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Was ist Narkolepsie?

  Schlafkrankheit und Schlummersucht sind landläufige Bezeichnungen der Narkolepsie, deren auffälligstes Merkmal eine unwiderstehliche Einschlafneigung ist. Sie äußert sich in Schlafanfällen, die zu jeder Tageszeit und auch in sehr ungewöhnlichen Situationen auftreten können, Bei Narkolepsie liegt eine Funktionsstörung der Schlaf-Wach-regulierenden Zentren vor, welche im Hirnstamm und Zwischenhirn liegen. Zur Auslösung der Krankheit ist nach heutiger Sicht eine Veranlagung mit meist gering ausgeprägter Vererbungsneigung erforderlich. Narkolepsie ist eine chronische Krankheit, die lebenslang bestehen bleibt und nach heutigem Kenntnisstand der Medizin nicht heilbar ist. So wenig die Krankheit die Lebenserwartung beeinträchtigt, so sehr prägen ihre Symptome oft die Lebensführung der Betroffenen. Zudem verursacht ein fehlendes Verständnis der Umwelt häufig erhebliche persönliche, familiäre und berufliche Probleme. Eine sinnvolle Anpassung der Lebensweise mit sorgfältig unterstützender, medikamentöser Dauerbehandlung und eine vernünftige, vorurteilsfreie Einstellung der Umgebung können das Leben des Betroffenen jedoch durchaus erträglich machen.

Begriffserklärungen aus der Schlafmedizin

Somnologie: Schlafmedizin

Somnologe: Schlafmediziner (Fortbildungsseminare für Mediziner über die DGSM - Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, Schwalmstadt)
Schlafstörungen: Vorübergehende, therapierbare Erscheinungen

Schlafkrankheiten:
a) körperliche und/oder psychische Auswirkungen des Schlafverhaltens chronischer Art, über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen.
b) Schlafkrankheiten aus noch nicht bekannten Ursachen, zum Teil mit körperlichen Behinderungen.

Internationale Klassifikation (ICDSD)

Insomnie: Schlaflosigkeit

Hypersomnie:

- Tagesmüdigkeit (Schlafattacken)
- häufig unterbrochener Nachtschlaf
- zu viel Schlaf

Dyssomnie: Schlafstörungen verschiedener Art

Parasomnie: Was neben dem Schlaf einhergeht (Träume, Schlafwandeln usw.)

Chronobiologie:

a) Schlafstörungen bei organischen und/oder psychiatrischen Erkrankungen
b) Schlafstörungen unterschiedlicher Genese (Folgen von Schichtarbeit, Jet-leg, usw.)

Das System codiert über 80 Erscheinungsformen.

Narkolepsie im Kindesalter

  Entgegen früheren Erkenntnissen können auch Kinder unter 12 Jahren von Narkolepsie betroffen sein. Die Symptome sind die gleichen, wie unter "Krankheitsbild" beschrieben. Es kommt vor, dass im Frühstadium nur vereinzelte Symptome erkennbar sind, beziehungsweise diagnostiziert werden.

  Nach einer 1994 veröffentlichten Studie (Callemel MJ.et al Sleep 17 517-20) gaben 34% von 215 befragten erwachsenen Narkolepsie-Betroffenen an, dass sie bereits vor ihrem 15.Lebensjahr die ersten Symptome gehabt haben.

  Nach einer Studie der Hamburger Universität leidet jedes 5.Kind in Deutschland an einer Schlafkrankheit, Schlafstörung oder ist durch Folgen von einem falschen Schlafverhalten (was nicht immer mit zu langem Fernsehn am Abend, zusammen hängen muss), seelisch belastet (WDR4 07.01).

  Die neuesten Studien besagen, dass 50 bis 60 pro 100.000 Menschen in Deutschland von Narkolepsie betroffen sind. Gehen wir davon aus, dass die Dunkelziffer mit 90% mit nicht, - oder falsch - diagnostizierter Patienten, ungewöhnlich hoch ist (Mayer,Nark.2000), leben in der Bundesrepublik bei 34% Anteil, ungefähr 15.000 Kinder mit Narkolepsie. Wir gehen davon aus, dass bisher nicht mehr als 1 - 2 % aller Fälle bekannt, beziehungsweise richtig diagnostiziert wurden.
Am häufigsten tritt zunächst eine Hypersomnie (Tagesschläfrigkeit) auf.

  Diese Kinder werden in der Regel als hyperkinetisch bezeichnet. Aufmerksamkeitsstörungen und motorische Hyperaktivität führen in der Regel zu Entwicklungsbeeinträchtigungen, sowie zu sozialen Auffälligkeiten in Familie, Schule und bei Gleichaltrigen.

  Erst nach der Pubertät, manches Mal auch später, entwickeln sich alle Symptome zur kompletten Narkolepsie.

  Äusserst selten verschwinden im Alter ab ca. 30 Jahren alle Symptome. Man spricht dann vom "Kleine-Levin-Syndrom".

Quelle: Deutsche Narkolepsie-Gesellschaft e. V.  -  Landesverband Bayern



+++Broschüre zu Neurodermitis+++

09.07.03
Informationen zu Neurodermitis und zu Pimecrolimus-Creme gibt eine neue kostenlose Broschüre mit dem Titel „Pimecrolimus-Creme - Neurodermitis kortisonfrei behandeln“ der Deutschen Haut- und Allergiehilfe.

Die Broschüre kann schriftlich angefordert werden bei:

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e. V.
Gotenstraße 164
53175 Bonn
Internet: www.dha-pimecrolimus.de


+++„Die homöopathische Behandlung der Neurodermitis bei Kindern und Jugendlichen"+++

02.06.03
In der täglichen Praxis nimmt die Bedeutung der Neurodermitis und von Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma und Nahrungsmittel- sowie inhalativen und Kontaktallergien, die häufig gemeinsam vorkommen, immer mehr zu: Bundesweit sind über sechs Millionen Menschen - darunter viele Kinder - betroffen.

Welche Erfolge sich mit Homöopathie und ganzheitlichem Therapiekonzept erzielen lassen, beschreiben der Allgemeinarzt Dr. Roland Eichler aus Würzburg und der Dermatologe Dr. Horst Frank aus Bad Mergentheim in ihrem Buch „Die homöopathische Behandlung der Neurodermitis bei Kindern und Jugendlichen“.

Tagebuchähnlich, mit vielen farbigen Bildern, dokumentieren Eichler und Frank detailliert die Kasuistiken von 100 Patienten, angefangen bei der Anamnese über weitere Konsultationen und therapeutische Probleme bis zum erfolgreichen Ende der Behandlung. Zwischen homöopathischer und schulmedizinischer Therapie wollten Eichler und Frank eine Brücke schlagen. Das ist ihnen überzeugend gelungen.

Roland Eichler, Horst Frank: Die homöopathische Behandlung der Neurodermitis bei Kindern und Jugendlichen; Haug-Verlag Stuttgart 2002; 364 Seiten, 138 farbige Abbildungen, gebunden, 69,95 €, ISBN 3-8304-7127-0.

Quelle: www.aerztezeitung.de


+++ Auch Behinderte sollen Natur erleben können +++

07.05.03
Vom Vogelturm aus Kraniche beobachten? Im Nationalpark die Lebensgewohnheiten der Wildkatze erfahren? Auf dem Fischkutter zu den Seehunden? Wo die meisten Menschen keine Schwierigkeiten haben, können behinderte Menschen oft nur zusehen. Zwar gibt es eine große Bereitschaft der Verantwortlichen, Naturerlebnisse auch für behinderte Menschen zu gestalten, doch bisher fehlte es leider an geeigneten Standards und Planungshilfen, um einen Zugang für alle auch herstellen zu können. Das Gemeinschaftsprojekt „Natur für alle“ der Lebenshilfe Wittmund e.V. und des Regionalen Umweltzentrums Schortens (RUZ e.V.), das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Niedersächsischen Wattenmeer-Stiftung gefördert wird, hat sich dieser Fragen angenommen und sieben Planungshilfen mit jeweils 12 bis 16 Seiten Umfang erstellt.

Die Serie beginnt mit dem Thema „Basisinformationen zur Barrierefreiheit“. „Barrierefreiheit“ ist ein innovatives Architektur- und Gestaltungsprinzip, das den üblichen Ausschluss behinderter Menschen vermeidet und immer „für alle“ plant. Die Themen der weiteren Planungshilfen sind „(Vogel)beobachtung“, „Wassererkundung“, „Wegegestaltung“, „Ausstellungsplanung“, „Leichte Sprache“ für Menschen mit Lernschwierigkeiten und „DIN-Normen“. Abbildungen vorbildhafter Problemlösungen, Maßangaben zum Nachbau, Bezugsquellen und Beratungsadressen sind in allen Planungshilfen enthalten. Die sieben Planungshilfen sind sowohl einzeln erhältlich als auch zusammen in einem Ringordner. Zusätzlich gibt es eine Version auf CD-ROM im pdf- und im Word-Format und eine Version als download im Internet unter

http://www.natur-fuer-alle.de.

Die Homepage selbst ist natürlich auch barrierefrei gestaltet, für sehbehinderte und blinde Nutzer/innen mit zusätzlicher Bildbeschreibung und in möglichst einfacher Sprache für Menschen mit so genannter geistiger Behinderung. Alle Planungshilfen sind beim RUZ Schortens gegen eine Schutzgebühr erhältlich. Bei Einzelbezug kostet eine Planungshilfe 2 Euro Schutzgebühr. Der Sammelordner (inkl. sieben Planungshilfen) kostet 10 Euro, mit zusätzlicher CD-ROM 12 Euro. Eine CD-ROM kostet bei Einzelbezug 5 Euro. (Zu allen Preisen kommen noch Porto und Verpackung hinzu.)

RUZ Schortens
Ginsterweg 10
26419 Schortens
Tel.: 04461-89 16 52
Fax: 04461-89 16 57
E-Mail: RUZ-Schortens@ewetel.net

Quelle: www.kobinet-nachrichten.de


+++ Neurose: Eine "Macke", die sich immer mehr als Krankheit erweist +++

05.05.2003
Die Grenze zwischen einer neurotischen „Macke“ und einer behandlungsbedürftigen Erkrankung ist nicht klar zu unterscheiden. Frank Meiners, Diplompsychologe bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) in Hamburg glaubt: „Spätestens wenn die Bewältigung des Alltags zum Problem wird, ist der Punkt erreicht, an dem professionelle Hilfe nötig wird.“ Die Zahl der als Krankheiten diagnostizierten Neurosen steigt Seit einigen Jahren stark an. „Angstneurosen oder Phobien gehören zu den häufigsten“, sagt Meiners. Zwangshandlungen seien deutlich seltener.

Das Hilfsangebot für Menschen mit Neurosen ist groß: „Verhaltenstherapie und Psychotherapie sind als Kassenleistung anerkannt“, so Prof. Iver Hand, Oberarzt und Spezialist für Verhaltenstherapie am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Experten empfehlen bei spezifischen Ängsten eher eine Verhaltenstherapie, während für Patienten mit generalisierten Angsterkrankungen eine Psychoanalyse sinnvoller ist. Verhaltenstherapie sei eine kurze Behandlungsform, so DAK-Psychologe Meiners. Psychoanalyse dauere länger, teils jahrelang.

Die Aussichten auf einen Therapieerfolg sind gut: Rund 80 % der Patienten könnten geheilt werden und zwar unabhängig von der Methode, meint Inka Saldecki-Bleck, Diplom-Psychologin und Therapeutin im rheinischen Niederkassel. Der Hausarzt sollte immer der erste Ansprechpartner sein. Gemeinsam würde dann überlegt, wie weiter vorzugehen sei. Fällt die Entscheidung für den Besuch bei einem Therapeuten, gebe es zunächst ein unverbindliches Kontaktgespräch zum Kennenlernen, so die Psychologin. Der Patient müsse sich erst nach fünf so genannten probatorischen Sitzungen für oder gegen den Therapeuten entscheiden.

Quelle: www.gesundheitspilot.de


+++ CD-ROM zu Nervenschmerz +++

Das Unternehmen Pfizer hat eine interaktive Schmerz-CD-Rom herausgegeben, um die Therapie von Patienten mit neuropathischen Schmerzen zu verbessern.

Beim Deutschen Schmerztag 2003 in Frankfurt am Main wurde die CD-ROM bei einer Veranstaltung des Unternehmens vorgestellt. Im ersten Teil der von den Professoren Ralf Baron aus Kiel und Walter Zieglgänsberger aus München erarbeiteten CD „Neuropathischer Schmerz“ werden Schmerzentstehung und -chronifizierung praxisnah und verständlich dargestellt.

Der zweite Teil befasst sich mit den Therapiemöglichkeiten für die Patienten. Es gibt viele farbige Abbildungen, Videoanimationen und Realvideos. Unter anderem wird eine Sympathikusblockade bei einem Patienten in einem Videofilm gezeigt.

Über den Außendienst des Unternehmens kann die CD-ROM bezogen werden.

Quelle: www.aerztezeitung.de

+++ Nikotin II: Hohe Suchtgefahr beim Rauchen für Kinder +++

Kinder und Jugendliche können einer US-Studie zufolge bereits nach ihrer ersten Zigarette nikotinsüchtig werden. Die Sucht entstehe wesentlich schneller und durch weit weniger Nikotin als bislang angenommen, berichtet die britische Medizin-Fachzeitschrift "Tobacco Control" unter Berufung auf eine amerikanische Untersuchung. Von mehr als 330 untersuchten Schülern, die sehr wenig geraucht hatten, beklagten 40 Prozent typische Entzugserscheinungen.

Einige der Probanden hatten den Angaben nach nur einen einzigen Zug genommen. Von über 230 Teenagern, die schon Lungenzüge versucht hatten, meldeten 53 Prozent Sucht-Symptome. Weil die Gehirne jugendlicher noch in der Entwicklung seien, könnten sie möglicherweise anfälliger für Abhängigkeiten als Erwachsene sein, heißt es in der Untersuchung weiter.

Mädchen wurden der Studie zufolge durchschnittlich innerhalb von drei Wochen zu Suchtraucherinnen, bei Jungen dauerte es im Schnitt sechs Monate bis zur Abhängigkeit. Bislang gingen Forscher davon aus, dass Kinder erst ab einem Konsum von etwa zehn Zigaretten täglich süchtig werden können. Spezialisten der Universität von Massachusetts untersuchten insgesamt 679 Zwölf- und 13-Jährige über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren.

+++ Nikotin: Haut von Rauchern um bis zu 20 Jahren vorgealtert +++

Jeden Tag sterben in Deutschland 270 Menschen an den Folgen ihres Zigarettenkonsums. Doch nicht nur die Lungen leiden unter dem Nikotinkonsum, auch der Haut macht das Rauchen sehr zu schaffen; beispielsweise heilen Wunden schlechter.

Mediziner stürzen sich mit Elan auf die Beeinflussung von Herz, Gefäßen und Lunge durch das Zigaretten-Rauchen. Der medizinische Literatur-Katalog "Medline" listet unter den Stichworten "Rauchen und Herz" über 10 000 Literaturstellen auf. Die Internet-Suchmaschine "Google" - eher ein Spiegel der Laien-Welt - bringt es nicht ganz so weit. Bemerkenswert die Recherche zu "Haut und Rauchen": Medline findet dazu keine 2 000 Referenzen, hingegen wird Google in über 30 000 Dokumenten fündig.

Offensichtlich interessierten sich Mediziner nur wenig für dieses augenfällige Problem, zieht Prof. Dr. med. Matthias Volkenandt den Schluss. Als Dermatologe ist er tagtäglich mit Wundheilungsstörungen, Narbenbildung, Therapie-Versagern konfrontiert. Auch bei vielen Hautkrankheiten haben Raucher die Nase vorn. Die palmoplantare Pustulose trifft fast ausschließlich solche, ebenso die Akne inversa. Unter Psoriatikern ist der Anteil der Raucher doppelt so hoch wie in der übrigen Bevölkerung.

Schon der erste Zug an der Zigarette drosselt die Hautdurchblutung. Und für ein fünfminütiges zweifelhaftes Vergnügen schnappt die Haut eine ganze Stunde nach Luft. Erst dann hat sich der Blutfluss wieder normalisiert. Die Haut von Rauchern ist 20 Jahre vorgealtert, denn Nikotin zerstört Kollagen und vermehren die Elastinfasern. Die Folge: vermehrte Faltenbildung. Zudem wirkt Tabakkondensat phototoxisch; Sonnenstrahlen führen ihr Zerstörungswerk in stärkerem Maße aus als bei Nichtrauchern.

Der Zusammenhang zwischen Rauchen und frühzeitigen Tod durch Herz-/Kreislauf-Erkrankung oder Krebs ist eindeutig. Und die Belastungen der Sozialversicherungssysteme durch diesen "Volkssport" gehen in die Milliarden. Dennoch wird nirgends ernsthaft diskutiert, gewisse medizinische Behandlungen nur unter der Bedingung des sofortigen Rauch-Verzichts durchzuführen. Und die Tabaksteuer hält zwar zur Terror-Bekämpfung, nicht aber für Krankenbehandlung oder gar Anti-Rauch-Programme her.

Gelänge es den Dermatologen, ihre Patienten vom Rauchen abzubringen, sie wären die besten Kardiologen der Nation!

Quelle: Aerztezeitung.de

+++ Netzwerk People First feierte 1jähriges Bestehen +++

Kassel (kobinet) Als sich das Netzwerk People First Deutschland am 3. Februar 2001 in Kassel als Verein gründete stand die Zukunft der Bewegung von Menschen mit Lernschwierigkeiten noch weitgehend in den Sternen. Es war klar, dass ein Bundesmodellprojekt des Bundesgesundheitsministeriums, das viel dazu beigetragen hatte, dass diese Bewegung auch in Deutschland Fuß fassen konnte Ende 2001 auslaufen würde und den Betroffenen war auch klar, dass die Zeit für einen eigenen Verein reif war. Denn bisher wurde das Projekt von anderen Verbänden getragen.

«Ein Jahr nach der Gründung unseres Netzwerkes kann ich ohne Übertreibung sagen, dass wir enorme Fortschritte gemacht haben», erklärte der Geschäftsführer des Netzwerkes, Stefan Göthling. «Nicht nur dass es uns mit der Hilfe des Bundesgesundheitsministeriums gelungen ist, ein Nachfolgeprojekt zur Schulung von Heimbeiräten aufzubauen, wir haben uns auch zu einem festen Faktor in der Behindertenlandschaft entwickelt, mit dem zu rechnen ist». So ist es dem Netzwerk tatsächlich gelungen, innerhalt kürzester Zeit gut funktionierende Vereins-strukturen aufzubauen, sechs behinderte Menschen im neuen Projekt zu beschäftigen, schon viele Termine für Veranstaltungen und Schulungen für dieses Jahr im Kalender zu haben und einen Geschäftsführer zu bekommen, der selbst eine Person mit einer Lernschwierigkeit ist und früher in einer Behindertenwerkstatt gearbeitet hat. «Nachdem wir zur Zeit eine 100%-Quote bei der Beschäftigung Behinderter haben, werden wir ab Mai etwas für die Integration Nichtbehinderter tun und mit Susanne Göbel wieder eine nichtbehinderte Unterstützerin bei uns anstellen», so Göthlings scherzhafte Äußerung, die das neue Selbstbewusstsein dieser Bewegung ausdrückt.

«Wir haben nun eine Struktur, auf der wir aufbauen und uns in die Politik und Behindertenarbeit einmischen können, doch brauchen wir nach wie vor viele Freunde in anderen Verbänden und UnterstützerInnen, die uns zur Seite stehen. Denn langsam müsste auch dem Letzten klar werden, dass die Zeiten vorbei sind, wo man uns einfach als geistig behindert abtun und über unsere Köpfe hinweg für uns entscheiden konnte. Wir vertreten uns nun selbst», so Göthling.

+++ Neurodermitis: Beschichtete kelidung soll Hautkranken helfen +++

Bäder, Bestrahlungen oder Behandlungen mit Creme - wer an Neurodermitis leidet, muss oft das ganze Leben lang aufwendige Therapien auf sich nehmen. Jetzt wollen Hautärzte aus Jena das Leiden mit besonderer Kleidung lindern. Gemeinsam mit Textilforschern aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg arbeiten die Mediziner der Universitätshautklinik an der Entwicklung heilender Textilien für die gestresste Haut. "Creme zum Anziehen", beschreibt Klinikdirektor Peter Elsner das Ziel des Projekts, das in Deutschland erstmals Dermatologen und Textil-ingenieure zusammenführt.

Marktreife in drei bis fünf Jahren
Eigens dazu wurde an der Hautklinik Jena ein Kompetenzzentrum "Textil und Haut" gegründet, das vom Bundesforschungsministerium mit 200.000 Euro unterstützt wird. Zunächst fünf Jahre werden Hautärzte und Experten der Textilforschungszentren Nordwest in Krefeld und der Hohensteiner Institute Bönnigheim bei Stuttgart zusammenarbeiten. Danach sollen der Bekleidungsbranche die ersten so genannten intelligenten Textilien zur Verfügung stehen, sagt Elsner. Der geschäftsführende Direktor der renommierten Hohensteiner Institute, Stefan Mecheels, ist noch optimistischer: "Schon in drei Jahren könnte es soweit sein."

Beschichtete Unterwäsche hilft Neurodermitikern
Träumerei ist das nicht - das wurde auf dem europaweit ersten gemeinsamen Kongress "European Conferences on Textiles and the Skin" im thüringischen Apolda deutlich. 200 Wissenschaftler aus 26 Ländern erörterten den Forschungsstand und die potenziellen Anwendungsmöglichkeiten. So gibt es bereits jetzt spezielle silberbeschichtete Unterwäsche für die an Neurodermitis Erkrankten. Die Silberfasern töten Bakterien ab, die glatte Oberfläche des Materials wirkt hautberuhigend.

Körperwärme setzt Wirkstoffe frei
In den Forschungen der Hautärzte und Textilingenieure spielen jedoch Moleküle, so genannte Cyclodextrine, die entscheidende Rolle. In diese Moleküle lassen sich verschiedene Substanzen, zum Beispiel Dexpanthenol, Cortisone oder auch Anti-Pilz-Wirkstoffe einbringen. "Wie in einem Käfig werden diese Stoffe von den Cyclodextrinen festgehalten und erst durch Hautkontakt und Körperwärme freigegeben", erläutert Mecheels. Faktisch jedes Textilmaterial von Leinen bis Wolle könne mit solchen Cyclodextrinen beschichtet werden. "So etwas eröffnet völlig neue Möglichkeiten", schwärmt der Experte. Der therapeutische Handschuh für allergiegeplagte Friseure scheint ebenso machbar wie die Spezialsocke für Fußpilzkranke.

Fünf Millionen Neurodermitiker können hoffen
Der Bedarf ist vorhanden. Expertenschätzungen zufolge sind allein bis zu fünf Millionen Deutsche an Neurodermitis erkrankt. Gut zwei Millionen leiden an Schuppenflechte (Psoriasis). Hinzu kommen zwei bis drei Millionen Deutsche mit berufsbedingten Hautkrankheiten, von denen ein Teil bis zur Berufsunfähigkeit und zur Frührente führt.

Auch bei anderen Krankheiten einsetzbar
Geht es nach den Forschern, sollen so genannte intelligente Textilien nicht nur bei Hauterkrankungen helfen. Auch in der Schmerz- oder Rheumatherapie könnten Pullover oder T-Shirts künftig die Rolle der Arznei übernehmen. "Mit Cyclodextrinen lassen sich auch innerlich wirkende Medikamente via Haut auf den Körper übertragen", ist Elsner überzeugt
.

+++ Neurodermitis: Kranke Hülle +++

Neurodermitis hat viele Facetten. Etwa zwei Millionen Deutsche leiden an der juckenden und quälenden Erkrankung der Haut. Jetzt solle eine neue Therapie Abhilfe schaffen. Bei Neurodermitis (atopische Dermatitis) verändert sich die Haut in chronischen Schüben und stellt das Leben der Betroffenen auf den Kopf. Starker, quälender Juckreiz, gerötete, geschwollene und extrem trockene Haut sind die wichtigsten Symptome. "Zum aus der Haut fahren ist das", sagt Stefanie. Dazu kommen Kratzspuren, Verschorfungen und oft auch Infektionen der befallenen Hautstellen. Neurodermitis kann sich über den gesamten Körper ausbreiten, bleibt aber meist auf Gesicht, Hals, Armbeugen und Kniekehlen beschränkt. Vor allem der quälende nächtliche Juckreiz beeinflusst die Lebensqualität der Betroffenen. Permanenter Schlafmangel führt zu geringerer Leistungsfähigkeit in der Schule oder am Arbeitsplatz. Viele Betroffene sind isoliert und depressiv, weil sie die kranke Haut nicht öffentlich zeigen wollen. In Deutschland kommt nun ein neues Präparat für die Behandlung der mittleren bis schweren Neurodermitis auf den Markt. Der Wirkstoff Tacrolimus wird schon seit Jahren in der Transplantationsmedizin eingesetzt, um die Abstoßungsreaktion zu verhindern. Das Medikament Protopic® blockiert sehr spezifisch die Immunantwort in der Haut, indem es die Aktivierung der T-Lymphozyten verhindert. Bisherige Studien hätten gezeigt, so Prof. Thomas Bieber, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, dass das neue Präparat bei Erwachsenen genauso gut wirke wie die lokale Kortisonbehandlung. Bei Kindern sei die neue Therapie sogar effektiver als die Kortisonsalbe. Auch Zahl und Schwere der jährlichen Krankheitsschübe reduzierten sich, wenn die Salbe sofort beim Aufflammen der Erkrankung aufgetragen wird, so Bieber. Der Wirkstoff sei ein großes Molekül und werde deshalb im Gegensatz zu Kortison nicht von der gesunden Haut aufgenommen. Dadurch entstünden weniger Nebenwirkungen. Außerdem werde "die Haut nicht ausgedünnt", erklärt Bieber. Unklar ist aber, welche Nebenwirkungen auftreten können, wenn das Präparat von Kindheit an über Jahrzehnte angewendet wird. Doris Staab meint: "Verglichen mit den Alternativen, nämlich die Einnahme von Kortisontabletten oder Cyclosporin, sind die Nebenwirkungen sicher als geringfügig anzusehen". Stefanie hat jedenfalls gute Erfahrungen mit der Therapie gemacht. Die Zahl und Schwere der Krankheitsschübe sei deutlich zurückgegangen und sie kann endlich im Sommer ihr Dekollete zeigen.


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