Kinesiologie: Die Lehre der Bewegung
von Dimitrios Gorlas
15.12.2004 - Die Angewandte Kinesiologie befasst sich mit den Muskeln des Körpers und stellt eine Verbindung zum energetischen System der chinesischen Akupunktlehre dar. Der amerikanische Chiropraktiker Dr. George Goodheart beobachtete, das sich sowohl seelische als auch körperliche Vorgänge beim Menschen in der Funktionsweise der Muskeln wieder spiegeln Aus dieser Beobachtung entwickelte er 1964 ein einfaches Testverfahren um die Funktionsfähigkeit von Muskeln zu messen, ohne irgendwelche Apparate zu Hilfe zu verwenden. "Der Muskeltest" Goodheart erkannte ebenfalls, dass bestimmte Muskeln mit bestimmten Meridianen korrespondieren und das sich aus der Funktion eines bestimmten Muskels, Rückschlüsse auf den Energiefluss in dem jeweiligen Meridian ziehen lassen.
Der Muskeltest funktioniert folgendermaßen. Man drückt als Tester auf ein Körperteil (meist Arm oder Bein) des zu Testenden und fordert ihn auf, dem Druck stand zu halten. Hierbei ist es wichtig eine ganz bestimmte Bewegungsrichtung einzunehmen. Unter verschiedenen Einflüssen kann es sein dass manche Muskeln dem Druck nicht standhalten können, und dort liegt dann die energetische Blockade bzw. Beeinflussung des Muskels. Durch dieses Testverfahren ist eine präzise Aussage über evtl. vorhandene Blockaden oder Beeinflussungen möglich.
Je nach Diagnose besteht die Therapie dann darin, dass verschiedene Verfahren angewandt werden um den betroffenen Muskel zu stärken und damit einen optimalen Energiefluss im Körper zu ermöglichen.
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Kirlianfotografie
von
Dr. med. Jürgen von Rosen
23.12.2004 - Die Kirlianfotografie ist ein Diagnoseverfahren, das von russischen Forschern Mitte der zwanziger Jahre entwickelt wurde. Mit einem speziellen Gerät wird von Händen und Füßen je eine Aufnahme gemacht und dann nach einem Auswertungsschema interpretiert. Man kann diese Methode auch als energetische Fotographie bezeichnen. Und obwohl sie bereits in vielen technischen Bereichen eingesetzt wird, konnte sie sich in der Medizin bisher nicht durchsetzen. Wie mit Hilfe der Kirlianfotographie Aussagen über Krankheits- oder Energiezustände möglich sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Das heute am häufigsten gebrauchte Verfahren der Kirlianfotographie in Deutschland geht auf den Heilpraktiker Peter Mandel zurück. Interessant ist, wie er zu der Entwicklung der Diagnostik der Kirlianfotographie gekommen ist:Er habe einmal an einem Kursus über Kirlianfotografie teilgenommen und ein Gerät dort gekauft, berichtet er. Zu Hause habe er das Gerät ausprobiert und seine Hand auf eine Fotoplatte gelegt und mit Strom aufgeladen. Als er das Foto entwickelte stellte er fest, dass die Finger der Hand alle gleichmäßig waren, bis auf den Zeigefinger, der auf dem Foto nur ganz wenig abgebildet war.
Von der Akupunktur her wusste er, dass der Dickdarm mit dem Zeigefinger zu tun hat. Da er zu diesem Zeitpunkt gerade Durchfall hatte überlegte er, dass die veränderte Abstrahlung am Zeigefinger vielleicht mit seinem Durchfall zusammenhängen könnte.
Er therapierte daraufhin den Dickdarm mit Akupunktur, so dass der Durchfall für einige Stunden verschwand. In dieser Zeit machte er eine zweite Aufnahme und stellte fest, dass die Abstrahlung am Zeigefinger nun praktisch genauso war, wie die Abstrahlung an den anderen Fingern. Nach einigen Stunden setzte der Durchfall wieder ein und eine erneute Aufnahme ergab wieder das erste Bild, nämlich die Veränderung des Zeigefingers gegenüber den anderen Fingern.
Peter Mandel schloss daraus, dass vermutlich alle Finger und Zehen mit den Akupunkturmeridianen zusammenhängen. Er entwickelte ein Gerät, bei dem man nur die Finger- und Zehenspitzen fotographierte. Einziger Nachteil dieses Diagnoseverfahrens ist, dass man eine Dunkelkammer und ein Entwicklungsgerät braucht, um die Fotographien zu entwickeln. Dies ist natürlich in einer normalen Praxis oft nicht leicht realisierbar, zumal eine Dunkelkammer sonst kaum noch zu nutzen ist. Ich bin allerdings froh, dass ich mich schon vor 16 Jahren dafür entschieden habe, dieses Verfahren bei mir in der Praxis einzusetzen. Im Kirlian-Bild wird das Unsichtbare sichtbar. Es spiegelt das energetische System des Menschen wieder. Geistige, seelische und körperliche Ebene lassen sich so darstellen.
Diagnose mit einfachen Mitteln
Das Verfahren ist einfach: In einer Dunkelkammer steht das Gerät, auf das ein großes Blatt Fotopapier gelegt wird. Der Patient setzt die Fingerspitzen auf den oberen Teil des Fotopapiers. Dann wird der Strom eingeschaltet bis ein Kribbeln spürbar ist. Nach wenigen Sekunden schaltet das Gerät ab. Dann wird der gleiche Vorgang mit den Füßen wiederholt, wobei die Füße trocken sein müssen, weil die Feuchtigkeit die Stromübertragung verändert. Man muss also aufpassen, dass man keine Schweißfüße hat. Auch die Fotographie der Zehenspitzen dauert nur wenige Sekunden, so dass die ganze Prozedur nicht länger als drei - vier Minuten dauert.
Danach wird das Foto entwickelt. Nach zirka zehn Minuten hat der Therapeut die Kirlianfotografie vor sich liegen hat und kann sie beurteilen. Auch bei Kindern ab fünf Jahren kann man diese Fotos machen, da sie schon in der Lage sind, so lange ihre Hände und Füße stillzuhalten. Die Fotos können beliebig oft wiederholt werden, also im Abstand von wenigen Minuten. Der Therapeut wird immer wieder ähnliche Bilder sehen. Da es sich um ein energetisches fließendes System handelt, kann es leichte Veränderungen geben.
Zuordnung der Organe
Wie bereits schon gesagt, werden den Finger- und Zehenspitzen die einzelnen Akupunkturmeridiane zugeordnet. Gemäß der chinesischen Akupunktur beginnen oder enden die zwölf Akupunkturmeridiane an den Finger- oder Zehenspitzen. Nach den Vorstellungen des deutschen Arztes Dr. Reinhold Voll kann man zusätzlich zu den zwölf klassischen Meridianen der chinesischen Akupunktur noch acht besondere, sogenannte neue Meridiane anderer Energiekreise, dazurechnen. Dazu gehören zum Beispiel ein Meridian für das Lymphsystem, einer für die Allergien, einer für das Nervensystem. Gemäß der Voll'schen Zuordnung gibt es 20 Meridiane, sodass an jedem Finger und Zeh jeweils zwei Meridiane anfangen oder enden, das heißt an jeder Hand und jedem Fuß jeweils zehn. Rechts und links sind die Meridiane gleich, so dass ein symmetrisches System entsteht.
Die Anfangs- oder Endpunkte der Meridiane liegen in der Nähe des Nagelfalzes, jeweils an der Seite des Finger- oder Zehennagels. So endet zum Beispiel der Herzmeridian, das ist die Energielinie des Herzens, an der Daumenseite des fünften Fingernagels. An den Füßen ist es ähnlich. Der Meridian der Bauchspeicheldrüse (Milz-Pankreas-Meridian) beginnt an der Innenseite der Großzehe, während der Lebermeridian an der Außenseite der Großzehe beginnt. Dies sind nur einige Beispiele für die Verteilung der Energielinien an den Fingern- und Zehenendpunkten. Aus der Abbildung kann man die genaue Zuordnung erkennen.
Bei der Kirlianfotographie sind nun diese Endpunkte gleichzeitig die Abstrahlungsregionen, die für die Diagnostik herangezogen werden. Der Therapeut beurteilt also zum Beispiel den Dickdarm gemäß der Abstrahlung der Innenseite des Zeigefingers. In der Theorie klingt es schwieriger, als es in der Praxis dann tatsächlich ist. Und wenn der Behandler sich einmal mit dem Schema vertraut gemacht hat, dann ist es relativ einfach, diese Zuordnung zu finden.
Goldener Ring regt die Hormonfunktion an
Nebenbei ist mir bei der Beschäftigung mit der Kirlian-Diagnostik etwas aufgefallen, was hochinteressant ist. Wir sprechen vom Ringfinger, weil Verlobte und Eheleute dort in der Regel ihren Verlobungs- beziehungsweise Ehering tragen.
In der Kirlian-Diagnose steht der Ringfinger für den Hormonhaushalt. Und am Ringfinger wird nach alter Tradition ein Goldring getragen. Gold ist gemäß der chinesischen Medizin das Metall, das die Organfunktionen anregt. Der Goldring regt aufgrund des Metalles die Hormonfunktion an.
Man kann also davon ausgehen, dass vor Tausenden von Jahren unseren Vorfahren schon bekannt war, dass der Ringfinger mit dem Hormonhaushalt zusammenhängt. Um den Hormonhaushalt zu stabilisieren, wurde gerade an diesem Finger ein Goldring getragen. Im Laufe der Zeit ist dieses Wissen verloren gegangen und wurde nun durch die Kombination von chinesischer Medizin, Kirlianfotographie und neuerer Forschung wieder entdeckt.
Es ist weiterhin interessant, dass Patienten oft an verschiedenen Fingern und Zehen Veränderungen haben wie zum Beispiel den sogenannten Fußballen (Hallux valgus), der sicherlich ein energetisches Problem von Bauchspeicheldrüse und Leber ist, währende die Verkümmerung der kleinen Zehe ein Problem von Niere und Blase darstellt. Genauso dürften die sogenannten Heberden'schen Knötchen, die Harnsäureablagerungen an den Fingerenden, mit der Störung des Blasenmeridians zusammenhängen. Es handelt sich also nicht nur um ein lokales Problem, das mittels Operation oder Krankengymnastik beseitigt werden kann, sondern um ein energetisches Problem des jeweiligen dazugehörigen Meridians. Dies ist für die Therapie wichtig, geht es doch darum, das Problem nicht nur chirurgisch, sondern auch energetisch zu lösen.
Strahlungsbilder geben Auskunft
Das normale Strahlenbild zeigt überall, an allen Händen und Füßen fast gleichartige mehrere Millimeter lange Strahlen. Es gibt dann keine schwarzen Punkte, keine Lücken und keine Zusammenballungen der Strahlen. Alles ist gleichmäßig wie ein Strahlenkranz. Diese Bilder sind allerdings sehr selten und kommen bei meinen Untersuchungen etwa einmal im Jahr vor. Diese Menschen sind dann zum Zeitpunkt der Untersuchung fast ganz gesund, fühlen sich im allgemeinen auch sehr wohl und kommen nur wegen einer Kleinigkeit in die ärztliche Behandlung. Mit Hilfe der Kirlianbilder können im Wesentlichen drei Krankheitszustände unterschieden werden: Das endokrine, das toxische und das degenerative. Dazwischen gibt es gewisse Übergänge, sodass man natürlich auch Mischbilder sehen kann.
Das endokrine Bild
Bei diesem Bild sieht der Therapeut nur sehr wenig auf der Fotografie. Das Strahlungsbild ist stark vermindert, manchmal sieht man so gut wie nichts, sondern nur gewisse Schatten auf der Abbildung. Daran ist zu erkennen, dass bei der fotographierten Person eine hochgradige Störung im hormonellen Regelsystem vorliegt. Dazu zählen nicht nur die Geschlechtsdrüsen, sondern auch der Hypothalamus (ein Gebiet im Gehirn), die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die Schilddrüse, die Nebennieren, die Bauchspeicheldrüse, die Nebenschilddrüsen und die Thymusdrüse. Verbunden mit diesem endokrinen Strahlungsbild sind immer erhebliche vegetative Störungen. Dies können unter anderem Schlafstörungen, feuchte und oft kalte Hände und Füße, Migräne, vermehrtes Frieren oder Schwitzen, Neigung zu depressiven Verstimmungen und Unausgeglichenheit. Die Ärzte sprechen dann oft von vegetativer Dystonie, einem Krankheitsbild, bei dem bei allen üblichen Untersuchungen nichts Krankhaftes gefunden werden kann. Trotzdem fühlen sich die betroffenen Menschen krank und nicht leistungsfähig. Mit Hilfe der Kirlianfotographie können wir diese Zusammenhänge aufdecken und dann mit entsprechenden Methoden aus der Naturheilkunde wie zum Beispiel Homöopathie, pflanzlichen Medikamenten, oder Akupunktur behandelt werden. Diese und ähnliche Verfahren stärken das vegetative Nervensystem. Auf dem Kirlianbild wird so eine Normalisierung der Abstrahlung erreicht.
Die toxische Strahlung
Diese Strahlung ist relativ selten und zeigt fast immer ein akutes Erkrankungsbild, bei dem sich der Patient relativ schlecht fühlt, aber nicht weiß, welche Ursache dahintersteckt. In den meisten Fällen ist es eine Störung im Lymphabfluss des Kopfes, manchmal auch des Bauches, die mit einigen gezielten Behandlungen oft relativ schnell zu beseitigen ist. Dazu zählen Injektionen für das Lymphsystem, aber oft auch eine einfache Wassertherapie, wie Schwimmen, Kneippsche Güsse oder medizinische Bäder, eventuell eine Lymphdrainage und manchmal auch nur ausreichende Ruhe. Dieses Bild zeigt einen akuten Zustand an, der sich aber normalerweise schnell ändert, vor allen Dingen, wenn der Patient Ruhe einhält und seine Krankheit auskurieren kann. Das Verfahren ist einfach: Der Patient setzt zunächst die Fingerspitzen auf ein Blatt Fotopapier. Mit Hilfe des oben abgebildeten Geräts entsteht dann eine Aufnahme, die Aussagen über Krankheits- und Energiezustände erlaubt. Der gleiche Vorgang wird mit den Füßen wiederholt.
Das degenerative Bild
Degenerative Strahlungsbilder werden heutzutage immer häufiger. Man sieht dann schwarze ringförmige Abstrahlungen um die Finger- und Zehenspitzen ohne Einzelstrahlen. Natürlich gibt es auch Übergänge von normalen endokrinen oder toxischen in degenerative Strahlungsbilder. Wir sprechen auch von verdichteten Strahlenkränzen. Dies zeigt die allgemeine Verschlackung an, das heißt die Einlagerung von sogenanntem "Stoffwechselmüll" in das Zwischenzell- oder Bindegewebe. Man kann hieran den Belastungsgrad erkennen, der wieder zuständig ist für viele Störungen und Krankheiten im Organismus und für das Nachlassen der Stoffwechselfunktion. Und dies bedeutet letzten Endes Alterung und damit Nachlassen der Leistungsfähigkeit unserer Organe. Im allgemeinen ist diese "Verschlackung" oder Ablagerung im gesamten Körper vorhanden, was dann auch an den Abstrahlungen der Finger und Zehen erkennbar ist. Als Therapie sollte eine "Entschlackungskur" durchgeführt werden Diagnose mit einfachen Mitteln. Jedes der Hauptbilder verlangt seine eigene Therapie, die letztlich nur naturheilkundlich mit den entsprechenden medikamentösen, physikalischen und seelisch-geistigen Methoden erfolgen kann. Übliche schulmedizinische Methoden können diese Krankheitszustände normalerweise nicht positiv beeinflussen, sondern eher zur zusätzlichen energetischen Störung beitragen, da sie die Giftstoffausscheidung nicht verbessern, sondern aufgrund der Nebenwirkungen der Medikamente oft zusätzlich erhöhen. Die Kirlianfotografie ist für eine naturheilkundliche Diagnostik sehr wertvoll, da auf einfache Weise schwerwiegende Probleme der Belastung festgestellt werden können. Der Fortschritt durch die therapeutischen Maßnahmen ist schnell erkennbar und somit können in kurzer Zeit der Gesamtzustand und das Ergebnis der Therapie beurteilen werden.
Außenseitermethode ohne wissenschaftlichen Segen
Leider gilt die Methode weiterhin als unwissenschaftlich, weil sich bisher keine Universitätsklinik dafür interessiert hat und dementsprechend auch keine Studien durchgeführt wurden. So bleibt die Methode zur Zeit eine sogenannte Außenseitermethode, die von Krankenkassen und den meisten Ärzten nicht anerkannt wird. Die relativ kleine Zahl der Anhänger dieses Verfahrens schätzt die Methode im allgemeinen sehr, die große Zahl der Gegner kennt sie entweder nicht oder hält sie für völlig überflüssig. Das dürfte sich auch in der nächsten Zukunft kaum ändern. Ich selbst als Anhänger der Methode bin aber von ihrem Wert überzeugt und setze sie deswegen gern und häufig und auch gezielt zur Erstdiagnostik und auch zur Planung des weiteren Vorgehens ein. Ich bin damit inzwischen seit 16 Jahren gut gefahren.
Dr. med. Jürgen Freiherr von Rosen Jahrgang 1938, studierte Medizin in Münster, Lausanne und Berlin. Nach dem Staatsexamen durchlief er eine Ausbildung in verschiedenen Bereichen der Medizin, bevor er sich 1971 als praktischer Arzt niederließ. Zehn Jahre danach eröffnete er eine naturheilkundliche Fachklinik in der Rhön, die sich auf Therapien bei Schmerzen und Allergien sowie Erschöpfungszustände spezialisiert hat.
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Schlosspark- Klinik
Fachklinik für ganzheitliche Naturmedizin
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Klassische Homöopathie
Was ist eigentlich "Klassische Homöopathie"?
von Dr. Angelika Franz
23.12.2004 - Die klassische Homöopathie ist eine an den einzelnen Menschen individuell angepaßte Arzneitherapie. Sie wurde vor 200 Jahren von dem sächsischen Arzt Samuel Hahnemann entwickelt und wird durch moderne naturwissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. Freiwillige Gesunde haben in den letzen zwei Jahrhunderten viele homöopathische Arzneimittel in aufwendigen Untersuchungen an sich getestet und die dabei aufgetretenen Prüfungssymptome detailliert aufgezeichnet, so daß ein großer Vorrat an wohlbekannten homöopathischen Arzneimitteln zur Verfügung steht.
Wenn Sie erkrankt sind, wird Ihnen der homöopathische Arzt oder die Ärztin nach einem ausführlichen Anamnese-Gespräch und nach einer eingehenden körperlichen Untersuchung das eine Arzneimittel verordnen, dessen Prüfungssymptome Ihren Krankheitssymptomen so ähnlich wie möglich sind (griechisch: hómoion páthos = ähnliches Leiden).
Diese Arznei übt einen Reiz auf Ihren gesamten Organismus aus. Dieser Arzneireiz ist Ihrer Krankheit sehr ähnlich. Ihr Organismus reagiert gegen diesen Reiz und damit auch gegen Ihre Krankheit. Dadurch wird er quasi trainiert und zwar gezielt an seinen schwächsten Stellen, die ja Ihre Krankheitssymptome verursacht haben. Dabei werden körperliche Funktionen in einer Weise angeregt, daß der gesamte Organismus aus einer homöopathischen Behandlung gekräftigt und in seiner Widerstandsfähigkeit gestärkt hervorgeht.
Wie kann die klassische Homöopathie heilen?
Je harmonischer Körper, Seele und Geist ineinanderspielen und je leistungsfähiger die Regulation Ihres Organismus ist, welche Ihnen Ihre Widerstandskraft verleiht, desto mehr wird Ihre Krankheit schwinden. Auf diesem Wege wird eine wirkliche Heilung möglich und eine zunehmend stabilere Gesundheit erreicht. Doch nicht nur das, auch Ihre Vitalität und Ihre Schaffenskraft werden vermehrt und damit auch Ihre Lebensfreude erhöht. Freilich ist dies ein Prozeß, der seine Zeit und damit auch Ihre Geduld und Ihre Mitwirkung benötigt.
Warum sind homöopathische Arzneimittel potenziert?
Als Ausgangsmaterial zur Herstellung homöopathischer Heilmittel dienen überwiegend aus der Natur entnommene Stoffe: Pflanzen, Mineralien und kleine Tiere, wie z. B. Bienengift. Diese Arzneien werden bei Ihrer Herstellung potenziert , d. h. mit einem Lösungsmittel stufenweise verdünnt und dann verschüttelt bzw. verrieben. Einige dieser Stoffe, wie das Kochsalz, werden erst dadurch zu einem Heilmittel, da durch den Vorgang des Potenzierens die Heilkräfte entfaltet werden. Andere wiederum, wie die Tollkirsche, verlieren während dieses Prozesses ihre Giftigkeit; lediglich die Arznei-Information , die den heilenden Reiz auf Ihren Körper ausüben soll, bleibt erhalten.
Woraus bestehen homöopathische Arzneimittel?
Homöopathische Arzneimittel enthalten in niedrigen Potenzgraden eine gewisse Menge des Ausgangsmaterials und die durch den Potenziervorgang entfaltete und dem Lösungsmittel eingeprägte Arzneimittel-Information; Hochpotenzen beinhalten ausschließlich die Arznei-Information, welche sich in sehr empfindlichen und damit aufwendigen modernen naturwissenschaftlichen Untersuchungen nachweisen läßt: Messung von Biophotonen, Thermoluminiszenz, Kirlian-Photographie. Sie können dies mit einem Buch vergleichen, das nicht den Autor körperlich, sondern lediglich die Information seiner Gedanken enthält. Oder mit einer Schallplatte, in deren Rillen eine Klanginformation abrufbar gespeichert ist, wobei kein Orchester oder gar der Komponist persönlich anwesend sein müssen, damit Sie die Musik genießen können.
Wie kann ich mehr über die Homöopathie erfahren?
Je umfassender Sie informiert sind, desto besser können Sie bei Ihrer homöopathischen Behandlung mitwirken. Vielleicht werden auch in Ihrer Nähe Vorträge oder VHS-Kurse über die Homöopathie angeboten. Ansonsten gibt es einige einführende Bücher. Beispielhaft sei hier eines genannt: G. Vithoulkas: "Medizin der Zukunft" (ein umfassendes und gut verständliches Sachbuch).
Wie wird meine Lebenssituation bei einer homöopathischen Behandlung berücksichtigt?
Alle Umstände, die Ihre Erkrankung ausgelöst haben (können), alles, was Ihre Beschwerden lindert oder verschlimmert, Ihre momentane seelische Befindlichkeit sowie Ihre besonderen Lebensumstände und Belastungen sind für die Mittelfindung von entscheidender Bedeutung. Ebenso alle individuellen Züge der Krankheit, wie beispielsweise Periodizitäten (Tageszeiten, Jahreszeiten, Mondphasen), der besondere Schmerzcharakter, begleitende Symptome (" Immer, wenn ich ..., dann habe ich gleichzeitig ...") oder andere Eigenheiten ("Es fühlt sich an, als ob ...").
Daher: je besser Sie sich beobachten, desto genauer können Sie dem Homöopathen oder der Homöopathin Ihre Beschwerden schildern. Auf diese Weise kann die Arzneimittelwahl gezielt für Ihre individuelle Krankheitssituation erfolgen.
Wie finde ich eine/n klassisch-homöopathische/n Arzt/Ärztin?
Homöopathische Ärztinnen und Ärzte finden Sie im Branchenfernsprechbuch. Oder Sie erkundigen sich in Apotheke, Reformhaus oder Naturkostladen. Wenn Sie die heilende Wirkung der Homöopathie in vollem Umfang erfahren wollen, dann sollten Sie vor der Behandlung abklären, ob tatsächlich die klassische Einzelmittel-Homöopathie nach Hahnemann angewandt wird.
Wie wird eine homöopathische Behandlung abgerechnet?
Da ein homöopathisches Anamnese-Gespräch, aber auch die Folgegespräche sehr zeitaufwendig sind, können sie im allgemeinen nicht über Krankenschein abgerechnet werden. Vielmehr erfolgt eine private Rechnungsstellung auf der Grundlage der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Gesetzlich Versicherte können bei der Behandlung langwieriger und schwerwiegender chronischer Krankheiten, wenn sie von einem Arzt vorgenommen wird, eventuell auf dem Kulanzwege einen Teil der Behandlungskosten erstattet bekommen, wenn sie vor Behandlungsbeginn einen entsprechenden formlosen Antrag stellen. Es empfiehlt sich in jedem Falle ein persönliches Gespräch mit dem Geschäftsführer Ihrer Krankenkassen-Geschäftsstelle.
Privat Versicherten mit eingeschlossener ambulanter Behandlung werden die Kosten einer homöopathischen Behandlung im allgemeinen ohne weiteres erstattet.
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Kurze Skizzen zu Krankheit und Heilung
von Dr. Angelika Franz
Prämissen
Krankheit als dynamisches Geschehen kann nicht abschließend definiert werden.
Verschiedenartigkeit der Krankheitsauffassungen in unterschiedlichem kulturellen und historischen Kontext
Krankheit als Besessenheit oder als Folge zürnender Geister oder Ahnen (Animismus)
Krankheit als Folge individueller Schuld (verschiedene sog. "Hochreligionen")
Krankheit als Folge eines gestörten inneren Gleichgewichtes, als Verlust der Harmonie des Organismus (Naturheilkunde; gestörte Mischung der "Säfte": hippokratische Humoralpathologie, die bis ca. 1840 die offizielle universitäre Schulmedizin war; ähnlich: indischer Ayurveda und Traditionelle Chinesische Medizin)
Krankheit als Infekt (prinzipiell heilbar, z.B. durch Antibiotika), als makroskopischer Substanzdefekt (prinzipiell heilbar, z.B. durch Chirurgie) oder als molekularer Defekt (nicht heilbar, nur kompensierbar mittels unterdrückender Medikation): heutige universitäre, naturwissenschaftliche Medizin = "Schulmedizin"
Krankheit als Folge seelischer Verletzungen oder seelischer Entwicklungsdefizite (Psychosomatik, Tiefenpsychologie)
Krankheit als Folge ungünstiger sozioökonomischer Gegebenheiten (Sozialmedizin)
Krankheit als Lehrmeisterin für persönliches Wachstum und Reifung (Weisheitslehren verschiedener Kulturen)
Krankheit als dynamische Verstimmung der Lebenskraft (klassische Homöopathie nach Hahnemann)
Heilung und Unterdrückung

Beispiele
Zu 1.: sanfte klassische Homöopathie, verstehende, liebevolle und integrierende aufdeckende Psychotherapie, Boyesen-Therapie, Shiatsu, Jin Shin Jyutsu bzw. Jin Shin Do, Kraniosakral-Therapie, einzelne Bach-Blüten, mite-Phytotherapie, sanfte Kneipp-Therapie, ...
Zu 2.: zu starke Reize bei Homöopathie (zu hohe Potenz, zu häufige Mittelwiederholung), provozierende und konfrontative Psychotherapie mit "Brechen des Widerstandes", Encounter-Gruppen, Bioenergetik, zu heftige Reize bei Kneipp-Therapie, ...
Kann eventuell heilen, führt aber oft durch Retraumatisierung zu einer verstärkten Blockade (Schutzreaktion).
Zu 3.: Frischkost-Diät, Fasten, Sauna, Schröpfen, Baunscheidtieren, Rödern, Blutegel, Canthariden-Pflaster, ABC-Pflaster, Aderlaß, Überwärmungsbad, ausagierende Psychotherapie, ...
Kann bei akuten Krankheiten eventuell heilen. Bei chronischen Krankheiten kann die Symptomatik vorübergehend gemildert werden, doch kommt es immer wieder zu einem Rückkehren der Symptomatik; bei fortgesetzter Anwendung kann es zu einem irreversiblen Verlust von Lebenskraft und damit zu einer permanenten Schwächung kommen (nicht bei der Sauna und nur abgeschwächt bei der Frischkost-Diät).
Zu 4.: Insulin, Digitalis bei Herzschwäche, Vitamin-D-Gabe bei Kindern, Mineral- und Flüssigkeitsersatz bei Durchfall, künstliche Gelenke, Herzschrittmacher, ... Sichert bei irreversibler Organzerstörung des Überleben, führt jedoch nicht zu einer Heilung.
Zu 5.: Cortison, Betablocker, Antidepressiva, Antibiotika, Cytostatica, forte-Phytotherapie (z.B.Kaffee, Abführmittel, Opium), ...
Kann in Notsituationen das Überleben ermöglichen, führt jedoch bei fortgestzter Anwendung zu einer andauernden Schwächung des Organismus und auf längere Sicht zu einer nicht behandelbaren "Regulationsstarre".
Die Lehre des Paracelsus vom Wesen der Krankheiten (Entienlehre)
Nach Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim) gibt es fünf Bedingungen, unter denen jemand erkranken kann; er nannte sie Entien (Wesenheiten). Dementsprechend postulierte er fünf Kategorien von Ärzten, die die jeweiligen Krankheitskomplexe behandelten. Eine wirklich ganzheitliche Krankenbehandlung erfordert damals wie heute, diese fünf Dimensionen von Krankheit und Gesundheit in die Krankenbehandlung einzubeziehen.
1. Die fünf Entien (Bedingungskomplexe von Krankheit)
Ens astrale: (wörtlich: Wesen der Sterne): Umwelt- und Schicksalsfaktoren
- Ens veneni : (wörtlich: Wesen des Giftes) Ernährung
- Ens naturale (wörtlich: natürliches Wesen): Lebenskraft
- Ens spitituale (wörtlich: geistiges Wesen): Psyche
- Ens dei (wörtlich: Wesen Gottes): spirituelle Verankerung
Krankheiten können also auf fünf verschiedenen Ursachenkomplexen oder einer Kombination davon beruhen. Sie alle sind im Rahmen einer wirklich ganzheitlichen Therapie zu würdigen.
2. Die fünf Arten von Ärzten/Heilern
Specificus : Schulmediziner/in
- Naturalis : Naturheilkundler/in (Anwendung von Pflanzen, Bädern, unspezifische, abhärtende oder kräftigende Maßnahmen ...)
- Spiritualis : Klassische/r Homöopath/in (oder andere hochgezielte Arbeit an der verstimmten Lebenskraft wie z.B.einzelne Bach-Blüten, Akupunktur, Shiatsu, Jin Shin Jyutsu bzw. Jin Shin Do, Kraniosakral-Therapie, ...)
- Characteralis : Psychotherapeut/in
- Fidelis : Geistheiler/in oder Schamane/Schamanin
Therapeutische Maßnahmen aus verschiedenen therapeutischen Kategorien können im allgemeinen gleichzeitig angewandt werden, ohne sich zu stören (Ausnahme: Antidote der Klassischen Homöopathie); doch Maßnahmen, die derselben therapeutischen Kategorie angehören, sollen nicht oder nur mit Bedacht gleichzeitig ergriffen werden, da eine gegenseitige Störung möglich ist oder aber die Reaktionsfähigkeit des Organismus überfordert werden kann (z.B.bei der Kombination von Klassischer Homöopathie mit Bach-Blüten oder Akupunktur).
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