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Narkose
Neues Gerät überprüft Narkosetiefe. Eine schreckliche Vorstellung, aber es kann passieren: Ein Patient begibt sich zu einer harmlosen Operation ins Krankenhaus und erwacht nicht mehr aus der Vollnarkose.... Oder er wird vorzeitig wach und erlebt die eigene Operation mit. Die Betäubung ist nicht mehr tief genug und das Bewußtsein nicht mehr hinreichend ausgeschaltet. Reden oder sich durch Zeichen bemerkbar machen kann der Betroffene jedoch nicht, weil die gesamte Muskulatur durch Medikamente noch völlig entspannt ist.
Der Narkosearzt zieht zwar Blutdruck, Herzfrequenz, Pupillenweite und Tränenfluss zur Kontrolle heran, doch die Narkosetiefe läßt sich damit nicht in allen Fällen ganz sicher bestimmen. Verändert sich während eines chirurgischen Eingriffs der Blutdruck oder Herzfrequenz, kann das an einem instabilen Kreislauf , aber auch an unzureichender Tiefe der Betäubung liegen.
Dank eines neuen Überwachungsgerätes ist es jetzt möglich, die Wirkung der Narkose direkt am Gehirn zu überprüfen: Am Kopf des Patienten werden fünf Klebeelektroden befestigt, die die Gehirnströme messen. Die Werte geben dem Arzt genaue Auskunft über den Narkosestand. Er kann daher ein vorzeitiges Aufwachen schon früh erkennen und durch eine entsprechend höhere Gabe des Betäubungsmittels verhindern.
Ein weiteren Vorteil des Überwachungsgerätes: Der Anästhesist kann das Narkosemittel exakter dosieren. Es wird nur soviel gegeben, wie nötig. Ist die Operation beendet, wacht der Patient auf die Minute genau auf.
Bereits 100 Krankenhäuser arbeiten mit dem elektronischen Gerät, das in Deutschland hergestellt wird.


Nasen-Nebenhöhlen (in 3 Tagen wieder frei)

Schmerzen und Druckgefühl über den Augen oder in den Backenknochen - oft schon wenige Tage nach dem Einsetzen eines Schnupfens - sind die ersten Symptome einer Nasennebenhöhlen-Entzündung. Die Beschwerden machen sich vor allem morgens nach dem Aufwachen, beim Aufstehen aus dem Sitzen oder beim Bücken bemerkbar. Oft ist auch der Geruchssinn gestört. Jeder zehnte Bundesbürger quält sich im Winter damit herum.
Halten die Beschwerden tagelang an, oder bekommt der Patient auch noch Fieber, sollte in jedem Fall der Arzt aufgesucht werden. Bei rechtzeitiger Behandlung mit Antibiotika kommt es bei drei von vier Patienten zu einer deutlichen Besserung oder sogar Heilung - allerdings erst nach 10 - 14 Tagen.
Jetzt wurde in den USA eine neue Kurzzeit-Therapie erfolgreich erprobt, die innerhalb von nur drei Tagen hilft: Sie beruht nicht auf Antibiotika, sondern auf dem Kombinationswirkstoff C-trimoxazol (in der Bundesrepublik sind 33 verschiedene Medikamente mit diesem Wirkstoff auf dem Markt).
Bei der neuen Kurzzeit-Therapie wird zusätzlich noch ein schleimlösendes Nasenspray angewendet. Schleimlösende und auch die Schleimhaut abschwellende Mittel werden grundsätzlich auch bei der herkömmlichen Therapie verordnet.
Auf keinen Fall sollte eine Nebenhöhlenentzündung ohne ärztlichen Rat selbst behandelt werden. Denn die oft empfohlene Anwendung von Rotlicht oder von Dampfbädern kann die Entzündung verschlimmern, wenn nicht gleichzeitig wirksame Medikamente genommen werden. Und wird die Entzündung nicht möglichst frühzeitig optimal behandelt, kann sie chronisch werden.
In seltenen Fällen kann jedoch nur eine Operation helfen: Z.B. bei starken Polypen oder wenn die Nasenscheidewand so gewachsen ist, daß sie die Verbindungsgänge zu den Nebenhöhlen sehr stark einengt. Bei einem Schnupfen kann dadurch das entstehende Sekret nicht abfließen.

Nebenniere: = lebenswichtiges, paariges Drüsenorgan, das beidseits dem oberen Pol der Niere anliegt, zu dieser aber ansonsten keinerlei Beziehung hat. Die Nebennieren, die aus einem Rinden- und einem Markteil bestehen, sind die Bildungsstätte lebenswichtiger Hormone wie Cortison, Adrenalin und Noadrenalin.Diese Hormone werden u. a. auch bei der Gegenregulation nach Unterzuckerungen freigesetzt und haben neben anderen Wirkungen auch eine Blutzuckersteigerung zur Folge.

Nephritis:
= Entzündung der Niere, die akut und chronisch verlaufen kann. Ursache einer Nephrittis ist in den allermeisten Fällen eine bakterielle Infektion.


Nephogramm:
= Röntgenologische Darstellung der Niere durch in die Vene (intravenös) verabreichte und von der Niere ausgeschiedene Kontrastmittel.

Nephrolithiasis: = Nierensteinleiden. Unter bestimmten Bedingung (z. B. beim Vorliegen einer Gicht sowie auch bei Nierenbeckenentzündungen) kommt es zur Ausbildung von kleinen Steinen, meist im Nierenbecken. Das Wandern dieser Steine in den Harnleiter führt zu schwersten Schmerzzuständen (Koliken).

Nephrologie:
= Lehre von Funktion und Krankheiten der Niere.


Nephropathie:
= diabetische. Der Begriff Nephropathie steht für Nierenerkrankungen. Unter diabetischer Nephropathie versteht man die Veränderungen an den Nieren, die als sogenannte Spätkomplikationen nach jahrelanger Diabetesdauer entstehen und in der Regel beidseitig auftreten. Die diabetische Nephropathie ist kein klar definiertes Krankheitsbild, sondern die Summe unterschiedlichster Veränderungen, die im Gefolge der diabetischen Stoffwechsellage in den Nieren entstehen können: Entzündungen, Gesäßveränderungen, Erkrankungen des Filterapparates der Niere (=Glomerula). Wie alle Spätschäden ist die Entwicklung einer diabetischen Nephropathie abhängig von der Diabetesdauer, sowie ganz entscheidend auch von der Güte der Diabeteseinstellung: je besser die Zuckereinstellung, um so länger lässt sich die Entwicklung der diabetischen Nephropathie hinauszögern und u. U. ganz vermeiden. Ein wichtiges Zeichen für das Vorliegen einer Nephropathie ist der Nachweis einer Eiweißausscheidung im Urin. Normalerweise ist das Nierenfilter nicht durchlässig für Eiweiß. Im Falle einer Schädigung z. B. durch Einlagerung von Zucker in die Eiweißmembran, ändert sich das Filter und wird "porös". Eine spezielle Behandlungsmöglichkeit für die Nephropathie gibt es nicht, um so wichtiger ist ihre Verhütung durch gute Stoffwechselergebnisse. Nicht selten führen Nierenerkrankungen zu Erhöhungen des Blutdrucks, der seinerseits wiederum zu einer zusätzlichen Nierenschädigung führen kann. Aus diesem Grunde ist eine Normalisierung erhöhter Blutdruckwerte beim Diabetiker von ganz besonderer Bedeutung.


Nervenleitgeschwindigkeit:
= Geschwindigkeit mit der ein Nerv eine Erregung an ein bestimmtes Zielorgan weiterleitet. Nerven sind vergleichbar mit Elektrokabeln.
Sie leiten "Befehle", die als elektrische Erregungen im Zentrum (Gehirn) entstehen, in die Erfolgsorgane (z. B. Muskeln) weiter und lösen so eine Erregung aus.Ist ein Nerv (z. B. bei diabetischer Neuropathie) beschädigt, so verringert sich die Geschwindigkeit mit der Impulse weitergeleitet werden können. Somit ist die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, die meist an einem Beinnerven vorgenommen wird, eine wichtige Methode zum Nachweis einer Neuropathie.

Nervensystem - Wunderwerk

Nervenzellen: 100 Milliarden Nervenzellen bilden die Datenautobahn durch den Körper. Jede ist mit 25000 Zellen verbunden, nimmt bis zu 10 Milliarden Signale pro Sekunde auf. Entspannung: Wie fit die Nerven sind, hängt von unserer Fähigkeit ab, uns zu entspannen. Dauerstress schädigt die Nervenzellen - und die sind nur eingeschränkt reparaturfähig. Rückenmark: In den Nervenzellen des Rückenmarks werden die Befehle des Gehirns übersetzt - zu komplexen Bewegungen zusammengestellt und an die Muskeln weitergeleitet.
Ob Boris Becker in der ersten Runde aussteigt oder das Match gewinnt - alles reine Nervensache. "Wenn Becker sagt, er habe ein Spiel im Kopf verloren, so ist das durchaus wörtlich zu nehmen" sagt der Sportwissenschaftler August Neumaier. Nicht im Gehirn ist man ein exzellenter Sportler, sondern im Unterbewußtsein - im Nervensystem des Rückenmarks, erklärt der Experte. Nervenspezialisten haben entdeckt: Wahrnehmungen, Reaktionen - das alles läuft praktisch automatisch ab. Aber: jede kleine gedankliche Abweichung unterbricht diesen Prozeß. Und in dem Moment, in dem man den Kopf einschaltet, blockiert man das Nervensystem. Schon ein einziger Schritt kann unser Gehirn überfordern - vorausgesetzt, es muß die dafür nötigen Muskeln bewußt steuern. Denn auch das ist nichts anderes als reine Nervensache. Ob beim Sport oder im Job - letztendlich entscheiden unsere Nerven über Erfolg oder Niederlage. Legt man alle Nerven eines Menschen aneinander, würden sie den Erdball zwölf mal umrunden - und der misst immerhin 40000 Kilometer. Leider sind diese hochsensiblen Datenträger überaus verletzungsanfällig. Doch Neurologen ist es jetzt erstmalig gelungen, mit einem neuen Kunststoff zerstörte Nervenbahnen zu überbrücken - und sie zu neuem Wachstum anzuregen. Erfolgreich waren die Eingriffe bei Händen, Füßen und im Gesicht. Nur die Rückenmarksnerven sind noch nicht reparabel.
Jede Verletzung, jeder entzündliche Prozeß - sie alle leiten Impulse ans Gehirn und die bedeuten vor allem eins: Schmerz. Allerdings kann der selbst bei identischen Verletzungen völlig unterschiedlich ausfallen: Denn der Wissenschaftler Ronald Melzack hat festgestellt, dass spezielle Wächter auf der Nervenbahn von und zum Gehirn darüber entscheiden, ob und wieviel der Schmerzreize überhaupt weitergeleitet werden. Gehirn und Nervensystem sind, so die Entdeckung des Wissenschaftlers - alles in einem: Apotheke, Nachrichtenzentrale und Folterkammer. Das Duo regt die Produktion von Substanzen an, die Schmerzen verstärken oder lindern. Genau hier setzen Forscher bei der Bekämpfung von Migräne & Co. an. Statt den Schmerz dumpf mit Pillen zu betäuben, versucht man die Produktion der Botenstoffe zu beeinflussen. Und das gelingt mit den neuen High-Tech-Substanzen erstaunlich gut.
So schrecklich Schmerzen auch sind, sie retten oft unser Leben. Menschen mit "kongenitaler Analgesie" fehlt diese Alarmfunktion. Sie leiden unter Schmerzunempfindlichkeit - eine Blinddarmentzündung kann für sie tödlich ausgehen. Übrigens: Dauerstress ist der größte Feind unserer Nerven - er führt zum irreparablen Abbau von Zellen. Und darauf reagiert das Nervensystem mit Alarmsignalen wie Kopf- oder Rückenschmerzen. Etwa 60 Prozent aller Krankheiten sind stressbedingt. Was zeigt: Auch Gesundheit ist vor allem eins: Reine Nervensache!


Nervennahrung:

¨ B-Vitamine sind Balsam für die Nerven, helfen ihnen, sich zu regenerieren. Sie stecken in Milchprodukten,
Käse, Eiern, Avocados, Bierhefe.
¨ Bor ist ein wichtiger Treibstoff für Gehirn und Nerven. Enthalten in Äpfeln,
Birnen Trauben, Tomaten und Paprika
¨ Magnesium stellt die Nährstoffversorgung der Zellen sicher. Steckt in Nüssen, Soja-
produkten, Bananen und Hülsenfrüchten


Nerv-Transplantation (zum Beispiel bei Gesichtsverletzungen)
Falls bei einem Unfall Nerven durchtrennt, oder so schwer geschädigt werden, daß möglicherweise Lähmungen nicht mehr zurückgehen, können evtl. Ärzte der Klinik für Plastische, Hand-u. Wiederherstellungs-Chirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) helfen, eines von sechs Zentren in Deutschland , die auf die sog.
Nerven-Chirurgie spezialisiert sind.
Grundlage unserer Arbeit ist das Wissen, dass der Teil eines durchtrennten Nervs, der mit dem Gehirn verbunden ist, noch lebt und daß aus diesem Nervenende neue Nervenfasern wachsen können, so Klinik-Chef Prof. Alfred Berger. Und wenn diese Fasern wieder Anschluss an den toten Nervenstumpf finden, der zum Muskel führt, wachsen sie in diesen hinein und in ihm weiter, bis sie den Muskel erreicht haben und dieser von den Nervenimpulsen wieder gesteuert werden kann. Der abgestorbene Teil der Nervenbahn dient dabei sozusagen als Richtschnur. Der Wachstumsprozess dauert allerdings relativ lange: Pro Tag schafft eine Nervenfaser das Hundertfache ihres eigenen Umfanges (ein 100-stel Millimeter), also einen Millimeter.
Auch wenn ein Nerv total kaputt ist, kann man seit kurzen auch in solchen Fällen helfen. Man nimmt dafür Nerventeile aus dem Körper, deren Funktion nicht so wichtig ist und verpflanzt sie. Dank modernster Technik wird diese "Nerv-Ersatzteil - Entnahme" heute sehr schonend vorgenommen. Auf diese Weise kann man sogar feinste Nervenbahnen wieder reparieren.
Per endoskopischem Verfahren wird dabei aus dem Unterschenkel ein entsprechender Nerv entnommen. Vorteil der Endoskopie: Der Schnitt ist nicht wie früher bis zum 40 cm lang, sondern nur noch zwei Zentimeter. Erst danach beginnt die eigentliche Transplantation: Unter einem Mikroskop werden die Nervenstränge Stich für Stich mühsam zusammengenäht. Nadel u. Faden sind dabei dünner als ein menschliches Haar.

Neuritis: = Entzündung eines Nerven.

Neuroleptika
Psychopharmaka, die zur Behandlung bestimmter starker Erregungszustände und Krankheits-sbilder, einhergehend mit Halluzinationen und Wahnideen, benutzt werden

Neuro-Navigation
Ein neues Verfahren, das seit kurzen in der Uni-Klinik Kiel angewandt wird, mindert jetzt die Risiken bei Hirn-Operationen ganz erheblich. Prof. Mehdorn: "Mit modernsten Computer-Programmen können wir anhand der Röntgendaten ein dreidimensionales Bild des Kopfes errechnen und die Lage des Tumors genau bestimmen."
Dank dieser "3-D-Karte " vom Gehirn kann der Chirurg während des Eingriffs ganz exakt "navigieren", das heißt, jederzeit präzise orten, wo er sich befindet. Dazu wird eine an einem Teleskoparm befestigte Spezialsonde benützt, die man wie einen Zeigestock im Operationsfeld herumführen kann. Da jede Bewegung der Sonde an den Computer weiter geleitet wird, zeigt dieser auf einem Monitor zeitgleich den exakten Standort auf dem Röntgenmodell an.
Die Vorteile des Verfahrens: Mit viel größerer Sicherheit können so Tumore entfernt und gesundes Gewebe erhalten werden. Und: Der Zugang zum Tumor, das Loch in der Schädeldecke, verkleinert sich auf wenige Zentimeter.

Neurootologie
Medizinische Lehre von den Vorgängen in den Nerven und Nervenvernetzungen in der Hörbahn von den Hörsinneszellen im Innenohr bis zu den Hörfeldern in der Großhirnrinde.


Neuropathie, diabetische:
=Nervenschädigung verursacht durch Diabetes mellitus. Geschädigt werden sowohl Nerven, die für die Muskelbewegung (motorische Nervenfasern), für das Fühlen (sensible Nervenfasern) wie auch solche, die für die nervale Versorgung der inneren Organe zuständig sind (Autonomes Nerven- system).
 Je nach Befall der Nerven bildet sich ein unterschiedliches klinisches Bild aus: es können Muskellähmungen entstehen (motorische Neuropathie), Empfindungsstörungen, Kribbeln, Ameisenlaufen, Schmerzen, Taubheitsgefühl (sensible Neuropathie) oder ein Mischbild von beiden (sensomotorische dia- betische Neuropathie). Die Schädigung der Nervenversorgung innerer Organe (z. B. des Herzens oder des Darmes) wird als autonome Neuropathie bezeichnet.Sie führt zu Störungen der Herzfunktion des Magen-Darm-Traktes (z. B. Verzögerung der Magenentleerung), der Harnblase, der Schweißbildung und andere mehr.Im Rahmen einer autonomen Neuropathie kommt es aber auch, und dies ist für den Diabetiker besonders bedeutsam, zu einer Verminderung der Gegenregulation nach Unterzuckerung. Dieser Umstand führt dazu, dass nach langjähriger Diabetesdauer Unterzuckerungen oft nicht oder erst verspätet bemerkt werden.Der exakte Entstehungsmechanismus der diabetischen Nervenschädigung ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Sicher ist aber, dass überhöhte Blutzuckerwerte, d.h. ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus eine entscheidende Rolle spielen. Einerseits führen hohe Blutzuckerwerte zu einer Verarmung des Nerven an für seine Funktion wichtigen Stoffen, zum anderen verursacht eine Zuckeraufnahme in die Eiweißbestandteile des Nerven, wie sie bei hohen Blutzuckerwerten möglich ist, eine direkte Nervenschädigung. Das Auftreten der diabetischen Neuropathie hängt eng mit der Diabetesdauer zusammen. Bei sehr schlechter Stoffwechselein- stellung wurden jedoch schwere Neuropathien bereits nach wenigen Jahren Diabetesdauer beobachtet. die beste Behandlungsmöglichkeit der diabetischen Neuro- pathie ist eine optimale Diabeteseinstellung, z. B. im Rahmen einer intensivierten Insulintheraphie wie auch durch den Einsatz der Insulinpumpe.

NIDDM:
Insulinabhängiger Diabetes mellitus ("non insulin dependent diabetes mellitus")- Diabetes, der ohne Insulin behandelt werden kann, v. a. Typ-2-Diabetes, ehe er nach längerer Dauer oder bei Auftreten von Spätkomplikationen evt. insulinpflichtig wird.


Niereninsuffizienz:
= Unfähigkeit der Nieren, die normale Ausscheidungsfunktion für Wasser und giftige Stoffwechselprodukte aufrechtzuerhalten. Zwangsläufig kommt es durch die verminderte Ausscheidung zu einer erhöhten Konzentration sogen. harnpflichtiger Substanzen im Organismus, was im fortgeschrittenen Stadium zu einer "Nierenvergiftung" führt. In diesem Stadium ist ein Weiterleben nur durch den Einsatz der "künstlichen Niere" (Dialysebehandlung) möglich. Zu den harnpflichtigen Substanzen zählt u. a. auch das Kreatinin, dessen Anstieg über den Normbereich Rückschlüsse zulässt auf die Minderung der Nierenfunktion. Eine Nierensuffizienz kann akut (z. B. bei Vergiftungen), aber auch chronisch im Rahmen langsam verlaufender Nierenerkrankungen (z. B. chronische Nierenbeckenentzündung) auftreten.


Nierenschwelle:
Normalerweise ist der Urin zuckerfrei. Erst ab einem gewissen "Schwellenwert", nämlich ab einem Blutzuckerwert von 180 mg/dl und höher (=Nieren- schwelle) scheidet die Niere Glukose aus (gleichsam einem überlaufendem Fass). Die Nierenschwelle liegt nicht bei jedem Menschen gleich hoch, sondern zeigt individuelle Unterschiede. So kann sie z. B. bei Schwangeren deutlich unter, bei älteren Menschen deutlich über 180 mg/dl liegen. Im ersten Fall hätte dies zur Folge, dass Harnzuckerausscheidungen bereits deutlich unter 180 mg/dl Blutzucker auftreten können; ist die Nierenschwelle erhöht, (z. B. auf 200 mg/dl) treten erst bei diesem Zuckerwert Ausscheidungen auf.

Nierensteine
Nierensteine werden jetzt auch ambulant entfernt ohne Narkose u. ohne Schmerzmittel. Am Frankfurter Krankenhaus Nordwest werden Nierensteine jetzt ambulant zertrümmert. Die Patienten benötigen weder Narkose noch Schmerzmittel. Die Frankfurter Urologen benutzen für die sog. extrakorporale Stosswellen-Lithotripsie ein neuartiges Gerät, das von Medizinern der UNIklinik Homburg/Saar und Karlsruher Physikern entwickelt wurde. Damit werden die Steine - ganz gleich, ob sie sich in der Niere oder im Harnleiter befinden, - mit Ultraschallwellen "zerschossen". Bei mehreren Steinen können bis zu 2000 Stoßwellen notwendig werden. Das dauert oft eine Stunde; in den meisten Fällen aber kommt man mit zwei Behandlungen aus.
Nach der Therapie müssen die Patienten große Mangen Wasser trinken, damit die "Trümmer" mit dem Harn ausgeschwemmt werden. Das funktioniert allerdings nur bei Steinen mit einem Durchmesser von max. 1 cm.
Ist der Stein größer, wird vor der Behandlung eine weiche Silikonschiene in den Harnleiter geschoben, an der die Trümmer problemlos in die Blase gleiten können. Sogar Kinder, die etwa wegen einer Stoffwechselstörung an Nierensteinen leiden, werden mit diesem Verfahren behandelt. Der jüngste Patient, den Prof. Dr. Eduard Becht bislang therapiert hat, war gerade mal 6 Monate alt.

Nierensteine durch Bakterien
Größere Nierensteine sind äußerst unangenehm. Sie können sich im Harnleiter einklemmen und zu Harnstauung und Nierenkoliken führen. Wissenschaftler der Uni im finnischen Kuopio haben die Ursachen von Nierensteinen untersucht. Sie sind zu der Erkenntnis gekommen, dass möglicherweise sog. Nanoerreger, die kleinsten bekannten Bakterien mit einer Zellwand, bei der Entstehung der Steine und anderen Kalkablagerungen im Körper eine wichtige Rolle spielen. Diese winzigen Bakterien scheiden eine Kalkhülle aus, die den Kalkablagerungen im menschlichen Körper sehr ähnlich ist. Außerdem hat man die Winzlinge in Nierensteinen gefunden. Nanobakterien sollen auch schon in Blutprodukten nachgewiesen worden sein. Sollte sich diese These bestätigen, könnte diese Erkenntnis Einfluß auf die Behandlung von Nierensteinen haben.


Normalinsulin: = gelegentlich verwendeter Begriff für Altiinsulin (also kurzwirkendes Insulin).

Normoglykämie:
= im Normbereich liegende Blutzuckerwerte. Normoglykämie d. h. normale Blutzuckerwerte zu erreichen, ist heute das Therapieziel bei allen Typ-1 und jüngeren Typ-2-Diabetikern.


NPH-Insulin:
Verzögerungsinsulin. Durch den Zusatz von Protamin wird eine verzögerte Resorption des gespritzten Insulins bewirkt. NPH= Neutral-Protamin-Hagedorn, benannt nach Hagedorn, der das Protaminisnulin 1936 entwickelte. Protamin verhindert die Löslichkeit des Insulins bei neutralem pH-Wert. NPH-Insulin kann als Mono- präparat verwendet werden oder mit Altinsulin gemischt werden.


Nüchternblutzucker (NBZ): = im nüchternen Zustand morgens abgenommener Blutzuckerwert. Der NBZ des Stoffwechselgesunden liegt normalerweise unter 100 mg/dl.
Nystagmus: = nicht beeinflussbare schnelle Bewegungen der Augen, von einer Seite auf die andere und von unten nach oben, in einer Drehbewegung oder einer Kombination als dieser Bewegungen.

 

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