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Die Inhaltsübersicht

- Maßvoll Diät halten: Bei Übertreibung kann es zu einer Essstörung kommen
- Expertin über Essstörungen: Fordern statt verwöhnen
"Lust ohne Anstrengung führt zu aggressiver Langeweile" 
- Sexueller Missbrauch löst Essstörungen aus
Frühere Untersuchungen bestätigen Forschungsergebnis
- Einstiegsdroge Diät - Krankhafte Essstörungen beginnen häufig ganz harmlos
- Körperbildtherapie hilft bei Essstörungen: Frauen lernen sich anders wahrzunehmen
- "BodyTalk" - bundesweites Präventionsprogramm gegen Ess-Störungen / Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen und Dove engagieren sich gemeinsam für mehr Selbstbewusstsein
bei Kindern und Jugendlichen
- Spiegeltherapie hilft Essgestörten -
Die bewusste äußerliche Betrachtung reduziert innere Selbstzweifel und Konflikte
- Gesund zunehmen
- Sonderernährung im Wandel der Zeit - Fluch
oder Segen

Maßvoll Diät halten: Bei Übertreibung kann es zu einer Essstörung kommen

08.05.2006 - Die Sonne scheint, es wird wärmer, die Grillsaison beginnt: Genau die richtige Zeit, den Bikini für den kommenden Sommer zu kaufen. Wären da nicht die Speckröllchen des Winters: Eine Diät erscheint da nur logisch, kann jedoch bei einer Übertreibung bis hin zu einer Essstörung führen. Mediziner des Universitätsklinikums Bonn raten daher von kurzfristigen Radikaldiäten ab.

"Gegen das gesunde Abnehmen von Menschen, die ein paar Pfund zuviel haben, gibt es nichts einzuwenden. Es sollte nur nicht übertrieben werden", sagt Professor Dr. Reinhard Liedtke, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn. Frauen versuchen deutlich häufiger als Männer abzunehmen. "Kurzfristige Radikaldiäten sind gefährlich", so Dr. Katrin Imbierowicz, Oberärztin an der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin.

Denn allzu leicht folgt nach einer kurzen strikten Diät eine Phase, in der maßlos gegessen wird. Dies mündet oft in eine Spiralbewegung, die letztendlich in einer Essstörung enden kann. Formen einer solchen Krankheit sind zum Beispiel die Magersucht oder die Bulimie. Bei Ersterer liegt zumeist ein gestörtes Selbstbild und Körperempfinden vor. Betroffene halten sich für "zu dick", selbst wenn sie untergewichtig sind. Bei der Bulimie dagegen gibt es Phasen des Heißhungers, denen das selbst herbeigeführte Erbrechen folgt. Beide Krankheiten können schwerwiegende Folgen für den Betroffenen haben und unter Umständen bis zum Tod führen.

"Das Gesündeste ist es, einen 'normalen' Lebensstil zu behalten und keine drastischen gewichtsreduzierenden Maßnahmen zu ergreifen", so Professor Liedtke. Gleichwohl haben es einige Menschen damit leichter als andere. Denn der "Body Mass Index" eines Menschen, der das Körpergewicht im Verhältnis zum Quadrat seiner Größe anzeigt, ist zu 70 Prozent genetisch festgelegt. So kann niemand vollends aus seiner Haut.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

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Expertin über Essstörungen: Fordern statt verwöhnen -
"Lust ohne Anstrengung führt zu aggressiver Langeweile" 

Wien/Kirchdorf - 03.01.2006 - Ein Grund, warum Jugendliche - in erster Linie Mädchen - immer wieder unter Essstörungen leiden, könnte darin liegen, dass die Kinder zu wenig gefordert werden. Die oberösterreichische Medizinerin und Psychotherapeutin Barbara Reiterer, die auch als Schulärztin tätig ist, hat sich dem Thema angenommen und wesentliche Kernbereiche von Verhaltensregeln für Eltern, deren Kinder unter solchen Problemen leiden, heraus gearbeitet.

"Betroffen sind häufig Mädchen, die in geordneten Verhältnissen aufwachsen und deren Eltern immer wieder erklären, sie hätten ihre Kinder umhätschelt und versucht, alles ganz perfekt zu machen", so Reiterer im pressetext-Interview. Es komme häufig vor, dass die Kinder eingesperrt in ihren Zimmern sitzen würden und die gemeinsame Nahrungsaufnahme aber auch andere Aktivitäten verweigern. In seinem Bestseller "Fordern statt Verwöhnen" teilt der Autor Felix von Cube Erkenntnisse mit, die vielleicht Erklärungsansätze liefern können, meint die Expertin. "Cube verknüpft die Erkenntnisse der Verhaltensbiologie mit den Mechanismen von Verwöhnung, Anspruchsverhalten und Aggression." Demnach führe Verwöhnung als Lust ohne Anstrengung zu verheerenden Folgen: zu Umweltzerstörung und Gewalt, zu Drogensucht und zu Null-Bock-Gefühlen.

"Als Schulärztin und in meiner psychotherapeutischen Praxis erlebe ich viele derartige Fälle", bestätigt die Medizinerin. "Lust ohne Anstrengung führt zu aggressiver Langeweile und diese sucht nach immer größerer Lust. Damit ein junger Mensch zu einem souveränen, reifen Erwachsenen werden kann, braucht es die Erziehung, die vom Fordern zum Selbstfordern führe. Sich selbst zu Fordern ist mit Anstrengung verbunden und zu dieser Anstrengung ist das kleine Kind bei entsprechender Motivation und Begleitung bereit, alleine ist es jedoch dazu nicht fähig ein gutes Vorbild erleichtert den Lernprozess. "Es gibt einige wesentliche Bereiche, an die Eltern fordernd und damit auch fördernd herangehen können, damit sie ihnen dieses Schicksal ersparen können", zeigt sich Reiterer überzeugt. Diese sind: Ernährung, Bewegung, Kommunikation, Stimmung und Umwelt .

"Zum Thema Ernährung erlebe ich immer wieder, dass es von großem Vorteil sein kann, wenn es in der Familie Regeln, Struktur und Rituale gibt", erklärt die Expertin. So lerne ein Kind ein Ritual und Verbindlichkeit, wenn es vor dem Essen die Hände waschen muss. Es lerne warten - trainiere damit Frustrationstoleranz, wenn mit dem Essen gemeinsam begonnen wird. "Kinder lernen Achtsamkeit und Rücksicht, wenn sie sich an die Speisenfolgen halten, und nicht bereits die Nachspeise verschlingen dürfen, während die Erwachsenen noch die Hauptspeise essen." Die Expertin rät zudem, dass Kindern im Alltag gesunde, selbstkreierte Hausmannskost angeboten wird. "Beim Thema Bewegung stelle ich fest, dass Kinder zwar einen natürlichen Bewegungsdrang haben, jedoch Modelllerner sind. Das heißt, wenn sich Eltern wenig bewegen, tun es auch die Kinder immer weniger", so Reiterer. Es sei nicht günstig Kinder danach zu fragen, ob sie wandern gehen wollen, oder nicht. "Wenn die ersten zähen Minuten überwunden sind, haben die meisten gesunden Kinder Spaß an den Wanderungen." Zum Thema "Fordern zur Bewegung" gehöre es auch, Kinder vor TV- und Computerverwahrlosung zu schützen.

"Über die sprachliche Kommunikation vermitteln wir nicht nur Information sondern auch Gefühle und Werte", betont Reiterer. "Wenn ein dreijähriges Mädchen nur mit ihrem Zeigefinger in Richtung Butter zu zeigen braucht, und beide Eltern fast synchron zur Butter greifen, um sie ihr zu reichen, dann haben sie dem Kind die Chance geschmälert, sich gut artikulieren zu lernen." Es sei oft eine große Herausforderung für die Eltern, wenn Kinder im Trotzalter sehr zornig werden und die Eltern beschimpfen, dennoch ruhig und besonnen zu bleiben. "Das Kind vor seinem eigenen Trotz zu schützen und trotzdem Mut zu den Grenzen zu haben und dem Kind abzuverlangen, dass es Grenzen und Ablehnung einfach aushalten muss." Letztlich sei die Stimmung im Haus von großer Bedeutung für die seelische Gesundheit aller Mitglieder und auch für die Energie, die verfügbar ist. Zudem ist es erwiesen, dass Kinder, die verwöhnt werden, schlechter vor Suchtentstehung geschützt sind", erklärt die Expertin.

"Was nun die Umwelt anbelangt möchte ich meine persönliche Meinung einbringen, dass wir für unsere Kinder kaum etwas so nachhaltiges tun können, als auf diese acht zu geben und es den Kindern zu zeigen, wie das geht". Hier lasse sich Achtsamkeit fast nahtlos mit Fordern und Fördern verbinden. "Nicht jeder Konsumwunsch muss erfüllt werden, man kann Kindern zeigen, dass es nicht nur materielle Wünsche geben muss, sondern vielleicht Erlebnis- oder Begegnungswünsche", meint die Medizinerin. "Nicht alles, was Spaß macht, muss einen Schaden an der Umwelt hinterlassen, und es liegt in der Führungsaufgabe der Erwachsenen, den Kindern diesbezüglich Achtsamkeit zu zeigen aber auch abzuverlangen", so Reiterer abschließend im pressetext-Gespräch.

Quelle: pte

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Sexueller Missbrauch löst Essstörungen aus
Frühere Untersuchungen bestätigen Forschungsergebnis

London/Wien - 09.11.2005 - Wissenschaftler der University of Bristol haben festgestellt, dass sexueller Missbrauch von Kindern häufig im späteren Leben zu Essstörungen führt. In einer groß angelegten Studie wurden 10.000 Frauen untersucht. Die Essstörungen traten bei Frauen, die sexuell missbraucht wurden, doppelt so häufig auf, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins British Journal of Psychiatry http://bjp.rcpsych.org.

Die Frauen, die unter Essstörungen litten, hatten nach Angaben der Wissenschaftler um Rob Senior auch häufiger Gewichtsprobleme während der Schwangerschaft. 79 Prozent der Befragten gaben an, dass sie eine glückliche Kindheit hatten. Diese Frauen litten auch deutlich seltener an Bulimie oder Anorexie. Hingegen waren die Zahlen der Essstörungen der missbrauchten Frauen deutlich höher: 15 Prozent zeigten deutliche Symptome einer Essstörung und 30 Prozent hatten Probleme mit ihrem Gewicht während einer Schwangerschaft. Diese Frauen neigen nach Angaben der Wissenschaftler auch dazu, ihre Babys nicht zu stillen.

In vorhergehenden Studien haben Wissenschaftler festgestellt, dass Essstörungen mit Einflüssen einer unglücklichen Kindheit oder einer unglücklich empfundenen Kindheit einhergehen. Dazu zählen etwa Alkoholmissbrauch eines Elternteiles, physische oder emotionelle Gewalt und andere familiäre Probleme. "Sexueller Missbrauch und Essstörungen können sehr wohl zusammenhängen ", zu diesem Schluss kommt die Medizinerin und Psychotherapeutin Barbara Reiterer im pressetext-Interview. "In älterer Literatur wurde eine Verbindung zwischen den beiden bejaht, nach jüngeren Erkenntnissen allerdings abgelehnt. Die Tendenz geht mittlerweile aber wieder dahin, die beiden Fakten miteinander zu verknüpfen ", erklärt die Expertin.

"Durch den Missbrauch entsteht eine Körperfeindlichkeit gegen den eigenen Körper. Der Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch und Essstörungen liegt in einem veränderten Körperzugang. Es sind verzweifelte Versuche eine Zufriedenheit herzustellen und das seelische Unbehagen wegzuwischen", so Reiterer. Allerdings könne diese Zufriedenheit nicht erreicht werden, egal wie dünn ein Mädchen ist. Schwangerschaft werde insofern zu einem Problem, als sie auf sexuelle Aktivität hinweise.

Essstörungen sind weit gehend als Selbstwertprobleme zu bewerten, meint die Medizinerin. Es komme aber auch vor, dass das Gefallen-Wollen zu Identifikationsproblemen führe oder aus diesen resultiere. Ein anderer Grund für Essstörungen sind gesellschaftliche Werte. "Wenn der Selbstwert über das Gewicht bestimmt wird, ist das problematisch", meint die Medizinerin, die auch als Schulärztin arbeitet. Dabei gehe es vielfach um Gramm, die ausschlaggebend sind. Damit liegt der Grund für die Essstörung hier nicht im Selbstwertgefühl, sondern in der Gesellschaft", so Reiterer im pressetext-Gespräch abschließend.

Quelle: pte

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Einstiegsdroge Diät - Krankhafte Essstörungen beginnen häufig ganz harmlos

Baierbrunn - 02.11.2005 - „Diäten gelten als Einstiegsdrogen für Essstörungen“, sagt der Diplom-Psychologe Andreas Schnebel, Vorsitzender des Bundesverbandes Essstörungen im Interview mit dem Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Wenn unsichere junge Menschen mit geringem Selbstwertgefühl durch Diäten dem geltenden Schlankheitsideal entsprechen möchten, drohe ihnen Gefahr, lebenslang nicht aus dem Teufelskreis „kontrollierten Essens“ zu entkommen. Therapieeinrichtungen kennen heute Frauen zwischen 50 und 60 Jahren, die nie normal gegessen haben. Dabei können Phasen von Übergewicht, Magersucht und Bulimie (Ess-Brech-Sucht) sich abgewechselt haben. Vor allem zuhause könne vorgebeugt werden, so Schnebel: „Das Essverhalten in der Familie hat immer Modellcharakter“ – sowohl positiv wie auch negativ.

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau

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Körperbildtherapie hilft bei Essstörungen: Frauen lernen sich anders wahrzunehmen

27.10.2005 - Frauen mit Essstörungen haben oft ein sehr negatives Bild von ihrem eigenen Körper: Sie finden sich zu dick, unattraktiv und hässlich. Durch ein gezieltes Training können betroffene Frauen dieses negative Bild zumindest teilweise korrigieren und damit einen Grundstein zur Überwindung von Magersucht oder Bulimie legen. Dies ergaben Untersuchungen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt wurden. Aufgrund der positiven Ergebnisse wird das Gruppentraining für Frauen mit Essstörungen an der Poliklinischen Institutsambulanz der Mainzer Universität sowie an der Universität Bochum nun als dauerhaftes Angebot eingerichtet.


Bild: Photocase
Frauen mit Essstörungen haben oft ein sehr negatives Bild von ihrem eigenen Körper: Sie finden sich zu dick, unattraktiv und hässlich.

Magersucht (Anorexia nervosa) und Ess-Brech-Sucht (Bulimie), die beiden häufigsten Essstörungen, gehen meist mit einer Störung des Körperbildes einher. Dies kann sich darin äußern, dass die Frauen sich als viel dicker wahrnehmen als sie tatsächlich sind oder ihren Körper völlig ablehnen. Wie in einem Teufelskreis führt dies wiederum dazu, dass diese Frauen es vermeiden, sich mit ihrem Körper auseinander zu setzen. Sie empfinden es als unerträglich, sich im Spiegel zu betrachten und tragen nur noch weit geschnittene, den Körper verhüllende Kleidung. Freizeitaktivitäten, wie z.B. ins Schwimmbad gehen, werden vermieden, da sich die Frauen wegen ihres Körpers schämen.

Für die dauerhafte Überwindung einer Essstörung ist der Aufbau eines positiveren Körperbildes ein zentraler Aspekt, der in der Vergangenheit oft vernachlässigt wurde. An den Universitäten in Mainz und Bochum wurde Frauen mit Magersucht und Bulimie ein Training angeboten, bei dem sie lernen sollten, sich ihrem Körper wieder anzunähern. "Durch praktische Übungen wie beispielsweise die Konfrontation mit der eigenen Figur per Video und Spiegel sollen die Frauen wieder zu einer realistischeren und positiveren Einschätzung ihres eigenen Körpers kommen", erläutert die Leiterin des Essstörungsschwerpunkts der Poliklinischen Institutsambulanz, Hochschulambulanz für Forschung und Lehre, Dr. Tanja Legenbauer.

Das Training bestand aus acht bis zehn 90-minütigen Gruppensitzungen und wurde zwischen Juli 2003 und dem Jahresbeginn 2005 in Mainz mit 24 Teilnehmerinnen und in Bochum mit 30 Teilnehmerinnen durchgeführt. "Während sich die Überschätzung der eigenen Körperausmaße durch die Körperbildtherapie nicht verbessert hat, zeigten sich deutliche Verbesserungen hinsichtlich der Bewertung des eigenen Körpers. Auch vermieden die Patientinnen nach dem Training nicht mehr so oft Situationen, in denen sie mit dem eigenen Körper konfrontiert waren und das Essverhalten besserte sich deutlich", sagte Legenbauer zum Therapieerfolg.

Dennoch ist es mit diesem einmaligen Gruppentraining in der Regel noch nicht getan. "Die Frauen müssen den positiven Impuls mitnehmen und sich auch anschließend mit der Problematik auseinandersetzen. Ein Teil der Patientinnen macht darum unterstützend bzw. nachfolgend eine Einzeltherapie", so Legenbauer. Dabei sei es auch wichtig, den Einfluss der Medien auf das Schlankheitsideal zu erkennen und sich davon unabhängig zu machen. "Neuere Untersuchungen an unserem Institut zeigen, dass sich figurbetonte Werbespots negativ auf die eigene Körperwahrnehmung auswirken."

Die Körperbildtherapie bei Essstörungen wird an der Poliklinischen Institutsambulanz nunmehr fest etabliert. Beginnend ab November sollen dann jährlich vier Gruppen mit jeweils sechs bis acht Teilnehmerinnen das Gruppentraining durchlaufen. Dieses Training wird nach einem Therapiemanual durchgeführt, das seit Oktober auch im Handel erhältlich ist: "Körperbildtherapie bei Anorexia und Bulimia Nervosa - Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungsprogramm" von Silja Vocks und Tanja Legenbauer. Im Februar 2005 wurde bereits der Ratgeber zum Gruppenprogramm veröffentlicht, den die Teilnehmerinnen erhalten: "Wer schön sein will muss leiden? Wege aus dem Schlankheitswahn - ein Ratgeber".

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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"BodyTalk" - bundesweites Präventionsprogramm gegen Ess-Störungen / Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen und Dove engagieren sich gemeinsam für mehr Selbstbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen


Foto: obs/Lever Fabergé Deutschland

Hamburg (ots) - 23.09.2005 - Mit Unterstützung von Dove startet das Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen ab September bundesweit an Schulen das Präventionsprogramm "BodyTalk". Das Anliegen von "BodyTalk" ist es, durch gezielte Aufklärungsarbeit das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen zu steigern und somit der Entstehung von Ess-Störungen vorzubeugen.

Laut einer Studie der Friedrich-Schiller Universität in Jena leidet bereits jede dritte Schülerin in Deutschland an einer Frühform von Ess-Störungen. Die Ursache hierfür liegt häufig im überzogenen Schönheitsideal und Schlankheitswahn unserer Gesellschaft, die nicht zuletzt durch Werbung und Medien propagiert werden. In den "BodyTalk" Workshops wird den Jugendlichen durch einen Blick hinter die Kulissen die Manipulierbarkeit von Aussehen demonstriert und mit Übungen und Trainingseinheiten ein neues, selbstbewussteres Körpergefühl vermittelt.

Begleitet werden diese Workshops, die sich an Schüler und Schülerinnen der 7. - 10. Klassen richten, von Fortbildungsseminaren für LehrerInnen, um eine längerfristige Implementierung von Präventionsprojekten in den Lehrplan zu unterstützen. Mit einer Spende von 50.000 EUR unterstützt Dove das Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen bei der Durchführung von "BodyTalk". Zusätzlich stellt Dove Bild- und Filmmaterial für die gemeinsam entwickelten Workshops zur Verfügung.

Weltweites Engagement für wahre Schönheit

Im Rahmen der aktuellen Kampagne "Initiative für wahre Schönheit", mit der Dove einmal mehr zeigt, dass Schönheit keine Frage von stereotypen Idealen ist, unterstützt Dove in vielen Ländern Projekte gegen Ess-Störungen. In Deutschland soll die Zusammenarbeit nach dem erfolgreichen Start auch über das Jahresende hinaus weitergeführt werden, um die Angebote zur Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen fest zu etablieren. Sigrid Borse, Geschäftsführerin des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen, freut sich über die Unterstützung von Dove: "Wir freuen uns, dass Dove uns bei der Vermittlung dieser brisanten und wichtigen Thematik unterstützt. Gemeinsam haben wir die Workshops entwickelt und können jungen Menschen so zeigen, dass wahre Schönheit nicht eindimensional ist."

Interessierte Schulen erhalten unter www.essstoerungen-frankfurt.de/bodytalk ausführliche Informationen über die "BodyTalk" Workshops und die Arbeit des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen.

Quelle: Lever Fabergé Deutschland

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Spiegeltherapie hilft Essgestörten -
Die bewusste äußerliche Betrachtung reduziert innere Selbstzweifel und Konflikte

Bochum (pte) - 14.06.2005 - Die Konfrontation mit dem eigenen Körper ist für Patienten, die unter Essstörungen leiden, der erste Schritt, um sich wieder mit sich selbst anzufreunden. Jüngste Forschungsergebnisse der Ruhr-Universität http://www.ruhr-uni-bochum.de/ belegen, dass sich durch eine spezielle Therapie, bei der die Patienten gezielt angewiesen wurden sich selbst im Spiegel zu betrachten, die negativen Emotionen und Gedanken gegenüber dem eigenen Körper messbar verringerten. "Es verbessert sich nicht nur die Einstellung zum eigenen Körper, sondern auch das gestörte Essverhalten wird reduziert und das allgemeine Selbstwertgefühl gesteigert", erklärte Studienleiterin Silja Vocks.

Menschen mit Essstörungen stehen mit ihrem Körper auf Kriegsfuß. Sie überschätzen ihre Körpermaße, empfinden sich selbst gegenüber negative Gefühle wie Angst oder Ekel, plagen sich mit negativen Gedanken und Verhaltensweisen: So messen und wiegen sie sich ständig und verstecken ihren Körper vor anderen. Um diesem Problem auf den Grund zu gehen, konfrontierte Vocks 21 Essgestörte und 30 gesunde Frauen vor und nach einer Psychotherapie 40 Minuten lang vor dem Spiegel mit ihrem Körper. Währenddessen wurden alle zehn Minuten physiologische Parameter wie Herzfrequenz, Hautleitfähigkeit und der Spiegel des Stresshormons Kortisol gemessen. Außerdem wurden die Studienteilnehmerinnen nach ihren Emotionen und Gedanken befragt.

Die Ergebnisse der Studie sind viel versprechend: Während die physiologischen Parameter bei beiden Gruppen gleich waren und blieben, hatten essgestörte Frauen erwartungsgemäß wesentlich stärker ausgeprägte negative Gefühle und Gedanken gegenüber ihrem Körper als Gesunde. Diese Reaktionen ließen aber nach, je länger sich die Probandinnen im Spiegel betrachteten. Bei einer wiederholten Messung nach Beendigung einer umfassenderen Therapie verstärkte sich der Effekt noch weiter. "Dieses Ergebnis zeigt, dass die Konfrontation mit dem eigenen Körper als Unterstützung einer Therapie gegen Essstörungen Sinn macht", erklärte Vocks.

Um den Zusammenhang zwischen dem Selbstbildnis der Betroffenen und deren Essstörungen weiter zu untersuchen, ermittelt die Psychologin jetzt in einer weiteren Studie, welche Hirn-Bereiche bei Gesunden und Essgestörten bei der Betrachtung des eigenen Körpers aktiv sind und wie diese durch eine gezielte Therapie günstig beeinflusst werden können. Sie nutzt dazu die funktionelle Kernspintomographie.

Quelle: pte

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Gesund Zunehmen!

Bad Aachen (ots) 19.01.2005 - Auch wenn Übergewicht in unserer heutigen Überflussgesellschaft das weitaus "gewichtigere" Problem ist, haben immerhin zwei Millionen Deutsche mit einem zu geringen Gewicht zu kämpfen.

Der Ratgeber "Gesund Zunehmen" bietet allen Untergewichtigen wichtige Hilfestellungen und Ratschläge beim richtigen Zunehmen. Etwa 2,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden gefährlich untergewichtig oder stehen sogar an der Grenze zur Mangelernährung.

Die Ursachen für das gefährliche Untergewicht sind vielfältig: Beispielsweise können chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und andere schwere Erkrankungen wie Krebs oder HIV den Körper auszehren. Häufig von Untergewicht und Mangelernährung betroffen sind viele Senioren, die durch den Verlust des Hunger- und Durstgefühls und des Geschmackssinnes ihren Energie- und Nährstoffbedarf oftmals nicht annähernd decken.

Aber viele Menschen haben einfach einen verschwenderischen Stoffwechsel, der sie einfach nicht zunehmen lässt. In allen Fällen ist schnelle Hilfe oberstes Gebot, denn viele Betroffene sind gefährdet, Mangelerscheinungen mit teilweise schweren Krankheiten auszubilden.

Der 128 seitige, reich bebilderte Ratgeber "Gesund zunehmen!" befasst sich ausschließlich mit den Ursachen, den Folgen und Auswegen aus der Problematik Untergewicht. Das Kapitel zur nachhaltigen Gewichtszunahme erklärt einfach sowie leicht verständlich die Funktionen und Notwendigkeit der verschiedenen Nährstoffe sowie der Vitamine und Mineralstoffe.

Weiterhin enthält dieser Teil Informationen zu Zusatz- oder Astronautenkost, die die tägliche Kalorienbilanz der Betroffenen auf einfache Art und Weise erhöhen. Der reich bebilderte, 42 seitige Rezeptteil zeigt eine "Diät für Dünne", die Zunehmen für Untergewichtige zum Kinderspiel macht. Ein großer Service-Teil mit verschiedenen Anlaufstellen und wichtigen Adressen rundet den Ratgeber ab. "Gesund zunehmen!" ist im Knaur Verlag unter der ISBN-Nummer 3-426-66814-9 erschienen, kostet 12,90 EUR und ist in jedem Buchhandel sowie unter www.ernaehrungsmed.de erhältlich.


Quelle. diaita
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Sondenernährung im Wandel der Zeit - Fluch oder Segen?


04.10.2004 - Bis zu 30 Prozent der ins Krankenhaus eingelieferten Patienten sind mangelernährt. Eine konsequente ernährungstherapeutische Betreuung, bei der Sondenernährung eine wichtige Rolle spielt, könnte der Mangelernährung vorbeugen, Komplikationen vermeiden und damit sogar Kosten sparen. Andererseits darf der Mut zur Ablehnung nicht fehlen, wenn die Maßnahme nicht im Sinne des Patienten ist. Diese und aktuelle medizinische Fragen waren Thema eines wissenschaftlichen Symposiums am 1. und 2. Oktober in Offenbach/Main.

Bis zu 30 Prozent der ins Krankenhaus eingelieferten Patienten sind mangelernährt. Während des Aufenthalts verschärft sich die Situation oft noch - mit fatalen Folgen für die Patienten. "Viele Komplikationen wären vermeidbar, wenn die Mangelernährung rechtzeitig erkannt und behandelt würde. Mangelernährte Patienten haben eine schlechtere Prognose und höhere Mortalität als normal ernährte", sagte Privatdozent Dr. med. Michael Keymling vom Klinikum Meiningen auf dem Symposium "PEG im Wandel der Zeit - Fluch oder Segen" in Offenbach.

Leider werde Mangelernährung oft nicht diagnostiziert und deshalb auch nicht behandelt. "Der Ernährungszustand sollte deshalb bei Aufnahme in die Klinik immer kontrolliert werden - so selbstverständlich wie der Blutdruck", forderte Keymling. Eine konsequente ernährungstherapeutische Betreuung, bei der die Sondenernährung eine wichtige Rolle spielt, kann einer Mangelernährung vorbeugen, Komplikationen vermeiden und damit sogar Kosten sparen.

Ernährungstherapie könnte Prognose und Lebensqualität von vielen Tausenden Patienten verbessern

PD Dr. Michael Keymling: "Mit einer richtigen Ernährungstherapie könnten die Prognose und die Lebensqualität von Tausenden von Patienten deutlich besser sein als heute. Dabei sind die Chancen für einen Erfolg umso größer, je früher mit der künstlichen Ernährung begonnen wird. Zuvor sollten aber alle anderen Möglichkeiten einer alternativen Nahrungszufuhr ausgeschöpft sein." Bei der Entscheidung für oder gegen eine PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie) müssten ethische Aspekte auf jeden Fall berücksichtigt werden, erklärte Keymling. "Eine PEG kann einerseits auch in der Endphase des Lebens noch die Lebensqualität erhöhen. Die künstliche Ernährung darf andererseits jedoch das Leid in der Sterbephase nicht unnötig verlängern. Bei metastasierten Patienten im Finalstadium zum Beispiel muss das Für und Wider der Entscheidung für eine PEG genau abgewogen werden. Dies gilt auch für Patienten mit Schlaganfällen oder in der Geriatrie. Hier fehlen den Ärzten vielfach noch eindeutige Richtlinien. Klar ist allerdings, dass eine PEG nicht allein zur Reduktion des Pflegeaufwands gelegt werden darf, denn sie kann Pflege und Zuwendung nicht ersetzen", sagte Keymling.

Indikation darf nicht nur nach medizinischen Kriterien erfolgen

In Deutschland werden jährlich etwa 120.000 perkutane Ernährungssonden neu gelegt. Prof. Dr. med Karl Ernst Grund von der Universität Tübingen wies darauf hin, dass es sich dabei heute um einen Standardeingriff mit geringer Komplikationsrate handelt. Bei enteraler Langzeiternährung (enteral: über den Darm) sei die PEG die Methode der Wahl. "Die PEG ermöglicht eine ganz erheblich bessere Lebensqualität als Nasen- oder Rachensonden, da sie den Patienten beim Sprechen oder Schlucken nicht stört und kaum kosmetische Probleme verursacht. Die PEG ist unbestritten einer der großen Fortschritte in der Medizin der letzten Jahre. Eine kritische Indikationsprüfung nach menschlichen und ärztlichen - nicht nur nach medizinischen - Kriterien ist jedoch unabdingbar. Im Einzelfall kann es zum Beispiel schwere ethische Probleme bei Kranken mit fortgeschrittener Demenz oder bei Tumorleiden im Endstadium geben", betonte Prof. Dr. Grund.

Dass man auch mit einer PEG ein sehr aktives Leben führen kann, demonstrierte Dr. med. Werner Leichtle, Allgemeinmediziner aus Meitingen, der 1986 an Rachenkrebs erkrankte und im Jahr darauf eine PEG erhielt. Leichtle praktizierte bis 2002 als Arzt, reist viel und spielt Golf. "Trotz der PEG bin ich ein sehr zufriedener Mensch geblieben. Das einzig betrübliche ist, dass ich meinen Beruf aufgeben musste", sagte Leichtle. Der Grund dafür ist allerdings nicht die PEG: "Das Sprechen wurde zu anstrengend", so Leichtle.

Durch die Einführung der PEG vor 20 Jahren können früher stationär behandelte Patienten nun ambulant versorgt werden. Die flächendeckende ambulante Versorgung der Patienten in Deutschland wird durch ein weit ausgebautes Netzwerk von ernährungstherapeutisch geschulten Pflegekräften gewährleistet. "Fresenius Kabi hat hier als Marktführer das Entstehen dieser Netzwerke initiiert und vorangetrieben", sagte Dr. med. Ulrich Suchner von Fresenius Kabi. "In den letzten Jahren haben wir vor allem an der weiteren Verbesserung der Qualitätsstandards gearbeitet. Eine adäquate Versorgung im ambulanten Bereich ist sichergestellt. Daher können Patienten heute frühzeitig aus der Klink entlassen werden. Ob eine PEG eine sinnvolle therapeutische Option darstellt, muss der behandelnde Arzt entscheiden. Wir wollen, dass die Patienten nicht nur am Leben, sondern auch im Leben bleiben."

Mangelernährung verdoppelt Kosten

PD Dr. Michael Keymling ging auch auf die Kostenseite der Diskussion um die PEG ein: "Mangelernährung führt nicht nur zu unnötigem Leiden, sondern auch zur Vergeudung von Resourcen. Studien haben gezeigt, dass Liegezeiten und Kosten bei mangelernährten Patienten doppelt so hoch sind wie bei normal ernährten. Patienten und Angehörige sollten -besonders vor operativen Eingriffen - ihr Recht auf optimale Diagnostik und Therapie einfordern. Die Krankenkassen sollten von den Kliniken eine optimale Ernährungstherapie fordern und diese auch entsprechend vergüten", sagte Keymling.

Quelle: Fresenius AG

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