Soziale Aspekte bei Aphasie
Im folgenden schildern Aphasiker, wie sie Gesprächssituationen erlebt haben:
"Schon in der Klinik und zu Hause redeten alle zu mir wie mit einem Kind. Ich bin doch nicht dumm. Wenn ich nicht gelähmt wäre und sprechen könnte, könnte ich meinen Beruf wieder ausüben."
"Sätze kann ich noch nicht sprechen. Was mir leichter fällt, sind Substantive und Verben bzw. Adjektive. Ich meine, man müsste doch verstehen, was ich sagen will. Aber weil ich so spreche, reden die Gesunden genauso mit mir. Sie bilden keine Sätze und sprechen so, wie manche mit Ausländern reden. Warum macht man mir mein Sprechen nach?"
"Ich finde die Worte nicht so schnell. Wenn ich etwas sagen will, nehmen sie (Meine Familie) mir ständig das Wort aus dem Mund. Sie ergänzen ganz schnell meinen begonnen Satz. Um mich zu wehren, sage ich dann `nein`. Ich meine aber, man soll warten, ich komme schon selbst drauf. Sie reagieren aber so, indem sie gleich wieder neue Wörter ergänzen, oft in zu schnellem Tempo."
"Warum schreit ihr nur so, wenn ihr mit mir sprecht? Und wenn ich nicht schnell genug reagiere, wird die Mitteilung oder Frage doppelt so laut wiederholt, oder aber sie sprechen monoton ohne Sprachmelodie. Bitte sprecht langsamer!"