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Mit ketogener Diät gegen Epilepsie
31.05.2005 - In Deutschland leben etwa 120.000 Kinder mit Epilepsie. Zwei Dritteln von ihnen kann mit Medikamenten geholfen werden, ein Drittel aber wird hierdurch nicht anfallsfrei. Als Alternative für diese Patienten stellt ein neues Buch die so genannte ketogene Diät vor. Mitautorin ist Petra Platte, Lehrbeauftragte an der Uni Würzburg. Die ketogene Diät ist seit 80 Jahren bekannt. In den USA wurde sie wiederentdeckt und weiterentwickelt, in Deutschland ist sie noch wenig verbreitet. Es handelt sich bei dieser Diät um eine spezielle, extrem fettreiche Ernährung für Kinder und Erwachsene, die unter Epilepsie leiden. Den Buchautoren zufolge führt die Diät zu einer Veränderung im Stoffwechsel des Gehirns, wodurch die Anfälle weniger werden oder ausbleiben. In Deutschland gebe es für diese Behandlungsmethode noch keine ausführlichen Richtlinien. Das Buch liefert einen Überblick über die Entstehung und Durchführung der Diät und deren Einsatz in der klinischen Praxis. Es richtet sich an Eltern, Patienten und Fachpersonal. Petra Platte forscht seit über zehn Jahren in Kooperation mit Kollegen in den USA über normales und gestörtes Essverhalten. Ihr Mitautor Christoph Korenke ist Leiter der Kinderklinik am Klinikum Oldenburg. Er beschäftigt sich seit langem insbesondere mit Epilepsien, angeborenen Stoffwechselerkrankungen und dem Fettstoffwechsel.
Petra Platte, Christoph Korenke: "Epilepsie - neue Chancen mit der ketogenen Diät", Trias-Verlag, Stuttgart 2005, 160 Seiten, 25 Abbildungen, 19,95 Euro, ISBN 3-8304-3214-3.
Quelle: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Eisai erhält Zulassung für neues Antiepileptikum in Europa
Frankfurt/Main – 29.03.2005 (ots)- Das japanische Pharmaunternehmen Eisai erhielt am 10. März 2005 von der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA die Zulassung für das Antiepileptikum mit dem Wirkstoff Zonisamid zur Vermarktung in 25 europäischen Ländern. In Deutschland wird das Antiepileptikum von der Eisai GmbH, Frankfurt/Main, im Sommer dieses Jahres unter dem Produktnamen Zonegran(R) eingeführt.
Zonisamid ist für die Zusatztherapie fokaler epileptischer Anfälle mit und ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen zugelassen. Bereits seit 1989 steht das Antiepileptikum in Japan zur Verfügung. Im Jahr 2000 erfolgte die Einführung in den USA. Eisai verfügt somit über circa zwei Millionen Patienten-Jahre an Erfahrung mit dem Medikament.
In Deutschland leiden circa 650.000 Patienten an einer Epilepsie. Der Markt der Antiepileptika ist gekennzeichnet durch einen hohen Bedarf an innovativen Medikamenten, da zahlreiche Patienten mit bisherigen Antiepileptika nicht anfallsfrei werden.
Eisai ist mit Aricept(R) bereits Marktführer in der Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Mit dem jetzt zugelassenen Antiepileptikum erweitert Eisai seine Kompetenz in der Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In der Produktpipeline befindet sich auch eine weitere Substanz zur Behandlung der Epilepsie. Sie ist derzeit in der Studienphase III.
Quelle: Eisai GmbH
Übersehene Krampfanfälle - Altersepilepsie anfangs mit unscheinbaren Symptomen
Baierbrunn (ots) 13.01.2005 - Ein großer Krampfanfall bei älteren Menschen kommt meistens sehr überraschend - weil vorher kleinere Anfälle übersehen oder falsch gedeutet wurden. Die Altersepilepsie zeigt anfangs nur milde Symptome: eine Schwindelattacke zum Beispiel, ein Schmatzen oder nur ein kurzer, starrer Blick, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau".
Wenn Hirnzellen rebellieren, macht die Wahrnehmung eine Pause: Den Betroffenen selbst sind die kurzen Ausfälle gar nicht bewusst - es sei denn, sie stürzen und verletzen sich. Behandelnde Ärzte sind deshalb auf Beobachtungen von Angehörige angewiesen. Weil aber viele alte Menschen allein leben und die Symptome auch bei anderen häufigen Alterskrankheiten vorkommen, sind Fehldiagnosen häufig. Auf 140.000 mit steigender Tendenz schätzt Dr. Rani von Wrede, Neurologin an der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn, die Zahl der Altersepileptiker in Deutschland. Mehr Aufmerksamkeit für diese Krankheit würde ihnen viel Kummer ersparen, denn sie lässt sich mit Medikamenten gut behandeln.
Quelle:
Wort und Bild - Apotheken Umschau
Internationale Spezialisten warnen vor Abbruch der Epilepsiebehandlung
New Orleans, Louisiana (ots/PRNewswire) 06.12.2004 - Patienten mit Epilepsie, die die Einnahme ihrer Medikamente ohne medizinische Aufsicht
beenden, benötigen eher eine Intensivbehandlung und mehr Arztbesuche.
Dies ergab eine neue Studie mit über 200 internationalen
Epilepsieexperten (1), die auf dem Jahreskongress der American
Epilepsy Society (AES) präsentiert wurde. Viele dieser Notfälle sind
jedoch verhinderbar, wenn Patienten Anti-Epilepsy-Drugs (AEDs) mit
guten Retentionsraten einnehmen.
Die neue Studie zeigte, dass fast ein Drittel der Patienten mit
Epilepsie ihre AED Therapie unterbrechen oder unterbrechen möchten.
Über 50 % der teilnehmenden Ärzte gaben den dosisabhängigen und
kognitiven Nebenwirkungen und der inadäquaten Kontrolle von
Epilepsieanfällen die Schuld an diesen niedrigen Retentionsraten (1).
Die Ergebnisse einer bedeutenden Langzeitstudie, die ebenfalls auf
dem AES Kongress präsentiert wurde, zeigten jedoch, dass die
langfristigen Retentionsraten (ein Mass aus kombinierter Wirkung und
Toleranz) verbessert werden können, wenn die Patienten eine gute
Kontrolle der Epilepsieanfälle erleben(2). Fast zwei Drittel von 811
Patienten mit chronischer Epilepsie, die auf andere Behandlungen
nicht reagierten, setzten die Behandlung mit neueren AED fort,
Keppra(R) (+) (Levetiracetam), für Zeiträume bis zu 41 Monaten fort,
wobei 18 % der Patienten mit refraktärer Epilepsie, die auf andere
AEDs nicht angesprochen hatten, vollkommene Anfallsfreiheit
erzielten.
Im Zuge des Berichtes der Studienergebnisse, beschrieb Dr. Gunter
Krämer, Medizinischer Leiter des Schweizer Epilepsie Zentrums in
Zürich, Schweiz, die Gefahren des Absetzens der AED Behandlung:
"Eine schlechte Retention in der AED Therapie frustriert die Ärzte
und gefährdet die Patienten, da dies zu unkontrollierten Anfällen mit
der gesamten, damit verbundenen Morbidität, Mortalität,
Intensivbehandlung und mit erhöhten Kosten einhergeht", führte er
aus.
"Bei der Auswahl einer AED sollten Ärzte Behandlungen in Betracht
ziehen, die langfristige Anfallsfreiheit mit minimalen Nebeneffekten
bieten, was die Patienten ermutigen wird, ihre Medikation langfristig
einzunehmen", fügte er hinzu.
Fast zwei Drittel der in die Studie eingebundenen Ärzte
berichteten, dass schlechte Langzeit Retentionraten für AEDs zu einer
höheren Anzahl von Invensivbehandlungen und in mehr als 50 % zu
Durchbruchsanfällen führten, die den schlechten Langzeit
Retentionsraten zugeschrieben wurden (1).
Daten aus der neuen Langzeit Keppra Behandlungsstudie zeigten eine
signifikante Anzahl an Patienten, die lange Zeit hindurch keine
Epilepsieanfälle hatten (2). Etwa ein Patient von fünf wurde für
einen bis 35 Monate anfallsfrei, wobei der Durchschnitt bei 11
Monaten lag und weitere 29% hatten eine Abnahme von 50 % oder mehr
während einer gewissen Periode im Follow-up-Zeitraum (2). Vollkommene
Anfallsfreiheit wurde bei einem grossen Anteil der Patienten mit
Teilanfällen und allgemeiner Epilepsie erreicht (2).
"Diese breit angelegte Studie bestätigt nicht nur das hohe
Wirkungs- und Toleranzniveau von Keppra, das zuvor in klinischen
Versuchen festgestellt worden war, sondern zeigt auch, dass diese bei
einer längeren Behandlung mit niedrigen Drop-out-Raten
aufrechterhalten werden", sagte Dr. Ley Sander von den Departments of
Clinical and Experimental Epilepsy am Institute of Neurology, London
und der National Society for Epilepsy, Chalfont St Peter, UK.
46 Patienten, die an der Studie teilnahmen, konnten ihre Epilepsie
auch mit der Levetiracetam Monotherapie(2) unter Kontrolle halten.
Von diesen erzielten 26 Patienten anfallsfreie Perioden von 2 bis 35
Monaten (durchschnittlich 13 Monate)(2).
Die Ergebnisse der Studie tragen zur wachsenden Evidenz bei, dass
Levetiracetam gute Raten in Bezug auf die Anfallsfreiheit bei
unübertroffener Toleranz bietet, was es zu einer idealen Wahl für
eine Ergänzungstherapie macht.
(+) Keppra(R) ist eine geschützte Handelsmarke der UCB Gruppe.
Bitte beachten Sie ihre nationale Produktinformation, da der
Handelsname, sowie die Verschreibungsinformation von Land zu Land
verschieden sein können.
Bezugsquellenhinweise:
1. Krämer G, Harden C, Leppik I. International survey of long-term
retention in epilepsy management, 2004.
2. Depondt C, Yuen AWC, Mula M, et al. Long-term retention and
efficacy of levetiracetam in a large cohort of patients with chronic
epilepsy. Presentation at the 58th American Epilepsy Society
Congress, New Orleans, 6 December 2004.
ots Originaltext: UCB Pharma
Epilepsie - Syndrom, Behandlung, Hilfsangebote
Zwei Veranstaltungen im Stadthaus Ulm anläßlich des Tages der Epilepsie
Dienstag, 5.10.04, 19.30 Uhr, und Mittwoch, 13.10. 04, 19.30 Uhr
Am 5. Oktober ist Tag der Epilepsie. An diesem Tag und am 13. Oktober führen die Epilepsieambulanz der Universität Ulm und der Landesverband der Epilepsie-Selbsthilfegruppen Baden-Württemberg zwei Veranstaltungen im Stadthaus durch, die jeweils 19.30 Uhr beginnen. Am 5. Oktober geht es vor allem um Jugendliche und junge Erwachsene mit Epilepsie. Es werden medizinische (Syndrom und Behandlung) und soziale Aspekte (Perspektiven, berufliche Möglichkeiten, Kontakte) erörtert. Drei Fachärzte, die Vorsitzende des Landesverbands der Epilepsie-Selbsthilfegruppen Baden-Württemberg und ein Vertreter der Agentur für Arbeit Ulm werden zum Thema "Epilepsie - Syndrom, Behandlung, Hilfsangebote und Kontakte" sprechen. Die Vorträge am 13. Oktober sind speziell den Indikationen, Möglichkeiten und der Durchführung der Epilepsiechirurgie gewidmet.
In Ulm und der weiteren Region gibt es ca. 50.000 von der Krankheit betroffene Menschen. In Ulm/Neu-Ulm selbst kann man von ca. 2.000 Epilepsiekranken ausgehen, darunter auch vielen jungen Menschen. Nach wie vor werden die Krankheit und ihre Träger in unserer Gesellschaft auf eine bedrückende Weise stigmatisiert. Die Veranstaltungen sollen deshalb auch zur Aufklärung der Öffentlichkeit beitragen. Die Mehrzahl der Betroffenen kann bei fachlich kompetenter Behandlung ein nahezu normales Leben führen, ihrem Beruf nachgehen und eine Familie gründen. Darüber ausführlich zu informieren ist ein zentrales Ziel der Veranstaltungen.
Gründung eines Treffpunkts für junge Menschen mit Epilepsie in Ulm
Wer von betroffenen Eltern kennt das nicht? Der erste Anfall eines Kindes, das furchtbare Erschrecken, danach die jahrelangen ärztlichen Konsultationen, bis die Zeit kommt, da die Eltern das Kind nicht mehr an die Hand nehmen können, da es erwachsen ist, vielleicht einen Beruf ausüben und eine eigene Wohnung haben möchte. Oft müssen die Eltern miterleben, dass sich die Freunde zurückziehen, dass der Sohn oder die Tochter selbst Kontakte meiden. Auch eine Reise wird zum Problem: Wie werden sich die Mitreisenden verhalten, wenn ein Anfall kommt? Würde der Epileptiker überhaupt mitgenommen, wenn er seine Krankheit angäbe?
Ein regelmäßiger Treff betroffener Jugendlicher und junger Erwachsener, die sich gegenseitig stützen und helfen in ihrer gemeinsamen Erfahrung der Krankheit, miteinander das Kino besuchen, Tischtennis spielen, Radtouren machen oder auch mal auf eine Reise gehen, könnte vieles erleichtern. Eine solche Selbsthilfe ins Leben zu rufen, wollen Ursula Schuster vom Landesverband der Epilepsie-Selbsthilfegruppen Baden-Württemberg, PD Dr. Holger Lerche von der Epilepsieambulanz der Universität Ulm und die Journalistin Susanne Rudolph, Mutter eines epilepsiekranken Sohnes, versuchen. Anregung dazu soll die Veranstaltung am 5. Oktober im Stadthaus Ulm geben. In dafür ausgelegte Fragebögen können sich die an einem regelmäßigen Treff interessierten Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Angehörigen eintragen. Die behandelnden Ärzte werden gebeten, ihre Patienten auf diese Initiative aufmerksam zu machen.
Quelle: Universität Ulm
Neue Studie enthüllt verheerende Wirkung einiger Epilepsiemedikamente auf normale Gehirnfunktion
06.09.04 - Annähernd die Hälfte der Menschen mit Epilepsie haben Probleme, etwas Neues zu lernen und glauben, dass sie nicht schnell genug denken können. Ein noch größerer Teil fühlt sich
regelmäßig schläfrig, müde und lethargisch(1). Die Ergebnisse einer
großen europäischen Untersuchung zeigen, dass Patienten oftmals den
Medikamenten, mit denen sie ihre Epilepsie unter Kontrolle halten,
die Schuld für diese Schwierigkeiten zuschreiben - genau die
Medikamente, die helfen sollen, die Symptome ihres Leidens im Griff
zu haben.
Die Ergebnisse bestätigen, was viele Epilepsiefachleute seit
langem vermuten: Einige Therapien haben große Auswirkungen auf den
Alltag der Menschen mit Epilepsie, und das Ausmaß, in dem diese
Symptome die Lebensqualität nachteilig beeinflussen können, sollte
nicht unterschätzt werden.
"Wir hören nicht nur viel zu häufig von Leuten, deren Epilepsie
ein normales Leben im Keim erstickt, sondern auch, dass die zur
Behandlung verschriebenen Medikamente dafür verantwortlich sind",
sagte Hilary Mounfield, die Vorsitzende des European Committee of the
International Bureau for Epilepsy (IBE), das die Umfrage durchgeführt
hat. "Sowohl Epilepsiekranke als auch die sie behandelnden Ärzte
müssen sich noch stärker ins Bewusstsein rufen, dass
Konzentrationsprobleme oder Müdigkeits- bzw. Trägheitsgefühle starke
Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Es ist also von
entscheidender Bedeutung, ihr Leiden optimal in den Griff zu
bekommen."
Insgesamt assoziierten 56% der Befragten ihre kognitive
Beeinträchtigung mit der Epilepsiebehandlung, wobei 45-50% angaben,
dass Arbeit-, Bildungs- und Freizeitaktivitäten sowie Familie und
Beziehungen die Bereiche sind, die besonders stark beeinträchtigt
werden. Von Problemen, wie die Unfähigkeit sich an Namen oder
Gesichter zu erinnern oder Erinnerungen abzurufen, wurde oft
berichtet. Die Probleme mit der Langsamkeit des Denkens hinderten die
Menschen mit Epilepsie daran, ihre Ausbildung zu Ende bringen oder
eine einträgliche Arbeitsstelle zu behalten. Sie führen auch dazu,
dass alltägliche Aufgaben, wie die Erinnerung an eine Einkaufsliste
oder die Telefonnummer eines Freundes, nicht bewältigt werden
konnten:
"Ich traue mich nicht mehr, vor Publikum zu sprechen (ich
unterrichtete früher wissenschaftliche Fächer), da ich weiß, dass
ich Probleme habe, die Worte zu finden, die ich verwenden möchte."
"Meine erste medikamentöse Behandlung brachte sehr ernste
Nebenwirkungen mit sich und beeinträchtigte in erheblichem Masse
meine Fähigkeit, zu funktionieren. Ich leide unter starken
Stimmungsschwankungen und übermäßiger Müdigkeit, und vor allem
'verlor' ich 6 Monate meiner Schulausbildung."
Im Rahmen der Untersuchung wurden 425 Menschen mit Epilepsie in
Belgien, Malta, Irland, Schottland und Dänemark über die Auswirkungen
ihrer Krankheit und über die Auswirkungen der Epilepsietherapie auf
ihre 'kognitive Funktionen' (die Fähigkeiten, zu lernen und zu
denken), bzw. darüber, wie schläfrig oder träge sie sich fühlen sowie
zu ihrer Lebensqualität befragt. Zu den übrigen wesentlichen
Erkenntnissen zählten:
- 44% fanden es mäßig bis schwierig, etwas Neues zu lernen
- 45% befanden, sie seien mäßige bis sehr langsame Denker
- 59% berichteten, sie fühlten sich mässig oder sehr schläfrig
bzw. müde
- 48% fühlten sich mässig bis sehr lethargisch bzw. träge
- 63% befanden, dass sie die Erfahrung gemacht hätten, dass durch
die Auswirkungen an der Ausübung von Aktivitäten oder dem Erreichen
von Zielen gehindert worden seien
Auf die Frage nach derjenigen Nebenwirkung, deren Vermeidung sie
sich am stärksten herbeiwünschten, antworteten 38% der Befragten, sie
wünschten sich die Befreiung von den Schläfrigkeits- und
Müdigkeitsgefühlen; 16% wünschten sich die Befreiung von den
Problemen mit dem Erinnerungsvermögen und 13% von der
Lethargie/Trägheit. Ein Zwölftel wünschte sich, die Gewichts- und
Appetitprobleme im Zusammenhang mit ihrer medikamentösen Behandlung
los zu werden.
Die Untersuchung wurde mit einer uneingeschränkten Finanzhilfe von
UCB Pharma gefördert
ots Originaltext: UCB Pharma
Sonderforschungsbereich
zum Thema Epilepsie wird fortgesetzt
13.08.2004
- Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat beschlossen,
den vor drei Jahren in Bonn eingerichteten überregionalen
Sonderforschungsbereich (SFB) zur Epilepsieforschung weitere
vier Jahre zu unterstützen.
Die
DFG bewertete zahlreiche Projekte mit dem Prädikat
"exzellent". Der so genannte "Transregio"-SFB
vereint Arbeitsgruppen aus Berlin, Bonn, Freiburg und Magdeburg.
Die Federführung hat die Bonner Universitätsklinik
für Epileptologie inne, deren Direktor Prof. Dr. Christian
E. Elger Sprecher des Sonderforschungsbereichs ist.
Der
Sonderforschungsbereich erforscht zum einen die so genannten
mesialen Temporallappen-Epilepsien, eine Form der Epilepsie,
die durch chirurgische Eingriffe sehr erfolgreich behandelt
werden kann. Die Bonner Uniklinik für Epileptologie
ist mit derzeit ca. 130 Eingriffen pro Jahr eine der weltweit
größten Forschungs- und Behandlungsstätten
auf diesem Gebiet.
Zum
anderen wird die Möglichkeit genutzt, über die
Temporallappen-Epilepsie das Gedächtnis des Menschen
zu untersuchen. Quasi als "Nebenprodukt" der Diagnostik
und der Behandlung des Patienten können die Vorgänge
im Temporallappen, die zur Gedächtnis- und Emotionsbildung
beim Menschen beitragen, detailliert bis hinunter zum Elementarprozess
untersucht werden. Die Ergebnisse verbessern nicht nur unsere
Kenntnisse über das Gedächtnis, sondern haben
auch eine große Bedeutung für das Verständnis
anderer Erkrankungen des Zentralnervensystems.
Quelle:
Rheinische
Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Epilepsie:
"Signaldämpfer" im Hirn gestört
26.07.04 - Zur Entstehung von epileptischen Anfällen
tragen offenbar nicht nur die Schaltstellen zwischen den
Nervenzellen im Gehirn bei. Entsprechende Resultate präsentiert
eine internationale Forschergruppe im Magazin "Science".
Bei epilepsiekranken Ratten fanden die Forscher, dass Störungen
eines Ionenkanals Nervenzellen übermäßig
auf die Signale ihrer Nachbarn reagieren lassen.
Allein in Deutschland leben 600.000 Menschen mit immer wieder
auftretenden Krampfanfällen. Dabei erhöhen die
Gehirnzellen plötzlich ihre Aktivität und feuern
zudem im Gleichtakt mit ihren Nachbarn. Die Ursache für
diese Anfallsaktivität wurde bislang in den Synapsen
vermutet, den Schaltstellen zwischen den Nervenzellen. Christophe
Bernard vom Baylor College of Medicine in Houston und seine
Kollegen, darunter Albert Becker und Heinz Beck von der
Universität Bonn, fanden nun, dass auch die Signalverarbeitung
in den Zellen selbst gestört sein kann.
Betroffen ist ein Kaliumkanal in der Membran der Dendriten,
der "Empfangsantennen" der Nervenzellen. "In
Ratten mit einer so genannten Temporallappen-Epilepsie verfügen
bestimmte Dendriten über weit weniger funktionsfähige
Kv4.2-Kanäle als bei gesunden Tieren", erläutert
Beck. Normalerweise lässt der Kv4.2-Kanal Kaliumionen
aus der Nervenzelle heraus "sickern" und dämpft
so einlaufende Signale. Bei den erkrankten Tieren fehlt
diese Dämpfung. Eventuell können ihre Nervenzellen
daher leichter durch Nachbarzellen zum Feuern angeregt werden.
Gleich zwei Faktoren führen zu dem Mangel an Kv4.2-Kanälen,
fanden die Forscher. Einerseits wird das zugehörige
Gen weniger stark abgelesen, so dass die Zellen von vornherein
weniger Kanalproteine herstellen. Andererseits verändert
ein zelleigenes Enzym die vorhandenen Kanäle und deaktiviert
sie auf diese Weise. Bei Zugabe eines Hemmstoffs für
das Enzym namens extracellular signal-regulated kinase (ERK)
normalisierte sich die Antwort der Nervenzellen deutlich.
Möglicherweise zeichne sich hier ein neuer Therapieansatz
ab, erläutert Beck. "Zwar hat die ERK so viele
Aufgaben, dass eine direkte Hemmung vermutlich Nebenwirkungen
hätte", so der Epilepsieforscher. "Man könnte
jedoch versuchen, die Kv4.2-Kanäle vor dem Angriff
der ERK zu schützen - oder die chemischen Veränderungen
an den Kanälen wieder rückgängig zu machen."
Quelle: scienceticker
Pfizer
erhält EU-Marktzulassung für Lyrica bei Neuralgie
und als Zusatztherapie bei Epilepsie
NEW YORK, July 7/2004 (ots/PRNewswire) - Die neue Therapie führt zu
schneller und anhaltender Schmerzlinderung sowie einer bedeutenden
Reduzierung epileptischer Anfälle.
Pfizer Inc. berichtete, dass es die Zustimmung der EU erhalten
hat, Lyrica(R) (Pregabalin) in allen Mitgliedstaaten der
EU für die Behandlung von peripheren neuropathischen
Schmerzen und als Zusatztherapie bei fokalen epileptischen
Anfällen zu vertreiben. Das von Pfizer entwickelte
Präparat hat sowohl eine schmerzlindernde als auch
eine krampfhemmende Wirkung.
Neuropathische Schmerzen zeichnen sich durch chronische, sehr
schmerzhafte Empfindungen aus, die oft als brennend, kribbelnd oder
schockähnlich beschrieben werden. Diese Schmerzen, unter denen
ungefähr drei Prozent alle Europäer leiden, gehören zu den am
schwierigsten zu behandelnden chronischen Schmerzsyndromen.
Neuropathische Schmerzen können durch eine Reihe medizinischer
Bedingungen verursacht werden, u.a. Diabetes, Infektionen (Herpes
Zoster), Krebs und AIDS. Es gibt derzeit nur beschränkte
Behandlungsoptionen, die den Bedürfnissen von Ärzten und Patienten
voll genügen.
Epilepsie ist eine häufig auftretende neurologische Krankheit,
die durch immer wiederkehrende krampfartige Anfälle gekennzeichnet
ist. Trotz der vorhandenen Behandlungsoptionen, leiden 30 Prozent der
6 Millionen Epileptiker in Europa weiterhin unter solchen Anfällen.
"Lyrica ist ein neuartiges Präparat, das potentiell Patienten mit
einer Reihe unterschiedlicher Probleme helfen kann", sagte Joseph
Feczko, President of Worldwide Development von Pfizer. "Lyrica bietet
nicht nur verbessertes Management von epileptischen Anfällen, es ist
u.U. auch ein sicheres und wirkungsvolles Mittel gegen neuropathische
Schmerzen, die auf Infektionen, Unfälle, Diabetes, Krebs und AIDS
zurückzuführen sind".Obwohl die genauen, auf neuropathische Schmerzen
zurückzuführenden Kosten nicht bekannt sind, trägt diese Krankheit
nicht nur beträchtlich zu den direkten Kosten der Gesundheitsfürsorge
bei, sondern auch zu den indirekten Kosten, die durch verminderte
Arbeitsproduktivität und erhöhten Arbeitsausfall verursachten werden.
Lyrica wurde aufgrund der Ergebnisse von 10 klinischen Studien an
über 9.000 Patienten in 10 Ländern von der EU zugelassen.
Kontrollierte klinische Studien an Patienten mit neuropathischen
Schmerzen im Zusammenhang mit Herpes Zoster und diabetischer
Neuropathie ergaben einen bedeutenden Schmerznachlass im Verlauf der
ersten Woche, der während der Gesamtdauer der Studie anhielt. Im
Durchschnitt erfuhren 47 Prozent der mit Lyrica behandelten Patienten
eine 50-prozentige Schmerzlinderung (gemessen anhand einer
standardmässigen Schmerzskala). Weiterhin meldeten die mit Lyrica
behandelten Patienten einen wesentlichen Rückgang an schmerzbedingten
Schlafstörungen.
"Die Daten zeigen, dass Pregabalin eine klinisch relevante
Schmerzlinderung bewirkt und hierdurch einen positiven Einfluss auf
die allgemeine Stimmung und den Schlaf der Patienten ausübt", sagte
Dr. David Rowbotham, Professor of Anasthaesia and Pain Management,
Division of Anasthaesia, University of Leicester, England. In
klinischen Studien, bei denen Lyrica als Zusatzmittel bei Patienten
eingesetzt wurde, die trotz regulärer Behandlung weiterhin fokale
Anfälle erlitten, ging die Häufigkeit der Anfälle im Verlauf der
ersten Woche um 51 Prozent zurück. Lyrica bewies ausserdem gute
Verträglichkeit.
"Es besteht ein grosser Bedarf an Therapien, die gut verträglich
sind und die Anfallhäufigkeit reduzieren helfen, im Besonderen bei
refraktären Patienten", sagte Dr. Emilio Perucca, President der
Italian League Against Epilepsy und Professor an der University of
Pavia, Italien. "Unsere Studie hat erfolgreich demonstriert, dass der
Zusatz von Lyrica zur regulären Behandlung diesem Bedarf entspricht,
indem es die Häufigkeit fokaler Anfälle bei Patienten mit
durchschnittlich 10 Anfällen pro Monat beträchtlich reduziert".
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen bei Epileptikern
und
Patienten mit neuropathischen Schmerzen waren Schwindel und
Schlaflosigkeit. Die meisten Nebenwirkungen waren leicht oder
mittelschwer und meist dosierungsbedingt.
Lyrica wird zur Zeit von der U.S. Food and Drug Administration
(amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde) überprüft, und zwar
im Zusammenhang mit dem Management neuropathischer Schmerzen bei
diabetischer peripherer Neuropathie und Herpes Zoster
(postherpetische Neuralgie), als Zusatztherapie bei fokalen
epileptischen Anfällen, und für die Behandlung des Angstsyndroms bei
Erwachsenen.
Website: http://www.pfizer.com
ots Originaltext: Pfizer Inc
Weitere
Förderung für Epilepsie-Forschung
Anerkennung für transregionalen Sonderforschungsbereich mit Magdeburger Beteiligung
01.07.04 - Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde nun bekanntgegeben, dass der transregionale Sonderforschungsbereich (SFB) „Mesiale Temporallappen-Epilepsien“ für eine weitere Periode von vier Jahren mit insgesamt 8,75 Millionen Euro gefördert wird. Neben den Instituten für Physiologie und Anatomie, der Klinik für Neurologie II sowie der Abteilung für Neuropsychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sind an diesem interdisziplinären Forschungsprojekt Wissenschaftler der Universitäten Bonn, Freiburg und der Humboldt Universität Berlin beteiligt.
Bei den Epilepsien, den so genannten „Anfallsleiden“, handelt es sich um Erkrankungen, die durch episodisch auftretende anfallsartige Erscheinungen gekennzeichnet sind. Mit einer Gesamtzahl von etwa 800 000 Betroffenen in Deutschland zählen sie zu den häufigsten neurologischen Krankheiten. „Die in dieser Krankheitsgruppe besonders häufigen mesialen Temporallappen-Epilepsien nehmen eine Sonderstellung ein: Zum einen liegt der Anfallsursprung häufig lokal begrenzt im Bereich des Temporallappens des Gehirns; zum anderen erweist sich die mesiale Temporallappen-Epilepsie häufig als resistent gegenüber antiepileptischer Medikation“, erklärt Prof. Dr. Hans-Christian Pape, Direktor des Institutes für Physiologie der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität.
Bei Patienten mit mesialer Temporallappen-Epilepsie sind epilepsiechirurgische Eingriffe besonders erfolgreich, bei denen nach eingehender prächirurgischer Diagnostik das erkrankte Gewebe operativ entfernt wird. Eine solche Operation führt bei ca. 70 Prozent der Patienten zu einer dauerhaften Anfallsfreiheit. Das bei diesen Patienten entnommene vitale Gehirngewebe wird nicht nur einer Suche nach pathologischen Veränderungen unterworfen, sondern es steht auch für umfangreiche molekulare und zelluläre Analysen zur Verfügung. Solche Studien bieten eine einmalige Gelegenheit, Pathomechanismen fokaler menschlicher Epilepsien zu entschlüsseln.
Darüber hinaus sind diese Studien auch deswegen von besonderem Interesse, da die Strukturen des mesialen Temporallappens Sitz komplexer zentralnervöser Leistungen sind, wie z.B. Gedächtnis, Plastizität und Emotion. Professor Pape: „Daher erlauben die Aufzeichnungen der Aktivität lebender Gehirnstrukturen im Menschen mit Hilfe von bildgebenden Verfahren, wie zum Beispiel der Kernspintomographie, und der Elektrophysiologie, in Verbindung mit der späteren Untersuchung des vom Neurochirurgen entfernten Gewebes auch einen einzigartigen Zugang zum Verständnis komplexer Funktionen des menschlichen Gehirns.“
Diese Ansätze werden im transregionalen SFB „Mesiale Temporallappen-Epilepsien“, der am 1. Juli 2001 eingerichtet wurde, verfolgt. Dabei bringen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Magdeburg (Koordinator: Prof. Dr. Hans-Christian Pape) ihre Kenntnisse auf den Gebieten der hochauflösenden Bildgebung sowie der Strukturen und Funktionen der relevanten Areale des Temporallappens ein. Diese Areale zählen zu den Kerngebieten des so genannten limbischen Systems des Gehirns, zu dessen Erforschung am Standort Magdeburg, vor allem im Rahmen des Sonderforschungsbereiches 426 „Limbische Strukturen und Funktionen“, hervorragende Bedingungen gegeben sind.
Quelle: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Keine
epileptischen Anfälle durch Vollmond
26.05.2004
- Epileptische Anfälle treten bei Vollmond nicht häufiger
auf als in anderen Mondphasen, haben US-Mediziner ermittelt.
Ihrer Analyse zufolge sind lediglich nicht-epileptische Krampfanfälle
etwas häufiger, wenn die gesamte Mondscheibe am Nachthimmel
leuchtet. Dabei scheint es sich jedoch um Zufallseffekte zu
handeln.
Die Forschergruppe um Selim Benbadis von der University of South Florida in Tampa wertete Daten über 770 Krampfanfälle aus, die sie im Laufe von drei Jahren erfasst hatte. Anlass zu der Untersuchung seien Berichte von Patienten gewesen, ihre Anfälle seien bei Vollmond häufiger oder schwerer, so der Neurologe. "Sogar manche Ärzte glauben an diesen Zusammenhang, obwohl er niemals wissenschaftlich überprüft worden ist."
Anhand ihrer Aufzeichnungen konnten die Mediziner epileptische und psychogene Krampfanfälle unterscheiden. Erstere gehen auf regelrechte Kurzschlüsse im Gehirn zurück, letztere dagegen meist auf emotionale Belastungen. Tatsächlich fanden Benbadis und seine Kollegen, dass die Häufigkeit epileptischer Anfälle mit den Mondphasen schwankte: Die meisten Anfälle (152) ereigneten sich demnach im letzten Viertel, bei abnehmendem Halbmond, während in Vollmondphasen die wenigsten Anfälle (94) auftraten. Umgekehrt schien die Zahl psychogener Krampfanfälle in Vollmondphasen leicht zuzunehmen. Beide Trends waren jedoch statistisch nicht signifikant, waren also sehr wahrscheinlich zufällige Phänomene.
Benbadis glaubt denn auch, dass der Mythos vom Einfluss des Vollmondes noch auf jene Zeit zurückgeht, als man Krampfanfälle durch Dämonen und andere dunkle Mächte erklärte. "Einige Leute mögen scheinbar mysteriöse und irrationale Erklärungen für rätselhafte Krankheiten wie Epilepsie."
Forschung: Selim R. Benbadis, Stanley Chang und Wei Wang, Departments of Neurology und Neurosurgery, Comprehensive Epilepsy Program, University of South Florida und Tampa General Hospital, Tampa
Online-Veröffentlichung Epilepsy & Behavior, DOI 10.1016/j.yebeh.2004.04.001
Quelle:
Scieneticker
Neues
Epileptikerportal
05.04.2004 - Seit November 2003 steht allen von Epilepsie
Betroffenen, Angehörigen, Pflegekräften, interessierten
Personen, Selbsthilfegruppen und Ärzten ein neues Epilepsieportal
zur Verfügung.
Das medizinische Internet-Informationsangebot bietet Epilepsie-Nachrichten
aus Forschung, Diagnose und Therapie. Hinzu kommen Hinweise
auf Patientenveran-
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