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Die Inhaltsübersicht

- Info-Telefon zum Thema Hören jetzt täglich
-
Regeneration von Innenohr-Zellen beobachtet
- Taub und trotzdem hören - Bundesweiter Aktionstag am 10. Juni informiert über Hörbehinderung und Hören mit Innenohrimplantat
-
Altersschwerhörigkeit hormonabhängig - US-Forscher: Senioren mit viel Aldosteron hören besser
-
Weinen ohne Tränen in Verbindung mit verminderter Hörfähigkeit
-
Neue Kampagne: "Schwerhörigkeit schafft Distanz"
-
Lärm fördert Tumorwachstum - Erhöhtes Risiko für Krebs des Hörnerven
-
Zwischen den Welten - Hören mit einem Cochlea-Implantat
-
Hören, wenn das Ohr nicht funktioniert
Implantat-Nervenzell-Kopplung im Innenohr
RUBIN 1/06: Aktuelles aus der Cochlea-Implantat-Forschung
-
Wie bitte? GBE-Heft 29 zu Hörstörungen und Tinnitus erschienen
-
Internet-Wegweiser bei Hörproblemen
-
Neuer Trend bei Hörsystemen: Mehr Leichtigkeit mit offener Versorgung
-
Silvester-Risiko: Knalltrauma - jetzt ist erstmals Hilfe in Sicht
Weltweit erste Tests zur Behandlung von akutem Innenohr-Hörverlust in Berlin und München

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Frisch und neu: Das Hörportal www.forumbesserhoeren.de - Internet-Ratgeber zu den Themen Hören, Hörschwäche und Hörsysteme
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Hörverlust bleibt unentdeckt in Pflegeheimen - Viele ältere Heimbewohner leiden an Hörverlust, der vom Pflegepersonal unentdeckt bleibt.
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Kein flächendeckendes Neugeborenen-Screening trotz einfachen Tests
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Sprachbegabung sinkt schon im 2. Lebensjahr
Gehörlose Kinder sollen rascher Cochlear-Implantate erhalten
-
Hände voller Worte: die Sprache der Gehörlosen
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Taub und trotzdem hören!
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Wunsch erfüllt: Ältester Grundschüler der Welt kann wieder hören
-
Online-Hörtest soll Jugendlichen helfen
Jeder Vierte hört schlecht, 40 Prozent leiden an Schäden

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Hören ohne zu verstehen: Störung an Synapsen im Innenohr
-
Aktuelle Umfrage zum Thema Hörschwäche: Rund 70 Prozent würden bei einer beidseitigen Hörschwäche zwei Hörgeräte tragen
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Gehör: Sicher im Orchestergraben
-
Gehörschutz für Konzertbesucher gefordert
-
Taubheit mit biologischer Methode geheilt:
Versuche mit Meerschweinchen erzielten gute Ergebnisse

-
Was tun bei Taubheit - erster Informationstag
auf Türkisch / Eltern gehörloser Kinder und ertaubte Erwachsene können sich über neueste Behandlungsmethoden informieren

-
Gebärdensprache erklärt Entstehung von Grammatik
Sprachen entwickeln rasch Konventionen

-
Mehr Flexibilität bei offener Hörgeräte-Versorgung:
ReSoundAIRPlus[TM] ist auch bei jüngeren Kunden gefragt

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Wenn Hörprobleme das Gehirn belasten
-
BKK: Hörschäden frühzeitig behandeln
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Erste interaktive Reha-Beratung geht online - BIG startet Hör-Werk
-
Schon Babies bekommen Hörptrothese implantiert
-
"Taub und trotzdem hören" - DER 1. DEUTSCHE CI-TAG 2005
-
Ein renommierter Experte für die Behandlung von Tumorerkrankungen und Schwerhörigkeit
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Acuris: Weltneuheit in der Hörgeräte-Technik
Siemens präsentiert das erste Hörsystem, bei dem linkes und rechtes Hörgerät miteinander kommunizieren
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Krankenkasse muss High-Tech Hörgerät bezahlen
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Hörprobleme bereiten Stress im Beruf: Schnelles Handeln ist gefragt
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Moderne Hörsysteme: Tipps zur richtigen Versorgung
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Jüngster Patient weltweit erhielt beidseitig Cochlear-Implantate
-
Virtuelle Lippen helfen Schwerhörigen beim Telefonieren
-
Forschungspräsentation Gehörlosenpädagogik - Wenn jenseits der Stille das Hören möglich wird
-
Musiklehrer riskieren Hörverlust

Info-Telefon zum Thema Hören jetzt täglich

Hamburg - 26.06.2006 (ots) - Das Forum Besser Hören bietet allen Ratsuchenden einen neuen Telefon-Service. Wer Fragen zum Thema Hörprobleme und Hörgeräte hat, kann jetzt an Werktagen täglich von 10 bis 18 Uhr unter der Gratis-Rufnummer 0800-360 9 360 anrufen. Experten geben kostenfrei Auskunft und beraten Betroffene und Interessierte individuell und ausführlich.

"Der Informationsbedarf zum Thema Hören hat deutlich zugenommen. Mit unserem täglichen Expertentelefon wollen wir eine ständige Anlaufstelle bieten und so zu mehr Aufklärung und Hilfestellung für Betroffene beitragen", erklärt Raimund Ernst, Vorsitzender des Forum Besser Hören.

Große Nachfrage gebe es vor allem für grundlegende Erstinformationen in Sachen Hören. Viele Menschen, die Hörprobleme feststellen, müssen sich erst einmal orientieren: Was kann ich tun? An wen muss ich mich wenden? Welche Möglichkeiten bieten digitale Hörsysteme? Fragen wie diese werden am Info-Telefon des Forum Besser Hören rasch und unbürokratisch beantwortet. Auch für komplexere Problemstellungen haben die Forum-Experten jederzeit ein offenes Ohr.

In Deutschland haben 15 bis 20 Millionen Menschen ernsthafte Hörprobleme, darunter immer mehr junge Leute. Betroffen sind nach Schätzungen ein Fünftel der Jugendlichen, ein Drittel der Erwachsenen mittleren Alters und die Hälfte aller Senioren.

Rund drei Millionen Betroffene gleichen ihre Hörschwäche mit Hörgeräten aus. 85 Prozent aller angepassten Geräte sind heute digitale Hörsysteme, die über intelligente Hörtechnik für bestes Sprachverstehen und effektive Lärmunterdrückung verfügen. Mehr als 90 Prozent der Nutzer sind mit der Leistung ihrer digitalen Hörsysteme vollauf zufrieden. Sie stellen fest, dass Hörgeräte ihre Lebensqualität deutlich verbessern.

www.forumbesserhoeren.de


Regeneration von Innenohr-Zellen beobachtet

22.06.06 - Die sensiblen Zellen im Innenohr gelten nach einer Schädigung als unwiederbringlich verloren. Möglicherweise können sie jedoch durch Hilfszellen ersetzt werden, lassen Zellkultur-Versuche amerikanischer Forscherinnen vermuten. Wie sie im Magazin "Nature" berichten, scheinen sich bei Säugetieren bestimmte Typen von Innenohrzellen teilen und zu den eigentlichen Hörzellen entwickeln zu können.


Bild: Photocase

Diese Situation erinnere an die bei Vögeln, "bei denen der Tod von Haarsinneszellen die umgebenden Stützzellen veranlasst, wieder in den Zellzyklus einzutreten und neue Haarsinnes- und Stützzellen zu bilden", schreibt die Gruppe um Patricia White und Angelika Doetzlhofer vom House Ear Institute in Los Angeles. Sollte eine solche Regenerationsfähigkeit beim Menschen gezielt aktiviert werden können, ergäben sich daraus mögliche Ansätze zur Behandlung von Schwerhörigkeit.

Die Forscherinnen und ihre Kollegen untersuchten Innenohr-Zellen von neugeborenen Mäusen. Besonders interessierten sie sich für die unterschiedlichen Stützzellen, die die Haarsinneszellen in der Hörschnecke, der Cochlea, umgeben. Anhand charakteristischer Proteine konnten sie diese Zellen isolieren und Kulturen davon anlegen.

Erstaunlicherweise zeigten bis zu 60 Prozent der kultivierten Stützzellen sehr bald Anzeichen von Teilungsaktivität und verdoppelten ihre DNA. Damit nicht genug: Einige produzierten mit dem Myosin-VI sogar ein Protein, das sich normalerweise nur in Haarsinneszellen findet. Zumindest ein Teil dieser ungeahnten Aktivität scheint auf zwei bestimmte Typen von Stützzellen zurückzugehen, auf Hensen- und Pfeilerzellen.

Als einer der Faktoren, die die Regeneration von Innenohr-Zellen unterdrücken, gilt ein Protein mit der Bezeichnung p27Kip1. Tatsächlich produzierten praktisch alle Innenohr-Stützzellen von 14 Tage alten Mäusen diesen Hemmstoff, berichtet die Gruppe. Lediglich jene zwei Prozent der Zellen, bei denen dies nicht der Fall war, zeigten noch Anzeichen einer Teilungsaktivität. Und von diesen schienen wiederum 2,5 Prozent neue Haarsinneszellen zu bilden.

"Diese Resultate deuten darauf hin, dass p27Kip1 einen denkbaren therapeutischen Ansatzpunkt für die postnatale Regeneration von Haarsinneszellen durch Stützzellen darstellt", folgern White, Doetzlhofer und ihre Kollegen.


Forschung: Patricia M. White, Angelika Doetzlhofer und Neil Segil, Department of Cell and Molecular Biology, House Ear Institute, und Department of Cell and Neurobiology, School of Medicine, University of Southern California, Los Angeles; und andere

Veröffentlichung Nature, Vol. 441, 22. Juni 2006, pp 984-7, DOI 10.1038/nature04849


Quelle: Scienceticker


Taub und trotzdem hören - Bundesweiter Aktionstag am 10. Juni informiert über Hörbehinderung und Hören mit Innenohrimplantat

22.05.2006 - Illertissen (ots) - Am 10. Juni 2006, dem 2. Deutschen CI-Tag, informieren Betroffene und Fachkräfte bei rund 60 Veranstaltungen im Bundesgebiet über Möglichkeiten, Chancen und Grenzen von
Innnenohrimplantaten für gehörlose Kinder und Erwachsene.
Schirmherrin des Aktionstages ist die Beauftragte der
Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers
Meyer. Durch die Übernahme der Schirmherrschaft unterstreicht Frau
Evers-Meyer die außerordentliche Bedeutung von Cochlea Implantaten
als Hilfe in der Habilitation gehörlos geborener Kinder sowie der
Rehabilitation ertaubter Erwachsener.

Das Innenohrimplantat, das so genannte Cochlea Implantat (CI),
ersetzt die Funktion des Innenohrs und bietet einen Weg aus der
Stille. In Deutschland leben rund 200.000 gehörlose Menschen, davon
etwa 80.000 von Geburt an. 9.000 dieser Kinder und Erwachsenen wurden
seit 1984 mit einem Cochlea Implantat versorgt. Jährlich werden in
Fachkliniken ca. 900 CI´s implantiert.

An Informationsständen, bei Vortragsveranstaltungen, Symposien und
anderen Begegnungen wird am 10. Juni nicht nur informiert, sondern
auch zur Solidarität aufgerufen. Als Zeichen des Miteinanders starten
die Beteiligten am CI-Tag um 12 Uhr grüne Ballons mit dem Aufdruck
"Taub und trotzdem hören". Die Ballonaktion setzt ein sichtbares
Zeichen für die Zusammenarbeit zahlreicher Gruppierungen aus dem
Hörbehindertenbereich und wirbt für mehr Achtsamkeit. Taubheit muss
heute kein unabänderliches Schicksal mehr sein- darauf machen die
Aktiven am Aktionstag aufmerksam.

Initiatorin des Aktionstages ist die Deutsche Cochlear Implant
Gesellschaft e.V. Der gemeinnützige Bundesverband mit über 60
Selbsthilfegruppen vertritt die Interessen von hörbehinderten
Menschen, die mit einem Cochlea Implantat oder ähnlichen Hilfsmitteln
versorgt sind oder versorgt werden wollen. Die Gesellschaft bietet
seit 1987 Beratung und Begleitung für Betroffene und Angehörige.
Weitere Informationen: http://www.taub-und-trotzdem-hoeren.de

Quelle: Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e.V.

Altersschwerhörigkeit hormonabhängig - US-Forscher: Senioren mit viel Aldosteron hören besser

Baierbrunn - 08.05.2006 - US-Forscher haben einen Zusammenhang zwischen dem Hormon Aldosteron und der Alterschwerhörigkeit gefunden. Je mehr von diesem Botenstoff sie noch messen konnten, um so besser hörten die Senioren, berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Aldosteron ist bisher hauptsächlich bekannt für seine Wirkung auf den Mineralienhaushalt des Körpers, den er über die Niere beeinflusst.

Zwei reifere Ladies unterhalten sich
Bild: Photocase

Die Forscher fanden bei einer Untersuchung mit Männern und Frauen über 58 Jahre, die an schweren Hörstörungen litten, heraus, dass ihr Aldosteronwert nur halb so hoch war wie bei jenen mit normalem Hörvermögen. Schwerhörigkeit älterer Menschen könnte also damit zusammenhängen.

Quelle: Wort und Bild - Apothekenumschau


Weinen ohne Tränen in Verbindung mit verminderter Hörfähigkeit

24.03.2006 - Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Dr. Bernd Wollnik vom Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) und dem Institut für Humangenetik der Universität zu Köln hat die genetischen Ursachen eines angeborenen Syndroms aufgeklärt, das klinisch besonders durch eine Fehlentwicklung des Tränensystems sowie des äußeren und inneren Ohres auffällt. Patienten mit dem sog. Lacrimo-Auriculo-Dento-Digitalem (LADD) Syndrom verlieren die Fähigkeit der Tränenbildung und des Tränentransportes und zeigen zudem eine von Geburt an bestehende Schwerhörigkeit, die besonders durch Veränderungen der Gehörknöchelchen im Mittelohr bedingt ist. Weitere Merkmale sind Entwicklungsstörungen der Zähne und Finger.

Die Wissenschaftler aus Köln haben nun zusammen mit ihren Partnern aus fünf verschiedenen Ländern herausgefunden, dass es sich bei dieser Erkrankung um eine gestörte Vermittlung von Wachstumssignalen während der embryonalen Entwicklung handelt. Genetische Veränderungen wurden bei Familien mit LADD-Syndrom in drei unterschiedlichen Genen gefunden, die für die Produktion eines bestimmten Wachstumsfaktors (FGF10) und zwei seiner Rezeptoren (FGFR2 und FGFR3) zuständig sind. Als Wachstumsfaktoren werden Proteine bezeichnet, die Signale von einer Zelle auf eine andere übertragen und damit Informationen weitergeben können. Sie binden an bestimmte Rezeptoren der Zelloberfläche, die durch die Bindung aktiviert werden und das Signal in das Innere der Zelle weiterleiten. Besonders während der embryonalen Entwicklung spielen diese Wachstumssignale und deren Übertragung in die Zelle eine wichtige Rolle.


Durch ihre Entdeckung konnten die Forscher nun zeigen, dass ein bestimmtes Wachstumssignal und dessen Weiterleitung in die Zelle für die normale Entwicklung des Tränensystems und des Ohres unverzichtbar ist und dass Funktionsstörungen durch Veränderungen des Erbgutes zu den entsprechenden Fehlentwicklungen führen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature Genetics" (Nat Genet. 2006 Feb 26; Epub ahead of print). In Zukunft sollen ähnliche angeborene Erkrankungen untersucht und die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen weiter aufgeklärt werden.

Quelle: Anneliese Odenthal / Universtität zu Köln


Neue Kampagne: "Schwerhörigkeit schafft Distanz"

Hamburg - 21.03.2006 (ots) - "Schwerhörigkeit schafft Distanz - Ein Hörgerät überwindet sie." Unter diesem Motto starten die Vereinigung der Hörgeräte Industrie (VHI) und das Forum Besser Hören in diesem Monat eine breite Aufklärungskampagne mit Anzeigen, Plakaten und Rundfunkspots sowie vielfältigen Aktionen vor Ort. Den Anfang machen Stuttgart und Frankfurt am Main, andere Städte und Regionen sollen folgen.

"Ziel der Kampagne ist es, die Bevölkerung für die Wichtigkeit guten Hörens zu sensibilisieren, auf Hörprobleme aufmerksam zu machen und Lösungswege für die Betroffenen aufzuzeigen", sagt Raimund Ernst, geschäftsführender VHI-Vorstand.

Hörprobleme sind weit verbreitet und werden zunehmend zum gesellschaftlichen Problem. Denn Hörprobleme schaffen Distanz in allen erdenklichen Alltagssituationen, trennen Betroffene von den Mitmenschen: im Gespräch, in Gesellschaft, in der Familie, in der Freizeit, im Beruf. Und Hörprobleme kommen in der Regel schleichend. Die Betroffenen unternehmen in den meisten Fällen viel zu spät etwas dagegen.

Dabei können moderne Hörsysteme Abhilfe schaffen. Die Geräte sind heute so klein, dass man sie kaum noch sieht und sie verfügen über eine ausgefeilte Digitaltechnik, die immer mehr leistet. Dazu gehört, dass auch Menschen mit leichter bis mittlerer Hörschwäche optimal versorgt werden können.

Wer die Probe aufs Exempel machen und sein Gehör schnell, kostenlos und unverbindlich überprüfen will, kann dies bei einem von etwa 3.500 Hörakustikern tun. Die Fachgeschäfte sind gleichmäßig über Deutschland verteilt, so dass alle Bürgerinnen und Bürger mindestens einen Hörakustiker vor Ort oder in der näheren Umgebung haben.

Quelle: Forum Besser Hören


Lärm fördert Tumorwachstum - Erhöhtes Risiko für Krebs des Hörnerven

Baierbrunn - 21.03.2006 (ots) - Wer dauerhaftem Lärm von mehr als 80 Dezibel (dB) ausgesetzt ist, erkrankt leichter an einem Tumor des Hörnerven (Akustikus-Neurinom), berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". 80 dB werden etwa an einer stark befahrenen Straße erreicht. Mediziner der Ohio State University (USA) ermittelten bei Lärmbelasteten ein anderthalbfach erhöhtes Risiko für das Akustikus-Neurinom, eine insgesamt seltene Krebsart.

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau


Zwischen den Welten - Hören mit einem Cochlea-Implantat

Eine Matinee des DFG Forschungszentrums Molekularphysiologie des Gehirns (CMPB) mit Kurzvorträgen, Podiumsdiskussion und Filmvorführung

09.03.2006 - Hörstörungen stellen eine der häufigsten Krankheiten in unserer Gesellschaft dar. Betroffen sind Menschen aller Altersklassen, die Ursachen sind vielfältig. Sie reichen von angeborener Hörschwäche über Schäden durch Lärmbelastung bis hin zu Degeneration des Hörapparats im Alter. Während Gehörverlust bei Erwachsenen häufig zu sozialem Rückzug führt, kann eine hochgradige Schwerhörigkeit bei Kindern die Reifung der Hörbahn im Gehirn bleibend stören. Ohne Therapie sind die betroffenen Hirnstrukturen dann nur so grob ausgebildet, dass Kinder gesprochene Sprache (Lautsprache) nicht erkennen und somit auch nicht selber erwerben können. Dank hoch entwickelter Technik kann das Cochlea-Implantat (CI) in vielen Fällen die Hörfähigkeit wiederherstellen. Das CI wird operativ in die Hörschnecke eingebettet und ist heute weltweit als Behandlungsmethode bei Taubheit oder hochgradiger Schwerhörigkeit anerkannt. Obwohl das CI technisch und klinisch die am weitesten ausgereifte Neuroprothese ist, kann der Höreindruck, den das CI vermittelt, niemals so perfekt sein wie der des gesunden Gehörs. Schließlich muss es die Arbeit von ca. 30.000 genau aufeinander abgestimmten Hörsinneszellen ersetzen. Umso faszinierender ist es, dass das menschliche Gehirn überhaupt in der Lage ist, Töne, Geräusche und sogar Sprache aus diesem reduzierten Angebot wahrzunehmen. Wie gut das Gehirn mit dieser Situation fertig wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So gilt das Motto: je früher ein kindliches Gehirn mit den akustischen Eindrücken des CI konfrontiert wird, desto besser kann es sich darauf einstellen. Aber auch spät ertaubte Patienten, die schon gesprochene Sprache erwerben konnten, kommen so gut mit dem CI zurecht, dass sie häufig sogar wieder telefonieren können. Schwierig wird es dann, wenn ein Patient vor dem Spracherwerb ertaubt und erst relativ spät mit dem CI versorgt wird.

Im Rahmen der weltweiten Brain Awareness Week (13. - 19. März 2006) organisiert das DFG Forschungszentrum Molekularphysiologie des Gehirns (CMPB) am

Sonntag, den 19. März 2006, eine Matinee zu dem Thema
"Zwischen den Welten - Hören mit einem Cochlea-Implantat"
CinemaxX, Kinosaal 2, Bahnhofsallee 3

In kurzen Vorträgen und einer Podiumsdiskussion werden die Grundlagen des menschlichen Gehörs und dessen Schädigung erläutert sowie die Funktion des CI und sein Einsatz in der Therapie erklärt. Eine Betroffene schildert ihre Situation als Gehörlose mit CI und berichtet wie sie die Möglichkeiten der Integration in unsere hörend orientierte Gesellschaft erlebt. Es wird darüber diskutiert, wann die Implantation idealer Weise erfolgen sollte, um einen annährend normalen Lautspracherwerb zu gewährleisten. Was sollten Eltern beachten, bevor sie ihr Kind mit einem CI versorgen lassen? Außerdem: ist es ratsam, neben dem Erwerb der gesprochenen auch den Erwerb einer Gebärdensprache zu ermöglichen? Kann ein CI zur Einschulung in einer Regelschule verhelfen und alle Ausbildungen ermöglichen? Als zukünftige Alternative zum CI wird ebenfalls darüber gesprochen, wie weit die Forschung in Bezug auf die regenerative Medizin mit Gentechnik oder Stammzellen ist.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion erzählt der Film "Jenseits der Stille" die Geschichte des Mädchens Lara, die sich als hörende Tochter eines gehörlosen Ehepaares für eine Musiker-Karriere entscheidet. Der Film über Laras Leben "zwischen den Welten" wurde 1998 für den Auslands-Oscar nominiert. Die Kurzvorträge und die Podiumsdiskussion werden von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt und der Film wird im Originalton (Deutsch) mit deutschen Untertiteln gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Das CMPB vereint Forschungsgruppen der Georg-August-Universität, der Max-Planck-Institute für biophysikalische Chemie und für experimentelle Medizin sowie des Deutschen Primatenzentrums. Es koordiniert die experimentelle Erforschung der molekularen Grundlagen von Hirnfunktionen und deren Störungen. In seinen Veranstaltungen möchte das CMPB Themen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft aufgreifen und offen diskutieren.

Wer einen Blick hinter die Kulissen der Gehörforschung werfen möchte, ist am 15. März 2006 herzlich zu kurzen Führungen in der Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsklinik Göttingen eingeladen. Treffpunkt ist die Hauptpforte (Westeingang) um jeweils 10:00 und 16:00 Uhr.

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Das Cochlea-Implantat (CI)

Anders als herkömmliche Hörgeräte, die den Schall lediglich verstärken, wandelt das CI Schall in elektrische Reize um, die direkt an das Innenohr geleitet werden. Das CI überbrückt so die fehlende Funktion der Hörsinneszellen im Innenohr. Das CI wird operativ direkt in die Hörschnecke (Cochlea) eingesetzt und funktioniert nur, wenn sowohl der Hörnerv als auch die zentralen Hörareale im Gehirn intakt sind. Ein außerhalb des Kopfes getragenes Mikrofon und ein Sprachprozessor wandeln den Schall um. Dieser wird durch einen Sender, der mit Hilfe eines Magneten außen am Kopf befestigt wird, ins Innere des Kopfes weitergeleitet. Der unter der Schädeldecke implantierte Teil des CI besteht aus einem Empfänger und den Elektroden, die das akustische Signal direkt an den Hörnerv weitergeben.

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Programm

Mittwoch, 15. März 2006, 10:00 Uhr & 16:00 Uhr
Tag der offenen Tür in der Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsklinik Göttingen, Treffpunkt Hauptpforte (Westeingang)

Sonntag, 19. März 2006
Matinee im CinemaxX, Hörsaal 2, Bahnhofsallee 3

Einlass ab 10:00 Uhr

10:30 Uhr - 10:45 Uhr
Begrüßung
Professor Dr. Diethelm Richter - Sprecher des DFG Forschungszentrums Molekularphysiologie des Gehirns

10:45 Uhr - 11:00 Uhr
Wie kommt der Klang in den Kopf? Neues vom Hören und Schwerhörigkeit
Professor Dr. Tobias Moser, Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsklinik Göttingen

11:00 Uhr ? 11:15 Uhr
Diagnose Schwerhörigkeit - Therapie mit dem Cochlea-Implantat
Professor Dr. Thomas Lenarz, Hals-Nasen-Ohrenklinik / Hörzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover

11:15 Uhr - 11:30 Uhr
Schwerhörigkeit bei Kindern - Sprachentwicklung mit dem Cochlea-Implantat
Professor Dr. Anke Lesinski-Schiedat, Hals-Nasen-Ohrenklinik / Hörzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover

11:30 Uhr - 12:15 Uhr
Leben mit einem Cochlea-Implantat ? Erfahrungen, Meinungen, Perspektiven
Moderation: Angela Brünjes, Göttinger Tageblatt

12:15 Uhr - 13:00 Uhr
Pause mit Imbiss und Getränken

13:00 Uhr - 15:00 Uhr
"Jenseits der Stille", 112 min. (OmU)

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Die Referenten und Diskussionsteilnehmer

Constanze Krull ist 20 Jahre alt, ertaubte im Alter von fünf Jahren und bekam mit sechs Jahren ein Cochlea Implantat. Nach den ersten zwei Jahren auf einer Sprachheilschule wechselte sie an eine normale Grundschule. Sie hat letztes Jahr ihr Abitur gemacht und studiert seit Herbst 2005 in Magdeburg Sozialwesen. Constanze Krull spielt Tennis, taucht, spielt Klavier und Keyboard, unternimmt gerne Reisen und geht häufig ins Kino.

Thomas Lenarz ist seit 1993 Direktor der Klinik für Hals-, Nasen, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover, der weltweit führenden Einrichtung für Cochlea Implantationen. Hier wurden seit 1984 über 3000 Patienten (60 % Kinder) mit einem CI versorgt und rehabilitiert.

Anke Lesinski-Schiedat ist seit 2003 die ärztliche Leiterin des Hörzentrums (Dir.: T. Lenarz) an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Tobias Moser ist seit 1998 Mitarbeiter der Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsklinik Göttingen. Im Rahmen des CMPB erforscht er die molekularen und strukturellen Grundlagen der Schallkodierung im Innenohr und deren Störung bei der Schwerhörigkeit.

Quelle: idw / DFG Forschungszentrum für Molekularphysiologie des Gehirns


Hören, wenn das Ohr nicht funktioniert
Implantat-Nervenzell-Kopplung im Innenohr
RUBIN 1/06: Aktuelles aus der Cochlea-Implantat-Forschung

06.03.2006 - Das Cochlea-Implantat (CI) ist ein kleines technisches Wunderwerk, mit dem gehörlose Menschen hören lernen. Mit der „bioaktiven Elektrode“ wollen Mediziner um Prof. Dr. Stefan Dazert (HNO-Klinik der Ruhr-Universität Bochum, St. Elisabeth-Hospital) nun für die zielgenaue Ankopplung der Nervenzellen an das Implantat sorgen – und die Technik damit wesentlich verbessern. Zudem hoffen sie, zukünftig mithilfe der Stammzellforschung die geschädigten Haarsinneszellen zu ersetzen.

Cochlea Implantat
Bild: Ruhr-Universität Bochum

Nervenzellen: Wachstum und Richtung lenken

Ursache für Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit sind meist geschädigte Haarsinneszellen im Innenohr. Mit dem Cochlea-Implantat überbrücken Mediziner diese Zellen, indem sie winzige in Silikonträger eingebettete Elektroden in die Hörschnecke (Cochlea) schieben und so den Hörnerv direkt stimulieren. Je besser es gelingt, die Nervenfasern an die CI-Elektroden anzukoppeln, desto erfolgreicher wird letztlich die Spracherkennung der Patienten sein. In Zellkulturexperimenten stellte sich jetzt heraus, dass spezielle Wachstumsfaktoren (FGF-1, NT-3) und Proteine der natürlichen Zellumgebung – insbesondere Laminin – die Anzahl und die Länge der Nervenfasern (Neuriten) erhöhen. Zudem können die Forscher mithilfe stimulierender und abstoßender Komponenten (Molekülgruppe der Ephrine) die Wachstumsrichtung der Neuriten lenken.

Elektrode „bioaktiv beschichtet“
Mit diesem „Instrumentarium“ entwickeln sie nun die “bioaktive Elektrode”, die durch eine entsprechende Beschichtung des Elektrodenträgers die auswachsenden Neuriten gezielt zu bestimmten Arealen des Implantats hinlenkt und deren Aufwachsen auf die Elektrode fördert bzw. Nervenfasern von anderen Arealen fernhält. Auch weiter entfernte Neuriten lassen sich anlocken, wenn über Kanäle im Elektrodenträger zusätzlich Wachstumsfaktoren abgegeben werden. Als geeignete Elektroden-Materialien – auf deren Oberfläche die Zellen eine rege Neuritensprossung zeigen – stellten sich Titan und Platin heraus. In Kooperation mit Chemikern der Ruhr-Universität wollen die Forscher auch klären, ob sich die Nervenzellen durch eine Feinabstimmung der elektrischen Reizströme gezielt stimulieren lassen.

Erste Erfolge auf einem langen Weg
Auch auf dem Gebiet der Stammzellforschung verzeichnen die Bochumer Mediziner erste Erfolge. In Kooperation mit Wissenschaftlern der University of California San Diego, USA, haben sie nachgewiesen, dass neurale Stammzellen in Zellkultur mit Rattenexplantaten zu Nervenzellen der Hörbahn differenzieren können. Dabei produzieren die Haarzellen der Rattenexplantate vermutlich Wachstumsfaktoren, die das Aussprossen der Nervenfasern anregen. In einem anderen Versuch überlebten Stammzellen noch sieben Tage nach der Injektion in die Cochlea von drei Monate alten Ratten. Bis zu einem möglichen therapeutischen Einsatz dieser hoffnungsvollen Ergebnisse ist es dennoch ein weiter Weg.

Quelle: Ruhr-Universität Bochum


Wie bitte? GBE-Heft 29 zu Hörstörungen und Tinnitus erschienen

Hörstörung und Tinnitus

14.02.2006 - Laute Musik, Rasenmäher, Heimwerken, Spielzeuge, Feuerwerkskörper, Sport- und Gaststätten - die Ursachen von Lärmbelastung in der Freizeit sind vielfältig. Gehör schädigend wird Schall bei anhaltend hohen Schallpegeln (Dauerlärm) oder in Form von Knallereignissen. Hörstörungen und Tinnitus sind Thema des soeben erschienenen 29. Heftes der Gesundheitsberichterstattung (GBE). Auf gut dreißig Seiten gewinnt der Leser rasch eine fundierte Übersicht über die verschiedenen Aspekte: frühkindliche Schwerhörigkeit, Hörschäden durch Lärm, Schwerhörigkeit im Alter, Hörsturz, Tinnitus (Ohrgeräusche), die Gesundheitsversorgung durch Hals-Nasen-Ohrenärzte sowie die Hörgeräteversorgung.

Über rein kommunikative Probleme hinaus kann Schwerhörigkeit zu kognitiven Verarbeitungs- und Funktionsstörungen führen, zu sozialer Isolierung, reduziertem Selbstvertrauen, Verlust an individueller Unabhängigkeit und Depressionen. Die Folge sind Einschränkungen im privaten und beruflichen Bereich mit erheblichen Einbußen an Lebensqualität. Ähnliche Folgen können auch beim Tinnitus auftreten. Im Vergleich zur Schwerhörigkeit treten beim Tinnitus jedoch häufiger zusätzlich therapiebedürftige psychosomatische Störungen auf.

Neben der Schwerhörigkeit im Alter sind Hörstörungen durch Lärmbelastungen in der Freizeit und am Arbeitsplatz am häufigsten. Noch immer ist die berufliche Lärmschwerhörigkeit die häufigste anerkannte Berufskrankheit. Die Gründe liegen unter anderem an der mangelnden Kennzeichnung der entsprechenden Arbeitsbereiche, aber auch am inkonsequenten Gebrauch von Gehörschutz. Die Belastung durch Umwelt- und Freizeitlärm hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen, neben den Auswirkungen auf das Gehör können Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Störungen des Magen- und Darmtraktes die Folge sein. Im Freizeitbereich stellt neben zu lauter Musik in Diskotheken der Gebrauch von Kopf- und Einsteckhörern - beim langen Hören von lauter Musik - eine besonders starke Gefährdung dar, die bei vielen Jugendlichen zu Hörschäden führt. Unterschätzt wird auch die Gefahr durch Knallereignisse. Spielzeugwaffen mit Knallplättchen können bei ohrnaher Zündung ebenso wie Feuerwerkskörper so hohe Spitzenpegel erreichen, dass bereits ein einziger Knall zu einem dauerhaften Hörschaden führen kann.

Im Kindesalter hat ein intaktes Gehör eine große Bedeutung für die Hör- und Sprachentwicklung. Frühkindliche Schwerhörigkeit hat vielfältige Ursachen, sie kann zum Beispiel durch eine Röteln- oder Zytomegalievirus-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft entstehen. Bei fast der Hälfte der schwerhörigen Kinder lagen jedoch keine der bekannten Ursachen bzw. Risiken vor. Unterschiedliche Datenquellen zeigen, dass kindliche Hörstörungen in Deutschland oft sehr spät erkannt werden.
Das Robert Koch-Institut, das die Gesundheitsberichterstattung des Bundes in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchführt, veröffentlicht regelmäßig Themenhefte.

Das GBE-Heft "Hörstörungen und Tinnitus" ist auch im Internet abrufbar ( http://www.rki.de ) und kann kostenlos schriftlich angefordert werden: Robert Koch-Institut, GBE, Seestraße 10, 13353 Berlin, E-Mail: gbe@rki.de, Fax: 01888-754-3513.

Quelle: Robert Koch-Institut


Internet-Wegweiser bei Hörproblemen

Hamburg - 27.01.2006 (ots) - Wer Hörprobleme hat und den Rat eines Hörakustikers in seiner Nähe sucht, findet die Adresse im Internet unter www.forumbesserhoeren.de . Das große Hörportal bietet allen Betroffenen und Interessierten als kostenlosen Wegweiser eine bundesweit einzigartige Suchdatenbank mit rund 3.300 verzeichneten Hörakustik-Fachgeschäften. Da dies fast 100 Prozent aller Hörakustik-Fachgeschäfte in Deutschland sind, ist das Register nahezu lückenlos.

Die Daten wurden zum neuen Jahr komplett überarbeitet und sind damit auf dem allerneuesten Stand. Die Fachgeschäfte sind mit aktueller Postadresse, Telefonnummer, E-Mail- und gegebenenfalls auch mit Internetadresse zu finden. Um die Suche bei www.forumbesserhoeren.de zu starten, genügt es, den Wohnort oder die Postleitzahl einzugeben. Die Ergebnisliste zeigt dann alle registrierten Hörakustiker am Ort.

Aufgrund der Zunahme von Hörproblemen sowie der rasanten technologischen Entwicklung bei digitalen Hörgeräten werden Hörakustiker immer wichtiger. Sie wählen je nach Kundenbedürfnis das geeignete Modell aus, sorgen für eine qualitativ hochwertige Anpassung und Programmierung und leisten umfangreiche Beratung bis hin zum Hörtraining. Als erste Anlaufstelle für Betroffene führen Hörakustiker auch kostenlose und unverbindliche Hörtests durch.

In Deutschland leben nach jüngsten Studien des Forum Besser Hören mindestens 16 Millionen Menschen mit Hörschwäche. Betroffen sind immer mehr Menschen mittleren Alters und junge Erwachsene. Verantwortlich: die zunehmende Lärmbelastung, aber auch Hektik und Stress im Alltag.

Digitale Hörsysteme tragen diesem Phänomen Rechnung, indem sie modernste Chiptechnologie mit nutzerfreundlichem Design verbinden. Sie sind leicht zu tragen und stellen sich automatisch auf die jeweilige Hörsituation ein. Störgeräusche werden herausgefiltert, sinnvolle akustische Signale wie die Stimme des Gesprächspartners werden hervorgehoben. Digitale Hörsysteme machen heute mehr als 70 Prozent aller angepassten Geräte aus. Ausführliche Infos dazu bei www.forumbesserhoeren.de.


Neuer Trend bei Hörsystemen:
Mehr Leichtigkeit mit offener Versorgung

Hamburg (ots) - 05.01.2006 - Bei modernen Hörsystemen setzt sich ein neuer Trend durch: die so genannte "offene Versorgung". Immer mehr Menschen mit Hörschwäche entscheiden sich für diese neuartige Methode, mit der sich Hörsysteme leichter tragen lassen als je zuvor, berichtet das Magazin "hören" in seiner neuen Ausgabe

Der Vorteil der offenen Versorgung: Der digital aufbereitete Schall gelangt mittels eines hauchdünnen und kaum sichtbaren Schlauchs ins Ohr. Der Verzicht auf ein Ohrstück im Gehörgang sorgt für ein freies und leichtes Tragegefühl sowie ein authentisches Klangerlebnis. Geeignet ist die offene Versorgung für Menschen mit mittlerer bis leichter Hörschwäche. Sie kommen in "hören" ausführlich zu Wort. "Nach kurzer Zeit vergesse ich, dass ich überhaupt Hörsysteme trage und genieße es einfach, gut hören zu können", sagt ein Top-Manager der Gesundheitsbranche, der durch Hörsysteme beruflichen Erfolg und persönliche Lebensqualität zurückgewonnen hat.

Bekennender Nutzer von Hörsystemen mit offener Versorgung ist auch Bayerns Innenminister Günther Beckstein. Der 61jährige hat im Wahlkampf-Stress einen Hörsturz mit bleibender Hörschwäche erlitten. Wie "Bild" kürzlich berichtete, unternimmt Beckstein nicht den geringsten Versuch, dies zu verstecken, sondern versichert allen, die es wissen wollen, dass er mit Hörsystemen weiterhin ausgezeichnet hört.

Stress, Lärm, Durchblutungsprobleme... All dies nimmt in unserer Gesellschaft zu und verursacht immer mehr Hörprobleme. In Deutschland leiden mindestens 16 Millionen Menschen unter Hörschwäche, wie eine repräsentative Studie des Forum Besser Hören ergeben hat. Demnach gaben in der Altersgruppe ab 45 Jahren 46 Prozent der Befragten an, in verschiedenen Alltagssituationen nicht gut hören zu können. Dies zeigt, wie wichtig es ist, auf sein Gehör zu achten und beim Verdacht auf Hörprobleme einen HNO-Arzt oder Hörakustiker aufzusuchen. Die Möglichkeiten, einen Hörverlust mit modernen Hörsystemen auszugleichen, sind bei rechtzeitigen Gegenmaßnahmen am besten. Grundsätzlich gilt: Je früher, desto besser.

Quelle: presseportal


Silvester-Risiko: Knalltrauma - jetzt ist erstmals Hilfe in Sicht
Weltweit erste Tests zur Behandlung von akutem Innenohr-Hörverlust in Berlin und München

Berlin, 30. Dezember. Für schätzungsweise 8000 Menschen in Deutschland, davon allein rund 500 im Großraum Berlin, hat das jährliche Böllern an Silvester gravierende Folgen: Durch die im wahrsten Sinn des Wortes ohrenbetäubende Detonation von Feuerwerkskörpern erleiden sie einen akuten Hörverlust (Knalltrauma). Sie können Geräusche nur noch gedämpft wahrnehmen und leiden häufig unter Ohrensausen (Tinnitus). Im günstigsten Fall erholt sich das Gehör in den Tagen und Wochen nach dem Vorfall von selbst, bleibt jedoch für mögliche spätere Schäden anfällig.

Sylvesterfeuerwerk
Bild: Photocase
Sieht schön aus, ist aber nicht ganz ungefährlich: das Sylvesterfeuerwerk


Im ungünstigsten Fall löst die Detonation eine Zerstörung der feinen Sinneszellen im Innenohr aus. Die betroffenen Zellen sterben innerhalb weniger Stunden bis Tage ab. Die Folge ist ein bleibender Hörverlust.
Nun steht erstmals ein Wirkstoff (AM-111) zur Verfügung, mit dem dieser Hörverlust, der häufig auch bei Rockkonzerten auftritt, behandelt werden kann. Versuche haben gezeigt, dass eine rasche Anwendung, innerhalb von 24 Stunden, von AM-111 die Sinneszellen im Innenohr vor dem Absterben schützen kann.

Wer in der Silvesternacht ein starkes Knalltrauma erleidet, kann sich an einer klinischen Studie der Hals-Nasen-Ohrenklinik der Charité - Universitätsmedizin Berlin beteiligen und mit dem Wirkstoff AM-111 behandeln lassen.

Voraussetzungen für die Teilnahme sind:
· ein mittlerer bis schwerer Hörverlust (äußert sich z.B. wie Gefühl von "Watte im Ohr" oder Pfeifen im Ohr)
· Mindestalter: 18 Jahre, Höchstalter: 60 Jahre
· ausgeschlossen sind Patienten, die Medikamente einnehmen, die bereits an einer Ohrentzündung leiden, schon einmal einen akuten Hörverlust erlitten haben, an chronischem Tinnitus leiden, aus einem anderen Grund nicht gesund sind, schwangere und stillende Frauen
Wichtig ist eine rasche Behandlung! Wer die genannten Kriterien erfüllt und ein Knalltrauma erlitten hat, sollte baldmöglichst in die Charité Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30 kommen. Dort wird von Silvester 24 Uhr bis Mitternacht des 1.1.2006 die Behandlung mit dem neuen Wirkstoff durchgeführt. Für weitere Fragen ist eine Hotline Tel. 030 - 8445-2403 oder -4768 eingerichtet.

Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin



Frisch und neu: Das Hörportal www.forumbesserhoeren.de - Internet-Ratgeber zu den Themen Hören, Hörschwäche und Hörsysteme

Hamburg (ots) - 30.09.2005 - Wie erkenne ich, ob mein Gehör in Ordnung ist? Was kann ich bei Hörschwäche unternehmen? Wo finde ich den Hörakustiker oder HNO-Arzt meines Vertrauens? Was leisten moderne Hörsysteme? Und welche Rolle spielt gutes Hören im alltäglichen Leben? Neue Antworten auf Fragen rund ums Thema Hören gibt es auf www.forumbesserhoeren.de.

Das große Hörportal ist komplett überarbeitet worden und damit auf dem allerneuesten Stand. Damit spiegelt der Internet-Auftritt des Forum Besser Hören die rasante technologische Entwicklung auf dem Markt moderner Hörsysteme wider, aber auch den ungeheuren Wissenszugewinn auf dem Feld der Hörforschung in den vergangenen Jahren.

Die neu konzipierten Webseiten von www.forumbesserhoeren.de folgen den veränderten Bedürfnissen der Internetnutzer - mehr Aktualität, mehr Übersichtlichkeit, mehr Transparenz. Damit ist der Zugang zum Wissensspool immer kurz und direkt, egal ob der Nutzer die schnelle Information sucht oder ob er tief in die facettenreiche Welt des Hörens eintauchen will.

www.forumbesserhoeren.de
versteht sich als Anlaufstelle für Menschen mit Hörschwäche und deren Angehörige sowie für alle Menschen, die an gutem Hören interessiert sind. Auch für Ärzte, Hörakustiker und Journalisten ist das Hörportal eine wichtige Adresse. Eine zentrale Rolle spielt deshalb der Servicebereich des neuen Portals mit Suchmaschinen, Infopools, Adressen, Links etc. Abgerundet wird der Webauftritt durch Unterhaltsames wie die preisgekrönte virtuelle Hörerlebniswelt Audiorama oder das virtuelle Hörquiz.

Wie wichtig profunder und gut aufbereiteter Rat zum Thema Hören ist, zeigen aktuelle Zahlen. Nach neuesten Studien des Forum Besser Hören leben in Deutschland 15 bis 20 Millionen Menschen mit Hörschwäche. Tendenz steigend. Betroffen sind zunehmend auch junge Leute und Erwachsene mittleren Alters.

Quelle: Forum Besser Hören


Hörverlust bleibt unentdeckt in Pflegeheimen - Viele ältere Heimbewohner leiden an Hörverlust, der vom Pflegepersonal unentdeckt bleibt.

22.06.2005 - Eine amerikanische Studie zeigte, dass zwischen 53 Prozent und 63 Prozent der Bewohner mehrerer Pflegeheimen an schwerem Hörverlust litten, das Pflegepersonal jedoch nur bei weniger als der Hälfte der Fälle darauf aufmerksam war. Die hohe Zahl an unbemerktem Hörverlust deutet auf übliche Fehler in der Behandlung von Älteren hin. Symptome wie Verwirrung, Rückzug und schlechte Orientierung können durch unbehandelten Hörverlust hervorgerufen werden. Doch so lange der Hörverlust unentdeckt bleibt, besteht die Gefahr, dass die Senioren behandelt werden als hätten sie Alzheimer oder Demenz.

Die amerikanische Studie umfasste 279 Pflegestationen, 51 Altenheimpfleger und 16 Leiter. Interviews mit dem Personal und den Senioren sowie eine Analyse von Krankenakten zeigte, dass nur 30 von 279 Pflegeheimbewohnern im vergangenen Jahr auf Hörprobleme hin untersucht wurden. 39 Prozent waren auf Grund von überschüssigem Ohrenschmalz behandelt worden, doch bei 81 Prozent wurde weder das Gehör getestet noch der Ohrenschmalz entfernt.

Die Forscher der Studie empfahlen, die Pflegerausbildung zu verbessern und an den Heimbewohnern routinemäßige Hörtests durchzuführen. Zusätzlich empfahlen sie, dass Heimbewohner, die Hörgeräte tragen, die Geräte überprüfen lassen und die Funktionen des Hörgerätes so weit wie möglich vereinfachen lassen sollten, damit den älteren Menschen der Umgang mit Hörgeräten erleichtert wird.

Quellen: Hearing Aid Use in Nursing Homes, Part 1: Prevalence Rates of Hearing Impairment and Hearing Aid Use, and Hearing Aid Use in Nursing Homes, Part 2: Barriers to Effective Utilization of Hearing Aids. Journal of American Medical Directors Association. September/Oktober 2004.


Kein flächendeckendes Neugeborenen-Screening trotz einfachen Tests / Jubiläums-Symposium in der HNO-Universitätsklinik Heidelberg am 11. Juni

09.06.2005 - Wenn ein Kind nicht hört, lernt es nicht sprechen. Ist sein Hörvermögen beeinträchtigt, entwickeln sich Sprache und Leistungsfähigkeit nur teilweise und mit Verzögerung. In Deutschland sind von 1.000 Neugeborenen ein bis zwei betroffen. Doch in vielen Bundesländern, auch in Baden-Württemberg, werden Hörstörungen oft sehr spät erkannt, so dass die Entwicklung des Kindes bereits Schaden gelitten hat. Dabei stehen Screening-Tests für Neugeborene zur Verfügung; allerdings werden diese derzeit nur in wenigen Bundesländern wie Hamburg oder dem Saarland flächendeckend durchgeführt.

Auf diesen Missstand weist die Ärztliche Direktorin der Abteilung für Stimm- und Sprachstörungen sowie Pädaudiologie, Professor Dr. Ute Pröschel, hin. Bei einer Jubiläumsfeier am 11. Juni 2005 in der Kopfklinik des Universitätsklinikums Heidelberg ist die Früherkennung von Hörstörungen ein zentrales Thema, denn sie stellt den Schlüssel zu einer optimalen Behandlung der Sprachentwicklung dar.

30 Jahre Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie / 50 Jahre Logopädenschule

Gleich drei Jubiläen kann die Heidelberger Klinik an diesem Tag begehen: * Vor 30 Jahren hat die Medizinische Fakultät Heidelberg eine Professur für Phoniatrie und Pädaudiologie eingerichtet. * Seit 50 Jahren werden Logopäden (Sprach- und Stimmtherapeuten) am Universitätsklinikum Heidelberg ausgebildet. * Insgesamt 60 Jahre besteht am Klinikum eine phoniatrische Ambulanz

Hörgeschädigte Kinder werden meist erst im dritten Lebensjahr behandelt

"Kinder mit Hörstörungen werden im Mittel erst im dritten Lebensjahr entdeckt", berichtet Frau Professor Pröschel. Dann fallen sie durch eine verzögerte Entwicklung der Sprache oder durch gestörtes Verhalten auf. Nervenbahnen im Gehirn, die das Innenohr mit dem Hör- und Sprachzentrum verbinden, sollten jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits weiterentwickelt sein. Diese Ausbildung kann der späte Einsatz von Hörgeräten nicht wieder aufholen.

Das Neugeborenen-Screening kann als schneller, schmerzfreier Test auf der Geburtsstation vorgenommen werden. Dabei wird eine kleine Sonde in das Ohr des Kindes eingeführt und ein kurzer Schallreiz erzeugt. Ob das Kind richtig hört, kann an der Schallantwort aus dem Innenohr oder an den Hirnströmen abgelesen werden.

Erfolgreiches Screening in Österreich und den USA

"Um den Test durchführen zu können, müssten die Geburtskliniken ausgestattet und die Mitarbeiter entsprechend geschult sein", beschreibt Frau Professor Pröschel das Defizit. Dass hier Erfolge erzielt werden können, zeigen Erfahrungen aus Österreich und den USA, wo die Mehrzahl der Neugeborenen mit Hörschäden bereits in den ersten sechs Monaten behandelt wird.

Ursachen angeborener Hörschäden können z.B. genetische Erkrankungen, Röteln während der Schwangerschaft, Unreife durch Frühgeburt sowie starker Sauerstoffmangel während der Geburt sein. Kindern mit Hörstörungen stehen heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten offen. Durch den Einsatz von Hörgeräten, Cochlea-Implantaten sowie anderen Hörprothesen können gute Erfolge in der Sprachentwicklung und der allgemeinen Entwicklung erzielt werden.

Logopädische Behandlung trainiert Eltern und Kinder

Die zusätzliche Behandlung durch eine Logopädin trägt dazu bei, die Sprachentwicklung zu fördern. Seit 50 Jahren werden Therapeuten an der Logopädieschule des Heidelberger Klinikums ausgebildet - jährlich treten zehn neue Schülerinnen und Schüler den dreijährigen Ausbildungsgang an. Die Schule wird von Frau Professor Pröschel geleitet. Mit den Fachärzten für Phoniatrie und Pädaudiologie arbeiten die Logopädinnen (überwiegend sind es Frauen) Hand in Hand. Nach der umfassenden ärztlichen Diagnostik und der Therapieentscheidung übernehmen sie die Behandlung des Kindes. "Im Vordergrund steht die Anleitung und Beratung der Eltern. Die logopädischen Übungen werden den Kindern während der Therapie spielerisch angeboten, diese werden von den Eltern zuhause gefestigt", erklärt Barbara Strate, leitende Lehrkraft der Heidelberger Logopädenschule.

Rund 20 Prozent der Schulanfänger zeigen Auffälligkeiten in der Sprache

Die Nachfrage nach logopädischer Behandlung ist in den letzten Jahren gestiegen. Knapp 20 Prozent aller Schulanfänger zeigen Sprachauffälligkeiten. Die Ärzte und Logopäden haben zudem noch einen weiteren großen Kreis von Patienten, den sie betreuen: Patienten mit Stimmstörungen, z.B. Lehrer und Mitglieder anderer Berufsgruppen, die viel sprechen müssen, stotternde Kinder und Jugendliche, Patienten, die nach Entfernung eines Kehlkopftumors oder nach einem Schlaganfall unter Stimm-, Sprach-, Sprech- oder Schluckstörungen leiden.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg


Sprachbegabung sinkt schon im 2. Lebensjahr
Gehörlose Kinder sollen rascher Cochlear-Implantate erhalten

Vancouver - 17.05.2005 - Die Fähigkeiten eines Menschen die Sprache zu erlernen, nimmt bereits mit dem dritten Lebensjahr deutlich ab. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Indiana University School of Medicine http://www.medicine.iu.edu in Indianapolis. Daher ist es nach Angaben der Experten dringend nötig gehörlosen Kindern so schnell wie möglich Cochlea-Implantate zu geben, damit sie möglichst schnell hören lernen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .


Bild: Pixelquelle

Das Forschungsergebnis bestätigt bereits existente Annahmen, dass es zum Erlernen einer Sprache "sensitive Phasen" gibt, in denen Kinder Grammatik und Vokabular besonders intensiv aufnehmen. Erstaunt war das Forschungsteam um Mario Svirsky allerdings darüber, dass dies bereits in so frühen Jahren geschieht. Der Akustik-Experte hatte mit seinen Kollegen rund 100 Kinder untersucht, die in den ersten vier Lebensjahren Cochlea-Implantate erhalten hatten. Diese Implantate, die ins Ohr eingesetzt werden, wandeln Töne in elektrische Impulse um und ermöglichen daher zumindest eingeschränktes Hören. Das Forschungsteam untersuchte die Kinder in mehreren Abständen nach dem Einsetzen des Implantats.

Den größten Nutzen zeigten Kinder, denen das Implantat bereits vor dem 2. Geburtstag eingesetzt wurde. Die Wissenschaftler verwendeten für die Untersuchung die Reynell Developmental Language Scales, ein Instrumentarium, das das Verständnis von Grammatik und Vokabular verdeutlicht. Die Fähigkeit Sprache zu lernen nahm mit höherem Alter ab. Dennoch war es offensichtlich, dass auch Vierjährige einen deutlichen Nutzen von den Implantaten hatten. Die Studienergebnisse wurden beim derzeit in Vancouver stattfindenden Treffen der Acoustical Society of America http://asa.aip.org präsentiert.

Obwohl die US-Food and Drug Administration (FDA) Cochlea-Implantate bereits im Alter von 12 Monaten zulässt, passiert dies relativ selten. "Zwei Drittel der Kinder sind etwa zwei Jahre alt", wie Svirsky bestätigt. Das Setzen von Cochlea-Implantaten ist generell allerdings nicht umumstritten. Zahlreiche medizinische Gesellschaften bezeichnen das technische Hilfsmittel als "Heilung" von der Gehörlosigkeit. "Viele Gehörlose sehen aber keine Veranlassung geheilt zu werden", so Gwen Carr, Direktorin der National Deaf Children Society in London. Frühe Kommunikation sei mehr als bloß Sprache, meint Carr, die auch das Erlernen der Gebärdensprache als wesentlich ansieht. Auch die New Yorker Sprachforscherin Elissa Newport sieht in den Cochlea-Implantaten nicht das große "Wunder für die meisten Kinder". Sie sagt, dass die beste Lösung das zusätzliche Erlernen der Gebärdensprache sei.



Hände voller Worte: die Sprache der Gehörlosen

Eschborn (ots) - 13.05.2005 - Dass Gehörlosigkeit nicht Sprachlosigkeit bedeutet und dass die Gebärdensprachen vollwertige Kommunikationsformen sind, ist inzwischen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Und dennoch sind gehörlose Menschen von vielen Kommunikationsquellen abgeschnitten, ohne dass hörende Menschen sich dies überhaupt bewusst machen, schreibt die »Neue Apotheken Jllustrierte« in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Mai.

Der Plausch mit Kollegen, die Durchsagen in der Bahn oder Diskussionen im Fernsehen stellen oft schwierige Situationen dar, in denen sich Hörbehinderte ausgeschlossen und isoliert fühlen können. Deshalb gibt es häufig Probleme und Missverständnisse in der Unterhaltung. Um die Kommunikation zu erleichtern, sollten sich Hörende, bevor das Gespräch beginnt, dem Gehörlosen zuwenden und Blickkontakt aufbauen.

Man sollte langsam und deutlich sprechen – aber nicht laut, denn schreien verzerrt das Mundbild und macht das Ablesen von den Lippen unmöglich. Auch die Zigarette im Mundwinkel oder Kaugummi im Mund erschweren das Absehen von den Lippen erheblich. Grundsätzlich sollte man kurze, klare Sätze benutzen und dabei eine deutliche Mimik und Gestik sowie natürliche Gebärden zum Beispiel für »essen« oder »schlafen« einsetzen.

Quelle: Neue Aphoteken Illustrierte


Taub und trotzdem hören!

Illertissen (ots) - 11.05.2005 - Unter dem Slogan "taub und trotzdem hören" wird am 04. Juni 2005 mit über 60 Veranstaltungen bundesweit der 1. Deutsche CI-Tag gefeiert. Der Aktionstag rund um die Themen "Hörbehinderung" und "Hören mit einem Innenohrimplantat" wurde von der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. ins Leben gerufen. Schirmherrin des Aktionstages ist Andrea Spatzek alias Gabi Zenker aus der Abendserie "Lindenstraße".

In Deutschland leben 200.000 Menschen die nicht hören können. Seit den siebziger Jahren gibt es eine Technik, die tauben Menschen das Hörvermögen wiedergeben kann. Ein Innenohrimplantat, das so genannte Cochlea Implantat (CI). Das CI ist eine teilweise extern getragene, insbesondere aber implantierte Innenohrprothese. In Deutschland leben ca. 8.000 Kinder und Erwachsene mit solch einem Implantat. Das Implantat ermöglicht taub geborenen Kindern nicht nur zu hören sondern auch sprechen zu lernen.

Selbsthilfegruppen, Kliniken, Universitäten, Hochschulen, Rehabilitationseinrichtungen, Verbände, und auch Einzelpersonen haben sich rund um den 04. Juni bundesweit das erste Mal zu diesen Themen zusammengetan. Angeboten werden an über 60 Orten deutschlandweit Vortragsveranstaltungen, Infostände, Symposien, Tage der offenen Tür, Workshops und zahlreiche Infoaktionen. Die Veranstalter informieren bei Ihren Aktionen über Möglichkeiten, aber auch Grenzen des Innenohrimplantates und über Hilfsangebote und Ansprechpartner in Deutschland.

Die Initiatorin der Aktion, die Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e.V. ist ein gemeinnütziger Bundesverband der sich für die Förderung und Interessensvertretung von hörbehinderten Menschen, die mit einem Cochlea Implantat oder ähnlichen Hilfsmitteln versorgt sind engagiert. Weitere Informationen unter www.taub-und-trotzdem-hoeren.de

Quelle: presseportal


Wunsch erfüllt: Ältester Grundschüler der Welt kann wieder hören

Hamburg - 19.04.2005 (ots) - Sein Fall ging im Herbst 2004 durch alle Medien: Der älteste Grundschüler der Welt, der 84jährige Kenianer Kimani Maruge wünschte sich ein Hörgerät, um dem Unterricht besser folgen zu können. Wenn seine Mitschüler sich lautstark unterhielten, konnte er dem Unterricht nicht folgen. Als das Forum Besser Hören davon erfuhr, zögerte es nicht lange. Es ließ bei dem 30fachen Großvater einen Hörtest durchführen und ein Audiogramm anfertigen. Anschließend wurden geeignete Hörsysteme nach Nairobi gesandt, die ein lokaler Hörakustiker dem wissbegierigen Schüler anpaßte. Da nur in der kenianischen Hauptstadt eine qualifizierte Anpassung gewährleistet war, musste Kimani Maruge, der in einem abgelegenen Dorf im Landesinneren wohnt, extra nach Nairobi gebracht werden. Doch all diese Strapazen haben sich für ihn gelohnt: Mittlerweile kann er seine Umwelt wieder laut und deutlich verstehen.


Der Kenianer Kimani Maruge ist der älteste Grundschüler der Welt. Weil er dem Unterricht nicht mehr gut folgen konnte, erhielt der 84jährige jetzt ein Hörsystem (hier bei der Anpassung).
Foto: Forum Besser


"Kimani Maruges Hörminderungen resultieren zum großen Teil aus der Kolonialzeit, während der er gefoltert und sein Trommelfell durchstochen wurde. Ein Hörgerät, das allein Abhilfe schafft, hätte er sich selbst nicht leisten können.", sagt der behandelnde Arzt Dr. Harish Rupani von der HNO-Abteilung des Nairobi Hospital. Kimani Maruge fällt in seiner Klasse auf wie ein bunter Hund. Als Kind durfte er nicht in die Schule gehen, weil er sich um das Vieh seiner Eltern kümmern musste. Deshalb holt er jetzt im fortgeschrittenen Alter nach, endlich lesen und schreiben zu lernen. Seine Lehrer loben und beschreiben ihn als einen fleißigen, pünktlichen und ehrgeizigen Schüler. Und auch für die Zukunft hat er noch große Pläne: Nach dem Schulabschluss möchte er Tiermedizin studieren und ein Buch über seine Zeit als Freiheitskämpfer schreiben. "Mein Alter macht mir nichts aus. Ich weiß, dass Gott mich nicht so bald wegholen und mir die Möglichkeit geben wird, dies zu Ende zu bringen", sagt er.



Online-Hörtest soll Jugendlichen helfen
Jeder Vierte hört schlecht, 40 Prozent leiden an Schäden

München (pte/15.04.2005/14:31) - Nach einem erschütternden Ergebnis über die Hörschäden von Jugendlichen, hat das bayrische Gesundheitsministerium http://www.stmugv.bayern.de nun einen Online-Hörtest für Schüler und Jugendliche gestartet. Nach den Untersuchungen hören schon 25 Prozent der Jugendlichen schlecht und fast 40 Prozent haben kein intaktes Gehör mehr. Das Gesundheitsministerium fordert daher mehr Aufklärung über die Folgeschäden durch Lärm und zu laute Musik.

Wie es um das eigene Gehör steht, können User mit earaction http://www.earaction.de am eigenen PC herausfinden. Bis jetzt haben 1.500 Jugendliche die Testversion schon ausprobiert. Die männlichen Befragten berichteten deutlich häufiger als die weiblichen Teilnehmer von Ohrensausen. Einer von vier Jugendlichen hatte schon ein Ohrgeräusch oder Tinnitus. Wer schon einen Hörsturz hatte, konnte dies auch mit einem schlechteren Hörtestergebnis in Verbindung bringen. "Wir versprechen uns von dem Hörtest wichtige Informationen über den tatsächlichen Hörstatus unserer jungen Menschen in den verschiedenen Altersstufen und ihre Hörgewohnheiten. Dann können wir Präventionsangebote noch gezielter gestalten", so die bayrische Gesundheitsstaatssekretärin Emilia Müller http://www.gesundheit.bayern.de.

Müller, die gemeinsam mit Bernhard Kurz von der Fachhochschule München das Projekt earaction ins Leben gerufen hat, will junge Menschen über die Gefahren von zu lauter Musik informieren und zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Hörvermögen motivieren. "Den Spaß an Diskobesuchen oder Konzerten will niemand verderben, aber Ruhepausen braucht das Ohr, um sich wieder erholen zu können", so Müller.

Dass Gehörschäden auch volkswirtschaftlich schwerwiegende Folgen haben, betont Müller ebenso. "Wer schwerhörig ist, kann viele Berufe nicht ergreifen und lebt auch in der Freizeit isoliert", so die Staatssekretärin. earaction online, ein interaktives Informations- und Spielprogramm, löst das bisherige earaction CD-Programm ab.

Quelle: pressetext.deutschland



Hören ohne zu verstehen: Störung an Synapsen im Innenohr


15.04.2005 - Gesprochene Sprache zu verstehen ist mehr als nur Hören. Bevor das Gehirn den Sinn gesprochener Sprache erfassen kann, muss das Innenohr die Höreindrücke mit höchster zeitlicher Präzision in Nerven-signale umwandeln. Forscher des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen beschreiben jetzt im Tiermodell einen Innenohr-Defekt, bei dem die zeitgenaue Kodierung von Höreindrücken in Nervensignale gestört ist (Khimich et al., Nature. April 14, 2005). Die Ergebnisse erweitern das Verständnis für bestimmte Hörstörungen beim Menschen, bei denen Sprachverständnis und Richtungshören eingeschränkt sind, obwohl Höreindrücke wahrgenommen werden.

Eine Störung der Schallkodierung an den Synapsen (Kontaktstellen) in den inneren Haarzellen der Hörschnecke verursacht die Schwerhörigkeit der in Göttingen untersuchten Mäuse. Die Ergebnisse von Prof. Dr. Tobias Moser und seinem Team aus dem InnenOhrLabor der Abteilung Hals- Nasen- Ohrenheilkunde (Direktor Prof. Dr. Wolfgang Steiner) am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen erscheinen jetzt im Wissenschaftsmagazin "Nature". Zusammen mit Forschern aus Göttingen, Magdeburg und Montpellier untersuchten die Wissenschaftler Mäuse mit einer Mutation (Gendefekt) in dem Gen für das Protein "Bassoon". Ohne funktionelles Bassoon ist die zeitgenaue Umwandlung von Schallreizen in Nervensignale an den Synapsen zwischen inneren Haarzellen des Innenohrs und dem Hörnerv gestört.

Auch beim Menschen sind Hörstörungen beschrieben worden, die durch Defekte in der synaptischen Schallverarbeitung oder in der Erregungsleitung in den Hörnerven entstehen. "Die Betroffenen haben größte Schwierigkeiten, gesprochene Sprache zu verstehen, weil sie Höreindrücke zeitlich nicht ordnen können. Hörgeräte helfen hier meist nicht weiter. Mit den "Bassoon-Mäusen" steht uns nun ein Tiermodell mit definierter synaptischer Störung zur Verfügung. Dies ermöglicht uns ein besseres Verständnis der wenig verstandenen Krankheitsgruppe der auditorischen Synaptopathien und Neuropathien", sagt Prof. Moser.

Die "Bassoon-Mäuse" sind mittelgradig schwerhörig, obwohl die äußeren Haarzellen im Innenohr der Tiere normal funktionieren. Als Ursache für die Hörstörung erwies sich ein struktureller Defekt an den Synapsen der inneren Haarzellen des Innenohrs. Den Mäusen fehlt das so genannte "synaptische Band" an den Synapsen der inneren Haarzellen, ein mit Bläschen behafteter Proteinkomplex mit noch unverstandener Funktion. Die Wissenschaftler haben nun erstmals die Rolle des synaptischen Bandes für das Hören direkt untersucht. Anders als vermutet, fanden sie eine selektive Störung der schnellen Transmitterfreisetzung der Haarzellen und damit der synchronen Erregung des Hörnervs. Die Forscher vermuten, dass eine solche Störung der zeitlich präzisen Schallkodierung sowohl Richtungshören als auch Sprachverstehen (beim Menschen) beeinträchtigt.

Prof. Dr. Tobias Moser und sein Team untersuchte die auditorische Synaptopathie der "Bassoon-Mäuse" in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern vom Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg, dem Max Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie in Göttingen und der Université Montpellier (Frankreich).

Tobias Moser ist Professor für experimentelle und klinische Audiologie und leitet seit 2001 das InnenOhrLabor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen. Er ist Mitglied im Göttinger Center for Molecular Physiology of the Brain und dem kürzlich in eingerichteten Bernstein Center for Computational Neuroscience Goettingen. Die Forschungsarbeiten seiner Arbeitsgruppe werden unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Max Planck-Gesellschaft (Tandemprojekt), dem Human Frontier Science Program, der Europäischen Kommission ("EuroHear-Projekt") und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.


Quelle: Bereich Humanmedizin der Universtität Göttingen



Aktuelle Umfrage zum Thema Hörschwäche: Rund 70 Prozent würden bei einer beidseitigen Hörschwäche zwei Hörgeräte tragen


Erlangen - 29.03.2005 (ots) - Rund 70 Prozent der Bevölkerung würden im Fall einer beidseitigen Hörschwäche auch zwei Hörgeräte tragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts tns infratest unter 1.001 Personen. Ziel der Analyse war es herauszufinden, wie viele Personen im Fall einer beidseitigen Hörschwäche kein Hörgerät, ein Hörgerät oder zwei Hörgeräte tragen würden. Die Frage ist interessant, weil das Hören mit beiden Ohren immens wichtig, das Tragen von einem oder gar zwei Hörgeräten jedoch längst nicht selbstverständlich ist. Nur wenn das Gehirn durch die beidseitige Schallwahrnehmung alle notwendigen Informationen erhält, kann sich der Hörende in lärmerfüllter Umgebung auf eine bestimmte Stimme konzentrieren oder die Richtung und Entfernung zum Beispiel von Warnsignalen einschätzen. Bei einer beidseitigen Hörschwäche, die mehr als 80 Prozent der Schwerhörigen betrifft, empfehlen Experten deshalb, auch zwei Hörgeräte zu tragen.

Gegenüber der großen Mehrheit gab nur gut ein Viertel der Befragten an, es erst einmal mit einem Hörgerät versuchen zu wollen. Ein geringer Prozentteil würde kein Hörgerät tragen, selbst wenn sie dadurch im Alltag eingeschränkt wären. Basierend auf diesem Ergebnis lassen sich die Befragten in drei Gruppen einteilen, nämlich in "Optimierer", "Zögerliche" und "Verweigerer". Wilhelm Evers, Siemens Audiologische Technik, kommentiert: "Die hohe Zahl derjenigen, die sich für zwei Hörgeräte entscheiden würden, überrascht uns. Denn nur etwa die Hälfte aller Hörgeräteträger tragen zwei Hörgeräte, obwohl über 80 Prozent eine beidseitige Hörschwäche aufweisen. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte mangelndes Wissen über die Nachteile einer unzureichenden Versorgung sein." Dabei könnten heutige Hörsysteme wie das Acuris binaurale Hörminderungen optimal ausgleichen, indem linkes und rechtes Hörgerät über eine Funkverbindung kommunizieren und sich so gleichzeitig in Sekundenbruchteilen auf unterschiedlichste Umgebungssituationen einstellen.(1)

Die Ergebnisse der Umfrage im Detail:

Die Optimierer

69 Prozent der befragten Personen würden sich zwei Hörgeräte anpassen lassen, um so gut wie möglich hören zu können. Vor allem die mittlere Generation gab an, ihr Hörvermögen mit zwei Hörgeräten optimieren zu wollen (30- bis 39-Jährige mit 76%, 40- bis 59-Jährige mit 73%). Die über 60-jährigen (59%) als auch die 14- bis 29-jährigen (66%) Befragten würden dagegen seltener eine beidseitige Versorgung wählen.

Die Zögerlichen

Insgesamt 26 Prozent sagten, dass sie auch bei beidseitiger Hörminderung zuerst nur ein Hörgerät tragen würden. Insbesondere die 14- bis 29-jährigen (31%) und über 60-jährigen (30%) Personen würden diese Lösung bevorzugen. Die 30- bis 59-Jährigen sind von dieser Variante weniger überzeugt (22%).

Die Verweigerer

Drei Prozent der Befragten teilten mit, kein Hörgerät tragen zu wollen, selbst wenn sie die Hörminderung im Alltag einschränken würde. Hier sind es vor allem die über 60-Jährigen, die gänzlich auf Hörgeräte verzichten würden (7%). Von den 30- bis 39-Jährigen würden sich dagegen nur ein Prozent weigern, Hörgeräte zu tragen, bei den 40- bis 49-Jährigen sogar niemand.

Unwissenheit zum Thema Hörschwäche

Die Vermutung, dass Unwissenheit eine Ursache für die Unterversorgung sein könnte, scheint sich vor allem bei den jüngeren Befragten und den Senioren zu bestätigen. Denn sowohl die 14- bis 29-Jährigen (33%), als auch die über 60-Jährigen (29%) machten überdurchschnittlich oft keinerlei Angaben über Beeinträchtigungen, die sie ihrer Meinung nach durch eine Hörschwäche hinnehmen müssten.

Björn Lawrenz, Hörgeräteakustiker, betont: "Wenn beide Ohren von einer Hörschwäche betroffen sind, sollten auch beide mit Hörgeräten versorgt werden. Mittlerweile gibt es mit dem Acuris sogar schon ein Hörsystem, das die Vorteile des beidohrigen Hörens auch für den Schwerhörigen optimal ausnutzt, indem linkes und rechtes Hörgerät miteinander kommunizieren. Der Austausch von Steuersignalen erfolgt dabei über ein integriertes Funksystem. Dadurch stellen sich die beiden Hörgeräte automatisch und synchron auf jede neue Hörsituation ein. Für den Hörgeräteträger bedeutet das ein Plus an Klangqualität und Hörkomfort, denn Irritationen durch unterschiedliche Lautstärken oder Hörprogramme gehören damit der Vergangenheit an."

Verschlechterung des Hörvermögens durch unzureichende Versorgung

Trägt ein beidseitig Schwerhöriger dagegen nur ein Hörgerät, wird die Hörminderung nicht richtig ausgeglichen. Seine Hörfähigkeit ist dadurch oft nicht zufrieden stellend. Dies kann dazu führen, dass er das Hörgerät nicht regelmäßig oder gar nicht mehr benutzt. In Folge dessen meiden viele Schwerhörige erfahrungsgemäß Gesprächssituationen und isolieren sich damit zunehmend. Außerdem laufen Betroffene Gefahr, dass die Hörfähigkeit zusätzlich abnimmt: So wird der Hörsinn ohne Hörgeräte nur unzureichend stimuliert, wodurch Klangbilder im Laufe der Zeit verblassen. Darüber hinaus mag der Schwerhörige das Vertrauen in die Hörgeräte-Technologie an sich verlieren, obwohl diese bei einer beidseitigen Versorgung ein gutes Stück Lebensqualität zurückbringen kann.

Mögliche Gründe für die Ablehnung von Hörgeräten

Die Befragten sollten auch einschätzen, aus welchen Gründen sich Schwerhörige gegen ein Hörgerät entscheiden. 72 Prozent der Befragten glauben demnach, dass viele Schwerhörige kein Hörgerät haben, weil sie noch nie eines getestet haben. 69 Prozent waren der Meinung, dass viele Schwerhörige denken, auch ohne Hörgerät zurechtzukommen. 55 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass viele Schwerhörige kein Hörgerät tragen, weil sie diese für eher unattraktiv halten.

Audiologe Dr. Jörg Rehkopf ergänzt: "Nach meiner Erfahrung gehen viele schwerhörige Menschen viel zu spät zum Arzt, um ihre Hörschwäche untersuchen zu lassen. Oft kommen sie erst auf Drängen von Verwandten oder Freunden. Viele wissen auch nicht, dass ihr Hörvermögen umso stärker abnimmt, je länger sie eine Versorgung hinauszögern. Wenn sie sich dann zum ersten Mal Hörgeräte anpassen lassen, sind sie meist überrascht, wie raffiniert und gleichzeitig klein diese tatsächlich sind."

Fast jeder fünfte Bundesbürger von Hörschwäche betroffen

Laut einer Studie aus dem Jahr 2000 haben 19 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren eine Hörminderung. Zählt man die rund 500.000 hörgeschädigten Kinder dazu, kommt man auf eine Gesamtzahl von zirka 14 Millionen Menschen mit Hörschwäche in Deutschland.(2) Auch in der tns infratest-Umfrage wurde die hohe Anzahl von Menschen mit Hörschwäche bestätigt: So antworteten 17 Prozent der 1.001 Befragten auf die Eingangsfrage "Haben Sie eine Hörschwäche?" mit Ja.

Zunehmende Hörschwäche bei Jugendlichen

Die Anzahl der Menschen mit Hörminderung nimmt naturgemäß mit dem Alter zu, da sich im Laufe des Lebens die Gefährdungen für das Gehör summieren. Laut der Umfrage ist fast jede dritte Person über 60 Jahren schwerhörig. Unter den 40- bis 59-Jährigen sind zwölf Prozent von einer Hörschwäche betroffen, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es zehn Prozent. Aber auch viele Jüngere haben bereits ein Hörproblem: Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es immerhin acht Prozent. Generell nehmen die Hörschäden bei Jugendlichen eher zu. Das liegt auch an einer erhöhten Lärmbelastung, die bereits bei jedem vierten Jugendlichen in Deutschland zu gesundheitlichen Schäden führt.(3) Besonders durch das Hören extrem lauter Musik muss davon ausgegangen werden, dass weit mehr als ein Viertel aller Jugendlichen stark gefährdet sind, einen Hörschaden zu erleiden.(4) Schätzungen zufolge werden die Jugendlichen als 40-Jährige bereits so schlecht hören wie die heute 60-Jährigen.(5)

(1) Mehr Informationen zum ersten binauralen Hörsystem Acuris von Siemens Audiologische Technik unter www.hoergeraete-siemens.de
(2) Quelle: Fördergemeinschaft Gutes Hören
(3) Quelle: Pressemitteilungen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung vom 19.03.2004 und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 26.04.2004
(4) Quelle: Bericht zur gesundheitlichen Lage, Risiken und Gefährdung von Kindern, Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt 1997 (5) Quelle: dpa, 20. März 2004; www.german.hear-it.org


Quelle: Siemens Audiologische Technik GmbH



Gehör: Sicher im Orchestergraben


16.03.2005 - Zumindest in puncto Gehör haben Orchestermusiker einen sicheren Arbeitsplatz. Das haben Messungen kanadischer Biomediziner im Orchestergraben der Oper von Toronto ergeben. Auch wenn die Bläser noch so kraftvoll ins Horn stoßen, wird der kritische Schallpegel dort nicht überschritten, berichten sie im Fachblatt "Applied Acoustics".


Bild: photoCase

Dieses Resultat dürfte nicht nur die Musiker selbst, sondern auch die Opernfreunde der kanadischen Metropole aufatmen lassen, erläutert Alberto Behar von der University of Toronto. "Die Orchestermusiker sind in einer Gewerkschaft organisiert und äußerten Bedenken wegen des Lärmpegels im Graben, als es um die Verlängerung ihres Vertrags ging." Die Gewerkschaft habe daraufhin die Messungen in Auftrag gegeben.

Um den Lärmpegel im Orchestergraben zu messen, statteten Behar und Kollegen Freiwillige mit Lärmdosimetern aus. Während 18 dreistündigen Proben und Aufführungen registrierten diese zigarettengroßen Instrumente den Schalldruck, dem die insgesamt 73 Personen maximal ausgesetzt waren. Über jährlich etwa 300 Stunden im Orchestergraben gerechnet, wird der Grenzwert von 85 Dezibel A für den Schalldruck am Arbeitsplatz demnach nicht überschritten.

Behar betont, diese Aussage gelte lediglich für die Zeit im Orchestergraben, ncht jedoch für das sonstige Üben bzw. Musizieren. Letztlich sollten Profimusiker erwägen, in jedem Fall einen Gehörschutz zu tragen und so dem Verlust empfindlicher Hörsinneszellen vorzubeugen.


Forschung: Jason Lee, Alberto Behar und Willy Wong, Sensory Communication Group, Institute of Biomaterials und Biomedical Engineering, und Department of Electrical and Computer Engineering, University of Toronto

Veröffentlicht in Applied Acoustics, DOI 10.1016/j.apacoust.2004.11.009

Quelle: Scienceticker




Gehörschutz für Konzertbesucher gefordert

15.02.2005 - Vor lauten Konzerten sollten stets kostenlose Ohrstöpsel verteilt werden, um Gehörschäden bei den Konzertbesuchern zu vermeiden. Das fordern kanadische Mediziner im "Canadian Journal of Public Health". Wenn erst die Hemmschwelle überwunden sei, könne man auf Einsicht und Mitarbeit der meist jungen Besucher hoffen.


Foto: pixelquelle.de

"Mehr als 40 Prozent der Teilnehmer meinten, sie wären zum Tragen eines Gehörschutzes bereit, wenn dieser auf den Konzerten kostenlos zur Verfügung gestellt würde", erläutert Isaac Bogoch von der University of Toronto. Der Medizinstudent hatte bei vier großen Rockkonzerten in der Metropole Fragebögen an 272 Besucher verteilt, um mehr über deren Einstellung zum Gehörschutz zu erfahren.

Insgesamt 74 Prozent der Befragten hielten es demnach für "wahrscheinlich" oder sogar "sehr wahrscheinlich", dass der Schalldruck auf den Konzerten ihrem Gehör schaden könnte. Obwohl über 80 Prozent schon einmal Tinnitus oder andere Gehörprobleme erfahren hatten, räumten die meisten ein, niemals einen entsprechenden Gehörschutz getragen zu haben.

Lediglich 3 Prozent der Befragten gingen niemals ohne Ohrstöpsel auf ein Konzert. Ein Grund für diese geringe Quote war die Befürchtung, andere Konzertbesucher könnten sich über die Ohrstöpsel lustig machen. Bogoch und seine Kollegen setzen daher auf eine "Normalisierung" des Gehörschutzes - und auf eine Verringerung des Schalldrucks bei Rockkonzerten.

Forschung: Isaac I. Bogoch und Ron A. House, Department of Occupational and Environmental Health, University of Toronto, Ontario

Veröffentlicht in Canadian Journal of Publich Health, Vol. 96(1), pp 69-72


Quelle: Scienceticker


Taubheit mit biologischer Methode geheilt:
Versuche mit Meerschweinchen erzielten gute Ergebnisse


Ann Arbor - 15.02.2005 - Einem neuen, Bahn brechenden Ansatz in der Gentherapie ist es gelungen, Taubheit bei Meerschweinchen zu heilen. Laut Wissenschaftern der University of Michigan http://www.umich.edu besteht Hoffnung, dass dieser Ansatz eines Tages auch beim Menschen zum Einsatz kommen kann. Der leitende Wissenschafter Yehoash Raphael erklärte, dass damit erstmals das Hören eines Tieres auf biologische Art und Weise wiederhergestellt worden sei. Der Behandlungsansatz fördert das erneute Wachstum der wichtigen Haarzellen in der Innenohrschnecke. Bei der Cochlea handelt es sich um jenen Teil des Innenohres, der für was Wahrnehmen von Geräuschen entscheidend ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature Medicine http://www.nature.com veröffentlicht.

Nach der Behandlung setzten die Wissenschafter sensorische Elektroden um die Köpfe der Tiere ein, um zu beweisen, dass die Hörnerven der behandelten Tiere Geräusche wieder wahrnahmen. Eine Einsatzmöglichkeit sieht Raphael bei der Verbesserung des Hörens von Menschen, die bereits Implantate in der Cochlea tragen. Zukünftige Tests werden sich unter anderem auf diesen Einsatzbereich konzentrieren. Für die durchgeführten Versuche wurden Meerschweinchen Antibiotika verabreicht, die die Haarzellen im Innenohr zerstörten. Der entstandene Schaden wurde in der Folge durch die Injektion gentechnisch hergestellter Adenoviren wieder rückgängig gemacht.

Die Viren wurden harmlos gemacht und dazu verwendet das Gen Atoh1 in die Zellen zu schmuggeln, die den Schneckengang auskleiden. Dabei handelt es sich um den zentralen Bereich der Cochlea, der die Haarzellen enthält. Atoh1 auch bekannt als Math1 produziert ein Molekül, das für die Entwicklung von Haarzellen bei Embryos entscheidend ist. Die erzielten Ergebnisse übertrafen laut NewScientist die Erwartungen der Wissenschafter bei weitem. Laut Raphael konnten bei den behandelten Ohren 50 bis 80 Prozent der Hörkraft wieder hergestellt werden. Überraschend war zusätzlich, dass sich die Haarzellen aus Zellen bildeten, die den Schneckengang auskleiden. Diese Zellen sollten eigentlich nicht in der Lage sein, sich in andere Zellen zu verwandeln.

Quelle: pressetext.austria



Was tun bei Taubheit - erster Informationstag auf Türkisch
Eltern gehörloser Kinder und ertaubte Erwachsene können sich über neueste Behandlungsmethoden informieren

03.02.2005 - Am 12. Februar 2005 veranstaltet die MED-EL Deutschland GmbH in Zusammenarbeit mit der HNO-Universitätsklinik Frankfurt am Main einen Informationstag rund um das Thema Taubheit. Die Veranstaltung, die zum ersten Mal in dieser Form stattfindet, richtet sich an Eltern gehörloser Kinder und ertaubte Erwachsene.

Das Besondere: Sie findet in türkischer Sprache statt. Ziel ist es, Sprachbarrieren zu überwinden und den vielen in Frankfurt ansässigen türkisch sprechenden Menschen eine Möglichkeit zu geben, sich über neue Möglichkeiten in der Behandlung von Taubheit eingehend zu informieren. Als eine besonders wirkungsvolle Methode gilt die Implantation einer Innenohrelektrode.

Im Kontext des Infotages werden sowohl das Implantat als auch die verschiedenen Behandlungsmethoden von kompetenten Fachleuten vorgestellt. Zudem informieren verschiedene Referenten ausführlich über die medizinischen Voraussetzungen, die für eine Implantation notwendig sind. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt ist die Behandlung von taub gewordenen oder früh ertaubter Kinder, für die nach der Implantation eine lange Phase der Hör- und Sprachförderung unter intensiver Beteiligung der Eltern ansteht. Türkischsprachige Eltern gehörloser Kinder erhalten Einblicke, wie sie nach einer Implantation das Hören und die Sprache ihres Kindes unterstützen können. Der Informationstag findet statt am:

12. Februar 2005, von 9.30 Uhr bis ca. 16.00 Uhr
HNO-Klinik Haus Nr. 8, kleiner Hörsaal
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main

Die Teilnahme ist kostenlos, eine schriftliche oder telefonische Anmeldung jedoch erforderlich. Interessenten wenden sich bitte an das Zentrum der Hals-Nasen-Ohrenklinik am Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main,
Tel: 069 / 6301 - 5113, oder an eMail: silke.peters@em.uni-frankfurt.de.

Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Gebärdensprache erklärt Entstehung von Grammatik
Sprachen entwickeln rasch Konventionen

San Diego - 01.02.2005 - US-Wissenschaftler haben anhand einer Gebärdensprache bewiesen, dass neue Sprachen innerhalb einer Generation bereits grundlegende Regeln der Grammatik entwickeln. Die Forscher der University of California in San Diego haben die Al-Sayyid-Beduinen in der israelischen Negev-Wüste untersucht. Eine beträchtliche Zahl der Beduinen ist taub, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com.

Von den 3.500 Beduinen, die in einer abgeschlossenen Gemeinschaft leben, die vor rund 200 Jahren gegründet wurde, sind etwa 150 taubstumm. In den vergangenen 70 Jahren haben die Wüstenbewohner eine Gebärdensprache entwickelt, die sich sozusagen ohne äußere Einflüsse gebildet hat. Die Sprache folgt der Wortanordnung Subjekt, Objekt und Verb (SOV). Ein Satz würde lauten: Ich Apfel geben". Die in Israel gesprochenen Sprachen Hebräisch und Arabisch, ebenso wie Englisch, folgen aber der Wortanordnung Subjekt, Verb und Objekt (SVO). "Wir haben nicht erwartet, dass sich die Anordnung der Worte so schnell verändern kann", meint Studienleiter Carol Padden. Die Entdeckung legt nahe, dass Grammatik sich bei Gebärdensprachen relativ schnell bildet. Bei geschriebenen Sprachen dauert dies zum Teil Jahrhunderte.

Schnelle Sprachentwicklungen bei Zeichen- und Gebärdensprachen sind den Sprachforschern schon länger bekannt. So entwickelten Taubstumme in Nicaragua in den vergangenen 25 Jahren eine separate Gebärdensprache. Einzigartig an den Beduinen ist aber die Tatsache, dass sich ihre Sprache ohne Einflüsse von außen entwickelt hat. Auch andere Experten wie etwa der Linguist Steven Pinker von der Harvard University sehen in der Studie sensationelle Erkenntnisse. "Die Ergebnisse machen deutlich, dass das menschliche Gehirn das Motiv hat, eine expressive, grammatikalische Sprache ohne lange Entwicklungsgeschichte zu schaffen", so Pinker, der von der Geschwindigkeit der Sprachentwicklung beeindruckt ist. Die Stellung der Worte beeindruckt den Forscher allerdings weniger, da viele Sprachen während ihrer Geschichte die Positionierung von Subjekt, Prädikat und Objekt verschoben haben. Die einfache Strukturierung der Beduinensprache ist eine wichtige Konvention, die einen späteren Feinschliff ermöglicht, erklärt der Experte.

Quelle: pressetext.austria


Mehr Flexibilität bei offener Hörgeräte-Versorgung:
ReSoundAIRPlus[TM] ist auch bei jüngeren Kunden gefragt

Münster (ots) - 26.01.2005 - Seit Jahren bestimmt Hersteller GN ReSound die technologische Entwicklung bei der offenen Hörgeräte-Versorgung, mit der die von Hörgeräte-Trägern häufig beklagten Verschlusseffekte vermieden werden. Nun präsentiert der Technologieführer der Hör-Branche erneut eine innovative offene Lösung: das Hörsystem ReSoundAIRPlus[TM], eine Weiterentwicklung des vielfach prämierten Lifestyle-Hörsystems ReSoundAIR[TM]. Neben Hörkomfort, modernem Design und hervorragenden Trageeigenschaften bietet das neue System mehr Flexibilität bei der Anpassung sowie die Chance, die Akzeptanz für eine Hörgeräte-Versorgung insbesondere bei jüngeren Kunden deutlich zu steigern.     

"Auch mit ReSoundAIRPlus[TM] wollen wir die Maßstäbe in unserer Branche höher schrauben - hinsichtlich der technologischen Entwicklung im Zeichen der offenen Hörsysteme-Versorgung sowie mit Blick auf das Hörsystem-Design", erklärt Rienk Keuning, Geschäftsführer von GN ReSound Deutschland: "Das neue System verbindet angenehmen Klang und bestes Sprachverstehen mit hervorragenden Trageeigenschaften. Untersuchungen zeigen, dass es für 55 Prozent der erstzuversorgenden Hörgeschädigten sowie bei 39 Prozent aller Hörversorgungen eine attraktive Lösung ist."     

ReSoundAIRPlus[TM] basiert auf einer flexiblen Software-Plattform und bietet zwei Lösungen in ein und demselben Hörsystem: Für die leichten bis mittleren und hochfrequenten Hörverluste kann man die ReSoundAIR[TM]-Konfiguration wählen. Im Falle einer weiteren Verschlechterung des Hörvermögens zu einem späteren Zeitpunkt kann durch Rekonfiguration auf eine Verstärkungsreserve zurückgegriffen werden. Der bekannte Anpassbereich des ReSoundAIR[TM] erweitert sich damit um bis zu 10 dB. Mit seinem zusätzlichen BassBoost bietet das System eine präzisere Feinanpassung durch den Zugriff auf die tiefen Frequenzen.     

Eine Novität des neuen Hörsystems ist das Mehr an Flexibilität bei der Anpassung: Das kaum spürbare offene Ohrpassstück wird als Standard sowohl in Kuppel- als auch in Tulpen-Form angeboten und kann sofort genutzt werden. Auf Wunsch können aber auch ein FlexVent oder eine individuelle Otoplastik Verwendung finden, die mitunter ein zusätzliches Plus an rückkopplungsfreier Verstärkung ermöglichen.     

Okklusionsfreiheit steigert Zahl binauraler Versorgungen     

ReSoundAIRPlus[TM], das äußerlich an ein modisches Accessoire oder einen winzigen MP3-Player erinnert, ist ganze 24 Millimeter lang und mit nur eineinhalb Gramm extrem leicht. Durch sein spezielles Hardwaredesign verhilft es Hörgeräte-Trägern zur völligen Freiheit von unangenehmen Verschluss-Effekten.     

"Durch die Okklusionsfreiheit wird die Akzeptanz für eine Hörsysteme-Versorgung deutlich gesteigert", so Rienk Keuning: "Insbesondere kann die Zahl binauraler Versorgungen erhöht werden; und auch für viele Hörgeschädigte, die aus Unzufriedenheit mit ihren früheren Geräten die Versorgung abgebrochen haben, ist ReSoundAIRPlus[TM] eine gute Lösung. Nicht zuletzt spricht das einzigartige Design speziell die jüngeren Kunden an."     

"Indem wir unsere Erfolgsgeschichte in Sachen offene Versorgung um ein weiteres Kapitel ergänzen, bieten wir vielen hörgeschädigten Menschen die Chance auf mehr Lebensqualität und Hörgenuss. Den Hörgeräte-Akustikern hilft unser neues System, mehr Umsatz zu generieren", erklärt Rienk Keuning abschließend.

Quelle: ReSound


Wenn Hörprobleme das Gehirn belasten

Herford (ots) 05.01.2005 - Rund 15 Millionen Deutsche hören schlecht, doch nur rund 2,5 Millionen Personen sind mit passenden Hörsystemen
versorgt. Ein hohes Risiko, mahnt jetzt die Audio Service GmbH. Durch
das fehlende Training kann das Gehirn verlernen, die akustischen
Signale zu verarbeiten.

Trotz dieser Gefahren besteht nach wie vor eine bedeutende
Unterversorgung mit passenden Hörsystemen. Die Gründe dafür sind
vielfältig. Während einige ihre Hörschwäche noch nicht erkannt haben,
wehren sich andere gegen das vermeintlich peinliche Hörgerät.

Wie gefährlich diese Verdrängung ist, belegen wissenschaftliche
Untersuchungen: Je länger eine Hörminderung unerkannt und somit
unversorgt bleibt, desto stärker wird die Leistungsfähigkeit des
Gehirns eingeschränkt. Es kommt zu einer so genannten Deprivation,
einer Hörentwöhnung. Je weniger akustische Signale vom Gehör
aufgenommen und an das Gehirn übertragen werden, um so weiter bilden
sich die für das Sprachverstehen erforderlichen Verknüpfungen der
Nervenzellen zurück. "Die Verschlechterung des Gehörs tritt meist
schleichend auf und bewirkt eine Entwöhnung des menschlichen
Hörsystems. Das Gehirn kann die eingehenden Schallreize nicht mehr
richtig verarbeiten und 'verlernt' schließlich, Geräusche zu
identifizieren und Sprache zu verstehen", erklärt Michael Bulk,
Leiter Entwicklung beim Hörsystem-Pionier Audio Service GmbH in
Herford.

"Wer nichts gegen seine Hörprobleme unternimmt, riskiert seinen
Verstand", warnt auch HNO-Spezialist Prof. Dr. Klaus Seifert.

Um diesem Prozess wirkungsvoll vorzubeugen, ist eine frühzeitige
Versorgung mit Hörsystemen erforderlich. "Durch diese Hilfen werden
trotz Schwerhörigkeit ausreichend akustische Reize übertragen und das
menschliche Hörsystem bleibt in Übung", erläutert Bulk. Mit Asita
HiFi hat Audio Service jetzt ein zukunftsweisendes Hörsystem
entwickelt, das Betroffenen ein natürliches Hörerlebnis ermöglicht.
Durch Asita HiFi lassen sich erstmals auch sehr hohe Frequenzbereiche
wiedergeben. Dadurch wird das Hören von Konsonanten und damit das
Sprachverstehen deutlich verbessert. In einer unabhängigen Studie des
Hörzentrums Oldenburg profitierten die Probanden bereits nach zwei
Wochen von einem um bis zu 14 Prozent verbesserten Sprachverstehen im
Störgeräusch.

HÖRPROBLEME KEINE FRAGE DES ALTERS

Von Hörproblemen betroffen sind nicht nur ältere Menschen. Die
hohe Lärmbelastung im Alltag hat die Schwerhörigkeit längst zu einer
Volkskrankheit gemacht. Dennoch dauert es bis zu zehn Jahren, bis
Betroffene etwas gegen ihre Hörminderung unternehmen. Ein Check beim
Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder ein Hörtest beim Hörgeräteakustiker gibt
schnell Aufschluss darüber, ob man selbst unter einem bislang
unentdeckten Hörproblem leidet. Wird eine solche Schwäche
wirkungsvoll behandelt, dann sorgen die Betroffenen damit nicht nur
dafür, dass ihr bestehendes Resthörvermögen erhalten bleibt. Viele
berichten außerdem von einer verbesserten Leistung im Beruf und einer
erfüllteren Freizeit durch diesen Zuwachs an Kommunikationsfähigkeit.

OPTISCH UNAUFFÄLLIG UND BEZUSCHUSST

Die kleinen, individuell gefertigten Im-Ohr-Geräte von Audio
Service sind kosmetisch so unauffällig, dass sie kaum noch zu sehen
sind. Auch der Kostenfaktor sollte bei der Entscheidung für ein
Hörsystem keine Rolle spielen, da die Krankenkassen die Anschaffung
durch einen Festbetrag bezuschussen.

VARIANTEN UND BEZUGSWEGE

Hörsysteme von Audio Service sind sowohl als Hinter dem Ohr-, als
auch als Im Ohr-Variante erhältlich. Hinter dem Ohr-Systeme sind auch
für Kinder gut geeignet, da sich diese noch im Wachstum befinden. Im
Ohr-Systeme werden individuell gefertigt, sie verschwinden fast
vollständig im Gehörgang und sind so praktisch unsichtbar.

Die Hörsysteme von Audio Service sind ausschließlich über
qualifizierte Hörgeräteakustiker erhältlich. Dort haben Interessenten
auch die Möglichkeit zu einem kostenlosen Hörtest. Adressen von
Hörgeräteakustikern erhalten Verbraucher über die Audio Service
Infoline 01805-999 769 (0,12 Euro/min aus dem Festnetz der deutschen
Telekom, 9:00 - 17:30 Uhr).

Quelle: Audio Service GmbH




BKK: Hörschäden frühzeitig behandeln

Hannover (ots) 23.12.2004 - Der BKK Landesverband Niedersachsen-Bremen setzt sich für die bundesweite Untersuchung von Neugeborenen auf Hörstörungen ein. Ein Modellprojekt der Medizinischen Hochschule
Hannover (MHH) mit einem entsprechenden Hörscreening verlief
erfolgreich. Drei Jahre lang wurden Neugeborene innerhalb der ersten
Lebenstage in den Kliniken der Region Hannover auf Hörstörungen hin
untersucht. Nach einer Studie, die jetzt von der MHH vorgelegt wurde,
ist eine flächendeckende Untersuchung aller Neugeborenen auf
Hörstörungen in den Krankenhäusern durchführbar.

Je früher Hörschäden entdeckt und behandelt werden, desto geringer
sind spätere Störungen von Sprache, Hören und sozialer Entwicklung
eines Kindes.

Der BKK Landesverband setzt sich deshalb dafür ein, dass nun die
Untersuchung von Neugeborenen auf mögliche Hörstörungen in die
Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wird und
fordert den dafür zuständigen Bundesausschuss auf, diese Entscheidung
zu treffen. "Ohne Screening aller Babys gleich nach der Geburt werden
Hörschäden häufig erst spät erkannt, im Durchschnitt erst im dritten
Lebensjahr", sagte Ingo Werner, Vorstandsvorsitzender des BKK
Landesverbandes Niedersachsen-Bremen: "Nachdem nun der
Abschlussbericht der MHH vorliegt, muss der Bundesausschuss handeln
und das Neugeborenen-Hörscreening zur Regelleistung werden."

Quelle: BKK Landesverband Niedersachsen-Bremen


Erste interaktive Reha-Beratung geht online - BIG startet Hör-Werk

Dortmund (ots) 13.12.2004 - Auf www.hoer-werk.de startet unter der Schirmherrschaft der BIG und in Kooperation mit dem Deutschen Schwerhörigenbund e.V. (DSB) die erste Plattform, die hörgeschädigten Menschen eine interaktive Nachsorge und Reha-Beratung anbietet. Zukünftig finden hier Betroffene Hilfe und Beratung nach Klinikaufenthalten oder auch bei Hörgeräten. Anlässlich der offiziellen Eröffnung findet am

   Donnerstag, den 16. Dezember, ab 19 Uhr  
   auf hoer-werk.de ein erster Experten-Chat
   mit Dr. med. Harald Seidler,
   Präsident des Deutschen Schwerhörigenbundes, statt.


   Mehr als 50 Mio. Menschen leiden derzeit europaweit unter
Hörschäden. Studien gehen von einem Anstieg auf 80 Mio.
hörgeschädigte Menschen im Jahr 2005 aus.

Quelle: BIG - Die Direktkrankenkasse



Hoffnung für taube Kinder - Schon Babys bekommen Hörprothese implantiert

Baierbrunn (ots) 29.11.2004 - Immer häufiger bekommen bereits Babys unter sechs Monaten Hörprothesen („Cochlea-Implantat“) implantiert,
berichtet das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Bei der
Operation wird eine Elektrode in die Hörschnecke des Innenohres
eingesetzt. Diese gibt Tonimpulse aus einem Empfänger unter der Haut
hinter dem Ohr an die Hörzellen weiter. „Das Gehirn lernt in den
ersten zwei Lebensjahren, akustische Signale zu verarbeiten“,
erläutert Prof. Dr. Thomas Lenarz, Chef der Hals-Nasen-Ohren-Klinik
der Medizinischen Hochschule Hannover. „Wird diese Phase versäumt,
ist das später kaum noch wettzumachen.“ Lenarz hat im August 2004 dem
wahrscheinlich weltweit jüngsten Patienten, einem vier Monate alten
Jungen, in beide Ohren ein Cochlea-Implantat eingesetzt.

ots: Wort und Bild - Apotheken Umschau


"Taub und trotzdem hören" - DER 1. DEUTSCHE CI-TAG 2005

26.11.2004 - Die Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e.V. veranstaltet im Juni 2005 einen bundesweiten Aktionstag, den "1. Deutschen CI (Cochlear Implant)-Tag".

Hören ist die wunderbarste Sache der Welt, solange man es kann. Aber was tun, wenn ein Kind taub geboren wird oder ein Erwachsener im Laufe seines Lebens ertaubt?
Kommunizieren, Hören, Sprechen, Diskutieren, Artikulieren, Agieren.
Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben wird zum Problem.

In Deutschland haben sich seit 1988 über 8.000 ertaubte Erwachsene und Eltern von taub geborenen Kindern für ein Cochlear Implantat (CI), eine Innenohrprothese, entschieden. Durch das CI ist es tauben Kindern möglich zu hören, und somit auch Sprache zu erlernen, und in einer lautsprachlich orientierten Umwelt leichter zurecht zu kommen. Ertaubten oder hochgradig schwerhörigen Erwachsenen wird es durch das CI erleichtert, im Beruf und auch im Alltag zu bestehen.

CI-Trägerinnen und Träger, ob jung oder alt, stehen vor einer ganz besonderen Lebenssituation. Bei den Betroffenen ist ein hoher Informationsbedarf und der starke Wunsch nach Austausch mit anderen CI-Trägern vorhanden. Ein besonderer Bedarf nach Beratung und Unterstützung besteht bei Eltern, die vor der Entscheidung stehen, wie sie mit der Situation, dass ihr Kind taub geboren wurde, umgehen wollen.
Austausch, Information und Unterstützung sind notwendige Mittel, um hörgeschädigte und taube Menschen zu fördern und zu begleiten.

Die Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e.V. (DCIG) hat deshalb
erstmals den 1. Deutschen CI-Tag am 04. Juni 2005 unter dem Motto:
"Taub und trotzdem hören" ausgerufen.

WARUM DIESE BUNDESWEITE AKTION?
DIE ZIELE DES AKTIONSTAGES:

Der 1. Deutsche CI-Tag will:
- informieren über Hilfsangebote und Ansprechpartner
- das Cochlear Implant und die CI-Thematik in all seiner Vielfalt
einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen
- informieren über Problematiken und Barrieren von CI-Trägerinnen
und Trägern
- zeigen, wie viele Menschen sich bundesweit ehrenamtlich im
CI-Bereich engagieren
- die Selbsthilfe der CI-Träger und deren Angehörigen und Familien
in Deutschland stärken
- bundesweite Kooperationen und die Zusammenarbeit auf Regional-
und Bundesebene fördern
- eine Plattform sein für regionale Gruppen, und Einrichtungen ihre
Angebote und Leistungen wirksam darzustellen

Interessierte finden dazu unter der Internetadresse

www.taub-und-trotzdem-hoeren.de

Informationen über die geplanten Veranstaltungen und sind gleichzeitig aufgefordert, durch einen eigenen Beitrag zu einem gelingenden Tag beizutragen.

Informationen geben, solidarisch sein, Dialoge eröffnen und gemeinsam sichtbar werden. Selbsthilfegruppen, Kliniken, Schulen, Universitäten, Beratungsstellen, CI-Zentren, Volkshochschulen, Regionalgruppen, Institutionen und auch Einzelpersonen sind aufgefordert, den CI-Tag mit Leben zu füllen.
Große und auch kleine Aktionen sind willkommen.

Veranstaltet wird die Aktion von der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. erreichbar im Internet unter www.dcig.de


Quelle: Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e.V.


Ein renommierter Experte für die Behandlung von Tumorerkrankungen und Schwerhörigkeit

29.10.2004 - Am 1. Oktober 2004 hat Professor Dr. Peter Plinkert die Nachfolge von Professor Dr. Hagen Weidauer angetreten, der nach mehr als 15jähriger Tätigkeit im Klinikum in den Ruhestand getreten ist. Professor Plinkert wechselt von der Universität des Saarlandes nach Heidelberg; dort hat er seit 2000 die Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde geleitet. "Mit Professor Plinkert konnten wir einen international ausgewiesenen Fachmann, insbesondere für die Behandlung von Tumorerkrankungen und der Schwerhörigkeit, gewinnen", erklärt Professor Dr. Eike Martin, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg. Professor Dr. Peter Plinkert leitet seit dem 1. Oktober 2004 die Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Heidelberg. / Foto: Medienzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg Baden-Württemberg ist für den gebürtigen Rheinhessen (47) bereits ein vertrautes Umfeld: Nach dem Medizinstudium in Göttingen und Assistenzzeiten in Trier und am Universitätsklinikum Würzburg absolvierte Plinkert seine Facharztausbildung an der Universitäts-HNO-Klinik in Tübingen. Dort habilitierte er sich über die Frage, welche biochemischen und physiologischen Vorgänge das Hören ermöglichen, und entwickelte neue wissenschaftliche Ansätze für die Erkennung und Behandlung der Schwerhörigkeit, die rasch Eingang in die Krankenversorgung fanden. Einfacher Test kann angeborene Schwerhörigkeit feststellen "Mehr als 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Schwerhörigkeit", sagt Professor Plinkert. In den letzten Jahrzehnten wurden mehrere Verfahren eingeführt, mit denen die Schwerhörigkeit sicher festgestellt und erfolgreich behandelt werden kann. So war Professor Plinkert an der Entwicklung eines Hörtests beteiligt, mit dessen Hilfe das Hörvermögen erstmals objektiv getestet werden konnte. Dabei werden die Schallwellen registriert, die das intakte Ohr nach Beschallung wieder aussendet. Dieser einfache Hörtest kann schon bei Neugeborenen durchgeführt werden. Hier sieht Professor Plinkert ein erhebliches Defizit in den meisten Bundesländern, auch in Baden-Württemberg. Obwohl eines von 800 Neugeborenen schwere Hörschäden hat, die ohne Behandlung die Sprachentwicklung beeinträchtigen, und die angeborene Schwerhörigkeit meist erst im dritten Lebensjahr entdeckt wird, gibt es bislang kein flächendeckendes Hörscreening in Deutschland - im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten. "Im Saarland konnten wir seit einigen Jahren ein Screening durchführen", berichtet Professor Plinkert. Dort wurde nicht nur jedes Neugeborene getestet, sondern auch sichergestellt, dass auffällige Kinder weiter untersucht und behandelt wurden. Ein "Cochlea-Implantat", rechtzeitig eingepflanzt, kann die fehlende Funktion des Innenohrs ersetzen; die Kinder haben die Chance auf eine Sprachentwicklung. Professor Plinkert hofft, dass in Baden-Württemberg seine Initiativen mit dem Sozialministerium erfolgreich sein werden. Hervorragendes Forschungsumfeld in Heidelberg Seinen zweiten Schwerpunkt, die Behandlung bösartiger Tumoren, z.B. des Kehlkopfkrebs, bringt Professor Plinkert in das neugegründete Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ein. Er begrüßt die Möglichkeit, in dem bundesweit einzigartigen Projekt Patienten von Anfang an gemeinsam mit Fachkollegen auf hohem Niveau zu betreuen und sieht Chancen, die Behandlungsergebnisse dadurch weiter zu verbessern. Als stellvertretender Vorsitzender des saarländischen Tumorzentrums hat er Erfahrungen damit gesammelt, welche wichtige Rolle die Versorgungsstrukturen für die Behandlungsqualität haben.

Die Entscheidung für Heidelberg sei vor allem durch das hervorragende wissenschaftliche Umfeld, die enge Kooperation mit medizinischen und naturwissenschaftlichen Instituten, begründet, sagt Professor Plinkert. Im Saarland seien das Klinikum und der medizinische Campus von den anderen Fakultäten räumlich stark getrennt. Auch im Management von Forschung und Lehre bringt Professor Plinkert Erfahrungen aus dem Saarland mit, wo er einige Jahre Prodekan der Medizinischen Fakultät war.

Die Freizeit, die ihm seine umfangreiche klinische und wissenschaftliche Tätigkeit lässt, verbringt er mit seiner Familie (vier Kinder) und treibt regelmäßig Sport.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg



Acuris: Weltneuheit in der Hörgeräte-Technik
Siemens präsentiert das erste Hörsystem, bei dem linkes und rechtes Hörgerät miteinander kommunizieren
26.10.2004 - Mit dem von Siemens entwickelten Hörsystem Acuris kommt im November eine neue Generation von Hörgeräten auf den Markt. Erstmalig kommunizieren linkes und rechtes Hörgerät über ein Funksystem miteinander und stellen sich zeitgleich und automatisch auf neue Hörsituationen ein. Acuris ist damit die ideale Lösung für alle
Menschen mit beidseitiger Hörminderung, da die Vorteile des Hörens
mit beiden Ohren durch die synchrone Arbeitsweise optimal
ausgeschöpft werden können. Zudem bietet Acuris mehr Klangqualität
und Hörkomfort und ist einfacher und diskreter zu bedienen als
herkömmliche Hörgeräte. Acuris gibt es für jeden Grad von Hörschwäche
als Hinter-dem-Ohr-System oder Im-Ohr-System.

Die Kommunikation der beiden Hörgeräte erfolgt über die integrierte e2e (ear-to-ear) wireless Technologie, dem kleinsten Funksystem der Welt. Zwischen linkem und rechtem Hörgerät werden permanent Steuersignale ausgetauscht und ausgewertet. Auf Basis dieser Informationen legt das Hörsystem für beide Hörgeräte selbständig und zeitgleich die aktuell benötigten Einstellungen wie den Mikrofonmodus fest und stellt das Sprach- und Störgeräuschmanagement exakt auf die jeweilige Hörsituation ein.

Quelle: Siemens Audiologische Technik GmbH
Acuris von Siemens - das erste Hörsystem, bei dem linkes
und rechtes Hörgerät miteinander kommunizieren. Acuris
gibt esfür jeden Grad von Hörverlust. Das abgebildete
Hinter-dem-Ohr-System Acuris S ist für leichte bis
mittelgradige Hörverluste entwickelt worden. Es kann
bequem im passenden Etui aufbewahrt und transportiert
werden. Wer möchte, kann Acuris auch diskret über die
ePocket Fernbedienung steuern .
Die Vorteile des beidohrigen Hörens nutzen - mit Acuris

In Deutschland kommen zirka 80 Prozent aller Menschen mit
Hörminderung für eine beidohrige Versorgung in Betracht. Nur die
Hälfte davon trägt jedoch zwei Hörgeräte. Das liegt häufig an der
mangelnden Aufklärung der Hörgeräteträger über die Vorteile des Hörens mit zwei Ohren. Bei diesem sogenannten binauralen Hören wird das Gehirn von beiden Ohren gleichermaßen mit den notwendigen Informationen versorgt, um zum Beispiel erwünschte von unerwünschten Geräuschen zu trennen und die Quelle der Töne einwandfrei lokalisieren zu können. Außerdem werden besonders leise Geräusche durch die Beteiligung beider Ohren leichter hörbar. Mit Acuris können durch die Kommunikation von linkem und rechtem Hörgerät diese Vorteile des binauralen Hörens voll ausgeschöpft werden. Menschen mit beidseitigem Hörverlust profitieren so von einer höheren Klangqualität und Hörleistung.

Schnellere und diskretere Einstellung des Hörsystems

Lautstärke und Programm beider Geräte lassen sich erstmals durch
nur einen Handgriff automatisch auf beiden Hörgeräten ändern. Bei den
Im-Ohr-Geräten hat man außerdem die Möglichkeit, Lautstärkeregler und
Programmknopf getrennt voneinander auf jeweils einem Gerät
anzubringen. Das spart nicht nur Platz, sondern erleichtert auch die
Unterscheidung und Benutzung der Bedienelemente. Dies kommt vor allem
Menschen mit eingeschränkten sensorischen beziehungsweise motorischen
Fähigkeiten zugute. Alternativ kann das Acuris Hörsystem auch diskret
über die ePocket Fernbedienung gesteuert werden. Im Vergleich zu
Fernbedienungen anderer Hörgeräte zeigt ePocket zudem die aktuelle
Einstellung von Lautstärke und Programm sowie den Batteriestatus an.



Quelle: Siemens Audiologische Technik GmbH
Acuris von Siemens - das erste Hörsystem, bei dem linkes
und rechtes Hörgerät miteinander kommunizieren. Über
die e2e wireless Funktechnologie tauschen beide Geräte
Informationen aus und stellen sich zeitgleich und
automatisch auf jede neue Hörsituation ein. Acuris gibt es
als Im-Ohr-System (links) oder Hinter-dem-Ohr-System:
Acuris P (Mitte) ist für stärkere Hörverluste und Acuris S (rechts)
für leichte bis mittelgradige Hörverluste entwickelt worden.

Mehr Hörkomfort auch in schwierigen Hörsituationen

Neben der e2e wireless Technologie verfügt Acuris über weitere
leistungsstarke Funktionen. So werden unangenehme Rückkopplungen
automatisch unterdrückt, ohne dass die Signalverstärkung oder die
Klangqualität eingeschränkt wird. Um rechtzeitig unerwünschtes
Rückkopplungspfeifen zu eliminieren, analysiert das Hörsystem
kontinuierlich die eingehenden und ausgehenden Signale. Dabei passt
es sich extrem schnell an häufig wechselnde Hörbedingungen an, zum
Beispiel beim Telefonieren.

Für Menschen mit mittlerem bis hochgradigem Hörverlust verfügt
Acuris über ein mehrkanaliges und adaptives Richtmikrofonsystem mit
bis zu drei Mikrofonen. Dieses reduziert vor allem in schwierigen Situationen nicht erwünschten Umgebungslärm, indem es umgehend auf
Geräuschquellen reagiert und automatisch den richtigen Mikrofonmodus
einstellt. Dies erhöht die Sprachverständlichkeit als auch den Hörkomfort deutlich.

Acuris - auch für einseitige Hörschwäche bestens geeignet

Dank seiner erstklassigen Eigenschaften bietet Acuris auch Menschen mit nur einseitigem Hörverlust den bestmöglichen Hörkomfort. Sollte der Hörgeräteträger zu einem späteren Zeitpunkt ein zweites Gerät benötigen, kann Acuris ohne Aufwand auf ein binaurales Hörsystem mit zwei Hörgeräten erweitert werden.

ots Originaltext: Siemens Audiologische Technik GmbH


Krankenkasse muss High-Tech Hörgerät bezahlen

18.10.2004 - Auch Zusatzgeräte zur Verbesserung der Qualität von bereits vorhandenen Hörgeräten müssen von der Krankenkasse bezahlt werden. Danach muss eine private Krankenversicherung dem Sohn eines Versicherten eine spezielle drahtlose Hörhilfe (Mikroport-Anlage) bezahlen.

Mit dem Gerät, das Nebengeräusche ausblendet, kann der beidseitig schwerhörige Junge dem Schulunterricht folgen. Die Kasse hatte sich geweigert, das rund 2000 Euro teure Gerät zu bezahlen, da ihrer Meinung nach nur normale Hörgeräte in den Leistungskatalog fallen. Die verklagte Versicherung ging nach ihrer Niederlage vor dem Amtsgericht München (Az: 211 C 5346/03) zunächst in Berufung und argumentierte, eine Versicherung schulde nicht die Kostenerstattung für das theoretisch mögliche Optimum, sondern nur für das objektiv medizinisch Notwendige. Vor dem Landgericht München I nahm die Versicherung die Berufung dann jedoch wieder zurück.

Das Landgericht hatte zuvor in einem so genannten Hinweisbeschluss (Aktenzeichen: 6 S 11128/04) betont, dass unter den Begriff Hörgerät auch Geräte fallen, die die Funktionsfähigkeit eines bereits vorhandenen Hörgeräts verbessern. Das bereits vorhandene Grundgerät habe im konkreten Fall nur eine eingeschränkte Filterwirkung und gleiche den Hörschaden des Kindes nur unzureichend aus.

Quelle: kobinet-nachrichten


Hörprobleme bereiten Stress im Beruf: Schnelles Handeln ist gefragt

Eschborn (ots) 15.10.2004 - Krach macht krank. Schwerhörigkeit gehört zu den Spitzenreitern bei den Berufskrankheiten. Umso wichtiger ist es,
Lärmquellen zu erkennen, sie auszuschalten oder die Folgen zu
mindern, schreibt die »Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit« in
ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. Oktober.

Fast jeder zweite Berufstätige in Deutschland kennt das Problem:
Das Telefon klingelt scheinbar seltener als sonst, in der Kantine
bekommt man nur noch die Hälfte mit, und die Kollegen nuscheln immer
mehr. Viele Menschen sind sich ihrer Hörminderung gar nicht bewusst
und suchen die Ursache für das schlechtere Verstehen erst einmal bei
anderen. Dabei sind das frühzeitige Erkennen von Hörproblemen und
eine entsprechende Vorsorge bei Berufstätigen besonders wichtig. Der
Hals-Nasen-Ohrenarzt kann feststellen, ob und in welchem Ausmaß das
Gehör Schaden genommen hat, und Maßnahmen dagegen vorschlagen. Das können zum Beispiel Hörhilfen sein. .

ots Originaltext: Neue Apotheken Illustrierte/ Gesundheit



Moderne Hörsysteme: Tipps zur richtigen Versorgung

Marburg (ots) 13.10.2004 - "Hörgerät" - wer denkt da nicht an das klobige
Etwas, das Opa hinter dem Ohr getragen hat? Diese Zeiten sind aber
längst vorbei. Hörgeräte sind heutzutage extrem leistungsfähige
Minicomputer und werden daher auch als "Hörsysteme" bezeichnet. Doch
selbst die ausgeklügeltste Technik hilft nicht, wenn sie nicht exakt
auf das individuelle Hörproblem eines Menschen eingestellt wird.
Viele medizinische, handwerkliche und psychologische Fähigkeiten und
Fertigkeiten sind erforderlich, damit durch diese High-Tech-Geräte
echte Lebensqualität entsteht.

Eine Expertenrunde hat Anfang Oktober in Berlin auf der Basis des
aktuellen Wissensstandes und aus Sicht aller am Versorgungsprozess
beteiligten Fachleute die unabdingbaren Qualitätsstandards für eine
bestmögliche Versorgung definiert.

Die folgenden zehn Punkte sollen deutlich machen, worauf es aus
Sicht der Experten ankommt.

   1. Eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Hörsystemen
erfordert immer die Zusammenarbeit zwischen HNO-Facharzt und
Hörgeräte-Akustiker. Beide verfügen über eine mehrjährige
qualifizierte und spezialisierte Ausbildung.

   2. Der HNO-Arzt diagnostiziert Art, Grad und Ort der
Schwerhörigkeit und berät über die therapeutischen Möglichkeiten.
Sind Hörsysteme erforderlich, stellt der Arzt eine Verordnung aus.
Damit hat der Betroffene das Recht, einen Hörgeräte-Akustiker seiner
Wahl aufzusuchen.

   3. Der Hörgeräte-Akustiker findet in einem ausführlichen Gespräch
die Vorgeschichte der Hörminderung heraus und klärt, welche
Hörsituationen für den Patienten von besonderer Bedeutung sind. Er
bestimmt die Kenndaten des Gehörs und ermittelt ein Ton- und
Sprachaudiogramm.

   4. Aus dem vielfältigen Marktangebot (zurzeit gibt es rund 1.700
Hörsysteme) trifft der Hörgeräte-Akustiker eine Vorauswahl mehrerer
in Frage kommenden Systeme. Diese werden auf die individuellen
audiometrischen Daten eingestellt, damit der Klang und die
Leistungsmöglichkeiten verglichen werden können. Jedes Hörsystem hat
ein ganz eigenes Klangmuster und wird daher als angenehm oder eher
unangenehm empfunden - diese vergleichende Anpassung ist daher
besonders wichtig.

Der Hörgeräte-Akustiker erläutert die akustischen und kosmetischen
Vorzüge von Hinter-dem-Ohr- und Im-Ohr-Geräten ebenso wie die
technologischen Besonderheiten und Möglichkeiten der
unterschiedlichen Systeme. Selbstverständlich stellt der
Hörgeräte-Akustiker in jedem Falle auch eigenanteilsfreie
Versorgungen vor und berät über die Kostenübernahme-Möglichkeiten
durch die Krankenkasse.

   5. Der Hörgeräte-Akustiker nimmt einen Abdruck jedes Gehörgangs,
um die Ohrpassstücke (Otoplastiken) bzw. Schalen für Im-Ohr-Geräte
anzufertigen, mit deren perfekter Passform die Qualität der
Schallübertragung und des Tragekomforts steht und fällt.

   6. Bei der vergleichenden Anpassung wird das Übertragungsverhalten
der verschiedenen Geräte mit modernsten multimedialen Systemen im Ohr
getestet. Erst in der Tragesituation ist eine exakte Überprüfung und
Einstellung der Hörsysteme möglich, da die individuelle Krümmung,
Weite, Länge und Gewebebeschaffenheit des Gehörgangs die
Übertragungs-Eigenschaften erheblich beeinflussen. Dabei spielt vor
allem der subjektive Eindruck eine Rolle.

   7. Der Hörgeräte-Akustiker wird bei der Anpassung sehr sorgfältig
vorgehen und die Geräte im Laufe der Eingewöhnungszeit stufenweise an
die individuellen Hörgewohnheiten anpassen (gleitende Anpassung). Das
ist besonders bei einer längeren Hörentwöhnung wichtig, um die
Betroffenen nicht mit den neu gewonnenen Höreindrücken zu
überfordern. Oft ist auch ein Hörtraining erforderlich.

   8. Jeder Hörgeräte-Akustiker weist den Patienten eingehend in die
Handhabung, Bedienung und Pflege der Hörsysteme ein.

   9. Nach der Anpassung wird die Verbesserung des
Sprachverständnisses mit den Hörsystemen durch den HNO-Arzt
überprüft.

   10. Für die etwa fünf- bis siebenjährige Tragedauer der Geräte
besteht Anspruch auf eine umfassende Nachbetreuung durch den
Hörgeräte-Akustiker. Dazu gehören Serviceleistungen wie Reinigung der
Ohrpassstücke, Batterie- und Schallschlauchwechsel, Nachbearbeitung
und Erneuerung der Otoplastik, Nachjustieren der Geräte sowie
Beratung in Hörtaktik und Hörtraining. Die meisten Serviceleistungen
sind mit dem Preis der Hörsysteme abgegolten. Hörgeräte-Akustiker
sind Experten für alle Fragen rund um das Hören (Lärmschutz,
technisches Zubehör, Tinnitusberatung etc.) und geben darüber
bereitwillig Auskunft.

Wenn all diese Punkte erfüllt werden, ist eine optimale Anpassung
gewährleistet.

ots Originaltext: Deutsches Grünes Kreuz e.V.



Jüngster Patient weltweit erhielt beidseitig Cochlear-Implantate
Die Hightech-Hörhilfen ermöglichen normalen Spracherwerb

26.08.2004 - Nur vier Monate (126 Tage) alt war der kleine Kevin aus Köln, als er am 18. August 2004 in der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) beidseitig mit Hightech-Hörhilfen, so genannten Cochlear-Implantaten (CI), versorgt wurde. Das OP-Team um HNO-Oberarzt Dr. Burkard Schwab, die OP-Pflegekräfte und die Anästhesisten um Dr. Michael Przemeck pflanzten Kevin beidseits die CI ein. Der Eingriff dauerte insgesamt vier Stunden. "Unseres Wissens ist er weltweit der jüngste Patient, der beidseitig die elektronischen Hörprothesen erhielt", sagt Professor Dr. Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik der MHH. Kevin litt an einer plötzlichen Taubheit, die durch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) entstanden war. Das Problem: Wird die Taubheit nicht sofort behandelt, entsteht ein Narbengewebe, das zu einer Verknöcherung des Innenohres, der Cochlea, führt. "Wenn das Kind nichts hört, lernt es nicht oder nur sehr schlecht sprechen. Eine frühzeitige Operation ist deshalb notwendig, um dem Kind die Möglichkeit einer nahezu normalen Entwicklung zu geben", sagt Professor Lenarz.Was ist ein Cochlear-Implantat?


Quelle: www.spectrum.de
Ein Cochlear-Implantat (CI) ist eine elektronische Hörhilfe. Es kann verlorene Hörfähigkeit ersetzen und ermöglicht Taubgeborenen ein erstmaliges Hören. Das CI besteht aus einem Mikrofon, einem Sprachprozessor in der Größe einer Zigarettenschachtel, einer Sendespule und dem eigentlichen Implantat mit Elektrodenträgern. Das Implantat wird unter der Haut in den Knochen hinter dem Ohr eingesetzt und der Elektrodenträger wird in die Hörschnecke (Cochlea) des Innenohrs eingeführt. Das Mikrofon, das hinter dem Ohr oder an der Sendespule getragen werden kann, nimmt den Schall auf und leitet ihn zum Sprachprozessor, einer Art Computer. Hier wird er mit Hilfe spezieller Programme in elektrische Impulse umgewandelt und zur Sendespule geleitet. Diese überträgt die Signale an die Elektroden, die dann direkt den benachbarten Hörnerv reizen. Die erzeugten Reizmuster werden zum Gehirn geleitet und lösen einen Höreindruck aus. Das Implantat hilft allerdings nur dann, wenn der Hörnerv noch intakt ist. Seit mehr als 20 Jahren steht das Cochlea Implantat schwerhörigen Menschen zur Verfügung.Cochlear-Implantate in der MHH1984 setzte Professor Dr. Dr. Ernst Lehnhardt, damaliger Direktor der Abteilung Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der MHH, europaweit das erste Cochlear-Implantat ein. Vier Jahre später folgte der erste CI-Einsatz bei einem Kind. Mittlerweile versorgen die Ärzte der MHH pro Jahr etwa 220 Patienten mit Cochlear-Implantaten, davon sind 60 Prozent Kinder. In den vergangenen Jahren konnten Kinder immer früher operiert werden, da die Hörschäden durch das Neugeborenen-Hörscreening immer früher auffielen. Seit dem ersten Eingriff 1984 wurden bereits mehr als 2.500 Patienten in der MHH mit einem CI versorgt.Wem helfen Cochlear-Implantate?Für eine Implantation kommen alle Patienten in Frage, die an einer beidseitigen Innenohrtaubheit leiden und denen ein Hörgerät kein ausreichendes Hörvermögen ermöglicht. Wenn bei Neugeborenen die Taubheit bereits während der ersten Lebenstage entdeckt wird, sollte die Implantation zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat erfolgen. Bei Patienten, die durch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) ertauben, ist eine Implantation unmittelbar nach dem Ausheilen notwendig - dies gilt insbesondere für Kinder. Nur dann haben sie beste Chancen, ein praktisch normales Hör- und Sprachvermögen zu entwickeln. Auch bei Erwachsenen sollte die Operation möglichst schnell nach dem Ertauben durchgeführt werden.Zukünftige Entwicklungen/ Projekte der MHH

Künftig sollen die Implantate noch besser werden - bis hin zu einem nahezu natürlichen Höreindruck. Die Elektrodensysteme benötigen mehr Kontaktstellen (beispielsweise 200 statt der jetzt üblichen 22) oder einen direkten Kontakt mit den Hörnerven. Hier setzt der Sonderforschungsbereich 599 der MHH zur Biomedizintechnik an, der sich auch mit alternativen Verfahren wir Hirnstamm-Implantaten beschäftigt.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover


Virtuelle Lippen helfen Schwerhörigen beim Telefonieren

04.08.2004 - Das Computerprogramm Synface, das gesprochene Worte von virtuellen Gesichtern nachsprechen lässt, kann Schwerhörigen und Gehörlosen das Telefonieren ermöglichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine britische Studie im Auftrag des "Royal National Institute for the Deaf" (RNID). Synface - Kurzform für "Synthetic talking face" - kann gesprochene Worte mit einer Verzögerung von einer Fünftel Sekunde auf einem Computerbildschirm nachsprechen lassen.

Dazu muss die Software nicht einmal ganze Worte verstehen. Sie bildet lediglich Silben nach und reiht diese aneinander – bisher auf schwedisch, holländisch oder englisch. Das Programm läuft auf jedem herkömmlichen Computer und über beliebige Telefonanschlüsse. Über ein Laptop kann beispielsweise ein Handy angeschlossen werden. In einer britischen Versuchsreihe ermöglichte die Software jetzt 84 Prozent der schwerhörigen oder gehörlosen Teilnehmer die Kommunikation per Telefon, berichtet das Magazin "New Scientist". "Die Genauigkeit muss noch verbessert werden", sagte der RNID-Entwickler Neil Thomas dem Magazin.

Die Software könne Schwerhörigen das Alltagsleben deutlich erleichtern. Synface ist ein Gemeinschaftsprojekt des Königlichen Institus für Technik in Stockholm, des University College London, der holländischen Softwareschmiede Viataal und des belgischen Sprachanalyse-Spezialisten Babletech.

Forschung: Projekt-Homepage:
http://www.speech.kth.se/synface

Forschungspräsentation Gehörlosenpädagogik - Wenn jenseits der Stille das Hören möglich wird

12.07.2004 - Es ist noch nicht lange her, dass Taubheit ein Schicksal war, mit dem ein Betroffener sich abfinden musste. Erst seit etwa 25 Jahren gibt es die Möglichkeit, das Hörorgan künstlich zu ersetzen - durch ein Cochlea-Implantat (CI). Diese elektronische Hörprothese kann Gehörlosen, bei denen das Hörgerät versagt, durch die direkte Reizung der Hörnerven ein Hören ermöglichen. Allerdings muss die Operation frühzeitig erfolgen, am besten im Kleinkindalter. Für ebenfalls gehörlose Eltern kommt diese Technik zu spät. Sie sind zu alt, um das Hören noch zu lernen. Die Mitarbeiter des Lehrstuhls für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München unter der Leitung von Professor Annette Leonhardt haben jetzt ein mehrere Jahre dauerndes Forschungsprojekt abgeschlossen, das sich mit CI-Kindern von gehörlosen Eltern befasst. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden vorgestellt bei einer Forschungspräsentation
am Freitag, den 16. Juli 2004, um 14.00 Uhr,
Leopoldstraße 13, Raum 3232.
In den vergangenen drei Jahren haben sich Professor Leonhardt und ihre Mitarbeiter intensiv mit Familien auseinandergesetzt, in denen die Kinder ein Implantat erhielten, die Eltern jedoch gehörlos sind. Insgesamt 18 Familien mit 22 CI-Kindern wurden für die von der Stuttgarter Stiftung für Bildung und Behindertenförderung GmbH finanzierte Studie interviewt. "Das ist eine neue und daher noch unerforschte Gruppe, denn anders als die hörenden Eltern haben die meisten gehörlosen Eltern bisher nicht die Notwendigkeit eines Cochlea-Implantats für ihre Kinder gesehen", erklärt Leonhardt.

Inzwischen sehen jedoch auch gehörlose Eltern deutliche Gefahren der Ausgrenzung tauber Kinder und fürchten die zunehmende Marginalisierung der Gehörlosengemeinschaft. Doch die Auswirkungen im kommunikativen und sozialen Bereich sind sehr groß. Nicht selten reagieren andere Gehörlose mit massiven Vorwürfen, wenn Eltern ihre Kinder operieren lassen. Auch in der Rehabilitationsphase können für gehörlose Eltern Probleme auftreten.

Die Forscher vom Lehrstuhl für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik haben daher im Rahmen ihrer Studie zahlreiche Empfehlungen erarbeitet, um betroffenen Familien Hilfestellung zu leisten und die Akzeptanz des Cochlea-Implantats zu verbessern. Auch für die Rehabilitation haben sie zahlreiche Verbesserungspotentiale offen gelegt. "Wir brauchen zum Beispiel in den CI-Zentren Gebärdendolmetscher, damit die gehörlosen Eltern besser verstehen, was in der Rehabilitation mit ihren CI-Kindern gemacht wird", sagt Professor Leonhardt. Doch trotz vieler Probleme überwiege, so Leonhardt, in den untersuchten Familien die Hoffnung, dass die hörenden Kinder es im Leben leichter haben werden als ihre gehörlosen Eltern.

Quelle: Ludwig-Maximilian-Universität München



Musiklehrer riskieren Hörverlust

24.05.2004 - Wer anderen das Musizieren beibringen will, braucht feine Ohren. Doch ausgerechnet Musiklehrer riskieren durch ihre Tätigkeit einen Gehörverlust, haben kanadische Biomediziner und Ingenieure ermittelt. Einfache Maßnahmen könnten die Belastung für die Pädagogen - und ihre Schüler - jedoch deutlich senken.

Ein Teppich auf einem Linoleumfußboden oder etwas Dämmmaterial auf einer Betonoberfläche könnten den Lärmpegel bereits stark reduzieren, erläutert Willy Wong von der University of Toronto. "Die Lehrer könnten zudem Ohrschutzstöpsel tragen und regelmäßig ihr Gehör testen lassen", so der Forscher. "Die Welt ist lauter als wir denken."

Mit Hilfe von Lärmdosimetern ermittelten Wong und seine Kollegen, welche Lärmpegel 18 Musiklehrer an kanadischen Highschools im Laufe eines Tages verkraften mussten. Über einen typischen 8-Stunden-Tag gemittelt, waren sieben Lehrer Schalldruckpegeln von über 85 Dezibel ausgesetzt, berichten die Forscher im "Journal of Occupational and Environmental Hygiene". Betrachteten sie lediglich die Unterrichtsstunden, waren 14 Lehrer regelmäßig Schalldruckpegeln oberhalb dieses Grenzwertes für Arbeitsplätze ausgesetzt.


Forschung: Alberto Behar und Willy Wong, Sensory Communication Group, Institute of Biomaterials and Biomedical Engineering und Department of Electrical & Computer Engineering, University of Toronto, Ontario; und andere

Veröffentlicht in Journal of Occupational and Environmental Hygiene, Vol. 1(4), pp 243-7


Quelle: Scienceticker

Von der Schädigung der Haarzellen...

  Die Gründe für den oftmals sehr grossen Abstand zwischen dem eigentlichen Schadensereignis und der Schadensfeststellung liegen im spezifischen Aufbau und der Funktionsweise des menschlichen Gehörs - namentlich in jener der ultrafeinen und äusserst verletzlichen Haarzellen im Innenohr. Eine zu hohe Belastung des Gehörs durch hohe Schalldrücke führt zu einer Überstra-pazierung dieser Organe. Sind diese Überforderungen nicht zu hoch und nur von kurzer Dauer, so können sich die Zellen in einer anschliessenden Ruhephase wieder erholen. Sind die Störungen jedoch sehr stark - wie beispielsweise bei einem Knalltrauma - oder wiederholen sie sich laufend ohne ausreichende Ruhephasen, so können die betroffenen Zellen stark geschädigt werden oder absterben.

...bis zur Schwerhörigkeit...

  Die Fachwelt unterscheidet dabei zwischen TTS- und PTS-Effekt. TTS steht für "Temporary Threshold Shift" - zu deutsch: vorübergehende Schwellenver-schiebung -, PTS für "Permanent Threshold Shift", eine definitive Verschiebung der Hörschwelle. Schalleinwirkungen im TTS-Bereich führen also zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung, solche im PTS-Bereich zu einer definitiven Schädigung des Hörvermögens. Die Grenzen sind fliessend: TTS-Effekte ohne ausreichende Ruhephasen können sich rasch zu PTS-Effektem aufsummieren. Da die Haarzellen nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht nachwachsen können, ist der PTS-Effekt definitiv. Je nach Art der Lärmeinwirkung können dabei Hörzellen höherer, mittlerer oder tieferer Frequenzen geschädigt werden. Die Folgen äussern sich bei den Betroffenen in einem Hochton-, einem Tiefton- oder einem Hörverlust im mittleren Frequenzbereich.

... dauert es oft Jahrzehnte

  Da die Leistungsfähigkeit der Haarzellen mit fortschreitendem Alter erheblich abnimmt, können sich in einer späteren Lebensphase starke Hörschäden bemerkbar machen, deren Ursachen um Jahrzehnte zurückliegen. Umgekehrt bestehen um so bessere Chancen für eine gute akustische Wahrnehmungs-fähigkeit bis ins hohe Alter, je mehr man seinem Gehör in jungen Jahren Sorge trägt und es vermeidet, dieses mutwillig Knalleffekten und längerdauernden hohen Schalldrücken auszusetzen.

Verlagerung vom Arbeitsplatz- zum Freizeitlärm

  Bei den heutigen älteren Generationen sind vorzeitige und überdurch-schnittlich gravierende Altersschwerhörigkeiten noch grossteils auf Lärm am Arbeitsplatz und - jedenfalls beim männlichen Teil der Bevölkerung - auf Schiessübungen im Militärdienst zurückzuführen. Probleme dieser Art haben weniger die ehemaligen Artilleristen, als vielmehr Leute, die häufig und ungeschützt mit Karabiner- und später mit Sturmgewehrmunition geschossen haben. Während im Militär und am Arbeitsplatz jedoch seit langem Anstrengungen unternommen werden, die Auswirkungen gehörgefährdenden Lärms auf ein Minimum zu reduzieren, ist in den letzten Jahren die Tendenz gestiegen, sich in der Freizeit starken Lärmbelastungen auszusetzen. Dies betrifft vor allem Vertreter und vertreterinnen der jüngeren Generation, von denen manche ihr Gehör durch Rockkonzerte und Disco-Besuche in fahrlässiger, ja mutwilliger Art aufs übelste traktieren.

Unterschätzte kumulative Effekte

  Unterschätzt wird dabei die Tatsache, dass die Lärmbelastungen des Gehörs eine kumulative Wirkung haben - d.h. dass sich mehrere kleinere Belastungen zu einer grösseren aufsummieren können. Die größten Risiken liegen deshalb dort vor, wo mehrere Lärmquellen in einer Art und Weise zusammenkommen, dass die dazwischenliegende Ruhepause zur Erholung des Gehörs nicht aus-reicht. Wer also häufig Motorrad fährt, Discos besucht, zu Hause oft laute Musik hört und gar noch am Arbeitsplatz mit erheblichem Lärm konfrontiert ist, hat seinen Hörschaden selbst dann vorprogrammiert, wenn die kritische Grenze nur leicht und kurzfristig überschritten wird.


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