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 Die Inhaltsübersicht


- Buch macht Mut bei Multipler-Sklerose
Betroffener Rudolf Bertlwieser erzählt seine Lebensgeschichte
- Impfstoff gegen Multiple Sklerose wird in Amerika getestet
Experten warnen vor zu hohen Erwartungen
- Medikament gegen MS: Neue Studie abgeschlossen -
Die Vorteile von Natalizumab sollen doch überwiegen
- 15,6 Mio. Dollar für Multiple Sklerose Forschung
Vier Forscherteams erhalten Unterstützung für fünf Jahres-Projekt
- Gendefekt beeinflusst Verlauf von Multipler Sklerose -
Höheres Risiko bei Veränderung im Gen für das Signalmolekül PD-1
-
Multiple Sklerose mit Ultraschall noch besser erforschen
-
Die Zahl MS-kranker junger Menschen steigt rasant
- Hoffnung auf einen einfachen Bluttest für Multiple Sklerose
-
"Verräterzellen" bei Multipler Sklerose entlarvt
Schweizer Forscher ebnen Zukunft für neue Therapien

- Zusammenhang Multiple Sklerose und Hormone erforscht
-
Geburtsmonat beeinflusst MS-Risiko
- Kein Hinweis für eine Verlangsamung der Progression bei Multipler Sklerose (MS) durch Glatiramer-Acetat
- Multiple-Sklerose-Studie bestätigt die Vorteile eines hoch dosierten, hoch frequenten Beta-Interferon-Regimens und die Risiken, auf niedrig dosierte Regimen umzusteigen
-
Vorsichtiger Optimismus: Statine gegen MS
- Erstes "Institut für MS-Forschung" in Deutschland eröffnet
- Musiktherapie:
Hoffnung für MS-Kranke

 
 

Buch macht Mut bei Multipler-Sklerose
Betroffener Rudolf Bertlwieser erzählt seine Lebensgeschichte

Wien - 16.03.2006 - Multiple Sklerose (MS) ist eine heute noch unheilbare Krankheit. Moderne Therapien können den Verlauf jedoch bremsen und den Betroffenen gute Lebensqualität bieten. Weltweit sind 2,5 Mio. Menschen von dieser Erkrankung betroffen, in Österreich sind es 9.000. Rudolf Bertlwieser erzählt in seiner Autobiografie "Trotzdem - die MS, mein Schnurrbart und ich" seine Geschichte. Er will damit Menschen, die an MS oder einer anderen chronischen Erkrankung leiden, genauso wie deren Angehörigen und Pflegenden, Mut machen. "Dieses Buch wird nicht nur MS-Patienten, sondern auch gesunde Menschen motivieren, ihre Probleme aus einer neuen eigenverantwortlichen Perspektive konstruktiver zu sehen", meint Dietmar Bibl, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und behandelnder Mediziner von Bertlwieser im Vorwort des neuen Buches.


Das Leben von Bertlwieser, Jahrgang 1957, schien vorgezeichnet: In einer Großfamilie im Mühlviertel aufgewachsen, sollte er als einziger Sohn das Transport- und Lebensmittelgeschäft seiner Eltern übernehmen. Der junge Mann feiert sportliche Erfolge und wird unter anderem zur Junioren-Weltmeisterschaft im Judo in Brasilien nominiert. 1979 unterzeichnet er einen Vertrag als Profi-Fußballer bei einem Bundesliga-Verein. Doch 1980 schlägt das Schicksal wie aus heiterem Himmel erstmals zu: Nach einer Blinddarmoperation kann er zunächst seine Beine nur unzureichend bewegen, unmittelbar danach folgt eine komplette Lähmung von der Taille abwärts. Zunächst nehmen die Ärzte eine Entzündung des Rückenmarks als Ursache an. Ein hinzu gezogener Neurologe äußert jedoch erstmals den vagen Verdacht auf MS. Ein Verdacht, der zunächst nicht erhärtet wird. Bertlwieser soll - so die Absicht der Ärzte - auf ein Leben im Rollstuhl vorbereitet werden. Der junge Mann widersetzt sich mit aller Kraft seinem Schicksal und trainiert mit eisernen Willen und vollem Einsatz. Zwei Jahre später schafft er es wieder zu gehen und ein normales Leben führen - Sport inklusive.

In den folgenden Jahren geht das Leben einen durchaus friedlichen Gang: Bertlwieser schließt eine Ausbildung im Fach Maschinenbau ab, zwei Söhne kommen zur Welt. Diese Beschaulichkeit wird jedoch 1995 - nach einer Zeit, in der es immer wieder zu diversen Beschwerden gekommen war - jäh unterbrochen. Er erhält die Diagnose: Multiple Sklerose. "Das war wie eine Explosion in meinem Kopf", sagt Bertlwieser, "denn damit hatte ich nicht gerechnet." Aber neuerlich siegt der ungebremste Lebenswille: Bertlwieser will es schaffen, mit der Krankheit fertig zu werden, wieder einen Tiefschlag überwinden. "Ich habe mir ganz einfach gesagt: Du hast unbedingtes Vertrauen in dich selbst, in deinen Arzt, in die Medizin. Zu dieser Zeit hat sich bei mir die Einstellung verfestigt, dass es an mir liegt, wie ich mit der Krankheit lebe und mit ihr umgehe", sagt Bertlwieser rückblickend. "Ich wollte ganz einfach auch für meine Familie stark sein."

Therapien, Kuraufenthalte, und ständiges Bewegungstraining gehören ab diesem Zeitpunkt zum Leben von Bertlwieser. Es gelingt ihm, mental einen "Waffenstillstand mit seiner Krankheit" zu schließen, sie als Teil seines Lebens zu betrachten. "MS gehört zu mir wie mein Schnurrbart", so der Patient. "Diese Erkenntnis hat mich gelehrt, meine Energien wieder vermehrt in mein Leben und weniger in meine Krankheit zu investieren."

"Es geht darum, das Leben aktiv in die Hand zu nehmen und nach besten Möglichkeiten zu gestalten", schreibt der Neurologe Franz Fazekas im Vorwort. Dies sei ein wichtiger Schritt zu Glück und Zufriedenheit - auch wenn dies nicht immer leicht sei, auch oder gerade bei chronischen Erkrankungen. "Dem Autor gelingt es in beeindruckender Weise, diese Lebenseinstellung zu vermitteln und seine Worte haben Gewicht, weil sie auf eigenen Erfahrungen beruhen. Damit macht er uns Mut, vor allem auch Menschen mit MS - und dafür möchte ich ihm danken", so der Wissenschaftler.

"TROTZDEM - Die MS, mein Schnurrbart und ich", von Rudolf Bertlwieser/Helga Groiss ist Eigenverlag erschienen. Bestellungen ausschließlich über pr&mehr, Ruth Mayrhofer, Tel. +43 664 264 36 31, Fax: +43 1 269 09 08-88, E-mail: ruth.mayrhofer@apanet.at

Quelle: pte

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Impfstoff gegen Multiple Sklerose wird in Amerika getestet
Experten warnen vor zu hohen Erwartungen

Woodlands - 09.03.2006 - Das Pharmaunternehmen PharmaFrontiers
http://www.pharmafrontiers.net plant Tests mit einem neuen maßgeschneiderten Impfstoff gegen Multiple Sklerose an 100 Patienten. Dieser neue Impfstoff enthält inaktive myelinspezifische T-Zellen, die im Immunsystem vorkommen. Für die Herstellung des Impfstoffs wird dem Patienten eine Blutprobe abgenommen und die Zellen extrahiert. Sie werden anschließend im Labor vervielfacht und mit Strahlung behandelt, bevor sie den Patienten wieder injiziert werden. Das Immunsystem des Körpers erkennt die veränderten T-Zellen als beschädigt und greift sie so an wie es auch bei einem konventionell hergestellten Impfstoff der Fall sein würde. Frühere Tests haben gezeigt, dass in manchen Fällen alle diese Zellen nach der Injektion vernichtet wurden. Das Immunsystem greift aber auch nicht beschädigte Zellen der gleichen Art an, da sie an ihrer Oberfläche über die gleichen Marker verfügen.

Bei einem Test mit 15 Patienten verringerte der Impfstoff die Häufigkeit, in der die Krankheit erneut auftrat, um bis zu 92 Prozent. Für die aktuelle Studie werden die Ergebnisse von 100 geimpften Teilnehmern, die an der rezidivierend-remittierende Form von MS leiden, mit jenen von 50 nicht geimpften Patienten verglichen. David McMillan von PharmaFrontiers erklärte, dass es nach der Bestätigung früherer Ergebnisse möglich sein könnte, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder überhaupt zu stoppen. Wäre das der Fall, sollte der Impfstoff so früh wie möglich nach der Diagnose verabreicht werden. Das Unternehmen gibt laut http://www.newscientist.com an, dass der Impfstoff nur vier Mal im Jahr verabreicht werden müsste.

MS-Experten wie Richard Rudick vom Mellen Center for Multiple Sclerosis http://www.clevelandclinic.org/mellen haben diese Initiative begrüßt und gleichzeitig vor übertriebenen Hoffnungen gewarnt. Alle Tests mit Impfstoffen gegen Multiple Sklerose seien in der Vergangenheit gescheitert.

Quelle: pte
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Medikament gegen MS: Neue Studie abgeschlossen -
Die Vorteile von Natalizumab sollen doch überwiegen

Boston - 03.03.2006 - Ein Medikament gegen Multiple Sklerose, das von den Herstellern Biogen Idec und Elan Pharmaceuticals nach Komplikationen bei Patienten freiwillig vom Markt genommen worden ist, soll jetzt in einer neuen Studie deutliche Vorteile bei der Verlangsamung des Krankheitsverlaufes ermöglicht haben. Natalizumab, das als Tysabri auf dem Markt war, verringerte das Risiko eines anhaltenden Fortschreitens der Behinderung um 42 Prozent. An der Studie des Caritas-St. Elizabeth's Medical Center http://www.semc.org nahmen rund 1.000 Patienten teil. Die Ergebnisse der zwei Jahre dauernden Studie wurden im New England Journal of Medicine http://content.nejm.org veröffentlicht. Das im Jahr 2001 gestartete Forschungsvorhaben wurde von einem der Hersteller des Medikaments, dem Pharmaunternehmen Biogen Idec, http://www.biogen.com finanziell unterstützt.

Die aktuelle Studie ergab ebenfalls, dass sich die Häufigkeit der klinischen Rückfälle mit Natalizumab um 68 Prozent verringerte. Laut dem Wissenschafter Allan Ropper erreichen vergleichbare Medikamente, die sich derzeit auf dem Markt befinden, eine Reduzierung um rund ein Drittel. Eine weitere Studie mit mehr als 3.000 Teilnehmern, die gleichzeitig veröffentlicht wurde, geht davon aus, die Wahrscheinlichkeit bei 1 zu 1.000 liegt, dass Patienten mit Natalizumab an einer potenziell tödlichen progressiven Leukoenzephalopathie (PML) erkranken. Mögliche Risiken einer Langzeiteinnahme mit einer Dauer von über 18 Monaten wurden nicht erforscht.

Drei Patienten, die das Medikament in verschiedenen Testreihen einnahmen, zwei im Rahmen einer MS-Studie und einer, der gegen eine Entzündung des Verdauungstraktes behandelt wurden, erkrankten an PML. Zwei der Betroffenen starben in der Folge. Biogen Idec stoppte daraufhin im Februar 2005 sowohl die Vermarktung als auch die klinischen Tests mit Natalizumab. Die US-Bundesbehörde zur Überwachung von Nahrungs- und Arzneimitteln hatte das Medikament im November 2004 für die Behandlung der rezidivierenden Formen von Multipler Sklerose zugelassen.

Quelle: pte

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15,6 Mio. Dollar für Multiple Sklerose Forschung
Vier Forscherteams erhalten Unterstützung für fünf Jahres-Projekt

New York - 11.08.2005 - Insgesamt 15,6 Mio. Dollar haben vier Forscherteams in den USA und in Europa zur Erforschung der multiplen Sklerose (MS) von der National Multiple Sclerosis Society erhalten. Die Organisation erwartet sich innerhalb der kommenden fünf Jahre bahnbrechende Erkenntnisse in der MS-Forschung, die vor allem auch eine echte Heilung der Nervenkrankheit.

Zu den Forscherteams zählen Wissenschaftler der Johns Hopkins University, der University of Wisconsin in Madison, sowie den beiden britischen Wissenschaftsschmieden, die Cambridge University und das University College London. Das sei ein neuer Schritt in der Erforschung und Bekämpfung der MS, meinte der Mediziner John Richert, der Vize-Präsident des Research & Clinical Programs der National MS Society http://www.nationalmssociety.org . Die Wissenschaftler suchen nach Wegen, die Myelinschicht, das ist jene Schicht, die die Nervengewebe schützt, und die bei MS beschädigt ist, wieder aufzubauen. Damit soll auch Patienten, die bereits an MS-Folgen leiden, geholfen werden. Die Forscher arbeiten auch an der Entwicklung von protektiven Systemen, die eine Zerstörung schon vorab verhindern sollen.

Jede Stunde erhält ein US-Amerikaner von einem Mediziner die Nachricht, dass er an MS leidet. Die Erkrankung ist nicht vorhersehbar. Die meisten Diagnosen betreffen Patienten zwischen 20 und 50 Jahren. Mehr als doppelt so oft sind Frauen davon betroffen. Die MS Society schätzt die Zahl der Patienten in den USA auf 400.000, global auf mehr als 2,5 Mio. Bis 2010 soll sich die Situation der MS-Patienten wesentlich ändern, berichtet die National MS-Society.

Die von der National MS Society aufgestellten "Dreamteams" sind keine Neulinge auf dem Gebiet der MS-Forschung: Das Team um Peter Calabresi von der Johns Hopkins University sucht nach besseren Weg um die Schäden nach einem MS-Schub zu identifizieren. Darüber hinaus suchen die Forscher nach besseren Schutzmechanismen und Substanzen, die das Nervensystem schützen. Gavin Giovannoni und sein Team vom University College in London wollen Zellen zu Transportmitteln umbauen, um Reparaturmoleküle zu den verletzten Stellen zu bringen. Ian Duncan und sein Team von der University of Wisconsin arbeiten an einer Methode zum genaueren Magnetresonanz-Screening für die Myelinschicht.

Quelle: pte

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Gendefekt beeinflusst Verlauf von Multipler Sklerose -
Höheres Risiko bei Veränderung im Gen für das Signalmolekül PD-1

Würzburg (pte) - 07.06.2005 - Wissenschaftler der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg http://www.uni-wuerzburg.de haben eine wesentliche Entdeckung auf dem Gebiet der Erforschung der Multiplen Sklerose gemacht. Sie haben entdeckt, dass eine Veränderung im Gen für das Signalmolekül PD-1 mit einem höheren Risiko für eine rasch voranschreitende Verlaufsform der Multiplen Sklerose (MS) assoziiert ist, berichten sie im Fachmagazin "Annals of Neurology".

Die Verlaufsform von MS ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Bei manchen tritt die Krankheit nur in Ansätzen auf, bei anderen dagegen ist die Symptomatik stark ausgeprägt und läuft sehr schnell ab. Wissenschaftler sind daher auf der Suche nach spezifischen Merkmalen oder Markern, mit denen dieses Risiko besser vorhersehbar wird. Die Teams von Heinz Wiendl und Mathias Mäurer von der Klinischen Forschungsgruppe Multiple Sklerose und Neuroimmunologie von der Neurologischen Klinik der Uni Würzburg http://www.klinik.uni-wuerzburg.de haben bei Blutuntersuchungen von rund 1.000 MS-Patienten festgestellt, dass diejenigen Patienten, die diese genetische Veränderung hatten, häufiger an einer ungünstigen Verlaufsform der Krankheit leiden.

Mit weiteren Experimenten haben die Forscher auch die Folgen der genetischen Abweichung geklärt: Normalerweise hat das Signalmolekül PD-1 im Organismus eine entzündungshemmende Wirkung. Es unterdrückt darüber hinaus die Aktivität der T-Lymphozyten, die bei Autoimmunkrankheiten wie der MS eine Rolle spielen. Beide Funktionen sind jedoch im Falle der MS-Patienten, bei denen die Genveränderung nachgewiesen wurde, gestört.

Damit ist es den Wissenschaftlern gelungen, einen Biomarker zu finden, der vielversprechend für MS-Patienten ist. "Eine Testung auf die Genveränderung und das damit einhergehende Risiko eines schneller voranschreitenden Krankheitsverlaufs könnte zukünftig auch Auswirkungen auf die Patientenberatung und die Therapiegestaltung bekommen", erklärt Wiendl. Weitere Untersuchungen sollen im Detail klären, wie die Genveränderung mit den krankhaften Vorgängen bei der MS in Verbindung steht.


Quelle: pressetext.deutschland

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Multiple Sklerose mit Ultraschall noch besser erforschen

30.05.2005 - Bei der Multiplen Sklerose dringen Entzündungszellen ins Gehirn ein. Das ist der entscheidende Schritt dafür, dass im Verlauf dieser Krankheit Hirngewebe zerstört wird. Wissenschaftler von der Uni Würzburg verfügen über ein neues Ultraschallverfahren, mit dem sie nicht nur diese unerwünschte Einwanderung von Zellen, sondern generell die Entstehung der Krankheit noch besser erforschen können.

Mit ihrer bildgebenden Methode haben die Forscher von der Neurologischen Klinik bereits diejenigen Moleküle sichtbar gemacht, die für das Eindringen der Entzündungszellen ins Gehirn verantwortlich sind. Dies gelang ihnen am Tiermodell der "experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis", einer Erkrankung, die als Modell für die Erforschung der Multiplen Sklerose dient.

Möglich wurde dieser Fortschritt durch die Zusammenarbeit mit der Ultraschallentwicklungsabteilung der Schering AG (Berlin). Dabei entstand ein neuartiges Ultraschall-Kontrastmittel, in dem Antikörper an winzige, luftgefüllte Bläschen gekoppelt sind. "Die Antikörper erkennen krankheitsrelevante Moleküle, setzen sich an ihnen fest und markieren sie mit den Bläschen. Diese können wir dann durch Ultraschall sichtbar machen", erklärt der Neurologe Mathias Mäurer.

Die Ergebnisse dieser experimentellen Studie wurden jetzt im US-Fachjournal "Neuroimage" veröffentlicht. Die neue Technologie sei im Hinblick auf die molekulare Ultraschall-Bildgebung bei entzündlichen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems als Meilenstein zu bewerten, sagt der Würzburger Forscher. Die von ihm geleitete Arbeitsgruppe will das Verfahren jetzt zur Abbildung von krankheitsrelevanten Molekülen weiter nutzbar machen. Langfristig soll hierdurch das Wissen über die Entstehung der Multiplen Sklerose vermehrt werden.

Bildgebende Verfahren zielten früher vor allem darauf ab, die Anatomie von Gewebestrukturen möglichst genau wiederzugeben. Heute stehen andere Ziele im Vordergrund: Beim so genannten "Molecular Imaging" geht es darum, einzelne Moleküle - zum Beispiel Proteine - oder Stoffwechselvorgänge im Gewebe sichtbar zu machen.

Die Anforderungen an solche Verfahren sind hoch. Die Methoden müssen sehr empfindlich und zielgenau sein sowie eine möglichst große räumliche Auflösung liefern. Vor allem aber müssen sie den Forschern die Möglichkeit geben, die Bildsignale zu quantifizieren, also beispielsweise eine bestimmte Sorte von Molekülen nicht nur sichtbar zu machen, sondern auch ihre Menge exakt zu bestimmen. Den Würzburger Neurologen zufolge erfüllt das neue Ultraschallverfahren all diese Anforderungen.

Reinhardt M., Hauff P., Linker R.A., Briel A., Gold R., Rieckmann P., Becker G., Toyka K.V. Mäurer M., Schirner M.: "Ultrasound derived imaging and quantification of cell adhesion molecules in experimental autoimmune encephalomyelitis (EAE) by Sensitive Particle Acoustic Quantification (SPAQ)", Neuroimage 2005, online publiziert am 17. Mai 2005.

Quelle: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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Die Zahl MS-kranker junger Menschen steigt rasant

Rom - 18.05.2005 - Bereits 50 Prozent der Patienten, die unter Multipler Sklerose leiden, sind Jugendliche. 48 Prozent der Erkrankten sind zwischen 20 und 40 Jahren alt. Jährlich werden durchschnittlich vier junge Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren von der Krankheit heimgesucht, von der tendenziell mehr Frauen als Männer betroffen sind. Denn auf zwei erkrankte Frauen kommt nur ein erkrankter Mann. Das sind die aktuellen Zahlen, die heute, Dienstag, vom derzeit in Rom stattfindenden Kongress der Associazione Italiana Sclerosi Multipla (AISM) http://www.aism.it bekannt gegeben wurden.

Als Reaktion auf die steigende Zahl der jungen Betroffenen hat die AISM unter dem Titel "Junge Menschen gegen MS" ein spezielles Programm ins Leben gerufen, das auf die Bedürfnisse der Betroffenen mit eigenen Services und lokalen und nationalen Einrichtungen eingeht. Das Programm dauert drei Jahre und rüstet junge Erwachsene mit wichtigen Tipps und Wissen über den Umgang und die Problembewältigung mit den von der Krankheit ausgelösten Schwierigkeiten aus. Dadurch sollen ausgehend vom Zeitpunkt der Diagnose über den ganzen Verlauf der Erkrankung die betroffenen Jugendlichen bei der Arbeit, in der Familie oder in der Partnerschaft unterstützt werden.

Die Experten geben am Kongress ebenfalls bekannt, dass sie innerhalb von zehn Jahren damit rechnen, dass die wissenschaftliche Erforschung des Krankheitsbildes soweit vorangeschritten ist, dass MS besiegt werden kann. "Dank der Forschung werden wir bald die komplexe zugrunde liegende biologische Krankheitsgenese entschlüsselt haben, die das Nervensystem zerstört. Der derzeitige Stand der Forschung belegt, dass wir bereits immense Fortschritte sowohl im pharmakologischen Bereich als auch bei der Unterstützung der Patienten und der Verbesserung ihrer Lebensqualität gemacht haben", erklärte die international renommierte Neurologie-Expertin Rita Levi Montalcini.

Quelle: pte
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Hoffnung auf einen einfachen Bluttest für Multiple Sklerose

Winston-Salem (pte, 15. Mär 2005 12:45) - Wissenschafter der Wake Forest University http://www.wfu.edu haben nachgewiesen, dass Patienten mit wiederkehrender Multipler Sklerose in ihrem Blut über ein charakteristisches Proteinmuster verfügen. Es ist daher denkbar, dass in Zukunft ein einfacher Bluttest für die Diagnose Multipler Sklerose entwickelt werden kann. Derzeit wird MS durch eine Kombination von Scans, Tests und einer Untersuchung des Körpers festgestellt. Die Diagnose an sich kann schwierig sein. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Molecular Neuroscience veröffentlicht.


Bild: photoCase

Das Team verglich Blutproben von 25 mit wiederkehrender Multipler Sklerose diagnostizierten Patienten mit den Proben von 25 gesunden Personen. Diese durch wiederkehrende Schübe charakterisierte Form der Erkrankung ist am häufigsten verbreitet. Es zeigte sich laut BBC, dass die MS-Patienten über ein anderes Muster der Proteine und der Peptide verfügten. Der leitende Wissenschafter Jagannadha Rao Avasarala erklärte, dass man bei der MS-Gruppe ein charakteristisches Muster nachgewiesen habe, das die Existenz von drei Markern zeigte. Ausgehend von dieser Erkenntnis sollte ein Bluttest entwickelt werden können, der bereis frühe Veränderungen erkennbar macht und so bei der Diagnose hilft. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass ein einzelner Marker für die Diagnose nicht ausreichen werde. Die Suche nach einem Muster bei mehreren Markern sei daher sinnvoll. Die Wissenschafter verknüpften die Verfahren der kombinierten Massenspektronomie mit einer hoch spezialisierten Software zur Erkennung der Proteinmuster.


Quelle: pressetext.austria
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"Verräterzellen" bei Multipler Sklerose entlarvt

Schweizer Forscher ebnen Zukunft für neue Therapien

28.02.2005  - Wissenschaftlern der Universität Zürich http://www.unizh.ch ist ein wesentlicher Schritt in der Erforschung der Multiplen Sklerose (MS) gelungen: Sie haben die verantwortlichen Zellen für die Immunattacken an der Blut-Hirn-Schranke entlarvt, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Medicine http://www.nature.com . Bei Multipler Sklerose greift das Immunsystem nämlich Strukturen im Gehirn wie einen Fremdkörper an und richtet so schwere Schäden an.

MS ist die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und ist bis jetzt nicht heilbar. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass eine fatale Abwehrreaktion bei den MS-Patienten die Erkrankung auslöst: Das Immunsystem stuft Strukturen im Gehirn als Fremdkörper ein und greift diese an. Die Folge sind Entzündungen in Gehirn und Rückenmark, die bei den Betroffenen zu erheblichen Behinderungen wie etwa Lähmungen führen können.

Verantwortlich für die Immunattacke auf das Gehirn ist eine bestimmte Sorte von weißen Blutzellen, die Helfer-T-Zellen. Bisher war unklar, wie es diesen Immunzellen gelingt, Strukturen im Gehirn zu erkennen. Dem Wissenschaftsteam um den Neuroimmunologen Burkhard Becher von der Universität Zürich ist es nun gelungen, "Verräterzellen" zu identifizieren, die den autoaggressiven Immunzellen den Weg weisen. Die "dendritische Zellen" genannten Verräter leben an der Blut-Hirn-Schranke. Die Forscher haben dadurch die unter MS-Forschern verbreitete Ansicht widerlegt, dass bestimmte Gehirnzellen als Verräter agieren.

Die Arbeit zeigt, dass dendritische Zellen für die Krankheitsentstehung bei MS absolut notwendig sind. "Ohne Verräter können die Täterzellen des Immunsystems ihr Opfer in Gehirn und Rückenmark nicht erkennen", so Becher. Das Ziel ist nun, die Verräterzellen so zu manipulieren, dass das irregeleitete Immunsystem das Gehirn zukünftig ignoriert. Die neuen Erkenntnisse werden auch Auswirkungen auf die Erforschung und Behandlung anderer Gehirnerkrankungen wie Alzheimer oder Hirntumore haben.


Quelle: pressetext.schweiz
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Bei Multiple Sklerose greift das Immunsystem Strukturen im Gehirn wie einen Fremdkörper an und richtet so schwere Schäden an. Forschern der Universität Zürich ist es gelungen, bislang unbekannte "Verräterzellen" an der Blut-Hirn-Schranke zu identifizieren, die dem Immunsystem die Angriffspunkte im Gehirn zeigen. Die Arbeit wird am 27. Februar 19:00 Uhr in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" publiziert. Sie ist ein wichtiger Schritt für eine mögliche Bekämpfung der Multiple Sklerose, aber auch anderer Gehirnerkrankungen wie Alzheimer oder Tumoren. ACHTUNG: SPERRFRIST BIS 27. FEB., 19:00 UHR! Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems und kann bislang nicht geheilt werden. Die heimtückische Krankheit trifft meistens junge Erwachsene. Alleine in der Schweiz leben über 10'000 MS-Patienten, in Deutschland sind es rund 120?000. Forscher gehen heute davon aus, dass eine fatale Abwehrreaktion bei den MS-Patienten die Erkrankung auslöst: Das Immunsystem stuft Strukturen im Gehirn als Fremdkörper ein und greift diese an. Die Folge sind Entzündungen in Gehirn und Rückenmark, die bei den Betroffenen zu erheblichen Behinderungen führen können.

Verantwortlich für die Immunattacke auf das Gehirn ist eine bestimmte Sorte von weißen Blutzellen (Helfer-T-Zellen). Bislang war unklar, wie es diesen Immunzellen gelingt, Strukturen im Gehirn zu erkennen. Der Forschergruppe von Prof. Burkhard Becher an der Universität Zürich ist es nun gelungen, "Verräterzellen" zu identifizieren, die den autoaggressiven Immunzellen den Weg weisen. Die "dendritische Zellen" genannten Verräter leben an der Blut-Hirn-Schranke. Die Zürcher Neuroimmunologen haben dadurch die unter MS-Forschern verbreitete Ansicht widerlegt, dass bestimmte Gehirnzellen als Verräter agieren.

Die Arbeit erscheint am 27. Februar 19:00 Uhr in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" (Sperrfrist unbedingt beachten). Sie zeigt, dass dendritische Zellen für die Krankheitsentstehung bei Multiple Sklerose absolut notwendig sind. "Ohne Verräter können die Täterzellen des Immunsystems ihr Opfer in Gehirn und Rückenmark nicht erkennen", erklärt Burkhard Becher. Das Ziel ist nun, die Verräterzellen so zu manipulieren, dass das irregeleitete Immunsystem das Gehirn zukünftig ignoriert. Die neuen Erkenntnisse werden auch Auswirkungen auf die Erforschung und Behandlung anderer Gehirnerkrankungen wie Alzheimer oder Hirntumore haben.

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Zusammenhang Multiple Sklerose und Hormone erforscht:
Östrogen und Testosteron spielen entscheidende Rolle


18.01.2005 - Anormale Hormonwerte könnten eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Multipler Sklerose spielen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Universität La Sapienza http://www.uniroma1.it gekommen. Die Wissenschafter untersuchten die Hormonwerte von 25 Männern und 35 Frauen mit Multipler Sklerose sowie von 36 gesunden Personen. Frauen mit niedrigen Testosteronwerten wiesen eine größere Schädigung des Gehirngewebes auf. Bei erkrankten und gesunden Männern konnte kein Unterschied bei den Testosteronwerten festgestellt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry http://jnnp.bmjjournals.com veröffentlicht.

Es ist bekannt, dass doppelt so viele Frauen wie Männer an Multipler Sklerose erkranken. Während der Schwangerschaft ist die Krankheit deutlich weniger ausgeprägt. Das legt nahe, dass Hormone bei ihrem Verlauf eine Rolle spielen. Für die aktuelle Studie verglichen die Forscher unter der Leitung von Carlo Pozzilli die Werte einer Reihe von Hormonen. Die Teilnehmer waren durchschnittlich 32 Jahre alt. Die MS-Patienten litten durchschnittlich seit sechs Jahren an der wiederkehrenden Form der Erkrankung. Die Frauen wurden während beider Phasen des menstrualen Zyklus getestet, um Hormonschwankungen gerecht zu werden. Keine der Frauen nahm die Pille. Alle verfügten über einen normalen Zyklus. Von allen Teilnehmern wurden MRI-Scans erstellt, um Gehirnbereiche mit Gewebeschäden und Entzündungen sichtbar zu machen.

Es zeigte sich, dass Frauen mit MS während ihres gesamten Zyklus über geringere Mengen des männlichen Hormons Testosteron verfügten als gesunde. Die MS-Gruppe wies ebenfalls mehr Läsionen auf, die durch die Entzündung während der rezidiven Phase der Erkrankung verursacht werden. Es gab innerhalb dieser Gruppe einige Frauen mit vergleichsweise hohen Testosteronwerten. Diese Frauen zeigten eher Anzeichen von irreversiblen Gewebeschäden, die eher in der Phase auftreten, in der das Gewebe nicht entzündet ist. Die Männer mit den höchsten Werten des weiblichen Hormons Östradiol litten unter den größten Schädigungen des Gehirngewebes. Keines der anderen untersuchten Hormone schien, laut BBC, einen Einfluss auf die Ergebnisse zu haben.


Quelle: Pressetext.Austria

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Geburtsmonat beeinflusst MS-Risiko

07.12.2004 - Das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, schwankt im Jahreslauf. Entsprechende Resultate präsentiert eine internationale Forschergruppe im "British Medical Journal". In den von ihnen betrachteten Bevölkerungen war das Erkrankungsrisiko für im Mai Geborene deutlich erhöht, für im November Geborene dagegen deutlich reduziert.

Auch sind die jahreszeitlichen Schwankungen umso stärker, je häufiger die Entzündung des Nervensystems in den jeweiligen Ländern auftritt, berichten die Forscher um George Ebers von der University of Oxford. "Dies lässt vermuten, dass der jahreszeitliche Effekt mit die Prävalenz beeinflussenden Umweltfaktoren in Verbindung stehen könnte", schreiben sie in einem online veröffentlichten Artikel. Einer dieser Faktoren sei vielleicht die Menge an Sonnenlicht, der Schwangere bzw. Säuglinge ausgesetzt seien, und damit auch die Menge des von ihnen produzierten Vitamin D.

Ebers und Kollegen analysierten Daten von über 29.000 kanadischen und britischen MS-Patienten. Als Vergleichsgruppe dienten die Allgemeinbevölkerung der Länder bzw. nicht erkrankte Geschwister der Patienten. In Kanada waren im Monat November 9 Prozent, in Großbritannien sogar 11 Prozent weniger künftige MS-Patienten geboren worden als erwartet. Umgekehrt waren auf den britischen Inseln im Mai 18 Prozent mehr künftige MS-Patienten geboren worden als erwartet. Am stärksten war der Effekt in Schottland, jener Region Großbritanniens mit den höchsten Erkrankungszahlen.

Betrachteten die Mediziner zusätzlich dänische und schwedische Patienten, zeichnete sich der jahreszeitliche Effekt noch deutlicher ab. "Diese Daten von in der nördlichen Hemisphäre geborenen MS-Patienten zeigen, dass im Mai Geborene ein 13 Prozent höheres Erkrankungsrisiko aufweisen als im November Geborene", schreiben sie. Dieser Befund stütze die Theorie, dass Umweltfaktoren während der Schwangerschaft und unmittelbar nach der Geburt die Entwicklung von Immun- bzw. Nervensystem und damit das Risiko einer Multiplen Sklerose im Erwachsenenalter beeinflussten.


Forschung: Cristen J. Willer, Department of Biostatistics, University of Michigan, Ann Arbor; George C. Ebers, Department of Clinical Neurology, Radcliffe Infirmary, University of Oxford; und andere

Online-Veröffentlichung British Medical Journal, 7. Dezember 2004, DOI 10.1136/bmj.38301.686030.63


Quelle: Scienceticker

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Kein Hinweis für eine Verlangsamung der Progression bei Multipler Sklerose (MS) durch Glatiramer-Acetat

02.11.2004 - In der dieswöchigen Ausgabe von Lancet Neurology wurde Glatiramer-Acetat, bekannt als Copaxone(R), in einem unabhängigen Review-Artikel neu bewertet.  Der systematische Review, genannt Cochrane-Review, durchgeführt von Dr. Luca Munari und Kollegen, stellt den Nutzen in Frage, wie er in früheren, von der Industrie herausgegebenen Veröffentlichungen deklariert wurde.

Ein überzeugender Nutzen hinsichtlich der Beschwerden und eine
Wirkung auf den Anteil der Patienten, die während der Behandlung frei
waren von akuten Krankheitsschüben, konnte nicht gezeigt werden,
"Glatiramer-Acetat wird heute routinemässig gegen MS verschrieben,
und es ist das am schnellsten wachsende Produkt in seinem Markt.
Jedoch zeigte unser systematischer Review von allen randomisierten
kontrollierten Studien von Glatiramer-Acetat nur wenig Anhaltspunkte,
die für eine Anwendung des Medikaments bei MS-Patienten sprechen",
bemerkte Dr. Luca Munari von Italiens Azienda Ospedaliera Niguarda
Ca' Granda.

Diese die Wirksamkeit in Frage stellenden Feststellungen könnten
für viele Anwender von Capaxone überraschend sein. Die meisten
kanadischen MS-Patienten und Ärzte wissen nichts von diesen frühen
Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit von Copaxone, obwohl die FDA,
die oberste US-amerikanische Gesundheitsbehörde, welche 1996 den
Antrag für Produktzulassung (product license application) bearbeitet
hatte, sich über das "data-dredging" (Ausbaggern von Daten) in der
sponsoreigenen Datenanalyse besorgt gezeigt hatte. Die Behörde gab
dann zu, dass die Behandlung nur eine sehr geringe Wirkung zeigt,
erteilte aber die Zulassung.

Die Cochrane-Reviews werden heute für neue Arzneimittel zur
Behandlung der Multiplen Sklerose verwendet. In Anbetracht der
Tatsache, dass kanadische Neurologen im letzten Jahr diese neuen
Arzneimittel im Wert von 150 Millionen Dollar verschrieben haben, ist
es geboten, dass Wissenschaftler ohne finanzielles Interesse die
entsprechenden Behandlungsansprüche genau überprüfen.

"Kanadische Dollar, die für die Gesundheitsversorgung ausgegeben
werden, sind sehr kostbar. Wir müssen fortfahren, die von der
Pharmaindustrie deklarierten Behandlungsansprüche genau zu
untersuchen und klinische Studien zu konzipieren, die auf den
Fehltritten früherer Studien aufbauen", sagt Dr. George Rice,
Neurologe und Direktor der MS-Klinik am London Health Sciences
Hospital in London, Ontario.

Die Cochrane-Kollaboration versucht, aus allen publizierten und
nicht publizierten klinischen Studien den wirklichen Wert eines
gegebenen Wirkstoffs oder einer Behandlung herauszufiltern,
ungeachtet der von der Industrie deklarierten Ansprüche. Die Methode
liegt einfach darin, alle publizierten Beobachtungen zu sammeln, die
Studienmethodik und Qualität zu beurteilen und statistische Analysen
der gesamten Ergebnisse durchzuführen. Die Cochrane-Organisation ist
gemeinnützig und soll Patienten, Ärzten und Zahlenden realistische
Erwartungen liefern über das, was Medikamente bewirken könnten. Die
Anwendung einer strikten Methodik in den Reviews von Cochrane führt
üblicherweise zu einer viel ernüchternderen Interpretation von
Behandlungsansprüchen.

Beta-Interferone werden bei Behandlung der frühen, rezidivierenden
Formen der Multiplen Sklerose weithin eingesetzt. Die Cochrane
-Kollaboration hat diese klinischen Studien in einer Publikation in
Lancet letztes Jahr genau untersucht. Ein einheitlicher Nutzen
hinsichtlich der Progression der Schübe und der Behinderung wurde für
zwei Jahre beschrieben, wofür Daten verfügbar waren. Bedenken wurden
geäussert über die relative kurze Dauer der klinischen Experimente,
welche die Anwendung dieser Art der Behandlung bei einer Krankheit
rechtfertigen sollen, die sich bei den meisten Patienten über 40 oder
50 Jahre hinzieht. Bedenken wurden auch laut bezüglich der
methodischen Probleme, die sich quer durch alle untersuchten Studien
zogen, besonders die Anwendung von starren
"intention-to-treat"-Analysen.

(R) Copaxone ist ein eingetragenes Warenzeichen von Teva
Neurosciences Canada Inc.

ots Originaltext: Oxygen Public Relations Inc

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Multiple-Sklerose-Studie bestätigt die Vorteile eines hoch dosierten, hoch frequenten Beta-Interferon-Regimens und die Risiken, auf niedrig dosierte Regimen umzusteigen

20.07.04 - Patienten mit rezidivierender-remittierender Multipler Sklerose (MS), die mit hoch dosiertem, hoch frequenten Interferon-beta-1b behandelt werden, sollten bei diesem Regimen bleiben und vermeiden, auf niedrig dosiertes, einmal wöchentlich verabreichtes Interferon-beta-1a
umzusteigen, selbst bei Abwesenheit von klinischen oder
MRT-bestätigten Anzeichen einer Krankheitsaktivität. Dies ist die
Schlussfolgerung einer unabhängigen Studie, die in der Ausgabe von
diesem Monat des "peer-reviewed" Journal of the Neurological
Sciences(1) veröffentlicht wurde.

Professor Luca Durelli, Chefarzt, Neurologische Abteilung der
Universität, San Luigi Gonzaga Hospital, Turin, Italien, und leitender Prüfarzt der Studie sagte, "Diese Daten bestätigen eindeutig den klinischen Nutzen von hoch dosiertem, hoch frequentem Beta-Interferon und zeigen die Risiken für MS-Patienten, auf ein niedriger dosiertes Regimen umzusteigen, selbst wenn ihre Krankheit in der Remissionsphase zu sein scheint. Diese Ergebnisse werden das Verschreibungsverhalten bei
MS-Patienten weiter lenken, welche manchmal fragen, ob sie die Anzahl
der Injektionen oder die Dosierung reduzieren können, sobald ihre Krankheit sich in der Kontrolle zu befinden scheint."

Die Dosierungsreduktionsstudie mit Interferon-beta ist der Höhepunkt von fünf Jahren klinischer Forschung. Siebenundzwanzig Patienten, welche Interferon- beta-1b in einer Dosierung von 250 mcg (Betaferon(R)/Betaseron(R) als s.c. Injektion) über drei Jahre erhalten hatten und anhaltend über mindestens zwei Jahre keine Anzeichen von klinischer und per MRT bestätigter Krankheitsaktivität zeigten, wurden randomisiert und setzten entweder die Interferon-beta-1b-Behandlung (14 Patienten) fort, oder reduzierten allmählich ihre Dosis und wechselten auf einmal wöchentlich verabreichtes Interferon-beta-1a in einer Dosierung von 30 mcg (Avonex(R)) über ein Jahr (13 Patienten).

Die Ergebnisse zeigten auch, dass es signifikante klinische Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gab. Nur 23% von denjenigen Patienten, die an dem Interferon- beta-1a-Regimen festhielten, blieben frei von Rezidiven, im Vergleich zu 79% der Patienten, die Interferon-beta-1b erhielten (p=0.006). Weiterhin war die Rezidivrate signifikant höher in denjenigen, die Interferon- beta-1a erhielten (p=0.03), und die Zeit bis zum ersten Rezidiv war signifikant kürzer (p=0.001). Fast ein Viertel (23%) derjenigen, die Interferon-beta-1a erhielten, litten unter anhaltender Krankheitsprogression, im Vergleich zu keinen Patienten, die unter Therapie mit Interferon-beta-1b standen. Die klinischen Ergebnisse wurden durch die Analyse von MRT-Scans bestätigt: die Anzahl Patienten ohne neue Protonendichte/T2-Läsionen war signifikant höher in der Gruppe, die kontinuierlich mit Interferon-beta-1b (77%) behandelt wurde, als in der Gruppe (23%), die mit Interferon-beta-1a behandelt wurde
(p=0.04).

"Am Ende des Nachuntersuchungszeitraums der Studie", sagte Prof. Durelli "wechselten alle 13 Patienten in dem niedrig-dosierten Arm zurück zu einem hoch dosierten, hoch frequenten Interferon-Regimen, weil die Krankheitsaktivität bei den meisten Patienten, welche das Interferon-beta-1a-Behandlungsprogramm erhielten, wiederkehrte".
Trotz des Anstiegs der Verabreichungs-Dosis und -Frequenz erreichten
die meisten Patienten nicht mehr die ursprüngliche völlige Abwesenheit der Krankheitsaktivität (die Krankheitsstabilisierung, die sie vor der Randomisierung auf das niedrig dosierte Interferon-beta-1a-Regimen erzielten), sondern zeigten weiterhin klinische und per MRT-bestätigte Aktivität.

"Unabhängige, "Head-to-head"-Studien, wie z.B. die INCOMIN-Studie,
bestätigen bereits die Überlegenheit von hoch dosierten, hoch frequenten Beta-Interferon-Regimen versus niedriger dosierten, niedriger frequenten Regimen," fügte Prof. Durelli hinzu. "Diese neu publizierten Daten zeigen, dass es sehr wichtig für MS-Patienten ist, mit einem hoch dosierten, hoch frequenten Interferon-Regimen fortzufahren.

Über die Studie

Die Studie wurde angespornt durch die Hypothese, dass, sobald MS
mittels eines hoch dosierten, hoch frequenten Beta-Interferon-Regimens über viele Jahre kontrolliert werden kann, es möglich sein könnte, die nutzbringenden immunologischen und klinischen Effekte von Beta-Interferon mittels niedrigeren Dosen oder weniger häufigen Anwendungen aufrechtzuerhalten.

Patienten mit klinischer und durch MRT-bestätigter stabiler Krankheitsaktivität unter Interferon-beta-1b-Behandlung über mindestens drei Jahre wurden durch Randomisierung einer Gruppe zugeordnet, welche die Interferon-Beta-Dosis und -Anwendungsfrequenz reduzierte, wobei die Patienten auf eine einmal wöchtentlich verabreichte Interferon-beta-1a-Dosis von 30mcg umgestellt wurden und über ein Jahr nachuntersucht wurden.

Klinische und Labor-Messungen wurden alle drei Monate durchgeführt, und ein MRT-Scan wurde nach einem Jahr durchgeführt. Die klinische Evaluierung wurde auf einer "open-label"-Grundlage durchgeführt, MRT-Scans wurden von Neuroradiologen durchgeführt, die hinsichtlich der Behandlung und der klinischen Charakteristika der Patienten vollständig geblindet waren.

Während des Jahres unter Interferon-beta-1a-Therapie verschlechterte sich die klinische Aktivität signifikant, und obwohl sie sich während des nachfolgenden Jahres nach Umstellung auf eine hoch dosierte, hoch frequente Beta-Interferon-Therapie verbesserte, blieb die MRT-Aktivität bei einigen Patienten und erreichte nicht mehr das Stadium einer völligen Abwesenheit der Krankheitsaktivität, das sich nach drei Jahren chronischer Interferon-beta-1b-Behandlung zeigte. Die beeinträchtigte MRT-Antwort war nicht mit dem Auftreten von neutralisierenden Antikörpern gegenüber Interferon assoziiert.

Abschliessende Schlussfolgerung ist, dass die Reduktion der Beta-
Interferon-Dosis und -Frequenz mit verstärkten Anzeichen von klinischer und MRT-bestätigter Krankheitsaktivität assoziiert sein kann. Weiterhin könnte ein Zurückgehen auf hoch dosiertes Interferon nur zu einer Teilverbesserung der Anzeichen der Krankheitsaktivität führen, was auf ein inhärentes Risiko von Praktiken der Dosisreduktion hinweist. Selbst solche Patienten, die geringe Stufen der Krankheitsaktivität zeigen, sollten bei Beta-Interferon mit hoher Dosis und hoher Verabreichungsfrequenz bleiben.

Anmerkung an die Editoren:

Interferon-Beta-1b (Betaferon(R) - Schering) wird als subkutane Injektion von 250 Mikrogramm (8 MIU) an wechselnden Tagen verabreicht. Interferon-Beta-1a Avonex(R) - Biogen) wird einmal wöchentlich als intramuskuläre Injektion von 30 Mikrogramm (6 MIU) verabreicht.

     1) Barbero P, Verdun E, Bergui M et al. High-dose, frequently
       administered interferon beta therapy for relapsing-remitting multiple
       sclerosis must be maintained over the long term: the interferon beta
       dose-reduction study. Journal of the Neurological Sciences 2004;        222: 13-19.

ots Originaltext: Prof. Luca Durelli M.D Chief, Universität von Turin


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Vorsichtiger Optimismus: Statine gegen MS

14.05.2004 - Statine, bekannt als Fettsenker, könnten möglicherweise auch Patienten mit Multipler Sklerose helfen. Das lassen die Resultate einer Pilotstudie vermuten, die US-Mediziner im Fachblatt "The Lancet" vorstellen. Zahl und Volumen der Entzündungsherde im Gehirn sanken während einer sechsmonatigen Behandlung um jeweils etwa 40 Prozent.

Die Mediziner um Inderjit Singh von der Medical University of South Carolina, Charleston, mahnen jedoch zu einer vorsichtigen Interpretation der Resultate. Für die Studie seien Patienten mit schubweise verlaufender Multipler Sklerose ausgewählt worden, bei denen in den drei Monaten vor Behandlungsbeginn aktive Entzündungsherde aufgetreten seien. Der beobachtete Effekt könne daher auch auf das Abklingen von Krankheitsschüben, gewissermaßen die Wiederherstellung des Grundzustandes, zurückgehen.

Singh und Kollegen werteten Kernspin-Aufnahmen von 28 Patienten aus, die täglich 80 Milligramm Simvastatin genommen hatten. Nach Ansicht der Mediziner gibt es nun genügend Anlass für größere und ausgefeiltere Studien. Sollten sich die Statine dabei als sicher und effektiv erweisen, würde dies eine deutliche Verbesserung bedeuten, schreiben sie. Die derzeitigen MS-Medikamente seien nämlich nur eingeschränkt wirksam und teuer und müssten injiziert werden.

Statine hemmen ein Schlüsselenzym der Cholesterinsynthese und senken so den Cholesterinspiegel. Frühere Studien hatten gezeigt, dass die Wirkstoffe auch entzündungshemmende Effekte haben. Einige dieser Effekte könnten auf die sinkenden Spiegel von Cholesterinvorstufen zurückgehen, erläutern Oliver Neuhaus von der Universität Düsseldorf und seine Kollegen in einem begleitenden Artikel. Einige dieser Verbindungen dienten nämlich dazu, Signalproteine in der Zellmembran zu verankern. Mangels "Fettankern" fristeten diese Proteine ein inaktives Dasein im Zellplasma, was wiederum die Aktivierung von Immunzellen verhindern könnte.


Forschung: Timothy Vollmer, Barrow Neurological Institute, St. Joseph's Hospital and Medical Center, Phoenix, Arizona; Inderjit Singh, Medical University of South Carolina, Charleston; und andere

Veröffentlicht in The Lancet, Vol. 363, 15. Mai 2004, pp 1607-8

Quelle: Scienceticker

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Erstes "Institut für MS-Forschung" in Deutschland eröffnet

Gemeinnützige Hertie-Stiftung und Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen kooperieren.

(ukg) 01.04.2004 - Das erste "Institut für Multiple-Sklerose-Forschung" in der Bundesrepublik ist jetzt in Göttingen offiziell eröffnet worden. Göttingen hatte sich im Jahr 2001 im öffentlichen Wettbewerb "Molekulare Neuroimmunologie der Multiplen Sklerose" der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung durchgesetzt und damit den Zuschlag für die Fördermittel der Stiftung in Höhe von bis zu 4,6 Millionen Euro erhalten, die zum Aufbau des Forschungsinstitutes durch den Bereich Humanmedizin verwendet werden. Der damit verbundene Stiftungslehrstuhl "Experimentelle Neuroimmunologie" und die Arbeit der beteiligten Arbeitsgruppen werden von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung finanziert. Auf den Lehrstuhl ist Prof. Dr. Ralf Gold berufen worden. Das Forschungsinstitut hat seinen Sitz im Waldweg 33 in Göttingen. Die Räumlichkeiten dort wurden mit Unterstützung des Landes Niedersachsen aus- und umgebaut. Im Rahmen des Eröffnungssymposiums wurde auch der ehemalige Direktor der Abteilung Neurologie und Gründer der MS Informations- und Beratungsstelle der Universität Göttingen sowie Koordinator des MS-Forschungsprogrammes der DFG, Prof. Dr. Helmut Bauer, anlässlich seines 90. Geburtstages geehrt. Ein Foto und ein Lebenslauf von Prof. Bauer ist über die Pressestelle des Bereichs Humanmedizin erhältlich.

An dem neuen Institut sind sechs wissenschaftliche Einrichtungen aus Göttingen vertreten: Die Abteilung Neurologie mit ihrem Schwerpunkt Neuroimmunologie am Bereich Humanmedizin Göttingen, die Abteilung Neuropathologie am Bereich Humanmedizin Göttingen, das Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, die Forschergruppe Neuroimmunologie des European Neuroscience Instituts (ENI), die Biomedizinische NMR Forschungs GmbH am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie Göttingen und das Deutsche Primatenzentrum. Diese werden ergänzt durch Arbeitsgruppen des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn und der Neurologischen Klinik der Charité Berlin.

In einem international begutachteten Wettbewerb der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung zum Thema "Molekulare Neuroimmunologie" wurde ein unter Leitung von Professor Dr. Mathias Bähr (Leiter der Abt. Neurologie - Bereich Humanmedizin) und Privatdozent Dr. Harald Neumann (Forschergruppe Neuroimmunologie des European Neuroscience Institute der Universität Göttingen) gestellter Antrag mit dem Titel "Molecular mechanisms and repair strategies of demyelination and axonal damage in Multiple Sclerosis" zur Förderung ausgewählt. Das Institut will die neuroimmunologischen Mechanismen erforschen, die dem für die Multiple Sklerose so charakteristischen Untergang der Nervenfaserscheiden und Nervenfasern zugrunde liegen. Ziel des Instituts ist es darüber hinaus, Strategien zur Reparatur dieser Schäden zu entwickeln. Schwerpunkte der geplanten Forschung sind die Analyse der molekularen Mechanismen der Myelin- und axonalen Schädigung, zytotoxische Reaktionen zwischen Immunzellen und Neuronen sowie die Entwicklung neuer Strategien der Gen- und Zellersatztherapie in experimentellen Modellen.

Nach Beginn der Förderung im 2. Halbjahr 2002 wurden von den Antragstellern bereits neun Einzelprojekte und sechs aufwendige, interdisziplinäre experimentelle Fragestellungen erfolgreich bearbeitet. Besonderer Wert wurde auf die Verknüpfung molekularbiologischer, elektrophysiologischer, feingeweblicher und kernspintomographischer Methodik gelegt. Parallel zum Start der Förderung erfolgte der Ausbau und die Einrichtung einer kompletten Forschungsetage im Gebäude Waldweg 33. Im Januar 2004 konnte dort die Abteilung experimentelle Neuroimmunologie ihre wissenschaftliche Arbeit beginnen.

Die Multiple Sklerose ist eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems, an der etwa 120.000 Menschen in Deutschland leiden. Obschon die Krankheit seit mehr als einhundert Jahren bekannt ist und erforscht wird, ist die eigentliche Ursache noch immer unklar und es fehlen sicher wirksame Maßnahmen zur Eindämmung und Heilung. In den letzten Jahren haben sich jedoch die Hinweise darauf verstärkt, dass die eigentliche Ursache der multiplen Sklerose in einer Störung des körpereigenen Immunsystems liegt. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung will die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf diesem Gebiet mit einem herausragenden, erfolgversprechenden und langfristigen Forschungsvorhaben gezielt vorantreiben.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung arbeitet in den Förderbereichen Neurowissenschaften, Europäische Integration und Erziehung zur Demokratie. Dem Willen des Stifters, Georg Karg, entsprechend wurde der medizinischen Forschung seit Gründung der Stiftung im Jahre 1974 eine hohe Priorität eingeräumt, wobei die Erforschung der Multiplen Sklerose im Vordergrund stand. Die Hertie-Stiftung ist heute die größte private Förderinstitution der Hirnforschung in Deutschland; allein in den letzten vier Jahren wurden die Neurowissenschaften mit durchschnittlich mehr als zehn Millionen Euro pro Jahr gefördert. Mit dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen hat die Stiftung im Jahr 2000 das größte Zentrum für Neurologie in Deutschland gegründet. Auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose ist die Hertie-Stiftung - sowohl in der Forschung als auch der sozialmedizinischen Nachsorge - die aktivste deutsche Stiftung und hat bislang insgesamt mehr als 35 Millionen Euro an Fördermitteln aufgewendet.


Weitere Informationen:

Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Information und Kommunikation
Claudia Finke
Grüneburgweg 105
60323 Frankfurt
Tel.: 069/660 756 143
Fax: 069/660 756 306
e-mail: FinkeC@ghst.de
www.ghst.de

Georg-August-Universität Göttingen
Bereich Humanmedizin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Rita Wilp
Robert-Koch-Str. 42
37075 Göttingen
0551/39 - 9955
presse.medizin@med.uni-goettingen.de

Quelle: Uni Göttingen

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Musiktherapie:
Hoffnung für MS-Kranke


10.09.03
Eine Musiktherapie bei Multipler Sklerose (MS) kann das Befinden der Patienten verbessern.

Das geht aus einer Studie der privaten Universität Witten-Herdecke (Nordrhein-Westfalen) hervor. Insbesondere könnten Angst und Depressionen gelindert und die Selbstakzeptanz erhöht werden. An der Studie nahmen 20 MS-Patienten mit einer durchschnittlichen Erkrankungsdauer von elf Jahren teil. Die Hälfte erhielt Musiktherapie in drei Blöcken von jeweils acht bis zehn Stunden. Bei der MS werden den Angaben zufolge die Schutzhüllen der Nervenbahnen, über die das Gehirn Informationen an alle Körperteile schickt, durch Entzündungen beschädigt. In der Folge treten körperliche Beeinträchtigungen auf. Bundesweit sind gegenwärtig rund 100 000 Menschen von der Autoimmunerkrankung betroffen. Nähere Informationen zu der Studie finden sich im Internet unter www.musictherapyworld.de.

Quelle: NetDoktor

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