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Bluthochdruck schädigt die Nieren
18.04.2006 - Hoher Blutdruck tut nicht weh - und deshalb bemerken viele Menschen gar nicht, dass sie an dieser Erkrankungen leiden und ein erhöhtes Risiko für schwere Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen haben. Mit dem Welthypertonietag soll auf diese Gefahr hingewiesen und das dramatisch unterschätzte Leiden des Bluthochdrucks in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden, denn bereits jetzt sterben in den westlichen Industrieländern mehr Menschen an der Hypertonie (=Bluthochdruck) und ihren Folgen als an Krebs. In Deutschland leidet in etwa jeder vierte Erwachsene unter Hypertonie, jedoch wissen nur die wenigsten um ihre Erkrankung. Es ist daher wichtig, regelmäßig seinen Blutdruck kontrollieren zu lassen und typische Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, zuviel Alkohol oder Stress zu minimieren.
Die Gesellschaft für Nephrologie unterstützt diesen Appell, denn letztendlich geht eine Vielzahl der Fälle von Nierenversagen auf das Konto von nicht erkanntem und unbehandeltem Bluthochdruck. Viele Dialysepatienten könnten noch ein "normales" Leben führen, hätten sie frühzeitig ihre Hypertonie bemerkt und durch eine entsprechende Lebensweise und/oder eine medikamentöse Therapie entgegengewirkt.
Was viele Menschen nicht wissen: Bluthochdruck und Nierenerkrankungen bedingen sich gegenseitig: Zum einen können Nierenerkrankungen zu hohem Blutdruck führen, da die Nieren nicht nur eine Entgiftungsfunktion haben, sondern auch die "Pegelstände" des Körpers regulieren - beispielsweise die für Salze, Wasser, aber auch den Blutdruck. Kranke Nieren können diese Funktionen nicht mehr erfüllen, und ein hoher Blutdruck ist eine gängige Folge. Umgekehrt führt ein hoher Blutdruck häufig zu Gefäßveränderungen in den Nieren und ist somit für das Fortschreiten eines Funktionsverlusts des Organs verantwortlich. Eine effektive Blutdrucksenkung ist daher eine entscheidende Vorraussetzung zur Verlangsamung des Fortschreitens der Niereninsuffizienz.
Liegt bereits eine Nierenerkrankung vor, muss daher unbedingt eine Blutdrucksenkung erfolgen - mindestens auf den Optimalwert von 130/80 mmHG erfolgen, besser jedoch auf unter 125/75 mmHG, wie es die Deutsche Hochdruckliga in Einklang mit internationalen Fachgesellschaften empfiehlt.
Doch auch "Gesunde" sollten ihren Nieren zu Liebe ihre Blutdruckwerte im Auge behalten und bei erhöhten Werten einen Arzt konsultieren.
Weitere Informationen: www.nierengesellschaft.de oder unter www.hochdruckliga.de.
Quelle: Gesellschaft für
Nephrologie e.V. (GfN)
Bluthochdruck-Mittel könnten vor Alzheimer schützen
14.03.2006 - Wer Medikamente gegen Bluthochdruck nimmt, erkrankt mit geringerer Wahrscheinlichkeit am Morbus Alzheimer. Das haben amerikanische und schwedische Mediziner bei einer Studie mit mehreren Tausend Senioren ermittelt. Je nach Medikament sinkt das Erkrankungsrisiko demnach um über 70 Prozent.
Dieses Resultat stehe im Einklang mit Hinweisen aus früheren und derzeit laufenden Studien, schreiben die Forscher um Peter Zandi von der Johns Hopkins University, Baltimore, im Fachblatt "Archives of Neurology". Die Gründe dafür seien jedoch rätselhaft. Umso wichtiger seien weitere epidemiologische und Laboruntersuchungen zu den "möglichen neuroprotektiven Effekten dieser Medikamente".
Zandi und Kollegen analysierten Daten aus einer Studie, die mit 5.092 mindestens 65 Jahre alten Einwohnern des Cache County im US-Bundesstaat Utah begonnen hatte. Von diesen wiesen 355 bereits zu Studienbeginn eine Demenz auf, weitere 1.429 durchliefen nicht das gesamte Studienprogramm. Bei 185 der verbliebenen 3.308 Personen wurde zum Ende der Studie erstmals eine Demenz diagnostiziert, bei 104 davon die Alzheimersche Erkrankung.
Knapp die Hälfte aller Teilnehmer nahm ein oder mehrere Medikamente gegen Bluthochdruck. Unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Alter und Cholesterinspiegel berechnen die Mediziner für diese Gruppe ein um 36 Prozent verringertes Alzheimer-Risiko. Betrachteten sie unter den vielen verschiedenen Wirkstoffen nur jene aus der Klasse der Kalium-sparenden Diuretika, sank das Risiko sogar um 74 Prozent.
Die Risikoverringerung war praktisch unabhängig vom tatsächlichen Blutdruck der Teilnehmer, fanden Zandi und Kollegen. Daher müsse sich der beobachtete Zusammenhang auf andere Weise erklären, so die Forscher. Zwar sei es prinzipiell denkbar, dass der Effekt lediglich durch eine erhöhte Sterblichkeit von Patienten mit behandeltem Bluthochdruck zustande komme. Gerade in der mit Kalium-sparenden Diuretika behandelten Gruppe gebe es jedoch keine Anhaltspunkte für eine erhöhte Sterblichkeit.
Forschung: Ara S. Khachaturian, Khachaturian and Associates, Inc., Potomac, Maryland; Peter P. Zandi, Department of Mental Health, School of Public Health, Johns Hopkins University, Baltimore, Maryland; und andere
Vorab-Veröffentlichung Archives of Neurology, 14. März 2006, DOI 10.1001/archneur.63.5.noc60013
Quelle: Scienceticker
Schokolade soll das Sterberisiko halbieren können -
Flavanole haben einen entscheidenden Einfluss
Bilthoven - 03.03.2006 - Der regelmäßige Genuss von Kakao könnte das Sterberisiko halbieren und den Blutdruck senken. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM) http://www.rivm.nl gekommen, an der ältere Männer teilnahmen. Laut dem leitenden Wissenschafter Brian Buijsse starben jene Männer, die am wenigsten Kakao zu sich genommen hatten zwei Mal so wahrscheinlich an einem Herzanfall als jene, die am meisten Kakao zu sich genommen hatten. Dabei handelte es sich um mindestens 4 Gramm täglich. Das Risiko blieb ebenfalls geringer als andere Faktoren wie Rauchen, körperliche Bewegung und Gewicht berücksichtigt wurden. "Jene Männer, die am meisten Kakao zu sich nahmen, waren allgemein dem geringsten Sterberisiko ausgesetzt. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Archives of Internal Medicine http://archinte.ama-assn.org veröffentlicht. Experten wie die The British Heart Foundation (BHF) http://www.bhf.org.uk warnen jedoch, dass diese Erkenntnisse nicht nur gute Nachrichten für Schokoladensüchtige bedeuten.
Jene Teilnehmer, die viel Kakao aßen, verfügten über einen deutlich geringeren Blutdruck. Laut Buijsse kann daraus jedoch nicht auf einen Zusammenhang zwischen niedrigem Blutdruck und einem verringerten Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung geschlossen werden. Vielmehr könnten es Bestandteile des Kakaos, Flavanole, sein, die als Antioxidans einen entscheidenden Einfluss haben. "Die Flavan-3-ole verfügen über eine positive Wirkung auf die Funktion des Endothels, jener Zellen, die die Blutgefäße auskleiden. Sie verbessern die Elastizität der Blutgefäße, die so besser auf Veränderungen des Blutflusses reagieren." Schokolade enthält aber auch viele Kalorien. Daher empfehlen die Wissenschafter nicht loszugehen und große Mengen an Schokolade zu essen.
Cathy Ross von der British Heart Foundation erklärte gegenüber New Scientist, dass die aktuelle Studie belege, dass weitere Forschungen über die Langzeitauswirkungen von Kakao erforderlich seien. Entscheidend bei derartigen Studien sei nicht zu vergessen, dass Schokolade häufig ein Teil des Problems und nicht seine Lösung sei. "Kakao ist in seiner natürlichen Form in großen Mengen kaum zu konsumieren. Um die vorgeschlagene erforderliche Menge zu erreichen, müsste man jeden Tag 100 Gramm dunkler Schokolade zu sich nehmen. Das bedeutete rund 500 Kalorien pro 100 Gramm Schokolade mit einem durchschnittlichen Fettgehalt von 30 Prozent.
Für die aktuelle Studie wurden im Abstand von fünf Jahren innerhalb von 15 Jahren 470 Männer über 65 zu ihrem Kakaokonsum befragt und ihre körperliche Gesundheit untersucht. Die Teilnehmer wurden entsprechend ihren Eßgewohnheiten in Gruppen aufgeteilt und Daten über ihre Gesundheit gesammelt. Während der Laufzeit der Studie starben 314 Männer, 152 erlagen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Quelle: pte
Grapefruit senkt Cholesterinspiegel
10.02.2006 - Grapefruits sind nicht nur schmackhaft, sie können auch die Blutfette günstig beeinflussen. Das haben eine israelische Pharmakologin und ihre Kollegen ermittelt. Bei ihren Versuchsteilnehmern sanken die krankhaft erhöhten Blutfettwerte um bis zu ein Fünftel, wenn sie täglich eine Grapefruit verzehrten.
Quelle: pixelquelle
Mit den Blutfettwerten steige das Risiko für Atherosklerose , sodass die Zitrusfrüchte möglicherweise zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Problemen beitragen könnten, schreiben Shela Gorinstein von der Hebräischen Universität Jerusalem und ihre Kollegen im "Journal of Agricultural & Food Chemistry". Da Grapefruits die Wirkung von Medikamenten beeinflussen könnten, solle zuvor jedoch der Hausarzt um Rat gefragt werden.
Gorinstein und ihre Kollegen konnten 57 Männer und Frauen im Alter von 39 bis 72 Jahren für ihre Studie gewinnen. Alle hatten einen Bypass gelegt bekommen und litten an chronisch erhöhten Blutfettwerten, die sich mit Medikamenten aus der Gruppe der Statine nicht in den Griff bekommen ließen. Dreißig Tage lang aßen die Probanden neben ihren regulären Mahlzeiten täglich eine weiße, eine rote oder aber keine Grapefruit.
Bei Verzehr von roten Grapefruits sank der Spiegel des Gesamtcholesterols durchschnittlich um 16 Prozent, der Spiegel des LDL-Cholesterols um 20 Prozent und der Triglyzeridspiegel um 17 Prozent. Weiße Grapefruits hatten einen etwas schwächeren Effekt, in der Kontrollgruppe zeigten sich dagegen keine Veränderungen. In welchem Maß der Effekt auf antioxidative oder auf andere Inhaltsstoffe der Früchte zurückgehe, müsse noch geklärt werden, so die Forscherin und ihre Kollegen.
Forschung: Shela Gorinstein, Department of Medicinal Chemistry and Natural Products, School of Pharmacy, Hebrew University of Jerusalem, Jerusalem; und andere
Quelle scienceticker
Kein Bluthochdruck durch Kaffee
09.11.2005 - Das Herz schlägt nach einer Tasse Kaffee zwar kräftiger, langfristig scheint das Gebräu die Gefahr für Bluthochdruck jedoch nicht zu erhöhen. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Forscher im "Journal of the American Medical Association". Sehr wohl scheint dies allerdings für Kolagetränke zu gelten.

Bild: Photocase
Wolfgang Winkelmayer und seine Kollegen von der Harvard University in Boston, Massachusetts, analysierten Daten von fast 156.000 Krankenschwestern, die an zwei großen Studien zum Einfluss der Lebensweise auf die Gesundheit teilgenommen hatten. Im Laufe von zwölf Jahren wurde bei 33.077 Teilnehmerinnen erstmals Bluthochdruck diagnostiziert - ein bedeutender Risikofaktor für Herzversagen, koronare Herzkrankheit und Schlaganfälle.
Die Betrachtung der Ernährungsgewohnheiten ergab keinen klaren Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum und Erkrankungsrisiko, berichten die Forscher. Vielmehr schienen Teilnehmerinnen mit mäßig hohem Koffeinkonsum häufiger Bluthochdruck zu entwickeln als solche mit niedrigem oder hohen Konsum. Die Aufschlüsselung nach der Art der koffeinhaltigen Getränke zeigte, dass kein Zusammenhang zwischen Kaffee und Erkrankungswahrscheinlichkeit bestand.
Dagegen stieg das Risiko mit dem Konsum von Kolagetränken - unabhängig davon, ob zuckerhaltig oder zuckerarm. Nach Ansicht Winkelmayers und seiner Kollegen dürfte in diesem Fall nicht das Koffein ausschlaggebend sein, sondern andere Inhaltsstoffe. "Sollte es sich um eine kausale Verbindung handeln, könnten die Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit beträchtlich sein", schließen die Forscher.
Forschung: Wolfgang C. Winkelmayer, Meir J. Stampfer, Walter C. Willett und Gary C. Curhan, Division of Pharmacoepidemiology and Pharmacoeconomics, Renal Division und Channing Laboratory, Brigham and Women's Hospital, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts
Veröffentlicht in JAMA, Vol. 294(18), 9. November 2005, pp 2330-5
Quelle: Scienceticker
Raus aus dem Kreislauftief!
Eschborn (ots) - 14.09.2005 - Menschen mit niedrigem Blutdruck leben lange, aber schlecht - so weiß es der Volksmund. Doch es gibt einige Tricks, die helfen, den Blutdruck wieder in den Normalbereich zu treiben. Welche das sind, erfahren Interessierte in der »Neue Apotheken Jllustrierte« vom 15. September.
Von einem niedrigen Blutdruck (Hypotonie) spricht man etwa bei Werten unter 100/60 Millimeter Quecksilber (mmHg). Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwei hypotone Kreislaufstörungen: die unspezifischen, chronischen Befindlichkeitsstörungen und die plötzlichen Hypotonien, die durch mangelnde Blutversorgung zu wirklich relevanten Komplikationen wie verschwommenem Sehen, Kollaps und Ohnmacht führen. Arzneimittel kommen nur in hartnäckigen Fällen zum Einsatz. Treten keine gravierenden Störungen der Kreislaufregulation auf, und stellt der Arzt keine organische Ursache fest, reichen die folgenden sieben Strategien aus:
- Morgens langsam aufstehen, Atemübungen machen, Kaffee trinken.
- Auch wenn es widersprüchlich klingt: Ein Mensch mit niedrigem Blutdruck, der schlecht einschlafen kann, trinkt am besten eine Tasse Kaffee oder Tee vor dem Schlafengehen. Er liegt danach nicht die ganze Nacht wach, weil erst der Kaffee das Kreislauf-Regulierungssystem auf normale Ruhewerte bringt.
- Viel trinken. Kochsalz empfohlen.
- Wechselduschen.
- Regelmäßiger Sport und nicht rauchen.
- Regelmäßige Saunabesuche kräftigen das Herz-Kreislauf-System.
- Den Blutfluss zum Herzen unterstützen mit Kompressionsstrümpfen.
Quelle: Neue Apotheken Illustrierte
Bluttest am Handy -
Portables Labor soll Kosten einsparen
Uppsala (pte) - 02.06.2005 - Wissenschaftler der schwedischen Universität von Uppsala haben ein neuartiges portables Bluttestgerät entwickelt, das mit einem Handy Daten überträgt. Damit sollen in Zukunft Kosten gespart werden und rasch Entzündungen im Körper entdeckt werden, berichtet Cellular-News http://www.cellular-news.com.
Das System ist mit dem Handy verbunden, ein Chip misst spezielle Biomarker wie CRP, Troponin I und T sowie BNP. Eine Mikropumpe, die durch den Handy-Akku mit Energie versorgt wird, zieht die Blutprobe durch die einzelnen Kanäle und Filter und leitet sie in die Auswertungskammer weiter. Eine Kamera liest die Testresultate als Lichtsignale des Chips. Dieser Prozess basiert auf dem Prinzip der Bioluminszenz, die zum Beispiel Glühwürmchen leuchten lässt. Nach wenigen Minuten können die fertigen Testergebnisse an den Mediziner zugeschickt werden - entweder über ein Mobilfunk-Netzwerk oder über das Internet. Das einzige zusätzliche Ausrüstungsstück, das das Labor braucht, ist ein Mobiltelefon mit einer digitalen Kamera.
Allein in Schweden mit knapp neun Mio. Einwohnern werden jährlich zwischen fünf und zehn Mio. CRP-Tests durchgeführt, die rund 27 Mio. Dollar jährlich kosten. Im Vergleich zu herkömmlichen Bluttests soll dieses System wesentlich schneller und daher kostengünstiger sein. Die Wissenschaftler wollen sogar die Chips soweit entwickeln, dass mehrere Bluttests zugleich ausgeführt werden können. Dann sollen sogar die passenden Antikörper gefunden werden. Das interdisziplinäre Projekt wird vom Chemiker Lars Baltzer http://www.org.kemi.uu.se geleitet.
Quelle: presstext.austria
Meditieren hilft gegen Bluthochdruck
01.06.2005 - Zu hoher Blutdruck lässt sich durch Meditieren und spirituelle Atemtechniken senken. Das haben Würzburger Mediziner erstmals nachgewiesen. Bei ihren Versuchsteilnehmern schlug eine christlich kontemplative Meditation ebenso gut an wie sonst nur die Einnahme von Medikamenten.
Die Ergebnisse seien allerdings nur bedingt zu verallgemeinern, betonen die Forscher um Wolfram Voelker vom Universitätsklinikum Würzburg. Einerseits gelte das Resultat nur für Patienten mit leichtem bis mittelschweren und durch Stress bedingten Bluthochdruck. Andererseits hätten die Teilnehmer der Meditation grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber gestanden.
Voelker und Kollegen teilten 52 Hypertonie-Patienten im Alter von 30 bis 70 Jahren in zwei Gruppen ein. Die Meditationsgruppe absolvierte im Würzburger Benediktinerkloster unter Anleitung eine ganzheitliche kontemplative Meditation und übte spirituelle Atemtechniken ein. Nach einer vierwöchigen Einführung und weiteren vier Wochen mit täglich zwei Meditationseinheiten war der Ruhe-Blutdruck dieser Teilnehmer um gut zehn Prozent gesunken, berichteten die Mediziner jetzt auf einem Fachkongress in San Francisco. Bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe war dagegen keine Veränderung feststellbar.
Mit einer Senkung um 16 Prozent besonders stark war die blutdrucksenkende Wirkung bei einem Stresstest. "Die Patienten fühlten sich außerdem besser, weil es keine Nebenwirkungen gab, wie sie bei Medikamenten nicht selten auftreten", so Voelker. Weitere Studien sollen nun zeigen, welche Patienten am besten auf die Meditation ansprechen, wie lange der Effekt anhält und ob so die Dosierung entsprechender Medikamente gesenkt werden kann.
Auf welche Weise die Meditation wirke, sei bislang allerdings unklar, räumen die Forscher ein. Möglicherweise beeinflusse sie das vegetative Nervensystem derart, dass sich die verengten Blutgefäße der Patienten wieder entspannten. Denkbar sei aber auch, dass das Gehirn unter dem Einfluss der Meditation die Ausschüttung von Stresshormonen drossle.
Forschung: Paul Manikonda und Wolfram Voelker, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Würzburg; und andere
Quelle: scienceticker
Bluthochdruck schadet dem Gehirn - Möglicherweise auch Alzheimer- Risiko erhöht
Baierbrunn - 17.05.2005 (ots) - Zu hoher Blutdruck führt offenbar langfristig zum Abbau von Hirnmasse, berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Das haben Forscher festgestellt, die im Abstand von fünf Jahren Kernspinbilder der Gehirne von 72 Menschen zwischen 20 und 77 Jahren auswerteten. Vor allem bei Hochdruckpatienten waren Gehirnregionen geschrumpft, die für das Erinnerungsvermögen zuständig sind. „Möglicherweise erhöht Hypertonie auch das Alzheimer-Risiko“, wird Prof. Ulman Lindenberger vom Berliner Max-Planck-Institut zitiert, das an der Studie beteiligt war.
Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Elektroakupunktur senkt Bluthochdruck um 50 Prozent
Irvine (pte/30.03.2005/09:15) - Akupunktur kann in Kombination mit elektronischer Stimulation einen hohen Blutdruck senken. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of California http://www.uci.edu gekommen. Bei Tests mit Ratten konnte der erhöhte Blutdruck mit diesem Verfahren um 50 Prozent verringert werden. Derzeit wird getestet, ob bei Menschen mit Bluthochdruck der gleiche Effekt erzielt werden kann. Die Ergebnisse der Tests mit Tieren wurden im Journal of Applied Physiology http://jap.physiology.org veröffentlicht.
Das Team um John Longhurst setzte die Akupunktur an spezifischen Punkten der Vorderläufe von Ratten mit künstlich erhöhtem Blutdruck ein. Den Vorderläufen entsprechen beim Menschen die Innenseiten der Unterarme knapp oberhalb des Handgelenks. Die Akupunktur alleine hatte laut BBC keine Auswirkungen auf den Blutdruck. Als ein geringer niederfrequenter elektrischer Strom durch die Nadeln geleitet wurde, sank der Blutdruck um 40 bis 50 Prozent. Eine 30 Minuten dauernde Sitzung verringerte den Blutdruck bei den Tieren um 25mmHg. Diese Wirkung hielt für fast zwei Stunden lang an.
Laut Longhurst sei damit nachgewiesen, das Akupunktur eine ausgezeichnete Ergänzung zu anderen Behandlungsansätzen sein könne. Dabei denke er vor allem an den Herzbereich. "Diese Art der Elektroakupunktur ist nur bei einem erhöhten Blutdruck wie bei Hypertonie wirksam. Die Behandlung hat keinen Einfluss auf normale Blutdruckwerte." Die Akupunktur aktiviere die Freisetzung von Chemikalien in Gehirn, die ihrerseits die Reaktion des Herz-Kreislauf-Systems dämpften. Damit würde die Aktivität des Herzens verringert und sein Bedarf an Sauerstoff. Beides könne in der Folge den Blutdruck senken und fördere so die Heilung bei einer Reihe von Herzerkrankungen wie Herzanfällen oder Bluthochdruck.
Quelle: pressetext.austria
Neue Behandlungsstrategie ist im Begriff die Bluthochdrucktherapie zu revolutionieren
Orlando, Florida - 09.03.2005 (ots/PRNewswire) - Die Behandlung von Bluthochdruck ist nach den neuesten, bei den American College of Cardiology (ACC) Annual Scientific Sessions vorgestellten Ergebnisse der Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial (ASCOT) im Begriff, auf den Kopf gestellt zu werden (1). Die vorläufigen, bahnbrechenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine Kombinationsbehandlung mit Amlodipin und COVERSYL(R) (Perindopril), indem sie die Gesamtmortalität der Hochdruckpatienten senkt, signifikant besser ist, als die gängige First-Line Behandlungsstrategie mit Atenolol/Bendroflumethiazid. In Grossbritannien nehmen über 2 Millionen Bluthochdruckpatienten entweder Betablocker, Diuretika oder beides. Von ihnen erhalten über 900.000 Atenolol oder Bendroflumethiazid als Monotherapie und weitere 639.000 Patienten nehmen eine Kombination von beiden.
"Diese Ergebnisse sind von enormer Bedeutung für die künftige Behandlung von Bluthochdruck", sagte Professor Peter Sever, einer der Vorsitzenden des Lenkungsausschusses. "Die mit Perindopril/Amlodipin im Vergleich zu Atenolol/Bendroflumethiazid einhergehenden Gesundheitsvorteile lassen Bedenken in Bezug auf die künftige Rolle von Betablockern in der First-Line-Behandlung von Bluthochdruck aufkommen".
ASCOT ist eine bedeutende, multi-nationale Studie mit über 19.000 Hochdruckpatienten, die die Wirksamkeit zweier verschiedener Behandlungsstrategien für die Verringerung kardiovaskulärer Ereignisse verglich. Die neue Behandlungsstrategie (mit Perindopril, einem Inhibitor des Angiotensin konvertierenden Enzyms und Amlodipin, einem Kalziumkanalblocker) bot bedeutende Vorteile gegenüber der herkömmlichen Behandlungsstrategie (mit Atenolol, einem Betablocker und Bendroflumethiazid, dem Thiazid Diuretikum). Die Vorteile waren so gross, dass die Studie vorzeitig im Dezember 2004 vom ASCOT Lenkungsausschuss beendet wurde. Es ist das erste Mal, dass eine Bluthochdruckstudie wegen unterschiedlicher Gesamtmortalität bei zwei Hochdruckbehandlungsmethoden vorzeitig abgebrochen wurde.
Die Studie ergab, dass die Perindopril/Amlodipin Kombinationsbehandlung im Vergleich zur Atenolol/Bendroflumethiazid-Kombination die Gesamtmortalität für alle Todesursachen; kardiovaskulären Tod, Schlaganfall (um ca. 25%), Koronarereignisse (um ca. 15%) und neu-einsetzendem Diabetes signifikant reduziert.
"Die Ergebnisse dieser Studie sind eine grosse Neuigkeit", sagte Dr. Adrian Brady, beratender Kardiologe bei der Glasgow Royal Infirmary. "Sie stellen nicht nur den Wert von Betablockern in der First-Line-Behandlung von Bluthochdruck in Frage, sondern unterstützen auch die zunehmende Evidenz, für die über die blutdrucksenkende hinausgehenden Wirkungen von Perindopril, die bereits in Studien wie EUROPA und PROGRESS nachgewiesen wurden".
Bluthochdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für koronare Herzkrankheit und Schlaganfall und es gibt für Perindopril bereits signifikante Wirksamkeitsnachweise bei Patienten, bei denen diese Erkrankungen bereits diagnostiziert wurden. In der EUROPA Studie(2) mit Patienten mit koronarer Herzkrankheit, brachte die Gabe von Perindopril, zusätzliche zur existierenden Behandlung, eine weitere relative Risikoreduktion von 20% für die kombinierten Endpunkte kardiovaskulärer Tod, nicht letaler Myokardinfarkt und Wiederbelebung nach Herzstillstand. Die PROGRESS Studie(3) wiederum zeigte, dass bei einem von 10 Patienten mit Hirnschlag, eine auf Perindopril basierende Behandlung, Tod, Myokardinfarkt bzw. weitere Schlaganfälle über einen Behandlungsdauer von vier Jahren verhinderte. Die Ergebnisse der ASCOT Studie dehnen nun die aufregenden Vorteile von Perindopril auf Patienten aus, die Bluthochdruck haben aber keinerlei Hinweis auf eine koronare Herzkrankheit.
Die endgültigen Ergebnisse werden im Laufe des Jahres präsentiert und veröffentlicht werden und es wird allgemein erwartet, dass die Richtlinien zur Bluthochdruckbehandlung im Lichte dieser Ergebnisse überarbeitet werden müssen.
Quellenhinweise
(1) Sever P, Dahlöf B, Poulter N et al. Rationale, design, methods and baseline demographs of participants of the Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial. J Hypertens 2001;19:1139-1147
(2) EUROPA Study Investigators. Efficacy of perindopril in reduction of cardiovascular events among patients with stable coronary artery disease: randomised, double-blind, placebo-controlled, multicentre trial (the EUROPA study). Lancet 2003; 362: 782-788.
(3) Randomised trial of the perindopril-based blood-pressure-lowering regimen among 6105 individuals with previous stroke or transient ischaemic attack. PROGRESS collaborative group. Lancet 2001;358: 1033-41
Quelle:
Servier
Ganzheitliche Betreuung bei Bluthochdruck
09.03.2005 - Im Kampf gegen Bluthochdruck (Hypertonie) schlucken die meisten der vielen Millionen Betroffenen allein in Deutschland häufig über Jahre hinweg täglich Medikamente. Dabei können die erhöhten Werte oftmals allein schon durch eine Veränderung der Lebensgewohnheiten deutlich gedrosselt werden. Dass etwa durch einen Abbau überflüssiger Pfunde, sportliche Betätigung und einen anderen Umgang mit Stress in der Tat in vielen Fällen Tabletten eingespart werden können, haben erste Erfahrungen mit einem innovativen ganzheitlichen Betreuungsprogramm für Hypertoniker an der Medizinischen Klinik und Poliklinik D (Direktor: Prof. Dr. Hermann Pavenstädt) des Universitätsklinikums Münster (UKM) gezeigt: Rund 200 Bluthochdruck-Patienten sind mittlerweile in dieses Programm aufgenommen worden, und zwar, wie Projektleiterin Privatdozentin Dr. Eva Brand betont, "mit exzellenten Erfolgen".
Der viel versprechende fachübergreifende Ansatz dieses Projektes, in das neben Nieren- und Bluthochdruck-Experten auch Kardiologen, Gynäkologen (Schwangerschafts-Hypertonie) Psychologen und Psychosomatiker sowie gleichermaßen Sport- und Ernährungsexperten einbezogen sind, hat nicht zuletzt auch das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium überzeugt. Dort wurde das Projekt jetzt ausgewählt und in den Projektverband "Gesundes Land NRW" im Europäischen Netzwerk der WHO "Regionen für Gesundheit" aufgenommen. In der Auszeichnung durch die Ministerin wird die Strategie in Münster als "beispielgebend und als eine Bereicherung für das Gesundheitswesen des Landes" bewertet. Positive Auswirkungen hat das ganzheitliche Versorgungskonzept inzwischen auch auf die Hypertoniker-Betreuung in Stadt und Region: So arbeiten heute immer mehr ambulante Praxen bei der Versorgung ihrer Bluthochdruck-Patienten eng mit der Medizinischen Klinik D des UKM zusammen.
Ziel des von Privatdozentin Dr. Eva Brand und Prof. Dr. Hermann Pavenstädt, entwickelten Programms ist eine individuell zugeschnittene Behandlung bei Hypertonie auf der Grundlage des genetischen Risikoprofils der einzelnen Patienten. Denn immerhin wird der Blutdruck bis zu 65 Prozent durch Erbfaktoren bestimmt. Das von Eva Brand geleitete genetische Forschungslabor am UKM ist eines von bundesweit erst ganz wenigen Einrichtungen, wo
entsprechende genetische Untersuchungen durchgeführt werden können. Wichtig ist die Bestimmung typischer Erbfaktoren etwa im Hinblick auf die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung. Zukünftiges Ziel ist die Auswahl und Dosierung der einzelnen Medikamente in Abhängigkeit vom erblichen Profil (Pharmakogenetik). Denn besondere Genvarianten können dazu führen, dass die einzelnen Präparate schneller oder langsamer im Körper verstoffwechselt werden und die Standarddosis dann entsprechend erhöht oder reduziert werden muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen und Nebenwirkungen zu vermeiden.
Die Erwartungen in das ganzheitliche Versorgungskonzept am UKM, von dem sich die Medizin und Gesundheitspolitik nicht nur eine Verbesserung der Behandlung, sondern auch der Prävention der Volkskrankheit Bluthochdruck versprechen, sind hoch. Denn erhöhte Bluthochdruckwerte schädigen auf Dauer die Gefäße und die Funktion wichtiger Organe wie Herz, Gehirn und Nieren. Die meisten Schlaganfälle und viele Herzinfarkte gehen auf das Konto einer über Jahre hinweg nicht optimal behandelten Hypertonie.
Quelle:
Westfaelische Wilhelms-Universität Münster
Lachen ist für Blutgefäße gesund
Baltimore (pte, 08. Mär 2005 13:15) - Das Lachen scheint für die Gesundheit von Blutgefäßen fast so gesund zu sein wie Sport. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des University of Maryland Medical Center http://www.umm.edu gekommen. Laut dem leitenden Wissenschafter Michael Miller sollten 30 Minuten Sport drei Mal pro Woche und 15 Minuten herzliches Lachen pro Tag fixe Bestandteile eines gesunden Lebensstils sein. Die Forscher wiesen nach, dass Lachen die Arterien entspannt und den Blutfluss verbessert.
Bild: Kyken / photoCase
Miller zeigte 20 Freiwilligen Ausschnitte aus der Komödie King Pin. Vor und nach der Vorführung wurden mittels Ultraschall Messungen des Blutflusses und der Dilatation der Oberarmarterie vorgenommen. Die Scans zeigten bei 19 Teilnehmern eine Entspannung der Arterien und einen verbesserten Blutfluss für die Dauer von 30 bis 45 Minuten nach dem Film. Genau das Gegenteil geschah, als den gleichen Personen Szenen aus Saving Private Ryan sahen. Bei 14 der 20 Teilnehmer verengten sich die Arterienwände und verringerten so den Blutdurchfluss. Allgemein verringerte sich laut NewScientist der Blutdurchfluss nach den Stress verursachenden Ausschnitten um 35 Prozent und erhöhte sich während des Lachens um 22 Prozent.
Quelle: pressetext.austria
Ballaststoffe senken den Blutdruck
01.03.2005 - Eine ballaststoffreiche Ernährung ist nicht für den Darm gut, sondern auch für Herz und Kreislauf. Das zeigt eine Analyse mehrerer entsprechender Studien, die amerikanischer Mediziner im "Journal of Hypertension" vorstellen. Gerade bei Menschen mit bereits erhöhtem Blutdruck sinken die Werte, wenn sie langfristig den Anteil von Ballaststoffen an ihrer Ernährung steigern.

Bild: photoCase
Seamus Whelton und seine Kollegen von der Tulane University in New Orleans nutzten für ihre Meta-Analyse Daten aus 25 klinischen Studien. Insgesamt 1.477 Erwachsene hatten dabei über verschiedene Zeiträume unterschiedliche Mengen von Ballaststoffen, unverdauliche Bestandteile wie pflanzliche Fasern und Samenschalen, mit der Nahrung zu sich genommen.
Der deutlichste Effekt stellte sich bei Hypertonie-Patienten ein, berichten die Mediziner. Nahmen diese Personen pro Tag mindestens sieben Gramm Ballaststoffe zu sich, gingen ihre erhöhten Blutdruckwerte um etwa 6 bzw. 4,2 Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg) zurück. Bei Personen mit normalem Blutdruck sanken die Werte etwas weniger stark - und das auch nur dann, wenn die Studien mindestens acht Wochen dauerten.

Bild: photoCase
"Sämtliche Daten führen zu einer klaren Schlussfolgerung", sagt Whelton. "Mehr Ballaststoffe auf dem Speiseplan sind gut für den Blutdruck." Wer weder Obst noch Gemüse möge, könne die unverdaulichen Bestandteile notfalls auch in Pillenform einnehmen, so der Mediziner. Zudem trage auch regelmäßiger Sport dazu bei, die Blutdruckwerte wieder in den Normbereich bringen.
Forschung: Seamus P. Whelton und Jiang He, School of Public Health and Tropical Medicine und School of Medicine, Tulane University, New Orleans, Louisiana; und andere
Veröffentlicht in Journal of Hypertension, Vol. 23(3), März 2005, pp 475-81
Quelle: Scienceticker
Bluthochdruck beschleunigt den Abbau des Gehirns
15.02.2005 - Eine Langzeitstudie an gesunden Erwachsenen zwischen 20 und 77 Jahren zeigt, dass bereits ab dem mittleren Erwachsenenalter elf von zwölf untersuchten Hirnregionen schrumpfen. Zugleich gibt es bedeutsame Unterschiede zwischen verschiedenen Personen im Ausmaß der Schrumpfung. Vor allem das Volumen gedächtnisrelevanter Hirnregionen nimmt mit dem Alter ab. Bluthochdruck beschleunigt diesen Prozess.
Jeder Mensch empfindet das Älterwerden anders, aber Einbußen müssen alle hinnehmen. Alterungsprozesse des Gehirns lassen sich bereits ab dem mittleren Erwachsenenalter beobachten. Dies zeigt eine Langzeitstudie an gesunden Erwachsenen, die sich im Abstand von fünf Jahren freiwillig in einen Kernspintomografen legten, um die Volumina von bestimmten Regionen ihres Gehirns vermessen zu lassen. Naftali Raz von der Wayne State University in Detroit und Ulman Lindenberger vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin haben die Ergebnisse nun veröffentlicht (Advance Access Publication in Cerebral Cortex, 2005 unter http://cercor.oupjournals.org/misc/papfaq.dtl).
Bisher beziehen Altersforscher ihre Ergebnisse vor allem aus Querschnittsstudien, in denen sie Hirnaufnahmen oder Testleistungen von Menschen unterschiedlichen Alters miteinander vergleichen. Aus diesen Durchschnittswerten lassen sich jedoch nur indirekt Aussagen über den individuellen Alterungsprozess ableiten. Raz und Lindenberger wollten dagegen wissen, wie groß die individuellen Unterschiede beim Abbau des Gehirns sind und wie stark sich die verschiedenen Regionen des Gehirns im Lauf von fünf Jahren verändern. Für die Langzeitstudie untersuchten sie geistig und körperlich gesunde Erwachsene mit einem Ausgangsalter zwischen 20 und 77 Jahren an zwei Messzeitpunkten im Abstand von fünf Jahren.
Bei Elf der insgesamt zwölf untersuchten Regionen nahm das Hirnvolumen deutlich ab, nur der Bereich im visuellen Kortex (Sehrinde) hatte sich nicht systematisch verändert. Bei Frauen alterte das Gehirn nicht grundsätzlich anders als bei Männern. Auch Personen mit überdurchschnittlich großen Gehirnvolumina waren vor dem Abbau keineswegs gefeit. Insgesamt zeigten sich bei dieser Studie deutlich drastischere Einbußen in vielen Hirnregionen als in den Querschnittstudien. Raz und Lindenberger führen dies darauf zurück, daß Längsschnittstudien die Veränderungen innerhalb von Personen reiner erfassen können als Querschnittsstudien.
Die Volumenveränderungen waren bei den einzelnen Teilnehmern unterschiedlich stark ausgeprägt. Offensichtlich ist die Hirnalterung ein sehr individueller Prozess. Zumindest einige dieser Unterschiede scheinen mit Bluthochdruck zusammenzuhängen. 14 der 72 Versuchspersonen hatten bereits zu Untersuchungsbeginn Bluthochdruck und im Lauf der fünf Jahre entwickelten noch weitere 5 Teilnehmer Bluthochdruck. Obwohl der Bluthochdruck bei allen Betroffenen medizinisch gut kontrolliert wurde, stellten Raz und Lindenberger fest, dass gedächtnisrelevante Regionen wie der Hippocampus, aber auch die weiße Substanz im präfrontalen Kortex, bei den Bluthochdruckpatienten besonders stark geschrumpft waren. Und zwar umso stärker, je länger diese Patienten bereits unter Bluthochdruck litten. "Bluthochdruck ist offenbar noch gefährlicher als bislang vermutet, vielleicht erhöht er sogar das Risiko, an Alzheimer zu erkranken", meint Lindenberger. Beide Hirnregionen nahmen zwar auch bei den Teilnehmern ohne Bluthochdruck mit dem Alter immer stärker ab, der Bluthochdruck beschleunigte diesen Prozess jedoch merklich.
In methodischer Hinsicht wandten Raz und Lindenberger erstmalig ein 1994 von Jack McArdle und John Nesselroade an der University of Virginia entwickeltes statistisches Verfahren zur möglichst genauen (meßfehlerfreien) Abschätzung auf hirnphysiologische Daten an. "Dabei haben wir uns zunutze gemacht, daß im Hirn jede Region zweimal vorkommt," erklärt Lindenberger. Zusammen mit Paolo Ghisletta von der Universität Genf sind Raz und Lindenberger nun dabei, den Zusammenhang zwischen den Hirnveränderungen und den gleichzeitig beobachteten Veränderungen in psychologischen Leistungstests näher zu untersuchen.
Quelle:
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Durch Behandlung von Bluthochdruck sinkt das Herzinfarkt-Risiko beim Diabetiker
Heidelberg (ots) 31.01.2005 - Bei Bluthochdruck lässt sich meist keine konkrete Ursache finden, doch Bluthochdruck tritt häufig im Rahmen des metabolischen Syndroms, auch "Wohlstandssyndrom" genannt, auf. Das berichtet in der aktuellen Ausgabe des DRUCKPUNKT, das Gesundheits-Magazin der Deutschen Hochdruckliga, Professor Dr. med. Hendrik Lehnert von der Universitäts-Klinik Magdeburg. Unter dem Begriff "Wohlstandssyndrom" wird das gemeinsame Auftreten von Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Übergewicht, erhöhten Blutfetten und einem zu hohen Harnsäurespiegel verstanden. Die fatale Konsequenz dieses Syndroms sind Folge-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- oder Augenschäden. Mit dem wachsenden Anteil von übergewichtigen Menschen nimmt auch die Häufigkeit des "Wohlstandssyndroms" rapide zu.
Insbesondere Bluthochdruck und Diabetes verstärken sich in ihrer schädigenden Wirkung gegenseitig. Treffen beide Erkrankungen zusammen, ist das Risiko für einen Herzinfarkt beträchtlich erhöht. Bluthochdruck sollte deshalb bei Diabetikern sehr ernst genommen werden. Bei Zuckerkranken senkt die konsequente Blutdruckbehandlung mit den Zielwerten 130 / 80 mm Hg das Infarktrisiko noch stärker als bei Bluthochdruck-Erkrankten ohne Diabetes. Hierfür sind häufig Kombinationen verschiedener Medikamente erforderlich. Grundsätzlich können alle von der Deutschen Hochdruckliga empfohlenen Wirkstoffe verwendet werden. Das Gesundheitsmagazin DRUCKPUNKT kann bei der Deutschen Hochdruckliga angefordert oder abonniert werden, Mitglieder erhalten es kostenfrei. Patientenservice der Hochdruckliga: Experten beantworten Ihre Fragen am Herz-Kreislauf-Telefon,
Tel. 0 62 21 / 47 48 00, Montag bis Freitag, 9.00 - 17.00 Uhr.
Quelle: Deutsche Hochdruckliga
Drängler treiben den Puls hoch - Spitzenwerte, wenn sie auch noch die Lichthupe einsetzen
Baierbrunn (ots) 30.12.2004 - Autofahrer mit einem Drängler im Nacken können einen Puls von bis zu 155 Schlägen pro Minute entwickeln, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Setzt der ungeduldige Hintermann auch noch die Lichthupe ein, steigt der Pulschlag des Bedrängten noch einmal an. 175 Schläge pro Minute haben englische
Forscher auf einer Schnellstraße bei London gemessen, die Autofahrer
in alltäglichen Stresssituationen untersuchten. Eine derartige
Herzbelastung erreicht beispielsweise ein Boxer im Wettkampf.
Quelle:
Wort und Bild - Apotheken Umschau
Blutdruck und Blutzucker: Fehler vermeiden Eschborn (ots) 30.12.2004 - Die Möglichkeiten zur Kontrolle der Gesundheit
daheim oder unterwegs wachsen stetig. Doch wie sicher die gemessenen
Werte sind und welche Fehlerquellen es zu vermeiden gilt, darüber
informiert die »Neue Apotheken Jllustrierte« in ihrer aktuellen
Ausgabe vom 1. Januar.
Zertifizierte Messgeräte liefern in der Regel zuverlässige Werte.
Geräte mit dem CE-Kennzeichen entsprechen den Anforderungen der EG-
Richtlinien und sind europaweit zugelassen. Wichtig ist, dass das
Zeichen die Kennnummer einer anerkannten Prüfstelle trägt.
Deutschlandweit garantiert das von unabhängigen Prüfstellen vergebene
GS-Zeichen die einwandfreie Funktion und Messgenauigkeit eines
Gerätes. Doch trotz Prüfzeichen kann es zu Messfehlern kommen, wenn
das Gerät nicht auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt oder die
Bedienung zu kompliziert ist. Apotheken bieten zahlreiche Messgeräte
an, dazu auch eine gute Beratung, die hilft, Bedienungsfehler und
ungenaue Messwerte zu vermeiden. Wer ein Blutdruckmessgerät mit
Manschette verwendet, sollte beim Kauf die Stärke seines Oberarms
berücksichtigen, sonst werden falsche Werte gemessen. Bei
Handgelenkmessgeräten kann eine Arteriosklerose das Ergebnis
verfälschen, außerdem muss das Handgelenk während der Messung auf
Herzhöhe sein. Bei Blutdruckmessgeräten vergibt die Deutsche
Hochdruckliga ein Prüfsiegel.
Da Blutzuckermessgeräte zwischen zehn und 15 Prozent zu den Laborwerten abweichen können, sollten vor dem Messen die Finger warm und gut durchblutet sein. Wichtig ist auch, nur die zum Gerät passenden Teststreifen zu verwenden und diese im dafür vorgesehenen Originalgefäß aufzubewahren.
ots-Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte
Eine Schiene rettet die Hauptschlagader - Reparatur gefährlicher Risse ohne große OP
24.11.2004 - Durch eine innere Schiene in der Hauptschlagader (Aorta) retten Kardiologen heute viele Patienten vor dem plötzlichen Verbluten, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Etwa 10.000 Bundesbürger erkranken jährlich an Aussackungen der Aorta, die durch Arteriosklerose und Einrisse der inneren Gefäßwand zustande kommt. Nur noch dünne Wandschichten müssen dann dem Blutdruck standhalten. Stets besteht die Gefahr, dass die große Ader plötzlich reißt und der Patient verblutet. Für eine Operation ist es dann fast immer zu spät. Die jetzt vorbeugend einsetzbare innere Schiene besteht aus einem mit Textilgewebe überzogenen Drahtgitter. Von einem kleinen Schnitt in der Leiste aus wird die „Stent“ genannte Schiene bis zur Gefahrenstelle vorgeschoben. Dort wird sie entfaltet und dichtet die Aussackung ab. „Der Stent ist eine kleine Revolution in der Gefäßmedizin“, schwärmt Dr. Robert Bauernschmitt vom Deutschen Herzzentrum München.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Wetterfühler in den Adern - Blutdruck-Messfühler des Körpers reagieren auch aufs Wetter
22.11.2004 - Messfühler in unseren Adern, die für die Regulierung von Blutdruck und Puls zuständig sind, reagieren auch auf Luftdruckschwankungen. Dadurch tragen sie wahrscheinlich auch zu Befindlichkeitsstörungen bei, berichtet das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Prof. Peter Höppe, Meteorologe aus München, erforscht die „Barorezeptoren“ genannten Fühler, die sich in einer Aufzweigung der zum Kopf führenden Halsschlagader befinden. „Vieles spricht dafür, dass geringe Luftdruckschwankungen diese Rezeptoren beeinflussen“, erklärt Höppe, „und damit für Wetterfühligkeit mitverantwortlich sind.“ Tatsächlich kommen die meisten auf das Klima zurück geführten gesundheitlichen Beeinträchtigungen vor, wenn das Wetter umschlägt, was so gut wie immer mit Luftdruckveränderungen einhergeht.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Senioren Ratgeber
Ohne Medikamente den Blutdruck wirksam senken
12.11.2004 - Dreißig Prozent der Deutschen sind übergewichtig - über die Hälfte von ihnen leidet an Bluthochdruck. Die Folge-Erkrankungen von Bluthochdruck und Übergewicht sind Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Deutsche Hochdruckliga informiert in ihrem Arzt-Patienten-Seminar "Bluthochdruck - Übergewicht, Ernährung und Sport" über den Zusammenhang von Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie über nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Blutdrucksenkung. Die Veranstaltung wird im Rahmen des 28. Wissenschaftlichen Kongresses 2004 der Deutschen Hochdruckliga in Hannover durchgeführt und steht unter der Leitung von Professor Dr. Danilo Fliser und Professor Dr. Jörg Michael Herrmann. Das Arzt-Patienten-Seminar für Betroffene und Interessierte findet am 27. November 2004 von 14.00 bis 15.30 Uhr im Kuppelsaal des Hannover Congress Centrum statt. Der Eintritt ist frei.
Die Deutsche Hochdruckliga ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, die Bevölkerung über Risiken und Behandlungsmöglichkeiten von Bluthochdruck aufzuklären. Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland haben Bluthochdruck. Die Hälfte der Betroffenen weiß nicht, dass sie Bluthochdruck hat. Bluthochdruck verursacht zunächst keine typischen Beschwerden. Früherkennung und Behandlung des Bluthochdrucks sind unerlässlich, um Folgeschäden wie zum Beispiel Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen oder Gefäßschäden vorzubeugen.
Blutdruck senken - der richtige Weg
05.11.2004 - Der Bluthochdruck hat zwei Seiten: Er macht keine Schmerzen und wird daher in der Bevölkerung leicht bagatellisiert. Lässt man ihn jedoch unbehandelt, kann er gefährliche Krankheiten verursachen - einen Herzinfarkt oder Schlaganfall etwa. Umso wichtiger ist es, dem Bluthochdruck rechtzeitig auf die Schliche zu kommen und den Druck aus den Gefäßen zu nehmen. Dabei kann ein neues Buch des für seine Arbeit bereits mehrfach ausgezeichneten Medizinjournalisten Max Conradt helfen. Er informiert darin die Leser über alles, was nötig ist, um die Bedrohung durch den Bluthochdruck einschätzen und sinnvoll darauf reagieren zu können. Dabei ist viel Eigeninitiative gefragt, sei es durch Blutdruckkontrollen zu Hause, Konsequenz bei der Einnahme von Arzneimitteln oder durch mehr Bewegung sowie eine gesunde Ernährung. Dafür gibt das Buch wertvolle Tipps und Informationen.
Das Buch gibt es in Apotheken für EUR 9,--.
Max Conradt
Blutdruck senken - der richtige Weg
GOVI-Verlag, 96 S., EUR 9,-- (D)
ISBN 3-7741-1020-4
PZN: 3743227
Quelle: GOVI-Verlag Pharmazeutischer Verlag GmbH
Die Uhr im Bluterguss
04.11.2004 - Eine Technik zur Datierung von Blutergüssen entwickeln derzeit norwegische Physiker. Das Verfahren misst, wie stark das unter der Haut ausgetretene Blut bereits abgebaut worden ist. Nach Ansicht der Forscher könnte es bei der Aufklärung von Verletzungen oder Todesfällen gute Dienste leisten.
Blutergüsse entstehen, wenn bei einem Stoß ein Blutgefäß verletzt wird und Blut in das umliegende Gewebe austritt. Indem der Blutfarbstoff Hämoglobin allmählich abgebaut wird, verfärbt sich das Hämatom von rötlich über blau-violett nach gelb-grün und schließlich nach braun. Anhand dieses Farbwechsels können Gerichtsmediziner schätzen, ob die Verletzung wenige Tage oder länger als eine Woche zurückliegt.
Zu unpräzise, sind Lise Randeberg und Lars Svaasand von der Norwegischen technisch-naturwissenschaftlichen Universität in Trondheim überzeugt. Indem sie das von dem Hämatom reflektierte Licht analysieren, wollen sie den Zeitpunkt der Verletzung künftig auf den Tag genau angeben können. Dabei richten sie sich nach der Menge des Bilirubins, eines gelb gefärbten Abbauprodukts des Hämoglobins, in der Haut.
"Per Reflexionsspektroskopie können wir schon nach einem Tag Bilirubin feststellen", erläutert Randeberg. "Nach vier Tagen hat die Bilirubin-Konzentration ihr Maximum erreicht und geht dann langsam wieder zurück." Laut der Forscherin sind entsprechende Messungen einfach und rasch durchführbar und zudem kostengünstig.
Forschung: Lise Lyngsnes Randeberg und Lars Othar Svaasand, Electrooptics Group, Faculty of Information Technology, Mathematics and Electrical Engineering, Norwegian University of Science and Technology, Trondheim
Quelle: Scienceticker
Bosentan verbessert Lebensqualität und Prognose für Patienten mit pulmonaler, arterieller Hypertonie
22.10.2004 - Wie die Ergebnisse zeigen, verbessert die Einnahme von Bosentan (Tracleer (R) bei der Behandlung von pulmonaler, arterieller Hypertonie (PAH) in Verbindung mit Bindegewebserkrankungen signifikant die Lebensqualität(QoL)(1) der Patienten. Diese Erkenntnisse wurden heute auf dem alljährlich stattfindenden, wissenschaftlichen Meeting des American College of Rheumatology (ACR) in San Antonio, Texas vorgestellt.
PAH ist eine lebensbedrohliche Erkrankung und schwerwiegende Komplikation bei Bindegewebserkrankungen wie Sklerodermie (Ssc). Sie verursacht starke Verschlechterungen der Körperfunktionen und der
allgemeinen Überlebenschancen. Tritt PAH gleichzeitig mit Sklerodermie auf (PAH-Ssc), so ist die mediane Überlebenszeit von Patienten vor Beginn der PAH-Behandlung mit nur einem Jahr nach Diagnosestellung (2) angegeben.
Die VITAL Studie (1)(Quality of LiVes Improved with BosenTan in Australian Open Label Study) wurde in Australien als Multicenter-, Open-Label-, Single-Arm Studie durchgeführt. Ziel war es, weitere Daten über die Sicherheit und Wirksamkeit der Bosentan-Therapie bei Patienten mit PAH (idiopathisch und hinsichtlich Bindegewebserkrankungen) zu gewinnen. Darüber hinaus wollte man einschätzen, welche Veränderungen in der Lebensqualität sich mit Bosentan (1) ergeben. Als die Studie 2001 begann, gab es in Australien keine auf PAH abgestimmte Therapien. Daher brachte diese Studie auch den Zugang zur PAH-Therapie für betroffene Patienten.
Gegenwärtig ist die VITAL Studie die grösste, klinische Studie zur
Erforschung des Einflusses auf die Lebensqualität bei PAH-Patienten.
Ergebnisse der Studie
Es wurden 177 PAH-Patienten (Klasse III oder IV) rekrutiert, die mit Bosentan (1 Monat lang mit 62,5 mg BID, dann mit 125 mg BID) behandelt wurden, von denen 62 (35%) an PAH-Ssc litten (11 bzw. 6 % an PAH in Zusammenhang mit systemischem Lupus und 104 bzw. 59 % mit idiopathischem PAH). Die Lebensqualität (QoL) wurde mittels SF-36-Fragebogen erhoben. Dies ist die am häufigsten verwendete Skala für Gesundheitsstudien. Die Ergebnisse zeigten, dass mit Bosentan behandelten PAH-SSc-Patienten nach 3 Monaten, verglichen mit zu ihren
Ausgangswerten, eine signifikante Besserung zeigten, insbesondere im
Hinblick auf Körperfunktion (p<0.0001), sozialen Zustand (p=0.002),
Lebensfreude (P=0.02), emotionelle Verfassung (p=0.03) und physische
Verfassung (p<0.0001). Die Ergebnisse blieben weitere 6 Monate erhalten oder wurden sogar noch besser (1). Die Patienten berichteten auch von einem signifikant verbesserten, allgemeinen Gesundheitszustand im Vergleich zu jenem 12 Monate davor (p<0.001) (1). Darüber hinaus verbesserte oder stabilisierte sich der Zustand von 81 % der mit Bosentan behandelten PAH-Ssc-Patienten in Bezug auf ihre Ausgangslage gemäss deren WHO-Funktionsklasse.
"Die Ergebnisse der VITAL-Studie zeigen den positiven Einfluss, den Bosentan auf das Leben von PAH-Patienten haben kann, sowohl auf deren physisches als auch auf deren psychisches Wohlbefinden", erklärte Dr. Susanna Proudman, Senior Visiting Rheumatologist am Royal Adelaide Hospital in Adelaide, Australien, die die Resultate im Namen der V.I.T.A.L.-Studiengruppe präsentierte. "Bei Erkrankungen wie PAH ist die Lebensverlängerung für den Patienten schon etwas Positives, eine Lebensverlängerung mit gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität ist aber unumgänglich für die langfristige Aussicht auf Heilung."
Forschungen haben ergeben, dass Endothelin eine wesentliche Rolle in der Pathophysiologie von PAH spielt und dass es mit dem Schweregrad der Krankheit und dem Krankheitsausgang im Zusammenhang steht. Bosentan, ein oraler, dualer Endothelin-Rezeptor-Antagonist, verhindert die schädlichen Einflüsse von Endothelin (Entzündungen, Hypertrophie, Fibrose und Vasokonstriktion). Es wurde gezeigt, dass Bosentan die Bewegungsfähigkeit und Hämodynamik verbessert und die klinische Verschlechterung bei PAH-Patienten hinauszögert. Bosentan erwies sich im Rahmen der VITAL-Studie als sicher und gut verträglich und wurde in Australien im März 2004 zugelassen.
Bei PAH wird die Diagnose in vielen Fällen sehr spät gestellt, da die Erstsymptome wie Atemnot unspezifisch sind und daher unerkannt bleiben oder auf andere Krankheiten zurückgeführt werden. Wird dann PAH diagnostiziert, haben die Patienten oft schon Schwierigkeiten bei der Ausführung so einfacher Aufgaben wie Anziehen oder Treppensteigen. Ohne Behandlung kann diese Verschlechterung schnell fortschreiten und innerhalb von zwei bis drei Jahren ab Diagnosestellung zum Tod führen. Daher kann die frühe Erkennung von PAH und Anwendung einer massgeschneiderten Therapie die Prognose für diese Patienten verbessern.
Bezugsquellen
1. Proudman, S. (Tracleer (bosentan), a Dual Endothelin Receptor
Antagonist (ERA), for the Treatment of Pulmonary Arterial
Hypertension (PAH) related to Connecttive Tissue Diseases: Effect on
Quality of Life (QoL). Presented at the American College of
Rheumatology, October 21, 2004. Abstract #1853.
2. Koh ET, et al. Br J Rheumatol 1996; 35:989-93 and Kawut SM, et
al. Chest 2003; 123:344-50.
ots Originaltext: Royal Adelaide Hospital
Salz und Bluthochdruck
Leitlinien der Fachgesellschaften sind veraltet
Bonn (ots) - Veraltet sind in Deutschland, Europa und den USA die
Therapieleitlinien der medizinischen Fachgesellschaften zum
Bluthochdruck. In diesen Leitlinien wird immer noch missionarisch zum
Salzsparen geraten. Die Daten aber sind einseitig und völlig veraltet
und entsprechen nicht mehr wissenschaftlichem Kenntnisstand, monierte
Professor Dr. Karl-Ludwig Resch, Bad Elster, bei der 12. Aachener
Diätetik Fortbildung.
Denn betrachtet man vorliegende Studien, so gibt es keinen klaren
Zusammenhang zwischen der Höhe von Salzverzehr und Blutdruck: "Zwei
Anfang diesen Jahres aktualisierte Cochrane Reviews kommen zum
Ergebnis, dass kaum eine Assoziation zwischen Blutdruck und
Salzkonsum besteht", gab Resch zu bedenken. So sank der systolische
Blutdruck unter streng salzarmer Ernährung nur um einige wenige
Millimeter und das nur bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck, nicht bei
Gesunden und darüber hinaus nur in Kurzzeitversuchen. Ergebnisse aus
Langzeitstudien liegen derzeit überhaupt nicht vor.
Eine direkte Assoziation zwischen hohem Salzkonsum und erhöhtem
Blutdruck ist nach Resch vor dem Hintergrund der aktuellen Datenlage
eher unwahrscheinlich, da zahlreiche Studien mit dieser Fragestellung
ein negatives Ergebnis erbracht hätten. "Wäre der Zusammenhang
eindeutig, so hätte man dies wohl längst zweifelsfrei nachweisen
können", betonte der Mediziner.
Vor diesem Hintergrund ist es nach Resch keinesfalls gerechtfertigt, dass in den Leitlinien Hochdruckpatienten wie auch Gesunde weiterhin pauschal zum Salzsparen aufgefordert werden. Solche Empfehlungen fußten auf Studien, die aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammen. Negiert würden neuere Ergebnisse, Untersuchungen, Metaanalysen und sogar Cochrane Reviews, die den zitierten Zusammenhang nicht bestätigen. "Die derzeitigen Leitlinien spiegeln nicht den aktuellen Erkenntnisstand wider, sie ignorieren ihn sogar", kritisierte der Mediziner in Aachen. Auch fehlen nach seinen Worten immer noch aussagekräftige Studien zur Frage des Zusammenhangs zwischen Salzkonsum und kardiovaskulären Ereignissen oder gar der kardiovaskulären Sterblichkeit. Nur solche Daten aber wären nach Resch "im wirklichen Leben auch tatsächlich relevant".
ots Originaltext: Verein Deutsche Salzindustrie
Blutdruck: Selbst messen bringt mehr - Aufregung beim Arzt verfälscht die Werte
28.09.2004 - Wer selbst regelmäßig seinen Blutdruck misst, hat oft einen besseren Überblick als bei gelegentlichen Kontrollen in der Arztpraxis. Dies ergab laut einem Bericht des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" eine französische Studie mit fast 5000 älteren Hochdruckpatienten über drei Jahre. Registrierten die Teilnehmer selbst erhöhte Werte, bestand tatsächlich ein größeres Risiko für schwere Herzprobleme, etwa einen Infarkt. „Blutdruckspitzen, die nur in der Arztpraxis festgestellt wurden, vergrößerten die Gefahr für das Herz dagegen nicht“, bestätigt der französische Studienleiter Dr. Guillaume Bobri. Mögliche Erklärung: Aufregung in der Arztpraxis treibt den Blutdruck nur kurzfristig in die Höhe. Zuhause gibt es diesen Effekt nicht.
ots-Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau
TK-Gesundheitsreport:
Über vier Millionen unter (Blut-) Hochdruck
24.08.2004
- Würde man sie aneinander reihen, ergäbe
sich eine Strecke von München bis Athen und zurück:
Die Techniker Krankenkasse wertete für ihren aktuellen
Gesundheitsreport knapp 24 Millionen Rezepte aus. Die
Arzneimittel-auswertung - kombiniert mit der Analyse
von über zwei Millionen Krank-schreibungen - stellte
die Krankenkasse heute in Berlin vor. Ganz weit oben
auf der Liste der Krankheitsbilder: der Bluthochdruck.
"Die Analyse der Krankenstände allein reicht
nicht aus, um realistische Informationen über die
Gesundheitssituation der Erwerbspersonen zu erhalten.
Nur wenn man
auch die Arzneimitteldaten betrachtet, erhält man
ein umfassendes
Bild und erkennt auch die Krankheiten, die nicht mit
einer Krankschreibung einhergehen", so TK Vorstand
Dr. Christoph Straub. Der Report zeigt, dass Blutdrucksenker
zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten
gehören: Mehr als zwölf Prozent der Erwerbspersonen,
auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet über
vier Millionen, erhielten im letzten Jahr ein solches
Präparat.
Quelle: TK Techniker Krankenkasse
Bei Männern sind Herz-Kreislauf-Präparate
die mit Abstand am häufigsten verschriebenen Medikamente.
Dr.
Thomas Grobe vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie
und
Gesundheitssystemforschung (ISEG), das die Analyse wissenschaftlich
begleitet hat: "Bei den Krankmeldungen rangieren
Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Mittelfeld, vor allem
der Bluthochdruck tritt als Ursache von Fehlzeiten nicht
in Erscheinung. Betrachtet man aber die Zahl der Erwerbspersonen,
die aufgrund dieser Beschwerden Medikamente verordnet
bekommt, zeigt sich, dass die Gruppe der Betroffenen
wesentlich größer ist als man es auf Basis
des Krankenstandes erwarten würde."
Bei Männern sind Herz-Kreislauf-Präparate
die mit Abstand am häufigsten verschriebenen Medikamente.
Statistisch gesehen erhielt jede männliche Erwerbsperson
62 Tagesdosen verschrieben, bei Frauen waren es mit
33 Tagesdosen halb soviel. Die Verordnungsrate für
Blutdruck senkende Mittel steigt aber bei beiden Geschlechtern
mit dem Alter deutlich an, zwischen dem 60. und dem
64. Lebensjahr erhalten jede dritte Frau und fast 40
Prozent der Männer Blutdruck senkende Mittel. Statistisch
kamen im letzten Jahr auf 100 Versicherte 67 Packungen
Herz-Kreislauf-Medikamente.
Dr. Christoph Straub dazu: "Gerade Bluthochdruck
ist eine Krankheit, die durch ein Umstellen der Lebensweise,
d.h. Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung, ausreichend
Bewegung etc, bekämpft werden kann. Deshalb sehen
wir unsere Aufgabe nicht nur darin, für eine optimale
medizinische Versorgung unserer Versicherten zu sorgen.
Wir wollen sie auch motivieren, etwas für die eigene Gesundheit zu tun, zum Beispiel durch das Angebot von
Bonusprogrammen."
Seit dem 1. Januar bietet die TK ein Bonusprogramm an,
das die gesunde Lebensweise der Versicherten bonifiziert.
Über 210.000 TK-Versicherte sammeln bereits durch
ihre Teilnahme an Präventionsangeboten und Vorsorgeuntersuchungen
Bonuspunkte, die sie bei der TK in gesundheitsbezogene
Sachprämien eintauschen können. Bundesweit
mehr als 60 TK-Präventionsberater bieten zielgruppenspezifische
Gesundheitskurse an, beraten die Versicherten und fahren
in die Firmen, um dort betriebliche Gesundheitsförderung
zu begleiten. Straub zu dem Engagement: "Wir nutzen
den Gesundheitsreport und seine geklusterten Analysen,
um unseren Versicherten ein bedarfsgerechtes Informations-, Beratungs-
und Versorgungsangebot zu machen, das individuell auf ihre
gesundheitlichen Belastungen abzielt."
Der TK-Gesundheitsreport erscheint jedes Jahr und analysiert
die Daten der 2,4 Millionen bei der TK versicherten
Erwerbspersonen zur Arbeitsunfähigkeit und zur
Arzneimittelverordnung. Der diesjährige Gesundheitsbericht
ist auf der Internetseite der TK unter www.tk-online.de
nachzulesen.
ots Originaltext: Techniker Krankenkasse
Ingelheim (ots) 16.08.2004 - Bluthochdruck wird unter
anderem durch
mangelnden körperlichen Leidensdruck oft zu spät
entdeckt und meist
nicht ausreichend therapiert. Das kann dann zu Folgeschäden
an
bestimmten Organen führen. Neben schweren Folgeschäden
an Herz und
Gehirn verursacht ein jahrelang schlecht eingestellter
Bluthochdruck
Nierenfunktionsstörungen. Das kann bis hin zum
völligen
Funktionsverlust der Niere führen. Besonders beunruhigend
ist, dass
ein enger Zusammenhang zwischen Morgenhochdruck und
dem Ausmaß einer Nierenschädigung besteht.
Die Nierenschädigung kündigt sich in ihrem
Verlauf nicht durch Beschwerden an. Umso wichtiger ist
für Bluthochdruck-Betroffene und Diabetiker die
Beobachtung der Albuminwerte im Urin, zur Erkennung
und Verlaufsbeurteilung einer Nierenschädigung.
Stellt der Bluthochdruck an sich schon ein Anfangs-Risiko
für die
Niere dar, so geht der Morgenhochdruck noch mal zusätzlich
"gefährlich an die Nieren". Morgenhochdruck-Betroffene
weisen im
Vergleich zu Bluthochdruck-Patienten eine krankhaft
erhöhte
Albuminausscheidung (> 200 mg/l) auf, die eine fortschreitende
Nierenschädigung bis hin zur Dialyse kennzeichnet.
Die wichtigste
Maßnahme zum Schutz vor einem Nierenfunktionsverlust
ist daher eine
effektive Senkung erhöhter Blutdruckwerte und vor
allem die
Bekämpfung des Morgenhochdrucks, da dieser in erheblichen
Maße die
Schädigung der Niere vorantreibt.
Entscheidende Maßnahme für den Nierenschutz
- Normalisierung des Blutdrucks am Morgen
Morgenhochdruck ist ein sicheres Zeichen für eine
nicht
ausreichende blutdrucksenkende Therapie. Viele Medikamente
bieten
keinen ausreichenden Schutz über 24 Stunden. Dadurch
entsteht eine
therapeutische Lücke in den Morgenstunden. Die
Blutdruckwerte steigen
gefährlich an und akute Komplikationen wie Herzinfarkt
und
Schlaganfall treten gehäuft auf. Schutz vor diesen
und weiteren
Folgen des Morgenhochdrucks bietet eine lebenslang gute
Blutdruckeinstellung auf Werte unter 140/90 mmHg. Die
Notwendigkeit
dies zu forcieren belegen die Ergebnisse der "Aktion
Morgenhochdruck", in der 75 Prozent der 60.000 befragten
Patienten
trotz medikamentöser Therapie zu hohe Blutdruckwerte
am Morgen
aufwiesen. Moderne Blutdrucksenker sollten daher eine
über volle 24
Stunden anhaltende starke Wirkung gewährleisten,
wie z. B.
Telmisartan von Boehringer Ingelheim.
Quelle:
Boehringer Ingelheim
Integrative Versorgung bei Bluthochdruck
02.07.04 - Viele Millionen Menschen allein in Deutschland leiden an Bluthochdruck (Hypertonie). Mit einem innovativen Betreuungsangebot will die Medizinische Klinik und Poliklinik D des Universitätsklinikums Münster (UKM) die bislang gerade hier zu Lande sehr unbefriedigende medizinische Versorgung der Betroffenen nachhaltig verbessern. "Integrierte Versorgung" nennt Privatdozentin Dr. Eva Brand das jetzt angelaufene, von ihr und Klinikdirektor Prof. Dr. Hermann Pavenstädt entwickelte Programm, in das neben Ärzten unter anderem auch Sport- und Ernährungsexperten einbezogen sind.
Der Handlungsbedarf auf diesem Gebiet ist groß. Denn erhöhte Blutdruckwerte schädigen auf Dauer die Gefäße und die Funktion wichtiger Organe wie Herz, Gehirn und Nieren. Die meisten Schlaganfälle und viele Herzinfarkte gehen auf das Konto einer über Jahre hinweg nicht optimal behandelten Hypertonie. Für das zukunftsweisende Projekt konnte die bis November letzten Jahres an der Charité in Berlin tätige Oberärztin der Medizinischen Klinik D Kardiologen, Sportmediziner, Psychosomatiker, Frauenheilkundler und Epidemiologen des UKM sowie das Clemenshospital und etliche niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus Münster und Umgebung mit ins Boot holen. Gemeinsames Ziel ist eine auf das individuelle Risikoprofil der einzelnen Patienten zugeschnittene ganzheitliche Therapie. Ein besonderes Auge haben die Mediziner dabei nicht nur auf den Zustand der Gefäße und auf mögliche Begleiterkrankungen, wie vor allem Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht, der Patienten, sondern auch auf deren Bewegungsverhalten, auf Rauchen und Alkohol, auf Stressfaktoren und insbesondere auch auf die Ernährungsweise.
Eine vielversprechende Säule im Hinblick auf eine optimale, individuell zugeschnittene Therapieempfehlung ist ferner eine Untersuchung auf das Vorliegen möglicher genetischer Veränderungen als erbliche Risikofaktoren. Denn seit wenigen Jahren erst ist bekannt, dass der Blutdruck bis zu 40 Prozent durch Erbfaktoren bestimmt wird, betont Eva Brand, deren Forschungsschwerpunkt die Genetik der Hypertonie ist. Das UKM, wo die Medizinerin ein genetisches Forschungslabor aufgebaut hat, ist bislang eine der wenigen Kliniken bundesweit, wo solche genetischen Untersuchungen durchgeführt werden.
Bei diesen Untersuchungen, für die dem Patienten lediglich zehn Milliliter Blut abgenommen werden, wird nach insgesamt zehn genetischen Veränderungen, so genannten Gen-Polymorphismen, gezielt gefahndet. Auf Grundlage der Ergebnisse wird das erbliche Risiko eingeschätzt und gegebenenfalls eine engmaschige Kontrolle der Betroffenen vorgenommen. Vorbeugend wird auch deren engen Blutsverwandten eine genetische Untersuchung angeboten. Wichtig ist die Bestimmung der einschlägigen Erbfaktoren auch im Hinblick auf die medikamentöse Behandlung beziehungsweise Dosierung der jeweiligen Arzneimittel. Denn besondere Genvarianten können dazu führen, dass die einzelnen Präparate schneller oder langsamer im Körper verstoffwechselt werden, die Dosis also gegenüber den Angaben in der "Roten Liste", dem deutschen Arzneimittelverzeichnis, entsprechend erhöht oder reduziert werden sollten.
Am Anfang der Untersuchung steht jeweils ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. "Das kann sogar Medikamente einsparen", betont Brand die hohe Bedeutung einer eingehenden Erhebung möglicher Risikofaktoren und einer entsprechenden Beratung der Patienten. Allein der Umstieg auf eine salzarme, mediterrane Ernährung, ein Abbau überflüssiger Pfunde und mehr Bewegung können schon Vieles bewirken. Zur Diagnostik gehören neben einer Blut- und Urin-Untersuchung eine 24-Stunden-Blutdruckmessung, eine Ultraschalluntersuchung des Bauchs, ein Belastungs-EKG und ein Ultraschall des Herzens sowie die DNA-Analyse zur Bestimmung charakteristischer Genvarianten. Bei guter Vorbereitung kann dies alles an ein und demselben Tag erfolgen.
Weitere Etappen sind dann eine Untersuchung im Institut für Sportmedizin des UKM, wo der körperliche Trainingszustand der Patienten über einen Belastungstest erfasst wird und darauf aufbauend eine sportmedizinische Beratung erfolgt. Weiterhin wird ausgewählten Patienten die Möglichkeit eines Gesprächs in der Ambulanz der Klinik für Psychosomatik angeboten. Denn der Bluthochdruck kann auch durch Stress, Ängste oder unbewältigte persönliche Probleme, wie etwa den Eintritt ins Rentenalter oder Trennung von Bezugspersonen, in die Höhe schnellen. In der Psychosomatik werden solche möglichen psychischen Zusammenhänge eruiert und mit den Betroffenen geeignete Strategien entwickelt.
"Die Patienten sollen sich bewusst werden, dass es bei Bluthochdruck nicht genügt, einfach eine Pille zu schlucken", beschreibt Brand das Anliegen des integrativen Versorgungskonzeptes. "Sie sollen gemeinsam mit dem Arzt an der Verbesserung ihres Gesundheitszustandes arbeiten".
Quelle: Westfälische Wilhelms Universität Münster
Nicht einfach eine Pille schlucken
Innovatives ganzheitliches Betreuungsangebot für Patienten mit Bluthochdruck
28. Juni 2004 - Viele Millionen Menschen allein in Deutschland leiden an Bluthochdruck (Hypertonie). Mit einem innovativen Betreuungsangebot will die Medizinische Klinik und Poliklinik D des Universitätsklinikums Münster (UKM) die bislang gerade hier zu Lande sehr unbefriedigende medizinische Versorgung der Betroffenen nachhaltig verbessern. "Integrierte Versorgung" nennt Privatdozentin Dr. Eva Brand das jetzt angelaufene, von ihr und Klinikdirektor Prof. Dr. Hermann Pavenstädt entwickelte Programm, in das neben Ärzten unter anderem auch Sport- und Ernährungsexperten einbezogen sind.
Der Handlungsbedarf auf diesem Gebiet ist groß. Denn erhöhte Blutdruckwerte schädigen auf Dauer die Gefäße und die Funktion wichtiger Organe wie Herz, Gehirn und Nieren. Die meisten Schlaganfälle und viele Herzinfarkte gehen auf das Konto einer über Jahre hinweg nicht optimal behandelten Hypertonie. Für das zukunftsweisende Projekt konnte die bis November letzten Jahres an der Charité in Berlin tätige Oberärztin der Medizinischen Klinik D Kardiologen, Sportmediziner, Psychosomatiker, Frauenheilkundler und Epidemiologen des UKM sowie das Clemenshospital und etliche niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus Münster und Umgebung mit ins Boot holen. Gemeinsames Ziel ist eine auf das individuelle Risikoprofil der einzelnen Patienten zugeschnittene ganzheitliche Therapie. Ein besonderes Auge haben die Mediziner dabei nicht nur auf den Zustand der Gefäße und auf mögliche Begleiterkrankungen, wie vor allem Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht, der Patienten, sondern auch auf deren Bewegungsverhalten, auf Rauchen und Alkohol, auf Stressfaktoren und insbesondere auch auf die Ernährungsweise.
Eine vielversprechende Säule im Hinblick auf eine optimale, individuell zugeschnittene Therapieempfehlung ist ferner eine Untersuchung auf das Vorliegen möglicher genetischer Veränderungen als erbliche Risikofaktoren. Denn seit wenigen Jahren erst ist bekannt, dass der Blutdruck bis zu 40 Prozent durch Erbfaktoren bestimmt wird, betont Eva Brand, deren Forschungsschwerpunkt die Genetik der Hypertonie ist. Das UKM, wo die Medizinerin ein genetisches Forschungslabor aufgebaut hat, ist bislang eine der wenigen Kliniken bundesweit, wo solche genetischen Untersuchungen durchgeführt werden.
Bei diesen Untersuchungen, für die dem Patienten lediglich zehn Milliliter Blut abgenommen werden, wird nach insgesamt zehn genetischen Veränderungen, so genannten Gen-Polymorphismen, gezielt gefahndet. Auf Grundlage der Ergebnisse wird das erbliche Risiko eingeschätzt und gegebenenfalls eine engmaschige Kontrolle der Betroffenen vorgenommen. Vorbeugend wird auch deren engen Blutsverwandten eine genetische Untersuchung angeboten. Wichtig ist die Bestimmung der einschlägigen Erbfaktoren auch im Hinblick auf die medikamentöse Behandlung beziehungsweise Dosierung der jeweiligen Arzneimittel. Denn besondere Genvarianten können dazu führen, dass die einzelnen Präparate schneller oder langsamer im Körper verstoffwechselt werden, die Dosis also gegenüber den Angaben in der "Roten Liste", dem deutschen Arzneimittelverzeichnis, entsprechend erhöht oder reduziert werden sollten.
Am Anfang der Untersuchung steht jeweils ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. "Das kann sogar Medikamente einsparen", betont Brand die hohe Bedeutung einer eingehenden Erhebung möglicher Risikofaktoren und einer entsprechenden Beratung der Patienten. Allein der Umstieg auf eine salzarme, mediterrane Ernährung, ein Abbau überflüssiger Pfunde und mehr Bewegung können schon Vieles bewirken. Zur Diagnostik gehören neben einer Blut- und Urin-Untersuchung eine 24-Stunden-Blutdruckmessung, eine Ultraschalluntersuchung des Bauchs, ein Belastungs-EKG und ein Ultraschall des Herzens sowie die DNA-Analyse zur Bestimmung charakteristischer Genvarianten. Bei guter Vorbereitung kann dies alles an ein und demselben Tag erfolgen.
Weitere Etappen sind dann eine Untersuchung im Institut für Sportmedizin des UKM, wo der körperliche Trainingszustand der Patienten über einen Belastungstest erfasst wird und darauf aufbauend eine sportmedizinische Beratung erfolgt. Weiterhin wird ausgewählten Patienten die Möglichkeit eines Gesprächs in der Ambulanz der Klinik für Psychosomatik angeboten. Denn der Bluthochdruck kann auch durch Stress, Ängste oder unbewältigte persönliche Probleme, wie etwa den Eintritt ins Rentenalter oder Trennung von Bezugspersonen, in die Höhe schnellen. In der Psychosomatik werden solche möglichen psychischen Zusammenhänge eruiert und mit den Betroffenen geeignete Strategien entwickelt.
"Die Patienten sollen sich bewusst werden, dass es bei Bluthochdruck nicht genügt, einfach eine Pille zu schlucken", beschreibt Brand das Anliegen des integrativen Versorgungskonzeptes. "Sie sollen gemeinsam mit dem Arzt an der Verbesserung ihres Gesundheitszustandes arbeiten".
Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
25. Gefäßzentrum in Deutschland zertifiziert / Initiative der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie
Berlin (ots) – 25.06.2004 - Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) hat im Juni das 25. Gefäßzentrum in Deutschland zertifiziert. Zum
Jubiläum konnte sich das Krankenhaus in Bad Oeynhausen über diese
Qualitätsauszeichnung freuen. Momentan wird an ca. 350 Kliniken in
Deutschland Gefäßchirurgie praktiziert, zu 30 % in eigenständigen
Abteilungen und zu 70 % integriert in chirurgischen Abteilungen. Die
DGG kümmert sich als medizinisch-wissenschaftliche Gesellschaft um
die fachliche Kontrolle und Beurteilung der Gefäßchirurgie, denn
nicht jedes "Zentrum" beinhaltet auch Qualität.
Vielfach sind in der Öffentlichkeit die Behandlungsschwerpunkte
der Gefäßchirurgie nicht bekannt. Sie befasst sich mit der
Gefäßdiagnostik, arteriellen Gefäßverletzungen, Gefäßverschlüssen
und Gefäßerweiterungen sowie mit venösen Problemen (Krampfadern). Im
Mittelpunkt stehen Gefäßpatienten, denen alle Therapieoptionen
(operativ, endovaskulär, konservativ) zur Verfügung stehen. Zum Service-Angebot gehören auch beispielsweise Kurse für Raucherentwöhnung, Diätberatungen, Selbsthilfe- und Gefäßportgruppen.
Umfangreiches Anforderungsprofil
Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie hat ein
umfangreiches Anforderungsprofil für eine erfolgreiche Zertifizierung
erarbeitet. Dazu zählen folgende Schwerpunkte:
· Umfang der ambulanten und stationären Versorgung
· Strukturelle Voraussetzung zur Bildung eines Gefäßzentrums
· Qualitätssicherung, Forschung und Lehre
· Patientenaufklärung und Prävention
· Apparative Diagnostik
· Operative Eingriffe pro Jahr
· Endovaskuläre und konservative Behandlungen pro Jahr
Gerade vor dem Hintergrund der Gesundheitsreform ist eine
Bündelung der Kapazitäten sinnvoll. Durch die gemeinsame Nutzung von
Bettenkapazitäten, Personal, Geräten und Räumlichkeiten können sowohl
die Wirtschaftlichkeit als auch die Flexibilität erhöht werden. Durch
Schaffung interdisziplinärer Gefäßzentren wird die konsequente
Prozessoptimierung in Krankenhäusern sinnvoll vorangebracht. Die
Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie unterstützt diese
Aktivitäten. Weitere Informationen unter: www.gefaesschirurgie.de
ots Originaltext: Scantinental
Arterielle Verschlusskrankheit: Weniger Amputationen durch modernste Therapie
29.05.2004 - Mit der "Schaufensterkrankheit" fängt es oft an: Die Durchblutung ist gestört, die Gefäße sind verkalkt - das Gehen schmerzt, so dass man nicht nur vor dem Schaufenster stehen bleibt. Ohne Behandlung drohen Herzinfarkt, Schlaganfall - oder Amputation. Wer raucht, erhöht sein Risiko, an einem "Raucherbein" zu leiden.
Rund 3,5 Millionen Menschen in Deutschland, meist 50 oder älter, leiden an der Schaufensterkrankheit. Bei Rauchern treten die Probleme im Vergleich zu Nichtrauchern bis zu zehn Jahre früher auf. Den Experten im GefäßCentrum des Allgemeinen Krankenhauses Harburg des LBK Hamburg ist es mit modernster Diagnostik und interdisziplinärer Therapie gelungen, in mehr als 50 Prozent der Fälle eine Amputation zu vermeiden.
"Durchblutungsstörungen der Beine stellen eine Zivilisationskrankheit dar, die in den kommenden Jahren erheblich zunehmen werden", sagt PD Dr. Eike Sebastian Debus, Leitender Arzt der Chirurgischen Klinik und Abteilung für Allgemein-, Gefäß- und Visceralchirurgie im AK Harburg. Er kennt den weiteren Verlauf: Auf die "Schaufensterkrankheit" folgen nächtlicher Ruheschmerz und chronische Wunden, die durch eine erhebliche Minderdurchblutung verursacht sind. Dr. Debus: "Ist ein derartiges Stadium der Durchblutungsstörung erreicht, besteht eine unmittelbare Gefahr für den Erhalt des betroffenen Beines." Wird keine zügige Behandlung eingeleitet, ist eine Amputation in nahezu allen Fällen unvermeidbar. Aber selbst mit adäquater, zügiger Therapieeinleitung gelingt es nur in 25 Prozent der Fälle, die Extremität zu erhalten.
Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge kommt es derzeit aufgrund von Durchblutungsstörungen zu 30.000 Amputationen pro Jahr. Die Lebenserwartung der betroffenen Patienten ist um etwa zehn Jahre verkürzt, nur 30 Prozent der in diesem schweren Stadium der Durchblutungsstörung befindlichen Patienten überleben diesen Zustand länger als fünf Jahre.
Durch bessere Diagnosemöglichkeiten und therapeutisches Management dieser Patienten kann jedoch eine erhebliche Verminderung der Amputationsrate erreicht werden. Dr. Debus: "Gerade im GefäßCentrum Harburg wurden erhebliche Anstrengungen für diese Patienten unternommen, um die Prognose zu verbessern. Dank neue Operationsmethoden, einer eng abgestimmten interdisziplinären Behandlungsstrategie und neuen Entwicklungen der Kathetertechnik konnte die Amputationsrate hier mehr als halbiert werden. Voraussetzung ist ein gut abgestimmtes, interdisziplinäres Management, das im GefäßCentrum Hamburg-Harburg in idealer Weise vorhanden ist. Dies hat dazu geführt, dass unsere Einrichtung als erste dieser Art von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie zertifiziert wurde."
Auf einer Ärzte-Tagung im Hotel Lindtner am 2. Juni werden Dr. Debus und weitere Experten des AK Harburg aktuelle diagnostische Leitlinien und neue Therapien der Gefäßchirurgie und interventionellen Radiologie darstellen und diskutieren. Dr. Debus: "Einen wichtigen Teil im Behandlungskonzept stellt die lokale Behandlung der Wunden dar, die im integrierten Wundzentrum gewährleistet ist. Hier bieten sich zukünftig hervorragende Ansätze in der Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kollegen und ambulanten Pflegediensten, die im Sinne der integrierten Versorgung einen praktikablen Lösungsansatz bieten."
Quelle: Landesbetrieb Krankenhäuser Hamburg
Heidelberg (ots) 25.05.2004 - Bluthochdruck bei Schwangeren kann das Leben von Mutter und Kind gefährden, das berichtet Privatdozent Dr. med. Volker Homuth von der Franz-Volhard-Klinik an der Charité in der
aktuellen Ausgabe des DRUCKPUNKT, dem Gesundheits-Magazin der
Deutschen Hochdruckliga. Zu den häufigsten Komplikationen in der
Schwangerschaft zählen unterschiedliche Formen von Bluthochdruck. In
Deutschland leiden fünf bis sieben Prozent aller Schwangeren daran.
Häufig verlaufen Schwangerschaft und Geburt trotz Bluthochdruck ohne
Probleme. Doch in einigen Fällen führt Bluthochdruck zu ernsthaften
Komplikationen, die den Tod von Mutter und Kind zur Folge haben
könnten. Insbesondere die sogenannte Präeklampsie, ein plötzlich
auftretender Bluthochdruck begleitet von Wasseransammlungen und
Eiweißausscheidung im Urin, kann einen bedrohlichen, bei der
Eklampsie auch einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen. Etwa zwei bis
drei Prozent aller Schwangeren erkranken daran. Regelmäßige
Blutdruckmessungen lassen erste Warnzeichen rechtzeitig erkennen.
Eine frühzeitige Behandlung hilft, die schwersten Komplikationen zu
vermeiden.
DRUCKPUNKT ist das Gesundheits-Magazin der Deutschen
Hochdruckliga. Es liegt in vielen Arztpraxen, Kliniken und
öffentlichen Bibliotheken aus oder kann gegen einen geringen
Unkostenbeitrag bei der Deutschen Hochdruckliga angefordert werden.
Mitglieder der Deutschen Hochdruckliga erhalten das
Gesundheits-Magazin DRUCKPUNKT kostenlos.
Die Deutsche Hochdruckliga ist ein gemeinnütziger Verband aus
Ärzten, Wissenschaftlern und Patienten. Gemeinsames Ziel sind weitere
Forschungsarbeiten sowie die Aufklärung der Bevölkerung.
Bluthochdruck ist in Deutschland die Volkskrankheit Nummer Eins: Etwa
20 Millionen Menschen sind davon betroffen. Hochdruck kann zum
vorzeitigen Tod durch Schlaganfall oder Herzinfarkt führen.
Herz-Kreislauf-Telefon
Experten beantworten Fragen zum Thema Bluthochdruck - Das
Herz-Kreislauf-Telefon für alle Bürger ist unter der Telefonnummer 0
62 21 / 47 48 00 von Montag bis Freitag, 9.00 - 17.00 Uhr zu
erreichen.
ots Originaltext: Deutsche Hochdruckliga
Forscher: Bluthochdruck-Diagnose häufig falsch
19.04.2004 - Bei jüngeren Menschen ist die Diagnose Bluthochdruck häufiger falsch denn richtig. Zu dieser Einschätzung kommt ein englischer Gesundheitswissenschaftler im "British Medical Journal". Seinen Modellrechnungen zufolge wird bei maximal 34 Jahre alten Männern und Frauen in gut 70 Prozent der Fälle fälschlicherweise ein zu hoher Blutdruck angenommen.
"Eine Blutdruckmessung liefert einen Schätzwert des wahren mittleren Blutdrucks", erläutert Tom Marshall von der Birmingham University. Die Messung sei jedoch nicht perfekt, zudem schwanke der Blutdruck von Herzschlag zu Herzschlag. Marshall nutzte nun umfangreiches Datenmaterial über fast 13.300 Briten, um den Einfluss dieser Variation zu testen.
Anhand des "wahren" Blutdrucks, ermittelt durch viele Messungen, und dessen Variation von Messung zu Messung berechnete er, welche Blutdruckwerte man nach wenigen Messungen hätte annehmen können. Aufgrund dieser Schätzung hätte bei 36 Männern und 19 Frauen im Alter von 16 bis 34 Jahren eine Behandlung eingeleitet werden können, so der Forscher. Tatsächlich nötig war dies nur bei 11 Männern und 5 Frauen (31 bzw. 26 Prozent). Jenseits des 34. Lebensjahrs stieg die Aussagekraft weniger Messungen allerdings rapide an.
Für die Diagnose Bluthochdruck werde allgemein eine Zahl von mindestens drei Messungen gefordert. Gerade bei jüngeren Patienten könnten derart wenige Messungen jedoch zu häufigen Fehldiagnosen und damit zur unnötigen Einnahme von Medikamenten führen, so Marshall. Daher solle man lieber häufiger messen oder einen höheren Schwellenwert ansetzen.
Forschung: Tom Marshall, Department of Public Health and Epidemiology, University of Birmingham
Veröffentlicht in BMJ, Vol. 328, 17. April 2004, p 933
Quelle: Scienceticker
Runter mit dem Blutdruck: Ein Training in 7 Schritten
Eschborn -15.03.2004 - Menschen mit hohem Blutdruck sind oft Genießer. Ein Trainingsprogramm, das an diesen Grundfesten nichts ändern will und doch zur Blutdrucksenkung beiträgt, stellt die "Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit" in ihrer Ausgabe vom 15. März 2004 vor. Wer sich die folgenden Schritte vornimmt, senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erheblich.
1. Genussvoll abnehmen: Bewusster kauen und sofort beim ersten Sättigungsgefühl aufhören, hilft dabei. Wer mit einem hohen Cholesterinspiegel kämpft, schränkt am besten tierische Nahrungsmittel ein und verwendet pflanzliche Öle statt Butter und Schmalz.
2. Spaß statt Stress: Um das Stresshormon Adrenalin aus dem Körper zu bekommen, hilft Bewegung die Freude macht: Zum Beispiel Spaziergänge, Wandern oder nach der Lieblingsmusik durch die Wohnung tanzen.
3. Seele ins Lot bringen: Loslassen heißt das Zauberwort, wenn wir faktisch unerreichbaren Zielen nachlaufen.
4. Selbst messen motiviert: Wer diese Schritte zur Senkung des Blutdruckes geht, will den Erfolg sehen.
5. Die richtigen Arzneimittel: Ganz wichtig ist die regelmäßig Einnahme! Auslassen lässt den Blutdruck wieder gefährlich ansteigen. Dosisreduktionen, zum Beispiel, weil Abnehmen und Bewegung Erfolg zeigen, mit dem Arzt besprechen.
6. Die Natur nutzen: Sinnvoll sind pflanzliche Arzneimittel, etwa Knoblauch-, Artischocken-, oder Curcumaextrakte und Omega-3-Fettsäuren beziehungsweise Fischölkapseln
7. Die langjährige Kontrolle: Neben dem Blutdruck sollten Hochdruckkranke sich immer wieder selbst kontrollieren, ob die guten Vorsätze noch eingehalten werden. Wenn nicht: dieses Programm Schritt für Schritt wiederholen.
Außerdem lesen Sie in diesem Heft: Diabetes: Barrieren für Keime bauen +++ Fasten: Energiekick statt Hungerkur +++ Vorsorge & Früherkennung: Venenbewusst - venengesund.
Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit
Telemedizin erfolgreich bei Bluthochdruck-Behandlung
Heidelberg
-10.02.2004 -
Telemedizin
führt zu einer erfolgreicheren
Bluthochdruck-Behandlung. Das berichtet Privatdozent
Dr. med. Thomas
Mengden von der Medizinischen Universitäts-Poliklinik
Bonn in der
neuesten Ausgabe des DRUCKPUNKT, dem Magazin der Deutschen
Hochdruckliga. Etwa vier Millionen Bundesbürger
sind wegen
Bluthochdruck in Behandlung, nur 1,5 Millionen erreichen
normale
Blutdruckwerte.
In einem Pilotprojekt der Medizinischen Universitäts-Poliklinik
Bonn und der Semmelweis-Universität Budapest konnte
der
Behandlungserfolg bei Bluthochdruck-Erkrankten durch
Telemedizin
verbessert werden. In der Telemedizin werden Patienten
mit
Blutdruck-Messgeräten ausgestattet, die die selbst
gemessenen Werte
speichern. Regelmäßig werden sie an ein medizinisches
Kompetenzzentrum zur Auswertung übermittelt. Die
Ergebnisse gehen
sowohl an den Arzt als auch an den Patienten. Die Patienten
verfolgen
so die Auswirkungen ihres Verhaltens, der Arzt kann
die Wirkung
seiner Behandlung kontrollieren und falls notwendig
anpassen.
DRUCKPUNKT ist das Magazin der Deutschen Hochdruckliga.
Es liegt
in vielen Arztpraxen, Kliniken und öffentlichen
Bibliotheken aus oder
kann gegen einen geringen Unkostenbeitrag bei der Deutschen
Hochdruckliga angefordert werden. Mitglieder der Deutschen
Hochdruckliga erhalten den DRUCKPUNKT kostenlos.
Patientenservice der Hochdruckliga
Experten beantworten Fragen - Das Herz-Kreislauf-Telefon
für
Patienten, Tel.: 0 62 21 / 47 48 00, Montag bis Freitag,
9.00 - 17.00
Uhr.
Die Deutsche Hochdruckliga ist ein gemeinnütziger
Verein aus
Ärzten, Wissenschaftlern und Patienten. Gemeinsames
Ziel sind weitere
Forschungsarbeiten sowie Aufklärung. Bluthochdruck
ist in Deutschland
Volkskrankheit Nummer eins: Etwa 20 Millionen Menschen
sind
betroffen. Zeitschriften und Zeitungen können die
Arbeit der
Deutschen Hochdruckliga unterstützen und eine Anzeige
kostenfrei
abdrucken. Druckvorlagenfähige PDF-Dateien sind
im Internet unter
www.hochdruckliga.info/fuellanz.htm zu finden. Fotos, Broschüren und
der DRUCKPUNKT können direkt bei der Hochdruckliga
angefordert
werden.
Originaltext:
Deutsche
Hochdruckliga
Preis
für Blutdruckforschung
Privatdozent Dr. Siegfried Waldegger, Zentrum für
Kinderheilkunde an der Philipps-Universität Marburg,
ist mit dem Adalbert-Buding-Preis der Deutschen Blutdruckliga
ausgezeichnet worden. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis
wird einmal jährlich für eine bedeutende Studie
aus der Bluthochdruckforschung vergeben. In ihrer ausgezeichneten
Arbeit konnte die Marburger Forschergruppe an der Kinderklinik
in Zusammenarbeit mit dem Physiologischen Institut der
Universität Tübingen zeigen, dass eine sehr
häufige genetische Veränderung eines Ionenkanals
zu einem Anstieg des Blutdruckes beim Menschen führt.
Da sich die entsprechende Veränderung in 20 % einer
untersuchten Kontrollbevölkerung nachweisen ließ,
wird diesem Befund hohe Bedeutung für das Verständnis
der Ursachen des Bluthochdrucks zugemessen.
Quelle: Uni
Marburg
Der
Blutdruck
Die
meisten Leute kennen Ihren Blutdruck viel zu wenig.
Der Bluthochdruck (Hypertonie) ist neben erhöhten Blutfettwerten
und dem Rauchen einer der Risikofaktoren für die Gefäßverkalkung
(Arteriosklerose).
Ca.
15 % der Mitteleuropäer haben einen Bluthochdruck. Dadurch
steigt das Risiko für Kalkablagerungen in den Arterien,
welches die Anfälligkeit für Herzinfarkt und Schlaganfall
erhöht. Früher wurde ein Blutdruck von 100 plus Lebensalter
als optimaler Blutdruck genannt. Heutzutage gilt ein
Blutdruck von 130 / 80. als optimal.
| Für
die Bestimmung des Blutdruckes gibt es zwei Werte: |
1.
Systolischer Blutdruck: Wenn sich das
Herz zusammenzieht wird das Blut in die Ader gepumpt.
Dieser Druck, der entsteht ist der höhere Wert und wird
Systolischer Blutdruck bezeichnet und beträgt normalerweise
135 mm Hg-Säule.
2. Diastolischer Blutdruck:
Entspannt sich danach der Herzmuskel, ist der Druck
deutlich geringer. Dieser diastolische Blutdruck beträgt
normalerweise 85 mm Hg-Säule.
Genauso wie in jedem Haushalt ein Fieberthermometer
sein soll, genauso sollte auch ein gutes Blutdruckmessgerät
vorhanden sein und regelmäßig benutzt werden.
Im
körperlichen Ruhezustand pumpt das Herz, mit einer Taktfrequenz
von 60 - 80 Pulsschlägen pro Minute, Blut in die Blutgefäße.
Die beiden Vorhöfe (rechter und linker) und die beiden
Herzkammern (rechte und linke) ziehen sich abwechselnd
zusammen wodurch das Blut weitertransportiert wird.
Durch körperliche oder seelische Anspannung erhöht sich
die Taktfrequenz des Herzens wodurch sich die transportierte
Blutmenge erhöht.
Das
Herz besteht zu 98 % aus spezialisierten Muskelzellen
die sich durch elektrischen Reiz zusammenziehen. 2 %
der Herzzellen dienen der Erzeugung des elektrischen
Stromes und dessen Weiterleitung. Der elektrische Reiz
entsteht im Sinusknoten und breiten sich über den rechten
und linken Vorhof aus. Andere Zellen wiederum dienen
der Beruhigung der Reizausbreitung. Die Herzstromausbreitung
kann über ein EKG (Elektrokardiogramm) genau verfolgt
werden. Eventuelle Abweichungen von der Norm können
so örtlich lokalisiert werden.
Probleme
bei Herzrhythmusstörungen können vielfältig verursacht
sein:
-
Entzündungen
in den Zähnen, Nebenhöhlen, Herzmuskel, Schilddrüsen,
...
-
seelische
Anspannung
-
Störungen
im Elektrolythaushalt (Na+/K+)
- usw.
Eine
extrem niedrige Pulsfrequenz (Bradykardie, z.B. 35 Pulsschläge/Minute)
führt zu Schwäche und Schwindel. Durch eine extrem hohe
Pulsfrequenz (Herzrasen, Vorhofflimmern, bis zu 200 Pulsschläge/Minute)
kann das Blut nicht mehr ordentlich transportiert werden,
es könnten Blutgerinnsel gebildet werden wodurch die Gefahr
eines Infarktes gegeben ist (Verstopfung eines Blutgefäßes
durch ein Blutgerinnsel und Schädigung des betroffenen
Gewebes).
Aus
diesem Grunde ist es wichtig der Ursache durch eine
ärztliche Beratung/Untersuchung auf dem Grunde zu gehen,
damit eine dauerhafte Störung der Pumpe vermieden wird.
um der Auswirkung einer Entzündung dauerhaft entgegenzutreten.
| Wodurch
wird Bluthochdruck gefördert: |
Wetterwechsel,
Klimaumschwung, körperliche oder seelische Belastungen
können zu Blutdruckschwankungen führen. Eine zuverlässige
Beurteilung des Blutdrucks ist daher nur möglich,
wenn regelmäßig Messungen durchgeführt werden. Zur Verminderung
des Blutdrucks reicht oft schon eine Lebensstiländerung
aus.
Bei
erhöhtem oder vermindertem Blutdruck ist es empfehlenswert
den Arzt aufzusuchen.
Die
Blutgruppe, die durch Testseren festgestellt wird, kommt
vorwiegend in den roten Blutkörperchen (Erytrozyten)
vor.
Es
gibt verschiedene Systeme zur Bestimmung der Blutgruppe,
wovon die zwei bekanntesten das AB0- und das Rhesusfaktor-System
sind.
Das
AB0-System:
Es
gibt vier verschiedene Blutgruppen:
A,
B, AB und 0.
Sie
wurden 1901 von Karl Landsteiner entdeckt. Die Blutgruppen
basieren auf rote Blutkörperchen, die Antigene enthalten,
die wiederum mit bestimmten Antikörpern reagieren
können. Bei einer falschen Kombination von Antikörpern
und Antigenen verklumpen die roten Blutkörperchen..
Blutgruppe
A beispielsweise besitzt A-Antigene und Anti-B-Antikörper.
Falls dieses Blut mit der Blutgruppe B oder AB
zusammenkommt, reagieren die Anti-B-Antikörper mit den
B-Antigenen. Die Blutgruppe 0 besitzt keine Antigene
und reagiert deshalb nicht mit den Antikörpern. Daher
kann es allen anderen Blutgruppen gespendet werden.
Blutgruppe AB hingegen besitzt beide Antigene,
und reagiert deshalb auf alle Antikörper. Im Blutserum
von AB sind also keine Antikörper enthalten,
da sonst das Blut verklumpen würde. Deshalb kann es
alle Blutspenden erhalten, selbst jedoch nicht spenden.
Das
Rhesusfaktor-System:
Es
basiert auf einem Antikörper, den 85 % der Menschen
im Blut haben. Man bezeichnet sie deshalb als rhesuspositiv.
Die restlichen 15 % haben den Rhesusfaktor nicht, sie
sind rhesusnegativ. Zunächst gibt es im
Blut keine Antikörper gegen den Rhesusfaktor, gelangen
jedoch rh+ und rh- zusammen, so wird der rh+ als Fremdkörper
angesehen und das Blut verklumpt.
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