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 Die Inhaltsübersicht

- Weniger Trinken ist keine Lösung bei Blasenschwäche
- Blasenschwäche ist kein Schicksal
- Inkontinenz: Vorbeugende Gymnastik sinnlos - Ist die Blase schon geschwächt, hilft aber gezieltes Training sehr
- Hotline der Deutschen Kontinenz Gesellschaft bietet Hilfe an: Bei Inkontinenz nicht schweigen
- Neue Wege aus der Belastungsinkontinenz: Kongress bringt Ärzte und Patienten ins Gespräch
- Starke Blase dank Stammzelltherapie
- Erkältung und Harnverlust: Wenn Niesen zur Doppelbelastung wird
- Mit Belastungsinkontinenz zum Spezialisten -
Erfolg durch moderne Untersuchungs- und Behandlungsmethoden
- Unbeschwertes Sportvergnügen trotz Belastungsinkontinenz -
Informationsforum bietet Hilfe für Frauen mit Belastungsinkontinenz
- Hormonbehandlung fördert Blasenschwäche -
Weitere Nebenwirkung der Therapie von Wechseljahresbeschwerden entdeckt
- Frauenleiden Belastungsinkontinenz aus der Tabuzone holen
- KKH greift Tabuthema Harninkontinenz auf und startet Pilotprojekt - Integrierte Versorgung soll Lebensqualität nachhaltig verbessern
- Das stumme Leiden von Patienten mit überaktiver Blase wird ein Ende haben
- Frauenrecht: nicht wenn es um die Gesundheit geht
- Informationsforum Kompetenz-In-Kontinenz präsentiert Webportal
- Blasenschwäche - Hilfe aus der Apotheke
- Frauen aufgepasst: Belastungsinkontinenz muss keine akzeptieren
-
Behandlungsmöglichkeiten bei nächtlichem Einnässen
-
Universitäts-Frauenklinik präsentiert am 10. November aktuelle Methoden zur Behandlung der Harninkontinenz
- Wieder mit der Sonne lachen - Belastungsinkontinenz kann meist behandelt werden
- Urinmenge ist ein nützlicher Indikator für nächtliche Polyurie
- Auch geringe Inkontinenz beeinflusst Lebensqualität
- Neue Diagnostik ermöglicht verbesserte Behandlung der Harninkontinenz

 

Weniger Trinken ist keine Lösung bei Blasenschwäche

Bonn - 06.06.06 (ots) - Der Gedanke erscheint logisch: Wer wenig trinkt, bildet weniger Urin und hat folglich weniger Probleme mit der Blasenschwäche. Doch Blasenschwäche lässt sich nicht dadurch verhindern, dass man weniger trinkt. Betroffene erreichen damit in der Regel das Gegenteil, denn der konzentrierte Urin verstärkt das Gefühl des Harndrangs. Außerdem schadet zu wenig Flüssigkeit der Gesundheit: Das Risiko für Harnwegsinfekte und Bildung von Nieren- und Blasensteinen steigt.

Toilettenschild
Bild: Photocase

Eine Gefahr der Blasenschwäche ist es, zu wenig zu trinken, um ständigen Harndrang zu vermeiden oder keinen Urin zu verlieren. Doch was auf den ersten Blick nach einer praktikablen Lösung aussieht, ist in Wirklichkeit ein Trugschluss. Steht für die Urinbildung nur wenig Flüssigkeit zu Verfügung, müssen die Nieren das geringe Urinvolumen sehr stark mit den auszuscheidenden Stoffen anreichern. Diese Konzentrationsarbeit stellt eine hohe Belastung für die lebenswichtigen Nieren dar, und hochkonzentrierter Urin kann auch die Blase zusätzlich reizen.

Trinkgewohnheiten

Patienten mit Blasenschwäche sollten ihre Trinkgewohnheiten auf den individuellen Tagesablauf abstimmen. Denn wer die Flüssigkeitszufuhr zu bestimmten Zeiten regelt, hat bessere Chancen, kontrolliert die Toilette aufsuchen zu können. So kann man beispielsweise vor dem Verlassen des Hauses die Trinkmenge reduzieren und das Versäumte später beim Nachhausekommen nachholen. Ebenso kann man zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen auf Getränke möglichst verzichten, wenn der nächtliche Gang zur Toilette vermieden werden soll. Jedoch sollte niemand die tägliche Trinkmenge drastisch einschränken. Mindestens anderthalb Liter empfiehlt zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Ein gutes Indiz für Wassermangel liefert aber auch die Farbe des Urins: Ist er dunkelgelb gefärbt, transportiert man zu viele Giftstoffe im Urin und der Körper benötigt mehr Flüssigkeit. Wirkt der Urin dagegen sehr hell, trinkt man genug.

"Gerade im Sommer sollten Menschen mit Blasenschwäche daran denken, ausreichend zu trinken", warnt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DSL. Bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr besteht sonst nicht nur die Gefahr einer Harnwegsinfektion, sondern auch das Risiko schwerer Kreislaufprobleme. Dies gilt umso mehr, wenn man sich körperlich mehr als gewohnt zumutet.

Das Richtige trinken

Wichtig ist es auch, den Flüssigkeitsbedarf mit den richtigen Getränken zu decken. Ideale Durstlöscher sind beispielsweise Wasser, stilles Mineralwasser und Kräutertees, da sie keine oder wenig blasenreizende Substanzen enthalten. Getränke wie Kaffee, schwarzer Tee und Bier verstärken dagegen die Blasen- und Drangbeschwerden. Betroffene sollten sie daher nur in kleinen Mengen genießen oder ganz meiden, wenn sie Aktivitäten außer Haus planen.

Über Ursachen, Formen und Behandlungsmethoden der Inkontinenz informiert die DSL mit der Broschüre "Blasenschwäche ist kein Schicksal". Sie gibt praktische Tipps für den Alltag und möchte Senioren ermutigen, Blasenschwäche nicht als normale Alterserscheinung hinzunehmen. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Gotenstraße 164 in 53175 Bonn oder kann im Internet unter www.dsl-blasenschwaeche.de abgerufen werden.

Quelle: DSL e.V. Deutsche Seniorenliga


Blasenschwäche ist kein Schicksal

Bonn (ots) 16.05.2006 - Inkontinenz kann jeden treffen. Wird sie jedoch aus Scham verschwiegen und nicht behandelt, beginnt häufig ein langer Leidensweg. Die Angst vor peinlichen Gerüchen und durchnässter Wäsche sowie die ständige Befürchtung, die Toilette nicht rechtzeitig zu erreichen, führt zur sozialen Isolation und zum Verlust des Selbstwertgefühls - besonders, wenn regelmäßig Windeln oder Einlagen getragen werden müssen. Mit der neuen Broschüre "Blasenschwäche ist kein Schicksal" möchte die Deutsche Seniorenliga (DSL) daher über moderne Behandlungsformen informieren und Betroffene ermutigen, Blasenschwäche nicht als normale Alterserscheinung hinzunehmen.

Blasenschwäche hat einen dramatischen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen, denn häufiger Harndrang und unfreiwilliger Urinverlust machen einen normalen, unbeschwerten Alltag oft unmöglich. "Die sozialen Konsequenzen sind verheerend, denn Patienten mit Blasenschwäche neigen dazu, sich immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben auszugrenzen. Und damit ist Inkontinenz nicht nur ein medizinisches Problem, sondern auch eine Funktionsstörung mit sozialen Folgen", erklärt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DSL.

Trotz dieser schweren Einschränkungen des täglichen Lebens wird das Thema Inkontinenz von Patienten häufig verschwiegen und als Altersfolge oder Schicksal hingenommen. Geht man von den Verkaufszahlen der Hersteller für Inkontinenzhilfsmittel aus, so dürften in Deutschland schätzungsweise sechs bis zehn Millionen Menschen an Blasenschwäche leiden. Blasenschwäche bei Erwachsenen stellt jedoch ein häufig verschwiegenes Tabu dar und für viele Betroffene besteht eine große Hemmschwelle, mit ihren Beschwerden zum Arzt zu gehen. Für die richtige Therapie ist entscheidend, Form und Ausmaß der Blasenschwäche genau zu erfassen. Auch mögliche Grund- und Begleiterkrankungen müssen mit dem Arzt abgeklärt werden.

Gerade in den letzten Jahren sind entscheidende Fortschritte bei der Behandlung der Harninkontinenz erzielt worden, mit denen viele Patienten erfolgreich therapiert werden können. Die Symptome lassen sich zumindest so weit lindern, dass Betroffene den Bedarf an Einlagen oder Slips deutlich reduzieren können und die sozialen Folgen der Blasenschwäche gut in den Griff bekommen. In vielen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung die Beschwerden nehmen oder zumindest deutlich lindern und wieder ein normales Leben ermöglichen. "Blasenschwäche kann heute wirksam behandelt werden, vorausgesetzt, man spricht rechtzeitig mit dem Arzt.", betont Erhard Hackler. Denn je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Chancen für eine erfolgreiche Therapie. Patienten sollten auch selbst aktiv werden und die Funktion ihrer Blase mit gezielter Beckenboden-Gymnastik, Blasentraining oder Gewichtsabnahme stärken. Eine Operation sollte immer letztes Mittel sein, um Blasenschwäche zu beheben.

Die wichtigsten Informationen zu Ursachen, Symptomen und Formen der Inkontinenz hat die DSL in der Broschüre "Blasenschwäche ist kein Schicksal" zusammengefasst. Sie informiert über Behandlungsmethoden und gibt Betroffenen praktische Tipps für den Alltag. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Gotenstraße 164 in 53175 Bonn oder kann im Internet unter www.dsl-blasenschwaeche.de abgerufen werden.

Quelle: DSL e.V. Deutsche Seniorenliga


Inkontinenz: Vorbeugende Gymnastik sinnlos -
Ist die Blase schon geschwächt, hilft aber gezieltes Training sehr

Yogaübung
Quelle: photocase

Baierbrunn (ots) - 24.02.2006 - Unbeabsichtigter Urinabgang ("Harninkontinenz") lässt sich nicht mit vorbeugender Gymnastik verhindern. Ist aber schon eine Blasenschwäche eingetreten, sind therapeutische Beckenbodenübungen wichtig. Das sind die Erfahrungen von Prof. Dr. Dietrich Gonnermann, Leitender Arzt der Urologischen Abteilung am Kontinenzzentrum im Allgemeinen Krankenhaus Altona, Hamburg. Im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" betont er, wichtig sei "normale sportliche Bewegung und Fitness". Wer vorbeugen will, soll etwa auf das Rauchen verzichten, weil chronischer Husten den Beckenboden belastet. Außerdem soll der Stuhlgang nicht unnötig hinausgezögert werden. Gonnermann: "Langes Zurückhalten ist eher schädlich." Dies gelte auch, wenn es als Mittel zum Blasentraining dienen solle. "Wer vorsorglich zwischendurch zur Toilette geht und sich entleert, handelt vernünftiger." Nach Schätzungen der Deutschen Kontinenzgesellschaft leiden rund drei Millionen Deutsche an einer Blasenschwäche.

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau


Hotline der Deutschen Kontinenz Gesellschaft bietet Hilfe an:
Bei Inkontinenz nicht schweigen
Frankfurt/Mainz (ots) - 02.02.2006 - Menschen mit Blasen- oder Darmschwäche reden oft nicht über ihre Krankheit und ziehen sich aus Scham und Angst von ihrem gewohnten Leben zurück. Dabei ist Inkontinenz eine häufig auftretende Erkrankung. Allein in Deutschland betrifft sie mehr als 5 Millionen Menschen. Doch wer aus Schamgefühl nicht redet, erhält weder Informationen noch Hilfe.


Quelle: photocase

Hilfe bietet die Hotline der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Wer dort anruft, kann sich kostenlos Informationsmaterial rund um das Thema Inkontinenz zusenden lassen. Die Broschüren zu Harn- und Stuhlinkontinenz erläutern die unterschiedlichen Krankheitsbilder und zeigen, was man dagegen tun kann. Auf Anfrage erhalten Betroffene ebenfalls Adresslisten zu den bundesweit über 500 zertifizierten Beratungsstellen und Kontinenzzentren der Deutschen Kontinenz Gesellschaft.

Seit dem Start der Hotline im September 2004 haben über 6800 Anrufer die Gelegenheit genutzt und angerufen. Die Fragen der Interessierten werden von einem medizinisch geschulten Team beantwortet. Dabei wird jeder Anrufer darauf hingewiesen, dass zur Behandlung der jeweiligen Inkontinenzerkrankung ein Arztbesuch notwendig ist. Medizinische Diagnosen werden nicht per Telefon gestellt. Den Mittelpunkt des Gesprächs bildet die Aufklärung über die umfassenden Untersuchungs- und Therapiemöglichkeiten. Alle Informationen zu Broschüren und den ärztlichen Beratungsstellen sind ebenfalls im Internet unter www.kontinenz-gesellschaft.de abrufbar.

Hilfe kann also sehr nah sein - trauen Sie sich. Tun Sie den ersten Schritt und reden Sie darüber, denn Inkontinenz ist sehr häufig heilbar.

Die Hotline ist Montag bis Freitag von 15-20 Uhr unter der Nummer 01805-233440 (12 Cent/Minute) erreichbar.

Quelle: Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.


Neue Wege aus der Belastungsinkontinenz: Kongress bringt Ärzte und Patienten ins Gespräch

16.12.2005 - Wenn Sie 70 sind, wird jeder dritte von Ihnen inkontinent sein!" Mit dieser wenig erfreulichen Prognose konfrontierte Prof. Klaus-Peter Jünemann, der Vorsitzende der Deutschen Kontinenz Gesellschaft die Teilnehmer des diesjährigen Jahreskongresses in Stuttgart. Unter dem Motto "Ziel - Kontinenz: Chancen durch Integration von Medizin und Versorgung" nutzten mehr als 1.600 Ärzte, Betroffene und Interessierte den Kongress. Rund um das Thema Inkontinenz gab es Vorträge, Symposien, eine umfangreiche Ausstellung und regen Gedankenaustausch. Besonderes Interesse galt dabei der Therapie der Belastungsinkontinenz (1), dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder körperlicher Anstrengung.


Quelle: Lilly & Boehringer Ingelheim
Belastungsinkontinenz - zentralnervöse Steuerung: Die Beziehung zwischen dem Zentralnervensystem und dem äußeren Harnröhrenschließmuskel (modifiziert nach Fraser M.O. und Chancellor M.B., BJU International 2003; 91:743-748).


Neue Erkenntnisse, Ratschläge und Tipps zur Behandlung der verschiedenen Formen der Inkontinenz - darum drehte es sich in den Vorträgen und Foren des Kongresses der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. "Betroffene und Ärzte können sich in medizinischen Fachvorträgen gleichermaßen informieren", betonte Prof. Jünemann in Stuttgart. Ein Schwerpunkthema war die Behandlung von Symptomen der Belastungsinkontinenz, der häufigsten Inkontinenzform bei Frauen.

Drei von fünf harninkontinenten Frauen haben noch nie mit einem Arzt über ihr Problem gesprochen (2). "Viele Betroffene ertragen stillschweigend die Einschränkungen durch den unwillkürlichen Harnverlust, weil sie sich schämen und nicht vorstellen können, dass der Umgang mit dieser Erkrankung für Ärzte völlig normal ist", führte die niedergelassene Urologin Dr. Ulrike Kosiek, Bielefeld, aus: "Dabei können wir den betroffenen Frauen im ersten Gespräch - häufig zum ersten Mal nach langer Zeit - wieder eine berechtige Hoffnung geben".

Symptome der Belastungsinkontinenz können mittlerweile in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden. "Neben Beckenbodentraining und operativen Möglichkeiten gibt es heute die segensreiche Entwicklung des ersten speziellen Medikaments zur Behandlung der Erkrankung", erläuterte Jünemann. Mit dem Präparat, das gezielt die Funktion des Schließmuskels der Blase kräftigt, könne insbesondere in Kombination mit Beckenbodentraining vielen betroffenen Frauen geholfen werden.

Informationen und praktische Tipps finden Betroffene und Interessierte auch auf den Internetseiten von www.kompetenz-in-kontinenz.de(3). Das dort enthaltene Miktionstagebuch oder auch eine Checkliste für das erste Arztgespräch können konkrete Unterstützung auf dem Weg zu einem aktiven Umgang mit der Erkrankung bieten.

"Je älter die Gesellschaft wird, desto häufiger wird das Problem der Inkontinenz. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, mit fachlichem Austausch zwischen Ärzten und Betroffenen dazu beizutragen, die Tabuisierung des Themas zu brechen", resümierte der Vorsitzende der Deutschen Kontinenz Gesellschaft abschließend.

(1) Belastungsinkontinenz: Die World Health Organization (WHO) bezeichnet Harninkontinenz als "eines der letzten medizinischen Tabus". Weltweit leidet 1 von 7 Frauen unter Symptomen der Belastungsinkontinenz, dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung. Die häufigste Form der weiblichen Harninkontinenz schränkt die Lebensqualität Betroffener ein und kann zu sozialer Isolation führen. Trotzdem haben 3 von 4 deutschen Frauen mit Symptomen der Belastungsinkontinenz noch nie mit einem Arzt über ihre Beschwerden gesprochen.

(2) Hunskaar S, Lose G, Sykes D, Voss S. BJU Int 2004;93:324-30

(3) Mit dem neu gegründeten Informationsforum Kompetenz-In-Kontinenz, wollen Lilly Deutschland und Boehringer Ingelheim zur Aufklärung über die Erkrankung beitragen und Betroffene ermutigen, medizinische Hilfe zu suchen. Hintergrund des Engagements der beiden Unternehmen ist die Zulassung des ersten speziellen Medikaments zur Behandlung von Frauen mit Symptomen der mittelschweren bis schweren Belastungsinkontinenz.

Der Wirkstoff Duloxetin erhielt unter einem separaten Markennamen im Dezember 2004 auch die europäische Zulassung zur Behandlung depressiver Episoden sowie im Juli 2005 die europäische Zulassung zur Behandlung von Schmerzen im Rahmen der diabetischen Polyneuropathie. Dem Serotonin- und Noradrenalin-Transmittersystem kommt bei beiden Erkrankungen wahrscheinlich eine Schlüsselrolle zu.

Weitere Informationen zu Kompetenz-In-Kontinenz finden Sie im Internet unter www.kompetenz-in-kontinenz.de. Informationen zur Deutschen Kontinenz Gesellschaft gibt es unter www.kontinenz-gesellschaft.de

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Quelle: Lilly & Boehringer Ingelheim



Internationale Umfrage zeigt: Symptome der Belastungsinkontinenz beeinflussen berufliches und familiäres Leben betroffener Frauen

Bad Homburg/Ingelheim am Rhein - 05.12.2005 - Frauen mit Symptomen der Belastungsinkontinenz(1) wissen: Der unwillkürliche Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung hält sich an keine Uhrzeit. Neben der emotionalen Belastung beeinträchtigt die Erkrankung deshalb auch das soziale und berufliche Leben. Aktuelle Ergebnisse einer weltweiten Umfrage(2)zum Thema Belastungsinkontinenz, die durch das Promotion Commitee der International Continence Society (ICS-CPC) und die World Federation of Incontinence Patients (WFIP) gefördert wurde, unterstreichen, wie wichtig ein Arztbesuch für belastungsinkontinente Frauen ist.

Der Umgang mit den Symptomen der Belastungsinkontinenz nimmt im Leben betroffener Frauen großen Raum ein. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage an der mehr als 3.000 Frauen in Deutschland, Brasilien, Südafrika, Schweden und Großbritannien teilnahmen. Befragt nach ihren Erfahrungen mit Belastungsinkontinenz und den Auswirkungen dieser Erkrankung auf ihr Leben, offenbarten viele Frauen, dass sie von dem Thema selbst zu peinlich berührt seien, um es vor Familie oder Freunden ansprechen zu können.

Eine von drei befragten Frauen hat bereits unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Heben erfahren müssen. Dennoch wusste mehr als die Hälfte der Betroffenen wenig über die Erkrankung Belastungsinkontinenz oder mögliche Therapien. Als Einschränkung im privaten und beruflichen Alltag bezeichneten die Befragten vor allem die Angst vor dem Uringeruch. Um diese peinliche Situation zu umgehen, vermeiden viele Frauen z. B. unbekannte Orte, auch im Job, und schränken prophylaktisch ihren Aktionsradius ein. Ebenso der Urlaub - etwas auf das sich eigentlich alle Menschen unbeschwert freuen - wird durch die Erkrankung oft als Belastung erfahren.

"Es ist wichtig, die vielen schweigenden Frauen, die unter dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlichen Anstrengungen leiden, zu ermutigen mit einem Arzt zu sprechen", betonte Diane Newman, Vorsitzende des ICS Promotion Commitees bei der Vorstellung der Ergebnisse im September in Mexiko.

1 Belastungsinkontinenz: Die World Health Organization (WHO) bezeichnet Harninkontinenz als "eines der letzten medizinischen Tabus". Weltweit leidet 1 von 7 Frauen unter Belastungsinkontinenz, dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung. Die häufigste Form der weiblichen Harninkontinenz schränkt die Lebensqualität Betroffener ein und kann zu sozialer Isolation führen. Trotzdem haben 3 von 4 deutschen Frauen mit Belastungsinkontinenz noch nie mit einem Arzt über ihre Beschwerden gesprochen.

2 NOP World 2005. Stress urinary incontinence International Omnibus Survey.

Mit dem neu gegründeten Informationsforum Kompetenz-In-Kontinenz, wollen Lilly Deutschland und Boehringer Ingelheim zur Aufklärung über die Erkrankung beitragen und Betroffene ermutigen, medizinische Hilfe zu suchen. Hintergrund des Engagements der beiden Unternehmen ist die Zulassung des ersten speziellen Medikaments zur Behandlung von Frauen mit Symptomen der mittelschweren bis schweren Belastungsinkontinenz. Weitere Informationen zu Kompetenz-In-Kontinenz finden Sie im Internet unter www.kompetenz-in-kontinenz.de.

Quelle: Lilly & Boehringer Ingelheim


Starke Blase dank Stammzelltherapie

27.10.2005 - Im Klinikum rechts der Isar erhalten Patienten, die unter Harninkontinenz (Blasenschwäche) leiden, seit Juni dieses Jahres eine neue und viel versprechende Therapie. Die Mediziner entnehmen eine Muskelbiopsie aus dem Oberarm des Patienten und injizieren daraus gewonnene Stammzellen anschließend in den geschwächten Schließmuskel der Harnröhre. Die Muskelzellen bilden neue Fasern aus und stärken so den Schließmuskel. So können Inkontinenzbeschwerden in vielen Fällen dauerhaft geheilt werden.


Bild: Photocase

Diese Therapie wurde von Prof. Hannes Strasser an der Urologischen Universitätsklinik in Innsbruck, Österreich entwickelt und bereits bei mehr als 170 Patienten angewendet. Die Urologische Klinik im Klinikum rechts der Isar (TU München, Direktor: Univ.-Prof. Dr. Rudolf Hartung) ist die erste Klinik in Deutschland, die diese Therapie in Zusammenarbeit mit der Innsbrucker Klinik anbietet.

Weit verbreitetes Leiden

Wer unter Harninkontinenz leidet, fühlt sich häufig unsicher und redet nicht über sein Problem. Dabei betrifft das Leiden immer mehr Menschen, denn das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter. "Circa 30% aller Männer und Frauen über 60 Jahre in Deutschland leben mit einer gestörten Blasenkontrolle", berichtet Dr. Florian May, Oberarzt in der Urologischen Klinik und Poliklinik im Klinikum rechts der Isar.
Die häufigste Ursache der Harninkontinenz ist eine Schwäche der Muskulatur der Harnröhre, insbesondere ihres Schließmuskels, des sogenannten Rhabdosphinkters. Gerade nach Operationen und Geburten können diese Muskeln beeinträchtigt sein. Mit zunehmendem Alter kommt es zudem zu einem dramatischen Absterben der Schließmuskelzellen - der Verlust der Harnkontrolle wird immer wahrscheinlicher.

Revolutionäre Therapie

Aktuelle Therapieformen der Harninkontinenz sind vielfach unzureichend und weisen viele Nachteile auf. Bei Frauen werden heute in vielen Fällen künstliche Schlingen eingenäht, die den Beckenboden anheben sollen. Dabei handelt es sich jedoch um Fremdmaterial, das - wie sich zunehmend herausstellt - langfristig zu erheblichen Komplikationen führen kann. Männer sind aus anatomischen Gründen nur selten von Inkontinenzproblemen betroffen. Allerdings können auch Männer nach Beckeneingriffen wie beispielsweise Prostataoperationen betroffen sein. Den Patienten konnte bisher nur durch das Einbringen eines künstlichen Schließmuskels aus Silikon geholfen werden. Dies ist aber in vielen Fällen mit Komplikationen verbunden. Auch die Lebensdauer dieses Systems ist begrenzt, sodass diese Therapieform nur bei schwerwiegenden Formen angewendet wird.
Nun steht Männern und Frauen mit Inkontinenzproblemen eine neue und revolutionäre Methode zur Verfügung, die sich bereits in einer Reihe von Studien bewiesen hat: die Therapie mit körpereigenen Muskel- und Bindegewebszellen. Revolutionär ist die Methode deshalb, da sie das zugrunde liegende Problem - die Muskel- und Bindegewebsschwäche - ursächlich therapiert und dabei die Ergebnisse einer relativ jungen Forschungsrichtung nutzt: der Stammzelltherapie mit adulten Stammzellen.

Eigene Zellen nutzen

Die Therapie basiert auf der Tatsache, dass im menschlichen Organismus Vorläuferzellen vorhanden sind, die sich bei Bedarf zu spezifischen Zellen wie beispielsweise Haut oder Muskelzellen entwickeln. Diese Vorläufer- oder Stammzellen sorgen unter anderem dafür, dass sich nach einer Hautverletzung die Zellen wieder regenerieren. Der Mensch besitzt also eine Art "hauseigenes Ersatzteillager". Mediziner fahnden seit Jahrzehnten nach Möglichkeiten diese Fähigkeit für die Entwicklung neuer Therapien zu nutzen. Bei schweren Tumorerkrankungen stellt die Therapie mit Stammzellen bereits eine wichtige und etablierte Behandlungsform dar. Zu den ersten erprobten Anwendungsmöglichkeiten außerhalb dieses Gebiets gehört nun die Regeneration des Muskel- und Bindegewebes der Harnröhre. Fast erstaunlich ist die Schlichtheit und Eleganz mit der diese Methode zu einer Heilung der Blasenschwäche führt.

Stammzellforschung: aus dem Labor in die Klinik


Zunächst entnimmt der Arzt in einer weitgehend schmerzlosen Prozedur unter Lokalanästhesie dem Patienten eine Muskelbiopsie aus dem Oberarm. In einem spezialisierten Hochreinraumlabor kultivieren und vermehren Wissenschaftler diese Zellen, sodass schließlich eine ausreichende Menge an Stammzellen des Muskel- und Bindegewebes, sog. Myo- und Fibroblasten zur Verfügung steht. Einige Wochen später werden in einer kurzen Narkose in einem kleinen operativen Eingriff die körpereigenen Stammzellen in den Schließmuskel eingespritzt. Die Injektion erfolgt über die Harnröhre, sodass keine Schnittoperation erforderlich ist. Per Ultraschallkontrolle wird sichergestellt, dass die Zellen am richtigen Ort landen. Dort integrieren sich die neuen Zellen in den Zellverbund und übernehmen die spezifischen Aufgaben der Muskel- und Bindegewebszellen in Harnöhre und Schließmuskel.

Neue Chance für Patienten

In Innsbruck wird diese Therapie seit drei Jahren erfolgreich angewendet. In einer Studie mit 42 Harninkontinenz-Patienten konnte Professor Strasser zeigen, dass 83 Prozent nach der Stammzelltherapie geheilt waren. Bei 17 Prozent kam es zu einer deutlichen Verbesserung der Harninkontinenz. Es traten keine Nebenwirkungen oder Komplikationen auf (1). Zwischenzeitlich wurden mehr als 170 Patienten und Patientinnen mit dieser Methode therapiert. Sie ist jedoch nicht für alle Patienten mit Harninkontinenz geeignet. Vor einer Behandlung müssen noch verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, um die individuell beste und die am meisten Erfolg versprechende Behandlungsform herauszufinden. Nun profitieren erstmals auch Patienten in Deutschland von dieser minimal invasiven und erfolgreichen Methode. "Ich bin mit der Therapie vollauf zufrieden", berichtet ein 72-jähriger Patienten, der im Klinikum rechts der Isar mit der Stammzelltherapie behandelt worden ist. "Meine Mobilität ist wieder hergestellt. Ich traue mich auch wieder in die Badeanstalt zu gehen - das war vorher nicht möglich."
Professor Rudolf Hartung, Direktor der Urologischen Klinik im Klinikum rechts der Isar ist zuversichtlich: "Patienten, die bisher aus Mangel an Erfolg versprechenden Therapien nicht auf eine Heilung ihres Leidens hoffen konnten, erhalten nun eine neue und schonende Behandlungsoption."

1: Stammzelltherapie der Harninkontinenz. Urologe (A) 2004-43: 1237-1241

Quelle: Klinikum rechts der Isar und Fakultät für Medizin der Technischen Universität München


Erkältung und Harnverlust: Wenn Niesen zur Doppelbelastung wird

Bad Homburg/Ingelheim am Rhein - 27.10.2005 (ots) - Der Husten kratzt in der Kehle, die Nase läuft, dazu ständiges Niesen und Gliederschmerzen: Wenn im Herbst die Temperaturen sinken, sind Erkältungskrankheiten wieder auf dem Vormarsch. Während dieser Zeit sind Frauen mit Symptomen einer Belastungsinkontinenz doppelt betroffen. Laufen sie doch Gefahr, beim ständigen Niesen oder Husten unwillkürlich Urin zu verlieren. Wen es erwischt, der sollte nicht zögern und einen Arzt aufsuchen. Denn Belastungsinkontinenz(1) kann in vielen Fällen - mittlerweile auch medikamentös - behandelt werden.

Kalter Regen fällt - es wird stürmisch und ungemütlich. Mit den ersten Erkältungsboten beginnt für Frauen mit Symptomen einer Belastungsinkontinenz häufig ein doppeltes Handicap: Sie sind schlapp, müde und noch viel öfter als üblich kommt es beim ständigen Niesen und Husten zu unwillkürlichem Harnverlust. Viele Betroffene behelfen sich notdürftig mit Einlagen, weil sie glauben, es gäbe keine anderen Lösungsmöglichkeiten. Aus Angst verzichten sie auf gemütliche Teenachmittage oder Herbstspaziergänge. Ursache für den unwillkürlichen Harnverlust ist der kurze, heftige Druck auf den Bauchraum und eine häufig eingeschränkte Funktion des Harnröhren-Schließmuskels. Der Schließmuskel kann dem erhöhten Druck, der sich auf die Blase überträgt, nicht mehr standhalten. Ohne es bewusst steuern zu können, fließen kleine oder auch größere Mengen Harn ab.

Zusätzlich können gerade Frauen in dieser Jahreszeit noch durch Blasenentzündungen beeinträchtigt sein. Die kurze weibliche Harnröhre begünstigt das Eindringen von Keimen, der Infekt ist da. Schützen können vor Harnwegsinfektionen tatsächlich die Uralt-Tipps: Nicht auf kaltem Untergrund sitzen und Auskühlung vermeiden! Wichtig also, sich bei nasskaltem Wetter warm zu halten und mit dicker Unterwäsche und Socken auszustatten.

Für die Belastungsinkontinenz gilt - und das nicht nur im Herbst: sie kann jede Frau betreffen. Weltweit leidet eine von sieben Frauen an den Symptomen dieser Erkrankung. Doch kann sie heute meist erfolgreich behandelt werden - erstmals auch mit einem speziellen Medikament. Betroffene, die sich z.B. wegen eines grippalen Infektes an ihren Hausarzt wenden, sollten diese Gelegenheit als ersten Einstieg für ein offenes Gespräch nutzen, auch ihren Harnverlust anzusprechen. Spezialisten für diese Erkrankung sind Urologen und spezialisierte Gynäkologen.

Konkrete Hilfe finden Interessierte auch auf den Internetseiten von www.kompetenz-in-kontinenz.de (2). So können sie sich u.a. für einen aktuellen Newsletter registrieren. Regelmäßige Informationen zur Erkrankung und saisonale Tipps unterstützen die Patientin auf dem Weg zur Spezialistin in eigener Sache. In der aktuellen Herbstausgabe lesen Sie, wie Sie gut durch die kühlere Jahreszeit kommen können.

1. Belastungsinkontinenz: Die World Health Organization (WHO) bezeichnet Harninkontinenz als "eines der letzten medizinischen Tabus". Weltweit leidet 1 von 7 Frauen unter Symptomen der Belastungsinkontinenz, dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung. Diese häufigste Form der weiblichen Harninkontinenz schränkt die Lebensqualität Betroffener ein und kann zu sozialer Isolation führen. Trotzdem haben 3 von 4 deutschen Frauen mit Symptomen der Belastungsinkontinenz noch nie mit einem Arzt über ihre Beschwerden gesprochen.

2. Mit dem neu gegründeten Informationsforum Kompetenz-In-Kontinenz, wollen Lilly Deutschland und Boehringer Ingelheim zur Aufklärung über die Erkrankung beitragen und Betroffene ermutigen, medizinische Hilfe zu suchen. Hintergrund des Engagements der beiden Unternehmen ist die Zulassung des ersten speziellen Medikaments zur Behandlung von Frauen mit Symptomen der mittelschweren bis schweren Belastungsinkontinenz.

Duloxetin erhielt unter dem Markennamen Cymbalta(R) im Dezember 2004 auch die europäische Zulassung zur Behandlung depressiver Episoden sowie im Juli 2005 die europäische Zulassung zur Behandlung von Schmerzen im Rahmen der diabetischen Polyneuropathie. Dem Serotonin- und Noradrenalin-Transmittersystem kommt bei beiden Erkrankungen wahrscheinlich eine Schlüsselrolle zu. Weitere Informationen zu Kompetenz-In-Kontinenz finden Sie im Internet unter www.kompetenz-in-kontinenz.de.

Quelle: Lilly & Boehringer Ingelheim


Mit Belastungsinkontinenz zum Spezialisten -
Erfolg durch moderne Untersuchungs- und Behandlungsmethoden

Hannover (ots) - 28.09.2005 - Wenn der unwillkürliche Harnverlust beim Husten, Niesen oder Lachen zum Problem wird, sollten sich Betroffene an jemanden wenden, der sich damit auskennt. "Sagen Sie ihrem Arzt klipp und klar, bei welcher Gelegenheit Sie Urin verlieren und dass Sie Hilfe in Anspruch nehmen möchten", rät Dr. Franz-Christian Jonas, Frauenarzt mit Praxis in Hannover: "Fragen Sie, ob er selbst Ihnen helfen kann oder jemanden kennt, der sich darauf spezialisiert hat." Denn Urologen und Urogynäkologen mit Inkontinenzschwerpunkt bekommen diese Erkrankung mit modernen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden meist in den Griff.

"Wenn ich Harninkontinenz-Patientinnen frage, was ich für sie tun kann, höre ich immer wieder die Antwort: 'Das steht doch auf dem Überweisungsschein!' Viele wollen das Thema gar nicht in den Mund nehmen." Seit über zehn Jahren bietet Jonas seinen Patientinnen eine Inkontinenzsprechstunde an. "Damals war das noch ein völliges Tabuthema", berichtet er: "Doch wir haben schnell gemerkt, dass der Bedarf groß ist."

Heute liegt er im Trend: Bundesweit nimmt die Zahl der spezialisierten Kontinenzzentren und -sprechstunden zu. An der Bertaklinik Hannover hat Jonas gemeinsam mit anderen Gynäkologen, Urologen und Physiotherapeuten mittlerweile auch ein Inkontinenzzentrum gegründet, das interdisziplinäre Hilfe bei Blasenleiden ermöglicht. Moderne, schonendere Behandlungsmöglichkeiten haben zu dieser Entwicklung beigetragen, wie Jonas betont: "Früher war die Standardtherapie der Gynäkologen bei Belastungsinkontinenz die Entfernung der Gebärmutter mit Anhebung der Blase. Dieser Eingriff zur Behebung der Inkontinenz ist aus heutiger Sicht eigentlich nicht mehr erforderlich." Minimalinvasive Operationen, wie das Einsetzen eines Vaginalbandes, haben die aufwändigen Verfahren ersetzt. Neuerdings können die Symptome der Belastungsinkontinenz sogar mit einem speziell dafür zugelassenen Medikament behandelt werden, wodurch eine Operation vermieden oder auf Jahre hinaus verschoben werden kann.

Ansprechpartner bei Harninkontinenz sind vorzugsweise auf Urogynäkologie spezialisierte Frauenärzte und Urologen. Sie können durch eine sorgfältige, differenzierte Diagnose exakt feststellen, welche Form der Harninkontinenz vorliegt. Auf dieser Basis entscheiden sie sich dann gemeinsam mit der Patientin für die passende, Erfolg versprechende Behandlung. Auf der Internetseite der Deutschen Kontinenzgesellschaft (www.kontinenz-gesellschaft.de) können Interessierte nach spezialisierten Ärzten in ihrer Umgebung suchen.

Wer sich traut, hat gute Chancen

Ein erster Schritt zur Behandlung der Belastungsinkontinenz können Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur sein. Doch auch hier gibt es qualitative Unterschiede, wie Jonas erläutert: "Wir empfehlen in der Regel Physiotherapeuten, die eine spezielle Ausbildung im Bereich Beckenbodentraining haben." Vielen Frauen fällt es zunächst schwer, die richtige Muskulatur gezielt anzuspannen. Doch mit professioneller Anleitung und regelmäßiger Übung sind gute Erfolge zu erzielen.

Betroffene, die den unwillkürlichen Harnverlust aktiv bekämpfen wollen, können auf immer zahlreichere und bessere Angebote zurückgreifen. Jonas begrüßt diese Entwicklung: "Die Ansprüche der Frauen sind glücklicherweise gestiegen. Wer heute 60 Jahre alt ist, will auch weiter aktiv am Leben teilnehmen, Sport treiben, ins Theater gehen. Und viele junge Patientinnen wollen sich erst recht nicht in ihrem Alltag von den Symptomen einer Belastungsinkontinenz einschränken lassen." Mit Hilfe vom Spezialisten und der richtigen Therapie ist das auch nicht mehr nötig.

Belastungsinkontinenz: Die World Health Organization (WHO) bezeichnet Harninkontinenz als "eines der letzten medizinischen Tabus". Weltweit leidet 1 von 7 Frauen unter Symptomen der Belastungsinkontinenz, dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung. Die häufigste Form der weiblichen Harninkontinenz schränkt die Lebensqualität etroffener ein und kann zu sozialer Isolation führen. Trotzdem haben 3 von 4 deutschen Frauen mit Symptomen der Belastungsinkontinenz noch nie mit einem Arzt über ihre Beschwerden gesprochen.

Mit dem neu gegründeten Informationsforum Kompetenz-In-Kontinenz, wollen Lilly Deutschland und Boehringer Ingelheim zur Aufklärung über die Erkrankung beitragen und Betroffene ermutigen, medizinische Hilfe zu suchen. Hintergrund des Engagements der beiden Unternehmen ist die Zulassung des ersten speziellen Medikaments zur Behandlung von Frauen mit Symptomen der mittelschweren bis schweren Belastungsinkontinenz.

Duloxetin erhielt unter dem Markennamen Cymbalta® im Dezember 2004 auch die europäische Zulassung zur Behandlung depressiver Episoden sowie im Juli 2005 die europäische Zulassung zur Behandlung von Schmerzen im Rahmen der diabetischen Polyneuropathie. Dem Serotonin- und Noradrenalin-Transmittersystem kommt bei beiden Erkrankungen wahrscheinlich eine Schlüsselrolle zu.

Weitere Informationen zu Kompetenz-In-Kontinenz finden Sie im Internet unter www.kompetenz-in-kontinenz.de.

Quelle: presseportal


Unbeschwertes Sportvergnügen trotz Belastungsinkontinenz -
Informationsforum bietet Hilfe für Frauen mit Belastungsinkontinenz
Bad Homburg/Ingelheim am Rhein - 07.07.2005 - Helga K. (43) ist bei ihren Tennispartnerinnen bekannt für manche Marotte: trotz ihrer schlanken Figur trägt sie stets eine weite, lange Trainingshose. Manchmal verlässt sie mitten im Spiel kommentarlos den Platz. Und ohne ihre übergroße Sporttasche können sich ihre Freundinnen Helga gar nicht mehr vorstellen. Umso größer ist die Überraschung, als sie eines Tages im weißen Minirock und mit einem neuen Rucksack auf dem Court erscheint. Die Freundinnen können ihre Neugierde nicht mehr zügeln. Und Helga erzählt, dass sie wie Millionen andere Frauen in Deutschland auch unter Belastungsinkontinenz leidet, dem unfreiwilligen Harnverlust bei körperlicher Anstrengung wie Husten, Niesen, Lachen oder eben dem Springen beim Tennisspielen: "Ich habe mich so lange gescheut, darüber zu sprechen - mit Euch und sogar mit meinem Arzt", berichtet sie. "Aber nun endlich habe ich das Problem im Griff!" Helga K. war es leid, immer ausreichend Einmalwaschlappen und Einlagen bei sich zu führen und sogar während des Trainings die Einlagen wechseln zu müssen. Selbst bei Hitze verzichtete sie vorbeugend auf erfrischende Getränke und hatte deshalb bald Angst vor Kreislaufproblemen. Sie wollte einfach nicht ganz auf ihren Sport verzichten. Hilfestellungen und Informationen für Frauen in Helgas Situation bietet das Informationszentrum Kompetenz-In-Kontinenz. Auf den Internetseiten unter http://www.kompetenz-in-kontinenz.de finden Betroffene unter anderem eine Checkliste zur Vorbereitung des ersten Arztbesuches und viele Übungen zum Beckenbodentraining. Hier kann man sich auch für den aktuellen Newsletter registrieren, dessen aktuelle Ausgabe z.B. Tipps zum Umgang mit Belastungsinkontinenz in den heißen Sommermonaten liefert. Helga wagte schließlich den Gang zum Arzt: "Er empfahl mir die Kombination aus Beckenbodentraining und einer medikamentösen Therapie. Nach wenigen Wochen merkte ich eine deutliche Besserung und brauche nur noch gelegentlich Einlagen", resümiert Helga. So fand sie auch den Mut, mit ihren Freundinnen über das Thema zu sprechen - und war erleichtert über deren verständnisvolle Reaktion. Beim Tennis schlägt sie wieder beherzt auf und kann den Sommer unbeschwert genießen. Belastungsinkontinenz: Die World Health Organization (WHO) bezeichnet Harninkontinenz als "eines der letzten medizinischen Tabus". Weltweit leidet 1 von 7 Frauen unter Belastungsinkontinenz, dem unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung. Die häufigste Form der weiblichen Harninkontinenz schränkt die Lebensqualität Betroffener ein und kann zu sozialer Isolation führen. Trotzdem haben 3 von 4 deutschen Frauen mit Belastungsinkontinenz noch nie mit einem Arzt über ihre Beschwerden gesprochen. Mit dem neu gegründeten Informationsforum Kompetenz-In-Kontinenz, wollen Lilly Deutschland und Boehringer Ingelheim zur Aufklärung über die Erkrankung beitragen und Betroffene ermutigen, medizinische Hilfe zu suchen. Hintergrund des Engagements der beiden Unternehmen ist die Zulassung des ersten speziellen Medikaments zur Behandlung von Frauen mit mittelschwerer bis schwerer Belastungsinkontinenz. Der Wirkstoff Duloxetin erhielt im Dezember 2004 auch die europäische Zulassung zur Behandlung der Depression. Dem Serotonin- und Noradrenalin-Transmittersystem kommt bei beiden Erkrankungen wahrscheinlich eine Schlüsselrolle zu. Weitere Informationen zu Kompetenz-In-Kontinenz finden Sie im Internet unter http://www.kompetenz-in-kontinenz.de.

Quelle: Presseportal


Hormonbehandlung fördert Blasenschwäche -
Weitere Nebenwirkung der Therapie von Wechseljahresbeschwerden entdeckt

Baierbrunn (ots) - 23.05.2005 - Die Hormonbehandlung von Wechseljahresbeschwerden steigert das Risiko für Blasenschwäche (Inkontinenz). Das ergab die Auswertung von mehr als 27.000 Krankengeschichten von Frauen durch die Wayne-State-Universität (Detroit/USA). Ein Jahr nach Therapiebeginn, so berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“, stieg das Inkontinenz-Risiko um 39 Prozent, wenn die Frauen eine Kombination von Östrogen und Gestagen erhalten hatten. Nahmen sie nur Östrogene, erhöhte sich ihr Risiko sogar um 52 Prozent. Bisher galt schon als gesichert, dass eine langjährige Hormontherapie Brustkrebs, Herzinfarkt, Embolien sowie Demenzen fördert.

Quelle: Wort und Bild - Apotheken Umschau


Frauenleiden Belastungsinkontinenz aus der Tabuzone holen

Genf - 20.04.2005 (ots) -"Frauen leiden oft heimlich - auch, wenn es um ihre eigene Gesundheit geht. Viele der Betroffenen, die unter der Belastungsinkontinenz leiden, sprechen noch nicht einmal mit der besten Freundin, geschweige denn mit einem Arzt über ihre Erkrankung - obwohl ihnen häufig effektiv geholfen werden könnte", so Prof. Peggy Norton, Professorin für Urogynäkologie an der Universität Salt Lake City/USA, zum Tabu der Belastungsinkontinenz, der häufigsten Form der weiblichen Harninkontinenz. Um das Schweigen der Frauen zu brechen und offen über Inkontinenz zu informieren, haben sich anlässlich des Weltfrauentages am 8. März 2005 die Vertreter von 13 Patientengruppen in Genf, Sitz der World Health Organization (WHO), für eine weltweit verstärkte Aufklärung ausgesprochen.

Von sieben Luftballons war jeder siebte weiß, als am Internationalen Weltfrauentag 2005 in Genf eine Traube von Ballons in den Himmel stieg
Von sieben Luftballons war jeder siebte weiß, als am Internationalen Weltfrauentag 2005 in Genf eine Traube von Ballons in den Himmel stieg: Jeder weiße Ballon repräsentierte eine von sieben Frauen, die weltweit unter der häufigsten Form der weiblichen Harninkontinenz, Belastungsinkontinenz, leidet.
© 2005 Eli Lilly and Company / Boehringer Ingelheim


"Eines der letzten medizinischen Tabus" - so bezeichnet die WHO die Harninkontinenz. Eine Tabuerkrankung, obwohl Viele betroffen sind: Mehr als eine von sieben Frauen weltweit leidet unter unwillkürlichem Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder schweren Heben - der Belastungsinkontinenz. Für die Frauen ist die Erkrankung keinesfalls nur Nebensache - im Gegenteil: Sie sind in vielen Fällen in ihrer Freiheit stark eingeschränkt und werden im Alltag immer wieder daran erinnert. "Einlagen oder Unterwäsche wechseln, beim Stadtbummel die nächste öffentliche Toilette im Blick haben, die ständige Angst, nach Urin zu riechen. Das sind die typischen Sorgen und Gefühle der betroffenen Frauen", erläutert Norton.

Trotzdem scheuen sich viele Frauen davor, einen Arzt aufzusuchen. Sie halten die Inkontinenz für eine natürliche Alterserscheinung oder verdrängen schlichtweg, dass sie unter einer behandlungsbedürftigen Erkrankung leiden. Das bedeutet: Nur eine von drei bis vier belastungsinkontinenten Frauen in Deutschland sucht von sich aus ärztlichen Rat.

Damit die Betroffenen ihr Leiden nicht mehr länger verstecken müssen, haben sich jetzt 13 Patientenorganisationen aus elf Ländern unter dem Motto "Speaking Up for the Silent Majority" (dt. "Wir ergreifen das Wort für die schweigende Mehrheit") die Aufklärung und öffentliche Thematisierung der Belastungsinkontinenz auf die Fahnen geschrieben. Die Interessen der deutschen Frauen werden dabei von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft und der Women's Health Coalition/WHC vertreten, die sich schon seit vielen Jahren für eine verbesserte Diagnostik und Therapie auf diesem Gebiet engagieren. Prof. David Fonda, Professor für Medizin aus Victoria/Australien, erläutert das gemeinsame Anliegen der Patientenorganisationen: "Wir wollen mit unserer Initiative eine Orientierungshilfe bieten und dazu beitragen, dass sich Selbsthilfegruppen weltweit für die Aufklärung zu Belastungsinkontinenz einsetzen. Inkontinenz braucht die gleiche öffentliche Aufmerksamkeit wie beispielsweise Brustkrebs oder Depression. Immer noch mangelt es an Informationen zur Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung - das soll sich mit unserer Initiative ändern!"

Quelle: Pressekonferenz "Breaking Down the last medical taboo - Speaking Up for the Silent Majority", Genf, den 8. März 2005; unterstützt von Eli Lilly and Company und Boehringer Ingelheim.



KKH greift Tabuthema Harninkontinenz auf und startet Pilotprojekt - Integrierte Versorgung soll Lebensqualität nachhaltig verbessern
Berlin/Hannover (ots) - 05.04.2005 - Die Kaufmännische Krankenkasse - KKH greift ein Tabuthema auf und startet ab April 2005 ein bisher in Deutschland einzigartiges Pilotprojekt zur Harninkontinenz. Das mit dem Deutschen Beckenbodenzentrum am Berliner St.- Hedwig-Krankenhaus sowie spezialisierten Fachärzten entwickelte Programm zur Integrierten Versorgung bei Blasenschwäche soll betroffenen Frauen zu deutlich besserer Lebensqualität verhelfen. Teilnehmen können in der ersten Phase weibliche KKH-Versicherte in der Großregion Berlin-Brandenburg. Beim Thema Harninkontinenz werden nach den Worten des KKH-Vorstandsvorsitzenden Ingo Kailuweit Grundprobleme des deutschen Gesundheitswesens "besonders deutlich": die fehlende Qualitätsorientierung im Sinne einer Behandlung nach Leitlinien und die mangelhafte Vernetzung der Heilberufe. Hier setzt das Pilotprojekt der Kaufmännischen an. Die integrierte Versorgung solle dem "modernen Stufenkonzept in der Diagnostik und Therapie der Harninkontinenz Rechnung tragen", erklärte Dr. Ralf Tunn, Leiter des Bereichs Urogynäkologie und Koordinator des Deutschen Beckenbodenzentrums.

Etwa 10 bis 20 Prozent aller Frauen leiden unter mehr oder weniger regelmäßig auftretender Harninkontinenz. Mit zunehmendem Alter steigt die Erkrankungshäufigkeit. Insgesamt schätzt man die Zahl der Menschen mit Blasenschwäche in Deutschland auf 3 bis 6 Millionen. Harninkontinenz ist keine lebensbedrohliche Erkrankung, aber sie führt zu einer erheblich reduzierten Lebensqualität. Bei frühzeitigem Therapiebeginn ist die Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung besonders groß. Häufig lassen sich sogar Operationen vermeiden. Hauptvorteil des KKH-Behandlungsmodells ist die Rundumbetreuung der Teilnehmerinnen. Das Projekt garantiert eine deutlich erhöhte Versorgungsqualität.

Die Partner der Kaufmännischen sind führende Experten auf dem Gebiet der Urogynäkologie in Deutschland und können auf eine Erfolgsquote von 95 Prozent bei Erstoperationen verweisen. In der Klinik ist ein eingespieltes Team von Spezialisten tätig. Ein verbesserter Beckenbodenstatus wird langfristig gesichert. Alle Beteiligten sind auf die Einhaltung strenger Qualitätsmaßstäbe verpflichtet. Ziel sei es, so Krankenhausdirektor Alexander Grafe, den Patienten "eine sehr gute Versorgung zu bieten und den Kostenträgern ein leistungsfähiger, kreativer und flexibler Partner zu sein". Vor Journalisten in der Hauptstadt äußerte sich KKH-Chef Kailuweit kritisch über die "Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit" bei der mit dem GKV-Modernisierungsgesetz ermöglichten Integrierten Versorgung.

Das Mehr an Realismus der vergangenen Monate habe aber auch etwas Gutes: "die Konzentration auf das Machbare". Aus Sicht der Kaufmännischen müssen Qualität und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen. Kailuweit: "Qualität geht vor Quantität - nicht die Zahl der integrierten Versorgungsmodelle ist entscheidend, sondern allein der Fortschritt in der Versorgung." Die KKH verhandelt derzeit mit weiteren Leistungserbringern über innovative medizinische Betreuung bei anderen Indikationen.

Quelle:kkh.de


Das stumme Leiden von Patienten mit überaktiver Blase wird ein Ende haben

Istanbul, Türkei - 17.03.2005 - Neue bahnbrechende Ergebnisse der STAR Studie, die heute von der European Association of Urology in Istanbul, Türkei, veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Symptome von Patienten, die unter dem Syndrom der überaktiven Blase (Overactive Bladder = OAB) leiden, unter der Behandlung mit dem neuen antimuskarinischen Mittel Solifenacin(R) wesentlich stärker reduziert werden, als unter Tolterodin ER - einem häufig eingesetzten Antimuskarinmittel.


Bild: photoCase

Die Ergebnisse zeigen, dass Solifenacin(R) Tolterodin ER bei der Behandlung sämtlicher Aspekte der Inkontinenz überlegen ist, u.a. bei der Häufigkeit des Einnässens und dem Gefühl des Harndrangs, der zu Inkontinenz führen kann. Die STAR-Studie verglich Solifenacin(R) bei flexibler Dosierung von 5 mg bzw. 10 mg mit der empfohlenen Dosierung von Tolterodin ER (4 mg).

Die Ergebnisse zeigen, dass Solifenacin(R) bei der Behandlung von Dranginkontinenz um 65 % (1) wirkungsvoller ist, als Tolterodin ER. Drängende Inkontinenz ist dasjenige Symptom, das Patienten am stärksten quält und sie dazu führt, ärztliche Hilfe aufzusuchen.

In Europa leiden schätzungsweise 49 Millionen Menschen (Männer und Frauen) unter diesem Zustand. 44 Millionen unter ihnen leiden stumm und suchen keinerlei Hilfe. Von den fünf Millionen Menschen, die zum Arzt gehen, werden jedoch nur 1,5 Millionen (2) einer Behandlung unterzogen. Tolterodin ER ist für diese Patienten eine der weitverbreitetsten Behandlungsformen.

Chris Chapple, Facharzt für Urologie am Royal Hallamshire Hospital in Grossbritannien und führender Versuchsleiter der STAR Studie erklärte: "Es handelt sich hier um eine auf dem Gebiet des OAB Syndroms bahnbrechende Studie, die genau gemäss der aktuellen Empfehlungen des International Consultation on Incontinence Expert Committee on Pharmacotherapy für Kopf-an-Kopf-Studien durchgeführt wurde. Die STAR-Studie hat klare, unwiderrufliche Ergebnisse geliefert, die zeigen, dass Vesicare bei vielen der Schlüsselparameter des OAB Syndroms eine grössere Wirksamkeit aufweist."

Quelle: Yamanouchi Europe



Frauenrecht: nicht wenn es um die Gesundheit geht

Genf - 08.03.2005 (ots/PRNewswire) - Patienteninteressensverbände schliessen sich zusammen und geben Frauen Hilfsmittel an die Hand, um das Schweigen zu durchbrechen, das das Tabu der Belastungs-Inkontinenz umgibt



Zum internationalen Frauentag haben sich unabhängige Patienteninteressensverbände zum ersten Mal zusammengetan. Sie wollen das Leben von Millionen Frauen weltweit verändern, die sich um ihren unwillkürlichen Harnverlust Sorgen machen, vor dem damit verbundenen Geruch Angst haben und ihr Selbstvertrauen wegen ihrer Belastungs-Inkontinenz (stress urinary incontinence = SUI) verlieren. Dreizehn Patienteninteressensverbände aus elf Ländern haben heute ein Positionspapier mit dem Titel 'Breaking Down the Last Medical Taboo - Speaking Up for the Silent Majority' veröffentlicht, das ihr Engagement widerspiegelt, Millionen von Frauen zu helfen, die unter Belastungs-Inkontinenz leiden. Dieses Papier ist Teil einer internationalen Initiative, die Frauen Mut machen möchte, über ihre Belastungs-Inkontinenz offen zu reden, anstatt im Stillen zu leiden. Dazu wird ihnen eine detaillierte Unterweisung und Beispiele an die Hand gegeben, die Frauen dabei helfen sollen, Belastungs-Inkontinenz zu erkennen und Hilfe zu finden.

In den letzten Jahrzehnten haben Frauen Gleichberechtigung bei der Arbeit, das Wahlrecht und Beteiligung am gesellschaftlichen Leben im gleichen Masse wie die Männer erreicht. Wenn es jedoch um einige spezielle Gesundheitsthemen, wie z.B. Belastungs-Inkontinenz geht, fehlt vielen Frauen noch das Selbstvertrauen und ihre Verlegenheit ist zu gross, um über ihren Zustand mit der Familie , Freunden oder dem Arzt zu reden. Stattdessen leiden sie still über Jahre, bevor sie Hilfe suchen (1). Harninkontinenz ist von der Weltgesundheitsbehörde zum "letzten medizinischen Tabu" erklärt worden (2). Belastungs-Inkontinenz tritt fast doppelt so häufig wie Dranginkontinenz auf und ist damit die häufigste Form von Harninkontinenz bei Frauen. Es handelt sich um den unwillkürlichen Harnverlust während körperlicher Anstrengungen wie z.B. Niesen, Husten, Lachen, Heben oder während des Trainings (3). Belastungs-Inkontinenz ist ein peinlicher und lästiger Zustand, der weltweit mehr als eine Frau unter sieben betrifft und die Lebensqualität einer Frau in starkem Maße beeinträchtigen kann (3,4).

Dr. David Fonda, Associate Professor of Medicine an der Monash University in Australien sagte bezugnehmend auf die heutige Erklärung: "Durch die Veröffentlichung dieses wichtigen Papiers und den Selbsthilfehinweisen sowie der Orientierungshilfe, die es enthält, hoffen wir, dass es nun die Patienteninteressensverbände weltweit in der Lage sein werden, dafür zu sorgen, dass Frauen selbstsicher genug werden, um über ihr Leiden zu reden und sich Hilfe zu holen. Wir hoffen, dass heute der erste Schritt gemacht wird, damit möglichst viele von Belastungs-Inkontinenz betroffene Frauen den Mut finden, mit ihrem Arzt zu sprechen und wir erwarten in den nächsten Monaten und Jahren eine deutliche Zunahme derjenigen Frauen, die über ihren Zustand reden und sich aktiv um ihn kümmern".

'Breaking Down the Last Medical Taboo - Speaking Up for the Silent Majority' enthält Hinweise und Orientierungshilfen für Interessensverbände und Gesundheitsexperten, damit sie diese Frauen aufklären und ermutigen können, Hilfe für diesen beeinträchtigenden Zustand zu suchen. Darüber hinaus bietet er Musterbeispiele, wie z.B. Patienteninformationsblätter, die Frauen helfen, sich über ihre Belastungs-Inkontinenz zu informieren, sowie eine Prüfliste der Symptome, die den Frauen beim Gespräch in der Gesundheitsfürsorge nützlich sein kann. Das veröffentlichte Papier enthält wichtige Materialien, die von Patienteninteressensverbänden an Orten verteilt werden, die für von Belastungs-Inkontinenz betroffene Frauen leicht zugänglich sind und es wird dafür sorgen, dass diese Frauen die notwendige Information erhalten, um sicher genug zu sein, aktiv etwas gegen ihren Zustand zu unternehmen.

Das Positionspapier und die Selbsthilfeunterlagen sind aus dem 'Five Point Plan' entstanden, der von denselben 13 Patienteninteressensverbänden heute vor genau einem Jahr lanciert wurde. Der 'Five Point Plan' umreisst fünf Zielvorgaben, die notwendig sind, um einen Standardversorgungs- und Behandlungsrahmen für Patienten zu definieren, die unter Belastungs-Inkontinenz leiden: Den mit Belastungs-Inkontinenz verbundenen Makel beseitigen, Frauen mit Belastungs-Inkontinenz befähigen, Hilfe zu suchen, frühzeitige Diagnose und Behandlung der Belastungs-Inkontinenz fördern, Zugang und Wahlmöglichkeiten für Frauen mit Belastungs-Inkontinenz maximieren und Frauen mit Belastungs-Inkontinenz ihre Lebensqualität zurückgeben.

Jeanette Haslam, eine Physiotherapeutin von der Association of Chartered Physiotherapists in Women's Health, Grossbritannien, sagte dazu: "Dieses Papier und die darin enthaltenen Patientenrichtlinien sind mit dem Ziel entwickelt worden, die im Fünf-Punkte-Plan heute vor genau einem Jahr dargelegten Ziele zu erreichen. Die Hilfsmittel reichen vom einfachen Lesezeichen bis zum Leitfaden für die Durchführung einer raffinierten Beeinflussungskampagne. Wir hoffen von Belastungs-Inkontinenz betroffene Frauen in die Lage zu versetzen, ihren Zustand zu erkennen, ihnen das Selbstvertrauen zu geben mit ihrem Arzt über ihre Belastungs-Inkontinenz zu sprechen und sich, falls nötig, in ihrem jeweiligen Land für einen besseren Zugang zur Therapie einzusetzen".

Carol, die selbst unter Belastungs-Inkontinenz leidet sagte über das Dokument 'Breaking Down the Last Medical Taboo - Speaking Up for the Silent Majority': "Belastungs-Harninkontinenz ist der unangenehmste und peinlichste Zustand, mit dem ich und viele andere Frauen leben müssen. Ich bin davon überzeugt, dass der heutige Tag der Beginn einer positiven Veränderung ist und der Beginn einer Initiative, die dafür sorgen wird, dass alle Frauen genug Selbstvertrauen haben werden, um sich für ihren Zustand Hilfe zu suchen und den Mut aufbringen, über ihren Zustand mit jedermann, vom Arzt bis zur Familie zu sprechen".

Informationen zur Belastungs-Inkontinenz


Bei Belastungs-Inkontinenz handelt es sich um den unwillkürlichen Harnverlust während körperlicher Anstrengungen wie z.B. Niesen, Husten, Lachen, Heben oder während des Trainings. Belastungs-Inkontinenz ist ein peinlicher und lästiger Zustand, der weltweit mehr als eine Frau unter sieben betrifft und die Lebensqualität in starkem Maße beeinträchtigen kann (3,4) Belastungs-Inkontinenz tritt fast doppelt so häufig wie Dranginkontinenz auf und ist damit die häufigste Form von Harninkontinenz bei Frauen (3). Obwohl weit verbreitet, handelt es sich doch um einen Gesundeitszustand, der in keinem Alter normal ist. Leider suchen viele Frauen keine Behandlung, weil es ihnen peinlich ist, sie Angst vor einem chirurgischen Eingriff haben oder glauben, dass dies zum normalen Altern dazugehört oder das sowieso nichts getan werden kann (4,5). Die Hauptursachen für Belastungs-Inkontinenz sind eine Schwäche des Harnröhrenschliessmuskels und/oder verringerte Beckenrückhalt der Blase und der Harnröhre. Zu den Risikofaktoren gehören Fettleibigkeit, Entbindung, chronischer Husten und Verstopfung (6).

Literaturhinweise
1. Hannestad YS, Rortveit G, Hunskaar S. Help-seeking and associated factors in female urinary incontinence. The Norwegian EPINCONT Study. Epidemiology of Incontinence in the Country of Nord-Trondelag. Scand J Prim Health Care. 2002 Jun;20(2):102-107
2. Voelker R, International group seeks to dispel incontinence "taboo", JAMA 1998, Sep 16;280(11): 951-9537
3. Abrams P, Cardozo L, Fall M, Griffiths, D, Rosier P, Ulmsten U et al. The standardisation of terminology of lower urinary tract function: report from the standardisation sub-committee of the International Continence Society. Neurourol Urodyn 2002;21(2):167-78
4. Fultz NH, Burgio K, Diokno AC, Kinchen KS, Obenchain R, Bump RC. Burden of stress urinary incontinence for community-dwelling women. Am J Obstet Gynecol 2003;189:1275-82
5. Understanding stress urinary incontinence. Paul Abrams and Walter Artibani 2004
6. Viktrup L. Female stress and urge incontinence in family practice: insight into the lower urinary tract. Int J Clin Prac 2002;56(9):694-700

ots Originaltext: Urinary Incontinence Advocacy Groups



Informationsforum Kompetenz-In-Kontinenz präsentiert Webportal

27.01.2005 - Aktiv trotz Harninkontinenz: Unter www.kompetenz-in-kontinenz.de finden betroffene Frauen ab sofort umfangreiche Informationen und praktische Tipps zum Umgang mit Belastungsinkontinenz. Der unwillkürliche Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Sport ist die häufigste Form der weiblichen Harninkontinenz und betrifft auch viele jüngere Frauen. Angebote wie ein Selbsttest, eine Checkliste zur Vorbereitung des Arztbesuches oder Anleitungsvideos zur Beckenbodengymnastik zeigen Wege aus der Sprachlosigkeit auf.


Quelle: Lilly & Boehringer Ingelheim
Frauenthema Belastungsinkontinenz: Ein Erfahrungsaustausch unter Freundinnen kann befreiend wirken. Denn der unwillkürliche Urinverlust beim Lachen, Niesen oder schweren Heben betrifft fast ausschließlich Frauen. Unter vier Augen spricht es sich offener. Dann fällt auch der Gang zum Arzt leichter, der in vielen Fällen helfen kann.

Das Webportal ist Teil des neu gegründeten Informationsforums "Kompetenz-In-Kontinenz", mit dem die Unternehmen Lilly Deutschland und Boehringer Ingelheim zur Aufklärung über die Erkrankung beitragen möchten. Belastungsinkontinenz kann in vielen Fällen behandelt werden - neuerdings auch medikamentös.

Wissen hilft! - so könnte man das Motto von www.kompetenz-in-kontinenz.de zusammenfassen. Vielen Betroffenen ist das Thema Belastungsinkontinenz unangenehm und dementsprechend gering ist oftmals auch der Kenntnisstand über Ursachen und Behandlungsmethoden. Offen und ohne falsche Scham informieren die freundlich gestalteten Seiten daher über alle wichtigen Aspekte der Erkrankung: Welche Form der Harninkontinenz habe ich? Wer kann helfen? Und wie funktioniert eigentlich die Blase?

Vor allem aber bietet die Website praktische Hilfen zur Bewältigung der Belastungsinkontinenz. Mit einem Selbsttest, der online ausgewertet wird, kann man herausfinden, ob eine behandlungsbedürftige Harninkontinenz vorliegen könnte. Eine Checkliste zum Downloaden hilft dann dabei, den Arztbesuch vorzubereiten - von den eigenen Erwartungen über den Gesprächseinstieg bis zu möglichen Nachfragen. Wer gleich aktiv werden möchte, kann die Übungen im Bereich Beckenbodengymnastik ausprobieren. Das umfangreiche Programm wurde in Zusammenarbeit mit Kontinenzexperten entwickelt und kann bei regelmäßiger Anwendung den unwillkürlichen Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Heben verringern. Alle Übungen sind in Bild und Text dargestellt; viele Anleitungen kann man sich anhören oder als kleines Video betrachten. So wird das Mitmachen einfach.

Quelle: Lilly & Boehringer Ingelheim


Blasenschwäche - Hilfe aus der Apotheke

Eschborn (ots) 30.12.2004 - Unnötig quälen sich viele Betroffene, wenn sie beim Lachen, Husten oder Niesen kleine Mengen Urin verlieren. In der
Apotheke gibt es wirksame Hilfsmittel gegen Blasenschwäche, so dass
heutzutage keiner mehr auf Aktivität und Lebensfreude verzichten
muss, schreibt die »Neue Apotheken Jllustrierte« in ihrer aktuellen
Ausgabe vom 1. Januar.

Die Harninkontinenz, also der unfreiwillige Urinverlust trifft
Menschen aller Altersgruppen. Meist scheuen sich Betroffene nach wie
vor, über ihre Beschwerden zu sprechen. Dabei könnte den meisten
erfolgreich geholfen werden, denn die Blasenschwäche ist kein
altersbedingtes Schicksal. Auf jeden Fall ist der Gang zum Arzt
angezeigt. Nur der Urologe und der Frauenarzt können die Ursache
ausfindig machen und sie entsprechend behandeln. Zudem gibt es in der
Apotheke ein breites Sortiment an modernen Hilfsmitteln,
beispielsweise Einlagen, Slips, Höschen oder spezielle Tropfenfänger
für Männer. Die gebräuchlichsten Produkte sind aufsaugende Einlagen.
Sie unterscheiden sich von Monatsbinden. Monatsbinden wie auch
Toilettenpapier sind bei Harnverlust nicht geeignet, weil sie schnell
durchfeuchten, was sich nach außen unangenehm bemerkbar macht.

Besser sind Inkontinenz-Einlagen, die auch große Mengen an Flüssigkeit
sicher binden. Daneben gibt es auch waschbare
Inkontinenz-Unterwäsche, die im Dauergebrauch deutlich preiswerter
sein kann als Einmalprodukte. Die Auswahl der Hilfsmittel richtet
sich vor allem nach der Flüssigkeitsmenge und dem Tragekomfort. In
Apotheken gibt es einen separate Räume für vertrauliche Gespräche. In
vielen Fällen kann der Arzt die Einlagen auf Kassenrezept verordnen.

Quelle: Neue Apotheken Illustrierte


Frauen aufgepasst: Belastungsinkontinenz muss keine akzeptieren

Bad Homburg/Ingelheim am Rhein (ots) 07.12.2004

Belastungsinkontinenz betrifft weltweit durchschnittlich jede
siebte Frau. Wer den unwillkürlichen Urinverlust beim Husten, Niesen
oder Lachen für eine reine Alterserscheinung hält, liegt jedoch
falsch. Auch viele jüngere Frauen kennen das Problem und sind dadurch
in ihrer aktiven Lebensführung erheblich eingeschränkt. Dennoch
vergehen oft Jahre, bevor Betroffene sich endlich an einen Arzt
wenden. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte von Simone, einer 47
Jahre alten Fitnesstrainerin, die seit 15 Jahren unter
Belastungsinkontinenz leidet.


Quelle: Lilly & Boehringer Ingelheim
Fröhlich und aktiv: Für Frauen mit Belastungsinkontinenz keine Selbstverständlichkeit. Gerade beim Sport können heftige Bewegungen einen unwillkürlichen Urinverlust auslösen. Doch keine Betroffene sollte deswegen auf ihr Hobby verzichten. Belastungsinkontinenz kann in vielen Fällen wirksam behandelt werden.

Simone ist eine dynamische Erscheinung: Sie besitzt zwei
Fitnessstudios und arbeitet selbst als Trainerin. Eine Belastungsinkontinenz würde keiner bei ihr vermuten - und lange hat
sie auch mit niemandem darüber gesprochen. Nach der anstrengenden
Geburt ihres Sohnes im Jahr 1989 bemerkte Simone erstmals, dass sie
bei bestimmten Übungen einige Tropfen Urin verlor. In der
Schwangerschaftsvorbereitung hatte man ihr einige
Rückbildungsübungen gezeigt. "Ich habe aber einfach vergessen, das
konsequent durchzuführen", erklärt sie. Zwei Jahre später, nach der
Geburt ihrer Tochter, verschlimmerte sich die Situation und Simone
begann, in allen Kursen Einlagen zu tragen. Sie dachte einfach, es
handele sich um eine normale Entwicklung ihres Körpers, mit der sie
leben müsse.

Der Einfluss der Erkrankung auf ihr tägliches Leben begann
schleichend und breitete sich immer weiter aus. Bald trug Simone
ständig Vorlagen und frische Unterwäsche bei sich. Beim Einkaufen
plante sie ihre Wege so, dass immer eine Toilette zum Umziehen in der
Nähe war. Und schließlich litt gar ihre Partnerschaft, da sie aus
Angst vor einem Urinverlust begann, die körperliche Nähe zu ihrem
Mann zu meiden. "Einige Ehen wären an dieser angespannten Situation
vielleicht zerbrochen", glaubt Simone. "Ich habe das Glück, eine
starke Beziehung und einen verständnisvollen Ehemann zu haben." Nach
Jahren suchte sie schließlich doch einen Arzt auf.

Simones Geschichte ist typisch: In einer aktuellen europäischen
Studie gaben sechs von zehn deutschen Frauen mit Harninkontinenz an,
noch nie mit einem Arzt über ihr Problem gesprochen zu haben.2 Dabei
ist effektive Hilfe in den meisten Fällen möglich. Es gibt eine
Bandbreite von wirksamen Behandlungsmethoden. Simone hat ihre
Belastungsinkontinenz heute im Griff. Sie rät allen betroffenen
Frauen, sich nicht mit ihrem vermeintlichen Schicksal abzugeben,
sondern aktiv zu werden und ihren Arzt offen auf ihr Problem
anzusprechen.

Literatur:
1. Hampel C, et al. Urology 1997; 50(suppl 6A): 4-14
2. Hunskaar S et al. BJU Int 2004; 93:324-30

Quelle: Lilly & Boehringer Ingelheim


Behandlungsmöglichkeiten bei nächtlichem Einnässen

25.11.2004 - Jedes sechste Kind im Alter von fünf Jahren nässt nächtlich ein - bei den 15 jährigen noch rund 1,5 Prozent. "Das nächtliche Bettnässen ist meist sowohl für das Kind als auch für die Eltern eine große Belastung", so Dr. Ingo Franke, Oberarzt am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn. Angst und Scham beeinträchtigen häufig das Selbstbewusstsein der Kinder, die wegen des nächtlichen Bettnässens, genannt Enuresis nocturna, beispielsweise nicht bei Freunden übernachten möchten oder sich weigern an Klassenfahrten teilzunehmen.

Wenn ein Kind nachts nicht trocken wird, liegt dem nicht, wie des öfteren fälschlicherweise angenommen, eine psychische Ursache wie Stress zugrunde, sondern eine Reifungsverzögerung. Die Enuresis nocturna ist meist erfolgreich therapierbar. Zuerst wird das Kind umfassend medizinisch untersucht, um organische Ursachen wie beispielsweise Fehlbildungen der Harnwege auszuschließen. Mit einem Uroflowmetrie-Gerät kann der Arzt feststellen, ob bei der Blasenentleerung tatsächlich eine funktionelle Störung, wie beim nächtlichen Einnässen, oder eine organische Ursache, wie bei einer akuten Harnwegsinfektion oder einer neurogenen Blasenentleerungsstörung, vorhanden ist. Ein solches Gerät misst während der Blasenentleerung den Harnfluss und zeigt bei bestimmten Erkrankungen einen typischen Verlauf auf. Der Förderverein für nierenkranke Kinder und Jugendliche e.V. im Zentrum für Kinderheilkunde des Universitäts-Kinderklinikums Bonn spendete nun der nephrologischen Ambulanz ein Uroflowmetrie-Gerät im Wert von 4000 Euro. Jetzt bleibt den Kindern der Weg zur Urologischen Klinik auf dem Venusberg erspart.

Erfahrungsgemäß erzielt die Verhaltenstherapie sehr gute Heilungserfolge bei der Enuresis nocturna. Zunächst führen die Eltern ein Protokoll über das Trinkverhalten sowie über das Wasserlassen und Einnässen ihres Kindes über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen. "Bis zu einem Viertel aller Kinder werden trocken, nachdem ihr Trinkverhalten protokolliert und anschließend die Trinkgewohnheiten bewusst gemacht wurden", sagt Oberarzt Franke. Der Einsatz von Klingelhosen, die ein lautes Klingelgeräusch ertönen lassen, sobald diese feucht werden, ist für Franke eher uneffektiv. Diese Methode hat mit 75 Prozent eine hohe Versagensrate, denn die Kinder ignorieren den Klingelton häufig und nässen weiterhin nächtlich ein. Sinnvoll sei diese Methode nur, wenn die Klingel die Eltern aufwecke, damit diese konsequent bei jedem Läuten mit dem Kind zur Toilette gehen. Nur so kann diese Konditionierung einen dauerhaften Erfolg bringen. "Dabei ist ganz entscheidend, wie hoch der Leidensdruck sowohl des betroffenen Kindes als auch der Eltern ist", sagt Franke. Von einer medikamentösen Therapie rät er ab: "Ein Kind sollte nicht regelmäßig aufgrund einer Reifungsverzögerung Psychopharmaka einnehmen." Zudem sei die Gefahr einer Vergiftung bei falscher Einnahme recht groß. In besonderen Ausnahmefällen, wie beispielsweise bevorstehenden Klassenfahrten, sei jedoch die Zugabe von bestimmten Hormonpräparaten sinnvoll, da diese kurzfristig eine Wirkung erzielen.

In Sydney haben Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Bettnässen und nächtlichen Atemstörungen festgestellt. Kinder mit zu großen Gaumen- oder Rachenmandeln konnten häufig durch die Beseitigung der Atemhindernisse vom Bettnässen befreit werden. Ebenso: Bettnässer, deren Atmung wegen eines zu engen Gaumen gestört ist, werden beim Tragen eines Expanders zur Dehnung des Rachens rasch trocken, wie erste Studienergebnisse belegen. In Deutschland gibt es bisher noch keine Forschungsansätze auf diesem Gebiet. Der Grund, warum Kinder mit nächtlichen Atembeschwerden einnässen, ist bisher noch unklar. "Möglicherweise sinkt durch die Atemprobleme der Unterdruck im Brustkorb so sehr, dass vermehrt bestimmte Hormone gebildet werden, die zusätzlich Flüssigkeiten aus dem Körper ausscheiden", so Kindernephrologe Franke. "Insbesondere Kinder mit sehr hartnäckigem Verlauf sollten kontrolliert in einem kindgerechten Schlaflabor untersucht werden." Er hält eine Studie zum Zusammenhang zwischen Atemstörungen und Bettnässen für sehr sinnvoll, denn so könnte mit recht einfachen Methoden vielen Kindern geholfen werden.

Quelle: Rheinische Friedrichs-Wilhelms-Universität Bonn


Universitäts-Frauenklinik präsentiert am 10. November aktuelle Methoden zur Behandlung der Harninkontinenz

08.11.2004 - Am Mittwoch, dem 10. November 2004 um 19 Uhr, bietet die Universitäts-Frauenklinik Heidelberg eine Veranstaltung zum Thema "Aktuelle Therapieansätze der Harninkontinenz" in ihrem Hörsaal, Voßstraße 9, an. Der neue Ärztliche Direktor der Klinik, Professor Dr. Christof Sohn, seit Anfang November als Nachfolger von Professor Dr. Gunther Bastert im Amt, lädt Ärzte und Interessierte dazu herzlich ein.

Rund 10 bis 20 Patienten leiden aller Frauen an dem ungewollten Abgang von Urin, auch als "Blasenschwäche" oder "Harninkontinenz" bekannt. Betroffen sind vor allem ältere, aber auch junge Frauen, z.B. nach Schwangerschaft. Ihr Leidensdruck ist meist hoch; dennoch wird die Tabukrankheit Inkontinenz oft verschwiegen. Meist ist sie ein Symptom für eine zu Grunde liegende Erkrankung der Harnblase oder der Harnröhre. Die Ursachen sind vielfältig, z.B. Infektionen oder Hormonstörungen, und sollten vom Facharzt abgeklärt werden.

"Grundsätzlich wird zwischen Stress-Inkontinenz und Dranginkontinenz unterschieden", erklärt Frau Dr. Annette Maleika, Oberärztin an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Bei der Stress-Inkontinenz oder Belastungsinkontinenz führt eine Druckerhöhung im Bauchraum zu unkontrolliertem Harnabgang - also beim Lachen, Husten, Niesen oder beim Heben von Lasten. Die Dranginkontinenz ist durch starken Harndrang und unwillkürlichen Harnabgang charakterisiert. Dank der Aufklärungsarbeit von Hausärzte und Fachärzten gelingt es jedoch, die Harninkontinenz aus der Tabuzone herauszuholen und frühzeitig zu behandeln - und damit die Frauen von dem quälenden Leiden zu befreien.

Harninkontinenz muss heute kein Schicksal mehr sein. "Bei der Heidelberger Veranstaltung werden neue Behandlungsformen, Medikamente und operative Eingriffe, präsentiert, die kürzlich bei einer internationalen Tagung vorgestellt wurden", erklärt Dr. Florian Lenz, der gemeinsam mit Dr. Maleika eine Inkontinenz-Sprechstunde anbietet. So profitieren etwa 30 Prozent Patientinnen, die an einer Dranginkontinenz leiden und nicht auf die gängigen Medikamente ansprechen, von der neuen Medikamentengruppe der Muskarinrezeptor-Antagonisten.

Erstmals besteht nun auch die Möglichkeit, einen operativen Eingriff bei der Behandlung der Stressinkontinenz hinauszuzögern, wenn andere Therapien wie Beckenbodengymnastik oder Elektrostimulation versagt haben. Das Medikament aus der Stoffklasse der Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer stärkt den Harnröhrenschließmuskel und sorgt damit für einen sicheren Verschluss der Blase bei milden Inkontinenz-Formen. Ist eine Operation nicht mehr zu vermeiden, steht eine minimal-invasive schonende Methode zur Verfügung, bei der um die Harnröhre eine Vaginalschlinge gelegt wird.

Programm und Anmeldung im Internet (PDF-Datei):
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/Downloads/harninkontinenz_nov04.pdf

Inkontinenz-Sprechstunde
Dienstags von 12:00 - 16:00 Uhr
Dr. Florian Lenz (Vertretung: Dr. Mirjam Decker)
Anmeldung unter:
Tel: 06221/567934
Fax : 06221/565260
E-Mail: frauenklinik_ambulanz_allgemeine@med.uni-heidelberg.de


Wieder mit der Sonne lachen - Belastungsinkontinenz kann meist behandelt werden

31.08.2004 - Wer verspürt bei strahlender Sonne keine Lust, ins Freie zu gehen und das Leben unbeschwert zu genießen? Für Frauen mit
Belastungsinkontinenz ist das allerdings keine Selbstverständlichkeit. Gerade beim Baden, Fahrrad fahren oder spazieren gehen fürchten sie einen unwillkürlichen Urinverlust. Der ständige Gedanke an einen möglichen "Unfall" belastet die Betroffenen bei Freizeitaktivitäten besonders. Mit Einlagen behelfen sie sich notdürftig. Dabei kann Belastungsinkontinenz in vielen Fällen behandelt werden.


Quelle: Lilly & Boehringer Ingelheim
Belastungsinkontinenz wird meist durch eine Schwäche des Blasenschließmuskels verursacht. Dieser kann einer plötzlichen Druckerhöhung im Bauchraum - etwa durch das Heben einer Getränkekiste - nicht mehr standhalten. Dann treten schnell einige Tropfen oder größere Mengen Urin aus.

Nach Schätzungen der Deutschen Kontinenzgesellschaft leiden in
Deutschland über fünf Millionen Menschen an einer Harninkontinenz.
Bei Frauen am häufigsten ist die Belastungsinkontinenz. Betroffene
verlieren immer dann ungewollt Urin, wenn sich plötzlich der Druck im
Bauchraum erhöht. Lachen, Niesen und natürlich auch Sport sind
typische Auslöser. Besonders lästig kann das werden, wenn schönes
Wetter, warme Temperaturen und Urlaubstage ins Freie und auf Reisen
locken. Immer wieder drängt sich die Erkrankung ins Bewusstsein: Habe
ich auch genug Einlagen mitgenommen? Kann ich diese Steigung mit dem
Rad wagen? Soll ich wirklich in den Swimmingpool springen?  Ein Stück
Lebensfreude bleibt auf der Strecke, wenn man sich in geselliger
Runde daran erinnern muss, nicht zu heftig zu lachen.

Dabei muss sich heute niemand mehr mit seiner Belastungsinkontinenz abfinden. Es handelt sich nicht um eine normale Alterserscheinung. Im Gegensatz zu anderen Harninkontinenzformen tritt die Belastungsinkon-tinenz auch häufig schon in jüngeren Jahren auf. Frauen, die ungewollt Urin verlieren, sollten daher frühzeitig und offen mit einem Arzt ihres Vertrauens über das Problem sprechen. Auch wenn das im ersten Moment vielleicht etwas schwer fällt - es lohnt sich. Denn die Erkrankung ist in vielen Fällen gut zu behandeln.

Bisher haben Ärzte vor allem das Beckenbodentraining empfohlen.
Frauen, die diese besonderen Übungen richtig und regelmäßig
ausführen, können der Erkrankung aktiv entgegenwirken. Außerdem gibt
es verschiedene Operationsmethoden, die - wie alle Eingriffe - mit
besonderen Risiken verbunden sind.

Ein echter Fortschritt steht den behandelnden Ärzten bald zur
Verfügung: Das erste spezielle Medikament für Frauen mit
Belastungsinkontinenz.

ots Originaltext: Lilly Boehringer Ingelheim



Urinmenge ist ein nützlicher Indikator für nächtliche Polyurie


30.08.2004 - Millionen Betroffene, die nachts häufig auf die Toilette müssen, können sich jetzt mit einem einfachen Diagnosetest, der zuhause
angewendet werden kann, Klarheit verschaffen

Eine jüngste Studie mit 1.000 Nokturie-Patienten, die in diesem
August beim ICS/IUGA-Jahreskongress in Paris vorgestellt wurde,
ergab, dass mehr als 76% an dem lästigen Zustand litten, der als
nächtliche Polyurie bekannt ist. Studien zeigen auch, dass ein
signifikanter Anteil Erwachsener im Alter von unter 65 Jahren
aufgrund von häufigem nächtlichen Wasserlassen Schlaf einbüsst (1).

Die von einer Person des Nachts abgegebene Urinmenge ist der
Schlüssel-Indikator bei der Diagnose einer potentiellen Nokturie,
sagen Experten, und die Patienten haben jetzt eine Möglichkeit, die
Urinabgabe aufzuzeichnen, um zu bestimmen, ob bei ihnen ein solches
Problem vorliegt.

Gesunde Menschen jeglichen Alters, die des Nachts einmal oder
häufiger auf die Toilette müssen, leiden oft unter Problemen wie
Schlafentzug und Fehlern am Arbeitsplatz. "Fehlender Schlaf aufgrund
von nächtlichem Wasserlassen ist mehr als störend, sagt Dr. Poul
Jennum, dänischer Schlafexperte. "Schläfrigkeit während des Tages
kann eine Gefahr für die allgemeine Gesundheit und Sicherheit
darstellen und belastet zwischenmenschliche Beziehungen am
Arbeitsplatz."

Personen, die an nächtlicher Polyurie leiden, produzieren des
Nachts häufige und grosse Urinmengen, die mehr als 1/3 der
Gesamt-Tagesmenge ausmachen.

Eine Behandlung mit MINIRIN (Desmopressin) reduziert die Urinmenge
durch Erhöhung der Urinkonzentration. Eine nächtliche Dosis hält bis
zu 8 Stunden an und kann das Bedürfnis nach nächtlichem Wasserlassen
signifikant reduzieren. Studien zeigen, dass rund 30% der Patienten
nach Einnahme von MINIRIN einen ungestörten Schlaf von 5 oder mehr
Stunden geniessen (2,3,4).

Diejenigen, die an Schlafentzug aufgrund von häufigen nächtlichen
Toilettenbesuchen leiden, besitzen jetzt ein wichtiges Werkzeug, um
ihr Problem zu 'diagnostizieren'. Durch die Aufzeichnung der
Urinabgabe über ein paar Tage mit einem einfachen 'Frequency Volume
Chart' (FVC) können die Patienten ihrem Arzt wertvolle Daten zur
Auswertung in die Hand geben.

Nokturie kann auch mit Depression verbunden sein

Schlafentzug aufgrund von nächtlichen Toilettenbesuchen kann ein
chronisches Problem mit ernsthaften Konsequenzen für die Gesundheit
werden. Über die Schlaf-Schwelle hinaus wird eine Person
Schwierigkeiten bei der Bewältigung normaler täglicher Aktivitäten
haben. Kognitive Funktionen wie Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis
und Kreativität können laut Experten alle negativ beeinflusst
werden(5).

Probleme, bei der Arbeit konzentriert zu bleiben, kann auch die
Produktivität einer Person beeinflussen. Statistiken zeigen, dass
Menschen, die an Nokturie leiden, ungefähr 9,2% weniger Arbeit
leisten im Vergleich zu gesunden Personen(6).

Eine im Februar 2004 präsentierte schwedische Studie lässt eine
starke Verbindung zwischen gravierender Depression (MD) und Nokturie
(zwei oder mehr Entleerungen pro Nacht) vermuten (7). Wissenschaftler
fanden eine sechsfache Erhöhung des Nokturie-Vorkommens bei Männern
(Durchschnittsalter 48) und eine dreifache Erhöhung bei Frauen mit
einem Durchschnittsalter von 50, verbunden mit einer grösseren
Depression.

Behandlungsmöglichkeiten

Patienten mit Drang nach nächtlichem Wasserlassen (mehr als
einmal) und die die grosse Mengen abgeben (350 ml oder mehr pro
Entleerung) können versuchen, ihren Lebensstil zu ändern, indem sie
die Aufnahme von Flüssigkeit, wie z.B. Kaffee, Limonaden oder Tee am
späten Nachmittag und Abend einschränken, sagen Experten.

Allerdings ist eine Änderung des Lebensstils für die meisten
Betroffenen keine Lösung. Eine Medikamententherapie ist eine machbare
Alternative.

Bei der Behandlung von nächtlicher Polyurie ahmt MINIRIN
(Desmopressin) die Wirkungsweise des natürlich produzierten
antidiuretischen Hormons Vasopressin nach, indem es die exzessive
nächtliche Urinabgabe reduziert.

Referenzen

1) Paul Abrams et al. Is nocturnal polyuria a key factor in
nocturia? [Ist die nächtliche Polyurie ein Schlüsselfaktor bei
Nokturie?] Auf dem ICS/IUGA 2004 vorgestelltes Abstrakt

2) Mattiasson A. et al. Efficacy of desmopressin in the treatment
of nocturia: a double-blind placebo-controlled study in men. BJU Int
2002;89:855-862

3) Lose G. et al. Efficacy of desmopressin (Minirin) in the
treatment of nocturia: a double-blind placebo-controlled study in
women. Am J Obstet Gynecol 2003;189:1106-1113

4) Van Kerrebroeck, P., Rezapour, M., Thüroff, J., Cortesse, A.
(2002). "Efficacy and safety of oral desmopressin (MINIRIN) in
treatment of nocturia in men and women." Int Urogynecol J 13:S5-S6

5) Jennum P. The impact on nocturia on sleep [Der Einfluss von
Nokturie auf den Schlaf]. Präsentiert auf dem ersten internationalen
Nokturie-Workshop , Juni, Malta.

6) Kobelt G et al. Productivity, vitality and utility in a group
of healthy professionally active individuals with nocturia. BJU Int
2003;91:190-195

7) Asplund R et al. Nocturia and depression. BJU Int
2004;93:1253-1256

ots Originaltext: Ferring Pharmaceuticals A/S


Auch geringe Inkontinenz beeinflusst Lebensqualität

16.08.2004 - Erste repräsentative Umfrage zu Auswirkungen der Inkontinenz auf die Lebensqualität: Leipziger und Gießener Wissenschaftler ermittelten, dass der ungewollte Abgang von Urin erhebliche Auswirkungen auf verschiedene körperliche und seelische Funktionen nach sich zieht und zur Isolation der Betroffenen führen kann. Auch geringe Inkontinenz beeinflusst Lebensqualität

''Entgegen der Meinung der behandelnden Ärzte, die sich bei der Beurteilung der Einbußen der Lebensqualität vor allem an der Schwere der Inkontinenz orientieren und dazu tendieren, die Einbußen der Lebensqualität durch Inkontinenz zu unterschätzen, zeigten die Ergebnisse unserer Erhebung, dass bereits bei geringgradiger Inkontinez mit erheblichen Belastungen zu rechnen ist.'', erklärte Prof. Dr. Elmar Brähler, Leiter der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. ''Das gilt umso mehr, je jünger die Betroffenen sind.''
Außerdem seien Frauen (15) stärker betroffen als Männer (9,5 Prozent). Insgesamt leiden 12,6 Prozent der Gesamtbevölkerung unter Inkontinenzbeschwerden. Die Häufigkeit nahm mit zunehmendem Alter deutlich zu.: Von 6,1 Prozent bei den 18- bis 40jährigen auf 9,5 Prozent bei den 41- bis 60jährgen und auf 23 Prozent bei den über 60jährigen. Betroffene klagen sowohl über vermehrte körperliche als auch über vermehrte seelische Beschwerden. Die Skala bei den körperlichen Beschwerden reicht von Blähungen, Gelenk- Herz- und Magenproblemen bis zu Erektionsbeschwerden bei den Männern. Zu den seelischen Beschwerden gehören Angst und Depression sowie allgemeine Erschöpfungszustände und erhöhte sexuelle Gleichgültigkeit. Es kommt zu Einbußen sozialer Aktivität, Ängstlichkeit, Beschämung und Isolation. "Die Betroffenen bedürfen einer integrierten Versorgung", resümiert Prof. Manfred Beutel, Leiter des Bereiches Psychotherapieforschung an der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Quelle: Universität Leipzig



Neue Diagnostik ermöglicht verbesserte Behandlung der Harninkontinenz

Deutschland, Österreich und Schweiz im Konsens und international führend

06.07.2004 - Ca. 4 Mill. Frauen leiden in Deutschland an einer Harninkontinenz, einem ungewollten Wasserlassen. Nur jede zweite Frau unterzieht sich allerdings derzeit einer ärztlichen Behandlung, und bis vor kurzem haben zudem die Möglichkeiten der exakten Krankheitserkennung oft nicht ausgereicht, um eine gezielte Behandlung durchzuführen.

Seit vielen Jahren arbeiten Frauenärztinnen und -ärzte deshalb daran, die Ultraschall-Diagnostik (= Sonographie) auch für die Diagnostik der Harninkontinenz einzusetzen und zu einer etablierten Methode auszuarbeiten. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind hierbei international führend. Das aktuelle Konsensuspapier wurde vor kurzem in der Fachzeitschrift "Frauenarzt" veröffentlicht. Der Schallkopf des Ultraschall-Geräts wird bei dieser Methode nicht auf dem Bauch, sondern aussen auf den Scheideneingang aufgesetzt. Dadurch können die Ärztinnen und Ärzte Harnröhre, Blase und den Beckenbodenmuskel darstellen. Neben Veränderungen der Harnröhren- und Harnblasenwand können durch dynamische Untersuchungen - die Patientinnen werden während der Untersuchung zum Pressen bzw. Zusammenkneifen des Beckenbodenmuskels aufgefordert - Ursachen der Harninkontinenz objektiviert werden. Durch die Ultraschall-Untersuchung kann dann die Erkrankung in eine Beckenbodenmuskelschwäche bzw. in eine Bindegewebeschwäche untergliedert werden: Bei der Beckenbodenmuskelschwäche können Harnblase und -röhre nicht bewusst angezogen werden; bei der Bindegewebeschwäche senken sich beim Pressen Harnblase und -röhre bis weit unter den Schambeinknochen. Die Beckenbodenschwäche erfordert ein entsprechendes Training der Beckenboden-Muskulatur. Hierzu gehört je nach Reaktionsfähigkeit des Beckenbodens auch eine Schulung und Konditionierung des "Beckenboden-Bewusstseins". In vielen Fällen hat ein solches Training bei regelmäßigem Engagement der Frauen sehr gute Erfolge. Die Sonographie hilft hier nicht nur bei der Therapieentscheidung, sondern dient auch als Therapieüberprüfung zur Beurteilung des Erfolges, da die Patientin am Bildschirm mitverfolgen kann, ob eine gezielte Beckenbodenkontraktion ausgelöst werden kann. Steht die Bindegewebsschwäche für die Entstehung der Harninkontinenz im Vordergrund, wird eine Operation geplant. Im Rahmen der Operationsplanung müssen die Bindegewebsdefekte genau lokalisiert werden. Denn dies hat entscheidenden Einfluss auf die Wahl der Operationstechnik, wodurch das Operationsergebnis verbessert und die Komplikationsrate gesenkt werden können. - Ist das Bindegewebe unterhalb der Harnröhre geschwächt (zentraler Defekt), ist die Einlage eines Kunststoffbändchens (z.B. TVT-Plastik) geeignet, was minimal invasiv in Lokalanästhesie durchgeführt wird. Nach der Operation wird kein Katheter benötigt.
- Hat sich das seitliche Scheidenbindegewebe vom Beckenbodenmuskel gelöst (lateraler Fasziendefekt), wird durch einen kleinen Schnitt oberhalb der Symphyse (des Schambeinhöckers) das Scheidenbindegewebe mittels Kunststofffäden zum Schambein hin stabilisiert (Kolposuspension). Nach der Operation wird nur der Katheter nur für ein Tag benötigt.
- Ist weder seitlich noch zentral ein Bindegewebsdefekt erkennbar - meist nach mehrfachen Voroperationen-, sind Harnröhrenunterspritzungen mit einem Medikament geeignet, um eine Besserung der Inkontinenzsituation zu erreichen. Dies erfolgt ebenfalls in Lokalanästhesie und erfordert postoperativ keinen Katheter zur Harnableitung.
In der Kontrolle des Heilungsverlaufs nach der Operation hat sich die Sonographie gleichermaßen bewährt, um Ursachen bei fortbestehenden Beschwerden bzw. bei Komplikationen objektiv herauszufinden und gezielt zu beseitigen.

1995 fand das erste deutschsprachige Konsensusmeeting zur Urogenitalsonographie unter der Schirmherrschaft der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und plastische Beckenbodenrekonstruktion statt. Die im Rahmen des Meetings ausgearbeiteten Empfehlungen zur standardisierten Untersuchungstechnik wurden in deutsch- und englischsprachigen Zeitschriften publiziert und blieben weltweit bisher einzigartig.

Im November 2003 haben sich Experten aller drei Arbeitsgemeinschaften erneut getroffen und die Empfehlungen anhand der aktuellen Literatur und den Erfahrungen aktualisiert, sie sind in der Mai-Ausgabe der Fachzeitschrift "Frauenarzt" am 15. Mai 2004 erschienen. Grundtenor des Konsensusmeeting und der aktualisierten Empfehlungen ist die standardisierte Anwendung der Sonographie im Rahmen der prä- und postoperativen Diagnostik stressharninkontinenter Patientinnen, was bisher nur an wenigen Kliniken bzw. Ambulanzen umgesetzt wurde.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.


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