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Neue Studie
Noch immer Unterversorgung bei Osteoporose-Behandlung
Berlin - 16.02.2004 - Die Zahlen sind dramatisch: In Deutschland gibt es zur Zeit vier bis sechs Millionen Osteoporose-Kranke. Die Weltgesundheits-organisation (WHO) hat die Stoffwechsel-Erkrankung der Knochen in die Liste der zehn wichtigsten Krankheiten aufgenommen. Laut WHO wird sich die Zahl der Oberschenkelhalsbrüche, eine der häufigsten Folgen der Osteoporose, bis zum Jahr 2025 weltweit verdoppeln. Zur Zeit erleiden in Deutschland mehr als 120000 Menschen einen Oberschenkelhalsbruch. Die jährlichen Kosten für die Behandlung dieser Frakturen und ihrer Folgekosten liegen in Deutschland bei 4,5 bis 5 Milliarden Euro.
Auf Initiative der Bundesapothekerkammer wurde die Versorgung in den Bundesländern Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg untersucht. Diese Studie schlägt jetzt Alarm: Die Osteoporose noch immer ein Stiefkind der Therapie. Die Patienten sind unterversorgt. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Patienten werden überhaupt nicht behandelt. Nur 10 bis 15 Prozent der Versicherten erhielten eine dem Stand der Wissenschaft entsprechende Kombinationstherapie aus einem Bisphosphonat, Calcium und Vitamin D. Man muss dabei berücksichtigen, dass viele Patienten kein Calciumpräparat mehr verordnet bekommen, diese jedoch frei verkäuflich erwerben können. Doch selbst wenn alle Patienten ein Calciumpräparat einnähmen, würden in Bayern lediglich 17,6 Prozent, in Sachsen 25,4 Prozent und in Baden-Württemberg 14,5 Prozent der Behandelten leitliniengerecht behandelt. Noch schlimmer: Die verordneten Bisphosphonate reichten nur für 50 bis 56 Prozent der Tage des Jahres 2002. Lediglich bei 22 Prozent (Bayern) bis 28 Prozent (Sachsen) der behandelten Patienten wurde der Jahresbedarf an Bisphosphonaten zu mehr als 80 Prozent abgedeckt. Damit liegt Deutschland im Therapievergleich weit hinter Frankreich, England, Italien und Spanien.
Eine Verbesserung der Versorgung ist dringend erforderlich. Bisphosphonate ersparen Osteoporose-Patienten schmerzhafte Knochenbrüche. Richtig eingesetzt, können Bisphosphonate die Zahl der Oberschenkelhalsbrüche halbieren. Allein durch zielgerichtete Prävention und damit Vermeidung der Hälfte der Frakturen könnten schätzungsweise zwei Milliarden Euro eingespart werden. Kurz- und mittelfristig ließen sich bei den direkten Frakturkosten etwa 400 Millionen Euro einsparen. Zudem würde die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert.
Quelle: ABDA
Knochendichtemessung mangelhaft - Osteoporose-Expertin: „Ärzte setzen Messung unkritisch ein“
Baierbrunn - 10.02.2004 - Jährlich bricht allein bei deutschen Frauen
200.000mal ein Wirbelkörper. Ursache meistens: Osteoporose, die
Rückbildung der Knochensubstanz. Deshalb gab es nicht nur unter
Ärzten böses Blut, als die Knochendichtemessung zur Vorsorge aus dem
Erstattungskatalog der Krankenkassen gestrichen wurde. Doch die
renommierte deutsche Osteoporose-Expertin Dr. Jutta Semmler, Berlin,
weist den Ärzten wegen ihrer „unkritischen“ Handhabung dieser
Untersuchung eine Mitverantwortung zu. „Als Vorsorgeuntersuchung für
alle ist die Knochendichte nicht geeignet“, sagt sie im Interview mit
dem Apothekenmagazin "Gesundheit". Sie solle erst im Rahmen einer
gründlichen Untersuchung, die auch andere Faktoren einbezieht,
eingesetzt werden. Und: Die deutschen Ärzte müssten sich sorgfältiger
schulen. Als Prüferin zur Knochendichtemessung, so berichtet Dr.
Semmler, lasse sie „auch mal Hochschullehrer durchfallen“.
Originaltext: Wort und Bild - Gesundheit
Initiative gegen Knochenschwund: Alarmsignal Sturz - oft ein erstes Anzeichen für Osteoporose
Haar - 06.02.2004 - Wenn Osteoporosebetroffene stürzen, dann kommt es
dabei oft zu schwerwiegenden, teils sogar lebensbedrohlichen Brüchen.
Wichtige Erkenntnisse zu diesem Thema liefert eine aktuelle Studie.
90 Prozent aller Hüftfrakturen bei älteren Menschen sind die Folge
eines Sturzes, so ein Ergebnis der EPIDOS-Studie (Epidémiologie de
L'Ostéoporose). "Ein Sturz ist häufig die Ursache von Knochenbrüchen
und damit auch ein erstes Alarmsignal für Osteoporose", erklärt Prof.
Dr. Pientka, Direktor der Medizinisch-Geriatrischen Klinik an der
Ruhr-Universität Bochum. "Vielfach wird jedoch versäumt, Patienten
nach einem Sturz auf Osteoporose zu untersuchen." Dabei haben
Osteoporosepatienten ein deutlich erhöhtes Risiko, bei einem Sturz
einen Knochenbruch zu erleiden. Dieser kann schwerwiegende, oft sogar
lebensbedrohliche Folgen haben.
Diesen riskanten Brüchen kann man jedoch vorbeugen. Am
effektivsten ist eine doppelte Bruchprophylaxe: Erstens eine
medikamentöse Verbesserung der Knochendichte. Für die Therapie eignet
sich zum Beispiel ein nachweislich hochwirksames Osteoporosemedikament, wie das Bisphosphonat mit dem Wirkstoff Alendronat. Zweitens sollten Muskelkraft, Koordination und Balance trainiert werden. Dazu empfiehlt der Experte insbesondere Krafttraining, das chinesische Schattenboxen Tai-Chi und Übungen, die das Sturzrisiko verringern. Wie wichtig körperliche Fitness sein kann, um Brüche zu verhindern, zeigt die EPIDOS-Studie. Dort erwies
sich das Risiko für eine Hüft- oder Oberarmfraktur als wesentlich
höher, wenn die körperliche Verfassung schlecht war. Weitere
Fallrisikofaktoren waren in dieser Untersuchung ein unsicherer Gang,
eingeschränktes Sehvermögen und geringer Wadenumfang. "Da
Osteoporosepatienten ein besonders großes Knochenbruchrisiko haben,
ist es wichtig, Stürze zu verhindern", so Pientka. "Darum rate ich
meinen Patienten dazu, über die medikamentöse Therapie hinaus ihre
Muskulatur zu stärken."
www.initiativegegenknochenschwund.de
kostenfreie Infohotline: 0800-177 11 07
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Vermeidbares Handicap: Erhöhte Ozonwerte +++ |
05.06.03
Durch erhöhte Ozonwerte kann die Gesundheit und die
Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden. Im Sommer
werden für viele Menschen die Luftwerte wie Ozon, Schwefeldioxid
usw. interessant. Bei prädestinierten Personengruppen
können hohe Ozonwerte beispielsweise Asthma, Kreislaufprobleme,
Erschöpfung und viele weitere körperliche Probleme
verursachen. Wer auf dem Laufenden sein möchte, der
kann die Internetseite des Bundesumweltamtes besuchen. Dort
werden die aktuellen Immissionsdaten und die Ozonvorhersage
veröffentlicht und ständig auf dem Laufenden gehalten.
www.env-it.de/luftdaten/start.fwd
Quellle:
www.kobinet-nachrichten.de
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Operation: Risikoaufklärung mindestens einen
Tag vorher +++ |
14.05.03
Über die Risiken einer Operation müssen Patienten
so rechtzeitig aufgeklärt werden, dass sie in Ruhe
die für und gegen den Eingriff sprechenden Gründe
abwägen können. Eine Risikoaufklärung erst
am Tag der Operation kommt zu spät und kann Ärzte
zu Schadensersatz und Schmerzensgeld verpflichten. Das entschied
der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Selbst bei größeren
ambulanten Eingriffen muss laut BGH am Tag vor der Operation
aufgeklärt werden, wenn mit dem Eingriff erhebliche
Risiken verbunden sind.
Im
konkreten Fall fordert ein Mann Schadensersatz und Schmerzensgeld,
weil er nach eigenen Angaben wegen einer Bandscheibenoperation
eine vollständige Blasenlähmung erlitten hatte
und sich nun sechsmal täglich einen Blasenkatheter
legen muss. Am Tag seiner Einlieferung war der Kläger
operiert und erst wenige Stunden vor der Operation über
die Risiken und möglichen Folgeschäden aufgeklärt
worden. Dies war nach Ansicht des BGH zu spät.
Ein
Patient müsse so frühzeitig aufgeklärt werden,
dass er „durch hinreichende Abwägung der für
und gegen den Eingriff sprechenden Gründe seine Entscheidungsfreiheit
und damit sein Selbstbestimmungsrecht in angemessener Weise
wahren kann“, so der BGH. Je nach den Vorkenntnissen
des Patienten über den Eingriff kann eine Aufklärung
am Tag vor der Operation genügen. Bei normalen ambulanten
und diagnostischen Eingriffen mit geringerem Risiko reiche
es dagegen weiterhin aus, wenn
die Aufklärung am Tag des Eingriffs erfolgt.
Quelle:
www.medizin-forum.de
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Osteoprose: Knochenschwund ist vermeidbar +++ |
Osteoporose
kann verhindert und durch Umstellung der Lebensgewohnheiten
oder Behandlung aufgehalten werden. Darauf wollen Ärzte
besonders am 20. Oktober, dem Welt-Osteoporose-Tag, hinweisen.
Sechs bis sieben Millionen Menschen sind in Deutschland
von der Krankheit betroffen, schätzt Professor Reiner
Bartl von der Osteologischen Ambulanz des Klinikums Großhadern
in München.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt
Osteoporose zu den zehn wichtigsten Volkskrankheiten. Schließlich
nimmt bereits ab dem 30. Lebensjahr die Knochen-dichte ab.
Die mögliche Folge: Knochen können porös
werden, es kommt zu Brüchen an Wirbelsäule, Oberschenkel
oder Unterarm. "Zu den Risikogruppen zählen besonders
Menschen, die bereits einen Osteoporose-Fall in der Familie
hatten", so Jutta Semler, Chefärztin des Immanuel-Krankenhauses
in Berlin und Vorsitzende des Kuratoriums Knochengesundheit
in Sinsheim (Baden-Württemberg). Stark gefährdet
sind Frauen nach dem Eintritt der Wechseljahre. Denn durch
den Östrogenmangel nach der Menopause verringert sich
der nötige Schutz vor Knochen-abbau. Allerdings gilt
Osteoporose längst nicht mehr als Frauen-krankheit:
"Mittlerweile ist bereits jeder vierte Betroffene ein
Mann", schätzt Bartl. Grund dafür können
unter anderem Testosteronmangel oder Alkoholismus sein.
Eine kalziumreiche Ernährung, wie etwa
Milchprodukte, frisches Gemüse, Obst und Fruchtsäfte
fördert die Knochendichte. Etwa 99 Prozent des Kalziums
im menschlichen Körper finden sich im Skelett. Fettarme
Milch, Hartkäse und Mozzarella gelten als besonders
kalziumreich. Vermieden werden sollte hingegen ein Übermaß
an phosphatreicher Nahrung. "Fastfood, Fleischprodukte
oder Soft-Drinks entziehen dem Körper das wichtige
Kalzium", so Bartl. Vitamin D, das etwa durch Sonnenlicht
aufgenommen wird, steigert dafür die Aufnahme von Kalzium.
"Etwa eine halbe Stunde Spaziergang unter freiem Himmel
sorgt für die wichtigen Vitamine", so Semler.
Regelmäßige sportliche Betätigung baut nicht
nur knochenstärkende Muskeln auf, sondern verringert
auch eine spätere Sturzgefahr. "Zudem sollte unbedingt
auf das Rauchen verzichtet werden", rät Bartl.
Dieses vermindere die Produktion von Östrogenen und
die Durchblutung des Knochenmarks. Hormonersatz-Therapien
sind zur Vorbeugung von Knochenschwund umstritten: "Die
letzten Untersuchungen bestätigen, dass die Therapie
eine unzuverlässige Methode beim Schutz vor Knochenschwund
nach den Wechseljahren ist", sagt Bartl. So zeige die
"Women's-Health-Initiative"-Studie aus den USA,
dass die Hormonersatz-Therapie ein zusätzliches Brustkrebsrisiko
berge und so mehr schade als nütze.
Behandelt werden erkrankte Frauen und Männer
vermehrt mit den so genannten Bisphosphonaten. Diese bremsen
den Knochenabbau und hemmen das Tumorwachstum im Knochen.
Schwer fällt es vielen, ihre Lebensgewohnheiten zu
ändern, um so zu einer erfolgreichen Therapie beizutragen.
Zahlreiche Selbsthilfegruppen wollen Betroffene dabei unterstützen.
Gerade bei Männern fehle das Bewusstsein für die
Krankheit, sagt Dieter Debus, Leiter einer Selbsthilfegruppe
für Männer in Witten (Nordrhein-Westfalen). "Die
Männer werden bei dieser Krankheit völlig übergangen",
so Debus: "Nur wenige sind sich so des Risikos bewusst."
Wenn, dann melden sich meist Ehefrauen bei ihm, um sich
über das Risiko bei ihrem Partner zu erkundigen.
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Sport beugt Osteoporose vor +++ |
Von
Knochenschwund bedrohte Menschen sollten ihren Körper
regelmäßig und gezielt trainieren. Körperliche
Belastung rege den Knochenstoffwechsel an, wodurch mehr
Knochenmasse gebildet wird, berichtet das Fachblatt "Ärztliche
Praxis". Zudem verbesserten regelmäßige Übungen
das Gleichgewicht und die Koordination. Dies helfe dabei,
Stürze zu vermeiden.
Ideal sei es, mindestens drei Mal pro Woche Übungen
zu machen, die vor allem Oberschenkel, Wirbelsäule
und Unterarme belasten. Diese Regionen des Körpers
seien durch Osteoporose besonders gefährdet. Die größte
Wirkung sei durch kurze, intensive Belastungen zu erreichen.
Vor Beginn des Trainingsprogramm sollte aber auf jeden Fall
Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.
Geeignete Sportarten sind der Zeitung zufolge Fitness- und
Krafttraining, Wirbelsäulengymnastik, Tai Chi und Tanzen.
Gemieden werden sollten dagegen risikoreichere Betätigungen
wie Reiten, Turnen und Skifahren. Im Alltag sollte besonders
darauf geachtet werden, dass der Körper nicht einseitig
belastet wird. So sollten etwa Einkäufe gleichmäßig
auf zwei Taschen verteilt werden, die dann mit beiden Armen
getragen werden.
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Osteoporose-Patientinnen gesucht +++ |
Eine
Jahresspritze könnte Osteoporose-Kranken künftig
Erleichterung verschaffen. Dabei wird den Patienten nur
einmal im Jahr eine Injektion verabreicht. Erste Tests haben
gezeigt, dass die Spritze gut vertragen wird. Bislang habe
man mit so genannten Bisphosphonaten sehr gute Erfolge bei
der Knochenkrankheit erzielt, berichtet die Universität
Würzburg. Nachteil sei aber gewesen, dass die Medikamente
eine halbe Stunde vor dem Essen mit viel Wasser im Stehen
eingenommen werden müssen. Magenbeschwerden seien eine
häufige Nebenwirkung.
Die
Universität sucht nun Frauen zwischen 65 und 89 Jahren,
die an Osteoporose leiden oder einen Knochenbruch erlitten
haben und bereit sind, an der Studie zur neuen Jahresspritze
teilzunehmen. Die Teilnehmerinnen werden in einem Zeitraum
von drei Jahren regelmäßig untersucht und behandelt.
Interessierte können sich von Montag bis Freitag zwischen
14 und 16 Uhr unter der Telefonnummer 0931/20 13 56 21 melden.
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Osteoporose: Kassen knausern beim Knochentest +++
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München
(kobinet) Bereits heute sind in Deutschland über sechs Millionen
Menschen von der schleichenden Knochenkrankheit Osteoporose
betroffen, vor allem Frauen. Eine rechtzeitige Messung der
Knochendichte und die sachgerechte Behandlung mit dem modernen
Bisphosphonat «Fosamax» könnte vielen von ihnen schwere
Folgen des Knochenschwunds ersparen. Doch die von Oberschenkel-,
Arm- und Wirbelbrüchen bedrohten Frauen werden hier zu Lande
aus falsch verstandener Sparsamkeit zu spät diagnostiziert
und nur selten optimal behandelt, beklagten Wissenschaftler
im Vorfeld des wissenschaftlichen Symposiums «Leben mit
Osteoporose» (22. bis 24. Februar in Berlin).
Für die nächsten Jahre befürchtet die Weltgesundheitsorganisation
WHO einen lawinenartigen Anstieg von Knochenbrüchen, Notoperationen
und Behandlungskosten und hat unsere Dekade zum Jahrzehnt
der Knochen- und Gelenkerkrankungen ausgerufen, um die Prävention
und Therapie der Krankheit voranzutreiben. Die zur Zeit
einzige effektive Methode, um das Knochenschwund-Risiko
frühzeitig zu erkennen, ist die Messung der Knochendichte,
so genannte Osteodensitometrie. Dabei durchdringt energiereiche
Strahlung das Knochengewebe und ein Computer errechnet aus
der Abschwächung der Strahlung die Knochendichte.
Nach einer Entscheidung des «Bundesausschusses Ärzte-Krankenkassen»
werden die Kosten dieser wirksamen Früherkennungsmaßnahme
von den Kassen erst dann übernommen, wenn der Patient bereits
einen Knochenbruch erlitten hat. Ein Großteil der betroffenen
Frauen wird in Deutschland auch bei bestehendem Verdacht
auf Osteoporose nur unzureichend behandelt. Eine aktuelle
Untersuchung unter der Federführung der Bayerischen Landesapothekerkammer
ergab: Nur zwischen 3,6 und 6,7 Prozent der Osteoporose-Patienten
erhalten die optimale Kombinationsbehandlung aus so genannten
Bisphosphonaten und Kalzium.
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Revolution im Ohr +++ |
Erlangen
(kobinet) Mit Triano 3 hat Siemens das weltweit erste digitale
Hörsystem entwickelt, das mit drei Mikrofonen ausgestattet
ist. Es soll für Millionen von Schwerhörigen das Verstehen
von Sprache revolutionieren. Das System ermöglicht dem Träger,
sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Die Stimme seines
Gesprächspartners wird deutlich hervorgehoben, sogar bei
veränderlichen Störgeräuschen.
«Triano eröffnet dem schwerhörigen Menschen eine neue Dimension
des Hörens», erklärte laut ots Dr. Roger Radke, Vorsitzender
der Geschäftsführung Siemens Audiologische Technik GmbH
in Erlangen. Um Triano auf die persönlichen Bedürfnisse
des Hörgeschädigten einstellen zu können, wurde die ebenfalls
von Siemens entwickelte Programmiersoftware Connexx um wesentliche
Funktionen erweitert. Sie wurde übersichtlicher gestaltet
und unterstützt so den Hörgeräte-Akustiker dabei, die Hörsysteme
sicher und gezielt anzupassen. Weitere Informationen unter
www.siemensmedical.com
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Organe sind Mangelware-Warteliste steigt stetig an
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Marburg
(dpa) - Nur 40 Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland
melden nach Einschätzung der Deutschen Stiftung Organtransplantation
(DSO) mögliche Organspenden. "In mehr als 800
von insgesamt 1440 Krankenhäusern mit Intensivstation
erfolgt keine Meldung", sagte der geschäftsführende
Arzt Dietmar Mauer von der DSO am Montag in Marburg. Anlass
war das 30-jährige Bestehen des Marburger Transplantationszentrums.
"Bis es der gentechnischen Forschung gelingt, menschliche
Organe nachwachsen zu lassen, werden Zahl und Art der transplantierten
Organe in Zukunft beträchtlich anwachsen", sagte
Prof. Harald Lange, Leiter der Klinik für Nephrologie.
Bei einigen Krebserkrankungen sei es notwendig, mehrere
Organe gleichzeitig zu ersetzen. Weil Spenderorgane aber
nach wie vor Mangelware seien, wachse die bundesweite Warteliste
stetig an. So hätten im vergangenen Jahr rund 9550
Dialyse-Patienten auf eine Spenderniere gehofft, nur knapp
2000 seien aber transplantiert worden. "Wir müssen
dringend mehr Aufklärung in der Bevölkerung betreiben",
forderte Lange. Die medizinischen Fortschritte seien schließlich
gewaltig: Hätten 1982 rund 80 Prozent der verpflanzten
Nieren ein Jahr nach der Operation problemlos funktioniert,
seien es heute bereits 97 Prozent, sagte Uwe Kuhlmann von
der Marburger Klinik für Innere Medizin. Neue Medikamente,
die die Abstoßungsreaktion des Körpers gegenüber
dem Spenderorgan besser unterdrücken, und moderne Operationsmethoden
haben auch die "Überlebensrate" bei der Bauchspeicheldrüsen-
Verpflanzung auf etwa 90 Prozent steigen lassen, wie Oberarzt
Achim Hellinger von der chirurgischen Klinik berichtete.
Mit einer Pankreasverpflanzung könne die Zuckerkrankheit
(Diabetes) geheilt werden. "Bei Kindern ist eine rasche
Transplantation besonders wichtig, weil es viele Komplikationen
geben kann", sagte Oberarzt Günter Klaus (Klinik
für Kinderheilkunde). So litten Kleinkinder mit Funktionsstörungen
der Niere häufig unter Essstörungen, Minderwuchs
und einer fortschreitenden Gefäßverkalkung. "Manche
20-Jährige haben später einen Gefäßstatus,
der dem eines 60- oder 70-Jährigen entspricht."
Noch immer liege Deutschland beim Organspenden im internationalen
Vergleich weit abgeschlagen im hinteren Drittel, kritisierte
DSO-Arzt Mauer. In den drei Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz
und dem Saarland sei die Organspende-Rate im vergangenen
Jahr zwar um 35 Prozent gestiegen, in Hessen sogar um 65
Prozent. "Damit konnten in den drei Ländern 120
Organe mehr transplantiert werden." Doch müsse
vor allem die Zahl der Menschen mit einem Organspende-Ausweis
dringend erhöht werden, forderte Mauer. Nur 14 Prozent
der Bevölkerung trage einen Ausweis bei sich.
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