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Zu frühkindliche Hirnschädigung
 

Bild-Frühkindliche Hirnschäden
 

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Die Inhaltsübersicht

- Frühkindliche Störungen führen oft zu Aufmerksamkeitsproblemen - Neue Erkenntnisse im Rahmen des gemeinsamen Symposiums des Pampers Instituts und der Kaiserin-Auguste-Victoria Gesellschaft
- Melatonin könnte frühkindliche Hirnschäden verhindern
- Neueste Forschung zum Plötzlichen Kindstod

Frühkindliche Störungen führen oft zu Aufmerksamkeitsproblemen - Neue Erkenntnisse im Rahmen des gemeinsamen Symposiums des Pampers Instituts und der Kaiserin-Auguste-Victoria Gesellschaft

08.12.2005 - Schwalbach am Taunus (ots) - Säuglinge mit Schrei-, Schlaf- oder Fütterungsproblemen haben in der späteren Kindheit wesentlich häufiger mit Aufmerksamkeitsdefiziten und Hyperaktivitätsstörungen, dem sogenannten ADHS-Syndrom, zu kämpfen. Dies ergaben drei neue Studien, die der Psychologe Prof. Dr. Dieter Wolke auf dem Symposium "Frühe Prävention und Gesundheitsförderung" des Pampers Instituts und der Kaiserin Auguste Victoria-Gesellschaft für Präventive Pädiatrie in Berlin vorstellte.

Baby zeigt Faust
Quelle. Photocase

Stabiles Verhalten ist schwer zu erreichen

Häufig treten bei den betroffenen Säuglingen zwei der genannten Probleme gleichzeitig auf. "58 Prozent der Kinder mit Schreiproblemen leiden zusätzlich noch unter einer weiteren Störung, 23 Prozent habe es mit allen drei Störungen zu tun", erklärte Wolke. Generell haben diese Babies eine vergleichsweise niedrigere Reaktionsschwelle, sind also schneller erregt. Noch bedeutender ist jedoch, dass sie wesentlich länger brauchen, um sich wieder in einen "stabilen Verhaltenszustand zurückzuregulieren", wie Wolke erläuterte, "Sie haben insbesondere Schwierigkeiten mit dem Schreien aufzuhören, durchzuschlafen, überhaupt einzuschlafen oder sich wieder auf die Nahrungsaufnahme zu konzentrieren." Bei den Schreiproblemen, so betonte Wolke, ginge es jedoch nicht um den Zeitraum der ersten drei Lebensmonate, in denen Säuglinge häufig aufgrund von Koliken schreien, sondern um ein Andauern der Probleme im Zeitraum darüber hinaus.

Bedarf an neuen Behandlungsansätzen

Wie genau diese frühen Regulationsstörungen mit einer späteren ADHS zusammenhängen, sei momentan noch nicht geklärt. Denkbar seien genetische Faktoren oder neurologische Entwicklungsprobleme. "Es ist auch möglich, dass die frühen Verhaltensprobleme die Wahrnehmung der Eltern verändern und so die Eltern-Kind-Interaktion negativ beeinflussen", erläuterte Wolke. Neuere Ergebnisse zeigten außerdem, dass sich eine ADHS durch ungünstige Bedingungen in der Familie voraussagen lässt. Wolke betonte den Bedarf, neue Behandlungsansätze für frühkindliche Regulationsstörungen zu entwickeln und zu testen.

Weitere Themen des Symposiums waren die frühe Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung, die Bedeutung der frühesten Babylaute für den Spracherwerb, die Ernährung sehr kleiner Frühgeborener, Supplemente in der Schwangerschaft und Windeldermatitis im Kindesalter.

Quelle: Procter & Gamble Service GmbH
 

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Melatonin könnte frühkindliche Hirnschäden verhindern

31.03.2005 - Forscher der australischen Monash University haben herausgefunden, dass der Einsatz des Hormons Melatonin Gehirnschäden vorbeugen könnte, die durch Sauerstoffmangel während der Geburt verursacht werden.

Das Team um Associate Professor David Walker hat in Studien mit trächtigen Schafen den Zustand der Asphyxie bei der Geburt simuliert. Dieser kann, wenn er beim Menschen auftritt, zu einer zerebralen Lähmung führen. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass durch die Verabreichung von Melatonin direkt vor dem Eintreten der Asphyxie Gehirnschäden verhindert werden können. Nebenwirkungen für Muttertier oder Lamm traten dabei nicht auf.

Sauerstoffmangel während der Geburt wird für etwa zehn Prozent aller frühkindlichen Todesfälle verantwortlich gemacht. Laut Dr. Walker gibt es gegenwärtig keine vorbeugenden Behandlungsmethoden, die eine Schädigung des kindlichen Gehirns durch Sauerstoffmangel verhindern könnten. "Wenn Geburtshelfer eine Asphyxie vermuten, reagieren sie entsprechend und versuchen eine Hirnschädigung zu verhindern. Dies ist aber oft nur eine Reaktion auf bereits erfolgte Fehlentwicklungen und keine präventive Maßnahme", erläutert Dr. Walker die Bedeutung der nun gewonnenen Erkenntnisse. Die Forschungsergebnisse deuten an, dass Mütter vor der Geburt Melatonin einnehmen könnten, um ihr ungeborenes Kind vor Hirnschädigungen zu schützen, ähnlich wie bereits Schwangere Folsäure zu sich nehmen, um in einer frühen Schwangerschaftsphase Problemen in der Rückenmarksentwicklung vorzubeugen.

Weitere Studien sind für dieses Jahr geplant, in denen die Forscher ihre bisherigen Ergebnisse untermauern möchten.

Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

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Neueste Forschungen zum Plötzlichen Kindstod

14.01.2005 - Im Jahr 2003 ist durchschnittlich jeden Tag ein Säugling am Plötzlichen Kindstod gestorben. Unter dieser Todesursache versteht man den plötzlichen und unvorhersehbaren Tod eines Kindes unter 1 Jahr während des Schlafs. Dabei gibt es in der Regel keinerlei Vorwarnungen, da die Kinder aus völliger Gesundheit heraus versterben. Mittlerweile sind aber eine Reihe von Risikofaktoren, wie das Schlafen in Bauchlage und das Rauchen der Schwangeren / Stillenden, bekannt, bei deren Vermeidung das Risiko für das Kind verringert werden kann. Aufgrund einer verbesserten Vorsorge hat sich die Anzahl der am plötzlichen Kindstod verstorbenen Kleinkinder seit etwa 1990 bis zum Jahr 2003 etwa auf ein Drittel verringert. Bei der heutzutage im allgemeinen niedrigen Säuglingssterblichkeit in den Industrienationen ist der plötzliche Kindstod die häufigste Todesursache im 1. Lebensjahr nach der Neonatalperiode (ersten 4 Lebenswochen) und macht etwa 40% der Todesfälle aus, obgleich die absolute Häufigkeit bezogen auf alle Lebendgeborenen gering ist. Bis in die 90er Jahre ging man in der Bundesrepublik Deutschland von etwa 1,8 pro Tausend am plötzlichen Kindstod verstorbenen Kleinkindern aus, im Jahr 2003 war die Rate bereits auf etwa 0,5 pro Tausend gesunken. Das bedeutet, dass von 2.000 Säuglingen bzw. Kleinkindern nur noch eines am plötzlichen Kindstod verstirbt.
In den ersten 2 Lebenswochen verstirbt ein Kind nur sehr selten am plötzlichen Kindstod, und in den folgenden 2 Wochen extrem selten. In den anschließenden 6 Lebensmonaten ereignen sich mehr als die Hälfte aller Todesfälle mit einem deutlichen Häufigkeitsgipfel zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat. Etwa 60% der verstorbenen Kinder sind Jungen. Der Tod tritt immer im Schlaf ein, wobei man vermutet, dass die meisten Todesfälle in den frühen Morgenstunden auftreten. Die meisten Säuglinge versterben in den Wintermonaten.
Die aktuelle Statistik weist 367 Plötzliche Kindstode als häufigste Todesart im Säuglingsalter für das Jahr 2003 aus. Dies sind 800 Todesfälle pro Jahr weniger als noch vor 13 Jahren. Im November 1991 wurde im Deutschen Ärzteblatt aufgrund von Ergebnissen der Westfälischen Kindstodstudie der NRW-Landesregierung auf das Risiko der Bauchlage hingewiesen. Dieser Hinweis wurde von den Medien und Eltern rasch aufgenommen und führte bereits im Jahr 1992 zu einem Rückgang dieser Todesfälle um 400.

Danach verlief der Rückgang langsamer aber stetig. Nach 10 Jahren konnten weitere 400 Säuglinge pro Jahr vor dem plötzlichen Kindstod bewahrt werden. Dazu trugen weitere wissenschaftliche Untersuchungen wie die vom BMBF finanzierte deutschlandweite Studie (unter Leitung von Dr. med. Gerhard Jorch, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg) bei, die die Ergebnisse der westfälischen Kindstodstudie untermauerte und weitere Risikofaktoren belegte. Somit bestehen nun eine gesicherte wissenschaftliche Grundlage und ein von einer breiten Mehrheit gesundheitsberatender Berufe getragener Konsens hinsichtlich der Inhalte der Prävention des Plötzlichen Kindstodes. Die Studiendaten zeigen, dass weitere 200 Säugligen jährlich gerettet werden können, wenn die bisher bekannten vorbeugenden Maßnahmen noch konsequenter umgesetzt werden.

Die mit Abstand wichtigste Maßnahme ist das Schlafen in Rückenlage. Auch die Seitenlage ist risikoreich, wenn ein Drehen in Bauchlage nicht zuverlässig verhindert wird. Zusätzlich tragen zur Risikosenkung die Verwendung eines Schlafsackes statt eines Überbettes und das Schlafen im Elternschlafzimmer - aber nicht im Elternbett - bei. Verzicht auf Zigarettenrauchen oder zumindest Verminderung der Anzahl gerauchter Zigaretten im Haushalt des Kindes sowie Stillen mindestens bis zum 4. Lebensmonat fördern nicht nur die Gesundheit des Säuglings, sondern tragen auch zum Schutz vor dem Plötzlichen Kindstod bei.

Durch einfache und kostenlose vorbeugende Maßnahmen wurden seit 1992 schätzungsweise 7000 Säuglinge in Deutschland vor dem Plötzlichen Kindstod bewahrt. Es handelt sich somit um den wirksamsten Beitrag zur Kindergesundheit des vergangenen Jahrzehnts.

Diese Erfolgsgeschichte hat aber auch eine bittere Seite: Die Bauchlage als Hauptrisikofaktor wurde nämlich erst 1971 in die Säuglingspflege eingeführt. Der daraufhin folgende Anstieg plötzlicher Säuglingstodesfälle wurde in Westdeutschland nicht zur Kenntnis genommen. In Ostdeutschland wurde die Bauchlage nach Auftreten einzelnen Todesfällen in Kinderkrippen zwar auf dem Verordnungswege untersagt, drang aber nicht in das Wissen der medizinischen Fachwelt ein. Risiken und Nebenwirkungen von Gesundheitsempfehlungen gebührt die gleiche Aufmerksamkeit wie der von Medikamenten.


Quelle: Klinikum der Universität München

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