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Die Ursachen

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 Die Inhaltsübersicht


- Depressionen treffen auch Kinder und Jugendliche - werden aber oft nicht erkannt oder falsch behandelt
- Volkskrankheit Depression: häufigster Suizidgrund
Weltweit 121 Mio. betroffen
- Depressionen: Frauen fast doppelt so oft betroffen
wie Männer
- 6. nationales Gesundheitsziel
Depressive Erkrankungen: verhindern, früh erkennen, nachhaltig behandeln
- Depression könnte Demenz-Warnzeichen sein
- Depression: Eine Frage der Hormone? - Viele Depressive haben hohe Kortisonspiegel im Blut
- Winterdepressionen sind selten - Ganz normal: Aufbruch im Frühjahr und Rückzug im Winter
- Delfine helfen bei Depressionen
- Nichtbehandlung von Depressionen verdreifacht Suizidrisiko -
Verzicht auf umstrittene Medikamente für Wiener Experten keine Lösung
- Häufig depressiv durch Diabetes -
Chronisches Leiden ist gut behandelbar, die Belastungen sind dennoch groß
- „Bedenklich depressiv“ - Depressionsbarometer misst die deutsche Befindlichkeit
-
Zusammenhang zwischen Abtreibung und Depressionen fraglich
- Depressionen: Nur jeder zehnte Patient wird optimal therapiert
-
Chronisch kranke Patienten leiden oft an Depressionen, die erfolgreich behandelt werden können
-
Marihuana lässt im Gehirn Zellen wachsen
Cannabinoid verringert Angstgefühle und Depressionen

- "Herbst-Winter-Depressionen" oder depressive Verstimmung?
-
Magnetfelder helfen bei schweren Depressionen
- Herzinfarkt: Unterschätzter Risikofaktor Depression -
Psychokardiologe: „Gefährlich wie Rauchen“

- Auch Väter haben den postnatalen Blues -
Depressive Väter beeinflussen die emotionale Entwicklung ihrer Kinder
- Depression: Das erlernte Leiden - Bei Depressiven verselbständigt sich das Gefühl der Hilflosigkeit
- Stimmungs-Schrittmacher gegen Depressionen
- Depressionen vor allem bei Single-Männern
- Experten schlagen Alarm: Arbeitslose leiden extrem oft an Depressionen
- Depression als häufigster Krankenstandsgrund
Wirtschaft erleidet dadurch jährlich Milliardenverluste
- Valdoxan(R): Ein neuer Ansatz zur Behandlung von Depressionen
- Depression verdoppelt Herzinfarktrisiko
- Jede zweite Familie in Deutschland ist von Depression betroffen
- Psychische Gesundheit wird in Italien Staatssache
- Bewegung gegen Depression
- Schrittmacher für die Seele
- Depressionen sind ein Infarktrisiko - Fast so gefährlich wie das Rauchen
- Überforderung und Angstgefühle: Passionsblume löst den Stress
- Konsum von Antidepressiva von Kindern nimmt zu -
Großbritannien liegt mit 68 Prozent an der Spitze
- Antidepressiva hemmen Knochenwachstum
- Depression wird zur Volkskrankheit Nr. 1
Unternehmen müssen Erfolgsfaktor Gesundheit stärker beachten
- Winterzeitumstellung: Licht und Sushi gegen die Depression
- Depression - das Herz weint mit
- Mit sanften Mitteln gegen das Stimmungstief
- Depression und Suizidalität hängen leider oft zusammen
- European Alliance Against Depression - Europaweites Aktionsprogramm zur Verbesserung der Versorgung
- Depressionen begünstigen Rückenschmerzen
- Bündnis gegen Depression in Hamburg-Harburg gestartet
- Wie entsteht eine Depression?


 

Depressionen treffen auch Kinder und Jugendliche - werden aber oft nicht erkannt oder falsch behandelt

19.06.2006 - Auch wenn es keine alleinige Erklärung für alle Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen gibt: Hinter Aggressionen, genauso wie hinter anderen Auffälligkeiten oder körperlichen Symptomen, kann eine Depression stecken. Darauf weist das "Berliner Bündnis gegen Depression" gerade auch angesichts der mitunter vereinfachten Diskussion über Gewalt an Schulen hin. Insgesamt wird das Thema Depressionen im Kindes- und Jugendalter teils sträflich vernachlässigt. Das hat auch damit zu tun, dass die Erscheinungsbilder sich von denen bei depressiven Erwachsenen meist unterscheiden und dass sowohl Eltern als auch Ärzte zu selten auf die Idee kommen, das Kind könne an einer Depression leiden. "Die Folge ist oft eine viel zu späte fachkundige Behandlung", erklärte jetzt Dr. Meryam Schouler-Ocak, Leiterin des Berliner Bündnisses. Es ist noch gar nicht lange her, als auch Fachkreise davon ausgingen, dass es bei Kindern Depressionen gar nicht geben könne. Inzwischen ist klar, dass immerhin rund zwei von 100 Kindern im Vor- und Grundschulalter an einer Depression erkranken. Ab der Pubertät steigt die Häufigkeit an. Insgesamt beträgt die Möglichkeit, im Laufe der gesamten Jugendzeit eine Depression zu erleiden, zwischen 9,4 und 18,5 % (nach verschiedenen Angaben in der Fachliteratur).

AUSLÖSER können - müssen aber nicht - frühkindliche Erfahrungen sowie aktuell Tod oder Trennung in der Familie oder von engen Bezugspersonen sein. Wenn Eltern depressiv sind, kann sich das ferner auf den Nachwuchs auswirken. In Fachkreisen ist heute unumstritten, dass sowohl Komponenten aus der persönlichen Umwelt als auch biologische Faktoren eine Rolle dabei spielen, ob ein Mensch anfällig für Depressionen ist oder nicht. Als verstärkend für seelische Krankheiten bei Kindern gelten zudem gesellschaftliche Faktoren wie soziale Ungleichheit, Migrationshintergrund und zu große Leistungsanforderungen, aber auch "Beliebigkeit" oder Vernachlässigung in der Erziehung.

Die SYMPTOME unterscheidet sich nicht nur je nach Alter, sondern auch stark von Fall zu Fall, so dass die Abgrenzung von "normaler" Traurigkeit bei Kindern und besonders in der Pubertät schwierig sein kann. Eltern, Lehrer und Ärzte übersehen die Depression viel zu häufig. Auch falsche Ratschläge wie "Reiß Dich doch zusammen" tragen dazu bei, dass die Depression nicht behandelt wird. Zudem haben Betroffenen und deren Familien Angst davor, als "verrückt" abgestempelt zu werden.
Bei Kindern sind die Anzeichen der Depression fast immer untypisch. Erst im Jugendalter ähneln sie denen von Erwachsenen. Bei jüngeren Kindern ist es besonders wichtig, ihr Spiel-, Ess- und Schlafverhalten zu beobachten. Bei älteren Kindern muss zusätzlich auch der Umgang mit Leistungsanforderungen beachtet werden. Besonders wichtig ist es ferner, auch Eltern, Lehrer oder Kindergärtnerinnen zu befragen. Letztlich können nur Fachärzte und Psychotherapeuten die DIAGNOSE sicher stellen. Eine enge Kooperation mit Familienärzten ist daher besonders wichtig.

Die BEHANDLUNG von depressiven Kindern und Jugendlichen besteht zunächst in einer Psychotherapie, in die in der Regel auch die Familie einbezogen wird. Auch Interventionen im Lebensumfeld können angezeigt sein. Mitunter ist zusätzlich eine Gabe von antidepressiven Medikamenten notwendig, die genau auf Alter des Patienten und Art der Depression abzustimmen sind. Auch wenn gerade bei Kindern und Jugendlichen besondere Sorgfalt im Umgang mit Psychopharmaka notwendig ist: Sie sind besser als ihr Ruf. Hier kann "ideologische Voreingenommenheit" schaden. Eine stationäre Behandlung von depressiven Kindern und Jugendlichen in Fachkliniken ist nur in besonders schwerwiegenden Fällen notwendig.

Betreuerinnen und Betreuer, Lehrkräfte, Eltern und andere Erwachsene aus der engeren Umgebung können HELFEN, verspätete Diagnosen und Therapien zu vermeiden, indem sie auf Verhaltensänderungen wie Leistungseinbruch, sozialer Rückzug, ständige Gereiztheit, häufige Traurigkeit oder gar suizidale Äußerungen achten. Sie sollen jedoch weder eine Diagnose stellen noch therapieren, sondern ihre Eindrücke übermitteln und Hilfe vermitteln. Für Lehrkräfte stehen ebenfalls Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Wichtig für alle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, welche an einer Depression leiden: akzeptieren, vermitteln, dass es sich ebenso wie bei körperlichen Störungen um eine Krankheit handelt, einbinden in Unterricht und soziales Leben, ohne zu überfordern, Schonraum bieten, ohne störendes Verhalten hinzunehmen, zu kleinen Schritten ermutigen und positive Rückmeldungen auch bei kleinen Erfolgen geben.
Bei sehr schweren Depressionen, die mit Selbsttötungsgedanken und -äußerungen einhergehen, ist die Thematisierung durchaus angezeigt; dies sollte aber nicht zum Beispiel im Klassenverbund geschehen. Denn auch bei gut gemeinter Vermittlung der Problematik sind die Folgen schwer einschätzbar, unter anderem, weil kaum ein Einzelner vor den anderen Schülern nachfragen wird, wenn er gefährdet ist. Auch Nachahmungen (Werther-Effekt) sind nicht auszuschließen. Günstiger ist es, generell zu vermitteln, welche Hilfsangebote es für Jugendliche in einer Krise gibt.

Zusammengefasst: Auch Kinder und Jugendliche können depressiv sein. Die Unterscheidung zwischen einer normalen Verstimmung und einer Krankheit müssen Fachleute vornehmen. Die Behandlung hat sehr gute Erfolgsaussichten. Und: Das Umfeld des Betroffenen kann zur rechtzeitigen Erkennung und zur Genesung viel beitragen.


Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

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Volkskrankheit Depression: häufigster Suizidgrund
Weltweit 121 Mio. betroffen

Wien - 07.06.2006 - Depressionen zählen zu den häufigsten und zugleich am stärksten tabuisierten psychischen Krankheiten. Dies erörterten heute, Mittwoch, in der Pressekonferenz Peter Hofmann, Universitätsprofessor der Uni-Klinik für Psychiatrie Graz http://www.meduni-graz.at/psychiatrie und Christoph Sauermann, Geschäftsführer des Pharmaunternehmens Wyeth http://www.wyeth.at, in Wien. Nicht behandelte Depressionen sind der häufigste Suizidgrund. Der Anteil der unerkannten Depressionen in Österreich wird von den Experten auf 60 Prozent geschätzt. Weltweit sind 121 Mio., rund 20 Prozent, von der Krankheit betroffen.

Die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken beträgt 15 bis 17 Prozent. Frauen sind dabei fast doppelt so oft betroffen wie Männer. Das typische Alter für Depression liegt zwischen 25 und 44 Jahren. Jedoch steigt sie mit höherem Lebensalter, da ältere Menschen häufiger unter Krankheit, Einsamkeit und dem Verlust von Angehörigen und Freunden leiden. So sind 26 bis 40 Prozent der Altersheimbewohner von einer Depression betroffen. Eine Depression wird bei jüngeren Menschen durch ein Zusammenspiel von genetischen, psychologischen und Umweltfaktoren ausgelöst. Aber auch negative Erfahrungen wie schwere Krankheiten, Unfälle, Scheidungen, Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkeiten und Todesfälle sowie täglicher Stress, Medikamente, Alkohol und Drogenkonsum sind Auslöser.

Vom vorübergehenden Stimmungstief unterscheidet sich die Depression dadurch, dass sie über Wochen und Monate anhalten kann. Ihre Symptome sind Konzentrations-, Appetits- und Schlafstörungen sowie Entscheidungsunfähigkeit, Müdigkeit, Energiemangel, Denkblockaden, Gefühle von Traurigkeit, Auftreten von Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstmordgedanken. "Ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit ist mit einem Fragebogen möglich", erklärt Sauermann.

Fast jeder zehnte Österreicher, insgesamt rund 640.000, leiden an einer depressiven Erkrankung. Jedoch befindet sich nur ein Viertel der Betroffenen in ärztlicher Behandlung. Bis zum Jahr 2020 werden nach Schätzungen der World Health Organisation WHO http://www.who.int Depressionen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen den zweiten Platz in der Liste der häufigsten Krankheiten einnehmen. Bei vielen Patienten entwickelt sich aus der ersten depressiven Episode heraus eine in Abständen wiederkehrende und chronisch verlaufende Krankheit. Rund zwei Drittel der Betroffenen erkranken nach einer depressiven Episode erneut, 70 Prozent werden nach der zweiten depressiven Phase rückfällig. Nach einer dreimaligen Erkrankung an einer Depression beträgt die Wahrscheinlichkeit erneut zu erkranken 90 Prozent. "Die Depression hat eine Eigendynamik und kommt immer wieder", erläutert Hofmann.

Vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen sind stärker anfällig. Etwa 45 Prozent der Asthma-Erkrankten, 40 Prozent der Herzinfarkt-Patienten und 27 Prozent der Diabeteskranken können auch an einer Depression erkranken. Die schwerwiegendste Folge ist dabei Selbstmord, denn die Hälfte aller depressiven Patienten unternimmt zumindest einen Selbstmordversuch im Leben. Bei frühzeitiger Diagnose ist die Depression aber gut behandelbar und die Heilungschancen sind groß. Ein verstärkter Einsatz von Antidepressiva senkt zudem die Selbstmordrate. Durch den Einsatz von Antidepressiva und Psychotherapie kann die Depression behandelt und mögliche Folgen wie Angststörungen oder Alkoholmissbrauch vermieden werden. Zur Sensibilisierung der Thematik startete Wyeth jetzt die Kampagne "Nein-zur-Depression" http://www.nein-zur-Depression.at.

Quelle: pte

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Depressionen: Frauen fast doppelt so oft betroffen wie Männer -
Lebensumstände und genetische Gründe verantwortlich

Wien/Salzburg - 02.05.2006 - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) http://www.who.int schätzt, dass Depressionen sich bis zum Jahr 2015 nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur zweiten Volkskrankheit entwickeln werden. In Österreich leiden acht Prozent der Bevölkerung - etwa 640.000 Menschen - an einer depressiven Erkrankung. Außerdem kennen 34,6 Prozent der Österreicher und 42,4 Prozent der Österreicherinnen mindestens ein Merkmal einer Stimmungsstörung, wie die Auswertung eines Fragenbogens der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) http://www.oegam.at ergeben hat. Frauen sind fast doppelt so oft betroffen wie Männer: Rund 20 bis 25 Prozent aller Frauen und zehn bis zwölf Prozent aller Männer werden irgendwann im Laufe ihres Lebens depressiv.

Die erste Erfahrung mit einer Depression wird üblicherweise in einem Alter zwischen 25 und 44 Jahren gemacht. Im höheren Alter steigt das Vorkommen der Depression: 26 bis 40 Prozent der Altersheimbewohner sind von einer Depression betroffen. Ältere Menschen leiden häufiger unter Einsamkeit, Verlust oder Krankheiten. Meist gibt es jedoch keine klare Ursache für eine Depression. Die Krankheit wird vielmehr durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, wie genetischer und psychologischer sowie Umweltfaktoren, ausgelöst.

"Einerseits liegt die Ursache für das Entstehen einer Depression in den Lebensumständen. Andererseits gibt es auch ganz klare genetische Gründe: Ist einer der Eltern depressiv, dann besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, selbst depressiv zu werden", so Christoph Stuppäck, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP) http://www.oegpp.at, im pressetext-Gespräch. Eine dritte Ursache sei ein Mangel an sogenannten "Botenstoffen" wie etwa Serotonin und Noradrenalin im Gehirn.

Die ÖGAM-Studie zeigt, dass 20,4 Prozent der Österreicherinnen und 7,1 Prozent der Österreicher sich in letzter Zeit schlapp, müde oder antriebslos fühlen. Zehn Prozent der Frauen und 7,1 Prozent der Männer sagten im Gegensatz zu früher übervorsichtig, misstrauisch und reizbar zu sein. 7,7 Prozent der Frauen und 3,6 Prozent der Männer stellten fest, dass ihre Stimmung auffällig oft, plötzlich und unmotiviert schwankt. 6,6 Prozent der Österreicherinnen und 6,3 Prozent der Österreicher gaben an, das Interesse an Tätigkeiten verloren zu haben, die ihnen früher Freude bereiteten.

"In der Befragung spiegelt sich klar wieder, dass Frauen wesentlich häufiger an Stimmungsstörungen leiden als Männer", so Anita Rieder, Präsidentin des Vereins "Altern mit Zukunft" (AmZ) http://www.alternmitzukunft.at. Das hat sowohl soziologische als hormonelle Gründe, erläutert Stuppäck im pressetext-Interview. Frauen fühlen sich häufiger als Männer durch Lebensereignisse belastet und leiden häufiger unter Alltags- und Arbeitsstress. "Zudem gehen Frauen einfacher und öfter zum Arzt, während Männer nur schwer über depressionsbezogene Problemen reden. Bei Männern äußert sich eine Depression eher in einer Suchterkrankung", so Stuppäck.

Quelle: pte

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6. nationales Gesundheitsziel
Depressive Erkrankungen: verhindern, früh erkennen, nachhaltig behandeln

Berlin - 06.04.2006 (ots) - Die Deutsche Rentenversicherung begrüßt, dass das 6. nationale Gesundheitsziel vorgelegt wird. Das Gesundheitsziel "Depression" ist ein weiterer Meilenstein im nationalen Gesundheitszieleprozess, in den die Deutsche Rentenversicherung von Beginn an aktiv eingebunden ist.

Depressive Erkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen, in Deutschland sind ca. 4 Millionen Menschen erkrankt. Für die Betroffenen führt dies oft zu starken Einschränkungen der Lebensqualität. Nach Schätzungen der WHO werden Depressionen 2020 in den so genannten entwickelten Staaten die häufigste Volkskrankheit sein. Für die Gesellschaft verursacht die Erkrankung erhebliche Kosten.

Mit dem vorliegenden 6. nationalen Gesundheitsziel "Depression" greifen die verantwortlichen Akteure den Handlungsbedarf auf. Dieser spiegelt sich bei der Deutschen Rentenversicherung u.a. im steigenden Anteil psychischer Erkrankungen als Begründung für Anträge auf medizinische Rehabilitation oder auf Renten wegen Erwerbsminderung wider. Die damit verbundene Verantwortung der Rentenversicherung als Träger von Rehabilitationsleistungen begründet die intensive Mitwirkung bei der Entwicklung und Umsetzung des 6. nationalen Gesundheitsziels. Im Zuge der Entwicklungsarbeit wurde die Rehabilitation als eigenständiges Aktionsfeld benannt, das verschiedene Teilziele und Maßnahmenempfehlungen auflistet. Die Rentenversicherung wird sich bei der Umsetzung auf folgende Bereiche konzentrieren: rechtzeitiger Zugang zur Rehabilitation und Weiterentwicklung des Rehabilitationsprozesses für eine wirksame Integration der Betroffenen ins Erwerbsleben. Des Weiteren unterstützt sie die Empfehlungen zur besseren Früherkennung und Prävention sowie Akutversorgung der Erkrankten, um Chronifizierung zu verhindern und drohender Erwerbsminderung vorzubeugen.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

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Depression könnte Demenz-Warnzeichen sein

07.03.2006 - Depressive Senioren erfahren relativ häufig einen Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit. Das haben eine amerikanische Psychiaterin und ihre Kollegen ermittelt. Ältere Personen mit ausgeprägten Zeichen einer Depression sind demnach gut zweimal häufiger betroffen als Altersgenossen ohne solche Symptome.

"Dies ist umso bedeutender, als eine leichte Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten häufig einer Demenz vorausgeht", erklärt Deborah Barnes von der University of California in San Francisco. Eine Depression könne daher vielleicht das erste erkennbare Zeichen für neurodegenerative Prozesse sein und sollte von Verwandten und Hausärzten entsprechend beachtet werden.


Barnes und Kollegen analysierten Daten von 2.220 Teilnehmern einer amerikanischen Langzeitstudie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen jenseits des 65. Lebensjahrs. Im Rahmen dieser Studie wurden alljährlich Tests der geistigen Leistungsfähigkeit durchgeführt und per Fragebogen Anzeichen einer Depression erfasst. Wiesen die Teilnehmer keine solchen Symptome auf, wurde bei 10,0 Prozent von ihnen binnen sechs Jahren eine leichte kognitive Beeinträchtigung festgestellt. Mit der Stärke der Symptome stieg dieser Anteil auf bis zu 19,7 Prozent.

Das Geschlecht der Teilnehmer spielte dabei ebenso wenig eine Rolle wie Alter und Bildungsniveau, berichtet die Gruppe im Fachblatt "Archives of General Psychiatry". Auch habe die Studie keine Belege für die Hypothese erbracht, eine verminderte Gehirndurchblutung sei die gemeinsame Ursache von Depression und kognitiver Beeinträchtigung. Eine alternative Erklärung für die Verbindung zwischen beiden könnten Stresshormone darstellen, wie sie nach Belastungen und auch bei einer Depression ausgeschüttet würden, so Barnes. "Es mehren sich die Hinweise darauf, dass dies direkt zu einer Schädigung des Hippocampus führen könnte."


Forschung: Deborah E. Barnes, Department of Psychiatry, University of California, San Francisco; George S. Alexopoulos, Department of Psychiatry, Weill Medical College, Cornell University, Ithaca, New York; und andere

Veröffentlichung Archives of General Psychiatry, Vol. 63, pp 273-80


Quelle: Scienceticker
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Depression: Eine Frage der Hormone? -
Viele Depressive haben hohe Kortisonspiegel im Blut

Baierbrunn (ots) - 11.01.2006 - Störungen des Kortisonhaushalts scheinen bei schweren Depressionen eine Rolle zu spielen. Das berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" unter Berufung auf Forscher des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit. Bei der Hälfte schwer depressiver Patienten finden sich erhöhte Blutwerte des Stresshormons Kortison. Diese Beobachtung könnte therapeutische Konsequenzen haben. Im Blut zirkulierende Hormone lösen ihre Wirkung aus, indem sie sich an "Rezeptoren" genannte Bindungsstellen ankoppeln. Diese Rezeptoren können medikamentös blockiert werden. Mit einer großen klinischen Studie wurde bereits begonnen.

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau

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Winterdepressionen sind selten - Ganz normal: Aufbruch im Frühjahr und Rückzug im Winter

Baierbrunn - 06.12.2005 - „Eine echte Winterdepression ist selten.“ Das sagt Dr. David Althaus, Psychologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Die kalte Jahreszeit animiere zwar zum schützenden Rückzug. Dies gehöre aber wie eine gesteigerte Aktivität durch die erwachende Natur im Frühjahr zu den normalen jahreszeitlichen Gefühlsschwankungen.


Bild: Photocase

Nach Althaus` Erfahrung wird zu oft schon als krankhaft erklärt, was noch völlig normal ist. Wenn die dunkle Stimmung gar nicht mehr weichen will und das ganze Leben dominiert, sollte allerdings auch keine Scheu bestehen, professionelle Hilfe beim Psychologen zu suchen.

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau

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Delfine helfen bei Depressionen

25.11.2005 - Der Kontakt mit Delfinen kann Patienten mit Depressionen helfen. Zu diesem Schluss kommt ein englisch-italienisches Forscherduo nach einer Studie mit 30 Teilnehmern. Bei jenen Patienten, die in Gegenwart von Delfinen geschwommen waren, gingen die Symptome stärker zurück als bei solchen, die keinen Kontakt zu den Tieren gehabt hatten.

Lachende Delfine
Foto: Pixelquelle

Dieses Resultat stütze die Ansicht, dass Menschen vom engen Kontakt mit ihrer belebten Umwelt und von der Stimulierung ihrer Sinne profitierten, schreiben Christian Antonioli und Michael Reveley von der University of Leicester im "British Medical Journal". Drei Monate nach der Behandlung hätten Probanden aus beiden Gruppen berichtet, ihr Zustand habe sich deutlich gebessert und sie benötigten keine Therapie mehr.

Antonioli und Reveley führten ihre Studie auf einer Insel vor Honduras durch. Dort beobachteten die Psychiater 30 Erwachsene, denen ihre Hausärzte leicht bis mäßig stark ausgeprägte Depressionen bestätigt hatten. Zwei Wochen lang gingen die Patienten einmal täglich unter Aufsicht schwimmen und schnorcheln, die Hälfte von ihnen in Gegenwart von Großen Tümmlern. Antidepressiva durften sie während dieser Zeit nicht nehmen.

Zwar verbesserte sich der Zustand aller Teilnehmer im Laufe der zwei Wochen. Bei jenen, die mit den Delfinen hatten schwimmen können, war dieser Effekt jedoch deutlich stärker, ermittelten die Forscher. Dies zeigt ihrer Ansicht nach, dass die Delfintherapie effektiver ist als die Wassertherapie. Mögliche Ursachen sehen sie "im Sonarsystem, dem ästhetischen Wert und den durch den Kontakt mit den Delfinen ausgelösten Emotionen".

Forschung: Christian Antonioli und Michael A. Reveley, Department of Health Sciences, Division of Clinical Psychiatry, University of Leicester Medical School, Leicester General Hospital

Quelle: scienceticker

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Nichtbehandlung von Depressionen verdreifacht Suizidrisiko -
Verzicht auf umstrittene Medikamente für Wiener Experten keine Lösung

Wien (pte) 17.11.2005 - In der von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA http://www.fda.gov/ ausgelösten Diskussion über den Zusammenhang erhöhten Suizidverhaltens mit der Einnahme von Antidepressiva (siehe auch: http://www.pressetext.de/ ) hat sich nun auch die Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie ÖGPB http://www.oegpb.at zu Wort gemeldet. Anlässlich ihrer heute, Donnerstag, in Wien stattfindenden Tagung hat Vorstandspräsident Siegfried Kasper die Wichtigkeit antidepressiver Behandlung bei Suizidgefahr betont und Bedenken gegenüber dem Einsatz entsprechender Medikamente zerstreut.

Deprimierte Frau
Bild: Photocase

Die von den US-amerikanischen Experten aufgeworfene Frage, ob Antidepressiva wie SSRIs (Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer) oder SNRIs (Selektive Serotonin- und Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer) durch entsprechende Nebenwirkungen das Suizidrisiko erhöhen, beantwortet Kasper im Gespräch mit pressetext mit einem eindeutigen "Nein". Entsprechende Studien hätten gewisse statistische Gesichtspunkte nicht beachtet, will Kasper den publizierten Warnungen keinen übermäßigen Glauben schenken. Leicht höhere Suizidraten bei Patienten mit Antidepressivabehandlung gegenüber Patienten der Placebo-Kontrollgruppe seien dadurch zu erklären, dass viele Teilnehmer, denen ein Placebo verabreicht wird, schon nach kurzer Zeit die Therapie abbrechen und somit in der für die Studie verwendete Suizidstatistik nicht mehr aufscheinen würden, so Kasper.

"Gesichert ist allerdings, dass eine Nichtbehandlung von Depressionen zu einem drei- bis vierfachen Suizidrisiko führt", sieht Kasper gegenüber pressetext keine wirkliche Alternative zur medikamentösen Therapie. Diese müsse selbstverständlich mit diagnostischer Vorarbeit und psychotherapeutischen Maßnahmen verknüpft werden, so Kasper weiter. Bei Kindern und Jugendlichen müsse beim Behandlungsansatz verstärkt die psychosoziale Intervention ins Auge gefasst werden, die auch andere Familienmitglieder bzw. in erster Linie die Eltern umfasse.

Als skandalös bezeichnet Kasper in diesem Zusammenhang den Umstand, dass in Österreich immer noch "kein einziges Depressivum zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen ist". Verschreibungen erfolgten somit immer Off-Label und würden Ärzte dazu zwingen, sich bei der Behandlung jener Patienten permanent in einem gesetzlich nicht abgesicherten Rahmen zu bewegen. Die fehlende Vorgabe führe indirekt auch dazu, dass Kindern und Jugendlichen in vielen Fällen immer noch ältere, toxisch bedenklichere Medikamente verschrieben würden. "Das Gesundheitsministerium sowie die zuständigen Behörden müssen hier endlich die gesetzlichen Grundlagen schaffen", meint Kasper gegenüber pressetext abschließend.

Quelle: pte

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Häufig depressiv durch Diabetes -
Chronisches Leiden ist gut behandelbar, die Belastungen sind dennoch groß

Ein Baum auf dem Feld
Bild: pixelquelle

Baierbrunn (ots) - 11.11.2005 - „Diabetes? Damit kann man heute doch gut leben!“ Diese Reaktion hören Zuckerkranke von gut informierten Gesprächspartnern nicht selten. Es ist ja auch wahr – und doch unterschlägt dieser Allgemeinplatz, dass zur Bewältigung der Krankheit auch heute noch erheblicher Aufwand, viel Wissen, alltägliche Disziplin und das Leben mit kleineren und größeren Krisen gehören, die häufiger als bei ansonsten Gesunden auch einmal aus dem Ruder laufen können.

Ein Ausdruck der tatsächlichen Belastung Zuckerkranker ist die hohe Zahl an Depressionen. Diabetiker sind davon doppelt so häufig betroffen wie andere Menschen, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“. Privatdozent Dr. Norbert Hermanns, Leiter des Forschungsinstituts der Diabetes-Akademie Mergentheim, sieht Ursachen in der Dauerbelastung durch die chronische Krankheit verbunden mit einer Veranlagung. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Depressionen zudem bei schlechter Blutzuckereinstellung und zusammen mit Folgeerkrankungen auftreten. Umgekehrt können Depressionen dazu führen, dass Diabetiker die Therapie vernachlässigen.

Angehörige, Freunde oder Kollegen von Diabetikern sollten nicht vergessen, welche Kraft diese aufbringen müssen, damit es ihnen so gut geht, wie es für Gesunde selbstverständlich ist. Wenn Diabetikern die Probleme einmal über den Kopf wachsen und sie mit Depressionen reagieren, wünschen sie sich, diese nicht auch noch tapfer für sich allein austragen zu müssen. Offen darüber sprechen zu können, entlastet enorm: „Endlich konnte ich meinen seelischen Schmerzen freien Lauf lassen, ohne dass ich das Gefühl hatte, jemanden zu belasten“, erzählt die 31-jährige Diabetikerin Susanne B., die an Depressionen erkrankte, als Familie und Beruf sie während eines Krankenhausaufenthaltes ihres Mannes überforderten.

Depressionen von Diabetikern können in der ganzen Bandbreite auftreten, angefangen bei vorübergehenden traurigen Verstimmungen bis hin zu tiefer Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Leere und Selbstmordwünschen. Der Übergang zur Behandlungsbedürftigkeit wird dabei sowohl von den Betroffenen als auch von ihrem Umfeld häufig übersehen: „Depressionen werden nicht selten sowohl von Ärzten als auch von Angehörigen unterschätzt und als `vorübergehendes Stimmungstief` abgetan“, warnt Prof. Dr. med. Rudolf Meyerhoff, Nervenarzt und Depressionsexperte aus München. „Allein kommt man aus dem Schlamassel nicht raus“, bestätigt Anneliese R., 57, die als Diabetikerin seit 30 Jahren depressive Phasen kennt. Es liegt also nicht am Kranken allein, seinen Zustand zu erkennen und anzugehen, Familie, Freunde und Ärzte sollten ihnen mit offenen Sinnen zur Seite stehen.

Das Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“ 11/2005 mit dem Titelgeschichte „Depressionen – Wege aus dem Seelentief“ liegt in vielen Apotheken aus. Es wird kostenlos an Kunden abgegeben.

Quelle: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber

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„Bedenklich depressiv“ - Depressionsbarometer misst die deutsche Befindlichkeit

Baierbrunn - 02.11.2005 - „Nahe an der Grenze zu einer bedenklichen depressiven Verstimmung“ bewegt sich die durchschnittliche Seelenlage der Deutschen. Das sagt Prof. Dr. med. Fritz B. Simon im Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“. Simon ist der Verantwortliche für ein „Depressionsbarometer“, das die Universität Witten/Herdecke im Internet betreibt. Über 100.000-mal haben bis jetzt Nutzer sieben Fragen zu ihrer seelischen Befindlichkeit beantwortet. Das Ergebnis wird in Punkten ausgewiesen und bewertet. Die glücklichsten Deutschen sind demnach Männer über 60 Jahre, die unglücklichsten Frauen der gleichen Altersgruppe. „Die Neigung der Deutschen, alles besonders gründlich zu machen, schlägt offenbar auch aufs Gemüt“, vermutet Prof. Simon. „Unser Hang zur Perfektion hindert uns am Glücklichsein.“

Quelle: Wort und Bild - Diabetiker Ratgeber

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Zusammenhang zwischen Abtreibung und Depressionen fraglich
Allgemeiner psychischer Zustand von größerer Bedeutung

Tempe/Boulder - 28.10.2005 - Es gibt keinen sicheren Beweis dafür, dass eine erste Abtreibung zu einem erhöhten Depressionsrisiko führt. Zu diesem Ergebnis ist eine Untersuchung der beiden Wissenschafterinnen Nancy Russo von der Arizona State University http://www.asu.edu und Sarah Schmiege von der University of Colorado http://www.colorado.edu gekommen. Eine kürzlich erschienene Studie hatte einen direkten Zusammenhang hergestellt. Für Russo und Schmiege ist der allgemeine psychische Zustand für die Voraussage eines Depressionsrisikos von größerer Bedeutung. Abtreibungsgegner vertreten die Position, dass Abtreibungen zu einer psychologischen Schädigung führen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie wurde im British Medical Journal http://bmj.bmjjournals.com veröffentlicht.

Die Wissenschafterinnen konzentrierten sich auf amerikanische Frauen, die eine unerwünschte Schwangerschaft entweder abgebrochen oder ausgetragen hatten. Es zeigte sich, dass Frauen, die sich für einen Abbruch entschieden hatten, über weniger Depressionen berichteten. Dabei könnten Unterschiede beim Einkommen und der Ausbildung zwischen den beiden Gruppen eine Rolle gespielt haben. Jene Frauen, die eine Abtreibung vornehmen ließen, verfügten über größere finanzielle Ressourcen. Sie neigten ebenfalls dazu allgemein weniger Kinder zu haben. Große Familien wurden bereits in der Vergangenheit mit einem erhöhten Depressionsrisiko in Zusammenhang gebracht. Diese Ergebnisse legten laut den Forscherinnen nahe, dass sich die Forschung besonders auf die Verbesserung der Situation von jungen Frauen konzentrieren sollte, die ein ungewolltes Kind zur Welt gebracht haben.

Die Unterschiede in den Ergebnissen der beiden Studien könnten laut Russo und Schmiege auf die Art der Durchführung zurückzuführen sein. In der ersten Studie konzentrierten sich die Wissenschafter auf Frauen mit ungeplanten Schwangerschaften. Das bedeutet, dass manche der Schwangerschaften zwar ungeplant aber trotzdem gewollt gewesen sein könnten. Bei der aktuellen Studie stellte Russo sicher, dass nur Frauen mit ungewollten Schwangerschaften teilnahmen. Der zeitliche Abstand zwischen Schwangerschaft und der Feststellung einer möglichen Depression lag zwischen vier und zehn Jahren.


Quelle: pte
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Depressionen: Nur jeder zehnte Patient wird optimal therapiert

Hamburg - 19.10.2005 - Menschen mit Depressionen werden in Deutschland meist unzureichend betreut. "Nur 10 Prozent aller Betroffenen erhalten eine Therapie, die dem Stand der Forschung entspricht", sagt Prof. Ulrich Hegerl vom Münchner "Kompetenzzentrum Depression" in der neuen Ausgabe der Zeitschrift VITAL. Ein Grund dafür sei das oft schlechte Krankheitsmanagement der Ärzte, das unter anderem zu vielen unnötigen Rückfällen führe, kritisiert der Experte.


Bild: Photocase

Depressionen beeinträchtigen wie kaum eine andere Erkrankung die Lebensqualität und sind inzwischen die Volkskrankheit Nummer eins - noch vor Herzinfarkt und Diabetes. Jeder fünfte Bundesbürger bekommt sie mindestens einmal in seinem Leben, und 25 Prozent der Frauen sind betroffen. Zugleich sind unbehandelte Depressionen Hauptgrund für die hohe Selbstmordrate in Deutschland. Über 13.000 Menschen haben sich 2004 umgebracht, das sind 15 Prozent aller Depressionspatienten und weit mehr als im europäischen Durchschnitt.

Nach Schätzungen des Kompetenzzentrums Depression gehen 40 Prozent der Patienten nicht zum Arzt, sondern behandeln sich selbst. Das sei fatal, denn sie riskierten eine weitere Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, sagt Prof. Hegerl. Dabei können über 80 Prozent der Depressiven erfolgreich behandelt werden. Bei leichten Depressionen reicht oft schon eine Gesprächstherapie, bei schwereren Erkrankungen ist oft eine Kombination aus Antidepressiva und Psychotherapie sinnvoll. Immerhin die Hälfte der Patienten kann nach der Behandlung als dauerhaft geheilt gelten und muss keine Medikamente nehmen.

Neue Untersuchungen der US-Universität Michigan weisen darauf hin, dass Depressionen durchaus sinnvolle "Energiespar-Modelle" der Seele sein können. "Eine Depression stellt sicher, dass wir unsere Energie nicht an Dinge verschwenden, die es nicht wert sind", sagt Studienleiter Prof. Randolph M. Nesse. "Sie schützt uns davor, dass wir uns für etwas, was uns nicht gut tut, auspowern." Und sie erzwinge durch zeitweiliges emotionales Erstarren den Raum für Regeneration, Nachdenken und Neuorientierung.

Quelle: VITAL

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Chronisch kranke Patienten leiden oft an Depressionen, die erfolgreich behandelt werden können

17.10.2005 - Wer an einer chronischen Erkrankung leidet, ist oft depressiv und kann auch deshalb nicht mehr arbeiten. Allzu selten wird das psychische Leiden - trotz guter Erfolgsaussichten - nicht behandelt.


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Dies sind die Ergebnisse von Studien der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. med. Dipl.-Psych. Bernd Löwe, Leitender Oberarzt der Abteilung für Psychosomatik und Allgemeine Klinische Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Wolfgang Herzog). Die Heidelberger Wissenschaftler untersuchten Patienten, die an chronischem Rheuma oder Lungenhochdruck litten.

Für seine wissenschaftlichen Arbeiten, die neue Wege für die Diagnose und Therapie von psychischen Störungen bei Patienten mit internistischen Erkrankungen eröffnet haben, wurde Dr. Löwe im März 2005 mit dem Römer-Preis 2004 des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin ausgezeichnet.

Mehr als 20 Prozent der Klinikpatienten leiden an Depressionen


Zehn bis 20 Prozent aller Patienten, die in Arztpraxen behandelt werden, leiden an einer Depression. Bei Klinikpatienten ist die Zahl noch höher. "Oft ist dies eine Reaktion auf die körperliche Krankheit und ihre Konsequenzen, etwa den Verlust sozialer Kontakte, " erklärt Dr. Löwe. Den Patienten fehlt der Antrieb, sie können sich nicht konzentrieren, schlafen schlecht und schaffen es nicht mehr, auf andere Menschen einzugehen. Auch Selbstmordphantasien kommen vor.

Wie stark solche Depressionen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen, zeigt die Heidelberger Studie, die in Kooperation mit der Rheumaambulanz der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt wurde. Von knapp 360 Patienten mit einer milden rheumatischen Erkrankung waren rund fünf Prozent arbeitsunfähig. Kam eine psychische Störung dazu, waren es 17 Prozent. Bei schweren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen stieg die Quote der arbeitsunfähigen Patienten von 25 auf 50 Prozent, wenn gleichzeitig eine psychische Störung vorlag. Depressionen sind demnach ein unabhängiger Risikofaktor zur Entwicklung von Arbeitsunfähigkeit.

Nur jeder vierte chronisch Kranke mit Depressionen wird deswegen behandelt

"Die Untersuchung zeigte auch, dass nur jeder vierte Patient, der unter Depressionen oder einer Angststörung litt, ärztlich behandelt wurde", stellte Dr. Bernd Löwe fest.

Eine zweite Heidelberger Studie bei Patienten mit Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertonie) untermauert den Zusammenhang zwischen dem Krankheitsgrad und dem Auftreten von Depressionen oder Angststörungen. Der Lungenhochdruck kann bereits bei jungen Erwachsenen zu Schwindelgefühlen, Luftnot, verringerter Leistungsfähigkeit und Ohnmachtsanfällen führen. In Zusammenarbeit mit der Patientenorganisation "Pulmonale Hypertonie e.V." befragten die Heidelberger Wissenschaftler 164 Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet. Demnach litten durchschnittlich 35 Prozent an behandlungsbedürftigen psychischen Störungen; im schwersten Krankheitsstadium waren es bereits 61,9 Prozent. Auch hier, so Dr. Löwe, befanden sich nur 24 Prozent mit behandlungsbedürftigen psychischen Störungen in psychotherapeutischer oder medikamentöser Behandlung.

Gesundheitsfragebogen deckt Depression auf

"Ärzte sagen oft: Natürlich, depressiv wäre ich auch, wenn ich eine solch schwere Krankheit hätte", weiß Dr. Löwe. "Dieses gut gemeinte Verständnis führt jedoch in vielen Fällen zu der falschen Schlussfolgerung, dass der Patient keine spezifische Behandlung für seine depressiven Beschwerden benötige." Viele niedergelassene Ärzte hätten auch nicht die Kenntnisse und die Zeit, Depressionen zu erkennen. Deshalb haben die Heidelberger Wissenschaftler um Dr. Löwe vor vier Jahren einen "Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D)" entwickelt, mit dessen Hilfe sich psychische Störungen einfach und schnell diagnostizieren lassen: Über 80 Prozent der Depressionen werden so entdeckt. Auch mit einer aus nur 2 Fragen bestehenden Kurzform des PHQ-D, dem sogenannten PHQ-2, können Depressionen effizient erkannt werden.

Diesen Tests sollte ein Gespräch mit dem Patienten folgen, um die richtige Therapie einzuleiten. Dann sind die Chancen auf Heilung groß. "70 Prozent der depressiven Verstimmungen können mit Psychotherapie und/oder Medikamenten erfolgreich behandelt werden", betont Dr. Löwe. "Bei den restlichen 30 Prozent ist in den meisten Fällen zumindest eine Besserung zu erreichen."

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
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Marihuana lässt im Gehirn Zellen wachsen
Cannabinoid verringert Angstgefühle und Depressionen

Saskatoon - 14.10.2005 - Eine synthetische Chemikalie, die einem aktiven Wirkstoff von Marihuana ähnlich ist, lässt im Gehirn von Ratten neue Zellen wachsen. Zusätzlich scheint dieser Zellwachstum mit der Verringerung von Angstgefühlen und Depression in Zusammenhang zu stehen. Die Ergebnisse der Forschungen an der University of Saskatchewan http://www.usask.ca legen laut NewScientist nahe, dass Marihuana oder seine Derivate gut für das Gehirn sein könnten. Details der Studie wurden im Journal of Clinical Investigation http://www.jci.org veröffentlicht. Der Neurowissenschaftler Barry Jacobs von der Princeton University http://www.princeton.edu verabreichte Mäusen das natürliche Cannabinoid THC. Er konnte keine Neurogenese nachweisen.


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Bei Säugetieren werden im Hippokampus permanent neue Nervenzellen produziert. Dieser Bereich des Gehirns wird mit Lernen, Gedächtnis, Angstgefühlen und Depressionen in Verbindung gebracht. Andere Freizeitdrogen wie Alkohol, Nikotin oder Kokain hemmen das Wachstum dieser Zellen. Das Team um Xia Zhang untersuchte die Auswirkungen des synthetischen Cannabinoids HU210 auf die Gehirne von Ratten. Es zeigte sich, dass HU210 in hohen Dosierungen zwei Mal täglich für die Dauer von zehn Tagen verabreicht, die Bildung von Nervenzellen, die Neurogenese, um rund 40 Prozent erhöhte.

Eine frühere Studie hatte ergeben, dass das Antidepressivum Fluoxetin (Prozac) das Zellwachstum ebenfalls erhöht. Diese Ergebnisse wiesen darauf hin, dass dieses Zellwachstum für die Angst hemmende Wirkung des Medikaments verantwortlich war. Zhang wollte wissen, ob das auch bei diesem Cannabinoid der Fall war und testete Ratten in Hinblick auf Veränderungen des Verhaltens. Wurden Ratten, die das Cannabinoid erhalten hatten, Stress ausgesetzt, wiesen sie geringere Anzeichen von Angstgefühlen und Depressionen auf. Wurde die Neurogenese bei den Tieren mit Röntgenstrahlen gestoppt, verschwand diese Wirkung.

Quelle: pte
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"Herbst-Winter-Depressionen" oder depressive Verstimmung?

10.10.2005 - Die Welt-Gesundheits-Organisation geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 die Depression die weltweit führende Krankheitsursache neben den Herz-Gefäß-Erkrankungen sein wird. Hinzu kommt, dass ein größerer Teil der Betroffenen als depressiv Erkrankte nicht richtig erkannt und oft auch nicht adäquat versorgt wird.


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Dass vor allem im Herbst, wenn die Tage kürzer und dunkler werden, depressive Erkrankungen vorkommen, ist allerdings ein Irrtum. "Depressionen beginnen das gesamte Jahr über und nehmen im Herbst und Winter kaum zu", sagt Diplompsychologe Tim Pfeiffer-Gerschel vom Kompetenznetz Depression, Suizidalität und tätig in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die "Saisonal Abhängige Depression" (SAD), eine Unterform der depressiven Erkrankung, trete jedoch zu dieser Jahreszeit auf. Etwa ein Prozent der Bevölkerung ist davon betroffen. Typische Symptome sind mangelnde Energie und verminderter Antrieb aber auch eine gedrückte Stimmung, Schuldgefühle und Freudlosigkeit. Im Gegensatz zu anderen Formen der Depression treten allerdings weder Schlafstörungen noch Appetitlosigkeit auf.

Wissenschaftler vermuten, dass der Mangel an natürlichem Tageslicht und die verminderte Lichtintensität während der dunkleren Monate verantwortlich für SAD sind. Durch den Lichtmangel werden im Gehirn bestimmte biochemische Veränderungen ausgelöst, die die Depression hervorrufen könnten.

Die vermehrte Bildung des Hormons Melatonin, das unter anderem den Schlaf- und Wachrhythmus des Körpers beeinflusst, könnte dazu führen, dass manche Menschen sich schlapp und schläfrig fühlen. Ob man an SAD leidet oder ob es sich nur um eine depressive Verstimmung handelt, ist für den Laien oft schwer zu erkennen.

SAD wird wie andere Formen der Depression auch mit Hilfe antidepressiver Medikamente und psychotherapeutischen Verfahren behandelt. Zusätzlich kann die Behandlung durch eine gezielte Lichttherapie ergänzt werden, die den natürlichen Lichtmangel ausgleicht. Auch ein langer Spaziergang in der Herbstsonne ist ideal. Nebeneffekt hierbei ist außerdem frische Luft und Bewegung, was sich zusätzlich positiv auswirkt.

Grundsätzlich gilt: Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe seines Lebens an einer Depression zu erkranken, liegt bei fünf bis 15 Prozent. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Auffällig ist auch das hohe Suizidrisiko: Etwa zehn bis 15 Prozent der schwer depressiven Patienten sterben durch Selbsttötung. Unter www.kompetenznetz-depression.de können Betroffene im Internet einen ersten Selbsttest machen, zur genaueren Klärung sollte allerdings ein Arzt aufgesucht werden.

Dabei gibt es viele Formen der Krankheit. "Wir kennen unterschiedliche Gesichter der Depression", sagt Professor Dr. Dr. Hinderk Emrich, Direktor der MHH-Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie. Häufig löst das Phänomen des "Verlustes" - zum Beispiel ein Verlust der Geborgenheit, des Partners, der Heimat - eine Depression aus.

Bei der Dysthymie hingegen nehmen Menschen immer alles schwer und hadern mit ihrem Schicksal - Ursache ist da oft ein früher seelischer Konflikt. Auch bei organischen Hirnerkrankungen wie einem Schlaganfall kann sich als Folge eine depressive Stimmungslage entwickeln. "Manchmal versteckt sich die Krankheit wie eine Larve hinter körperlichen Symptomen, wir sprechen dann von einer larvierten Depression", sagt Professor Emrich.

Eine weitere Form: wiederkehrende Schübe, teilweise auch mit manischen Phasen. Die Ursache für diese so genannten bipolaren Störungen vermuten die Experten heute in Veränderungen von Hirnbotenstoffen. Und schließlich begleitet eine Depression oft andere psychische Erkrankungen wie eine wahnhafte Psychose oder beim Kokainentzug. "Auch hier müssen wir die Depression ernst nehmen, da diese Patienten stark suizidgefährdet sind."

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

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Magnetfelder helfen bei schweren Depressionen

13.07.2005 - Starke Magnetfelder können bei schwersten Depressionen auf schonende Weise helfen, wenn herkömmliche Therapien versagen. Über entsprechende Versuche berichteten Bonner Ärzte und Psychologen jetzt im "British Journal of Psychiatry". Die transkranielle Magnetstimulation hat demnach keine negativen Auswirkungen auf das Erinnerungsvermögen.

Etwa fünf Prozent aller Patienten versinken so tief in ihrer Depression, dass sie nicht mehr auf Psychotherapie oder Medikamente ansprechen. In solchen Fällen gilt bislang die Elektrokrampf-Therapie als Mittel der Wahl. Dabei werden Stromimpulse durch den Kopf des narkotisierten Patienten geleitet. Jeder zweite Patient, bei dem andere Therapien erfolglos waren, erfährt in der Folgezeit eine Besserung und kann auf herkömmliche Weise weiter behandelt werden. Allerdings kann die Behandlung noch Wochen später das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen.

Wolfgang Maier vom Universitätsklinikum Bonn und seine Kollegen testeten nun eine alternative Methode zur Beeinflussung der Gehirnaktivität. Bei dieser transkraniellen Magnetstimulation (TMS) wird über eine Spule an der Stirn einige Minuten lang ein starkes pulsierendes Magnetfeld erzeugt. Anders als die Elektrokrampf-Therapie löst diese schmerzlose Methode keinen epileptischen Anfall aus, zudem sind die Patienten bei vollem Bewusstsein. Dennoch ist sie ähnlich effektiv, ergab die Studie mit 30 schwer depressiven Patienten: Fast die Hälfte verspürte eine deutliche Stimmungsaufhellung und schnitt bei Gedächtnistests nicht schlechter ab als vor der Therapie.

"Bei Schwerstdepressiven ist die Elektrokrampf-Therapie heute immer noch eine wichtige Behandlungsoption", betont Maier. Umgekehrt bewirke die TMS keine Heilung, sondern nur eine Besserung - und das auch nicht in allen Fällen. Vielleicht könne die Wirksamkeit aber durch noch stärkere Magnetfelder gesteigert werden, die zielgerichtet die "Stimmungsregion" im Stirnbereich des Hirns beeinflussten, nicht jedoch das Erinnerungszentrum im Hippocampus.

Quelle: scienceticker
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Herzinfarkt: Unterschätzter Risikofaktor Depression -
Psychokardiologe: „Gefährlich wie Rauchen“

Baierbrunn (ots) - 06.07.2005 - Depressionen spielen als Auslöser eines Herzinfarkts eine größere Rolle als bisher vermutet. „Wer unter schweren Depressionen leidet, ist ähnlich gefährdet wie ein Raucher“, zitiert das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ den Psychokardiologen Prof. Christoph Herrmann-Lingen, Marburg. Wer häufig traurig und niedergeschlagen ist, ernährt sich oft ungesund, bewegt sich weniger, raucht und trinkt zu viel und erhöht dadurch sein Infarktrisiko. Angst treibt auch die Stresshormone hoch. Sie fördern Entzündungsprozesse in den Gefäßen, die Auslöser eines Infarktes sein können.

Quelle: Wort und Bild - Senioren Ratgeber

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Auch Väter haben den postnatalen Blues -
Depressive Väter beeinflussen die emotionale Entwicklung ihrer Kinder

Oxford (pte) - 27.06.2005 - Die postnatalen Depressionen von Vätern haben nachteilige Langzeit-Auswirkungen auf das Verhalten und die emotionale Entwicklung ihrer Kinder. Denn die Depressionen der Väter verdoppeln die Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Probleme der Kinder in der Vorschulzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine breit angelegte Studie der Oxford University http://www.ox.ac.uk/ die in der aktuellen Ausgabe des Medizinmagazins The Lancet http://www.thelancet.com erschienen ist.

"Wir wissen bereits, dass postnatale Depressionen bei Müttern die Qualität ihrer mütterlichen Fürsorge stark beeinträchtigen", erklärte Studienleiter Paul Ramchandani. Dadurch kommt es bei den Kindern zu Störungen im Sozialverhalten und Betragen sowie bei der psychischen und physiologischen Entwicklung. "Dass jedoch auch Väter nach der Geburt unter Depressionen leiden, war bisher ein stark vernachlässigter Aspekt", so der Experte.

Die Forscher analysierten Aufzeichnungen über 8.430 Väter und fanden heraus, dass 3,6 Prozent (303 Väter) acht Wochen nach der Geburt an Depressionen litten. Zu den Symptomen zählten Ängstlichkeit, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Hoffnungslosigkeit. "Depressive Väter können besonders in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder deren Zukunft negativ beeinflussen. Die Kinder leiden als Erwachsene häufiger unter psychischen Störungen", erklärte Ramchandani.

Quelle: pte

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Depression: Das erlernte Leiden - Bei Depressiven verselbständigt sich das Gefühl der Hilflosigkeit

Baierbrunn (ots) - 13.06.2005 - Depressionen werden zum Teil durch schlechte Erfahrungen regelrecht erlernt. Bestimmte Menschen können häufig erlebte Hilflosigkeit ab einem gewissen Punkt nicht mehr als Zufälle des Lebens einordnen und sehen sich ihnen grundsätzlich machtlos ausgeliefert, beschreibt Dr. Carsten Diener, Psychologe am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ den Zusammenhang, der inzwischen experimentell untermauert wurde. Da es aber auch eindeutige neurobiologische Veränderungen im Gehirn von Depressiven gibt, suchen Wissenschaftler heute nach dem Mechanismen, wie Seele und Körper zusammenspielen. Diener ist sich jedenfalls sicher, dass eine psychotherapeutische Behandlung noch stärker als bisher darauf abzielen müsste, „dem Patienten die Quelle positiver Erfahrungen wieder zu erschließen.“

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau

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Stimmungs-Schrittmacher gegen Depressionen
Elektronisches Stimulationsgerät sorgt in den USA für große Aufregung

Houston - 30.05.2005 - Ein kleines Gerät in der Größe einer Armbanduhr ist das Corpus delicti, um das sich derzeit eine hitzige Diskussion in den USA dreht: Der Nervus Vagus Stimulator. Dieses Gerät ist der erste elektronische Stimulator gegen Depressionen, der Abhilfe für Patienten verspricht, die unter schweren Depressionen leiden und bei denen herkömmliche Behandlungsmethoden, wie Psychotherapie oder Medikamente, versagen. Doch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov verweigert der Herstellerfirma Cyberonics http://www.cyberonics.com die Zulassung aufgrund schwerwiegender Bedenken über die Sicherheit des Geräts.

Der nur 28 Gramm schwere und 16.000 Euro teure Stimulator, der sich bereits in klinischen Testläufen bewährt hat, wirkt wie ein Stimmungsschrittmacher. Alle fünf Minuten gibt er für die Dauer von 30 Sekunden elektronische Impulse direkt auf den Nervus Vagus ab. Dies ist jener breite Nervenstrang, der für die Informationsvermittlung in verschiedene Bereiche des Gehirns verantwortlich ist und unter anderem das Stimmungs- und Schlafverhalten kontrolliert. Das Gerät wird auf der linken Seite der Brust eines Patienten unter die Haut implantiert. Gleichzeitig werden bei einem Eingriff im Nacken des Patienten winzige Drähte rund um den Nervus Vagus gewickelt.

Ursprünglich wurde das Gerät, für dessen Entwicklung Cyberonics im Laufe von 10 Jahre 56 Mio. Euro investierte, als Therapiegerät gegen Epilepsie entwickelt. Erst im Laufe der Forschungsarbeit wurde entdeckt, dass die elektronische Stimulation des Nervus Vagus Depressionssymptome lindern kann.

"Im Gegensatz zur Behandlung mit Antidepressiva steigt die Wirksamkeit des Geräts mit der Dauer der Behandlung und die Nebeneffekte klingen allmählich ab", erklärte Cyberonics-Geschäftsführer Robert Cummins. Zu den Nebeneffekten zählen die Veränderung der Stimme, ein kratziger Hals, husten und Kurzatmigkeit.

Die FDA hat jedoch schwerwiegende Bedenken an der Qualität der von Cyberonics durchgeführten Studien. Sie kritisiert, dass keine ausreichende Austestung des Geräts anhand von Test- und Placebogruppen stattgefunden hat und weist darauf hin, dass das Gerät bei manchen Patienten zu einer Verschlimmerung der Depression geführt hat. Cyberonics kontert damit, dass 18 Prozent der behandelten Patienten durch das Gerät depressionsfrei seien, es bei 35 Prozent zu einer Halbierung der Depressionssymptome geführt habe und 57 Prozent der Patienten über eine Verbesserung der Symptome nach zweijähriger Behandlungsdauer berichteten. Der Ausgang des Bewilligungsverfahrens bleibt abzuwarten.

Quelle: pte

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Depressionen vor allem bei Single-Männern

Berlin (ots) - 04.05.2005 - Allein zu sein schlägt aufs Gemüt: Single-Männer sind laut einer aktuellen Studie besonders anfällig für Depressionen, weil ihnen die Partnerin fehlt. Als Folge setzen Singles mehr auf Sport und gesunde Ernährung als gebundene Männer – Fitness verschafft ihnen das Maß an Anerkennung und Selbstbewusstsein, das ihnen wegen ihres Alleinseins fehlt. „Singles sind auf Freunde angewiesen, die ihnen die Familie ersetzen und sie bei Laune halten“, bilanziert der Männergesundheitsexperte Sascha Rusch. Basis der Untersuchung ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter 1.000 deutschen Männern für das Lifestyleportal www.epicure.tv.

Alleinstehende Männer sind demnach mit ihrem Leben oft sehr unzufrieden. Nur 39 Prozent der befragten Singles geben an, mit sich und ihrem Liebesleben im reinen zu sein. Bei Männern, die mit ihrer Partnerin zusammenleben, haben hingegen mehr als neun von zehn Befragten an diesem Teil ihres Lebens nichts Gravierendes auszusetzen.

Einsamkeit wirkt sich auch negativ auf den Beruf und das allgemeine Familienleben aus: Singles sind hier durchweg unzufriedener als Männer mit fester Partnerin, und Väter wiederum empfinden ihr Leben als noch einmal erfüllter als kinderlose Männer. Singles bleibt nur der Freundeskreis, aber hieran haben immerhin 83 Prozent der allein stehenden Männer nichts auszusetzen.

In allen Lebenslagen jedoch reichen die Freunde in der Regel nicht aus. So fühlen sich Männer, die in einer Beziehung leben, durch den Partner geborgener und gesicherter als Singles. Sie haben deutlich weniger Furcht vor Altersarmut und Arbeitslosigkeit als Alleinstehende. Die Partnerin ist für die meisten Männer zudem der wichtigste Gesprächspartner, wenn irgendwo der Schuh drückt. Fast drei Viertel der Befragten erachten dies als sehr wichtig, während Singles weitaus häufiger einen Psychologen aufsuchen sowie unter Depressionen und Schlaflosigkeit leiden. Männergesundheitsexperte Rusch: „Die ständige Nabelschau macht krank.“

Quelle: presseportal

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Depression als häufigster Krankenstandsgrund
Wirtschaft erleidet dadurch jährlich Milliardenverluste

London - 11.04.2005 - Depressionen und Angstzustände sind ein wesentlicher Auslöser für die Arbeitsunfähigkeit von Angestellten, denn diese Krankheitsbilder greifen auch auf die körperliche Verfassung der Betroffenen über und verursachen Rücken-, Kopf- und Gliederschmerzen, berichtet das British Medical Journal http://www.bmj.com . Laut einer Studie des King`s College Hospital http://www.kingsch.nhs.uk wird dadurch von den Arbeitnehmern viel Krankenstand in Anspruch genommen. Und durch die Inanspruchnahme von Langzeit-Krankenstandsgeldern entstehen immense Kosten. Jährlich belaufen sich diese Kosten in Großbritannien auf satte 13 Mrd. Pfund (18,9 Mrd. Euro).


Bild: photoCase

Die Forscher stellen weiters fest, dass dadurch jährlich rund 176 Mio. Arbeitstage verloren gehen und die Tendenz weiter steigend ist. 35 Prozent der Arbeitnehmer nehmen Gelder für ihre Arbeitsunfähigkeit aufgrund mentaler oder verhaltensbedingter Störungen in Anspruch. Weitere 22 Prozent machen Ansprüche auf Grund körperlicher Beeinträchtigungen geltend. Trotz dieser Problematik gibt es seitens der Regierung nur ein geringes Bewusstsein für die wirtschaftliche Brisanz dieses Problems.

Eine einfache Lösung wäre eine bessere Vorsorge. Die Forscher verweisen insbesondere auf ein erfolgreiches Projekt in Holland, welches eine psychologische Betreuung am Arbeitsplatz integriert. Dadurch können schon früh die Anzeichen von Stress und Depressionen am Arbeitsplatz erkannt und behoben werden. "Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bedürfen einer schnelleren Lösung dieses Problems um die ökonomischen Kosten und die sozialen Konsequenzen abzuschwächen", erklärte Studienleiter Max Henderson.

Quelle: pte
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Valdoxan(R): Ein neuer Ansatz zur Behandlung von Depressionen


München - 05.04.2005 (ots/PRNewswire) - Erstes melatonerges Agonist-Antidepressivum zeigt gegenüber existierenden Therapien Vorteile hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit

Valdoxan(R) (Agomelatin), das erste melatonerge (MT1- und MT2-Rezeptor) Agonist-Antidepressivum, ist eine Neuheit bei der Behandlung von Depressionen, mit verschiedenen Vorteilen gegenüber existierenden Behandlungen, wie Daten zeigten, die auf dem 13. Kongress der Association of European Psychiatrists präsentiert wurden. Ausser der Tatsache, ein wirksames Antidepressivum zu sein, weist Valdoxan bestimmte Vorteile bei der Verbesserung des oft gestörten Schlafmusters bei depressiven Patienten auf, ohne die Wachheit am Tage zu beeinflussen.

"Agomelatin ist ein interessantes und potentiell sehr nützliches Antidepressivum, das sowohl bei mittelschwerer wie auch schwerer Depression wirksam ist", sagt Professor Stuart Montgomery von der Imperial College School of Medicine in London. "Der neue Wirkstoff weist eine einzigartige Wirkungsweise auf, verbessert den Schlaf, ohne die Wachheit am Tage zu beeinflussen und seine Wirksamkeit wird nicht durch sexuelle Nebenwirkungen, Verträglichkeitsprobleme oder Symptome nach Absetzen beeinträchtigt."

Wirksamkeit des Antidepressivums

Die Wirksamkeit von Valdoxan als Antidepressivum zeigt sich bei einer Standarddosis von 25 mg, einmal täglich am Abend, in einer Dosisfindungsstudie, die bei Patienten mit schwerer Depressionskrankheit (MDD) durchgeführt wurde(1). In dieser multizentrischen, placebokontrollierten Dosisfindungsstudie über acht Wochen zeigte sich Valdoxan als wirksames Antidepressivum bei einer Dosis von 25 mg einmal täglich, indem es den Anfangs-HAMD-Score um das gleiche Ausmass wie SSRI Paroxetin verringerte. Weitere Studien im Vergleich mit Placebo und Vergleichspräparaten haben die Wirksamkeit von Valdoxan bei Erwachsenen aller Altersgruppen bestätigt, einschliesslich bei schwer Depressiven und älteren Depressiven. Ergebnisse einer anderen, hier in München vorgestellten klinischen Studie zeigen, dass Valdoxan eine ähnliche Wirksamkeit aufweist wie SNRI Venlafaxin.

Verbesserungen des gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus'

"Die Fähigkeit, Schlafprobleme zu beseitigen, ohne sedierend zu wirken, ist ein Hauptvorteil für depressive Patienten, die oft an mit ihrer Depression zusammenhängenden Schlafstörungen leiden", bemerkte Christian Guilleminault, MD, von der Schlafklinik der Stanford-Universität, Kalifornien (USA).

Aufgrund seines einzigartigen pharmakologischen Profils ist Valdoxan das einzige Antidepressivum mit einer spezifischen Wirkung auf den Zirkadian-Rhythmus, der bei depressiven Patienten oft gestört ist. Durch eine Verbesserung des gestörten Schlaf-Wach-Musters ist Valdoxan, laut Dr. Guilleminault, in der Lage, Schlafprobleme depressiver Patienten mit günstigem Einfluss auf die Wachheit am Tage zu beeinflussen.

Verträglichkeitsprofil

Die von Professor Montgomery präsentierten Daten zeigen, dass Valdoxan antidepressiv wirkt, aber keine der typischen Nebenwirkungen der Antidepressiva aufweist. Der neue Wirkstoff scheint nicht die sexuelle Funktion zu vermindern. Eine Vergleichsstudie, in der Valdoxan mit Venlafaxin verglichen wurde, zeigte eine vergleichbare antidepressive Wirksamkeit beider Medikamente, aber signifikant weniger sexuelle Dysfunktion nach Valdoxan als nach dem SNRI. Weiterhin zeigte eine placebokontrollierte, doppelblinde Studie zum Vergleich von Valdoxan mit Paroxetin, dass nach einer Woche nach Behandlungsabbruch in der Agomelatin-Gruppe keine Anzeichen von Absetzungssymptomen auftraten (i) im Vergleich zur Paroxetin-Gruppe, in der signifikante Absetzungssymptome auftraten.(2)

Valdoxan wurde von Servier entdeckt und entwickelt. Das Arzneimittel befindet sich gegenwärtig in der Phase III und bei der Europäischen Regulationsbehörde (EMEA) wurde kürzlich ein Zulassungsdossier für eine Indikation im Bereich MDD eingereicht.

(i) Absetzungssymptome treten auf, wenn die Behandlung mit bestimmten Antidepressiva (hauptsächlich SSRIs und SNRIs) unterbrochen wird. Sie können Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Angst und Erregbarkeit umfassen.

Referenzen

1. Lôo H, Hale A, D'haenen H. Int Clin Psychopharmacol. 2002; 17:239-247

2. Montgomery SA, Kennedy SH, Burrows GD, Lejoyeux M, Hindmarch I. Int Clin Psychopharmacol. 2004; 19 :271-280

Quelle: Servier

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Depression verdoppelt Herzinfarktrisiko
Zusammenhang Seele und Herz wird entschlüsselt


Mannheim - 04.04.2005 - Experten fordern, dass Depressionen den klassischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte zugerechnet werden müssen. Nach jüngsten Erkenntnissen, die bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie http://www.dgk.org in Mannheim vorgebracht wurden, erkranken Depressive doppelt so oft an koronaren Herzkrankheiten wie Gesunde. Wissenschafter beginnen jetzt die Zusammenhänge zwischen Herz und Seele zu entschlüsseln.

"Für die Kardiologie ist bedeutsam, dass die Depression als unabhängiger kardialer Risikofaktor gelten kann", so der Herzspezialist Florian Lederbogen. "Die Depressions bedingte Zunahme des Risikos ist vergleichbar der durch andere, klassische Risikofaktoren bedingten Gefährdung." Die Depression ist eine häufige Erkrankung, berichten die Experten. Im Zeitraum eines Jahres leiden vier Prozent aller Erwachsenen an einer ausgeprägten Depression. Auf die Lebenszeit gesehen liegt die Häufigkeit bei fünf bis zwölf Prozent für Männer und zehn bis 25 Prozent für Frauen. 15 Prozent der Menschen mit einer schweren Depression sterben durch Selbstmord.


Die Ursachen für die Erhöhung des kardialen Risikos durch Depressionen sind im Detail noch nicht geklärt. Eines scheint sich dabei allerdings herauszukristallisieren: Bei Depressiven lässt sich etwa ein erhöhter Insulinspiegel nachweisen. "Depressive erreichen nach einer standardisierten Testmahlzeit deutlich höhere Insulinkonzentrationen als gesunde Kontrollpersonen", erklärt Lederbogen. "Möglicherweise ist die bei vielen Patienten bei einer Depression nachweisbare Überaktivität des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems mit den daraus resultierenden höheren Serumkortisolkonzentrationen an diesem Effekt beteiligt." Der Forscher hat bei depressiven Frauen auch eine vermehrte Ausbildung von Bauchfett nachgewiesen.

Auch epidemiologische Studien belegen, dass depressive Symptome einen unabhängigen Risikofaktor darstellen, im Laufe der Jahre an einzelnen Komponenten des so genannten metabolischen Syndroms - Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes - zu erkranken, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie.

Quelle: pressetext.deutschland

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Jede zweite Familie in Deutschland ist von Depression betroffen

Hamburg - 31.03.2005 (ots) - Depressionen sind in Deutschland weit verbreitet. Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Zeitschrift stern Gesund Leben beantworten 53 Prozent der Interviewten die Frage "Haben Sie selbst oder ein Mitglied Ihrer Familie schon einmal unter Depressionen gelitten?" mit "Ja". Bei der anschließenden Frage "Wer war betroffen" geben 20 Prozent aller Befragten an, dass sie selbst schon einmal eine depressive Phase durchgemacht haben.


Bild: pixelquelle

"Wir stehen vor einer epidemischen Ausbreitung der depressiven Erkrankungen", sagt Hans-Ulrich Wittchen, Professor für Psychologie an der Universität Dresden. Immer häufiger, immer früher entwickelten Menschen dieses Krankheitsbild, das bis zum Selbstmord führen kann. Im starken Gegensatz zu der hohen Zahl der Leidenden, die in die Millionen geht, steht die Versorgung. Lediglich 22 Prozent der Betroffenen gaben in der Forsa-Umfrage an, es habe "im Großen und Ganzen keine Probleme" bei der Behandlung der Depression durch Ärzte und Psychologen gegeben. Datenbasis: 1.702 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger vom 9. bis zum 15. Februar 2005. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte,

Auftraggeber: stern GESUND LEBEN. Quelle: Forsa.

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Psychische Gesundheit wird in Italien Staatssache

18.03.2005 - Italien will gegen die steigende Zahl von Depressionen vorgehen. Dazu wurde von der Regierung bei einem interministeriellen Treffen in Rom ein strategischer Plan ausgearbeitet, bestehend aus einem Maßnahmen-Mix, der eine weitere Ausbreitung der psychischen Erkrankung verhindern soll, berichtet das italienische Gesundheitsministerium. "Die Depression ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die in einem erschreckenden Ausmaß in Italien wie auch in den meisten industrialisierten Ländern um sich greift und zu einer Epidemie zu werden droht. Darum werden wir gegen diese Krankheit nun mit einem Maßnahmenplan vorgehen", erklärte der italienische Gesundheitsminister Girolamo Sirchia.


Bild: photoCase

In Italien gibt es bereits 1,5 Mio. Menschen, die an Depressionen leiden und weitere fünf Mio. Menschen geben an, in ihrem Leben bereits an einer Depression gelitten zu haben. Für Frauen ist das Risiko unter Depressionen zu leiden dreimal so hoch wie für Männer. Die Analyse ergab, dass auch bereits jedes sechste von 100 Kindern unter Depressionen leidet. Darüber hinaus wird eine steigende Anzahl von Krankenhausaufenthalten auf Grund von Depressionen verzeichnet sowie eine Steigerung des Absatzes von Antidepressiva. Die Regierung will mit ihrem Maßnahmenplan besonders auf die vier hauptsächlich betroffenen Gruppen, nämlich alte Menschen, Kinder, Heranwachsende und schwangere Frauen, eingehen.

Bei dem Plan handelt es sich um eine fünfstufige Pyramide, welche in den einzelnen Stufen die unterschiedlichen Level der Ausprägung einer Depression erfasst - nämlich Prävention, frühzeitiges Erkennen, Behandlung leichter Fälle, Behandlung mittelschwerer Fälle und Behandlung schwerer Depressionen - und konkrete Vorgehensweisen implementiert. Vom organisatorischen Standpunkt soll der Plan auf zentraler, regionaler und lokaler Ebene umgesetzt werden. Dafür ist eine umfassende Einbindung von Ärzten, Universitäten, Schulen und Behörden vorgesehen.

Quelle: pressetext.austria

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Bewegung gegen Depression

25.01.2005 - Fahrradfahren, zügige Spaziergänge und ähnliche Aktivitäten nutzen nicht nur Figur und Kreislauf. Auch Depressionen lassen sich durch regelmäßige Bewegung bekämpfen, berichtet eine amerikanisch-kanadische Forschergruppe im "American Journal of Preventive Medicine". Praktischerweise setzt der Effekt bei jener Trainingsintensität ein, die auch zur Vorbeugung von Diabetes und Atherosklerose empfohlen wird.

"Der allein auf das Ausdauertraining zurückzuführende Effekt [...] ist ähnlich stark wie der von Antidepressiva", erläutert Madhukar Trivedi von der University of Texas, Dallas. Von entscheidender Bedeutung sei neben der Intensität des Trainings, dass man es tagtäglich für mindestens 30 Minuten lang absolviere. "Für Willensschwache ist das nichts", so der Mediziner.

Trivedi und Kollegen verfolgten den Werdegang von 80 Erwachsenen, die eine schwere Depression ("major depressive disorder", MDD) entwickelten. Zwölf Wochen lang absolvierten die Teilnehmer an drei bzw. fünf Tagen ein Ausdauertraining mit einer Intensität von 7 bzw. 17,5 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht und Woche. Eine Kontrollgruppe führte lediglich Dehnübungen durch.

Unabhängig von der Trainingsfrequenz, gingen die Symptome bei den intensiver trainierenden Personen um beinahe 50 Prozent zurück. Bei weniger intensivem Training und Dehnübungen ergab sich eine Reduktion um 30 bzw. 29 Prozent, berichten die Forscher. Die Ergebnisse sollten allerdings in einer größeren Studie überprüft werden, räumen sie ein, da in der Kontrollgruppe über die Hälfte der Teilnehmer vorzeitig aufgegeben hätten. Dennoch, so Trivedi, "könnte Sport eine brauchbare Alternative zur medikamentösen Behandlung darstellen, zumal er praktisch allen Personen empfohlen werden kann."


Forschung: Andrea L. Dunn, Cooper Institute, Behavioral Science Research center, Golden, Colorado; Madhukar H. Trivedi, Depression and Anxiety Disorders Program, University of Texas Southwestern Medical Center, Dallas; und andere

Veröffentlicht in American Journal of Preventive Medicine, Vol. 28(1), Januar 2005, pp 1-8, DOI 10.1016/j.amepre.2004.09.003

Quelle: Scienceticker


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Schrittmacher für die Seele

11.01.2005 - Wer unter einer schweren Depression leidet, kann sich am Universitätsklinikum Bonn mit einer viel versprechenden Methode behandeln lassen: Die Mediziner suchen für eine Studie zur so genannten Vagusnerv-Stimulation zehn Probanden, die auf andere Therapiemethoden nicht ansprechen. Sie sollten seit mehr als zwei Jahren unter einer Depression leiden oder schon mehrere Krankheitsschübe durchgemacht haben. Etwa 10 bis 20 Prozent aller Menschen erkranken irgendwann in ihrem Leben an einer Depression. Meist kann durch Psychotherapie oder Medikamente eine vollständige Genesung erreicht werden, bei jedem fünften Betroffenen besteht die Krankheit jedoch monate- oder jahrelang fort. Abhilfe verspricht möglicherweise die so genannte Vagusnerv-Stimulation (VNS). Ursprünglich zur Behandlung bestimmter Formen der Epilepsie entwickelt, zeigte die VNS in Studien auch einen positiven Effekt auf die Stimmung der Epilepsiekranken. Momentan erprobt man die Methode daher auch bei der Therapie von schweren Depressionen. Amerikanische Pilotstudien verliefen viel versprechend.

Die Bonner Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie nimmt momentan an einer internationalen Untersuchung zur Therapie von Depressionen mit der VNS teil. Die ersten Ergebnisse machen ebenfalls Hoffnung. "Wir wollen nun zehn weitere Patienten mit der Methode behandeln", erklärt Caroline Frick, die die Studie mit betreut. "Teilnehmen kann, wer an einer chronischen - sprich: länger als zwei Jahre dauernden - Depression leidet oder schon mindestens vier Krankheitsschübe durchgemacht hat. Auch manisch-depressive Patienten können sich an uns wenden. Die Teilnehmer sollten allerdings aus dem Raum Köln/Bonn kommen, weil die Studie recht zeitaufwendig ist." In der momentanen depressiven Episode müssen mindestens zwei Therapieversuche nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Auch dürfen die Patienten nicht unter einer weiteren psychiatrischen Erkrankung wie Schizophrenie oder Demenz leiden. Alkohol- oder Drogensüchtige sind ebenfalls ausgeschlossen. Die Studie wird von Professor Dr. Wolfgang Maier, Professor Dr. Thomas Schläpfer und Dr. Astrid Zobel geleitet.

Bei der VNS wird der 10. Hirnnerv, der so genannte Vagusnerv, elektrisch gereizt. Der Vagusnerv bildet gemeinsam mit dem Sympathikus das vegetative Nervensystem, das unter anderem auch Blutdruck und Herzfrequenz steuert. Er zieht - ausgehend von weit hinten gelegenen Hirnregionen links und rechts - in der Nähe der Schlagader seitlich durch den Hals und verbindet Organe wie Kehlkopf, Herz, Lunge, Magen, Darm mit dem Gehirn. "Wir stimulieren den linken Vagusnerv mit einem elektrischen Pulsgenerator", erklärt Caroline Frick. "Das Gerät ist etwa so groß wie eine Taschenuhr; es wird in einer Operation unter den Brustmuskel implantiert und über kleine Platinelektroden mit dem Vagusnerv verbunden." Alle fünf Minuten reizt dieser Stimulator für 30 Sekunden den Nerv und beeinflusst dadurch anscheinend auch diejenigen Prozesse im Gehirn, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung des depressiven Zustands verantwortlich sind. Über einen Sender lässt sich das Gerät individuell programmieren. Patienten berichten lediglich über milde Nebenwirkungen, darunter Heiserkeit, eine leichte Veränderung der Stimmhöhe oder ein Kribbelgefühl im Halsbereich. Sie treten nur während der Stimulation auf und verschwinden danach wieder. Der Vagusnerv wird durch die Elektroden sowie die elektrische Reizung nicht verletzt.

Anmeldung zum Vorgespräch und weitere Informationen:
Diplompsychologin Caroline Frick
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn
Telefon: 0228/287-1451
E-Mail: caroline.frick@ukb.uni-bonn.de


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Depressionen sind ein Infarktrisiko - Fast so gefährlich wie das Rauchen


Baierbrunn (ots) 13.12.2004 - Depressive Menschen sind weit stärker als
andere vom Herzinfarkt bedroht. Ein wesentlicher Grund: Sie
vernachlässigen die anderen Risikofaktoren für die gefährliche
Herzerkrankung. "Depressive Patienten schaffen es seltener, mit dem
Rauchen aufzuhören, sich einer Sportgruppe anzuschließen oder ihre
Medikamente dauerhaft einzunehmen", sagt Dr. Florian Lederbogen,
Internist und Psychiater am Zentralinstitut für seelische Gesundheit
in Mannheim im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Wie Studien
zeigen, ist die Depressivität als Risikofaktor fast so bedeutend wie
Rauchen, mangelnde Bewegung und falsche Ernährung: Sie steigert die
Infarktgefahr um das Zweieinhalbfache. Depressionen haben sogar
direkte Auswirkungen auf körperliche Funktionen: So können sie etwa
den Herzrhythmus negativ beeinflussen, die Blutgerinnung
verschlechtern und das Immunsystem schädigen.

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau

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Überforderung und Angstgefühle: Passionsblume löst den Stress
Neues Natur-Arzneimittel auch für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen  

02.12.2004 - Überforderung am Arbeitsplatz und zuhause; die ständige Sorge, "alles nicht mehr schaffen" zu können; Angst vor Prüfungen; Depressionen, weil's in Partnerschaft oder Familie nicht stimmt: Nach einer EU-Krankenstatistik leiden 18 Prozent der Berufstätigen unter Stress, Depressionen oder Angstgefühlen. Tendenz steigend. Als rein pflanzliche Alternative zu chemisch-synthetischen Beruhigungsmitteln hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) jetzt das Tagessedativum SEDA-PLANTINA N zugelassen. Es kombiniert die bisher höchstmögliche Konzentration von Trockenextrakten aus Passionsblume, Baldrian und Melisse. Besonders der hohe Anteil an Passionsblume (110 mg Trockenextrakt) wirkt Angst und Stress lösend. Die Zulassung des neuen Arzneimittels gilt auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren.


Die Passionsblume / Foto: Plantina AG

Die beruhigende Wirkung von Passionsblume, Baldrian und Melisse ist seit Jahrhunderten bekannt und wird seit langem auch in der Schulmedizin anerkannt:

Passionsblumenkraut wirkt anxiolytisch - es löst Ängste und beruhigt. Die Extrakte werden deshalb besonders zur Behandlung von Angst besetzten, nervösen Unruhezuständen eingesetzt. Darüber hinaus gilt Passionsblumenkraut als motilitätshemmend, das heißt, es verhindert unwillkürliche, vegetativ gesteuerte Muskelbewegungen und wirkt Krampf stillend.

Baldrian senkt die zentralnervöse Hyperaktivität, beeinträchtigt jedoch nicht den Wachheitszustand. Er wirkt einerseits beruhigend, andererseits fördert er aber auch Konzentration und Leistungsfähigkeit.

Melisse wirkt beruhigend, hilft bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden und nervös bedingten Einschlafstörungen. 

In dem neu entwickelten Arzneimittel SEDA-PLANTINA N sind die Wirkstoffe aus Passionsblume, Baldrian und Melisse in so hoher Konzentration enthalten, dass die Tagesdosis meist auf nur eine bis drei Tabletten begrenzt werden kann. Die biologisch wirksamen Bestandteile verstärken sich gegenseitig; insbesondere die Angst lösende Wirkung der Passionsblume tritt dabei in den Vordergrund. Im Gegensatz zu chemisch-synthetischen Beruhigungsmitteln wie z.B. Benzodiazepinen entfaltet das Tagessedativum SEDA-PLANTINA N seine Wirkung langsam, schonend und frei von Nebenwirkungen; tagsüber bleibt man voll leistungsfähig. Das Medikament ist rezeptfrei in Apotheken zu haben. Zu den weltweit führenden Pharmaforschern zählt der Direktor des Instituts für Pharmazeutische Biologie der Universität München, Prof. Dr. Dr. Hildebert Wagner. Als Hauptindikationen für die hochkonzentrierte Kombination von Passionsblume, Baldrian und Melisse sieht er die nervösen Spannungs- und Unruhezustände ebenso wie den Dysstress (negativer, gesundheitsschädlicher Stress). Besonders bei Jugendlichen, urteilt Wagner, könnten mit dieser Kombination zum Beispiel vor Prüfungen oder bei anderen starken Belastungen gute Wirkungen erzielt werden - "ohne gleich die schweren chemischen Geschütze aufzufahren." Denn auch Kinder und Jugendliche sind von Nervosität und Überforderungsängsten betroffen. Bei ihnen beginnt der Stress - so paradox das auch klingen mag - oft in der Freizeit: Ein prall gefüllter Terminkalender mit Sport- und Musikkursen lässt wenig Zeit für spontanes Spielen und Toben; Reizüberflutung durch Fernsehen oder Computerspiele löst ebenfalls Stress aus. Und oft überfordert das hohe Leistungsdenken der Eltern die Kinder zusätzlich. Etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben Angstzustände, Aufmerksamkeitsdefizite, Hyperaktivitätssymptome oder Störungen des Sozialverhaltens. Hier können Heilkräfte aus der Natur Erste Hilfe leisten: Generell gilt aber: Wer über längere Zeit dauernd unter nervöser Unruhe, Angst oder Stress leidet, sollte nicht einfach nur Pillen schlucken. Wichtig ist es, die Stressursachen zu erforschen und konsequent anzugehen.

Quelle: Plantina AG

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Konsum von Antidepressiva von Kindern nimmt zu -
Großbritannien liegt mit 68 Prozent an der Spitze


23.11.2004 - Eine britische Studie hat einen teilweisen enormen Anstieg des Konsums von Antidepressiva bei Kindern festgestellt. Wissenschafter der University of London haben die Verschreibungszahlen bei Antidepressiva zwischen 2000 und 2002 in Ländern Europas, Südamerikas und Nordamerikas verglichen:

Innerhalb dieses Zeitraums lag Großbritannien mit einer Zunahme von 68 Prozent an der Spitze.

Einige Medikamente wurden im vergangenen Jahr von der Verschreibung für Kinder ausgenommen. Die Forscher gehen jedoch davon aus, dass die Ärzte auf andere Präparate umsteigen werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Archives of Disease in Childhood veröffentlicht.

Generell werden Kindern mehr Antidepressiva und Medikamente verschrieben um sie zu beruhigen oder das Gehirn zu stimulieren.

Mit Großbritannien an der Spitze wurden viele der Medikamente zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADS-Syndrom) eingesetzt. Deutliche Anstiege in der Verschreibung derartiger Medikamente konnten laut BBC in allen Ländern außer Kanada und Deutschland festgestellt werden. In diesen beiden Ländern stieg die Verschreibungsrate im Beobachtungszeitraum nur um 13 Prozent.

Das Team von der Abteilung Paediatric Pharmacy Research untersuchte die Verschreibungspraxis bei Antidepressiva, Reizmitteln, Psychopharmaka, Beruhigungsmitteln und Medikamenten zur Behandlung von Angstgefühlen. Ausgewertet wurden die Daten für Kinder bis zum Alter von 17 Jahren in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Argentinien, Brasilien, Mexiko, Kanada und Amerika.

Die Analyse basierte auf Informationen aus der internationalen Datenbank IMS MIDAS, die auf einem repräsentativen Sample der Allgemeinmediziner in jedem der Länder beruht.

Quelle: Pressetext.Austria

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Antidepressiva hemmen Knochenwachstum

13.11.2004 - Bestimmte Antidepressiva beeinträchtigen eventuell das Knochenwachstum bei Kindern. Das lassen Versuche an Mäusen vermuten, über die amerikanische Mediziner im Fachblatt "Endocrinology" berichten. Wurden den jungen Tieren Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (selective serotonin-reuptake inhibitors, SSRI) verabreicht, entwickelten sie kleinere und leichtere Knochen als nicht behandelte Artgenossen.

"Diese Befunde deuten auf einen möglichen negativen Einfluss von SSRIs auf das Skelett hin", formuliert Stuart Warden von der Indiana University in Indianapolis. "Was die Verschreibung dieser Medikamente an Kinder und Heranwachsende betrifft, besteht daher weiterer Forschungsbedarf." Warden und seine Kollegen setzten bei ihren Versuchen den Wirkstoff Fluoxetin ein.

Der Botenstoff Serotonin ist im Gehirn an der Verarbeitung von Gefühlen beteiligt. Hat eine Nervenzellen den Neurotransmitter ausgeschüttet und damit ein Signal an ihre Nachbarinnen gegeben, nimmt sie ihn wieder auf und beendet damit ihre "Nachricht". SSRI hemmen diesen Prozess und verlängern dadurch die Wirkung des Serotonins.

Den Anstoß für die neuen Versuche hätten Beobachtungen im klinischen Alltag gegeben, erläutert Warden. Beispielsweise habe man bei älteren Patientinnen unter SSRI einen verstärkten Verlust an Knochensubstanz festgestellt. Bei den Experimenten habe man Fluoxetin getestet, da dies der einzige in den Vereinigten Staaten für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassene SSRI sei.

Online-Veröffentlichung Endocrinology. mehr unter
Kompetenznetz Depression


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Depression wird zur Volkskrankheit Nr. 1
Unternehmen müssen Erfolgsfaktor Gesundheit stärker beachten

Berlin (ots) 11.11. 2004 - Die Depression wird zur Volkskrankheit des 21.
Jahrhunderts. Dies sagte Professor Michael Kastner in Berlin
auf dem INQA-Personalforum. Kastner, Inhaber des Lehrstuhls für
Arbeits- und Organisationspsychologie an der Uni Dortmund:
"Unternehmen, die im Wettbewerb bestehen wollen, müssen sich darauf
einstellen, dass künftig immer mehr Mitarbeiter psychische Probleme
haben werden. Gesundheit im Betrieb wird damit zunehmend zu einem
Erfolgsfaktor, der als Kernprozess der Unternehmung zu betrachten und
zu managen ist."

Nach Meinung des Dortmunder Experten ist der Zuwachs psychischer
Erkrankungen auf die  zunehmende Dynaxität (Komplexität plus Dynamik)
moderner Lebens- und Arbeitsprozesse zurückzuführen. Damit könne das
Entwicklungstempo des Menschen oftmals nicht mithalten. Es komme zu
wiederholten Erfahrungen persönlicher Überforderung  und dem
krankmachenden Schluss, den Anforderungen modernen Lebens dauerhaft
nicht gewachsen zu sein.

Kastner: "Unternehmen müssen daher dem Thema Gesundheit künftig
eine größere Bedeutung beimessen. Gesundheit in der Organisation -
das ist nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern  gehört zum Kern des
Managementprozesses."

Mit dem Thema "Erfolgsfaktor Gesundheit" beschäftigten sich auf
der in Berlin stattfindenden Veranstaltung 160
Personalverantwortliche aus Unternehmen und Institutionen. Zu den
Themen zählten alle Fragen des betrieblichen Gesundheitsmanagements -
von innovativen Arbeitszeitmodellen, über die Problematik von
Work-Life-Balance bis hin zur betrieblichen Gesundheitsförderung.
Veranstaltet wurde das Forum von der Initiative Neue Qualität der
Arbeit (INQA), einer gemeinsamen Initiative von Sozialpartnern,
Sozialversicherungsträgern, Bund, Ländern, Stiftungen und
Unternehmen. Kooperationspartner des Forums waren: BKK, Management
Circle, das Netzwerk Unternehmen für Gesundheit und die psychonomics
AG.

Quelle: Initiative Neue Qualität der Arbeit

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Winterzeitumstellung: Licht und Sushi gegen die Depression

28.10.2004 - Same procedure as every year.... Ab diesem Wochenende gehen die Uhren wieder anders: In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt. Die '25.' Stunde sorgt dafür, dass die Tage wieder kürzer werden. Für viele Menschen beginnt jetzt der Herbstblues. Das jahreszeitlich bedingte Phänomen - von Experten auch 'Saisonal abhängige Depression', kurz SAD, genannt - betrifft fast ausschließlich Erwachsene, in der Mehrzahl Frauen. Die Techniker Krankenkasse (TK) informiert über Ursachen von SAD und wie man vorbeugen kann.
  
Zu den Symptomen der saisonal abhängigen Depression gehören neben einem hohen Schlafbedarf auch fehlender Antrieb, häufige Stimmungswechsel, Konzentrationsprobleme und der Heißhunger nach Süßem.
  
Die Hauptursache des Herbstblues: Lichtmangel. Licht wird über die Augen aufgenommen und direkt ins Gehirn transportiert. Dort wird die Produktion von stimmungsaufhellenden Endorphinen und des Botenstoffs 'Serotonin' angeregt. Fehlt uns Licht, arbeitet auch die 'Glücks-Produktion' im Gehirn nicht. In der Dunkelheit wird stattdessen verstärkt 'Melatonin' produziert, ein Stoff, der eigentlich den Schlaf mitsteuert. Er sorgt für dafür, dass man sich müde und schlapp fühlt.
  
Die TK rät daher, jeden Tag mindestens eine Viertelstunde rauszugehen, um Tageslicht und frische Luft zu genießen. Das bringt das Verhältnis zwischen Serotonin und Melatonin  - und damit auch unseren Gemütszustand - wieder ins Gleichgewicht.
  
Der Gang ins Solarium hilft über den Herbstblues übrigens nicht hinweg: Auf der Sonnenbank werden lediglich die ultravioletten Strahlen des Lichts über die Haut aufgenommen. Die Endorphin-Produktion startet aber nur, wenn Licht über die Augen direkt ins 'Gute-Laune-Zentrum' im Gehirn transportiert wird. Die Augen müssen aber unbedingt vor der UV-Strahlung des Solariums geschützt werden.
  
Auch die richtige Ernährung kann fit gegen den Herbstblues machen. Gesundes, magnesiumhaltiges Essen regt das Nervensystem an und beugt Stress vor. Vor allem Milch- und Vollkornprodukte sowie Bananen, Beerenobst und Geflügel sind Magnesium-Riesen. Auch die Jod-Bombe Sushi kann für gute Laune sorgen: Jod mobilisiert die Schilddrüsenfunktion und regt den Zellstoffwechsel an - ein Energieschub für den Körper. In Maßen genossen kann auch Schokolade -'glücksseelig' machen: Sie stimuliert die Serotonin-Produktion im Gehirn.
  
Die TK empfiehlt zudem Farben in den tristen Alltag zu bringen. Farbige Kleidung, Raumdekoration oder ein bunter Blumenstrauß heben die Laune und fördern die Kreativität.
  
Weitere Informationen zum Thema 'Fit durch den Herbst' gibt es auf der Internetseite der TK unter www.tk-online.de in der Rubrik 'Aktuell'.

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Depression - das Herz weint mit


Quelle: Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel
Bei Menschen, die depressiv verstimmt sind, kann sich das Herz kann sich nicht mehr so einfach auf die normale "Lebensschwankungen" einstellen. Es schmerzt zwar, schlägt aber nicht "Alarm", wenn die Seele Trauer trägt. Bei leichten bis mittelschweren Depressionen hat sich hoch dosierter Johanniskraut-Extrakt (z.B. Neuroplant(r) 1x1, nur in der Apotheke) bestens bewährt, weil er besonders gut verträglich ist.


Karlsruhe (ots) 06.10.2004 - Ein typischer Patient beim Hausarzt: ihn quälen Herzschmerzen und nun befürchtet er, ernsthaft krank zu sein. Vielleicht war er auch schon bei mehreren Ärzten, doch EKG und Co. blieben stumm. Diese Ergebnislosigkeit kann den Patienten verzweifeln lassen. Genauso wie den Arzt.

Hinter etwa der Hälfte der Herzschmerz-Symptome, die dem Arzt
präsentiert werden, vermuten Experten in Wahrheit eine Depression.
Eine depressive Verstimmung kann im wahrsten Sinne des Wortes zu
Herzen gehen. Der Herzschmerz verschleiert dann das eigentliche
Grundleiden bis zur Unkenntlichkeit. Wird der Patient dann beim Arzt
vorstellig und schildert nur seine körperlichen Symptome, beginnt
meist eine Ursachensuche ohne Ergebnis. Denn wirklich herzkrank im
organischen Sinn ist der Betroffene in der Regel nicht.

Wenn das Herz sich nicht mehr anpassen kann, gerät es ins Stolpern

Wenn wir uns freuen, tun wir dies von Herzen. Wenn wir traurig
sind, wird das Herz uns schwer. Nach einem Dauerlauf schlägt das Herz
"bis zum Hals", und im Entspannungskurs verlangsamt sich sein Schlag
und wir werden gaaanz ruhig. In dieser als "Herzratenvariabilität"
bezeichneten Eigenschaft des Herzens sehen Fachleute einen wichtigen
Indikator für Gesundheit , und nach neuesten Erkenntnissen für
"versteckte" Depressionen. Denn bei Menschen, die depressiv verstimmt
sind passiert - nichts. Ihr Herz kann sich nicht mehr so einfach auf
die "Lebensschwankungen" einstellen. Körper und Seele fühlen sich
gleichermaßen eingezäunt. Die depressive Verstimmung beraubt den
Betroffenen nicht nur seine Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in
Beruf und Familie, sondern auch seiner Lebenserwartung.

Depressionen sind gut zu behandeln

Es ist wichtig, eine Depression zuverlässig und rechtzeitig zu
erkennen. Denn dann kann sie sehr gut behandelt werden. Gerade bei
depressiven Patienten, die mit körperlichen Symptomen zum Arzt
kommen, hat sich eine Therapie mit hoch dosiertem
Johanniskraut-Extrakt (z.B. Neuroplant(r) 1x1, nur in der Apotheke)
bewährt. Johanniskraut-Extrakt hat wenig bis fast keine
Nebenwirkungen. Wer bereits mit körperlichen Beschwerden zum Arzt
kommt, sollte nicht zusätzlich durch Nebenwirkungen, wie sie
synthetische Antidepressiva hervorrufen können (zum Beispiel
Störungen des Magen-Darm-Traktes oder Mundtrockenheit), belastet
werden.

Depression: Wenn die Signale gestört sind...

Bei einer Depression ist der Nervenstoffwechsel im Gehirn aus den
Fugen geraten. Botenstoffe, so genannte Neurotransmitter, die
normalerweise dafür sorgen, dass Nachrichten und Gefühle blitzschnell
von einer Nervenzelle zur nächsten transportiert werden, sind in
ihrer Menge verringert. Die Signalübertragung ist gestört - die
Symptome einer Depression sind die Folgen einer solchen Störung. Eine
Depressionsbehandlung ist immer langfristig zu betrachten, denn es
braucht seine Zeit, bis die Botenstoffe wieder ausreichen und dieser
Zustand auch stabil bleibt. Im ersten Schritt gilt es, den Patienten
aus der Depression heraus zu holen. Dann folgt die so genannte
Erhaltungsbehandlung, die Stabilisierung des
Neurotransmitter-Gleichgewichts. Diese zweite Behandlungsphase ist
wichtig, damit es nicht zu Rückfällen kommt und sollte über vier bis
sechs Monate durchgehalten werden.

ots Originaltext: Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel

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Betrübt? Bedrückt? Bekümmert? / Mit sanften Mitteln gegen das Stimmungstief

26.08.2004 - Jedes Jahr das gleiche Lied: Die Tage werden dunkler und
kürzer und bei manchen hält der Herbst nicht nur im Kalender Einzug,
sondern auch in der Seele. Rund 800.000 Bundesbürger sind an einer sogenannten saisonalen Depression, auch Herbst-Winter-Depression genannt, erkrankt. Schätzungsweise vier Millionen Menschen leiden das ganze Jahr über an einer behandlungsbedürftigen Depression. Wenn die Seele aus dem Lot gerät, äußert sich das in verschiedenen Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Antriebsschwäche, nervösen Zuständen bis hin zu großer Traurigkeit und sozialem Rückzug. Doch man muss nicht immer zu starken Tabletten greifen, um das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Pflanzliche Arzneimittel haben sich in leichten Fällen ebenso bewährt. Johanniskraut und Baldrian, beide gibt es übrigens ohne Rezept in der Apotheke, sind die führenden Heilkräuter in der Behandlung von leichten vorübergehenden depressiven Störungen und nervösen Unruhezuständen.


Quelle: ratiopharm GmbH
Schätzungsweise vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Depression. Wenn die Seele aus dem Lot gerät, haben sich in leichten Fällen pflanzliche Arzneimittel wie Johanniskraut und Baldrian (z.B. von ratiopharm, rezeptfrei aus der Apotheke) bewährt. Kombiniert eingesetzt können sie bei vorübergehenden depressiven Störungen und nervösen Unruhezuständen die dunklen Wolken schneller vertreiben – ohne abhängig zu machen.

Johanniskraut und Baldrian - Ein starkes Duo Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend, angstlösend und antriebssteigernd. Johanniskraut-Präparate (z.B. Johanniskraut-ratiopharm(R) 425 Kapseln) bringen nach und nach das chemische Ungleichgewicht im Nervensystem - die Ursache für das Stimmungstief - sanft zurück ins Lot. Normalerweise kann es ein bis zwei Wochen dauern, bis "der Verstimmte" eine Veränderung seiner
Gemütslage spürt. Doch es gibt gute Nachrichten: In der Kombination
mit Baldrian kann diese Zeit effektiv überbrückt werden, dadurch
können die dunklen Wolken insgesamt schneller verschwinden. Baldrian
(z.B. Baldrian-ratiopharm(R) 450 mg Dragees) entspannt, nimmt die
Unruhe, vermindert quälendes nächtliches "Gedankenjagen" und fördert
so einen erholsamen Schlaf. Und das, ohne die natürlichen
Schlafphasen des Körpers zu stören. Beide Heilpflanzen machen nicht
abhängig oder träge und sind außerdem besser verträglich als ihre
chemischen Alternativen. Zusätzlich können die Betroffenen auch selbst einiges für ihr inneres Gleichgewicht tun. Es empfiehlt sich, körperliche Entspannungsmethoden wie Yoga oder Autogenes Training in seinen Tagesrhythmus einzubauen, um den gesamten Organismus zu stärken und auszugleichen. Gerade in der dunklen Jahreszeit sollte man sich zusätzlich so oft wie möglich draußen aufhalten. Schon ein halbstündiger Spaziergang täglich kann eine merkliche Besserung der Stimmungslage herbeiführen, da natürliches Tageslicht die Produktion
des chemischen Botenstoffes Serotonin ankurbelt - und der macht
happy!
Jetzt testen - Was zeigt Ihr Stimmungsbarometer? - Ich fühle mich in letzter Zeit oft niedergeschlagen
- Ich bin häufig unruhig und nervös
- Der Kontakt mit Freunden und Familienmitgliedern macht mir
  keinen rechten Spaß mehr
- Ich fange oftmals, auch ohne Grund, zu weinen an
- Eigentlich habe ich morgens überhaupt keine Lust, aufzustehen
- Ich bin ängstlicher und schreckhafter als früher
- Manchmal wache ich Nachts auf und grüble stundenlang
- Ich kann mich nur schwer aufraffen, Dinge in Angriff zu nehmen Haben Sie mehrere dieser Aussagen angekreuzt, sollten Sie sich
vertrauensvoll an Ihren Arzt wenden, um die Ursache Ihrer Beschwerden
abklären zu lassen.

ots Originaltext: ratiopharm GmbH

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Depression und Suizidalität hängen leider oft zusammen

15.06.2004 - Menschen, die unter schweren Depressionen leiden, erleben häufig einen so hohen Leidensdruck, dass sie sich das Leben nehmen. Ob auch hinter dem tragischen Tod der Schauspielerin Jennifer Nitsch eine Depression steht, scheint noch unklar. Klar sind allerdings die Fakten: 90 Prozent aller Suizide werden auf psychische Erkrankungen zurückgeführt, die große Mehrzahl davon als Folge einer Depression. Die Depression ist die psychische Erkrankung mit dem höchsten Suizidrisiko. Bis zu 15 Prozent der schwer depressiv erkrankten Menschen nehmen sich das Leben, ca. die Hälfte begeht in ihrem Leben einen Suizidversuch. In Deutschland sterben pro Jahr ca. 11.000 Menschen durch Suizid, das sind deutlich mehr als durch Verkehrsunfälle. In der Altersgruppe der 15-35jährigen steht der Suizid nach Unfällen sogar an zweiter Stelle aller Todesursachen. Besonders tragisch erscheinen diese Zahlen vor dem Hintergrund der bestehenden Therapiemöglichkeiten. Oft vergeht wertvolle, ja lebensrettende Zeit, bevor ein depressiv Erkrankter angemessen behandelt werden kann. "Eine Depression lässt sich gut behandeln, der großen Mehrheit der Patienten können wir helfen. Mit der Pharmako- und/ oder der Psychotherapie stehen uns heute wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung", weiß Prof. Ulrich Hegerl, Psychiater an der Ludwig-Maximilians-Universität und Sprecher des Kompetenznetz Depression, Suizidalität.

Es ist alarmierend, dass nur ein Drittel der Betroffenen medizinische Hilfe sucht. Viele gehen aus Scham nicht zum Arzt, weil sie ihre Erkrankung nicht als solche verstehen oder fälschlicherweise persönliches Versagen dafür verantwortlich machen. Bei vielen Patienten stehen auch körperliche Beschwerden im Vordergrund. Dies macht es auch für den Hausarzt, der meist der erste Ansprechpartner ist, schwer, eine Depression zu erkennen. So werden die meisten der vier Millionen an einer Depression erkrankten Deutschen nicht adäquat behandelt.

Im Rahmen des vom Kompetenznetz Depression, Suizidalität initiierten "Bündnis gegen Depression" konnte in einem Modellprojekt in Nürnberg die Zahl der Suizidversuche um über 25 Prozent gesenkt werden. Durch Fortbildungsprogramme für Ärzte und für Multiplikatoren wie Lehrer, Pfarrer oder Apotheker, durch Öffentlichkeitsarbeit, durch die Unterstützung von Selbsthilfeinitiativen sowie durch spezielle Angebote für Betroffene konnte die Versorgungssituation depressiv erkrankter Menschen verbessert werden. Inzwischen ist das Bündnis nicht nur bundesweit, sondern als "European Alliance Against Depression" auch europaweit aktiv .

Quelle: Kompetenznetz Depression

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European Alliance Against Depression - Europaweites Aktionsprogramm zur Verbesserung der Versorgung

23.04.2004 - In Deutschland sind fünf Prozent der Bevölkerung akut an einer Depression erkrankt, in Europa geht man von ähnlichen Zahlen aus. Obwohl es wirksame Behandlungsmethoden gibt, ist die Versorgung der Betroffenen häufig nicht optimal. Erschwerend kommt zu ihrer Situation hinzu, dass die Depression in der breiten Öffentlichkeit oft nicht als ernsthafte Erkrankung wahrgenommen wird. Um die Versorgung depressiv erkrankter Menschen zu verbessern, startet die "European Alliance Against Depression" in 15 europäischen Ländern Aktionsprogramme. Vier Millionen Deutsche sind in diesem Moment an einer behandlungsbe-dürftigen Depression erkrankt. Etwa 10 - 15 Prozent derjenigen unter ihnen, die an einer schweren Form der Depression leiden, nehmen sich irgendwann das Leben. Mehr als 90 Prozent aller Suizide werden im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen begangen, die allermeisten davon auf Grund einer Depression. In der Europäischen Union nehmen sich jedes Jahr mehr als 45.000 Menschen das Leben. Je nach Land rangieren die Suizidraten von 7 pro 100.000 Einwohnern in Großbritannien bis hin zu 36 pro 100.000 in Estland (WHO-Daten 1995/ 1996). Eine Studie zeigte, dass vierzig Prozent derer, die sich das Leben nahmen, innerhalb der letzten vier Wochen vor ihrem Tod einen Arzt aufgesucht hatten. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, im Hausarztbereich gezielt zu intervenieren. Eine hohe Suizidrate gilt als ein wichtiger Indikator für eine sub-optimale Diagnose und Therapie der Depression. Obwohl mit Medikamenten wie Antidepressiva oder psychotherapeutischen Maßnahmen wirksame Therapien zur Verfügung stehen, erhält nur eine Minderheit der Betroffenen eine optimale Behandlung. Die Gründe hierfür liegen in mangelndem Fachwissen und einem Unterschätzen der Erkrankung durch Hausärzte, in der Wahrnehmung in der öffentlichen Meinung, in der Depression häufig nicht als ernsthafte Erkrankung gesehen wird, aber auch in der krankheitsbedingten Hoffnungs- und Antriebslosigkeit der Betroffenen selbst. Vorbild "Nürnberger Bündnis gegen Depression" 2001/ 2002 wurde in Nürnberg ein Interventions-Programm auf vier Ebenen durchgeführt, um die Versorgung depressiver Menschen zu verbessern und die Suizidalität zu verringern. Neben Hausärzten und Betroffenen wurden Multiplikatoren wie Geistliche, Lehrer, Polizeibeamte oder Journalisten und als breiteste Ebene die gesamte Öffentlichkeit angesprochen.

Das "Nürnberger Bündnis gegen Depression" wird als Subprojekt des Kompetenznetzes Depression, Suizidalität vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das erfolgreiche, wissenschaftlich evaluierte Programm führte zu einer signifikanten Senkung der Anzahl von Suiziden und Suizidversuchen in Nürnberg um über 20 Prozent. Inzwischen führen zwölf Regionen in Deutschland von Lübeck bis Kempten Aktionsprogramme als "Bündnis gegen Depression e.V." fort, 30 - 40 weitere deutsche Partner befinden sich in der Planungsphase.
European Alliance Against Depression Das Interventionsprogramm "European Alliance Against Depression" (EAAD) gründet auf den Erfahrungen und Materialien des Nürnberger Bündnisses. Erweitert um Kenntnisse aus anderen europäischen Ländern, wird es europaweit zum Tragen kommen: Regionen aus 15 europäischen Ländern von Ungarn bis Portugal und Island bis Italien sind zum Start mit an Bord. Hinter den Partnern in den Ländern stehen, ebenso wie in den verschiedenen deutschen Regionen, ganz unterschiedliche Institutionen: Universitätskliniken, Krankenhäuser, Versorgungseinrichtungen aus der Primärversorgung oder spezielle mit öffentlichen Mitteln unterstützte regionale Kampagnen. Innerhalb der ersten 18 Monate werden verschiedene Länder auf regionalen Ebenen Interventionsprogramme starten (EAAD I). In einem zweiten Schritt sollen die Erfahrungen und die gewonnenen Daten der verschiedenen Länder genutzt werden, um die Aktivitäten auf weitere Regionen auszudehnen, wenn möglich landesweit durchzuführen (EAAD II + III). Die Evaluation des Programms wird zwischen den einzelnen Ländern koordiniert. Die European Alliance Against Depression wird im Rahmen des "Public Health Program" der Europäischen Kommission Health & Consumer Protection, Directorate-General während der ersten Förderphase mit über 650.000 Euro gefördert. Sie wird maximale Effekte bei vergleichsweise kleinem Budget erreichen, weil auf Maßnahmen und Materialien zurückgegriffen wird, die bereits existieren. Vier-Ebenen-Programm Je nach der aktuellen Situation vor Ort entscheiden nationale Networks, welche Maßnahmen in welchem Umfang umgesetzt und welche Materialien eingesetzt werden. · Für Hausärzte wird es interaktive Schulungen sowie eine Hotline geben, bei der sie individuelle Fälle aus der Praxis mit einem Spezialisten besprechen können. Außerdem erhalten Hausärzte Videokassetten zur Weitergabe an Patienten.

· Betroffene, vor allem besonders gefährdete Patienten wie solche, die einen Suizidversuch hinter sich haben, werden gezielt über Hilfsangebote in Krisensituationen informiert: Sie erhalten eine Notfallkarte mit Telefonnummern von Ansprechpartnern, die rund um die Uhr erreichbar sind. Darüber hinaus werden bestehende oder neu zu gründende Selbsthilfegruppen unterstützt.

· Menschen, die berufsbedingt mit depressiven Patienten zu tun haben, wirken als Multiplikatoren. Einzelne Gruppen wie Geistliche, Altenpflegekräfte, Polizeibeamte oder Journalisten werden in individuell zugeschnittenen, interaktiven Fortbildungsveranstaltungen sensibilisiert und informiert.

· Ziel der European Alliance Against Depression ist auch, durch Aufklärung die Kenntnisse über die Erkrankung Depression und dadurch die Einstellung zur Erkrankung zu verbessern. Durch Plakate, Flyer, Broschüren oder Kino-Spots soll die breite Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden. Events wie Aktionstage sollen punktuelle Schwerpunkte setzen, der Internet-Auftritt der European Alliance Against Depression soll weitere Informationsmöglichkeiten bieten. Schon bald wird es unter www.eaad.eu eine zentrale Homepage mit Links zu den lokalen Angeboten in den einzelnen Ländern geben.

Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Initiator und Sprecher der "European Alliance Against Depression" zum neuen Projekt: "Wir möchten durch die "European Alliance Against Depression" alle Kräfte bündeln, um europaweit die Situation depressiv erkrankter Menschen zu verbessern. Wir verstehen uns als Koordinator und Vermittler und freuen uns auf die Arbeit mit unseren Partnern im Ausland."

Quelle: Kompetenznetz Depression

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Depressionen begünstigen Rückenschmerzen 02.03.2004 - Ärzten ist wohl bekannt, dass Schmerzen depressiv machen können. Die Verbindung ist jedoch keine Einbahnstraße, berichtet eine kanadisch-schwedische Forschergruppe im Fachblatt "Pain". Depressionen erhöhen das Risiko für starke Nacken- und Kreuzschmerzen."Sowohl Schmerzen als auch Depressionen treten oft wiederholt auf und beide sind sehr verbreitet", erläutert Linda Carroll von der University of Alberta in Edmonton. Schätzungsweise ein Fünftel der Bevölkerung habe in den letzten sechs Monaten nicht an Rücken- oder Nackenschmerzen gelitten, so die Medizinerin. Umso wichtiger sei ein frühzeitiges Eingreifen, bevor die Betroffenen in einen Teufelskreis von Schmerz und Depression gerieten.Carroll und ihre Kollegen verfolgten den Werdegang von 790 erwachsenen Einwohnern der kanadischen Provinz Saskatchewan. Zu Beginn der Untersuchung wiesen die Teilnehmer höchstens leichte Schmerzen auf, ihre medizinische Vorgeschichte ließ jedoch ein erhöhtes Risiko für starke bis sehr starke Nacken- und Kreuzschmerzen vermuten. Tatsächlich stellten sich bei 89 Teilnehmern binnen sechs bzw. zwölf Monaten solche Schmerzen ein. Jene mit starken Symptomen einer Depression waren viermal häufiger betroffen als jene mit geringen oder keinen Anzeichen.Warum Depressionen das Auftreten von Schmerzen begünstigen, ist noch unklar. Carroll vermutet einen Zusammenhang mit der Art und Weise, wie jemand mit Schmerz umgeht. "Möglicherweise führt eine Depression zu einem passiven Erdulden von leichten Schmerzen, wie sie bei vielen Menschen immer wieder auftreten. Dies könnte wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Schmerz zu einem ernsthaften Problem im Leben des Betroffenen wird." Vermutlich gingen nicht depressive Personen dagegen eher mit Gymnastik und speziellen Übungen gegen beginnende Schmerzen an und pflegten generell einen aktiveren Lebensstil.Forschung: Linda J. Carroll, Department of Public Health Sciences und Alberta Centre for Injury Control and Research, University of Alberta, Edmonton; und andere

Veröffentlicht in Pain, Vol. 107(1-2), pp 134-9

Quelle: Scienceticker

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Bündnis gegen Depression in Hamburg-Harburg gestartet

Das größte Projekt gegen die Depression in der Geschichte des deutschen Gesundheitswesens hat jetzt auch einen Stützpunkt in Hamburg: Im Harburger Rathaus hat sich am 5. Februar 2004 das "Harburger Bündnis gegen Depression" gegründet. Mit einer Auftaktveranstaltung formierte sich hier eine Allianz, die es bisher gegen die Krankheit noch nicht gab: Mediziner, Psychotherapeuten, Selbsthilfegruppen, Gesundheitsamt, Beratungsstellen, psychosoziale Einrichtungen, Arbeitsrehabilitation und Apotheker ziehen an einem Strang - das AK Harburg mit seiner Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie gehört zu den Organisatoren des neuen Netzwerks. Schirmherrin und Schirmherr sind die NDR-Moderatorin Bettina Tietjen und der Präsident der Hochschule für Musik und Theater, Prof. Dr. Hermann Rauhe.Die Depression sei die psychische Erkrankung mit dem höchsten Suizidrisiko und gehöre zu den am meisten unterschätzten Krankheiten, sagt Dr. Hans-Peter Unger, Leitender Arzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im AK Harburg. Er hat das Bündnis initiiert: "Die Depression ist eine der großen Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck. Sie sollte nicht mit üblichen Stimmungstiefs oder Traurigkeit verwechselt werden - ein depressiv Erkrankter erfährt eine grundlegende Veränderung seines Erlebens. Er entwickelt Angst, Schuldgefühle, Grübelzwang, innere Unruhe und Konzentrationsstörungen. Die Unfähigkeit zur Freude bis hin zu lebensmüden Gedanken verbinden sich mit körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und schneller Erschöpfbarkeit. Gerade in unserer hochentwickelten Technologie- und Kommunikationsgesellschaft stellt die Depression so etwas wie den "Arbeitsunfall der Moderne" dar. Auch die Altersdepression nimmt zu. Dagegen wollen wir gemeinsam etwas tun. Depressionen können jeden treffen, und sie sind behandelbar." 90 Prozent der Patienten wären mit Psychotherapie und medikamentöser Therapie erfolgreich zu behandeln, so Dr. Unger. Bisher suche aber nur ein Drittel der Betroffenen medizinische Hilfe. Daher vergehe oft wertvolle Zeit, bevor ein depressiv Erkrankter angemessen behandelt werden könne. Das Bündnis arbeite auf vier Ebenen: Aufklärung der Öffentlichkeit, Kooperation mit Haus- und Fachärzten, Zusammenarbeit mit Multiplikatoren wie Lehrern, Pastoren oder Betriebsräten, Angebote für die Betroffenen und Angehörigen.Prof. Heinz Lohmann, Vorstandssprecher des LBK Hamburg, lobte auf der Auftaktveranstaltung das Engagement Beteiligten des Harburger Bündnisse und insbesondere den persönlichen Einsatz von Dr. Unger und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im AK Harburg: "Eine Depression kann wirklich jeden treffen, selbst Psychiatrieexperten. Leider wird sie allzu oft trotz aufwändigster somatischer Untersuchungsverfahren nicht erkannt oder fälschlicherweise bagatellisiert - auch von den Betroffenen und ihrem Umfeld." Sehr wichtig sei es, so Lohmann, dass diese Erkrankung und die davon Betroffenen endlich entstigmatisiert würden: "Oft lese ich in Biographien, dass auch sehr erfolgreiche Personen Krisen mit Ängsten und Depressionen durchleben. Leider ist das meist nur zwischen den Zeilen zu erfahren, dabei könnte ein offener Umgang mit diesem Thema vielen Betroffenen helfen, ihr eigenes Leiden zu erkennen und mit professioneller Hilfe zu bewältigen."20.000 Flyer mit Selbsttest und Hinweisen auf Hilfsangebote, 500 Plakate, Videokassetten etc. stehen zur Verteilung an Arztpraxen, Apotheken, Beratungsstellen und öffentlichen Einrichtungen in Harburg zur Verfügung. Ein Veranstaltungsprogramm für die nächsten Monate wird ebenfalls vorgestellt, alles zum Thema Depression. Nach entsprechender Schulung durch Mitarbeiter der LMU München haben sich kleine Teams gebildet, die jetzt an Schulen, Altenheimen und in Betrieben über die Erkrankung Depression und rasche Behandlungsmöglichkeiten aufklären wollen. Zu diesem Zweck hat sich das Harburger Bündnis gegen Depression e.V. gegründet.
Gründungsmitglieder sind: · Allgemeines Krankenhaus Harburg
· APONOVA-Servicecenter der Apotheken im LBK Hamburg
· Der Hafen-VpH Harburg e.V.
· Elbe Werkstätten GmbH
· Ev. luth. Kirchenkreis Harburg
· Gesundheitsamt Harburg
· Hamburger Fachdienst
· Paritätischer Wohlfahrtsverband LV Hamburg
· Selbsthilfegruppe für psychisch Kranke Harburg
· Haus- und FachärzteAnfang Mai 2003 erfolgte das offizielle Startsignal zur bundesweiten Ausweitung des erfolgreichen "Nürnberger Bündnisses gegen Depression". Das Modell ist eines der wichtigsten Teilprojekte des Kompetenznetzes "Depression, Suizidalität". Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Diagnose und Versorgung depressiv erkrankter Menschen und die Senkung der Anzahl von Suiziden und Suizidversuchen. Zum Arbeitskonzept gehören Fortbildungen für Ärzte, Psychologen, Pfarrer, Beratungsstellen und Gesundheitsämter sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit und Selbsthilfe-Initiativen für Betroffene und Angehörige. Erste Ergebnisse des seit 2001 arbeitenden "Nürnberger Bündnisses gegen Depression" zeigen einen positiven Trend: die wissenschaftliche Auswertung konnte zeigen, dass das öffentliche Bewusstsein bezüglich des Themas Depression anstieg und suizidale Handlungen signifikant zurückgegangen sind. Das Kompetenznetz Depression, Suizidalität gehört zu den bisher 14 Kompetenznetzen in der Medizin, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 1999 fördert. Die Netze widmen sich jeweils einem spezifischen Krankheitsbild mit besonderer gesundheitspolitischer Bedeutung. Ziel ist es auch, die Kooperation und den Wissenstransfer zwischen den Forschungseinrichtungen und den verschiedenen Ebenen der Patientenversorgung zu verbessern.
Allein in Deutschland leidet jede zwanzigste Person nach wissenschaftlichen
Untersuchungen an einer behandlungsbedürftigen Depression, das sind insgesamt rund vier Millionen Menschen. Depressive Erkrankungen werden immer noch viel zu häufig als "Psychoprobleme" bagatellisiert oder aus Angst vor Stigmatisierung verschwiegen, sagt Dr. Unger. Weil meist vielfältigste körperliche Beschwerden hinzukämen, sei häufig der Hausarzt der erste, der die Anzeichen der Depression erkennen könne: "Da ein Mensch mit einer neu auftretenden Depression zunächst keine Erklärung für das hat, was sich in ihm verändert, spielt gerade der Hausarzt in der Frühdiagnostik der Depression eine entscheidende Rolle." 90 Prozent der Patienten wären mit Psychotherapie und medikamentöser Therapie erfolgreich zu behandeln, sagt Dr. Unger. Deshalb strebt auch das "CareWerk Depressionsprojekt" der AKH-Apotheke eine enge Vernetzung zwischen Hausärzten, Psychiatern, Apothekern und Klinik an.
Eine adäquate Behandlung der Depression lindert nicht nur bei Betroffenen und Angehörigen großes Leid, sondern ist auch volkswirtschaftlich von enormer Bedeutung: Vor allem unter 20- bis 40-Jährigen nimmt die Arbeitsunfähigkeit wegen Depressionen beständig zu. Als Folge depressiver Erkrankungen wurden beispielsweise in Deutschland innerhalb eines Jahres elf Millionen Ausfalltage registriert und 10.629 Frühberentungen ausgesprochen.Weitere Informationen:Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im AK Harburg
Leitender Arzt Dr. Hans-Peter Unger
Eißendorfer Pferdeweg 52, 21075 Hamburg
Tel.: 040/7921-3254, Fax: 040/7921-3996

Das "Harburger Bündnis gegen Depression e.V." im Internet:
www.buendnis-depression.de

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Wie entsteht eine Depression? Eine Depression hat selten eine einzige Ursache. Meist führt ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zur Erkrankung. Diese möchten wir Ihnen hier näher erläutern.
Die Depression können wir sowohl von der körperlichen, biologischen Seite her als auch von der psychischen und psychosozialen Seite her erklären und behandeln.Wie bei den zwei Seiten einer Medaille ergänzen sich auch hier die beiden Betrachtungsweisen. Dies gilt im übrigen nicht nur für die Depression, sondern auch für andere Erkrankungen. Die früher verbreitete Ansicht, dass Depressionen entweder körperlich bedingt seien (endogene Depressionen) oder eher psychogen bzw. psychoreaktiv (neurotische Depression), hat die Wissenschaft inzwischen revidiert.Folgende Faktoren spielen für die Entstehung einer Depression eine Rolle:Veranlagung: Die Veranlagung zur Depression kann erworben sein, ist jedoch oft auch genetisch bedingt. Patienten mit genetischer Veranlagung neigen vermehrt dazu, bei belastenden Situationen oder auch ohne erkennbare Belastungen eine Depression zu entwickeln. Wie diese genetischen Faktoren genau aussehen, ist bislang ungeklärt. Die Hoffnung, dass ein einzelnes Gen für Depressionen zu finden ist, hat sich nicht erfüllt.

Beim Entstehen einer Depression spielt auch die Veranlagung eine Rolle. Die Wissenschaft unterscheidet zwischen genetischer und erworbener Veranlagung. Eine erworbene Veranlagung wird im Gegensatz zur genetischen Veranlagung nicht vererbt, sondern entsteht zum Beispiel durch ein frühkindliches Trauma. Im Folgenden ist nur von der genetischen Veranlagung die Rede.Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien legen nahe, dass bei manchen Menschen eine genetisch bedingte Empfindlichkeit für Depression besteht.So zeigen Familienuntersuchungen, dass Verwandte depressiver Patienten zu mindestens 20 % ebenfalls depressiv sind. Damit tritt die Depression im Familienkreis öfter auf als in der Allgemeinbevölkerung (5 - 10 %). Bei eineiigen Zwillingen ist das Phänomen noch häufiger: Hat ein Zwilling eine Depression, hat der andere Zwilling sie in über 40 % der Fälle ebenfalls. Bei zweieiigen Zwillingen beträgt die Rate 20 %. Und Adoptionsstudien zeigen, dass die biologischen Eltern depressiver Adoptierter ebenfalls häufig depressiv sind.Die Zwillingsstudien zeigen umgekehrt aber auch, dass der genetische Faktor nur ein Teilfaktor ist. Selbst bei identischer genetischer Ausstattung erkrankt der Zwillingspartner des depressiven Patienten in weniger als der Hälfte der Fälle. Beim Entstehen einer Depression spielen immer auch Umweltfaktoren eine Rolle. Darüber, wie die mögliche genetische Grundlage der Depression allerdings aussehen könnte, besteht keine Einigkeit. Einvernehmen herrscht im Moment nur darüber, dass es ein isoliertes „Depressions-Gen“ nicht gibt.Zu bedenken ist, dass zwischen genetischen Faktoren und Umweltfaktoren komplizierte Wechselbedingungen bestehen können. So können genetische Faktoren z.B. bedingen, dass ein bestimmter Mensch durch eine große Risikobereitschaft sich häufig in schwierige Lebenssituationen manövriert. Umgekehrt kann es von genetischen Faktoren abhängen, ob ein bestimmter Mensch mit einer psychosozialen Belastung gut zurecht kommt oder depressiv erkrankt.Persönlichkeitsfaktoren: Bestimmte Persönlichkeitsfaktoren können die Depressionsanfälligkeit erhöhen. So sind viele Menschen mit depressiven Erkrankungen im gesunden Zustand eher leistungsorientiert, bereit, Verantwortung für andere zu übernehmen und eher streng mit sich selber.Psychosoziale Belastungsfaktoren: Akute psychosoziale Belastungen wie der Verlust oder Tod einer Bezugsperson können als Auslöser einer depressiven Erkrankung fungieren und in diese einmünden. Auch soziale Faktoren, die eine Anpassung an neue Umstände erfordern (zum Beispiel Heirat, Arbeitslosigkeit, Berentung), treten vermehrt vor dem Beginn einer Depression auf. Jedoch sind nicht bei allen Patienten derartige Auslösefaktoren im Spiel. Viele Depressionen treffen den Erkrankten wie aus heiterem Himmel, so als ob jemand "den Lichtschalter ausgeschaltet" hätte. Körperliche Erkrankungen: Auch körperliche Erkrankungen, z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen, können eine Depression mit verursachen.

Hirnfunktionsstörung: Ist die Depression einmal ausgebrochen, zieht sie den ganzen Körper des Erkrankten in Mitleidenschaft. Es kommt zu hormonellen Veränderungen, so werden z.B. vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, der Muskeltonus erhöht sich, der Schlaf-Wach-Rhythmus ist gestört, ebenso der Appetit und die Sexualität. Als biologische Ursache für diese Veränderungen sowie für die gedrückte Stimmung, die Kraftlosigkeit, die Schuldgefühle und die anderen psychischen Symptome werden veränderte Funktionsabläufe im Gehirn, z.B. bedingt durch veränderte Funktion der Botenstoffe zwischen den Nervenzellen, diskutiert. Serotonin ist z.B. einer dieser Botenstoffe. Bisher ist es allerdings nicht gelungen, eine genau definierte Funktionsstörung im Gehirn zu lokalisieren, die unmittelbar für das Auftreten der depressiven Symptome verantwortlich ist.Cave: Man sollte sehr vorsichtig damit sein, Depressionen nur als nachvollziehbare Reaktion auf schwierige Lebensumstände aufzufassen. Schwere Schicksalsschläge verursachen zwar Trauer, gedrückte Stimmung und Befindlichkeitsstörungen, jedoch nicht zwangsläufig eine Depression. Tritt allerdings eine depressive Erkrankung auf, so muss sie konsequent behandelt werden.

Quelle: www.kompetenznetz-depression.de

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