Lebensmittel sollen versteckte Fette auflisten
Trans-Fettsäuren erhöhen Herzrisiko drastisch
Oxford - 31.07.2006 - Wissenschaftler der University of Oxford http://www.ox.ac.uk fordern, dass die Etiketten von Lebensmitteln "versteckte" Fette auflisten, um so koronare Herzerkrankungen zu verhindern. Trans-Fettsäuren, die festen Fette, die in manchen bearbeiteten Lebensmitteln enthalten sind, erhöhen die "schlechten" Cholesterinwerte und damit das Risiko einer Herzerkrankung. Die Forscher betonen, dass die Angabe der Trans-Fettsäuren, ebenso wie der gesättigten Fettsäuren und des Cholesterin den Konsumenten ermöglichen muss, gesündere Ernährungsentscheidungen zu treffen. Die Ergebnisse der Studie wurden im British Medical Journal http://bmj.bmjjournals.com veröffentlicht.

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Trans-Fettsäuren kommen normalerweise in kleinen Mengen in Molkereiprodukten und Fleisch vor. Sie werden aber auch durch die Hydrierung gebildet, die dazu eingesetzt wird um die Haltbarkeit von bearbeiteten Lebensmitteln zu verlängern. Trans-Fettsäuren finden sich in Margarine, Keksen, Kuchen und Fertiggerichten. Die Autoren der Studie weisen auf aktuelle Forschungsergebnisse aus Amerika hin, die nachwiesen, dass eine Erhöhung der Energiezufuhr um zwei Prozent durch Trans-Fettsäuren mit einem um 23 Prozent erhöhten Auftreten von koronaren Herzerkrankungen in Zusammenhang steht. Der Wissenschaftler Robert Clarke erklärte, dass es für den Laien schwierig sei eine sachkundige Wahl über sein Essen zu treffen, wenn er nicht weiß, was in den Lebensmitteln enthalten ist.
In Großbritannien werden die Angaben auf den Lebensmitteletiketten dem Ermessen der Hersteller überlassen. Ausnahmen bestehen für bestimmte Ernährungshinweise wie "Arm an Trans-Fettsäuren". Die meisten Hersteller stellen Daten zur Verfügung. Manche Unternehmen wie Sainsbury's, Nestle und Unilever geben die Menge der enthaltenen Trans-Fettsäuren auch an. Eine Überprüfung der EU-Richtlinien zu Inhalt und Format der Etiketten auf Lebensmitteln läuft derzeit.
Quelle: pte
Das Herz verfügt über eigene Stammzellen
Sitz der Stammzellen im Herzen lokalisiert
Valhalla - 30.05.2006 - Wissenschaftler des New York Medical College http://www.nymc.edu haben die "Heimstatt" von Stammzellen im Herzen entdeckt. Damit wird der Annahme Glaubwürdigkeit verliehen, dass das Herz sich selbst regenerieren kann. Diese Forschungsergebnisse eröffnen die Möglichkeit, dass die Herzstammzellen eines Tages dafür eingesetzt werden könnten, Gewebe zu reparieren, das durch eine Herzerkrankung geschädigt wurde. Herzerkrankungen gehören laut New Scientist heute noch in Amerika und Großbritannien zu den führenden Todesursachen. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.
Da sich voll entwickelte Herzzellen nicht teilen, sind Experten davon ausgegangen, dass sich dieses Organ nach einer Verletzung nicht mehr regenerieren kann. 2003 entdeckten Forscher im Labor von Piero Anversa Stammzellen in den Herzen von Mäusen und in der Folge auch im Herzen von Menschen. Bisher war nicht bekannt, ob diese Stammzellen im Herzen angesiedelt sind oder von einem anderen Gewebe wie zum Beispiel dem Knochenmark dorthin wandern. Annarosa Leri begann daher, nach Nischen im Herzen zu suchen, wie zum Beispiel einer Anhäufung von undifferenzierten Zellen, gepaart mit den erforderlichen "Pflege"-Zellen. Beides Voraussetzungen für das Wachstum und die Entwicklung von Stammzellen.
Mit erwachsenen Mäusen als Modell lokalisierte die Wissenschaftlerin Nischen mit Herzstammzellen, die vor allem in den Vorhöfen des Herzens reichlich vorkamen. Es zeigte sich, dass sich die Stammzellen gemeinsam mit bereits reiferen Herzzellen in den Nischen zwischen Herzmuskelzellen versammelten. Das Team hat jetzt eine geringe Anzahl dieser Herzstammzellen bei Herzoperationen an Menschen entnommen, sie im Labor weitergezüchtet und sie dann in geschädigte Herzen von Ratten und Mäusen transplantiert. Laut Leri sind die Ergebnisse viel versprechend. Es könnten bessere Heilerfolge als mit Stammzellen aus dem Knochenmark erzielt werden. "Wir gehen davon aus, dass diese Zellen normalerweise neues Herzgewebe liefern sehr wahrscheinlich für die Regeneration von erkrankten Herzen besser geeignet sein werden."
Quelle: pte
Mütter für Herzprobleme der Töchter entscheidend
Söhne werden durch beide Eltern gleich belastet
Stockholm - 28.04.2006 - Wenn es um Angelegenheiten des Herzens geht, verfügen Mütter über einen größeren Einfluss als Väter. Zu diesem Ergebnis ist eine groß angelegte Studie des Karolinska Institutet http://ki.se gekommen. Der festgestellte Effekt ist vor allem bei Töchtern besonders stark ausgeprägt. Das Team um Kristina Sundquist nutzte ein nationales Register mit den Daten von mehr als elf Millionen Menschen, die bis in das Jahr 1932 zurückreichten. Untersucht werden sollten, wie die Krankheitsgeschichte der Eltern beim Herzen mit der Gesundheit ihrer Kinder zusammenhängen könnte. Die Forscher konzentrierten sich auf Menschen, die laut Datenbank einen Herzanfall oder eine Angina erlitten hatten. Eine Frau verfügte über ein um 43 Prozent erhöhtes Risiko an einer derartigen Krankheit zu leiden, wenn auch ihre Mutter erkrankt war. Im Vergleich dazu führte eine Erkrankung des Vaters nur zu einem um 17 Prozent erhöhten Risiko. Die Ergebnisse der Studie wurden im American Journal of Preventive Medicine http://www.sciencedirect.com/science/journal/07493797 veröffentlicht.

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Söhne waren laut New Scienstist ebenfalls von der Herzgesundheit ihrer Eltern beeinflusst. Bei ihnen war jedoch die Übertragung durch beide Elternteile ungefähr gleich stark. Litt der Vater oder die Mutter an einer koronaren Herzerkrankung, lag das Risiko des Sohnes bei 55 oder 41 Prozent. Die Wissenschafter erklärten, dass das beobachtete Phänomen wahrscheinlich hauptsächlich auf das Umfeld zurückzuführen sei. "Kinder verbringen mehr Zeit mit ihren Müttern, in der sie risikoreiche Verhaltensweisen wie eine unausgeglichene Ernährung, mangelnde körperliche Aktivität und Rauchen annehmen können." Laut Sundquist spielen jedoch auch andere Faktoren wie eine genetische Veranlagung eine Rolle. Verfügten beide Elternteile über eine entsprechende Krankengeschichte, erhöhte sich das Risiko für Söhne und Töchter weiter auf 108 bzw. 82 Prozent.
Quelle: pte
Deutsche Bäuche sind zu dick
24.04.2006 - Wie gefährlich Übergewicht ist, hängt nicht zuletzt von der Menge des Bauchfetts ab. Münchener und Dresdener Wissenschaftler haben nun erstmals in einer großen Studie untersucht, wie es um den Bauchumfang der Deutschen steht. Viele Personen mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen weisen demnach deutlich erhöhte Werte auf.
"Mit einem durchschnittlichen Umfang von 99,9 Zentimetern bei Männern und 89,7 Zentimetern bei Frauen sind die deutschen Bäuche eindeutig zu dick", erklärt Sigmund Silber, Kardiologe in München. "Und wer um die Leibesmitte zu viel Umfang ausweist, hat auch gehäuft andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen." Silber und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim.
Neben dem Body-Mass-Index (BMI) gerät das die Eingeweide umgebende Bauchfett immer stärker in den Blickpunkt der Medizin. Als Indikator für ein deutlich erhöhtes Komplikationsrisiko gilt ein Bauchumfang von 102 bzw. 88 Zentimetern bei Männern und Frauen. Die Mediziner und Psychologen analysierten nun Daten von über 55.000 Personen und setzten diese in Verbindung mit Angaben zu bereits bestehenden Erkrankungen und Risikofaktoren.
Männer und Frauen mit erhöhtem Blutdruck weisen demnach einen Bauchumfang von durchschnittlich 105,3 bzw. 97,1 Zentimetern auf, während es bei jenen mit nicht erhöhtem Blutdruck 96,3 bzw. 85,7 Zentimeter sind. Deutlich dicker sind auch die Bäuche von Diabetikern: Männer bringen es auf 106,9 Zentimeter, Frauen auf 100 Zentimeter, Nicht-Betroffene dagegen auf 98,4 bzw. 88,2 Zentimeter. Ähnliche Unterschiede zeigten sich bei koronarer Herzkrankheit und erhöhten Blutfetten.
Die Studie dokumentiere zum ersten Mal den Stellenwert eines erhöhten Bauchumfanges in einer großen Personengruppe in Deutschland, so Silber und Kollegen. Die Resultate zeigten, dass die von verschiedenen Fachgesellschaften festgelegten Grenzwerte auch in der Alltagsrealität plausibel seien.
Forschung: Sigmund Silber, Kardiologische Gemeinschaftspraxis und Praxisklinik, München; Hans-Ulrich Wittchen, Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie, TU Dresden; und andere
Präsentation auf der 72. Jahrestagung der DGK, Mannheim, #P1330
Quelle: Scienceticker
Frauen sterben häufiger an Herzkrankheiten als Männer
Geschlechterunterschiede machen Umdenken notwendig
Wien/New York - 19.04.2006 - Bei Herzkrankheiten verlagert sich das Hauptaugenmerk nun auf Frauen, berichtet die aktuelle Ausgabe der New York Times. Seit 1984 starben mehr Frauen als Männer an Herzkrankheiten und obwohl die Todesfälle insgesamt sanken, ist ein geringerer Rückgang bei Frauen zu verzeichnen. Nun wird klar, dass es notwendig ist die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Betracht zu ziehen, um Diagnose und Behandlung für Frauen zu verbessern. Bisherige Studien wurden meist an Männern durchgeführt und die Ergebnisse waren nicht ausnahmslos auch auf Frauen umlegbar.
Die Auslöser für Herzkrankheiten bei Frauen sind seltener als bei Männern verstopfte Arterien, was dazu führt, dass Herzkrankheiten als Auslöser der Symptome nicht in Betracht gezogen werden. Wenn Frauen verstopfte Arterien haben, leiden sie unter stärkeren Symptomen als Männer und haben zusätzlich oft noch andere gesundheitliche Probleme, die eine Operation gefährlicher machen. Auch Bluttests, die bei Männern verlässlich Herzkrankheiten anzeigen, bringen bei Frauen nicht immer verlässliche Ergebnisse. Außerdem sind Frauen anfälliger für temporäre Herz-Fehlfunktionen als Reaktion auf starken Stress.
Die 1996 begonnene Wise-Studie (Women's Ischemia Syndrome Evaluation) zeigte, dass nur ein Drittel der Frauen mit Symptomen wie Brustkorbschmerzen verstopfte Arterien hatten, bei einem weiteren Drittel war die geringe Blutzufuhr zum Herzen die Folge einer Mikrovaskular-Erkrankung. Dabei erweitern oder verengen sich die kleinen Blutgefäße, die das Herz versorgen. Diese sind aber so klein, dass sie bei der üblichen Untersuchung nicht aufscheinen. Es sind weitere Untersuchungen notwendig, um eine richtige Diagnose stellen zu können. "Die Diagnose ist bei Frauen schwieriger, da die Symptome uncharakteristischer sind als bei Männern", meinte auch Helmut Baumgartner, Universitätsprofessor an der Universitätsklinik Wien für Innere Medizin II https://www.meduniwien.ac.at, gegenüber pressetext.
Die Geschlechterunterschiede sind nicht nur bei mehreren Ärztekongressen ein wichtiges Thema, es werden auch Info-Kampagnen gestartet, um in der Bevölkerung Bewusstsein für dieses Problem zu schaffen. "Frauen glauben, sie seien mehr durch Krebs gefährdet als durch Kardiovaskulär-Erkrankungen, was nicht stimmt.", erklärt Baumgartner im pressetext Gespräch.
Quelle: pte
Bilanz nach 5 Jahren: Stammzellentherapie nach Herzinfarkt
11.04.2006 - Im Frühjahr 2001 wurde in der Düsseldorfer Universitätsklinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie durch Prof. Dr. Bodo-Eckehard Strauer erstmals ein Herzinfarktpatient erfolgreich mit körpereigenen Stammzellen behandelt.
Prof. Strauer zieht im folgenden Text eine Bilanz nach fünf Jahren: von der therapeutischen Idee zum klinischen Einsatz.
"Der akute Herzinfarkt ist durch einen Gewebsuntergang (Myokardnekrose) mit Verlust an kontraktiler Substanz gekennzeichnet. In Abhängigkeit von der Infarktgröße kommt es zur Abnahme der Herzfunktion und Herzleistung. In den Spätstadien resultieren die Summe der strukturellen und funktionellen Umbauvorgänge mit Herzerweiterung, weiterer Funktionsabnahme, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und dem plötzlichen Herztod. Auch wenn es in den letzten Jahre möglich geworden ist, durch die Summe der verfügbaren medikamentösen und interventionellen Therapiemaßnahmen eine Reduktion der Sterblichkeit zu erreichen, so ist nach wie vor das Pumpversagen und der akute rhythmogene Herztod derartig sterblichkeitspotent, dass immer noch mehr als die Hälfte aller Herztodesfälle auf dem Boden von Herz-Kreislauferkrankungen auftreten. Damit ist die Todesrate an Herz-Kreislauferkrankungen doppelt so hoch wie die Summe aller malignen Tumoren (Geschwulstformen).
Durch die Verfügbarkeit von Ballonverfahren und Stent-Techniken ist es möglich geworden, den akuten Verschluss einer Herzkranzarterie, der zum Herzinfarkt führt, rückgängig zu machen und das Gefäß wieder zu öffnen. Allerdings wird damit lediglich die Durchblutung wieder hergestellt, der untergegangene Herzmuskel wird dadurch nicht regeneriert. Somit stellt das Ballonverfahren mit seinen Alternativen (Stent, Laser etc.) eine sehr wirksame, wenn aber auch nur symptomatische Therapiemöglichkeit im akuten und Postinfarktstadium dar. Eine Kausaltherapie wäre wünschenswert, indem zum Beispiel das zugrunde gegangene Herzmuskelgewebe wieder regeneriert würde.
Vor mehreren Jahren gelang es bei dem experimentellen Herzinfarkt der Maus, durch Injektion von körpereigenen Mausstammzellen eine Regeneration des Herzmuskelgewebes zu erreichen. Dies war der Ansatz, auch in der Klinik, beim akuten und chronischen Infarkt des Patienten, eine Myokardregeneration mit körpereigenen Stammzellen zu erreichen. Wir haben daher weltweit zum ersten Mal am 31.03.2001 bei einem Düsseldorfer Patienten durch die intrakoronare Stammzelltransplantation aus körpereigenem Knochenmark eine Myokardregeneration bei Herzinfarkt erreicht. Diese Pilotstudie zeigte, dass bei diesem Patienten nach drei und sechs Monaten eine deutliche Verbesserung der Herzfunktion, der Durchblutung und der körperlichen Belastbarkeit durch diesen neuartigen Therapieansatz einsetzte. Somit war unter dem Gesichtspunkt der Funktionsregeneration durch körpereigene Zellen, d.h. durch die Verwendung von körpereigenem, autologem Knochenmark, die Voraussetzung gegeben, eine größere Studie an Patientengruppen mit akutem Herzinfarkt vorzunehmen. Dies ist erfolgt und wurde in der Zwischenzeit weiter ausgebaut und weltweit mehrfach publiziert. An bisher ca. 1000 publizierten Patienten konnte von vielen Kliniken und Arbeitsgruppen eindeutig dargelegt werden, dass die Stammzelltherapie beim akuten Herzinfarkt in quasi allen Fällen wirksam ist, wenn auch nicht immer gleichermaßen ausgeprägt, dass sie zu einer Verbesserung der Herzleistung führt, zu einer Verbesserung der Durchblutung und zu einer Verbesserung des Herzstoffwechsels bei ehemals nekrotischem, d.h. abgestorbenem Herzmuskelgewebe.
Eine wichtige Voraussetzung der Wirksamkeit der Stammzelltherapie ist die Erreichbarkeit der sogenannten Randzone durch die mononukleären Knochenmarkzellen, d. h. derjenigen Zone, die im Randgebiet des Infarktes zum gesunden Gewebe besteht. Man weiß, dass in dieser Zone die Zellerneuerungsraten viermal so hoch sind wie im normalen Herzmuskel. Mittels der in Düsseldorf entwickelten Ballontechnik war es möglich gewesen, die unter GMP-Bedingungen aufgearbeiteten Knochenmarkzellen konzentriert in die Randzone zu injizieren und zu transplantieren, so dass damit eine Anreicherung dieser Zellen dort deponiert werden kann. Dies war eine wichtige Voraussetzung, dass die Zelltherapie Wirkung entfaltete.
Auf der Basis der Randzonenüberlegungen wurde die zweite Indikation geschaffen, die nämlich die Behandlung des chronischen Herzinfarktes mittels Knochenmarksstammzellen. Chronischer Herzinfarkt bedeutet, dass die Patienten viele Jahre vor der jetzigen Stammzelltherapie einen Herzinfarkt durchgemacht hatten und in der Folgezeit eine Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Herzversagen oder Luftnot und andere Symptome erlitten. Es wurde demzufolge eine Behandlungsstudie in der Düsseldorfer Universitätsklinik initiiert und abgeschlossen, die als IACT-Studie (Intracoronary Autologous Bone Marrow Cell Transplantation in Chronic Coronary Artery Disease) in die Weltliteratur eingegangen ist. Es konnte erstmals gezeigt werden, dass auch im chronischen Infarktstadium durch die intrakoronare Gabe autologer, angereicherter mononukleärer Zellen aus dem Knochenmark eine deutliche (30%) Regeneration des infarzierten Muskelbereichs erreicht werden kann und dass damit Beschwerden, Medikamentenverbrauch, Leistungsfähigkeit der Patienten und Herzinfarktkomplikationen vermindert werden konnten.
Eine dritte Indikation, die derzeit erste Therapieresultate zeigt, ist die periphere Verschlusskrankheit, d. h. Patienten mit Raucherbein, Schaufensterkrankheit und diabetischem Fuß. Hier haben erste Resultate zeigen können, dass eine erhebliche Verbesserung der Durchblutung mit Abheilung abgestorbener Gewebsstrukturen an den unteren Extremitäten erreicht wird. Somit wäre hiermit eine weitere Möglichkeit gegeben, die Zelltherapie im klinischen Einsatz anzuwenden und die bislang therapiebedürftigen Erkrankungen dadurch zu heilen.
Ausgehend von der Idee, eine funktionelle Regeneration der Gewebe durch mononukleäre Zellen zu bewirken, konnte diese aufgrund einer Gefäßneubildung und Muskelteilung mit Muskelzellvermehrung zustande kommen. Somit sind in Düsseldorf drei Hauptindikationen definiert worden, die zum therapeutischen Einsatz gelangen konnten: Die Behandlung des akuten Herzinfarktes, die Therapie des chronischen Herzinfarktes sowie die Behandlung der chronischen peripheren Verschlusskrankheit.
Wenn auch die Wirkmechanismen dieser Zelltherapie bis heute nicht eindeutig ge klärt sind (Zytokin-induzierte Muskelzellregeneration?, und/oder Gefäßneubildung?, Mobilisierung intrinsischer Stammzellen?) ist davon auszugehen, dass damit eine wirksame Kausaltherapie verfügbar geworden ist, die nicht nur zur Linderung der Beschwerden, Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Abnahme der Infarktkomplikationen führt, sondern auch eben durch den kausaltherapeutischen Ansatz zu Reduktion Herz- und gefäßbedingter Spätschäden mit Abnahme der Hospitalisationsfrequenz, mit Medikamentenreduktion und weniger Herztodesfällen. Auch unter Kostengesichtspunkten ist daher diese neuartige Therapieform, die zwischenzeitlich von den Krankenkassen mit einer eigenen DRG-Ziffer ausgestattet wurde, zu begrüßen und wichtig.
Die Zukunftsperspektiven sind vielfältig und haben das Ziel, Stammzellmarkierungen vorzunehmen, das Stammzellschicksal zu verfolgen, die Applikationsmechanismen zu verbessern, die Zellidentifikation spezifisch vorzunehmen und das Homing, d.h. die Einnistung der Zellen in das Gewebe zu verbessern. Die derzeit in Düsseldorf laufenden Untersuchungen sind daher auf die stammzellinduzierten Auswirkungen der Geweberegeneration am Herzmuskel und den peripheren Gefäßen konzentriert und werden in gemeinsamer Kooperation zwischen Kardiologie, Angiologie, Transplantationsmedizin, Transplantationsdiagnostik und Nuklearmedizin synergistisch bearbeitet."
Quelle: Heinrich - Heine Universität
CRP - neuer Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall
Wiesbaden - 05.04.2006 (ots) - (med update) - Im Rahmen der bundesweiten Initiative "Rundum herzgesund" bieten Ärzte und Institute einen kostenlosen Risiko-Check für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Schuster, Berlin, und Prof. Dr. Koenig, Ulm, untersucht die Studiengruppe den neu entdeckten Gefäß-Risikofaktor CRP (C-reaktives Protein). Interessierte können sich zum Risiko-Check anmelden und gegebenenfalls an einer Untersuchung zur Behandlung von hohen CRP-Werten teilnehmen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sind die Todesursache Nr. 1 in westlichen Industrienationen. Auslöser ist meist die Atherosklerose - eine Entzündung von Blutgefäßen mit nachfolgender Verengung der Arterien. Aber: Etwa 20 Prozent der Menschen mit Herzinfarkt haben keinen und 40 Prozent nur einen der bekannten Risikofaktoren für Atherosklerose - sie gelten nach den bisherigen Kriterien als herzgesund oder zumindest als Patientengruppe mit kleinem Risiko für schwer wiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine bessere Vorbeugung verspricht der neu entdeckte Risikofaktor CRP. Diese Substanz zeigt an, ob im Körper eine Entzündung vorliegt, also z.B. auch Atherosklerose. Prof. Schuster: "Wir vermuten, dass bei einem Teil dieser Patienten CRP als zusätzlicher Risikofaktor wertvolle Informationen zur Risikostratifizierung und zur Selektion von Patienten liefern könnte, die in die Prävention eingeschlossen werden sollten."
Menschen mit Herz-Kreislauf-Risiko gesucht
Um mehr über die Bedeutung von CRP zu erfahren, bietet "Rundum herzgesund" Patienten aus ganz Deutschland in verschiedenen Zentren einen kostenlosen Herz-Kreislauf-Check an. Dabei werden nicht nur die klassischen Risikofaktoren überprüft, sondern auch der CRP-Wert. Möglich ist die Untersuchung für Männer ab 50 und Frauen ab 60 Jahren, die bisher noch keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten und nicht mit Cholesterin-senkenden Medikamenten behandelt werden. Interessierte können sich direkt bei den teilnehmenden Kliniken und Instituten oder bei dem Studienzentrum Infogen in Berlin (Tel.: 030-88917888) melden. Bei einem erhöhten CRP-Wert und niedrigen Cholesterinwerten können Betroffene zusätzlich an einer wissenschaftlichen Untersuchung eines pharmazeutischen Unternehmens teilnehmen.
CRP ein eigenständiger Faktor
Mit der Entdeckung des CRP gelang ein wichtiger Schritt bei der Identifizierung von Risikopatienten. Prof. Koenig, ein Vorreiter der CRP-Forschung in Deutschland, zur Bedeutung von CRP: "CRP ist ein wesentlicher Vorhersagefaktor für Herzinfarkt oder Schlaganfall, der zusätzliche Informationen zu Cholesterin und anderen bekannten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes mellitus u.a. liefert. So ist inzwischen bekannt, dass Personen, bei denen mit empfindlichen Verfahren CRP-Werte von über 3 mg/l nachgewiesen werden, ein mehr als doppelt so hohes Risiko für eine schwere atherosklerotische Herzerkrankung haben als Personen, deren CRP unter 1 mg/l liegt. Dies ist unabhängig vom Vorliegen anderer Risikofaktoren. Ich gehe daher davon aus, dass in einigen Jahren die Messung des CRP ebenso zur Routine-Vorsorge zählen wird wie heute das Cholesterin." Informationen zu "Rundum herzgesund" und allen teilnehmenden Kliniken/Instituten unter www.rundum-herzgesund.de.
Quelle: Rundum herzgesund
Gen-Schweine für die Ölherstellung gezüchtet
Gentechnisch veränderte Tiere produzieren Omega-3-Fette
Pittsburgh - 27.03.2006 - Zahlreiche Studien legen nahe, dass Omega-3-Fette das Risiko einer Herzerkrankung verringern können. Ein Team unter der Leitung der University of Pittsburgh http://www.pitt.edu hat jetzt Schweine gezüchtet, die diese Fette produzieren. Die in Nature Biotechnology http://www.nature.com/nbt veröffentlichte Studie eröffnet die Aussicht auf eine neue Quelle für jene Fette, die der Mensch nicht herstellen kann. Derzeit können Omega-3-Fette nur über Nahrungsergänzungsmittel oder bestimmte Arten von Fisch konsumiert werden, die fallweise auch große Mengen an Quecksilber enthalten.

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Um die Produktion von Omega-3-Fettsäuren bei Schweinen zu stimulieren, übertrugen die Wissenschafter ein Schlüsselgen in noch unreife fötale Zellen, die bei erwachsenen Tieren zur Entstehung von bestimmten Gewebearten führen. Das Gen fat-1 kontrolliert die Umwandlung der reichlicher vorhandenen Omega-6-Fette in die Omega-3-Fette. In einem nächsten Schritt verwendeten die Wissenschafter die gentechnisch veränderten Zellen dazu, mittels des Zellkerntransfer in eine entkernte Eizelle ein Schwein zu schaffen. Der Wissenschafter Randy Prather erklärte, dass Schweine und Menschen über eine ähnliche Physiologie verfügten. "Wir könnten diese Tiere dafür einsetzen, um zu studieren, was bei einem gesunden Herzen passiert, wenn man die Menge der Omega-3-Fette im Körper erhöht. Damit könnten wir studieren, wie die kardiovaskulären Funktionen durch diese Fette unterstützt werden."
Prather kann sich zusätzlich vorstellen, dass diese Tiere auch als Teil der Nahrungskette Vorteile bringen sollten. "Erstens könnten die Schweine über bessere kardiovaskuläre Funktionen verfügen und daher länger leben. Zweitens könnten sie gesündere Tiere für den Verzehr durch den Menschen ermöglichen." Die Auswertung von 89 Studien hinsichtlich der Gesundheitsvorteile von Omega-3-Säuren ergab im British Medical Journal vergangene Woche, dass es nur geringe Hinweise darauf gibt, dass diese Öle einen nennenswerten Effekt auf die Gesundheit haben. Die Verfasser der aktuellen Studie räumen laut BBC ein, dass weitere Forschungen erforderlich seien, bis endgültige Schlussfolgerungen gezogen werden können.
Quelle: pte
Studie enthüllt Geschlechterverteilung bei Angina pectoris
Diagnose bei Frauen weniger häufig durch Tests bestätigt
London - 23.03.2006 - Englische Wissenschaftler haben festgestellt, dass Frauen häufiger an Angina pectoris leiden als bisher angenommen. In einer Studie mit über 100.000 Patienten fanden sie heraus, dass die Herzerkrankung bei beiden Geschlechtern gleich häufig vorkommt. Diese Feststellung steht im Kontrast zu Herzinfarkten, die Männer deutlich häufiger als Frauen betreffen. Ein Forscher-Team um Harry Hemingway vom University College London http://www.ucl.ac.uk zeigte, dass jedes Jahr zwei Prozent der weiblichen Bevölkerung Angina pectoris als erstes Anzeichen einer Herzerkrankung entwickelt. Die Studie ist jetzt im Fachmagazin Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org erschienen.
Angina pectoris äußert sich häufig als Druckgefühl und Brennen hinter dem Brustbein. Klassischerweise tritt sie auf, wenn der Betroffene seinen Kreislauf wie beispielsweise beim Treppensteigen belastet. Das Herz braucht in dieser Situation mehr Sauerstoff als in der Ruhe. Befindet sich eine Engstelle in den Herzkranzgefäßen, kann die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung des Herzmuskelgewebes unzureichend sein.
Da die Symptome manchmal nicht eindeutig von anderen Herzerkrankungen unterschieden werden können, sind Fachärzte bisweilen gezwungen, auch anderen möglichen Ursachen für Brustschmerzen nachzugehen. Derzeit lässt sich eine Engstelle in den Herzkranzgefäßen nur mit einer Herzkatheter-Untersuchung sicher nachweisen. In sogenannten "chest-pain-units" haben Kardiologen Zugriff zu allen weiteren Untersuchungsmethoden, um Patienten mit akuten Brustschmerzen optimal zu versorgen.
Laut der englischen Studie wird die Angina-pectoris-Diagnose bei Frauen weniger häufig mit Tests bestätigt wie bei Männern. "Angina pectoris ist ein Aschenputtel in der Herzerkrankungs-Forschung", sagt Harry Hemingway, Leiter der englischen Studie. Man müsse verstehen, warum Frauen vor Herzinfarkten relativ geschützt seien, nicht aber vor Angina pectoris, so der Mediziner.
Quelle: pte
Körpereigenes Hormon schützt Herz vor Riesenwuchs
Neuer Ansatzpunkt für therapeutische Eingriffsmöglichkeit
Berlin - 14.03.2006 - Berliner Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass ein bestimmtes körpereigenes Hormon das Herz vor einer krankhaften Vergrößerung schützen kann, die beispielsweise durch Bluthochdruck entsteht. Ein Forscherteam um Michael Bader vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) http://www.mdc-berlin.de konnte zeigen, dass das Hormon CNP an einen spezifischen Rezeptor bindet und ihn damit aktiviert. Die Wissenschaftler beobachteten, dass aktivierte Rezeptoren für den Schutz vor Hypertrophie entscheidend sind. Ihre Ergebnisse haben die MDC-Forscher jetzt in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.
Über den NPR-B-Rezeptor ist noch wenig bekannt, doch die Wissenschaftler vermuteten eine Ausschlag gebende Rolle bei der krankhaften Vergrößerung des Herzens. Sie züchteten Laborratten, deren NPR-B-Rezeptoren blockiert waren und stellten fest, dass die Ratten tatsächlich an Hypertrophie erkrankten. Kann sich dagegen das Hormon, das beispielsweise auch den Blutdruck senkt, an den Rezeptor binden, erkrankt das Tier nicht.
"Medizinisch gesehen, ist das ein neues System, bei Herzerkrankungen therapeutisch eingreifen zu können", betont Michael Bader im Gespräch mit pressetext. Pharmakologen könnten jetzt nach einem entsprechenden Agonisten suchen, der wie CNP den spezifischen Rezeptor aktiviere und so eine Hypertrophie verhindere, so Bader abschließend.
Quelle: pte
Herzanfall: Gene steuern Risiko durch Kaffee
Toronto - 08.03.2006 - Kaffee kann die Wahrscheinlichkeit eines Herzanfalls erhöhen oder verringern. Alles hängt vom genetischen Aufbau eines Menschen ab. Zu diesem Ergebnis ist einer Studie von Wissenschaftern der University of Toronto http://www.utoronto.ca gekommen. Menschen, die Kaffee aufgrund des Gens CYP1A2*1F langsamer abbauen, verfügen über ein um 36 Prozent erhöhtes Herzrisiko, wenn sie zwei oder drei Tassen täglich trinken wie Menschen, die mit der gleichen genetischen Ausstattung eine Tasse oder weniger täglich trinken. Trinken diese Menschen mehr als vier Tassen, erhöht sich ihr Risiko auf 64 Prozent. Der leitende Wissenschafter Ahmed El-Sohemy erklärte, dass es den Anschein habe, dass die Länge der Verweildauer des Kaffees im Körper einen entscheidenden Einfluss auf mögliche schädliche Wirkungen habe. Details der Studie wurden im Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org veröffentlicht.

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Menschen, die Kaffee aufgrund des Gens CYP1A2*1A rasch abbauten und zwei oder drei Tassen täglich tranken, erzielten eine Verringerung des Herzrisikos um 22 Prozent im Vergleich zu jenen Teilnehmern dieser Gruppe, die eine Tasse oder weniger täglich tranken. Ende der neunziger Jahre entdeckten Wissenschafter, dass Menschen Varianten eines Gens für ein Enzym in sich tragen, dass Kaffee im Körper abbaut. Menschen, die zwei Kopien des Gens CYP1A2*1A verfügen, können laut El-Sohemy Kaffee bis zu vier Mal rascher abbauen als jene, die über CYP1A2*1F Gene verfügen. Gemeinsam mit Kollegen analysierte der Wissenschafter die DNA von mehr als 2.000 Patienten und einer entsprechenden Anzahl von gesunden Teilnehmern, die hinsichtlich ihres Alters, Geschlechts und ihres Wohnortes als Kontrollgruppe entsprachen. Rund 55 Prozent der Teilnehmer verfügten über die genetische Ausstattung für einen langsamen Abbau von Kaffee.
Für die aktuelle Studie wurde erstmals eine systematische Analyse durchgeführt, wie Gene die Auswirkungen des Kaffeekonsums auf das Herzanfallrisiko beeinflussen können. Allgemein geht der Trend derzeit in Richtung der Erforschung des genetischen Einflusses auf die Auswirkungen der Ernährung und von Lebensgewohnheiten. Nur wenige Menschen wissen, ob sie das CYP1A2*1F Gen in sich tragen oder nicht. El-Sohemy betont jedoch laut New Scientist, dass eine Tasse täglich keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben scheint. Es sei zu früh, Empfehlungen in Hinblick auf eine Verringerung des Kaffeekonsums abzugeben.
Quelle: pte
Hilfe für Herzinfarkt-Patienten
Deutsche Herzstiftung: Gefahr eines erneuten Infarkts kann deutlich verringert werden
06.03.2006- Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Dank der verbesserten medizinischen Versorgung wird zwar mittlerweile fast jeder zweite Infarkt überlebt, doch Gerettete dürfen die Gefahr eines erneuten Herzinfarkts nicht unterschätzen. Was Betroffene beachten müssen, erfahren sie in einem 16-seitigen Sonderdruck der Deutschen Herzstiftung. Er informiert ausführlich über das Leben nach einem Herzinfarkt.
Von besonders großer Bedeutung ist nach einem Herzinfarkt die korrekte Einnahme bestimmter Medikamente. Grundlage ist die von Herzspezialisten empfohlene Standardtherapie mit einem Betablocker, ACE-Hemmer, Statin-Präparat und Acetylsalicylsäure (ASS). Auf diese Weise lässt sich das infarktgeschädigte Herz wirkungsvoll entlasten, die Pumpleistung des Herzmuskels verbessert sich und die körperliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen nimmt wieder zu. Außerdem wird die Verkalkung der Herzkranzgefäße langfristig gebremst, die Verklumpungsgefahr des Blutes nimmt ab und die Gefahr für einen erneuten Herzinfarkt verringert sich deutlich: "Mit den heute verfügbaren Standardmedikamenten lässt sich die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt innerhalb von zwei bis drei Jahren um rund 20 bis 30 Prozent senken", betont der Herzspezialist Professor Dr. med. Erland Erdmann vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.
Einen äußerst hohen Stellenwert hat nach einem Herzinfarkt die konsequente Behandlung der Risikofaktoren. Zum Beispiel sollte der Blutdruck nach Möglichkeit unter 140:90 mmHg gesenkt werden. Deutlich strenger als noch vor einigen Jahren sind heute die Empfehlungen zu den Cholesterinwerten. Während bei Herzinfarkt-Patienten früher ein so genannter LDL-Cholesterinwert im Blut von unter 100 mg/dl angestrebt wurde, zeigen neuere wissenschaftliche Studien, dass sich mit LDL-Werten unter 70 mg/dl das Risiko für einen erneuten Infarkt sogar noch besser senken lässt. Zu weiteren Risikofaktoren für einen erneuten Herzinfarkt zählen außerdem: Zuckerkrankheit, Zigarettenrauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel.
Regelmäßig zum Arzt
Grundsätzlich sollten alle wichtigen Risikofaktoren regelmäßig vom Arzt kontrolliert werden. Denn oft lässt sich ein weiterer Herzinfarkt verhindern, wenn gesundheitliche Veränderungen frühzeitig erkannt werden und rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Besonders wichtig ist: Sobald ein Mensch mit einem früheren Herzinfarkt Beschwerden verspürt, sollte er umgehend einen Arzt aufsuchen und nicht fälschlicherweise bis zum nächsten geplanten Sprechstundentermin warten. Nur so lässt sich ein eventuell unmittelbar bevorstehender Zweitinfarkt abwenden.
Darüber hinaus sollten Menschen mit einem Herzinfarkt nach Empfehlung der Deutschen Herzstiftung so viel wie möglich Eigenverantwortung im Umgang mit der Herzerkrankung übernehmen. Zwar bietet die moderne Medizin heute wirkungsvolle Therapieverfahren an, doch letztendlich hängt es von jedem Betroffenen selbst ab, ob er alle verfügbaren Möglichkeiten nutzt, um einen erneuten Herzinfarkt zu verhindern.
Ausführliche Informationen zum optimalen Verhalten nach einem Herzinfarkt können Betroffene in dem neuen Sonderdruck der Deutschen Herzstiftung "Nach dem Herzinfarkt - wie geht es weiter?" nachlesen. Die Informationsschrift ist gegen Rückporto von 1,45 Euro in Briefmarken erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung, Stichwort: Nach dem Herzinfarkt, Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt am Main.
Quelle:
Deutsche Herzstiftung e. V. / Deutsche Stiftung für Herzforschung
Viele Herzinfarkte bleiben unerkannt
14.02.2006 - Etwa vier von zehn Herzinfarkten werden nicht als solche erkannt. Das hat eine niederländische Studie mit über 5.000 Teilnehmern jenseits des 55. Lebensjahres ergeben. Besonders hoch ist der Anteil nicht diagnostizierter Infarkte demnach bei Frauen. Die Gründe dafür sind unklar.
Bei Männern sei etwa ein Drittel, bei Frauen sogar über die Hälfte der Infarkte zunächst nicht erkannt worden, berichten Jacqueline Witteman und ihre Kollegen vom Klinikum der Erasmus-Universität Rotterdam im "European Heart Journal". Angesichts dieser Zahlen solle über den verstärkten Einsatz von Elektrokardiogrammen (EKG) zur Vorbeugung nachgedacht werden.
Witteman und ihre Kollegen analysierten die Daten von 5.148 Personen, bei denen zu Studienbeginn keine Anzeichen für einen Herzinfarkt bestanden. Zusätzlich zu einem EKG bei der Eingangsuntersuchung konnten bei 4.187 Teilnehmern im Laufe der nächsten Jahre weitere EKG angefertigt werden. Die Auswertung dieser Untersuchungen und der Patientenakten ergab eine Gesamtrate von 12,6 bzw. 6,7 Herzinfarkten pro 1.000 Personenjahren bei Männern und Frauen. Davon zunächst unerkannt geblieben waren 4,2 bzw. 3,6 Infarkte pro 1.000 Personenjahren.
Vermutlich trügen zahlreiche Faktoren zu diesen Resultaten bei, so Wittemans Kollege Eric Boersma. So könnten viele Infarkte aufgrund untypischer Symptome für Schulter- oder Bauchschmerzen oder sogar für eine schwere Grippe gehalten worden sein. "Ein Problem ist auch, dass Frauen und ihre Ärzte sich mehr Sorgen um Tod durch Brustkrebs und andere gynäkologische Krebsarten machen als um Tod durch Herzkrankheiten."
Forschung: Jacqueline C.M. Witteman und Eric Boersma, Epidemiologie & Biostatistiek und Thoraxcentrum, Erasmus Medisch Centrum, Rotterdam; und andere
Veröffentlichung European Heart Journal, DOI 10.1093/eurheartj/ehi707
Quelle: Scienceticker
Notfall: Hauptsache Herzmassage -
Neue Experten-Empfehlung zur Wiederbelebung
Baierbrunn (ots) - 01.02.2006 - Ersthelfer müssen umdenken: Bei der Wiederbelebung von Patienten mit Herzstillstand spielt die Herzdruckmassage eine noch wichtigere Rolle, als bisher gelehrt wurde, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". 30-mal soll der Brustkorb komprimiert, dann zweimal Luft in die Lungen geblasen werden.
Dies ist die neue Empfehlung des Europäischen Rates für Wiederbelebung (ERC - European Resuscitation Council). "Neue Studien zeigen, dass eine effektive, möglichst ununterbrochene Herzdruckmassage für das Überleben äußerst wichtig ist", begründet ERC-Präsident Prof. Bernd Röttger die Empfehlung. Früher galt der Rhythmus von 15:2. Dieser soll aber weiterhin für die Wiederbelebung von Kindern angewendet werden.
Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Erregungsmuster am Herzen kündigt Kammerflimmern an -
Neue Methode hilft Sekunden-Tod-Risiko einzuschätzen
Würzburg - 01.02.2006 - Eine neue Methode, mit der man bei herzkranken Patienten das Risiko für Kammerflimmern einschätzen kann, haben Wissenschaftler der Universität Würzburg http://www.uni-wuerzburg.de entwickelt. Marcus Koller und seine Kollegen haben herausgefunden, dass es ein spezielles elektrisches Erregungsmuster am Herzen gibt, das kurz vor dem lebensbedrohlichen Kammerflimmern auftritt. Damit kann dieses Erregungsmuster als Risikomarker dienen. Für seine Methode bekommt Koller in Kürze einen Preis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie http://www.dgk.org verliehen.
Die Zeitspannen zwischen zwei am Herzen ankommenden elektrischen Erregungen ist unterschiedlich groß. Diese Tatsache nennt man im Fachjargon Alternans, der von der Herzfrequenz abhängig ist. "Bei herzkranken Patienten fängt der Alternans schon bei niedrigeren Frequenzen an", erläutert Marcus Koller im pressetext-Interview. Mit einer Herzkatheter-Untersuchung kann der Mediziner jetzt die Alternans-Schwelle bestimmen. Dazu wird die Herzfrequenz Schritt für Schritt erhöht und festgestellt, wann der Alternans auftritt.
"Bisher konnte man schlecht vorhersagen, welcher Herz-Patient ein größeres Risiko hat, Kammerflimmern zu bekommen", betont Koller gegenüber pressetext. Jetzt habe sich die Möglichkeit verbessert, das Risiko einschätzen zu können. Besonders bei Menschen, die bereits einen Herzinfarkt hatten, treten die lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen auf. "Jährlich erleiden etwa 200.000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt", führt der Mediziner aus. Diesen stark gefährdeten Patienten könnte man einen Defibrillator einpflanzen, der dem Herzen einen elektrischen Stoß gibt, sobald es zu einem Kammerflimmern kommt.
"Der Defibrillator ist quasi die Lebensversicherung für den Patienten", sagt Koller. Diese Behandlungsmethode ist allerdings teuer und aufwändig. Im schlimmsten Fall führen starke Herzrhythmusstörungen zum Sekunden-Herztod: Der Blutdruck fällt abrupt ab, die Betroffenen verlieren innerhalb von einigen Sekunden das Bewusstsein und sterben, wenn das Herz nicht durch Elektroschocks wieder in den richtigen Rhythmus gebracht wird. Mit Kollers neuer Untersuchungsmethode gelingt es Kardiologen, das Risiko für Kammerflimmern viel besser zu bewerten. So könnten solche Situationen vermieden werden.
Quelle: pte
Ursache für tödliche Herzerkrankung gefunden
Negative Feedback-Schleife sorgt für Glykogen-Überschuss
Heidelberg - 27.01.2006 - Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) http://www.dkfz.de haben die Ursache für eine tödlich verlaufende Herzerkrankung bei Neugeborenen identifiziert. Das Forscherteam um Barbara Burwinkel hat herausgefunden, dass ein Defekt in einem bestimmten Enzym des Energiestoffwechsels Auslöser für die unheilbare Krankheit ist. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachmagazin American Journal of Human Genetics veröffentlicht worden.
Glykogenose ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der Organe gespeicherten Zucker nicht wieder ins Blut entlassen können. Dadurch reichert sich der Zucker-Speicherstoff Glykogen in den Zellen an und beeinträchtigt die Funktion von Herz, Leber oder Niere. Die Glykogen-Speicherkrankheit schwemmt das Herz der Babys bis zur fünffachen Größe auf, was dazu führt, dass die Kinder in den ersten Lebenswochen meist an Herzversagen sterben.
Bisher war bekannt, dass viele Formen der Glykogenose aus einem Fehler im Enzym Phosphorylase-Kinase resultieren, das normalerweise Zucker im Körper abbaut. Burwinkel und ihre Kollegen haben den Defekt jedoch in einer Proteinkinase ausgemacht, die durch AMP aktiviert wird. "Diese Proteinkinase ist ein Schlüsselenzym für viele Stoffwechselwege", erklärt Burwinkel im pressetext-Interview.
Wenn die AMP-abhängige Proteinkinase fehlerhaft ist, aktiviert sie Gene, die dafür sorgen, dass übermäßig viel Zucker in die Zelle transportiert wird. Der Zuckerüberschuss wird von der Zelle in den Speicherstoff Glykogen umgewandelt. Der hohe Glykogen-Spiegel, im Vergleich zum niedrigen Zucker-Spiegel, sorgt wiederum dafür, dass das Enzym Phosphorylase-Kinase inaktiv bleibt. "Diese negative Feedback-Schleife ist die Ursache für die tödliche Glykogenose des Herzens und nicht ein Fehler an der Phosphorylase-Kinase selbst", so Burwinkel.
"Interessant ist, dass die Mutation in der Proteinkinase jedes Mal neu entsteht", führt Burwinkel aus. Das heißt, dass die Veränderung spontan entsteht und nicht von den Eltern vererbt wird. Das erklärt sich die Wissenschaftlerin so, dass der "Gen-Ort gewissermaßen prädestiniert dafür ist, zu mutieren." Einerseits seien diese Aspekte gut zu wissen für die allgemeine AMP/ATP-Bindungsdomänen. Andererseits sei das Wissen um das neu entstehen der Mutation wichtig für die genetische Beratung betroffener Eltern. Da diese Veränderung im Erbgut nicht über die Eltern weiter gegeben wird, ist es sehr unwahrscheinlich, dass auch ein zweites Kind die selbe Erkrankung hat.
Quelle: pte
Senkt fettarmes Essen die Cholesterinwerte wirklich?
19.01.2006 - Ja - aber oft nicht genug, sagt die Wissenschaft: Denn zu hohes Cholesterin kommt aus zwei Quellen ins Blut! / Studien belegen: Prinzip der "dualen Hemmung" wirkt effektiv

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In diesem Punkt sind sich die Wissenschaftler einig: Erhöhte Werte des "bösen" LDL-Cholesterins im Blut sind ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Arteriosklerose! Allein in Deutschland sterben jährlich annähernd 400.000 Menschen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter mehr als 230.000 Frauen. Grund genug für die Medizin, gegen hohe Cholesterinwerte mit allen Mitteln vorzugehen: Sie verordnen Diäten und Medikamente (meistens so genannte Statine) - leider jedoch nicht immer mit dem gewünschten Erfolg.
"Wir raten unseren Patienten aus gutem Grund zum Verzicht auf Schweinebraten und Speck, Butter und Mayonnaise", sagt der erfahrene Münchener Internist Dr. Peter Kramer: "Die leichte Mittelmeerküche mit Olivenöl, viel Fisch und Gemüse und wenig Fleisch bekommt dem Herzen tatsächlich besser und kommt auch der schlanken Linie zugute. Auch Sport und körperliche Betätigung verringern das Risiko. Erst recht der Verzicht auf Zigaretten."
Dass jedoch solche Ermahnungen nur selten konsequent befolgt werden, räumt auch Dr. Kramer ein: "Das zeigen schon die bundesweit aus dem Boden schießenden Fastfood-Restaurants und die drastische Zunahme übergewichtiger 'Couch-Potatoes' - von den vielen rauchenden jungen Frauen und Jugendlichen ganz zu schweigen."
Viele Menschen wissen außerdem nicht, dass der größte Teil des Cholesterins im Körper gar nicht aus dem Essen stammt: Etwa zwei Drittel entstehen nämlich in der Leber. Sowohl Cholesterin aus der Nahrung als auch Cholesterin aus der Leber werden im Darm ins Blut aufgenommen. Dr. Kramer: "Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass selbst bei strenger Einsparung cholesterinhaltiger Lebensmittel der Cholesterinwert nur um höchstens 10 bis 15 Prozent gesenkt werden kann."
Die Folge: Heute müssen in Deutschland jeden Tag 3,2 Millionen Menschen ein so genanntes Statin einnehmen, um ihre krankhaft erhöhten LDL-Cholesterinwerte zu senken. "Doch gerade weil zu hohes Cholesterin von zwei Seiten ins Blut gelangt, gelingt es häufig trotz Statinbehandlung und gesunder Ernährung nicht, die erwünschten Werte zu erreichen", bedauert der Mediziner.
Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet das Medikament Inegy mit seinem dualen Wirkprinzip: Inegy ist eine Kombination von zwei unterschiedlich wirkenden und einander ergänzenden Komponenten. Der Wirkstoff Simvastatin senkt die Cholesterinproduktion in der Leber, der Wirkstoff Ezetimib hemmt die Cholesterinaufnahme im Darm - auf diese Weise wird das "böse" LDL-Cholesterin von zwei Seiten bekämpft. Dieses als "duale Hemmung" bezeichnete Prinzip wirkt, wie wissenschaftliche Studien ergaben, nachweislich effektiver als ein Statin allein. "Dass zu hohe LDL-Cholesterinwerte behandelt werden müssen, daran wird heute kein seriöser Wissenschaftler mehr ernsthaft zweifeln", betont Dr. Peter Kramer.
Mehr Informationen zum Thema Cholesterin und seinen Gefahren bei der Initiative "2 Cholesterinquellen" unter der kostenfreien Hotline 0800 / 673 67 77 und im Internet unter www.2cholesterinquellen.de.
Quelle:
Stroebel Communications GmbH & Co KG
Neue schnellere Implantation eines Herzschrittmachers
12.01.2006 - Europaweit leiden etwa 6 Millionen Menschen an einer chronischen Herzleistungsschwäche - Tendenz steigend. Häufig gerät in einem späteren Stadium das linke Herz aus seinem Takt. Versagen alle Medikamente, können heutzutage so genannte biventrikuläre Herzschrittmacher eingesetzt werden, die beide Herzkammern gleichzeitig stimulieren, und so eine erhebliche Verbesserung der Herzleistung bewirken. Diese Therapieform kann selbst da helfen, wo früher nur noch die Transplantation eine Option war. Ärzte am Herzzentrum des Universitätsklinikums Bonn haben jetzt ein neues Verfahren entwickelt, das die komplizierte Implantation dieser Herzschrittmacher deutlich verkürzt - ein erheblicher Vorteil für die wenig belastbaren Patienten.

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Eine chronische Herzmuskelschwäche ist die häufigste Erkrankung des Herzens. Allein in Deutschland sterben pro Jahr etwa 60.000 Patienten an dieser Krankheit. Die Ursachen sind sehr vielfältig wie Bluthochdruck, Verengung der Herzkranzgefäße oder eine Entzündung des Herzmuskels. "Doch oft wird die Diagnose Herzinsuffizienz erst dann gestellt, wenn bereits die Pumpleistung des Herzens deutlich vermindert ist", konstatiert Dr. Bahman Esmailzadeh, Oberarzt an der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Bonn. Bereits zu diesem Zeitpunkt schlägt häufig das linke Herz nicht mehr im richtigen Takt. Herkömmliche Schrittmacher stimulieren jedoch nur das rechte Herz und können so die gestörte Erregungsleitung zusätzlich verstärken. Im Endstadium war früher die Herztransplantation die einzige Option, wenn Medikamente dem Betroffenen nicht mehr halfen.
Knifflige Suche nach dem Nadelöhr
In den letzten Jahren etablierten sich biventrikuläre Schrittmacher, die mittels einer zusätzlichen Elektrode gleichzeitig den rechten und linken Herzmuskel stimulieren und so eine "synchrone" Kontraktion der Herzmuskel bewirken - eine echte Alternative zur Transplantation. "Doch gerade die kathetergestützte Platzierung der linksseitigen Elektrode ist extrem knifflig", sagt Dr. Dieter Bimmel, Oberarzt an der Herzchirurgischen Universitätsklinik. Denn der einzige Zugang zur gewünschten Herzvene, dem so genannten Sinus-Coronarius, ist schwer zu finden. Bisher wird dieses Nadelöhr mittels Röntgendurchleuchtung mit Kontrastmitteln dargestellt und die Sonde vom rechten Herzen zur linken Herzkammer geführt. "Wobei lange Durchleuchtungszeiten bis zu einer halben Stunde keine Seltenheit sind" erklärt Oberarzt Bimmel.
Jetzt haben die Bonner Ärzte, die pro Jahr rund 100 biventrikuläre Schrittmacher implantieren, ein Verfahren entwickelt, bei dem sie Röntgen und Herz-Ultraschall, die so genannte Echokardiographie, zusammen anwenden. Dabei erfolgt der schwierigste Abschnitt, die Suche nach dem Sinus Coronarius, ausschließlich echokardiographisch. Dadurch reduzieren die Bonner Ärzte die Zeit für eine exakte Platzierung der Sonde auf fünf Minuten. Auch die Belastung des Patienten durch Röntgenstrahlen sinkt deutlich. Zudem benötigt das neue Verfahren kein Kontrastmittel mehr. "Der Erfolg ist eine schnelle und sichere Implantation, die unseren Patienten erstaunliche Vorteile bringt. Den kürzeren Eingriff können sie besser verkraften, und sie können schneller wieder nach Hause", sagt Projektleiter Esmailzadeh.
Quelle:
Rheinische Friedrichs-Wilhelms-Universität Bonn
"Paula hat ein Loch im Herzen ... und was jetzt?"
21.12.2005 - "Paula hat ein Loch im Herzen - und was jetzt?" Diese Frage stellen sich viele Eltern, denn jedes Jahr werden in Deutschland rund 6.000 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler geboren. In dieser Situation helfen umfassende Informationen, die über die Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten aufklären.

Szene aus dem Film: Das herzkranke Mädchen Paula bei der Untersuchung.
Quelle: Rombach & Partner
Die Abteilung Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Heidelberg hat gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung einen Film mit dem Titel "Paula hat ein Loch im Herzen ... und was jetzt?" auf DVD herausgegeben. Ihre Herstellung wurde mit Hilfe zahlreicher Spenden von Eltern herzkranker Kinder ermöglicht. Der Film dauert 30 Minuten und ist in drei Abschnitte zu jeweils 10 Minuten gegliedert: 1. Der Herzfehler, 2. Die Katheteruntersuchung, 3. Die Herz-OP.
"Wir wollten am einem Beispiel zeigen, welche medizinischen Maßnahmen notwendig und was dann in der Klinik passiert", erklärt Professor Dr. Herbert Ulmer, Ärztlicher Direktor der Heidelberger Abteilung Kinderkardiologie, der den Film konzipiert hat.
Der Film begleitet das herzkranke Mädchen Paula und ihre Mutter zu den kardiologischen Untersuchungen, informiert über die Herzkatheteruntersuchung und die anschließende Herzoperation. "Es ist hilfreich, den Eltern und Kindern die einzelnen Behandlungsschritte genau zu erklären, um Ängste und Hemmnisse zu überwinden", sagt Professor Ulmer. Aufbau und Fehler des Herzens sowie alle Untersuchungen werden kindgerecht - teilweise von Paula selbst - erklärt. Eine wichtige Rolle spielt dabei ihre Freund Jonathan, der als aufmunternder Gesprächspartner immer zur rechten Zeit zur Stelle ist - aber nicht für jeden sichtbar.
Darsteller des Films sind die Ärztinnen und Ärzte der Heidelberger Kinderklinik und der Abteilung Herzchirurgie sowie Schauspielerinnen und Schauspieler. Ihren ersten Filmauftritt als Paula und Paulas Mutter haben Lilly und Henriette Boxheimer aus Heidelberg, die für die Rollen von der Firmproduktionsfirma nach umfangreichem Casting ausgewählt wurden.
Die DVD "Paula hat ein Loch im Herzen ... und was jetzt?" ist bei der Deutschen Herzstiftung für 10 EUR (Schutzgebühr) erhältlich.
Bestelladresse:
Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
Tee - gesund für Herz und Zähne
München - 20.12.2005 (ots) - Wer Tee trinkt, tut sich und seiner Gesundheit Gutes: Teetrinker leiden seltener unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das berichtet die Zeitschrift natur+kosmos in ihrer Januarausgabe. Grüner Tee wirkt heilend bei chronischer Magenschleimhautentzündung. Und auch die Haut scheint mit Tee besser gerüstet: Unter 450 älteren Menschen aus dem sonnenreichen Arizona zeigte sich bei jenen eine geringere Hautkrebsrate, die regelmäßig starken schwarzen Tee tranken. Außerdem gibt es Hinweise, dass Tee wegen seiner Inhaltsstoffe die Zähne vor Karies schützt.

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Dass schwarzer und grüner Tee gegen Viren und Bakterien hilft, gegen Alzheimer, Arthritis und gegen Magen- oder Darmkrebs, ist medizinisch dagegen nicht ausreichend belegt. Zwar konnten in Versuchen mit Zellkulturen die Inhaltsstoffe des Tees Krebszellen am Weiterwachsen hindern. Außerdem ergaben sich in Tierversuchen schützende Effekte bei Haut- und Lungenkrebs. Doch ob diese Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind, ist noch offen. Die Vielzahl der Studien über potenzielle positive Wirkungen von grünem und schwarzem Tee auf die Gesundheit ergibt derzeit noch ein uneinheitliches Bild, bilanziert natur+kosmos.
Quelle: natur+kosmos
Schnee schippen: Vorsicht bei Herzproblemen
Baierbrunn - 19.12.2005 (ots) - Wenn frisch gefallener Schnee die Auffahrt oder den Gehweg vorm Haus blockiert, sollen Herzkranke sorgfältig abwägen, ob sie der körperlichen Belastung beim Schneeschippen gewachsen sind, warnt das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ unter Berufung auf die Deutsche Herzstiftung.

Bild: Photocase
Warnsignale wie Engegefühl und Schmerzen im Brustkorb müssen umgehend von einem Arzt abgeklärt werden. Solche Beschwerden treten bei mangelnder Sauerstoffversorgung des Herzens auf und können Vorboten eines Infarktes sein.
Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Wiederbelebung: Hauptsache Herzmassage
29.11.2005 - Die abwechselnde Herzmassage und Atemspende gilt als eine der wichtigsten Techniken der Ersten Hilfe. Neue Empfehlungen zur Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung hat eine internationale Expertenkommission erarbeitet. Die geänderten Richtlinien sollen die Wirksamkeit der Hilfsmaßnahmen erhöhen und erleichtern gleichzeitig ihre Durchführung.
"Neue Studien haben gezeigt, dass eine effektive, möglichst ununterbrochene Herzdruckmassage für das Überleben äußerst wichtig ist", erläutert Bernd Böttiger vom Universitätsklinikum Heidelberg, einer der beteiligten Mediziner. Dementsprechend sollen künftig nicht mehr alle 15, sondern nur noch alle 30 Brustkorb-Kompressionen zwei Atemstöße gegeben werden. Das gilt auch, wenn zwei Helfer zur Stelle sind.
Auch sollen Laien-Ersthelfer nicht mehr nach komplizierten Zeichen für einen Herz-Kreislauf-Stillstand suchen, bevor sie eine Herzmassage beginnen: Wenn ein Mensch nicht reagiert und nicht normal atmet, sollte nach Ansicht der Experten mit der Wiederbelebung begonnen werden - im Zweifelsfall vorzugsweise mit der Herzmassage.
Die neuen Richtlinien schlagen zudem vor, an Flughäfen, Sportstätten und Einkaufszentren und anderen Orten mit hohem Publikumsverkehr Defibrillatoren zu installieren. Dabei soll bereits nach dem ersten Stromstoß mit der Herzmassage begonnen werden. Weitere Punkte sind die Absenkung der Körpertemperatur nach der Einlieferung ins Krankenhaus und der Einsatz von Blutgerinnsel auflösenden Medikamenten.
Forschung: European Resuscitation Council; American Heart Association; und andere
Quelle: scienceticker
Laute Geräusche sind schlecht für das Herz -
Herzrisiko erhöht sich bereits bei 60 Dezibel
Berlin - 24.11.2005 - Das Leben oder Arbeiten in einer lauten Umgebung kann das Herzrisiko eines Menschen erhöhen. Umweltlärm wie Verkehrsgeräusche erhöht das Risiko eines Herzanfalls um das Zwei- bis Dreifache. Zu diesem Ergebnis ist eine im European Heart Journal http://eurheartj.oxfordjournals.org veröffentlichte Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin http://www.charite.de gekommen. Das Risiko scheint eher mit der Lautstärke des Lärms in Zusammenhang zu stehen als mit seiner Art. Die Studienautoren argumentieren daher, dass die bestehenden Sicherheitsrichtlinien eigentlich strenger sein sollten. Experten wie Belinda Linden von British Heart Foundation der erklärten, dass kein Anlass zur Besorgnis bestehe. Vielmehr sei eine weitere Erforschung dieses Bereiches erforderlich.
Der leitende Wissenschafter Stefan Willich erklärte, dass man es anscheinend mit einem Grenzwert zu tun habe, bei dem ein Risiko auftritt. Bei einer Überschreitung dieses Wertes, der bei rund 60 Dezibel liegt, bleibe das Risiko konstant. 60 Dezibel entsprechen laut BBC dem Geräuschpegel, der für ein großes, belebtes Büro typisch ist. Die Forscher verglichen mehr als 2.000 Herzpatienten mit mehr als 2.000 Kontrollpatienten, die in Berlin zwischen 1998 und 2001 in entsprechende Krankenhausabteilungen eingeliefert worden waren. Eine chronische Belastung durch Lärm wurde in der Folge mit einem leicht bis mittel erhöhten Risiko eines Herzanfalles in Zusammenhang gebracht.
Ein Mechanismus, der diesen Zusammenhang erklären könnte, ist laut Willich, dass Lärm den psychologischen Stress und Ärger erhöhen und so zu physiologischen Veränderungen im Körper führen kann. Dazu gehören erhöhte Werte bei Adrenalin und Noradrenalin, die mit einem erhöhten Blutdruck und einer Veränderung der Plasmalipide in Verbindung gebracht werden. "Derartige Mechanismen können durch persönliche Parameter noch weiter verändert werden. Dazu können die Rauchgewohnheiten oder Stress durch das Einhalten von Fristen gehören. In diesem Fall entspräche der von außen kommende Lärm einem Risikofaktor, der zum Entstehen einer Atherosklerose und einer kardiovaskulären Erkrankung beiträgt." Willich plant weitere Untersuchungen. Der derzeitige Grenzwert von 85 Dezibel sei jedoch auf jeden Fall zu hoch. Er solle viel eher zwischen 65 und 75 Dezibel liegen.
Quelle: pte
Stress kann Cholesterinwerte langfristig erhöhen -
Reaktionen bei Tests unterschiedlich stark
London - 23.11.2005 - Stress kann die Cholesterinwerte im Blut erhöhen und damit potenziell das Risiko einer Herzerkrankung steigern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des University College London http://www.ucl.ac.uk gekommen. Frühere Untersuchungen hatten nachgewiesen, dass Stress mit einer erhöhten Herzfrequenz und einer Schwächung des Immunsystems in Zusammenhang steht. Das Team um Andrew Steptoe hat jetzt bewiesen, dass Stress langfristig bei manchen Menschen auch die Cholesterinwerte zu erhöhen scheint. Die Wissenschafter führten bei 199 Teilnehmern Stresstests und Messungen der Cholesterinwerte in einem Abstand von drei Jahren durch. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Health Psychology http://www.apa.org/journals/hea veröffentlicht.
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Steptoe erklärte, dass manche der Teilnehmer auch kurzfristig einen starken Anstieg der Werte aufwiesen, während andere nur in sehr geringem Ausmaß reagierten. "Die Werte, die wir im Labor ermittelt haben, spiegeln wahrscheinlich auch wie die Menschen im Alltag auf Herausforderungen reagieren. Das bedeutet, dass jene die stärker auf stressreiche Aufgaben reagieren, auch stärker auf emotionale Situationen reagieren und daher eher unter erhöhten Cholesterinwerten leiden werden." Erhöhte Cholesterinwerte gehören zu den Hauptrisikofaktoren für Herz- und Kreislauferkrankungen.
Nach dem Ablauf von drei Jahren waren die Cholesterinwerte wie zu erwarten bei allen Teilnehmern angestiegen. Jenen Personen, deren Cholesterinwerte bei den ersten Tests an stärksten angestiegen waren, wiesen in der Folge einen deutlich höheren Anstieg der Werte auf. So waren die Werte beim LDL-Cholesterin drei Mal so wahrscheinlich in einem potenziell schädlichen Bereich. Mögliche Einflussfaktoren wie die normalen Cholesterinwerte, Alter, Geschlecht, Rauchgewohnheiten und Alkoholkonsum waren dabei bereits berücksichtigt worden. Die Wissenschafter halten es für denkbar, dass Stress den Körper dazu anregt, mehr Energie in Form von Fettsäuren und Glukose zu produzieren. Diese Substanzen erfordern, dass die Leber mehr LDL-Cholesterin produziert, damit sie in andere Bereiche des Körpers transportiert werden können. Es wäre laut BBC ebenfalls denkbar, dass Stress sich störend auf die Fähigkeit des Körpers auswirkt, überflüssiges Cholesterin wieder abzubauen. Schließlich wäre auch denkbar, dass Stress eine Reihe von entzündlichen Prozessen auslöst, die ebenfalls die Cholesterinproduktion erhöhen.
Quelle: pte
Achterbahnen: Lebensgefahr für Herzkranke -
Aufregung für schwache Herzen zu gefährlich
Mannheim - 21.11.2005 - Menschen mit schwachen Herzen sollten Achterbahnen meiden, da sie mit einer Fahrt ihr Leben riskieren könnten. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Kardiologen des Universitätsklinikums Mannheim http://www.ma.uni-
heidelberg.de/inst/med1 gekommen. Die Aufregung einer Fahrt mit der Achterbahn kann bei Herzerkrankungen zu einem unregelmäßigen Herzschlag führen und damit ein Risiko für einen Herzanfall darstellen. Emotionaler Stress scheint laut den Wissenschaftern eine entscheidende Rolle zu spielen. Das Team untersuchte 55 Freiwillige, die für die Studie eine Fahrt mit der Achterbahn unternahmen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden auf einer Versammlung der American Heart Association http://www.americanheart.org der Öffentlichkeit präsentiert.
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Die Wissenschafter untersuchten 37 Männer und 18 Frauen, deren Herzfunktionen und Blutdruck während der Fahrt überwacht wurde. Die zwei Minuten dauernde Fahrt begann mit einem langsamen Anstieg auf eine Höhe von 62 Metern und wurde von einem freien Fall, großen Veränderungen der Schwerkraft und einer Maximalgeschwindigkeit von 120 km/h gefolgt. Obwohl alle Teilnehmer gesund waren, zeigten viele laut BBC während der Fahrt eine dramatisch erhöhte Herzfrequenz. Einige wiesen unregelmäßige Herzschläge auf. Ein Teilnehmer erlitt mit einem Herzflimmern sogar eine Störung des Herzrhythmus, die jedoch ohne Folgen blieb.
Derartige Veränderungen sollten für Menschen mit gesunden Herzen keine Schwierigkeit darstellen. Die Studienautoren gehen jedoch davon aus, dass sie für Menschen mit Herzerkrankungen gefährlich sein können. Der leitende Wissenschafter Jürgen Kuschyk betonte, dass Menschen, die einen Herzanfall erlitten haben, an einer Herzkrankheit oder an einem unregelmäßigen Herzrhythmus leiden, nicht mit der Achterbahn fahren sollten. "Die steigende Herzfrequenz kann bei einer bestehenden Herzerkrankung zu einem Herzanfall, einem unregelmäßigen Herzrhythmus und möglicherweise zu einem plötzlichen Herztod führen."
Quelle: pte
Neue Dimension in der Computertomographie
18.11.2005 - Siemens hat einen neuen Computertomographen (CT) entwickelt, der Aufnahmen des schlagenden Herzens in bisher ungekannter zeitlicher Auflösung macht und dabei nur die Hälfte der Strahlendosis einsetzt. Der Somatom Definition stellt damit eine neue Dimension in der Computertomographie dar. Das Gerät, das am Donnerstag in New York vorgestellt wurde, besitzt als erster CT der Welt zwei parallel arbeitende Aufnahmesysteme, die beide dreimal pro Sekunde um den Patienten rotieren. Dadurch ist der neue CT deutlich schneller als jede bestehende Technologie und kann sich schnell bewegende Organe „einfrieren“. In Kombination mit einer Auflösung von weniger als 0,4 Millimetern sind selbst deren winzige Gefäße zu sehen.
Der Computertomograph Somatom Definition ist der erste CT der Welt, der über zwei Röntgenstrahler verfügt und damit auf einem völlig neuen Systemkonzept basiert.
Quelle: InnovationNews - Medienservice aus Forschung und Technik
Der Somatom Definition hat gegenüber bisherigen Computertomographen mehrere Vorteile. Bei der Herzbildgebung können Ärzte auf die Verabreichung von Betablockern zur Senkung der Herzfrequenz verzichten, und obwohl das Gerät zwei Röntgenstrahler verwendet, benötigt es dabei nur die Hälfte der Strahlung. (siehe Meldung unten). Darüber hinaus eröffnet das Gerät neue Forschungsmöglichkeiten wie beispielsweise die Unterscheidung und Charakterisierung von Gewerbearten, einschließlich Tumoren in der diagnostischen Onkologie.
Das Gerät besitzt eine Gantryöffnung von 78 Zentimetern und einen Scanbereich von 200 Zentimetern. Zusammen mit seiner hohen Geschwindigkeit, seiner Detailgenauigkeit und der doppelten Röhrenleistung erlaubt der neue CT sicherere und schnellere Diagnosen als je zuvor – unabhängig von Größe, Statur und gesundheitlichem Zustand des Patienten.
Experten erwarten mit dem neuen System vor allem Fortschritte bei der raschen Erkennung koronarer Herzkrankheiten, wenn etwa Patienten mit plötzlich auftretenden Schmerzen im Brustbereich in eine Klinik eingeliefert werden. Gerade bei Notfallpatienten ist eine möglichst schnelle und präzise Untersuchung mehrerer Organe oft überlebenswichtig – hier kann der Somatom Definition eine entscheidende Rolle spielen.
Siemens Medical Solutions hat bei der Entwicklung des Somatom Definition mit Radiologen an führenden medizinischen Einrichtungen auf der ganzen Welt zusammengearbeitet. Das erste Gerät ist bereits an der Universität Erlangen installiert. Anfang 2006 wird ein Gerät am Klinikum Großhadern in München stehen, weitere Installationen an der Mayo Klinik in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota und weiteren US-Kliniken folgen.
Zwei Röhren sehen mehr als eine – und strahlen weniger
Die beiden Aufnahmesysteme des Somatom Definition bestehen aus jeweils einer Röntgenröhre Straton, die in diesem Jahr für den Deutschen Zukunftspreis nominiert war, und je einem Detektor. Die Röhren senden Röntgenstrahlen aus, die den Körper des Patienten durchdringen und auf den gegenüberliegenden Detektor treffen. Aus den dabei gemessenen Daten errechnet ein Computer die Bilder aus dem Körperinneren.

Dieses Bild zeigt den Vergleich der linken Koronar- und der gekrümmten Arterie in der Diastole (Phase der Erschlaffung des Herzmuskels) und Systole (Zusammenziehen des Herzmuskels). Normalerweise können nur Bilder von der bewegungsfreien diastolischen Phase für die CT-Bildgebung verwendet werden. Aufgrund der hervorragenden zeitlichen Auflösung des Somatom Definition, können alle Herzphasen ohne Bewegungsartefakte sichtbar gemacht werden. |
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Diese Aufnahme zeigt die rechte Koronararterie in der Diastole und Systole. Die rechte Koronararterie demonstriert die Situation der stärksten Bewegung während des Herzkreislaufs, welche äußerst schwierig abgebildet werden kann. In dieser CT Aufnahme wird die rechte Koronararterie ohne Bewegungsartefakte in beiden Phasen deutlich angezeigt.
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Das schlagende Herz stellt die Aufnahmetechnik dabei vor besondere Herausforderungen. Es muss in der so genannten Ruhephase zwischen zwei Schlägen aufgenommen werden. Dazu wird die Aufnahme mit einem Elektrokardiogramm (EKG) synchronisiert. Bei Untersuchungen in bisherigen Geräten wurde der Puls auf Werte um 60 Schläge pro Minute künstlich gesenkt, um scharfe Bilder zu erhalten. Die dabei eingesetzten Betablocker können Ärzte aber nicht jedem Patienten verabreichen, da sie zum Beispiel die Atemwege verengen können und so der Einsatz bei Asthmatikern oder Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen mit einem erhöhtem Risiko verbunden ist. Ebenso bedenklich werden die Wirkstoffe bei Personen mit Diabetes oder mit Nieren- sowie Leberleiden eingeschätzt. Beim Somatom Definition spielt die Höhe des Pulses nun keine Rolle mehr. Wegen des ausgeklügelten Aufnahmeverfahrens können auch Patienten mit hoher Herzfrequenz oder Herzrhythmusstörungen untersucht werden – ohne den Einsatz von Medikamenten.
Die Absenkung der Strahlendosis um 50 Prozent erklärt sich unter anderem dadurch, dass das System doppelt so schnell ist wie herkömmliche Scanner mit nur einer Röntgenquelle/Detektor-Kombination. Die Aufnahmegeschwindigkeit verdoppelt sich dadurch – die Bestrahlungszeit wird also halbiert.
Quelle: InnovationNews - Medienservice aus Forschung und Technik
Erstes telemedizinisches Programm für Patienten mit Herzschwäche - KKH-Studie zeigt deutlichen Rückgang bei den Krankenhauskosten
Hannover (ots) - 17.11.2005 - Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, ist eine Erkrankung, die überwiegend im höheren Alter auftritt. Werden die Warnzeichen für eine drohende Verschlechterung des Krankheitszustandes rechtzeitig erkannt, lassen sich viele Klinikeinweisungen vermeiden. Dies bestätigen Auswertungen einer KKH-Studie zum bundesweit ersten telemedizinischen Betreuungsprogramm. Bei Menschen mit Herzschwäche entstehen aufgrund der häufigen Krankenhausaufenthalte hohe Kosten - pro Jahr und Patient ca. 10.000 Euro.
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Das Programm führe nicht nur zu deutlichen Kosteneinsparungen, es komme bei den Teilnehmern auch ausgesprochen gut an. "Die hohe Zufriedenheit der betroffenen Versicherten und die ökonomischen Erfolge haben uns veranlasst, das Programm "Herzensgut" schon vor Ablauf der Pilotphase einem größeren Teilnehmerkreis anzubieten und seine Laufzeit auf zwei Jahre auszudehnen", sagte KKH-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit. Mit einem abschließenden Ergebnis der Studie sei im Frühjahr 2007 zu rechnen.
"Unsere Auswertungen nach 13 Monaten Laufzeit des Modells sind viel versprechend", so der KKH-Chef. "Ein frühzeitiges Gegensteuern erspart den Versicherten belastende Krankenhausaufenthalte, ein wichtiger Beitrag für mehr Lebensqualität. Die KKH spart gleichzeitig Geld für teure Klinikaufenthalte. Die Gesamtkosten je Behandlungsfall haben sich im Durchschnitt um rund 1.300 Euro, bei bestimmten Risikogruppen sogar um rund 5.000 Euro reduziert."
Quelle: KKH
Stammzellen reparieren Herz
15.11.2005 - Körpereigene Stammzellen helfen Patienten nach einem Herzinfarkt, wieder auf die Beine zu kommen. Das zeigen die Resultate einer deutsch-schweizerischen Studie mit über 200 Patienten. Die Stammzellen tragen dazu bei, dass der Herzmuskel wieder durchblutet wird, und fördern so seine Erholung.
Foto: Pixelquelle
Der Herzinfarkt ist weiterhin Todesursache Nummer 1 in Deutschland. Selbst wenn das akute Ereignis überlebt wird, droht den Patienten eine dauernde Herzschwäche mit Luftnot und rascher Erschöpfung bei geringsten Belastungen. Trotz medikamentöser Behandlung stirbt jedes Jahr ein Zehntel der Betroffenen.
Hilfe naht in Gestalt von Vorläuferzellen aus dem Knochenmark, berichtet die Gruppe um Andreas Zeiher vom Universitätsklinikum in Frankfurt am Main auf der Tagung der American Heart Assocation in Dallas, Texas. Kurz nach dem Infarkt isoliert und dann über einen feinen Katheter in das geschädigte Herzkranzgefäß gespritzt, können die Zellen eine vollständige Normalisierung der Durchblutung des Herzmuskels bewirken. Gleichzeitig kommt es zu einer bis zu dreifach verbesserte Erholung der Pumpfunktion des Herzens.
"Hiermit geht ein Traum in Erfüllung", so Zeihers Kollegin Stefanie Dimmeler, "die sieben Jahre intensive experimentelle Forschung im Labor zahlen sich aus und helfen nun tatsächlich den Patienten." Die Resultate stellten einen bahnbrechenden Erfolg in der Behandlung des Herzinfarkts dar.
Forschung: Stefanie Dimmeler, Volker Schächinger und Andreas Zeiher, Abteilung Kardiologie, Medizinische Klinik IV, Zentrum der Inneren Medizin, Universitätsklinikum Frankfurt am Main; und andere
Präsentation auf den Scientific Sessions of the American Heart Association, Dallas
Quelle. scienceticker
Prävention rettet Menschenleben und senkt Behandlungskosten -
Frauengesundheit sowie Herz- und Darmerkrankungen im Fokus
Wien - 10.11.2005 - Herz-Kreislaufkrankheiten und Krebs zählen zu den häufigsten Todesursachen im deutschsprachigen Raum. Sie sind alljährlich für etwa sieben von zehn Sterbefällen verantwortlich. Ärzte und Gesundheitsexperten pochen daher verstärkt auf Vorsorgeuntersuchungen, die eine rechtzeitige Diagnose dieser Krankheiten ermöglichen und die Heilungschancen der Erkrankten dramatisch verbessern. Präventive Maßnahmen erweisen sich dabei nicht nur als lebensrettend, sondern helfen auch hohe und andauernde Behandlungskosten einzudämmen.
Im Wiener Rudolfinerhaus http://www.rudolfinerhaus.at will man aus diesem Grund in der Diagnostik und Prävention neue Schwerpunkte setzen und investiert in revolutionäre Diagnosetechniken, wie der Präsident des Hauses, Univ.-Prof. Dr. Michael Zimpfer, im Gespräch mit pressetext erläutert: "Mit dem neu angeschafften offenen Hochfeld-Magnetresonanz-Tomographen und einem hochmodernen Multislice-Computertomographen ist das Rudolfinerhaus einmal mehr Wegbereiter im Einsatz von State-of-the-art-Technologien." Beide Geräte würden hervorragende diagnostische Möglichkeiten bieten und zudem den Patientenkomfort entscheidend verbessern, meint Zimpfer.
So ermöglicht der in Österreich einzigartige offene Panorama-Magnetresonanz-Tomograph problemlose Ganzkörperuntersuchungen für gewichtigere Personen bis zu 150 Kilogramm. Im Vergleich zu den herkömmlichen MR-Röhrensystemen mit Tunnelöffnungen von 60 bis 70 Zentimetern, bietet das Gerät außerdem für Patienten mit starker Platzangst ein stark verbessertes Raumgefühl - ein laut Zimpfer für die Untersuchung nicht unwesentlicher Faktor. "Das neue CT-Gerät wiederum gehört zu den schnellsten der Welt und ist in der Lage, auch dünnste Herzkranzgefäße und deren Verengung plastisch darzustellen. Auf diese Weise können auch sehr schwer oder bisher gar nicht diagnostizierbare Blutgerinnsel im Gehirn oder die Artherosklerose schon im Frühstadium erkannt werden", so Zimpfer weiter.
Mit der Schaffung des neuen Frauengesundheitszentrums im Rudolfinerhaus, habe man einen weiteren Schwerpunkt gesetzt, der Früherkennung und revolutionäre Therapieoptionen verbinde. So könne beispielsweise die intraoperative und einmalig eingesetzte Strahlentherapie bei Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium die über sechs Wochen dauernde, tägliche Strahlentherapie ersetzen.
Generell wünscht sich Zimpfer, dass die Prävention noch viel mehr in den Vordergrund gestellt wird: "Hochmoderne Untersuchungsmöglichkeiten retten nicht nur Leben und ersparen den Patienten langwierige Behandlungen." Wenn durch Früherkennung große und wiederholte Operationen, Chemotherapien sowie Invadilitätspensionierungen verhindert werden, ergebe sich dadurch auch ein enormes finanzielles Einsparungspotenzial, ist Zimpfer von der Sinnhaftigkeit der Investitionen in diesem Bereich in jeder Hinsicht überzeugt.
Quelle: pressetext
Herzinfarkt: Schneller den Notarzt rufen - Immer mehr Betroffene zögern den rettenden Anruf hinaus
Baierbrunn - 03.11.2005 (ots) - Menschen, die akute Herzbeschwerden haben, zögern immer länger, den Notarzt zu rufen. In den vergangenen zehn Jahren verlängerte sich die Zeit zwischen dem Infarkt und dem Beginn der Behandlung im Krankenhaus von 160 auf 190 Minuten, berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.
Bild: Photocase
Diese Entwicklung ist paradox, denn die Chancen, einen Infarkt zu überleben, sind durch medizinische Fortschritte weiter verbessert worden. Dazu ist aber wichtig, dass Betroffene möglichst schnell behandelt werden. Rund 200 befragte Kardiologen sehen vor allem zwei Gründe für das zu lange Intervall zwischen Infarkt und Therapie: Die Patienten hoffen, dass ihre Beschwerden von selbst verschwinden. Viele wollen auch Notarzt und Rettungsdienst nicht „stören“. Ohne diese falsche Scheu könnten viele der rund 177.000 Menschen, die jährlich an den Folgen des Herzinfarktes sterben, noch leben.
Quelle: Wort und Bild - Aporheken Umschau
Dicke Luft am Bordstein
03.11.2005 - Nicht nur bei Regenwetter tut man gut daran, sich auf dem Gehweg vom Bordstein fernzuhalten. Das hat ein britisches Forschertrio ermittelt. Nahe des Bordsteins sind Fußgänger demnach deutlich höheren Konzentrationen von Ultrafeinstaub ausgesetzt, berichtet das Magazin "New Scientist" in seiner neuen Ausgabe.

Bild: Photocase
Surbjit Kaur und ihre Kollegen vom Imperial College London statteten Freiwillige mit Messgeräten für Luftschadstoffe aus und ließen sie zweimal täglich 20 Minuten lang die Marylebone Road entlanglaufen, eine mehrspurige Hauptverkehrsstraße im Herzen Londons. Je nachdem, wo die Probanden auf dem Gehweg liefen, registrierten ihre Geräte unterschiedlich hohe Belastungen.
Nahe des Bordsteins fiel die Exposition gegenüber feinsten Partikeln mit Durchmessern zwischen 0,02 und 1 Mikrometer gut zehn Prozent höher aus als nahe der Häuserfront, schreibt die Gruppe im Fachblatt "Atmospheric Environment". Auch verfärbten sich die Luftfilter in den Messgeräten hier deutlich stärker in Richtung Schwarz. Die Belastung mit Kohlenmonoxid war unabhängig von der Position auf dem Gehsteig, wurde von den tragbaren Messgeräten jedoch als sehr viel höher registriert als von fest installierten Messstationen. Letzteres galt auch für die Belastung mit maximal 2,5 Mikrometer großen Feinstaubpartikeln.
Feinste Partikel in der Atemluft können besonders tief in die Lunge eindringen und dort Entzündungsprozesse auslösen bzw. verstärken. Indem sie ins Blut gelangen, können sie auf lange Sicht auch zur Verengung von Blutgefäßen beitragen. Zumindest Asthmatiker und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten die neuen Resultate daher berücksichtigen, wenn sie aus dem Haus gehen, so Kaur gegenüber dem Magazin.
Forschung: Surbjit Kaur, Mark J. Nieuwenhuijsen und Roy N. Colvile, Centre for Environmental Policy, Faculty of Life Sciences, und Department of Epidemiology and Public Health, Faculty of Medicine, Imperial College London
Veröffentlicht in Atmospheric Environment, Vol. 39(38), pp 7307-20, DOI 10.1016/j.atmosenv.2005.09.008
Quelle: Scienceticker
Neue Website rund um koronare Herzkrankheit und Stent-Implantation "Drum prüfe, wer sich ewig bindet"
25.10.2005 - Mit diesem Aufruf startet der Medizintechnik-Hersteller Cordis die neue Informations-Website www.partner-fuers-herz.de. Herz-Kreislauf-Patienten erhalten alle wichtigen Informationen über die Implantation von Gefäßstützen (Stents) und speziell den innovativen CYPHER-Stent.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ – Die neue Website www.partner-fuers-herz.de bietet Informationen rund um Stent-Implantationen.
"Ein Termin im Herzkatheterlabor ist für den behandelnden Arzt alltäglich und völlig selbstverständlich, doch für den Patienten bedeutet der Eingriff Unsicherheit", erläutert Martina Kommritz, Marketingmanagerin des CYPHER-Stents, das Engagement des Unternehmens. "Diese Unsicherheit möchten wir, soweit es durch Information möglich ist, nehmen."
Die Website erläutert die Abläufe im Herzkatheterlabor und die Reaktionen des Körpers auf die Untersuchung. Zudem wird ein allgemeiner Einblick zu den Unterschieden der verschiedenen Stenttypen geboten. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen in Form einer Broschüre steht zum Download bereit oder kann unter "Partner fürs Herz", Postfach 30 01 45, 50771 Köln angefordert werden.
Der Kampagnen-Aufruf "Drum prüfe, wer sich ewig bindet" trägt der Tatsache Rechnung, dass es für viele Patienten mittlerweile selbstverständlich geworden ist, sich über die eigene Erkrankung und die entsprechenden Therapieoptionen zu informieren. Schließlich bedeutet insbesondere die Implantation eines Stents eine "lebenslange Bindung" für den Patienten. Die letztendliche Entscheidung, welcher Stenttyp die geeignete Therapieoption darstellt, obliegt selbstverständlich dem Arzt. Doch die Informationen machen die ärztliche Entscheidung bzw. den Ablauf der Stent-Implantation transparenter und damit weniger beunruhigend.
Quelle:
Cordis Medizinische Apparate GmbH
Keine Herzoperationen für Raucher?
Idstein - 20.10.2005 - In Großbritannien müssen Raucher Herzoperationen aus eigener Tasche bezahlen. Das berichtete Dr. Sam Salek, Leiter des Zentrums für Sozioökonomische Forschung der Cardiff University in Wales, bei einer Podiumsdiskussion in der Europa Fachhochschule Fresenius in Idstein am 13. Oktober. Experten aus Medizin, Forschung und Presse erörterten, wie angesichts begrenzter Finanzen die Gesundheitsversorgung gewährleistet werden kann.

Bild: Photocase
In Großbritannien müssen Raucher Herzoperationen aus eigener Tasche bezahlen.
Salek forderte für alle Gesundheitsleistungen von Medikamenten bis ärztlichen Behandlungen den Nachweis, dass sie wirksam und effizient sind. Für Herzoperationen treffe dies grundsätzlich zu. Da aber Raucher häufig erneut operiert werden müssen und somit enorme Folgekosten verursachen, würden sie in Großbritannien seit acht Jahren zur Kasse gebeten. Damals noch ein Tabubruch, sei es heute jenseits des Ärmelkanals längst Gang und Gäbe, ethische Gesichtspunkte bei der öffentlichen Finanzierung medizinischer Leistungen hinzuzuziehen.
"Nicht alles, was wirksam und effizient ist, kann auch bezahlt werden", bestätigte Dr. Harald Herholz, Leiter der Stabsstelle Qualitätssicherung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. Er forderte auch für Deutschland eine offene Diskussion über Verteilung, Auswahl und Bewertung verschiedener Gesundheitsdienstleistungen, basierend auf ethischen Grundüberlegungen: "Dafür gibt es hierzulande kein funktionierendes Werkzeug", so Herholz.
Zuteilungsmedizin und Wartelisten schrecken in Großbritannien niemanden mehr, aber auch in Deutschland müssen Ärzte Prioritäten setzen, wenn das Budget knapp wird: "Ärztliche Leistungen werden mit immensem bürokratischen Aufwand kontrolliert. Aber bei der Frage, welche Leistungen sie welchen Patienten aus Budgetgründen vorenthalten, werden die Ärzte allein gelassen. Sie können diese Probleme nicht lösen, müssen aber in der Praxis die Entscheidungen treffen", kritisiert Dr. Ursula Stüwe, Präsidentin der Landesärztekammer Hessen. Gesundheitsökonomin Prof. Dr. Gudrun Neises von der Europa Fachhochschule Fresenius fordert mehr Patientenorientierung: "Über 250 Kostendämpfungsmaßnahmen gab es seit 1977. Medizin sollte nicht allein nach ihren Kosten bewertet werden, sondern danach, welchen Nutzen sie Patienten bringt."
Quelle: Europa Fachhochschule Fresenius
Erkrankungen des Kreislaufsystems weiterhin Haupttodesursache
Wiesbaden (ots) - 05.10.2005 - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurde im Jahr 2003 bei nahezu jedem zweiten Verstorbenen (162 210 Männer und 234 412 Frauen) der Tod durch eine Erkrankung des Kreislaufsystems ausgelöst. Dies sind 2 844 Verstorbene (+ 0,7%) mehr als 2002. Dieser Anstieg ist in erster Linie durch den größer werdenden Anteil der älteren Bevölkerung zu erklären. Rechnet man diesen Effekt heraus, ist die Sterblichkeit aufgrund von Herz- Kreislauferkrankungen gegenüber dem Jahr 2002 um 0,3% gesunken. Da Frauen im Durchschnitt älter werden als Männer, sterben sie häufiger an Kreislauferkrankungen.
Rund 90% der an Kreislauferkrankungen Verstorbenen waren 65 Jahre und älter. Das durchschnittliche Sterbealter für Personen mit diesen Krankheiten lag bei Frauen mit 84 Jahren um 8,3 Jahre höher als bei Männern.
Die chronisch ischämischen Herzkrankheiten stellten im Jahre 2003 mit 92 673 Verstorbenen die häufigste Todesursache in Deutschland dar; sowohl bei Männern (38 471 Verstorbene) als auch bei Frauen (54 202 Verstorbene). Dies entspricht einem Anteil von 11% an allen Todesursachen (knapp 10% bei Männern und knapp 12% bei Frauen).
2,75 Millionen Patienten wurden im Jahr 2003 wegen Krankheiten des Kreislaufsystems vollstationär behandelt. Der Frauenanteil lag mit 1,32 Millionen Behandlungsfällen bei 48% (Männer 52%); das Durchschnittsalter lag bei 67 Jahren (Männer: 65 Jahre, Frauen: 70 Jahre). Mit rund 821 000 Behandlungsfällen waren hierbei die ischämischen Herzkrankheiten die häufigsten Hauptdiagnosen.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Unterschätzte Herzschwäche -
Experte: Viele Ärzte greifen zu spät ein
Baierbrunn (ots) - 30.09.2005 - Wenn sich bei Patienten eine Herzschwäche – Fachbegriff „Herzinsuffizienz“ – anbahnt, wird dies auch von Medizinern zu oft nicht erkannt. „Viele Ärzte meinen, man müsse erst eingreifen, wenn körperliche Anzeichen einsetzen“, sagt Professor Josef Osterziel, leitender Oberarzt der Berliner Universitätsklinik Charité, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.
Zu diesem Zeitpunkt könne die Krankheit schon weit fortgeschritten sein, „vergleichbar mit dem Stadium eines Krebspatienten, bei dem sich bereits Metastasen gebildet haben“. Besonders übergewichtige Patienten, die sich ungesund ernähren und zu wenig bewegen, sollten vorbeugend auf ihre Herzgesundheit untersucht werden, sagt der Experte, der auch Geschäftsführer des „Kompetenznetz Herzinsuffizienz“ ist.
Rechtzeitige Diagnose trägt zu einer besseren Lebensqualität der Patienten bei und würde die bereits enorm gestiegenen Kosten dieser Krankheit in Grenzen halten.
Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Studie empfiehlt breiten Einsatz von Statinen -
Senkung des Cholesterins soll Herzanfälle verhindern
Oxford/Sydney (pte) 27.09.2005 - Medikamente gegen Cholesterin können bei allen Patienten mit erkrankten Arterien Herzanfälle und Schlaganfälle verhindern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Oxford http://www.ctsu.ox.ac.uk und der University of Sidney http://www.usyd.edu.au gekommen. Statine werden derzeit vielfach zur Verringerung des Risikos von kardiovaskulären Erkrankungen bei Menschen mit hohen Cholesterinwerten eingesetzt. Die Ergebnisse der Studie wurden online in dem Fachmagazin The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlicht.
Das Team um Colin Baigent vom Medical Research Council analysierte die detailierten Ergebnisse von mehr als 90.000 Teilnehmern an 14 Tests zur Behandlung mit Statinen. Es zeigte sich, dass Statine auch für Menschen mit niedrigeren Cholesterinwerten Vorteile bringen können. Am meisten profitierten jene Personen deren Cholesterinwerte durch die Statine am stärksten gesenkt wurden. Der Cholesterinwert zu Beginn der Behandlung spielte dabei keine Rolle. Baigent erklärte, dass die aktuelle Studie zeige, dass Statine für deutlich mehr Patienten von Vorteil sein könnten als derzeit für eine Behandlung in Betracht gezogen werden.
"Am wichtigsten ist, das Ärzte all jene Patienten identifizieren, die über ein Herzanfall- oder Schlaganfallrisiko verfügen und ihnen ungeachtet ihres Cholesterinwertes eine tägliche Statindosis verschreiben, die ihre Werte deutlich verringert." Die Verringerung des LDL Cholesterins um 1,5 mmol/L sollte das Risiko eines Herzanfalles oder eines Schlaganfalles um wenigstens ein Drittel senken. Ein Wert unter 5.5mmol/L wird allgemein als gesund angesehen. Die Studienergebnisse legen zusätzlich nahe, dass viele Patienten von einer stärkeren Reduzierung ihrer Cholesterinwerte mehr profitieren würden. Anthony Keech, der Leiter des australischen Teams, erläuterte, dass Statine vielfach in vergleichsweise geringen Dosierungen verschrieben würden, die die Cholesterinwerte nur geringfügig senkten. "Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Vorteile von Statinen direct proportional zu dem Ausmaß der Verringerung der Cholesterinwerte zu sein scheinen."
Frühere Studien hatten Befürchtungen geäußert, dass der Einsatz von Statinen mit einem erhöhten Risiko bei bestimmen Krebsarten oder anderen Krankheiten in Zusammenhang stehen könnte. Die Autoren der aktuellen Studie gehen davon aus, dass diese Befürchtungen wahrscheinlich unbegründet sind. Der Wissenschafter Rory Collins betonte, dass die Ergebnisse zeigten, das Statine sehr sicher seien. Die selten auftretenden schweren Muskelprobleme würden durch die großen Vorteile deutlich aufgewogen. In Großbritannien können Statine aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen seit dem vergangenen Jahr ohne Rezept verkauft werden.
Quelle: pte
Internationale Erhebung zeigt: Risikocheck Bauchumfangsmessung wird in Arztpraxen noch wenig genutzt
Berlin (ots) - 26.09.2005 - Nur einem Viertel der Risikopatienten ist klar, dass zu viel Inneres Bauchfett ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedeutet. Dies ist eines der Ergebnisse der Shape of the Nations Befragung, die auf der Pressekonferenz der Initiative "Bauchumfang ist Herzenssache" anlässlich des Welt-Herz-Tages 2005 vorgestellt wurde. Die Daten wurden weltweit unter dem Motto "Shape of the Nations" von sanofi-aventis unter der Schirmherrschaft der World Heart Federation (WHF) erhoben und belegen, dass selbst Ärzte das Risiko eines erhöhten Bauchumfanges unterschätzen.
Diese "Idealmaße" kennen sicher die meisten Deutschen: "90 - 60 - 90". Aber kennen die Deutschen auch den Bauchumfang, ab dem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht ist? Messen die Deutschen ihren Bauchumfang und werden sie von ihren Ärzten über diese einfache Methode der Risikoeinschätzung aufgeklärt? Diese Fragen waren Gegenstand der Erhebung, die - neben Deutschland - noch in 26 weiteren Ländern mit mehr als 16.000 Personen in den drei Gruppen Allgemeinbevölkerung, Risikopatienten und Hausärzten durchgeführt wurde.
Fehlendes Bewusstsein für Risiko
Die Ergebnisse sind ernüchternd: Über die Hälfte der Befragten der Allgemeinbevölkerung kann ihren Bauchumfang gar nicht angeben. Bei fast einem Fünftel (17% der Frauen, 18% der Männer) liegt der angegebene Bauchumfang im Bereich, der erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko bedeutet. Gerade einmal 37 Prozent können abschätzen, welche Gefahren für Herz und Kreislauf mit einem erhöhten Bauchumfang einhergehen. Noch immer steht die so oft unbeliebte Waage zur Beurteilung, ob "dick oder nicht und damit gesund oder nicht" auf Platz Eins der Hitliste.
Obwohl zwei Drittel aller Ärzte einen erhöhten Bauchumfang als signifikanten Risikofaktor zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ansehen, geben über die Hälfte (56 Prozent) an, den Bauchumfang niemals zu messen. In den deutschen Praxen wird sogar bei nur 12 Prozent der Patienten der Bauchumfang gemessen. Zieht man in Betracht, dass etwa 44 Prozent der Praxisbesucher zur Gruppe der Übergewichtigen oder Fettleibigen zählen - was sogar noch über dem europäischen Durchschnitt von 38 Prozent liegt - ist dies ein Ergebnis, das Anlass zur Sorge gibt.
Ebenso alarmierend: Nur etwas mehr als die Hälfte der Ärzte (52 Prozent) gibt an, dass sie Patienten mit diagnostizierter abdominaler Adipositas auch behandeln würden, um das Risiko der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Damit liegen die deutschen Ärzte deutlich unter dem europäischen Schnitt von 66 Prozent. In Frankreich und Italien würden 79 bzw. 82 Prozent aller Ärzte diese Patienten behandeln. Grund für die hier vergleichsweise niedrigen Prozentzahlen bei den deutschen Ärzten ist, dass weit über die Hälfte der deutschen Ärzte (59 Prozent) den Bauchumfang, ab dem mit einem erhöhten Risiko zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu rechnen ist, unterschätzt.1 Somit besteht die Gefahr, potenzielle Risikopatienten erst gar nicht zu erkennen und letztlich zu spät mit der Behandlung zu beginnen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.Bauchumfang-ist-Herzenssache.de.
Quelle: Shape
Aktiv gegen Herzschwäche -
Broschüre "Herzschwäche verstehen und vorbeugen" erscheint zum Weltherztag am 25. September

Bild: obs/SHAPE
Frankfurt (ots) - 22.09.2005 - Jedes Jahr erkranken 200.000 bis 300.000 Menschen in Deutschland neu an Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Fast 60.000 Menschen sterben jährlich an dieser Erkrankung. Dennoch besteht weitreichende Unkenntnis über diese Volkskrankheit in der Öffentlichkeit. Prävention und Aufklärung zu Herzschwäche stehen im Vordergrund einer neuen Broschüre, die von der Studiengruppe SHAPE zum sechsten Weltherztag veröffentlicht wird.
Bei der Herzschwäche hat das Herz nicht mehr genügend Kraft, um ausreichend Blut durch den Körper zu den lebenswichtigen Organen zu pumpen. Im Verlauf kommt es zu immer größeren Leistungseinschränkungen. Der Betroffene leidet an Atemnot, dauernder Müdigkeit und geschwollenen Beinen. Die Krankheit entwickelt sich meist über Jahre, bevor sie zum vorzeitigen Tod führt. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung ist entscheidend für eine Verbesserung der Lebensqualität und der Lebenserwartung der Patienten.
Vor allem soll die SHAPE-Broschüre zur Vorbeugung animieren. Neben Ratschlägen zur Vermeidung von Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel erhält der Leser auch Tipps zum Umgang mit Alkohol, Nikotin und Stress. Damit knüpft sie an das Motto des diesjährigen Weltherztags, "Healthy Weight, Healthy Shape" (Gesundes Gewicht, Gesunde Form), an.
"Schon einfache, kleine Veränderungen des Lebensstils haben große Auswirkungen auf die Vorbeugung von Herzschwäche und deren Bewältigung," so Professor Dr. Bernhard Rauch vom Herzzentrum Ludwigshafen am Rhein, medizinischer Berater der SHAPE-Broschüre. "Tägliches Laufen, Radfahren oder andere leichte Sportarten halbieren bereits das Risiko eines Erwachsenen, an Herzschwäche zu erkranken."
Die Broschüre wendet sich an Menschen, die sich aktiv um ein gesundes Leben bemühen, ebenso wie an Betroffene und deren Angehörige. Sie stellt daher neben Vorbeugungsmaßnahmen auch Ursachen, Anzeichen, Untersuchungsmethoden und Behandlungsmöglichkeiten der Herzschwäche dar. Der Serviceteil verweist auf die Website www.herzschwaeche-europa.de und die Deutsche Herzstiftung für weitergehende Informationen und praktische Hilfe für den Alltag mit Herzschwäche. Dort finden Betroffene u.a. einen Selbstdiagnosetest, Notfall-Ausweis sowie die E-Mail Adresse für persönliche Fragen.
Hinter SHAPE, dem Herausgeber der Broschüre, steht eine Gruppe führender europäischer Herzspezialisten, die in Deutschland durch die beiden SHAPE-Botschafter Professor Dr. Rainer Dietz, Leiter der Kardiologie an der Berliner Charité, und Professor Dr. Bernhard Rauch vertreten sind. Die unabhängigen Ärzte arbeiten an einem europaweiten Bewusstseins- und Aufklärungsprogramm zur Herzschwäche, mit dem sie sich sowohl an die Öffentlichkeit als auch die Hausärzte richten. Den Start dieses Programms bildete eine Befragung zum Wissen über Herzschwäche, die bei 8.000 Personen aus der Allgemeinbevölkerung, 3.000 Hausärzten und 4.000 Fachärzten durchgeführt wurde. Die weitreichende Unkenntnis über Herzschwäche in der Allgemeinbevölkerung ist europaweit alarmierend und zeigt sich für Deutschland in folgenden Zahlen: 76 Prozent der Befragten haben bereits von Herzschwäche gehört, aber nur 3 Prozent können die Symptome richtig zuordnen.
Quelle: Shape
Symptome erkannt - Und dann? -
Der Notfall - Herzinfarkt aus der Sicht eines Rettungswagenfahrers
Ingelheim (ots) - 20.09.2005 - Schmerzen in der Brust, die oft in den linken Arm oder auch in den Bauchraum ausstrahlen, Übelkeit oder auch Blässe sind wichtige Symptome, die auf einen Herzinfarkt hindeuten. Die Vorbereitung auf das Eintreffen des Notarztes, eine Vor-Ort-Therapie und der schnelle Abtransport des betroffenen Patienten können entscheidend sein für den weiteren Verlauf des Geschehens.
Aus dem Logbuch eines Rettungswagens (RTW)
17.03 Uhr - Anruf bei der Rettungsleitstelle. Mussten mehrmals nachfragen, um genaue Angaben über Symptome und Aufenthaltsort des Patienten zu bekommen. Symptome deuten auf Herzinfarkt.
"Stellt ein Patient bei sich Symptome fest, die auf einen Herzinfarkt schließen lassen bzw. fallen Angehörigen diese Symptome auf, ist es wichtig, unverzüglich den Rettungsdienst zu alarmieren", erklärt Roland Lipp, Abteilungsleiter Rotkreuzgemeinschaften beim Deutschen Roten Kreuz, Landesverband Rheinland-Pfalz, in Mainz. Um den Weg bis zur optimalen Versorgung des Betroffenen nicht unnötig zu verlängern, sollte nicht zuerst der Hausarzt gerufen werden, sondern eben direkt der Notdienst. "Danach ist es bedeutsam, alles so vorzubereiten, dass das Rettungsteam sich so schnell wie möglich um den Infarktpatienten kümmern kann und keine Zeit mit anderen, organisatorischen Dingen verliert", betont der ausgebildete Rettungsassistent. Dabei gibt es wichtige Hinweise, die Angehörige geben können, um dem Notarzt-Team die Arbeit zu erleichtern.
17.15 Uhr - Fahrt durch zähen Berufsverkehr dauert an.
17.20 Uhr - Ankunft in Wohnhaussiedlung.
Finden richtige Hausnummer erst, nachdem wir Passanten angesprochen haben. Die richtigen Informationen lassen Hilfe schneller kommen
Folgende Angaben sind für den Rettungsdienst wichtig:
Wo befindet sich der betroffene Patient?
Ort, Straße und Hausnummer sind essentielle Informationen.
Erklären Sie, wo sich der Patient genau befindet: In der Wohnung, im Auto oder vielleicht im Garten?
Nennen Sie eine Telefonnummer, unter der die Rettungsleitstelle zurück rufen kann.
Bei Hochhäusern und größeren Wohnanlagen kann es äußerst hilfreich sein, dem Rettungsdienst Details darüber mitzuteilen, wie man den Ort erreichen kann.
Am besten sollte man eine Person anweisen, den Rettungsdienst an einer leicht auffindbaren Stelle zu erwarten und von dort zu dem Betroffenen zu leiten.
Schalten Sie nachts Außen- oder Straßenlichter an.
Der Rettungsdienst benötigt genaue Angaben über die Symptome, die der Betroffene aufweist, um entscheiden zu können, welches Rettungsmittel - Rettungswagen, Notarztwagen oder Einsatzfahrzeug - gewählt werden muss.
Welche anderen Medikamente nimmt der Patient ein? Das ist vor allem bedeutsam, wenn der Betroffene schon früher Herzprobleme hatte.
17.25 Uhr - Endlich bei der Herzinfarkt-Patientin.
Sie ist konfus und verängstigt.
Lyse-Therapie* schafft zusätzlichen Handlungsspielraum
Haben die Angehörigen den Rettungsdienst optimal unterstützt und dadurch wichtige Zeit für die Behandlung des Patienten gewonnen, kann die sogenannte Lyse-Therapie zusätzlichen Handlungsspielraum schaffen. Wenn z. B. Verkehrsprobleme den Rettungsdienst behindern und so die Einlieferung ins Krankenhaus verzögern, kann die Lyse helfen, wichtige Zeit bereits am Ort des Geschehens zu nutzen. In vielen Regionen Deutschlands sind Notärzte so ausgestattet, dass sie bereits in der Wohnung des Patienten oder im Rettungswagen die Lyse-Therapie einsetzen können. Das Medikament hilft, das durch ein Blutgerinnsel verschlossene Herzkranzgefäß wieder zu öffnen und Herzmuskelgewebe zu retten. Je früher eingegriffen wird, desto besser. Besonders effektiv kann Herzmuskelgewebe vor dem Untergang bewahrt werden, wenn die verschlossene Herzader so früh wie möglich, spätestens drei Stunden nach Schmerzbeginn, wieder durchblutet wird. Daher ist das richtige und schnelle Handeln von Betroffenen und Angehörigen so wichtig.
17.28 Uhr - Der Notarzt hat der Patientin ein Lyse-Präparat verabreicht. Ihr Zustand bessert sich. Abtransport in die Klinik. Besorgte Angehörige fahren hinter dem RTW her.
*Derzeit ist Tenecteplase (Metalyse®) von Boehringer Ingelheim die einzige biotechnisch hergestellte Substanz, die als intravenöse Injektion innerhalb von 10 Sekunden zur Thrombolyse verabreicht werden kann und stellt damit eine Therapieoption dar, die für Ärzte und Patienten gleichermaßen an Bedeutung gewinnt.
Quelle: presseportal
Bauchfett treibt Herzinfarktrisiko in die Höhe! -
Weltherztag am Sonntag: Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie warnen vor Herzinfarkten durch Übergewicht
Frankfurt am Main/Düsseldorf (ots) - 19.09.2005 - Übergewicht zählt zu den gefährlichsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Anlässlich des Weltherztages am kommenden Sonntag (25.9.) rufen die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie zu mehr Bewegung und einer gesunden Ernährung auf.
Immer mehr Menschen sind in Deutschland übergewichtig und damit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgesetzt. Gefährlich sind vor allem Fettansammlungen im Bauchbereich, die im Vergleich zu Fettpolstern an den Oberschenkeln oder der Hüfte eine besonders hohe Gefahr darstellen. "Ab einem Bauchumfang von 102 cm ist bei Männern mit einem deutlichen Anstieg des Herzinfarktrisikos zu rechnen, bei Frauen sogar bereits ab 88 cm", betont Professor Dr. med. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Vorsitzender der Projektgruppe "Prävention" der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Sein Vorschlag für ein sinnvolles Ziel im Rahmen eines Gewichtsreduktionsprogrammes: "Der Bauch muss weg!"
Vier- bis fünfmal Sport pro Woche
Um die epidemieartige Ausbreitung von Übergewicht zu stoppen, rufen die beiden Herzorganisationen dazu auf, Sport einen deutlich höheren Stellenwert einzuräumen. "Aus medizinischer Sicht ist eine halbe Stunde Sport vier- bis fünfmal pro Woche ideal", unterstreicht Prof. Gohlke. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Nordic Walking. Darüber hinaus sollte im Alltag auf zusätzliche Bewegung nicht verzichtet werden. "Statt mit dem Auto lassen sich viele Strecken auch zu Fuß zurücklegen. Und nicht jede Rolltreppe und jeder Fahrstuhl muss genutzt werden", mahnt Prof. Gohlke.
Nicht mehr als 60 Gramm Fett pro Tag
Neben der gesteigerten Bewegung muss außerdem mehr Wert auf eine gesunde Ernährung gelegt werden. Zum Beispiel "sollten pro Tag nicht mehr als 60 Gramm Fett aufgenommen werden", erläutert Prof. Gohlke. "Denn Fett hat mit 9 kcal pro Gramm etwa doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate und Proteine, die jeweils nur auf 4 kcal pro Gramm kommen." Sehr zu empfehlen ist die mediterrane Küche, die in vielen südlichen Ländern weit verbreitet ist und mit einer niedrigen Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Neben reichlich Obst und Gemüse liegt der Schwerpunkt dabei auf komplexen Kohlenhydraten, wie sie in Brot, Reis oder Nudeln enthalten sind. Zudem kommen statt Fleisch vermehrt Fischgerichte auf den Tisch. Außerdem werden die Speisen mit Olivenöl zubereitet, das einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren enthält und daher für einen zusätzlichen Schutz der Blutgefäße sorgt.
Dauerhafte Gewichtsabnahme erfordert langfristige Ernährungsumstellung
"Wer wirklich Übergewicht reduzieren möchte, sollte sich grundsätzlich darüber im Klaren sein, dass es keine Wunderdiäten gibt, die das Körpergewicht innerhalb kurzer Zeit auf sinnvolle Weise normalisieren", betont Prof. Gohlke. Vielmehr ist zur dauerhaften Gewichtsabnahme eine langfristige Ernährungsumstellung notwendig. Ein guter Tipp ist die Teilnahme an Gewichtsreduktionsprogrammen, wie sie an vielen Kliniken etabliert sind. Neben gut ausgearbeiteten Ernährungs- und Bewegungsplänen werden dabei auch oft psychologische Hilfen angeboten. Dies macht durchaus Sinn, weil viele Menschen zu viel essen nur aus Frust oder Langeweile.
Über den Weltherztag:
Der Weltherztag ist eine Initiative der World Heart Federation (WHF), in der sich die Herzstiftungen und kardiologischen Fachgesellschaften aller Nationen zusammengeschlossen haben. Die Interessen von Deutschland werden von der Deutschen Herzstiftung e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e.V. vertreten.
Quelle: dgk
Belastungstest offenbart Herzrisiko
Ein einfacher Belastungstest erkennt Personen mit erhöhtem Infarktrisiko, bei denen herkömmliche Bewertungsschemata nicht anschlagen. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Mediziner im Fachblatt "Circulation". Ihrer Studie zufolge, erbringen neun von zehn Patienten, die an zunächst unauffälligen Herz-Kreislauf-Problemen sterben, bei dem Test unterdurchschnittliche Leistungen.
"Unsere effektivste Vorbeugungsmaßnahme gegen die koronare Herzkrankheit ist die Identifizierung und Behandlung besonders gefährdeter Personen, noch bevor die ersten Symptome auftreten", erläutert Samia Mora von der Harvard University in Boston, Massachusetts. Hierbei könnte sich der binnen 20 Minuten durchführbare Belastungstest als wertvolles Werkzeug erweisen.
Über 20 Jahre verfolgten Mora und Kollegen den Werdegang von 6.100 symptomfreien Personen, die sich Anfang der 70er-Jahre einer gründlichen Untersuchung unterzogen hatten - inklusive eines Tests, bei dem auf einem allmählich schneller und steiler werdenden Laufband die Leistungsfähigkeit von Herz und Kreislauf und schließlich die Erholung des Pulses gemessen wird. Bis zum Jahr 1995 starben 246 Teilnehmer an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, bei 225 von ihnen hatten die Belastungstests mäßige oder niedrige Resultate erbracht.
Gemessen an Geschlechtsgenossen mit exzellenten Resultaten, waren Männer und Frauen mit schlechten Ergebnissen 3,5- bzw. 8,5-mal häufiger betroffen, berechneten die Mediziner. Dieses Resultat sei umso wichtiger, als die herkömmliche Einschätzung anhand von Alter, Blutdruck, Cholesterinspiegel und Rauchverhalten für die Teilnehmer nur ein gering oder mäßig hohes Risiko ergeben habe.
Quelle: scienceticker
Fischöl schützt nicht vor Herzrhythmusstörungen
07.09.2005 - Die regelmäßige Einnahme von Fischöl hat keinen günstigen Einfluss auf die Arbeit des Herzens. Zu diesem Schluss kommt eine europäische Studie mit über 500 Patienten, denen ein Defibrillator implantiert worden war. Nahmen die Teilnehmer Fischölkapseln, registrierten die Geräte bei ihnen nicht weniger lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen als bei jenen, die lediglich ein Scheinpräparat erhielten.
Fischöl wird aufgrund seines Gehaltes an Omega-3-Fettsäuren eine günstige Wirkung auf das Herz zugeschrieben. Zumindest im Hinblick auf Herzrhythmusstörungen werde diese Ansicht durch die neuen Resultate nicht gestützt, so Ingeborg Brouwer vom Wageningen Centre for Food Sciences - einem unter anderem von der Lebensmittelindustrie finanzierten Forschungszentrum. Die Ernährungswissenschaftlerin präsentierte die Resultate jetzt auf dem Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm.
Zwölf Monate lang verfolgten Brouwer und Kollegen in acht europäischen Ländern den Werdegang von 546 Patienten, denen aufgrund schwerer Herzrhythmusstörungen oder nach einem Herzstillstand ein Kardioverter-Defibrillator implantiert worden war. Die Geräte überwachen laufend den Herzschlag und gehen mit gezielten Stromschlägen gegen Unregelmäßigkeiten vor bzw. unterstützen das Herz wie ein Schrittmacher. Die entsprechenden Daten speichern sie auf einem Chip, der bei Kontrolluntersuchungen ausgelesen wird.
Die Hälfte der Patienten nahm zusätzlich zu den normalen Medikamenten täglich 2 Gramm Fischöl ein. Im Studienzeitraum starben 30 Prozent von ihnen bzw. erfuhren eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung. In der Kontrollgruppe lag der Anteil bei 33 Prozent, zudem traten die Ereignisse hier nicht früher auf als in der Fischöl-Gruppe. "Patienten, die bereits früher einen Herzinfarkt erlitten hatten, könnten aber dennoch von Fischöl profitieren", so Brouwer. "Und immerhin haben wir keine Hinweise darauf gefunden, dass Fischöl den Patienten schaden könnte."
Forschung: Ingeborg A. Brouwer, Wageningen Center for Food Sciences und Division of Human Nutrition and Epidemiology, Wageningen University; und andere
Präsentation auf dem Kongress der European Society of Cardiology, Stockholm
Quelle: Scienceticker
Die Öffentlichkeit weiß zu wenig über Herzversagen -
Nur drei Prozent erkennen die typischen Symptome
Rhoon (pte) - 31.08.2005 - Menschen könnten aufgrund eines massiven Mangels an öffentlichem Bewusstsein ohne Notwendigkeit an einem Herzversagen sterben. Zu diesem Ergebnis ist die internationale Studie SHAPE (Study of Heart failure Awareness and Perception in Europe) http://www.heartfailure-europe.com gekommen. Fast 90 Prozent der fast 8.000 Teilnehmer in neun europäischen Ländern hatten von Herzversagen gehört. Nur drei Prozent erkannten diese Erkrankung aufgrund einer Beschreibung der typischen Symptome wie Atemlosigkeit, Müdigkeit und geschwollene Knöchel. Die Befragungen wurden in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Spanien und Schweden durchgeführt. Es wird geschätzt, dass von den Folgen eines Herzversagens rund 14 Millionen Europäer betroffen sind. Das Risiko einer Erkrankung liegt laut BBC bei eins zu fünf. Die Ergebnisse der Studie wurden im European Heart Journal http://www.eurheartj.org veröffentlicht.
SHAPE ergab, dass die Befragten viel eher die Symptome eines leichten Schlaganfalls oder einer Angina pectoris erkennen konnten. Zusätzlich wurden weit verbreitete falsche Vorstellungen über das Herzversagen sichtbar. So glaubten zum Beispiel zwei Drittel, dass Patienten mit einem Herzversagen länger lebten als Patienten mit Krebs oder HIV. Tatsächlich sterben 40 Prozent der Betroffenen innerhalb einer Jahres nach ihrem ersten Krankenhausaufenthalt. Ein Drittel ging davon aus, dass das Versagen des Herzens eine normale Folge des Älterwerdens sei. Fast ein Drittel nahm an, dass moderne Medikamente eine Erkrankung nicht verhindern können. Tatsächlich können Medikamente wie ACE Hemmer und Beta-Blocker sehr wirksam sein. Laut Studie werden sie aber zu selten verschrieben.
Der leitende Wissenschafter Willem Remme vom Sticares Cardiovascular Research Institute erklärte, dass das vorgefundene mangelnde Bewusstsein schockierend sei und das Leben von Menschen gefährde. "Der Mangel an Wissen über die Symptome sowie die Prävention und Behandlung könnten zu einer unnötig schlechten Lebensqualität bei Zehntausenden Patienten und zu Tausenden vorzeitigen Todesfällen führen. Zusätzlich werden die Gesundheitssysteme schwer belastet." Die am SHAPE Projekt teilnehmenden Wissenschafter planen derzeit ein Ausbildungsprogramm für Ärzte und die Öffentlichkeit.
Quelle: pressetext
Neues Zeitalter zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen
18.08.2005 - Bisher führte kein Weg an einer offenen Herzoperation vorbei, wenn ein Patient eine neue Herzklappe benötigte. Für ältere Menschen bedeutete die Narkose dabei immer ein Risiko - gerade wenn Sie unter Diabetes, eingeschränkter Nierenfunktion oder Lungenerkrankungen litten. Erstmals in Deutschland gelang es jetzt der Uni-Klinik für Kardiologie im Westdeutschen Herzzentrum Essen, eine neue Herzklappe ohne Narkose einzusetzen. "Das neue Verfahren bietet einen großen Vorteil", so der leitende Oberarzt Dr. Stefan Sack nach den Eingriffen bei den beiden 77- und 82-Jährigen und ergänzt: "Der Brustkorb wird nicht geöffnet und eine Narkose ist auch nicht nötig." Den Patienten geht es gut. Sie sind bereits wieder zu Hause.
Zum Verfahren: Der Arzt punktiert die Adern in der Leiste und schiebt dann von dort aus vorsichtig einen Ballon mit der montierten, zusammengefalteten Herzklappe zum Herzen. Sobald er die richtige Position erreicht hat, dehnt er den Ballon unter hohem Druck aus. Dabei legt sich die neue Herzklappe über die alte, verkalkte. Die auf den Ballon montierte Bioprothese wurde von Professor Cribier in Rouen/Frankreich entwickelt. "Das Verfahren klingt einfach, verlangt aber hohe Präzision und ein eingespieltes Team", weiß Privatdozent Dr. Stefan Sack, Leitender Oberarzt des Herzkatheterlabors.
Bisher bestand die Therapie im operativen Herzklappenersatz. Dafür öffnete der Mediziner den Brustkorb und ersetzte die Aortenklappe durch eine technische Klappe oder eine Bioprothese. Während des Eingriffs musste er den Patienten an die Herz-Lungen-Maschine anschließen. Schon 1986 wurde versucht mit Hilfe von Ballons, die über die Leistenarterie im Rahmen einer so genannten Herzkatheteruntersuchung eingeführt wurden, die verkalkte Aortenklappe aufzudehnen. "Dies gelang sehr gut, aber die Klappenverengung bildete sich innerhalb von sechs Monaten wieder zurück", erklärt Dr. Stefan Sack. Bei seinem jetzt durchgeführten Eingriff ohne Narkose handelt es sich um die Weiterentwicklung dieser Ballontechnik.
Warum die Herzklappe versagt: Zunehmende Verkalkungen der Herzklappe führen zu einer Einengung bis hin zur Funktionsunfähigkeit. Die Folge: Es kann weniger Blut durch die Herzklappe gepumpt werden. Die verkalkte Aortenklappe findet sich vor allem bei älteren Menschen. Dabei ist die Aortenklappe die größte der vier Herzklappen. Sie ist das Ventil zwischen der großen linken Herzkammer und der Körperschlagader, der Aorta. Zieht sich der Herzmuskel zusammen, öffnet sich die Aortenklappe und das Blut gelangt in die Körperschlagader. Ein Zurückströmen wird durch die sich schließende Aortenklappe verhindert. Das Blut strömt durch die Adern, als Pulswelle beispielsweise am Hals oder am Handgelenk tastbar. Im Laufe eines 80-jährigen Lebens öffnet und schließt sich die Aortenklappe mehr als 3 Milliarden Mal. Durch die mechanische Belastung und zusätzliche Faktoren (Genetische Faktoren, Risikofaktoren etc.) kann eine zunehmende Unbeweglichkeit und Enge der Aortenklappe auftreten: die Aortenklappenstenose. Das Blut passiert nur mit großer Mühe die Klappe. Der Herzmuskel arbeitet verstärkt, er wird dicker und steifer. Im Endstadium könnte der Herzmuskel versagen. Vorher treten aber meist Beschwerden auf, die den Patienten zum Arzt führen: Luftnot, vor allem unter körperlicher Belastung, Brustenge (Angina pectoris) und Bewusstseinsverluste (so genannte Synkopen) infolge einer ungenügenden Blutversorgung des Gehirns.
Quelle: Uni Essen
Neue Internetseite für Patienten mit koronarer Herzkrankheit
17.08.2005 - Millionen Menschen können sich auf www.koronareherzkrankheit.de über Herzgefäßerkrankungen informieren Allein in Deutschland leben ca. 1,5 Millionen Männer und 1,2 Millionen Frauen mit koronarer Herzkrankheit. Diese Erkrankung ist ein weltweites Gesundheitsproblem - und die häufigste Todesursache der Welt. Information ist ein wichtiger Faktor im Umgang mit der koronaren Herzkrankheit.
Auf der Website www.koronareherzkrankheit.de finden Sie Antworten zu allgemeinen Fragen hinsichtlich der Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten. Sie finden außerdem Hinweise zu Maßnahmen, die Sie für ein gesünderes Leben treffen können und somit zur Vorbeugung der koronaren Herzkrankheit (KHK) beitragen. Die koronare Herzkrankheit hat Einfluss auf die Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung. Sie verringert den Blut- und Sauerstoffzufluss zum Herzen und kann Symptome wie Brustschmerzen (Angina), Kurzatmigkeit, Übelkeit und ein Taubheitsgefühl in Armen und Schultern hervorrufen.
Die Erkrankung kann außerdem zu Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen) oder zu einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) führen. www.koronareherzkrankheit.de wurde von Medtronic entwickelt und ist in fünf Sprachen verfügbar.
Quelle: Medtronic
GmbH
Zeitpunkt des Herzanfalls wirkt sich auf Behandlung aus -
Sterberisiko in der Nacht oder am Wochenende höher
Denver - 17.08.2005 - Patienten, die während der Nacht oder an Wochenenden einen Herzanfall erleiden, müssen länger auf eine Behandlung warten und sterben eher. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Kaiser Permanente http://www.kaiserpermanente.org und der Yale University School of Medicine http://info.med.yale.edu/ysm gekommen. Die Betroffenen müssen laut dem Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org länger auf Medikamente zur Auflösung der Blutgerinnsel und chirurgische Eingriffe warten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich das Sterberisiko bei einer Behandlung außerhalb der normalen Arbeitszeiten um sieben Prozent erhöht. Für die Studie wurden die Daten von 102.000 Patienten ausgewertet.
Die Wissenschafter untersuchten die durchschnittliche Zeit, die erforderlich war, bis zum Beispiel eine Angioplastie durchgeführt wurde. Bei einer Behandlung zwischen 7 und 17 Uhr dauerte es vom Verlassen des Wohnortes bis zur Behandlung 95 Minuten. In der Nacht oder am Wochenende verlängerte sich dieser Zeitraum auf 116 Minuten. Während des Tages waren 33 Minuten erforderlich um ein Blutgerinnsel zu behandeln. Außerhalb dieser Zeit erhöhte sich dieser Wert leicht auf 34 Minuten. Der leitende Wissenschafter David Magid forderte eine verbesserte Ausstattung der Krankenhäuser zur Behandlung von Herzanfallpatienten. Er räumte jedoch laut BBC ein, dass das aus Kostengründen nicht immer möglich sei. Er hält es jedoch eine Regionalisierung der Betreuung für denkbar. Dabei würden Patienten außerhalb der normalen Arbeitszeiten in Institutionen eingeliefert, die eine permanente Versorgung leisten können.
Quelle: pte
Psychischer Druck führt zu Herzbeschwerden -
Experten raten: Herzneurosen ernst zu nehmen
Frankfurt - 03.08.2005 - Die Deutsche Stiftung für Herzforschung http://www.herzstiftung.de warnt davor, Herzneurosen ernst zu nehmen. Herzbeschwerden beruhen nämlich nicht immer auf krankhaften Veränderungen des Herzens, auch seelische Gründe können dafür verantwortlich sein. Mit gezielten Therapien lassen sich oft deutliche Verbesserungen bewirken.
Die Symptome seien dabei ähnlich wie jene bei einer organischen Erkrankung: Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot und Brustschmerzen. Die Angst daran zu sterben, führe viele Betroffene von Arzt zu Arzt. Bei den Untersuchungen würden sich keine organischen Veränderungen finden, die solche Beschwerden erklären könnten. In solchen Fällen lasse sich oft eine Herzneurose erkennen, berichtet Thomas Meinertz, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Die Herzneurose zählt zum Kreis der Angsterkrankungen und ist psychisch bedingt. "Auch bei organischen Herzerkrankungen, wie etwa nach einem Herzinfarkt, kann sich zusätzlich eine Herzneurose entwickeln, unter der die Patienten teilweise sogar mehr leiden als unter der ursprünglichen Herzerkrankung", so Meinertz.
Wichtig sei die Wahl des richtigen Mediziners, meint der Experte. "Allgemeinmediziner, Internisten oder Kardiologen sind keine Fachleute für psychische Erkrankungen, müssen aber diese allerdings erkennen. Herzneurosen sollten von Psychotherapeuten oder Psychosomatiker behandelt werden. Für die Behandlung der Herzneurose stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, die von manchen Psychotherapeuten kombiniert werden", erklärt Meinertz.
Erst im Mai hatten Forscher der Yale University School of Medicine festgestellt, dass heftige Emotionen zu Herzrhythmusstörungen führen können. Bei Patienten mit implantierten Defibrillatoren, die ein "Emotionstagebuch" geführt hatten, wurde dies deutlich veranschaulicht. Demnach führen heftige Gefühlausbrüche wie Aggressionen oder Streit zu unregelmäßigen Herzschlägen. Beobachtet wurden auch erhöhte Herzinfarktraten bei emotionalen Stresssituationen wie etwa Erdbeben, Katastrophen, aber auch bei Fußballmatches. Offensichtlich stört das ausgeschüttete Adrenalin die elektrischen Rhythmen des Herzens.
Quelle: pte
Risiken von Herzmedikamenten bei Frauen zu wenig erforscht
An Medikamententests nehmen vorwiegend Männer teil
Berlin - 02.08.2005 - Zu wenig ist derzeit über die möglichen Nebenwirkungen von Herzmedikamenten bei Frauen bekannt. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin http://www.charite.de gekommen. Die Wissenschafter schreiben im European Heart Journal, http://www.eurheartj.org dass eine Überprüfung der vorhandenen Daten gezeigt habe, dass diese Medikamente bei Patientinnen eine unterschiedliche Wirkung haben können. Da aber zu wenige Frauen an entsprechenden Studien teilgenommen hätten, stünden nicht ausreichend Daten zur Verfügung. Verantwortlich dafür sei, dass Herzerkrankungen lange Zeit als "männliche" Erkrankungen gesehen wurden. Laut BBC sterben mehr Frauen an einem Herzleiden als an Brustkrebs.
Die Wissenschafter analysierten Studien, die sich mit der Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen bei Frauen beschäftigten. Es zeigte sich, dass Frauen in mehreren Bereichen auf die Medikamente anders reagierten als Männer. Es ist erwiesen, dass Aspirin bei Männern hilft einen Herzanfall zu verhindern. Die gleiche Wirkung scheint jedoch bei Frauen nicht gegeben zu sein. Digitalis wird bei Patientinnen mit einer höheren Sterberate in Verbindung gebracht als bei Patienten. Potenziell lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen treten zudem deutlich häufiger bei Frauen auf. Aus diesem Grund sollten sie bei einer Behandlung genauer beobachtet werden.
Die Wissenschafter erklärten, dass Studien normalerweise nachträglich durchgeführt würden. Sie fordern mehr vorausblickende Untersuchungen, die Faktoren wie den hormonellen Aufbau und bekannte Unterschiede in den biochemischen und physiologischen Reaktionen ebenfalls berücksichtigen. Die Kardiologin Verena Stangl betonte, es sei von entscheidender Bedeutung, dass die Versuchsreihen so gestaltet würden, dass sie die erforderlichen Daten lieferten. "Da zu wenige Frauen an Tests zu Herzerkrankungen teilnehmen, sind wir nicht sicher, ob sie wirklich von einigen Behandlungsansätzen profitieren, die bei Tests mit vorwiegend männlichen Teilnehmern gut abgeschnitten haben. Also verschreiben wir Frauen Medikamente, die auf Daten von Studien beruhen, die vorwiegend mit Männern durchgeführt wurden und wissen nicht wirklich, ob wir den Patientinnen helfen oder ihnen schaden." Zum Beispiel gibt es laut der leitenden Wissenschafterin keine vorausblickenden Daten für die Wirkung von Digitalis auf Frauen. "Es ist unklar, ob es wirklich mit einer erhöhten Sterblichkeit bei Frauen zusammenhängt, oder ob dieser Anstieg nur eine Folge einer Überdosierung ist."
Quelle: pte
Vitamin E schützt das Herz doch nicht -
Wenig Schutz gegen Herzanfall, Schlaganfall und Krebs

Foto: Pixelquelle
Cambridge - 06.07.2005 - Vitamin E bietet nur wenig Schutz gegen
Herzanfall, Schlaganfall und Krebserkrankungen. Zu diesem Ergebnis ist eine
Women's Health Studie gekommen, an der mehr als 40.000 Frauen über 45 Jahren teilgenommen haben. Die Teilnehmerinnen wurden von 1992 bis 2004 von Wissenschaftern begleitet und die Auswirkungen von Vitamin E erforscht. Mio. Menschen glauben an diesen Schutz und nehmen entsprechende Präparate ein. Frühere Studien waren laut BBC von einer entsprechenden Wirkung ausgegangen. Als Folge nimmt derzeit eine von zehn US-amerikanischen Frauen Vitamin E ein. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org veröffentlicht. Die Autoren argumentieren, dass jetzt ausreichend Beweise dafür vorlägen, dass Vitamin E die Frauen nicht gegen kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs schützen kann. Die Wissenschafter der Harvard Medical School http://hms.harvard.edu/hms erklärten laut BBC, dass ihre Studie die derzeit umfassendste zu diesem Forschungsbereich sei.
Untersucht wurde, welche Auswirkungen Vitamin E oder Asprin, jeden zweiten Tag eingenommen, auf das Erkrankungsrisiko haben können. Ein Teil der Frauen erhielt wirkliche Medikamente während den anderen Blindpräparate verabreicht wurden. Vitamin E (600 IU) verringerte das kardiovaskuläre Risiko nicht. Es kam zu 482 Herzanfällen oder Schlaganfällen, die teilweise zum Tod führten, bei der Gruppe, die das Vitaminpräparat einnahm. Bei der Kontrollgruppe waren es 517 Frauen. Im Vergleich dazu verringerte Aspirin (100mg) das allgemeine Schlaganfallrisiko und das Risiko von Schlaganfall und Herzanfall bei Frauen über 65 Jahren. Zur Krebsprävention schienen weder Vitamin E noch Aspirin geeignet. Es gab jedoch Hinweise darauf, dass Aspirin Lungenkrebs verhindern könnte. Eine Einnahme schien das Lungenkrebsrisiko um ein Fünftel zu verringern und die Todesfälle durch Lungenkrebs um fast ein Drittel.
Quelle: pte
Telemedizin hilft bei chronischer Herzschwäche
Hamburg (ots) - 30.06.2005 - Wenn das Herz schwach ist, kann Telemedizin helfen. Wissenschaftler der Techniker Krankenkasse (TK) haben jetzt in einem Pilotprojekt herausgefunden, dass der Einsatz von Telemedizin bei Patienten mit chronischer Herzschwäche die Lebensqualität verbessert und die Krankenhauskosten senkt.
"Herzschwächepatienten sind schwer krank und müssen häufig stationär im Krankenhaus versorgt werden", sagt Dr. Bodo Liecker, Arzt bei der TK. "Wir haben uns überlegt, wie man mit Hilfe der Telemedizin Ängste der Patienten abbauen und belastende Klinikaufenthalte vermeiden kann", so der Mediziner.
Kernidee des Pilotprojektes "Zertiva" ist, dass speziell geschulte Experten die Patienten aus der Ferne via Telemedizin unter ihre Fittiche nehmen. Sie melden sich nach einem Krankenhausaufenthalt regelmäßig telefonisch bei den Herz-Patienten und helfen ihnen, mit der Krankheit umzugehen und leben zu lernen.
Wer unter besonders schwerer Herzschwäche leidet, bekommt zusätzlich ein Blutdruckmessgerät und eine Waage, deren Daten per Telefonleitung an das Expertenteam übertragen werden. Die Waage ist wichtig, weil eine plötzliche Gewichtszunahme darauf hinweist, dass sich bedingt durch die Herzschwäche Wasser im Körper einlagert. Auf diese Art und Weise lässt sich eine Verschlechterung des Gesundheitszustands rechtzeitig erkennen und ein Klinikaufenthalt vermeiden. Die Auswertung des zunächst als Testfeld angelegten Projekts ergab, dass 80 Prozent der Teilnehmer mit dem Programm zufrieden waren. Sogar 90 Prozent gaben an, jetzt besser mit ihrer Erkrankung umgehen zu können. Sieben von zehn Patienten berichteten eine spürbare Verbesserung ihrer Lebensqualität.
Neben den positiven Auswirkungen für die Patienten rechnet sich das Projekt auch betriebswirtschaftlich: Die Krankenhauskosten sanken um mehr als 1.000 Euro pro Teilnehmer, weil nur noch jeder Fünfte wieder in die Klinik eingewiesen wurde. Zwar waren die Medikamentenausgaben im Vergleich zur Kontrollgruppe im Wesentlichen unverändert, dennoch spart das Projekt Geld ein. Bei durchschnittlichen Kosten für Zertiva in Höhe von rund 500 Euro je Teilnehmer liegt der Return on Investment bei einem Wert von über zwei. Auf Grund dieser positiven Erfahrungen will die Techniker Krankenkasse das Projekt jetzt bundesweit ausdehnen.
Quelle: Techniker Krankenkasse
Herzkatheter statt Medikamente -
Therapie von Herzrhythmusstörungen hat sich geändert
Baierbrunn (ots) - 20.06.2005 - Patienten, die unter bestimmten Formen von Herzrhythmusstörungen leiden, können heute in vielen Fällen vollständig geheilt werden. Bei einem „Ablation“ genannten Eingriff veröden Ärzte mit Hilfe eines Katheters kleine Bezirke im Herzen, von denen das Herzrasen ausgeht. Die Erfolgsquote dieser Behandlung, die in Deutschland bereits rund 17000-mal jährlich angewandt wird, liegt bei 95 Prozent. Medikamente, die den Herzrhythmus stabilisieren, setzen Ärzte nur noch zurückhaltend ein. Sie verlängern das Leben nicht, können aber die Beschwerden deutlich lindern. Viele Herzrhythmusstörungen sind völlig harmlos. Verursachen sie den Patienten keine Beschwerden, dann verzichten Ärzte heute oft auf eine Behandlung.
Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Schlaftherapie reduziert das Herzerkrankungsrisiko -
Nächtliche Beatmung verbessert die Lebensqualität und wirkt lebensverlängernd
Dublin (pte) - 14.06.2005 - Eine bisher bei Patienten mit Schlafstörungen eingesetzte Atemtherapie ist auch eine effiziente Methode, dem frühen Herztod vorzubeugen. Denn wie irische Wissenschafter des St. Vincent's University Hospital http://www.stvincents.ie/ feststellen konnten, führt die Behandlung eine signifikante Verringerung von kardiovaskulären Erkrankungen herbei. "Unsere Untersuchungsergebnisse zeigte, dass die langfristige und spezielle Beatmung von Patienten das Herz-Kreislauferkrankungsrisiko um 13 Prozent senkt", erklärte Studienleiter Walter McNichols. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Chest http://www.chestjournal.org/ nachzulesen.
Die Methode basiert auf einer kontinuierlichen Überdruckbeatmung (CPAP - Continuous Positive Airway Pressure), welche die häufigste Therapieform bei Patienten ist, die unter der so genannten obstruktiven Schlafapnoe leiden.
Patienten mit schlafbezogener Atemstörung (SBAS) leiden durch die Schwankungen ihrer Blutsauerstoffwerte häufig unter Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, arteriellen Entzündungen oder Blutzirkulationsstörungen. In einer knapp achtjährigen Langzeitstudie beobachteten die Forscher eine Gruppe von 168 Patienten, die unter SBAS litten. 107 der Betroffenen unterzogen sich der CPAP-Therapie, während der Rest keine Behandlung vornehmen ließ.
Dabei konnten die Wissenschafter feststellen, dass bereits eine kurzfristige Behandlung mit der SBAS-Therapie den Gesundheitszustand und die Lebensqualität der Patienten deutlich verbesserte. Bei einer langfristigen Anwendung der Methode belief sich der Prozentsatz der kardiovaskulär-bedingten Todesfälle bei den unbehandelten Patienten auf 14,8 Prozent. Während diese Rate bei der CPAP-Gruppe nur 1,9 Prozent betrug. Insgesamt erkrankten 31 Prozent der unbehandelten Patienten an Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinsuffizienz, Hypertension oder Schlaganfall. Bei den CPAP-Patienten war dieser Prozentsatz deutlich geringer und betrug 18 Prozent.
Quelle: pte
Herzinfarkt und Diabetes mit der richtigen Ernährung vorbeugen - Mikronährstoffe

Foto: djd
10.06.2005 - In Deutschland sterben jedes Jahr 400.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rund sechs Millionen leiden unter Diabetes, ungefähr die Hälfte davon an Nervenschäden in Beinen und Füßen. Jetzt sind Ernährungswissenschaftler sicher: Fein aufeinander abgestimmte Mikronährstoffe können das Risiko reduzieren.
Antioxidation spielt eine Schlüsselrolle bei der Verkalkung der Blutgefäße. Die Vitamine C und E, das Co-Enzym Q10, Selen, Soja und Lycopin, der rote Farbstoff der Tomate, können hier vorbeugen. Diese "Gefäßschützer" machen "freie Radikale" unschädlich - das sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die z.B. durch Entzündungsprozesse, Zigarettenrauch oder UV-Strahlen entstehen und die Blutgefäße verkalken lassen. Das zweite Risiko fürs Herz heißt Homocystein. Dieses Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels bekämpfen die B-Vitamine sowie die Folsäure. Außerdem braucht das Herz L-Carnitin als Energielieferanten und Magnesium gegen Rhythmusstörungen. Diese Mikronährstoffe speziell für Herzpatienten liefert z.B. Trophosan Cardiobalance (Apotheke).
Wegen ihres veränderten Stoffwechsels brauchen auch Diabetiker eine Extra-Portion Mikronährstoffe. Zusätzlich zu Antioxidantien sind für ihren Zuckerstoffwechsel vor allem Zink, Chrom und alpha-Liponsäure wichtig (alles in Trophosan Glucobalance). Das verhindert Nervenschäden und diabetische Füße. Mehr unter www.trophosan.de
Quelle: djd
Erstem Patienten "Turbolader" für das Herz implantiert
C-Pulse soll den Blutfluss im Körper verbessern
Auckland - 19.05.2005 - Das Herzversagen eines neuseeländischen Patienten ist erstmals mit einer neuen Turboladerpumphilfe behandelt worden. Das Implantat mit der Bezeichnung C-Pulse besteht aus einem Ballon, der sich nach jedem Herzschlag aufbläst um das Blut in das Hauptblutgefäß des Herzens zu pressen. Durch das Wechselspiel von Aufblasen und Luft wieder ablassen verbessert das batteriebetriebene Gerät den Blutfluss im Körper. Laut NewScientist http://www.newscientist.com geht es dem 56 Jahre alten Patienten gut. Er wurde Anfang dieses Monats mit dem Gerät ausgestattet. Das Team des Auckland City Hospital http://www.adhb.govt.nz/ACH/ach.htm darf im Rahmen einer Pilotstudie weitere fünf Patienten mit einem mittelschweren Herzversagen mit den neuen Verfahren behandeln.
Nach drei Monaten wird mittels Fragebögen ermittelt werden, ob die Behandlung die Lebensqualität der Patienten verbessert hat. Mit Ultraschallscans wird überprüft, ob das Gerät den Zustand der Herzen verbessert hat. Ein Herzversagen kann mit Medikamenten behandelt werden. Fallweise ist es jedoch erforderlich, künstliche Pumpen zu implantieren oder eine Herztransplantation durchzuführen. Theoretisch sollte das mit dem Einsatz von C-Pulse verbundene Risiko geringer als bei derzeit eingesetzten Geräten sein, da es zu keinem direkten Kontakt mit dem Blut kommt, erklärte der Herzspezialist Christopher Bowles gegenüber NewScientist. Das könne zum Beispiel die Menge der Blutgerinnsel verringern. Der C-Pulse-Erfinder William Peters hält die Möglichkeit einer Infektion an der Manschette der Arterie für gefährlicher. Bei Versuchen mit 26 Schafen kam es laut BBC bei sieben Tieren zu Infektionen. In zwei Fällen handelte es sich um schwere Infektionen.
Quelle: pressetext.austria
Trauer bricht das Herz - Wie akute seelische Krisen lebensbedrohend werden
Baierbrunn 17.05.2005 (ots) - Eine akute seelische Krise kann das Herz wie ein Infarkt lebensbedrohend aus dem Takt werfen. Das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ berichtet über eine Untersuchung von Medizinern der Johns Hopkins Universität, Baltimore, die 19 Notfallpatienten untersuchten, bei denen sich der Anfangsverdacht eines Herzinfarktes nicht bestätigt hatte.
Bild: Pixelquelle
Trotzdem waren eine Pumpschwäche des Herzens und Veränderungen im EKG zu beobachten gewesen. Alle Betroffenen hatten kurz vor der Attacke psychische Schockerlebnisse durchgemacht. Die Forscher vermuten die hohe Konzentration von Stresshormonen im Blut der Opfer als Ursache. „Diese Stoffe können den Herzmuskel angreifen oder in den Herzkranzgefäßen Krämpfe auslösen“, erklärt der Forscher Dr. Hunter Champion.
Quelle:
Wort und Bild - Senioren Ratgeber
Impfen gegen Herzinfarkt - Gute Wirkung im Tierversuch bereits nachgewiesen
Baierbrunn (ots) - 09.05.2005 - Eine Impfung, die dem Herzinfarkt die Grundlage nimmt, haben schwedische Wissenschaftler entwickelt. Einem Bericht des Apothekenmagazins „Diabetiker Ratgeber“ zufolge spritzten sie Mäusen eine Impflösung mit Bestandteilen von Gefäßverkalkungen. Das Immunsystem der Mäuse reagierte prompt und bildete Antikörper. Bereits bestehende Arterioskleroseherde vergrößerten sich nicht mehr, und es bildeten sich 70 Prozent weniger neue Verkalkungen als bei ungeimpften Mäusen. In etwa zwei Jahren, so die Forscher, könnten erste Tests mit Menschen beginnen.
Quelle: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber
Beschädigtes Herz heilt sich selbst -
Inaktivierung eines Gens initiiert Regenerationsprozesse nach einem Herzinfarkt
Boston - 06.05.2005 - Durch das Ausschalten eines bestimmten Gens und des dazugehörigen Enzyms besitzt das Herz nach einem Herzinfarkt die Fähigkeit, einen Selbstheilungsprozesse zu starten. Zu diesem Ergebnis kommen US-amerikanische Wissenschafter des Howard Hughes Medical Institutes http://www.hhmi.org.
Durch die Inaktivierung des Gens, dass für die Bildung des p38 MAP-Enzyms verantwortlich ist, regeneriert sich das beschädigte Herzgewebe und die Zellen des Herzmuskels bilden sich wieder neu. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Magazins Genes & Development http://www.genesdev.org veröffentlicht worden.
Die Forscher konnten bei einer Versuchsreihe mit genetisch veränderten Mäusen feststellen, dass durch das fehlende Gen die Regeneration des Herzens in 90 Prozent der Fälle wieder einsetzte. "Durch die Blockierung dieses Enzyms konnte sich das beschädigten Zellgewebe des Herzmuskels nach einem Infarkt wieder neu bilden und gleichzeitig das infarktgeschädigte Gewebe reparieren", erklärt Studienleiter Mark Keating. Die Ergebnisse sind der erste Schritt für die Entwicklung einer regenerativen medizinische Behandlungsmethode, die ohne den Einsatz von Stammzellen auskommt, meinen die Experten.
Zähneputzen hilft auch Herz und Hirn -
Weniger Schlaganfälle und Herzinfarkte bei gesundem Zahnfleisch
Baierbrunn (ots) - 04.05.2005 - Eine gute Mundhygiene ist für die Vorbeugung von Gefäßproblemen von großer Bedeutung. Sie hilft, das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen zu vermindern, berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Nachgewiesen haben den Zusammenhang New Yorker Ärzte. Sie stellten fest, dass Menschen, die eine erhöhte Zahl von Bakterien im Mund tragen, die Zahnfleischentzündungen verursachen, häufig auch verdickte Halsschlagadern besitzen. Diese wiederum gelten als Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Studienleiter Moise Desvarieux kommentiert das Ergebnis: „Mit einer guten Mundhygiene lässt sich tatsächlich das Herz-Kreislauf-System unterstützen.“
Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Einzelgängerei schlecht für Immunsystem und Herz
Studien liefern erste Einblicke in genaue Zusammenhänge
Pittsburgh (pte) - 02.05.2005 - Eine geringe soziale Verbundenheit kann negative Auswirkungen auf den Körper haben. Betroffen sind vor allem das Immunsystem und die Gesundheit des Herzens. Zu diesem Ergebnis sind zwei aktuelle Studien gekommen. Die erste Untersuchung ergab, dass Studienanfänger, die wenig Kontakt hatten oder sich einsam fühlten eine schlechtere Immunreaktion auf eine Grippeimpfung aufwiesen als ihre geselligeren oder sozial zufriedeneren Jahrgangskollegen. Eine zweite Studie ergab, dass sozial isolierte Männer über erhöhte Werte des Entzündungsmarkers Interleukin-6 verfügen, der bei Arterienverkalkung eine Rolle spielt. Es war laut New Scientist bekannt, dass Isolation einen nachteiligen Effekt auf die Gesundheit des Herzens hat. Diese Studien ermöglichen laut Sarah Pressman von der Carnegie Mellon University http://www.cmu.edu erste Einblicke in die genauen Zusammenhänge. Die Ergebnisse der Studien wurden in dem Fachmagazin Health Psychology http://www.apa.org/journals/hea veröffentlicht.
Es zeigte sich, dass kleine soziale Netze und Einsamkeit die Antikörperreaktion der Studenten auf die Grippenimpfung verringerten. Überraschenderweise hingen diese Effekte voneinander unabhängig. Laut Pressman stehe bei der Einsamkeit das eigene Empfinden der Situation im Vordergrund. Die Größe sozialer Netze könne einfach durch die Zählung der Kontakte eines Menschen ermittelt werden. "Man kann wenige Freunde haben und sich trotzdem nicht einsam fühlen. Andererseits kann man sich auch inmitten von Freunden einsam fühlen."
Die Forscher teilten Fragebögen an 83 Studenten aus um zu ermitteln mit wie vielen Menschen sie innerhalb von 14 Tagen Kontakt hatten. Zusätzlich verteilten sie Palm Computer für die Aufzeichnung Einsamkeitsgefühlen und ermittelten die Werte des Stresshormons Cortisol. Die Studenten, die sich am ein einsamsten fühlten, verfügten über eine um 16 Prozent verringerte Antikörperreaktion auf einem im Impfstoff enthaltenen Stamm ("A/Caledonia"). Studenten mit den kleinsten sozialen Netzen, die im Untersuchungszeitraum mit vier bis 12 Menschen Kontakt hatten, verfügten über eine elf Prozent schlechtere Reaktion auf den gleichen Bestandteil als Teilnehmern mit mehr als 20 Kontakten.
Quelle.pressetext.austria
Umweltfaktoren erhöhen Infarktrisiko
25.04.2005 - Nicht nur Erbgut und Lebensstil beeinflussen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Umweltfaktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, belegen Untersuchungen einer schwedischen Forschergruppe. Aus dem Straßenverkehr stammende Luftschadstoffe treiben demnach das Infarktrisiko langfristig in die Höhe, während Lärm den Blutdruck steigen lässt.

Bild: photoCase
Gemittelt über einen Zeitraum von 30 Jahren, steigt das Risiko für einen tödlichen Herzinfarkt um etwa 50 Prozent, indem die Konzentration von Stickstoffdioxid in der Luft um 30 Mikrogramm pro Kubikmeter steigt, ermittelte Mats Rosenland vom Stockholmer Karolinska Institutet. Keinen Einfluss schien die Stärke der Luftverschmutzung auf die Häufigkeit nicht-tödlicher Infarkte zu haben. Diese stieg allerdings, wenn die Teilnehmer daheim oder am Arbeitsplatz Tabakrauch ausgesetzt waren.
Rosenland und seine Kollegen analysierten Daten zweier Studien, an denen insgesamt 8.411 Einwohner des Großraums Stockholm teilgenommen hatten - darunter auch Flughafen-Anwohner. Fluglärm mit Schalldruckpegeln über 55 Dezibel A ließ die Bluthochdruck-Häufigkeit demnach um 59 Prozent, Spitzenpegel jenseits von 72 Dezibel A sogar um 76 Prozent steigen. Die Härte des Trinkwassers bzw. dessen Calcium- oder Magnesiumgehalt schien keine Rolle zu spielen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien die häufigste Todesursache in Westeuropa, so die Forscher. Selbst eine nur geringe Erhöhung des Erkrankungsrisikos durch Umweltfaktoren habe daher eine beträchtliche Zahl zusätzlicher Todesfälle zur Folge.
Forschung: Mats Rosenlund, Tom Bellander, Göran Pershagen, und andere, Institutet för Miljömedicin, Karolinska Institutet, Stockholm
Veröffentlicht in bzw. zur Veröffentlichung akzeptiert von Occupational and Environmental Medicine und Epidemiology
Quelle: Scieneticker
Zu lange im Krankenhaus - Herzspezialist: Nach leichtem Infarkt reichen sechs Tage
Baierbrunn - 18.04.2005 (ots) - In Deutschland liegen Patienten nach einem leichten Herzinfarkt besonders lange im Krankenhaus. Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ berichtet über eine internationale Untersuchung, die für Deutschland eine mittlere Aufenthaltsdauer von 12,39 Tagen ergab.

Bild: photoCase
In Neuseeland, USA, Australien oder Kanada bleiben Leidensgenossen nur zwischen 4,65 Tage und 5,6 im Hospital. Auch in den europäischen Ländern Frankreich, Spanien und Belgien lag die Aufenthaltsdauer zwischen 8,32 und 9,21 deutlich niedriger als in Deutschland. Der Münchener Herzspezialist Prof. Wolfram Delius hält in der Hälfte aller Fälle eine Klinikzeit von sechs Tagen für völlig ausreichend.
Quelle:
Wort und Bild - Apotheken Umschau
Innovative Stents für Herzkreislauf-Patienten: bessere Qualität zum gleichen Preis
Mannheim - 06.04.2005 (ots) - Medikamenten-freisetzende Stents sind ohne Frage die beste Therapieoption für Herzkreislauf-Patienten, die eine Stent-Implantation zur Öffnung verengter Arterien benötigen. Sie verhindern effektiv eine Wiederverengung der Gefäße und somit belastende Folgebehandlungen. Bisher haben jedoch hohe Initialkosten den breiten Einsatz der innovativen Stents in Deutschland verhindert. Die Techniker Krankenkasse konnte nun in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Berlin sowie 35 Kliniken in Deutschland nachweisen, dass sich die neue Therapie mit dem Medikamenten-freisetzenden CYPHER(TM)-Stent bereits nach sechs Monaten rechnet. Die Daten wurden am Wochenende anlässlich der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie erstmals dem Fachpublikum präsentiert.

Modell der Techniker Krankenkasse belegt: Therapie mit dem innovativen CYPHER(TM)-Stent rechnet sich bereits nach sechs Monaten.
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Cordis Medizinische Apparate GmbH
Insgesamt werden in dem Modellprojekt ca. 900 Patienten einbezogen. Die Studie - deren Patientenkollektiv reale Bedingungen einer kardiologischen Klinik widerspiegelt - ist auf 18 Monate angelegt mit Zwischenanalysen nach sechs und zwölf Monaten. Ziel ist es, alle klinischen und ökonomisch relevanten Ereignisse zu erheben und die realen Kostendaten zu ermitteln. Die Auswertung der ersten 381 Patienten nach sechs Monaten zeigt, dass die initialen Krankenhauskosten bei Behandlung mit dem CYPHER(TM)-Stent im Vergleich zum konventionellen Stent zwar höher sind, sich der CYPHER(TM)-Stent jedoch nach Berücksichtigung aller weiteren Kosten bezahlt macht. Sowohl bei den direkten Folgekosten (z.B. erneute Behandlung, Medikamente, ReHa) als auch bei den indirekten Folgekosten (Produktivitätsverlust) ergibt sich für die Gruppe der CYPHER(TM)-Patienten bereits nach sechs Monaten ein Kostenvorteil. Im Trend sind somit die Gesamtkosten bei Behandlung mit dem CYPHER(TM)-Stent geringer als bei den herkömmlichen Stents. Der Grund für die Reduktion der Folgekosten liegt insbesondere in der geringeren Häufigkeit der Rehospitalisierung aufgrund kardialer Ereignisse, die bei den Patienten mit dem CYPHER(TM)-Stent bei 19 Prozent im Vergleich zu 30 Prozent bei den herkömmlichen Stents lag. Professor Karl-Heinz Kuck, Sprecher des wissenschaftlichen Beirats der Studie aus Hamburg: "Endlich können wir unseren Patienten eine Innovation anbieten, ohne nur auf der Basis der initialen Kosten mit den Kostenträgern diskutieren zu müssen. Das ist ein gewaltiger Schritt nach vorn."
Quelle: Antiproliferative vs. konventionelle Stents: Klinische und ökonomische Analysen einer kontrollierten Studie zur Vermeidung von Koronar-Restenosen
Lifestyle-Änderung gegen Herzinfarkt und Schlaganfall - Was wirkt am Besten?
04.04.2005 - Mit dem Rauchen aufzuhören ist die mit Abstand wichtigste Maßnahme für Patienten mit Gefäßerkrankungen, also der heute häufigsten Todesursache, berichten Mediziner auf dem Herzkongress in Mannheim. Ein Rauchstopp im Alter von 60, 50, 40 oder 30 Jahren verlängert das Leben um drei, sechs, neun beziehungsweise zehn Jahre. Nichtraucher haben ein um 75 Prozent vermindertes relatives Risiko für den ersten Herzinfarkt. Dass Präparate mit Vitaminen, Spurenelementen und Antioxidantien die Gefäße schützen, sei völlig unbewiesen, die Grippeschutz-Impfung jedoch senkt die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit deutlich. Mannheim, Sonntag 3. April 2005 - "Die Aufgabe des Rauchens ist mit Abstand die wichtigste Einzelmaßnahme bei Patienten mit Gefäßerkrankungen", fasst Dr. Ulrich Laufs, Homburg, zu der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, zu der 5700 Besucher nach Mannheim gekommen sind, aktuelle Einsichten der modernen Medizin zusammen.
So zeige, referierte Dr. Laufs, eine aktuelle Untersuchung an mehr als 34.000 britischen Ärzten, dass die mittlere Lebenserwartung von Männern, die zwischen 1900 und 1930 geboren wurden, bei Rauchern um dramatische zehn Jahre kürzer ist als bei Nicht-Rauchern. "Ein Rauchstopp im Alter von 60, 50, 40 oder 30 Jahren verlängerte das Leben um drei, sechs, neun beziehungsweise zehn Jahre", berichtet Dr. Laufs. "Die weltweit bei rund 30.000 Menschen durchgeführte Interheart-Studie zeigt ein um 75 Prozent vermindertes relatives Risiko für den ersten Herzinfarkt bei Nicht-Rauchern im Vergleich zu Rauchern."
Herzinfarkt und Schlaganfall, also "Verstopfungen" von Blutgefäßen infolge von "Gefäßverkalkung", sind heute die häufigsten Todesursachen. Patienten mit mehreren Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen, mit begleitender Koronarer Herzkrankheit, oder mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) weisen außerdem ein hohes Risiko für einen Hirnschlag auf. Umgekehrt wird die Häufigkeit einer Herz-Erkrankung bei Patienten mit Schlaganfall mit bis zu 75 Prozent angegeben. "An erster Stelle vorbeugender Maßnahmen", so Dr. Laufs, "stehen hier Lebensstil-Änderungen."
Weniger tierisches Fett, mehr Ballaststoffe, regelmäßig Bewegung
Weil auch durch eine gezielte Ernährungsumstellung das Gefäßrisiko deutlich gesenkt werden kann, wird eine fettarme Diät mit weniger als 300 Milligramm Cholesterin pro Tag empfohlen. Dr. Laufs: "Die Ernährung sollte ballaststoffreich (mehr als 20 Gramm pro Tag) mit viel Früchten, Gemüse und Kohlenhydraten sein, die gesättigten Fette sollten weniger als 10 Prozent der Gesamtkalorien ausmachen." Gesättigte Fette kommen zum Beispiel in Fleisch, Wurstwaren, Butter, Käse oder Sahne vor. Aus Post-Herzinfarkt-Studien liegen Hinweise darauf vor, dass eine mediterrane Ernährung Sterblichkeit und das Risiko eines neuerlichen Infarktes senken kann, sagt Dr. Laufs.
Sowohl moderate (Spazierengehen) als auch intensive körperliche Aktivität stellen einen unabhängigen positiven Prognosefaktor zur Vermeidung kardiovaskulärer Ereignisse dar. Von den Fachgesellschaften wird ein regelmäßiges aerobes Ausdauertraining - 3-7 mal pro Woche, jeweils 15-60 Minuten - bei 40 bis 60 Prozent der maximalen Leistungsfähigkeit unterhalb der individuellen Ischämieschwelle empfohlen.
Kein Wirksamkeitsbeleg für Präparate mit Vitaminen, Spurenelementen, Antioxidantien
Umstritten hingegen ist der Stellenwert von Präparaten mit Vitaminen, Spurenelementen oder Antioxidantien als vorbeugende Maßnahme. Die Untersuchungsergebnisse im Zusammenhang mit einer Senkung des Homocystein-Spiegels im Blut mittels Vitamin B6, B12 und Folsäure seien höchst widersprüchlich, berichtet Dr. Laufs. "Großstudien haben zweifelsfrei belegt, dass auch die Vitamine E, C oder Beta-Carotin keine Absenkung des Risikos für Herzerkrankungen bewirken. Im Rahmen der Arteriosklerose-Prävention kann daher eine Verordnung von Vitaminpräparaten nicht empfohlen werden. Für so genannte Antioxidantien oder 'Spurenelemente' liegen ebenfalls keine Wirksamkeitsbelege vor."
Wenig Alkohol schützt die Gefäße
Moderater Alkoholkonsum senkt die Sterblichkeit durch Verminderung des kardiovaskulären Risikos. Bei höherer Alkoholaufnahme ab 30 Gramm pro Tag steigt die Sterblichkeit durch Überwiegen der gesundheitsschädlichen Wirkungen gegenüber dem Gefäßschutz. Daher wird eine Reduktion des Alkoholkonsums für Männer auf weniger als 30 Gramm pro Tag, und für Frauen auf weniger als 20 Gramm pro Tag empfohlen. 20 Gramm entsprechen etwa einem halben Liter Bier oder einem Viertelliter Wein, 30 Gramm dem gemäß etwa ¾ Liter Bier oder 3/8 Liter Wein.
Grippe-Impfung: Weithin unterschätzter Schutz vor Herz-Kreislauf-Problemen
Aktuelle Arbeiten zeigen aber eine hochsignifikante Reduktion der Sterblichkeit von Patienten mit symptomatischer KHK durch die Grippeschutzimpfung. Dr. Laufs: "Wenn sich diese Daten in weiteren Studien auch nur teilweise bestätigen, würde dies bedeuten, dass die Grippeschutzimpfung die mit Abstand kosteneffektivste medikamentöse Maßnahme zur Reduktion der kardiovaskulären Sterblichkeit darstellt."
Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
Herzspezialist: "Wir können unser genetisch vorprogrammiertes Alter von 120 bis 140 Jahren erreichen"
04.04.2005 -
Wenn nur die biologisch notwendige Arteriosklerose auftritt, können wir ohne weiteres weit über hundert Jahre alt werden, sagen Herzspezialisten auf der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim. Bei einem ungesunden Lebensstil wird der arteriosklerotische Prozess jedoch gefährlich beschleunigt.
"Wenn nur die biologisch notwendige Arteriosklerose auftritt, dann kann der Mensch das Glück haben und sein genetisch vorprogrammiertes Alter von 120 bis 140 Jahren erreichen", sagt Prof. Dr. Rainer Gladisch, Klinikum Mannheim, auf der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim. Wo das normale, physiologische Altern aufhört und eine Krankheit beginnt, sei allerdings oft kaum auszumachen. Dass die zu Grunde liegenden Mechanismen von Altern und Krankheit oft die gleichen sind, zeige sich etwa bei jenen beiden Prozessen, die im Zentrum der Alterungsvorgänge stehen: Der Entstehung einer altersbedingten Arteriosklerose ("Physiosklerose") und der Verlust von Muskulatur ("Sarkopenie").
Ungünstiger Lebensstil beschleunigt altersbedingte Prozesse
"Der unabwendbare und altersbedingte Prozess der Arteriosklerose wird durch einen ungünstigen persönlichen Lebensstil so weit beschleunigt, bis eine krankhafte Arteriosklerose entsteht", erklärt Prof. Gladisch. "Im Idealfall pendelt sich im Körper ein Gleichgewicht zwischen der Bildung neuer Freier Radikale und ihrer Beseitigung ein. Faktoren wie besonders fettreiche Ernährung, Zigarettenrauch, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus oder Gicht können dieses Gleichgewicht jedoch stören und so zu einem Übergewicht der Freien Radikale führen." Das führt zu andauerndem oxidativen Stress in den Blutgefäßen und damit zur Beschleunigung der Arteriosklerose bis hin zum Verschluss von Gefäßen.
Bedeutsam für ein möglichst gesundes Altern seien natürlich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, um problematische Entwicklungen rechtzeitig zu diagnostizieren und ihnen gegensteuern zu können. Heute stehen außerdem wirksame Medikamente zur Verfügung, mit deren Hilfe der Arteriosklerose bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden kann
Problem Muskelschwund
"Auch der Muskelschwund kann gleichsam natürlich, altersgemäß voranschreiten, oder durch den Lebensstil verstärkt werden", erklärt Prof. Gladisch: "Grund für den natürlichen Muskelschwund sind Veränderungen im Hormonhaushalt. Bei älteren Personen wird weniger Wachstumshormon ausgeschüttet. Damit fehlt ein Anreiz zur Bildung von neuen Muskelzellen. Dazu kommt noch, dass auch die Fähigkeit zur Zellteilung mit der Zeit abnimmt."
Beschleunigt wird dieser Prozess durch fehlende Beanspruchung des Bewegungsapparates. Der Körper zerstört und rezykliert Zellen, die nicht benötigt werden. "Damit spart er Energie", sagt Gladisch. "Dementsprechend lautet der Ratschlag, den physiologischen Muskelschwund zu bremsen: Bewegungsmangel vermeiden, Muskeln auf Trab halten."
Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
Hoffnung auf neuen Cholesterin-Senker
Texas (pte) - 30.03.2005 - Ein wichtiger Durchbruch ist US-amerikanischen Wissenschaftern im Bereich der Cholesterinforschung gelungen: Sie konnten ein Protein inaktivieren, das wesentlich für die Regulierung von gesundheitsschädigendem LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein) verantwortlich ist. Durch die Hemmung des Proteins konnten die Forscher die Cholesterinwerte bei Mäusen um mehr als 50 Prozent senken. Die Forscher erhoffen sich von der Entdeckung die Entwicklung neuer Cholesterin senkender Medikamente, denn dasselbe Protein ist auch bei Menschen für die Regulierung der Cholesterinwerte zuständig. Die Ergebnisse der Studie wurden online auf der Homepage der National Academy of Sciences http://www.nas.edu publiziert.
Die Forscher der University of Texas http://www.swmed.edu inaktivierten das so genannte Pcsk9-Gen bei Mäusen, welches für die Produktion des PCSK9-Proteins verantwortlich ist. Dieses Protein setzt normalerweise Rezeptoren frei, die sich an das LDL-Cholesterin in der Leber anheften und so die Cholesterinaufnahme hemmen. Durch die Unterbindung des Proteins hatten die Mäuse eine höhere Anzahl aktiver LDL-Rezeptoren und waren folglich fähig eine größere Menge LDL-Cholesterin aus dem Blut aufzunehmen.
Die Ausschüttung von LDL-Rezeptoren ist der primäre Mechanismus, durch den Menschen ihre LDL-Cholesterinwerte im Blut senken. Die Untersuchung zeigt nun, dass durch die Inaktivierung des Pcsk9-Gens bei 52 Prozent der Mäuse der Cholesterinwert signifikant gesenkt werden konnte. "Die von uns als Knockout-Mäuse bezeichneten Versuchstiere hatten einen LDL-Cholesterinwert von 46 mg/dl (Milligramm pro Deziliter), während normale Mäuse einen Wert von 96 mg/dl aufweisen", erklärte Studienleiter Jay Horton.
Hohe LDL-Cholesterinwerte sind ein wesentlicher Risikofaktor bei der Verursachung von Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Schlaganfall. Denn sie tragen zu der Bildung von Ablagerungen bei, die in weiterer Folge die Arterienwände verstopfen. Die Entwicklung eines neuen Medikaments anhand der aktuellen Untersuchungsergebnisse würde für weltweit 25 Mio. betroffener Personen Abhilfe schaffen.
Quelle: pressetext.austria
Warum warten, wenn man sofort helfen kann?
Ingelheim - 24.03.2005 - (ots) - "Mit diesem Brustschmerz werde ich schon fertig" - wer so "hart im Nehmen" ist, riskiert bei einem Herzinfarkt sein Leben. Jede Minute "Aushalten", statt den Notarzt zu rufen, ist verlorene Zeit für den Herzmuskel. Notärzte können heute oftmals bereits in der Wohnung des Patienten oder im Rettungswagen das verschlossene Herzkranzgefäß mit einem Medikament öffnen und die Entwicklung eines Herzinfarktes stoppen oder sogar "rückgängig" machen.

Bild: photoCase
Besonders effektiv kann Herzmuskelgewebe vor dem Untergang bewahrt werden, wenn die verschlossene Herzader spätestens drei Stunden nach Schmerzbeginn wieder durchblutet wird. Eine entsprechende Therapie kann schon der Notarzt beginnen, wenn er ein Medikament verabreicht, das Blutgerinnsel auflöst (Lyse). "Bis der Notarzt am Einsatzort eintrifft, können je nach Anfahrtsweg 5 - 20 Minuten vergehen", weiß Dr. Lutz Nibbe, Oberarzt der internistischen Intensiv- und Notfallmedizin am Campus Virchow-Klinikum in Berlin, aus Erfahrung. Die Diagnostik kostet erneut Zeit. "Und in den Krankenhäusern vergeht oftmals noch zu viel Zeit, bis ein Herzinfarkt letztendlich medikamentös behandelt wird", weiß Nibbe. Die Zeit von der Kliniktür bis zur Nadel (= Therapie: "door to needle time") ist häufig länger als die empfohlenen 30 Minuten.
In der Stadt: Kampf mit dichtem Verkehr und engen Treppenhäusern
Es gibt auch andere Probleme. "Auch kann es sehr lange dauern," berichtet der Notarzt, "einen schwerkranken Patienten aus dem dritten Stock im Hinterhaus durch schmale Wohnungstüren und ein enges Treppenhaus in den Rettungswagen zu transportieren."
Infarktzeichen verschwinden noch "auf dem Sofa"
Nibbe erinnert sich, wie er durch ein gerinnselauflösendes Medikament die Entwicklung zu einem großen Infarkt rückgängig machen konnte. Ein 40jähriger Patient hatte wegen Herzschmerzen den Notarzt angerufen. Bei der Untersuchung klagte der Mann über noch viel stärkere Schmerzen. Das EKG signalisierte einen ausgeprägten Vorderwandinfarkt. "Dem Patienten wurde gleich auf dem Sofa ein Medikament gespritzt, um das Blutgerinnsel aufzulösen, und wir meldeten ihn im Katheterlabor an", erzählt Nibbe. Die Schmerzen verschwanden, und das EKG im Katheterlabor zeigte keine Infarktzeichen mehr. "Durch den frühen Einsatz des Medikaments ist faktisch gar kein Herzmuskelgewebe untergegangen - eine Idealvorstellung, wie die Therapie ablaufen kann."
Lange Zufahrtswege sind Zeitfallen auf dem Lande
Die lebensrettende Spritze kam mit dem Hubschrauber Lieber einmal zu häufig den Notarzt rufen.... Die Notärzte ziehen den Schluss: Wer Schmerz und Druck in der Brust spürt, sollte sofort den Notarzt rufen! Durch frühe Therapie vor der Klinikaufnahme kann Herzmuskel gerettet werden! Und war es einmal "falscher Alarm", ist niemand böse.
Quelle:
Boehringer Ingelheim
Vitamin E: Kein Schutz vor Krebs oder Herzinfarkt
16.03.2005 - Die regelmäßige Einnahme von Vitamin E als Nahrungsergänzung bewirkt keinen Schutz vor Krebs oder Herzerkrankungen. Entsprechende Ergebnisse einer mehrjährigen Studie präsentiert eine internationale Forschergruppe im "Journal of the American Medical Association". Zumindest bei älteren Patienten mit Diabetes oder bereits bestehenden Herzerkrankungen scheinen die Extra-Vitamine sogar weitere Probleme zu verursachen.
Resultate aus der biologischen Grundlagenforschung und epidemiologische Daten ließen vermuten, dass das antioxidativ wirkende Vitamin E die Entstehung von Krebs und Atherosklerose bremsen könne, schreiben Eva Lonn von der McMaster University im kanadischen Hamilton und ihre Kolleginnen. "Klinische Studien konnten diese günstigen Effekte im Allgemeinen jedoch nicht bestätigen, möglicherweise aufgrund ihrer relativ kurzen Dauer."
Um einem möglichen längerfristigen Nutzen auf die Spur zu kommen, verfolgten die Medizinerinnen den Werdegang von rund 4.700 älteren Personen. Alle litten an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hatten bereits in den 90er-Jahren an einer Herzstudie teilgenommen. Einige von ihnen hatten dabei täglich 400 IE (Internationale Einheiten) Vitamin E eingenommen und taten dies nun auch weiterhin.
Die mittlere Beobachtungsdauer betrug sieben Jahre. Während dieser Zeit zeigte sich kein klarer Effekt der Vitamin-Einnahme im Hinblick auf neue Krebserkrankungen, Krebstod und Kreislaufprobleme, berichten Lonn und Kolleginnen. Umgekehrt mussten die Teilnehmer der Vitamin-Gruppe häufiger wegen einer Herzschwäche behandelt werden. Nach Ansicht der Medizinerinnen zeigen diese Resultate, dass sämtliche Vitamine - obschon als "natürlich" und damit als sicher geltend - sorgfältig auf ihren Nutzen und ihre Risiken untersucht werden müssten.
Forschung: Eva Lonn und Jackie Bosch, Population Health Research Institute, Hamilton Health Sciences und McMaster University, Hamilton, Ontario; und andere
Veröffentlicht in JAMA, Vol. 293(11), 16. März 2005, pp 1338-47 und 1387-90
Quelle: Scienceticker
Bergluft ist gut fürs Herz
15.03.2005 -
Der Aufenthalt im Gebirge hat einen schützenden Einfluss auf Herz und Kreislauf. Neue Belege für diesen Effekt präsentieren griechische Mediziner im "Journal of Epidemiology and Community Health". Einwohner von Gebirgsdörfern sterben demnach seltener an Herzinfarkt als Bewohner von Ebenen - auch dann, wenn sie höhere Blutfettwerte aufweisen und mehr Alkohol trinken.

Bild: photoCase
"Höhere körperliche Aktivität, bedingt durch das Laufen in unwegsamem Terrain, bei leichtem Sauerstoffmangel könnte die Erklärung für dieses Resultat sein", schreiben Nikos Baibas von der Universität Athen und seine Kollegen. Frühere Studien hätten dagegen offen lassen müssen, ob die geringere Sterblichkeit der Gebirgsbewohner von einer generell gesünderen Lebensweise herrühre.
Bereits im Jahr 1981 hatten die Mediziner drei abgelegene Dörfer aufgesucht - eines davon in 950 Metern Höhe in der Sterea Ellada nordwestlich von Athen gelegen, die zwei anderen in den Ebenen des Peloponnes - und die Bewohner untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten befragt. Fünfzehn Jahre später besuchten sie die Dörfer erneut. Von 1.150 Studienteilnehmern waren zwischenzeitlich 290 gestorben, 67 aufgrund einer Verengung der Herzkranzgefäße.
Wichtige Risikofaktoren wie Alkoholkonsum sowie Bluthochdruck und Cholesterinspiegel waren bei den Gebirgsdörflern stärker ausgeprägt als bei den Ebenenbewohnern, berichten Baibas und Kollegen. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren berechnen die Mediziner, dass das Leben im Gebirge für Männer mit einer 43 Prozent geringeren Gesamtsterblichkeit und einer 31 Prozent geringeren koronaren Sterblichkeit einhergeht. Bei Frauen deutete sich ein ähnlicher Effekt an, war statistisch jedoch nicht abgesichert.
Forschung: Nikos Baibas und Antonia Trichopoulou, Department of Hygiene and Epidemiology, University of Athens Medical School; und andere
Veröffentlicht in Journal of Epidemiology and Community Health, Vol. 59, pp 274-8, DOI 10.1136/jech.2004.025510
Quelle: Scienceticker
Bereits geringe Mengen Alkohol gefährden junge Herzen
San Francisco (pte, 11. Mär 2005 13:05) - Bei jungen Menschen kann bereits das Trinken von geringen Mengen von Alkohol das Risiko einer späteren Herzerkrankung erhöhen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of California http://www.ucsf.edu gekommen, die die Auswirkungen von Alkoholkonsum vor der Lebensmitte groß angelegt untersuchte. Diese Ergebnisse widersprechen der weit verbreiteten Meinung, dass ein moderater Alkoholkonsum gegen eine Herzerkrankung schützen kann. Bei einer moderaten Menge wird allgemein bei Männern von zwei Getränken und bei Frauen von einem ausgegangen. Die Ergebnisse der Studie wurden im American Journal of Epidemiology http://aje.oupjournals.org veröffentlicht.
Die Wissenschaft geht laut Nature davon aus, dass die positive Wirkung des Alkohols bei Menschen über 55 Jahren, die über ein Herzrisiko verfügen, tatsächlich vorhanden ist. Es besteht jedoch keine Klarheit darüber, ob die Vorteile des Alkoholkonsums bereits früh im Leben einsetzen oder wie die positiven Wirkungen des Alkohols genau zustande kommen. Das Team um Mark Pletcher nutzte die Daten einer laufenden Studie zu Herzerkrankungen um die Herzen von mehr als 3.000 Menschen im Alter von 33 bis 45 Jahren mittels eines CAT-Scanners zu erforschen. Sie suchten nach einem der frühesten Anzeichen einer Herzerkrankung, nach einer Verhärtung der Arterien, die das Herz selbst mit Sauerstoff versorgen. Diese Daten wurden dann mit Informationen zu den Trinkgewohnheiten zwischen 1985 und 2001 in Zusammenhang gebracht.
Je mehr ein Teilnehmer trank, desto größer war auch die Wahrscheinlichkeit einer Verhärtung der Arterien. Jene, die mehr als 14 Drinks in der Woche zu sich nahmen, verfügten über ein doppelt so hohes Risiko wie jene, die weniger als sechs Getränke wöchentlich konsumierten. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass der Alkoholkonsum in der Jugend zu keinem Schutz des Herzens führt. Vielmehr wird die Vorstellung bestätigt, dass Alkohol bei älteren Menschen auf andere Weise gegen eine Herzerkrankung schützt. Dabei handelt es sich um einen unmittelbaren Effekt direkt nach dem Konsum, der zum Beispiel das Risiko der Bildung von Blutgerinnseln verringern kann.
Quelle: pressetext.austria
Aspirin schützt nur Frauen vor dem Schlaganfall
Boston (pte, 08. Mär 2005 15:50) - Eine regelmäßige, geringe Dosis Aspirin schützt Frauen unter 65 vor Schlaganfällen. Die Einnahme schützt jedoch nicht vor Herzinfarkt. Männer werden durch die Einnahme von Aspirin nicht vor Schlaganfällen geschützt, jedoch konnte eine schützende Wirkung vor Herzinfarkten nachgewiesen werden. Zu diesen Ergebnissen kommt die Women`s Health Study, eine zehnjährige Langzeitstudie, die am amerikanischen Brigham and Women`s Hospital http://www.brighamandwomens.org durchgeführt wurde, berichtet die New York Times http://www.nytimes.com . "Die Ergebnisse der Studie sind wirklich überraschend, denn ich hätte nicht mit einem so großen Unterschied zwischen den Geschlechtern gerechnet", erklärt Elizabeth Nabel vom National Heart Lung and Blood Institute http://www.nhlbi.nih.gov .

Bild: pixelquelle
Das Forscherteam der Klinik führte erstmals eine derart groß angelegte klinische Studie durch und untersuchte ein Sample von 40.000 gesunden Frauen über 45 Jahren um speziell die Effekte von Aspirin auf Frauen zu erforschen. Dazu wurden der einen Hälfte der Teilnehmerinnen täglich 100 Milligramm Aspirin verabreicht, während die Kontrollgruppe nur ein Placebo erhielt. Es zeigte sich, dass jene Frauen, die regelmäßig Aspirin einnahmen, im Gegensatz zur Kontrollgruppe ein um 17 Prozent niedrigeres Risiko hatten, einen Schlaganfall zu erleiden. Die Aspirin-Probandinnen hatten sogar ein 24-prozentig geringeres Risiko einen so genannten ischämischen Insult, die häufigste Form des Schlaganfalls, welcher durch ein Blutgerinnsel ausgelöst wird, zu erleiden. Insgesamt hatte die Aspirin-Gruppe ein neun Prozent geringeres Risiko an kardiovaskulären Krankheiten - Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod durch kardiovaskuläre Probleme - zu leiden als die Kontrollgruppe.
Frühere Aspirin-Studien haben gezeigt, dass Aspirin bei Männern eine andere Wirkung hat. So hat eine Einnahme von 325 Milligramm (das entspricht der Dosis einer Tablette) bei Männern zwischen 40 und 84 Jahren das Risiko für Herzkrankheiten um 44 Prozent gesenkt.
"Die Tatsache, dass für Frauen die Einnahme von Aspirin einen positiven Effekt bei der Unterdrückung von Schlaganfällen birgt, ist eine wichtige Erkenntnis", erklärte Julie Burning, die Leiterin der Studie. Dennoch ist die Einnahme von Aspirin ein zweischneidiges Schwert, da es Auswirkungen auf die Blutgerinnung hat, erklären die Experten. Darum wird eine Aspirin-Therapie nur für jene Patienten und Patientinnen empfohlen, die ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen aufweisen, begünstigt durch Faktoren wie zu hoher Blutdruck, familiäre Vorbelastung, Diabetes, Fettleibigkeit oder Rauchen. Die Ergebnisse der Studie werden am 31. März im New England Journal of Medicine http://content.nejm.org publiziert.
Quelle: pressetext.austria
Herzinfarkt: besserer Schutz für Risikopatienten
Bonn - 08.03.2005 (ots) - Wie gefährlich eine Verkalkung der Herzkranzgefäße werden kann, steht in den Genen. Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) haben herausgefunden, dass nicht nur das Risiko einer koronaren Herzkrankheit, sondern auch der Verlauf und die Schwere der Krankheit vererbt werden. Gerade die Verkalkung der wichtigen Herzkranzgefäße wird durch die Gene beeinflusst. Diese Form der Arteriosklerose führt oft zu Herzrhythmusstörungen, Atemnot und Herzinfarkt und gilt als die häufigste Todesursache in den Industrieländern.
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"Wir sollten uns angewöhnen, nicht nur den Patienten selbst, sondern auch seine Familie zu betrachten", meint Prof. Christian Hengstenberg, Kardiologe an der Universität Regensburg. Bereits mit einfachen Untersuchungen können die Ärzte das Krankheitsrisiko der Angehörigen von Patienten mit einer schweren Arteriosklerose abschätzen. "Und vor allem kann dann noch rechtzeitig reagiert werden", so Hengstenberg weiter. Die Wissenschaftler wollen nun die Gene identifizieren, die für die unterschiedliche Ausprägung der koronaren Herzerkrankung verantwortlich sind, um bessere Therapienansätze zu entwickeln. Die Studie ist Teil des Krankheitsnetzes "Herz-Kreislauf-Erkrankungen", einem wichtigen Baustein des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN). Das NGFN wird seit 2001 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Quelle:
Nationales Genomforschungsnetz NGFN
Ehestress lässt Frauen früher sterben -
Verheiratete Männer sind dicker und ungesünder als Singles
Orlando (pte, 04. Mär 2005 07:35) - Verheiratete Frauen, die einem Streit mit ihrem Ehemann aus dem Weg gehen, haben ein vier Mal höheres Risiko an Herzerkrankungen und Schlaganfall zu sterben als unverheiratete Frauen. Auch Männer sterben doppelt so oft früher, wenn sie mit einer emotional unausgeglichenen Frau verheiratet sind. Zu diesem Ergebnis kommt ein US-amerikanisches Forscherteam der Boston University http://www.bu.edu unter der Leitung von Elaine Eaker, berichtet der amerikanische Branchendienst Science Daily http://www.sciencedaily.com. Es ist die erste Studie, die sich mit den Auswirkungen der Ehe auf das Auftreten und die Entwicklung von Herzkrankheiten und Sterblichkeit beschäftigt.

Bild: zeckchen / photoCase
Das Forscherteam griff bei der Untersuchung auf das Datenmaterial der Framingham Offspring Studie zurück, einer 1948 ins Leben gerufenen Langzeit-Gesellschaftsstudie des National Heart, Lung and Blood Institutes http://www.nhlbi.nih.gov/ . Die Forscher analysierten ein Sample von 1.493 Männern und 1.501 Frauen, die verheiratet waren oder in einem eheähnlichen Beziehungsverhältnis lebten und verfolgten den Gesundheitszustand der Teilnehmer über eine Dauer von zehn Jahren.
Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Ehemänner mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit früher sterben wie unverheiratete Männer. "Verheiratete Männer sind zwar oft Nichtraucher, dennoch sind sie tendenziell dicker, haben schlechtere Blutwerte und höhere Cholesterinwerte als Singlemänner", erklärte Eaker. Männer, deren Ehefrauen verärgert und gestresst aus der Arbeit zurückkehrten, hatten ein zweifach höheres Risiko an Herzerkrankungen zu sterben als unverheiratete Männer. Frauen, die in einer angespannten ehelichen Situation ihre Gefühle für sich behielten, hatten gegenüber extrovertierten und emotionalen Frauen ein vierfach höheres Risiko zu sterben.
Die Forscher glauben, dass die Ergebnisse der Studie eine vermehrte Miteinbeziehung psychosozialer Faktoren in die medizinische Behandlungspraxis zur Folge haben wird. "Die Ergebnisse sind einzigartig. Wir haben Charakteristika der Ehe herausgefunden, die einen Einfluss auf die Gesundheit und die Lebensdauer der Ehepartner haben", erklärte Eaker. In Zukunft sollen den Krankenberichten und Patientenblättern auch psychosoziale Screening-Fragen angefügt werden, empfehlen die Experten.
Quelle: pressetext.austria
Herz-Kreislauf-Krankheit - mit Prävention zu meistern:
Neue Technologien ermöglichen Früherkennung viele Jahre bevor Probleme entstehen
Essen (pts, 24. Feb 2005 10:15) - Todesursachenstatistik 2003 - fast jeder zweite Verstorbene erlag einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Und nicht nur das: Amerikanische Forscher der Tulane University haben mit einer umfassenden Untersuchung herausgefunden, dass Bluthochdruck weltweit dramatisch ansteigt. In dem Fachmagazin "The Lancet" fordern die Wissenschaftler die Entwicklung neuer Behandlungsverfahren und Präventionsstrategien, um die zu erwartende, internationale Epidemie von Schlaganfällen und Herzinfarkten überhaupt bewältigen zu können.

Foto:
Preventicum GmbH, Essen
Dargestellt mit dem AngioSURF-Verfahren "AngioSURF, eine innovative Weiterentwicklung der Magnetresonanztomographie, erlaubt eine nahtlose Darstellung der Arterien von Kopf bis Fuß in nur 72 Sekunden." Infos unter: www.preventicum.de
"Gerade Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit Prävention und Früherkennung besonders gut in den Griff zu bekommen", so der Kardiologe und Präventionsexperte Dr. Dietrich Baumgart von der Essener Diagnoseklinik Preventicum, "die Belastungen entwickeln sich schleichend und bleiben über lange Zeiträume unbemerkt." Neben dem Bluthochdruck haben außerdem Bewegungsmangel, Cholesterin und Nikotin negative Auswirkungen auf das Gefäßsystem im Körper. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle.
Insgesamt bewirkt die Summe der ungünstigen Faktoren, dass innerhalb der Adern Ablagerungen entstehen, die im Laufe der Jahre zunehmen. Diese Ablagerungen können Gefäßwände zerstören oder auch den Durchfluss des Blutes behindern, was im weiteren Verlauf zu kompletten Verstopfungen führen kann. "Die wirklichen Probleme treten aber erst dann auf, wenn das ganze Desaster sich sozusagen ‚ungestört' entwickeln konnte", weiss Dr. Baumgart, "mit den neuen Methoden der Prävention können wir schon zehn Jahre vor dem potenziellen Gau der dramatischen Entwicklung entgegenwirken."
Und wie kann das gehen? Bei Preventicum ist der Magnetresonanz-Tomograph im Einsatz. Der Patient bekommt ein Kontrastmittel gespritzt, das sich im ganzen Gefäßsystem ausbreitet. Dann wird er ohne schädliche Röntgenstrahlen durchleuchtet. Im Anschluss erhält der Arzt ein komplettes Bild der gesamten Adern seines Schützlings. Winzige Veränderungen an den Gefäßwänden kann er auf diese Weise sehr gut erkennen. "Ab diesem Punkt können wir meist mit geringem Aufwand etwas gegen die Ablagerungen bewirken. Oft reichen Sport und eine andere Ernährung aus, um dramatische Entwicklungen gar nicht erst ausbrechen zu lassen", unterstreicht der Herz-Kreislauf-Experte aus Essen. Die Untersuchung nennt sich AngioSurf und ist ausschließlich bei Preventicum im Einsatz. Herkömmliche Vorsorge-Untersuchungen im kardiologischen Bereich können diese Präzision nicht bieten.
"Stark ist, wer seine Achillessehne kennt", resümiert Kardiologe Baumgart. "Wer sich noch gesund fühlt, wird durch den visuellen Eindruck zum gesundheitsorientierten Verhalten motiviert. Sobald die Betroffenen ihr angegriffenes Gefäßsystems sehen, haben sie verinnerlicht, dass hier ihr individueller Schwachpunkt ist. Erst dann entsteht die wirkliche Bereitschaft, schon jetzt auf die Gesundheit zu achten."
Weitere Informationen:
http://www.preventicum.de
Computer macht Ausgang einer Operation sichtbar
Stanford (pte, 23. Feb 2005 13:15) - Ein auf virtueller Realität basierendes System lässt Chirurgen sehen, wie eine Herzoperation ausgehen wird, bevor sie wirklich stattfindet. Bilder der Blutgefäße der Patienten und das Informationen über den Blutfluss ermöglichen für verschiedene Eingriffe genaue Voraussagen. Entwickelt hat das neue System Charles Taylor von der Stanford University http://www.st anford.edu. Der Wissenschafter geht laut BBC davon aus, dass das neue Verfahren eines Tages zum Standard der Operationsvorbereitung gehören wird.

Bild: PhotoCase
Derzeit geben eine Computertomografie oder eine Kernspinresonanztomografie Aufschluss über die Blutgefäße und die Vorgänge im Körper des Patienten. Für Entscheidung für eine Operation und ihren möglichen Ausgang müssen sich die Mediziner auf ihr Fachwissen und ihre Erfahrung verlassen. Laut Taylor sei es jedoch erforderlich eine Antwort auf die Frage "Was wenn...?" zu haben. "Was wenn es besser ist, keinen Eingriff durchzuführen? Was wenn durch ein Verfahren nur eine geringfügige Verbesserung erzielt werden kann und ein anderes entscheidend bessere Ergebnisse erzielte?"
Das Computersystem würde die Chirurgen dabei unterstützen, verschiedene Optionen abzuwägen und potenzielle Probleme vor dem Eingriff zu erkennen. "Entscheidend ist, dass das Vorgehen zuerst am Computer überprüft wird." Mit Daten von Tieren und Patienten vor und nach einem Eingriff konnte der Wissenschafter ermitteln, wie genau das Computermodell den Ausgang vorhersagen kann. Tests zeigten, dass Vorhersagen zum Blutfluss mit einer Schwankungsbreite von 10 Prozent vorhergesagt werden können. Das Team arbeitet derzeit mit Chirurgen zusammen, um mehr Patientendaten über Eingriffe an den Blutgefäßen zu sammeln.
Quelle: pressetext.austria
Medikament gegen Brustkrebs verringert Herzrisiko:
Tamoxifen schützt während der gesamten Einnahme
Boston (pte, 17. Feb 2005 13:15) - Frauen mit Brustkrebs, die Tamoxifen einnehmen, unterliegen einem deutlich geringeren Risiko einen Herzanfall zu bekommen oder Stressreaktionen des Herzens wie Angina zu erleiden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Boston University School of Public Health http://www.bu.edu/dbin/sph gekommen. Dieser Effekt erfährt innerhalb von zwei Jahren eine deutliche Ausprägung und bleibt während der gesamten Einnahme erhalten. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Cancer http://www.interscience.wiley.com/cancer-newsroom veröffentlicht.
Das Team um Brian D. Bradbury analysierte die Daten von 3.030 Brustkrebspatientinnen, die mit Tamoxifen behandelt wurden und von 4.233 Patienten mit anderen Krebserkrankungen, die dieses Medikament nicht eingenommen hatten. Die Frauen der ersten Gruppe waren weniger gefährdet Symptome einer Herzerkrankung zu entwickeln. Die weitere Untersuchung ergab ein deutlich verringertes Risiko einer Herzerkrankung. Dieser Effekt wurde bei Frauen nachgewiesen, die weniger als zwei Jahre der auf fünf Jahre ausgelegten Behandlung absolviert hatten. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Behandlung mit Tamoxifen zusätzlich das Risiko einer Herzerkrankung verringern kann.
Quelle: pressetext.austria
Beschichtete Stents wirksam bei Gefäßeinrissen der Hauptschlagader
Hamburg - 14.02.05 - "Die Behandlung mit beschichteten Stents bringt bei Aortenaneurysmen bessere Ergebnisse als Entlastungsoperationen, so genannte Fensterungen", berichtet Dr. Burkhart Zipfel vom Deutschen Herzzentrum Berlin auf der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. "Der Stent versorgt die primäre Eintrittspforte des Gefäßeinrisses, und ist schonender und einfacher durchzuführen als eine große Gefäßoperation, bei der weit höhere Komplikationsraten auftreten." Innerhalb der ersten 30 Tage nach der Operation, fasst Dr. Zipfel die Ergebnisse einer Studie zusammen, verstarben in der Gruppe die nicht mit einem Stent behandelt wurde die Hälfte der Patienten, in der Stent-Gruppe hingegen keiner.
Gefäßeinrisse der Hauptschlagader ("dissezierende Aortenaneurysmen") gehören zu den gefährlichsten, mit sehr hoher Sterblichkeit behafteten akuten Erkrankungen. Verläuft der Einriss innerhalb der Schichten der Gefäßwand, besteht die Möglichkeit der Behandlung und damit des Überlebens. Probleme treten immer dann auf, wenn wichtige Gefäßversorgungen für lebenswichtige Organe wie Hirn, Leber oder Darm aus dem schlecht versorgten "falschen Lumen" - also dem durch den Riss entstandenen zusätzlichen Kanal - abgehen. Dann nämlich kommt es zu einer Unterversorgung der von dieser Versorgung abhängigen Organe.
Beim Einsatz eines beschichteten Stents von geeigneter Größe, der operativ durch einen kleinen Gefäßschnitt in den eingerissenen Gefäßbereich vorgeschoben wird, dichtet die Kunststoffbeschichtung den Zugang zum entstandenen falschen Kanal ab und weitet gleichzeitig die entstandenen Einengung aus. Das Blut kann wieder ungehindert in den dafür vorgesehenen Bahnen fließen.
Sollten aus dem abgedichteten Bereich lebenswichtige Gefäßversorgungen abgehen, muss der Zugang zu diesen Gefäßen entsprechend wiederhergestellt werden. Das Stent-Verfahren ist derzeit im Wesentlichen nur anwendbar in der Hauptschlagader unterhalb des Abgangs der großen Halsgefäße.
Die bisher übliche Entlastung des falschen Lumens durch Fensterungen, die den Zufluss zu den abgehenden Gefäßen sowie die Entlastung des falschen Lumens zum Ziel hat, hat sich als komplikationsträchtiger erwiesen als das einfachere Stent.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
Lebensstil-Änderung: Bessere Aussichten nach Bypass-Operation für motivierte Patienten 14.02.05 - "Bypass-Patienten, die bereits vor der Operation im Krankenhaus an einem gezielten psychologischen Motivationsprogramm zur Veränderung ihres Lebensstils teilnehmen, haben einen messbaren Vorteil bei der langfristigen Reduktion von kardiovaskulären Risikofaktoren", berichtete Dr. Christoph Schimmer von der Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie der Universität Würzburg anlässlich der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie in Hamburg.
Das Motivationsprogramm soll dazu beitragen, dass Patienten ihren Lebensstil dauerhaft ändern und damit das Risiko für weitere Gefäßschäden reduzieren. In einer Studie konnte das Würzburger Team nachweisen, dass derartige Bemühungen tatsächlich fruchten. Dr. Schimmer: "Die Motivation der Bypass-Patienten, ihren Lebensstil zu ändern, steigt nachweislich an, wenn ein solches Programm vor der Operation begonnen wird." Untersucht wurden insgesamt 142 Patienten: Eine Gruppe erhielt die übliche Behandlung, die andere nahm am Motivationsprogramm unter der Leitung eines Psychologen teil. Alle Patienten konnten an einer postoperativen kardialen Rehabilitation teilnehmen, diese war jedoch nicht verpflichtend.
Variable wie die individuellen Herz-Kreislauf-
Risikofaktoren (etwa Bluthochdruck und Cholesterinwerte) die aktuelle Medikation und die körperliche Kondition wurden vor der Operation sowie nach einem Jahr erhoben, und die Ergebnisse miteinander verglichen. Das Ergebnis: Die körperliche Kondition hatte sich insgesamt bei 111 Personen verbessert (78,2 Prozent). In der Gruppe, die nicht am Motivationsprogramm teilgenommen hatte, nahmen 67,2 Prozent an zusätzlicher kardialer Rehabilitation teil, in der anderen Gruppe waren es 81,9 Prozent.
Die Studie förderte deutliche Hinweise zutage, dass die Motivationsgruppe bei vielen Risikofaktoren besser abschnitt als die herkömmlich betreute Gruppe, nämlich beim Body-Mass-Index (BMI), LDL-Cholesterin Triglyzeride und Blutzucker. In beiden Gruppen konnte eine signifikante Reduktion des Bluthochdrucks und Gesamtcholesterin beobachtet werden.
Bleiben solche Risikofaktoren nach der Operation bestehen, schreitet die Gefäßverkalkung auch nach dem Eingriff voran, wodurch auch der Bypass zerstört werden kann, was einen neuerlichen Eingriff erforderlich macht. Frühere Langzeit-
Studien hatten gezeigt, dass sich durch Maßnahmen der Primär- und Sekundärprävention eine Reduktion der kardiovaskulären Sterblichkeit von 20 bis 30 Prozent erreichen lässt.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
Operationen mit Herz-Lungen-Maschine: Mehr Hirnschäden bei Frauen, älteren Menschen und Diabetikern 14. 02.05 - "Frauen, ältere Menschen und Diabetiker haben bei Herzoperationen mit Herz-Lungen-Maschine ein größeres Risiko für organische Hirnschäden", berichtete Priv.-Doz. Dr. Klaus Wenke von der Herzchirurgie am Krankenhaus München-Bogenhausen anlässlich der Jahrestagung der deutschen Herzchirurgen in Hamburg.
In der Studie, die zusammen mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München durchgeführt wurde, haben sich als Risiken auch die Dauer des Eingriffs, Abklemmzeiten und die Menge der Bluttransfusion erwiesen, die während der Operation benötigt wurde. Dr. Wenke: "Die mit erfassten Parameter Trinkverhalten, Angst, Depression und weitere Begleiterkrankungen hatten keinen Einfluss auf diese Art von Komplikation."
Insgesamt nahmen 203 Bypass- oder Herzklappen-Patienten (140 Männer, 63 Frauen) an der Studie teil. Bei insgesamt 18,7 Prozent der Studienteilnehmer trat ein hirnorganisches Syndrom auf, also Störungen des Gehirns. Die kognitiven Möglichkeiten der davon Betroffenen war signifikant eingeschränkt, bei 37 Prozent der betroffenen Patienten dauerten diese Defizite mehr als sieben Tage nach der Operation an.
Diese Ergebnisse bestätigen die ausführliche Diskussion deutscher Herzchirurgen auf ihrem Kongress in Hamburg, bei dem gefordert wurde, verstärkt so genannte Off-pump-Techniken zu nutzen, die den Einsatz der Herz-Lungen-
Maschine vermeiden. Gemäß der aktuell vorgestellten Statistik von 2004 werden derzeit 6,2 Prozent der Herzoperationen in Deutschland ohne Herz-Lungen-Maschine durchgeführt
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
Mediziner: Zähneputzen schützt vor Herzinfarkt
08.02.2005 - Die bislang direktesten Belege für einen Zusammenhang zwischen Zahnfleischentzündung und Gefäßerkrankungen haben amerikanische Mediziner und Zahnmediziner gefunden. Je mehr Parodontitis-Bakterien die von ihnen untersuchten Personen unter dem Zahnfleisch trugen, desto stärker waren ihre Arterienwände verdickt.

Foto: pixelquelle.de
Eine Verdickung der Arterienwandung bedeute wiederum ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, erläutert Moïse Desvarieux von der University of Minnesota in Minneapolis und der New Yorker Columbia University. Die Resultate sprächen damit für die Jahrzehnte alte Theorie, Parodontitis-Erreger könnten in den Blutstrom übergehen und dort weiteren Schaden anrichten.
Für ihre Studie untersuchten Desvarieux und seine Kollegen 657 Personen im Alter von über 55 Jahren. Je mehr typische Parodontitis-Erreger sich im Zahnbelag der Teilnehmer fanden, desto dicker war die per Ultraschall bestimmte Wandstärke der Halsschlagader, berichten die Mediziner im Fachblatt "Circulation". Dieser Zusammenhang bestand auch nach Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Blutdruck und Cholesterinspiegel. Nicht herstellen ließ sich dagegen eine Verbindung zwischen Parodontitis-Erregern und einem Indikator für Entzündungsprozesse, dem C-reaktiven Protein.
"Zahnfleischerkrankungen sind vermeidbar und behandelbar", so Desvarieux. "Eine gute Mundhygiene hat daher beträchtlichen Einfluss auf die Gesundheit von Herz und Kreislauf." Endgültige Belege für diesen Zusammenhang könne jedoch erst eine neuerliche Untersuchung der Teilnehmer in einigen Jahren liefern, räumt der Epidemiologe ein.
Forschung: Moïse Desvarieux, Division of Epidemiology, School of Public Health, University of Minnesota, Minneapolis; Panos N. Papapanou, Division of Periodontics, School of Dental and Oral Surgery, Columbia University, New York; und andere
Veröffentlicht in Circulation, Vol. 111, 8. Februar 2005, pp 576-82
Quelle: Scienceticker
Herztransplantationen trotz Blutgruppenunverträglichkeit:
In Europa erstmalige Operation von zwei Säuglingen
18.01.2005 - Eine entscheidende und unabdingbare Voraussetzung für die Durchführung von Organtransplantationen war und ist die Übereinstimmung der Blutgruppen zwischen Organspender und Organempfänger. Gerade im Säuglings- und Kindesalter stellt dies aber ein sehr großes Problem dar. Zum einen haben schwer herzkranke Neuge-borene und Säuglinge nur relativ kurze Zeit, in der sie auf ein geeignetes Spenderorgan warten können, da sie ansonsten sterben. Zum anderen kommt es immer wieder vor, dass wegen fehlender Übereinstimmung der Blutgruppen kein geeigneter Empfänger gefunden werden kann, obwohl Eltern eines hirntoten Kindes ihr Einverständnis zur Organtransplantation gegeben hätten.
Diese in höchstem Maße unbefriedigende Situation war für die Ärzte im Klinikum der Universität München am Standort Großhadern Anlass, bei zwei lebensgefährlich erkrankten Säuglingen eine Herztransplantation vorzunehmen, obwohl Spender und Empfänger ungleiche Blutgruppen hatten. Bevor die Spenderherzen wieder vom körpereigenen Blut des Empfängers durchblu-tet wurden, mussten in einem aufwändigen Verfahren die Antikörper gegen die neue Blutgruppe aus dem Serum der kleinen Patienten herausgefiltert werden. Erst als keine Antikörper mehr nachweisbar waren, konnte der Blutstrom wieder frei gegeben werden. In der nachfolgenden Intensivphase wurde eine spezielle immunsuppressive Therapie durchgeführt. Regelmäßige Untersuchungen zeigten, dass die kleinen Patienten keine neuen Antikörper bildeten. Beide Kinder sind von Seiten der Herzfunktion derzeit in einem stabilen Zustand. Abstoßungsreaktionen wurden nicht beobachtet.
Diese Operationen stellen einen weiteren Meilenstein in der engen Zusammenarbeit zwischen Professor Dr. Bruno Reichart (Direktor der Herzchirurgischen Klinik) und Professor Dr. Heinrich Netz (Leiter der Abteilung für Kinderkardiologie) dar. Gerade solche neuen und wegweisenden Eingriffe sind aber nur in einem ausgewiesenen Transplantationszentrum wie Großhadern möglich, wo auch andere Institute und Kliniken ihr spezielles Fachwissen für diese europaweit einmaligen Operationen zur Verfügung stellen. Der Erfolg dieser multidisziplinären Arbeit wird die betroffenen Kliniken auch ermutigen, die Schritte hin zu einem pädiatrischen Transplantationszentrum, die bereits eingeleitet wurden, entschieden weiter zu verfolgen.
Für weitere Informationen steht Ihnen Professor Dr. H. Netz, Leiter der Abteilung für Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Telefon 089/ 7095-3940.
Quelle: Klinikum der Universität München
Junges Herz lässt Frauen länger leben
11.01.2005 -
Eine Erklärung für die höhere Lebenserwartung von Frauen glauben schottische Sportwissenschaftler gefunden zu haben. Ihren Untersuchungen zufolge, ist das Herz einer 70-Jährigen ähnlich leistungsfähig wie das einer 20-Jährigen. Männer müssen dagegen mit einer stetig fallenden Leistung leben - es sei denn, sie treiben regelmäßig Sport.
"Wir haben ermittelt, dass die Leistung des männlichen Herzens zwischen dem 18. und dem 70. Lebensjahr um 20 bis 25 Prozent fällt", erläutert David Goldspink von der Liverpool John Moores University. "Ganz im Gegensatz dazu konnten wir keinen altersbedingten Rückgang bei der Leistung des weiblichen Herzens feststellen. Dieser dramatische Unterschied zwischen den Geschlechtern erklärt möglicherweise, warum Frauen länger leben als Männer."
Goldspink und Kollegen führten ausführliche Untersuchungen an 250 gesunden Männern und Frauen im Alter von 18 bis 80 Jahren durch. Unter anderem analysierten sie Knochendichte, Muskelmasse sowie Masse und Verteilung des Körperfetts, die körperliche Leistungsfähigkeit ihrer Probanden und nicht zuletzt deren Herzfunktion.
"Wir haben nun ein sehr viel klareres, ganzheitliches Bild von den Veränderungen im menschlichen Körper im Laufe des Lebens", so Goldspink. Frühere Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass Männer dem altersbedingten Abbau nicht schutzlos ausgeliefert seien. Die Herzen von 50 bis 70 Jahre alten Männern, die ein Leben lang intensiv Sport getrieben hätten, seien immerhin so leistungsfähig wie die 20-jähriger, kaum aktiver Studenten.
Forschung: Tim Cable, Tom Reilley, David F. Goldspink und Keith George, Department of Sport and Exercise Sciences, Liverpool John Moores University; und andere
Quelle: Scienceticker