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+++Zugangsinformation für Magdeburg+++

In diesem Jahr findet die zentrale Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit in der Landeshaupotstadt von Sachsen-Anhalt in Magdeburg statt. Wer sich als Mobilitätseingeschränkter dieses Fest nicht entgehen lassen möchte, kann sich über die Zugangsmöglichkeiten im Stadtführer für Menschen mit Behinderung im Internet unter http://www.magdeburg.de informieren, wo dann unter “Bürger Portal” und “Gesundheit & Soziales” schließlich der “Behindertenführer” zu finden ist.


+++Broschüre "München für Touristen mit Handicap" +++

Eine Broschüre soll Menschen mit Mobilitätsbehinderungen nach München "locken".

Es gibt in der EU 50 Millionen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, 36 Millionen haben ein Interesse an Tourismus. Die neue Broschüre "München für Touristen mit Handicap" soll diesen Reisenden nun ihren Aufenthalt erleichtern. Sie liegt kostenlos in den Touristen-Informationen am Hauptbahnhof und am Marienplatz aus oder ist über das Servicetelefon 089-233-30253 zu beziehen.


+++Migräne - die verschwiegene Krankheit
Betroffene befürchten Häme und Mobbing am Arbeitsplatz +++

Moderne Therapie macht wieder fit für die Firma

München - 10.02.2004 - Die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt
hat Deutschland in ein "Land des gequälten Lächelns" verwandelt: Wer heute einen Job hat, darf sich keine Schwächen leisten oder gar unpässlich sein. Der Druck zum "Gut-drauf-sein" trifft besonders jene Menschen hart, die unter Migräne leiden: Weil sie Unverständnis, Mobbing und Häme fürchten, verschweigen sie meist ihr quälendes Leiden und arbeiten selbst unter Schmerzen weiter. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Maxalt Forschung bei 1.810 Frauen.

Befragt wurden berufstätige Frauen und Studentinnen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren aus neun Ländern, darunter 200 Frauen aus Deutschland. Alle litten mindestens sechs Mal im Jahr unter typischen, oft einseitig pulsierenden oder pochenden Kopfschmerzattacken, die oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet wurden. Die meisten Frauen behandelten sich selbst mit rezeptfreien
Schmerzmitteln, nur 20 Prozent bekamen von ihrem Arzt Maxalt (Wirkstoffname: Rizatriptan) oder andere Triptane verordnet. Diese Medikamente gelten heute als Mittel der Wahl bei mittelschwerer bis
schwerer Migräne.

Die Umfrage bestätigt ein sattsam bekanntes Problem aller Migräniker: Ihre Krankheit wird von vielen Vorgesetzten und Kollegen nicht ernst genommen, ihre Qualen werden mit dem höhnischen Satz abgetan: "Sie nimmt sich schon wieder ihre Migräne". Die Betroffenen sehen sich deshalb vielfach gezwungen, trotz der peinigenden Schmerzen weiter zu arbeiten, um einem eventuell drohenden Mobbing zu entgehen.

Über Migräne spricht man nicht: Der aktuellen Maxalt Umfrage zufolge verschweigen 57 Prozent der betroffenen Frauen ihrem Vorgesetzten gegenüber, dass sie unter Migräne leiden. Jede zweite stößt bei ihrem Chef auf völliges Unverständnis, wenn sie wegen einer Migräneattacke einen Termin nicht einhalten kann oder eine Besprechung versäumt.

Nach dem "Mobbing-Report" des Bundesgesundheitsministeriums wird
hierzulande jeder neunte Arbeitnehmer irgendwann während seiner Berufstätigkeit gemobbt. Für Frauen liegt dabei das Mobbing-Risiko um
75 Prozent höher als für Männer. Es drohen ihnen vor allem Attacken
im sozialen Bereich, zum Beispiel Ausgrenzung und Isolierung, Beleidigungen sowie Sticheleien und Hänseleien. Männer werden dagegen überwiegend durch ungerechte Kritik an ihrer Arbeit gemobbt.

Experten sind sich einig: Eine bessere Versorgung der Migränepatienten mit Triptanen würde nicht nur zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen führen, sondern könnte auch das Mobbingrisiko vermindern und dadurch Produktivität und Betriebsklima am Arbeitsplatz verbessern. Mit Rizatriptan haben mehr als die Hälfte der Patienten mit mittelschweren und schweren Migräneattacken die Chance, schon nach zwei Stunden wieder nahezu vollständig kopfschmerzfrei und arbeitsfähig zu sein.

Die Maxalt Umfrage enthält immerhin auch einen Lichtblick: Entgegen einer verbreiteten Annahme entpuppen sich weibliche Vorgesetzte nicht immer als "stutenbissig", sondern bringen für ihre von Migräne geplagten Mitarbeiterinnen wesentlich häufiger Verständnis auf als männliche Chefs.

Originaltext: Stroebel Communications



+++ Neue Forschungsergebnisse
zu Ess-Störungen: Magersucht kann das Gehirn verändern+++


Hamburg - 09.02.2004 - Ess-Störungen wie Mager-sucht und Bulimie können
eine Vielzahl von psychischen Ursachen haben. Aber jetzt gerät
zunehmend die Biologie ins Zentrum der Forschungen für diese Art Krankheiten, berichtet die Zeitschrift WOMAN in ihrer neuen Ausgabe (Erscheinungstermin 10. Februar 2004). Konkret: "Es gibt Hinweise, dass die Krankheit mit einer Veränderung der Botenstoffe im Gehirn einhergeht", so der Neuropsychologe Dr. Roy Murphy von der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt.

Magersucht und Bulimie können das Gehirn insgesamt verändern. Dr. Murphy in WOMAN: "Durch die Gewichtsabnahme kann Gehirnmasse schwinden, und der Hirnstoffwechsel kann sich verändern. Mehrere
Studien stellten Auffälligkeiten bei den Botenstoffen fest."

Auf die brisante Frage, ob die Erkrankung die geistige
Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, antwortet Murphy: "Patientinnen mit Ess-Störungen sind meist über-durchschnittlich intelligent. Sie weisen aber, wie Tests zeigen, Schwächen beim planenden und vorausschauenden Denken auf. Auch das Arbeitsge-dächtnis ist eingeschränkt."

Zwar geht es mit der Gehirnleistung wieder aufwärts, wenn der Patient zunimmt. "Doch es gibt viele Anzeichen dafür, dass Magersucht bleibende Spuren im Kopf hinterlässt", so die alarmierende Aussage
von Dr. Murphy.

Die Ärzte und Psychologen in Bad Bramstedt haben im Rahmen einer internationalen Studie auch Daten über familiäre Veranlagungen von Bulimie und Magersucht gesammelt. Ein Ergebnis: Hat ein eineiiger Zwilling Magersucht, entwickeln 60 von 100 Zwillingsge-schwistern ebenfalls die Krankheit. Bei zweieiigen Zwillingen, deren Erbgut sich ebenso unterscheidet wie bei "normalen" Geschwistern, liegt diese
Übereinstimmung bei zehn Prozent.

Quelle: WOMAN



+++Macht der Gedanken +++

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung
von Prof. Dr. Niels Birbaumer

Hirnströme steuern die Computer - und sind für ALS-Patienten die letzte Brücke der Kommunikation

(08.09.1999) Am Haarwirbel klebt das wichtigste Kabel. Es sendet die Schwankungen der Hirnströme von Hans-Peter Salzmann an den Computer. Sieben weitere Elektroden gehen vom Kopf des 44-jährigen Gelähmten ab. Seine Augen fixieren einen Ball auf dem Monitor. Denkt Salzmann an Ruhe, fällt der Ball nach unten; denkt er an Hektik, fliegt er nach oben. So wählt er seit einem Jahr auch Buchstaben aus- und wurde zum wohl ersten Mann der Welt, der ganz ohne Muskelkraft schreibt.

Forscher der Tübinger Universität haben dies mit der bisher einmaligen „Gedanken-Übersetzungsmaschine“ möglich gemacht. Professor Niels Birbaumer und sein Team vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurologie arbeiten mit Patienten, die an der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) leiden - eine Nervenkrankheit, die auch der britische Astro-Physiker Stephen Hawking hat und die vor allem durch ihn bekannt wurde.

Gefangen im eigenen Körper

Die Folgen der Erkrankung sind grausam: Die Muskelkraft der Patienten schwindet bis hin zur Lähmung. Denn die Bindeglieder zwischen Hirn und Muskeln - das erste und zweite Motorneuron - gehen durch einen gestörten Stoffwechsel langsam zu Grunde. Sie werden vom Enzym Superoxid-Dismutase zerstört, das nicht mehr richtig funktioniert. Wahrscheinlich produziere es Radikale, die die Nervenzellen angreifen, sagt Professor Albert Ludolph von der Neurologischen Klinik in Ulm. Bei den Patienten sterben daher die Nervenzellen ab. Im fortgeschrittenen Stadium klopft nur noch das Herz, und die Verdauung funktioniert.

Rund 6000 Menschen leiden allein in Deutschland an ALS, vorwiegend Männer. 70 Prozent von ihnen sterben innerhalb von drei bis vier Jahren. Nur fünf Prozent leben länger als ein Jahrzehnt mit der Krankheit. Die Todesursache ist meist Atemstillstand. Im Alter von 50 bis 70 Jahren tritt die Krankheit am häufigsten auf. Über die Ursache von ALS ist noch wenig bekannt. Forschungen hätten ergeben, dass etwa ein Zehntel der Fälle auf genetische Veranlagung zurückzuführen ist, sagt Ludolph. Seit drei Jahren ist das Medikament Riluzol auf dem Markt, das die Lebenserwartung der Patienten aber nur um wenige Monate verlängert.

Doch Menschen wie Salzmann geben nicht auf. Seit sechs Jahren kann er nicht mehr von selbst atmen. Durch einen Schnitt in der Luftröhre strömt Sauerstoff in die Lungen. Das so genannte „Locked-in-Syndrom“ ist vollendet. Salzmann kann Farben, Töne und Gefühle wahrnehmen - aber nichts mehr weitergeben. Dennoch sind die wenigsten ALS -Patienten ihres Lebens müde. „Nur in der Anfangsphase der künstlichen Beatmung haben viele Depressionen“, hat Birbaumer beobachtet.

Kommunikation als Lebensbrücke

Die Fähigkeit zu kommunizieren erhalte ihren Lebensmut. „Wenn sie das nicht mehr können, ist es aus“, sagt der Psychologe. So steigert die „Gedanken-Übersetzungsmaschine“ die Lebensqualität der Gefangenen im eigenen Körper. Die geringe Neigung zu Depressionen erklärt Birbaumer so:“Das Gehirn kann vieles kompensieren. Die Dinge, die für den Patienten übrig bleiben, treten in den Vordergrund. Das ist wie bei Blinden, deren Gehör an Bedeutung gewinnt.“. “Salzmann macht auf mich immer einen gut gelaunten Eindruck“, sagt die Psychologin Nicola Neumann, die ihn betreut. „Für ihn ist es wichtig, das Schreiben zu trainieren und damit eine Herausforderung zu haben“. Einzig durch Augenzwinkern hatte sich der Stuttgarter Jurist anderen Menschen mitteilen können, bevor er mit seinen Hirnströmen ohne fremde Hilfe buchstabieren lernte. Schon nach einer Woche könne ein Mensch bis zu 80 Prozent der niederen Frequenzens einer Hirnströme kontrollieren, sagt Birbaumer.“Die Patienten sind ganz wild darauf zu schreiben“, meint der wissenschaftliche Mitarbeiter Thilo Hinterberger. Einfache Aufgaben, wie durch Hirnströme Licht ein- und ausschalten, fänden sie bald langweilig. Zurzeit haben es drei Patienten in Stuttgart, Tübingen und Mannheim geschafft, mit der Software Briefe zu schreiben.

Auch in München und Berlin trainieren ALS-Patienten, mit der Tübinger Erfindung ihre Hirnströme zu kontrollieren. Einige reisen an, um das System zu testen. Ein Schweizer habe kürzlich Interesse gezeigt.

Noch kosten die Geräte etwa 20000 Mark. Hinterberger hofft, dass sie bald kleiner und billiger werden. Das Schreibprogramm war bereits international vom britischen Fachmagazin Nature (Bd. 398, S.297) vorgestellt worden. Derzeit tüftelt das Team daran, dass die Patienten bald im Internet surfen können. Durch die Erfahrungen mit Salzmann haben die Forscher das Schreibprogramm verbessert. „Die wichtigste Herausforderung ist jetzt, dass die Patienten schneller schreiben können“, sagt Hinterberger. Bisher dauert ein Wort bis zu einer Stunde.

Zu Neumann sagte Salzmann einmal, durch seine Krankheit habe er die Langsamkeit entdeckt. Für seinen ersten Brief brauchte er mehrere Tage, erinnert sich Neumann. „Das war ein Dankesschreiben an Professor Birbaumer und eine Einladung an uns alle, bei ihm zu Hause eine Party zu feiern“. (dpa)

Quelle:
Prof. Dr. Niels Birbaumer
Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie
Universität Tübingen
Gartenstr. 29
D-72074 Tübingen
Tel.: +49-7071-2974219
Fax: +49-7071-205956
e-mail: niels.birbaumer@uni-tuebingen.de
Internet:www.uni-tuebingen.de




+++SoVD zum internationalen Tag der Menschenrechte:
Menschenrechte auch in Deutschland
für alle verwirklichen +++


Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat Parteien und politisch Verantwortliche aufgerufen, in Deutschland die Menschenrechte auch für sozial schwache Mitbürger besser als bisher durchzusetzen und zu sichern. "Wir dürfen am Tag der Menschenrechte nicht immer nur mit dem Finger auf jene Länder zeigen, die die Menschenrechte ganz offensichtlich mit Füßen treten. Es gibt auch in Deutschland genug zu tun, damit die Grundrechte allen Menschen zustehen," betonte SoVD-Präsident Adolf Bauer.

So könne nur eine barrierefreie Umwelt behinderten Menschen wirkliche Freiheit, Mobilität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben garantieren. "Davon sind wir aber noch meilenweit entfernt," kritisierte Bauer. Auch das Recht auf Arbeit existiere für viele behinderte Menschen bestenfalls auf dem Papier. Sexueller Missbrauch behinderter Frauen sei ein besonders dunkles und tabuisiertes Thema. Er hoffe, dass sich dies alles auch in Deutschland ändere - spätestens mit der zu erwartenden UN-Konvention für behinderte Menschen.

Gewalt gegen Pflegebedürftige, deren Menschenrechte und Würde damit aufs schlimmste verletzt würden, sei in Deutschland an der Tagesordnung, klagte der SoVD-Präsident. Die zunehmende Verarmung von Langzeitarbeitslosen, kinderreichen Familien und alleinerziehenden Müttern, aber erneut auch wieder von Pflegebedürftigen, führe faktisch zur Aushöhlung der Menschenrechte für Millionen Betroffene. Arme Menschen hätten keine Chancengleichheit - weder bei Bildung und Beruf noch bei der Unversehrtheit von Leib und Leben. So belegten alle Untersuchungen, dass Arme krankheitsanfälliger sind und eine geringere Lebenserwartung haben. "Bevor wir Menschenrechtsverletzungen im Ausland anprangern, sollten wir alle Bemühungen darauf konzentrieren, diese Defizite bei praktischen Menschenrechten in Deutschland zu beseitigen," forderte Bauer.



+++ Migräne-Infos im Web+++

15.07.03
Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft bietet unter www.dmkg.org
u.a. Therapie-Empfehlungen, Bewertung von Studien, Tips bei der Verordnung von Triptanen und eine Linkliste.

Therapie-Leitlinien zu Migräne hat die DeutscheGesellschaft für Neurologie unter
www.dgn.org/fileadmin/leitl/migraene.pdf
ins Netz gestellt.

Unter www.stiftung-kopfschmerz.de bietet die Stiftung Kopfschmerz Infos zu Kopfschmerzarten, Therapien, Studien und viele Links an.

Hilfe zur Selbsthilfe für Migräne-Patienten ist das Motto der MigräneLiga:
www.deutsche-migraeneliga.de

Unter www.kopfschmerzforum.de
hat die Deutsche Schmerzhilfe Informationen, Tips und Links zusammengestellt.


+++Musik integrativ+++

06.06.03
Seit ein paar Wochen ist eine neue Internetseite online, die es Lehrern und Interessierten ermöglicht, sich über die Arbeit an Musikschulen zu informieren. Die Seite will Anregungen und Unterstützung geben, die musisch mit Menschen mit Behinderung oder die von einer Behinderung bedroht sind arbeiten möchten.

Ziel ist es, Schulen und Lehrer nicht als etwas „aufopferndes und ganz besonderes“ zu betrachten, die mit Menschen arbeiten, die nicht über die durchschnittlichen Fähigkeiten verfügen, sondern ganz selbstverständlich Menschen mit unterschiedlichen Ressourcen, Können und körperlichen Gegebenheiten in den Musikschulalltag einzugliedern.

Themen der Internetpräsenz sind Angebote im musikalischen Bereich für Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen, Fortbildungen, Projekte, Literatursammlungen und Lehrgangsinformationen für interessierte Musiklehrer, Foren, Kontakte, Diskussionsmöglichkeiten, Erfahrungsaustausch und vieles mehr.

Und hier geht’s zur Homepage:
www.musik-integrativ.musikschulen.de

Quelle: www.wheel-it.de/porta


+++ Bei Migräne auch am Wochenende nicht länger schlafen +++

23.05.03
Wer die ganze Woche über früh aufstehen muss, freut sich auf zusätzliche Schlummerstunden am Wochenende. Diese Freude wird mitunter jedoch getrübt: Mediziner fanden nämlich heraus, dass Abweichungen vom gewohnten Schlaf-Wach-Rhythmus Migräne-Attacken auslösen können. Ärzte raten deshalb denjenigen, die unter den quälenden Kopfschmerzen leiden, auch am Wochenende zu ähnlichen Zeiten aufzustehen wie werktags.

Die recht häufige Wochenend-Migräne könne gerade darin ihre Ursache haben, dass die Patienten bemüht sind, ein Schlafdefizit aus der Woche auszugleichen, vermuten Experten. Viel wichtiger sei aber, insgesamt zu einem gleichmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus zu kommen. Eine weitere Folge des ausgiebigen Sonntagsschlafs sei auch der Durchhänger am Montag. Er werde ebenfalls durch die Unterbrechungen des Schlaf-Wach-Rhythmus ausgelöst, dessen Stundenplan zum Teil sogar in den Genen festgelegt sei.

Quelle: www.gesundheitspilot.de


+++ Magengeschwüre: Meist durch Keime oder Arzneimittel +++

22.05.03
Magengeschwüre sind keine psychosomatische Krankheit, sondern werden meist durch bestimmte Keime oder Arzneimittel verursacht. Dies teilt der Frankfurter Gastroenterologe Prof. Wolfgang Caspary mit. Australische Wissenschaftler hätten in den 80-er Jahren entdeckt, dass oft der Keim Helicobacter pylori Ursache eines Magengeschwürs sei. Die Infektionswege lägen jedoch noch weitgehend im Dunkeln. „Die meisten Menschen tragen den Helicobacter in sich, aber nicht bei allen bricht er aus“, so Caspary. Es werde vermutet, dass das genetisch bedingt ist.

Helicobacter pylori kommt in südlichen Ländern Europas und auch in Südamerika wesentlich häufiger vor. Experten führen das auf mangelnde Hygiene zurück. Wo Lebensmittel gut gekühlt werden, tritt das Bakterium seltener auf. Deshalb ist es auch kaum überraschend, dass Geschwürleiden in Deutschland auf dem Rückmarsch sind. „Vor 25 Jahren kam fast jeden Tag ein Patient mit Magengeschwür zu mir, heute ist es kaum noch einer pro Woche“, schildert der Frankfurter Internist Herbert Block.

Die zweithäufigste Ursache für Magengeschwüre sind Rheumamittel, die die Schleimhautbildung hemmen. Auch normale Schmerzmittel wie Aspirin zählen zu diesen Antirheumatika. „Und das ist ja mittlerweile zum Volksnahrungsmittel geworden, um Herzinfarkten und Schlaganfällen vorzubeugen“, kritisiert Caspary. Die Nebenwirkungen wie Magenblutungen würden bei der regelmäßigen Einnahme meist ignoriert oder einfach hingenommen. Die Schmerzmittel unterdrücken dann die Beschwerden, die das Magengeschwür eigentlich verursacht.

Die Entdeckung der bakteriellen Ursache von Magengeschwüren hat auch deren Behandlung revolutioniert. Operiert wird nur noch, wenn es zum Darm- oder Magendurchbruch gekommen oder eine Blutung anders nicht zu stoppen ist. Die meisten Chirurgen könnten das gar nicht mehr, weil es so selten vorkomme, sagt Internist Bock. In der Regel lassen sich heute Magengeschwüre durch die Einnahme verschiedener Antibiotika und eines Säureblockers innerhalb weniger Wochen heilen.

Quelle: www.gesundheitspilot.de


+++ Meinungsumfrage zu Arbeitslosigkeit und Haushaltsdefizit +++

21.05.03
Was sollte die Regierung tun gegen Arbeitslosigkeit und Haushaltsdefizit? - die Redaktion des Online-Magazins FORUM fragt behinderte Menschen und ihre Freunde nach ihrer Meinung. Behinderte Menschen seien besonders von Arbeitslosigkeit und den Folgen der Finanzkrise betroffen, so die Redaktion des „Clubs Behinderter und ihrer Freunde“ (CeBeeF). Zusammengestellt wurde eine Auswahl der häufigsten Vorschläge, die derzeit in der öffentlichen Diskussion sind. Bis zum 30. Juni 2003 kann jeder mit abstimmen und mehrere Empfehlungen anklicken.

Und hier geht’s zur FORUM-Umfrage:
www.cebeef.com


+++ Medikamente: Stärkere Wirkung durch Fruchtsaft +++

07.05.03
Durch bestimmte Getränke kann die Wirkung von Medikamenten verändert werden: Grapefruitsaft beispielsweise verstärkt die Wirkung von Blutdruck senkenden Medikamenten. Wird der Fruchtsaft nach der Einnahme von so genannten Kalziumantagonisten getrunken, erhöht sich die Konzentration des Wirkstoffs im Blut, teilt die Arbeitsgemeinschaft Medizin und Rehabilitation in Sinzing (Bayern) mit. Während die verbesserte Arzneimittel-Aufnahme in diesem Fall sogar erwünscht sein kann, warnen die Experten von der Wirkstoffsteigerung, die durch die Kombination von Alkoholgenuss und Tabletteneinnahme erreicht wird. Schlafmittel und Psychopharmaka wirkten oft unkontrolliert stärker, wenn sie zusammen mit Alkohol eingenommen werden. Andere Getränke wiederum behindern der Arbeitsgemeinschaft zufolge die Aufnahme des Wirkstoffs. So sollten etwa Eisentabletten nur mit Wasser geschluckt werden. Getränke wie schwarzer Tee, Kaffee, Milch und Fruchtsäfte behinderten die Aufnahme des Eisens im Körper. Auch bestimmte Antibiotika dürften nicht zusammen mit Milch genommen werden. Ansonsten verringere sich die Aufnahme des Antibiotikums.

Quelle:
http://www.netdoktor.de


+++ Migräne: Speisen als Trigger überschätzt +++

Migräne-Patienten sollten Käse, Rotwein, scharfe Gewürze und lang gelagerte Wurst meiden, heißt es in vielen Kopfschmerz-Ratgebern. Doch es besteht keineswegs Einigkeit unter den Experten. So hält die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) einen generellen Verzicht für überflüssig.

„Die Migräne ist definitiv keine Allergie“, meint DMKG-Generalsekretär Dr. Arne May. Sicherlich: Bestimmte Speisen können eine Migräne-Attacke auslösen. Aber nicht bei allen Patienten spielen Nahrungsmittel eine Rolle. Stress etwa sei als Trigger (Auslöser) viel weiter verbreitet, meint May.

Hat ein Patient jedoch den Verdacht, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel bei ihm eine Attacke auslöst, führt er am besten über mehrere Wochen ein Kopfschmerztagebuch, in dem er auch seine Nahrungsgewohnheiten detailliert notiert. Bei einigen Patienten kann der Verzicht auf ganz bestimmte Lebensmittel die Zahl der Anfälle halbieren, so die DMKG. May hat noch eine etwas andere Beobachtung gemacht: „Wenn man bei Kindern, die sehr viel von einem bestimmten Lebensmittel essen, dieses einmal weglässt, bessert sich die Migräne oftmals.“

Einige Patienten reagieren auf lang gereifte Lebensmittel

Es gibt unterschiedliche Nahrungsbestandteile, die eine Attacke anstoßen können: Vor allem biogene Amine wie Tyramin und Histamin stehen häufig im Verdacht, Migräne-Trigger zu sein. Ein hoher Gehalt dieser stickstoffhaltigen Verbindungen findet sich in Lebensmitteln, die durch langes Reifen, Lagern oder intensive

Verarbeitung durch Mikroorganismen verändert werden: in Käse - etwa Parmesan, Schimmelkäse, Appenzeller, Sauerkraut, Rotwein und Salami.

Auch Zusatzstoffe wie der Geschmacksverstärker Glutamat, der vor allem in asiatischen Gerichten vorkommt, kann eine Attacke auslösen. Einige Migräne-Patienten reagieren zudem auf in Pökelsalz enthaltene Nitrate und Nitrite empfindlich. Gelegentlich lösen auch Eiscreme und extrem kalte Getränke eine Attacke aus. Dies ist allerdings nicht auf einen Inhaltsstoff zurückzuführen: Vielmehr wird bei einigen Patienten durch den Kälteschock der Trigeminus-Nerv (V. Hirnnerv) gereizt.

Experten: Schokolade offenbar kein Auslöse

Lange fand sich bei einigen Migräne-Kranken auf der Schwarzen Liste auch Schokolade, die wie Käse, Rotwein und Rohwürste biogene Amine (Phenylethylamin) enthält. Doch inzwischen vermuten Experten: Bestimmte Prozesse im Hirnstoffwechsel, die einer Attacke vorausgehen, rufen bei manchen Patienten Heißhunger auf Süßes hervor. Dies zeigt: Auch wenn es einen Zusammenhang zwischen Migräne und bestimmten Lebensmitteln gibt, lassen sich Ursache und Folge nicht immer eindeutig benennen.

Möglicherweise hat also Oliver Sacks Recht, der in seinem Buch „Migräne“ (Rowohlt, 2002) schreibt: „Ich glaube nicht, dass man eine Migräne jemals auf eine bestimmte Nahrungsmittelempfindlichkeit zurückführen kann, und vermute hinter jeder derartigen Verbindung einen konditionierten Reflex.“

Quelle: www.lifeline.de


+++ Durchbruch bei Malaria-Forschung +++

Bei der Behandlung von Malaria ist britischen Forschern ein Durchbruch gelungen, berichtet die Zeitschrift „Nature Structural Biology“. Wissenschaftler von der Universität Edinburgh identifizierten gemeinsam mit Kollegen vom Biotec-Institute in Bangkok jenes Protein im Malariaerreger, das für die schnelle Resistenz gegen neue Medikamente verantwortlich ist. Dieses Protein verhinderte bislang die Anwendung eines Impfstoffs für eine permanente Malaria-Behandlung. Alle 30 Sekunden stirbt in Afrika ein Kind an der Krankheit.

Den Forschern zufolge liegt der Schlüssel für die Lösung des Problems in einem Protein namens DHFR, das der Erreger für sein eigenes Überleben produziert. Dem Bericht nach konnte in gentechnischen Tests nun derjenige Teil des Proteins isoliert werden, der für den Schutz vor Pyrimethamin zuständig ist, eine Chemikalie, die in Medikamenten gegen Malaria verwendet wird. Professor Malcolm Walkinshaw von der Universität Edinburgh sagte dazu: „Jetzt können wir die Struktur dieses Proteins benutzen, um eine neue Generation von Medikamenten zu entwickeln, die eine wirkungsvolle Bekämpfung der resistenten Malariaart ermöglicht.“ Schon lange sei vergeblich nach der genauen Struktur des Eiweißes geforscht worden. „Dies ist ein wirklicher Durchbruch“, meinte der Professor.

Quelle: www.netdoktor.de


+++ Ausschreibung: Multiple-Sklerose-Preis 2003 +++

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung verleiht dieses Jahr zum zwölften Mal ihren Multiple-Sklerose-Preis für modellhafte Aktivitäten von Selbsthilfegruppen und für besonders engagierte Helfer im Bereich der Multiplen Sklerose. Engagement, Selbsthilfe und Kreativität sollen somit gewürdigt und unterstützt werden. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird für gewöhnlich auf mehrere Preisträger aufgeteilt.

Bewerbungen können bis zum 31. Juni 2003 formlos an die Gemeinnützige Hertie-Stiftung gerichtet werden. Die Bewerbungen sollen in folgender Reihenfolge beinhalten:

- Name und Adresse der vorgeschlagenen Person oder Gruppe mit deren Ansprechpartner

- Beschreibung der modellhaften Aktivität der Gruppe bzw. der besonderen Leistungen der vorgeschlagenen Person

- Beschreibung des vorgesehenen Verwendungszwecks des Preisgeldes

- Referenzen für den Vorschlag (gerne auch Befürwortungsschreiben von Vereinsvorsitzenden, Politikern, Geistlichen etc.)

- Berichte über die vorgeschlagene modellhafte Aktivität oder die Person (Zeitungsberichte, Tätigkeitsberichte etc.)

Selbstbewerbungen sind möglich. Für die Bewerbung ist die Mitgliedschaft in einer Multiple-Sklerose-Vereinigung keine Voraussetzung.

Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Bereich Neurowissenschaften
Herrn Prof. Dr. Michael Madeja
Lyoner Straße 15
60528 Frankfurt

Tel.: 069-6 60 75 61 47
Fax: 069-6 60 75 69 99
E-Mail: MadejaM@ghst.de

Quelle:
http://www.kobinet-nachrichten.de


+++ Wissenschaftler: "Muskeln" aus Metall +++

Weltweit erstmalig haben Karlsruher Forscher „Muskeln“ aus Metall entwickelt. „Uns ist es gelungen, dass sich eine Scheibe aus Platinpulver ganz ähnlich wie ein menschlicher Muskel ausdehnt oder zusammenzieht“, meinte Jörg Weissmüller vom Institut für Nanotechnologie in Karlsruhe am Donnerstag. Zuvor seien diese Eigenschaften von Metallen nicht bekannt gewesen. Nun kämen sie den Eigenschaften von so genannten Piezo-Keramiken gleich, die bei Tintenstrahldruckern oder in Einspritzdüsen in der Autoindustrie verwendet würden. Seine Ergebnisse veröffentlicht das Team um Weissmüller in der US-Fachzeitschrift „Science“ (Bd. 300, S. 312) vom Freitag. Für die Herstellung der münzgroßen Scheiben pressen die Wissenschaftler Nanometer-große Platinkristalle zusammen, erklärte Weissmüller. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. Diese winzigen Kristalle werden in eine Elektrolytlösung aus Kalilauge gelegt. „Gibt man nun elektrische Spannung darauf, dehnt oder kontrahiert sich das Metall.“

Quelle:www.netdoktor.de


+++ Vesper zu Menschenrechtsverletzungen in der Altenpflege +++

27. Republikanische Vesper

Die verletzte Würde der Alten

Menschenrechtsverletzungen in der Altenpflege
mit:

- Prof. Dr. Gisela Charlotte Fischer
(Humanistische Union)

- Udo Geiger
(Sozialgericht Berlin, attac)

am Donnerstag, 24. April, um 19:00 Uhr

im Haus der Demokratie und Menschenrechte (Greifswalder Straße 4)

Die Vorgaben der Pflegeversicherung führen zu massiven Menschenrechtsverletzungen in der stationären und ambulanten Altenpflege. Untersuchungen zeigen in einem Drittel der geprüften Unternehmen spürbare Defizite in der Pflege und Versorgung. Dazu gehören Beleidigungen, Vernachlässigungen und offene Wunden. Die Pflegenden müssen unter einem zunehmenden Zeitdruck arbeiten. Viele ambulante und stationäre Stationen arbeiten nicht kostendeckend. Trotzdem steigen die Kosten für die Pflegeversicherung. Wie können immer mehr Menschen selbstbestimmt in Würde altern? Was muss am derzeitigen nicht zukunftsfähigen Modell der Pflege geändert werden? Genügt mehr Geld oder eine bessere Ausbildung? Sollen Alte von ihren Kindern versorgt werden?

Zur Vesper gibt es Käse und Brot, Wein und Wasser.

Veranstalterinnen: Redaktion Ossietzky, Humanistische Union Berlin, Internationale Liga für Menschenrechte, Stiftung Haus der Demokratie

Quelle:Internationale Liga für Menschenrechte
Email: vorstand@ilmr.org


+++ Ausschreibung: "Musik in uns" +++

Bis zum 14. Juni können sich alle Solisten, Bands und Orchester, denen Musik eine Ausdrucksform ist, sich mit dem Thema Behinderung aus eigener Betroffenheit auseinander zu setzen, ab sofort an der bundesweiten Ausschreibung beteiligen.

Das „Diakonie-Hilfswerk Schleswig-Holstein“ und „Die Brücke Rendsburg-Eckernförde“ haben gemeinsam mit Journalisten, Sozialpädagogen und Musikern im Rahmen des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen die Idee für die musikalische Begegnung von Menschen mit und ohne Handicap entwickelt. In einer Vorauswahl werden aus den eingegangenen Bewerbungen vier Teilnehmer ausgewählt, die am Abschlussfestival, am 16. August 2003 in Rendsburg teilnehmen. Schirmherr Prof. Hans Sotin meint dazu: „Musik ist eine kreative Ausdrucksmöglichkeit von Menschen - egal ob mit oder ohne Behinderung.“

Viele Prominente hätten ihre Mitwirkung zugesagt. Dazu gehören unter anderem der Journalist Roger Willemsen und die Musiker Hannes Wader und Michy Reincke. „Eine der schönsten, intensivsten, forderndsten Platten, die ich je gehört habe, heißt "Rock Bottom" von Robert Wyatt - querschnittsgelähmt. Ich denke, dass Wyatts’ Beispiel alle Menschen mit Behinderungen ermutigen kann und soll, im Umgang mit Musik herauszufinden, wer sie wirklich sind und was sie wirklich vollbringen können. Ich wünsche allen Teilnehmern und Veranstaltern eine gute Zeit und erfreuliche Ergebnisse“, so Heinz Rudolf Kunze in seinem Grußwort. In der Bewertung von Leistung, Qualität und Genuss in der Kunst - hier: in der Musik - spiele die Unterscheidung behindert - nichtbehindert keine bestimmende Rolle, ergänzt Markus Zell, Musiker, Pädagoge und Mitorganisator.

Weitere Informationen zur Ausschreibung, sowie Anmeldevordrucke gibt es bei:

Diakonie-Hilfswerk S-H / Rendsburger Werkstatt
c/o „musik in uns“
Büsumer Straße 135
24768 Rendsburg
http://www.musik-in-uns.de/anmeldung.html

Quelle: www.kobinet-nachrichten.de


+++ Forscher nutzen Stammzellen bei Multipler Sklerose-Therapie bei Tests an Mäusen erfolgreich +++

Zellkern wird entnommen

Sydney - Australische Forscher haben erstmals Stammzellen zur Bekämpfung von Multipler Sklerose eingesetzt. Medizinern am St. Vincent-Krankenhaus in Sydney gelang es, durch die Krankheit geschädigte Hirnzellen durch Stammzellen zu ersetzen, wie der Neurologe Bruce Brew mitteilte. Zunächst sei diese Methode an Mäusen erfolgreich getestet worden. Bis Patienten davon profitieren können, werde es zwar noch Jahre dauern. Dann aber könne das Verfahren bei einer Reihe von Gehirnerkrankungen vielversprechend angewandt werden.

Für ihr Experiment gewannen die Forscher die Stammzellen aus dem Knochenmark von Mäusen und Menschen und pflanzten sie in die erkrankten Mäusehirne ein. "Es gibt keine Garantie, dass die von der Krankheit verursachten Defekte vollständig verschwinden", sagte der Mediziner. Jedoch bestünden gute Chancen, dass die Bewegungsfähigkeit der Patienten zumindest teilweise wieder hergestellt werden könne.

Multiple Sklerose ist eine meist tödlich endende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Krankheit verläuft gewöhnlich in Schüben. Die häufigsten Symptome sind Sehbehinderungen sowie Schwäche in Armen und Beinen.

Quelle: Deutsches Medizin Forum


+++ BertelsmannSpringer Medizin Online (BSMO) +++

Tri-mediales interaktives MS-Service-Center für Ärzte und Patienten in Deutschland gestartet - Experten-Betreuung zur Multiplen Sklerose rund um die Uhr im Internet, am Telefon und mit Publikationen. BertelsmannSpringer Medizin Online (BSMO) entwickelte und betreut mit Unterstützung von Biogen und A. T. Kearney das MS-Service-Center.


Das MS-Service-Center ist für Ärzte und Patienten sowie für alle Menschen, die direkt oder unmittelbar mit Multiple-Sklerose-Patienten in Verbindung stehen, ab sofort nutzbar. Es beinhaltet eine Internetplattform (www.ms-service-center.de) und ein angeknüpftes Service-Telefon (gebührenfrei 08000-307730). Zwischen 08:00 Uhr und 20:00 Uhr (montags bis freitags) nimmt ein MS-geschultes Team - Experten, praxiserfahrenes Pflegepersonal und Sozialpädagogen - die Anrufe entgegen und bearbeitet Anfragen umgehend. Bei komplexeren Fragestellungen oder nach weiterer Recherche wird man auch zurückgerufen.

Zusätzlich bietet das MS-Service-Center spezielle Veröffentlichungen. Die von einer medizinischen Fachredaktion aufbereiteten Themen beinhalten umfangreiche und objektive Informationen zum Krankheitsbild der Multiplen Sklerose, wie Diagnose und Behandlung, geben Tipps zum alltäglichen Umgang mit MS, bieten vertiefend detailliertes Fachwissen und behandeln sozialrechtliche Fragen. News aus der MS-Forschung und der ärztlichen Praxis sind ebenfalls vorhanden.

Dr. Jörg Zorn, Geschäftsführer von BSMO: „Das MS-Service-Center ist damit für Patienten, für behandelnde Ärzte sowie für alle darüber hinaus an der Erkrankung Interessierten (Angehörige, Freunde) ein interaktives Informations-, Kommunikations- und Betreuungs-Zentrum zum Thema Multiple Sklerose.“ Ziel des MS-Service-Centers ist es, bequem und aktuell - je nach Lebenssituation - alle Betroffenen im Bundesgebiet über die Erkrankung aufzuklären und aufkommende Fragen kompetent und schnell zu beantworten. In Online-Diskussionsforen können Betroffene über gemeinsame Probleme sprechen, praktische Tipps prüfen sowie Erfahrungen weitergeben.


Ausführliche Informationen zu BertelsmannSpringer Medizin Online finden Sie unter: www.bsmo.de


BIOGEN Inc. entwickelt, produziert und vertreibt biopharmazeutische Produkte, die vor allem auf rekobinanter DNA-Technologie basieren. Das Unternehmen konzentriert seine Forschung auf die Entwicklung innovativer Produkte in den Gebieten Multiple Sklerose, entzündliche Krankheiten, Erkrankungen der Atemwege, Nieren- und Herzkrankheiten wie auch der Gentherapie.

Ausführliche Informationen zu Biogen finden Sie unter: www.biogen.de



+++ Musical: Kartenverkauf für "Wheelchairica" hat begonnen +++

Im Rahmen der Rehab-Fachmesse vom 7. bis 10. Mai 2003 in Karlsruhe hat der Kartenvorverkauf für zwei Aufführungen des Musicals „Wheelchairica“ in der Stadthalle Karlsruhe begonnen. Unter

www.rehab-fair.com

können für die Vorstellungen am 7. und 9. Mai (jeweils um 19:00 Uhr) Karten reserviert werden.

1996 wurde innerhalb der KSG-Rhein-Neckar e.V. die Musical-Gruppe Wheelchairica gegründet. Nach einer Idee von Jule Heil stellte sich die Gruppe der Herausforderung, ein eigenes Musical mit Tanz, Schauspielerei und Gesang zu schaffen. Bis heute sind 15 Damen und Herren im Rollstuhl sowie fünf Fußgängerinnen dabei und präsentieren eine mit Gesang und Tanz mitreißende Geschichte.

In der Programmankündigung ist zu lesen: Zwei junge ahnungslose Frauen - Chris und Anne - sind auf dem Heimweg von einer fetzigen Fete und haben eine Autopanne. Bei strömendem Regen versuchen sie verzweifelt, ihr Auto zu reparieren. Da sehen die beiden ein Licht. Wie in der Rocky Horror Picture Show stehen sie plötzlich vor einer Tür - dem Eingang zu Wheelchairica. Schock - wo sind sie gelandet? Alles ist dunkel, imaginäre Stühle erweisen sich als Rollstühle mit Fahrern. Und plötzlich werden sie von allen Seiten von Rolli-Fahrern umringt. Völlig verängstigt möchten beide sofort fliehen - aber es kommt ganz anders. Allmählich lernen die beiden Frauen diese fremden Wesen in ihrer Welt, in der es alles andere als ernst zugeht, kennen: So singt und tanzt plötzlich die ganze Meute begeistert den Song „America“ aus der West Side Story als „Wheelchairica“. In einem Musical darf auch die Love-Story natürlich nicht fehlen. Die Fußgängerin Chris hat sich unsterblich in einen jungen Mann verliebt und diesen aus den Augen verloren. Plötzlich steht - oder besser gesagt sitzt - Andy im Rollstuhl vor ihr, mitten in Wheelchairica. Haben die beiden nun endlich die Chance miteinander glücklich zu werden?

Der KGS-Rhein-Neckar e.V. ist eine integrative Kultur- und Sport-Gruppe für Behinderte sowie ihre Freunde und Familien. Um den Breitensport für Behinderte wieder attraktiver zu machen und Möglichkeiten im Kultur- und Freizeitbereich darzustellen, hat sich der Verein gegründet. In den fast acht Jahren seines Bestehens konnte der KSG-Rhein Neckar viele neue Aktivitäten für Rollstuhlfahrer ins Leben rufen, wie zum Beispiel eine feste Hockey-Gruppe oder Kurse im Bereich Wasser- und Wintersport. Die KSG-Rhein-Neckar will neben den vielen sportlichen Angeboten auch den kulturellen Aspekt mehr und mehr hervorheben. Eine der größten Gruppen ist das Musical-Performance-Team Wheelchairica mit seinen 20 Mitgliedern mit und ohne Behinderung.

Kontakt:
KSG-Rhein-Neckar e.V.
Mierendorferstr. 51
69496 Weinheim
Tel.: 06201-99690

Quelle: www.kobinet-nachrichten.de


+++ Telebus-Fachforum +++

Zu folgender Veranstaltung sollten sich Rollstuhlnutzer schnell anmelden:

Der Spontanzusammenschluss Mobilität für Behinderte in Berlin e.V. (BZA) lädt am Mittwoch, den 12. März 2003, 17:30 – 20:30 Uhr zu einem moderierten Fachgespräch zum Thema „ Die Zukunft der Mobilität – Die Mobilität der Zukunft (?)“ ein. Anwesend sein wird u.a. der europäische Verkehrsexperte Herr Tabernee aus Rotterdam, der einen Überblick über unterschiedliche Modelle zur Unterstützung der Mobilität in europäischen Großstädten geben wird. Vertreter der Verkehrsunternehmen aus Berlin werden ergänzend ein kurzes Statement zur Situation in Berlin geben. Im Anschluss daran wird eine moderierte Podiumsdiskussion geführt. Das ausführliche Programm gibt es vor Ort.

Veranstalter: Berliner Zentralausschuss für soziale Aufgaben e.V.
Veranstaltungsort: Alte Pumpe, Lützowstr. 42, 10785 Berlin
Der Veranstaltungsort ist behinderten gerecht zugänglich.

Verkehrsanbindung: U 2, Nollendorfplatz (Lift)
U 1, Kurfürstenstr. ( ohne Lift )
Busse: 341,100,129 (behindertengerecht) und 148

Grusswort: Hans-Wilhelm Pollmann,
Moderation: RA Rolf Schrödter

Auf das Podium wurden eingeladen:
Telebus, Herr Wilhelm M. Konsek
Trapeze, Rotterdam, Herr Mike Tabernee
BVG, Herr Schikora
Taxigewerbe, Herr Uwe Schütz
Landesbeauftragter für Behinderte, Herr Martin Marquard
Qualitätsbeirat des BZA e.V., Frau Corinna Lichtenberg
Berliner Behindertenverband e.V., Frau Erika Richter
Frau Elfi Jantzen, MdA, Bündnis 90/Die Grünen
Frau Dr. Stefanie Schulze, MdA, PDS
Herr Volker Thiel, MdA, FDP
Frau Annelies Herrmann, MdA, CDU
Frau Ülker Radziwill, MdA, SPD

Quelle: f.schmahl@berlin.de

+++ Musiktherapie-die helienden Kräfte der Musik +++

Zum Großteil sind die heilenden Kräfte der Musik noch unbekannt, teilt der Berufsverband Deutscher Musiktherapeuten mit. Die Musiktherapie sei bisher erst zu ca. 10 % erforscht, so Susanne Metzner, Verbandsleiterin, anlässlich der 51. Lindauer Psycho-therapiewochen, die am Freitag endeten.

  Die Hälfte aller Patienten seien Menschen, die nicht sprechen können oder wollen. Bei den anderen handle es sich z. B. um autistische Kinder, Opfer sexuellen Missbrauchs oder Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben. Nach Auskunft des Verbandes gibt es in Deutschland insgesamt rund 2000 Musiktherapeuten.

  Wer sich mit Hilfe von Klängen heilen lassen will, muss Metzner zufolge nicht unbedingt musikalisch sein. Mit den Instrumenten müssten die Patienten einfach nur das ausdrücken, was sie nicht sagen könnten, "egal wie schräg die Musik, die dabei herauskommt, auch klingen mag".

  Nach den Erfahrungen der Musiktherapeutin gehen Kinder unbefangener an die Musik heran. Metzner: "Wenn ein Kind das erste Mal zu mir kommt, dann betritt es den Raum und sucht sich meist ganz intuitiv ein Instrument aus. Es versucht, ein Instrument zu finden, das seine Gefühle am besten ausdrücken kann." Bei Erwachsenen sei dies jedoch anders. Sie wollten immer schön musizieren, fand Metzner heraus.

+++ Auch Angst führt zu Magenbeschwerden +++

Das Risiko, ein Magengeschwür zu bekommen, wird durch krankhafte Angst erhöht, berichten US-Forscher im Fachblatt "Psychosomatic Medicine" (Ausgabe November/Dezember). Seit Wissenschaftler vor über fünf Jahren herausgefunden haben, dass das Bakterium Helicobacter pylori Magengeschwüre verursachen kann, werden andere Ursachen von Medizinern für die Krankheit nur noch wenig beachtet.

  Renée Goodwin von der Columbia-Universität in New York und ihr Kollege werteten eine Studie aus, bei der 15- bis 54-Jährige über ihre Ängste befragt wurden. Je mehr Symptome krankhafter Angst die Teilnehmer nannten, desto eher entwickelten sie ein Magengeschwür, meinten die Wissenschaftler. Ständige Sorge, Furcht oder Antriebslosigkeit sind Anzeichen von Angsterkrankungen.

  Ihre Ergebnisse würden der Helicobacter-Theorie nicht widersprechen, so die Forscher. Vielmehr sei es möglich, dass Magengeschwüre sowohl durch krankhafte Angst als auch durch das Bakterium begünstigt werden können. So wurde in Laboruntersuchungen festgestellt, dass Stress, der häufig mit krankhafter Angst einher geht, die Immunabwehr gegen Bakterien schwächt.

  Weitere Meldungen zu diesem Thema gibt es im Archiv von wissenschaft.de.

Quelle: ddp/bdw - Heidi Scharvogel

+++ MS Service Center: Umfassendes Angebot zur Multiplen Sklerose +++

Im Internet wie auch telefonisch steht Ihnen ein Team von Experten, Pflegepersonal und Sozialpädagogen zur Seite und beantwortet Ihre Fragen oder gibt Ihnen Hilfestellung.
Telefon: 08000 - 30 77 30 (gebührenfrei), montags bis freitags - 08.00 bis 20.00 Uhr
Internet: www.ms-service-center.de

+++ Medikamente: Selbstmedikation nimmt zu +++

In Deutschland gibt es eine wachsende Tendenz zur selbständigen Einnahme und Anwendung rezeptfreier Medikamente. Dies ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Kölner Marktforschungsinstituts Psychonomics unter 5.000 Bundesbürgern. Demnach nehmen mittlerweile 60 Prozent der Menschen hier zu Lande regelmäßig oder gelegentlich Medizin ein, die nicht vom Arzt verschrieben wurde. 1998 hatte der Anteil noch bei 53 Prozent gelegen. Ein Grund für die Zunahme der Selbstmedikation wird auch in der zunehmend restriktiven Verschreibungspraxis von Ärzten gesehen.

Den Angaben zufolge hat sich in der Bevölkerung das Informationsbedürfnis und der Kenntnisstand über medizinische Sachverhalte gegenüber 1998 deutlich erhöht. Rund 68 Prozent der Befragten gaben an, genau über rezeptfreie Medikamente Bescheid zu wissen. 1998 waren es nur 60 Prozent gewesen. Als bevorzugte Informationsquelle für medizinische Themen liegt der Arzt bei den Bürgern mit 69 Prozent knapp vor dem Apotheker (67 Prozent). Für alternative Quellen jenseits von Arzt und Apotheker wie Drogerien, Reformhaus, Supermärkte und Internet sei aber ebenfalls Akzeptanz vorhanden, heißt es.

+++ Migräne durch Hormontherapie +++

Hormongaben vor oder nach den Wechseljahren können bei Migräne-Patientinnen die Häufigkeit der Schmerzattacken steigern. Das berichtet die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMGK) in Regensburg. Eine Forschergruppe der Harvard Medical School in Boston hatte anhand einer Studie mit 1.000 Krankenschwestern im Alter von über 45 Jahren untersucht, ob die Gabe kleiner Mengen Acetylsalicylsäure (ASS) die Häufigkeit, Dauer und Schwere von Migräne- Attacken bei Frauen beeinflussen kann.

Während sich die Einnahme von ASS kaum auf die Migräne-Erkrankung auswirkte, wurden die Forscher von zwei nebenbei ermittelten Resultaten überrascht: Demnach geht Migräne bei älteren Frauen offenbar häufig spontan zurück: 36 Monate nach Beginn der Untersuchung meldeten zwei Drittel der Teilnehmerinnen, die Zahl ihrer Attacken habe deutlich abgenommen. Dagegen litten jene Patientinnen, die gegen Wechseljahres-Erscheinungen mit Hormonen behandelt wurden, deutlich mehr unter Migräne-Anfällen. Bei Frauen, die nach den Wechseljahren Hormon-Ersatzgaben bekamen, sei die Migräne-Häufigkeit sogar doppelt so hoch gewesen wie bei den unbehandelten Teilnehmerinnen, berichten die Forscher.

+++ Rauchende Mütter, übergewichtige Kinder +++

Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, erhöhen dadurch das Risiko ihrer Kinder, an Übergewicht und Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Eine schwedische Langzeitstudie hat ergeben, dass das Übergewichts-Risiko eines Kindes um 34 Prozent steigt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft bis zu neun Zigaretten pro Tag raucht. Bei zehn oder mehr Zigaretten beträgt die Risiko- Steigerung sogar 38 Prozent. Das Diabetes-Risiko bei Töchtern oder Söhnen stark rauchender Frauen ist der Studie zufolge gegenüber Kindern von Nichtraucherinnen vierfach erhöht.

Rauchen könne Vergiftungserscheinungen oder den Entzug wichtiger Nährstoffe beim Kind verursachen, so die Autoren der Studie. Damit sei möglicherweise eine "vorgespiegelte Hungersnot" verbunden, die den Stoffwechsel lebenslang auf vermehrte Energiespeicherung in Form von Fett einstellt, was wiederum Übergewicht und Diabetes fördert.

+++ Kundgebung für Movado +++

Berlin - Unter dem Motto «Wir brauchen die MOVADO-Leistung - Berlin braucht MOVADO» ruft der Berliner Behindertenverband «für Selbstbestimmung und Würde» (BBV) zu einer Kundgebung am Dienstag, den 30. Juli, von 10.00 bis 10.30 Uhr, am Roten Rathaus in Berlin (vor dem Haupteingang, Rathausstraße) auf. Mit dieser Aktion folgt der Vorstand des BBV einem Auftrag des öffentlichen BBV-Verbandstages vom 20. Juli. «Wenn wir die MOVADO-Leistung verlieren, verlieren wir ein Stück Zukunftsfähigkeit», so der BBV-Vorsitzende Ilja Seifert, der zugleich behindertenpolitischer Sprecher der PDS-Fraktion im Bundestag ist.

«Berlin kann/darf es sich nicht leisten, das verloren zu geben, was MOVADO für uns leistet! Hier ist ein klassisches Feld öffentlich geförderter Beschäftigung zu bestellen. MOVADO bietet - für Berlinerinnen und Berliner ebenso wie für in- und ausländische Touristinnen und Touristen - gut aufbereitete Informationen über bauliche Barrieren. Es ist ein Grundstein im zukünftigen behindertenfreundlichen Berlin. Erinnert den Senat, das Konzept 'Barrierefreies Berlin' weiterzuführen!», so der BBV in seinem Aufruf.

Weiter heißt es darin: «Lasst uns eine halbe Stunde lang zeigen, wie wir die Entwicklung der Stadt unterstützen! Lasst uns eine halbe Stunde lang zeigen, dass Barrierefreiheit alle und jede/n angeht! Lasst uns eine halbe Stunde lang Sympathie-Werbung unter der Bevölkerung betreiben! Wenn wir eine halbe Stunde lang den Haupt-Eingang zum Roten Rathaus blockieren, kann sich jede/r einen (winzigen) Eindruck verschaffen, was Barrieren sind! Zeigt, dass Barrieren von Menschen errichtet - also auch beseitigt bzw. vermieden - werden! Senat und Verwaltung sollen wissen: Wer Barrieren baut, hat keine Zukunft!»

Quelle: kobinet.de


+++ Berlin: Apell zur Rettung von Movado +++

Berlin - Der Brief des BBV-Vorsitzenden Ilja Seifert an Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zur Rettung von MOVADO hat folgenden Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,

leider verdichten sich - trotz nachdrücklicher Mahnungen sachkundiger Betroffener - die Nachrichten immer mehr, dass für den MOVADO e.V. am 30.d.M. der Letzte sein soll. Der Berliner Behindertenverband "Für Selbstbestimmung und Würde" e.V. (BBV) hält das für unverantwortlich. Da unsere Interventionen bei den Senatorinnen und Senatoren für Soziales, Wirtschaft und Stadtentwicklung bisher leider nicht den gewünschten - und erforderlichen! - Erfolg zeitigten, bitte ich nun namens des BBV-Vorstands auch Sie persönlich, Herr Regierender Bürgermeister, eindringlich, der Vernichtung von Sachwissen, funktionierenden Informationsstrukturen und einfühlsamer Beratung rasch und wirksam entgegen zu treten. Wer soll ab Juli d.J. in- und ausländische mobilitätseinschränkte Berlin-Besucherinnen und Berlinbesucher so kompetent beraten? Niemand in der Stadt kann das so gut wie MOVADO. Der Verein ist gewissermaßen ein beträchtlicher Standortvorteil. Ein Markenzeichen der Hauptstadt.

Häufig wird so getan, als beruhe die Tätigkeit des Vereins auf zwei - von einander weitgehend unabhängigen - "Standbeinen". Das kann aber nur aus einer sehr verengten, bürokratischen Sicht heraus so dargestellt werden. In Wirklichkeit lassen sich beide Bereiche nicht voneinander trennen. Die Datenbank - und ihre ständige Aktualisierung - ist die Basis für die fachliche Beratung im Einzelnen. Anderseits stößt der Verein gerade durch vielfältige praktische Beratungen immer wieder auf Defizite, die der Vervollständigung und Aktualisierung der Datenbank zugute kommen.

Nunmehr erfahren wir jedoch, daß "Berlin.de" ohne Rücksprache oder Ankündigung beim Neustart vor rund zwei Wochen einfach die MOVADO-Datenbank heraus nahm. Damit gibt es über die offizielle Internet-Adresse des Landes keine Informationen mehr für Berlin-Besucher/innen mit Behinderungen. Wie ist das mit dem - erklärten - Ziel zu vereinbaren, eine barrierefreie Stadt werden zu wollen? Diese Maßnahme ist ein echter Rückschritt. Angesichts der Verweigerungshaltung bestimmter Senatsbeamter müssen wir eine Provokation befürchten. Die Herausnahme der Datenbank soll/wird "beweisen", daß der Bedarf angeblich gar nicht so groß ist. Ohne Angebot wird - logischer Weise - seltener nachgefragt. Wenn schließlich unser (innerberliner) und der Protest ratsuchender (potentieller) Gäste hinreichend stark wird, daß die Datenbank - zur "Beruhigung" - wieder eingestellt wird, ist sie veraltet. Und verfällt - in rapidem Tempo - weiter. Weil sie nicht sachkundig gepflegt und aktualisiert wird. Weil ja die geeignete Struktur - MOVADO e.V. - und dessen geschultes Personal nicht mehr existieren (sollen). Es fällt uns schwer, diesbezüglich an Zufälle oder gar Versehen zu glauben.

Viele BBV-Mitglieder kennen Beispiele, in denen die Beratung durch MOVADO sinnvolle, nützliche und zudem noch finanziell erträgliche Ergebnisse brachte. Von Beratungen durch die Arbeitsgruppe "Bauen für Behinderte", die der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zugeordnet ist, hören wir hingegen häufig Gegenteiliges. Nicht selten müssen wir sogar im Nachhinein feststellen, daß Auskünfte und Beratungen dieser Arbeitsgruppe - z.B. an Behörden und/oder Bauherren - häufig als den Interessen mobilitätseingeschränkter Bürgerinnen und Bürger eher zuwider laufend erfahren wurden.

Wenn also die Förderung der MOVADO-Bauberatung abgelehnt wird und dafür - von eben jener Arbeitsgruppe - "fachliche und qualitative Gründe" angeführt werden, können wir uns des Eindrucks nicht erwehren, daß hier eher eine unliebsame "Konkurrenz" ausgeschaltet werden soll als daß die Argumente stichhaltig seien.

Wenn die MOVADO-Förderung also als "quasi Doppelfinanzierung" gesehen wird, die sich aus haushaltsrechtlichen Gründen verbiete, so wäre es aus Sicht des BBV wesentlich sinnvoller - und vermutlich finanziell sogar effektiver -, die Arbeitsgruppe "Bauen für Behinderte" aufzulösen.

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,
auch der BBV sieht die finanziellen Schwierigkeiten, in denen Berlin steckt. Wir bitten mit diesem Brief aber darum, dem MOVADO e.V. eine faire Chance zu bieten. Er hat sie verdient. Deshalb sollte - vor einer endgültigen negativen Entscheidung - zumindest miteinander gesprochen werden. Daß Senatoren auf ihre Beamten hören, ist wohl unumgänglich. Sie haben aber jederzeit die Möglichkeit, sich aus Sicht der Betroffenen, also des MOVADO-Vorstands, ein eigenes Bild zu verschaffen. Das sollte möglichst bald geschehen.

Der BBV teilt durchaus die Ansicht, daß die Rettung des MOVADO e.V. nicht unbedingt Angelegenheit eines einzelnen Ressorts sein müßte. Bevor das "Schwarze-Peter-Spiel" zu Ende wäre, gäbe es den Verein - und damit die Arbeit - nicht mehr. Es ist eine rasche (und vermutlich sogar mutige) Entscheidung vonnöten, die dem eingespielten Team Bewegungsräume verschafft, in denen es eigene Einnahmen erwirtschaften und sich so von Dauersubventionen unabhängiger machen kann. Möglicherweise wird sich die Arbeit nicht richtig profitabel gestalten. Gesellschaftlich sinnvoll ist sie allemal. Es steht Berlin gut zu Gesicht, eine öffentlich erforderliche Tätigkeit - auf geringerem Niveau - so zu unterstützen, daß langfristige Planung möglich wird. Auf jeden Fall erscheint es uns auch wirtschaftlich höchst unsinnig, jetzt, da gewissermaßen die Früchte der langfristig geförderten Vorarbeit eingebracht werden können, wenn also inhaltlich gut aufbereitete, sachdienliche Informationen die Besucherattraktivität der Hauptstadt meßbar erhöhen, die

Nachfolge-Finanzierung aus kurzfristigen (um nicht zu sagen kleinlichen) Haushalts-überlegungen einzustellen. Das wäre Verschwendung von Geld, Engagement und Kapazitäten. Maßvolle, aber sichere Weiterförderung und Schaffung eigener Einnahmen für den Verein gäben hingegen ein gutes Signal in Richtung bürger- weil behinderten-freundliches Berlin. Und wer wöllte das nicht?!

Da in der vergangenen Woche alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Fraktionen deutlich für die Erhaltung des MOVADO e.V. votierten, sind wir zuversichtlich, daß es Ihnen - gemeinsam mit dem gesamten Senat - gelingen wird, eine Weiterführungsmöglichkeit zu finden.

Mit freundlichen Grüßen
Ilja Seifert

www.movado.de

+++ Multiple Sklerose: Neue Medikamente sollen nicht
mehr gespritzt werden +++

Berlin – Neue Möglichkeiten zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS), einer der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems, wurden kürzlich auf einem Fachsymposium in Berlin vorgestellt. Dies berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Man setze sich vor allem das Ziel, so der Schering-Forschungsvorstand Professor Günther Stock, oral einnehmbare Medikamente herzustellen. So habe man sich beispielsweise die Substanz CCR 1 zunutze gemacht, die sehr früh in die Entstehungskette der Multiplen Sklerose eingreife. CCR 1 blockiere bestimmte Rezeptoren und störe damit letztlich das Eindringen von Immunzellen ins zentrale Nervensystem. Bislang sei in der Behandlung von MS hauptsächlich Beta-Interferon eingesetzt worden, das die Auswirkungen und die Häufigkeit der Krankheitsschübe lindert. Das Medikament wird dem Patienten mit einer Spritze injiziert. Es könne jedoch auch in Zukunft nicht auf Beta-Interferon verzichtet werden, so Stock, da die Substanz auf vielen Ebenen gegen MS wirke. "Der Prozess der Entstehung von MS ist so komplex, dass es keine Monotherapie geben wird."

+++ Männer sind Selbsthilfemuffel +++

Rund 350.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Krebs - ebenso viele Männer wie Frauen. Viele schließen sich nach dem ersten Schock einer Selbsthilfegruppe an. Dort gibt es Informationen über Ärzte, Therapien und Medikamente, Tipps für den Alltag und nicht zuletzt Trost und Unterstützung. Allerdings bleiben dabei die Frauen meist unter sich. "Für Männer ist es wohl schwerer, über ihre Erkrankung zu sprechen. Vielleicht fühlen sie sich unter vielen Frauen auch nicht wohl", vermutet Wilma Bechmann, Leiterin der Krebsselbsthilfegruppe im niedersächsischen Bad Harzburg.

Die meisten Krebsselbsthilfegruppen wenden sich sowohl an Frauen als auch an Männer - und doch tauchen Letztere nur selten dort auf. Das mag daran liegen, dass geschlechts-spezifische Krebserkrankungen wie Prostatatumoren bei Männern, Brust- , Gebärmutter- und Eierstockkrebs bei Frauen unter allen Krebsarten am stärksten verbreitet sind und intime Dinge ungern mit dem anderen Geschlecht besprochen werden. Doch während es viele reine Frauengruppen gibt, leiden die wenigen Männerselbsthilfegruppen oft unter akutem Mitgliederschwund.

"Wir haben uns fast drei Jahre getroffen, mit einem halben Dutzend Männern. Am Ende waren wir nur noch zu zweit", sagt Rainer Golla, Leiter der Wolfsburger Männerselbst-hilfegruppe nach Krebs. Für den Diplompsycholgen ist die Scheu vor der Auseinandersetzung mit der Krankheit gerade bei Männern nicht überraschend: "Männer ab 50 sind nicht gewohnt, über ihre Probleme zu reden. Sie machen viel mit sich selbst ab."

Für mehr Offenheit bei diesem Thema setzt sich die Bundesarbeitsgemeinschaft Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) ein. Dort ist man überzeugt: Wenn mehr Männer Unterleibsprobleme nicht länger als Tabu ansehen würden, müssten in Deutschland nicht 10.000 Männer pro Jahr an Prostatakrebs sterben. Das Ziel der BPS ist der Aufbau von Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.prostatakrebs-bps.de

+++ Antibiotika-Resistenz: Magenschwüre schwerer zu heilen +++

Berlin (dpa) - Ärzte haben immer größere Probleme, Patienten mit Magengeschwüren schnell zu helfen. Denn Helicobacter-Keime, die Magenkrankheiten auslösen können, sprechen seltener auf Antibiotika an als früher. "Der Erreger ist in den vergangenen Jahren unempfindlicher gegen die eingesetzten Medikamente geworden", sagte Manfred Kist vom Nationalen Referenzzentrum für Helicobacter am Montag bei einer Tagung des Robert Koch-Instituts in Berlin. In Deutschland sind nach Angaben des Referenzzentrums 20 bis 30 Millionen Menschen mit Helicobacter infiziert, oft jedoch, ohne direkt zu erkranken. Kist rät Ärzten, Patienten vermehrt gegen Antibiotika-Resistenzen zu testen, bevor sie mit Therapien beginnen. Helicobacter-Bakterien können neben Magenschleimhautentzündungen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre auslösen. Gegen das Antibiotikum Metronidazol haben in Deutschland nach Kists Studien bereits 40 bis 50 Prozent der Magenkranken resistente Bakterien. 1987 waren es erst 30 Prozent. Gegen Clarithromycin nehme die Unempfindlichkeit ebenfalls zu, erläuterte der Forscher. "Das ist noch keine akute Katastrophe, aber wir müssen einer Fortsetzung dieser Entwicklung vorbeugen." Auch wenn Resistenztests in Laboren aufwendig, langwierig und teuer seien, wünscht sich der Universitätsprofessor mehr Problembewusstsein bei niedergelassenen Ärzten. Sie sollten Patienten häufiger nach früherer Antibiotika- Einnahme fragen. Die Keime werden häufig im Kindesalter durch Ansteckung übertragen.

+++ Breite Medienkampagne zum Protesttag +++

Bonn - Mit einer breiten Kampagne präsentiert sich die Aktion Grundgesetz zum diesjährigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung Behinderter um den 5. Mai herum. Jetzt sind Details über die Pläne zur diesjährigen Medienarbeit der Aktion Grundgesetz bekannt geworden. Im Einzelnen sind folgende Aktivitäten geplant.

Zeitungsanzeigen
Am 5. Mai werden in allen relevanten, überregionalen Zeitungen Deutschlands (u.a.: FR, FAZ, ZEIT, Woche, etc.) großformatige Zeitungsanzeigen geschaltet, die auf den Protesttag im Rahmen der «Aktion Grundgesetz» aufmerksam machen.

TV-Spots
Am 5. Mai selbst werden in einigen TV-Sendern (VOX, ntv, RTL, RTL2, Kabel 1, Pro7, SAT1 und ZDF) Spots zu den Inhalten des 5. Mai gesendet. Zu diesem Zweck wird für den Protesttag 2002 ein neuer TV-Spot produziert.

Presseerklärungen der Unterstützer-Verbände (104 Bundesverbände)
Um in den Print-, Hörfunk- und TV-Redaktionen eine möglichst hohe Aufmerksamkeit herzustellen, werden alle 104 Unterstützer-Verbände der Aktion Grundgesetz aufgefordert, sich mit Presse-Erklärungen im Vorfeld des 5. Mai zu Wort zu melden. Auf diese Weise soll deutlich gemacht werden, dass die Protest-Aktionen und die «Aktion Grundgesetz» von einer großen Zahl von Verbänden aktiv unterstützt werden.

+++ Meningitis auf dem Rückzug +++

Die Zahl der bakteriellen Hirnhautentzündungen bei Kindern ist einer niedersächsischen Studie zufolge in den 90er Jahren deutlich gesunken. Ursache dieses Erfolgs seien erfolgreiche Impfungen, vor allem gegen den Erreger Haemophilus influenzae b (Hib), berichtet Studien-Autor Prof. Adolf Windorfer vom Landesgesundheitsamt Hannover. Auf Grund gleicher Impfbedingungen seien die Ergebnisse der Untersuchung für den betrachteten Zeitraum bundesweit repräsentativ. Die Hib-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission am Robert- Koch-Institut für Kinder empfohlen.

Windorfer sammelte die Daten niedersächsischer Kliniken zwischen 1981 und 1998, die etwa 70 Prozent der Kinderklinik-Betten des Bundeslandes repräsentieren. Zwischen 1981 und 1990 pendelte dort die Zahl der Kinder mit bakteriell ausgelöster Hirnhautentzündung (Meningitis) zwischen 145 und 171. Innerhalb eines knappen Jahrzehnts sank diese Zahl dann um etwa die Hälfte auf 84 Fälle 1998 (1993: 117 Fälle). Vor allem die Hib-Hirnhautentzündungen gingen von jährlich knapp 50 Fällen in den 80er Jahren auf 2 im Jahr 1998 zurück.

Hirnhautentzündung kann sowohl durch Bakterien wie Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae als auch durch Viren und selten durch bestimmte Einzeller ausgelöst werden. Sie äußert sich meist durch eine Kombination von Symptomen wie Kopfschmerzen, Erbrechen, Nackensteife sowie Geräusch- und Lichtempfindlichkeit. Die bakterielle Meningitis hat oft einen schwereren Verlauf als die von Viren ausgelöste. Eine Abnahme der Krankheit halten Experten für sehr bedeutsam, da jede sechste bakterielle Meningitis mit Dauerschäden für das Kind oder sogar mit dessen Tod ende.
Mehr Infos zur Meningitis bei handicap-network.

+++ Mammograhpie: Meist gelingt Krebs-Frühdiagnose +++

Erste Ergebnisse des Wiesbadener Modellprojektes / Jeder vierte Tumor ist kleiner als ein Zentimeter

Lässt sich mit Hilfe eines Mammographie-Screenings die Rate der Frauen, die an Brustkrebs sterben, tatsächlich senken? In Deutschland wird dies derzeit in drei Modellprojekten (Wiesbaden, Bremen, Bezirk Weser-Ems) untersucht. Es geht darum, ein bevölkerungsbezogenes Programm für Mammographie-Screening nach den europäischen Qualitätsleitlinien aufzubauen und zu erproben. Erste Ergebnisse des Wiesbadener Projektes hat Dr. Lauwrence von Karsa, Koordinator der Modellprojekte, Ingrid Kreutz von der "Ärzte Zeitung" erläutert.

Ärzte Zeitung: Eines der Modellprojekte zum Mammographie-Screening findet in Wiesbaden statt. Was geschieht hierbei?

von Karsa: Wir laden alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren - die Adressen haben wir vom Einwohnermeldeamt - dazu ein, in ein speziell eingerichtetes Zentrum zur Mammographie zu kommen. Dabei werden sie über mögliche Risiken und den zu erwartenden Nutzen informiert.

Ärzte Zeitung: Was genau wird gemacht, wenn eine Frau zur Brustuntersuchung kommt?

von Karsa: Sie wird zunächst gebeten, einen Anamnesebogen auszufüllen. Dann wird die Brust von einer speziell geschulten Röntgenassistentin mit einem modernen, den derzeitigen Qualitätsanforderungen entsprechenden Mammographiegerät untersucht. Das ganze dauert etwa eine halbe Stunde, und die Frau kann - sofern sie nicht selbst schon einen Knoten getastet hat - zunächst nach Hause gehen.

Innerhalb von einer Woche wird die Frau über das Ergebnis der Untersuchung informiert. Anamnesebögen und Mammogramme werden jeweils von einem speziell ausgebildeten Radiologen und unabhängig davon auch noch von einem ebenfalls speziell geschulten, radiologisch tätigen Gynäkologen beurteilt. Es findet also eine Doppelbefundung statt.

Ärzte Zeitung: Das Modellprojekt läuft nun seit etwa einem halben Jahr. Wie viele Frauen wurden eingeladen und wie viele sind zur Untersuchung gekommen?

von Karsa: Wir haben etwa 6000 Frauen eingeladen, und knapp 3000 wurden bislang untersucht, aber wir hoffen, daß es in den kommenden 18 Monaten, also bis zum Ablauf des Projektes noch mehr werden.

Ärzte Zeitung: Wie sind die bisherigen Ergebnisse der Untersuchungen?

von Karsa: Mehr als 90 Prozent der Frauen hatten keine Auffälligkeiten. Diese Frauen werden wir nach Ablauf von zwei Jahren erneut zu einer Mammographie einladen. Nur etwa sieben Prozent der Untersuchten hatten eine Auffälligkeit, die es weiter abzuklären galt. Sie wurden zu weiteren diagnostischen Untersuchungen einbestellt. Nur bei etwa einem Prozent der Frauen war eine Biopsie angezeigt.

Ärzte Zeitung: Wieviele Frauen hatten ein Mamma-Karzinom und in welchen Stadien befanden sich die Tumoren?

von Karsa: Pro Tausend Frauen haben wir bisher acht Karzinome diagnostiziert. Erfreulich ist, daß ein Viertel der Tumoren kleiner als ein Zentimeter war und die Hälfte kleiner als 1,5 Zentimeter. Und bei nur einem Drittel der Tumoren waren Lymphknoten befallen. Wir können also davon ausgehen, daß wir viele dieser Tumoren in einem noch heilbaren Stadium entdeckt haben.

Ärzte Zeitung: Ob das tatsächlich der Fall ist, wird sich aber wohl erst in einigen Jahren zeigen können, nämlich dann wenn die Sterblichkeitsrate der Frauen gesenkt werden konnte.

von Karsa: Das ist richtig. Aber es gibt Parameter, anhand derer wir schon viel früher, also am Ende der ersten Screening-Runde vorhersagen können, ob sich die Brustkrebssterblichkeit um etwa ein Drittel senken läßt oder nicht.

Ein wichtiger Parameter ist die Krebsentdeckungsrate. Sie sollte dreimal höher sein als die Neuerkrankungsrate ohne Screening. Bedeutsam ist auch der Anteil der fortgeschrittenen Karzinome an allen Tumoren. Er sollte in der ersten Screening-Runde unter 25 Prozent liegen.

Aussagekräftig ist auch die Rate der invasiven Karzinome, die weniger als 1 cm Durchmesser haben. Sie sollte 20 Prozent übersteigen. Prognostisch bedeutsam ist zudem der Anteil der invasiven Karzinome, bei denen die Lymphknoten nicht befallen sind, er sollte über 70 Prozent liegen.

Zusätzlich können wir die Qualität anhand der Intervall-Karzinome beurteilen. Das sind Tumoren, die zwischen zwei Mammographien auftreten. Ihr Anteil sollte im ersten Jahr 30 Prozent der Neuerkrankungen nicht übersteigen. Werden diese Anforderungen nicht erfüllt, ist es fraglich, ob eine deutliche Sterblichkeitssenkung erreicht wird.

Ärzte Zeitung: Wie wäre es mit einer randomisierten Studie zum Nutzen des Mammographie-Screenings?

von Karsa: Ich glaube nicht, daß das Sinn machrn würde, weil die überwiegende Mehrheit der international anerkannten Epidemiologen die Wirksamkeit des Brustkrebs-Screenings für belegt hält. Und unter einer solchen Bedingung ist es ethisch nicht vertretbar, eine Frau einer Kontrollgruppe zuzuweisen.
Quelle: aertzezeitung.de


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