Den «kleinen Mann im Ohr» annehmen
RUB-Psychologen bieten Tinnitusbewältigungstraining
Gelassenheit gegenüber den Ohrgeräuschen
Jeder Vierte hat das Phänomen der Ohrgeräusche oder des Ohrensausens selbst schon mal wahrgenommen. Meistens und glücklicherweise nur vorübergehend. Wenn die Ohrgeräusche jedoch andauern, sprechen die Fachleute von einem chronischen Tinnitus. Die beiden RUB-Diplom-Psychologen Carsten Heppner und Michael Tinnefeld bieten diesen Patienten Hilfe und Unterstützung. In einem ambulanten Gruppentraining lernen die Betroffenen, mit ihrer Erkrankung besser umzugehen. Im Kurs, der Anfang März beginnt, sind noch Plätze frei. Anmeldeschluss ist der 24. Februar 2004.
Tinnitus keine Aufmerksamkeit schenken
Betroffene reagieren auf die unbekannten Geräusche zunächst immer mit erhöhter Aufmerksamkeit. Schnell wird der Tinnitus zum Lebensmittelpunkt. Massive Beeinträchtigungen im beruflichen und privaten Lebens sind dann die Folge. Der Kurs will diesem Prozess entgegensteuern. Erarbeitet werden Bewältigungsstrategien, die zu mehr Akzeptanz und Gelassenheit gegenüber den Ohrgeräuschen führen. Voraussetzung dafür ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild und den damit verbundenen Befürchtungen. Durch Verhaltensübungen sollen die Patienten lernen, ihre Aufmerksamkeit bewusster zu steuern. Mit der Unterstützung der beiden Psychologen erarbeiten sie individuelle Bewältigungsstrategien, um mit den erlebten Beeinträchtigungen besser umgehen zu können. Übungen zur Stressbewältigung und Entspannungstechniken runden das Kursprogramm ab.
Gruppentraining im Zentrum für Psychotherapie
Das Tinnitusbewältigungstraining beginnt am 2. März 2004. Die zwölf Sitzungen finden jeweils dienstags von 9.00 bis 11.00 Uhr im Zentrum für Psychotherapie der RUB statt. Um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten, ist die Teilnehmerzahl auf acht Personen begrenzt. Für den Kurs wird eine Teilnahmegebühr von 180 Euro erhoben, die die Krankenkassen auf Anfrage evtl. erstatten.
Weitere Informationen
Dipl.-Psych. Carsten Heppner und Dipl.-Psych. Michael Tinnefeld, RUB, Zentrum für Psychotherapie, Poliklinische Institutsambulanz der Fakultät für Psychologie, Telefon: 0234/32-27788
Michael.Tinnefeld@ruhr-uni-bochum.de
www.ruhr-uni-bochum.de
Seelische Anspannung erhöht Tinnitus-Gefahr
Einschlafstörungen, Ängstlichkeit und Lebensunzufriedenheit wichtigste Faktoren
Seelisch-körperliche Anspannung ist vor allem Ursache für die sich mehr und mehr verbreitende Tinnitus-Krankheit. Vor allem Einschlafstörungen, Ängstlichkeit und Lebensunzufriedenheit fördern die chronische Entwicklung dieser Krankheit. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Untersuchung, die Dr. Miriam Olderog unter der Leitung von Dr. Michael Langenbach an der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie erstellt hat.
Beethoven litt seit seinem 28. Lebensjahr unter ihnen, Rousseau nahmen sie den Lebensmut und van Gogh - so besagt wenigstens eine Theorie - wurde von ihnen so tief in die Verzweiflung getrieben, dass er sich ein Ohr abschnitt. Die Rede ist von Ohrgeräuschen (Tinnitus). Während Tinnitus in früheren Zeiten eine eher seltene, vorwiegend ältere Menschen betreffende Störung darstellte, breitet sich diese Erkrankung heute mehr und mehr über alle Altersgruppen aus. Bereits knapp drei Millionen Menschen sind gegenwärtig in Deutschland von chronischen Ohrgeräuschen betroffen. Die Mehrzahl dieser Betroffenen zeigt sich nach einer anfänglichen Phase der Irritation weitgehend unbeeinträchtigt zur Fortsetzung des normalen Lebensvollzugs in der Lage. Etwa jeder achte Patient entwickelt jedoch einen enormen Leidensdruck mit einer Vielzahl psychischer Auffälligkeiten wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie ängstlich-depressiven Symptomen.
Für diese stark beeinträchtigte Patientengruppe wurden in den zurückliegenden Jahren unterschiedliche psychologische Behandlungsmodelle erarbeitet, die überwiegend darauf ausgerichtet sind, die Tinnitus-Toleranz durch Vermittlung von Bewältigungsstrategien zu verbessern. Die Wirksamkeit dieses Behandlungsansatzes muss jedoch im Spiegel aktueller Forschungsergebnisse als unzureichend bewertet werden. Nur vereinzelt kann der Leidensdruck der Patienten durch diese Interventionen substantiell vermindert werden. Die Ergebnisse der Studie von Dr. Olderog unterstützen die Annahme, dass sich die Ohrgeräusche bei den später dekompensierenden Patienten auf der Grundlage einer erhöhten seelisch-körperlichen Anspannung ausbilden und sich im weiteren Verlauf mehr und mehr zum 'Kondensationskern' der bereits vorbestehenden Belastungen entwickeln.
Dieser Befund fordert zu einem Umdenken in der psychologischen Tinnitusforschung auf. Die psychologischen Behandlungsansätze des chronischen Tinnitus dürfen sich nicht länger auf Strategien zur Erhöhung der Tinnitus-Toleranz beschränken, sondern müssen die individuellen Belastungsfaktoren des Patienten in den Mittelpunkt der Psychotherapie stellen. Dabei ist den Belastungen, die bereits zum Zeitpunkt des Auftretens der Ohrgeräusche vorlagen, eine besondere Aufmerksamkeit beizumessen. Auch erlauben es die Ergebnisse der Untersuchung, frühzeitig die 'Risiko-Patienten', bei denen die Entwicklung eines hohen Tinnitusleidensdrucks wahrscheinlich ist, frühzeitig zu identifizieren und bereits in der akuten Erkrankungsphase einer psychologischen Behandlung zuzuführen.
Originaltext: Dr. Wolfgang Mathias - Universität zu Köln
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+++Ehemaligem
Blinden fällt das Sehen schwer+++ |
26.08.03
Stammzellen-Transplantation gab ihm das Augenlicht wieder
Mit
Hilfe einer Stammzellen-Transplantation hat ein Blinder
nach vier Jahrzehnten die Sehfähigkeit zurückerlangt.
Der Mann, der nach einem Unfall im Alter von drei Jahren
erblindet war, müsse sich nun mühsam an die zurückgewonnene
Fähigkeit gewöhnen, berichtet ein Forscherteam
um Ione Fine von der Universität von Kalifornien in
der September-Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience".
Der Patient mit dem Pseudonym "MM" habe Schwierigkeiten
beim drei-dimensionalen Sehen und beim Zuordnen von Gesichtern.
Der
erneute Erwerb der Sehfähigkeit von "MM"
ist für die Forscher aufschlussreich, weil sie daran
erkennen können, welche Bedeutung dem Lernen beim Vorgang
des Sehens generell zukommt. "MM" kann zwar schon
seit zwei Jahren wieder sehen, ist aber nur beim Erkennen
einfacher geometrischer Formen und Bewegungen ähnlich
begabt wie die meisten Menschen. Dagegen lernt er nur ganz
allmählich, Gegenstände des täglichen Lebens
auseinanderzuhalten.
Selbst
bei ihm bekannten Menschen konnte er beim bloßen Hinsehen
nur in 70 Prozent der Fälle angeben, ob es sich um
einen Mann oder eine Frau handelte. Während "MM"
es als Blinder gelernt hatte, ausgezeichnet Ski zu fahren,
ist ihm dies inzwischen ein Graus: Er schließt auf
dem Ski-Hang die Augen, um nicht durch die visuellen Eindrücke
in Angst versetzt zu werden.
Quelle:
www.medizin-forum.de
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+++Wien:
Erste Zungentransplantation weltweit+++ |
21.07.03
Die weltweit erste Transplantation einer Zunge ist wiener
Ärzten gelungen: Im Allgemeinen Krankenhaus in der
österreichischen Hauptstadt wurde einem 42-jährigen
an Zungenkrebs erkrankten Patienten ein neues Organ eingepflanzt,
teilte die Klinik mit. Vor wenigen Tagen sei die 14-stündige,
reibungslose Operation in der Universitätsklinik durchgeführt
worden. Der Patient sei in einem guten Zustand und die Ärzte
erwarteten keinerlei nachträgliche Komplikationen.
Die
Transplantation sei vom Patienten selbst gewünscht
worden, nachdem er erfahren habe, dass er keine anderen
Heilungschancen habe. Von wem das Spenderorgan stammte,
teilte das Krankenhaus nicht mit. An der Operation seien
mehrere Transplantations-Spezialisten, Anästhesisten
und Oralchirurgen beteiligt gewesen.
Quelle:
www.medizin-forum.de
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+++Dünndarm-Transplantationen
manchmal letzter
Weg für Darmkranke+++ |
18.07.03
Menschen, deren Dünndarm nach einer schweren Erkrankung,
Operation oder Bestrahlung den Dienst aufgibt, sind für
den Rest ihres Lebens auf eine künstliche Ernährung
mittels Katheter angewiesen. Diese so genannte heimparenterale
Ernährung hat jedoch gravierende Nachteile: Bei vielen
Patienten kommt es zu einer Verfettung und dadurch bedingten
Entzündung der Leber. Eine Leberentzündung aber
mündet oft in eine Zirrhose. Infektionen an der Einstichstelle
des Katheters kommen ebenfalls oft vor. Über kurz oder
lang ist die künstliche Ernährung in beiden Fällen
nicht mehr möglich.
Auf
Dauer bessere Chancen vor allem für jüngere Menschen
bietet das Einpflanzen eines gesunden Stück Dünndarms
von 3,5 bis 4 Meter Länge. Aber Dünndarm-Transplantationen
bergen höhere Risiken für die Patienten als die
Verpflanzung anderer Organe, zum Beispiel der Niere oder
der Leber, sagt Andrea Müller, Chirurgin an der Universitätsklinik
Kiel. Wenn die Patienten den Darm aber nicht abstoßen
und eventuelle Infektionen nach der Transplantation überstehen
würden, hätten sie eine bessere Lebensqualität
als bei künstlicher Dauerernährung.
Die
Universitätsklinik Kiel zählt zu den wenigen Zentren
in Deutschland, die sich auf derartige Eingriffe spezialisiert
haben. Müller hat bisher 12 Patienten operiert - acht
von ihnen haben die Transplantation überlebt. Eine
Patientin hat ihren neuen Dünndarm seit fast drei Jahren,
die zuletzt Operierte lebt seit drei Monaten mit dem neuen
Darm. Den 8 Patienten gehe es gut, meint die Chirurgin.
Sie könnten sich normal ernähren und auch wieder
arbeiten. Die Patienten waren zum Zeitpunkt der Operation
26 bis 58 Jahre alt.
Die
Abstoßungsreaktionen bei der Verpflanzung sind Laut
Müller das größte Problem. Die Abstoßung
körperfremder Organe werde von Immunzellen verursacht,
die sich im lymphatischen Gewebe befänden. Dieses Gewebe
sei um den Dünndarm herum besonders reichlich vorhanden,
schildert sie. Dennoch ist die Ärztin zuversichtlich.
„Ich glaube, wir könnten noch bessere Ergebnisse
erzielen, wenn die Patienten nicht erst schwer krank mit
einer Leberzirrhose zu uns kämen“, meint sie.
All diejenigen, die an der Operation gestorben seien, litten
schon vor der Transplantation an Infektionen und Leberschäden.
Quelle:
www.gesundheitspilot.de
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+++Infos
zur Organtransplantation im Web+++ |
18.07.03
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation hat ihren Internetauftritt
unter der Adresse www.dso.de.
Dort gibt es aktuelle Zahlen zu Transplantationen sowie
Dokumente wie das Transplantationsgesetz und Richtlinien
der Bundesärztekammer. Die Stiftung hält zudem
hier die Richtlinientexte für die Warteliste und die
Organvermittlung bereit.
Auf
der Seite www.d-t-g.org/
bietet die Deutsche Transplantationsgesellschaft viele Verknüpfungen
zu Internetseiten an, die Informationen zum Transplantationsgesetz
sowie Listen mit Links zu Transplantationsorganisationen,
Selbsthilfegruppen und Transplantationszentren enthalten.
Aktuelle
Infos aus der Transplantationsmedizin sowie Abstracts der
Zeitschrift „Transplantation“ gibt es auf der
Homepage der Europäischen Transplantationsgesellschaft
ESOT unter der Adresse www.esot.org.
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+++Sport
nach Organtransplantation möglich+++ |
15.07.03
Aufs Joggen oder Schwimmen müssen Menschen mit einem
Spenderherz oder einer neuen Niere nicht verzichten. Für
sportliche Aktivitäten ist eine Organtransplantation
kein Hinderungsgrund, betont der Bundesverband für
Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz (Bonn). Den
Patienten werde Sport im Rahmen ihrer Möglichkeiten
sogar empfohlen.
Allerdings
eigne sich nicht jede Disziplin für Organtransplantierte:
Demnach sind Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko und
direktem Körperkontakt wie Fußball, Kampfsport
und Gewichtheben nicht zu empfehlen.
Gut
geeignet sind dagegen Leichtathletik, Tennis, Schwimmen,
Radfahren und Skilanglauf. Regelmäßige körperliche
Aktivität fördern nicht nur Ausdauer und Beweglichkeit,
sondern stärkt auch das Immunsystem, wie der Verband
betont. Sport sorge zudem für ein gutes Lebensgefühl
und fördere soziale Kontakte. Jährlich werden
in Deutschland mehr als 3000 Organe verpflanzt.
Quelle:
www.netdoktor.de
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+++Video
„Stammzelltransplantation“+++ |
14.07.03
Transplantierte Blutstammzellen können für Menschen
mit Krebserkrankungen des Blutes, des Lymphsystems und anderen
Tumoren gute Heilchancen bieten. Zu diesem Thema hat nun
die Deutsche Krebshilfe ein neues Video herausgegeben: Der
Film „Stammzelltransplantation“ gibt Einblicke
in die Praxis dieser Therapie. Betroffene berichten über
ihre Erfahrungen mit der Transplantation und Ärzte
erklären anschaulich die medizinischen Aspekte. Gegen
eine Schutzgebühr von 10 Euro kann das 22-minütige
Video bei der Deutschen Krebshilfe bestellt werden.
Im
neuen Video-Ratgeber „Stammzelltransplantation“
schildern Betroffene, wie sie die Behandlung vertragen und
ihre Krankheit gemeistert haben. Es wird erklärt, welche
Formen der Stammzelltransplantation es gibt, für welche
Krebsarten sie in Frage kommen und welche Nebenwirkungen
auf den Patienten zukommen können.
Die
14 Video-Ratgeber der Deutschen Krebshilfe geben Betroffenen
hilfreiche Informationen, um die Gespräche mit den
behandelnden Ärzten zu erleichtern und um besser mit
der Krankheit und der Therapie umgehen zu können. Neben
dem Video „Stammzelltransplantation“ sind folgende
Filme gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro bei der Deutschen
Krebshilfe (im Internet unter www.krebshilfe.de) erhältlich:
Darmkrebs, Blasenkrebs, Brustkrebs, Hodenkrebs, Prostatakrebs,
Leukämie bei Erwachsenen, Leukämie bei Kindern,
Lungenkrebs, „Leben mit Krebs“, „Wunder
sind möglich“, Chemotherapie, Fatigue und Schmerzen
bei Krebs.
Quelle:
www.krebs-kompass.de
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+++Charité
behandelt Hirntumore mit Wärmetherapie+++
|
13.06.03
- Im Tierversuch vervielfachte sich Überlebensdauer
Berlin - Nach zwölf Jahren Entwicklungszeit startet die
Berliner Charité eine neuartige Wärmetherapie
zur Behandlung von bösartigen Hirntumoren. Winzige, magnetisierbare
Eisenteilchen würden per Katheter millimetergenau in
den Tumor gespritzt und von den Krebszellen gefressen, teilte
die Charité mit.
Anschließend erwärme ein neu entwickeltes Therapiegerät
die Teilchen kontaktlos von außen mit Hilfe eines Magnetfeldes
auf Temperaturen bis 45 Grad. Die Hitze zerstöre viele
Krebszellen in Tumor und Umgebung und verstärke zugleich
die Wirkung der nachfolgenden Strahlentherapie.
Die Teilchen seien für den Organismus ungefährlich,
hieß es weiter. Die Charité arbeitet bei der
Methode mit dem Bundeswehrkrankenhaus Berlin zusammen.
Die Methode der sogenannten Magnetflüssigkeits-Hyperthermie
(MFH) habe sich bereits im Tierversuch bewährt, hieß
es. So sei die Überlebenszeit von Ratten mit dem bösartigen
Hirntumor Glioblastom, der bislang als unheilbar gilt, mit
zwei Wärmebehandlungen von durchschnittlich acht auf
35 Tage mehr als vervierfacht worden. Die durchschnittliche
Lebenserwartung eines Glioblastom-Patienten beträgt zwischen
acht und 14 Monaten.
"Wir erwarten, dass die neue Methode die Lebenserwartung
eines Glioblastom-Patienten verlängert", sagte Studienleiter
Klaus Maier-Hauff. Voraussetzung sei allerdings, dass das
Verfahren in einem frühen Krankheitsstadium eingesetzt
werde.
Für die Behandlung ist nur ein kleines Bohrloch im Schädel
notwendig, um die kleinen Teilchen mit Hilfe eines elektronischen
Navigationssystems genau im gewünschten Bereich zu platzieren.
Quelle: www.medizin-forum.de
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+++Tinnitus
jederzeit behandelbar+++ |
13.06.03
Tinnitus ist einer Studie zufolge auch noch nach Jahren behandelbar.
Wie
die Universität Witten/Herdecke mitteilte, ergab eine
Untersuchung an 700 Patienten mit Ohrgeräuschen, dass
auch bislang als therapieresistent geltenden Tinnitus-Kranken
geholfen werden kann.
Selbst
chronische Erkrankungen, die schon seit Jahren bestünden,
hätten unabhängig von der Dauer und des Grades
der Beschwerden eine ebenso gute Prognose wie Ohrgeräusche,
die erst seit wenigen Monaten bestünden.
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+++Tinnitus-Therapie
wird immer besser+++ |
03.06.03
Dank komplexerer Therapien sind die 03.06.03
Heilungschancen für einen chronischen Tinnitus mittlerweile
auf rund 80 % gestiegen. „Damit liegen sie drei bis
vier Mal so hoch wie noch vor wenigen Jahren“, berichtete
Prof. Hans- Peter Zenner, Direktor der HNO-Klinik der Universität
Tübingen, anlässlich der Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie
in Dresden. Beim Tinnitus hört der Patient ohne äußere
Quelle ständig einen mehr oder minder hohen Pfeifton.
Dem
Mediziner zufolge ist Tinnitus mit rund 2,9 Millionen Patienten
eine bundesweite Volkskrankheit. Etwa 1,5 Millionen davon
seien chronisch Kranke, die mit der Erkrankung bereits ein
Jahr und länger leben. „Jedes Jahr haben wir
rund 250 000 Neuerkrankungen“, so Zenner. Diese Schädigung
des Innenohrs könne unter anderem durch Lärm,
Nebenwirkungen von Medikamenten oder Umweltgifte ausgelöst
werden. Zenner trat der landläufigen Vorstellung entgegen,
Tinnitus habe psychische Ursachen. „Eine gewisse negative
Grundeinstellung des Patienten kann die Wahrnehmung des
Geräusches zwar verstärken, löst sie aber
nicht aus“, meinte er.
Das
Geräusch im Ohr brauche jedoch einen Empfänger
- das Gehirn. „Hier setzt die Therapie an“,
erklärte der Experte. Das Hirn eines Tinnitus-Kranken
sei auf den Ton geradezu fixiert. „Experten sprechen
von Sensitivierung.“ Die moderne Hirnforschung habe
gezeigt, dass der für das Hören zuständige
Bereich des Gehirns zeitgleich nur einen Reiz wahrnehmen
könne, so Zenner weiter. „Also trainiert der
Arzt mit dem Patienten, in seinem Kopf ein anderes Bild
entstehen zu lassen, das das Geräusch überdeckt
und bestenfalls verdrängt.“ Diese Übung
sei anstrengend und könne bis zu einem Jahr dauern.
Doch die Therapie sei erfolgreich, resümiert der Professor.
Quelle:
www.gesundheitspilot.de
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Broschüre zur Transplantation: „Leben mit
dem neuen Organ" +++ |
26.05.03
Mit dieser Broschüre bietet der Bundesverband für
Gesundheitsinformationen und Verbraucherschutz - Info Gesundheit
(BGV) Betroffenen und Angehörigen Informationen zum
Thema Transplantation.
Leicht
verständlich werden zum Beispiel nötige Untersuchungen
aufgelistet und beschrieben, wie Eurotransplant Organe vergibt.
Infos gibt es auch über die anschließend notwendige
Immunsuppression und die Kontrolluntersuchungen.
Die
kostenlose Broschüre kann bestellt werden bei:
Bundesverband für Gesundheitsinformationen und Verbraucherschutz
- Info Gesundheit (BGV)
Gotenstraße 164
53175 Bonn
Internet:
www.bgv-transplantation.de
Quelle:
www.aerztezeitung.de
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+++
EURO-Toilettenschlüssel +++ |
19.05.03
Der CBF Darmstadt e.v. vertreibt zentral in Deutschland
und in das europäische Ausland den EURO-Toilettenschlüssel.
Einen solchen Schlüssel können behinderte Menschen
bekommen, die auf behindertengerechte Toiletten angewiesen
sind. Das sind:
-
schwer Gehbehinderte
-
Rollstuhlfahrer
-
Stomaträger
-
Blinde
- Schwerbehinderte, die hilfsbedürftig sind und gegebenenfalls
eine Hilfsperson brauchen
-
an Multipler Sklerose, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa und
chronisch Blasen-/Darm Erkrankte.
Ausführliche
Informationen zum EURO-Toilettenschlüssel gibt es auf
der Internetseite des CBF Darmstadt e.V., www.cbf-da.de
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+++
Neues Bestrahlungszentrum zur Tumorbehandlung +++ |
09.05.03
Mit Strahlen gegen den Krebs - diesen Leitsatz verfolgt
das Universitätsklinikum Erlangen: Mit dem Novalis
Shaped Beam Surgery Center öffnet das Klinikum nun
die Pforten für das bundesweit modernste Bestrahlungszentrum
- entwickelt von der BrainLAB AG München und ins Leben
gerufen von zwei der fortschrittlichsten Krebsspezialisten:
Professor Rolf Sauer und Professor Rudolf Fahlbusch. In
dem neuen Zentrum sollen Krebspatienten mit Hirntumoren
und Tumoren in verschiedenen anderen Körperregionen
unter Umständen radiochirurgisch, das bedeutet in einer
Sitzung mit einer sehr hohen Dosis, bestrahlt werden.
Die
Innovation: Ein neuartiges, röntgenbasiertes Patientenpositionierungssystem
ermöglicht eine bislang unerreichte Genauigkeit bei
der Bestrahlung. Nun können Patienten so behandelt
werden, dass fast ausschließlich nur der Tumor mit
der gewünschten Strahlendosis getroffen wird. Umliegendes,
gesundes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.
Auch
Tumoren außerhalb des Kopfes, etwa Tumoren in der
Wirbelsäule, können jetzt mit dieser Technologie
erstmals millimetergenau und hochdosiert bestrahlt werden.
Patienten profitieren von einer höheren Genauigkeit
bei der Bestrahlung, geringeren Nebenwirkungen und verbesserten
klinischen Ergebnissen. Durch Novalis kann das Klinikum
mit höherer Sicherheit und Effizienz als bisher behandeln,
so dass diese Technologie einer weit größeren
Anzahl an Patienten als bisher zur Verfügung gestellt
werden kann.
Die
Strahlentherapie ist mit der Chirurgie die erfolgreichste
und am häufigsten angewandte Behandlungsmethode bei
Krebserkrankungen: Strahlentherapie mit heilender oder krankheitslindernder
Zielsetzung wird heute bei mindestens der Hälfte aller
Krebspatienten eingesetzt. Die beiden Betreiber des neuen
Zentrums, Professor Rolf Sauer, Direktor der Universitäts-Strahlenklinik,
und Professor Rudolf Fahlbusch, Direktor der Neurochirurgischen
Universitätsklinik Erlangen, arbeiten bei der Behandlung
ihrer Patienten schon Jahre lang erfolgreich zusammen und
setzen dabei fortschrittlichste Techniken ein.
Mit
dem Novalis Shaped Beam Surgery Center steht dem Ärzte-Team
nun eines der modernsten Verfahren zur Bekämpfung unterschiedlicher
Tumorerkrankungen zur Verfügung. Professor Fahlbusch:
„Derzeit behandeln wir mit Novalis Hirntumoren und
Tumoren im Kopf-Hals-Bereich. Mit dem neuen System lassen
sich klinische Ergebnisse deutlich verbessern. Mit Novalis
können wir beispielsweise Akustikusneurinome, also
Tumoren des Hörnervs, gehörerhaltend therapieren.
Darüber hinaus lassen sich mit dem System Angiome,
das heißt Blutgerinnsel im Gehirn, inoperable Hypophysentumoren
und Hirnmetastasen punktgenau bestrahlen.“ Bei der
traditionellen Radiotherapie wird der Tumor für gewöhnlich
großflächig bestrahlt, wodurch angrenzendes gesundes
Gewebe beeinträchtigt wird. Mit Novalis Shaped Beam
Surgery hingegen kann das Erlanger Uniklinikum Tumoren mit
höchster Präzision bestrahlen, während die
Strahlenbelastung für gesundes Gewebe möglichst
gering gehalten wird. Dies ist von großer Bedeutung,
wenn der Tumor radiochirurgisch behandelt wird, das bedeutet
wenn die zur Zerstörung des Tumors benötigte hohe
Strahlendosis in einer Sitzung verabreicht wird. Die dafür
erforderlichen Voraussetzungen schafft die von BrainLAB
entwickelte, innovative Positionierungstechnologie. Diese
bringt den Tumor des Patienten vor der Bestrahlung automatisch
und millimetergenau in die vom Computer errechnete Lage,
so dass der Tumor mit bislang unerreichter Genauigkeit bestrahlt
werden kann. Somit kann - gefahrlos für gesundes Gewebe
- eine deutlich höhere Strahlendosis als bisher im
Tumor konzentriert werden, um ihn zu zerstören. Durch
eine spezielle Strahlenblende, die sich während der
Bestrahlung individuell an den Tumor anpasst, können
während der Bestrahlung sogar unregelmäßig
geformte Tumoren gezielt erfasst werden.
„Hohe
Bestrahlungsdosen zeigen erfahrungsgemäß sehr
gute Heilungschancen bei lokalisierten Primärtumoren“,
meint Professor Rolf Sauer. „Wir erwarten, dass wir
mit diesem Verfahren die Heilungsraten entscheidend verbessern
können. Durch das computergesteuerte und vollautomatische
Novalis-System können wir zudem die Effizienz und Präzision
bei der Behandlung deutlich steigern.“ Im Unterschied
zur Chirurgie - einem offenen Eingriff, der meist eine Vollnarkose
erfordert - ist die Strahlenbehandlung minimal-invasiv und
schmerzfrei. Kurz nach der Behandlung kann der Patient in
seinen gewohnten Alltag zurückkehren.
Quelle:
www.krebs-kompass.de
| +++
Tagung: Gleich richtig stellen +++ |
Im
Rahmen des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen
soll mit einer Kooperationsveranstaltung zur Gleichstellung
Behinderter unter dem Motto „Gleich richtig stellen“
des NETZWERK ARTIKEL 3 und des Bundesministeriums für
Gesundheit und Soziale Sicherung der Bogen von der Umsetzung
von Gleichstellungsbestimmungen in der Kommune, über
die Länder und den Bund bis zu den Überlegungen
für eine Konvention auf internationaler Ebene gespannt
werden. Bei der Tagung, die am 26./27. Juli 2003 an der
Universität Bremen stattfindet, sollen die bisherigen
Instrumente des Behindertengleichstellungsgesetzes wie Nahverkehrspläne
und Zielvereinbarungen, sowie die Wirksamkeit von rechtlichen
Instrumenten wie die Verbandsklage auf den Prüfstand
gestellt werden. Mögliche Inhalte einer Gleichstellungsrichtlinie
der EU und einer UN-Konvention für die Menschenrechte
Behinderter sollen dargestellt und diskutiert werden.
Die
Themen werden neben einführenden Fachvorträgen
in Foren vertieft und Handlungsperspektiven für die
Zukunft in Workshops erarbeitet. Während der Tagung
werden u.a. folgende Schwerpunkte behandelt:
-
Strategien für barrierefreie Kommunen
-
Wesentliche Inhalte von Landesgleichstellungsgesetzen
-
Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes und der
zivilrechtlichen Gleichstellung auf Bundesebene
-
Internationale Gleichstellungsrichtlinien
Für
die Tagung, die in Verbindung mit der Sommeruniversität
des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten
Leben Behinderter (bifos e.V.) durchgeführt wird, ist
der Eintritt frei, Fahrt- und Unterkunftskosten müssen
jedoch selbst getragen werden.
Nähere
Informationen und Anmeldung bei:
NETZWERK
ARTIKEL 3
Kölnische
Straße 99
34119
Kassel
Tel.:
0561-9 97 71 72
Fax:
0561-7 28 85 29
E-Mail:
ottmar.miles-paul@bifos.de
Quelle:
www.kobinet-nachrichten.de
| +++
Infoseite - Tourismus für alle +++ |
Mainz
- Reiselustige Behinderte finden wichtige und interessante
Informationen auf der Internetseite der Nationalen
Koordinierungsstelle «Tourismus für Alle» (NatKo). Die
Seite gibt es auch als reine Text-Version für blinde Menschen.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.
Interessenten finden bei NatKo eine Auflistung
von Reiseveranstaltern mit speziellen Angeboten für behinderte
Urlauber. Ergänzt wird das Angebot durch eine Literaturliste,
in der Zeitschriften, Reiseführer und wissenschaftliche
Literatur zusammengestellt sind. Weiterhin finden sich Hinweise
und Links zu Internetseiten von Organisationen, die sich
mit behindertenspezifischen Themen beschäftigen. In einem
Ratgeber mit dem Titel «Wer hilft?» stellt NatKo Reiseberatungsstellen
für mobilitätsbehinderte Menschen vor.
| +++
Zweisprachige Broschüre für türkische
Familien in Deutschland +++ |
Wenn
türkische Frauen in Deutschland ein geistig behindertes
Kind zur Welt bringen, dann bedeutet dies für sie in
aller Regel eine noch viel höhere Belastung als für
deutsche Mütter. Sprachliche Barrieren, die Stellung
der Frau im Islam und falsche Scham können dazu führen,
dass türkische Mütter isoliert und ihre behinderten
Kinder nicht optimal gefördert werden.
Die
Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger
Behinderung e. V. will nun mit einem neuen Ratgeber in türkischer
und deutscher Sprache diesen Teufelskreis durchbrechen.
Die außergewöhnliche Broschüre trägt
den Titel „Unser Kind ist ein Geschenk" und macht
türkischen Familien mit einem behinderten Kind Mut,
ihr Schicksal anzunehmen. Auf 100 Seiten -
illustriert
mit vielen farbigen Fotos - erzählen vor allem türkische
Mütter, wie sie ihr Leben mit einem geistig behinderten
Kind meistern. Sie geben wertvolle Tipps für alle,
die sich durch deutsche Bürokratie überfordert
fühlen.
Gleichermaßen
wendet sich der Ratgeber an türkische Familien, die
in Deutschland mit Abstand die größte Ausländergruppe
stellen, und an hauptamtliche Kräfte in der Behindertenhilfe.
Er will eine Brücke schlagen für mehr Verständnis
auf beiden Seiten, denn auf Grund der sprachlichen und kulturellen
Unterschiede ist die Zusammenarbeit nicht immer einfach.
„Gerade türkische Großfamilien lassen sich
nur ungern helfen", berichtet die Autorin der Broschüre,
Ina Beyer aus Berlin. „Für die behinderten Kinder
kann das fatal sein."
„Unser
Kind ist ein Geschenk" (ISBN 3-88617-515-4) kann für
5 Euro zuzüglich Versandkosten beim Vertrieb der Bundesvereinigung
Lebenshilfe, Raiffeisenstrasse 18, 35043 Marburg, Telefon
06421-491-116, Fax -616,
E-Mail: vertrieb@lebenshilfe.de bestellt werden.
Quelle:
Doris.Borst@Lebenshilfe.de
| +++
Charité: Ambulante Tinitustherapie +++ |
Von
Jürgen Schmitt: redaktion@sozialportal.de
Chronischer, also länger als drei Monate bestehender
Tinnitus ist eine auch in Deutschland verbreitete Erscheinung.
Die meisten Betroffenen lernen mit dem Geräusch im
Ohr im Alltag gut zurecht zu kommen. Aber etwa anderthalb
Millionen, rund 1% der Betroffenen in Deutschland, gelingt
dies nicht. Diese Patienten wechseln unter Umständen
über zwanzigmal im Jahr den Arzt, ohne daß ihnen
wirksam geholfen wird. Sie leiden gleichwohl massiv unter
ihren Ohrgeräuschen, erfahren starke Einschränkungen
ihrer Lebensqualität, entwickeln Schlaf- und Konzentrationsstörungen
und werden nicht selten depressiv.
Tatsächlich kann Heilung, d.h. das völlige Verschwinden
der lästigen Ohrgeräusche keine einzelne Therapie
versprechen, aber ein individuell abgestimmtes Konzept von
Maßnahmen kann wirksam helfen, den Tinnitus gewissermaßen
zu überhören:
Diesem Ziel hat sich das neue Zentrum für die tagesklinische
Behandlung von Patienten mit chronischem Tinnitus verschrieben,
das an der Charité am 1. März 2003 eröffnet
wird. Angeboten wird hier unter Leitung von Dr. Birgit Mazurek
von der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
der Charité und dem Gesundheitssystemforscher Dr.
Johannes F. Hallauer eine ambulante Behandlung von bis zu
14 Tagen Dauer. Das Ziel ist, dem Patienten seinen Leidensdruck
weitgehend zu nehmen und die Lebensqualität durch eine
wohnortnahe Behandlung zu verbessern.
Die Ursache des Tinnitus ist bisher nicht geklärt.
Heute geht man davon aus, daß am Anfang ein Stress-,
Hör- oder Schalltrauma zu Schäden im Innenohr
geführt hat. Normalerweise ist unser Gehirn in der
Lage, alle möglichen störenden Geräusche
aus der aktuellen Wahrnehmung auszublenden. Beim chronischem
Tinnitus ist dies aber offenbar dem Betroffenen unmöglich
geworden. In dieser Phase der Erkrankung, so Dr. Mazurek,
wird der Tinnitus im limbischen System, dem Sitz des Gefühlslebens,
negativ bewertet und dieser Höreindruck wird dann im
Gehirn bleibend verankert. Darum bestehe der Tinnitus auch
dann weiter, wenn gar keine Schallleitung mehr vom Ohr zum
Gehirn möglich wäre, beispielsweise, wenn der
Hörnerv durchtrennt wäre.
Im neuen Tinnituszentrum wird der Patient in täglicher
enger Zusammenarbeit von HNO-Ärzten, Psychosomatikern,
Psychologen, Physiotherapeuten, Hörgeräte-Akustikern
und anderen Fachkräften auf ein für ihn ganz persönlich
abgestimmtes Therapieprogramm eingestellt. Eingeschlossen
sind Verfahren zum Streßabbau, psychologische Gesprächsführung
und individuell ausgerichtete Entspannungstechniken sowie
die Einführung in die Retraining-Therapie, die im Anschluß
an die Intensivtherapie im allgemeinen noch ein bis zwei
Jahre von den Patienten selbständig weitergeführt
wird, wobei deutliche Besserungen schon nach einigen Monaten
eintreten. Die weiterführende Nachsorge erfolgt ebenfalls
im Tinnituszentrum. Mit Hilfe der Retraining-Therapie lernt
der Patient wieder auch andere Töne und Geräusche
wahrzunehmen als nur sein eigenes störendes Klirren,
Summen, Brausen oder Klingeln im Ohr.
Oft stellt sich heraus, dass der Patient gleichzeitig eine
Hörminderung hat. Dann ist es sinnvoll, ein Hörgerät
anzupassen und eventuell auch mit einem Rauschgerät
zu koppeln. Damit wird ein beständiges leises Rauschen,
etwa wie Meeresrauschen, ins Ohr eingespielt. Das Rauschen
wird so eingestellt, dass es leiser ist als das Tinnitusgeräusch.
Vom Patienten wird es als angenehm empfunden. Denn es lenkt
vom Tinnitus ab und er lernt seine akustische Aufmerksamkeit
wieder anderen Geräuschen zuzuwenden. Außerdem
können Hörgeräte -auch in Kombination mit
Rauschgeräten - die Sprachverständlichkeit im
täglichen Umgang mit anderen Menschen erleichtern und
so helfen, die Ohrgeräusche weiter in den Hintergrund
zu drängen. Erste Studien zeigen, dass eine ganzheitliche
Behandlung, zu deren Bausteinen auch die Tinnitus-Retraining-Therapie
gehört, die Wahrnehmung gegenüber dem Tinnitus
reduzieren und die Lebensqualität des Patienten verbessern
kann. Auch an der Charité laufen dazu Studien.