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L

Laktat: Salz der Milchsäure. Laktat entsteht als Stoffwechselzwischenprodukt beim Abbau von Kohlenhydraten (z. B. Traubenzucker) z. B. bei körperlicher Anstrengung. Es wird vom Skelettmuskel in die Blutbahn abgegeben und in der Leber zum Neuaufbau von Glukose im Rahmen der Glukoseneubildung (Glukoneogenese) verwendet.
Laktatazidose: = Übersäuerung (Azidose) des Blutes durch Anhäufung von Milchsäure (Laktat). In ausgeprägten Fällen führt die Laktatazidose zu Schock und Ver- sagen der Nierenfunktion. Die Ursachen der Laktatazidose sind vielfältig. Manche Medikamente, z. B. die in der Diabetologie verwendeten Biguanide, können unter bestimmten Umständen zu Laktatazidose führen.
Langerhans`schen Inseln: Hormonbildende Zellgruppierung innerhalb der Bauchspeicheldrüse. Im Rahmen einer Doktorarbeit im Jahre 1969 fielen dem damaligen Stundenten Paul Langerhans bei mikroskopischen Untersuchungen der Bauchspeicheldrüse Zellgruppierungen auf, die wie Inseln innerhalb des Bauchspeichel- drüsengewebes eingebettet waren. Diese Zellverbände wurden von ihm beschrieben und später nach ihm benannt. Es dauerte allerdings noch Jahre, bis die
Bedeutung dieser Langerhans`schen Inseln aufgedeckt wurde, nämlich, dass es sich um die Bildungsstätte mehrerer Hormone unter anderem des Insulins handelte. Heute weiß man, dass die Inseln aus mehreren unterschiedlichen Typen bestehen (A, B, D-Zellen), die jeweils voneinander verschiedene Hormone produzieren.
Laser-Koagulation: Augenärtzliche Behandlungsmöglichkeit der diabetischen Netzhauterkrankung (Retinopathie). Laserstrahlen sind intensive, besonders energiereiche Lichtstrahlen. Koagulation bedeutet: "auswirken, gerinnen", in etwas weiterem Sinne verständlicher ausgedrückt "verkochen". Diese Laser-Koagulation ist heutzutage die Methode der Wahl bei diabetischen Netzhautveränderungen (Retinopathia diabetica). Bei dieser Erkrankung zeigen die Netzhautgefäße Veränderungen, durch die es zu Blutungen wie auch zu Eiweiß- und Fettablagerungen kommt. Das "Verkochen" dieser veränderten Gefäße, das mit dem Laserstrahl punktuell möglich ist, kann diese Vorgänge zumindest aufhalten. Eine vorhandene diabetische Netzhauterkrankung lässt sich durch die Laserkoagulation nicht heilen, wohl aber kann das Fortschreiten im Hinblick auf die weitere Einschränkung der Sehkraft aufgehalten werden. Die Notwendigkeit zur Durchführung der Laser-Koagulation hängt vom Stadium der Netzhauterkrankung ab. Sie ist besonders dann angezeigt, wenn die Netzhaut durchsprossen und so die Sehschärfe weiter einschränken. Die Laser-Koagulation wird vom Augenarzt meist ambulant, seltener stationär durchgeführt.
Lateralität: = Seitigkeit des Körpers oder bestimmter Körperpartien.
Lärm:
Ist Schall, der entweder zu Belästigung bzw. Störung führt oder der gehörschädigend ist. Als schädigend gilt Lärm, der das Gehör so schädigt, dass ein bleibender Gehörschaden entsteht. Gehörschädigende Wirkung hat Lärm immer dann, wenn er 90 dB(A) überschreitet, bei langfristiger Einwirkung oder bei erhöhter Empfindlichkeit des Hörorgans infolge von Vorschädigungen auch schon ab 85 dB(A).
Störender Lärm ist jedes Geräusch, das unangenehm empfunden wird. Die Störwirkung hängt ab von der jeweiligen individuellen Situation, nicht von der Lautstärke. Störender Lärm kann aber auch zu Gesundheitsstörungen führen, wenn er ständig auftritt (z.B. Straßenlärm, Maschinenlärm in einem Büro).
Lärmschwerhörigkeit:
Ist einer der häufigsten Lärmschäden des Gehörs. Man bezeichnet mit diesem Begriff insbesondere die Hörschäden, die durch langjährige berufliche Tätigkeit in schädigendem Lärm entstehen. Lärmschwerhörigkeit ist eine Berufskrankheit und kann entschädigt werden, wenn sie als solche anerkannt ist.
Lävulose: (= Fructose = Fruchtzucker) Zählt zu den Zuckeraustauschstoffen, deren Verwertung fast ausschließlich insulinabhängig erfolgt. Wird daher häufig in Diabetikerlebensmitteln zum Süßen verwendet. Lävulose hat die gleiche Kalorienmenge wie die übrigen Kohlenhydrate, sodass übermäßige Verwendung zur Gewichtszunahme führt. Lävulose muss daher bei der Ermittlung der BE-Menge einer Mahlzeit mitgerechnet werden.
LDL: (Low density Lipoproteien) Lipoprotein niedriger Dichte. Lipoproteine sind Verbindungen aus Eiweiß und Fetten. Mit dieser Verbindung wird der Transport der normalerweise wasserunlöslichen Fette im Blut ermöglicht. Die Blutfette, insbesondere Cholesterin, werden ja bekanntermaßen neben anderen Risikofaktoren (Bluthochdruck, Nikotinmissbrauch) für die Entstehung der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) verantwortlich gemacht. LDL haben einen hohen prozentualen Gehaltan Cholesterin und gelten als besonders förderlich für die Entstehung der Gefäßverkalkung.
Lebenserwartung: Statistischer Mittelwert, der die Anzahl der zu erwartenden Lebensjahre erfasst. In der Bundesrepublik Deutschland liegt die derzeitige mittlere Lebenserwartung für Männer bei 72, für Frauen bei 78 Jahren.
Limbisches System
Hirnstruktur, die maßgeblich an der Gefühlsverarbeitung und -speicherung beteiligt ist.
Lipide: Oberbegriff für sämtliche Fettarten.
Lipidsenker: Medikamentengruppe zur Senkung erhöhter Lipid (= Fett)-Spiegel im Blut. Folgende Untergruppen gibt es:
1.Fibrate: sie senken erhöhte Cholesterin- und Triglyceridspiegel.
2. Nikotinsäurederivate werden ebenfalls bei erhöhten Triglycerid- und Cholesterinspiegeln eingesetzt.
3. Die sogenannten Statine oder CSE-Hemmer sind die wirksamsten cholesterinsenkenden Medikamente.
4. Ionenaustauscherharze binden im Dünndarm Gallensäuren und führen letztendlich zu einem Absinken des LDL-Cholesterins. Grundlage jeder medikamentösen Therapie sollte eine entsprechend cholesterin- oder triglyceridsenkenden Diät sein.
Logopädie: (= Sprachheilkunde): Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen von Stimme, Sprache und Sprechen. Um Sprechen zu lernen, muss ein Kind Lippen-, Kiefer- und Zungenbewegungen unabhängig voneinander durchführen zu können. Die logopädische Behandlung bei Kindern mit cerebralen Bewegungsstörungen versucht, frühzeitig Störungen beim Saugen, Trinken, Kauen und Schlucken zu vermindern bzw. abzubauen.
Lormen:Verwendung des Tastalphabets für Taubblinde nach Hieronymus Lorm
Jeder von uns hat gewiss schon einmal eine Situation erlebt, die ihm eine Ahnung davon vermittelte, vor welchen Problemen Menschen stehen, die ihr Sehvermögen eingebüßt haben oder deren Hörsinn ausgefallen ist. Beide Behindertengruppen begegnen, wenn auch unterschiedlichen, erheblichen Kommunikationsbarrieren. Durch das Training der verbliebenen Sinne sowie den Einsatz unterschiedlichster Mittel und Methoden lässt sich eine mehr oder weniger große Kompensation des Ausfalls erreichen.
Wie aber geht es der glücklicherweise relativ kleinen Zahl unserer Mitbürger, bei denen beide "Hauptinstrumente" der Wahrnehmung gleichzeitig nicht mehr zur Verfügung stehen? Die Taubblinden - natürlich gibt es bei Ihnen noch starke Graduierungen in Abhängigkeit vom Zeitpunkt und von der Reihenfolge des Sinnesverlustes - haben jedoch generell mit schwersten Einschränkungen beim Zugang zur Information und Kommunikation zu kämpfen. Wie mühsam und fragmentarisch gestaltet sich ihre Umwelterkennung? Welche sprachlichen Mittel zur Übertragung von Informationen, Ideen und Erfahrungen sind in einem solchen Falle überhaupt noch anwendbar?
Erweisen sich Geruchs- und Geschmackssinn zweifelsohne als wichtige Helfer der Taubblinden, so kommt dem Tastsinn bei der Übermittlung abstrakterer Inhalte doch die entscheidende Bedeutung zu. Er dient nämlich nicht nur zum Taktilen "Begreifen" von Gegenständen, sondern auch der Erfassung von Sprache. Zum einen geschieht dies durch die aus sechs erhabenen Punkten zu bildende, weltweit von Blinden verwendete Schrift, die nach ihrem Erfinder, dem Franzosen Louis Braille, zuweilen einfach als Braille oder als Braille-Schrift bezeichnet wird. Sie kann, wenn die Vermittlung der notwendigen Kenntnisse erfolgt ist, auch von Taubblinden als deren Schriftsprache genutzt werden. Das geht natürlich nicht ganz ohne entsprechende technische Geräte. Dank der Findigkeit eines anderen blinden und gehörlosen Menschen gibt es noch eine andere Verständigungsmöglichkeit für Taubblinde, die zwar auch spezielle Kenntnisse, jedoch keinen zusätzlichen Aufwand erfordert und somit unserer mündlichen Sprache etwas näher steht. Die Rede ist vom Tastalphabet des Hieronymus Lorm - eigentlich Heinrich Landesmann. Er wurde 1821 in Nikolsburg (Mähren) geboren. Landesmann ertaubte 1837 und betätigte sich in der Folgezeit unter dem oben erwähnten Pseudonym als gesellschaftskritischer Schriftsteller.
Als Lorm 1881 auch noch sein Sehvermögen verlor, entwickelte er ein Tastalphabet, um sich zunächst mit seinen Familienangehörigen, später mit weiteren "Eingeweihten" verständigen zu können.
Zusammenfassend lässt sich folgende Instruktion für sein System denken:
Der Taubblinde lasse sich am besten die Innenseite der rechten Hand "besprechen" und halte dabei deren Finger etwas gespreizt.
Ein Abstrich läuft, ob kurz oder lang, immer in Richtung Fingerspitze/Handwurzel, ein Aufstrich entgegengesetzt. Punkt bedeutet kurzes Antippen. Als Wortschlusszeichen dient ein leichter Schlag auf die besprochene Hand.
Hier nun das Alphabet selbst:
A
Punkt auf die Daumenspitze

E
Punkt auf die Zeigefingerspitze

I
Punkt auf die Mittelfingerspitze

O
Punkt auf die Ringfingerspitze

U
Punkt auf die Kleinfingerspitze


Ä
zwei Punkte auf die Daumenspitze

Ö
zwei Punkte auf die Ringfingerspitze

Ü
zwei Punkte auf die Kleinfingerspitze

J
zwei Punkte auf die Mittelfingerspitze


B
kurzer Abstrich auf der Mitte des Zeigefingers

D
kurzer Abstrich auf der Mitte des Mittelfingers

G
kurzer Abstrich auf der Mitte des Ringfingers

H
kurzer Abstrich auf der Mitte des kleinen Fingers

T
kurzer Abstrich auf der Mitte des Daumens


F
leichtes Zusammendrücken der Spitzen von Zeige- und Mittelfinger

P
langer Aufstrich an der Außenseite des Zeigefingers

K
Punkt mit vier Fingerspitzen auf den Handteller

L
langer Abstrich von den Fingerspitzen zum Handgelenk

M
Punkt auf die Kleinfingerwurzel

N
Punkt auf die Zeigefingerwurzel


R
leichtes Trommeln der Finger auf den Handteller

S
Kreis auf den Handteller

Z
Schrägstrich vom Daumenballen zur Kleinfingerwurzel

V
Punkt auf den Daumenballen, etwas von außen

W
zwei Punkte auf den Daumenballen, etwas von außen


CH
schräges Kreuz auf den Handteller

SCH
leichtes Umfassen der vier langen Finger

ST
langer Aufstrich an der Außenseite des Daumens


C
Punkt auf das Handgelenk

X
Querstrich über das Handgelenk

Q
langer Aufstrich am Außenrand der Hand (Kleinfingerseite)

Y
Querstrich über die Finger in der Mitte


Lipodystrophie: Umschriebene Rückbildung des Unterhautfettgewebes, bei der es sich wahrscheinlich um eine verspätet einsetzende allergische Reaktion des Fettgewebes auf Insulin handelt. Die Lipodystrohie wird heutzutage durch die Verwendung hochgereinigter Insuline kaum noch beobachtet. Stetiger Wechsel der Injektionsstellen hilft gleichfalls ihre Ausbildung zu vermeiden.
Lipolyse: Abbau der körpereigenen Fettbestände. Insulin übt eine hemmende Wirkung auf die Lipolyse aus.
Lispro-Insulin: Insulin-Analogon. Senkt des Blutzucker und wird wie Alt- oder Verzögerungsinsulin subcutan gespritzt. Lispro-Insulin hat eine kürzere Wirkdauer (ca. 2,5 Std.) und einen schnelleren Wirkeintritt als Altinsulin. Es kann ohne Spritz-Essabstand zu den Mahlzeiten gespritzt werden

 

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