte gemessen.

Die generellen sportlichen Aktivitäten der jungen Männer, fanden Dr. Metrikat und Dr. Ortlepp heraus, standen in keinem Zusammenhang mit den gemessenen Risikofaktoren. Ausschließlich eine bessere Kondition, gemessen in Kraft pro Kilogramm Körpergewicht am Ergometer, zeigte einen positiven Einfluss auf Blutdruck- und Blutfettwerte - beides wesentliche Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose ("Arterienverkalkung"), Herzinfarkt und Schlaganfälle.

Rauchen: Deutliche Hinweise auf mehr Entzündungen im Organismus

Als wichtig in Sachen Herzgesundheit stellten sich auch die Trink- und Rauchgewohnheiten der jungen Männer heraus: So spiegelte sich regelmäßiger Alkoholkonsum in höheren Blutdruckwerten wider, und bei Rauchern konnten die Mediziner höhere Triglyzerid-Werte messen - ebenfalls Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Raucher wiesen allerdings auch vermehrt weiße Blutkörperchen auf: Diese gelten als Hinweise für ein Entzündungsgeschehen im Organismus, und Entzündungen können beim Entstehen zahlreicher weit verbreiteter Herz-Kreislauf-Krankheiten eine wichtige auslösende Rolle spielen.

Auch gute Fitness schützt Raucher nicht ausreichend vor Herzinfarkt

Diese Ergebnisse waren freilich bei Rauchern auch dann zu beobachten, wenn ihr allgemeiner Fitness-Zustand sehr gut war. Fazit: Auch eine gute körperliche Fitness schützt nicht vor den negativen Folgen des Rauchens

"Dieses und viele andere Forschungsergebnisse, die auf diesem Kongress präsentiert wurden, untermauern die Vorsorge-Appelle vieler Kardiologen", sagt Prof. Dr. Eckart Fleck, Direktor der Abteilung für Kardiologie des Deutschen Herzzentrums in Berlin DGK. "Mit der Vorbeugung für die Herzgesundheit kann man gar nicht früh genug beginnen. Gerade junge, gesunde Menschen können ihr Risikoprofil ganz klar verbessern, wenn sie auf ihre körperliche Fitness achten und nicht rauchen. Zumal das Risiko gerade bei Jüngeren Frauen und Maennern hoeher ist als bei aelteren. Dies zeigte auch nachdrücklich die INTERHEART-Studie, die gestern auf dem ESC-Kongress praesentiert wurde und Rauchen neben ungünstigen Blutfett-Kombinationen zweifelsfrei als wichtigsten Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten identifizierte."

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.


Wechselwirkungskontrolle kann Leben retten

Bad Stehen (ots) 30.08.2004 - Unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten sind inzwischen die fünfthäufigste Todesursache in Deutschland, meldete vor kurzem die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DKG). Entsprechend wichtig ist deshalb eine sorgfältige Neben- und Wechselwirkungskontrolle durch den ausgebenden Apotheker. Das gilt logischerweise gerade auch für die immer mehr an Bedeutung gewinnenden Internet- und Versandapotheken.

Nachdem Anfang diesen Jahres auch in Deutschland der Versandhandel
mit Medikamenten erlaubt wurde, steigt der Anteil der via Internet,
Telefon und Zustelldienst verkauften Medikamente von Tag zu Tag. Aus
durchaus nachvollziehbaren Gründen! Erstens entfällt der gerade für
bettlägerige oder bewegungseingeschränkte Patienten aufwändige Gang
zur Apotheke. Zweitens lassen sich bei allen nicht verschreibunsgsflichtigen Medikamenten zwischen 10 bis 20 Prozent der anfallenden Kosten einsparen.

Viele private und gesetzliche Krankenkassen haben diese Vorteile
des Medikamentenversandhandels erkannt und für ihre Versicherten
Verträge mit ausgewählten Versand- und Internetapotheken
abgeschlossen. Weil der Medikamentenkauf aber absolute
Vertrauenssache ist, empfehlen sie ihren Mitgliedern nur bei seriösen
Internet- und Versandapotheken zu kaufen. Auch das Bundesministerium
für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) und der Europarat betonen
ausdrücklich, dass nur bei qualifizierten Anbietern geordert werden
sollte. Die beiden Behörden haben deshalb ein gemeinsames
Informationsblatt zu diesem Thema herausgegebenen, das per Internet
unter www.bgms.de "downgeloaded" oder per Telefon unter 018 88 441-0
angefordert werden kann.

Nicht jeder führt die notwendigen Prüfungen durch

Die Beschaffungsmöglichkeiten für Medikamente sind mittlerweile
extrem vielfältig - und nicht jeder Anbieter ist an die strengen
deutschen Qualitätsrichtlinien gebunden. Vor allem aber führt nicht
jeder Internetanbieter den in Deutschland vorgeschriebenen Neben- und
Wechselwirkungs-Check durch! Europarat und Bundesministerium für
Gesundheit und Soziale Sicherung warnen deshalb ausdrücklich vor
"unseriösen Geschäftemachern".

Wie wichtig die sorgfältige Überprüfung auf eventuelle Neben- und
Wechselwirkungen tatsächlich ist, wird schon allein daran deutlich,
dass in Deutschland jedes Jahr tausende von Patienten an den Folgen
ihrer Arzneitherapie sterben! Prof. Dr. Jürgen Frölich von der
Medizinischen Hochschule Hannover schätzt die Zahl der vermeidbaren
Todesfälle im Krankenhausbereich beispielsweise auf bis zu 25.000 pro
Jahr - wie viele Personen im heimischen Bett an den Folgen
unsachgemäß eingenommener Medikamente zu Tode kommen, ist dabei noch gar nicht mit erfasst. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie,
Herz- und Kreislaufforschung (DKG) geht jedenfalls davon aus, dass
unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen mittlerweile die
fünfthäufigste Todesursache in Deutschland sind.

Dabei wird gerade die Gefahr durch Wechselwirkungen in Zukunft
sogar noch zunehmen! Schließlich steigt in Deutschland der Anteil der
älteren Menschen derzeit rapide an - und die nehmen immer häufiger
mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Die Experten der DKG haben
ermittelt, dass ein 65jähriger heute im Durchschnitt mehr als fünf
verschiedene Medikamente pro Tag einnimmt. Da sind unbeabsichtigte
Wechselwirkungen geradezu vorprogrammiert.

Seriöse Anbieter sorgen vor

"Bei uns wird jede Medikamentenorder vor der Aussendung sorgfältig
auf eventuelle Wechsel- und Nebenwirkungen überprüft. Darüber hinaus
stehen mein Apothekerteam und ich auch gerne für einen persönlichen
Medikamenten-Check per Telefon oder Mail bereit", betont Karlheinz
Ilius von der Luitpold-Versandapotheke. Die gilt unter Insidern als
besonders seriös, schließlich bietet sie neben der routinemäßigen
Neben- und Wechselwirkungskontrolle als eine der wenigen, vielleicht
sogar als einzige deutsche Versand- und Internetapotheke auch eine so
genannte "Chargenrückverfolgung" an - mit der kann jede einzelne
Medikamentenpackung bis zum Endverbraucher zurückverfolgt werden, der
dann im Bedarfsfall kurzfristig benachrichtigt werden könnte.

Wie wichtig solch eine routinemäßige Kontrolle der Neben- und
Wechselwirkungen von Medikamenten ist, macht Karlheinz Ilius von der
Luitpold-Versandapotheke an zwei konkreten Fällen deutlich: "Bei
Herzpatienten, die zusätzlich an einem schweren Infekt erkranken,
sind wir beispielsweise ganz besonders vorsichtig. Werden in solchen
Fällen nämlich Antibiotika verschrieben, die den Wirkstoff Doxycyclin
enthalten, könnte die Plasmakonzentration der Digitalispräparate so
weit erhöht werden, dass es zu Vergiftungserscheinungen kommt.
Vorsicht ist aber auch bei bestimmten frei verkäuflichen Medikamenten
angebracht! So können beispielsweise johanniskrauthaltige Medikamente
die Wirkung der Antibabypille vermindern."

Ilius, der mittlerweile mit den meisten deutschen Krankenkassen
Verträge abgeschlossen hat, weist deshalb noch einmal ausdrücklich
darauf hin, dass sich Patienten vor ihrem ersten Kauf bei einer
Versand- oder Internetapotheke sorgfältig über ihren potenziellen
Partner informieren sollten. "Wir selbst haben alles Wissenwerte über
unsere Apotheke auf unserer Internetseite
www.medikamente-per-klick.de dargestellt und stehen unseren Kunden
darüber hinaus auch gerne für Hintergrundgespräche zur Verfügung.
Schließlich haben wir nichts zu verbergen, sondern suchen sogar ganz
bewusst den Informationsaustausch mit unseren Kunden."

ots Originaltext: Luitpold Apotheke



"Wasserstandsmelder" hilft Herzpatienten

25.08.2004 - Mediziner des Universitätsklinikums Bonn haben einem Herzpatienten vor kurzem ein neuartiges Elektrotherapiegerät implantiert, das gefährliche Flüssigkeitsansammlungen im Lungengewebe extrem früh erkennen kann. Der 75-jährige Mann, der seit fünf Jahren an einer schweren Herzmuskelschwäche leidet, ist nach der Operation wohlauf und wurde inzwischen aus der Klinik entlassen. Es war das erste Mal in Nordrhein-Westfalen, dass ein derartiger "Wasserstandsmelder" implantiert wurde. Das Gerät ist erst seit kurzem in Deutschland zugelassen.

"Das Elektrotherapiegerät misst die elektrischen Leitungseigenschaften der Organe im Brustkorb und kann so Flüssigkeitsansammlungen im Lungengewebe anzeigen", erklärt Professor Dr. Berndt Lüderitz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II. Zu derartigen "Ödemen" kann es kommen, wenn die Pumpleistung der linken Herzkammer zu schwach wird. Als Folge staut sich das Blut in den Lungen. Schließlich tritt Flüssigkeit in das Gewebe über und behindert den Gasaustausch an den Lungenbläschen. Folgen sind Atemnot und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.

Bereits zwei Wochen vor dem Beginn der Atemnot registriert der "Wasserstandsmelder" eine Veränderung der so genannten Bioimpedanz - das ist im Prinzip der elektrische Widerstand der Brustkorb-Organe. "Das gibt uns genug Zeit, mit speziellen Medikamenten auf die drohende Verschlechterung des Krankheitsbildes zu reagieren, bevor der Zustand dramatisch wird", so der Privatdozent Dr. Jörg Otto Schwab, unter dessen Leitung die Implantation erfolgte. "Ein solches Frühwarnsystem kann damit auch die Häufigkeit der teilweise sehr langwierigen Klinikaufenthalte reduzieren."

Derzeit arbeiten die Mediziner des Universitätsklinikums an einer Weiterentwicklung des Geräts, das zukünftig seine Daten auch per Telefon oder Handy automatisch an den behandelnden Arzt übermitteln soll. Diese Möglichkeit würde die Überwachung nochmals vereinfachen - nicht zuletzt mit positiven Folgen für die Lebensqualität der Patienten, da sich die Zahl der Arztbesuche und Klinikaufenthalte reduzieren würde.

In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen unter einer Pumpschwäche des Herzens, im Fachjargon Herzinsuffizienz genannt. Pro Jahr kommen etwa 200.000 Neuerkrankungen hinzu. Herzinsuffizienz ist eine der Haupttodesursachen im Alter über 65 Jahren.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn



Warum der Herzinfarkt morgens kommt - Innere Auskleidung der Blutgefäße morgens unflexibel

Baierbrunn (ots) 16.08.2004 - In den Morgenstunden ist das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich erhöht. Beide gefährlichen
Ereignisse sind Folgen von Durchblutungsstörungen. Wie das
Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" berichtet, haben amerikanische
Forscher der Mayo-Klinik nun eine Erklärung dafür, warum es am Morgen
geschieht: Die Flexibilität der Adern ist dann am geringsten. Ursache
ist eine von der Tageszeit abhängige verminderte Funktionstüchtigkeit
der Zellen, welche die Innenwände der Gefäße auskleiden – genannt
„Endothelzellen“. Die Wissenschaftler konnten messen, dass die
Flexibilität am späten Vormittag erst wieder Normalwerte erreicht.

ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau


Herz in Gefahr?

Neue BMBF- Broschüre informiert über Herzkreislauf-Forschung

13.08.2004 - Das Herz schlägt unentwegt, rund 100.000 Mal pro Tag. Gerät es aus dem Takt, ist das Leben bedroht. Erkrankungen des Herzkreislauf-Systems gehören zu den häufigsten und schwersten gesundheitlichen Bedrohungen. Die neue Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) "Herz in Gefahr?" vermittelt den neuesten Forschungsstand und zeigt die Entwicklung der Herzkreislauf-Forschung in den letzten Jahrhunderten auf.

An Erkrankungen von Herz und Kreislauf sterben in Deutschland jährlich 175.000 Menschen. Viele Krankheiten und Todesfälle wären durch besseres Wissen über Prävention und Früherkennung vermeidbar. Die BMBF-Broschüre klärt über Risiken auf und gibt Tipps zur Prävention. Dabei ist es besonders wichtig, individuelle Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, überhöhten Cholesterinwert und Bewegungsmangel zu vermeiden. Ferner verweist die Publikation auf gängige Medikamente und bietet ein kleines "Kreislauf-Lexikon".

Die bekannteste Herz-Kreislauf-Erkrankung ist der Herzinfarkt. Doch auch die weniger bekannten Krankheiten wie Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, verengte Herzkranzgefäße, Arterienverkalkung und Venenverschlüsse am Bein vermindern die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen erheblich. Häufig wirken sie ähnlich lebensbedrohlich wie der Infarkt.

Die BMBF-Broschüre informiert auch über den aktuellen Stand der Forschung. So können Herzkreislauf-Erkrankungen immer präziser diagnostiziert und wirksamer therapiert werden. Neue Medikamente tragen zur Auflösung von Blutgerinnseln nach einem Herzinfarkt bei. Bedeutende Fortschritte gibt es bei den Operationstechniken, etwa bei der Dehnung von Herzkranzgefäßen durch einen Ballonkatheter. Zudem hat die Forschung neue Krankheitsursachen erkannt. Lange Zeit galt überschüssiges Fett, das sich an der Wand der Blutgefäße ablagert, als Ursache der Arterienverkalkung. Die neue Sichtweise besagt, dass es sich bei der Arteriosklerose um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gefäßwand handelt.
Die Broschüre kann kostenlos beim BMBF unter books@bmbf.bund.de bestellt oder unter www.bmbf.de/pub/Herzkreislauf.pdf im Internet herunter geladen werden.


Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung


Ein Schrittmacher aus Stammzellen

Neue Therapie bei Herzrhythmusstörungen? / Forschungs-Stipendium für Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg

12.08.2004 - Biologische Herzschrittmacher aus Stammzellen könnten künftig eine Behandlungsalternative zu elektronischen Schrittmachern bieten. Für ein Forschungsprojekt zur Entwicklung eines biologischen Impulsgebers hat Dr. Dierk Thomas, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus), von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie das Max-Schaldach-Stipendium 2004 in Höhe von 25.000 Euro erhalten. Die Forschungsarbeiten laufen unter der Leitung von Dr. Christoph Karle.

Herzschrittmacher seit Jahren erfolgreich angewandt / Therapie birgt aber auch Risiken

Der Herzschlag wird durch körpereigene elektrische Impulse erzeugt. Taktgeber ist dabei der Sinusknoten im Herzen, ein Bündel spezialisierter Nervenzellen. Von dort läuft der Impuls über ein Reizleitungssystem durch den Herzmuskel, das Herz zieht sich zusammen. Bei Herzrhythmusstörungen können sowohl der Sinusknoten als auch das Reizleitungssystem gestört sein. Die Folge: Das Herz schlägt zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig. Ist der Herzrhythmus zu langsam, kann ein elektronischer Herzschrittmacher als künstlicher Impulsgeber einspringen.

Elektronische Herzschrittmacher werden seit Jahren sicher und erfolgreich angewandt. Sie weisen jedoch auch Nachteile auf: Der chirurgische Eingriff, die Implantation des nahezu handtellergroßen Geräts unter das Schlüsselbein, ist mit einem, wenn auch geringen, Risiko verbunden. So können Blutungen oder Infektionen auftreten. Es kommt auch vor, dass sich durch den Engriff Luft im Raum zwischen Lunge und Rippenfell ansammelt, wodurch Atemprobleme entstehen können. Die Operation muss zudem regelmäßig wiederholt werden, um die erschöpfte Batterie auszutauschen. Der Patient muss in kurzen Abständen einen Spezialisten zur Kontrolle aufsuchen. Außerdem kann der Puls nur begrenzt körperlichen Anstrengungen angepasst werden. Elektrische und magnetische Felder (z.B. bei Magnet-Resonanz-Tomographie, Strahlentherapie, elektronischen Metalldetektoren in Flughäfen, Handys) sowie bestimmte mechanische Belastungen können den Schrittmacher aus dem Takt bringen.

"Diese Risiken sind beherrschbar", erklärt Dr. Dierk Thomas. "Trotzdem versuchen wir, einen biologischen Herzschrittmacher zu entwickeln, der die Therapiemöglichkeiten verbessert. Wir möchten aus Stammzellen Herzmuskelzellen züchten, die wir als biologischen Herzschrittmacher in das kranke Herz einbringen", erklärt Dr. Dierk Thomas das Ziel seines Projekts.

Erbinformation für Ionenkanäle wird in Stammzellen eingebracht

Dazu untersuchen die Heidelberger Forscher zunächst die winzigen Kanäle, die in der Wand der Herzmuskelzellen sitzen. Diese lassen geladene Teilchen, "Ionen", geregelt ein- und ausströmen und regulieren dadurch den elektrischen Herzschlag-Impuls. "Zuerst müssen wir genau verstehen, wie diese Kanäle arbeiten. Dann werden wir die Erbinformation für die Schrittmacher-Kanäle in Stammzellen einbringen, die sich zu Herzmuskelzellen entwickeln." Als Transportsystem für die Kanal-Gene nutzen die Wissenschaftler Viren, die für den Menschen ungefährlich sind, so genannte Adenoviren.

Genetisch veränderte Stammzellen reifen zu Herzschrittmacher-Zellen

Die Forscher sehen zwei Alternativen auf dem Weg zum biologischen Herzschrittmacher: Entweder implantieren sie über einen Herzkatheter die Stammzellen direkt in das kranke Herz. Dort reifen die Zellen zu intakten Herzmuskelzellen und erzeugen den elektrischen Herzschlag-Impuls. Oder die Wissenschaftler bringen die Stammzellen zuerst im Labor in ein künstliches Herzgewebe ein, wo sie sich vermehren und sich zu Herzmuskelzellen entwickeln. "Aus solch einem künstlichen Herzgewebe, dem "engineered heart tissue", können wir die fertigen Herzzellen regelrecht ernten und sie dann in das kranke Herz einbringen", beschreibt Dr. Thomas die Vorteile dieses Systems. Läuft alles nach Plan, rechnen die Wissenschaftler damit, in ca. vier Jahren erste klinische Studien mit einem biologischen Herzschrittmacher durchführen zu können.

Forschungsergebnisse gehen in die Medikamenten-Entwicklung ein

In ihren Forschungsarbeiten untersuchen die Wissenschaftler auch die Möglichkeiten, Herzrhythmusstörungen mit Medikamenten zu behandeln. Bisher gibt es vor allem Wirkstoffe für Patienten mit einem zu schnellen Herzschlag. Es fehlen Medikamente, um einen zu langsamen Herzrhythmus zu behandeln. "Da gibt es einen großen Bedarf. Wenn wir verstehen, wie die Schrittmacher-Kanäle in der Wand von Herzmuskelzellen reguliert werden, können wir mit Medikamenten in diese Mechanismen eingreifen", blickt Dr. Thomas in die Zukunft.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg


Sichere Herz-Diagnose mit schonender Magnetresonanz

Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) setzt auf die führende Kernspin-Technologie und erhält leistungsstärkstes MR-System

Berlin, 4. August 2004. Internationales Interesse mit neuartigen Untersuchungsmethoden erzeugt das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB). Das weltweit bekannte Haus gehört zu den Entwicklungspionieren von kardiologischer Diagnostik mit Magnetresonanz; die eigene CMR-Akademie bildet Kardiologen und Radiologen aus aller Welt in dieser zukunftorientierten Anwendung aus. Die innovative Herzklinik setzt hierfür auf die führende Kernspin-Technologie von Philips und hat ihre Diagnostik mit dem zurzeit leistungsstärksten Magnetresonanz-Tomographen ausgerüstet, der mit 3 Tesla über die für den klinischen Einsatz höchste und zugleich doppelte Magnetfeldstärke des Vorgängers verfügt. Nach erfolgter Installation nimmt der in Europa erste speziell für kardiologische Diagnostik konfigurierte "Achieva 3.0 Tesla" jetzt seinen Dienst auf. Die bahnbrechende Technologie ist bei der Philips Forschung in Hamburg entwickelt worden und hat einen Marktwert von über zwei Millionen Euro.

Nach Ansicht des Direktors der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie Professor Dr. Eckart Fleck (61) könnte die sichere Herz-Diagnose mit strahlenfreier Magnetresonanz fast jeden zweiten Kathetereingriff ersetzen: "Die Linksherzkatheter-Untersuchungen haben enorm zugenommen. Jährlich unterziehen sich allein in Deutschland mehr als 600.000 Patienten diesem invasiven Eingriff. Rund 60 Prozent dieser Untersuchungen dienen rein diagnostischen Zwecken. Für diese Menschen wäre die ambulant durchgeführte Kernspintomographie eine sinnvolle Alternative."
Der Klinikleiter für Innere Medizin und Kardiologie hebt auch die diagnostischen Vorteile dieser schonenden Technologie hervor: "Magnetresonanz gibt uns einen tiefen Einblick in den Herzmuskel; wir sehen in hoher Darstellungsqualität die Durchblutung, die Bewegung und auch Gewebeschäden wie beispielsweise nach einem Infarkt. Damit können wir auch die Echokardiographie zur Bewegungsanalyse der Herzwände und nuklearmedizinische Verfahren zur Durchblutungsmessung ersetzen. Mit dem neuen 3-Tesla-Tomographen erzielen wir eine bislang unerreichte Bildauflösung und somit Detailgenauigkeit; gleichzeitig können wir die Untersuchungszeit erheblich verkürzen. Das ist auch für die Patienten ein wichtiger Pluspunkt, die Herzdiagnose dauert nicht einmal eine Stunde und erfordert keine anschließende Liegezeit."

Der Kostenaufwand für die alternative Herz-Diagnose im Magnetresonanz-Tomographen liegt - je nach Untersuchungsumfang - bei 700 bis 1.500 Euro und wird von privaten Krankenversicherern zu einem großen Teil getragen. Monatlich werden bereits mehr als 100 Herzpatienten mit dieser aufwändigen Technologie in Berlin untersucht; ein hoher Anteil erfordert noch die finanzielle Unterstützung aus Forschungsmitteln. Professor Dr. Eckart Fleck hofft auch angesichts der nachgewiesenen wirtschaftlichen Effizienz des Cardio-MRT auf ein Umdenken der Krankenkassen zugunsten dieser innovativen Methode.


Ärzte aus aller Welt lassen sich in der CMR-Akademie ausbilden

Mit dem ersten rein kardiologisch genutzten Magnetresonanz-Tomographen gründete das DHZB bereits Mitte der 90er Jahre gemeinsam mit Philips die Forschungsgemeinschaft "Cardio-MR", die sehr schnell Interesse und Ausbildungsnachfrage für diese neue Untersuchungsmethode generierte. Daraus folgte 2001 eine eigenständige CMR-Akademie, die sich ausschließlich über ihr breites Seminarangebot finanziert. "Jeder dritte Teilnehmer kommt inzwischen aus dem Ausland," berichtet Akademieleiter Priv.-Doz. Dr. Eike Nagel (36), Oberarzt im DHZB und primär zuständig für die kardiologische Diagnostik mit Magnetresonanz. Rund 60 Prozent der Akademie-Absolventen sind Kardiologen. Dr. Eike Nagel: "Aber auch Radiologen erkennen mehr und mehr die Notwendigkeit einer speziell kardiologischen MR-Ausbildung und kommen zu uns. Unsere Kurse sind langfristig ausgebucht."
Das intensive Schulungsangebot umfasst neben verschiedenen Vorlesungen auch ein klinisches Training mit vielen praktischen Übungen am Tomographen und an der Auswertungsstation. "Wir haben ein modulares System entwickelt, das bei kompakter Seminardauer eine Vertiefung der Kenntnisse in anschließender Heimarbeit erfordert. Jeder Teilnehmer erhält von uns für die Kursdauer einen Laptop mit über 250 klinischen Fällen zur eigenen Auswertung und Beurteilung", erläutert Dr. Eike Nagel.


Rückläufige Sterbequote - Diagnose und Therapie nehmen zu

Während 1991 in Deutschland noch über 90.000 Menschen an einem akuten Herzinfarkt starben, fiel die Kurve in den folgenden zehn Jahren auf etwas über 65.000. Seit 1979 ist die Sterbeziffer bei Männern von 170 auf 88 Todesfälle pro 100.000 Einwohnern um 49 Prozent gesunken; bei Frauen ging in diesem Zeitraum die Quote um 28 Prozent von 98 auf 71 Herzinfarkten mit Todesfolge zurück. Deutlich zugenommen haben die statistisch erfassten Zahlen für Herzuntersuchungen und Herz- Operationen. Neben der Zunahme von Herzkathetereingriffen in den letzten zehn Jahren auf rund 600.000 (ca. 4.000 Linksherzkatheter pro 1 Mio. Einwohner in Deutschland) haben sich auch die Zahlen für Gefäßaufdehnungen und Stent-Implantationen zur Abstützung der Gefäßwände explosionsartig ausgeweitet. Hier weisen aktuelle Berichte (z.B. Bruckenberger 2002) über 200.000 Fälle aus; dabei sind über 160.000 Stents implantiert worden. In diesem Trend haben sich auch die Operationszahlen entwickelt. 2002 sind knapp 100.000 Patienten mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine am Herzen operiert worden; 1979 waren es vergleichsweise noch unter 10.000. Bei über 70.000 waren koronare Erkrankungen Anlass zum Eingriff, etwa 16.000 entfielen auf Herzklappenfehler. Bei drei von vier Operationen waren die Patienten zwischen 60 und 80 Jahre alt.


Patienten aus aller Welt lassen sich im Deutschen Herzzentrum Berlin behandeln

Das 1986 gegründete Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) ist eine weltweit renommierte Klinik mit eigenem Forschungszentrum, das eng mit beiden Berliner Universitäten kooperiert.
Die Stiftung des Bürgerlichen Rechts beschäftigt mehr als 1.200 Mitarbeiter und verfügt über 162 Betten. Jährlich werden rund um die Uhr ca 3.500 Operationen am offenen Herzen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschinen und etwa 1.000 weitere Eingriffe unter anderem auch mit minimalinvasiver Technik ausgeführt. Bis zu 100 Patienten erhalten jährlich in diesem Zentrum ein neues Herz oder eine Lunge, ggf. auch beide Organe. Seit Bestehen sind über 1.500 Transplantationen durchgeführt worden, zehn Prozent der Transplantationen werden an Kindern vorgenommen.
Neben neun Operationssälen verfügt das DHZB über zwei Linksherzkathetermessplätze, an denen jährlich über 4.000 Untersuchungen erfolgen. Bei zwei Drittel dieser Eingriffe werden Diagnose und Therapie in einer Sitzung durchgeführt. Zur Spezialdiagnostik setzt das Haus zunehmend auf die Magnetresonanz-Tomographie.


Philips steht für viele medizinische Innovationen

Die Philips Medizin Systeme GmbH ist einer der weltweit führenden Anbieter von diagnostischen Bildgebungsverfahren und damit verbundenen Dienstleistungen in den Bereichen Röntgen, Magnet-Resonanz-Tomographen (MR), Computertomographen (CT), Ultraschall, Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Nuklearmedizin, klinische Informationstechnologien sowie Patientenmonitoring und Notfallmedizin. Mit weltweit über 31.000 Mitarbeitern und rund sechs Milliarden Euro Umsatz (2003) ist die Medizinsparte der zweitgrößte Unternehmensbereich des Technologiekonzerns Philips. Über zehn Prozent vom Umsatz investiert Philips für die Forschung und Entwicklung zukunftorientierter Medizinsysteme. Die Forschungslaboratorien gruppieren sich weltweit aus mehr als 40 medizinischen und technischen Instituten. Rund 3.000 Wissenschaftler und Designer, darunter etwa 400 an den deutschen Forschungsstandorten Aachen und Hamburg, arbeiten an der Realisierung innovativer Ideen. In Hamburg betreibt Philips die weltweit modernste Fertigung für Röntgenröhren. Seit 1998 sind mehr als 30 Millionen Euro in dieses globale Kompetenzzentrum investiert worden.
In Deutschland will die Medizinsparte ihren wachsenden Marktanteil von über 25 Prozent weiter steigern und maßgeblich am aufgelaufenen Investitionsstau partizipieren. Jochen Franke, Geschäftsführer von Philips Medizin Systeme GmbH: "Der in den letzten Jahren aufgelaufene Investitionsstau wird von Experten mit bis zu 20 Milliarden Euro beziffert. Es besteht in vielen Krankenhäusern und auch bei niedergelassenen Ärzten ein erheblicher Erneuerungsbedarf von Medizintechnik."

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.


Star mit Stent: David Bowie

Aber: Nur jeder elfte KHK-Patient in Deutschland erhält die beste Versorgung.

Berlin (ots) 19.07.04 - David Bowie unterzog sich in Hamburg einem Eingriff am Herzen. Der schnelle Einsatz einer innovativen Gefäßstütze verhinderte Schlimmeres. Stent ist nicht gleich Stent: Die neuen, medikamenten-freisetzenden Edelstahlstützen halten die Gefäße
dauerhaft offen. Tatsache ist, dass in Deutschland bislang nur jeder
elfte Patient diese Innovation erhält. Aktion Meditech fordert die
jeweils beste Versorgung für alle Patienten, egal ob diese prominent
sind oder bestimmten Risikogruppen angehören, z. B. Diabetiker.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Der Musiker
David Bowie musste wegen akuter Herzbeschwerden seine Tournee
absagen. Berichten zufolge war das Problem eine akute
Herzgefäßverstopfung, die im Hamburger Allgemeinen Krankenhaus St.
Georg erfolgreich behandelt wurde. Man geht davon aus, dass Bowie
einen medikamenten-freisetzenden Stent erhalten hat. (*)

Die koronare Herzkrankheit fordert allein in Deutschland jährlich
340.000 Todesfälle. Hauptursache ist eine Verengung der Herzkranzgefäße (Koronararterien) durch Ablagerungen. Die Blockierung einer oder mehrerer Herzarterien führt dazu, dass bestimmte Bereiche des Herzens nicht genügend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden. Die heute übliche Behandlung akuter Gefäßverschlüsse: Per Katheter wird ein Ballon eingeführt, der die betroffene Stelle weitet. Um das Gefäß zu stützen, wird anschließend ein Stent eingesetzt - ein feines, röhrenförmiges Geflecht aus chirurgischem Edelstahl. Die Stents stützen die Gefäße von innen - das Blut kann wieder frei fließen. Bei jedem vierten Patienten kommt es jedoch innerhalb kurzer Zeit zu einer Wiederverengung, da die Gefäßwände auf die Weitung mit Zellvermehrung reagieren.

Medikamenten-freisetzende Stents hingegen halten die Gefäße auf Dauer offen, da ihre Wirkstoffe das Zellwachstum hemmen. In Deutschland wird wegen der zunächst höheren Kosten jedoch nur jeder elfte in Frage kommende Patient mit den innovativen Gefäßstützen versorgt - im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit weit hinten.

Prof. Dr. Sigmund Silber (Kardiologe in München) fordert für Aktion Meditech: "Auch in Deutschland sollte allen Risikogruppen, besonders Diabetikern und Patienten mit kleineren Herzkranzgefäßen, diese neue, bessere Lösung zur Verfügung stehen! Gebraucht werden neue Vergütungsmodelle, die nicht nur die kurzfristigen Kosten einbeziehen, sondern auch die eingesparten Folgekosten."

* Die ärztliche Schweigepflicht erlaubt keine detaillierten Auskünfte im Fall Bowie, doch Experten sind überzeugt: Bei einem Star wird die optimale Versorgung gewählt, in diesem Fall also ein medikamenten-freisetzender Stent.
  
ots Originaltext: www.aktion-meditech.de


Herz-Alarm bei Sommerhitze

Eschborn (ots) - 15.07.2004 - Sonne und Wärme sind der Seele Balsam, der Körper steht aber gewaltig unter Stress. Vor allem Menschen mit
Herzproblemen müssen im Sommer besonders auf ihre Gesundheit achten.
Die »Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit« empfiehlt in ihrer Ausgabe vom 15. Juli: Richtig trinken, leicht essen, angepasst bewegen und Medikamente richtig dosieren sowie vor Wärme schützen.
Die Zeitschrift gibt mit dem Hitze-ABC viele Ratschläge von »A« wie
Arzneimitteleinnahme und -aufbewahrung bishin zu »Z« wie Zeckenschutz.
  
Herzkranken bereitet im Sommer die Medikamenteneinnahme oft Probleme. Weil die Wärme den Blutdruck senken kann, müssen laut der Herzstiftung blutdrucksenkende Medikamente im Sommer oft etwas reduziert werden, berichtet die »Neue Apotheken Jllustrierte/Gesundheit«. Änderungen sind jedoch mit dem Arzt abzusprechen.
  
Bei Sonnenschein können zum Beispiel das Herzarzneimittel Amiodaron, das Antibiotikum Doxycyclin und Johanniskraut Hautrötungen und -reizungen hervorrufen! Im Schatten aufhalten, gut eincremen und einen Sonnenhut tragen bringt hier Sicherheit. Auch Medikamente leiden bei Temperaturen über 25 Grad Celsius. Beispiele: Zäpfchen schmelzen, Klebstoffe von Arzneipflastern verlieren ihre Haftfähigkeit, die Schutzhülle von Dragees kann erweichen. Deshalb: Arzneimittel nicht im Auto liegen lassen, bei längeren Fahrten in eine Kühltasche packen, bei hohen Temperaturen in der Wohnung im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren.
  
ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte


Gegen den Plötzlichen Herztod

Düsseldorf - 15.07.2004 - (ots) - Gemeinsame Initiative der AOK - Regionaldirektion Düsseldorf, des Evangelischen Krankenhauses Düsseldorf und des Medizintechnik-Unternehmens Medtronic setzt sich zum Ziel, die
Düsseldorfer Bevölkerung vor dem Plötzlichen Herztod zu schützen.
  
Schätzungsweise sterben jährlich mehr als 300.000 Menschen in Europa am Plötzlichen Herztod, allein in Deutschland werden jährlich 100.000 und in Österreich 15.000 Todesfälle registriert. Damit sterben mehr Menschen am Plötzlichen Herztod als an AIDS sowie Brust- und Lungenkrebs zusammen. Die Überlebensrate der Betroffenen liegt bei etwa 5 bis 10 Prozent. Neuere Studien zeigen allerdings, dass bis zu 70 Prozent der Opfer überleben könnten, wenn ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) zur Verfügung steht und innerhalb von drei bis vier Minuten zum Einsatz kommt. Im Allgemeinen dauert es jedoch durchschnittlich sechs bis zwölf Minuten, bevor ein Notarztwagen am Ort eines medizinischen Notfalls eintrifft. Jede Minute, die ohne Defibrillationsschock vergeht, bedeutet eine
Verringerung der Überlebenschance um etwa 10 Prozent. Eine frühe
Defibrillation kann für den Betroffenen lebensentscheidend sein.
Allerdings müssen AEDs flächendeckend verfügbar sein, um dies zu
ermöglichen. Eine Initiative, die Leben rettet
  
Mit der Initiative "Düsseldorfer gegen den plötzlichen Herztod" haben sich die Kooperationspartner AOK - Regionaldirektion Düsseldorf, das Evangelische Krankenhaus Düsseldorf und die Medtronic GmbH zum Ziel gesetzt, die Düsseldorfer Bevölkerung vor dem Plötzlichen Herztod zu schützen. Erreicht werden soll dies durch eine flächendeckende Ausstattung Düsseldorfs mit den sog. AEDs in Betrieben und an öffentlich zugänglichen Orten. Die Aufklärung der Bevölkerung über den Plötzlichen Herztod und Schulung in der Anwendung eines AEDs haben dabei eine zentrale Bedeutung. Die drei Initiatoren haben ihre Unternehmen bereits mit AEDs ausgestattet und ihre Mitarbeiter in der Anwendung der AEDs, sowie der Herz-Lungen-Wiederbelebung geschult. Dieser Defibrillator ist speziell für die Anwendung durch medizinische Laien konzipiert und denkbar einfach. Das Gerät führt den Ersthelfer mit Sprachanweisungen durch die einzelnen Schritte bis zur Abgabe des lebensrettenden Elektroschocks, der es dem Herzmuskel ermöglicht, zu seinem normalen Rhythmus zurückzukehren. Das Gerät analysiert dabei selbstständig den Herzrhythmus des Patienten und empfiehlt, nur wenn dies notwendig ist, den Elektroschock abzugeben: Eine fälschliche Abgabe eines Elektroschocks ist nicht möglich.

Oberbürgermeister Erwin als Schirmherr der Initiative
  
Der Startschuss der Initiative unter der Schirmherrschaft des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Erwin, ist heute während einer Pressekonferenz in den Räumen der AOK Rheinland gefallen. Dies ist zugleich der Aufruf an Betriebe, öffentliche Einrichtungen und an die Düsseldorfer Bevölkerung, sich an der Initiative "Düsseldorfer gegen den Plötzlichen Herztod" zu beteiligen und aktiv im Kampf gegen den Plötzlichen Herztod mitzuwirken. "Ich freue mich sehr über diese Initiative. Ich möchte alle Düsseldorfer Unternehmen und jeden einzelnen Düsseldorfer ermutigen dem Beispiel der drei Initiatoren zu folgen und dabei zu helfen, dass in naher Zukunft überall in Düsseldorf ein solcher lebensrettender AED verfügbar ist, sei es in
Betrieben oder in öffentlichen Einrichtungen. Damit werden wir den Plötzlichen Herztod erfolgreich bekämpfen und Düsseldorf zu einer
herzsicheren Stadt machen", so Schirmherr OB Erwin.

Was ist ein Automatisierter Defibrillator (AED)?
  
Ein AED ist ein kleines, tragbares, batteriebetriebenes Gerät, das den Herzrhythmus auswertet und den Anwender bei Notwendigkeit auffordert einen Elektroschock auszulösen. Der AED ist ein einfach und absolut sicher zu bedienendes Gerät mit nur einem Bedienungsknopf, sowie selbstklebender Elektroden, die einfach auf den entkleideten Oberkörper des Erkrankten aufgeklebt werden. Sobald die Elektroden auf den Brustkorb des Patienten aufgebracht sind, analysiert das Gerät die Herzaktivität und empfiehlt nur wenn dies notwendig ist, den lebensrettenden Elektroschock abzugeben. Der LIFEPAK CR Plus leitet den Anwender mittels Sprachanweisungen durch jeden Schritt der Wiederbelebung. Der AED ist so konzipiert, dass der Anwender durch reines Zuhören und befolgen der Sprachaufforderungen eine Defibrillation sicher und schnell durchführen kann.
  
ots Originaltext: Medtronic GmbH


Herzinfarkt: Stammzellen verbessern die Herzleistung

09.07.2004 - Stammzellen aus dem Knochenmark können nach einem Infarkt die Auswurf-Leistung des Herzens verbessern - dies zeigt eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Ein Forscherteam um Professor Dr. Helmut Drexler, Direktor der MHH-Abteilung Kardiologie und Angiologie, verglich in einer ersten randomisierten klinischen Studie die bislang übliche Therapie mit einer zusätzlichen Stammzellgabe: Die Wissenschaftler eröffneten zeitnah nach dem Infarkt bei 30 Patienten das verschlossene Herzkranzgefäß mit einem Katheter, bei 30 Patienten entnahmen sie wenige Tage später zusätzlich Stammzellen aus dem Knochenmark und gaben sie per Katheter in das wieder eröffnete Blutgefäß. Das Ergebnis: Sechs Monate nach der Therapie hatte sich die Auswurf-Leistung der linken Herzkammer (Left Ventricular Ejection Fraction, LVEF) in der Stammzellgruppe um durchschnittlich 6,7 Prozent erhöht. In der Kontrollgruppe erhöhte sich die Pumpleistung nur um 0,7 Prozent. "Weitere Studien müssen nun zeigen, ob die Patienten dauerhaft von einer solchen Behandlung profitieren", sagt Professor Drexler.

Kommt es zu einem Herzinfarkt, ist ein schnelles Öffnen der verschlossenen Arterie wichtig. Herzmuskelzellen sterben besonders schnell ab, wenn sie nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden - meist tritt dies schon ein, bevor ein Eröffnen erfolgen konnte. Die Folgen: Die Herzkammer wird umgebaut, sie erweitert sich und die Pumpleistung geht zurück. Dass Stammzellen vielleicht einen günstigen Einfluss auf die "Reparatur" des Muskelgewebes nach einem Herzinfarkt haben, vermuteten die Forscher bereits aufgrund von kleinen Pilotstudien. Allerdings fehlten bislang randomisierte Studien, die einen tatsächlichen Vergleich zwischen der herkömmlichen Therapie und dem Einsatz von Stammzellen erlaubten.

"Wir konnten zeigen, dass die Gabe von Stammzellen vier bis acht Tage nach den ersten Symptomen eines Herzinfarktes die gesamte Auswurf-Leistung der linken Herzkammer auch nach sechs Monaten deutlich verbessert", sagt Privatdozent Dr. Kai C. Wollert, Abteilung Kardiologie und Angiologie der MHH. Zwar hat die Arbeitsgruppe in dieser Studie nicht untersucht, wie die Stammzellen genau wirken, es gibt aber Hinweise: Wahrscheinlich sind es hormonelle Effekte, zum Beispiel gefäßbildende Faktoren, die die Stammzellen ausschütten. Unwahrscheinlich ist dagegen, dass sich die Stammzellen vor Ort in Herzmuskelzellen umwandeln. "Nun sind größere Studien notwendig. Wir müssen untersuchen, ob der Einsatz von Stammzellen sich auch langfristig für die Patienten positiv auswirkt und ein späteres Herzversagen verhindern kann", sagt Professor Drexler.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

Herzinsuffizienz: Welche Rolle das Immunsystem spielt

06.07.2004 - Bei Patienten mit einer chronischen Herzmuskelschwäche, der Herzinsuffizienz, liegen bestimmte Entzündungsproteine in erhöhter Konzentration vor. Wie es dazu kommt, ist bislang unbekannt. Mediziner von der Uni Würzburg suchen eine Erklärung.

Auffällig: All die vermehrt auftretenden Proteine sind Bestandteil der so genannten Angeborenen Immunität. Dieses Abwehrsystem ist lebenswichtig, weil es den Organismus während der ersten Stunden und Tage einer Infektion schützt - nämlich so lange, bis der andere, weitaus spezialisiertere Teil des Immunsystems gegen die Krankheitserreger einsatzfähig ist.

Für dieses Phänomen hat die Arbeitsgruppe von Dr. Stefan Frantz an der Medizinischen Klinik eine Hypothese. Der zufolge wird die Angeborene Immunität bei der Herzinsuffizienz aktiviert - und zwar genau so, als wäre eine Infektion geschehen. Dafür sollen Moleküle verantwortlich sein, die durch Gewebeschäden freigesetzt werden, wie sie zum Beispiel nach einem Herzinfarkt auftreten.

Dass diese Annahme richtig sein könnte, deutet sich durch Experimente und klinische Studien an, welche die Würzburger Arbeitsgruppe mit Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) durchgeführt hat. Unter anderem haben die Forscher gezeigt, dass der für die Angeborene Immunität besonders wichtige "Toll like Receptor 4" (TLR) bei einer Herzinsuffizienz in den Herzmuskelzellen nachweisbar ist.

Wird die Angeborene Immunität auf Trab gebracht, dann sind daran insbesondere die Transkriptionsfaktoren NF-kB und AP-1 beteiligt. Die Würzburger Herzforscher fanden heraus, dass diese beiden Faktoren auch bei der Herzinsuffizienz aktiviert sind - und zwar nicht nur dann, wenn sich das Herzleiden offen zeigt, sondern auch bei Patienten, die keine Symptome aufweisen. "Unsere experimentellen Daten legen nahe, dass NF-kB beim Heilungsprozess des Herzinfarkts eine wichtige Funktion innehat", sagt Frantz.

In einem neuen Forschungsprojekt, das von der DFG finanziell gefördert wird, wollen die Wissenschaftler ihr Wissen vergrößern. Sie untersuchen jetzt zwei weitere zentrale Proteine der Angeborenen Immunität, nämlich den Transkriptionsfaktor AP-1 und das Protein SLPI (Secretory Leucocyte Protease Inhibitor), und deren Rolle bei der Herzschwäche.

An Herzinsuffizienz leiden in Deutschland schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen. Sie alle haben nach wie vor schlechte Überlebenschancen, auch wenn die Behandlungsmöglichkeiten inzwischen verbessert wurden. Betroffen sind vorwiegend Patienten im höheren Alter. Die häufigste Ursache für die Insuffizienz ist der Herzinfarkt.

Quelle: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg


Deutsche Herzstiftung weist auf weiterhin hohen Forschungsbedarf hin und unterstützt Augsburger Wissenschaftler mit 100.000 Euro

2. Juli 2004 - Ein Herzinfarkt bedeutet akute Lebensgefahr. Trotz moderner Behandlungstechniken kommt für etwa die Hälfte aller Betroffenen immer noch jede Hilfe zu spät. Mit insgesamt 100.000 Euro unterstützt die Deutsche Herzstiftung deshalb in den nächsten zwei Jahren am
Augsburger Klinikum ein Forschungsprojekt, das dazu beitragen soll, die Überlebenschancen beim Herzinfarkt zu erhöhen.

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Je später die Therapie beginnt, desto mehr Herzgewebe stirbt ab und desto geringer sind die Überlebenschancen. In dem Augsburger Forschungsvorhaben sollen deshalb alle Schritte vom Eintreffen des Notarztes beim Herzinfarkt-Patienten bis hin zur Therapie in der Klinik genau analysiert werden. "Möglicherweise lässt sich in vielen Fällen die Zeit verkürzen, die bis zur rettenden Herzkatheter-Therapie im Krankenhaus verstreicht", erläutert Studienleiter Dr. med. Bernhard Kuch von der kardiologischen Abteilung des Augsburger Klinikums.

Zudem soll überprüft werden, mit welchen anderen Maßnahmen sich die hohe Herzinfarkt-Sterblichkeit senken lässt. Möglicherweise ergeben sich Ansätze zur Verbesserung der Behandlungsmaßnahmen vor der Krankenhausaufnahme. Weiterhin ist eine genaue Analyse der 24-Stunden-Sterblichkeit im Krankenhaus vorgesehen, um herauszufinden, welche Ursachen hierfür verantwortlich sind. Bei dem Projekt, das in Kooperation mit dem Augsburger Herzinfarkt-Register durchgeführt wird, ist deshalb extra ein Arzt in die Notfallversorgung eingebunden, der die Begleitumstände und Vorerkrankungen bei einem Todesfall ausführlich analysiert. Dies erlaubt eine sehr gute Einschätzung, ob tatsächlich ein Herzinfarkt die Todesursache darstellt. Erst mit solch exakt erhobenen Zahlen lassen sich dann zuverlässig Veränderungen der Herzinfarkt-Sterblichkeit berechnen, was wiederum Ansätze zur weiteren Verbesserung der Herzinfarkt-Behandlung ermöglicht.

Quelle: Deutsche Herzstiftung e. V.




Studie: Eine gute Partnerschaft hält das Frauenherz gesund
Acht Jahre bis zur Diagnose von psychosomatisch bedingten Schmerzen / Nur 1,8 Minuten Redezeit beim Hausarzt - falsche Diagnose

30.06.04 - Schweden gehört zu den ersten Ländern in Europa, deren Frauen genauso häufig erwerbstätig sind wie Männer. Gleichzeitig nahmen die schwedischen Frauen in den letzten Jahren europaweit die Spitzenposition bei Krankschreibungen ein. Machen Stress und Doppelbelastung krank?

Dieser Frage ging die "Stockholmer Studie zur koronaren Herzkrankheit bei Frauen" nach, die auf der "European Conference on Psychosomatic Research" in Berlin erstmals präsentiert und demnächst veröffentlicht wird. Über die Dauer von zehn Jahren untersuchten die schwedischen Wissenschaftler 600 Frauen im Alter von 30 bis 65 Jahren. Davon waren 300 Frauen mit einem akuten Herzinfarkt in eine der damals zehn Herzkliniken im Großraum Stockholm aufgenommen worden, die restlichen 300 Frauen gesund und nach dem Zufallsprinzip ausgewählt.

Soziale Isolation und Beziehungsstress machen herzkrank

Ergebnis: Sozial isolierte Frauen wiesen ein niedrigeres Maß an Herzschlagsvariabilität auf - das Herz kann somit schlechter auf Belastungen reagieren; zugleich waren bei isolierten Frauen die Gerinnungsfaktoren Fibrinogen und von-Willebrand erhöht, was zu Verstopfungen (Thrombenbildung) in den Herzkranzgefäßen führen kann; einsame Frauen zeigten zudem erhöhte Fettwerte und insgesamt ein höheres Risiko für Übergewicht und Diabetes.

Noch abträglicher als soziale Isolation sind unglückliche Beziehungen. "Frauen, die über eine problematische Ehe oder Partnerschaft klagten, liefen beim Vergleich mit glücklich oder zumindest zufrieden verheirateten oder liierten Frauen ein vielfach höheres Risiko, sich eine koronare Herzerkrankung zuzuziehen", erklärt Studienleiterin Professor Dr. Kristina Orth-Gomér vom Karolinska Institut in Stockholm.

Paarglück sorgt für Rückbildung der Arteriosklerose

Bei hundert Frauen, deren Herzkranzgefäße verengt waren, wurden die Gefäße im Abstand von drei Jahren mit einer Angiographie untersucht. "Frauen, die unter Stress in der Ehe litten, wiesen eine deutliche Zunahme bei der Verengung der Gefäße auf", so Kristina Orth-Gomér. "Bei Frauen dagegen, die in einer guten Ehe lebten, bildete sich die Arteriosklerose sogar zurück."

Kristina Orth-Gomér zieht das Fazit aus ihrer Studie: "Wir fanden heraus, dass soziale Unterstützung und gute Partnerschaften für das Herz gesundheitsfördernd sind, und zwar durch einen direkten Effekt auf die koronaren Gefäße, auf das Gerinnungs- und Immunsystem sowie auf den Stoffwechsel. Soziale Isolation, problematische Partnerschaften und Familienverhältnisse schaden den Herzkranzgefäßen besonders."

Fachleute zweifeln nicht daran, dass diese Ergebnisse auch für Deutschland gelten. "Die Feststellungen sind sicher übertragbar", betont Kongress-Präsident Professor Dr. Hans-Christian Deter von der Charité - Universitätsmedizin Berlin. "Auch in Deutschland sollen jetzt Untersuchungen mit diesen Schwerpunkten folgen."

Für Aufsehen dürfte auch eine neue und noch unveröffentlichte Studie des Universitätsklinikums Mainz über psychosomatische Schmerzpatienten sorgen, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde und erstmals in Berlin vorgestellt wird. Die Mainzer Untersuchung belegt: Bis Ärzte psychische Ursachen als Auslöser für chronische Schmerzen erkennen, vergehen im Schnitt sieben bis acht Jahre - dahinter verbirgt sich eine Ärzte-Odyssee, die immense Kosten verursacht. Etwa zwölf Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter chronischen Schmerzen.

Odyssee der psychosomatischen Schmerzpatienten

Untersucht wurde der ärztliche Konsultations- und Behandlungsprozess von 280 Patienten mit psychisch verursachten, stressbedingten ("somato-formen") Schmerzzuständen, mithin die weltweit größte systematische Stichprobe be diesem Krankheitsbild. Ergebnis: Patienten, die unter starken Schmerzen litten (entspricht einer durchschnittlichen Schmerzstärke 70 auf einer Skala von 0 = kein Schmerz bis 100 = unaushaltbarer Schmerz), benötigten im Mittel sieben bis acht Jahre, bis ihre Diagnose gesichert war. In dieser Zeit suchten die Betroffenen durchschnittlich elf verschiedene Behandler auf (Spitzenreiter: 83), wobei 38 Prozent zwischenzeitlich sogar vergeblich einen auf Schmerzen spezialisierten Fachmann konsultiert hatten. 85 Prozent der erwerbstätigen Patienten waren wegen der Schmerzsymptomatik im Schnitt 20 Wochen krank geschrieben, acht Prozent bereits berentet. 82 Prozent nahmen Schmerzmittel ein, ohne eine wesentliche Linderung zu erfahren. 59 Prozent der Patienten hatten sich wegen ihres Leidens bereits stationär ins Krankenhaus begeben - durchschnittlich sechs Wochen.

Im Rahmen der Studie wurde gleichzeitig eine spezielle Gruppenpsychotherapie entwickelt. 150 Patienten mit stressbedingten Schmerzstörungen nahmen an der sechmonatigen ambulanten Psychotherapie teil - mit gutem Ergebnis: 60 Prozent berichteten von einer deutlichen Besserung bis hin zu vollständiger Schmerzfreiheit.

Immense Kosten durch Fehlbehandlung

Fazit des Studienleiters Professor Dr. Ulrich Egle von der Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Interdisziplinäres Schmerztherapie-Zentrum am Universitätsklinikum Mainz: "Psychosomatisch bedingte Schmerzen werden häufig übersehen und verursachen dadurch erhebliche Kosten im deutschen Gesundheitswesen."

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt Dr. Johannes Kruse vom Universitätsklinikum Düsseldorf. "Ein Drittel der Patienten eines Hausarztes leiden unter psychischen und psychosomatischen Störungen." Hausärzte seien damit für diese Patientengruppe die erste Anlaufstelle. Aber nur 50 Prozent der psychosomatischen Störungen, so Kruse, würden vom Hausarzt erkannt.

Nur 1,8 Minuten Redezeit beim Hausarzt - Ergebnis: falsche Diagnose

Eine in 2004 veröffentlichte Studie des Universitätsklinikums Düsseldorf geht dem ärztlichen Versagen auf den Grund. Bei der "Düsseldorfer Hausarztstudie" wurden 500 Patientenkontakte in 18 Praxen untersucht. Ergebnis: Hausärzte, die psychosomatische Störungen übersehen, geben ihren Patienten im Durchschnitt nur 1,8 Minuten Redezeit, kontrollieren den Dialog mit ihrem Klienten sehr stark. Hausärzte, die psychosomatischen Störungen auf die Spur kommen, gewähren dem Patienten hingegen 3,5 Minuten Redezeit, überlassen dem Hilfesuchenden damit häufiger die Gesprächsgestaltung. "Hier erhalten die Patienten überhaupt erst die Gelegenheit, psychosoziale Probleme wie Ehescheidung, Trennung, häusliche Gewalt anzusprechen", bilanziert Johannes Kruse. "Die Qualität der Diagnostik hängt damit unmittelbar von der Arzt-Patienten-Interaktion ab. Ärzte-Schulungen würden die hausärztliche Diagnostik verbessern."

Zum Schluss die gute Kongress-Nachricht: Im europäischen Vergleich schneidet die deutsche Psychosomatik bzw. Psychotherapie gut ab. "Die Versorgung im Vergleich zu England und der Schweiz ist deutlich befriedigender, das zeigen verschiedene Studien", so Hans-Christian Deter. "In der Schweiz oder England gibt es beispielsweise keine eigenständige Facharztausbildung in diesem Bereich." So sei es erwiesen, dass in Deutschland die psychosomatische Behandlung von Patienten, die unter Reizdarm oder Morbus Crohn leiden, Kosten sparen hilft. "Jetzt kommt es darauf an, die besseren Standards auf europäischer Ebene zu verankern."

Quelle: Charite Berlin


Wenn das Herz ausrastet

Baierbrunn (ots) 25.06.2004 - Herzrasen kann eine natürliche Reaktion zum
Beispiel auf Schreck oder Freude sein, aber auch krankhaft.
Krankhaftes Herzrasen zeige sich in der Regel anfallsartig, d.h. es
beginne meist von jetzt auf nachher, wie auf „Tastendruck“, und ende
auch genauso plötzlich. Betroffene spürten dieses Ende genau und
könnten seinen Zeitpunkt angeben. Ein ganz allmählicher Ausklang
spreche jedoch meist gegen eine krankhafte Ursache. So Professor Dr.
med. Matthias Manz, Koblenz, in dem jetzt neu aufgelegten "Ärztlichen
Ratgeber Herzrhythmusstörungen" (234 S., 170 Abb., € 17,80).
Empfohlen von der Deutschen Herzstiftung. Bezug über Apotheken oder
Wort & Bild Verlag (zzgl. Versandkosten), Tel. 089-744 33 -270.

ots-Originaltext: Wort und Bild Verlag


Bessere Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten

Neues Gerät überwacht Flüssigkeitsansammlung in der Lunge
Bundesweit erstmalige Implantation eines speziellen Schrittmachers im Herzzentrum Göttingen

15.06.2004 - Erstmalig ist in Deutschland im Herzzentrum der Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin ein Drei Kammer-Defibrillator der neuesten Generation (InSync Sentry - Firma Medtronic Inc., Minneapolis, USA) implantiert worden. Dieses Gerät hat eine einzigartige Diagnostikfunktion zur Überwachung von Flüssigkeitsansammlungen in den Lungen von Herzinsuffizienz-Patienten. Hat es diese erkannt, so warnt es durch einen Piepton zu einer festgelegten Zeit, so dass bereits mehrere Tage vor dem Eintreten einer notfallmässigen Krankenhauseinweisung eingegriffen werden kann. Allein im Bereich Humanmedizin werden jährlich rund 700 Patienten mit einer Herzinsuffizienz behandelt. "Der Patient, dem wir das Gerät implantiert haben, leidet an einer so genannten Dilatativen Kardiomyopathie mit einer verbleibenden Herzleistung von nur noch zehn Prozent" sagt Prof. Dr. Christina Unterberg-Buchwald, Abt. Kardiologie und Pneumologie (Leiter: Prof. Dr. Gerd Hasenfuß). Zusammen mit Oberarzt Dr. Dieter Zenker, Abt. Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, hat sie die Implantation vorgenommen. "Dieser Patient ist ein typisches Beispiel für das Krankheitsbild der Herzinsuffizienz", sagt Dr. Zenker. "Er wurde nach langjähriger Leidenszeit mit Luftnot, verminderter Leistungsfähigkeit zuletzt mehrmals akut im Krankenhaus aufgenommen". Mit diesem Gerät könne nicht nur die Pumpleistung des Herzens deutlich verbessert und Schutz vor dem plötzlichen Herztod gewährleistet, sondern auch ständig der Flüssigkeitsstatus in den Lungen überwacht werden. Positiv verlaufene Studienergebnisse lassen eine wesentliche Verbesserung in der Langzeitbetreuung dieser Patienten erwarten, die zukünftig häufiger ambulant behandelt werden können und somit an Lebensqualität gewännen.

Herzinsuffizienz ist die Volkskrankheit Nummer eins in den wohlhabenden Ländern der Erde. Allein in Europa leiden etwa 14 Millionen Menschen unter verschiedenen Schweregraden dieser Krankheit. Der Krankheitsverlauf entwickelt sich bei vielen Patienten dramatisch. Langjährige Leidenszeiten mit Luftnot, Kurzatmigkeit, Müdigkeit und fehlender Leistungsfähigkeit führen über immer wiederkehrende Krankenhauseinweisungen zum Herztod. Die Herzinsuffizienz verursacht in Deutschland geschätzte Folgekosten von etwa sechs Millionen Euro pro Jahr.

Die meisten stationären Aufnahmen erfolgen aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen in den Lungen, die häufig erst bemerkt werden, wenn der Patient bereits in einem kritischen Zustand ist. Oft müssen diese Patienten notfallmäßig aufgenommen und auf der Intensivstation behandelt werden. Diese Entgleisungen (Dekompensationen) stellen mit Hunderttausenden von stationären Behandlungen jedes Jahr eine enorme Kostenbelastung für das Gesundheitswesen weltweit dar.

In den letzten Jahren konnte eine spezielle Untergruppe von Herzinsuffizienzpatienten, deren Zustand medikamentös nicht weiter zu verbessern ist, mittels besonderer Herzschrittmachersysteme erfolgreich behandelt werden. Bei diesen so genannten "Kardialen Resynchronisationsgeräten" (CRT-D-System) wird zusätzlich eine dritte Sonde in die Herzvenen gelegt und damit die linke Herzseite stimuliert. Zusammen mit den in den Geräten enthaltenen Defibrillatoren können diese Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Gesamtleistung verzeichnen und sind vor dem plötzlichen Herztod geschützt. Neben dem lebenswichtigen Defibrillator-Schutz und der prognostisch wirksamen Resynchronisationstherapie enthält der InSync Sentry damit auch einen wichtigen Diagnose-Parameter. Er ist das modernste derzeit erhältliche CRT-D-System. Er ist klein (40 ccm), hat eine lange Lebensdauer und kann die meisten schnellen lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen schmerzlos und ohne Schock beenden.

Damit hat die Fa. Medtronic Inc. erstmals ein Gerät entwickelt, das kein reines Therapiesystem mehr ist, sondern als Herzinsuffizienz-Management-System bezeichnet werden kann. Die exklusive Überwachung des Flüssigkeitsstatus über die "OptiVol Flüssigkeitsüberwachung" misst Veränderungen der Thorax-Impedanz. Diese ist ein Indikator für Veränderungen des Wassergehalts in den Lungen. Der Arzt kann für jeden Patienten einen individuellen Schwellenwert programmieren. Wenn dieser Schwellenwert überschritten wird, werden Arzt und Patient alarmiert. Hierdurch ist eine frühzeitige medizinische Behandlung möglich.

Der normale Flüssigkeitsstatus ist von Patient zu Patient verschieden und die Flüssigkeitsansammlung kann chronisch und langsam oder akut und schnell erfolgen. Dieses Problem wird durch OptiVol einzigartig gelöst, da es anhand von Messungen über einen bestimmten Zeitraum einen Trend erstellt. Durch Überwachung von physiologischen Vitalparametern über die üblichen klinischen Untersuchungen hinaus liefert OptiVol Ärzten zusätzliche Informationen und wichtige neue Einblicke für die Behandlung.

Quelle: Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen


Wie Nikotin zur Schädigung des Herzens beiträgt

17.06.2004 - Weitere Folge von Campus-TV Spezial "Der Tod raucht mit" - Mehr als 20 000 Schlaganfälle könnten in Deutschland jährlich vermieden werden, wenn die Bevölkerung auf das Rauchen verzichten würde

"Ich ging mit Rückenschmerzen zum Arzt, doch der ließ mich sofort mit dem Krankenwagen in die Klinik bringen - Diagnose: Herzinfarkt." Jens Tröndle hätte nie vermutet, dass er einen Herzinfarkt bekommen könnte. Der erst 32-jährige ist fast zwei Meter groß und sportlich. Bei der Ursachenforschung musste man allerdings nicht lange suchen: Fast zwei Schachteln Zigaretten pro Tag hatten seinem Herz-Kreislauf-System so zugesetzt, dass der Herzinfarkt unausweichlich war. Campus-TV Spezial begleitet in der 6. Sendung ab dem 21. Juni 2004 den 32-jährigen zur Nachuntersuchung ins Universitätsklinikum Heidelberg. Unter dem Titel " Der Tod raucht mit" und mit Unterstützung der Klaus Tschira Stiftung Heidelberg werden gemeinsam mit der Thoraxklinik Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Fernsehen in sieben halbstündigen Sendungen nahezu alle Facetten zu den tödlichen Folgen des Rauchens angesprochen.

In der sechsten Sendung zeigt Professor Hugo Katus, der Chef der Kardiologie des Universitätsklinikums Heidelberg, bei einem Herzkathetereingriff außerdem, wo das Nikotin zur Schädigung des Herzens beiträgt. "Mehr als 20 000 Schlaganfälle könnten in Deutschland jährlich vermieden werden, wenn die Bevölkerung auf das Rauchen verzichten würde." So der Schlusssatz von Professor Michael Hennerici, Chef der Stroke-Unit des Universitätsklinikums Mannheim im Campus-TV-Interview. Und fast die Hälfte dieser Schlaganfallpatienten sterben oder überleben nur mit verschiedenen Beschwerden von einseitigen Lähmungen bis hin zum Ausfall der Sprache. In der "Stroke-Unit", einer Notfalleinrichtung zur Behandlung akuter Schlaganfälle, besucht der Redakteur von Campus-TV Spezial, Joachim Kaiser, eine Patientin, die nie wieder rauchen will, da das Nikotin bei ihr für den Schlaganfall verantwortlich war.

"Nie wieder rauchen!" - das hat sich auch eine Gruppe von Ex-Rauchern geschworen, die mit Hilfe eines Nichtraucherkurses der AOK Mannheim von der Nikotinssucht Abschied nehmen will. Campus-TV Spezial gibt Tipps wie man den Entschluss, nie mehr zu rauchen, erfolgreich in die Tat umsetzen kann.

Zum Schluss der Sendereihe "Der Tod raucht mit" wird in einem Gespräch mit Hinterbliebenen eines jung gestorbenen Rauchers deutlich, welche Wirkung der Tabakkonsum nicht nur auf den Raucher selbst, sondern auch auf seine Umgebung, auf seine Familie, haben kann. In Studiogesprächen mit Ärzten und Psychologen geht Moderator Sascha Spataru auf die Gefahren des Passivrauchens ein und klärt über die Tricks der Tabakindustrie auf, junge Menschen zum Rauchen zu verführen.

Über RNFfeedback.de können sich auch die Zuschauer mit ihren Fragen an die Redaktion wenden und sich an der Sendung beteiligen.

Campus-TV Spezial, 6. Teil, läuft ab Montag, dem 21. Juni zu folgenden Terminen: Montag, 21.30 Uhr, Donnerstag, 21.30 Uhr und Samstag um 16.30 Uhr. Die Sendung ist im Programm RNF-Plus über Satellit digital und in allen Kabelnetzen im Rhein-Neckar-Dreieck zu empfangen.

Quelle: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg



Lärm macht krank

15.06.2004 - Eine Studienauswertung im Forschungsverbund Lärm & Gesundheit im Auftrag der WHO belegt: Bei Menschen, die unter lärmbedingten Schlafstörungen leiden, steigt das Risiko für Allergien, Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Migräne erheblich.

Nicht nur Straßenverkehrslärm, sondern auch Fluglärm sowie Schienen-, Gewerbe- und Nachbarschaftslärm wirken heute auf den Menschen ein, so dass er nahezu "rund um die Uhr" beschallt wird. Wir haben uns zu einer "lauten Gesellschaft" entwickelt, insbesondere in Ballungsräumen.

Lärminduzierte Gesundheitsstörungen sind daher ein viel und vor allem kontrovers diskutiertes Problem, auch weil die pathogene Wirkung von Lärm nicht so einfach zu beurteilen ist wie bei einer Infektionskrankheit, bei der die Ursache-Wirkungs-Beziehungen zeitlich greifbar und durch den Erregerbefund nachweisbar sind. Die gesundheitsbeeinträchtigende Wirkung von Lärm ist, abgesehen von Hörschäden, gewöhnlich ein langer, schwer überblickbarer Prozess, der von zahlreichen anderen "mitwirkenden Faktoren" beeinflusst werden kann. Das Ausmaß der gesundheitlichen Beeinträchtigung einer über Jahre einwirkenden Lärmbelastung im Wohnumfeld kann nur in epidemiologischen Studien abgeschätzt werden.

Der Forschungsverbund Lärm und Gesundheit am Berliner Zentrum Public Health (Technische Universität Berlin, Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin) erhielt im Rahmen der LARES-Studie (Large Analysis and Review of European housing and health Status) der WHO die Möglichkeit, die Auswirkungen von Lärm im Wohnumfeld auf die Gesundheit zu überprüfen. Es wurde der statistische Zusammenhang zwischen lärmbedingter Belästigung, lärmbedingten Schlafstörungen und ärztlich diagnostizierten Erkrankungen untersucht. Als Hauptquellen für nächtliche Belästigung in dieser Studie wurde Straßenverkehrslärm und Nachbarschaftslärm genannt. Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Lärm im Wohnumfeld ein Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen ist. Dieses Risiko besteht unabhängig von den einbezogenen Einflussgrößen. In der Gruppe der Erwachsenen (18 - 59 Jahre) war bei lärmbedingten Schlafstörungen das Risiko für Allergien um 46 Prozent, für Herz-Kreislauf-Symptome um 45 Prozent, für Bluthochdruck um 49 Prozent und für Migräne um 56 Prozent signifikant erhöht.

Die LARES-Studie wurde im Zeitraum 2002 bis 2003 auf Vorschlag der European Housing and Health task force der WHO in acht europäischen Städten durchgeführt (Angers, Bonn, Bratislava, Budapest, Ferreira, Forlì, Genf, Vilnius), um Aussagen über den Zusammenhang zwischen Wohnen und Gesundheit treffen zu können. Sie erfolgte auf der Basis von umfangreichen standardisierten Befragungen (Wohnbedingungen und Gesundheitsstatus) und Wohnungsinspektionen.

Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung der 4. Ministerialkonferenz der Umwelt- und Gesundheitsminister vom 22. - 25. Juni 2004 in Budapest (www.euro.who.int/budapest2004).

Bei der statistischen Analyse wurde die ärztliche Behandlung in den letzten zwölf Monaten z.B. hinsichtlich der lärmbedingten Schlafstörung ausgewertet. Da Erkrankungen nicht nur durch lärmbedingte Schlafstörungen, sondern auch von vielen weiteren Einflüssen verursacht werden können, wurden diese Einflussgrößen als 16 Kontrollvariablen bei der Auswertung berücksichtigt. Zu ihnen gehörten übliche Einflüsse wie "Alter", "Geschlecht", "Alkoholkonsum", "sportliche Aktivität", "Body Maß Index" und "Sozioökonomischer Index". Ergänzt wurden diese "klassischen" Variablen durch sechs weitere Wohn- und Wohnumfeldfaktoren, welche auch einen Einfluss auf Erkrankungen haben können. Eine umfassende statistische Kontrolle der Lärmeffekte hinsichtlich Wohn- und Wohnumfeldfaktoren wie Wohnungstemperatur im Winter, Luftqualität, Tageslicht und Feuchtigkeit in der Wohnung (Schimmel), Grünflächen im Wohnumfeld und Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld wurde erstmals in der LARES-Studie möglich.

Die Ergebnisse zeigen, dass die nächtliche Lärmbelastung hinsichtlich der Gesundheit einen relevanten Einfluss darstellt. "Insbesondere dem nächtlichen Lärm wird immer noch nicht die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet, um gesundheitliche Gefährdungen zu vermeiden", sagt Dr.-Ing. Christian Maschke, Sprecher des Forschungsverbundes und Privatdozent am Institut für Technische Akustik der TU Berlin.
Die Ergebnisse decken sich mit anderen epidemiologischen Ergebnissen zum Einfluss von Lärm im Wohnumfeld (Studien des Umweltbundesamtes: WaBaLu-Heft 01/03 und 02/04).

Quelle: Technische Universität Berlin



Trotz Herzschwäche trainieren - Patienten mit chronischer Herzschwäche nützt Sport


10.06.2004 - Patienten mit chronischer Herzschwäche können
mit gezieltem körperlichen Training ihre Lebenserwartung und
Lebensqualität verbessern. Das haben englische Kardiologen einem
Bericht des Apothekenmagazins "Gesundheit" zufolge nachgewiesen.
Umgekehrt fanden sie keinen Hinweis, dass moderates körperliches
Training solchen Patienten gefährlich werden könnte. Bisher war zwar
schon bekannt, dass sportliche Aktivität Kurzatmigkeit und Müdigkeit
bessert. Jetzt ließ sich erstmals auch eine deutlich verlängerte
Lebenserwartung belegen. Wie häufig, wie lang und wie intensiv das
Training am besten sein sollte, ist bislang noch unklar. Die
britischen Forscher sind aber überzeugt, dass schon kurze,
regelmäßige Übungseinheiten nützen.

ots-Originaltext: Wort und Bild - Gesundheit


Männerrisiko Lärm - An lauten Straßen erleiden Männer mehr Herzinfarkte

04.06.2004 - Männer leiden unter Lärm stärker als Frauen.
Ihr Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, steigt um ein Drittel,
wenn sie in Gebieten mit hohem Verkehrslärm leben, berichtet das
Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Festgestellt wurde dies in
einer Berliner Studie mit mehr als 4100 Patienten. Bei Frauen erhöhte
sich das Infarktrisiko nicht. Der Krach, der Männern ans Herz geht,
muss nicht einmal besonders intensiv sein. Die Untersuchung bezog
Menschen ein, die tagsüber mit mehr als 65 Dezibel leben mussten.
Dieser Wert kann schon in einem lebhaften Büro erreicht werden. Der
Grund für den geschlechtsspezifischen Unterschied ist unbekannt.

ots-Originaltext: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber



Blutgefäße sind "Morgenmuffel"

Viele Menschen brauchen morgens etwas länger, um richtig wach zu werden. Ähnliches gilt für Arterien, haben US-Mediziner festgestellt. Am frühen Morgen reagieren die Blutgefäße deutlich weniger stark auf eine Veränderung des Blutflusses als zu anderen Tageszeiten, berichtet die Gruppe im Fachblatt "Circulation".

"Ärzte wissen seit Jahren, dass die Morgenstunden eine kritische Zeit für Herz-Kreislaufvorfälle wie Herzinfarkt, plötzlicher Herztod oder Schlaganfall sind", erläutert Virend Somers von der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota. "Die neuen Resultate könnten diese Häufung erklären helfen. Tatsächlich reagieren die Blutgefäße gesunder, junger Probanden am frühen Morgen ähnlich wie die von Rauchern und Diabetikern."

Die Blutgefäße werden nicht nur passiv durch den Blutdruck gedehnt, dank einer Muskelschicht können sie ihre Weite auch aktiv regulieren. Diese Tatsache wird beispielsweise zur Behandlung von Herzattacken und Erektionsstörungen genutzt. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Endothelzellen auf der Innenwand der Blutgefäße. Somers und seine Kollegen testeten zu verschiedenen Uhrzeiten die Funktion dieser Zellen bei 30 gesunden Männern und Frauen im Alter von durchschnittlich 41 Jahren.

Dazu stauten die Mediziner per Manschette die Armarterie der Probanden, gaben den Blutfluss plötzlich wieder frei und verfolgten per Ultraschall, wie sich das Blutgefäß weitete. Zu ihrem Erstaunen stellten sie fest, dass das Endothel morgens um 6 Uhr gut 40 Prozent weniger zur Weitung der Arterie beitrug als abends um 21 Uhr (7,5 bzw. 4,4 Prozent). Gegen 11 Uhr hatten die Endothelzellen jedoch wieder ihre volle Regel-Kraft erreicht. Die Forscher wollen nun eingehender untersuchen, ob diese morgendliche Trägheit des Endothels zur Häufung von Infarkten beiträgt.


Forschung: Maria E. Otto und Virend Somers, Mayo Clinic College of Medicine, Rochester, Minnesota; und andere

Veröffentlichung in Circulation, DOI 10.1161/01.CIR.0000128207.26863.C4

Quelle: Scienceticker


Gefahr für Frauenherzen - Hohes Infarktrisiko bei Hektik und Streit

Baierbrunn (ots) 01.06.2004 - Frauen mit starken privaten Problemen sind
dreimal so stark gefährdet, einen Herzinfarkt zu erleiden als
Geschlechtsgenossinnen in einem harmonischen Lebensumfeld. Das
berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" unter Berufung
auf die schwedische Forscherin Prof. Kristina Orth-Gomér vom
Stockholmer Karolinkska-Institut. In deren Langzeitstudie mit 292
weiblichen Herzpatienten kam außerdem heraus, dass das Risiko auf das
sechsfache steigt, wenn zum Streit in der Partnerschaft oder zum
Ärger mit den Kindern auch noch Stress im Beruf hinzu kommt.

ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau



Infarktgefahr im Urlaub - Belastungsumstellungen erlebt der Körper als Stress

Baierbrunn (ots) 28.05.2004 - Im Urlaub und am Wochenende steigt die
Herzinfarktgefahr. „Von hundert auf null umzuschalten, kann den
Organismus extrem belasten“, sagt Prof. Dr. Henning Allmer,
Psychologe an der Deutschen Sporthochschule Köln im Interview mit
dem Apothekenmagazin "Gesundheit". Zur Urlaubszeit sind Krankenhäuser
entlang der Küste denn auch voll belegt – mit Touristen, hat der
Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Joachim Kugler aus Dresden
ermittelt. Auch wenn viele die Wartezeit als Verschwendung wertvoller
Urlaubstage ansehen, so sollten gerade Menschen, die sich
besonders urlaubsreif fühlen, zwei bis drei Tage Umstellungsphase
einplanen, bevor sie starten. Das gleiche empfiehlt Prof. Allmer für
den Übergang zur Berufstätigkeit nach dem Urlaub.

ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau


Alles nur Einbildung? / Kreislaufbeschwerden ohne organische Ursache in Deutschland weit verbreitet

Baierbrunn (ots) 26.05.2004 - Von den Engländern als „German disease“
belächelt, leiden in Deutschland rund 24 Millionen Menschen von Zeit
zu Zeit unter Kreislaufbeschwerden ohne nachweisbare organische
Erkrankung. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft
für Konsumforschung GfK Marktforschung im Auftrag der "Apotheken
Umschau" bei 1968 Bundesbürgern. Damit ist gut jeder Dritte ab 14
Jahren betroffen. Bei den über 60-jährigen ist sich deshalb sogar
jeder Dritte in ärztlicher Behandlung begeben. Auch wenn eine
organische Ursache nicht erkennbar ist, die Symptome machen den
Betroffenen ganz schön zu schaffen: Über ein Drittel fühlt sich
ständig müde und abgeschlagen, ebenso viele kommen deswegen morgens
oft „nicht so richtig aus dem Bett“. Bei jedem achten Betroffenen kam
es sogar schon einmal zu einer Ohnmacht. Zur Linderung seiner
Beschwerden greift jeder fünfte der Befragten mit Kreislaufproblemen
zu rezeptfreien Arzneimitteln aus der Apotheke.

ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau




Frauenherzen schlagen anders / Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen und Diabetes erweisen sich bei Frauen als noch schädlicher als bei Männern - Morgenhochdruck potenziert das Risiko

Ingelheim (ots) 24.05.2004 - An Brustkrebs zu erkranken sehen zwei Drittel
aller Frauen als ihr größtes Gesundheitsrisiko an. Fakt ist:
Brustkrebs bekommt jede zehnte Frau, aber jede zweite Frau stirbt an
einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Infarkt und Schlaganfall machen bei
Frauen 53 Prozent aller Todesursachen aus - bei Männern 43 Prozent.
Jährlich erleiden in Deutschland derzeit etwa 120.000 Frauen einen
Herzinfarkt. Viele Frauen wissen zu wenig über kardiovaskuläre
Risikofaktoren. Dieses mangelnde Wissen führt dazu, dass
Herzinfarkt-Symptome, die sich bei Frauen anders äußern als bei
Männern, fehlinterpretiert werden. Prävention nützt Frauen genauso
wie Männern, vor allem für die gefährlichen Morgenstunden. Diese
können zur tödlichen Gefahr werden, da speziell in den ersten drei
Stunden nach Erwachen(1) die gefährlichen Komplikationen wie
Herzinfarkt und Schlaganfall gehäuft auftreten. Zudem verstärkt
Morgenhochdruck die durch Bluthochdruck krankhafte Vergrößerung des
Herzens um weitere 30 Prozent(2), welches eine massive Einschränkung
der Herzleistung und allgemeiner Leistungsminderung nach sich zieht.

Auswirkung der Risikofaktoren bei Frauen ungleich massiver

Bluthochdruck oder Diabetes erhöhen das Infarktrisiko um das Vier-
bis Siebenfache. Hinzu kommt, dass Frauen im Mittel erst zehn Jahre
später am Herzen erkranken als Männer. Häufiger leiden sie an
untypischen Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit
und Schwächegefühlen. Diese Symptomatik lässt auch Ärzte oft nicht
sofort an eine Herzerkrankung denken.
  
Frauen sollten ihr Herz besser schützen - denn Morgenhochdruck
schwächt die Herzleistung


Bluthochdruck heißt Schwerstarbeit - auch der Herzmuskel reagiert
auf die erhöhte Beanspruchung mit einer Vermehrung seiner
Muskelmasse. Ab einer bestimmten Größe verringert sich die
Pumpfunktion des Herzens drastisch. Folge ist die Entwicklung einer
Herzmuskelschwäche, die die Lebenserwartung und -qualität rapide
sinken läßt. Aktuelle Studien zeigen, dass die Problematik zusätzlich
durch den Morgenhochdruck verschärft wird, indem insbesondere die
schon krankhaft verdickte Wand der linken Herzkammer um weitere 30
Prozent vergrößert wird (2).
  
Deswegen ist ein medikamentöser Schutz rund um die Uhr wichtig,
der den Morgenhochdruck senkt sowie das abnorm vergrößerte
Hochdruckherz zurück entwickelt. Moderne Blutdrucksenker sollten
daher eine über volle 24 Stunden anhaltende Wirkdauer gewährleisten.
Telmisartan von Boehringer Ingelheim zum  Beispiel bekämpft den
Morgenhochdruck (3,4) und verringert schon innerhalb von 12 Monaten
signifikant die krankhafte Herzmuskelmasse(5).
  
   Quellen:
   1 Willich SN et al; Am J Cardiol 1992
   2 Matsuo et al: American Journal of Hypertension 2002; 20 (suppl
     4): S 314
   3 Fachinformation Telmisartan: "Die antihypertensive Wirkung hält
     konstant über 24 Stunden an"
   4 White et al: AJH 2004; 17: 347-353
   5 Galzerano et al: Journal of Human Hypertension 2004; 18: S 53-59


Quelle: Boehringer Ingelheim


Herzinfarkt häufigste Todesursache bei Frauen

Hamburg (ots) - 17.05.2004 - Der Herzinfarkt ist bei Frauen mittlerweile die
Todesursache Nummer eins vor Brustkrebs und Schlaganfall. 87.000
Frauen sterben jährlich am Infarkt, während es bei den Männern
78.000 sind, wie die Zeitschrift VITAL berichtet. Zugleich werden
die Opfer immer jünger. Frauen unter 50 Jahren haben ein doppelt so
hohes Risiko wie Männer, an den Folgen eines durch ein Blutgerinnsel
verstopften Herzkranzgefäßes zu sterben.

Die Infarkt-Häufigkeit bei Frauen hat sich in den letzten 40
Jahren versechsfacht. 145.000 Frauen (Männer: 135.000) erleiden
jährlich einen Herzinfarkt. Experten haben herausgefunden, dass Herz
und Kreislauf bei Frauen im Vergleich zu Männern viel empfindlicher
auf bestimmte Risikofaktoren reagieren.

Besonders schädlich ist das Zigarettenrauchen, es steigert das
Infarkt-Risiko um das Sechsfache, denn Nikotin senkt den
gefäßschützenden Östrogenspiegel. Weil zur Zigarette oft noch die
Pille kommt, gibt es immer mehr jüngere Infarkt-Patientinnen. Der
Empfängnisschutz treibt das "schlechte" LDL-Cholesterin in die Höhe
und das Infarkt-Risiko steigt um das 20fache. Zudem reagieren
Frauenherzen stärker auf psychosoziale Faktoren. Stirbt der Partner,
erhöht sich die Infarktgefahr der Witwe bis zu 40 Prozent.

Auch Gefühle könnten Frauenherzen krank machen, betont der
Psychokardiologe Dr. Jochen Jordan von der Uniklinik Frankfurt im
VITAL-Interview. "Im Wesentlichen sind es Unglück, Unzufriedenheit,
Hoffnungslosigkeit, Ärger, Depressionen zu wenig Liebe und
Anerkennung", sagt Jordan. Frauen könnten ihrer Seele durchaus Gutes
tun, um sich vor einem Infarkt zu schützen. Dazu zähle die Pflege
von Freundschaften, Kommunikation mit Mitmenschen und eine
ausgeglichene Freizeit.

Wer sein Herz schützen will, sollte täglich drei Äpfel und eine
große Portion Gemüse (ca. 300 Gramm) essen. Das reduziert das
Infarkt-Risiko um 60 Prozent. Ab 40 sollten Frauen regelmäßig ihren
Blutdruck messen und einmal jährlich zum Cholesterin-Check, ab 36
alle zwei Jahre zum Blutzucker-Check und ab 45 sollte man einmal
jährlich ein Belastungs-EKG machen lassen.

Quelle: VITAL


Eltern vererben Herz-Kreislaufrisiko

13.05.2004
- Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wird im gewissen Maße vererbt, haben amerikanische Mediziner ermittelt. Erwachsene Töchter und Söhne betroffener Eltern weisen rein rechnerisch ein um 70 bzw. 100 Prozent erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall auf. Ein gesunder Lebenswandel kann das gefährliche Erbe jedoch neutralisieren.

"Patienten und ihre Ärzte sollten vorsichtig sein, wenn es auf Seiten der Eltern Herz-Kreislauferkrankungen gegeben hat", erläutert Donald Lloyd-Jones von der Northwestern University in Chicago, "selbst dann, wenn Risikofaktoren wie Cholesterinspiegel und Blutdruck die Grenzwerte nicht ganz erreichen." Zudem könnten die neuen Resultate Hinweise auf die beteiligten Gene liefern.

Lloyd-Jones und seine Kollegen werteten Daten der Framingham Heart Study aus. Diese Studie verfolgt seit 1948 den gesundheitlichen Werdegang von mehreren Tausend US-Bürgern und seit 1971 auch den der zweiten Generation. Von 2.300 anfänglich gesunden Nachkommen erlitten 164 Männer und 79 Frauen im Verlauf von acht Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, berichten die Forscher im "Journal of the American Medical Association". Bei gut zwei Dritteln waren bereits Vater oder Mutter vor dem 55. bzw. 65. Lebensjahr erkrankt.

Die Verbindung blieb auch bei Berücksichtigung bekannter Risikofaktoren bestehen, erläutert Christopher O'Donnell vom National Heart, Lung, and Blood Institute in Bethesda, Maryland. Dies zeige, dass bislang nicht identifizierte genetische Faktoren ebenfalls eine wichtige Rolle spielten. Die gute Nachricht: Günstige Faktoren wie normaler Blutdruck und niedriger Cholesterinspiegel scheinen die familiäre Vorbelastung zu kompensieren.


Forschung: Donald M. Lloyd-Jones, Department of Preventive Medicine und Division of Cardiology, Feinberg School of Medicine, Northwestern University, Chicago, Illinois; und andere

Veröffentlicht in JAMA, Vol. 291(18), 12. Mai 2004, pp 2204-11

Quelle: Scienceticker

Risikofaktor Lieblosigkeit / Zu wenig Liebe ist Gift für die Herzkranzgefäße

Baierbrunn (ots) 13.05.2004 - Menschen, die sich nicht geliebt fühlen und
Probleme haben, Liebe zu geben, müssen dies in Zukunft als harten
Risikofaktor für den Herzinfarkt ansehen, heißt es im
Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Forscher an der
Yale-Universität, USA, haben es nachgewiesen: Unter 160 Frauen und
Männern, die an einer entsprechenden Studie teilnahmen, hatten
diejenigen „am wenigsten oder gar keine“ Verengungen der
Herzkranzgefäße, die von sich sagten, sie fühlten sich geliebt und
könnten Liebe erwidern. Forscher finden immer mehr nachweisbare
Zusammenhänge von Gefühlen und Gesundheit. So kämpfen Frauen, die
sich in der Schwangerschaft nicht geliebt und unterstützt fühlen,
dreimal so häufig mit Geburtskomplikationen. Und eine schöne
Nachricht zum Schluss: Küssen hält gesund. Jeder Kuss bremst den
Ausstoß von Glucokortikoiden. Diese Hormone spielen eine Rolle bei
der Entstehung von Herz-Kreiskaufkrankheiten.

Das Apothekenmagazin "Apotheken Umschau" 5/2004 A liegt in vielen
Apotheken aus und wird kostenlos an Kunden abgegeben.

          
ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau


Sport trotz schwachem Herzen / Ärzte haben Einstellung zur Belastbarkeit geändert

(29.04.04) Baierbrunn (ots)

Auch mit einem schwachen Herzen – Fachausdruck:
„Herzinsuffizienz“ – soll nach heutiger Lehrmeinung Sport betrieben
werden. Allerdings wohldosiert unter ärztlicher Anleitung. „Eine dem
Grad der Herzinsuffizienz angepasste Bewegungstherapie gehört heute
zur Behandlung“, erklärt dazu Prof. Dr. med. Wolfram Delius,
Internist und Kardiologe aus München, im Apothekenmagazin "Diabetiker
Ratgeber". Das Training der Muskulatur verbessert auch die Herz- und
Kreislauf-Funktion. Diabetiker leben mit einem erhöhten Risiko für
Arteriosklerose, die eine Ursache der Herzinsuffizienz ist.
Angepasste sportliche Aktivitäten sind für diese Patienten zudem eine
gute Vorbeugung gegen das Voranschreiten der Erkrankung.

Das Apothekenheitsmagazin "Diabetiker Ratgeber" 4/2004 liegt in
vielen Apotheken aus und wird kostenlos an Kunden abgegeben.


ots-Originaltext: Diabetiker Ratgeber





Spezialisierte ärztliche Betreuung fehlt / Kompetenznetz Angeborene Herzfehler entwickelt Leitlinien für die Versorgung

20.04.2004 - Wissenschaftler des nationalen Forschungsverbundes Kompetenznetz Angeborene Herzfehler haben festgestellt, dass die Mehrheit der erwachsenen Patienten mit angeborenen Herzfehlern ihre Lebensqualität als schlecht empfindet. Das haben Befragungen bei 4.000 Patienten ergeben. "Die betreuenden Ärzte wissen oft nicht, wie sie Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern behandeln müssen", so der Sprecher des Netzwerks, Prof. Dr. Peter E. Lange. Diese Untersuchungsergebnisse wurden auf der Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung in Mannheim vorgestellt.

Neue Patientengruppe braucht interdisziplinäre Versorgung

Erwachsene Patienten mit angeborenen Herzfehlern bilden eine neue Patientengruppe, deren Versorgung bisher wenig erforscht ist. Hochrechnungen zufolge wird die klinische Relevanz dieser besonderen Patientengruppe in den nächsten Jahren enorm wachsen. Bisher gibt es keine standardisierten Untersuchungsmethoden und Behandlungsrichtlinien. Um diese zu entwickeln, werden im Kompetenznetz Angeborene Herzfehler multizentrische Studien durchgeführt.

Aktuelle Untersuchungen des Nationalen Registers für angeborene Herzfehler zeigen, dass die Mehrheit der Patienten mit angeborenen Herzfehlern im Erwachsenenalter in eine Versorgungslücke gerät, weil sie nicht qualifiziert ärztlich betreut wird. "Es müssen Ärzte geschult werden, die mit dieser Problematik vertraut sind", sagt Dr. Ulrike Bauer, Geschäftsführerin des Kompetenznetzes. Während die Patienten im Kindesalter von Kinderkardiologen betreut werden, fallen sie mit Erreichen des Erwachsenenalters in ein Versorgungsloch. Die Erwachsenenkardiologen haben bisher zu wenig Erfahrung mit dieser neuen Patientengruppe. Den Kinderkardiologen fehlt es an ausreichendem internistischen Wissen.

Leitlinien für die Behandlung fehlen

Diese Lücke will das Kompetenznetz Angeborene Herzfehler schließen. Die Wissenschaftler untersuchen Versorgungssituation, Therapiemöglichkeiten und Krankheitsverlauf der Patienten. Bisher fehlen allgemeingültige Erkenntnisse zu Epidemiologie und Krankheitsverlauf. Durch das personenbezogene Register entsteht weltweit erstmalig die Möglichkeit, valide Zahlen über die sich wandelnde Häufigkeit und Vielfalt angeborener Herzfehler zu gewinnen.

Angeborene Herzfehler

Angeborene Herzfehler sind die häufigsten angeborenen Erkrankungen. Jedes Jahr werden in Deutschland circa 6.000 Kinder mit einem Herzfehler geboren. Durch die Fortschritte der Kinderkardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie überleben heute über 90 Prozent der kleinen Patienten und werden erwachsen. Die Mehrzahl der Betroffenen, dazu zählen derzeitig rund 300.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bleiben lebenslang chronisch krank. Trotz Operationen treten oft Folgeerkrankungen ein, die zu Einschränkungen der Lebensqualität, Leistungs- und Arbeitsfähigkeit bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen führen können.

Kompetenznetz Angeborene Herzfehler:
Das Kompetenznetz Angeborene Herzfehler hat im Juni 2003 seine Arbeit aufgenommen, um Fortschritte in der Behandlung des Krankheitsbildes angeborene Herzfehler zu erzielen. In dem Forschungsverbund arbeiten Ärzte, Wissenschaftler, Elternverbände und Selbsthilfegruppen erstmalig zusammen, um einen schnellen Austausch zwischen Forschung und Patientenversorgung zu erreichen. Das Netzwerk wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 12,5 Mio. Euro über fünf Jahre gefördert. Damit möchte das BMBF die strukturenübergreifende Wissenschaftszusammenarbeit stärken. Das Nationale Register für angeborene Herzfehler e. V. ist das Kernprojekt des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler. Schirmherrin ist Friede Springer.
Quelle: Kompetenznetz Angeborene Herzfehler


Verkalkung der Herzklappen genetisch bestimmt

Bei etwa jedem zwanzigsten Menschen kommt es durch Kalkablagerungen zu einer Verengung der Herzklappen. Erstaunlicherweise scheint das Ausmaß der Verkalkung kaum vom Lebenswandel, dafür aber umso mehr vom Erbgut abzuhängen, fanden Aachener Forscher heraus. Ihre Resultate gestatten neue Einblicke in den Mechanismus der Kalkablagerung und könnten so einen Weg aufzeigen, den Prozess zu stoppen.

Die Ursachen für die lebensbedrohliche Verkalkung der Herzklappen suchte man bislang unter den klassischen Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen - etwa hohe Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen. Die neuen Resultate seien aber noch kein Freispruch für diese Faktoren, so Jan Ortlepp von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule: "Wir haben ja nur Patienten untersucht, bei denen bereits eine Verkalkung diagnostiziert wurde. Es ist durchaus denkbar, dass diese Risikofaktoren die Erkrankung auslösen, aber nicht ihren Verlauf beeinflussen."

Ortlepp und seine Kollegen untersuchten 187 Patienten, die eine künstliche Aortenklappe erhalten hatten. Die Analyse der entnommenen Ventile zeigte, dass es sich bei dem "Kalk" um eine Form von Calciumphosphat handelte, wie sie ähnlich auch im Zahnschmelz als Hydroxylapatit vorkommt. Die Güte der Biomineralien war erstaunlich, erläutert Ortlepps Kollege Richard Dronskowski. "Derart gut gebaute Kristalle wachsen im Labor nur unter Extrembedingungen - bei Temperaturen von einigen Hundert Grad Celsius", so der Chemiker.

Wie die Forscher im "European Heart Journal" berichten, enthielten die Ablagerungen auf Aortenklappen von Männern etwa 30 Prozent mehr Calcium als jene auf weiblichen Klappen. Zudem fanden sie, dass bestimmte Varianten und Kombinationen dreier Gene - codierend für einen entzündungshemmenden Botenstoff des Immunsystems (IL-10), einen Wachstumsfaktor für Knochen bildende und Bindegewebszellen (CTGF) und einen Rezeptor für entzündungsfördernde Signale (CCR5) - mit einer deutlich stärkeren Verkalkung in Verbindung standen.


Forschung: Jan R. Ortlepp, Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum, und Richard Dronskowski, Institut für Anorganische Chemie der RWTH Aachen; und andere

Veröffentlichung in European Heart Journal, Vol. 25(6), pp 512-20, DOI 10.1016/j.ehj.2003.09.006

Quelle: Scienceticker


Herzinfarkt durch Süßigkeiten

Aschau - 15.03.2004 - Nicht nur hohe Cholesterinwerte sowie salz- und fettreiche Kost führen - bei entsprechend disponierten Personen - zu erhöhtem oder hohem Blutdruck, sondern auch übermäßiger Konsum von Süßem und süßen Getränken. So kann bereits das süße Dessert nach einer kalorienreichen Mahlzeit einen Herzanfall auslösen. Verantwortlich dafür sind 15 neu entdeckte Gene, die für die Produktion eines so genannten Transkriptionsfaktors mit der Bezeichnung Carbohydrate Responsive Element-binding Protein verantwortlich sind. Er bindet sich an ein Glukose-Signal und stimuliert die Synthese von Fett einbauenden Enzymen. Was sich möglicherweise verheerender auswirkt, ist die zuckerstimulierte Produktion des Gefäßpeptids Endothelin, das Arterien bis zu 100 Mal stärker und jäher verengt als andere blutdrucksteigernde Substanzen wie z.B. Angiotensin II, Serotonin oder Noradrenalin. Ein einziges Stück Würfelzucker im Kaffee kann zu einem bedrohlichen Endothelin-Anstieg führen. Die biochemischen Zusammenhänge schildert der Medizinjournalist Klaus Oberbeil in seinem soeben erschienenen Buch "Die Zuckerfalle" (Herbig-Verlag).

Originaltext: Medizin Redaktion

Chronischer Verkehrslärm erhöht das Herzinfarkt-Risiko

Ergebnisse einer neuen Lärmstudie zeigen klaren Zusammenhang
Verkehrslärm und Arbeitslärm sind Risikofaktoren für den Herzinfarkt. Eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) untermauert einen Zusammenhang zwischen Straßenverkehrslärm und Herzinfarkt und kommt zu dem Ergebnis: Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, steigt bei Männern um etwa 30 Prozent, falls sie längere Zeit in Gebieten mit hohem Verkehrslärm wohnen, deren mittlerer Schallpegel im Außenbereich am Tag über 65 dB(A) liegt. Dieses Ergebnis bestätigt vorliegende Erkenntnisse.

Vor zehn Jahren führte das UBA auf der Grundlage der Berliner Lärmkarte eine Herzinfarktstudie durch. Sie lieferte weitgehend identische, gemessen an der statistischen Signifikanz jedoch nicht so klare Ergebnisse wie die aktuelle Studie.

In dem Forschungsprojekt wurden mögliche Risikofaktoren für den Herzinfarkt untersucht - speziell der Straßenverkehrslärm sowie der Arbeitslärm. Die verkehrslärmbezogenen Untersuchungen - gefördert vom Bundesumweltministerium (BMU) - führte das UBA durch. Die arbeitslärmbezogenen Untersuchungen förderte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Ergebnisse der "NaRoMI"-Studie ("Noise and Risk of Myocardial Infarction) ordnen sich ein in das gemeinsame "Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit (APUG)" des Bundesgesundheitsministeriums (BMGS) und des BMU.
An der Studie nahmen insgesamt 4.115 Patienten aus 32 Berliner Kliniken teil. Sie wurden von Forscherinnen und Forschern des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité, Universitätsmedizin Berlin, interviewt. Sie füllten einen Fragebogen zu Lärm-Störungen in ihrem Wohnumfeld aus und beschrieben Lage und Beschaffenheit ihrer Wohnung. Dabei wurden auch andere bekannte Risikofaktoren für den Herzinfarkt - wie Diabetes, Herzinfarkte in der Familie, Rauchgewohnheiten oder soziale Schicht - erfasst.

Das UBA bestimmte mit Hilfe der Lärmkarte der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Straßenverkehrslärmpegel außen vor den Wohnungen der Untersuchungsteilnehmer. Die BAuA analysierte auf der Grundlage der Fragebogenangaben die Lärmbelastungen am Arbeitsplatz.
Bei Untersuchungspersonen, die an stark befahrenen Hauptstraßen wohnten, zeigte sich ein leichter Anstieg des Herzinfarktrisikos gegenüber denjenigen, die in vergleichsweise ruhigen Nebenstraßen wohnten. Dies betraf nur die Männer. Statistisch gesichert werden konnte der Zusammenhang mit dem Verkehrslärm bei denjenigen, die schon länger nicht umgezogen waren. Warum Frauen nicht betroffen waren, bleibt unklar. Möglicherweise spielen hormonelle Einflüsse oder andere Aktivitätsprofile dabei eine Rolle. Neben der objektiven Lärmbelastung war bei Männern auch die Belästigung durch nächtlichen Straßenverkehr und bei Frauen die Belästigung durch nächtlichen Fluglärm mit einem Anstieg des Herzinfarktrisikos verbunden.

Die Lärmbelastung am Arbeitsplatz war ebenfalls mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko bei Männern verbunden. Entscheidend für den Effekt scheint hier die Belästigung durch nicht selbst erzeugte Geräusche im Arbeitsraum zu sein - verursacht zum Beispiel durch Telefongespräche von Kollegen oder Bürogeräte.
Die Ergebnisse zum Arbeitslärm deuten darauf hin, dass für die Beurteilung des Herzinfarktrisikos durch Lärm am Arbeitsplatz eventuell andere Größen als der Schalldruckpegel zu berücksichtigen sind. Sinnvoll wären Methoden, die zum Beispiel die subjektiv empfundene Störung bei der sprachlichen Kommunikation erfassen.
Die Ergebnisse zeigen: Lärmmindernde Maßnahmen in der Umwelt sind dringend erforderlich - sowohl durch Vermeidung des Lärms an der Quelle, als auch durch geeignete planerische Maßnahmen. In gewachsenen Innenstädten lassen sich die Ruhe- und Mobilitätsbedürfnisse des Einzelnen oft nur schwierig miteinander in Einklang bringen. Auch passive Lärmschutzmaßnahmen am Gebäude können helfen, die Lärmbelastung in Innenräumen zu mindern und so vor allem für eine ungestörte Nachtruhe zu sorgen. Denn: Chronischer Umwelt-Lärmstress, der über viele Jahre hinweg auf die Betroffenen einwirkt, erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

! Die Studie "Chronischer Lärm als Risikofaktor für den Myokardinfarkt - Ergebnisse der "NaRoMI"-Studie" ist in der Reihe WaBoLu-Hefte des Umweltbundesamtes als Nr. 02/04 erschienen, umfasst 426 Seiten und kostet 10,- Euro. Sie ist erhältlich bei Werbung und Vertrieb, Wolframstraße 95-96, 12105 Berlin, Fax: 2 18 13 79; e-Mail: berlin@wundv.com. Eine Bestellung ist auch über die Adresse uba@stk.de möglich.


Quelle: Umweltbundesamt


Herzkrank: Keine Panik
Buch klärt Herzpatienten auf
Expertenwissen allgemein verständlich

Herzklopfen, -rasen, -stolpern machen ohnehin schon Angst, und wenn der Arzt dann auch noch eine Katheteruntersuchung anrät, gerät der verängstigte Patient womöglich in Panik und blickt gar nicht mehr durch. Dabei kann er selbst jede Menge tun, um mit seiner Herzkrankheit gut und lange zu leben. Die wichtigsten Informationen für Patienten fasst der neu erschienene Ratgeber «Herzkrank: Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehler und Transplantation» von Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe (Kardiologische Universitätsklinik der RUB im Marienhospital Herne) zusammen, der jetzt in der Reihe «Gesund mit Dr. Gerhardt» im Trias-Verlag erschienen ist.

Was machen die eigentlich mit mir?
Was ist eigentlich eine Katheterablation? Wie groß sind die Risiken bei dem Eingriff und was machen die da eigentlich mit mir? Was machen die Herzklappen normalerweise und warum tun sie das bei mir nicht? Was bedeutet das Herzklopfen, das ich manchmal habe? Solche Fragen drängen sich allen auf, die mit Herzproblemen zum Arzt gehen. Der Ratgeber gibt kompakte und allgemeinverständliche Antworten, veranschaulicht mit zahlreichen Bildern und Grafiken. Verschiedene Symptome sind beschrieben, Hinweise auf die Ursachen finden sich ebenso wie Informationen zu Medikamenten und ihren möglichen Neben- und Wechselwirkungen und ein Überblick über technische Möglichkeiten der Behandlung von Herzproblemen, z. B. Defibrillatoren und Kunstherzen.

Herzfreundlicher Lebenswandel
Weil jeder selbst mithelfen kann, sein Herz zu schonen, gibt es außerdem Tipps für einen gesunden und herzfreundlichen Lebenswandel. Am Ende jedes Kapitels sind die wichtigsten Fakten für den schnellen Überblick kurz zusammengefasst. Ein Glossar, das die wichtigsten Abkürzungen und das Medizinerlatein erläutert, ein Frage- und Antwortteil mit den häufigsten Fragen zu Herzproblemen und eine Adressenübersicht runden den Band ab.

Titelaufnahme
Hans-Joachim Trappe: Herzkrank: Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehler und Transplantation. Diagnose, Alltag, Therapie. Stuttgart, Trias-Verlag 2004, ISBN 3-8304-3208-9, 125 Seiten, 9,95 Euro

Quelle: Ruhr-Uni Bochum


"Vorbeugen ist besser als heilen"
Zwei Drittel aller koronaren Herzerkrankungen allein durch Prävention zu verhindern

24. Februar 2004 - "Vorbeugen ist besser als Heilen". Dass diese alte Volksweisheit mehr ist als ein flotter Werbeslogan für dieses oder jenes Mittelchen aus Apotheke oder Reformhaus, zeigt ein nachdenklich stimmendes Ergebnis der weltweit größten Herz-Kreislaufstudie, die je durchgeführt wurde: So konnten die beteiligten Wissenschaftler im Rahmen dieses Großprojektes der WHO nachweisen, dass die im Untersuchungszeitraum von insgesamt 30 Jahren beobachtete Zurückdrängung koronarer Herzerkrankungen zu zwei Dritteln mit einer gezielten Prävention und nur zu einem Drittel mit Verbesserungen der Therapie zu erklären ist.

Diese wichtige Erkenntnis bestätigt Prof. Dr. Ulrich Keil, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM), in seinem steten Bemühen, immer wieder nachdrücklich die Werbetrommel in Sachen Vorbeugung zu rühren. Sein Schluss aus der MONICA-Studie (Monitoring Trends and Determinants of Cardiovascular Disease), deren Abschlussbericht seit kurzem in Form einer 244 Seiten starken Broschüre und zwei CD-ROMs vorliegt, kann daher auch nur lauten: "Wir müssen die Prävention verstärken". Nachdrücklich verweist er darauf, dass mindestens 65 Prozent der koronaren Herzerkrankungen allein durch die Kontrolle der drei klassischen Risiskofaktoren - Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Rauchen - zu verhindern sind. Die wissenschaftlichen Aktivitäten Keils auf diesem Gebiet sind mit Abschluss der Untersuchung, an der er maßgeblich mitgewirkt hat, keinesfalls beendet. Vielmehr werden die Daten aus der MONICA-Studie für weitere Studien zur Krankheitsursachenforschung genutzt und weiter ausgewertet. Dabei spielt auch die genetische Epidemiologie eine wichtige Rolle. Keil verweist in diesem Zusammenhag darauf, dass eine der ersten genetisch-epidemiologischen Arbeiten, und zwar zum Zusammenhang zwischen einer bestimmten Genveränderung (ACE-Gen-Polymorphismus) und vergrößerter linker Herzkammer, aus dem von ihm geleiteten MONICA-Projekt in Augsburg hervorgegangen ist.

Anlass für die zwischen 1976 und 2002 durchgeführte weltweite Herz-Kreislaufstudie war ein in der westlichen Welt beobachteter Rückgang der altersspezifischen Mortalitätsraten bei koronarer Herzerkrankung. Auf die 1978 bei einem Symposium am Symposium am National Institut of Health, der amerikanischen Gesundheitsbehörde, aufgeworfene Frage nach einer Erklärung dieser Entwicklung hatten die Wissenschaftler seinerzeit keine Antwort. Diese Veranstaltung sollte damit sozusagen die Geburtsstunde für MONICA einläuten. 37 Zentren in 21 Ländern haben sich an der Studie beteiligt, die laut Keil weltweit, besonders aber in West- und Osteuropa, zum Aufbau von Datenbasen für die Präventionsforschung beigetragen und weltweit großen Einfluss auf die enorm erfolgreiche Entwicklung der Herz-Kreislaufforschung gehabt habe.

Die großen Erfolge bei der Zurückdrängung der koronaren Herzerkrankung spiegeln sich auch in der von 1970 bis 2000 erfolgten Zunahme der Lebenserwartung in den USA um sechs Jahre wider. Denn diese erfreuliche Entwicklung ist, wie Keil betont, "vor allem den Erfolgen bei der Prävention und Therapie der Herzkreislauf-Erkrankungen, allen voran koronare Herzerkrankung und Schlaganfall, zu verdanken".

Die WHO-Publikation über die MONICA-Studie ("MONICA - Monograph and Multimedia Sourcebook") ist zu beziehen über die WHO in Genf, E-Mail: bookorders@who.int


Quelle: Uni Münster


Ein Wettlauf gegen die Zeit: Herzinfarkt

Ingelheim - 24.02.2004 - Nicht selten vergehen auch heute noch gut 30 Minuten, bevor der Arzt nach Eingang des Notrufes vor Ort ist und die Diagnose Herzinfarkt stellt. Gerinnungshemmende Medikamente und Schmerzmittel sind häufig die erste und einzige therapeutische Konsequenz, da der Herzinfarkt für gewöhnlich nur im Krankenhaus adäquat behandelt werden kann. Fatal: Die entscheidende "Goldene Stunde" ist verstrichen, noch bevor der Patient im Rettungswagen liegt.

Die Rahmenbedingungen sind denkbar schlecht. Das nächste Krankenhaus etwa 50 Kilometer entfernt! Das Therapierepertoire des Notarztes: ausgeschöpft! 30 kostbare Minuten verschlingt die Fahrt über Land!

Wer denkt, mit dem Erreichen der Notaufnahme begänne die Therapie, der irrt. Es werden Daten erhoben, Blut entnommen, eine zweite Diagnose gestellt. Eine weitere Stunde vergeht.

Würde das Krankenhaus über ein eigenes Katheterlabor verfügen, wäre die Odyssee für den Patienten jetzt beendet. Doch das ist die Ausnahme und bedeutet: erneute Verlegung in den Rettungswagen, Transport in die entsprechende Klinik, Notaufnahme, Administration, Diagnose.

So schnell wie möglich nach Gefäßverschluß muss das Blut wieder durch das Herzgefäß fließen, ansonsten drohen massive, lebensbedrohliche Herzmuskelschädigungen.

Die PTCA (perkutane transluminare Coronar-Angioplastie) eröffnet das Gefäß. Ein Ballon am Ende des Katheters drückt das Gerinnsel an die Gefäßwand. Drei Stunden nach dem Infarkt ist der Weg frei! Der Patient lebt, aber zu viel Zeit ist verloren gegangen: Bleibende Schäden und ein verzögerter Genesungs-prozess sind die Folge.

Mit einer Lyse-Therapie hätte der Rettungsarzt mehr als eine Stunde vorher intervenieren können. Mit einer einzigen Spritze ist das Auflösen des Gerinnsels unmittelbar nach Diagnose und Ausschluss der Kontraindikationen möglich. Die schnelle Behandlung vor Ort erhöht sowohl die Überlebenschancen, als auch die Lebensqualität bei kritisch Kranken erheblich.

Derzeit ist Tenecteplase (Metalyse(R) von Boehringer Ingelheim die einzige biotechnisch hergestellte Substanz, die als intravenöse Injektion innerhalb von 10 Sekunden zur Thrombolyse verabreicht werden kann und stellt damit eine Therapieoption dar, die für Ärzte und Patienten gleichermaßen an Bedeutung gewinnt.

Originaltext: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG



Substanz erhöht Lebensqualität nach Transplantation
Neue Techniken und Apparate in der Herzchirurgie

4. DACH fordert eine verstärkte Ausbildung von Ärzten

Eine neue Substanzklasse sogenannter mTOR-Inhibitoren verspricht die Lebensqualität von herztransplantieren Patienten deutlich zu verbessern. So tragen sie insbesondere dazu bei, die nach einer Transplantation häufig entstehende Gefäßverkalkung der Herzkranzgefäße zu vermeiden. Darauf wies Tagungspräsident Prof. Dr. Reiner Körfer (Herz- und Diabeteszentrum NRW, HDZ, – Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum) hin. Trotz der unbestrittenen Erfolge auf dem Gebiet beklagte Prof. Körfer, dass noch immer zu wenig Spenderherzen in Deutschland zur Verfügung stünden. Nur 374 Patienten erhielten 2003 ein neues Herz (davon 73 im HDZ Bad Oeynhausen), bei einem jährlichen Bedarf von mehr als 1.000 Herzen. Rund 1.000 Spezialisten diskutieren derzeit in Hamburg auf der 4. Gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaft für Thorax, Herz- und Gefäßchirurgie aktuelle Entwicklungen in der Herzchirurgie.

Wartezeiten überbrücken
Die Wartezeit auf ein neues Herz ist lang, viele Patienten würden sie nicht ohne ein Kunstherzsystem überleben. Ein solches System kann das geschwächte Herz über Wochen und Monate entlasten. Bei einzelnen Patienten ist es sogar vorgekommen, dass sie bis neun Jahre nach dem Entfernen des Systems mit einer weitgehend normalisierten Herzfunktion lebten. Darauf wies Prof. Dr. Roland Hetzer (Deutsches Herzzentrum Berlin) hin. Auch bei Säuglingen und Kindern werden inzwischen diese Herzunterstützungssysteme mit Erfolg eingesetzt und so die Wartezeit bis zur Transplantation überbrückt. Berlin und Bad Oeynhausen verfügen nach Worten von Prof. Hetzer weltweit über die größten Erfahrungen mit Kunstherzsystemen.

Kinderherzen heilen
Weniger als drei Prozent der schwerstherzkranken Kinder sterben bei Korrekturen angeborener Herzfehler. Ursache dafür sind die verfeinerte Diagnostik vor sowie der bessere Schutz des Herzmuskels während der Operation. Dies gehört zu den Erfolgsmeldungen einer inzwischen fast 30jährigen Geschichte der Kinderherzchirurgie. Während vor wenigen Jahren noch viele Operationen wie die Verlagung der großen Gefäße oder Missbildungen von Herzkammern scheiterten, werden mittlerweile mehr als Dreiviertel der kranken Kinder schon im ersten Lebenshalbjahr versorgt. Prof. Dr. Thierry Carrel (Inselspital, Universität Bern, Schweiz) plädierte auf der 4. DACH für eine Konzentration der Kinderherzchirurgie auf wenige Kompetenzzentren, da solche Erfolge nur mit einer großen Erfahrung gelingen.

Operieren durchs Schlüsselloch
Zwar haben sich die großen Hoffnungen noch nicht erfüllt, die man sich von der sogenannten «Schlüssellochchirurgie» und von den minimal invasiven Eingriffen (Operationen am offenen Herzen ohne Herzlungenmaschinen) versprochen hat. Dennoch gibt es keinen Grund, hier inne zu halten. Endoskopisch konnten bisher hauptsächlich Mitralklappen rekonstruiert, Löcher in den Vorhofscheidewand verschlossen, einfache Bypassoperationen durchgeführt und Schrittmacherelektroden platziert werden. Prof. Dr. Günther Laufer (Universitätsklinik Innsbruck, Österreich) hofft auf Erfolge, wenn mehr und besser entwickelte Telemanipulationssystemen (fälschlicher Weise auch OP-Roboter genannt) eingesetzt werden können. Die Bypasschirurgie ohne Herzlungenmaschine wird gegenwärtig noch kontrovers diskutiert und Nutzen und Risiken für einzelne Patienten definiert werden.

Nachwuchs gesucht
Seine große Sorge vor dem Ausbleiben des ärztlichen Nachwuchses äußerte Prof. Dr. Hans H. Scheld (Universitätsklinik Münster) auf der 4. DACH. Gerade in dem sehr arbeitsreichen und auf hohe Erfahrungen beruhenden Fach Herzchirurgie benötige man das Engagement junger Menschen; dafür müssten allerdings auch die Rahmenbedingungen unseres Gesundheitssystems stimmen.

Programm im Internet
Das Programm der 4. Jahrestagung finden Sie hier: www.hdz-nrw.de oder direkt unter: http://www.hdz-events.org/dach/

Quelle: Ruhr-Uni Bochum


"Léon Dumont Preis" geht an Göttinger Herzspezialisten


Prof. Dr. Gerd Hasenfuß erhält Auszeichnung der Belgischen Gesellschaft für Kardiologie

10.02.2004 - Bereich Humanmedizin der Georg-August-Universität Göttingen, hat den "Léon Dumont Preis" der Belgischen Gesellschaft für Kardiologie erhalten. Der Preis, der mit 40.000 Euro dotiert ist, wurde in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Zukünftig soll der Preis alle zwei Jahre an Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Herz-Kreislauferkrankungen forschen und aus dem Bereich der Europäischen Union stammen, verliehen werden. Der Preis ist benannt nach Dr. Léon Dumont, einem belgischen Kardiologen und Wissenschaftler, der in den vierziger Jahren wesentliche Arbeiten über die Blutdruckregulation veröffentlicht hat.

Prof. Dr. Gerd Hasenfuß erhielt den Preis für seine Arbeiten "Molekulare Pathophysiologie und Entwicklung neuer Behandlungsmethoden der Herzinsuffizienz". Diese Arbeiten beinhalten Untersuchungen über die Umbauvorgänge, die zum Beispiel nach einem Herzinfarkt stattfinden und für die Entwicklung einer Herzmuskelschwäche verantwortlich sind. So konnten molekulare Ursachen auf der Ebene des Kalziumstoffwechsels, die eine verminderte Kraftentwicklung der Herzmuskelzellen bedingen, aufgeklärt werden. Aus diesen Erkenntnissen werden neue Behandlungsgrundlagen entwickelt. Im Tierexperiment konnte bereits gezeigt werden, dass der Defekt im Kalziumstoffwechsel gentherapeutisch beseitigt werden kann. Darüber hinaus gibt es einen medikamentösen Behandlungsansatz, der nach weiteren tierexperimentellen Untersuchungen auch bei Patienten zur Anwendung kommen könnte. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Jahrestagung der Belgischen Gesellschaft für Kardiologie in Brüssel statt.

Quelle: Uni Göttingen


Erkrankungen der Herzklappen

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Herzchirurgie des Klinikums Augsburg.

Im menschlichen Herzen befinden sich vier Herzklappen, jeweils zwei im rechten und zwei im linken Teil des Herzens. Zwischen der rechten Vor- und Hauptkammer befindet sich die Trikuspidalklappe und zwischen der rechten Hauptkammer und der Lungenschlagader die Pulmonalklappe. Im linken Herzen befinden sich die Mitralklappe, zwischen der linken Vor- und Hauptkammer und die Aortenklappe, zwischen der Hauptkammer und der Körperhauptschlagader ("Aorta").


Die Aufgabe der Herzklappen besteht darin wie bei einem Ventil dafür zu sorgen daß das Blut während einer Herzaktion immer nur in eine Richtung fließen kann. Da der Druck im Lungenkreislauf um ein vielfaches geringer ist als im großen Körperkreislauf muß das rechte Herz deutlich weniger Arbeit leisten als das linke. Daraus erklärt sich auch das bei einer Herzklappenerkrankung fast immer die Mitral- (grün) oder die Aortenklappe (rot) betroffen ist, da sie einer höheren Belastung ausgesetzt sind.
Man unterscheidet zwei Formen von Herzklappenerkrankung, die Verengung ("Stenose") und die Schlußunfähigkeit ("Insuffizienz") einer Klappe. Bei der verengten Herzklappe ist die Öffnungsfläche der Klappe zu klein und das Herz muß eine deutlich höhere Arbeit leisten um das Blut in den Kreislauf zu pumpen, dadurch kommt es zu einer Verdickung des Herzmuskels. Eine solche Verengung entwickelt sich langsam, als Ursache dafür findet sich meistens eine Verkalkung der Herzklappe als Folge eines Bluthochdruckes. Bei der Schlußunfähigkeit besteht das Problem darin, das sich die Taschen der Klappe nicht mehr ganz schließen können, und es deshalb nach dem das Blut in den Kreislauf gepumpt wird ein Teil wieder zurück fließen kann. Daraus resultiert einen Überdehnung und es kommt zu einer Vergrößerung des Herzens. Beide Erkrankungen können über eine lange Zeit ohne Symptome ablaufen, da das Herz die Fähigkeit besitzt bis zu einem gewissen Punkt die Mehrarbeit zu kompensieren. Ist dieser Punkt aber überschritten kann es sehr schnell zu ernsthaften Problemen kommen. Hauptsymptome einer Herzklappenerkrankung sind Luftnot, Müdigkeit und ein zunehmender Leistungsverlust. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu einer akuten Überlastung des Herzmuskels kommen und das Blut staut sich zurück in die Lunge oder in den Körper, was lebensbedrohlich werden kann.

Die Diagnose einer Herzklappenerkrankung kann mit Hilfe einer Ultraschall- und/oder einer Herzkatheteruntersuchung gestellt werden. Befindet sich die Erkrankung noch in einem frühen Stadium so kann mit Hilfe von Medikamenten das Herz entlastet werden und es kann zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome kommen, in vielen Fällen ist der Patient sogar fast völlig ohne Beschwerden. Ist die Krankheit bereits weiter fortgeschritten und der Herzmuskel geschädigt, so ist eine Operation meistens unumgänglich. Dabei unterscheidet man einmal die Wiederherstellung der Klappenfunktion ("Rekonstruktion") oder den Ersatz der Herzklappe. Eine Rekonstruktion bedeutet den Erhalt der eigenen Herzklappe und ist daher die beste Lösung. Sie kann aber nur bei einer Schlußunfähigkeit der Klappe mit erhaltenen Klappenstrukturen durchgeführt werden (ca. 30% der Mitral- und ca. 1% der Aortenklappenerkrankungen). In den meisten anderen Fällen und bei einer Verkalkung der Klappe kommt nur ein Ersatz in Betracht.
Ist ein Ersatz der Herzklappe notwendig gibt es die Möglichkeit einer mechanischen oder einer biologischen Prothese. Beide Typen haben ihre Vor- und Nachteile und es wird vorher mit dem Patienten besprochen, welcher Klappentyp bei ihm am besten geeignet ist. Die mechanischen Klappen besitzen praktisch eine unbegrenzte Haltbarkeit, da sie vom Körper nicht verändert ("degeneriert") werden können. Sie besitzen aber eine künstliche Oberfläche und es muß zur Verhinderung der Bildung eines Blutgerinnsels lebenslang ein blutverdünnendes Medikament ("Marcumar") eingenommen werden. Die Einstellung der Blut- verdünnung muß sehr konsequent erfolgen und kann ebenfalls zu Komplikationen führen.

Die biologischen Klappen werden entweder vom Rind oder Schwein gewonnen. Diese Prothesen können vom Körper verändert werden und haben deshalb nur eine durchschnittliche Haltbarkeit von ca. 15 Jahren. Der Vorteil dieser Klappenprothesen besteht darin, das bei stabilem Herzrhythmus eine Blutverdünnung nicht notwendig ist. Zusammenfassend läßt sich sagen daß eine mechanische Prothese eher für jüngere Patienten (unter 65 Jahre) und eine biologische Prothese eher für einen älteren Patienten (über 65 Jahre) gedacht sind. Im Einzelfall wird dies immer mit dem Patienten vor der Operation besprochen.
Bei der Operation wird der Brustkorb über eine Durchtrennung des Brustbeins eröffnet und die Herz-Lungen-Maschine ("HLM") angeschlossen, da eine Operation an einer Herzklappe nur am nicht schlagenden Herzen durchgeführt werden kann. Je nachdem welche Klappe operiert werden soll, erfolgt die Eröffnung der Vorkammer oder der Haupt- oder Lungenschlagader. Bei einer Rekonstruktion wird versucht die Funktion der Herzklappe wieder herzustellen, was aber nicht in allen Fällen gelingt und dann doch ein Ersatz der Klappe vorgenommen werden muß. Beim Ersatz der Herzklappe wird die gesamte Klappe entfernt und eine Herzklappenprothese eingesetzt. Es erfolgt nun eine Prüfung der neuen Herzklappe auf ihre Funktion. Wenn das eigene Herz wieder den Kreislauf übernommen hat kann die Herz-Lungen-Maschine abgestellt werden. Der Brustkorb wird am Ende der Operation mit 6-8 Stahldrähten verschlossen, die im Normalfall nicht wieder entfernt werden müssen. Da bei einer Operation an den Herzklappen immer die Gefahr von Herzrhythmusstörungen in den ersten Tagen nach der Operation besteht bekommt jeder Patient für einige Tage einen Herzschrittmacher, der sich außerhalb des Körpers befindet und nach einigen Tagen entfernt werden kann. Am Ende der Operation kommt der Patient in Narkose und künstlich beatmet auf die Intensivstation.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Herzchirurgie des Klinikums Augsburg.


Länger und gesünder leben in Augsburg
„Blauer Dunst und Couchpotatoes….“
Dr. Michael Nahme, Frau Gertrud Boeck

Ärztlicher Kreisverband Augsburg – Klinikum Augsburg – KORA- Herzinfarktregister am Klinikum

Mitreferentin:

Frau Gertrud Boeck, Physiotherapeutin
Leitende Lehrkraft an der Berufsfachschule für Physiotherapie


Gewichtsreduktion amerikanische Empfehlungen nach Eckel e.a.
BMI <30: Bewegung und Lebensstil-Änderung
BMI >30: evtl. Pharmaka
BMI >35: evtl. Chirurgie
BMI >40: Chirurgie (Magenbypass mit Y-Anastomose oder Magenverkleinerungsplastik)

Fettanteil max. 30% der Gesamtkalorien
Gewichtsabnahme in der Regel um ca. 450g/Woche, d.h. Kaloriendefizit von 400cal/Tag
<5% der Patienten halten ihr Gewicht innerhalb von 5 Jahren
Kindererziehung deshalb besonders wichtig: „Regelmäßige und ausreichende Bewegung ist ein fester Bestandteil eines normalen, gesunden Lebensstils“

Intensitätsmarker: (40-60% der max. Belastungsintensität):
Leichtes Schwitzen
Gerade noch sprechen können
Pulsgrenzen (180-Lebensalter?)

Belastbarkeit in der Sekundärprävention und unter Medikation individuell mit dem Arzt festlegen
Risiko für plötzlichen Herztod während Belastung in einem Reha-Kollektiv: 0,5 Tote/100.000

Unbeeinflussbare Faktoren:

- Alter
- Männliches Geschlecht
- Positive Familienvorgeschichte für KHK
- Vorzeitige Menopause


Beispiele biochemischer Risikomarker:

- Im Gerinnungssystem: Fibrinogenerhöhung
- Im Fettstoffwechsel: Lipoprotein (a)-Erhöhung
- Homocysteinerhöhung
- Harnsäure, hochsensitives CRP und andere


Beeinflussbare Faktoren:


- Bluthochdruck
- Fettstoffwechselstörung
- Zuckerkrankheit
- Nikotinkonsum
- Bewegungsmangel, Übergewicht




Rauchen in Augsburg 1984-1995 (MONICA)




- Jeder 3. Mann und jede 5. Frau rauchen
- Rauchen hat in den letzten 10 Jahren bei Männern leicht abgenommen und   bei Frauen zugenommen
- Im Durchschnitt rauchen Frauen 14 Zigaretten täglich, Männer 21   Zigaretten
- Rauchen erhöht das Risiko eines Herzinfarktes in Augsburg um das   2,7- fache

Nikotinkonsum ist ein Risikofaktor für viele unterschiedliche Erkrankungen wie

- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Periphere   Durchblutungsstörungen)
- Lungen- und Bronchialerkrankungen (Chronisch-obstruktive   Atemwegserkrankungen, Asthma, Emphysem, chronische Bronchitis)
- Krebserkrankungen (Lunge, Lippen, Mundhöhle, Speiseröhre, Niere und   ableitende Harnwege)


Quelle: Website der World Health Organisation www.who.int
Liste unvollständig, enthält u.a. noch Untergewicht bei Neugeborenen, plötzlicher Kindstod etc.

Nach Ockene e.a., Circulation 99:
30% aller CHD-Toten in den USA sind dem Zigarettenrauchen zuzuschreiben (ca. 430.000 Tote jährlich).
Das Risiko ist dosisabhängig und synergistisch mit anderen Risikofaktoren.
Rauchen verdoppelt das Schlaganfallrisiko.
Rauchen ist ein Risiko für periphere avK, chronische Lungenerkrankungen und Lungenkrebs.
Aufgeben des Rauchens führt zu Risikoverminderung bei KHK und Schlaganfall. Dies beginnt relativ rasch nach dem Aufhören und verstärkt sich mit zunehmender Zeitdauer. Auch nach vielen Raucherjahren ist dieser Effekt noch vorhanden.
Bei manifester KHK führt Aufgabe des Rauchens nach dem ersten Infarkt zu 50% Risikoreduktion für Re-Infarkt, plötzlichen Herztod und Gesamtmortalität.

Ausmaß des Gesundheitsproblems:

Unmittelbar dem Rauchen zuzuschreiben sind z.B.:
30% aller KHK-Toten in den USA, d.h. 430.000 Tote jährlich
87% aller Lungenkrebs-Todesfälle
30% aller Krebstodesfälle
66% aller COPD-Todesfälle
13% aller Todesfälle durch Gefäßkrankheiten


Risikopotenzierung bezogen auf Gefäßerkrankungen:

- Das allgemeine Erkrankungsrisiko bei Rauchern zwischen 30 und 50 Jahren   ist 5x so hoch wie bei Nichtrauchern
- Das Risiko für einen Tod duch Schlaganfall ist bei 35-64-jährigen Rauchern   fast 3x so hoch wie bei Nichtrauchern
- Situation nach Augsburger KORA-Daten:
  Risikoerhöhung für einen Herzinfarkt um das 2,7-fache
- Bei Frauen verdoppeln 3-6 Zigaretten täglich das Herzinfarktrisiko, bei   Männern 6-9 Zigaretten täglich


Inhaltsstoffe des Tabakrauchs:


Gasförmig:
- CO, CO2
- Stickoxide, Ammoniak, Nitrosamine, Nitrile, Schwefel- und   Cyanidverbindungen, Aldehyde, Ketone etc.
Fest:
- Nikotin
- Wasser
- „Teer“ (polycyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)




Risikoverlauf nach Aufgabe des Rauchens:

- Aufgabe des Rauchens nach dem ersten Herzinfarkt führt zu 50%   Risikoreduktion für Re-Infarkt, plötzlichen Herztod und Gesamtmortalität
- Der Effekt beginnt relativ rasch und verstärkt sich mit zunehmender   Zeitdauer
- Er ist auch nach vielen Raucherjahren noch messbar


Bemerkungen zur Raucherentwöhnung- 1:

- „Ansprechbare Phase“ oft nach ersten Krankheitssymptomen („Schuss vor   den Bug“)
- In diesem Zusammenhang nach eigener Erfahrung oft „von heute auf   morgen“
- Ohne die eigene Entschlossenheit geht gar nichts
- Wechsel auf „leichte Marken“ bringt nichts
- Nikotinsubstitution in abnehmender Dosierung (z.B. mit Pflaster) kann   hilfreich sein


Bemerkungen zur Raucherentwöhnung- 2:

- Versichern Sie sich der Unterstützung Ihrer Familie
- Teilen Sie öffentlich mit, dass Sie aufhören zu rauchen
- Legen Sie ein klares „Rauchstopp-Datum“ fest
- Werfen Sie Zigaretten, Aschenbecher, Feuerzeug etc. weg
- Dokumentieren Sie Ihren Erfolg, z.B. im Kalender


Bemerkungen zur Raucherentwöhnung- 3:

- Führen Sie ein Nichtraucher-Tagebuch
- Schließen Sie evtl. „Nichtraucher-Wetten“ ab
- Überlegen Sie sich vorher, wie Sie auf Versuchungs-Situationen reagieren   (andere „Belohnungen“ o.ä.)
- Halten Sie kleine Essrationen (Früchte) bereit, trinken Sie viel Flüssigkeit   (Wasser, Fruchtsäfte)



Länger und gesünder leben in Augsburg / Übergewicht und Bewegungsmangel



Übergewicht/Bewegungsmangel – 1:

Definition „Body Mass Index“ (BMI)
BMI = Körpergewicht in kg/ (Körperlänge m)2

Normal: <21
Leicht übergewichtig: 25-30
Stark übergewichtig: >30


Übergewicht/Bewegungsmangel – 2:

Problem: BMI berücksichtigt nicht das Fettverteilungsmuster

Männlicher Typ („Apfel, Bierbauch, Falstaff“):
Höheres Krankheitsrisiko

Weiblicher Typ („Birne, Reithose“)
Geringeres Krankheitsrisiko


Weibliches Fettverteilungsmuster ist evtl. bis zu einem BMI von 30 noch ohne starke Risikosteigerung (Ciculation 1997; 96: 3248-3250. Eckel e.a. Obesity and Heart Disease)

Andere Indices: Waist Circumference, Waist-to-Hip-Ratio

Übergewicht in Augsburg 1984-1995 (MONICA)



- Starkes Übergewicht nahm von 1984 bis 1995 in der Region Augsburg zu
- Die größten Zunahmen gab es bei den älteren Männern und den jüngeren   Frauen (im Alter von 35-44 von 9% auf 17%)


Übergewicht in Augsburg 1985
Internationaler Vergleich (MONICA)




- Starkes Übergewicht ist in der Region Augsburg häufig (18% der Männer,   15% der Frauen)
- Es existiert ein starkes Nord-Süd-Gefälle, d.h. die nordeuropäische   Bevölkerung ist schlanksten
- Frauen in ehemaligen Ostblockländern waren am schwersten


Starkes Übergewicht und Bewegungsmangel sind unabhängige Risikofaktoren u. a. für:

- Gefäßkrankheiten (Arteriosklerose)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Bluthochdruck
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ IIb)
- Fettleber, Gallensteine
- Darmkrebs
- Orthopädische Erkrankungen, Krampfadern


Regelmäßige bzw. vermehrte körperliche Bewegung führt u. a. zu:

- Vermindertem O2-Bedarf am Herzen und Muskel für dieselbe geleistete   Arbeit
- Dadurch verbesserte O2-Ausnutzungsmöglichkeit auch in der Peripherie
- Verbessertem Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel
- Verbesserter Insulinsensitivität


Durch vermehrte körperliche Bewegung ist eine Verminderung der Sterblichkeit durch alle Ursachen und speziell durch KHK nachgewiesen.

JAMA 1995; 273: 1179-1184. Lee e.a.: Exercise intensity and longevity in men: The Harvard Alumni Health Study


Dabei gibt es eine nicht lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung mit dem größten positiven Effekt bei bisher völlig unsportlichen Menschen („sedentary“), die mit regelmäßiger körperlicher Bewegung mittlerer Intensität beginnen.

JAMA 1995; 273: 1093-1098. Blair e.a.: Changes in physical fitness and all-cause mortality: a prospective study of healthy and unhealthy men


Empfehlungen:

- Ziel: lebenslang BMI <25
- Beginn oder Fortführung von regelmäßiger körperlicher Bewegung auf   mittlerem Belastungsniveau („walking“, d.h. flottes Laufen, Schwimmen,   Radfahren, Tennis o.ä.)
- Ausdauertraining ist besser als Widerstandstraining
- Ändern von Bewegungsgewohnheiten wie z.B. Liftfahren, Weg zur Arbeit   o.ä.


Empfehlungen:

- Dauerbelastung bei ca. 50% der Maximalleistung
- Dauer ca. 20-40 Minuten, mindestens 2-3x pro Woche
- Optimum 2000-3000kcal/Woche zusätzlicher Kalorienverbrauch

Normwerte für PWC (Physical Working Capacity): - Männer: PWC 130=1,5W/kgKG
PWC 150=2,0W/kgKG
Jungen: PWC 170=2,5W/kgKG
Frauen: PWC 130=1,25W/kgKG
PWC 150=1,6W/kgKG
- Mädchen: PWC 170=2,0W/kgKG

WHO-Schema der Belastungsuntersuchung:
Beginn mit 25W oder 50W
Steigerung alle 2 Minuten um jeweils 25W
Registrierung der Zielparameter in jeweils der zweiten Hälfte der zweiten Belastungsminute
BAL-Schema (Bundesausschuß für Leistungssport):
Beginn bei 50W oder 100W
Steigerung alle 3 Minuten um 50W
Schema für Kinder:
- Steigerung um je 0,5W/kgKG

Metabolisches Äquivalent:
1 MET = 3,5ml VO2/min x kgKG (Sauerstoffaufnahme in Ruhe für einen 40-jährigen Mann mit 70kg)

3-5 MET: Blätterrechen, Golf, Laufen 3-4 Meilen/h
5-7 MET: Einzeltennis, leichtes Rucksacktragen
> 9 MET: schwere Arbeit, Squash

Orientierung für die „Trainingsherzfrequenz“:

THF = 180/min – Lebensalter

THF = Ruhe-HF + (0,6) x (max. HF – Ruhe-HF)

THF = Ruhe-HF + (220 – ¾ Lebensalter – Ruhe- Hf) x Belastungsfaktor (0,6 für Untrainierte; 0,7 für Trainierte; 0,75 für Hochtrainierte)

Groborientierung: Gerade noch sprechen können


Kalorienverbrauch unterschiedlicher Tätigkeiten (jeweils pro 10 Minuten):

Gehen 4km/h 31cal
Laufen 9km/h 100cal
Laufen 15km/h 131cal
Tennis 80cal
Tanzen, Foxtrott 60cal
Skilanglauf 10km/h 151cal
Brustschwimmen 50m/min 113cal
Radfahren 20km/h 78cal
Golf 50cal


Energie:

Einheit: cal (Kalorie): Diejenige Wärmemenge, die benötigt wird, um 1cm3 Wasser von 14,5 Grad Celsius auf 15,5 Grad Celsius zu erwärmen.
SI-Einheit: J (Joule): 1 Joule 0 = 1 Newton x Meter (Nm)
Umrechnungsfaktor: ?

Arbeit = Kraft x Weg (kpm bzw. N; 1kp = 9,81 N; 1kpm = 9,81 J))

Mechanisches Wärmeäquivalent: 1 kpm = 426 kcal

Leistung = Arbeit/Zeit (kpm/min, SI: Watt (W); 1 W = 1J/sec)
1PS = 736 Watt;
1kpm/min = 6W; 1kpm/sec = Watt/10;
Leistung in der Physiologie: kcal/min;

Sauerstoffverbrauch:
Energetisches Äquivalent pro Liter Sauerstoffverbrauch:
Bei Eiweiß 4,5kcal/l Sauerstoff
Bei Fetten 4,7kcal/l Sauerstoff
Bei Kohlehydraten 5,0kcal/l Sauerstoff

Energieumsatz:
Grundumsatz:

Für einen normalgewichtigen Mann: 1kcal/kg/h d.h. für 70kg: 1680kcal/d; 1,17kcal/min; entsprechend 241ml Sauerstoff/min (für einen RQ von 0,85)
Für eine normalgewichtige Frau: 0,9kcal/kg/h d.h. für 65kg: 1404kcal/d; 0,98kcal/min; entsprechend 196ml Sauerstoff/min (für einen RQ von 0,85)

Der Grundumsatz nimmt bis zum 30. Lebensjahr um ca. 10%/Dekade ab, danach um ca. 3%/Dekade.


Adressen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Ostmerheimerstr. 200, 51109 Köln
Tel. 0221/8992-0 Fax 0221/899-2300
www.bzga.de

Deutsche Herzstiftung e.V.
Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt a.M.
Tel. 069/955128-0 Fax 069/955128-313
www.herzstiftung.de

Deutsche Krebshilfe e.V.
Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn
Tel. 0228/72990-0
www.krebshilfe.de


Herzinfarkte in Augsburg 1990-1994 Internationaler Vergleich (MONICA)





- Bei Männern nehmen Erstinfarkte seit 1985 um ca. 2%/Jahr und Reinfarkte   um 2,6%/Jahr ab
- Bei Frauen verändert sich die durchschnittlich 3-fach geringere   Erstinfarktrate nicht wesentlich, bei jungen Frauen steigt sie sogar, bleibt   aber absolut gesehen niedrig
- Die Re-Infarktrate bei Frauen sinkt ähnlich wie bei Männern um ca.   2,5%/Jahr


Herzinfarkte in Augsburg 1985 -1997

Soziodemographie und Vorerkrankungen bei Krankenhauspatienten mit Herzinfarkt von 25-74 Jahren



Begriffsbestimmung:

Primärprävention:
Maßnahmen zur Verhinderung einer Krankheit, bevor diese auftritt.
Sekundärprävention:
Maßnahmen zur Verhinderung des Fortschreitens oder der Verschlechterung einer Krankheit, die bereits eingetreten ist.

©
by
Dr. Michael Nahme, niedergelassener Kardiologe in Augsburg

Gemeinschaftspraxis
PD Dr. med. Walter Nechwatal
Dr. med. Michael Nahme
Dr. med. Reinhold Schmid
Internisten – Kardiologen
Bgm.-Fischer-Str. 12
86150 Augsburg
Tel. 0821-35757
Fax 0821-36950


Literatur:
Knut-Olaf Haustein: Tabakabhängigkeit; Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 1. Auflage 2001
Richard Rost (Hrsg.): Lehrbuch der Sportmedizin; Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 1. Auflage 2001
Christine Graf, Richard Rost: Herz und Sport; Spitta Verlag, Balingen, 3. überarbeitete Auflage 2000
Paul Haber: Leitfaden zur medizinischen Trainingsberatung; Springer Verlag, Wien, New York, 1. Auflage 2001


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