Hämodialyse:
Blutwäsche. Blutreinigungsverfahren. Bei Versagen der Nierentätigkeit
wird dem Körper über einen Gefäßzugang (meist am Unterarm
oder Oberarm) Blut entnommen, dieses durchströmt das Dialysegerät.
Dabei werden harnpflichtige Substanzen ( v.a. Harn- stoff,
Harnsäure, Kreatinin), aber auch Wasser aus dem Blut entfernt.
Anschließend wird das gereinigte Blut dem Patienten wieder
zugeführt.
Hämoglobin:
Roter Blutfarbstoff. Bestandteil der roten Blutkörperchen
(Erythrozyten). Die wichtigste Funktion der Erythrozyten ist
der Sauer- stofftransport. Dabei wird Sauerstoff direkt an
Hämoglobin gebunden.
Hämoglobin,
glykoisieretes: = "gezuckertes Hämoglobin" (= mit Glucose beladener roter Blutfarbstoff).
Hämophilie:
Bluterkrankheit.
Hallux
Valgus
(in zwei Minuten operativ beseitigt) Viele Menschen besonders
Frauen, leiden unter einer schiefstehenden Großzehe
und einem hervorstehenden Zehen-Grundgelenk (Ballen). Dadurch
ist es nicht nur kaum möglich, schmale Schuhe zu tragen,
vor allem bei Kälte treten außerdem heftige Schmerzen
auf. Solch ein Hallux Valgus kann in Zukunft womöglich
einfacher beseitigt werden - innerhalb von 2 Minuten bei örtlicher
Betäubung. Denn am Krankenhaus Wiener Neustadt hat Professor
Peter Bösch eine neue Operationsmethode entwickelt: Durch
einen winzigen Schnitt wird ein Teil vom Mittelfußknochen
entfernt, die große Zehe wieder in die richtige Position
gebracht und von einem Bohrdraht dann in dieser Lage festgehalten.
Zwar bleibt der Draht 4 Wochen im Fuß, der Patient kann
aber sofort nach der Operation umhergehen.
78 % der Operierten bezeichnen das Ergebnis dieser Behandlungsmethode
als "hervorragend", weitere 14 % als gut.
Harnstoff:
Endprodukt ("Abfall") des Eiweißabbaues. Harnstoff wird
in der Leber aus dem für den Organismus ansonsten giftigen
Ammoniak und Kohlendioxid gebildet und über Niere sowie Schweiß
ausgeschieden. Harnstofferhöhungen sind bei gestörter Nierenfunktion
sowie verstärkter Eiweißabbau (z. B. in Folge fehlender Nahrungsaufnahme)
zu erwarten.
Harnzucker:
= über die Niere ausgeschiedener und im Harn nachzuweisender
Zucker (Glucose). Zucker wird erst beim Überschreiten der
Nierenschwelle über die Niere ausgeschieden. Die Nierenschwelle
liegt bei einem Blutzuckerwert von 180 mg/dl, kann im Einzelfall
jedoch auch höher (meist bei älteren Menschen) oder auch niedriger
(Schwangere, Kinder und Jugendliche) liegen. Die Harnzuckerausscheidung
wird in Prozent angegeben, d. h. gemessen wird die Zuckerkonzentration
des Urins. Zur Berechnung der Absolutmenge ausgeschiedenen
Zuckers benötigt man die Angabe der Menge des Harns in ml.
Danach berechnet sich die ausgeschiedene Zuckermenge nach
folgender Formel: Urinmenge (ml.) und Zuckerkonzentration
(%) durch 100 = Zuckerausscheidung in Gramm / 24 Std. bei
2.000 ml. Somit beträgt die Zuckerausscheidung im 24- Std.-Harn:
2.000 x 4 : 100 = 80 g/ 24 Std.
HDL:
Lipoproteine, die in Leber und Darm gebildet werden
und freies Cholesterin aus den Zellen verwerten können. Niedrige
HDL-Spiegel stehen eher für ein erhöhtes, hohe HDL-Spiegel
für ein erniedrigtes Risiko für vasculäre Erkrankungen (Gefäßerkrankungen).
Hemiplegie:
Lähmung einer Körperhälfte (s. a. Monoplegie, Diplegie, Tetraplegie).
Hertz
Physikalische Maßeinheit, die die Anzahl der Schwingungen
pro Zeiteinheit angibt. Dadurch ist dann die Tonhöhe
bestimmt. Tiefe Töne schwingen z.B. mit 500 Hz, hohe
Töne z.B. mit 6000 Hz.
Herzstärkung
Wenn der Mensch in die Jahre kommt, läßt auch die
Leistungsfähigkeit des Herzens allmählich nach.
Müdigkeit und Leistungsschwäche sind meist die Folge.
Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten Sie Ihr Herz
ein wenig unterstützen. Unter anderem sind folgende Heilpflanzen-Tropfen
bestens dazu geeignet:
Confludin N (Bilgast-Arzeimittel)
Cordapur (APS)
Crataegysat Bürger (Ysatfabrik)
Crataepas 100 (Pascoe)
Hirnkrankheit ALS
Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 1500 Menschen an
der "amyotrophen Lateralsklerose" (ALS). Dabei handelt
es sich um eine gefährliche Erkrankung im Gehirn, bei
der es zu einer Zerstörung von Nervenzellen kommt, so
Prof. Dieter Pongratz beim 9. Internationalen ALS-Symposium.
Derzeit leben etwa 6000 ALS-Patienten im Bundesgebiet. Das
mittlere Erkrankungsalter liege bei 58 Jahren, Männer
seien häufiger betroffen als Frauen. Der Tod trete in
der Regel nach drei bis fünf Jahren ein, hieß es.
Die Ursachen sind nicht bekannt.
Histologie:
Lehre von den Geweben des Körpers. Die Histologie beschäftigt
sich mit der Feinstruktur von Organen und Geweben, die nur
unter dem Mikroskop sichtbar wird.
HLA-System:
Teil der Erbanlagen des Menschen. Die wichtigste Funktion
des HLA-Systems ist die Regulierung und Überwachung des Abwehr-
systems (Immunsystem). Das Abwehrsystem des Organismus beruht
darauf, dass fremdes Gewebe bzw. auch fremde Zellen (z. B.
Krankheits- erreger) als fremd erkannt und bekämpft werden.
Körpereigene Zellen werden als eigen erkannt und nicht bekämpft.
Die Funktion des HLA-Systems besteht darin, jede Zelle des
Organismus zu prägen, d. h. ihr einen "Stempel aufzudrücken"
wodurch diese als körpereigen erkannt wird. Fremde Zellen
dagegen tragen diesen "Stempel" nicht und werden so als schädlich
erkannt. Als "Stempel" fungieren dabei Strukturen, die auf
der Oberfläche der einzelnen Zellen abgelagert werden. Diese
Strukturen heißen HLA-Antigene. Wird nun Gewebe von einem
Organismus auf einen anderen über- tragen, so kontrollieren
die Zellen des Empfängerorganismus zunächst die "Stempel"
(d. h. den Besatz an HLA-Antigenen) des Spendergewebes. Wird
dieser als fremd erkannt, so kommt es zu der gefürchteten
Abstoßungsreaktion. Die Abstoßungsreaktion unterbleibt, wenn
die Zellen des Empfängers die gleichen HLA-Antigene (=Stempel)
haben wie die des Spenders. Aus diesem Grunde erfolgt vor
einer geplanten Organverpflanzung (z. B. Nieren- transplantation)
eine exakte HLA-Bestimmung bei Empfängern und Spendern. Diese
HLA-Bestimmung sieht so aus, dass die einzelnen Zellmerkmale
(HLA-Antigene) bestimmt und genau identifiziert werden. Die
jeweiligen HLA-Antigene werden dabei mit Buchstaben und Zahlen
belegt (z. B. HLA
DR 3). Ergibt sich eine Übereinstimmung von Spender und Empfänger,
so kann das Organ verpflanzt werden. Bei Nierentransplantationen
werden die Daten der vorgesehenen Empfängerzentrale gespeichert.
Die zur Verfügung stehende Niere erhält dann der, der mit
den Daten des Spenders im HLA-System übereinstimmt.
Die Bestimmung der HLA-Antigene erfolgte zunächst nur zur
Abschätzung der Gewebeverträglichkeit im Rahmen von Organverpflanzungen.
Dabei ergab sich aber eine zusätzliche Bedeutung des HLA-Systems.
Man fand, dass beim Vorhandensein bestimmter HLA-Antigene
einzelne Krankheiten überdurch- schnittlich häufig auftreten.
So ist z. B. beim Vorhandensein der HLA-Merkmale B8, B15,
DR 3 und DR 4 in wesentlich höherem Prozentsatz mit dem Auftreten
von Typ-1-Diabetes zu rechnen als beim Fehlen dieser Antigene.
Gleiches gilt für andere Krankheiten. Somit erlaubt die HLA-Bestimmung
in einzelnen Fällen Vorhersagen über mögliche spätere Erkrankungen.
Hörfilm:
Martina Wiemers, Projektleiterin HÖRFILM des Deutschen
Blinden- und Sehbehindertenverbandes stellt dieses Medium
vor:
Warum
sehen Blinde fern? Es gibt doch das Radio. Ist das nicht viel
passender? Reicht das nicht? Nein, das Radio reicht offenkundig
nicht. Obwohl das Fernsehen ein originär visuelles Medium
ist und Blinden nur unter erschwerten Bedingungen Zugang gewährt,
nutzen Blinde und Sehbehinderte das Fernsehen genauso selbstverständlich
wie Sehende. Warum tun sie das?
Kulturelle
Teilhabe
Das Fernsehen ist das Medium unserer Zeit. Es erzählt
die Geschichten unserer Zeit. Das Fernsehen bietet gängigen
Gesprächsstoff - in der Familie, am Arbeitsplatz. Direkter
Zugang zum Fernsehen bedeutet mithin kulturelle Teilhabe in
einem ganz besonderen Maße. Dokumentationen oder Talkshows
etwa sind leicht zugänglich für Blinde und Sehbehinderte.
Filme
ohne Bilder
Anders sieht es bei Spielfilmen aus. Überall dort, wo
die Handlung sich im Wesentlichen über das Bild vermittelt,
können Blinde den Anschluß an die Geschichte verlieren,
so daß diese "löchrig" wird. Durch ein Höchstmaß
an Konzentration auf die akustischen Details versuchen "professionelle"
Hörer die fehlende visuelle Komponente auszugleichen,
müssen aber oft feststellen, daß sie in einigen
Szenen "abgehängt" werden. Für die rund 650.000
in Deutschland lebenden Blinden und Sehbehinderten kann jedoch
eine einfache Methode, die Audiodeskription, ihnen Filmbilder
zugänglich machen.
Audiodeskription
(hörbare Beschreibung)
Audiodeskription funktioniert folgendermaßen: Akustische
Bildbeschreibungen klären, was sich abspielt. Die Texte
sind sehr sorgfältig und präzise formuliert, in
die Dialoglücken des Originaltons eingesprochen und auf
dem zweiten Tonkanal abgespeichert. Sie werden im Zweikanaltonverfahren
übertragen. Jeder, der einen Stereofernseher besitzt,
kann sie zusätzlich empfangen, wenn er auf den Tonkanal
2 bzw. B schaltet. Durch Audiodeskription entsteht so auch
für Nichtsehende eine flüssige, dichte Filmhandlung,
die Geschichte ist lückenlos rezipierbar.
Gesellschaftliche
Gepflogenheiten
Darüber hinaus vermittelt die Audiodeskription wichtige
Details gesellschaftlicher Gepflogenheiten, die sich Blinden
nicht direkt erschließen: Wie kleiden sich die Menschen
eigentlich im Moment? Oder bei historischen Filmen: Wie haben
sie sich früher gekleidet? Wie leben sie? Wie sehen ihre
Wohnungen aus? Wie richten sie sich ein? Wie verhalten sie
sich? Mit welchen Gesten drücken sie Wut aus, wie Freude?
Wie gehen sie aufeinander zu?
Antworten
auf diese Fragen können zu einem wesentlichen Teil dem
Fernsehen entnommen werden, wenn es über Audiodeskription
einen unmittelbaren Zugang ermöglicht.
Audiodeskription
ist mithin von tragender Bedeutung sowohl für die kulturelle
Teilhabe als auch für die soziale Integration.
Initiative
der Blindenselbsthilfe
Die Blindenselbsthilfe hat dafür gesorgt, daß die
Audiodeskription sich auch bei uns etablieren konnte. 1993
ist der erste Hörfilm im deutschen Fernsehen vom ZDF
ausgestrahlt worden.
Die
Hörfilme der ersten Jahre sind im wesentlichen aus Spendenmitteln
des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes finanziert
worden, die technische Realisierung lag beim ZDF.
Die
Phase der Anschubfinanzierung aus Eigenmitteln der Blindenselbsthilfe
liegt heute hinter uns. Im Sommer 1997 kam in Sachen Hörfilm
Bewegung in die deutsche Medienlandschaft. Der Bayerische
Rundfunk und ARTE beschlossen, regelmäßig Gelder
für Filmbeschreibungen in ihre Haushalte einzustellen.
Das
Projekt HÖRFILM des DBSV
Um diese Entwicklung weiter voranzutreiben, startete der Deutsche
Blinden- und Sehbehindertenverband im April 1998 das Projekt
"HÖRFILM", das unter anderem vom Bundesministerium des
Inneren und verschiedenen Stiftungen finanziert wird. Ziel
des Projektes ist es, den Hörfilm bzw. die Audiodeskription
als Schlüssel zu audiovisuellen Medien in unserer Medienlandschaft
zu verankern. 1998 hatten wir über 20 abendfüllende
Spielfilme mit Audiodeskription und 13 Serienfolgen. An dieser
Arbeit waren der Bayerische Rundfunk und ARTE beteiligt. Neu
hinzugekommen ist der WDR, der mit sechs Hörfilmversionen
von Schimanski-Tatorten die ersten ARD-weiten Ausstrahlungen
gebracht hat. 1999 beteiligt sich das ZDF mit einem Budget
von zunächst 100.000 DM für die Audiodeskription.
In dieser Größenordnung engagieren sich auch der
Bayerische Rundfunk und ARTE.
Die
Hörfilmbearbeitung eines abendfüllenden Films kostet
etwa 10.000 bis 15.000 DM. Vielleicht lassen sich diese Kosten
im Zuge der Digitalisierung und der Ausweitung der Hörfilmproduktion
reduzieren. Gemessen an den etwa 1,5 Millionen, die die Produktion
eines Fernsehspiels heute kostet, ist diese Summe allerdings
jetzt schon verschwindend gering.
Qualitätssicherung
durch Ausbildung
Wichtig ist, daß die Qualität der Audiodeskription
gewahrt wird. Die derzeit arbeitenden sieben Filmbeschreiber-Teams
sind vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband ausgebildet
worden. Ein Team besteht jeweils aus einem blinden bzw. sehbehinderten
und zwei sehenden Filmbeschreibern. Für Sehende ist es
oft nicht nachvollziehbar, welche Informationen ein Blinder
allein der Tonspur entnimmt. Deshalb ist die Mitarbeit eines
nichtsehenden Filmbeschreibers besonders wichtig.
Perspektive
Digitalisierung
Noch gibt es eine entscheidende Einschränkung für
die Herstellung von Hörfilmbearbeitungen. Es können
nur Monoproduktionen mit Audiodeskription versehen werden,
weil für die Beschreibungen eine verfügbare zweite
Tonspur benötigt wird.
Dieses
Problem erledigt sich, wenn digital gesendet wird. Dann steht
eine Vielzahl von Tonspuren zur Verfügung, von denen
eine idealerweise grundsätzlich für die Audiodeskription
reserviert sein sollte.
Bis
zur flächendeckenden digitalen Übertragung des Fernsehens
wird allerdings noch einige Zeit ins Land gehen.
Resümee
Im Interesse der Blinden und Sehbehinderten gilt:
Der
Hörfilm muß fester Bestandteil der Programme aller
Sender werden - natürlich auch der privaten. Hörfilme
müssen so selbstverständlich in den Programmen aufzufinden
sein, wie Blinde und Sehbehinderte ihren Fernseher anschalten,
um fern zu sehen.
Hörgeräte-Versorgung
Die Hörgeräte-Versorgung umfasst alle Vorgänge,
die mit der Ausstattung eines Schwerhörigen mit einer
technischen Hörhilfe zusammenhängen. Sie beginnt
mit der Hörgeräte-Verordnung durch einen HNO-Arzt
und führt über die Hörgeräte-Anpassung
zur Abgabe des Gerätes durch den Hörgeräte-Akustiker
an den Schwerhörigen sowie zur damit beginnenden Nachsorge.
Sie beinhaltet auch die Kostenübernahme durch die Gesetzliche
Krankenversicherung sowie ein evtl. erforderliches Hörtraining.
Hörnerv
Der Hörnerv verbindet das Hörorgan in der Schnecke
des Innenohres mit dem Gehirn. Er enthält gleichzeitig
auch den Gleichgewichtsnerv, der von den Gleichgewichtsorganen
des Innenohres kommt.
Hörsturz
Plötzlich auftretender Hörverlust auf einem oder
(selten) beiden Ohren. Oft begleitet von Ohrgeräuschen
und/oder >Schwindel, wobei der Schwindel gewöhnlich
nur vorübergehend ist und nicht im Vordergrund der akuten
Beschwerden steht.
Hörverbessernde
Operationen
1. >Paukenröhrchen bei Mittelohr- (Pauken-) Ergüssen
2. >Tympanoplastik bei chronischer Mittelohrentzündung
und bei Missbildungen
3. >Stapedektomie bei >Otosklerose
4. Implantate
Hormon:
= "Wirkstoff der Drüse". Hormone werden in drüsigen Organen
des Körpers gebildet (z. B. Hirnanhangdrüse, Schilddrüse,
Inselzellen) und direkt an das Blut abgegeben. Eines der wichtigsten
Merkmale eines Hormons ist die Fähigkeit bereits ein geringen
Mengen bedeutende Stoffwechselvorgänge steuern zu können oder
wie die Geschlechtshormone (männliches und weibliches Hormon)
die spezifischen Unterschiede zwischen Mann und Frau hervorzurufen.
Verdauungssäfte sind gleichfalls Produkte von Drüsen. Es handelt
sich aber nicht um Hormone, da Verdauungssäfte in vergleichbar
großer Menge gebildet und nicht ins Blut, sondern nach außen
(d. h. in den Darm) abgegeben werden.
Hormonstörungen:
Viele Frauen dürfen aus verschiedenen Gründen keine
Hormone nehmen, um die Wechseljahrsbeschwerden zu lindern.
Aber ein Wurzelextrakt aus der Traubensilberkerze (Cimicifuga/in
Apotheken) kann genau so gut helfen. Dieser Extrakt hat einen
hormonähnliche Wirkung. Er enthält Stoffe, die chemisch
eng mit den Sexualhormonen verwandt sind.
Es müssen nicht Östrogenhormone sein, die den Frauen
das Leben während der Wechseljahre erleichtern. Ein Milz-Dialysat
kann ebenfalls klimakterische Beschwerden bessern. Die Zellen
aus der Milz regen nämlich die Eierstöcke im Körper
der Frau an, weiter mehr Östrogene zu produzieren. Dieses
zeigte jetzt erneut eine Untersuchung von Prof. Alfred Wolf,
Universitäts-Frauenklinik Ulm. Zwar setzt die Wirkung
des Milz-Dialysats nicht sofort ein, aber im zweiten Behandlungsmonat
waren bei allen Patientinnen die subjektiven Beschwerden verschwunden
, berichtet darüber die Ärztezeitung. Prof. Wolfs
Untersuchung hatte zudem weitere, bemerkenswerte Ergebnisse.
Zum einen: Je eher das Milz-Dialysat angewendet wird, desto
großer ist eine Wirkung auf die Eierstöcke. Zum
zweiten: Das Arzneimittel vermehrt nicht nur die Östrogen-Hormone,
sondern auch das HDL-Cholesterin im Blut - und diese Choleterin-Art
ist als ein wichtiger Schutzfaktor gegen Herzinfarkt bekannt.
Hospitalismus:
= alle körperlichen und seelischen Veränderungen, die bei
Entzug oder häufigem Wechsel der Bezugsperson auftreten können.
Humaninsulin:
= Insulin das seiner chemischen Struktur nach dem menschlichen
Insulin völlig identisch ist. Gewonnen wird Humaninsulin entweder
nach einem semisynthetischen Herstellungsverfahren bei dem
durch einen chemischen Umbauvorgang
Schweineinsulin in Humaninsulin umgewandelt wird. Das
zweite Herstellungsverfahren (biosynthetisches Verfahren)
benutzt mittels Gentechnologie Bakterien zur Bildung der Insulinmoleküle.
Humaninsulin unterscheidet sich in seiner Blutzuckerwirksamkeit
nicht wesentlich von Schweineinsulin.
Husten
Anis läßt den Husten rasch verschwinden. Anissamen
sollten in keiner Hausapotheke fehlen, denn Bronchitis und
schleimiger Husten lassen sich damit sehr gut kurieren. Dazu
einen gehäuften TL Anissamen im Mörser zerstoßen,
mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen
u. 10 Minuten ziehen lassen. Den abgeseihten Tee auf drei
Portionen am Tag verteilt zu den Mahlzeiten trinken. Anistee
ist für jedes Alter geeignet.
Das ätherische Öl des Anis eignet sich darüber
hinaus hervorragend für Inhalationen zur Linderung von
Atemwegserkrankungen. In diesem Falle zwei gehäufte TL
Anissamen zerstoßen und in einen Viertelliter kochendes
Wasser geben. 20 Minuten im geschlossenen Topf ziehen lassen.
Ein niedriger, breiter Topf ist am günstigsten, weil
so das Anisaroma gut abdampfen kann. Mit einem Tuch über
dem Kopf und mit einem Abstand von ca. 30 cm nun so lange
inhalieren, bis kein Dampf mehr aufsteigt. Danach kann der
festsitzende Schleim meist problemlos abgehustet werden.
Hüftgelenksdysplsie:
eine der häufigsten Fehlbildungen, kann jedoch durch Spreizhosen
behandelt werden.
HBO
(Hyperbare Oxigenation)
Unter erhöhtem Umgebungsdruck wird in einer Druckkammer
Sauerstoff eingeatmet. Dadurch kann zusätzlich zu dem
in den roten Blutkörperchen transportierten Sauerstoff
eine weitere Menge physikalisch gelöster Sauerstoff in
schwer zugängliche oder geschädigte Gewebeanteile
vordringen.
Hyperakusis
Eine Form der Geräuschempfindlichkeit, bei der lautere
Geräusche, die an sich nicht gehörschädigend
sind, Erregungen, Ängste und kurzzeitige Verstärkungen
der Ohrgeräusche hervorrufen.
Hydrocephalus
(griech.: Wasserkopf")= Tritt als Folgeerscheinung der Spina
Bifida häufig auf. Überdruck im Schädelinneren.
Hypercholesterinämie:
Erhöhter Gehalt an Cholesterin im Blut. Diese stellt einen
Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen dar. Bei Vorliegen
weiterer Risiko- faktoren sollte der Cholesterinwert 200 mg/dl
nicht überschreiten.
Hyperglykämie:
Erhöhung des Blutzuckers (d.h. Blutglucose).
Hyperinsulinämie:
= Erhöhung des Insulinspiegels im Blut. Hyperinsulinämie entsteht
bei insulinspritzenden Diabetikern durch eine überhöhte Insulin-Injektion
(Überinsulinierung) und führt dann häufig zu Unterzuckerung.
Bei sehr vielen übergewichtigen Menschen (auch bei vielen
übergewichtigen Diabetikern = Typ-2- Diabetiker) findet man
häufig erhöhte Blutinsulinspiegel. Ursache ist eine ständige
Insulinüberproduktion durch die Inselzellen als Folge einer
dauerhaften Überernährung dieser übergewichtigen Menschen.
Die Tatsache, dass trotz
Insulinüberschuss bei Übergewicht ein Diabetes vorliegen
kann, wird darauf zurück- geführt, dass ein Zuviel an Insulin
mit einer Rückbildung der Insulinbindungsstellen ( =Insulinrezeptoren)
beantwortet wird. Da Insulin seine Wirkung nur über die Insulinbildungsstellen
entfalten kann, führt eine Verminderung der Anzahl von Bindungsstellen
zwangsläufig auch zu einer verminderten Insulinwirkung. So
erklärt es sich, dass viele übergewichtige Diabetiker trotz
Hyperinsulinämie erhöhte Blutzuckerwerte haben. Umgekehrt
konnte gezeigt werden, dass bei Gewichtsabnahme
( idealerweise bis zur Gewichtsnormalisierung) die
Zahl der Insulinbindungsstellen wieder zunimmt und dadurch
eine Verbesserung der Blutzuckerwerte eintritt. In manchen
Fällen kann bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern eine völlige
Normalisierung der Blut- zuckerwerte eintreten. Aufgrund des
Verhaltens der Insulinbildungsstellen ist leicht zu erklären,
warum bei Typ-2b-Diabetes (= nicht insulinpflichtiger Diabetes
mit Adipositas) die Gewichtsabnahme der wichtigste Behandlungsschritt
sein muss. Die Insulinbehandlung kann bei diesen Patienten
sogar falsch sein, denn wie erklärt, bestehen oft überhöhte
Blutinsulinspiegel (nämlich einen Hyperinsulinismus).
Hyperkeratose:
Verdickung der Hornschicht der Haut. An umschriebener Stelle
Hornhautschwiele. Hyperkeratosen sind erstes (klinisches)
Zeichen der Drucküber- lastung am Fuß als Folge einer peripheren
Polyneuropathie. Diese führt nämlich über eine Störung der
Abrollbewegung des Fußes und Fußformveränderung durch Schwund
der Fußmuskulatur zu Fehlbelastung und örtlichen Druckbelastung.
Im Verlauf kann es unter den so entstandenen Hyperkeratosen
zu Einblutung, Ge- websauflösung und Infektionen kommen. Ein
Ulkus ist die Folge. Zur Vermeidung bedeutsamer Hyperkeratosen
bei bestehender Polyneuropathie dienen ent- sprechendes Schuhwerk
und Fußpflege.
Hyperlipoproteinämie:
Erhöhter Anteil von Lipoproteinen im Blut. Lipoproteine bestehen
vor allem aus Cholesterin, Neutralfetten (Triglyceriden) und
einem Eiweiß- anteil. Je nach unterschiedlicher Zusammensetzung
werden Chylmikronen, VLDL,. IDL; LDL und HDL unterschieden.
Die Hyperlipoproteinämie stellt einen eigen- ständigen Risikofaktor
für vasculäre Erkrankungen dar (cerebraler Insult, AVK, Myokardinfarkt).
Hyperopie:
= Ein Zustand, bei dem der Augapfel zu kurz ist, und das führt
zur Weitsichtigkeit.
Hypertonie:
Erhöhung des Blutdrucks Gemeint ist in der Regel die Erhöhung
des Blutdrucks in den Adern (Arterien). Der normale artielle
Blutdruck liegt für den oberen Wert bis 140 mm Hg, für den
unteren bis 95 mm Hg, für den unteren bis 95 mm Hg. 140 -
160 mm Hg bzw. 90 - 95 mm Hg gelten als Grenzbereich, Werte
über 160 bzw. 95 mm Hg als erhöht ( d. h. hyperton). Hypertonie
macht meist keine Beschwerden, ist aber ein wichtiger Risikofaktor
für die Entstehung der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose).
Hypertriglyceridämie:
Erhöhte Konzentration von Triglyceriden im Blut. Triglyceride
sind Neutralfette, die aus 3 an Glycerin gebundenen Fettsäuren
bestehen. Sie werden z. T. mit der Nahrung aufgenommen, z.
T. in Leber, Niere oder Herzmuskel synthetisiert. Der Transport
im Blut erfolgt in Lipoproteinen, v. a. in Chylomikronen und
VLDL. Hypertriglyderidömien kommen beim Typ-2-Diabetiker überhäufig
oft vor:
1.
Aufgrund fehlender Insulinwirkung sind die Spiegel der freien
Fettsäuren erhöht und stimulieren die Synthese von VLDL in
der Leber.
2.
Durch Hemmung eines fettabbauenden Enzyms bei verminderter
Insulinwirkung ist der Abbau von triglyderidreichen Lipoproteinen
verzögert. Fettstoffwechsel- störungen bei Diabetikern sind
somit in der überwiegenden Mehrzahl Folge eines absoluten
oder relativen Insulinmangels.
Eine
deutliche Reduktion der Triglyceridspiegel kann erreicht werden:
1.
Durch Kalorienreduktion und Gewichtsabnahme sowie Alkoholabstinenz.
2.
Verbesserung des Glukosestoffwechsels durch Sulfonylharnstoffe
oder Insulin.
3.
Medikamentöse Maßnahmen. Eine Hypertriglyceridämie ist Marker,
aber nicht unbedingt Auslöser für die koronare Herzkrankheit
(Koronarsklerose).
Hypoglykämie:
Unterzuckerung. Definitionsgemäß liegt ein Unterzucker
vor, wenn ein Blutzucker unter 50 mg/dl gemessen wird. Hypoglykämien
können sowohl bei Insulin wie auch bei tablettenbehandelten
Patienten auftreten. Zur Unterzuckerung kommt es immer dann,
wenn die blutzuckersenkenden Faktoren ( z. B. Insulin, Tablettenwirkung,
körperliche Aktivität), gegenüber den blutzuckersteigernden
Faktoren (Nahrungsaufnahme, Zuckerneubildung in der Leber)
überwiegen.
Die
Anzeichen (Symptome) der Unterzuckerung sind sehr verschieden
und davon abhängig, wie schnell der Blutzucker gesenkt wurde.
Bei rascher Senkung meist sehr ausgeprägte Symptomatik (Schwitzen,
Herzklopfen, innere Unruhe, Angstgefühl usw.) bei langsamer
Blutzuckersenkung nur spärliche Symptome (leichte Kopfschmerzen,
feuchte Haut, unerklärliche Aggressivität).
Die
Unterzuckerung stellt für das Gehirn einen akuten Energiemangel
dar und ist somit für den Organismus eine Notfallsituation,
die er durch Gegenmaßnahmen zu beherrschen sucht. Im Rahmen
der sog. Gegenregulation kommt es zum Freiwerden von Hormonen
(Glukagon, Adrenalin, Cortisol und Wachstumshormon), die alle
nur das Ziel haben, den Blutzucker anzuheben. Das Freiwerden
der Gegenregulationshormone, insbesondere des Adrenalins bewirkt
die typischen Hypogly- kämiesmptome. Kommt es nicht zu einer
ausreichenden Blutzuckeranhebung, bzw. fällt der Blutzucker
sogar weiter ab, so entsteht die schlimmste Form der Hypoglykämie,
der hypoglämische Schock.
Hypoglykämischer
Schock: Schwerste Form der Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit.
Blutzuckerwerte liegen in der Regel unter 30 mg/dl.
Hypoxie
= Sauerstoffmangel