B-Zellen:
(auch Betazellen) Zellgruppierung innerhalb der Langerhans`schen
Inseln der Bauchspeicheldrüse. Die B-Zellen sind für die Insulinbildung
verantwortlich. Bei Typ-1-Diabetes findet sich in der Regel
eine völlige Zerstörung der Inselzellen und damit ein absoluter
Insulinmangel. Bei Typ-2-Diabetes sind die B-Zellen äußerlich
oft intakt, aber in ihrer Funktion gestört, wodurch unter
Umständen eine verzögerte, bzw. verminderte Insulinabgabe
resultiert. Unter einer künstlichen B-Zelle versteht man ein
computerisiertes Gerät, das nach Anschluss an das Blutgefäßsystem
eines Patienten selbständig in der Lage ist, Blutzuckermessungen
durchzuführen und (wie die natürliche B-Zelle) in Abhängigkeit
von der jeweiligen Blutzuckerhöhe Insulin zu infudieren. Die
heute zur Verfügung stehenden Geräte haben Bedeutung für klinisch-wissenschaftliche
Untersuchungen, spielen aber in der Diabetesroutinetherapie
unter anderem auf Grund ihrer Größe keine Rolle.
Bakterien
(Neue Waffen gegen resistente Keime):
Immer häufiger zeigen Antibiotika keine Wirkung mehr
bei bakteriellen Krankheitserregern. Die Entwicklung neuer
Mittel gegen die anpassungsfähigen Keime ähnelt
oft dem Wettrennen zwischen Hase und Igel: Kaum ist das Medikament
verfügbar, stellt man auch schon eine Resistenz von Bakterien
fest, Hoffnung setzt man nun auf die Lantibiotika, deren Name
von einem besonderen Strukturmerkmal, dem Lanthionin, abgeleitet
ist. Inzwischen sind über 20 in Aufbau und Wirkung verschiedene
Lantibiotika bekannt. Eins hat sich bereits gegen eine multiresistente
Bakterienart als effektiv gezeigt. Bei den Chinolonen wird
ebenfalls weitergeforscht: Ein neues Präparat, das zunächst
nur zur Therapie von Atemwegserkrankungen entwickelt wurde,
hat auch Erfolg bei Becken-, Bauchinfektionen und Geschlechtskrankheiten.
Bandscheibenvorfall
Meistens passiert es aus heiterem Himmel: Beim Bücken,
beim Heben oder durch eine energische Bewegung tut das Kreuz
plötzlich so höllisch weh, daß man nicht mehr
richtig aufstehen kann. Und der qualvolle Schmerz wird immer
stärker. Eine der Hauptursachen ist ein Bandscheibenvorfall.
Der gallertartige Bandscheibenkern quillt durch den brüchigen
oder geplatzten Faserring, der ihn umgibt, vor und drückt
auf den Nerv im Rückenmarkskanal. Die meisten Vorfälle
(etwa 95 %) treten im unteren Rückenbereich auf.
Neben angeborener Bindegewebsschwäche ist mangelnde Bewegung
die häufigste Ursache. Menschen, die viel sitzen, schrumpfen
am Tag bis zum 2,5 cm. Hoher Druck auf die Bandscheiben quetscht
Flüssigkeit aus den Wirbelzwischenräumen. Nachts
saugen sich die Bandscheiben bei Gesunden wie ein Schwamm
wieder voll. Aber die andauernde Belastung des Rückens
ohne körperlichen Ausgleich führt zu Ermüdungen.
Es gelangen zu wenig Nährstoffe in das Knorpelgewebe
der Bandscheiben. Das Faserringe, die sie mit den anliegenden
Wirbeln verbinden, werden im Laufe der Zeit rissig. Der weiche
Kern quillt hervor und drückt schmerzhaft auf die Nervenbahnen
im Wirbelkanal.
Die wichtigste Selbsthilfe, wenn die "Hexe ins Kreuz
geschossen" ist, sind heiße Auflagen, z.B. ein
Kneippscher Heusack, Rheumapflaster oder Bestrahlungen mit
Rotlicht. Nahezu 80 % der Patienten können durch Bettruhe,
Medikamente und aktive Krankengymnastik wieder beschwerdefrei
werden.
Wenn es jedoch zu stärkeren Schmerzen, Bewegungseinschränkungen
und Lähmungen kommt, hilft oft nur ein chirurgischer
Eingriff.
Bewährt hat sich die perkutane Nukleotomie für Vorfälle
im Lendenbereich. Der Patient wird nur örtlich betäubt
und der Chirurg schiebt unter Röntgenkontrolle eine dünne
Kanüle durch die Haut bis zur Bandscheibe, zerkleinert
ausgetretenes Gewebe und saugt es ab. Voraussetzung ist, daß
der Gallertkern den Faserring noch nicht gesprengt hat und
noch keine abgelösten Teile im Wirbelkanal sind.
Wenn der Faserring geplatzt und mehr Bandscheibenmasse ausgetreten
ist, setzt man die mikroskopische Diskotomie ein. Der Arzt
arbeitet dabei mit Sicht durch ein Mikroskop.
Mit der Lasernukleotomie wird gearbeitet, wenn der Vorfall
schwer zugänglich ist. Dabei wird das Gewebe mit einem
Laser verdampft.
Besonders wichtig ist für den Patienten, den richtigen
Chirurgen für den Eingriff zu finden. denn je nach Arzt
und Klinik führt die Operation in 5 % - 20 % der Fälle
nicht zum Erfolg. Mediziner raten, sich nicht gleich zum Röntgen
oder gar zur Compurterthomographie schicken zu lassen, sondern
zu einem Arzt zu gehen, der gründlich neurologisch untersucht
und eingehend nach Beschwerden und vorangegangener Behandlung
fragt. Eine lediglich vorgewölbte, aber noch intakte
Bandscheibe sollte nicht operiert werden. Aber wenn eine Operation
unumgänglich ist, ist die Erfahrung des jeweiligen Arztes
noch bedeutsamer als die Technik.
Der Neurochirurg Dr. Patrick Simons an der Kölner "Klinik
am Ring" operiert Bandscheibenvorfälle mit einem
"Holmium YAG-Laser" ambulant. Er verdunstet einen
Teil des Kerns, so daß der vorgewölbte Anteil des
Bandes einfacher in die Bandschei be zurückgezogen werden
kann.
Dr. Simmons: Bei dem Eingriff wird eine nur 1,2 mm starke
Laserkanüle zum Kern vogeschoben, um einen Teil davon
zu verdampfen. Dies wird ständig auf einem Bildschirm
kontrolliert. Das Risiko, einen Nerv zu verletzen, liegt unter
einem halben Prozent.
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und
dauert ca. 30 Minuten. In den ersten Tagen danach hat man
noch leichte Schmerzen, dann gehen sie völlig weg.
Basalrate:
Begriff aus der Insulinpumpentherapie. Hinsichtlich des täglichen
Insulinbedarfs muss man Komponenten unterscheiden: einmal
diejenige Insulindosis, die erforderlich ist, um einen mahlzeitenbedingten
Blutzuckeranstieg abzufangen, und zum zweiten, den sogenannten
Grundbedarf, den der Organismus zur Aufrechterhaltung insulinab-hängiger
Funktionen (z. B. die Unterdrückung der Blutzuckerneubildung
in der Leber) benötigt. Die zur Deckung des Grundbedarfs notwendige
Insulinmenge (etwa 40-50% des Gesamtinsulinbedarfs) bezeichnet
man in der Insulin-pumpentherapie als Basalrate. Durch die
Ausschüttung von Hormonen verändert sich der Grundbedarf im
Laufe des Tages. Da mit der Pumpe die Insulinabgabe für jede
Stunde individuell voreingestellt wird, können so die Schwankungen
des Grundbedarfs am besten ausgeglichen werden. Die Basalrate
wird als Normal- oder Analog-Insulin entsprechend der Programmierung
kontinuierlich (auch in der Nacht) und automatisch abgegeben,
so dass im Unterschied zur ICT mit der Spritze oder Pen die
einzelnen Injektionen des Verzögerungs.Insulins entfallen.
Basale
Stimulation:
= Pädagogische Methode zur Förderung schwerbehinderter Kinder.
Die seit den 70er Jahren von Andreas Fröhlich entwickelte
Methode zielt darauf ab, den Kindern über elementare Wahrnehmungsangebote
Kontaktmöglichkeiten mit ihrer Umwelt zu erschließen und damit
Lernprozesse anzubahnen.
Basis-Boluskonzept:
Modernes Konzept in der Insulinbehandlung, vor allem bei
Typ-1-Diabetikern. Es wird versucht, durch kombinierte Gabe
zweier unterschiedlich langwirkender Insuline die Insulinsekretion,
d. h. die Insulinabgabe aus der Inselzelle des Stoffwechselgesunden
nachzuahmen. Die Abgabe des Insulins aus gesunden Inselzellen
erfolgt im wesentlichen unter zwei Gesichtspunkten: einmal
werden ständig geringe Mengen an Insulin abgegeben, um den
Grund- oder Basalbedarf des Stoffwechsels abzudecken. Dieser
basale Insulinspiegel reicht jedoch nicht aus, um Blutzucker-anstiege
durch Nahrungsaufnahme auszugleichen. Bei Nahrungszufuhr kommt
es aus diesem Grunde zu einer zusätzlichen schnellen Ausschüttung
von Insulin, sodass kein nennenswerter Blutzuckeranstieg entsteht.
Um diese beiden Elemente der natürlichen Insulingabe zu imitieren,
benötigt man bei einer Insulinbehandlung nach dem Basis- Boluskonzept
zwei verschiedene Insuline: 1. ein langwirkendes (basales)
Insulin mit einer Wirkdauer von 24 Stunden für den Grundbedarf
und 2. ein kurzwirkendes Altinsulin, das vor jeder Mahlzeit
als Bolus gespritzt werden muss, um mahlzeitenbedingte Blutzuckeranstiege
abzufangen. Nach dem Basis-Boluskonzept arbeiten im übrigen
auch die Insulinpumpen.
Bed-time-Dosis:
Späte Gabe von Verzögerunsinsulin (zwischen 22.00 Uhr und
24.00 Uhr). Diese Maßnahme bewährt sich vor allem bei Patienten,
die zu nächtlichen Hypoglykämien ( zwischen 0.00 Uhr und 3.00
Uhr) neigen.
Behindertenbegriff:
Auf der Grundlage von Überlegungen des englischen Arztes P.
Wood führte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1980 ein
dreistufiges Konzept für den Umgang mit dem Begriff Behinderung
ein, das laufend weiterentwickelt wurde und wird. Diese WHO-Sprachregelung
(ICIDH) war damals schon durchaus sehr hilfreich, doch orientierte
sich die internationale Klassifikation seinerzeit auf Begriffe
wie Impairment (Schädigung), Disability (Fähigkeitsstörung)
und Handicap (Beeinträchtigung), die alle drei negativ belegt
sind. Zur Erinnerung sei gesagt, dass die Anfangsbuchstaben
dieser drei englischen Begriffe zusammen mit dem vorangestellten
IC von International Classification die üblicherweise verwendete
Bezeichnung für die WHO-Definition ICIDH bilden.
ICIDH-2,
obwohl bisher noch immer mit den gleichen Initialen wie ICIDH-1,
was sich sicher ändern muss, wird deutsch in seiner Beta-2-Version
vom Juni 1999 heute schon "Internationale Klassifikation der
Funktionsfähigkeit und Behinderung" genannt. Diese Funktionsfähigkeit
nun ist in der neuesten Fassung von ICIDH-2 in drei Dimensionen
dargestellt, die im Unterschied zu früher durchaus überlappen
können und wertneutral benannt sind:
1.
Körperfunktionen und -strukturen
2. Aktivitäten
3. Teilhabe an den Lebensbereichen.
Mit
Hilfe dieser Begriffe und Leitlinien wird nun also geprüft,
inwieweit eine Person überhaupt und, wenn ja, in welchem Maße
beeinträchtigt ist. Dabei erscheint sehr wesentlich, das gegebene
Instrument möglichst objektiv anzuwenden.
Eine
Annäherung der bislang noch recht unterschiedlichen Definitionen
von Behinderung und Rehabilitation in der Gesetzgebung der
einzelnen Staaten sollte in der ICIDH-2 eine hoffnungsvolle
Basis haben. Unterschiedliche Auffassungen stehen nämlich
jeglicher Vergleichbarkeit als Voraussetzung für die Verallgemeinerungsfähigkeit
wissenschaftlicher Untersuchungen zum Behindertenbegriff entgegen.
Wenn beispielsweise Behindertenzahlen bei weltweit durchgeführten
Untersuchungen zwischen den einzelnen Ländern stark differieren,
kann der Grund dafür ganz einfach in der abweichenden Beantwortung
der Frage, wer als behindert angesehen wird, bestehen. Auch
der von vielen behinderten Menschen seit langem gewünschte
grenzüberschreitend anerkannte Behindertenausweis scheitert
selbst in der EU neben der fehlenden Harmonisierung der mit
diesem Dokument zu erlangenden Vergünstigungen ebenfalls an
unterschiedlichen Meinungen über den Behindertenbegriff.
Im
bundesdeutschen Recht definiert bisher § 3 Abs. 1 Schwerbehindertengesetz
den Behindertenbegriff: "Behinderung im Sinne dieses Gesetzes
ist die Auswirkung einer nicht nur vorübergehenden Funktionsbeeinträchtigung,
die auf einem regelwidrigen körperlichen, geistigen oder seelischen
Zustand beruht. Regelwidrig ist der Zustand, der von dem für
das Lebensalter typischen abweicht. Als nicht nur vorübergehend
gilt ein Zeitraum von mehr als 6 Monaten. Bei mehreren sich
gegenseitig beeinflussenden Funktionsbeeinträchtigungen ist
deren Gesamtauswirkung maßgeblich."
Ausführliche
Informationen zur ICIDH-2 findet man im Internet unter: www.ifrr.vdr.de
Beidohrige
(binaurale) Hörgeräte-Versorgung
Wenn beide Ohren schwerhörig sind, ist gewöhnlich
zur Wiederherstellung des Gehörs eine >Hörgeräte-Versorgung
beider Ohren erforderlich. Nur so gelingt es dem Schwerhörigen,
die Richtung einer Schallquelle zu bestimmen und auch in stärkerem
Umgebungslärm Sprache zu verstehen.
BERA
Hirnstammaudiometrie, um bestimmte Reaktionen des Hörsinns
zu prüfen.
Es werden kurze Signale auf das Ohr gegeben und wie bei einem
EEG (Elektro-Enzephalogramm) die dadurch erzeugten Hirnströme
am Kopf abgeleitet und ausgewertet.
Berechnungseinheit:
Abkürzung BE
entspricht Nahrungsmitteln mit ca. 10 bis 20 g verwertbaren
Kohlehydraten (s. a. Broteinheit).
Beta-Blocker:
Medikamentengruppe, die bei folgenden Erkrankungen eingesetzt
wird: bei erhöhtem Blutdruck, bei schnellen Herzrhythmusstörungen,
bei der koronaren Herzkrankheit. Bei Diabetikern sollten nur
sogenannte kardioselektive Beta-Blocker eingesetzt werden,
d. h. solche, die ihre Wirkung v. a. am Herz und weniger an
den Gefäßen ausüben. Als Nebenwirkung werden Veränderungen
der Serum-Fette beschrieben, diese sind aber im Vergleich
zu den Wirkungen am Herzen zu vernachlässigen. Auch die häufig
befürchtete Verschleierung einer Hypoglykämie-wahrnehmung
unter Beta-Blocker ist selten.
Bier,
Diätbier:
Diabetiker brauchen auf den Genuss von Bier nicht gänzlich
zu verzichten. In maßvoller Menge getrunken kann es im täglichen
Diätplan durchaus Berücksichtigung finden, jedoch nur nach
Befragen des Arztes.
Biguanide:
Blutzuckersenkende Medikamente in Tablettenform. Biguanide
hemmen die Zuckeraufnahme über den Darm und die Zuckeneubildung
in der Leber.
Biosynthese:
(griech.: Bios= das Leben, Synthese = Zusammenfügung) Bildung
der einzelnen Elemente und Stoffe eines Organismus, z. B.
der Kohlenhydrate, der Fette und der Eiweiße.
Bipolar:
Das zeitversetzte Auftreten von Depressionen und übersteigerter
Hochstimmung (Manie)
BLISS:
Kommunikationsmethode für nichtsprechende Körperbehinderte
auf der Basis von Symbolen, zu der Charles Bliss in den 40er
Jahren den Anstoß gab. Anders als Buchstaben, die einzeln
ohne Bedeutung sind, haben Bliss-Symbole unmittelbaren Bezug
zur Realität, die sie darstellen (Wellenlinie= Wasser).
Blutglucose:
(=Blutzucker) Gehalt des Blutes an Traubenzucker (= Glucose)
angegeben in mg/dl. Normalwert (nüchtern) : 70 -100 mg/dl.
Bluthochdruck
- die schleichende Gefahr:
Häufig wird Bluthochdruck (Hypertonie), nur zufällig
im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung festgestellt.
Denn nur extrem hohe Werte machen sich durch Kopfschmerzen,
Nasenbluten, Schwindel, Sehstörungen oder allgemeines
Unwohlsein bemerkbar, während der normale Bluthochdruck,
der genauso gefährlich ist, zunächst keine Symptome
zeigt.
Die Krankheit entwickelt sich langsam und schleichend. Deshalb
ist es auch für Gesunde notwendig, die Wete regelmäßig
vom Arzt kontrollieren zu lassen.
Der Blutdruck gilt bei einem Erwachsenen als erhöht,
wenn man bei mindestens die Messungen an zwei Tagen einen
Durchschnittswert hat, der höher ist als 149/90 mm Hg
(Millimeter Quecksilbersäule) Diese Werte wurden von
der WHO festgelegt.
Der systolische Blutdruck wird gemessen, wenn sich das Herz
zusammenzieht. Medizinisch wichtig ist vor allem die niedrige
Zahl, der sog. diastolische Wert. Man mißt ihn zwischen
den Herzschlägen, wenn das Blut zurück in die Herzkammern
strömt. Bei 115 mm Hg und mehr handelt es sich bereits
um schweren Bluthochdruck. Dann wird der Arzt sofort behandeln.
Man unterscheidet zwei Formen des Bluthochdrucks: Spricht
der Arzt von einer primären Hypertonie, die etwa 95 %
aller Fälle ausmacht, dann ist die Einzelursache für
den hohen Blutdruck meist nicht bekannt. Eine Reihe von Risikofaktoren
führen zu einer ständigen oder vorübergehenden
Erhöhung des Blutdrucks:
Ø Familiäre Veranlagung
Ø Übergewicht
Ø Bewegungsmangel
Ø Alkohol
Ø Rauchen
Ø Streß
Ø Lärm
Ø Salzhaltige Kost
Ø Blei im Blut
Ø Einige Medikamente
Die zweite Form, die sekundäre Hypertonie, entsteht z.B.
durch bestimmte Herz- und Nierenerkrankungen sowie Diabetes
mellitus. Aber auch durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel
kann der Blutdruck ansteigen. In diesem Fall muss die Frau
auf die Pille verzichten.
In Deutschland ist bereits jeder Vierte von Bluthochdruck
betroffen. Diesen Menschen tragen eine Zeitbombe im Körper,
die irgendwann zu explodieren droht, wenn sie nichts gegen
die Krankheit unternehmen. Die Folgen des Überdrucks
sind Herzinfarkt, Herz- und Nierenschwäche, Schlaganfall
oder der Tod.
Hochdruck kann sogar den gefürchteten Altersschwachsinn
(Alzheimer-Krankheit) auslösen. Schuld ist hier vor allem
der obere Blutdruckwert. Eine Reihe von Ärzten in Europa
untersuchten rund 3000 Bluthochdruckpatienten. Die Hälfte
wurde mit Blutdrucksenkern behandelt, die andere Gruppe nicht.
Das Ergebnis der Studie: Wenn durch wirksame Hochdruckpillen
der Blutdruck dauerhaft gesenkt wird, sinkt auch die Alzheimer-Gefahr
drastisch.
All das sollte Grund genug sein, die Lebensweise unter ärztlicher
Aufsicht zu ändern, für gesunde Kost und mehr Bewegung
zu sorgen, um Übergewicht abzubauen.
Besonders wicht ist für die Kranken, das Fett in der
Nahrung zu reduzieren und salzarm zu leben. Man kann mit Genuss
fettarme oder magere Produkte essen, muss aber auch auf versteckte
Fette in Wurst- und Fleischwaren achten. Beim Kochen, Backen
und als Dressing für Salate sollte man pflanzliche Fette
und Öle mit einem hohen Anteil an wertvollen, mehrfach
ungesättigten Fettsäuren verwenden. Erst wenn all
diese Maßnahme nicht ausreichen, wird der Arzt in mittelschweren
Fällen mit Medikamenten behandeln. Auf jeden Fall sollten
Kranke, auch wenn sie selbst ein Gerät besitzen, den
Hochdruck regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen.
Bluttransfusion
Verbesserter Virus-Test . Das Risiko, durch Bluttransfusionen
oder Behandlung mit Blutprodukten mit einem Virus (z.B. HIV
oder Hepatitis-B) infiziert zu werden, war bisher nie ganz
auszuschließen. Doch nun sind Viruspartikel durch sog.
Polymeraseketten-Reaktion direkt nachweisbar. Das Verfahren
ist so empfindlich, daß sich schon bei kleinsten Verunreinigungen
fälschlicherweise ein "Gefahr-Befund" ergab.
Daher wurde die Technik so verbessert, daß man sie routinemäßig
einsetzen kann. Der Arbeitskreis BLUT am Berliner Robert-Koch-Institut
rät daher Pharmafirmen und Blutspendediensten, möglichst
viele Blutproben mit der Polymeraseketten.-Reaktion zu testen.
Blutwäsche
(Über Nacht zu Hause)
40000 Deutsche leiden an Nierenversagen und sind auf regelmäßige
Blutwäsche (Dialyse) angewiesen. Hilfreich ist für
sie ein neues, computergesteuertes Heimdialysegerät,
das nur 11 kg wiegt. Es reinigt das Blut der Kranken zu Hause
vollautomatisch über Nacht.
Bobath-Konzept:
= Ganzheitliches Konzept zur Behandlung von Menschen mit cerebralen
Bewegungsstörungen, das von Berta und Karel Bobath entwickelt
wurde. Es umfasst Maßnahmen der Physiotherapie, der Ergotherapie
und der Logopädie. Hauptziele: Vermittlung funktionell brauchbarer
Fähigkeiten; systematische Vorbereitung in kleinen Schritten
auf dieses Ziel; Förderung der motorischen, geistigen, sprachlichen,
sozial-emotionalen Entwicklung; vorausplanende Maßnahmen zur
Vermeidung von Sekundärschäden.
Body
Mass Index:
Abkürzung BMI. Wird gemessen in Kilogramm Körpergewicht
geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Meter. Einheit
kg/m². -Der BMI ist ein Maß für das Körpergewicht: BMI 20-25
kg/m²: normal, 25 -30 kg/m²: Übergewicht, 30 - 40 kg/m² .
starkes Übergewicht, über 40 kg/m²: massives Übergewicht.
Bogengänge
Anatomische Struktur des Innenohrs mit Fühlorganen
für Drehbewegungen
Bolus:
(lat. großer Bissen, große "Pille") Dieses Wort hat in verschiedenen
medizinischen Bereichen unterschiedliche Bedeutung. In der
Diabetologie versteht man unter einem Bolus eine bestimmte
Menge an kurzwirkendem Insulin (Altinsulin), die vor den Mahlzeiten
gespritzt wird, um einen mahlzeitenbedigten Blutzuckeranstieg
zu vermeide. Die als Bolus verabreichte Insulinmenge ist keine
feste Größe, sondern hängt von der jeweiligen Blutzuckerhöhe
und der Anzahl BE, die man zu essen beabsichtigt, ab.
Brittle-Diabetes:
Eigenname für einen sich besonders labil verhaltenden Typ-1-Diabetes.
Kein eigenständiges Krankheitsbild, auch keine Untergruppierung
innerhalb der einzelnen Diabetestypen. Als Brittle-Diabetes
werden solche Typ-1 Diabetiker bezeichnet, deren Blutzuckertagesprofile
ohne ersichtlichen Grund sehr starke Schwankungen aufweisen
und die somit nur sehr schwer einstellbar sind. Echt "Brittle-Diabetiker"
sieht man selten. Oft liegt den Blutzuckerschwankungen nur
eine schlechte Blutzuckereinstellung zugrunde. So führt z.
B. eine Überinsulierung zu häufigen Unterzuckerungen und als
Folge der anschließenden Gegenregulation zu erhöhten Blutzuckerwerten.
In diesem Falle würde man nicht von einem Brittle-Diabetes
sprechen.
Bronchitis
Fenchelhonig lindert Bronchitis. Fenchel wird in der Naturheilkunde
bereits seit Jahrhunderten erfolgreich gegen Bronchitis eingesetzt.
Seine krampflösenden und allgemein entspannenden Eigenschaften
wirken sich schonend und wohltuend auf die Atemwege und zugleich
auf den Magen-Darm-Trakt aus. Die im Fenchel enthaltenen ätherischen
Öle gelten als hochwirksames, schleimlösendes und
auswurfförderndes Mittel bei Keuchhusten, Husten und
Bronchialkatarrhen. Drei bis fünf Tassen Fencheltee fördern
die Heilung. Zur Behandlung von Kindern mit Atemwegserkrankungen
eignet sich Fenchelhonig besonders gut, denn erschmeckt aromatisch
süß und wird daher von den Kleinen meist ohne Protest
genommen. Hustenmedikamente enthalten häufig Alkohol
oder Wirkstoff Codein, der gravierende Nebenwirkungen haben
kann. Bei der Einnahme von Fenchelhonig sind dagegen keinerlei
unerwünschte Nebeneffekte zu befürchten. Deshalb
greifen Mütter gerne auf dieses bewährte Naturmittel
zurück, um die Beschwerden ihres kranken Kindes zu lindern.
Bronzediabetes:
Sonderform des Insulinmangeldiabetes, die im Rahmen einer
Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) entstehen kann. Bei
dieser Erkrankung kommt es aus bislang ungeklärter Ursache
zu einer massive Eisenüberladung der Zellen, z. B. in Leber-
bzw. Inselzellen. Es kommt zu einer Zellzerstörung. Die Zellzerstörung
der insulinproduzierenden Inselzellen führt letztlich zu einem
Insulinmangel und somit zu einem Diabetes. Die Haut der betroffenen
Patienten hat häufig einen Bronzeton, daher der Name.
Broteinheit:
(_ BE) Berechnungsgrundlage zur Erfassung des Kohlenhydratgehaltes
der Nahrung. 12 g Kohlenhydrate entsprechen 1 Broteinheit.
Beispiel: ¼ l Milch = 12 g Kohlenhydrate = 1 BE. Diese Definition
hat in ihrer Grundform auch heute noch Gültigkeit, wurde allerdings
1976 deutlich erweitert. Bis dahin waren die Zuckeraustauschstoffe
(Fruchtzucker, Sorbit, Xylit), die in den Nahrungsmitteln
und Getränken enthalten waren, als BE nicht mitgerechnet worden.
Somit konnte man sich mit Zuckraustauschstoffen relativ BE-arm
ernähren, dabei aber gleichzeitig viele Kalorien zu sich nehmen,
da der Brennwert, d. h. der Kaloriengehalt der Zuckeraustauschstoffe
dem Kaloriengehalt der übrigen Kohlenhydrate vergleichbar
ist. Aus diesem Grunde wurde 1976 die Definition der BE dahingehend
erweitert, dass nun auch die Zuckeraustauschstoffe mitgerechnet
werden müssen. Nach wie vor machen 12 g Kohlenhydrate 1 BE
aus, dies gilt nun auch für Sorbit und Xylit. In anderen Ländern
wurde die Bezeichnung KE - Kohlenhydrateinheit = 10 g Kohlenhydrate
verwendet. Da es eine z. T. erhebliche Schwankungsbreite bezüglich
des Kohlenhydratgehaltes der Nährstoffe gibt, wurde als Schätzeinheit
zur praktischen Orientierung die Berechnungseinheit als der
Bereich definiert, der einer Nahrungsmittelmenge mit einem
Gehalt an verwertbaren Kohlenhydraten von 10 bis 12 g entspricht.
So kann die Abkürzung BE auch als Berechnungseinheit verstanden
werden.
BSG:
(auch BKS = Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit) Messen
des Absinkens von roten Blutkörperchen in einem kleinlumigen,
senkrecht stehenden Röhrchen. Es wird gemessen, um wie viel
mm sich nach 1 bzw. 2 Stunden die roten Blutkörperchen in
dieser Säule abgesetzt haben. Normalwerte beim Mann: bis zu
3 mm in der ersten und bis zu 8 mm in der zweiten Stunde (im
Fachjargon: BSG 3/8 mm n.W.), bei Frauen liegen die Normalwerte
um 6/11 bzw. bis zu 20 mm in der zweiten Stunde. Höhere Werte
werden als Senkungsbeschleunigung bezeichnet. Sie könnten
unter anderem auf eine Entzündung hinweisen.
Bundesarbeitsgemeinschaft
Hilfe für Behinderte BAGH:
Zusammenschluss
von verschiedenen behinderungsspezifischen Verbänden im Bereich
der Behindertenhilfe. Der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte
ist Gründungsmitglied der BAGH.
Burning
Feet:
Aus dem Englischen übersetzt heißt dies wörtlich " brennende
Füße". Im fortgeschrittenen Stadium einer Neuropathie, einer
diabetesbedingten Nervenschädigung, können spontan brennende
Schmerzen mit extremer Berührungsschmerzhaftigkeit der Füße
auftreten. Es kann nachts die Bettdecke über den Füßen nicht
mehr ertragen werden.
Bypass:
(engl.: Umleitung, Umgehungsstraße) Blutumleitung bei Gefäßverschlüssen
oder hochgradigen Gefäßverengungen. Die Situation ist etwa
vergleichbar mit einem Stau im Straßenverkehr. Auch hier wird
versucht, durch Umleitung den Verkehr in Fluss zu halten.
Durch Bypass-Operationen werden künstliche oder natürliche
Gefäße ( z. B. Venen) so in das ursprüngliche Gefäß eingesetzt,
dass das Blut vor dem Gefäßverschluss in das Umgehungsgefäß
eintritt und dahinter in seine alte Strombahn wieder eintritt.
Die Bypass-Chirurgie hat vor allem bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße
(Coronarsklerose) große Bedeutung.