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Die Inhaltsübersicht

- Kinderlos durch schwache Schilddrüse
Unterfunktion beeinträchtigt die Fruchtbarkeit
- Wenn die Schilddrüse nicht mehr richtig "Gas gibt"
Jodmangel ist die häufigste Ursache für Schilddrüsenkrankheiten
- Gesundheitsvorsorge mit fluoridiertem Jodsalz zeigt Erfolge - Schilddrüsenvergrößerungen und Karies bei Schulkindern stark rückläufig
- Aktuelle Emnid-Umfrage: Bei Müdigkeit, Leistungsabfall oder Konzentrationsschwäche TSH-Test sinnvoll
-
Die Schilddrüse: Leichtgewicht fürs Wohlbefinden
- Eine tickende Zeitbombe - Jodid, jodhaltige Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel mit Jod und chronische Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto)
- Schilddrüsenoperation - durch neue Methode bleibt
der Hals unversehrt
- Wie radioaktive Stoffe Truma heilen
-
Jeder 3. Deutsche leidet an Schilddrüsen-Überfunktion: So kriegen Sie Störungen in den Griff!
-
Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. / "Nicht nur der Knoten zählt - der Alltag mit subklinischen Funktionsstörungen der Schilddrüse"
- Schilddrüse - Stiefkind der Medizin


Kinderlos durch schwache Schilddrüse
Unterfunktion beeinträchtigt die Fruchtbarkeit


Baierbrunn - 13.02.2006 - Bereits eine milde Unterfunktion der Schilddrüse kann Ursache eines unerfüllten Kinderwunsches sein. Darauf macht der Münchner Schilddrüsenexperte Prof. Fritz Spelsberg im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" aufmerksam. Diese Folge der Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen sei noch weitgehend unbekannt. Eine erste Beurteilung der Funktion des kleinen Organs unter dem Kehlkopf kann schon eine Blutuntersuchung bringen. Es werden die Blutkonzentration verschiedener Hormone bestimmt.

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau


Wenn die Schilddrüse nicht mehr richtig "Gas gibt"
Jodmangel ist die häufigste Ursache für Schilddrüsenkrankheiten

Groß-Gerau - 12.10.2005 - So unscheinbar die im vorderen Bereich des Halses liegende Schilddrüse dem Laien auch erscheinen mag, für unseren Körper ist sie eine der wichtigsten Drüsen überhaupt. Die von ihr produzierten Schilddrüsenhormone stellen nämlich die Weichen für eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen und bestimmen deren Intensität. Dadurch haben sie entscheidenden Einfluss auf die körperliche und geistige Entwicklung des Organismus, auf seine Leistungsfähigkeit und somit für unsere Gesundheit. Nicht umsonst nennt man die Schilddrüse deshalb auch die "Zündkerze" des Körpers.


Copyright:  Arbeitskreis Jodmangel
Seefisch und Milch gehören zu den natürlichen Jodlieferanten in unserer Ernährung und sollten deshalb regelmäßig verzehrt werden. Da dies zur Deckung des Jodbedarfs in der Regel jedoch meist nicht ausreicht, empfehlen Ernährungswissenschaftler und Ärzte zudem die Verwendung von Jodsalz im Haushalt und der Gemeinschaftsverpflegung sowie den bevorzugten Kauf von Lebensmitteln, die mit Jodsalz hergestellt sind. Arbeitskreis Jodmangel, Tel.: 06152 - 40021.

Der Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel sind nur einige Stoffwechselvorgänge, die von der Schilddrüse bzw. ihren Hormonen mitgesteuert werden. Darüberhinaus hat die Schilddrüse Einfluss auf die Temperaturregulation des Körpers, den Energieumsatz, die körperliche und geistige Entwicklung bei Kindern sowie deren Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit. Bei Erwachsenen können Fehlfunktionen der Schilddrüse zu Leistungseinbußen und einer Reihe von Gesundheitsstörungen führen.

Um diese Steuerungsaufgaben erfüllen zu können, ist die Schilddrüse auf eine regelmäßige Zufuhr von täglich etwa 180 - 200 Mikrogramm (millionstel Gramm) Jod angewiesen. Diese Menge wird ihr mit der Nahrung trotz einer in den letzten Jahren verbesserten Jodzufuhr jedoch nicht zugeführt. Im Durchschnitt fehlt Jugendlichen und Erwachsenen noch etwa ein Drittel der empfohlenen Zufuhrmenge, das sind etwa 60 - 80 Mikrogramm Jod pro Tag.

Mangelt es der Schilddrüse über längere Zeit an Jod, vergrößert sie sich: Es entsteht ein Kropf. Dieser kann im Anfangsstadium noch nicht einmal sichtbar sein, wirkt sich aber bereits nachteilig auf die Gesundheit aus, indem er z. B. auf die Luft-und Speiseröhre drückt und somit zu Atem- und Schluckbeschwerden führt.

Produziert die Schilddrüse im weiteren Verlauf nicht mehr ausreichend Schilddrüsenhormone, kann dies zur Reduzierung der Abwehrkräfte des Organismus, zu ständigem Frieren, zu Müdigkeit, Leistungsschwäche und einer Reihe von Funktionsstörungen führen.

Der naturbedingte Jodmangel in der Nahrung, der daraus entstehende Kropf und die dadurch ausgelösten Schilddrüsenkrankheiten sind aber kein unausweichliches Schicksal. Durch die Verwendung von Jodsalz oder Jodsalz mit Fluorid im Haushalt, den regelmäßigen Verzehr von Seefisch und Milch sowie den bevorzugten Kauf von Lebensmitteln, die mit Jodsalz hergestellt sind (vor allem Brot), kann einer jodmangelbedingten Schilddrüsenvergrößerung wirkungsvoll vorgebeugt werden.

Die breite Verwendung von Jodsalz hat in den letzten Jahren zu einer erfreulichen Verbesserung der Jodversorgung geführt. Dies zeigt sich am deutlichsten bei Schulkindern, bei denen regionalen Untersuchungen zufolge heute erheblich seltener vergrößerte Schilddrüsen als Folge von Jodmangel festgestellt werden als noch vor zehn Jahren.

Nach Professor Peter C. Scriba von der Universitätsklinik München, Sprecher des Arbeitskreises Jodmangel, gibt es aber immer noch so genannte Risikogruppen, zu denen vor allem Schwangere und Stillende zählen, die einen erhöhten Jodbedarf haben. Sie sollten deshalb neben einer jodreichen Grundnahrung noch täglich etwa 100 (-150) Mikrogramm Jod in Tablettenform zu sich nehmen. Auch Jugendliche in der Pubertät, besonders wenn sie viel Fastfood konsumieren, die zumeist ohne Jodsalz hergestellt ist, sind jodmangelgefährdet. Gleiches gilt für Freizeit- und Leistungssportler, die mit dem Schweiß vermehrt Jod ausscheiden. Auch sie sollten ihrer Jodversorgung besondere Aufmerksamkeit widmen.

Quelle: Arbeitskreis Jodmangel / pts


Gesundheitsvorsorge mit fluoridiertem Jodsalz zeigt Erfolge -
Schilddrüsenvergrößerungen und Karies bei Schulkindern stark rückläufig

Groß-Gerau (ots) - 16.09.2005 - Die Doppelgesundheitsvorsorge mit fluoridiertem Jodsalz hat in den letzten Jahren zu einer wesentlichen Verbesserung der Jodversorgung bei Schulkindern und damit zu einem erfreulichen Rückgang der Kropfhäufigkeit geführt. Gleichzeitig wurde damit die Zahl der an Karies erkrankten Zähne drastisch reduziert. Dies berichten übereinstimmend der Arbeitskreis Jodmangel und die Informationsstelle für Kariesprophylaxe des Deutschen Arbeitskreises für Zahnheilkunde in Groß-Gerau.

Durch die breite Verwendung dieses Kombinationssalzes in etwa zwei Drittel der Haushalte und die zusätzliche Verwendung von Jodsalz in der Gemeinschaftsverpflegung und bei der Herstellung von Brot, Fleischwaren und anderen Lebensmitteln sind Schulkinder regionalen Studien zufolge teilweise bereits optimal mit Jod versorgt. Jodmangelbedingte Schilddrüsenvergrößerungen und -krankheiten treten deshalb bei dieser Altersgruppe nur noch vereinzelt auf.

In gleichem Maße hat sich bei Kindern durch Verwendung von Jodsalz mit Fluorid und durch intensivere Nutzung vorbeugender Maßnahmen aber auch die Zahngesundheit erfreulich verbessert. So ging die Karies bei Schulanfängern der aktuellsten Studie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. zufolge in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent zurück. Bei den 12-Jährigen wurde sogar ein Kariesrückgang von 60 Prozent ermittelt. Diese Altersgruppe hat im Durchschnitt nur noch etwa einen kariösen, fehlenden oder gefüllten Zahn, während es vor zehn Jahren noch etwa zweieinhalb waren.

Auf Grund dieses gesundheitlichen Doppelnutzens fordern Schilddrüsenexperten und Zahnärzte, dass Jodsalz mit Fluorid zum "Standardsalz" in deutschen Haushalten wird. Selbst bei Personengruppen wie sozial Schwachen, Behinderten oder Migranten, die mit anderen Prophylaxemaßnahmen nicht oder nur unzureichend erreicht werden, kann damit die Jodversorgung und der Kariesschutz erheblich verbessert werden, so die Experten.

Quelle: presseportal


Aktuelle Emnid-Umfrage: Bei Müdigkeit, Leistungsabfall oder Konzentrationsschwäche TSH-Test sinnvoll

Darmstadt (ots) - 16.09.2005 - Müdigkeit, Leistungsabfall oder Konzentrationsschwäche - nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Emnid führen über 90 Prozent der befragten Hausärzte und Internisten bei Patienten mit diesen Beschwerden einen so genannten TSH-Test durch. Mit dieser Blutuntersuchung lassen sich bereits leichte Fehlfunktionen der Schilddrüse erkennen. Denn für die oft als unabwendbar hingenommenen Stress- oder Alterserscheinungen kann auch eine Unterfunktion dieses kleinen Organs verantwortlich sein. In diesem Fall sind die Beschwerden durch einen Ausgleich der fehlenden Schilddrüsenhormone (zum Beispiel mit Euthyrox) leicht zu beheben.

Das Steuerhormon TSH reguliert die Bildung der Schilddrüsenhormone und ihre Ausschüttung. Bei normaler Schilddrüsenfunktion liegt der TSH-Wert bei 0,4 bis 4 mU/l. Ein erhöhter Wert deutet auf eine Unterfunktion hin. 33 Prozent der befragten Ärzte beginnen dementsprechend ab einem TSH-Wert von 4,0 mU/l eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen. Dem Körper werden hierbei die Hormone zugeführt, die er selbst nicht mehr in ausreichender Menge bilden kann. 21 Prozent der Befragten starten sogar bereits bei einem TSH-Wert von 2,5 mU/l die Hormonbehandlung. "Das ist darauf zurückzuführen, dass aktuelle Studienergebnisse eher für eine obere Grenze des Normbereiches von 2,5 mU/l sprechen," erklärt die Schilddrüsenexpertin Professor Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, München.

"Da Schilddrüsenkrankheiten mit zunehmendem Alter gehäuft auftreten, ist auch ohne konkrete Beschwerden ab einem Alter von 45 Jahren ein TSH-Test auf eigene Kosten sinnvoll," führt die Expertin weiter aus. Die Bestimmung des TSH-Wertes im Blut und das dazugehörige Beratungsgespräch kosten etwa 25 Euro. Die befragten Ärzte schätzen, dass durch regelmäßige TSH-Tests bei mehr als 20 Prozent ihrer aktuellen Patienten Schilddrüsenfunktionsstörungen entdeckt werden könnten.

Ein Faltblatt mit weiteren Informationen zu Schilddrüsenunterfunktion und TSH-Bestimmung kann angefordert werden bei der
Merck Pharma GmbH
Marketing-Service
Alsfelder Straße 17
64289 Darmstadt

Quelle: presseportal


Die Schilddrüse: Leichtgewicht fürs Wohlbefinden

Eschborn (ots) - 16.08.2005 - Die nur etwa 20 Gramm leichte Schilddrüse ist zwar klein, doch ihr Einfluss auf den Organismus ist riesengroß. Produziert sie nur einige tausendstel Gramm Hormon zu wenig oder zu viel, kann deshalb der Mensch auf vielerlei Arten schwer erkranken. Warum die Funktion der Schilddrüse für den Körper so wichtig ist, erklärt die »Neue Apotheken Jllustrierte« in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. August. So wichtig einerseits das Jod für die Aktivität der Schilddrüse ist, so bedeutsam sind andererseits für den Organismus die beiden von ihr produzierten Hormone. Der Stuttgarter Endokrinologe Professor Dr. Rainer Hehrmann erklärte im Gespräch mit der »Neue Apotheken Jllustrierte«, was die beiden Hormone alles beeinflussen. Erste Hinweise auf eine nicht einwandfrei funktionierende Schilddrüse sind am Hals spürbare und später auch sichtbare Schwellungen, Probleme beim Schlucken und Druckgefühle im Hals, Hautveränderungen und ein schwer definierbares Unwohlsein.

Dahinter steckt als Ursache fast immer der Mangel an Jod und somit auch an Schilddrüsenhormonen. Vorbeugend wird jedem Erwachsenen empfohlen, etwa 200 Mikrogramm Jod pro Tag zu sich nehmen, Schwangere sogar 230 und Stillende 260 Mikrogramm. Nur 70 bis 80 Mikrogramm werden jedoch tatsächlich aufgenommen.

Quelle: Neue Apotheken Jllustrierte


Eine tickende Zeitbombe? -
Jodid, jodhaltige Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel mit Jod und chronische Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto)

Bonn (ots) - 25.05.2005 - Die Verwendung von jodiertem Speisesalz ist mittlerweile weit verbreitet und allgemein akzeptiert. Da Jodmangel zu Schilddrüsenvergrößerung und Knotenbildung führt ist diese Entwicklung prinzipiell zu begrüßen. Parallel zu dem Rückgang der Jodmangelerkrankungen mehren sich jedoch die Hinweise, dass eine andere Form der Schilddrüsenerkrankung, die Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto) häufiger wird. Bei dieser Erkrankung zerstören Zellen des Immunsystems Schilddrüsenzellen, so dass es in einem oft über Jahre unbemerkt verlaufenden Prozess zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommt.

Ob die Verwendung von jodiertem Speisesalz tatsächlich Ursächlich für die Zunahme dieser Erkrankung in Deutschland ist, ist wissenschaftlich nach wie vor umstritten. Verschiedene epidemiologische Untersuchungen legen jedoch einen Zusammenhang der Jodaufnahme mit dieser Erkrankung nahe. Im Tierversuch kann die Gabe sehr hoher Jodmengen ähnliche Erkrankungen auslösen. Die Verminderung der Jodaufnahme kann vermutlich den Krankheitsverlauf der Autoimmunthyreoiditis günstig beeinflussen. Wenn durch die Autoimmunthyreoiditis die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse deutlich eingeschränkt ist muss mit Schilddrüsenhormon (Levothyroxin) behandelt werden um die Unterfunktion der Schilddrüse auszugleichen.

Möglicherweise kann hierdurch auch der immunologische Prozess günstig beeinflusst werden. Daneben mehren sich die Hinweise, dass die Einnahme des Spurenelements Selen dieser Erkrankung entgegenwirken kann, dies muss jedoch noch in größeren klinischen Studien untersucht werden. Da eine zu hohe Jodidaufnahme ursächlich an dem Krankheitsprozess der Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto) beteiligt sein kann sollte eine Jodidsubstitution oder Einnahme von jodhaltigen Kombinationspräparaten nicht erfolgen.

Quelle: presseportal


Schilddrüsenoperation - durch neue Methode bleibt der Hals unversehrt

Berlin-Buch, 22.02.2005. Der Patientin Heike R. aus Mecklenburg-Vorpommern sieht man nicht an, dass sie eine Operation an der Schilddrüse hinter sich hat. Ihr Hals ist völlig unversehrt - eine Narbe wollte sie unbedingt vermeiden. Dr. Eckhard Bärlehner, Chefarzt der Chirurgischen Klinik des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, der sich seit 15 Jahren minimalinvasiv operiert, setzte eine neue OP-Methode ein, die bisher nur ein Chirurg in Japan anwendet. Über zwei kleine Schnitte von fünf Millimetern am Rand der Brustwarzen verschaffte sich der Bucher Chirurg einen Zugang und schob feine OP-Instrumente sowie eine Mini-Videokamera unter der Haut bis zur Schilddrüse vor. Einen dritten Zugang verschaffte sich Dr. Bärlehner unter der rechten Achselhöhle.


Heike Rockenschuh mit Kette vor dem Spiegel
Foto: Thomas Oberländer, HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Die nur fünf Millimeter kleine Videokamera erfüllt eine wichtige Funktion. Sie überträgt ein 12- bis 15-fach vergrößertes Bild auf einen Monitor. Auf diese Weise erhält der Chirurg, der die Instrumente von außen bedient und operiert, ein sehr übersichtliches Operationsfeld. Und durch eine besonderes Sicherungssystem, das die Bucher Chirurgen einsetzen, werden die sensiblen Stimmbandnerven vor Verletzungen geschützt.

Gut vier Stunden dauerte der Eingriff, nach vier Tagen konnte die Patientin wieder entlassen werden. Die kleinen Narben an der Brustwarze sind zwei Wochen nach dem Eingriff kaum noch zu erkennen.


Dr. Bärlehner bei der Nachuntersuchung
Foto: Thomas Oberländer, HELIOS Klinikum Berlin-Buch


Die Patientin war seit zehn Jahren mit Schilddrüsenbeschwerden in ärztlicher Behandlung und ließ ihre Werte regelmäßig durch ihren Hausarzt kontrollieren. Als sich die Laborwerte in den vergangenen Monaten drastisch verschlechterten und die vergrößerte Schilddrüse große Schluckbeschwerden bereitete, riet ihr Hausarzt riet zur Entfernung der "kalten Knoten". Lange Zeit wusste sie nicht, dass die Überfunktion der Schilddrüse für ihre Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Nervosität verantwortlich war.


Heike Rockenschuh im Gespräch mit Dr. Bärlehner
Foto: Thomas Oberländer, HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Dr. Bärlehner gilt als einer der führenden "Schlüssellochchirurgen" in Deutschland. Er führt selbst große Eingriffe an Magen, Darm, Gallenblase, Leisten- oder Bauchwandhernie, Milz- und Nebennie-ren minimalinvasiv durch. Entzündliche Darmerkrankungen (Divertikulitis) und funktionelle Störungen am Enddarm (Prolaps) beseitigt er durch schonende OP-Verfahren wie große Krebsge-schwüre.
Als einer der ersten Operateure in Deutschland führte der Bucher Chirurg vor knapp zwei Jahren die minimalinvasive Schilddrüsenoperation ein. Die Bucher Operateure kommen mit einem zwei Zentimeter kleinen Schnitt am Hals aus, der schnell verheilt.

Hintergrund Schilddrüse:

Die Schilddrüse steuert viele Vorgänge im Körper. Sie hält die Hormonproduktion im Gleichgewicht, steuert und überwacht praktisch alle physiologischen Prozesse wie Wachstum, Verdauung, Atmung oder das Herz-Kreislaufsystem. Erkrankungen und Störungen der Schilddrüse haben häufig gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit oder das Wohlbefinden. Eine Unterfunktion führt zur Müdigkeit, Depressionen bis zur Unfruchtbarkeit, steigenden Cholesterinwerten. Bei einer Überfunktion wird der Körper mit Hormonen überschwemmt. Die Folgen sind: motorische Unruhe, Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Gewichtsverlust. Häufigste Ursache für eine Überfunktion ist Jodmangel.

In Deutschland haben 15 Millionen Menschen Probleme mit der Schilddrüse. Wenn Medikamente nicht mehr helfen, müssen die Probleme operativ beseitigt werden. In Deutschland werden jährlich 100.000 Schilddrüsenoperationen durchgeführt, vier Fünftel der Betroffenen sind Frauen.

Quelle: Helios Research Center GmbH


Wie radioaktive Stoffe Struma heilen

20.12.04 - Chemnitzer Chefarzt für Nuklearmedizin spricht über moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Schilddrüsenerkrankungen
Jeder dritte Deutsche hat Probleme mit seiner Schilddrüse. Dabei lässt sich die hierzulande am weitesten verbreitete Volkskrankheit gut behandeln und heilen, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Am 22. Dezember 2004 erhalten daher Betroffene und Interessierte wichtige Auskunft vom medizinischen Fachmann: Prof. Dr. med. Hans Döge, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin des Klinikums Chemnitz, spricht über "Nachweis und Heilung von Schilddrüsenerkrankungen durch radioaktive Stoffe". Die kostenlose Veranstaltung findet ab 17.30 Uhr im Hörsaal 204, Straße der Nationen 62 (Böttcher-Bau) statt.

Prof. Döge: "Die frühzeitige Erkennung von Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere der Volkskrankheit Struma, ist notwendig, um eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und dauerhafte körperliche Schäden zu vermeiden. Mit Hilfe von radioaktiven Stoffen sind Nachweis und Heilung heute mit hoher Sicherheit möglich."

Weitere Informationen gibt Prof. Dr. med. Hans Döge, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin des Klinikums Chemnitz, unter Telefon (03 71) 33 33 31 00.

Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

http://www.klinikumchemnitz.de


Jeder 3. Deutsche leidet an Schilddrüsen-Überfunktion: So kriegen Sie Störungen in den Griff!

Das sind alarmierende neue Zahlen: Bei jedem
dritten Deutschen ist die Schilddrüse vergrößert. Das bedeutet: Bei
uns leiden zehnmal mehr Menschen am so genannten Kropf als in der
Schweiz oder in den USA. Frauen sind drei- bis fünfmal häufiger von
Schilddrüsenstörungen betroffen als Männer.

In der neuen WOMAN (Erscheinungstermin 29. Juni 2004) beantwortet
der Berliner Mediziner Prof. Dr. Karl-Michael Derwahl die wichtigsten
Fragen zur deutschen Volkskrankheit.

1. Sollte jeder Deutsche vorsichtshalber Jodtabletten einnehmen?

Prof. Derwahl: "Die Verwendung von Jodsalz allein reicht aus -
vorausgesetzt, Sie haben keinen Kropf. Schwangere sollten zusätzlich
Jodtabletten einnehmen."

2. Worauf kann man außerdem zur Vorbeugung achten?

"Selen erweist sich immer mehr als wichtiges Spurenelement für die
Prophylaxe und Therapie bei Schilddrüsenerkrankungen. Es ist in
Seefisch, Fleisch und Innereien enthalten, hat antioxidative Wirkung,
wirkt Tumoren entgegen, hemmt Entzündungsprozesse."

3. Was kann der Arzt tun, wenn die Schilddrüse nicht richtig
funktioniert?


"Bei einer Unterfunktion wird durch die Einnahme von
Schilddrüsenhormonen wie Euthyrox dem Körper zugeführt, was er selbst
nicht ausreichend herstellt. Bei einer Überfunktion helfen
Substanzen, die die Wirkung der Schilddrüsenhormone hemmen, in
manchen Fällen auch eine Operation oder eine Therapie mit
radioaktivem Jod."

4. Wann muss operiert werden?

"Wenn der Kropf mechanische Probleme bereitet, zum Beispiel zu
Schluckbeschwerden oder Druckgefühl führt. Wenn bei einer
Überfunktion viele aktive Knoten im Gewebe vorhanden sind. Oder wenn
ein Knoten im Verdacht steht, bösartig zu sein."

ots Originaltext: WOMAN


Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. / "Nicht nur der Knoten zählt - der Alltag mit subklinischen Funktionsstörungen der Schilddrüse"

14.04.2004 - Die Prävelanz pathologischer Schilddrüsenbefunde der Struma und/oder des Schilddrüsenknotens als Folge des Jodmangels ist extrem hoch und ab dem 45. Lebensjahr ist jeder zweite Mensch in der Bundesrepublik betroffen. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, subklinische Schilddrüsenfunktionsstörungen nicht nur als Folge des Jodmangels (Schilddrüsenautonomie) zu sehen, sondern wesentliche Ursachen wie z.B. Autoimmunthyreopatien zu bedenken. In einer Kosten-Nutzen-Analyse konnte festgestellt werden, dass bei Frauen über 35 Jahren die Hälfte des Nutzens auf die Prävention einer manifesten Hypothyreose und der damit verbundenen Morbidität, dabei 30 % auf eine Verbesserung der klinischen Symptome und schliesslich ein kleinerer Vorteil auf die Absenkung des Serumcholesterin und der damit verbundenen Reduktion des koronaren Risikos entfiel. Im Hinblick auf die inzwischen niedrigen Kosten der Serum-TSH-Bestimmung sind die erheblich höheren Kosten einer breit gestreuten Diagnostik unspezifischer Symptome sowie teure Aufwendungen der Therapie mit z.B. cholesterinsenkenden Medikamenten abzuwägen. Screening-Untersuchungen bei schwangeren Frauen sind mit Nachdruck zu empfehlen, da Störungen der neurophysiologischen Entwicklung des Feten und auch weitere Schwangerschaftskomplikationen einschliesslich des Todes des Feten klar belegt sind.

Die Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. fordert im Namen aller Betroffenen die Aufnahme eines TSH-Screenings bei der Deutschen Bevölkerung ab dem 35. Lebensjahr; bei Eltern mit Schilddrüsenkrankheiten sollten, unabhängig vom Alter, auch die Kinder dem Screening zugeführt werden.

Auszüge aus dem 1. Münchener Schilddrüsensymposium

ots Originaltext: Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V.


Schilddrüse - Stiefkind der Medizin

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das vor der Luftröhre, unterhalb des Kehlkopfs liegt. Sie ist ein lebenswichtiges Organ, da sie sehr viele körperliche Funktionen beeinflusst, z. B. den Stoffwechsel, die Kreislaufaktivität, Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln, Sexualität und Fruchtbarkeit sowie die Aktivität der Verdauungsorgane. Dies geschieht durch die Produktion und Ausschüttung der Schilddrüsenhormone.Für die Bildung ihrer Hormone benötigt die Schilddrüse Jod. Jod muss mit der Nahrung oder in Tablettenform zugeführt werden. Wird dieser Bedarf nicht gedeckt, hat die Schilddrüse Schwierigkeiten, ihre Arbeit zu verrichten. Auf diese Anstrengungen reagiert sie mit einer Volumenzunahme.Etwa 60 Prozent der Deutschen haben eine vergrößerte Schilddrüse, die umgangssprachlich als Kropf, medizinisch als Struma, bezeichnet wird. Und jeder Dritte davon hat Knoten. Struma, heiße und kalte Knoten sind Jodmangelkrankheiten. Durch eine ausreichende Versorgung mit Jod könnten die Krankheiten verhindert werden.Kalte und heisse Knoten

Schilddrüsenknoten werden als kalt bezeichnet, wenn in der Szintigraphie die reduzierte Aktivität mit „kalten Farben" (blau und violett) dargestellt wird. Die korrekte Bezeichnung lautet: “hypofunktioneller Knoten". Das bedeutet, der Knoten hat im Gegensatz zur gesunden Umgebung einen geringeren Stoffwechsel, z.B. auch eine geringere Jodaufnahme.

Ein „kalter Knoten" mit weniger als 1 cm Durchmesser muss regelmäßig beobachtet werden.

Ist der kalte Knoten größer als 1 cm, sollte er punktiert werden (das Verfahren ist meist nicht schmerzhaft und ohne gefährliche Komplikationen). 3 bis 6 Prozent der kalten Knoten sind bösartig; liegen Krebszellen vor, muss sofort operiert werden.

“Heisse Knoten” werden in der Szintigraphie durch die Farben gelb oder rot dargestellt. Sie nehmen vermehrt Jod oder Technetium-99-m auf und werden als “hyperfunktionelle Knoten" bezeichnet.

Heisse Knoten sind so gut wie nie bösartig. Sie können allerdings, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben, zu einer Überfunktion führen. Behandelt werden kann ein isolierter heisser Knoten mit einer Radiojodtherapie oder mit Schilddrüsenhemmern, möglich ist aber auch eine Operation.
AutoimmunkrankheitenEine Autoimmunkrankheit wird von Antikörpern hervorgerufen, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet sind. Die Autoimmunkrankheiten der Schilddrüse haben verschiedene, bis heute noch nicht genau identifizierte Ursachen; zum Ausbruch der Krankheiten tragen bei: die Erbanlagen, weibliche Sexualhormone, Umwelteinflüsse, Infektionen, seelische Belastung und Stress. Jodmangel spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, im Gegenteil: die Verwendung von zusätzlichem Jod sollte vermieden werden.In der Regel schleicht sich diese Form der Erkrankungen sehr heimlich und langsam ein.Bei der Diagnose spielen auch hier Abtasten, Blutuntersuchung, Ultraschall, Szintigraphie und/ oder Feinnadelpunktion eine wichtige Rolle. Die Behandlung erfolgt durch die Einnahme der dem Körper fehlenden Schilddrüsenhormone oder Schilddrüsenhemmer.Bei der Basedow-Krankheit handelt es sich um eine Überfunktion der Schilddrüse, d.h., die Schilddrüse produziert zu viele Hormone. Eines der belastendsten Symptome für Basedow-Patienten sind die Augenbeschwerden (Endokrine Orbitapathie).Symptome / Überfunktion (Hyperthyreose)

Schwitzen, Haarausfall, Nervosität, Herzrasen, Herzrhytmusstörungen, Gewichtsabnahme.
Die Autoimmun-Thyreoditis auch Hashimoto-Thyreoditis genannt, führt in den meisten Fällen zu einer Unterfunktion der Schilddrüse und sogar zur Zerstörung derselben, auch hierbei muss auf Augenbeschwerden geachtet werden (trockene Augen, Endokrine Orbitopathie).Symptome / Unterfurnktion Hypothyreose

Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Leistungs- und Konzentrationsschwäche, Unfruchtbarkeit, Interessenlosigkeit, Haarausfall, Muskelschwäche, Gewichtszunahme.
Oft treten bei diesen Patienten auch andere Autoimmunkrankheiten auf. Als Ursache vermuten Wissenschaftler einen gemeinsamen Defekt im Immunsystem.Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät und zu wenig oder zu viel Hormone produziert, werden viele Organe in Mitleidenschaft gezogen: Nervensystem, Augen, Haare, Muskeln, Herz, Knochen, Haut und Darm.Die Symptome der Schilddrüsenkrankheiten sind nicht leicht und eindeutig zu erkennen. Daher ist es wichtig, einen auf diesem Gebiet erfahrenen Arzt oder eine Ärztin zu konsultieren.Unterstützung, Rat und Hilfe können auch die Selbsthilfegruppen bieten.Die Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. ist der Dachverband der Selbsthilfegruppen für Schilddrüsenkranke und deren Angehörige, sie gibt weitere Informationen und hält Broschüren über jede Erkrankung der Schilddrüse bereit.

Kontaktadresse:

Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. – Geschäftsstelle Ev., Krankenhaus Bad Godesberg, Waldstraße 73, 63177 Bonn, Tel.: 0228 13889060,
Internet: www.schilddruesenliga.de


© by Schilddrüsen-Liga Deutschland e. V.

Folgende Broschüren erhält man bei der Geschäftsstelle:

Morbus Basedow
Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto)
Heisse und Kalte Knoten
Schilddrüsenkrebs
Vitamin B 12 Mangel - Perniziöse Anämie -
Endokrine Orbitopathie
Erkrankungen der Nebenschilddrüsen
Informationen zum Jodgehalt in Nahrungsmitteln
Organmanifestationen bei Schilddrüsenkrankheiten

Bei Anforderung bitte zwei Briefmarken im Wert von 1,44 € beifügen.


Die Selbsthilfeorganisation für schilddrüsenkranke Kinder ist Mitglied der
Schilddrüsenliga und arbeitet als eigenständige Organisation für ausschließlich für betroffene Kinder:

Kontaktadresse:


Die Schmetterlinge e. V.
Selbsthilfeorganisation für Kinder mit Schilddrüsenerkrankungen
Frau Kirsten Wosniack
Langeoogweg 7
45149 Essen
Telefon/Telefax ab 14.00 Uhr: 0201 8718451
Telefon von 7.20 Uhr bis 11.40 Uhr: 0201 1832411
Telefax von 7.20 Uhr bis 11.40 Uhr: 0201 183932411
E-Mail: info@die-schmetterlinge.de
oder kirsten.wosniack@uni-essen.de
www.die-schmetterlinge.de



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