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Informationen und E-Mailberatung zum Thema Sexualität steht
Ihnen die Profamilia
Augsburg jederzeit zur Verfügung.
Weil Lust nicht behindert sein kann
06.06.2006 - Am 17. Mai 2006 wurde in Basel die erste deutschschweizerische Fachstelle für Behinderung und Sexualität eröffnet. Ihr Kürzel ist „fabs“. fabs setzt sich ein für die Förderung und Unterstützung selbstbestimmter Sexualität und für die Verhinderung von sexualisierter Gewalt an, zwischen und von Menschen mit Behinderung.
Noch ist die Sexualität von und mit behinderten Menschen ein Tabu.
Wie sollen Menschen, deren Körper, Seele oder Geist nicht den gängigen Erwartungen an Normalität entsprechen, Lust an Ihrem Körper haben? Wie sollen sie PartnerInnen und wie Liebe finden? Auch bei Menschen mit einer Behinderung ist das Verlangen nach Zuneigung, Akzeptanz, Berührung, Zärtlichkeit, Begegnung und Erfüllung als zentrales Bedürfnis tief verankert. Sie bleiben aber sehr oft alleine mit ihrer Lust, ihren Ängsten und Nöten. Das Tabu ist oft folgenschwer. Es bildet den Nährboden für Missbrauch, sexualisierte Gewalt und grosses Leid.
Diesem Thema nahm sich in der Schweiz bisher kaum jemand auf kompetente Weise an. Damit sich das nachhaltig ändert, wurde vor zwei Jahren der Förderverein fabs gegründet, mit der Aufgabe, eine Fachstelle zu initiieren und zu unterstützen. Diese wurde jetzt in Basel eröffnet: fabs, die Fachstelle für Behinderung und Sexualität.
fabs setzt sich bei all ihren Tätigkeiten zum Ziel, Menschen mit Behinderung zu befähigen und zu unterstützen, ihre Sexualität selbstbestimmt, verantwortungs-und lustvoll zu leben. fabs will sich dafür einsetzen, dass sexualisierte Gewalt an, zwischen und von Menschen mit Behinderung verhindert wird. Unter www.fabs-online.org erfahren Sie, welche Aufgaben fabs für das Erreichen dieses Zieles wahrnimmt. Geleitet wird die Fachstelle von Frau Dr. Aiha Zemp, Psychologin und Expertin für Behindertenfragen.
Aufdecken.
Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie es in der Schweiz Menschen mit einer Behinderung geht hinsichtlich gesundheitlicher Belange im Zusammenhang mit Sexualität und sexualisierter Gewalt. Da es in unserem Land diesbezüglich keine Studien gibt, wird fabs als Kompetenzzentrum Forschung initiieren, begleiten oder in interdisziplinärer Zusammenarbeit selber durchführen.
Sowohl im Sexualstrafrecht wie auch im Zivilgesetzbuch gibt zudem verschiedene rechtliche Unklarheiten, die geklärt werden müssen. fabs setzt sich dafür ein, dass die notwendign gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, die Menschen mit einer Behinderung eine selbstbestimmte Sexualität ermöglichen. Im Sinne der Gleichstellung geht es auch darum, bei sexualisierter Gewalt Opfern mit geistiger Behinderung Glaubwürdigkeit und Tätern mit Behinderung Schuldfähigkeit anzuerkennen.
Aufklären.
fabs wird das vorhandene und entstehende Wissen auf diesem Gebiet sammeln, aufarbeiten und damit Betroffenen und Fachleuten eine Plattform bieten zum Austausch von fundierten Informationen, zur Entwicklung von Konzepten und geeigneten Materialien.
Es gibt einen dringenden Bedarf, Frauen und Männer mit Behinderung über Sexualität und sexuelle Gewalt aufzuklären und ihnen dafür eine verbale und nichtverbale Sprache zu geben.
Da es für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung noch kaum didaktisches Material gibt, müssen entsprechende Unterlagen entwickelt werden.
fabs befähigt mit Weiterbildungen Beratungsstellen und Fachpersonen, Menschen mit Behinderung in einer offenen, klaren und leichten Sprache Kenntnisse über Sexualität und sexuelle Gewalt vermitteln zu können.
Aufwecken.
Das Tabu Sexualität und Behinderung muss auch in der Öffentlichkeit gebrochen werden. Noch immer werden Menschen mit Behinderung nämlich als geschlechtslose Wesen behandelt. Nach wie vor werden auch auf diesem Gebiet Menschen mit einer Behinderung durch Vorurteile diskriminiert wie etwa „schlafende Hunde soll man nicht wecken“, oder „die sollen sich nicht auch noch reproduzieren“.
Quelle: fabs
Befriedigender Sex hilft gegen Alltagsstress und schützt vor Herzerkrankungen
Stuttgart, 19. April 2006. In einem Zeitalter, da der Stress im Arbeitsleben für viele Menschen immer größer wird und viele Paare, aber auch Familien über immer weniger Erholungspausen klagen, kann die körperliche Liebe die notwendige Entspannung bringen. Das Magazin Reader's Digest berichtet in seiner Mai-Ausgabe von neuen wissenschaftlichen Studien, wonach der sexuelle Akt zahlreiche positive Reaktionen im Körper auslöst. Demnach wird der Cholesterinspiegel abgesenkt, die Durchblutung verbessert, die Muskeln werden gestärkt, der Herzschlag kommt auf Trab und das Wachstum neuer Gehirnzellen wird begünstigt. "Sex als Teil einer Beziehung verbessert das geistige und seelische Wohlbefinden bei Männern und Frauen", sagte die kanadische Paar- und Sexualtherapeutin Kristina Towill dem Magazin.
Seit Jahren weisen Experten immer wieder darauf hin, wie wichtig und gesund ein erfülltes Sexualleben ist. "Paare mit einem aktiven Liebesleben sind glücklicher als solche, die nicht oder nicht mehr beziehungsweise selten intim werden", so Towill. Aber es gibt auch nachgewiesene Vorteile. So haben Studien ergeben, dass regelmäßiger Sex vor Herzerkrankungen schützt. In Großbritannien wurden 900 Männer zwischen 45 und 59 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet - Probanden mit weniger als zwei Orgasmen pro Woche starben doppelt so häufig an Herz-Kreislauf-Schwäche und anderen Erkrankungen als die aktiveren Männer.
Offenbar kann Sex auch einen beginnenden Migräneanfall stoppen. Bei einer Studie im US-Bundesstaat Illinois berichteten elf von 34 Testpersonen, ganz oder teilweise schmerzfrei gewesen zu sein, nachdem sie zum Höhepunkt gekommen waren. Die Forscher gehen davon aus, dass die beim Liebesakt ausgeschütteten Endorphine wie ein Schmerzmittel wirken. Eine ähnliche lindernde Wirkung durch Sex ergab sich bei Arthritisschmerzen und Menstruationskrämpfen. So leiden Frauen, die wenigstens einmal wöchentlich mit dem Partner intim sind, seltener unter Zyklus- und Fruchtbarkeitsstörungen sowie Wechseljahresbeschwerden als Frauen, die unregelmäßig oder keinen Sex haben.
Offenbar ist Sex aber nicht nur gesundheitsfördernd und hilft Stress abzubauen, er hält auch jung und macht schöner. "Eine erfüllte und glückliche Beziehung mit sexueller Vertrautheit tut uns gut", betont John Bancroft, Leiter des Instituts für Sexual-, Geschlechts- und Reproduktionsforschung im US-Bundesstaat Indiana. Demnach werden Menschen, die mindestens dreimal pro Woche Sex als Teil einer ausgefüllten Partnerschaft praktizieren, im Allgemeinen bis zu zehn Jahre jünger geschätzt als Altersgefährten, die zweimal pro Woche intimen Verkehr mit ihrem Partner haben. Und erwiesen ist, dass Paare, die keinen regelmäßigen Sex haben, irgendwann nur noch wie Freunde und Geschwister miteinander umgehen und es deshalb zu massiven Streitigkeiten und Konflikten kommt.
Quelle: Readers Digest Deutschland
Rauchen und Erektionsstörungen
Aktuelle Studie zeigt neuen Zusammenhang auf Bad Homburg - 10.04.2006 - (ots) - Dass Rauchen zu Erektionsstörungen führen kann, ist wissenschaftlich belegt und lässt sich auf vielen Zigarettenpackung nachlesen. Jetzt zeigte eine finnische Studie, dass es auch umgekehrt sein kann. In der Untersuchung fingen Männer mit Erektionsstörungen häufiger mit den Rauchen an als Männer ohne Potenzprobleme.

Bild: Photocase
Weltweit leiden etwa 190 Millionen Männer an Erektionsstörungen. Sie belasten Paarbeziehungen, das männliche Selbstbewusstsein und die Lebensqualität. Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Erektionsstörungen scheint belegt: Inhaltsstoffe des Tabakrauchens können die Blutgefäße verengen und damit den Blutfluss in die Schwellkörper stören, so dass eine Erektion nicht mehr entsteht oder gehalten werden kann. Auch wenn der Zusammenhang zwischen Rauchen und Erektionsstörungen den Betroffenen bekannt ist, fällt es doch den meisten Männern schwer, auf die Zigarette zu verzichten.
In einer finnischen Studie, in der der Zusammenhang zwischen Erektionsstörungen und Rauchen untersucht wurde, fanden sich jüngst sogar Hinweise darauf, dass Erektionsstörungen Nichtraucher dazu bringen, mit dem Rauchen anzufangen. In der Studie fingen mehr Männer mit Erektionsstörungen innerhalb von fünf Jahren mit dem Rauchen an, als Männer ohne Potenzprobleme. Als Grund dafür vermuteten die Wissenschaftler die psychische Belastung der Männer durch die Erektionsstörungen und deren Einfluss auf die Lebensqualität. Um diese Tendenz zu beweisen, bedarf es allerdings noch weiterer Untersuchungen.
Zwar sind 70 bis 80 Prozent der Erektionsstörungen sind auf körperliche Ursachen zurückzuführen, trotzdem spielt auch die Seele meist eine Rolle. Psychische Faktoren können körperliche Beeinträchtigungen verstärken. Wer über einen längeren Zeitraum keine Erektion bekommen kann, fühlt sich schnell als halber Mann. Die Angst vor einem erneuten Versagen der Männlichkeit verstärkt wiederum die Erektionsstörungen.
Erektionsstörungen können heute wirksam und einfach mit so genannten PDE-5-Hemmern in Tablettenform behandelt werden. Spezialist für die Diagnose und Therapie von Erektionsstörungen ist der Urologe. Zur Zeit stehen drei PDE-5-Hemmer zur Verfügung. Die Medikamente aus dieser Gruppe können bei sexueller Stimulation eine für befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion bewirken. Rund 80 Prozent aller Patienten sprechen auf die Behandlung mit diesen Medikamenten an. Prinzipiell wirken die PDE-5-Hemmer alle gleich, unterscheiden sich jedoch in ihrer Wirkdauer.
Quelle:
Lilly Deutschland GmbH
Erektionsstörungen: Die Zeit des Schweigens hat ein Ende -
Männer packen es an
Frankfurt (ots) - 11.11.2005 - "Viele Männer gehen heute Probleme mit ihrer Potenz aktiv an. So sorgen sie dafür, dass ihre Partnerschaft damit nicht dauerhaft belastet wird", resümiert Professor Dr. Uwe Hartmann, 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin und Sexualtherapie und einer der Initiatoren der 2. Bundesweiten Beratungswoche zum Thema "Erektionsstörungen. Was tun?". Die Beratungswoche habe dazu beigetragen, ein neues (Selbst-)Bewusstsein zu schaffen.
Bild: Photocase
Dass es durchaus sinnvoll ist, das Schweigen zu brechen, haben die Männer erlebt, die Anfang Oktober während der Beratungswoche "Zeit zu zweit" kompetente Hilfe erfahren haben. Rund 1.100 Urologische Praxen und Klinikabteilungen sowie mehr als 600 Apotheken standen mit Rat und Tat zur Seite. Auch die gebührenfreie Expertenhotline, der E-Mail-Expertenrat und der Live-Chat zum Thema konnten große Resonanz und hohes Interesse verbuchen. Dies zeigt: Es besteht noch immer großer Aufklärungsbedarf und häufig der Wunsch, über Erektionsprobleme zu reden. Viele Männer und auch ihre Partnerinnen sind eben nicht mehr bereit, das Problem stillschweigend hinzunehmen - sie packen es an.
Der Wunsch nach Informationen über Erektionsprobleme und deren Lösung ist hoch, denn nach Expertenangaben sind in Deutschland rund fünf Millionen Männer zeitweise bis dauerhaft von Potenzstörungen betroffen. Wer keine Gelegenheit hatte, während der 2. Bundesweiten Beratungswoche einen Arzt aufzusuchen oder die anderen Beratungsangebote zu nutzen, findet natürlich auch jetzt noch oder zu einem anderen Zeitpunkt die richtige Unterstützung. "Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen helfen", rät Dr. Klaus Schalkhäuser, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e. V. und ein weiterer Initiator der Beratungswoche. Noch immer täten zu wenig Männer etwas gegen ihre Erektionsstörungen, und viele schöben die Entscheidung, einen Arzt aufzusuchen mehrere Jahre vor sich her, weiß Schalkhäuser aus der Praxis zu berichten.
Die Erfahrung zeigt, dass die Entscheidung zum Arzt zu gehen, schon einen großen Teil des Leidensdrucks von den Betroffenen nimmt. Und der Arzt hat auch für Erektionsprobleme mit unterschiedlichen Ursachen die richtigen Lösungen parat. Es gibt mechanische Hilfsmittel, und auch operative Eingriffe sind möglich. Die meisten Männer bevorzugen eine einfache medikamentöse Lösung - so genannte PDE-5-Hemmer. Schließlich gehört Sexualität zum Leben dazu und ist für die meisten Paare ganz selbstverständlich. Eine durch Erektionsprobleme bedingte Einschränkung der Lebensqualität muss heute niemand mehr hinnehmen.
Die bundesweite Beratungswoche war eine Initiative des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e. V., der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V., dem Zentrum für Partnerschaft und sexuelle Gesundheit und der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin und Sexualtherapie e. V. Unterstützt wurde die Aktion von Lilly ICOS.
Quelle: Lilly Deutschland GmbH
Stress als Lustkiller

Foto: djd
Indianische Heilkunst
06.06.2005 - Der alltägliche Stress bringt es mit sich: Müdigkeit, Abgeschlagenheit und der Verlust der sexuellen Leistungsfähigkeit führen beim "starken Geschlecht" oftmals zu Frust und Selbstzweifeln. Obwohl körperlich eigentlich "alles in Ordnung" ist, werden überflüssigerweise von den Betroffenen dann häufig gleich starke potenzsteigernde Mittel eingenommen.
Dabei wäre es in vielen Fällen völlig ausreichend, einfach die Lebensenergien wieder aufzutanken. So greift z.B. Repursan (Apotheke) das Wissen von Indianervölkern des Amazonasbeckens auf. Zur Stärkung des gesamten Organismus, bei Nervenschwäche wie auch bei Erektionsproblemen wird dort seit alters her die innere Rinde des "Muira Puama" (zu deutsch Potenzholz) gekaut. Es stärkt von innen, indem es ein Enzym beeinflusst, das für viele Vorgänge im Körper eine große Rolle spielt. Angereichert wird Repursan zusätzlich durch anregende Kolasamen und lebenswichtige Vitamine wie Panthothensäure, Vitamin B2, Nicotinamid und Vitamin E. Es ist bekannt, dass ein Mangel an diesen Vitaminen zu Abgeschlagenheit und Schwäche führt. Vitamin E wird zudem ein ausgesprochener Schutzmechanismus für die Körperzellen zugeschrieben. Ist der leere Akku wieder aufgeladen, kehren Spannkraft und Leistungsfähigkeit zurück. Stress lässt sich besser bewältigen - und somit kann man(n) die schönen Seiten des Lebens wieder lustvoll genießen.
Quelle: djd
Potenzkalkulator: Wie groß ist das Risiko, dass der beste Freund schlapp macht?
Berlin - 19.04.2005 (ots) - Jeder zehnte deutsche Mann leidet unter Potenzstörungen – der so genannten Erektilen Dysfunktion (ED). Die Risiken lauern überall: Stress, ungesunde Ernährung, zu wenig Sport oder sogar Geldsorgen können für ungewollte Flaute im Bett sorgen. Mit dem Online-Potenzkalkulator unter www.potenzkalkulator.de können Männer ab sofort schnell und unkompliziert ihr persönliches Impotenzrisiko berechnen. Basis der Berechnung ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter 1.000 deutschen Männern.
Das Männerlebensart- und Lifestyleportal www.epicure.tv hat aus den Umfrageergebnissen einen Erektionsrechner entwickelt. Anhand von fünf Fragen können Männer testen, wie hoch ihr Impotenzrisiko wirklich ist. „Die Fragen sind dabei bewusst unterhaltsam und lustig gehalten, um den Teilnehmern die Scheu vor dem Tabuthema Impotenz zu nehmen“ kommentiert Sascha Rusch, Geschäftsführer von www.epicure.tv die Idee.
Zwar steigt die Gefahr von Impotenz erst mit zunehmendem Alter, doch Stress, mangelhafte Ernährung oder Volkskrankheiten wie Diabetes sorgen auch bei den jüngeren Generationen immer häufiger für unzureichende Potenz. Mit dem Potenzkalkulator können Männer frühzeitig ihr persönliches Risiko einschätzen. Zwar bieten die meisten Ärzte heute Erfolg versprechende Therapien gegen Erektile Dysfunktion an. Doch mit Hilfe der Ergebnisse des Potenzkalkulators und weiter führenden Tipps des Männerlebensart- und Lifestyleportals www.epicure.tv können Männer schon bei den ersten Anzeichen etwas gegen den drohenden Verlust der Zeugungsfähigkeit tun.
„Impotenz ist für das starke Geschlecht ein Tabuthema“, begründet Rusch die Idee des Online-Erektionsrechners. „Um den Männern den Zugang zu erleichtern, ist der Fragebogen unter www.potenzkalkulator.de unterhaltsam und sehr locker gestaltet.“ Trotzdem: Die Repräsentativen Ergebnisse der Forsa-Umfrage gewährleisten eine profunde Analyse des Impotenzrisikos anhand der Antworten der Teilnehmer. So finden Männer hilfreiche Tipps gegen drohende Erektionsstörungen – und Kopfschmerzen als Ausrede gehören der Vergangenheit an.
Quelle:
EPICURE Ges.Gesundheit und Lebensart mbH
Dicke haben weniger Lust auf erotische Abenteuer
Berlin - 12.04.2005 (ots) - Je dicker ein Mann ist, umso treuer ist er seiner Partnerin. Denn: Mit steigendem Gewicht sinkt ganz offenkundig die Lust auf sexuelle Abenteuer. Während im Durchschnitt fast jeder zweite Mann erotische Phantasien im Hinterkopf hat und jeden fünften ein Seitensprung reizen würde, gehen diese Zahlen bei Männern mit extremen Übergewicht teilweise gegen null. Das ergibt eine aktuelle Studie des Männerlebensart- und Lifestyleportals www.epicure.tv in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Bild: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter 1.000 deutschen Männern. Sie ergibt, dass etwa beim Thema Seitensprung 23 Prozent der normalgewichtigen Männer das Fell juckt. Bei Männern mit Adipositas, also extremem Übergewicht, reizt das Fremdgehen mit elf Prozent weniger als halb so viele.
Voreilig wäre die These, dass es dicken Männern vielleicht an Gelegenheit mangeln könnte, denn: Bei Bordellbesuchen ist das Verhältnis mit sieben zu vier Prozent ganz ähnlich. Nicht mal zum Telefonhörer greifen übergewichtige Männer häufiger als ihre schlankeren Geschlechtsgenossen: Cyber- und Telefonsex reizt fünf Prozent aller normalgewichtigen Männer, aber nur jeweils vier Prozent der Männer mit Übergewicht oder Adipositas.
Der Männergesundheitsexperte Sascha Rusch vermutet deshalb, dass dicke Männer zwar nicht zwangsläufig sexuell weniger aktiv sind oder sein wollen, aber: „Gesundheitsbewusste Männer wollen laut unserer Befragung eher ein Abenteuer wagen als Männer, die weniger auf ihr körperliches Wohlbefinden achten. Dicke Männer trauen sich Herausforderungen schlichtweg seltener zu, die jede Art eines sexuellen Abenteuers bedeutet.“
Quelle:
EPICURE Ges.Gesundheit und Lebensart mbH
Sexuelle Unzufriedenheit kostet Deutschlands Volkswirtschaft Milliarden
Köln - 07.04.2005 (ots) - Eine Umfrage im Auftrag des Instituts für Gesundheitsaufklärung (IFGA, Geldern) ergab, dass sieben Millionen Männer in Deutschland zeitweise unter Erektionsproblemen leiden. Die negativen sexuellen Erlebnisse wirken sich direkt auf die Arbeitseffizienz aus: Die Hälfte der befragten Männer gab an, am Tag nach einer misslungenen Liebesnacht zwischen einer und drei Stunden zu benötigen, um sich im Job wieder zu motivieren und zu konzentrieren. Die daraus resultierende Leistungsminderung bzw. Unproduktivität von im Durchschnitt 1,06 Stunden führt pro Jahr zu einem volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von 65,3 Milliarden Euro.
Bild: photoCase
In der repräsentativen Levitra-Studie, durchgeführt von der GEWIS (Gesellschaft für Erfahrungswissenschaftliche Sozialforschung, Hamburg), wurden 1032 berufstätige Männer und 1022 Frauen zwischen 20 und 65 Jahren befragt.
Lustkiller Nr.1 ist Stress: Zwei Drittel (73 Prozent) aller Männer sind durch Stress generell unmotivierter und lustloser, 68 Prozent haben keine Lust auf Sex, 46 Prozent ziehen sich mehr zurück und 35 Prozent sind "generell aggressiver". 45 Prozent der befragten Männer gaben an, unzufrieden mit ihrem Sexualleben zu sein. Stress, Leistungsdruck und die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes führen bei vielen Männern zur Schwächung der Libido und / oder zu Potenzproblemen.
Laut Levitra-Studie sind auch 3,2 Millionen berufstätige Frauen betroffen. Deren effektive Leistungsfähigkeit im Berufsleben reduziert sich durchschnittlich um 1,44 Stunden täglich, weil sie das "Schweigen der Lenden" ihrer Partner auch in der Arbeitszeit beschäftigt. Adel Massaad, Gesundheitsexperte des Instituts für Gesundheitsaufklärung (IFGA): "Dieses Problem sollten auch Personalverantwortliche ernst nehmen. Es ist erwiesen, dass sexuelle Zufriedenheit das Selbstwertgefühl steigert und die Konzentration und die Leistungsfähigkeit im Beruf erhöht."
Die IFGA stellte in Gesprächen mit Experten und Medizinern fest, dass ein effektiver möglicher Lösungsansatz bei Erektionsproblemen bei den meisten Betroffenen medikamentös mit einem PDE5-Hemmer erfolgen kann. Dr. Frank Sommer (Universität Köln) führte daraufhin eine sechswöchige Testphase mit unterschiedlichen Präparaten bei Betroffenen durch. Kernwunsch der Teilnehmer war vor allem eine "schnell eintretende Wirkung" und eine "lang anhaltende Erektion". Das Testergebnis war eindeutig: 44 Prozent der Teilnehmer präferierte den Wirkstoff Vardenafil, der ausschließlich in dem Medikament Levitra enthalten ist - ein in Deutschland erforschtes Produkt der Bayer AG.
Quelle:
GMM Gesellschaft für Medizin und Medien
Viagra macht sexhungrige Männer blind
Die Potenzpille kann zu einem Schlaganfall des Auges führen

Bild: photoCase
Minnesota (pte/01.04.2005/07:50) - Die Einnahme von Viagra kann bei manchen Männern zu einem Zustand dauerhafter Erblindung führen. Denn durch die Einnahme des potenzsteigernden Medikaments kann es zu einem "Schlaganfall des Auges" - einem Nonarteric Ischemic Optic Neuropathy (NAION) - kommen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der University of Minnesota http://www.umn.edu.
Das Krankheitsbild entsteht, wenn die Blutversorgung des Sehnervs unterbrochen wird und der empfindliche Nerv dadurch geschädigt wird. Dies kann in weiterer Folge zur Erblindung des Patienten führen. "Seit Jahren ist uns bekannt, dass manche Männer durch die Einnahme von Viagra kurzfristig eine getrübte Farbwahrnehmung haben und beispielsweise Dinge nur noch grün oder blau wahrnehmen", erklärte der Studienleiter Howard Pomeranz. "Der NAION ist jedoch ein viel gefährlicherer Zustand, denn er kann zu einem dauerhaften Verlust der Sehkraft führen", so der Experte.
Gefährdet sind vor allem ältere Männer zwischen 50 und 69 Jahren, die unter Arteriosklerose, Hypertonie, Diabetes oder Hypercholesterinämie leiden. Zudem ist das Risiko für einen NAION innerhalb der ersten 36 Stunden nach Einnahme des Medikaments am größten. Außerdem konnten die Forscher feststellen, dass die bisherigen Betroffenen vor dem Insult unter einer so genannten "low cup to disk ratio" gelitten haben. Darunter verstehen die Experten eine sehr enge Verbindung der Blutgefäße und Nerven an den schmalen Platz am hinteren Auge.
"Viagra reguliert eine Chemikalie im Körper, welche die Arterien verengt. Dieser Verengungsprozess kann die Blutversorgung zum Auge kappen - besonders bei Personen mit einer niedrigen low cup to disk ratio - und kann so zu einem NAION führen", resümierte der Experte. Die Forscher empfehlen auf Grund ihrer Ergebnisse bei der Verschreibung von Viagra auch immer die Gesundheit der Augen eines Patienten mit einzubeziehen, um ein mögliches NAION-Risiko zu unterbinden. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe des Journal of Neuro-ophthalmology http://www.jneuro-ophthalmology.com nachzulesen.
Quelle: pressetext.austria
Spätentwickler anfälliger für Geschlechtskrankheiten
Manchester (pte/31.03.2005/13:15) - Spätentwickler können für sexuell übertragbare Erkrankungen anfälliger sein. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Manchester http://www.man.ac.uk gekommen. Das Risiko einer Infektion scheint enger mit dem Erreichen der sexuellen Reife zusammenzuhängen als mit frühen sexuellen Erfahrungen. Die Forscher gehen davon aus, dass Mädchen, die früher reif sind, bis zu einem gewissen Grad durch höhere Östrogenwerte geschützt sind. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Sexually Transmitted Infections http://sti.bmjjournals.com veröffentlicht.
127 junge Frauen aus drei Kliniken nahmen an der Studie teil. Alle hatten ihre erste Periode erstmals innerhalb der vergangenen fünf Jahre und waren 17 Jahre alt oder jünger. Die Teilnehmerinnen wurden auf genitale Infektionen wie Chlamydien, Human Papillomavirus (HPV) und bakterielle Vaginose untersucht. Fast zwei Drittel waren HPV positiv. Die Hälfte dieser Frauen gehörte zu der Risikogruppe, die mit dem Entstehen von Gebärmutterhalskrebs in Zusammenhang gebracht wird. Mehr als die Hälfte der mit HPV Infizierten litten an zumindest einer anderen Infektion. Eine von vier Frauen testete positiv für Chlamydien. Dieses Testergebnis wird normalerweise mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht.
Es zeigte sich, dass spezifische Verhaltensmuster spezifische Auswirkungen auf bestimmte Infektionen hatten. Ein erst kürzlich erfolgter Partnerwechsel oder die Verwendung von Kondomen verringerte das Risiko einer Chlamydieninfektion. Der Einsatz von Notfallmaßnahmen zur Verhütung verdoppelte dieses Risiko. Geschlechtsverkehr während der Periode erhöhte das Risiko einer bakteriellen Vaginose. Rauchen wiederum erhöhte den Schutz gegen HPV. Die sexuelle Reife hatte jedoch einen entscheidenden Einfluss auf alle drei Infektionsarten. Sexuell reifere Frauen waren deutlich weniger gefährdet an einer der Infektionen zu erkranken. Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, als andere Faktoren wie die Anzahl der Sexualpartner berücksichtigt wurden.
Quelle: pressetext.deutschland
"Nicht vorbei" - ein Video über Sexualität und Querschnittlähmung
18.03.2005 -
Jedes Jahr erleiden in Deutschland etwa 1000 Menschen eine Querschnittlähmung, davon 80 % Männer. Sie trifft die Menschen immer unvorbereitet und bedeutet einen tiefen Einschnitt in das eigene Leben, das der Familie und des Umfeldes. Ein Schicksal, zu dessen Verarbeitung oft Jahre notwendig sind. Besonders schmerzlich wird nach Überwinden der Trauerphase der Verlust oder die Einschränkung der Sexualfunktion empfunden.
Betroffene und Partner sind
in dieser Situation ohne Hilfe überfordert.
Wie geht es weiter?
Kann ich Kinder zeugen oder bekommen?
Kann ich als Querschnittsgelähmter überhaupt Sexualpartner sein?
Welche konkreten Lösungsmöglichkeiten gibt es für meine Sexualstörung?
Auf all diese Fragen gibt der Film Antwort?
Bestellen kann man das Video auf www.nicht.vorbei.de.
CDU/CSU fordert Verbesserungen für Behinderte bei Verhinderung sexueller Übergriffe
Berlin 03.03.2005 - (ots) - Anlässlich des von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion verabschiedeten Antrags zur Unterbindung sexueller Übergriffe gegen Menschen mit Behinderung erklären Antje Blumenthal MdB und der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Belange der Menschen mit Behinderungen, Hubert Hüppe MdB:
Menschen mit Behinderung sind auf Grund ihrer besonderen sozialen und praktischen Abhängigkeit einem besonderen Risiko ausgesetzt, Opfer sexueller Gewalt durch professionelle oder private Betreuungspersonen zu werden. Deshalb werden Menschen mit Behinderung deutlich häufiger Opfer sexueller Übergriffe als nichtbehinderte Menschen – besonders betroffen sind Menschen mit geistiger Behinderung. Ein großer Anteil derartiger Übergriffe scheint sich laut ersten Studien in öffentlichen Institutionen wie Wohnheimen, Werkstätten und Sondereinrichtungen zu ereignen. Der jetzt von der CDU/CSU-Fraktion verabschiedete Antrag „Sexuelle Übergriffe gegen Menschen mit Behinderung wirksam unterbinden und Hilfsangebote für Betroffene verbessern“ greift die Problematik auf und fordert konkrete Verbesserungen für die Opfer und im Bereich der Prävention. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion vom Mai 2004 hatte erhebliche Defizite im Wissensstand zu sexuellen Übergriffen und im Umgang mit dieser Problematik aufgedeckt.
In dem Antrag fordert die CDU/CSU die Bundesregierung auf, durch wissenschaftliche Studien repräsentative Angaben über den Umfang von sexuellen Übergriffen sowohl innerhalb als auch außerhalb von öffentlichen Einrichtungen zu erarbeiten und ausgehend davon Ansatzpunkte für die Prävention und Therapie sexueller Übergriffe zu entwickeln. Da das Thema immer noch mit einem gesellschaftlichen Tabu belegt ist, sollen die Bevölkerung, das Personal in Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie Familienangehörige durch Kampagnen und Publikationen für dieses Thema sensibilisiert werden. Dies kann dazu beitragen, dass Übergriffe in Zukunft zunehmend zur Anzeige gebracht, Zeugen mobilisiert und potenzielle Täter abgeschreckt werden. Für den Fall, dass ein Tatbestand vermutet wird, soll für Praktiker ein Leitfaden für ein sinnvolles Vorgehen im Sinne der betroffenen Person erstellt werden. Als besonders wichtig erachtet wird auch die Schulung – soweit möglich – von Menschen mit Behinderungen selbst, damit sie Übergriffe rechtzeitig erkennen und angemessen darauf reagieren können. In Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen ist sicherzustellen, dass die Betroffenen eine von der Institution unabhängige Vertrauensperson als Ansprechpartner haben. Außerdem wird die Bundesregierung aufgefordert, den infrastrukturellen Mangel an speziell qualifizierten Psychologen und Psychotherapeuten zu beseitigen, um eine fachgerechte Behandlung nach einem erfolgten sexuellen Übergriff gewährleisten zu können.
Quelle:
CDU/CSU - Bundestagsfraktion
Vielzahl von Genen für sexuelle Orientierung entscheidend
Bereiche auf den Chromosomen 7, 8 und 10 identifiziert
Urbana-Champaign – 31.01.2005 - Wissenschafter der University of Illinois http://www.uiuc.edu haben nachgewiesen, dass eine Vielzahl von Genen für die sexuelle Orientierung entscheidend ist. Nach der Analyse des gesamten menschlichen Genoms kamen sie zu dem Ergebnis, dass es kein "Homosexuellen-Gen" gibt. Sie schreiben in dem Fachmagazin Human Genetics, http://www.springeronline.com/sgw/cda/frontpage/0,11855,5-126-70-1078058-0,00.html dass Umweltfaktoren wahrscheinlich ebenfalls eine Rolle spielen. Diese Studienergebnisse liefern einen weiteren Beitrag zu der Diskussion, ob die sexuelle Orientierung der freien Entscheidung unterliegt. Ein Großteil der früheren genetischen Forschung zur männlichen Homosexualität konzentrierte sich laut BBC auf das X-Chromosom, das von den Müttern an die Söhne weitergegeben wird.
Das Team um Brian Mustanski untersuchte alle 22 Paare der Nichtgeschlechtschromosomen von 456 Menschen aus 146 Familien mit zwei oder mehreren schwulen Brüdern. Es konnten verschiedene identische DNA Bereiche nachgewiesen werden, die homosexuelle Geschwister auf anderen Chromosomen als X teilten. Rund 60 Prozent dieser Brüder verfügten auf den Chromosomen 7,8 und 10 über identische DNA. Wahrscheinlich sei jedoch nur, dass 50 Prozent dieser DNA gemeinsam sei. Zwischen dem auf dem Chromosom 10 nachgewiesene Bereich und der sexuellen Orientierung bestand nur dann ein Zusammenhang, wenn sie von der Mutter geerbt wurde. Mustanski erklärte, dass in einem nächsten Schritt diese Ergebnisse durch weitere Studien bestätigt werden müssten. Zusätzlich seien jene Gene innerhalb der neu entdeckten Sequenzen zu identifizieren, die mit der sexuellen Orientierung in Verbindung stehen.
Quelle: pressetext.austria
Superfrauen geraten häufig in Lustkrise
Hamburg (ots) 03.01.2005 - Kein Wunder, dass die Geburtenrate in Deutschland sinkt: 83 Prozent der Frauen fühlen sich zu gestresst für Sex. Das ergab eine Umfrage unter 1.164 Frauen zwischen 30 und 50 Jahren, die das GEWIS-Institut im Auftrag der Zeitschrift FÜR SIE durchführte. "Viele Frauen stecken in der Perfektionsfalle. Sie möchten es allen recht machen und gleichzeitig Supermama, -kollegin und -freundin sein - und ihrem Mann die perfekte Geliebte. Ist aber in der Realität nicht zu schaffen", sagt Dr. Angelika Faas, Diplom-Psychologin und Paartherapeutin aus Hamburg, in FÜR SIE (erscheint am 4. Januar 2005). "Dann kommen die Schuldgefühle - und führen zu noch mehr Stress", so Faas. Eine Folge: In der Partnerschaft stirbt die Leidenschaft. Im Bett läuft praktisch nichts mehr.
"Solange die Frau darauf fixiert ist, ihr Leben unter Kontrolle zu haben, wird es ihr schwer fallen, Stress durch Sinnlichkeit zu ersetzen. Denn Sex zu haben bedeutet, sich fallen zu lassen und einem anderen zu vertrauen", erklärt Faas in FÜR SIE. Um sich dafür zu öffnen, sei es für gestresste Frauen deshalb wichtig, sich Freiräume zu schaffen, in denen sie improvisieren und das machen können, was ihnen gut tut, wie mit einer Freundin joggen oder bummeln gehen. Ein
anderer Lust-Zurückbringer ist Sport. Abends nur noch abzuhängen sei verlockend, aber man mache vollkommen schlapp und die Libido gleich mit. Um den Körper auf Touren zu bringen und den Stress abzuschütteln, sei Sport das beste und einfachste Mittel, so FÜR SIE.
Quelle: FÜR SIE
Sexuelle Funktionsstörungen der Frau - Mythos oder Realität?
04.11.2004 - Um Sexualstörungen der Frau mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, hat sich eine Arbeitsgruppe (bestehend aus Urologen, Frauenärzten, Psychologen, Psychosomatikern und Endokrinologen) mehrerer Universitätskliniken in Deutschland gebildet. ''Das klinische Interesse an den weiblichen Sexualstörungen ist spürbar gewachsen", erklärt Prof. Dr. med. Michael Truß, leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Medizinischen Hochschule Hannover.
Und das ist auch nötig, denn bei einem durch die Medizinische Hochschule Hannover ins Leben gerufenen standarisierten Fragebogen zur weiblichen Sexualität, welcher 45 Fragen zu Familienstand, Gesundheitsstatut und sexueller Aktivität umfaßt, wurde deutlich, dass 20,6 Prozent der befragten Medizinstudentinnen in verschiedenem Grade unzufrieden mit ihrem Sexualleben im letzten Monat waren.
Die Gründe dafür sind vielfältig:
eine gestörte Libido, Orgasmusstörungen, Vaginismus (Verkrampfen der Scheide beim Geschlechtsverkehr) oder Dyspareunie (Schmerzen bei sexuellem Kontakt). Von 648 befragten Studentinnen (Durchschnittalter: 24 Jahre) gaben 25 Prozent an, aversive Reaktionen auf die sexuelle Annäherung eines Partners zu kennen. 14,7 Prozent der befragten Frauen bewerten die eigene Orgasmushäufigkeit als viel zu selten und betrachtet man die sexuell bedingten Schmerzen, so fällt auf, dass fast die Hälfte der Studentinnen schon Erfahrungen mit Schmerzen dieser Art gemacht haben.
Die Fragebogenaktion ergab, dass zwar die Mehrheit der Befragten mit ihrem Sexualleben zufrieden ist - doch auch der signifikanten Minderheit mit sexuellen Problemen muss geholfen werden.
Ansetzen müßte man bei der Kontext- und Partnerabhängigkeit, welche ''sehr charakteristisch für die weibliche Sexualität ist'', so Prof. Truß. So ist für die meisten Frauen Körperkontakt in Form von Kuscheln oder Streicheln sehr wichtig, und darüber hinaus nehmen Probleme innerhalb der Partnerschaft sehr oft Einfluß auf das Sexualverhalten. Sexualstörungen der Frau sind ''leider'' kein Mythos, sondern ernstzunehmende Realität und bisher viel zu wenig beachtet, beklagt Dr. Stolzenburg.
Quelle:
Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig
Der Frust mit der Lust: Neue Studie belegt Zusammenhang zwischen
Prostata-Leiden und sexueller Aktivität!
22.10.2004 - Viele Männer jenseits der 50 kennen das: Aufgrund einer gutartigen Vergrößerung der Prostata müssen sie immer häufiger zur Toilette und das Wasserlassen bereitet mehr und mehr Probleme. Doch mit Zunahme der typischen Beschwerden werden nicht nur die Einschränkungen im Alltag größer und größer. Auch die sexuelle Aktivität der Betroffenen wird von den Funktionsstörungen im Blasen-Prostata-Bereich offenbar erheblich beeinflusst. Dieser Zusammenhang von Prostata-Leiden und Sexualstörungen rückt daher verstärkt in den Fokus der Wissenschaft - wie erst jüngst der aktuelle Kongress der "Deutschen Gesellschaft für Urologie" (DGU) im hessischen Wiesbaden wieder einmal bestätigt hat. Und auch eine neue Studie zu diesem Thema spricht eine deutliche Sprache.
In dieser internationalen Befragung von über 12.000 Männern wurde der Zusammenhang zwischen der sexuellen Aktivität der Befragten und dem Schweregrad ihrer Prostata-Probleme untersucht. Hierbei konnte eindrucksvoll belegt werden, dass sich die Anzahl der Sexualkontakte umso mehr verringerte, je stärker die Beschwerden im Blasen-Prostata-Bereich ausgeprägt waren. Auch sexuelle Funktionsstörungen, wie z.B. Erektions- und Ejakulationsprobleme, hingen offensichtlich stark mit der Ausprägung der Prostata-Beschwerden zusammen.
Ein Prostata-Problem kann also durchaus zum Potenz-Problem werden. Allerdings besteht in der Regel kein direkter organischer Zusammenhang zwischen einer gutartigen Vergrößerung der Prostata und der männlichen Sexualfunktion. In vielen Fällen liegen die Probleme schlicht darin begründet, dass mit der Zunahme der Beschwerden auch das männliche Selbstbild ins Wanken gerät - mit allen bekannten Folgen für die Libido.
Um so wichtiger ist es, auftretende Störungen im Blasen-Prostata-System frühzeitig zu behandeln. Denn mit einer erstarkten Funktion von Blase und Prostata kehrt häufig auch das Selbstbewusstsein zurück - und die Betroffenen können auch in der Sexualität leichter zur Normalität zurückfinden.

Quelle: GlaxoSmithKline Consumer Healthcare
Prostata-Beschwerden und Sexualleben .
Wer die typischen Beschwerden im Blasen-Prostata-Bereich umfassend und gleichzeitig schonend wirksam behandeln möchte, der greift meist zu einem pflanzlichen Arzneimittel. Der Grund: Viele chemische Prostata-Mittel lindern zwar zuverlässig die Beschwerden, haben aber häufig unangenehme Nebenwirkungen. Und die wirken sich im schlimmsten Falle auch negativ auf die männliche Sexualkraft aus. Anders die Naturheilmittel - sie weisen in der Regel keine unerwünschten Begleiterscheinungen auf. Besonders bewährt haben sich Präparate mit den Wirkstoffen von Kürbis und Sägepalmenfrucht, die unter anderem von der "Deutschen Gesellschaft für Urologie" seit einiger Zeit ausdrücklich empfohlen werden. Für Granu Fink Prosta, mit den Wirkstoffen aus dem Arzneikürbis, liegt dabei auch eine Langzeitstudie bei Beschwerden im Blasen-Prostata-Bereich vor.
Der speziell gezüchtete Arzneikürbis wirkt dank seines hohen Gehaltes an Blasenkräftigenden Inhaltsstoffen wie Linolsäure. Vitamin E und Magnesium umfassend harmonisierend auf die Funktion von Blase und Prostata. Auch die Sägepalmenfrucht (Sabal) enthält ein breites Spektrum an arzneilich wirksamen Substanzen: Phytosterole und ungesättigte Fettsäuren haben eine ausgleichende und entlastende Wirkung auf den gesamten Blasen-Prostata-Bereich.
Bei regelmäßiger Einnahme kann die Funktion von Blase und Prostata nachhaltig unterstützt und gekräftigt werden. Viele Betroffene verspüren schon nach kurzer Zeit eine deutliche Besserung der Typischen Beschwerden und eine umfassende Stärkung des gesamten Blasen-Prostata-Systems. Beste Voraussetzungen also, damit auch in Partnerschaft und Sexualität alles wieder bestens läuft!
ots Originaltext: GlaxoSmithKline
Sexualprobleme in der Partnerschaft
Die Lösung beginnt im Gespräch
Viele Frauen sind mit ihrem Liebesleben unzufrieden
05.10.2005 - Viele Frauen wünschen sich eine bessere Liebesbeziehung. Dies ergab die Auswertung einer Internet-Umfrage des Informationszentrums für Sexualität und Gesundheit (ISG) in Freiburg. Demnach ist nur jede vierte Frau (25,9 Prozent) mit ihrem Sexualleben zufrieden. Bei rund 70 Prozent der Befragten entspricht die Lust auf sexuelle Aktivitäten nicht ihren Vorstellungen. Zwei Drittel der Frauen (67,7 Prozent) geben an, dass sie nicht wüssten, ob ihr Partner mit ihrem erotischen Verhalten zufrieden sei. Über 82 Prozent würden gerne etwas in ihrem Sexualleben verändern.
An der Befragung, die sich über einen Zeitraum von anderthalb Jahren erstreckte, haben sich 2.215 Frauen im Alter von 15 bis 90 Jahren beteiligt. Der Altersdurchschnitt lag bei 35,5 Jahren. Abgesehen von der Altersgruppe der unter 20-jährigen Frauen, die zur Hälfte mit ihrem Liebesleben zufrieden sind, scheint die sexuelle Unzufriedenheit nicht altersabhängig zu sein. So geben zum Beispiel 82,3 Prozent der 20 bis 29-Jährigen an, in ihrer sexuellen Beziehung einige Probleme zu haben. Bei den 50 bis 59-Jährigen sind es 86,5 Prozent.
"Die Ergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, weil die Umfrage keine soziodemographischen Parameter berücksichtigt. Sie zeigen aber eine allgemeine Problematik auf, die das Liebesleben und damit die beiderseitige Zufriedenheit in der Partnerschaft bedrohen", sagt Dr. Michael Berner, Mitglied des ISG-Vorstands. Er verweist dabei besonders auf den Zusammenhang zwischen der sexuellen Zufriedenheit und dem Reden über das Thema. "Die Probleme der Frauen sind sehr unterschiedlich und reichen von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (34,1 Prozent) über Orgasmusschwierigkeiten (68,1 Prozent) bis hin zu Lustminderung durch negative Umfeldeinflüsse wie etwa Stress (70,5 Prozent). Eine mögliche Lösung setzt aber voraus, dass die Betroffenen offen darüber mit dem Partner oder einem Arzt sprechen, was in der Regel zu wenig oder gar nicht passiert."
Das Phänomen der Sprachlosigkeit angesichts sexueller Probleme ist auch bei Männern bekannt, die unter Erektionsstörungen leiden. Experten schätzen, dass deren Zahl in Deutschland bei zirka sechs Millionen liegt. Aber nur drei bis vier von zehn Betroffenen sprechen das Thema beim Partner oder beim Arzt offen an und können auf wirksame und risikoarme Behandlung hoffen.
Seit rund fünf Jahren unterstützt das ISG Männer und Frauen mit sexuellen Problemen. Hintergrund der Aufklärungsarbeit des auf Initiative von Ärzten und Wissenschaftlern gegründeten Informationszentrums sind Forschungsergebnisse, wonach sich eine zufriedenstellende Liebesbeziehung positiv auf die Gesundheit auswirkt. Ratsuchende können sich im Internet unter www.isg-info.de informieren oder direkt an die telefonische Beratung 01805-55 84 85 (12 Cent/Min.) wenden. Als Mutmacher für Partnerschaftsdialoge über sexuelle Wünsche und Bedürfnisse hat das ISG vor kurzem eine Broschüre mit dem Titel "Liebe hält gesund" erstellt. Wer Lust zum Lesen hat, kann sie über die oben genannte Kontaktnummer kostenlos anfordern oder auf der Internetseite herunterladen.
ots Originaltext: ISG e.V.
Schwinden
die Pfunde, steigt die Potenz - Mit Sport und Abnehmen gegen
Erektionsschwäche
23.08.2004 - Abnehmen und mehr körperliche
Aktivität können Männern mit Erektionsschwäche
wieder zur Potenz verhelfen. Das zeigt eine Studie italienischer
Forscher, über die das Gesundheitsmagazin "Apotheken
Umschau" berichtet. 110 übergewichtige Männer
mit
erektiler Dysfunktion (Erektionsschwäche)
beteiligten sich. Ein Teil der Probanden durchlief ein Diät-
und Bewegungsprogramm mit regelmäßigem Ausdauersport,
die andere Gruppe erhielt lediglich
Tipps zur gesünderen Lebensführung. Ergebnis nach
zwei Jahren: Jeder dritte Kandidat aus der Trainingsgruppe
hatte wieder eine normale Potenz bei den Patienten
ohne Therapie blieb die Situation unverändert.
ots-Originaltext:
Wort und Bild - Apotheken Umschau
Ein
ausgefülltes Liebesleben hält gesund! / Bundesweite
Beratungswoche Zeit zu zweit "Erektionsstörungen.
Was tun?" vom 27. September bis 01. Oktober 2004
17.08.2004 - Forscher haben herausgefunden, dass Sex gut für
das Wohlbefinden und die Gesundheit ist. Ein ausgefülltes
Sexualleben verbessert die Durchblutung, trainiert den Kreislauf
und wirkt sich positiv auf Körper und Geist aus. Eine
lebendige, liebe- und lustvolle Sexualität
ist für die meisten Paare ein wichtiger Bestandteil ihrer
Partnerschaft. Aber was, wenn es nicht mehr so klappt wie
früher?

Quelle: Aktionsbüro Zeit zu zweit
Erektionsstörungen. Was tun? Erektionsstörungen
sind weiter verbreitet als man(n) denkt.
Weltweit sind rund 152 Millionen Männer betroffen. Davon
alleine in Deutschland ca. sechs Millionen, von denen momentan
aber nur jeder 10. behandelt wird. Da Erektionsstörungen
immer noch tabuisiert sind, wird es den betroffenen Männern
häufig nicht leicht gemacht, das
Thema offen anzusprechen und Rat und Hilfe beim Arzt einzufordern.
Damit sich das ändert, startet am 27. September die erste
bundesweite Beratungswoche Zeit zu zweit unter dem Motto "Erektionsstörungen.
Was tun?", eine Initiative des Berufsverbandes der Deutschen
Urologen
e.V. (BDU), der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.
(DGU), des Zentrums für Partnerschaft und sexuelle Gesundheit
(ZPsG) und der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin
und Sexualtherapie (DGSMT) mit Unterstützung von Lilly
ICOS.
Information und Beratung stehen im Fokus 1.400 Urologen in
ganz Deutschland unterstützen die
Aufklärungskampagne in Sachen Erektionsstörungen
und nehmen an der bundesweiten Beratungswoche teil. In den
teilnehmenden Praxen gibt es ausführliches Informationsmaterial
und kompetente Beratung rund um das Thema Erektionsstörungen.
Darüber hinaus können interessierte und betroffene
Männer und Paare auch in rund 800 Apotheken bundesweit
die Informations-materialien erhalten und sich in Telefon-
und Internetsprechstunden Rat holen.
HINWEIS ZUSÄTZLICHES BERATUNGSANGEBOT
Was: Telefonhotline
Betroffene können Experten anrufen und ihre Fragen stellen!
Wann: 27. September bis 01. Oktober 2004 täglich von
17.00 bis 19.00 Uhr
Tel.: 0800-006 70 67 und 0800-006 80 68
Was: E-Mail-Expertenrat mit Dr. Sikora, Urologe
Es besteht die Möglichkeit, via E-Mail Fragen an den
Urologen zu richten, der diese dann schnellstmöglich
beantwortet.
Wo: www.ed-magazin.de
Was: Expertensprechstunde im Internet (Live Chat)
Im Rahmen der Sprechstunde können Betroffene ihre Fragen
anonym und direkt an die Experten stellen.
Wann: Montag, 04. Oktober 2004 von 19.00 bis 21.00 Uhr
Wo: www.experten-sprechstunde.de
Das bundesweite Beratungsangebot mit Experten ersetzt nicht
das individuelle Beratungsgespräch, sondern soll den
Betroffenen nur Mut machen, einen Arzt aufzusuchen. Informationen
zu den teilnehmenden Praxen finden Sie ab Mitte September
2004 unter www.ed-magazin.de.
Informationsmaterial für Betroffene kann unter www.ed-magazin.de
oder beim
Aktionsbüro Zeit zu zweit,
Stichwort: Beratungswoche,
Postfach 130 120,
50495 Köln abgefordert werden.
ots Originaltext: Aktionsbüro Zeit zu zweit
Neue
Studie: Abnehmen hilft bei Potenzproblemen
25.06.2004 - 52% aller Männer zwischen 40 und 70 Jahren leiden an Erektionsstörrungen (1). Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Übergewicht eine der Hauptursachen dafür ist. So führt Übergewicht zu einem um 30% erhöhten Risiko von Erektionsstörrungen. Neue Hoffnung für alle Bierbauchträger bringt nun eine neue
Langzeitstudie der Universität Neapel (2), die beweist, dass Abnehmen und Sport die Erektionsfähigkeit steigern.
Die Wissenschaftlerin Dr. Esposito setzte dazu übergewichtige Männer mit Potenzproblemen auf eine Diät aus ausgewogener, ballaststoffreicher Mischkost und verordnete ihnen ein regelmäßiges Sportprogramm. Das Ergebnis: über ein Drittel der Männer erlangte ihre Potenz zurück.
Doch woher kommt dieser Zusammenhang zwischen Abnehmen und Potenz?
Wie die Studie zeigt, führt Übergewicht zu chronischem oxidativen Stress und zur Bildung freier Radikale. Diese reduzieren den Anteil von Stickstoffoxid im Körper, was wiederum einen signifikanten Einfluss auf die Entstehung von Erektionsstörungen hat. Wie die
Untersuchung von Dr. Esposito zeigt, lassen sich Erektionsstörungen daher durch Sport und vor allem durch eine gezielte Diät beseitigen.
Doch welcher gestresste Mann hat heutzutage schon Zeit und Lust für Diät-Kocherei, Kalorienzählen, Einkaufen und Hunger leiden? Zeitgleich zur Studie von Dr. Esposito hat daher amapur, der führende Hersteller natürlicher Diätnahrung, eine Diät speziell für Männer auf
den deutschen Markt gebracht. Die amapur for men Diät ist exakt auf den männlichen Organismus abgestimmt, hoch wirksam und vor allem: männersicher einfach in der Anwendung. Kein Wunder, denn hinter amapur steckt wiederum eine Frau. Und die hat als solche ein
natürliches Interesse an der angenehmsten Nebenwirkung der Welt. Peggy Reichelt, Geschäftsführerin von amapur: "Bisher haben mich vor allem Dankschreiben zufriedener Manager und Schauspieler erreicht, die mit amapur for men in wenigen Wochen deutlich abnehmen konnten. Seit Dr. Esposito bewiesen hat, was unser Produkt sonst noch leistet, freue ich mich noch mehr auf Feedback von unseren Anwendern. Aber vielleicht sollte ich besser deren Frauen befragen..."
Die amapur for men Diät besteht aus kleinen, 100% natürlichen, sättigenden Fertig-Snacks, mit denen die normale Nahrung für 10 Tage ersetzt wird. Diese Kekse, Shakes, Riegel und Fertigsuppen lassen sich bei Arbeit und Freizeit bequem verzehren. Außerdem enthält
amapur for men als einzige Diät einen Komplex an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, die speziell auf die Anforderungen des männlichen Organismus abgestimmt sind, ergänzt um die
Anti-Stress- und Anti-Aging-Wirkstoffe Coenzym Q10 und L-Carnitin.
(1) Massachusetts Male Aging Study
(2) JAMA, June 23/30, 2004-Vol 291, No. 24, p. 2978- 2984
ots Originaltext: amapur Enduria GmbH
Sexualbegleitung
Auch behinderte Menschen in Einrichtungen nutzen die Angebote von Prostituierten. Zumeist werden sie bei der Kontaktaufnahme von Mitarbeitenden der Einrichtung unterstützt. Oft ist dafür auffälliges Verhalten der behinderten Menschen, zum Beispiel Aggression, der Anlass gewesen.
Die Erfahrungen mit den Kontakten zu Prostituierten ist nicht immer gut. Die Gründe für problematisches Verhalten sind oft komplexer und beruhen nicht nur auf biologischen Notwendigkeiten. So haben sich in den vergangenen Jahren nach dem Vorbild der SAR in den Niederlanden auch in Deutschland drei Anbieter etabliert, die Sexualbegleitung anbieten. Anders als in der Prostitution bieten hier Frauen und Männer sexuelle Dienstleistungen an ohne die Nachteile des Prostitutionsbetriebes. Bei der Sexualbegleitung wird eine würdevolle Beziehung aufgebaut, die einen Ausgleich findet zwischen professioneller Distanz und emotionaler Achtung. Es gibt regelmäßige Supervisionen und eine spezielle Ausbildung, die auch von Behinderten selber durchgeführt wird.
Kontaktadressen:
Sexybilities Berlin
Die Initiative Sexybilities bietet Beratung nach dem Peer-Counseling-Prinzip, d.h. Betroffene beraten Betroffene. Die Beratung kann anonym über Telefon oder Email erfolgen oder direkt in der Beratungsstelle bzw. einem anderen Ort, den Klienten wählen. Sexybilities vermittelt Kontakte zu Prostituierten, deren Arbeit den Beratenden bekannt ist und die sie weiterempfehlen können.
Darüber hinaus werden Gesprächsgruppen und Themenabende organisiert. Jedes Jahr bietet Sexybilities in Berlin eine Großparty als kulturelle Veranstaltung an. Die beratenden behinderten Menschen lehnen Sexualbegleitung als spezielle Ausbildungsprofession ab, da sie darin eine neue Besonderung für behinderte Menschen sehen.
Sexybilities beim ASL e.V.
Oranienstraße 189
10999 Berlin
Tel.: 030 60 88 05 76 (Anrufbeantworter)
Email: sexybilities@hotmail.de
Nina de Vries
Die bekannteste Sexualbegleiterin in Deutschland ist die Niederländerin Nina de Vries. Sie arbeitet als selbstständige Sexualbegleiterin und hat sich auf ein Angebot für geistigbehinderte Menschen spezialisiert. Sie arbeitet mit Einrichtungen der Behindertenarbeit zusammen, gibt Fortbildungen, hält Workshops und arbeitet an Tagungen und Seminaren mit.
Zurzeit versuchen einige Aktive in der Schweiz mit ihr als Ausbilderin eine Fortbildung zur Berührerin bzw. zum Berührer zu etablieren. Die Bezeichnung für ihr Angebot weist schon darauf hin, dass für Nina de Vries die Körperberührung im Vordergrund steht. Sie bietet daher keinen Geschlechtsverkehr an.
Nina de Vries hat die Diskussion um Sexualbegleitung in Deutschland sehr geprägt und an verschiedenen TV-Berichten mitgearbeitet.
Nina de Vries
Wattstr. 12
14482 Potsdam
Tel. : 0331/74 24 30 oder 0179/42 40 37 9
Email : nina_devries@web.de
Sensis Hessen und Sensis Sachsen
Die Interessengemeinschaft für Behinderte (IFB) ist ein Dienstleistungsanbieter in Wiesbaden und Leipzig. Aus ihm ging 1995 Sensis hervor. Sensis schreibt über sich: „Sensis bietet körperlich behinderten Menschen die Möglichkeit, körperliche Nähe und Sexualität in entspannter Atmosphäre zu erleben ... Sensis möchte Menschen helfen, die durch ihre Behinderung Schwierigkeiten haben, den eigenen Körper und ihre Gefühle kennen zu lernen. Das Angebot .. gilt für Frauen und Männer.“
Sensis nutzt dazu die Vermittlung von Mitarbeiterinnen, will aber auch Beratung und Fortbildung durchführen. Sensis organisiert ein gut besuchtes Forum im Internet zum Thema Sexualbegleitung. Träger für Sensis Hessen und Sachsen ist der Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte Hessen e.V.
SENSIS Hessen - Ehrengartstraße 15, 65201 Wiesbaden, Tel.: 0611-1828378 und SENSIS Sachsen (in Kooperation mit dem IFB) - Birkenstr. 11 – 04177 Leipzig
Ansprechpartner: Stan Albers, Pädagoge grad. NL (drs.) Sexuelle Betreuung : Jenny – Tel. : 0178 - 6881561 Internet: www.sensis-hessen.de oder www.sensis-sachsen.de
Quelle: Familienratgeber
Liebe hält gesund
14.06.2004 - In Deutschland leiden rund sechs Millionen Männer unter Erektionsstörungen, eine Kampagne will Betroffene zum Reden bringen.
Doch nur drei bis vier von 10 betroffenen Männern sind bereit, über ihr Problem zu sprechen. Dadurch verspielen die Betroffenen nicht nur die Chance einer erfolgreichen Therapie. Sie verzichten auch auf ein Stück Lebensqualität.
Zu diesem Ergebnis kommt das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. (ISG) nach der Auswertung zahlreicher Untersuchungen und Langzeitstudien. Daraus geht unter anderem hervor, dass Sexualität Wohlfühlhormone freisetzt, körperliche Beschwerden mindert, Kalorien verbraucht und die allgemeine Vitalität fördert. "Hinzu kommt, dass die sexuelle Zufriedenheit für viele Partnerschaften eine wichtige Voraussetzung für die Stabilität der Beziehung ist", erklärte Dr. Michael Berner, Psychiater und Mitglied des ISG-Vorstandes, im Rahmen einer Pressekonferenz in Hamburg. "Paare, die offen über ihre Sexualität sprechen, lernen sich besser kennen, achten mehr auf ihre Gefühle, zeigen mehr Zuneigung und können auch eventuelle Probleme ihres Liebeslebens besser bewältigen."
"Sexualität hat Sprache, macht aber auch sprachlos", sagte der Diplom-Psychologe Dr. Steffen Fliegel, Münster. Männern mit Erektionsstörungen fällt das Reden besonders schwer, weil sie befürchten belächelt oder sogar ausgelacht, bedauert, bemitleidet zu werden. Der Diplom-Psychologe rät zu einem partnerschaftlichen Gespräch über die sexuellen Bedürfnisse. Es kann viele Vorurteile ausräumen und einem sexuellen Rückzug vorbeugen.
Die positiven Auswirkungen der Sexualität hat das ISG zum Anlass genommen, eine bundesweite Informationskampagne durchzuführen. Unter dem Motto "Liebe hält gesund" sollen die Betroffenen zum Reden über sexuelle Funktionsstörungen motiviert werden. "Die Kampagne wertet die Sexualität auf. Durch ihre einfühlsame und lebensbejahende Botschaft setzt sie die Hemmschwelle herab, über intime Probleme zu reden", sagte Professor Dr. Ulrich Wetterauer, 1. Vorsitzender des ISG. Zudem gibt es heute wirksame Medikamente, mit denen Erektionsstörungen erfolgreich behandelt werden können.
Die Kampagne wird von den Arzneimittelherstellern Lilly ICOS und Pfizer unterstützt. Die Betroffenen sollen direkt über Ärzte, Apotheker, Verbände und Patientengruppen, bei denen sexuelle Störungen häufig als Begleitsymptome auftreten wie zum Beispiel Diabetes, Herzkreislauf, Parkinson, angesprochen werden. Wichtigstes Informationsmittel der Kampagne ist die kostenlose Broschüre "Liebe - Lust zum Lesen" mit 36 Anregungen zur gesunden Partnerschaft. Sie kann unter www.isg-info.de/ heruntergeladen bzw. telefonisch unter 01805 - 55 84 85 (12 Cent/Min.) angefordert werden. Die ISG-Infoline dient vor allem als Kontaktstelle für Ratsuchende, die anonym bleiben möchten. Sie ist Montag bis Freitag von 15.00 bis 20.00 Uhr besetzt.
Quelle: ots Originaltext: Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. (ISG)
Ganz Frau und behindert !
27.05.2004 - PRO FAMILIA e.V. und CeBeeF bieten in einer Kooperation Informationen, Beratungen, ärztliche Sprechstunden und gynäkologische Untersuchungen für Frauen mit körperlicher Behinderung an.
Ganz Frau!
Mit diesem Projekt wollen die beiden Vereine eine Lücke in der Versorgung und Beratung schließen und Frauen mit Behinderung die Möglichkeit geben, ihr Bild von der Weiblichkeit behinderter Frauen neu zu gestalten. Dem Trend behinderte Frauen auf ein "Objekt" zu reduzieren, soll so entgegengewirkt werden. Sexualität, Liebe, Partnerschaft und eigene Kinder haben, sind normale Sehnsüchte, Bedürfnisse und Wünsche die in allen Menschen mehr oder weniger ausgeprägt angelegt sind.
Das Projekt möchte Hilfen anbieten um Frauen mit Behinderungen, die oft vor großen Hürden stehen, bei den folgenden Gedankengängen und Fragestellungen zu unterstützen: "…Wie finde ich einen Partner? Wie wirke ich als Frau auf andere? Welche Probleme gibt es mit meiner Behinderung in der Partnerschaft?…"
Außerdem werden zu den Themen "Behinderung und Sexualität, Liebe und Partnerschaft" Informations- und Diskussionsveranstaltungen, Filmvorführungen und Gesprächsgruppen angeboten - einen Teil davon ausschließlich für behinderte Frauen, die anderen für Männer und Frauen. Weiterhin gibt es ein medizinisches Angebot. In einer ärztlichen Sprechstunde mit viel Zeit zum Erfahrungsaustausch, mit einem barrierefreien Zugang, mit Fahrstuhl, zwei Behindertenparkplätzen, behindertengerechter Toilette, Hebelift und höhenverstellbarem gynäkologischem Untersuchungsstuhl… wird Frauen die Gelegenheit gegeben sich ausgiebig beraten und untersuchen zu lassen.
Detailliertere Informationen finden Sie hier:
www.cebeef.com/behfrauen
Oder direkt bei:
PRO FAMILIA e.V.
Ortsverband Frankfurt a.M.
Deutsche Gesellschaft für Familienplanung,
Sexualpädagogik und Sexualberatung
Palmengartenstraße 14
60325 Frankfurt
Tel. 069/59 92 86
Internet: www.profamilia-frankfurt.de
und bei:
CeBeeF
Club Behinderter und ihrer Freunde
in Frankfurt und Umgebung e.V.
Elbinger Str. 3
60487 Frankfurt a.M.
Tel: 069 / 97 05 22 - 0
Fax: 069 / 70 25 77
Internet: www.cebeef.com
18.05.2004 - In Deutschland leiden rund sechs Millionen Männer unter Erektionsstörungen. Doch nur drei bis vier von 10 betroffenen Männern sind bereit, über ihr Problem zu sprechen. Dadurch verspielen die Betroffenen nicht nur die Chance einer
erfolgreichen Therapie. Sie verzichten auch auf ein Stück Lebensqualität.
Zu diesem Ergebnis kommt das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. (ISG) nach der Auswertung zahlreicher Untersuchungen und Langzeitstudien. Daraus geht unter anderem hervor, dass Sexualität Wohlfühlhormone freisetzt, körperliche Beschwerden
mindert, Kalorien verbraucht und die allgemeine Vitalität fördert. "Hinzu kommt, dass die sexuelle Zufriedenheit für viele Partnerschaften eine wichtige Voraussetzung für die Stabilität der Beziehung ist", erklärte Dr. Michael Berner, Psychiater und Mitglied des ISG-Vorstandes, im Rahmen einer Pressekonferenz in Hamburg. "Paare, die offen über ihre Sexualität sprechen, lernen sich besser kennen, achten mehr auf ihre Gefühle, zeigen mehr Zuneigung und
können auch eventuelle Probleme ihres Liebeslebens besser bewältigen."
"Sexualität hat Sprache, macht aber auch sprachlos", sagte der Diplom-Psychologe Dr. Steffen Fliegel, Münster. Männern mit Erektionsstörungen fällt das Reden besonders schwer, weil sie
befürchten belächelt oder sogar ausgelacht, bedauert, bemitleidet zu werden. Der Diplom-Psychologe rät zu einem partnerschaftlichen Gespräch über die sexuellen Bedürfnisse. Es kann viele Vorurteile ausräumen und einem sexuellen Rückzug vorbeugen.
Die positiven Auswirkungen der Sexualität hat das ISG zum Anlass genommen, eine bundesweite Informationskampagne durchzuführen. Unter dem Motto "Liebe hält gesund" sollen die Betroffenen zum Reden über sexuelle Funktionsstörungen motiviert werden. "Die Kampagne wertet die Sexualität auf. Durch ihre einfühlsame und lebensbejahende Botschaft setzt sie die Hemmschwelle herab, über intime Probleme zu reden", sagte Professor Dr. Ulrich Wetterauer, 1. Vorsitzender des ISG. Zudem gibt es heute wirksame Medikamente, mit denen Erektionsstörungen erfolgreich behandelt werden können.
Die Kampagne wird von den Arzneimittelherstellern Lilly ICOS und Pfizer unterstützt. Die Betroffenen sollen direkt über Ärzte, Apotheker, Verbände und Patientengruppen, bei denen sexuelle Störungen häufig als Begleitsymptome auftreten wie zum Beispiel Diabetes, Herzkreislauf, Parkinson, angesprochen werden. Wichtigstes Informationsmittel der Kampagne ist die kostenlose Broschüre "Liebe - Lust zum Lesen" mit 36 Anregungen zur gesunden Partnerschaft. Sie kann unter www.isg-info.de heruntergeladen bzw. telefonisch unter
01805 - 55 84 85 (12 Cent/Min.) angefordert werden. Die ISG-Infoline dient vor allem als Kontaktstelle für Ratsuchende, die anonym bleiben möchten. Sie ist Montag bis Freitag von 15.00 bis 20.00 Uhr besetzt.
ots Originaltext: Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. (ISG)
Sexuality
reborn - Ein praxisorientiertes Video
Für
alle, die sich mit dem Thema Querschnittslähmung &
Sexualität auseinandersetzen wollen, gibt es ein Video,
das hauptsächlich Betroffene zu Wort kommen lässt.
Denn Fachleute und Spezialisten sind Menschen, die sich
"hautnah" mit der Frage auseinandersetzen.
Vier
amerikanische Paare, bei denen jeweils ein Partner querschnittsgelähmt
ist ( von inkompletter Lähmung bis Tetraplegie), erzählen
offen und freimütig von der Umstellung, die die Lähmung
mit sich brachte. Sie berichten von Schwierigkeiten, aber
auch von Wegen, die sie gefunden haben, um ihre Sexualität
neu zu entdecken.
Der Film ist nicht nur theoretisch, er zeigt
auch Szenen aus dem Intimleben der Paare, die Mut machen,
sich von bisherigen Vorstellungen zu lösen.
Zum Beispiel baut ein Paar den Rollstuhl
unkompliziert in das Liebesspiel mit ein. Zwischendurch
melden sich zwei Mediziner zu Wort, was eigentlich unnötig
ist, der Qualität des Filmes jedoch nicht schadet.
Dieses
Video können Betroffene und Therapeuten beim Schweizerischen
Paraplegikerzentrum der Universitätsklinik Balgrist,
Forchstr. 34, CH - 8008 Zürich bestellen. Die Kosten
betragen DM 91,00 zuzüglich Versandkosten.
Medikament kann zu Hypersexualität
führen
Dopaminergika,
die gegen die Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, können
in hohen Dosen zu Störungen des sexuellen Erlebens
und Verhaltens führen. Das berichtet die Fachzeitschrift
„Der Nervenarzt“ (04/2003).
Jüngste
Untersuchungen zeigten, dass Dopaminergika (L-Dopa-Präparate)
Hypersexualität hervorrufen können. 10-20 % der
Patienten und 40 % der Patientinnen seien davon betroffen,
schreibt die Zeitschrift. Bei Frauen könne sich die
Wirkung im Extremfall in Unruhe, Angstzuständen und
Suchtverhalten äußern. Sie hätten ein ständiges
Verlangen nach Sex; ihre Bedürfnisse seien kaum zu
befriedigen; sie könnten sich nur schwer auf andere
Dinge konzentrieren.
Manche
Patienten, die mit hochdosierten Dopaminergika therapiert
werden, machten sich in Folge ihres ständigen sexuellen
Verlangens sogar strafbar, berichtet die Zeitung. Beispielsweise
leiteten die Behörden gegen einen 45-jährigen
Morbus-Parkinson-Patienten ein Strafverfahren ein, weil
er sich in einem öffentlichen Verkehrsmittel teilweise
entblößt und dann onanierende Bewegungen gemacht
hatte. Ein Gutachter stellte fest, dass der Mann mit hochdosierten
Dopaminergika behandelt wurde und aufgrund dessen einen
Drang zum exhibitionistischen Handeln verspürte.
Um
der unerwünschten Hypersexualität bei Parkinson-Patienten
entgegenzuwirken, empfiehlt das Fachblatt vorbeugend Gegenmedikamente
einzunehmen. (BSMO)
Quelle:
www.lifeline.de
Sexualberatung
für Menschen mit Handicap
Immer mehr behinderte Menschen haben den Mut, fragen zu ihrer
Sexualität öffentlich auszusprechen. Zu oft bekommen
sie diese Fragen im außerprivaten Raum nur von ihren Ärzten
beantwortet. Den Vorteil des Peer Counseling können sie
kaum nutzen; das bedeutet die besondere Vertrautheit einer Beratung
durch eine Person mit ähnlichen Erfahrungen. Bislang haben
sich die traditionellen Beratungsstellen Behinderter zu den
Themen Sex und Partnerschaft kaum Kompetenz angeeignet. Das
soll nun anders werden.
In Kooperation mit Mitarbeitern von PRO FAMILIA, BALANCE und
dem ISBB aus Trebel bieten der VFbI e.V. und der Berufsverband
Peer Counseling jetzt eine Ausbildung in Sexualberatung an.
Das Ziel: Ausgebildete Sexualberater/innen verfügen einerseits
über eher medizinisches Wissen aus den Familienberatungszentren,
wie etwa PRO FAMILIA. Andererseits haben sie Informationen zu
den besonderen erotischen Wegen behinderter Menschen, die z.
B. das „Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter“
(ISBB) in Trebel geht. Zwei Herangehensweisen, einmal von der
Erlebnisseite her, einmal eher medizinisch, hin zur selbstbestimmten
Sexualität behinderter Menschen. Potentielle Arbeitgeber
sind die klassischen Beratungsstellen der Familienplanung oder
die Zentren für selbstbestimmtes Leben Behinderter oder
Verbände der Behindertenarbeit. Bundesweit gibt es schon
zwei Beratungsstellen von PRO FAMILIA, die nur für die
Fragen behinderter Menschen technisch und personell mit Peer
Counselorinnen ausgestattet sind.
Die sechswöchige Fortbildung beginnt am 6. Oktober 2003
und endet am 30. April 2004. Dazwischen sind (gleichmäßig
verteilt) sechs mal fünf Wochentage zu absolvieren mit
den Themen: Bedeutung des Peer Counseling, Medizinisches zur
Geburt, Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin, Insemination
und Elternschaft, Persönliche Assistenz und Sex, Verhütung,
Schwangerschaftsabbruch, Sexualität und Querschnittlähmung,
Sexualpädagogik in Schulen, erotische Selbsthilfeinitiativen
Behinderter, Partnerschaft usw.
Tagungsort ist das barrierefreie Trebeler Gästehaus Nemitzer
Heide im Osten Niedersachsens. Die Fortbildung kostet 1.184
Euro. Als Moderatorin konnte Wiebke Hendeß aus Oldenburg
gewonnen werden, die natürlich selbst behindert ist. Weitere
Informationen gibt es beim VFbI e.V. Berlin, das ist der Verein
zur Förderung der beruflichen Integration Behinderter,
Prenzlauer Allee 36, 10405 Berlin, Tel.: 030-48 62 52 15 oder
unter
+++
Sexualität und körperliche Behinderung
+++ |
Auf
der Suche nach einem befriedigenden Sexualleben.
Acht
Millionen Menschen unseres Landes sind körperbehindert.
Sie sind bewegungsgehemmt, sprachgestört, blind,
taub. Obwohl sie meist nicht in ihrem sexuellen Empfinden
beeinträchtigt sind, leiden viele darunter, dass
ihr Bedürfnis nach Geborgenheit, Zärtlichkeit,
sexueller Lust unerfüllt bleibt oder dass ihr Sexualleben
stark eingeschränkt ist.
Es
besteht eine Kluft zwischen Behinderten und Nichtbehinderten.
Nichtbehinderte Frauen und Männer wissen meist nicht,
wie sie sich angemessen verhalten sollen und meiden daher
Kontakte; manche fühlen sich bereits durch den Anblick
eines körperbehinderten Menschen gestört und
provoziert. Es hilft kaum, wenn sie daran erinnert werden,
dass sie selbst plötzlich als Folge einer Erkrankung,
eines Verkehrs- oder Arbeitsunfalles für den Rest
ihres Lebens schwer behindert sein können.
Es
gibt nicht die beiden Körperbehinderten, die sich
gleichen. Das gilt auch für das Sexualleben. Es kommt
nicht so sehr auf die Art der Behinderung an, sondern
darauf, wie einschneidend eine Behinderung erlebt wird.
Für die Lebenszufriedenheit ist entscheidend, ob
als gleichwertig erlebbare andere Formen der sexuellen
Befriedigung entdeckt werden, ob Alternativen möglich
sind. Auch Charaktereigenarten, beispielsweise mehr optimistische
oder pessimistische Einstellungen, Mut, sich anderes als
das Übliche einfallen zu lassen und auch zu verwirklichen,
Eigenwilligkeit und Selbstvertrauen, schließlich
die Fähigkeit, Resignationen immer wieder zu überwinden,
haben einen positiven Einfluss.
Eine
Broschüre wie diese kann nicht das Ziel haben, allgemeingültige
Ratschläge zu vermitteln. Ein guter Rat, der im einen
Fall weiterhilft, erregt im anderen Fall nur Ablehnung
und Ärger. Ein wichtiges Ziel wäre jedoch erreicht,
wenn möglichst viele Körperbehinderte angeregt
würde, Kontakt mit Selbsthilfegruppen mit einer Beratungsstelle
für Körperbehinderte oder auch einer Sexualberatungsstelle
aufzunehmen, um hier Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner
für ihre Probleme zu finden und Möglichkeiten
zu entdecken, wie trotz und mit der Behinderung ein befriedigendes
Sexualleben zu gestalten ist. Nur in sehr persönlichen
Gesprächen können die besonderen Eigenarten
eines Menschen berücksichtigt werden.
Zwischen
Erwartungsdruck und Behinderung
Die
Erziehung der Mädchen, die von Geburt an oder seit
früher Kindheit behindert sind, ist oft widersprüchlich:
Einerseits
ist eine der Frauenrolle entsprechende Erziehung erkennbar.
Die Eltern und später auch die Lehrerinnen und Lehrer
in der Schule tun alles, um die behinderten Mädchen
möglichst nahe an die Welt der Nichtbehinderten heranzubringen,
weil sie die einzig vorstellbare, lebbare und auch für
die erwachsenen Frauen akzeptable Lebensweise zu garantieren
scheint. Den Mädchen werden schöne Kleider angezogen.
Es wird darauf geachtet, dass sie sich mädchenhaft
benehmen.
Andererseits
wird den Mädchen signalisiert, dass für sie
die in der Gesellschaft üblichen Rollen einer Frau
(Hausfrau, Ehefrau, Mutter) nicht in Frage kommen, weil
sie die mit ihnen verbundenen Aufgaben und Pflichten angeblich
wegen ihrer Behinderung nicht zufriedenstellend erfüllen
können. Beispielsweise werden sie zuhause von hauswirtschaftlichen
Tätigkeiten freigestellt.
Je
weniger wegen der körperlichen Einschränkungen
die Anpassung an die Welt der Nichtbehinderten gelingt,
um so mehr wird versucht, dies durch schulische Bildung
auszugleichen. Erfolge in der Schule sollen mangelhafte
weibliche Reize wettmachen. Auch später in der Berufsausbildung
dürfen körperbehinderte Mädchen nicht nachlässig
werden, notfalls wird ihr Leistungsehrgeiz mit dem Hinweis
angestachelt, sie müssten schon für sich selbst
sorgen, denn einen Mann würden sie doch nie finden
(leider ist diese Drohung nicht unbegründet: Etwa
75 Prozent aller behinderten Männer, aber nur 38
Prozent aller Frauen mit Behinderungen sind verheiratet).
Es
fragt sich, ob körperbehinderte Frauen, die so erzogen
worden sind, nicht in eine Sackgasse geraten müssen.
Berufliche Karrieren sind schon für nichtbehinderte
Frauen schwierig und nur unter besonderen "Opfern"
zu verwirklichen. Frauen mit Behinderung werden solche
Leistungen nicht zugetraut, sie sind im Berufsleben doppelt
benachteiligt: als Frauen und als Behinderte. Gleichzeitig
erleben sie, welche Hindernisse einer Familiengründung
im Wege stehen: Männer, die mit körperbehinderten
Frauen ein gemeinsames Leben wagen wollen, sind selten,
selbst dann, wenn sie selbst behindert sind - es gibt
nur wenige Möglichkeiten für unbefangene Begegnungen
mit Angehörigen des anderen Geschlechts - schließlich
stellt sich als größter Nachteil heraus, dass
körperbehinderte Frauen nicht nur zu wenig auf Haushaltsführung
und Familienleben vorbereitet wurden, sondern oft auch
gänzlich ungeübt sind im Umgang mit jungen Männern.
Um
nicht dauerhaft in die Stellung einer Außenseiterin
abgedrängt zu werden, bemühen sich viele behinderte
Frauen, den bei ihnen sichtbaren Mangel durch Schminke,
Kleidung, aber auch durch gute Gespräche, gute Leistung
und vor allem durch den Status einer guten Freundin, die
immer für alle ein offenes Ohr hat, auszugleichen.
Ihre eigenen Ansprüche auf Nähe, Partnerschaft,
Zärtlichkeit und sexuelle Erfüllung nehmen sie
zurück: Sie wollen sich nicht aufdrängen, niemand
lästig werden und schützen sich mit ihrer Zurückhaltung
zugleich davor, zurückgewiesen und seelisch verletzt
zu werden. Sie genießen es, dass sie in der Rolle
des guten Kumpels akzeptiert und beliebt sind und als
wertvoll angesehen werden.
Im
Zentrum des Selbstverständnisses von Männern
steht von frühen Kindheitstagen an die Erfahrung:
Ich habe einen Penis, der mir lustvolle Empfindungen vermittelt,
der steif werden und zu immer stärkeren Lustgefühlen
gereizt werden kann, bis schließlich auf dem Höhepunkt
der Orgasmus entsteht.
Wer
je mitbekommen hat, wie bereits kleine jungen mit der
Erektionsfähigkeit ihres Gliedes angeben und wie
sehr erwachsene Männer leiden, wenn sie sich als
impotent erleben, der muss glauben, dass die Frage, was
den richtigen Mann ausmache, sich für den Mann mit
dem Erleben der Funktionsfähigkeit seines Penis beantwortet:
"Wie mein Phallus beweist, bin ich sexuell potent,
und also bin ich ein Mann!"
Es
fällt Männern meist schwer, sich von solchen
Festlegungen und Überzeugungen zu befreien, obwohl
es doch eigentlich keiner Überlegungen bedarf, um
herauszufinden, wie unsinnig sie sind. Selbstverständlich
verwirklicht sich ein Mann nicht vor allem oder auch nur
vorwiegend durch seine Erektions- und Ergasmusfähigkeit.
Jeder Mann hat Fähigkeiten, die lebenswichtiger und
die für seine Persönlichkeit charakteristischer
sind, wie zum Beispiel Zuverlässigkeit oder die Art
und Weise, wie er liebt und sich liebenlassen kann - und
das alles hat gar nichts mit der Funktionsfähigkeit
seines Penis zu tun.
Ein
Mann, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, kann nicht
den großen Frauenjäger spielen. Bevor er mit
einer Partnerin intim wird, muss er mit ihr über
seine körperlichen Gegebenheiten reden. Er muss sich
ins Bett und vielleicht noch bei anderen intimen Handlungen
helfen lassen. Damit entspricht er nicht gerade dem üblichen
Männlichkeitsbild. Aber dieser Mann hat gute Chancen
bei Frauen, die nicht so sehr stürmische Eroberer,
sondern rücksichts- und verständnisvolle, zu
gleichberechtigter Partnerschaft fähige Männer
bevorzugen. Männlichkeit kann viele Gesichter haben.
Besondere
Probleme in der Pubertät
Viele
Probleme haben behinderte Jungen und behinderte Mädchen
gemeinsam. Während des Aufwachsens ist ihr Hauptaugenmerk
auf all die Therapien (Krankengymnastik, Logopädie,
Ergotherapie usw.) gerichtet, die eingesetzt werden, um
möglichst weitgehend zu kompensieren, was wegen der
Behinderung nicht möglich ist. Ziel ist dabei immer,
möglichst nahe an das heranzukommen, was der Normalität
der Nichtbehinderten entspricht (laufen, sprechen, essen
können wie sie). Es ist leicht einzusehen, dass dadurch
viele Behinderte maßlos überfordert werden,
und es ist kein Wunder, wenn bei all dem, was "wegtherapiert"
werden soll, der eigene Körper fremd bleibt.Die intensive
Beschäftigung mit dem, was nicht in Ordnung ist,
führt schließlich dazu, dass Gedanken und Gefühle
verinnerlicht werden, die besagen: Mir fehlt, was andere
begehrenswert und attraktiv macht, ich bin "nicht
zeigenswert", ich bin "defekt". Schwere
Minderwertigkeitsgefühle können die Folge sein.
In
der Zeit der Pubertät werden die Einschränkungen,
die von Körperbehinderten bedingt sind, besonders
deutlich. Die gleichaltrigen Nichtbehinderten gehen zum
Tanzkurs, machen ihren ersten Urlaub ohne Eltern, haben
längst ihre erste Freundin, ihren ersten Freund.
Für das behinderte Mädchen und den behinderten
Jungen bleiben diese sonst so selbstverständlichen
Zugänge ins Erwachsensein meist viel zu lange verschlossen.
Hinzu kommt, dass sexuelle Gefühle und Wünsche
nun unaufschiebbar zu schaffen machen.
Besonders
schwer haben es da die Mädchen und Jungen, die sich
nicht selbst befriedigen können, weil sie zu kurze
oder gar keine Arme haben oder in ihrer Bewegungsfähigkeit
stark eingeschränkt sind. Manche behinderte Jugendliche
empfinden nichts in ihren Geschlechtsorganen. Ein Sexualberater
berichtet beispielsweise aus seiner Arbeit mit einer Spina-bifida-Jugendgruppe,
wie ihn der 17-jährige Horst zum Nachdenken brachte:
Horst erklärte: "Vom Bauchnabel abwärts
spüre ich nichts. Aber wenn jemand meine Schulter
berührt oder sogar streichelt, dann ist das ein derart
geiles Gefühl für mich, dass ich denke: so muss
der Orgasmus sein." Dann fragte er mich: "Wenn
ich wenigstens das erleben kann - bin ich dann ein ganzer
Mann?"
Manche
Ärzte sprechen hier von "Phantomorgasmen"
und meinen damit, dass mit anderen Körperteilen als
den Geschlechtsorganen Empfindungen wahrgenommen werden,
die einem Orgasmus gleichkommen. Man muss diesen Begriff
nicht übernehmen, denn er ist der Bezeichnung "Pantomschmerz"
nachgebildet (gemeint ist zum Beispiel, dass eine Zehe
juckt, die amputiert wurde, also gar nicht mehr vorhanden
ist). Tatsächlich geht es hier um etwas ganz anderes:
Horst erlebt keine "genitale Sexualität"
sondern empfindet sexuell an einem ganz anderen Körperteil,
nämlich an seiner Schulter. Wenn er wüsste,
dass das erlaubt und auch möglich ist, dann könnte
er mit Phantasien und Übungen vielleicht erreichen,
dass noch andere Körperteile sexuell empfindungsfähig
und reaktionsfähig werden.
Die
Kenntnis von Völkern mit einer ganz anderen Sexualkultur,
aber auch ein Blick zurück in unsere eigene Geschichte
könnten uns belehren, das ein sexuelles Erleben,
das auf das Funktionieren der Geschlechtsorgane angewiesen
ist, eine starke Einschränkung bedeutet.
Erst
in unserer Gegenwart fangen wir an, neu zu lernen, dass
die Sexualität nicht in den Eierstöcken oder
in den Hoden ihren Ursprung hat, sondern - wenn überhaupt
irgendwo - im Kopf. In unserem Gehirn entsteht die Idee,
etwas Sexuelles erleben zu wollen, und in unseren Gedanken
spinnen wir aus, wie das sein soll. Es sind unsere Augen,
die eine Situation als erotisch oder sexuell wahrnehmen.
Nicht der pure genitale Akt ist lustvoll, sondern das
Drum-und Dran (die Phantasien, Wünsche und Gedanken,
ein Duft, ein Lächeln, eine Haarkräuselung,
Falten, der erhaschte Blick aus den Augenwinkeln, zärtliches
Spielen). Orgastisches Erleben ist nicht auf die Intaktheit
der genitalen Funktionen angewiesen (es kommt vor, dass
trotz aller Intaktheit der Sexualorgane kein Orgasmus
entsteht, weil die psychischen Gegebenheiten nicht stimmig
sind). Es gibt so etwas wie eine Ganzkörper-Sexualität:
Mit jedem unserer Sinnesorgane können wir erotische
und sexuelle Reize wahrnehmen, nicht nur die "erogenen
Zonen" unseres Körpers, sondern alle Körperbereiche
sind in der Lage, auf Stimulierungen sexuell zu reagieren.
Frauen, die ihr Baby stillen, können plötzlich
einen Orgasmus erleben. Auch ein Gespräch kann so
intensiv befriedigend erlebt werden, dass gleichsam die
geistige Erfülltheit ins Körperliche überspringt
und einen Orgasmus auslöst.
Ein
selbstbestimmtes Sexualleben
Für
körperbehinderte Frauen und Männer ist es ebenso
wichtig wie für andere Menschen, dass sie selbst
darüber bestimmen, wie sie sexuell unabhängig
von herrschenden Normen leben wollen. Das verlangt oft
eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Erziehung
und Mut zum eigenen Körper. Alles, was mit Sexualität
zu tun hat, wird höchst unterschiedlich beschrieben
und bewertet, je nachdem, wen man fragt. Was Sexualität
sein kann, ist offensichtlich so verschieden wie die Menschen.
Das hat den Vorteil, dass sich niemand in eine Norm zwingen
lassen muss; die Sexualität befähigt alle Menschen
dazu, sich zu verschaffen, was Ihnen gefällt, was
ihnen Lust bereitet, was sie befriedigt, erregt, verbindet,
tröstet und noch vieles mehr. Die Vielfalt gelebter
Sexualität kann aber auch verwirren. Das gilt vor
allem dann, wenn Menschen zu wenig Orientierung und Anleitung
bekommen haben, wenn sie kaum ahnen, was alles mit Nähe,
Zärtlichkeit, Geschlechtsverkehr, Verhütung
und so weiter gemeint und verbunden ist.
Die
Fähigkeit zum sexuellen Erleben bedeutet vor allem
Lust und Entspannung. Es ist nicht vorgeschrieben, wie
das geschehen soll. Selbstbefriedigung ist nicht nur Ersatz,
sondern vollwertige Sexualität, und mit einiger Phantasie
und ungehemmtem Ausprobieren lässt sich eine ganze
Reihe von "Techniken" entwickeln, die geeignet
sind, Selbstbefriedigung abwechslungsreich zu machen.
Es muss nicht der Geschlechtsverkehr sein, um Lust zu
erleben. Petting kann zu einem überraschenden Spiel
mit den körperlichen Empfindungen werden. Wie Nichtbehinderte
müssen auch Behinderte herausfinden, ob sie sexuell
mehr zum eigenen oder zum anderen Geschlecht oder zu beiden
Geschlechtern hin orientiert sind. Homosexualität,
Heterosexualität, Bisexualität sind unterschiedliche,
aber völlig gleichwertige Gestaltungen partnerschaftlicher
Sexualität. Moral und Ethik haben nichts damit zu
tun, mit wem jemand ins Bett geht, sondern wie Menschen
miteinander umgehen.
Bestimmte
Behinderungsformen können ein selbstbestimmtes Sexualleben
besonders erschweren, wenn nicht zusätzliche Informationen
und Erfahrungen vermittelt werden, die andere sich selbst
aneignen. So haben von Geburt an Blinde große Schwierigkeiten,
sich die anatomische Beschaffenheit der Geschlechtsorgane
(des eigenen und des anderen Geschlechts) klarzumachen.
Taubgeborene haben nur selten Eltern, die sich mit ihnen
gut genug in der Zeichensprache verständigen können,
um auch sexuelle Probleme darzulegen und zu klären;
Taubgeborenen fällt es vor allem schwer, abstrakte
Begriffe wie "Weiblichkeit", "Männlichkeit",
"Intimität" zu verstehen.
Menschen
mit Behinderungen sollen selbst herausfinden, was sie
mögen, was ihnen Spaß und Lust macht. Der Weg
vom eigenen Defizitdenken (einem Denken, das um die eigenen
Mängel und Schwächen kreist) hin zu einer sich
wertschätzenden Persönlichkeit braucht Zeit.
Die
eigenen Qualitäten und Vorzüge können erst
entdeckt und entwickelt werden, wenn die herrschenden
Vorstellungen, wie Frauen und Männer zu sein haben,
für uns bedeutungslos geworden sind. Das sollte Männern
eigentlich nicht schwer fallen, denn ihr Leben könnte
weniger anstrengend und zugleich vielseitiger sein, wenn
sie - entgegen dem Männlichkeitsbild - sich erlauben,
Schwächen einzugestehen, Gefühle zu zeigen,
nicht immer überlegen und erfolgreich zu sein.
Behinderte
Frauen aber haben vor sich das nicht nur von der großen
Mehrzahl der Männer, sondern auch von den meisten
Frauen verinnerlichte und zudem von allen Medien einheitlich
gepriesene Schönheitsideal. Dieses Ideal, das Glücklichsein
und gesellschaftliche Akzeptanz verspricht, ist von Frauen
mit Behinderung niemals zu erreichen. "Defizite",
wie Gliedmaßenfehlbildungen, Inkontinenz, Speichelfluss,
Stottern, im Rollstuhl sitzen, passen nicht zum Bild makelloser
und erfolgreicher Schönheit. Sich selbst und auch
andere zu akzeptieren, heißt, Abschied zu nehmen
von dem Ziel, wie das Fotomodell zu werden, und endlich
anzufangen, eigene Werte zu entdecken und zu entwickeln,
die wirklich zu einem passen. Das ist so schwierig, dass
es allein oftmals nicht zu schaffen ist.
Konflikte
mit persönlichen Hilfen
Ob
behinderte Menschen im Heim, zu Hause, allein oder sonst
wo leben, je nach Art ihrer Einschränkung brauchen
sie pflegerische oder sonstige Hilfe. Am angenehmsten
mag dieses Angewiesensein auf die Hilfe anderer noch sein,
wenn Familienangehörige für die Behinderte oder
den Behinderten da sind. Aber diese Unterstützung
schafft auch eine große Abhängigkeit und erschwert
die "Abnabelung" von der Herkunftsfamilie. Oft
sind es sehr engagierte Zivildienstleistende, die für
persönliche Pflege und Hilfe zur Verfügung stehen.
Dabei wird viel zu wenig berücksichtigt, was den
jungen, meist unausgebildeten Männern abverlangt
wird, und noch weniger wird daran gedacht, wie wohl den
behinderten Frauen zumute ist, die in der Regel nicht
zwischen weiblichem und männlichem Pflegepersonal
wählen können. Ungeachtet ihrer Würde,
müssen sie sich von Männern, auch im Intimbereich,
helfen lassen. Eine Auflehnung gegen dieses System könnte
- so fürchten sie - dazu führen, dass ihnen
die notwendige Hilfe versagt wird. Es lässt sich
leicht vorstellen, wie schwierig es für eine Frau
mit Behinderung ist, immer wieder wildfremden Menschen
einen Einblick in ihr Leben bis hin zum Intimsten zu gewähren.
Solange diese Frauen nicht einmal selbst bestimmten dürfen,
wann sie jemand und wen sie an ihren Körper lassen,
dürfte es ihnen kaum möglich sein, ihre Körperlichkeit
positiv wahrzunehmen, Selbstbewusstsein und Stolz zu entwickeln.
Damit
auch behinderte Frauen ihr Selbstbestimmungsrecht wahrnehmen
können, sind unbedingt alternative Hilfsangebote
nötig wie beispielsweise die "Persönliche
Assistenz", ein Modell, das den Frauen mit Behinderung
ermöglicht, selbst ihre Assistentin oder ihren Assistenten
auszuwählen, einzustellen und nach Tarif zu entlohnen.
Vor
allem von Selbsthilfegruppen besonders schwer körperbehinderter
Männer ist die Forderung nach einer "Sexualhilfe"
ausgegangen. Ihre Begründung lautete: "Wir haben
normale Sexualempfindungen, aber wir können unsere
Hände nicht gebrauchen - es ist schlicht ein Gebot
der Gesundheit, dass uns andere Menschen helfen!"
In
diesem Zusammenhang sind folgende Vorschläge gemacht
worden:
1.
Zu den finanziellen Mitteln, die Körperbehinderte
erhalten, sollte ein Betrag gehören, der es ihnen
ermöglicht, wenigstens einmal monatlich eine Prostituierte
oder einen Callboy zu engagieren.
2.
Sexuelle Befriedigung sollte als Teil der Gesundheitspflege
anerkannt werden, "Sexualhilfe" sollte daher
zu den Aufgaben der Pflegerinnen und Pfleger.
Hier
wird auf die Problematik mancher Behinderter drastisch
aufmerksam gemacht: Sie sind sexuell völlig intakt,
aber sie sind nicht in der Lage, sich selbst zu befriedigen,
und wenn sie keine Partnerin und keinen Partner haben,
sind sie zu einer Abstinenz gezwungen, von der sich jeder
vorstellen kann, wie unerträglich sie ist.
Aber
es fragt sich, ob die vorgeschlagenen Lösungen wirklich
praktikabel sind. Sexuelle Befriedigung ist zwar auch
unabhängig von einer seelischen Bindung, von Erotik
und Liebe möglich, indem die entsprechenden sexuellen
Reize erzeugt werden, und es ist gut vorstellbar, dass
dies gegen Bezahlung von männlichen und weiblichen
Prostituierten oder auch als Sexualhilfe im Rahmen der
Pflege "geleistet" werden kann. Aber das Grundproblem,
das darin liegt, dass ein behinderter Mensch keine Partnerin
und keinen Partner hat, wird dadurch nicht gelöst.
Darin sind sich viele Behinderte und Nichtbehinderte gleich,
dass sie keine sexuelle Erfüllung finden, wenn ihr
sexuelles Erleben nicht zu einer Ihrer ganze Person beanspruchenden
Beziehung gehört. Zudem dürfte klar sein, dass
im sexuellen Bereich nichts verlangt und gefordert werden
darf. Nur Helferinnen und Helfer, die in der Sexualhilfe
so etwas wie eine "hygienische Betreuung" sehen,
können ein Verlangen nach sexueller Befriedigung
erfüllen.
Niemand
kann garantieren, dass daraus nicht mehr wird: eben doch
das Verlangen nach einer persönlichen Bindung, nach
Liebe, so dass neue seelische Verletzungen und Schmerzen
entstehen, wenn solche Beziehungswünsche zurückgewiesen
werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Grenze
zwischen Hilfeleistung für die Behinderten und Missbrauch
(Ausnutzen der Hilflosigkeit für eigene sexuelle
Bedürfnisse der Helferin, des Helfers) undeutlich
wird und schließlich nicht mehr zu erkennen ist.
Da
aber, wo wirklich in gegenseitigem Einverständnis
Sexualhilfe geschieht, müsste gewährleistet
sein, dass sie weder durch moralische Verbote noch gesetzliche
Drohungen beeinträchtigt wird.
Es
dürfte wohl auch kaum vernünftige Einwände
dagegen geben, dass behinderte Frauen und Männer
finanziell so ausgestattet sind, dass sie Sexualhilfe
von Prostituierten bezahlen können.
Auch
dürften keine Probleme entstehen, wenn Pflegerinnen
und Pfleger darum gebeten werden, körperbehinderten
Partnern so zu helfen, dass sie sich lieben, dass sie
zärtlich zueinander sein können, dass sie sich
sexuell befriedigen können. Vielleicht müssen
die beiden nur nebeneinander gelegt und ihnen muss beim
Entkleiden nach ihren Anweisungen geholfen werden; vielleicht
müssen sie dabei unterstützt werden, verschiedene
Stellungen einzunehmen, vielleicht ist noch Intimeres
zu tun. Hier wird "Hilfestellung zum Lieben können"
gegben; das braucht keine moralisch-ethische Rechtfertigung.
Alle
Hilfen haben jedoch eine unabdingbare Voraussetzung: Körperbehinderte
- Frauen wie Männer - brauchen zumindest ihren eigenen
Raum, in dem sie ihr Sexualleben ungestört gestalten
können.
Sexuelle
Gewalt
Je
stärker Frauen und Männer durch Behinderungen
eingeschränkt sind, um so mehr sind sie auf die Hilfe
anderer angewiesen. Sie sind abhängig. Abhängigkeit
ist nur erträglich, wenn dem Menschen, der hilft,
zugetraut werden kann, das er die Hilflosigkeit nicht
für sich ausnutzt und dass er den Menschen, der die
Hilfe braucht, achtet. Mit Abhängigkeiten sind immer
auch unterschiedliche Machtverhältnisse verbunden,
und je mehr in einer Beziehung diese Diskrepanz zum Ausdruck
kommt, um so stärker wird das Gefühl der Überlegenheit
auf der einen, des Ausgeliefertseins auf der anderen Seite.
Viel
zu selten wagen es behinderte Frauen und Männer,
darüber mit ihrer Pflegerin oder ihrem Pfleger zu
reden, oft aus Angst, falsch verstanden zu werden, als
"überempfindlich" oder "allzu kritisch"
zu gelten und dann nur noch nachlässig oder sogar
gar nicht mehr versorgt zu werden.
Jegliche Formen von Abhängigkeit und ungleichen Machtverhältnissen
bilden einen Nährboden für Gewalt. Das gilt
auch für Mädchen und Frauen, für Jungen
und Männer mit Behinderung. Es muss nicht immer gleich
eine Vergewaltigung sein. Nicht weniger wird die Würde
verletzt durch jene oft wiederholten kleinen Grenzüberschreitungen,
denen zahlreiche weibliche und männliche Behinderte
bei der Intimpflege täglich ausgesetzt sind.
Sexuelle
Rehabilitation
Wer
von einem zum anderen Augenblick, ohne Vorwarnung, urplötzlich
aus seinen sexuellen Gewohnheiten herausgerissen ist und
nun merkt, was alles "nicht mehr geht", der
kämpft zunächst einmal verzweifelt darum, den
alten Zustand wiederherzustellen. Vor allem Männer
sind dann geradezu leichtgläubig und geraten in Gefahr,
ohne ein sorgfältig-prüfendes, kritisches Nachdenken
jeden Vorschlag anzunehmen, der eine sexuelle Rehabilitation
verspricht. Der menschliche Erfindergeist hat eine ganze
Reihe von Hilfsmitteln bereitgestellt: Es gibt Vibratoren,
mit denen die Selbstbefriedigung variabel zu gestalten
ist; man kann sich einen Kunstpenis umschnallen oder eine
Penisprothese "einbauen " lassen,; es gibt errektionsfördernde
Spritzen, die einfach und von einem selbst zu handhaben
sind; schließlich werden noch stimulierende Salben
empfohlen. Es fällt auf, dass die weitaus meisten
sexuellen Hilfsmittel für Männer entwickelt
worden sind. Das hat sicher mehrere Gründe, vor allem
aber wohl diese beiden: Männer leiden eher als Frauen
unter sexuellen Unzulänglichkeiten, weil sie bei
ihnen sichtbar sind (sie empfinden sich dann nicht nur,
sondern sie sehen sich auch als "Schlappschwanz")
- Frauen hingegen können sich auch durch die Atmosphäre
einer Beziehung stimuliert fühlen, und sie sind nicht
so auf die Empfindungsfähigkeit ihrer Genitalien
beschränkt.
Ehe
Entscheidungen gefällt werden, die nicht mehr rückgängig
zu machen sind (wie zum Beispiel eine Penisprothese),
sollte sehr sorgfältig geprüft werden, ob eine
bestehende Partnerschaft wirklich auf solche Hilfen angewiesen
ist und ob tatsächlich eine Verbesserung der sexuellen
Zufriedenheit bei beiden Partnern zu erwarten ist. Ein
eregierter Penis ist zwar die notwendige Bedingung dafür,
dass der Koitus vollzogen werden kann - es gibt aber durchaus
auch Partnerinnen, die gar nicht so darauf aus sind, immer
Geschlechtsverkehr zu haben, und es ist sehr die Frage,
ob der Mann das Wahrnehmen seiner Erektion lustvoll findet,
wenn er genau weiß, das die Entspannung letztlich
unvollkommen bleibt, weil ihm ein Erguss nicht möglich
ist.
Ähnliche
Schwierigkeiten im Umgang mit sexuellen Hilfsmitteln können
auch körperbehinderte Frauen erleben. Was hat beispielsweise
eine Spastikerin davon, wenn sie dank spasmuslindernder
Mittel eine Beischlafstellung einnehmen und ruhig durchhalten
kann? Eine Voraussetzung für den Koitus ist erfüllt,
aber ist dadurch auch garantiert, dass diese Frau nun
eine sie befriedigende Lust erlebt?
Eine
sexuelle Rehabilitation (also: das Erreichen des früheren
Zustandes vor Auftreten der Behinderung) ist nur in ganz
wenigen Ausnahmefällen möglich. Statt alle Überlegungen
darauf zu konzentrieren, wie der "Defekt" behoben
werden kann, sollte lieber versucht werden, den eigenen
Körper ganz neu zu erforschen und dabei womöglich
neue Befriedigungs- und Entspannungsmöglichkeiten
zu entdecken, die früher verborgen waren. Durch die
Konzentration auf das Verlorene geht auch das noch oder
sogar neu Vorhandene verloren. Wer sich nur noch als behindert,
gestört und schadhaft erlebt, kann die immer noch
möglichen Stimulationen nicht genießen und
als Bereicherung erleben. Schließlich schläft
die Sexualität ein.
Hilfsmittel
können verhindern, dass neue Lusterlebnisse entdeckt
werden, weil sie auf alte Erfahrungen festlegen. Körperbehinderte
sollten sich keinen geltenden Normen und Standards unterwerfen,
um sich und anderen den Eindruck der Normalität zu
vermitteln. vielmehr dürfen sie neugierig sein und
alles versuchen, um herauszufinden, wie vielfältig,
wie verschieden und variantenreich sexuelles Erleben ist,
wennsich die sexuellen Empfindungen nicht in gesellschaftliche
Vorgegebenheiten einfügen müssen.
Hilfe
zur Selbsthilfe
In
dieser Broschüre werden viele Probleme angesprochen,
aber mit Rat und Hilfe wird sparsam umgegangen. Das muss
so sein, denn Rat und Hilfe, die in die eigene Lebenspraxis
umgesetzt werden kann, muss "personen nah" gegeben
werden: im persönlichen Gespräch, im vertrauten
Miteinander, manchmal auch in einer längeren Begleitun.
Am erfolgreichsten ist die Beratung und Hilfe, die Körperbehinderte
sich gegenseitig geben können, beispielsweise in
Selbsthilfegruppen. Dabei hat sich besonders bewährt,
wenn zumindest vorübergehend auch ein Zusammentreffen
und gemeinsames Arbeiten in geschlechtsgleichen Gruppen
möglich ist.
Oft
wird erst in einer Selbsthilfegruppe erlebt: Endlich bin
ich mit Menschen zusammen, die mich ohne Erklärungen
verstehen; sie helfen mir, mich so zu akzeptieren wie
ich bin und Ansprüche nicht nur immer an mich, sondern
auch an andere zu stellen, weil ich wertvoll bin.
Allerdings
gibt es hier ein Problem, das nicht nur Körperbehinderten
eigentümlich ist: Es fällt den meisten Menschen
schwer, über ihre sexuellen Bedürfnisse, Wünsche,
Phantasien und Träume mit anderen zu reden. Aber
wie soll ich über mich selbst Klarheit gewinnen,
wenn ich nicht in der Lage bin, wenigstens im Selbstgespräch,
in der Selbstreflexion, zunächst zu formulieren,
was ich will und was ich ablehne, und dann auch mit anderen,
denen ich vertrauen kann, darüber zu reden?
Körperbehinderte
Frauen und Männer sind in der Mitteilung über
Sexuelles doppelt negativ vorbelastet: Einmal haben auch
sie nicht gelernt, über etwas derart Intimes offen
zu reden, zum anderen haben sie darunter zu leiden, dass
es in unserer Gesellschaft nicht üblich ist, über
Mängel und Schwächen zu sprechen, auch dann
nicht, wenn sie unverschuldet sind.
Es
sind nicht gerade wenige Körperbehinderte, die sich
allein, unverstanden und ungeliebt fühlen. Aber wie
soll sich an ihrem Zustand etwas ändern, wenn sie
ihre Innenwelt verschlossen halten und nichts von ihr
nach außen dringen darf?
Lernen,
sich mitzuteilen, über sich zu reden, ist eine der
wichtigsten Aufgaben, die in Selbsthilfegruppen zu lösen
sind. Mag es auch schwer fallen, die eigene Scheu zu überwinden
- nur sehr selten haben es Menschen bereut, dass sie Kontakt
zu einer Selbsthilfegruppe aufgenommen haben.
Adressen von Selbsthilfegruppen können Sie erfahren
über:
Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.
V.
Friedrichstraße 28
35392 Gießen
Tel.: 06 41 / 7 02 24 78
Nationale
Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung
von Selbsthilfegruppen (NAKOS)
Albrecht-Achilles-Straße 65
10709 Berlin
Tel.: 0 30 / 8 91 40 19
Quelle: Broschüre "Sexualität und körperliche
Behinderung"
Mit freundlicher Genehmigung der PROFAMILIA - Deutsche Gesellschaft
für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung
e. V.
Sie können sich diese Broschüre hier auch als
.pdf zum Ausdrucken
downloaden.
+++
Sexualität und geistige Behinderung +++ |
Menschen
mit geistiger Behinderung können ein erfülltes Leben führen,
wenn sie die notwendige Unterstützung und Förderung bekommen.
Dazu gehört, dass sie so selbständig wie nur irgend möglich
leben dürfen und dass auch ihre sexuellen Bedürfnisse
anerkannt werden. Die heute 29-jährige Iris ist hierfür
ein gutes Beispiel: Iris
bekam bei ihrer Geburt zu wenig Luft. Sie ist geistig
behindert. Sie besuchte eine Sonderschule, lernte jedoch
kaum Lesen, Schreiben und Rechnen. "Ich war zu faul!"
sagt sie heute. Einen Beruf wollte sie unbedingt lernen,
doch wegen ihrer schlechten Zeugnisse fand sie keine Lehrstelle.
Ein pensionierter Lehrer in der Nachbarschaft bekam ihre
Trauer und Verzweiflung mit und bot ihr an, sie jeden
Tag zwei Stunden
zu unterrichten, bis sie die Hauptschulabschlussprüfung
bestanden hätte. Überglücklich stimmte sie zu. Nach drei
Jahren schaffte sie die Prüfung, und rasch fand sie einen
Ausbildungsplatz als Hauswirtschaftshelferin in einem
großen Krankenhaus.Da
lernte sie einen gleichaltrigen jungen Mann kennen, der
als Lagerarbeiter tätig war. Die beiden verliebten sich
und zogen zusammen. Diese Veränderung erwies sich als
entscheidend für die weitere Entwicklung von Iris. Plötzlich
nicht mehr von den eigenen Eltern rundum liebevoll versorgt,
musste sie lernen, in gemeinsamer Verantwortung mit einem
anderen Menschen die alltäglichen Aufgaben zu bewältigen:
die Wohnung in Ordnung halten, einkaufen, Essen bereiten,
die gemeinsame Freizeit mitgestalten. Sie strengte sich
an, weil sie spürte, wie sehr sie geliebt wurde, und diese
Liebe wollte sie zurückgeben. Sie wurde selbständiger
und selbstbewusster. Nach Beendigung ihrer Ausbildung
wurde sie als
Helferin fest angestellt. Bald darauf heirateten die beiden
jungen Leute. Ihr Mann weiß, dass seine Frau geistig behindert
ist; sie ergänzen sich, und Iris ist für ihn eine gute
Partnerin.
Iris
sagt heute, sie habe am meisten dem alter Lehrer und Ihren Eltern zu verdanken: Mit dem
Lehrer konnte sie sich die Voraussetzungen für eine
Berufsausbildung erarbeiten. Ihre Eltern waren damit
einverstanden, dass sie sich auf eine Liebesbeziehung
einließ, in der auch die sexuellen Bedürfnisse verwirklicht
werden konnten.
Jeder
Mensch hat Sexualität
Noch
vor einer Generation - also vor ungefähr 30 Jahren - behaupteten
die meisten Fachleute, sexuelle Bedürfnisse dürften sich
bei Menschen mit geistiger Behinderung nie entfalten;
sexuelle Regungen, Ansätze zur sexuellen Befriedigung
müssten "im Keim erstickt" werden. Man fürchtete, Menschen
mit geistiger Behinderung könnten wegen Ihrer Intelligenzmängel
die Sexualität nicht beherrschen, wenn sie erst einmal
"erwacht" ist - sie seien in der Gefahr, zu "Triebtätern"
zu werden.
Heute
denkt kaum noch jemand so. Statt dessen wird oft behauptet,
Menschen mit geistiger Behinderung blieben eigentlich
immer Kinder, und das gelte gerade auch für ihre sexuellen
Bedürfnisse: Sie wünschten körperliche Nähe, Zärtlichkeit,
aber nicht Sexualität.
Das
mag manchmal zutreffen. Es gibt schwere geistige Behinderungen,
die die Entwicklung sexuellen Begehrens nicht ermöglichen.
Meist bleibt dann auch die Sprachentwicklung auf einer
frühen Stufe stecken. Im allgemeinen aber gilt: Menschen
mit geistiger Behinderung sind ebenso verschieden und
auch in ihrer Sexualität so einmalig geprägt wie alle
anderen Menschen. Den "typischen" Menschen mit geistiger
Behinderung gibt es nicht, und auch zur Sexualität von
Menschen mit geistiger Behinderung kann nichts ausgesagt
werden, was für alle gleichermaßen zutrifft. Aufgrund der Forschungsergebnisse der letzten
Jahrzehnte steht lediglich eines fest: Die sexuelle Entwicklung
ist Menschen mit geistiger Behinderung ebenso bedeutungsvoll
wie für jeden anderen Menschen.Wie
entwicklungspsychologische Untersuchungen nachgewiesen
haben, bedeuten mangelnde sexuelle Bedürfnisäußerungen
und Interessen immer, dass eine Persönlichkeit in ihrer
Entwicklung stark gefährdet, wenn nicht längst empfindlich
gestört ist. Sexuell unterdrückte Menschen mit geistiger
Behinderung fallen auf durch häufige Aggressionen und
Verstimmungen, die von rasch aufkommender Resignation
bis zu tiefen Depressionen reichen können. Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter in Wohnstätten für Erwachsene berichten,
seitdem die früher übliche strenge Geschlechtertrennung
aufgehoben ist, sie der Verbrauch von Pharmaka gegen Aggressivität
und Depressivität stark zurückgegangen.
Alle
Menschen (auch die mit geistiger Behinderung) können
ihre Persönlichkeit dann am besten ausbilden, wenn die
sexuellen Fähigkeiten von Geburt an unterstützt und
gefördert werden. Dazu ist eine besondere Begleitung
erforderlich, denn die Sexualität ist nicht angeboren
und entwickelt sich nicht von selbst.
Wie
entwickelt sich Sexualität?
Die
sexuelle Entwicklung verlangt wie die Sprachfähigkeit
Anregung und Übung. Wer Sprache nie hört, lernt nicht
sprechen. Wer allzu selten Zärtlichkeit empfängt, lernt
nicht zärtlich zu sein, sein Körper wird für sexuelle
Reize nicht empfindsam.
Es
kommt vor allem auf die liebevollen zärtlichen Körperkontakte
an. Bereits Babys reagieren auf körperbezogene Zuwendungen
mit Reaktionen des Wohlgefühls: Sie lächeln, lachen,
lallen, bewegen lebhaft den ganzen Körper. Etwa in der
Mitte des ersten Lebensjahres fangen die Kinder an,
mit ihrem Körper lustvoll umzugehen. Dabei entdecken
sie die Selbstbefriedigung.
Eltern
von Kindern, die geistig behindert sind, berichten, wie
enttäuscht sie waren, dass sie solche lebhaften Reaktionen
nie erlebten. Sie glaubten: "Mein Kind merkt mein Streicheln
gar nicht, es hat nichts davon, wenn ich zärtlich bin."
Es ist verständlich, wenn die zärtlichen Zuwendungen nach
einiger Zeit immer knapper, weniger vielseitig und intensiv
werden. Für das Kind aber entstehen sehr negative Folgen:
seine Empfindungs- und Gefühlsfähigkeiten bekommen zu
wenig Anreize, sie werden nicht geweckt und angeregt,
und so bleibt der eigene Körper letztlich unvertraut und
fremd, und auch die Sexualität wird zu wenig unterstützt
und gefördert, sodass sie oft gar nicht entstehen kann.
Die
körperlichen und sexuellen Fähigkeiten entwickeln sich
bei den meisten Menschen mit geistiger Behinderung ebenso
langsam wie die Fähigkeiten ihrer Intelligenz. Menschen
mit geistiger Behinderung sind nicht unempfindsam; aber
sie brauchen meist sehr viel mehr Zuwendung, damit ihre
Empfindungsfähigkeit geweckt wird, und es dauert bei
ihnen oft länger, bis sie angenehme Empfindungen wahrnehmen
und schließlich mit Wonnereaktionen beantworten können.
Es
ist nicht einfach im Umgang mit Kindern, die schwerer
geistig behindert sind, herauszufinden, was sie mögen,
was gut für sie ist und sie fördert. Eltern können sich
dabei durch ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen im Kontakt
mit den Kindern anregen lassen. Manchmal kann es richtig
sein, wenn Kinder mit geistiger Behinderung länger gebadet
werden als andere Kinder, damit Wohlbefinden sich entwickeln,
ausbreiten und allmählich wahrgenommen werden kann. Nach
dem Baden brauchen manche Kinder eine ausgiebige "Ganzkörpermassage".Viel
Geduld ist auch nötig, damit das "Wonnesaugen" nach dem
"Nahrungsaugen" entstehen kann, denn anfangs kommt es
häufig vor, dass die Kinder, sobald sie satt sind, in
den Schlaf wegsinken. Vielleicht hilft es, wenn ihr Mund
noch eine Weile an der Brustwarze oder am Sauger bleiben
kann. Wenn die Kinder möglichst immer mit nacktem Oberkörper
genährt werden (auch wenn Männer die Flasche geben), wird
ihnen eher die Körperwärme und der Körpergeruch des anderen
Menschen vertraut. Nach dem Baden und Massieren müssen
die Kinder nicht gleich wieder in die Windel eingepackt
werden, sondern sie sollten Zeit haben, an und mit ihrem
Körper herumzuspielen, sich zu empfinden und dabei ihren
Körper zugreifend begreifen zu lernen.
Kindergruppen
und Kinderfreundschaften
Soziale
Fähigkeiten und altersgemäße Fertigkeiten im Umgang
mit sexuellen Reizen und Empfindungen lernen Kinder
am schnellsten und zuverlässigsten von Gleichaltrigen
und etwas Älteren. Die notwendigen Voraussetzungen für
ein "lebendiges Lernen im Alltag" - das ständige Zusammensein
mit vielen Kindern - müssen schon seit langem eigens
geschaffen werden, weil die geringe Geschwisterzahl
in der großen Mehrheit der Familien und die geringe
Zahl gleichaltriger Kinder in der Nachbarschaft keine
besonders förderlichen Bedingungen bieten.
Wie
andere Kinder, so kommen auch Kinder, die geistig behindert
sind, meist erst im Kindergarten mit Gleichaltrigen in
größerer Zahl zusammen. Erst hier können sie andere Kinder
genauer kennen lernen und sie zumindest manchmal auch
nackt sehen.
In
vielen Kindergärten gibt es heute Rückzugsmöglichkeiten
für die Kinder (Zelte, Häuschen, Hochsitze), wo sie
ungestört "Doktor" und "Vater und Mutter" spielen können.
Manchen Kindern mit geistiger Behinderung fällt erst
jetzt auf, dass Jungen und Mädchen unterschiedlich gestaltete
Geschlechtsorgane haben. Sie brauchen Erklärungen, auch
wenn sie keine Fragen stellen oder wegen sprachlicher
Behinderung nicht fragen können.
Zuhause
und in ihrer Freizeit sind Kinder, die geistig behindert
sind, gegenüber anderen Kindern meist allein schon darum
benachteiligt, weil sie nicht so selbständig und beweglich
sind und daher noch weniger Kontakte mit Gleichaltrigen haben. Weil sie darüber hinaus
ständig betreut werden müssen (oder weil die nahen Bezugspersonen
wie Eltern und Betreuerinnen glauben, eine ständige Betreuung
sei nötig), sind geistig behinderte Kinder sehr viel seltener
unkontrolliert.
Um
so wichtiger ist es, dass Kinder, die geistig behindert
sind, wenigstens dort, wo sie mit vielen Gleichaltrigen
zusammenkommen (in Krippen und Kindergärten, in Schulen
und Tagesstätten) Gelegenheiten finden, auch einmal
unbeobachtet zusammenzusein, um sie auszuprobieren und
voneinander zu lernen, gerade auch im Körperlichen und
Sexuellen.
Geachtet
werden muss lediglich darauf, dass die Kinder sich nicht
gegenseitig wehtun und dass sie nur das tun, was sie
selber wollen. Dazu brauchen sie manchmal die Unterstützung
von den Erwachsenen.
Häufig
finden Kinder ihre ersten Freundinnen und Freunde in der
Nachbarschaft. Kinder, die geistig behindert sind, schließen
ihre Freundschaften meist in Einrichtungen, zu denen Sie
morgens hingebracht und von denen sie mittags oder nachmittags
wieder abgeholt werden. Die Pflege dieser Freundschaften
ist gewöhnlich dadurch erschwert, dass die Kinder weit
voneinander entfernt wohnen. Wieder einmal und hier ganz
besonders sind Kinder mit geistiger Behinderung auf das
Verständnis und die Hilfe ihrer Eltern angewiesen.Es
hat sich sehr bewährt, wenn die Eltern der befreundeten
Kinder miteinander Kontakt aufnehmen und verabreden, wie
ihre Kinder möglichst oft zusammengebracht werden können.
Oft erleben sie dann, dass auch Kinder mit geistiger Behinderung
auf gute Ideen kommen, was sie alles miteinander unternehmen
können, wenn man sie nur lässt, und dass sie auch zu tief
empfundenen langandauernden Beziehungen fähig sind.
Gegenseitige
Besuche, auch Übernachtungen beim Freund, bei der Freundin sind im Kindesalter
für die Eltern weniger problembelastet als später im
Jugendalter. Das kennen lernen einer anderen Familie
und einer anderen Wohnung, das vertraut werden mit anderen
Lebensgewohnheiten und Umgangsformen weitet den Horizont.
Soziale Fähigkeiten, die für den Umgang mit Menschen
außerhalb der eigenen Familie wichtig sind, werden entwickelt.
Aber
doch nicht öffentlich!
Viele
Eltern von Kindern mit geistiger Behinderung würden der
Sexualerziehung gern die gleiche Aufmerksamkeit widmen,
wie der Intelligenzförderung, wenn sie nicht die Angst
hätten, dass ihr Kind in der Öffentlichkeit das Gelernte
ungeniert vorzeigt. Mit Schrecken denken sie daran, was
alles passieren könnte, wenn ihr Kind im Bus sich plötzlich
unter den Rock oder in die Hose greift und zu onanieren
anfängt.Diese
Eltern trauen ihren Erziehungsfähigkeiten zu wenig zu,
und sie unterschätzen ihre Kinder. Was haben die Eltern
alles - oft mit viel Geduld - ihrem Kind schon beigebracht:
dass die Hose wenigstens tagsüber trocken und sauber bleibt,
dass im Bus (und überhaupt in der Öffentlichkeit) nicht
in der Nase gebohrt wird, dass zur Begrüßung die rechte
Hand gegeben werden muss und vieles andere mehr. Kinder,
die das gelernt haben, wissen schon, dass Öffentlichkeit
und Intimbereich unterschiedliche Verhaltensweisen verlangen,
sie wissen auch, dass es Regeln gibt, und sie wissen sogar,
dass die Regeln nicht überall die gleiche Geltung haben.
Diesen Kindern fällt es verhältnismäßig leicht, nun auch
noch zu lernen, in der Öffentlichkeit das Schamgefühl
anderer Menschen zu respektieren - es muss ihnen vielleicht
nur wiederholt erklärt werden, um ihr Gedächtnis aufzufrischen.
Für
das Leben in der Öffentlichkeit mit Kindern, die eine
geistige Behinderung haben, gilt, dass die Eltern nicht
immer gleich ein schlechtes Gewissen kriegen und sich
gegenüber ihrem Kind zum strafenden Aufpasser machen
lassen müssen, wenn sich jemand über ihr Kind beschwert.
Wenn sie reagieren wollen, könnten Eltern statt dessen
vielleicht sagen:
"Ich
verstehe, dass Sie sich beschweren. Wissen Sie, Helga
(oder Dieter oder ......) ist geistig behindert und
muss noch viel lernen. Sie helfen aber sehr, wenn Sie
dem Kind selbst sagen, was Ihnen nicht passt. Das wirkt
einfach beeindruckender und nachhaltiger."
Pubertät
Die
meisten Eltern denken mit einigem Schrecken an die Pubertät
ihrer Kinder zurück. Das mag die Eltern von Kindern mit
geistiger Behinderung trösten: Eigenwilligkeit, Trotz,
heftige Auseinandersetzungen mit Mutter und Vater, Nachlässigkeiten
in der eigenen Körperhygiene und bei der Kleidung, seltsame
Geschmacksverirrungen sind keineswegs auf Jugendliche
mit geistiger Behinderung beschränkt, sie sind vielmehr
typisch für alle Pubertierenden.Im
allgemeinen werden vom üblichen Schema abweichende körperliche
Entwicklungen bei Menschen mit geistiger Behinderung nicht
beobachtet. Es gibt nur wenige und selten vorkommende
Behinderungsformen, bei denen die genitale Sexualität
unterentwickelt bleibt (z. B.: Minderwuchs der Genitalien,
fehlende Genitalbehaarung, Ausbleiben der Regelblutung
oder Samenergusses) Während die körperliche Entwicklung
im allgemeinen altersentsprechend verläuft, ist die seelisch-geistige
Entwicklung meistens verlangsamt und länger andauernd:
Die körperliche Reife entspricht meist nicht der affektiven
und emotionalen Entwicklung und den Möglichkeiten der
intellektuellen Verarbeitung.
Daraus
darf jedoch keineswegs geschlossen werden, Menschen
mit geistiger Behinderung seien nicht fähig, ihre sexuellen
Triebe und Wünsche zu kontrollieren und zu beherrschen;
vielmehr gilt umgekehrt, dass sie lange brauchen, bis
sie nachempfinden und verstehen, was ihnen sexuell möglich
wäre, und dass sie oft erst als Erwachsene fähig sind,
ein ihnen entsprechendes Sexualleben zu gestalten. Alle
Untersuchungen stimmen darin überein, dass es bei Menschen
mit geistiger Behinderung keine übersteigerte Triebhaftigkeit
gibt.
Vor
lauter Sorgen und Befürchtungen wird meist übersehen,
dass die Pubertät gerade für Menschen mit geistiger Behinderung
eine große Chance ist. "Triebstau" und innere Beunruhigung
können dazu führen, dass sexuelle Befriedigungsmöglichkeiten
entdeckt werden und womöglich zu einem anderen Menschen
ein Verhältnis der Zuneigung, vielleicht sogar der Liebe
entsteht. Damit ist meist eine erstaunliche Nachreife
der gesamten Persönlichkeit verbunden.
Probleme
im JugendalterDie
Erziehung von Menschen mit geistiger Behinderung ist immer
in der Gefahr, mehr von den Befürchtungen und Ängsten
derer bestimmt zu sein, die für sie verantwortlich sind
(Eltern, Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wohn-
und Werkstätten), als von den Bedürfnissen und Wünschen
der Menschen mit geistiger Behinderung. Wenn ihre Pubertät
normal verläuft, wenn sie gesellige Beziehungen mit Gleichaltrigen
haben und es auch zu sexuellen Kontakten kommt, dann unterscheiden
sich die Probleme von Jugendlichen, die geistig behindert
sind, gar nicht so sehr von denen, die nicht-behinderte
Jugendliche haben.Am
wichtigsten ist es wohl, dass Mädchen und Jungen ausreichend
über die körperlichen Veränderungen in der Pubertät informiert
werden. Sie sollten über die Monatsblutung und den Samenerguss
möglichst schon aufgeklärt sein, bevor diese
Ereignisse eintreten. Das ist jedoch nur dann möglich,
wenn abstrakte Gegebenheiten - in diesem Fall: Vorstellungen
von noch nicht Erlebtem - vermittelt werden können. Es
gibt Familien, die den ersten Samenerguss oder die erste
Monatsblutung zum Anlass nehmen, ein Familienfest zu feiern,
weil eine entscheidende Schwelle hin zum Erwachsensein
überschritten wurde. Der erste Samenerguss sollte die
gleiche Beachtung finden wie die erste Blutung.
Positiv
wirkt es sich jetzt aus, wenn die Jugendlichen nicht allzu schamhaft erzogen worden sind, denn dann kann über Papiertaschentücher
für die "Entsorgung" des Samenergusses, über den Umgang
mit Tampons oder Binden offen geredet werden, und den
Jungen und Mädchen fällt es leichter, mit ihren Eltern
zu reden, wenn sie Schwierigkeiten haben.
Die
Eltern sollten die Verantwortlichen in den Einrichtungen
ihres Kindes über den Stand der Aufgeklärtheit informieren.
Eltern und Einrichtungen müssen sich unbedingt darüber
austauschen, wie Aufklärung gehandhabt wird, damit die
Heranwachsenden bis über ihr zwanzigstes Lebensjahr
hinaus nicht immer wieder in Ängste geraten, sie seien
krank, sie müssten verbluten, sie hätten ins Bett gemacht.
Auf
zwei besondere Probleme, die meist erst in der Pubertät
auffällig werden, soll hier eingegangen werden:
SelbstbefriedigungIn
einer Selbsthilfegruppe such Frau M. Rat für ihren 17-jährigen
Sohn Tim, einen Jugendlichen mit Downsyndrom. Sie berichtet:Tim
geht, wenn er aus der Werkstatt nach Hause kommt, stets
zunächst in sein Zimmer, legt sich bäuchlings auf den
Teppich und fängt an, zu rütteln, zu stoßen, er macht
beischlafähnliche Bewegungen. Mir ist klar, dass Tim
sexuell erregt ist und sich befriedigen will, aber offensichtlich
weiß er nicht, wie das geht. Schließlich bleibt er mit
knallrotem Gesicht, atemlos, völlig verschwitzt erschöpft
liegen. Noch eine ganze Weile danach ist er schlecht
gelaunt."Tim
ist wahrscheinlich (wie viele Jungen mit Downsyndrom)
so stark geistig behindert, dass er Hilfe braucht, um
die Selbstbefriedigung zu lernen. Werden ihm diese Hilfen
verweigert, bleibt seine Sexualität gehemmt und unterentwickelt.
Seine Versuche, sich selbst zu befriedigen, werden zu
einer Quälerei. Er erlebt Leid, nicht Lust. Bereits
beim Entdecken ihrer Sexualorgane sind Menschen mit
geistiger Behinderung benachteiligt.Jungen
ist ihr Glied als Ausscheidungsorgan, das sie in die
Hand nehmen, vertraut; aber wenn sie anfangen, die Gliedversteifungen
bewusst wahrzunehmen, reagieren sie oft erschrocken.
Sie sind besorgt, ob sie krank sind; manche empfinden
die Spannungsgefühle nicht als lustvoll, sondern sie
tun ihnen weh. Es ist gut, wenn sie jemand beruhigen
kann und erklärt - beispielsweise wenn beim Baden der
Penis gereinigt wird - dass dieser nicht nur zum Pinkeln
da ist, sondern dass er auch Lust machen kann und dass
er dazu steif wird. Manchmal entsteht bereits eine Reaktion,
wenn zum Reinigen nur die Vorhaut zurückgeschoben wird;
das ist eine gute Gelegenheit, um zu erklären, wie das
Glied "lustvoll behandelt" werden kann. Manchmal sagen
die Kinder dann: "Mach weiter!" oder "Mach du mal"!
dann kann man ihnen sagen: "Wenn du das selbst machst,
nennt man das Selbstbefriedigung. Das gehört dir ganz
allein. Das soll kein anderer machen."
Bei
Tim kommt solche Hinführung zur Selbstbefriedigung zu
spät. Ihm muss erklärt werden, dass es in Ordnung ist,
wenn er sexuelle Lust haben will, dass seine "Methode"
aber nicht erfolgreich ist. Ihm kann geraten werden,
sich ins Bett zu legen und wenigstens Hose und Unterhose
auszuziehen, damit er seine Genitalien leicht mit den
Händen erreichen kann. Die "Methode" der Selbstbefriedigung
kann an einem einfachen "Modell" gezeigt werden:
An
einem Wollhandschuh ist vom Mittelfinger die Kuppe aufgeschnitten.
Der Handschuh wird angezogen. Der Mittelfinger ist das
Glied, der vorn offene Wollfinger ist die Vorhaut. Man
kann jetzt gut zeigen, wie die "Vorhaut" vor- und zurückgeschoben
wird, dass man auf die Empfindungen achten muss und je
nachdem fester und schneller, vor allem aber ausdauernd
reiben muss, bis der Samenerguss erfolgt.
Für
Mädchen ist es meist komplizierter herauszufinden, wie
Selbstbefriedigung möglich ist. Ihnen muss bereits geholfen
werden, damit sie ihr Hauptlustorgan (den Kitzler, die
Clitoris) überhaupt entdecken.
In
den meisten Aufklärungsbüchern für Jugendliche gibt es
Schemazeichnungen der Geschlechtsorgane. Sie sind geeignet,
um einen ersten Überblick zu vermitteln. Mädchen, die
geistig behindert sind, brauchen aber meist weitere Hilfen,
um sich mit den wirklichen Gegebenheiten vertraut zu machen.
Dabei kann ein Handspiegel nützlich sein. Das Mädchen
sitzt auf dem Bett, nimmt ihre Beine auseinander und stellt
zwischen die Beine einen Handspiegel. Wenn sie ihre Geschlechtsspalte
mit den Händen etwas weitet, kann sie sich ansehen, wie
es bei ihr von innen aussieht, und sie kann die Gegebenheiten
mit der vor ihr liegenden Abbildung vergleichen. Mit den
eigenen Fingern kann ertastet werden, wie sich das anfühlt,
und dabei kann auch erklärt werden, wie Selbstbefriedigung
möglich ist.Es
gibt so schwere Formen der geistigen Behinderung, dass
eine "Methode" der Selbstbefriedigung nicht gelernt werden
kann. Recht zuverlässige Hinweise geben die Jungen und
Mädchen selbst: Wenn sie so deutlich wie Tim demonstrieren,
dass sie sich selbst befriedigen wollen, dann sollte ihnen
auch geholfen werden, eine lustvolle Entspannung durch
Selbstbefriedigung zu erreichen.
Manche
Menschen mit geistiger Behinderung entwickeln neben
der Selbstbefriedigung keine anderen Befriedigungsformen;
sie haben nie Geschlechtsverkehr. Es gibt keinen Grund,
warum dies nicht zu akzeptieren wäre. Selbstbefriedigung
ist nicht unmoralisch und nicht schädlich, sie verschafft
Lust und trägt zur
Ausgeglichenheit bei. Wenn die Jugendlichen Langeweile
haben oder noch keine erfolgreiche Methode der Selbstbefriedigung
herausgefunden haben, kann dem Beobachter das "Herummachen"
am Körper und an den Geschlechtsorganen allerdings manchmal
endlos vorkommen. Tatsächlich aber reagiert der Körper
einfach nicht mehr, wenn ihm keine Pause gegönnt wird.
Umgang
mit anderen
Über
Brita, 16 Jahre, impfgeschädigt, berichtet der Vater,
sie "macht sich an jeden Mann ran": Sie umarme ihn, drücke
sich an ihn, versuche, ihn zu küssen. Wie leicht könnte
sie an jemand geraten, der ihr nur zu gern entgegenkommt!
Ähnliche
Klagen sind häufig zu hören, nicht nur bei Mädchen,
sondern auch bei Jungen. Im Kindesalter fand man das
noch niedlich - es hieß: "Das Kind ist verschmust!"
Jetzt aber, im Jugendalter, wird gefragt, was gegen
diese "Distanzlosigkeit" getan werden kann.
Wird
genauer beobachtet, dann stellt sich allerdings heraus,
dass die Jugendlichen - und auch die Erwachsenen - oft
keineswegs distanzlos sind. Dem Postboten und dem Busfahrer
sagen sie freundlich guten tag, ansonsten aber üben sie
Zurückhaltung; die Verkäuferin im Geschäft kann noch so
liebenswürdig sein, auch von ihr halten Sie Abstand. Es
handelt sich hier jeweils um Menschen, deren Rolle ganz
klar ist - die Mädchen und Jungen wissen, was diese Leute
zu tun haben, und zu diesem Wissen gehört, dass sie bestimmt
nicht zum Liebhaben da sind.Aber
wie ist das mit anderen Menschen? Vater und Mutter äußern
ihre Liebe durch Zärtlichkeiten, Umarmungen und Küsse,
und auch die Geschwister zeigen manchmal so ihre Zuneigung.
Hier lernen die Kinder, die geistig
behindert sind, eine Körpersprache, mit der sie
sich sehr viel einfacher verständlich machen können als
mit Worten. Statt zu sagen: "Du bist mir sympathisch,
ich mag dich!" und zu fragen "Magst du mich auch?" gehen
sie unbefangen auf den anderen Menschen zu, schmiegen
sich an ihn und versuchen, ihn zu streicheln. Diese Körpersprache
wird missverstanden, wenn man darin Dinstanzlosigkeit
sieht.Daraus
ist für Eltern, für Betreuerinnen und Betreuer zu lernen,
dass die nicht-sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten von
Menschen mit geistiger Behinderung viel mehr Aufmerksamkeit
verdienen, um die Verständigung zu verbessern. Sie fühlen
sich dann auch nicht mehr gedrängt, ein "unangenehmes", "klebriges" "unbeherrschtes"
Verhalten zu unterdrücken, sondern sie können Menschen
mit geistiger Behinderung helfen, ihre Körpersprache differenzierter
einzusetzen und beispielsweise nicht jeden Fremden zu
umarmen; oft werden sie auch einfach nur gute Dolmetscher
sein und erklären, was mit einer Annäherung gemeint ist.Fast
alle Kinder machen eine Zeit des "Fremdelns" durch: Sie
lehnen - manchmal sogar bei Eltern und Geschwistern -
Annäherungen mehr oder weniger heftig ab. Damals haben
sich die Großmütter und Tanten beschwert, weil sie "nicht
mal ein Küsschen" kriegten, und den Männern fiel auf:
"Warum versteckt denn nur das Kind seine Hände auf dem
Rücken, wenn ich es begrüßen will?" Damals wurde alles
getan, um den Widerstand des Kindes gegen Annäherungen
zu überwinden: "Es darf dir doch wirklich nicht so schwer
fallen, etwas lieber zu sein, denn du magst doch deine
Oma (deine Tante, den Onkel, usw.)!"
Wären
die Bedürfnisse, sich zurückzuziehen und andere Menschen
auf Abstand zu halten, mehr beachtet und geachtet worden,
dann würde sich das Kind jetzt, da diese "Phase des
Distanzhaltens" überwunden ist, wahrscheinlich in seiner
Körpersprache ohne besondere Anleitungen differenzierter
ausdrücken: Ihm wäre nicht allzu erfolgreich eingeimpft
worden, dass Distanz negativ zu beurteilen ist.
Noch
eine weitere Schwierigkeit muss erwähnt werden. Es fällt
immer wieder auf, wie distanzlos und undifferenziert mit
Menschen, die geistig behindert sind, umgegangen wird;
beispielsweise können sie noch so alt sein, sie werden
meist, als sei das selbstverständlich, geduzt. Wie sollen
Menschen mit geistiger Behinderung einen Umgang lernen,
der Personen und Situationen angemessen ist, wenn ihnen
selbst so wendig achtungsvoll begegnet wird?
Sexuelle
Beziehungen
Sexualität
ist Körpersprache. Es gibt "Selbstgespräche" (Selbstbefriedigung),
die manchen Menschen zu genügen scheinen, und "Gespräche
mit anderen", zu denen der Blick ebenso gehört wie das
Tasten und Streicheln, die Umarmung, das Küssen. Der
ganze Körper ist beteiligt. Die Einengung auf die Genitalien
ist eine Sonderform der Sexualität, die in den alten
Hochkulturen, beispielsweise Griechenlands und Chinas,
vorwiegend praktiziert wurde, wenn Fortpflanzung bezweckt
war.
Menschen
mit geistiger Behinderung - so wird oft behauptet - seien
mehr an einer "Ganzkörpersexualität" orientiert als an
"genitaler Sexualität". Das mag für Menschen mit sehr
schwerer geistiger Behinderung zutreffen; bei vielen ist
aber zu fragen, ob das mangelnde Interesse an den Genitalien
und am genitalen Ausdruck der Sexualität nicht Folge der
Benachteiligungen und Vernachlässigungen ist, unter denen
Menschen mit geistiger Behinderung zu leiden haben, und
ob nicht auch der Mangel an Gelegenheiten eine bedeutsame
Rolle spielt. Oft haben sie nicht einmal ein Zimmer als
eigenen Intimbereich, wo sie mit Freund oder Freundin
ungestört zusammen sein können.Wie
die Lebenspraxis zeigt, sind geistig behinderte Mädchen
und Jungen, die gelernt haben, sich selbst zu befriedigen,
im allgemeinen auch zum Geschlechtsverkehr fähig. Sie
fangen auch am ehesten an, intimere Kontakte mit Gleichaltrigen
zu suchen. Dabei können auch gleichgeschlechtliche Beziehungen
entstehen, denn es ist sicher davon auszugehen, dass Homosexualität
und Heterosexualität unter Menschen mit geistiger Behinderung
ähnlich häufig vorkommen wie in der Gesamtbevölkerung.
Viele Eltern kommen damit gut zurecht, weil sie froh sind,
dass ihr Sohn, ihre Tochter überhaupt eine stabile sexuelle
Beziehung gefunden hat. Eltern, die Schwierigkeiten haben,
sollten sich nicht scheuen, sich in Beratungsstellen helfen
zu lassen.
Schwangerschafts-Verhütung
Ein
wichtiges Problem, das gelöst werden muss, ist die Schwangerschaftsve-rhütung.
Es ist zwar nicht zu erwarten, dass es schon sehr bald
nach dem Beginn der Pubertät zum ersten Geschlechtsverkehr
kommen wird. Menschen mit geistiger Behinderung begnügen
sich im allgemeinen lange Zeit mit Zärtlichkeiten, Umarmungen,
Aneinandergeschmiegtsein. Wenn es aber so weit ist, dass
sie auch genitale Kontakte probieren, sollten sie wissen,
was sie tun können, um eine Schwangerschaft auszuschließen.Im
allgemeinen kann davon ausgegangen werden: Menschen, die
gelernt haben, einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen,
sind auch in der Lage, für Schwangerschaftsverhütung vorzusorgen.
Dabei sind Mädchen mit einer geistigen Behinderung meist
geradezu erstaunlich zuverlässig. Allerdings brauchen
sie eine Erinnerungsstütze, wenn die "Pille" eingenommen
werden soll: Die Packung muss stets an derselben auffälligen
Stelle liegen - etwa neben dem Zahnputzglas oder beim
Kaffeegeschirr -, damit die Einnahme nicht vergessen werden
kann. Und sie brauchen eine eigene Ansprechpartnerin,
einen Ansprechpartner, denen sie vertrauen und die für
sie da sind, wenn sie Rat oder Hilfe brauchen (z. B: Was
ist zu tun, wenn doch einmal vergessen wurde, die "Pille"
einzunehmen?).
Welche
Methode zur Verhütung einer Schwangerschaft eingesetzt
werden soll, muss sehr sorgfältig geprüft und überlegt
werden. Hierbei kann auch eine entsprechende Fachliteratur
hilfreich sein (z. B. Römer: "Streicheln ist schön",
siehe Abschnitt Iteraturauswahl). Unbedingt sollte
eine Fachärztin, ein Facharzt zu Rate gezogen werden.
Es muss berücksichtigt werden, ob Belastungen durch
Krankheiten vorliegen und welche Medikamente (beispielsweise
Antiepileptika) eingenommen werden müssen. Wichtig ist
es auch, wie oft der Geschlechtsverkehr stattfindet.
Grundsätzlich
sind alle Methoden der Schwangerschaftsverhütung möglich.
Da hier aber unbedingt die Gegebenheiten beim einzelnen
Menschen zu berücksichtigen sind, sei an dieser Stelle
auf die weiterführende Fachliteratur (siehe Abschnitt
Literaturauswahl) und die Möglichkeit einer Beratung hingewiesen.
Über die entsprechenden Beratungsangebote von PRO FAMILIA
in Ihrer Nähe informiert Sie Ihr PRO FAMILIA-Landesverband.
Wichtig
ist, dass der Partner voll beteiligt ist, damit er auch
darüber informiert ist, wie verhütet wird, sich dafür
mit verantwortlich fühlt und dabei mitwirkt (nicht nur
gegen das Vergessen, sondern auch bei der Übernahme
der Kosten).
Männer
können zur Verhütung das Präservativ (Kondom, "Überzieher")
benutzen. Der Gebrauch ist einigermaßen kompliziert und
muss eingeübt werden. Damit die Jungen sich daran gewöhnen,
können sie bei der Selbstbefriedigung öfter ein Kondom
benutzen. Für das richtige "Aussteigen" müssen sie lernen,
nicht so lange zu warten, bis das Glied wieder klein und
schlaff ist, und unbedingt das Kondom an der Peniswurzel
festzuhalten (sonst rutscht der "Überzieher" ab, und der
Erguss läuft aus).
Sterilisation
Die
Eltern von Thea, 24, und Rolf, 24, können sich nicht
einigen, wie sie entscheiden sollen. Ihre Kinder - sie
haben bei der Geburt Gehirnschäden erlitten - lernten
sich in der Werkstatt kennen. Nun wollen sie auch in
der Freizeit zusammen sein, sich gegenseitig besuchen
und gemeinsam übernachten. Die Eltern von Thea wären
einverstanden, aber die Eltern von Rolf wollen da nicht
mitmachen. "Sollen wir für unseren Jungen gerade stehen?
Was kann da alles passieren!" Sie seien - sagen sie
- nur dann mit "regelmäßigen und unüberwachten Treffen"
einverstanden, wenn sichergestellt ist, "dass kein Nachwuchs
entsteht". Darauf reagieren Theas Eltern ziemlich gereizt:"
Sollen wir etwa unsere Tochter sterilisieren lassen?"
Es
bedarf sicher keiner besonderen Anstrengung, um beide
Eltern, die von Thea und die von Rolf, zu verstehen. Sie
wollen das Beste für ihre Kinder. Aber ist es auch das
Beste, wenn zum Beispiel Rolfs Eltern in einer Sterilisation
die Lösung aller Probleme sehen?Die
Sterilisation ist nicht nur ein im allgemeinen nicht wieder
rückgängig zu machender chirurgischer Eingriff (also eine
Körperverletzung), sondern sie bedeutet immer auch einen
Eingriff in durch das Grundgesetz geschützte Persönlichkeitsrechte.
Noch leben Menschen mit geistiger Behinderung unter uns,
die aber immer noch schwer darunter leiden, dass sie sterilisiert
wurden - entweder zwangsweise, oder in früher Kindheit,
als sie nicht einmal ahnen konnten, was ihnen geschah.
Sie kommen sich verstümmelt vor. Darum ist es sehr zu
begrüßen, dass das am 01.01.1992 in Kraft getretene Betreuungsgesetz
auch die Sterilisation regelt und nur unter genau beschriebenen
Bedingungen zulässt. Genannt seien hier nur die wichtigsten:
Ø
Zwangssterilisation und Sterilisation Minderjähriger
ist verboten.
Ø
Sterilisation ist grundsätzlich nur zulässig, wenn die
betreffende Person selbst einwilligt.
Ø
Die Sterilisation einwilligungsfähiger Menschen ist
sehr erschwert (§ 1905 BGB): Das Vormundschaftsgericht
setzt einen "besonderen Betreuer" ein, der keine sonstigen
Betreuungsaufgaben gegenüber dem Betroffenen haben darf;
dessen Einwilligung bedarf der Genehmigung durch das
Vormundschaftsgericht, die erst erteilt werden darf,
wenn mindestens zwei befürwortende Gutachten vorliegen,
und zwar zu den medizinischen, psychologischen, sozialen,
sonderpädagogischen und sexualpädagogischen Gesichtspunkten.
Der
§ 1905 BGB regelt genau, unter welchen Voraussetzungen
eine Sterilisation zulässig ist: Die oder der Betreute
muss auf Dauer einwilligungsfähig sein, sie oder
er muss zur Fortpflanzung fähig sein und tatsächlich
Geschlechtsverkehr haben (ein Mann darf sterilisiert
werden, wenn seine Partnerin schwanger werden könnte),
eine Sterilisation ist möglich, um eine ernsthafte Gefahr
für Leben oder Gesundheit oder eine seelische Gefährdung
durch die voraussichtliche Trennung vom Kind abzuwenden.
Es
ist deutlich: Eine Sterilisation soll, wenn die Betroffenen
nicht selbst zustimmen können, wirklich nur als allerletzte
Möglichkeit in Betracht kommen, erst dann, wenn alle
anderen Methoden der Schwangerschaftsverhütung ausgeschlossen
werden müssen.
Demnach
kann den Eltern von Rolf und von Thea folgendes geraten
werden:
Da
die beiden jungen Leute einwilligungsfähig sind (sie können
einsehen, was eine Sterilisation bezweckt und welche Folgen
sie für sie hat), ist die Entscheidung für oder gegen
eine Sterilisation ganz allein ihre Angelegenheit. Sie
müssen sich klar darüber werden, ob ihre Beziehung von
Dauer ist und ob sie auf eigene Kinder verzichten können.
Wenn sie sich für eine Sterilisation entscheiden, dann
sollte sich Rolf
sterilisieren lassen, weil der Eingriff bei Männern leichter
und unter Umständen korrigierbar ist.KinderwunschWenn
Menschen, die geistig behindert sind, sich unbedingt ein
Kind wünschen, können sehr schwierige
Probleme entstehen. Früher war es üblich, Müttern
mit geistiger Behinderung ihre Kinder gleich nach der
Geburt wegzunehmen und in Heimen und Pflegestellen unterzubringen
oder zur Adoption freizugeben, weil angenommen wurde,
die Kinder würden nicht ausreichend versorgt. Heute sind
alle Fachleute aus Erfahrung klüger. Es hat sich herausgestellt,
dass die Kinder - zumindest, solange sie noch klein sind -
sehr gut von Müttern und Vätern, die geistig behindert
sind, betreut und gefördert werden. In den Niederlanden,
in Dänemark, wie auch in Deutschland (
z. B. in Berlin, Bethel, Kiel) gibt es hinreichend Erfahrungen,
die zeigen, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung
sehr wohl in der Lage wären, mit Kindern zusammenzuleben
und Kinder großzuziehen, wenn sie dabei genügend unterstützt
würden.Das
Landgericht Berlin hat bereits 1988 in einem Urteil
festgestellt, die Würde des Menschen wäre angetastet,
wenn Mütter und Väter mit geistiger Behinderung von vornherein
vom Zusammenleben mit ihren Kinder
ausgeschlossen würden. Der Artikel 6 des Grundgesetzes
(Schutz der Familie und Erziehungsrecht der Eltern) schütze
auch Eltern, die geistig behindert sind und lasse keine
Ausnahme zu, etwa "die bloße Erwägung, dass minderbegabte
Eltern ihren Kindern nicht
dieselben Entwicklungsmöglichkeiten bieten können
wie normal begabte Eltern". Ehe Kinder ihren Eltern weggenommen
werden dürfen müssten alle nur erdenkbaren Hilfen für
Eltern und Kinder versucht werden.
Die
gesellschaftlichen Bedingungen, die dieses Urteil fordert
und voraussetzt, sind
noch nicht geschaffen. Vorläufig ist es immer noch so,
dass meist die Großeltern des Kindes einspringen müssen,
wenn die Eltern allein dem Kind nicht mehr gewachsen
sind.
In
den meisten Fällen ist
es vernünftig, wenn Menschen mit geistiger Behinderung
keine Kinder in die Welt setzen. Auf ihren Kinderwunsch
zu verzichten, fällt ihnen jedoch oft sehr schwer. Sie
träumen davon, ein gesundes, schönes Kind zu haben. Die
Erfüllung dieses Traumes würde ihnen bestätigen, dass
sie erwachsen sind, abgelöst von den Eltern, weil sie
nun selbst Eltern sind, dass sie keine Außenseiter, sondern
normal sind. Hier wird die Wichtigkeit einer möglichst
früh beginnenden sexualpädagogischen Begleitung von Mädchen,
Jungen und auch Erwachsenen mit geistiger Behinderung
deutlich, in der der Tagesablauf in der Betreuung von
kleineren und größeren Kindern vermittelt wird, mit allen
schönen und schwierigen Seiten. Hier können die Menschen
mit geistiger Behinderung lernen, dass ein Kind zu haben
nicht die Voraussetzung für Erwachsensein ist, und sie
entscheiden dann vielleicht selbstbestimmt, dass sie kein
Kind haben wollen oder können. Sie werden auch dabei begleitet,
mit dieser Entscheidung fertig zu werden.
Sexueller
Missbrauch
Zum
Schluss muss noch ein besonders mit Tabus belegter, kaum
aufgeklärter und besonders bedrückender Problembereich
angesprochen werden: der sexuelle Missbrauch von Mädchen,
Frauen und Jungen mit geistiger Behinderung.
Verführungen
und Missbrauch oder gar Vergewaltigungen durch fremde,
völlig unbekannte Männer scheinen selten zu sein. In
den allermeisten Fällen sind es Mitglieder der Familie
(ältere Brüder, Väter) oder Männer aus der nächsten
Umgebung (Nachbarn, manchmal Mitarbeiter in Einrichtungen),
die zu Tätern gegen die sexuelle Selbstbestimmung werden.
Was kann zum Schutz der Mädchen und Jungen getan werden?
Dasselbe,
was sich auch bei Mädchen und Jungen, die nicht geistig
behindert sind, bewährt hat:
Ø
geduldige offene und lebensnahe Sexualaufklärung
Ø
Kontakte mit Gleichaltrigen, die positive Erfahrungen
mit Zärtlichkeit und Erotik ermöglichen.
Darüber
hinaus muss von früh an alles getan werden, was das Selbstbewusstsein
stärkt. Dazu gehört z. B. auch eine schöne Kleidung, eine
hübsche Frisur, Schminke usw. Am wichtigsten aber
ist, dass Kinder nicht immer gehorchen müssen, dass ihnen
eigene Wünsche und Interessen zugestanden werden. Kinder werden von den Eltern meist nicht dafür gelobt, wenn sie
"Nein" sagen. Erwachsene müssen lernen, dieses "Nein"
zu respektieren. Stolz, Selbstbewusstsein und Ungehorsam
machen den Rücken stark, um "Nein" sagen zu können, wenn
es auf dieses "Nein" ankommt.
Hilfen
für Eltern, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Eltern,
aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen
für Menschen die geistig behindert sind, stehen immer
wieder vor Aufgaben, die allein kaum zu bewältigen sind;
sie brauchen Rat und Hilfe, möglichst auch von Menschen,
die nicht den gleichen Belastungen ausgesetzt sind. Sie
sollten zunächst einmal sich gegenseitig helfen, indem
sie offen, ehrlich und achtungsvoll miteinander umgehen.
Die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen für
Menschen mit geistiger Behinderung haben durch ihre
Ausbildung andere Voraussetzungen. Sie bekommen Unterstützung
in regelmäßigen Teambesprechungen und im allgemeinen
in einer begleitenden Supervision. Eltern haben es häufig
schwerer. Sie sind häufig berufstätig und kümmern sich
um ihr Kind mit bewundernswerter Treue und großen persönlichen
Opfern.
Eltern
haben das Recht, auch an sich selbst zu denken.
Eltern
haben oft große Ansprüche an sich und sind oft überfordert
und alleingelassen. Eins wenigstens sollten sie überlegen
und besprechen: Ist es wirklich gut und richtig, was für
so viele Eltern selbstverständlich zu sein scheint, dass
nämlich ihr Kind, auch wenn es 18, 30 und 40 Jahre geworden
ist, immer noch mit ihnen zusammen in der elterlichen
Wohnung lebt? Gehört nicht zu einer geglückten Elternschaft,
dass auch die Ablösung und Freigabe des Kindes gelingt?
Es
gibt heute Wohngruppen und Wohnstätten, wo Menschen
mit geistiger Behinderung von ausgebildeten Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern nach Bedarf mehr oder weniger intensiv
betreut werden. Es gibt viele Beispiele dafür, dass
der Sohn, die Tochter im Zusammenleben mit Gleichaltrigen,
ob allein in einer Gruppe oder mit einer Partnerin oder
einem Partner, vielleicht sogar in der Form einer "beschützten
Ehe", noch einmal ganz neue Anregungen bekommt, die
eine Entwicklung bisher brachliegender Fähigkeiten und
Fertigkeiten voranbringt. Für die Eltern wäre es beruhigend,
wenn sie erleben, dass ihr Sohn, ihre Tochter sie nicht
mehr nötig hat.
Quelle:
Broschüre "Sexualität und körperliche
Behinderung"
Mit freundlicher Genehmigung der PROFAMILIA - Deutsche
Gesellschaft
für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung
e. V.
Sie können sich diese Broschüre hier auch
als .pdf zum
Ausdrucken downloaden.
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