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P

Pankreas: = Bauchspeicheldrüse. Großes, in der Tiefe des Oberbauches gelegenes drüsiges Organ, das unter anderem Verdauungssäfte produziert. In das Pankreas eingelagert sind die Langerhans`schen Inseln, die Hormone produzieren (u. a. Insulin). Aus diesem Grunde führen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse nicht selten auch zu Störungen der Zuckerverwertung und damit zu Diabetes.

Pankreas, künstlich: Überwiegend zu wissenschaftlichen Zwecken verwendetes computergesteuertes Gerät, das bei Anschluss an das Blutgefäßsystem selbständigBlutzuckerbestimmungen erstellt und bedarfsgerecht Insulin verabreicht. Nach entsprechender Programmierung lassen sich konstante Blutzuckerwerte einstellen, wobei das Gerät einerseits hohe Blutzuckerwerte durch Insulin, niedrige durch Glukoseabgabe korrigiert. In der Forschung erwiesen sich diese Geräte als sehr nützlich, zur Beantwortung der verschiedensten Fragestellungen. In der Klinik finden sie allenfalls Verwendung bei Operationen an der Bauchspeicheldrüse, sowie (selten) bei der Entbindung von Diabetikerinnen. Eine Verwendung zur Behandlung des Diabetes mellitus im Alltag scheitert u. a. an der Größe der Geräte. Der Begriff "künstliches Pankreas" ist an und für sich falsch, da das Gerät nur in der Lage ist, die Funktion der B-Zelle des Pankreas (nämlich die Insulinproduktion und Abgabe) zu imitieren, nicht aber die übrige Pankreasfunktion (Produktion von Verdauungssäften).

Pankreasinsuffizienz:=unzureichende Funktion der Bauchspeicheldrüse. Bei der sogenannten exokrinen Pankreasinsuffizienz werden Verdauungssäfte in unzureichender Menge gebildet. Dies hat eine mangelhafte Auflösung der Nahrung zur Folge und führt u. a. zur Ausscheidung unverdauter Nahrungsmittel. Der Begriff endokrine Pankreasinsuffizienz ist nicht gebräuchlich. Hierunter wäre eine verminderte Hormonbildung durch die Pankreasinseln zu verstehen. Dieses Krankheitsbild hat einen wesentlich gebräuchlicheren Namen: es handelt sich um Diabetes mellitus.

Pankreastransplantation: = Verpflanzung der Bauchspeicheldrüse von Spendern auf Empfänger. Dieser operative Eingriff wird u. a. bei schweren diabetischen Nieren- schädigungen, gelegentlich auch in Kombination mit einer Nierenverpflanzung durchgeführt. Nach Minderung der Abstoßungsreaktion durch Verabreichung entsprechender Medikamente und Verbesserung der Operationstechnik, ist die Pankreastransplantation in letzter Zeit etwas häufiger und mit durchaus guten Erfolgen angewendet worden. Auf Grund des Aufwandes, des Operationsrisikos, der noch notwendigen Nachbehandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem schwächen, ist die Pankreastransplantation jedoch nach wie vor keine Routinemethode geworden. Sie hat sich jedoch in einigen Fällen (z. B. bei schweren Gefäßschäden) als durchaus sehr vorteilhaft erwiesen. Ein Nachteil ist, dass die Transplantate manchmal nur über eine gewisse Zeit funktionsfähig bleiben.

Pankreatektomie: = chirurgische Entfernung des Pankreas, z. B. bei Tumorbildung oder schweren Entzündungen. Wird das gesamte Pankreas entfernt (= totale Pankreatektomie) entsteht zwangsläufig ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus, da die im Pankreas gelegenen Langerhans`schen Inseln (d. h. die für die Insulinbildung verantwortlichen Zellen) aus operationstechnischen Gründen mitentfernt werden müssen.

Pankreatektitis: = Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diese kann akut verlaufen und ist dann ein meist sehr schweres Krankheitsbild. Bei einem chronischen Verlauf bestehen abgesehen von akuten Schüben oft nur diskrete Beschwerden.

Paraplegie: = Lähmung der Fuß- oder Beinmuskulatur und einer Störung des Emfpindungsvermögens (Schmerz, Temperatur, Berührung) durch Verletzungen der Wirbelsäule und/oder des Rückenmarks.

Parästhesie: Krankhafte abnorme Empfindung. Durch Störung der sensiblen Nervenleitung (z. B. bei der diabetischen Polyneuropathie) wird eine Empfindung hervor- gerufen, die im erkrankten Nerv entsteht. Dies können sein: Kribbelmissempfindungen, Schmerzparästhesien, als Sonderform "Burning Feet (siehe dort).

Parkinsonsche Krankheit: = eine chronisch fortschreitende Stoffwechselerkrankung. Sie ist nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt, der 1817 erstmals die wesentlichen Krankheitsmerkmale beschrieb.

Passionsblume (stärkt Herz und Nerven)
Als vielseitiges pflanzliches Heilmittel erweist sich in neueren Untersuchungen die Passionsblume. In ihrem Kraut hat man jetzt Substanzen entdeckt, die das Herz stärken und beruhigen, sowie den Blutdruck senken. Verglichen mit dem ähnlich wirkenden Weißdorn verlangsamt die Passionsblume bei gleicher Dosierung der Extrakte zum Beispiel den Herzschlag ausgeprägter. Das berichtet der Heilpflanzen-Forscher Prof. Dr .Beat Meier (Schweiz).
Überdies beeinflußt die Passionsblume die Nerven positiv, wirkt ähnlich wie Baldrian beruhigend, sogar angstlösend. Zudem hat sie entkrampfende Eigenschaften und lindert Schmerzen bei Magen-Darm-Beschwerden. Als Anwendungsgebiete sind bei der Neuzulassung als Heilpflanze bisher anerkannt: nervöse Unruhe, leichte Einschlafstörungen, nervöse Magen-Darm-Beschwerden.
Das Rezept: Einen Teelöffel voll (2 bis 3 g) Passionsblumenkraut (Passiflora herba, Apotheke) mit einer Tasse heißem Wasser (ca.150 ml) übergießen, nach zehn Minuten abseihen. Soweit nicht anders verordnet, zwei- bis dreimal am Tag sowie eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eine Tasse frischen Teeaufguss trinken.

Pathogenese: Krankheitsentstehung

Pathologisch: = krankhaft.

Pathophysiologie
Die Lehre von krankhaften Lebensvorgängen

Paukenröhrchen
Bei Mittelohr-Katarrh kann sich ein sog. Paukenerguss bilden. Bei Kindern, mitunter aber auch bei Erwachsenen, kann dieser Paukenerguss nicht mehr durch die Tuba Eustachii (Ohrtrompete) abließen. Durch Einlegen eines sog. Paukenröhrchens wird die Belüftung des Mittelohres gewährleistet. Sobald die Belüftung des Mittelohres wieder auf natürlichem Wege erfolgt, wird das Paukenröhrchen abgestoßen und fällt heraus. Dabei schließt sich das Trommelfell folgenlos.

Pen: (englisch pen = Federhalter, Füller) = Insulininjektionshilfe in Form und Größe eines Kugelschreibers, in den Patronen mit Insulin eingelegt werden. Erleichtert die Insulininjektion in vielfacher Hinsicht., da insbesondere das Insulinaufziehen entfällt. Außerdem stehen für die unterschiedlichen Hautstärken sowie Injektionsstellen und -techniken verschiedene Pen-Nadeln (siehe auch dort) zur Verfügung. Der Pen lässt sich leicht aufbewahren (Jacke, Handtasche). Pen-Injektionshilfen gibt es bisher von mehreren Anbietern. Sie können allerdings nur für das Insulin des jeweiligen Herstellers verwendet werden. Ursache hierfür ist das Abfüllen des Insulins in unterschiedliche Glaspatronen. Verwendet wird durchweg U100-Insulin (d.h. 1 ml enthält 100 I.E. Insulin und ist somit 2,5-fach konzentrierter als U40). Ausnahme ist der D-Pen-U40 (Fa. Disetronic), dessen Reservoir vom Benutzer mit U40-Insulin selbst gefüllt wird.

Pen-Nadeln: (auch Pen.Kanülen) = spezielle Kanülen für die Insulininjektion mit dem Pen. Für den möglichst schmerzarmen Einstich ist die besonders geschliffene Nadelspitze, zum leichten Eindringen in die Haut eine Beschichtung der Nadeloberfläche verantwortlich. Da schon einzelne Injektionen zu Abnutzungserscheinungen sowohl am Schliff als auch der Beschichtung führen, sollte die Nadel regelmäßig gewechselt werden. Durch die Abnahme der Nadel vom Pen nach der vorgenommenen Injektion wird außerdem ein Eindringen von Bakterien in die Insulinampulle sowie die Bildung einer Luftblase verhindert. Für die korrekte Insulinwirkung ist auch die richtige Einstichtiefe verantwortlich. Diese hängt ab von der Dicke der Haut (Körpergewicht), den Injektionsstellen (z. B. Bauch, Oberschenkel) und der Einstichart (senkrecht oder schräg, mit oder ohne Bildung einer Hautfalte). Da neuere Untersuchungen ergeben haben, dass die Hautdicke geringer ist als bisher angenommen, können im allgemeinen kürzere Nadeln (z. B. 10 mm lang) verwendet werden.

Perilymphe
Flüssigkeit um den häutigen Anteil des Innenohres, bzw. zwischen dem häutigen und dem knöchernen Anteil.

Peritoneal-Dialyse (Peritoneum = Bauchfell): Die Dialyse ist ein medizinisches Verfahren mit dem im Falle des Nierenversagens giftige Stoffwechselprodukte aus dem Organismus entfernt werden. Bei der Hämodialyse geschieht dies, indem das Blut durch einen Filter geleitet wird. Die Peritoneal-Dialyse ist ein völlig anderes Ver- fahren. Hierbei wird Flüssigkeit über einen Katheter in den Bauchraum eingeleitet. Diese Flüssigkeit zieht die Stoffwechselabfallprodukte entsprechend einem Konzentrationsgefälle in die freie Bauchhöhle. Das Bauchfell (Peritoneum) wirkt dabei wie eine Membran, die nur in einer Richtung, nämlich in den Bauchinnenraum für die Abfallstoffe durchgängig ist. In mehreren Spülvorgängen werden die eingelassene Flüssigkeit und damit die Giftstoffe aus dem Bauchraum entfernt, bevor neue Flüssigkeit eingefüllt wird.

Perzeptionsstörungen (Wahrnehmungsstörungen, sensorische Integratinsstörungen): Sie treten bei vielen cerebralen Bewegungsstörungen in unterschiedlichem Schweregrad auf. Es gibt visuelle (Sehen), auditive (Hören), taktile (Tasten), kinästhetische (Empfinden der Eigenbewegungen und des Gleichgewichtssinns), omische (Riechen) und gustatorische (Schmecken) Wahrnehmung.

Pessar: = Metall - oder Kunststoffring. Wird vom Frauenarzt zur Korrektur von Lageveränderungen der Gebärmutter eingeführt. Besonders geformte Pessare werden in die Gebärmutter eingelagert und dienen zur Empfängnisverhütung (= Intrauterinpessare = "Spirale").

pharmakogenetisch: die Wechselwirkung von Medikamenten mit vererbten Merkmalen, z.B. die Bereitschaft zur Aufnahme von Medikamenten

Phonophobie
Überempfindlichkeit vor bestimmten Geräuschen, die nicht unbedingt sehr laut sein müssen.

Pilzinfektionen
Tausende von Frauen erkranken jährlich an einer gynäkologischen Pilzinfektion (medizinisch:Vaginalmikose).
Sie wird durch Hefepilze (Candida) verursacht. Diese Pilze sind bei fast fallen Menschen vorhanden und im allgemeinen harmlos. Verschiedene Faktoren führen jedoch dazu, dass sie zu krankmachenden Parasiten werden. Kritisch wird es, wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist. Der Pilz nutzt diese Schwäche sofort aus, und es kommt zu Entzündungen im Intimbereich, verbunden mit Juckreiz und vermehrtem Ausfluß sowie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. So gesehen kann alles, was das Immunsystem schwächt, zur eigentlichen Ursache vaginaler Pilzinfektionen werden. Dazu gehören u.a. grippale Infekte, Zahnentzündungen und bestimmte Medikamente (z. B. Antibiotika, Kortisonpräparate, Antikrebsmittel).
Hormonelle Veränderungen, etwa durch die Anti-Baby-Pille, Schwangerschaft oder Wechseljahre, begünstigen eine Vaginalmykose ebenso, wie eine zuckerbetonte Ernährung, übertriebene Hygiene und Dauerstress.
Die Infektion verschwindet in aller Regel nicht ohne medikamentöse Hilfe. In der Apotheke gibt es rezeptfreie Mittel, mit denen Sie sich selbst behandeln können. Hierzu eignen sich vor allem Präparate aus der Gruppe der Azol-Antimykotika. Die Wirkstoffe töten Pilzzellen ab, bzw. verhindern deren Wachstum.
Wenn allerdings derartige Infektionen immer wieder auftreten, sollten Sie unbedingt Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Placebo
(lat.) ich möge nutzen; Medikament ohne schuldmedizinisch nachgewiesenen Wirkstoff; es muss deswegen aber nicht ohne Wirkung bleiben.

Polyneuropathie: (siehe auch Abhandlung Neuropathie) Wörtlich übersetzt bedeutet Polyneuropathie Erkrankung vieler Nerven. Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven. Diese sind Nervenleitungen, die von den Zentren (Gehirn und Rückenmark) zur Körperoberfläche ziehen. Polyneuropathien gehen mit verschiedenen Krankheitszeichen einher: Schmerzen, Missempfindungen usw. Eine der wichtigsten Ursachen für die Polyneuropathie ist der Diabetes mellitus, wie auch der Alkoholmissbrauch.

Poliomyelitis (Polio) (Spinale Kinderlähmung) = Nervenzellen des Rückenmarks werden durch eine Virusinfektion zerstört. Hände, Arme und Beine sowie der Oberkörper können in ihrer Bewegungsunfähigkeit ausfallen. Zur Vorsorge gibt es eine Schluckimpfung.

Polyurie: = vermehrtes Wasserlassen. Die Polyurie, die mit einer Steigerung der Urinproduktion einhergeht, ist beim Diabetiker in der Regel ein Symptom für einen schlecht eingestellten Diabetes. Nicht selten ist die Polyurie auch eines der ersten Symptome, das auf die bislang noch nicht entdeckte Stoffwechselerkrankung hin- deutet. Die vermehrte Urinausscheidung kommt dadurch zustande, dass bei schlechter Stoffwechsellage und damit verbundenen hohen Blutzuckerwerten vermehrt Zucker über die Niere ausgeschieden wird (Glucosurie). Da Zucker aufgrund physikalischer Gesetze Wasser bindet, kommt es automatisch mit der verstärkten Zucker- ausscheidung auch zu einer vermehrten Wasserausscheidung. Der erhöhte Flüssigkeitsverlust ist auch der Grund für das verstärkte Durstgefühl bei schlecht eingestelltem Diabetes, das letztendlich zu einem verstärkten Trinken Anlass gibt (Polydypsie). Wird der Flüssigkeitsverlust nicht durch Trinken ausgeglichen, kommt es zwangsläufig zu einem Austrocknen des Körpers (Exsikkose), ein Zustand, der insbesondere bei älteren Menschen gefährliche Folgen haben kann.

postpartal: Zeitraum der ersten Wochen nach der Geburt

Post-Polio-Syndrom
Jahrzehnte nach einer überstanden geglaubten Kinderlähmung leiden viele Patienten erneut unter extremer Muskelschwäche.
Gerade mal vier Jahre war Gerhard Wohmutheder alt, als er 1954 Kinderlähmung hatte. 120 Tage lag er im Krankenhaus, nur um Haaresbreite entging er der eisernen Lunge. In der anschließenden 67-tägigen Reha lernte er mühsam das Laufen neu. Nach und nach ging es ihm besser, doch wie seine Altersgenossen Sport treiben, das war nie drin. Trotzdem konnte er auf sie zählen: "Wenn mich beim Wandertag die Kräfte verließen, haben mich meine Schulkameraden getragen. Doch wer wird mich heute tragen?"
Heute leidet Gerhard Wohlmutheder unter Spätfolgen der Poliomyelitis. "Nach über 40 Jahren kommt die Krankheit zurück", sagt er. Seine Muskelkraft nimmt immer weiter ab, für Strecken über 100 Meter braucht er einen Rollstuhl. Selbst bei kleineren Anstrengungen steht ihm der Schweiß auf der Stirn.
Die großen Polioepidemien suchten Eruopa nach dem Zweiten Weltkrieg heim. Allein im Jahre 1952 erkrankten in der alten Bundesrepublik 10000 Menschen. Jeder achte starb. Diejenigen, die mit Lähmungen überlebt hatten, gingen mit großer Energie daran, die Folgen der Erkrankung durch konsequentes Training zu überwinden.
Nervenzellen werden bis zum Erschöpfung belastet.
Ende der siebziger Jahre häuften sich die Berichte über rätselhafte Beschwerden. Alle Betroffenen hatten eines gemeinsam: vor Jahrzehnten hatten sie eine Poliomyelithis überstanden. Erst Anfang der achtziger Jahre bekam die Erkrankung einen Namen: Post (=nach)-Polio-Syndrom. Allmählich entwickelte sich auch eine Vorstellung davon, wie die Erkrankung entsteht: Das Poliovirus hat eine Vorliebe für bestimmte Nervenzellen, die Motoneuronen. Sie strecken von ihrem Zellkörper im Rückenmark einen langen Arm zu dem Muskel aus, dessen Bewegung sie kontrollieren. Im Muskel teilt sich dieser Arm in mehrere Enden auf, die schließlich mit den Muskelzellen in Kontakt treten.
Sterben vom Poliovirus befallene Motoneuronen ab, verlieren die entsprechenden Muskelzellen zunächst den Anschluß ans Nervensystem, bis überlebende Nervenzellen den Kontakt wiederherstellen. So muß ein Motoneuron schließlich bis zum 10000 Muskelzellen versorgen, selbst wenn es ursprünglich nur für 1000 Zellen zuständig war.
Die Verbindung zwischen Muskel und Nerv reißt ab.
Dieser Zustand ist nicht stabil. Ständig werden alte Verbindungen zwischen Nerven und Muskeln ab- und neue aufgebaut. Doch der Neuaufbau funktioniert mit der Zeit immer schlechter. Nicht jede ausfallende Verbindung wird mehr ersetzt. Die Folge: Die Muskeln werden schwächer und ermüden schneller. Möglicherweise führt die dauernde Überbeanspruchung der Motoneuronen allmählich zu ihrer Erschöpfung. Neben dieser schleichenden Muskelschwäche kommt es auch zu einer nur zeitweise auftretenden Schwäche. Ursache hierfür ist wohl die gestörte Ausschüttung eines Überträgerstoffes.
Umstritten ist, wie viele ehemalige Poliopatienten von den Spätfolgen bedroht sind. "Es gibt keine sicheren Zahlen, aber das Risiko ist relativ hoch", sagt Dr. Bettina Beck, Oberärzten an der Bavaria-Klinik in Schaufling/Bayern, "gefährdet sind auch diejenigen, die nur eine leichte Polio hatten."

Abschied vom Leistungsdenken
Mögliche Anzeichen eins Post-Polio-Syndroms sind: schnelle Ermüdung, eine neu aufgetretene Muskelschwäche, Muskelzucken, Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Kälteempfindlichkeit und manchmal spezielle Beschwerden wie Atem- oder Schluckstörungen. "Wir versuchen mit jedem einzelnen Patienten herauszufinden, wie stark er sich belasten darf, ohne den Abbauprozess zu fördern. Wichtig ist, die Patienten von ihrem Leistungsdenken abzubringen", beschreibt Dr. Beck die Grundlagen der Therapie.
Hilfsmittel vom Gehstock über gelenkstützenden Apparaturen bis hin zum Rollstuhl helfen den Patienten, mobil zu bleiben. Manchmal ist auch eine Behandlung mit Medikamenten erfolgversprechend, etwa um die Muskelschwäche günstig zu beeinflussen oder die Muskelschmerzen zu lindern. Viele Betroffene haben gute Erfahrungen mit der Einnahme von Carnitin gemacht, einer körpereigenen Substanz, die für den Muskelstoffwechsel wichtig ist.
"Aber", so Dr. Beck, "das Post-Polio-Syndrom ist eine chronische Erkrankung, deren Verlauf man derzeit nur verzögern, die man aber nicht heilen kann.

Selbsthilfe:
Informationen über das Post-Polio-Syndrom und Anschriften regionaler Selbsthilfegruppen gibt es bei:
Bundesverband
Poliomyelithis e.V.
Weserbergland-Klinik
Zimmer 494
37669 Höxter
Tel./Fax: 05271/983443
Internet-Adresse: www:selbsthilfe.seiten.de/polio/index.htm


Polypen
Durch Nasentropfen mit einem Kortison-Wirkstoff können Polypen in der Nase innerhalb von nur zwei Tagen beträchtlich schrumpfen und abheilen. Das berichtet die Londoner Professorin Valerie J. Lund. Entscheidend sei, die Tropfen in der richtigen Kopfhaltung anzuwenden, damit der Wirkstoff die gutartigen Wucherungen (Polypen, Fibrome) in der Nase ausreichend benetzt.


Praediabetes: Heute kaum noch gebräuchlicher Begriff, der ein Vorstadium eines später eintretenden Diabetes mellitus kennzeichnen sollte.

Praekoma-Diabetikum: = Vorstadium des Koma Diabetikum. Im Gegensatz zum Koma Diabetikum besteht beim Praekoma nur eine geringe Bewusstseins- trübung. Wird die der Entstehung des Praekoma zugrunde liegende Ursache  (z. B. Insulinmangel) nicht beseitigt, so entsteht zwangsläufig ein voll ausge- prägtes diabetisches Koma.

Presbyakusis
Altersschwerhörigkeit. Der Hörverlust beginnt meist allmählich und weitgehend symmetrisch.

Primärversagen: Nicht Ansprechen einer Behandlung mit Sulfonylharnstoffen bei deren erstmaliger Anwendung.

progredient: = fortschreitend

Proinsulin: = Vorstufe des Insulins, aus der durch Abspalten einer Eiweißkette (C-Peptid) Insulin entsteht. Proinsulin hat bereits blutzuckersenkenden Wirkung, allerdings in wesentlich geringerem Ausmaß als Insulin selber.

Protein: = Eiweiß. Proteine sind sowohl für pflanzliche, als auch für tierische Organismen wichtige Baustoffe. Sie bestehen aus zahlreichen Einzelelementen (Aminosäuren), die zu Ketten aneinandergereiht sind.

Proteinurie: Allgemeiner Begriff, der die Ausscheidung von mehr als 150 mg Eiweiß über 24 Std. bezeichnet. Normalerweise ist der Urin eiweißfrei. Ein positiver Befund kann für eine fortgeschrittene oder beginnende Nierenfunktionsstörung sprechen. Aber auch andere Faktoren, z. B. Harnwegsinfekte, zu hoher Blutdruck, entzündliche Nierenerkrankungen können zu einer Proteinurie führen. Eine Eiweißausscheidung bei Patienten mit Diabetes mellitus muss sehr ernst genommen werden, da mit einem Fortschreiten der Nierenschädigung gerechnet werden muss.

Pruritus: = Juckreiz. Viele Erkrankungen gehen mit Juckreiz einher, wobei nicht nur Erkrankungen der Haut, sondern auch solche der inneren Organe (z.B. der Leber) vorliegen können. Juckreiz ist auch ein häufiges Symptom bei Diabetes. Generalisiert (d. h. überall) auftretender Juckreiz besteht bei 3 % aller Diabetiker, wobei die Verbesserung der Stoffwechseleinstellung auch eine Besserung des Juckreizes mit sich bringen kann. Gelegentlich ist Juckreiz auch Folge einer zu trockenen (fettarmen bzw. falsch gepflegten Haut).

Pseudoperitonitis diabetica: Bauchbeschwerden, die im Rahmen einer schweren Stoffwechselentgleisung des Diabetes (Azidose) auftreten können. Die Ursache der Pseudoperitonitis diabetica ist nicht eindeutig geklärt. Klinisch bestehen Schmerzen, Übelkeit, Brechreiz und ein geblähter Bauch. Die Abgrenzung gegenüber schwerwiegender Erkrankungen innerhalb des Bauchraumes (z. B. geplatzter Blinddarm) kann mitunter schwierig sein.

Psychotherapie
(wörtlich gr.: Behandlung der Seele) In einer Psychotherapie versucht man, mit verschiedenen Methoden auf Verhaltensweisen und Erlebenszustände positiv Einfluß zu nehmen. Wenn in Denken, Handeln, Erleben und Fühlen Störungen auftreten wie z.B. Depressionen, Ess-störungen, Zwänge und Süchte, bietet die Psychotherapie Hilfsmöglichkeiten. Dies gilt auch bei psychosomatischen Belastungen, d. h. wenn die Psyche (Seele) einen störenden Einfluß auf das Soma (Körper) ausübt. Begleitend zu medizinischen Behandlungsmethoden können psychotherapeutische Methoden auch bei organischen Erkrankungen hilfreich sein.

Psychotherapeutische Methoden
In der Entwicklung psychotherapeutischer Methoden gab es jahrelange Abgrenzungsdiskussionen der verschiedenen Therapieschulen. Mittlerweile werden die verschiedenen Ansätze als Vielfalt von Möglichkeiten verstanden, die je nach Ausbildung, Bedarf und Behandlungsabsprache anwendet werden. Man kann in etwa vier Grundrichtungen innerhalb der verschiedenen Methoden skizzieren.

In der Tiefenpsychologie geht es um die Frage nach den Hintergründen, Ursachen und Voraussetzungen, die menschliches Sein und Handeln prägen und den Betroffenen zumeist nicht bewußt sind. In der Verhaltenstherapie geht es darum, die konkreten Probleme in ihren Dimensionen zu verstehen und an Änderungen und Lösungsmöglichkeiten zu arbeiten.

In sogenannten humanistischen Verfahren, wie z. B. der Gestalttherapie, versucht man, das Bewußtsein auf die erlebte Gegenwart zu lenken und sich selbst so zu erleben und zu akzeptieren, wie man ist.
In systemtherapeutischen Verfahren stehen die sozialen Beziehungen, in denen sich Menschen bewegen, handeln und einordnen, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Pyelonephritis: = Entzündung der Nieren und ableitenden Harnwegen durch Bakterien. Die Erkrankung kann akut und chronisch verlaufen. Akute Verlaufsformen sind meist durch hohes Fieber, Schüttelfrost und allgemeines Krankheitsgefühl gekennzeichnet. Chronische Erkrankungen machen sich meist nur kaum bemerkbar.

Das Entstehen einer Pyelonephritis: kann durch verschiedene Faktoren (z. B. Diabetes, Blasenentleerungsstörungen usw.) begünstigt werden. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika nach Möglichkeit gezielt im Anschluss an einen vorangegangenen Erregernachweis aus dem Urin.

 

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